in-depth-Spieleranalyse: Lionel Messi

Er ist wohl der Spieler seiner Generation: der dreimalige Weltfußballer Lionel Messi. Für viele gilt er trotz seines noch jungen Alters als der beste Spieler aller Zeiten. Spielverlagerung widmet sich erstmals einem Spieler mit einer individualtaktischen Analyse.

Physische Grundlagen – tiefer Schwerpunkt, hohe Frequenz und geringe Amplitude

Mit knapp 1,69m ist Messi klein gebaut, doch bei der Betrachtung seines Laufstils fällt auf, dass er selbst für seine Größe relativ kurze Beine besitzt. Im Vergleich mit beispielsweise Xavi besitzt er auf 1,80m hochgerechnet die klar kürzeren Beine. Er hätte um die 87cm, während der Europa- und Weltmeister bei circa 96cm landen würde. Cristiano Ronaldo hätte ungefähr 99cm, also einen Dezimeter mehr als sein argentinischer Rivale. Der Durchschnitt wäre bei circa 95cm.

Diese kurzen Beine sorgen für einen niedrigeren Körperschwerpunkt, für eine erhöhte Schrittfrequenz und besitzt die unterschiedlichsten Auswirkungen. Bei Sprints mit Ball am Fuß macht Messi mehr Schritte als sein Gegner, kann also bei dessen Grätschen noch den Ball wegspitzeln und weiterlaufen. Außerdem hat er öfters die Möglichkeit zu Richtungswechseln, was wichtig im eins gegen eins ist. Er muss sich also oft nicht zwischen einem zu frühen und einem zu späten Moment entscheiden, sondern kann jenen dazwischen wählen, welcher Spielern mit längeren Beinen beziehungsweise größeren Schritten nicht zugänglich ist.

Desweiteren ist es kaum möglich, einem wie Lionel Messi klassisch den Ball abzunehmen. Er ist dank seiner herausragenden Muskulatur, die ihn auch so unglaublich antrittsstark macht, extrem gut in Sachen Ballbehauptung. Attackiert man ihn am Boden, so läuft man Gefahr, in diesen Strudel aus kleinen Schritten zu geraten und weder Ball noch Messi sind greifbar. Problematisch ist dann besonders, dass der Verteidiger Messi auf den ersten Metern kaum nachkommen kann. Attackiert der Gegner Messi auf Brusthöhe, dann ist es ebenso sehr schwer. Aufgrund der meist überlegenen Größe bringen die meisten Spieler nicht ihre gesamte Kraft auf Messi zu, dieser jedoch ist ein Künstler was dies betrifft. Er stemmt seinen Körper mit seinen kräftigen Beinen völlig gegen den Gegenspieler und schafft es teilweise vermeintlich körperlich überlegene Gegner trotz Ball am Fuß in einem solchen Laufduell aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Auch die Ellenbogen sind in solchen Zweikämpfen auf einer unangenehmen Höhe. Sie bohren sich – keineswegs absichtlich oder unfair – auf Rippenhöhe in den Gegner, wenn der zu schnell Richtung Ball geht. Messi ist also nicht nur wegen seiner Dynamik und Technik ein unangenehmer Gegenspieler, sondern ebenso wegen seines einmaligen Körpers. Seine Explosivität hilft ihm im Dribbling wie in Zweikämpfen, was ihn kaum greifbar macht.

Interessant sind auch seine Bewegungen beim Antritt. Teilweise lässt er seinen Oberkörper nach vorne fallen, um Schwung aufzunehmen und seinen Körper bei auftretenden Laufduellen zumindest ansatzweise vor den Ball zu bringen. Dies resultiert in Rückzügen vom Gegner oder einfachen Foulspielen. Deswegen benötigt der Argentinier auch keine / kaum Schwalben: viele Attacken des Gegners wirken beinahe wie ein Foul, doch der Barcelona-Star muss sich nicht fallen lassen, weil nur eine geringe Anzahl der Bälle verloren geht oder ein wirkliches Foul geschieht.

Für den Unparteiischen wie den neutralen Zuschauer wirkt es aber sehr oft so, als ob Messi mit purer Willenskraft den Drang zum Ball sucht und die Schwalbe dabei ablehnt – was beides in gewisser Weise auch der Wahrheit entspricht, doch Messis körperlichen Fähigkeiten sind die wohl am seltensten diskutierten. Aber seine kurzen Schritte, die hohe Schrittfrequenz, die geringen Auftrittszeiten auf dem Boden durch einen eintrainierten Lauf auf den Ballen ist ein großer Teil seines Geheimnisses.

Um das ideal zu nutzen, gehört aber auch Spielintelligenz dazu – beispielsweise nutzt er weite Bewegungen gerne bei aggressiven Gegenspielern und freiem Raum dahinter, welche er instinktiv erkennt und ausnutzt. Trotzdem wird selten darüber gesprochen – und womöglich zurecht, wenn man auf seine vielen anderen Stärken zu sprechen kommt.

Messis Dribbling als Beispiel der Grundidee des argentinischen Dribblings

Messi hat in seiner Karriere die Dribblingspielweise der „Gambetta“ perfektioniert, welche auch Maradona praktizierte. Die Gambetta wurde von Jorge Valdano mit einer Art Tango verglichen, in welchem es auf zwei Sachen ankommt: „skill and deceit“. Der Spieler muss die Fähigkeiten mitbringen, den Ball eng zu führen und ihn perfekt zu kontrollieren, aber auch die Verschlagenheit besitzen, seinen Gegenspieler in die Irre zu führen. Benannt wurde diese Dribblingweise nach Schubert Gambetta, einem uruguayischen Spieler aus den vierziger Jahren. Es werden nicht die Beine oder Finten nutzt, um den Gegner zu verwirren, wie es die Brasilianer gerne tun – auch nicht, dass man auf die körperliche Überlegenheit spekuliert, wie es die Engländer machen oder den richtigen Zeitpunkt wählt, um sich wegzubewegen, wie es beispielsweise die Spanier praktizieren.

Statt den Faktoren Gegner, eigene Fähigkeit oder Zeit wird der Faktor Raum verstärkt utilisiert. Dies funktioniert hauptsächlich, indem gegnerische Positionierungsfehler genutzt oder provoziert werden. Wird der Ball eng am Fuß geführt, dann kann ein offener Raum angesteuert werden, welchen der Gegner nicht verteidigen kann. Gibt es keine solchen Räume, so wird der Gegner angelaufen und mit einer Körpertäuschung möglichst in die falsche Richtung gelenkt. Da dies schwer ist, wird oftmals nur versucht, den Gegner von einer effektiven Verfolgung in einen bespielbaren Raum abzulenken. Messi selbst spricht dabei von „Balance“:

When he is unbalanced, that is the time to escape.

Der kleine Argentinier achtet dann auf die Gewichtsverteilung des Verteidigers, welcher möglichst auf der fernen Seite vom freien Raum sein sollte. Dann wird der Antritt genutzt, um an ihm vorbeizuziehen und sich nach dem Überlaufen zwischen Ball und Gegner zu bringen. Dadurch kann er einen nur noch von hinten bedrängen und riskiert ein einfaches Foul.

In der Einteilung des Dribblings ist die Gambetta eine Mischvariante zwischen dem gegnerschlagenden Dribbling mit Ball und dem raumnutzenden Dribbling mit Ball, wodurch auch dieser Effekt des Vorbeigleitens entsteht. Hinzu kommen in der Individualtaktiktheorie auch die Varianten der zwei Überkategorien ohne Ball. Das gegnerschlagende Dribbling ohne Ball wird dabei auch als flüchtendes Dribbling bezeichnet und das raumnutzende Dribbling ohne Ball besitzt als Synonym das Adjektiv befreiend.

Bei der Ballannahme nutzt Messi ebenfalls eine Mischung aus den zwei Aspekten, was ein Merkmal seiner Komplettheit im Dribbling ist, wovon er sich von Zeitgenossen wie Busquets (ein befreiender Dribbler) und Cristiano Ronaldo (ein gegnerschlagender Dribbler) unterscheidet.

Die Zeit vor dem Dribbling – eine passende Ballannahme ist die halbe Miete

Doch auch bei Ballannahmen ist das Reservoir an Finten für den Weltfußballer schier unerschöpflich. Ähnlich wie Iniesta nimmt er den Ball meistens weg vom Gegner an, wobei er sich seltener den Ball mit dem schwachen Fuß stoppt. Gelegentlich lässt er ihn prallen und läuft ihm hinterher, dabei spekuliert er darauf, dass er nicht verfolgt wird und sich dann drehen kann. Wird er verfolgt, sucht er entweder den Pass oder dreht sich. Meistens dreht er sich mit mehreren kurzen Ballberührungen leicht nach hinten und legt sich den Ball vor, sobald er in die richtige Richtung blickt. Durch seinen Antritt und den Vorteil als agierender Spieler im Zweikampf kann er den Gegner etwas zurücklassen und schiebt dann in weiterer Folge seinen eigenen Körper zwischen Ball und Gegner.

Wird er bei der Ballannahme jedoch so bedrängt, dass er sich nicht in die richtige Richtung drehen kann, nutzt er meistens – wie auch Xavi – eine 360°-Drehung. Aufgrund seines niedrigen Schwerpunkts und der kurzen Beine kann er hier Zeit gewinnen, auch wenn es keinen Raumgewinn im klassischen Sinne gibt. Allerdings schüttelt er meist den Gegner ab und kann sich danach drehen. Eine weitere Alternative ist es auch, dass er bei der Ballannahme eine Körpertäuschung macht und sich den Ball in die andere Richtung weit vorlegt, um sofort Raum zu überbrücken und Fahrt aufzunehmen.

Messi versteht es auch langsame Pässe hervorragend zu verarbeiten. Beispielsweise nutzt er bei der Ballannahme eine doppelte Körpertäuschung. Diese wird im richtigen Moment begonnen und zuerst wird in eine Richtung angetäuscht, was den Gegner daran hindern soll, Messi sofort anzugreifen. Danach täuscht er wieder zurück und lässt den Ball unberührt, der Gegner bewegt sich zurück und befindet sich im Stillstand. Messi kann dann in weiterer Folge den bewegenden Ball mitnehmen und profitiert vom Schwung seiner Körpertäuschung, weswegen sich sein Geschwindigkeitsvorteil auf den ersten Metern noch erhöht. Der Gegner ist in der falschen Stellung durch die Antäuschung in die falsche Seite und tut sich schwer, sofort in die richtige Richtung los- bzw. Messi hinterher zu laufen.

Viele versuchen dann einen Fuß in Messis Laufrichtung zu stellen und den Ball einfach prallen zu lassen. Dies soll Messis Weg zum Tor versperren, im Normalfall agiert Messi dann mit einem schnellen Ballkontakt zur Seite hin und umspielt das Bein. Stellt der Gegner das Bein früher hin, kann er das nicht, da er sich zwischen zwei Schritten befindet. Der Argentinier lupft dann aber den Ball meist an und spielt ihn über des Gegners Bein.

