Führung weg nach einer Halbzeit Dominanz

1:1

Leipzig hat aus der eigenen Fünferkette heraus Probleme und läuft gegen starkes Münchener Aufbauspiel lange hinterher. Nagelsmann stellt spät um, in Halbzeit zwei entsteht mehr und mehr ein offenes, umschaltgeprägtes Duell.

Vor dem Hintergrund der frühen Führung machte es sich strategisch für die Bayern noch mehr bemerkbar, welch starken Auftritt im Aufbau sie im Topspiel bei Julian Nagelsmanns Leipzigern auf den Platz brachten. Die Münchener ließen das Leder gut und vielfältig im ersten und zweiten Drittel laufen, konnten sich immer wieder kleinen Drucksituationen entziehen und verschafften sich so auch viele Ruhemomente, wenn die Gastgeber sich dann zurückziehen mussten.

Anfangs wieder Aufbauchefs

Grundformationen erste Halbzeit

Kimmich, der sich nach mehreren Einsätzen im defensiven Mittelfeld nun wieder wesentlich besser dort akklimatisiert hat, fand im gelegentlichen Wechselspiel mit Thiago die richtigen Räume zwischen den beiden gegnerischen Stürmern. Auf rechts baute Pavard zwar oft etwas tiefer als Lucas Hernández auf, aber dennoch gerade ballfern in passenden Momenten weiterhin breit, um die Wege für den Gegner zu verlängern. Müller bewegte sich als hängende Spitze meistens in der Schnittstelle zwischen Laimer und Forsberg bzw. zog dann weiter nach außen stärker in den Rücken des Achters, wenn das Spiel sich zur Seite veränderte.

Während auf jenem Flügel Coman wesentlich breiter über die Außenbahn agierte, gingen von Gnabry eher einrückende Aktionen aus, mit denen er durch die von Müller hinterlassenen Bereiche pendelte. Über die Verkettung von verschiedenen taktischen Rollen hinaus gründete das gute Aufbauspiel im Team von Niko Kovac vor allem auf der individual- und gruppentaktischen Umsetzung. Auch in der letzten Saison hatte es in Form der sicheren Zirkulation im ersten Drittel in einzelnen Partien Glanzpunkte gegeben. Die Ausführung der mit den jeweiligen Zuteilungen verknüpften Bewegungsmuster gelang den Münchenern in besonderer Weise, sie geschah sauber und vor allem mit gutem Timing.

Ein Beispiel, nicht zuletzt für die umfassende Anlage des Ballbesitzspiels in der ersten Halbzeit, bildete das Verhalten bei Rückpässen auf den Innenverteidiger, exemplarisch von Süle: Wenn er eine Anschlussmöglichkeit zum Raumöffnen hatte und diese als stabil erkannte, löste er sie nicht sofort mit dem ersten Moment und dem umgehenden Zuspiel aus. Stattdessen spielte er oft vorher noch ein Mal kurz in eine kleinräumige Situation hinein oder schaltete eine bestimmte Körperbewegung dazwischen, um danach die schon zuvor vorhandene Option zur Verlagerung besonders effektiv ausschöpfen zu können – das schien sehr bewusst zu passieren.

Leipzigs Abwehr sehr stark als Fünferkette

Dass die Bayern den Ball so gut mitunter in fast leichtfüßiger Manier laufen lassen konnten, wurde wiederum von Leipziger Seite durch eine zögerliche Note und einige Probleme bzw. genauer gesagt Unstimmigkeiten gefördert. In der Grundanordnung war ihr Pressing so angelegt, dass jeweils die Achter aus dem Mittelfeldtrio ballnah gegen die Münchener Außenverteidiger herausschoben. Zumindest teilweise mit dem frühen Rückstand dürften auch die Inkohärenzen zusammengehangen haben, mit denen die Stürmer ungewohnt auch in einigen isolierten Situationen vorzurücken versuchten bzw. mit denen die zweite Linie manchmal zu wenig und manchmal in vergleichsweise weiträumigen Umgebungen zu ambitioniert und in der Folge ohne gute Dynamikmöglichkeiten nachschob.

