Löw nutzt die Chance zum Experimentieren

Bundestrainer Joachim Löw sorgte mit der Aufstellung von drei echten Innenverteidigern für eine faustdicke Überraschung im Freundschaftsspiel zwischen EM-Gastgeber Ukraine und den Gästen aus Deutschland. Zwar ließ sich im Vorfeld schon vermuten, dass diese Dreierkette situativ entweder links oder rechts zu einer Virerkette aufgefüllt werden würde, dennoch spielte die Nationalmannschaft zuletzt bei der Europameisterschaft 2004 mit einer echten Dreierabwehr.

Startaufstellung gegen die Ukraine

Vor dem Debütanten Zieler im Tor formierte sich die Verteidigung, bestehend aus Hummels auf halblinks, Badstuber in der Mitte und Boateng halbrechts. Im Mittelfeld formierte Löw seine Spieler in einer Viererkette, die von Aogo, Kroos, Khedira und Träsch gebildet wurde. Vorgeschaltet agierte Götze etwas tiefer als Özil, einziger echter Stürmer war Bayern-Spieler Mario Gomez. So ergab sich eine 3-4-2-1-Formation, wobei man Özil auch als hängende Spitze in einem 3-4-1-2-System bezeichnen könnte.

Warum wurde überhaupt das System gewechselt?

Joachim Löw betonte selbst vor der Partie, dass es bei dem Systemwechsel vor allem darum gehe, „zusätzliche Optionen“ zu haben, gerade für den Fall einer ungewöhnlichen gegnerischen Formation oder eines Rückstandes bei der Europameisterschaft. Es ging bei diesem Test also nicht darum, das 4-1-4-1-Stammsystem zu ersetzen, es sollte lediglich eine mögliche Ergänzung getestet werden.

Bis zur Nominierung des EM-Kaders bleiben dem Bundestrainer nach diesem Spiel nur noch zwei Freundschaftsspiele, eines davon am Dienstag gegen die Niederlande und das andere im Frühjahr gegen die französische Nationalelf. Beide Partien können als echte Prüfsteine auf dem Weg zur Euro gesehen werden, große Experimente gegen solche Spitzenteams erscheinen deswegen wenig sinnvoll. Also nutzte Löw das Match in der Ukraine, wie auch schon das Belgien-Spiel, um seine Ideen einem Praxistest zu unterziehen.

Die Überlegung dahinter: Je flexibler man in der Systemwahl und Ausrichtung agieren kann, desto schwieriger ist es für den Gegner, sich auf die deutsche Mannschaft einzustellen, und desto besser können die Deutschen ihrerseits auf ihre Gegenüber reagieren, sollte es mit dem herkömmlichen System nicht funktionieren.

Wo liegen die Stärken und Schwächen des getesteten 3-4-2-1-Systems?

Das Spiel in Kiew zeigte dem Bundestrainer sehr deutlich die vielen Schwächen des Systems: starke Konzentration aufs Zentrum, Anfälligkeit für Diagonalbälle, Abhängigkeit von den beiden Flügelspielern, Probleme mit tiefstehenden Gegnern, Unterzahl auf den Flügeln.

Gerade die Abhängigkeit von den Flügelspielern stellte in diesem Spiel ein ernsthaftes Problem dar, da sowohl Aogo als auch Träsch für ein solches System keinesfalls erste Wahl bei den Deutschen sein werden. Mit dem für Träsch eingewechselten und im Vergleich zu diesem sehr offensiven Schürrle machte Löw stattdessen deutlich, welche Spielweise er mit diesem System unterstützen will: Powerplay. Auf links könnte Philipp Lahm wie Aogo gegen die Ukraine zwischen Mittelfeld und Abwehr wechseln, allerdings ist Lahm nicht der Flankengeber, den ein System mit nur einem Flügelspieler normalerweise benötigt, doch ist der DFB-Kapitän spielerisch so stark, dass das mangelhafte Flankenspiel kompensiert werden könnte.

In diesem Spiel lag Löws Hauptaugenmerkt jedoch nicht auf den Außenpositionen, sondern ganz klar auf der Spieleröffnung durch die Verteidiger. Drei spielmachende Innenverteidiger erscheinen zunächst übertrieben, jedoch bewies dieses Spiel etwas anderes: Boateng, Hummels und Badstuber spielten unglaublich viele Vertikalpässe auf die Mittelfeldspieler. So konnten sie das Angriffsspiel schnell und sauber einleiten und den ukrainischen Defensivverbund in zwei Teile zerlegen. Mit nur zwei spielmachenden Verteidigern wäre dies nicht in der Form möglich gewesen. Beeindruckend war die Präzision dieser einleitenden Pässe, die häufig zwischen mehreren Gegenspielern hindurch gespielt wurden.