Schafft es Messi sich zu drehen und den Gegner bei der Ballannahme im Sichtfeld zu haben, muss aber den Ball wegen der Geschwindigkeit stoppen zu müssen, dann wartete Messi ab. Wird er attackiert, dann beginnt er mit dem Nutzen von Körpertäuschungen. Oftmals stellt er den rechten Fuß zur Seite und etwas weiter weg vom Ball, denn das hilft beim kommenden Antritt. Er täuscht dann mit der Schulter an, bringt den Gegner aus der Balance und nimmt mit Schwung den Ball sofort auf die andere Seite mit. Wird er nicht attackiert, dann macht er sich selbst ins Dribbling auf.

Die genaue praktische Umsetzung der Gambetta á la Lionel Messi

Wie so oft fällt bei Weltklasseoffensivspielern das Dribbling, die Fähigkeit sich mit spielerischen Mitteln im Offensivzweikampf durchzusetzen, dem Betrachter am stärksten auf. Bei Messi kein Wunder, immerhin gilt er als der beste Dribbler seiner Zeit und legitimer Nachfolger von Spielern wie Mane Garrincha, Diego Maradona oder George Best. Doch wie jeder dieser drei hat er sein eigenes Inventar an Finten, Täuschungen und Bewegungen entwickelt, welche wir hier in einer Art Sammlung vorstellen – zuvor legen wir noch ein kleines Spiel beziehungsweise ein Video von Maradonas Gambetta ans Herz:

Der Standfußtrick

Der Argentinier läuft auf den Gegner zu und dieser will ihn stellen. Das bedeutet, dass der Gegenspieler ihm keinen Weg öffnet, sondern ihm schlichtweg sämtliche Wege nach vorne abblocken will und zur Not auch ein Foul spielen kann. Messi reagiert darauf, in dem er sich mit dem linkem Fuß vor den Ball stellt und ihn dadurch schützt. In weiterer Folge lenkt er den Ball auf die Seite und ändert seine Richtung extrem, wodurch der Gegner falsch steht und ohnehin durch das Stellen aus der Bewegung heraus ist. Er kann Messi entweder nachtreten oder weiterlaufen lassen, eine Balleroberung ist kaum möglich. Messi kann dann in weiterer Folge diagonal nach innen ziehen, auch wenn ihm der Weg nach vorne versperrt wurde. Wenn es schnell gehen soll, dann zieht Messi den Ball jedoch durchaus zu sich zurück, anstatt den Standfußtrick zu vollenden. Dies macht er, wenn es schnell und direkt gehen soll oder ein Foul eine wünschenswerte Option ist.

Der Einwärtshaken

Öffnet der Gegner Messi eine Seite, um ihm vom tornächsten Weg abzubringen, dann übt Messi einen breiteren Schritt in diese Seite aus. Der Ball bleibt – nach dem Gambettaprinzip – jedoch unberührt. Der Gegner soll mit diesem Schritt nicht nur aus der Balance gebracht werden, sondern soll glauben, er habe Erfolg gehabt. Er dreht sich noch weiter und schlägt vollends den Weg zur Seite ein. Messi hingegen federt sich mit diesem breiten Schritt ab und zieht wieder in Richtung Ball, setzt meist den Weg gerade fort. Kann der Gegner reagieren, dann schiebt Messi den Ball leicht zur Seite und setzt seinen Weg diagonal statt vertikal fort. Dank der erzeugten übertriebenen Bewegung des Gegners in die falsche Richtung muss sich dieser drehen und hat keine Chance auf eine Balleroberung.

Laufverzögerung & Laufabbruch

Wird Messi von hinten verfolgt, statt von vorne attackiert, dann bringt er zumeist seinen Körper zwischen sich und Ball. Schafft er dies nicht oder ist der Gegner zu schnell, dann lässt er ihn näher kommen. Er wartet auf den richtigen Moment, um seinen Lauf zu verzögern oder gar abzubrechen. Würde er dies zu früh machen, dann würde der Gegner in seinem noch nicht beendeten Lauf einfach den Ball wegspitzeln können. Die Devise lautet: je später, desto besser. Der Punkt ohne Wiederkehr ist dann erreicht, wenn der Gegner bereits beim Ball ist – dann gliche eine Laufverzögerung einer Ballaufgabe und ein Laufabbruch wäre zu riskant, da er wohl auf einen Pressball hinauslaufen würde. Im richtigen Moment ausgeführt wird der Gegner jedoch auf die falsche Fährte gelockt. Bei einer Laufverzögerung passt der Gegner oftmals sein Tempo an und Messi beginnt sofort wieder mit seinem Sprint, was in einem neuerlichen Beginn des Laufduells mit Vorsprung für Messi resultiert. Dies wurde übrigens von Ronaldo im Trikot Barcelonas und Inter Mailands in ähnlicher Weise praktiziert, aber ohne Laufverzögerung, sondern einer weiteren Tempoerhöhung – darum wurde es auch als „Sprint im Sprint“ bezeichnet. Bei einem Laufabbruch gerät der Gegner in Stillstand und versucht Messi zu stellen, wodurch der Argentinier wieder ins Dribbling gehen kann.

Übersteigen des Balles mit Drehung

Läuft Messi auf einen Spieler zu und dieser attackiert ihn in seinem Laufweg, dann hat der Barcelona-Star es am schwersten. Er wird entweder nach Außen gedrängt oder verliert gar den Ball, kann aber nicht nach innen ausweichen. Macht der Gegner Anstalten daran, diese unorthodoxen Weg zu gehen, was viel Antizipation einfordert, legt Messi oft den Fuß über den Ball. Dadurch schützt er ihn und kann mit dem linken Fuß nach hinten ziehen, was einer Drehung entspricht. Der Gegner läuft ins Leere und kann nur den Teilerfolg verbuchen, Messi kurzfristig vom Weg nach vorne abgebracht zu haben. Er nutzt somit diese darüber-Steig-Bewegung, um Richtungswechsel zu schützen und weniger vorhersehbar zu machen.

Skipping und Passantäuschung im Stand

Entscheidet sich Messi dagegen, dass er den Gegner anläuft und ins Dribbling geht (meist mit gesperrtem Raum dahinter verbunden), dann wartet er. Der Gegner soll angelockt werden, weswegen Messi durch eine Passantäuschung im verlangsamten Tempo angeblich eine Öffnung präsentiert oder mit einem oder beiden Füßen skippt, um bei plötzlichem Attackieren des Gegners sofort starten zu können. Meistens folgt dann ein inverser Haken, also mit links auf die rechte Seite, was für den Weltfußballer etwas unüblich ist. Dies passt aber zur Passantäuschung. Da er sich meist auf dem rechten Flügel oder in der halbrechten Position befindet, muss er die Passantäuschung nach links machen und öffnet sich dadurch den Weg auf rechts. Meist verbindet er dies aber mit einer Croqueta. Bei der Croqueta wird der Ball von einem Fuß auf den anderen geschoben und ist auch ein klassisches Merkmal von Iniesta oder früher Michael Laudrup. Die Croqueta kann er eng machen, wodurch er er sofort anzieht und danach diagonal in die Mitte zieht. Ist der Gegner etwas vorsichtiger, dann macht er sie breiter und mit zwei Täuschungen. Das bedeutet, dass er einen Pass antäuscht, einen Schritt nach hinten macht und nochmal antäuscht. Danach schiebt er den Ball weit auf die rechte Seite und vollführt erst danach die Croqueta.

Doppelte und dreifache Körpertäuschungen

Im klassischen Anlaufen im höchsten Tempo täuscht Messi nicht nur einmal, sondern mehrmals an. Würde er einmal antäuschen, wäre er arg durchschaubar – er zieht ja im Normalfall auch nach links. Durch mehrmaliges Antäuschen wird der Gegner jedoch stärker aus der Balance gebracht und zweifelt daran, dass Messi doch nach innen zieht. Der Gegner geht davon aus, dass Messi nach links zieht, da dieser zuerst nach rechts antäuscht. Wenn er dann nach links antäuscht und somit den Gegner verfrüht zur Bewegung zwingt, öffnet sich rechts ein Raum. In weiterer Folge suggeriert Messis Bewegung dem Gegner, dass er ausnahmsweise diesen freien Raum auf der schwächeren Fußseite nutzt und täuscht noch einmal nach rechts an. Der Gegner gerät in Panik und zieht stärker nach rechts, da er seine verfrühte Bewegung nach links ausbessern muss – was Messi fast schon schamlos für einen Haken nach links nutzt.

Auch in der Amplitude der Körpertäuschungen und Oberkörperbewegungen gibt es bewusste Unterschiede. Große Bewegungen sollen des Gegners Falschbewegung intensiveren und hastiger machen, was meist im letzten Moment oder von der Seite bei Wegen Richtung Tor geschieht. Kleine Körpertäuschungen gibt es vor der Richtungswahl zu Beginn der Bewegung, wenn der verfügbare Laufraum noch größer ist. Die kleinen zuckenden Körpertäuschungen passen aber meist dorthin, wo er gehen möchte. Also nicht die Täuschung zuerst nach rechts, sondern nach links. Dies ist jedoch stark situationsabhängig.

Wird Messi jedoch seitlich und nicht diagonal oder frontal bedrängt, so muss es schneller gehen. Er behält sein Tempo bei und täuscht nur einmal an, wodurch sie obigem Muster der vermehrten Körpertäuschungen nicht entsprechen.

Abdecken im Raum mit breiten Schritten und Hüpfbewegungen

Wird Messi bei der Ballannahme eingekerkert, bspw. mit der Außenlinie, oder von hinten attackiert, dann nutzt er eine unorthodoxe Variante, um sich daraus zu befreien. Indem er sich breit stellt, kann er den Ball gut mit seinem Körper abdecken. Durch das Hin- und Herspringen ist er durchgehend in Bewegung, deckt somit mehr ab und kann mit seiner Dynamik losstarten. Sobald der Gegner steht, hat er einen Geschwindigkeitsvorteil; sobald der Gegner mitmacht, verliert er seine Balance und Messi als agierender Akteur hat einen Vorteil. Er zwingt ihn dann zur möglichst ungünstigen Reaktion und kann sich befreien. Dies kommt allerdings ohnehin nur selten vor im Spiel Messis, da er dank der Spielanlage seiner Mannschaft und den empfangenen Pässen kaum in solche Situationen gerät.