Vor allem aber realisierte sich die nominelle 3-1-4-2-Ordnung der Gastgeber gegen den Ball eigentlich über fast die gesamte erste Halbzeit als wirkliches 5-3-2, mit einer Fünferkette, und damit war die defensive Grundformation ein Teil der Geschichte. Wenn sich die Flügelverteidiger so weit hinten in der Defensive einreihten und dort auch verblieben, war es für die vorderen Spieler schwierig, größere Vorrückbewegungen in weiträumigem, auf Druckaufbau zielenden Rahmen zu unternehmen. Dann konnte es in erster Linie – vielleicht neben sehr spezifischen Alternativen wie einer Ausrichtung mit stark leitendem Rückwärtspressing – auf einen tieferen, die Kompaktheit nach hinten suchenden Ansatz hinauslaufen.

Meistens blieben die Außenspieler nicht zuletzt gegen das Tempo von Gnabry und Coman hinten, vielen Pressingaktionen des vorderen Blocks fehlte die letzte Unterstützung und so konnte dieser auch keinen stabilen Anschluss erhalten. Die Folge: Bayern löste sich oft gut aus etwaigen Ansätzen im Anlaufen und kam in Zwischenräume hinein. Nur leichte Verbesserung entstand dadurch, dass Poulsen zwischenzeitlich gegen den Ball weiter in eine Art 5-1-3-1 zurückgezogen wurde und sich enger an Kimmich halten sollte, da die ausgewogene Umsetzung im Timing des Ablösens von dieser Orientierung schwierig war.

Bayerische Mechanismen auf halbrechts

Zum Ende der ersten Halbzeit rückte Klostermann einige Male ballnah im Pressing mit in die höheren Linien auf und Leipzig versuchte in diesem Kontext insgesamt sich weiter vorzuschieben. Auf der anderen Seite jedoch verteidigte Halstenberg weiterhin konsequent auf Absicherung gegen Coman und damit die letzte Defensivlinie. In dem dortigen Raum vor der präsent besetzten Abwehr hatte anfangs vereinzelt Orban in einer herausgerückten Position Müller aufzunehmen versucht. Genau diese Zone wollten die Bayern wohl verstärkt bespielen, Niko Kovac schien für seine Mannschaft einige Mechanismen dort entlang vorgesehen zu haben.

Wenn Forsberg gegen Pavard herausrückte und den langen Weg gehen musste, fokussierten sich die Münchener auf den entsprechenden vertikalen Abstand zwischen dem Achter und dem tiefen Flügelverteidiger außen. Zunächst bewegte sich Müller dort zur Seite, er sollte aber nicht nur Abnehmer für Pässe sein, sondern auch zusätzlich zu der breiten Position Comans, an der sich die gegnerische Abwehrreihe orientierte, weitere bindende Aufgaben übernehmen. Wenn situativ Gnabry oder Lewandowski in wechselnden Konstellationen in jene Bereiche kreuzten, konnte die Fünferkette dagegen ballnah nicht immer so einfach eine schnelle Herausrückbewegung organisieren, so stark sie zahlenmäßig auch aufgestellt war.

Dementsprechend ergaben sich für die Bayern von dort Möglichkeiten zum Andribbeln. Dieses situative Überladen des Halbraums vor der breiten Position Comans im zweiten Drittel bildete auch den Ausgangspunkt für einige gefährliche Angriffe der Gäste in Durchgang eins, über diagonalen Zug direkt hinter die Abwehr oder über Verlagerungen. Die komplette Aufnahme einer klaren pendelnden Viererkette des 5-3-2 wäre eine Reaktionsmöglichkeit für Nagelsmann gewesen, Leipzigs Trainer stellte zur zweiten Halbzeit aber gleich auf 4-2-2-2 um. Zu diesem Zeitpunkt hätten die Münchener aus ihren Druckmomenten potentiell die Führung ausbauen können, es stand jedoch Unentschieden und dem überraschenden Ausgleich in der Nachspielzeit, der die Widerspiegelung des Gesamtbildes durchkreuzte.