Dynamik und Provokation im Stand

Eine weitere seltene Situation ist die Ballannahme im Stand, oft nach Balleroberung. Je nachdem, welche Anspieloptionen es für Messi gibt, wählt er zwischen zwei Möglichkeiten. Manchmal lässt er den Ball minimal vor sich und nutzt dann seine Dynamik wie Reaktionsschnelligkeit, sobald der Gegner attackiert. Dies kommt meistens in einem 1gegen1 vor mit hoher Wahrscheinlichkeit auf viel Raumgewinn. Soll es schneller gehen und ist der Raum hinter dem Gegner enger, dann zieht er den Ball mit dem linken Außenrist zurück, bewegt ihn mit der linken Spitze sofort zur Seite und legt ihn sich etwas weiter vor, als üblich.

Ausweglose Situationen im Lauf lösen

So perfekt und effizient Messis Gambetta auch umgesetzt zu sein scheint, auch er manövriert sich in manchmal ausweglose Situationen. Doch kaum einer kann sich daraus lösen, wie es der Argentinier tut. Da er sich wegen seiner Dynamik und der Spielanlage im Stand nahezu nie in solche Situationen verwickeln lässt, gibt es sie ohnehin nur im Lauf. Im Normalfall ist dies, wenn sich ein Gegenspieler in seine geplante Laufrichtung stellt, während der andere verteidigende gegnerische Akteur die Fluchtmöglichkeit blockiert.

Ergibt sich keine Möglichkeit für einen Pass zwischen den beiden hindurch zu einem Mitspieler, dann versucht Messi den Ball durch einen Gegenspieler mitzunehmen. Er schiebt ihn dann den Ball zwischen den Beinen durch beziehungsweise versucht es; schafft er es nicht, dann ergibt sich Chaos und die Möglichkeit zum Gegenpressing.

Da wie erwähnt auf jener Seite niemand frei stand, prallt der Ball im Normalfall auch in die Richtung von dem einen oder anderen Mitspieler ab. Durch das hohe Tempo kann der getunnelte Gegner nicht umdrehen und blockiert im Idealfall seinem Mitspieler noch den Laufweg. Gelegentlich tunnelt Messi seinen Gegenspieler auch mit dem Innenrist, meistens ist das bei frontalen und zu schnellen Attacken des Gegners der Fall. Ein Tunneln bei breiter Stellung des Gegners (Möglichkeit in beide Richtungen Messi zu blockieren) im Stand oder den Versuch im eigenen Lauf einen frontalen Tunnel zu versuchen sieht man bei Messi nie, da sie nicht effizient genug sind.

Wenn die Gambetta fehlschlägt …

.. gibt es gewisse Mechanismen, welche dem Argentinier helfen, trotzdem vor dem Angriff des zu flüchten. Das Wort „Flucht“ trifft es hierbei gut, da er sich bei seinen Dribblings bewusst dem möglichen Verteidigungsradius der Gegenspieler entzieht. Seine Korrekturen sind im Bewegungsablauf durchgehend und nahezu unmerklich beim Anlaufen auf den gegnerischen Defensivwall. Bei schnellen Richtungswechseln im 1-gegen-1 sind sie (verhältnismäßig) grob, er schlägt dann teilweise Haken wie ein Hase statt wie ein Fußballer – eine Allegorie, welche verdeutlichen soll, dass er durch seine hervorragende Physis, Dynamik, Koordination und Schrittamplitude mit Ball beinahe eine Ecke laufen kann.

Diese Faktoren sorgen dafür, dass er im Prinzip zwei Schritte statt einem machen kann. Im Endeffekt scheint seine Bewegungsart wirklich wie ein Schweben über den Platz zu sein, in welchem die Gegner und Mitspieler wie in Zeitlupe zu agieren scheinen. Kein Spieler versteht es wie Messi, einem Ball abzutöten, ihm die Bewegung zu rauben und dann vollends seinem eigenen Momentum anzupassen, in einem Rhythmus, welchen kein Gegner kopieren kann; was letztlich das tänzerische Geheimnis hinter der Gambetta ist, welches laut argentinischer Fußballdichtung (in Südamerika weit verbreitet) Anleihen aus dem Tango nimmt. Brasiliens „Ginga“ ist bekanntlich die Samba-Version dieser Dribbelkunst. Allerdings ist nicht nur das Dribbling komplex, sondern auch das Passspiel von „la pulga“.

Das Passspiel als Markenzeichen des kompletten Stürmers

Es war nicht Messis unglaubliche Torgefahr, weswegen er in die Sturmspitze geschoben wurde – es war neben seiner intelligenten Bewegung im Raum das Passspiel, wieso er die Rolle einer beweglichen statt einer starren Neun erhielt. Diese beiden Stärken mussten vereint werden, weswegen die moderne Variante des alten spielmachenden Stürmers geschaffen werden musste. Pep Guardiola wollte nicht nur das Dribbling des Flohs für seine Mannschaft utilisieren, sondern verstärkt Torgefahr und eben die Kreativität zur Geltung bringen.

Der Chipball hinter die Kette

Der wohl spektakulärste Pass von Leo Messi ist sein Chipball. Diese hohen und halbhohen Bälle kommen meist in die Schnittstelle oder über die Viererkette und sorgen für akute Gefahr, da Messi sowohl in der Nationalmannschaft (Higuain z.B.) als auch bei Barcelona (Fabregas, Alves, Villa, Pedro, u.v.m.) mit Akteuren spielt, welche mit Tiefensprints diese Bälle verarbeiten können. Diese Chipbälle sind schwer zu verteidigen, da Messi den Ball vor dem Abspiel herausragend abschirmt. Er dreht sich etwas nach hinten, führt den Ball seitlich von sich und hat seinen Körper zwischen Gegner und Ball. Rückt er von rechts in die Mitte, dann kann er mit dem gegnerfernem und seinem stärkeren linken Fuß relativ problemlos die Zeit finden, für einen Sekundenbruchteil seinen Kopf zu heben und den Mitspieler zu sehen – oder er spielt sie auf Verdacht und Instinkt in diese Löcher.

Prinzipiell ist diese vorhergehende Bewegung bei Messis kurzen Beinen, seiner Technik und Dynamik nicht verteidigen. In gewisser Weise erinnert er an Dirk Nowitzkis einbeinigen Fade-Away, welcher selbst in der NBA als nicht zu verteidigen gilt. Nowitzki bewegt sich weg vom Gegner und hat dann sein anderes Knie weit oben, weswegen keiner in die Nähe kommen kann. Er springt nach hinten, erreicht eine diagonale Stellung vom Gegner weg mit seinem Körper und hat beim Wurf einen enorm hohen Befreiungspunkt. Dadurch ist der Weg zum Korb frei und der Schuss nicht zu verteidigen. Abdul-Jabbers Sky Hook hatte ein ähnliches Prinzip, er warf den Ball in gewisser Weise von hinter seinem Körper beziehungsweise Kopf – was Messi bei dieser spezifischen Variante des Chippasses auch macht.

Niemand kann so abrupt anhalten und den Ball weiterhin kontrollieren, wie Messi es macht, und dadurch den Ball aus dem Hinterhalt sowie für den Gegner unerreichbar spielen.

Ein weiterer Faktor ist die Natur dieses horizontalen Laufes an sich. Durch seine Bewegung zum Außenverteidiger hin, rückt dieser oftmals heraus oder wendet zumindest seine Aufmerksamkeit verstärkt auf das Problem Messi. Sein Fokus verschiebt sich mit seinem Sichtfeld und im Rückraum kann der Außenstürmer oder Außenverteidiger unbeaufsichtigt nach vorne stoßen, was ihm einen Raum- und Geschwindigkeitsvorteil gibt, welcher im Normalfall uneinholbar ist. Die Angst vor solchen Pässen zieht den Gegner auch kollektiv tiefer, eine hohe Spielweise ist bei Gegenspielern wie Messi und natürlich auch Xavi & Co. dank deren Passstärke und den dazugehörigen Optionen fatal. Auch, weil es in der Natur vieler Verteidiger liegt, sich bei offenem Sichtfeld des Gegners noch näher zu ihm hineinzubewegen und ihre optimale Positionierung im Defensivverbund zu übersehen. Das Netz zieht sich enger, ohne wirklich Zugriff zu erhalten – und schaffen sie es doch, dann lässt Messi auch gerne vier oder fünf Mann aussteigen.

Unerwartete Lochpässe aus dem Sichtfeld heraus

Eine große Stärke von Messi, welche relativ selten zum Tragen kommt, ist seine Fähigkeiten Pässe aus dem Knöchel in jenes Spektrum des Sichtfelds zu spielen, welches maximal in seinen Augenwinkeln noch erkennbar sein dürfte. Heißt nichts anderes: er kennt die Bewegungen seiner Gegenspieler und Mitspieler so genau, dass er die Auswirkungen seiner Bewegungen kennt und die Folgen richtig einschätzt, was in Pässen mündet, welche er nach dem Sichtfeldprinzip eigentlich nicht spielen könnte.

Diese Bälle gehen entgegen seiner Laufrichtung flach in die sich wegen des Attackierens öffnende Schnittstelle, was sie sehr gefährlich macht. Die Gegner verfolgen Messi und er scheint sich festzulaufen – bei richtiger Bewegung des Sturmpartners kann er den Ball einfach vertikal durchstecken und der Mitspieler geht dann in den Ball hinein. Technisch kein schwieriger Pass, aber aus einer gruppentaktischen Perspektive ist diese Kombination komplex zu spielen und noch schwerer zu verteidigen.

Negativer Effet und tote Bälle

Ein interessanter Aspekt in der Passtechnik Messis ist seine Manipulation der Flugkurve des Balles durch teilweise extremes Anschneiden. Gelegentlich schneidet er seine Chipbälle und Lupfer auch nach hinten an, indem er den Ball scharf unten streicht und der Ball nach dem Aufspringen beinahe liegenbleibt. Meistens schneidet er diese Bälle mit dem vorderen Teil seines Fußes und in Richtung des Innenspanns ab, was etwas unorthodox ist – normalerweise geschieht dies durch ein scharfes Hineinfahren des gesamten Fußes unter den Ball.

Dies vereinfacht es, dem Ball eine Drehung nach hinten zu geben und seine Drehung zu verschärfen, doch dank seiner enormen Technik kann Messi das auch schwieriger machen, wovon die Dynamik der Aktion sowie die mögliche bespielbare Distanz erweitert wird.

Manchmal „tritt“ er Bälle ohne Effet mit dem großen Zehen, wodurch der Ball beim Fliegen „tot“ wirkt. Diese bewegungslosen Bälle sind schwer zu berechnen, weil sie nicht gegen Ende herunterfallen und eine andere Flugkurve besitzen. Außerdem können sie nahezu ohne Heben des Beines gespielt werden, was dem Gegner die Antizipation erschwert und eine schnelle Reaktionszeit wichtiger macht.

Der lose Ball in die Tiefe gegen hohe Abwehrreihen

Eine der Methoden, gegen die falsche Neun vorzugehen, lautet Kompaktheit. Doch sehr oft wird dies bestraft, indem Messi sich tiefer positioniert und die Abwehr des Gegners in weiterer Folge hoch aufrückt. Sobald der Gegner weit vorne steht, dann kommen Messis Bälle in die Spitze: enorm scharfe Flachpässe, welche so platziert sind, dass einer der Flügelstürmer mit diagonalem Lauf eine eins-gegen-eins-Situation mit dem Torhüter erhalten kann.

Der Pass in die Schnittstelle zwischen Außen- und Innenverteidiger

Ein weiterer Lieblingspass von Messi ist der flache Ball zwischen den gegnerischen Außen- und den Innenverteidiger. Diesen spielt er diagonal dazwischen auf einen aufgerückten Außenverteidiger der eigenen Mannschaft oder eher frontal als Abschluss eines horizontalen Laufes vertikal auf den startenden Flügelstürmer. Im Idealfall sucht er die Nähe zum gegnerischen Außenverteidiger und zieht diesen heraus. Sobald er sich Richtung Messi bewegt, kommt der Pass, die gegnerische Viererkette ist zerschlagen und der Außenverteidiger kann seinem Gegenspieler nicht mehr hinterherkommen.

Schusstechnik und Abschlussverhalten

Die Krönung jedes Solos ist natürlich ein Treffer – und niemand vermag seine Dribblings so effizient abzuschließen, wie es Lionel Messi tut. Seine Methoden werden wir hierbei kurz auseinandernehmen und erklären, wie er Torhüter verlädt, seine Chancen nutzt und Entscheidungen trifft.

Seine große und am wenigsten auffällige Stärke ist, dass er oftmals sehr unbedrängt zum Abschluss kommt. Dies ermöglicht er sich durch ein konstantes Bewegen in den richtigen Positionen sowie seine hervorragende Interpretation der falschen Neun, durch welche er immer wieder aus dem Hinterhalt zu Schussmöglichkeiten kommt oder den Zeitpunkt und die Wege seiner Soli perfekt wählen kann.

Ein Merkmal beim Abschluss ist auch seine hervorragende Entscheidungswahl und seine absolute Ruhe. Ob er ihn unter Bedrängnis im Fünfmeterraum über Almunia lupft oder einen Horizotallauf perfekt in die entgegengesetzte Laufrichtung abschließt, scheinbar jeder Abschluss scheint ein Kunststück zu sein. Bei den Horizontalläufen ist es entweder der pfeilgerade bis stark angeschnittene Schuss in das vor ihm liegende Eck oder der Schuss in das gegenüberliegende Eck, mit welchen kaum ein Torhüter rechnet, da sie ihm bei seinen Horizontalläufen folgen.

Läuft er auf einen Torhüter alleine zu, dann nutzt er nicht nur die üblichen Aspekte seines bereits geschilderten Dribblingarsenals, sondern beachtet die Bewegungen des Torwarts besonders intensiv.

Oftmals täuscht und verzögert er beim Abschluss, hebt beispielsweise den Fuß und analysiert innerhalb von wenigsten Augenblicken, wie der Torwart auf die jeweiligen Bewegungen reagiert – wie schnell, wie stark, auf welche Art und Weise – und wie man ihn am besten überwindet. Dadurch kann er sich die Ecke auswählen, wohin er dann scharf und platziert abschließt. Dazu gesellen sich seine unorthodoxen Abschlüsse im eins-gegen-eins, wo er oftmals mit Lupfern oder auch Beinschüssen zum Erfolg kommt.

Interessant sind auch seine Abschlüsse ins kurze Eck, obwohl sich der Torwart vermeintlich dort befindet. Messi beugt beim Abschluss seinen Körper und hält sein Bein so, als ob er den Ball ins lange schieben würde. Dabei macht er die Bewegung minimal langsamer, um dem Torhüter die Chance zu geben, darauf zu reagieren – und dann zieht er den Ball ins kurze Eck hinein.

Vieles von diesen Tricks findet man in folgendem Tor wieder:

Er erhält den Ball, nimmt ihn mit und läuft wohl minimal näher auf Casillas zu, als andere Stürmer. Durch seine kurz erkennbare Beinbewegung verlädt er Casillas, durch seine Oberkörperbeugung und Positionierung hat er ihn gehindert, sich besser zu postieren, durch die Nähe ist eine Reaktion kaum mehr möglich. Der Abschluss ist dann auch noch typisch: locker, präzise, klinisch und doch nicht steril.

Ein weiterer Aspekt ist der Torriecher, mit welchem er auch einige Abstauber verwertet und wegen vieler Gegner befindet er sich bei seinen Abschlüssen oftmals nicht einmal im Sichtfeld des Torhüters. Selbst bei seinen wenigen Kopfbällen zeigt er eine hervorragende Technik und darf bezüglich Abschluss mehr oder weniger als komplett angesehen werden.

Interessant ist, wie er seinen Körper diesbezüglich einsetzt. Aus dem Dribbling heraus nutzt er die gegnerische Bewegung sowie seinen Schwung, um sich zu befreien und um Geschwindigkeit vor dem Schuss zu generieren, was beim Abschluss zwecks höherer Körperstabilität hilft.

Indem er im Lauf ist oder seinen Lauf mit einer vorhergehenden Körpertäuschung beginnt, ist er bekanntlich sehr schnell. Dadurch kann er sich auch vom Gegner absetzen und kommt trotz Deckung relativ frei zum Schuss. Dadurch sieht er das Tor besser und kann seinen Abschluss besser timen – er muss eigentlich nie in Rücklage feuern oder aus Eile wegen des Gegners nur mit dem vorderen Teil seines Fußes.

Stattdessen kann er sich auf seine Spezialität konzentrieren, den Abschluss mit jenem Teil des Fußes zwischen Innen- und Vollspann. Auch hier eine Kompromisslösung (besser: die goldene Mitte), welche sowohl Kraft als auch Präzision und Effetmitgabe ermöglicht. Seine technisch perfekte Fußspannung passt dabei zu seiner Körperhaltung.

Im Moment der Schussabgabe ist er nahezu steif, sehr gespannt und hat einen dank seiner Physis ohnehin einen hervorragenden Muskeltonus, welcher bei Kontraktion für Balance sorgt, selbst bei Bedrängung des Gegners passt das Gleichgewicht. Dies entsteht durch eine enorme reaktive Muskelkraft im Rumpf, welche für die Balance enorm wichtig ist und mit explosiven Schnellkraft sowie Stabilisierungsübungen (oder einer Mischung davon) trainiert werden kann.

Dadurch gibt es vom Oberkörper einen stärkeren Anpressdruck beim Antritt, welcher mit den sehr schnellen Muskelfasern Messis für die unglaublichen Richtungsänderungen in höchster Geschwindigkeit sorgt. Ob dafür die Wachstumshormone aus der Jugend oder ein hartes Training verantwortlich sind, sei dahingestellt.

Allerdings sollte man anmerken, dass Messi vor 2008/09 öfters kleine Verletzungen hatte, in der Saison 2007/08 war es besonders schlimm. Es gab sogar eine Vorstandstagung, wo spezielle Maßnahmen veranlasst wurden. Unter anderem ein eigener Coach nur für Messi, der ihn überall hinbegleitet, nämlich Juanjo Brau. Die Ernährung wurde verändert, die Muskulatur ausgebaut und aktuell ist Messi wohl einer der kräftigsten Spieler für seine Größe.

Besonderer Augenmerk natürlich auf seine Balance beim Abschluss trotz Gegnern. Wie oft sah man Messi schon unter Bedrängnis den Ball noch perfekt und scharf ins Eck zu platzieren, bevor er danach dann um- oder ins Jubeln ver”fiel”?

Dennoch ist er ohne Bedrängnis noch etwas stärker und selbst bei Freistößen scheint er in dieser Saison in ungeahnte Sphären zu kommen. Bei ruhenden Bällen versucht er es mit seiner Spezialität, den sich stark drehenden und scharfen Schüssen, mit denen er auch öfters an der Sechzehnerlinie aus dem Spiel heraus zum Abschluss kommt. Diese Schüsse kommen ungemein scharf und fallen nicht so stark herab, wie es beispielsweise ein Freistoß von Icke Häßler früher tat. Aber er schießt sie enorm angeschnitten und scharf, weswegen ihm eine längere Distanz eher liegt, als knapp am Sechzehnmeterraum.

Außerdem sucht er eine möglichst weite Entfernung zur Mauer, wie man auch hier sehen kann. Dadurch kann er die Schüsse auch fester mit stärkerem Effet zur Seite als nach unten machen und muss sie auch gegen Ende nicht herabfallen lassen, da der Ball eine ganz andere Flugkurve wegen der höheren Entfernung annehmen kann und darf.

Auch gibt es keinen Flatterballeffekt wie bei Cristiano Ronaldo oder Juninho Pernambucano, den wir hier bei Möglichkeit gleich erklären (versuchen) wollen.

Kurzer Exkurs zu Flatterbällen und wieso Messi keine schießt

Der Flatterball bei Cristiano Ronaldo entsteht, indem er den Ball eher mit seinem Mittelfußknochen erwischt und den Ball möglichst in der Mitte trifft. Dadurch hat der Ball wenig Spin beim Beschleunigen, im Flugverlauf entsteht ein inverser Magnus-Effekt, welcher zur Folge hat, dass auf einer Seite der Luftstrom stärker abfällt, die Beschleunigung zwischen dem oberen und dem unteren Teil sorgt für ein Herabfallen. Danach kehrt sich der Magnus-Effekt wieder um, der Luftstrom fällt auf der anderen Seite ab und es entsteht ein Flattern.

Dies entsteht auch durch die neuen und leichteren Bälle, welche eine dünnere Haut besitzen. Dadurch kann der Spieler länger auf den Ball einwirken, ihn schneller und stärker beschleunigen, wodurch sich der Magnus-Effekt verschärft. Außerdem lässt sich der Ball besser treffen und durch die daraus resultierende stärkere Ballverformung wird im Fliegen ein weiterer Effekt hinzugefügt, wenn der Ball im Flug wieder die „Delle“ ausgleicht.

Diese Art zu schießen ist nicht nur extrem schwer und komplex, sondern oftmals unberechenbar, da auch die Feuchtigkeit des Balles, das Ventil und die Kerben im Ball eine Rolle spielen. Zwar macht dies den Schuss auch für den Torhüter unberechenbar, aber es bleibt letztlich ein Glücksspiel – und somit eher nichts für Messi.

Bewegung im Raum und Kollektiv

Ein weiterer Aspekt ist die Bewegung des Argentiniers und sein Kombinationsspiel. Das Reservoir ist aufgrund der Möglichkeiten unerschöpflich, weswegen wir nur die drei auffälligsten Sachen in seinem Spiel kurz unter die Lupe nehmen, eine Begründung dazu liefern und die taktischen Auswirkungen erläutern.