Viererkette verändert die Aufteilungen

Mit der Umstellung verlagerten die Gastgeber ihre formative Präsenz nominell weiter nach vorne – durch einen zusätzlichen Mann im Mittelfeld gewissermaßen statt eines Akteurs aus der letzten Defensivlinie – und konnten so etwas leichter vorschieben, nicht zuletzt entfaltete die neue Grundordnung aber Wirkung auch bei eigenem Ballbesitz und trug so zur Veränderung der Partie bei. Dass sich die zweite Halbzeit im Vergleich zur ersten offen und ausgeglichen gestalten sollte, ging in erster Instanz mit entscheidend davon aus, dass Leipzig aus dem Aufbau heraus die Münchener mehr und anders fordern konnte. Gegen die anfängliche Dreierkette hatten sich die typischen losen Mannorientierungen der Gäste in einem 4-3-3 organisieren können, das gerade dem Mittelfeld eine tiefe und absichernde Position erlaubte.

Die Flügelläufer waren zwar prinzipiell unangenehm zu kontrollieren, die Münchener Besetzung auf den Außenpositionen fand aber eine gute Orientierung im Raum und damit zu passenden Zwischenpositionen. Selbst wenn Gnabry und Coman überspielt wurden, kamen sie noch recht gut gegen Klostermann und Halstenberg zurück, denen dieses Zeitfenster gegen das tiefe Münchener Mittelfeld für zügige Übergänge oft nicht genug Möglichkeiten eröffnete. Bei Pavard und Lucas Hernández passte die Positionierung in der Höhe so, dass sie zunächst im Dunstkreis der Flügelläufer waren und dennoch schnell genug bei Tiefenpässen gegen die Stürmer unterstützen konnten.

Grundformationen zu Beginn der zweiten Halbzeit

In Konfrontation mit dem 4-2-2-2 sah die Aufteilung bei den Bayern anders aus, mehr einer 4-2-3-1- bzw. 4-4-2-Logik folgend. Nun waren aufwändigere Aufrückbewegungen aus dem bzw. durch das offensive Mittelfeld gefragt, das Zentrum insgesamt schon in der Grundausrichtung weniger tief gestaffelt. Zwar zeigte sich das Verhalten in der ersten Pressingreihe flexibel und einige gute Momente, doch insgesamt gerieten in dieser tendenziell vorwärtsgerichteten Aufteilung die Mannorientierungen eher in Schwierigkeiten.

Die zusätzlichen Bewegungen von Demme um Laimer herum bzw. als Verbindung weiter nach vorne gaben Leipzig weitere Möglichkeiten für Übergänge. Gelegentlich kamen in die Bereiche hinter der ersten Pressingreihe auch noch die einrückenden und zurückfallenden Bewegungen von Forsberg hinzu. Dadurch waren im Mittelfeldzentrum dann die Aufteilung und die Abstände nicht mehr so klar, vielmehr häufigere Entscheidungen der Münchener zwischen Herausschieben und Abwarten gefordert, bei deren Abwägen jeweils mehr Feinheiten mitspielten und dementsprechend auch mal mehr Kleinigkeiten schieflaufen konnten.

Zunahme von Aufrück- und Umschaltmomenten

Im eigenen Pressing gestaltete sich das nominelle 4-2-2-2 von Leipziger Seite oft als 4-2-3-1 mit tieferem Poulsen, versetzt im Umkreis des Sechserraums. Grundsätzlich konnten die Gastgeber in dieser Anordnung zunächst einmal klarer vorne zuschieben. Wenngleich sich einerseits der Zugriff im vorderen Drittel prinzipiell erhöhte, erfolgte dieses Pressing andererseits auch recht stark in Mannorientierungen. Gerade die Sechser konnten in dieser Konstellation dann nicht immer so sauber gegen Vorwärtspasswege durch die Schnittstellen in den Halbräumen arbeiten.

Daraus ergaben sich situativ selbst in schwierigen Phasen, in denen Bayern eigentlich nicht so gut von hinten heraus eröffnen konnte, doch Auslösungsmöglichkeiten für die Einbindung der Flügelpärchen. Besonders Pavard und Coman nutzten das für viele gute Momente im gruppentaktischen Verhalten, gerade auf der Grundlage eines starken Timings im Nachrückverhalten.

In der weiteren Folge führten solche Szenen außerdem wieder vermehrt zu Aufrückmomenten in die vorderen Zonen: Insgesamt erhöhte sich über das Zusammenspiel der verschiedenen strukturellen Veränderungen die Dynamik der nun ausgeglicheneren Partie, bei etwas weniger Absicherung. Vor allem kam es zunehmend auf beiden Seiten zu schnelleren Übergängen in die Offensivphasen, so dass auch Umschaltmomente jeweils häufiger auftraten und in der zweiten Halbzeit zu einem entscheidenden, von beiden Seiten teilweise stark bearbeiteten Feld wurden.

Koom 16. September 2019 um 11:10

Ich bin mir sicher, dass ich da zu simpel denke, aber: Warum Dreierkette/Fünferkette gegen Drei-Stürmer-Systeme? Milchmädchenrechnungsmässig ist die Zuordnung von Viererkette gegen Offensiv-Dreierreihe doch eigentlich gut: Theoretisch Mann gegen Mann plus einen freien Mann. Das das zu simpel gerechnet ist, ist mir klar, aber so im Wesentlichen finde ich immer die räumliche Abstimmung bei sowas furchtbar.

Das macht vielleicht Sinn, wenn deine Dreierkette tatsächlich eher eine Viererkette mit einem IV weniger ist – erfordert natürlich sehr spezielle Spieler. Aber dann gewinnst du auch Überzahl. Aber gerade auch diese Leipzigvariante – genau wie die der N11 gegen die Niederlande: Du kommst nur schwer hinten raus, weil dir weiter vorne einfach Spieler fehlen und sich hinten alle auf den Füßen stehen. Und defensiv deckst du auch nicht mehr ab, weil ein Kettendurchbruch gegen 5 Leute genauso wie gegen 4 klappen kann.

Dreierkette finde ich dann gut und sinnvoll, wenn der Gegner 2 zentrale Angreifer hat. Da passt das dann wieder eher zusammen.

Aber vielleicht kann mich jemand mal mehr aufklären. Ich denke schon, dass eine Fünferkette Sinn machen kann. Die ursprüngliche Idee war ja, dass einer der Leute aus der Kette massiv mehr attackieren kann und dann immer noch Absicherung hat. Aber das sehe ich sehr selten, die meisten dieser Varianten sehen aus wie engere Viererketten.

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Massi 16. September 2019 um 12:07

Finde ich auch.
Bei einer 3er Kette bzw. 5er kette hast du auch 4 Schnittstellen, bei einer 4er Kette nur 3.
Eine 3er Kette macht meistens Sinn wenn gegen 2 Stoßstürmer gespielt wird. Grad im Aufbau, da es dann einfach schwerer wird für die 2 Stürmer 3 Leute zu stören. Daher sieht man oft bei einem 4-3-3 das der 6er sich zwischen den IV´s fallen lässt.
Finde es halt auch besser gegen 4-2-3-1 oder 4-3-3 auch immer eine Viererkette zu spielen.

Was die Trainer dazu bewegt mit 3er oder 5er Kette zu spielen, ist vielleicht das Zentrum gerade gegen Bayern Kompakt zu halten. Mit 3 IVs und 3 Zentralen mit Mittelfeld hat man nominell eine Überzahl in der Mitte. Aber wie man hier sah, haben sich Kimmich, Thiago und Müller und besonders Gnabry zu gut bewegt.

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Atter 16. September 2019 um 16:07

Also ich sehe das genauso wie du @Koom.
Eine Dreierkette macht meines Wissens nach ja grade gegen 2 Stürmer Sinn, weil man so im Aufbau Überzahl schafft und Dreiecke bilden kann, ohne dass der 6er abkippen muss.
Bei 3 pressenden Stürmern ist eine Fünferkette auch einfach zu breit um noch sinnvoll horizontal verlagern zu können, da müssen die Mittelfeldspieler sowieso vermehrt helfen und durch eine Viererkette hätte man dann halt einen Spieler mehr im zweiten oder dritten Drittel.