Das Abdriften auf die rechte Außenbahn und das Zurückfallen ins Mittelfeld

Ein wiederkehrender Aspekt ist Messis Heimweh als Mittelstürmer. Er lässt sich immer wieder nach rechts fallen oder bewegt sich im Aufbauspiel auf die rechte Seite. Von dort aus sucht er dann die Wege nach vorne, er sucht die Kombinationen mit seinem kongenialen Partner Alves und nutzt seinen Vordermann als Schild. Es ist kein Zufall, dass Pedro bevorzugt rechts aufgestellt wird, weil er hervorragend Räume öffnen und sich für Lochpässe anbieten kann.

Fällt er vertikal ins Mittelfeld zurück, dann lässt er den Gegner ihn auch einfach verfolgen – durch ein diagonales Zurückfallen verhindert er eine einfache Verfolgung, ohne dass schwierige Übergabebewegungen oder formative Veränderungen beim Gegner entstehen. Dadurch befreit er sich aus etwaigen Manndeckungen und kann in weiterer Folge wieder in die Mitte gehen, wo er dann das Zentrum überlädt.

Diese Umwuchtungsbewegung sorgt für wiederholte Konfliktmomente des Gegners, da das Übernehmen und Übergeben bei einer mannorientierten Raumdeckung neu sortiert werden muss. Desweiteren erhält Messi auch im Aufbauspiel Zugriff auf den Ball, kann Xavi und Iniesta entlasten sowie eventuelle tödliche Pässe aus dem freien Raum schlagen.

Die Kombinationen mit Dani Alves

Bevor Messi in seine zentrale Rolle geschoben wurde, galt seine Partnerschaft mit Dani Alves als die beste rechte Seite der Welt. Die beiden zeichneten ihre Flexibilität und ihr Kombinationsspiel aus, durch die Eingespieltheit wirkte es so, als ob sie zu zweit Dreiecke bilden könnte. Jeder wusste bereits beim Abspiel, wie er sich bewegen sollte, um seinem Partner wieder eine Option zum Anspiel zu geben.

Alves schob dabei auf Außen mit dem richtigen Timing nach vorne und ließ Bälle prallen, während Messi seine Fähigkeiten auf engem Raum nutzte und Alves ihm insoweit vertraute, dass er ihn auch unter Druck anspielte. Messi verstand es hingegen auch, dass Alves als reiner Außenspieler verschwendet ist und öffnete ihm gelegentlich diagonale Räume in die Mitte, was die Gefahr über diese Seite erhöhte.

In weiterer Folge erhielt Messi dann im Rückraum auch wieder den Ball zurück und war meist von Gegenspielern befreit, was ihm die Möglichkeit gab, Geschwindigkeit aufzunehmen oder direkt zum Abschluss zu kommen. Sie zogen das Spiel des Gegners auch enorm in die Breite und konnten dank ihren starken weiten Bällen die ballfernen Seiten einsetzen, was das Kollektiv dann effektiv bespielte.


Das Pärchen mit Andrés Iniesta

Eine zweite und deutlich subtilere Partnerschaft gibt es zwischen Messi und Iniesta. Beide beherrschen die Kunst der Positionierung in scheinbar überfüllten Räumen, um den Ball letztlich daraus zu befreien und woanders hinzulenken. Barcelona profitierte oftmals davon, dass Iniesta den halblinken Raum übernahm und Messi den halbrechten, wodurch der Gegner weder die Außen noch die Zentrale effektiv versperren konnte.

Sobald sie eine Seite zustellten, konnte die andere Seite bespielt werden. Sobald eine Seite zugepresst wurde, konnte der jeweilige Halbspieler als „Nadelspieler“ auf engstem Raum die Bälle zwischen kleinsten Löchern durchstecken und ihn aus dem Haufen befreien. Dadurch waren weite Räume offen und der Gegner befand sich in einer unpassenden Formation, welche zahlreiche Schnittstellen aufwies.

Diese wurden zwar selten bespielt, doch es wurde Raumgewinn erzielt und die Seite verlagert. In weiterer Folge konnte sich dann Messi so positionieren, dass er am Ende dieses länger ablaufenden Angriffes stand, während Iniesta sich so positionierte, dass der Angriff durchgeführt oder zumindest wieder in eigenen Ballbesitz umgeleitet werden konnte.

Seine Spielweise in der Albiceleste

Ein wohl bald endendes Thema ist seine Kritik an den Leistungen in der Nationalmannschaft. In gewisser Weise ist sie schon im Vorhinein übertrieben: Messi war in einer taktisch schwachen und kaum ausbalancierten Mannschaft bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika der auffälligste Akteur, hatte beim Abschluss viel Pech, aber zeigte ansonsten sehr gute Leistungen.

Allerdings wurde bei ihm fehlende Effektivität und Effizienz bemängelt, was – auch bei der WM – richtig ist. Dieser Aspekt hat sich aber verändert. In den letzten Spielen wurde Messi nämlich verstärkt auf passenderen Positionen eingesetzt, aktuell hat er in acht Spielen im Kalenderjahr 2012 für Argentinien unglaubliche 12 Tore erzielt, womit er den Rekord von Gabriel Batistuta einstellte. Hinzu kommen natürlich noch einige Vorlagen.

Dies ist auf Coach Alejandro Sabella zurückzuführen. Gegen Deutschland spielte Messi als Mittelstürmer mit Higuain, gegen Uruguay war er der freie Mann am Endpunkt der Raute, welche aber passender war, als die Formation unter Maradona bei der Weltmeisterschaft. Gegen Brasilien begann er als freier Mann hinter einem Stürmer im 4-2-3-1 und gegen Ecuador durfte er hinter drei nominellen Stürmern in einem 4-3-3 auflaufen. In letzterem Artikel werden auch mögliche Alternativformationen aufgezeigt, welche in späteren Spielen, wie bspw. gegen Uruguay, genutzt wurden.

Passend zu der Kritik, die es an seinen Leistungen für die Nationalmannschaft gibt bzw. gab, kommen wir zu seinen Schwächen.

Lionel Messis Schwächen

Womöglich nicht nur ein unangenehmes Thema für die Leser, sondern auch für mich – als gebrechlicher Laie vermeintliche Schwächen am womöglich besten Spieler aller Zeiten ausmachen? Klingt sehr fragwürdig. Dennoch gibt es ein paar Sachen, welche auffällig sind und die in einer vollständigen Spieleranalyse beim Namen genannt werden sollten.

Ein oftmals bemängelter Aspekt ist sein rechter Fuß. Dieser wird zu selten genutzt und Messi erzielt den Großteil seiner Tore mit links, schließe die Solis fast immer nur damit ab und gehe ohnehin immer von rechts nach innen. Diese Kritik muss, auch wenn etwas Wahres dran ist, genauer überdacht werden. Zuallererst haben wir dazu ein Video, welches Messis Abschlüsse mit rechts (Stand Okt. 2011) zeigt.

Sieht ziemlich akzeptabel aus. Dennoch nur ein Bruchteil seiner Tore, wobei dazu gesagt werden muss, dass die Beidfüßigkeit bei einem solchen dribbelstarken und intelligenten Spieler nahezu egal ist. Auch Diego Maradona benutzte seinen rechten Fuß selten, obwohl dieser stark unterschätzt wird; Franz Beckenbauer sagte einst, er hätte seinen linken Fuß nur zum Bier holen, Ferenc Puskas hatte seinen rechten Fuß nur zum Stehen und Garrincha tat sich selbst dabei mit seinem Linken schwer.

Natürlich fehlt ihm dieser Aspekt zur “Komplettheit”, wie es beispielsweise bei Alfredo di Stefano, Bobby Charlton und natürlich Pelé nicht der Fall war, allerdings macht diese vermeintliche Schwäche ihn kaum schwächer. Ohnehin wird im Aspekt der Komplettheit zu sehr generalisiert und oftmals werden physikalische Attribute oder ähnliches in die Bewertung miteinbezogen.

Viel eher sollte darüber nachgedacht werden, welche Aspekte relevant sind und ob diese vorhanden sind. Pep Guardiola bezeichnete Messi einmal als den komplettesten Spieler der Welt:

“It is not about goals,” Guardiola said. “Messi is the most complete player in the world. He can do everything: He associates with his teammates, he combines, he opens up space.”

Und auch wenn es subjektive Meinung ist: in dem Fall hat Guardiola recht. Wer braucht schon einen rechten Fuß, wenn der linke magisch ist, die Bewegungen stimmen und die Mitspieler ihn passend einsetzen? Auf die weitere “Schwäche” der mangelnden Größe wollen wir deswegen nicht eingehen, dafür verweise ich auf den ersten Abschnitt dieser Analyse.

Allerdings gibt es wahrhaftig die ein oder andere Schwäche beim “komplettesten Spieler der Welt”. Seine frühere Beteiligung im Pressing, insbesondere 2010/11 mit Pedro und Villa hat klar nachgelassen, auch sein herausragendes Gegenpressing wird seltener angewandt. Früher eroberte er dadurch enorm viele Bälle, weil er durch seine Reaktionsschnelligkeit, seine Schnelligkeit und seine einmalige Physis kaum auszuspielen und dank seiner Rafinesse kaum zu verladen ist.

Dieser Aspekt ist mit der Zeit leicht abgefallen. Eine weitere relative Schwäche hat sich ebenfalls entwickelt: nämlich die Vertikalität. Der kleine Argentinier sucht früher den Abschluss und das Solo, ebenso wie den tödlichen Pass. Daraus resultiert gelegentlich auch eine mangelnde oder verspätete Anpassung an die jeweiligen besonderen Belange des Gegners und dessen Reaktion auf Messis bloße Aufstellung.

Das beschränkt Messi zwar, lässt aber erkennen, dass selbst er noch Steigerungspotenzial besitzt. Eine verstärkte Teilnahme an Pressing, Gegenpressing und Kombinationsspiel der Katalanen wie an besten Tagen wären wünschenswert, denn das Potenzial besitzt er zweifelsohne.

Den von uns vernachlässigten Aspekt des klassischen Defensivspiels, welchen wir in unserer Mannschaftsanalyse und den Spielanalysen von Barcelona aufgrund der nötigen Anpassung an den Gegner abdecken, gibt es auch hier in Videoformat, insbesondere in der ersten Szene, zu sehen:

Dieser Aspekt passt nur in die Kategorie “Schwächen”, weil er es einfach öfter anwenden könnte – außer die Ausdauer fehlt, aber dann haben wir doch noch eine weitere (Mini-)Schwäche gefunden.

Doch auch wenn er so bleibt, wie er ist – bei den Leistungen und Statistiken kann sich kaum einer mehr beschweren.

Appendix: ein kleiner Ausflug in die Welt der (nichtssagenden?) Statistiken und Zitate

Zu guter Letzt präsentieren wir als Abschluss noch einige interessante und uninteressante Statistiken zum argentinischen Weltfußballer:

  • In der vergangenen Saison spielte er europaweit die zweitmeisten Vorlagen in der Liga, hier landete er nur hinter Mesut Özil.
  • Jeder 26. Pass war eine Torschussvorlage, womit er sich auf Platz 27 befindet, knapp hinter Pirlo. Die Ursache dafür ist in der Ausrichtung seiner Mannschaft und der oftmals tiefen Position zu suchen. Ganz vorne liegt hierbei Carlos Tevez vor Didier Drogba mit knapp unter 13 Pässen pro Torschussvorlage.
  • Messi benötigte 147,5 Pässe pro Vorlage, lag damit auf dem 17. Platz. Ganz vorne war Robert Lewandowski mit 91,8 Pässen, auf den Plätzen folgten Gonzalo Higuain und Mesut Özil.
  • Auf Platz vier landete er in der absoluten Zahl von Torschussvorlagen, er legte 92 Torschüsse auf und auf Platz eins liegt Andrea Pirlo mit unglaublichen 125, dahinter kommen David Silva mit 104 und Mesut Özil mit 103.
  • Zum dritten Mal in Folge hat Messi in den ersten elf Saisonspielen zwölf oder mehr Tore erzielt.
  • Mit 17 Treffern liegt er nur ein Tor hinter Alfredo Di Stefano in der Rangliste der erfolgreichsten Torschützen im El Clásico.
  • 177 Tore hat Messi aktuell für Barcelona in La Liga erzielt, Rekordschütze Cesar Rodriguez traf 190mal. Messi traf davon 100mal im Camp Nou.
  • In den letzten fünf CL-Saisons erzielte Messi mit 15 Vorlagen die meisten in dieser Wertung, darauf folgen Xavi mit ebenfalls 15 und Ribéry mit 14.
  • Alleine im März 2012 traf Messi 36mal. 2011/12 kam er auf unglaubliche 50 Saisontore – in der Primera Division.
  • Für die argentinische Nationalelf spielte er bis September in 73 Spielen, traf 28mal und legte 21 Tore auf. Bezeichnend, dass dieser Artikel nicht einmal vier Tage im Speicher liegen könnte, ohne dass diese Statistiken überholt waren. Nach unserer Rechnung, wobei man sich bei la pulga nicht sicher sein kann, müsste er nun bei 75:31:22 liegen.
  • bislang holte er 19 Titel in acht Saisons für Barcelona, traf dabei 265mal, 53mal davon in der Champions League und 177 in der Liga. Siegquote bei den 148 Spielen, wo er traf, liegt bei 89%.
  • in sieben Spielen gegen Chelsea konnte Messi noch nie treffen. Gegen Kazan ebensowenig in vier Partien, Inter steht bei drei und Liverpool schaffte es zwei Mal.
  • wenn es um offizielle Spiele geht, dann fehlen Messi noch etwas über 500 Tore auf Spitzenreiter Josef Bican, Romario liegt (angeblich) mit 772 auf Platz zwei vor Pelé mit 767.
  • erst letzte Saison überschritt seine Tor/Spiel-Rate die magische 1.0, in der Saison 2007/08 war sie übrigens überraschend abgefallen.
  • Etwas älter, aber dennoch sehr interessant: wer bereitete Messis Tore vor? Beim Stand von 231 war Dani Alves mit 31 Rekordhalter.
  • wie, wo und in welchen Bewerben Messi wie oft trifft, findet man hier.
  • womöglich ein Zettel für Manuel Neuer in der Zukunft: Messi schießt bei seinen Elfmetern am liebsten nach rechts. 15mal traf er dorthin schon, nach links nur 4mal.
  • Bei seinen Toren in den jeweiligen Spielen besitzt er auch eine nette Streuung: er erzielte schon zweimal vier Treffer, einmal fünf und 45mal zwei Tore.
  • falls sich jemand für Messis Laufleistung in einem Spiel interessiert – hier findet man seine Trackingstatistiken aus dem Spiel gegen Deutschland. 8,5km, 44 Sprints und fast 31km/h Spitzengeschwindigkeit sind sehr interessant. Normalerweise liegt die Laufleistung höher, die Intensität aber deutlich geringer.
  • letzte Saison traf er für Barcelona ziemlich oft – das dürfte jeder bekannt sein. Wie oft er bei Vorsprung traf, wie oft mit welchem Fuß und wie oft außerhalb des Camp Nou in wie vielen Spiele findet man hier.
  • eine wundervolle, detaillierte und aktuell anmutende Aufschlüsselung seiner Statistiken für Land, Mannschaft und nach Wettbewerben findet man hier, wobei sich ein kleiner Fehler eingeschlichen hat.
  • einen Überblick von gebrochenen oder eingestellten Rekorden dieser bzw. vergangener Saison Saison gibt es hier in ausführlicher Textform und hier grafisch mit weniger Inhalt.
  • Die Vergleiche zwischen Cristiano Ronaldo und Lionel Messi wollen wir nicht anschneiden, verweisen aber auf eine interessante Diskussion, unter anderem hier, wo auch Rücksicht auf eroberte Bälle und ähnliches genommen wird. Sowas ist aber natürlich immer mit Vorsicht zu genießen. Eine schöne Grafik mit Vergleichen wie dem Prozentsatz der mannschaftlichen Tore und ähnlichem findet man hier.
  • Weitere Statistiken gibt es hier: https://twitter.com/MessiStats

Abschließende Worte

Es ist die erste – und womöglich letzte – in-depth-Spieleranalyse hier bei Spielverlagerung. Im Zuge dieser besonderen Themenwoche wollten wir den vielleicht besten und komplettesten Spieler unter die Lupe nehmen und ihn bestmöglich sezieren, auch wenn es eine schwere Aufgabe war und ist.

Einen Spieler, insbesondere jemanden, der so facettenreich ist, präzise unter die Lupe zu nehmen, ist eine Herausforderung. Er zeigt nicht die spektakulären Tricks wie es beispielsweise ein Ronaldinho tat, aber Lionel Messi beherrscht die Kunst des Dribblings mit seinem Körper, der Gambetta, welche natürlich schwierig zu analysieren ist.

Darum sollte man dieses Werk nicht zu ernst nehmen – im Fußball ist alles im Fluss, alles verändert sich, ist von den Begebenheiten der Situation, des Umfeldes, der Mitspieler und der Gegner abhängig. Die genaue Beschränkung auf Zahlen oder Aktionen sollte darum nicht der Umstand von solchen Spielerbetrachtungen sein, vielmehr geht es um die Essenz eines Spielers, seinen Spielcharakter und jenes Gefühl, welches man beim Zusehen erhält.

Ob Iniesta, Messi, Busquets oder Ronaldo; über alle könnte man Bücher und Abhandlungen schreiben oder man könnte gar ein inhaltloses Fazit ziehen, in welchem steht, dass man über diese Spieler Bücher und Abhandlungen schreiben könnte, letztlich entscheidet aber nur eines: jene Magie ihrer einzigartigen Spielweisen, welche weder Bilder, Theorie oder Analysen wie diese einfangen können.

Oftmals sind es auch wir Taktiker, die für Langeweile verantwortlich gemacht werden, doch letztlich beschäftigen wir uns aus Verbundheit zu dieser nicht einfangbaren Magie so detailliert und -verliebt mit sämtlichen Aspekten. Eine solche Spieleranalyse habe ich im Kopf wohl bereits über zig Spieler geschrieben, auch wenn der Aufwand für das Niederlegen, das Präzisieren, das Sammeln von Videomaterial und ähnliches nur bei den größten ihrer Zunft möglich ist.

Es ist jener Trieb nach der Entschlüsselung von Aktionen und Spielern, der mich am Fußball und der detaillierten Beschäftigung hängen lässt. Kann mir die Taktik, die Analyse, die Statistik irgendwann sagen, wieso mich dieser Spieler fasziniert? Was genau daran? Wohl nicht. Aber es lenkt von der Ratlosigkeit ab.

Es ist kein Zufall, dass ich mich nach langem Hin und Her dafür entschied, an diesen besonderen und vermutlich stilistisch grausamen Artikel mein kleines Geständnis anzuhängen: wer diesen Artikel bis hierhin trotz seiner Langatmigkeit und relativen Sinnlosigkeit gelesen hat, der versteht ihn und mich auch.

flattr this!

Article by RM

RM ist der Allrounder von Spielverlagerung. Neben Fußballhistorie, Trainingsmethodik und allgemeinen Taktikdiskussionen interessiert ihn besonders eines: Spielerfrauen.

42 Comments

  1. Alex says:

    Ich meld mich in einem Monat wenn ich fertig bin mit lesen und verdauen… alter Argentinier was ein Text. Wieviele Stunden Videomaterial hast du dir dafür angeschaut? Nach der Einleitung und ersten “Trickabsätzen” gratuliere ich schon einmal zur Analyse-Krone.

  2. cule says:

    es ist einem solch großartigen Artikel (was er definitiv ist) vielleicht etwas unwürdig direkt auf etwas negatives hinzuweisen: ich fand es zum teil sehr schwierig sich die verschiedenen Dribblings, zu denen es kein video gab, vorzustellen. 2,3 Bilder pro Dribbling als Veranschaulichung, wären das allerletzte Sahnehäubchen gewesen.
    so oder so: ganz starker Artikel! wem das gefallen hat, möchte ich die Spieleranalysen von allasFCB2 auf youtube ans herz legen.

    • RM says:

      Naja, es ist halt schwierig zu jedem Dribbling ein passendes Beispiel mit richtiger Kameraführung und eben ausschließlich diesem Ausschnitt zu finden, außerdem wären dann 20-30 Videos drinnen.

      Zu Allas haben wir übrigens ein Interview.

  3. HerrHAnnibal says:

    Ich habe mich durchgekämpft ;)

    Anstrengender aber inhaltlich starker Artikel.

    Die Vielseitigkeit Messis wurde sehr gut herausgearbeitet. Die Beschreibungen der einzelnen Situationen (beispielsweise bei Dribbling oder Pässen) wären natürlich schneller verständlich wenn immer ein entsprechendes Videobeispiel verlinkt ist. Du sicherlich bestimmte Szenen im Kopf und beschreibst das auch gut aber die Schrittfolge und Körpertäuschungen sind in Schriftform ziemlich schwer nachzuvollziehen.

  4. Tocovsky says:

    Ich weiß nicht, ob es nur meine Einbildung ist, oder ob Andere diesen Eindruck auch haben, aber in letzter Zeit kommt zu viel Output auf Kosten des Inhalts.