Das 5-3-2 ist doch eigentlich für seine Zentrumsdominanz bekannt, die durch das Fünfeck aus 3-2 oder 2-3 ausgeübt wird (Denke da an Tedescos Schalke bspw.).
Vielleicht war die Idee so das Zentrum zu blockieren und dann die Flanken souverän zu verteidigen, was gegen die Bayern ja durchaus möglich ist. Dieser Idee kämen auch die starken Leipziger IV entgegen.
Warum die Bayern dann doch durchs Mittelfeld in die Halbräume kamen hat TR ja ausgeführt, Müller in der Form ist auch schwer zu verteidigen.

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Koom 16. September 2019 um 17:06

Statisch betrachtet sieht man es ja auch prächtig an der Formationstaffel der 1.HZ. Neben dem 6er Laimer klaffen riesige Lücken, um die sich keiner kümmert. Die Aussenbahnspieler hängen an der Aussenbahn, die IVs stehen hinten brav nebeneinander. Das sich da Leute wie Müller und Kimmich (und eigentlich auch Coutinho, wenn er gespielt hätte) dann wild austoben können, ist klar.

Aber das ist es eben. Ich sehe genau diese „Variante“ oft und ich verstehe es nicht. Da stehen 5 Mann hinten auf einer Linie, davor ein 6er. Von den Linienleuten rückt keiner auch nur ansatzweise regelmässig heraus und der 6er versucht alleine, diese Halbräume zuzubekommen. Was praktisch unmöglich ist. Und von diesen Halbräumen raus kannst du dann wundervolle Schnittstellenpässe und/oder Lupfer spielen und da helfen dir auch 8 Mann auf einer Linie nichts, wenn da einer durchstartet.

Als (vornehmlich) Tuchel die 5er-Kette in DE eingeführt hat, dann recht klar mit der Idee, dass von den Linienleuten immer mindestens einer agressiv rausrückt und attackiert, quasi den Abräumer/Staubsauger gibt. Diese Variante sieht man aber extrem selten, stattdessen dann eben so einen Mumpitz wie da von Leipzig. Aber ich lasse mich da gerne von fachkundigeren Leuten aufklären, falls ich das falsch sehe. Ich lerne gerne dazu (und bin eh kein Fachmann).

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tobit 16. September 2019 um 17:39

Man kann 3er- und 5er-Ketten finde ich auch sehr gut bei drei gegnerischen Stürmern spielen. Das erfordert dann aber gute Mechanismen im übergeben innerhalb der Kette.
Außerdem muss man bei den Bayern auch immer Müller miteinkalkulieren, der sich gerne an der letzten Linie rumtreibt. Da kann es schon Mal vorteilhaft sein, wenn man standardmäßig fünf Mann hat und die Außenstürmer nicht zwingend die AV bis zum eigenen Strafraum verfolgen müssen.

Tuchel hat die 5er-Kette oft VERSUCHT mit viel rausrücken spielen zu lassen. Da waren auch immer viele Spiele dabei, wo sich die Spieler nicht getraut haben oder die „Triggermomente“ nicht passten. Nagelsmann ist da etwas anders. Der arbeitet eigentlich mehr mit 3er-Kette und höheren Wingbacks und wesentlich mannorientierter als Tuchel. Das ist für die Leipziger AV glaube ich eine deutliche Umstellung zusätzlich zum Gewöhnen an den zusätzlichen IV.

Das Hauptproblem bei Leipzig lag aber (habe nicht viel vom Spiel gesehen, also Vorsicht) für mich an der Besetzung der „Doppelacht“ vor Laimer (der ja auch eher ein wilder Typ ist und sehr von einem eher kleinräumigen Fokuspunkt profitiert). Da kann man halt von zwei Halbzehnern wie Sabitzer und Forsberg einfach nicht die gleiche tiefe Unterstützung erwarten wie von einem Geiger oder Demirbay.

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PepGorgonzola 17. September 2019 um 08:50

Hat Nagelsmann vor dem Spiel kurz angesprochen: mit der Dreierkette wollte er Lewandowskis diagonales Zurückfallen in die Halbräume besser auffangen, da dadurch ein Halbverteidiger schön vertikal herausrücken kann.

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