    Vielleicht mache ich mich sehr unbeliebt, aber wenn man sich nur auf die wirklich neuen Erkenntnisse in euren Artikeln konzentriert, kommt da zunehmend gefühlt immer weniger bei raus. Das kann aber auch daran liegen, dass ihr mehr analysiert und demzufolge viel im Detail beschreibt.

    Da es hier eigentlich um Taktik geht, wäre es doch am spannensten gewesen, wie Lionel Messi auf die Taktik seiner Teams Einfluss nimmt und selbige prägt oder nicht prägt. Dass er sich der Gambetta-Technik bedient und seine Schuss- bzw. Passarten hätte man in diesem Zusammenhang auch knapper auf den Punkt bringen können.
    Im Endeffekt täte es euch aus meiner Sicht gut, wenn ihr einfach weniger Artikel schreiben würdet und dafür den Fokus auf Analyse wieder leicht in Richtung Synthese verschiebt – einfach weil sonst zu wenig “Mehrwert” dabei herauskommt.

    Zu Messi:
    Ich glaube, dass die momentane starke Konzentration bei Barca auf ihn ein zweischneidiges Schwert ist. Man macht sich zu sehr von ihm abhängig, wenn man ihm so eine große und wichtige Rolle im Angriff gibt. Auf der einen Seite nutzt man so sein gesamtes Potenzial vollends aus, auf der anderen Seite schiebt man eine immense Last auf ihn, welche nur dann bewältigt werden kann, wenn er auch in Form ist.
    In diesem Zusammenhang finde ich es auch schade, dass hier wieder die Phrasen “bester Spieler der Welt” usw. fallen. Messi spielt, wie jeder Spieler, eine Rolle in seinem Team – nicht mehr und nicht weniger. Dass er diese nahezu perfekt spielt, dürfte außer Frage stehen, aber ich dachte eigentlich, Spielverlagerung.de würde sich von solchen Heraushebungen eher distanzieren, schließlich wird Fußball mit 11 (bzw. 22) Mann gespielt.
    Dann mal noch was ganz anderes: Geht es euch auch so, dass jedes Tor von Messi sich irgendwie andeutet bzw. nicht nur seine Tore, sondern auch seine Dribblings usw.? Anders als z.B. bei Zidane oder C. Ronaldo (bei Man.Utd) kommt bei Messi wenig, womit niemand gerechnet hat – dafür können seine Aktionen trotzdem nur schwer aufgehalten werden. So wirkliche spielverändernde Manöver aus dem Nichts sehe ich bei ihm irgendwie selten bis gar nicht, aber auch das kann nur meine Einbildung sein.

    Versteht mich nicht falsch, der Artikel ist zweifellos hervorragend, aber ihr von Spielverlagerung.de solltet vielleicht wieder einen Gang zurückschalten, was die Quantität eurer Artikel betrifft.

    • max says:

      was sind spieländernde manöver ?
      ist nur deine einbildung, das problem bei messi ist folgendes: er macht das außergewöhnliche gewöhnlich !
      zidane konnte von messis konstanz nur träumen beispielsweise.

      • Tocovsky says:

        Damit meinte ich z.B. sowas wie das 30 Meter Tor von Ronaldo gegen Porto, das überhaupt nicht absehbar war und aus der Spielsituation auch gar nicht abzuleiten ging. Solche Aktionen “aus dem Nichts” kommen von Messi m.E. nicht, was nicht heißen soll, dass er deswegen schlecht ist, es ist einfach nur eine Feststellung. Wie du richtig bemerkst, ist er so konstant wie sonst kaum einer und das ist in der Tat höher zu bewerten als das andere.

      • max says:

        haha, und was ist denn mit den toren gegen getafe, real madrid (halbfinale cl) und viele mehr ?
        sind die nicht aus dem “nichts” ?
        sorry, versteh ich nicht ganz. messi ist einer der produktivsten spieler europas, er kreiiert chancen selbst wie kein anderer.

      • Tank says:

        Ich verstehe aber schon, was Tocovsky meint bzgl. der sich andeutenden Aktionen. Natürlich macht Messi tausend tolle Sachen und entscheidet Spiele auch mal “alleine”, aber er tut selten Dinge, die auch für ihn unwahrscheinlich sind. Er hat also quasi ein, wenn auch sehr großes, festes Repertoire an Aktionen auf das er sich meistens “beschränkt”. In diesem Repertoire befinden sich auch eine ganze Reihe an Manövern, die für so ziemlich jeden anderen Spieler absolut ungewöhnlich wären, weil die meisten eben nicht über Messis Fähigkeiten verfügen, um ungewöhnliche Aktionen (Bsp.: Dribbling gegen 4 Gegenspieler) zum Erfolg zu bringen.

        Aber er tut selten Dinge, die auch bei ihm nur selten klappen würden. So hat Messi z.B. noch fast nie einen Fallrückzieher probiert. Oder einen Fernschuss aus mehr als 30 Metern. Oder eine Ecke versucht direkt reinzumachen.

        Das sehe ich auch gar nicht als Kritik an ihm, denn solche Dinge klappen ja echt fast nie. Wie viele Gelegenheiten verschwendet z.B. Cristiano Ronaldo durch Fernschussversuche. Es gehört aber zu Messis Charakteristika als Spieler, dass er sowas fast nie versucht.

      • LFDM says:

        Naja, ist das nicht ein Merkmal der gesamten Spielweise Barcelonas? Das ist ja das Schöne daran: Hat man mal ein paar Spiele gesehen, kann man, sofern man ein bisschen Spielverständnis besitzt, die meisten kommenden Aktionen schon vorausahnen. Da gibt’s selten wirklich vollkommen unerwartete Situationen… Nur ist genau das eben beinahe zur Perfektion getrieben, alles mit einer sehr eleganten Simplizität (die zu erreichen, natürlich eine äußerst komplexe Angelegenheit ist…)
        Dieser konstante Fluss ist es, der diese hohe Konstanz der gesamten Mannschaft und auch einzelner Akteure ermöglicht.
        Ich nehme das in der Betrachterwarte ganz klar wahr: Viele Tore haben nicht diese eruptiv emotionale Gewalt, die man eigentlich, ob als Zuseher oder selbst Spielender, kennt. Man kombiniert endlos, kommt zu einem Torabschluss, oder auch nicht, irgendwann fällt mal ein Tor, dann wird wieder kombiniert… Ich verstehe, dass es manche gibt, die das als “fad” empfinden…
        Aber dieses Urteil ist Unrecht: Es ist einfach ein fast bis zum Ideal getriebenes Prinzip, das es in seiner Konsequenz zu bewundern gilt. Das oberflächlich(!) so einfach aussieht, dass man sich fast die Frage stellen muss, warum das eigentlich nicht jeder so macht…
        Das gilt für Messi, als auch für Barcelona insgesamt.

        Ist doch schön :)

        Ach, wenn ich mir noch eine in-depth Spieleranalyse wünschen könnte: Iniesta bitte!

      • DF says:

        Ich mag mich zum Beispiel an das spezielle Freistoss Tor im letzten Jahr gegen Atletico Madrid erinnern. Er traf das Tor aus einer Position wo eher eine Flanke zu erwarten ist. Das Tor gegen Real im CL Halbfinale 2011 muss auch erwähnt sein. Auch der Heber über den Arsenal Torhüter einige Spiele zuvor.

      • DL - macht man hier so oder? says:

        Danke an Tank und LFDM!
        Ihr fasst total passend zusammen was mir immer auf der Zunge liegt aber ich keine Worte für finde, wenn ich Barca bestaunen darf. Simplizität triffts! Danke, ich hab mir eure Kommentare sogar rauskopiert falls ich mal wieder vor jemanden begründen muss, warum ich mir ein Barcaspiel mit 85% Ballbesitz keinerlei unerwartete Aktionen wieder und wieder anschauen kann.

        DL

  5. Xking says:

    Großartiger Artikel

    Nur leider sind ein paar Videos die im Artikel verlinkt sind in Deutschland “nicht verfügbar”

    • RM says:

      Hier schafft bei Google Chrome das Add-On “Proxtube” Abhilfe.

      • dajayjay says:

        Erstmal ein großes Lob für diesen Mamutartikel, RM. Inhaltlich so umfassend, das ich erst mal gar nicht weiß, welchen Aspekt Messi sonst noch auszeichnet. Saubere Arbeit.

        Das mit den Videos ist bei mir, mit installiertem Proxtube, trotzdem ein Problem. Hier scheint es Probleme mit der GEMA und der verwendeten Musik zu geben. 80% der Videos gehen nicht. Ist eigentlich auch nicht schlimm und sollte nicht als Kritik verstanden werden – ich wollte nur mal darauf hinweisen.

        Falls andere das Problem nicht haben, dann können sie mir ja mal antworten. Bis jetzt gehe ich aber davon aus, das es nicht an mir liegt, da mein Proxtube auf anderen Seiten die Videos entsperrt.

      • MKaz says:

        Probiere das Video in youtube zu starten, sprich klick auf den youtube-Knopf rechts unterhalb des Videos. Dann sollte Proxtube eine amerikanische Verbindung simulieren – und die zahlen keine Gema-Gebühren.

      • kron says:

        Sogar mit Proxtube funktionieren 5 der Videos nicht. Schade, ein kleiner Makel bei einem sehr interessanten Artikel.

  6. M says:

    wow
    riesen Artikel

    muss gestehen dass ich sone Spielerbeschreibungen gern öfter lesen würde,
    natürlich nicht in diesem krassen Umfang, aber vielleicht wie beim letztjährigen Adventskalender.

    wo dann beispielsweise Rollen von Spielern in bestimmten Systemen beleuchtet werden
    à la Carrick, Xabi Alonso, Joe Allen, Cozorla
    halt so Spieler die nicht zwingend im Mittelpunkt stehen, aber trotzdem ungemein wichtig für ihre Vereine sind
    (auch Gustavo is dafür wohl n guter Kandidat)

    vielleicht in Form von Mannschaftseinschätzungen wo die einzelnen Spieler aufgelistet und charakterisiert werden,
    muss ja nich dolle ausgefuchst sein, sondern einfach gut aufn Punkt gebracht.

    so kann man sich auch besser drauf einstellen, auf was man achten und erwarten darf, wenn man sich von den jeweiligen Teams Spiele anschaut :)

  7. mrb says:

    Ist Messis geringerer Einsatz im Gegenpressing womöglich auch eine vom Trainer gewünschte Maßnahme um Kraft zu sparen und den Körper seines besten Spielers zu schonen? Lio macht seit drei Saisons nahezu jedes Spiel. Und mit Mitte zwanzig ist er auch schon in dem Alter, wo Leistungssportler morgens kaum noch schmerzfrei aufstehen können.

    • max says:

      natürlich ist es das, wurde auch mal von vilanova letztes jahr erklärt. messis aktionsradius ist, obwohl es nicht so wirkt, vom trainer bestimmt.
      ist ein bekanntes mittel, um spieler “konstant” zu halten. torres unter benitez ist ein weiteres beispiel

      • Tank says:

        Stimmt. Ich sehe da trotzdem Verbesserungspotential. Als Barca gestern z.B. kurz vor Schluss 5:4 führte und der Gegner anrannte, hätte Messi, ob aus eigenem Antrieb oder auf Vilanovas Weisung hin, gerne mal mitpressen können. Und sei es nur 5 Minuten lang.

  8. Kolle says:

    hey wenn es für große Spieler so schwer ist Messi zu attackieren, warum setzt man dann gegen ihn keinen ähnlich kleinen Spieler ein, vieleicht sogar ganz in klassischer Manndeckung (beispielsweise dann in einem 4-4-1 System) ? Oder anders gefragt ist dies möglicherweise eine ädaquate Möglichkeit Messe zu bändigen?

    • RM says:

      übertrieben gesagt: wie viele defensivstarke Zwerge mit herausragender Geschwindigkeit und gleichzeitiger Bulligkeit gibt es denn? wer hat einen Körper wie Messi? Am ehesten würde mir ein Philipp Lahm in Topform einfallen, welchen ich durchaus als passenden Manndecker sehen würde, ja. Wobei die Manndeckung halt doch etwas für “Esel” ist, würde ich eigentlich fast schon aus Prinzip nicht machen.

  9. Veyron says:

    Ich will ja nicht die Mühe geringschätzen, die man sich hier gemacht hat, aber wieso bitteschön kommt ausgerechnet eine solche Analyse in diesem langen Format über Messi?! Überhaupt diese ganzen Barca-Artikel in letzter Zeit – schade um die Arbeit, damit schießt man nämlich eindeutig über das Ziel hinaus und stimmt auch noch stupide in den Hype um diese Mannschaft mit ein. Und ja, es fehlt spätestens jetzt eine Analyse über Christiano Ronaldo, den wohl unterschätzesten Spieler jemals im Fußball.

    • alex says:

      Naja. der Artikel passt wohl gerade überragend in die Falsche-9-Woche :)
      Ronaldo soll der meist unterschätzte Spieler sein ?:D
      wohl eher der am meist überschätzte Spieler, aber das muss jeder selber beurteilen

    • RM says:

      Na dann mache ich halt eine von Cristiano, kein Problem.

      Und dass auf einer Taktikseite, insbesondere im Zuge einer Woche zur falschen Neun, viele Barcelona-Artikel kommen, sollte nicht verwundern.

  10. Kroos39 says:

    Großartiger Artikel!

    Es wäre echt Schade, wenn es der letzte dieser Art von euch gewesen wäre. Mich würde eine vom WM-Rekordschützen Ronaldo ebenfalls freuen. Vielleicht idealisiere ich gerade, aber ich glaube, dass er beim Dribbling einen Tick besser war als Messi.

  11. Niko says:

    Ist das gambetta auch abhängig von grösse und geschwindigkeit?

    Über eine analyse von Kaka wäre auch interessant (dribbling etc.) und das system von milan 2007

  12. barca91 says:

    danke für diesen artikel! er ist atemberaubend. die analyse ist umfassend und verständlich formuliert, sowie grossflächig abdeckend. es hat bestimmt einen riesen haufen zeit gekostet und ich möchte dir danken, dass du diese zeit investiert hast! fantastische analyse!

  13. Leo says:

    Großartig!
    Ich hätte gerne noch eine Auflistung oder Hinweise zu den besten Spielen gegen Messi gesehen, in denen man seine Stärken taktisch eindämmen konnte.

    Falls es doch nochmal eine in-depth-Spieleranalyse gibt:
    Einmal Jens Nowotny, bitte!

  14. Flowzilla says:

    Ich denke ein wichtiger Punkt ist auch: Messi war nie länger verletzt. 07/08 waren es zwei mal jeweils einen Monat. Der Rest ist nicht erwähnenswert. Das erklärt nicht warum er so gut ist, aber es erklärt, warum er konsequent besser geworden ist.

  15. leomessi says:

    die analyse ist fantastisch! grossartige arbeit! die dribblings sind gut beschrieben, die videos schön gewählt, die verschiedenen arten seines spiels klasse erklärt! eine einzige kleine “kritik” ist vielleicht: um über messi-c.ronaldo vergleiche zu reden ist http://www.ronaldo7.net eventuell die falsche seite um fakten zu holen:) die zahlen da stimmen nämlich nicht;) (ein beispiel: messi la liga: weniger spiele, mehr tore aber seine tor/spiel quote ist niedriger als die von c.ronaldo)

  16. Johnny says:

    Was soll man noch sagen? Einfach der beste Spieler aller Zeiten.

  17. Tank says:

    Wirklich tolles Portrait. Ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn ihr ab und an mal Spieleranalysen oder auch in-depth-Spieleranalysen (oder am allerbesten: in-depth-retro-Spieleranalysen) bringen würdet. Diese sind zwar nicht so sehr auf Taktik fokussiert, wie die allermeisten anderen Sachen hier, aber ich seh das pragmatisch: Wer so informative, qualitativ hochwertige und gut zu lesende Artikel schreiben kann, der soll das tun und sie auch veröffentlichen.

    Zwei Ergänzungen noch zu Messi: Eine Sache, die mir in den letzten Jahren aufgefallen ist, ist dass Messi die Art seiner Tore phasenweise variiert. So gibt es mehrere Phasen in den Messi ein jeweiliges “Trademarktor” immer und immer wieder schießt. In der 09/10 Saison hat er zum Beispiel sehr viele Tore ungefähr von der Strafraumgrenze zentral vor dem Tor geschossen, meistens halbhoch neben die Pfosten oder gar in die Winkel. Um die Mitte der letzten Saison hat er hingegen jedes zweite Tor per Lupfer über den Torhüter gemacht. Das Spiel gegen Leverkusen fällt zum Beispiel in diese Phase. Auch das Klubweltmeisterschaftsfinale gegen Santos ist hier zu nennen. In der 08/09 Saison ist er oft von halbrechts in den Strafraum genannt, um dort einen Chip über die Abwehr anzunehmen und zu vollenden. Ich glaube man könnte noch weitere solche Trends in seinem Spiel ausmachen. Er ändert seine Vorgehensweise dann vermutlich, weil der Gegner sich drauf einstellt. (Aber vielleicht kommt ein Trend mal wieder, weil der Gegner ihn wieder vergessen hat..)

    Dann noch eine theoretische Überlegung: Wenn Messi ein reiner Strafraumstürmer wäre, wenn er völlig aufs Dribbeln verzichten würde, keine Pässe schlagen, nicht sich in die Tiefe fallen lassen würde, ja wenn er sich ausschließlich auf das Verwerten von Chancen im Strafraum beschränken würde – Lionel Messi wäre mindestens so gut wie Pippo Inzaghi oder Ruud van Nistelrooy zu ihren besten Zeiten. Vielleicht sogar Gerd Müller-gut (auch wenn Uli Hoeneß das gar nicht gerne hört…). Messi hat ist so tödlich in seiner Chancenverwertung und so geschickt und unerhört schnell in seiner Positionierung im Strafraum, dass er selbst einer der 2-3 besten Stürmer der Welt wäre, auch wenn er auf die meisten seiner herausragendsten Fähigkeiten verzichten würde.Das soll ihm erstmal einer nachmachen.

  18. shadowchamp says:

    Ja bitte mehr davon ist nämlich ein super artikel der die großartige Woche krönt.
    Wäre echt super wenn noch mehr von solchen Themenwochen kommen könnten vielleicht z.B. zur Dreierkette in der Abwehr.

  19. Gago says:

    bewundernswerter Artikel. Hut ab. Ein so langer Text wird dem besten Spieler aller Zeiten würdig. Qualitativ und quantitativ absolut gelungener Artikel.

    werde mir alles nochmal durchlesen. das verdient dieser text.

    ich weiß nicht, ob ich das überlesen habe, aber eine Information las ich mal in einer spanischen Sportzeitung. Sie sagten, dass Messi auf den ersten 30 Metern schneller als Usain Bolt ist.
    Messis Spielintelligenz ist einfach überdimensional. Er selbst sagte, dass sein Spielstil damals als Kind schon gehabt hat. La Masia hat ihn mMn nicht in seinem Talent beeinflusst, wohl aber in anderen Aspekten. werde mich zu gegebenem zeitpunkt nochmal melden :-)

  20. Mondkuppel says:

    Ein sehr guter Artikel, ich habe viel gelernt, auch der Vergleich mit Nowitzki z.B. ist sehr erhellend.

  21. El Siete says:

    Ein wunderbarer Artikel über den derzeit besten Spieler der Welt! Ihm zuzusehen ist Kunst und Perfektion. Ein solcher Versuch derEntschlüsselung erfordert sehr viel, davor habe ich großen Respekt. Nach einer Analyse seines Spielstils in dieser Tiefe habe ich schon länger gesucht. Ich lese derzeit auch die Messi-Biografie, die solche Ansätze vermissen lässt.
    Danke für diesen hervorragenden Artikel!

  22. RonnieBarca says:

    gaaanz kooler Artikel, danke dir…

    SChreib mal was über den spektakulärsten u trickreichsten Dribbler – Ronaldinho-, wenn du Zeit/Lust hast…mE nach wie vor das Mass aller Dinge was Fussball-Technik betrifft…was trauere ich dem Kerli immer noch nach :(

    Best

  23. ConJulio says:

    Heute zum drittem mal komplett gelesen.
    Dabei muss ich ehrlich sagen: “Ja, verstehe Dich!”
    (Hinsichtlich der letzten Worte Deines Beitrages)

    Spieler wie Messi, Ronaldinho, Ronaldo (V1 und V2), Xavi und Co. sind für mich jedenfalls so schwer zu analysieren und zu beschreiben, da Ihre einzigartige Vielfältigkeit uns und deren Gegner vor große Herausforderungen stellt.
    Als Fan dieser Spielart kann man dann nur noch sagen: Zurücklehnen und das Spiel geniessen das diese Spieler bieten. Spieler dieser Klasse zu Ihrer Blütezeit erleben zu können ist meiner Meinung nach eine Besonderheit. Denke ich an die Geschichten von meinem Opa über Pele und Beckenbauer finde ich es schade, dass ich diese Spieler nie zu Ihrer Zeit erleben konnte. Aufzeichnungen der Spiele sind immer noch nicht das Gleiche.

    Gruß!

    P.S.: Geiler Blog! Weitermachen! Nie Aufgeben! Wir Fans brauchen Mendchen wie Euch! Gute Nacht!

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