Die vielen Vertikalpässe waren dabei jedoch nur möglich, weil die vier zentralen Mittelfeldspieler sich sehr gut anboten und so die Überzahl im Zentrum gut zur Geltung kam. Gerade Götze und Özil kamen sehr häufig aus der Tiefe entgegen, erhielten den vertikalen Ball aus der Abwehr und konnten mit den anderen Mittelfeldspielern relativ frei kombinieren.

Der Ball wanderte gut zwischen den Spielern, wobei Khedira und Kroos anscheinend die ausdrückliche Erlaubnis Löws hatten, sich stark ins Offensivspiel einzubringen. Beide waren enorm offensiv ausgerichtet, was jedoch keine Ungleichheit zwischen Defensive und Offensive zur Folge hatte, da immer noch drei Verteidiger zur Absicherung zurückblieben. Jedoch zeigte sich gerade im ersten Durchgang, dass man mit der zweiten Garnitur auf den Flügeln nicht denselben Zug zum Tor und dasselbe variable Angriffsspiel wie in den vergangenen Spielen aufziehen konnte.

Diese Tatsache hatte wenig bis nichts mit dem Systemwechsel zutun, das bekannte sehenswerte Angriffsspiel wäre mit der ersten Garnitur durch die zwei zusätzlichen kreativen Zentrumsspieler sogar noch verbessert gewesen. Aus Löws Sicht erscheint es also durchaus logisch, ein solches System als Option für bspw. die letzten 20 Minuten bei einem Rückstand zu testen.

Die Umstellung vom 4-1-4-1 aufs 3-4-2-1 ist relativ einfach zu bewerkstelligen, gerade wenn Boateng oder Höwedes als Rechtsverteidiger spielen sollten. Mit der Einwechslung eines Kreativspielers für den Linksaußen ließe sich die Umstellung auf ein sehr offensiv besetztes 3-4-2-1 vollziehen.

Wo lagen die Schwierigkeiten in diesem Spiel?

Zunächst fallen die drei Gegentore gegen einen mittelmäßigen Gegner auf, wobei man sagen muss, dass zwei davon durch ukrainische Konter nach deutschen Eckbällen fallen. Dennoch war eine ungewöhnliche Defensivschwäche der Deutschen zu sehen, die wohl hauptsächlich mit dem Systemwechsel zu erklären war. Zum Teil lässt sich dies mit dem ungewohnten System erklären, in vielen Situationen stellten sich die Deutschen aber auch extrem ungeschickt an. Gerade die drei Verteidiger hatten bei gegnerischen Kontern Probleme, die gesamte Breite abzudecken, Diagonalbälle auf die linke deutsche Seite waren hier ein einfaches, aber erfolgreiches Mittel um das gesamte Defensivkonzept des WM-Dritten aus den Angeln zu heben.

Zudem erkannte der ukrainische Trainer Oleg Blokhin, dass er viele Schwierigkeiten seiner Mannschaft in der Anfangsphase durch eine tiefere Stellung der gesamten Mannschaft verhindern könnte. Deswegen verteidigte die Ukraine vor allem in der zweiten Hälfte sehr tief und verdichtete das Zentrum gut. Nun hätte Löw in einem Pflichtspiel wohl auf ein stärkeres Flügelspiel mit doppelt besetzten Außen umgestellt, doch auch dieses System bestand gegen die klug verteidigenden Gastgeber seine Feuertaufe durch die Neubesetzung der Flügel mit Schürrle und später Müller, wodurch von den Außenpositionen wesentlich mehr Gefahr ausging.

Nach Ballverlust hätte man aufgrund der vielen Spieler in Ballnähe gut ein Angriffspressing spielen können, wie es auch schon in den letzten Spielen angedeutet wurde. Erneut waren teilweise gute Ansätze zu sehen, insgesamt jedoch agierten die Gäste zu zögerlich, um von einem insgesamt gelungenen Pressing zusprechen. Nicht akzeptabel war dabei das zwischenzeitliche „Abschalten“ einiger Spieler nach Ballverlust. Anstatt gemeinsam an einer Ballrückeroberung zu arbeiten, blieben einzelne Offensivspieler in manchen Situationen ganz einfach stehen und eröffneten so Möglichkeiten für die Hausherren aus der Gefahrenzone herauszukommen und schnell zu kontern.

Wird das 3-4-2-1 zukünftig eine Rolle spielen?

Viele werden das Löw’sche Experiment als gescheitert ansehen, dem ist jedoch nicht so. Die offensive Besetzung und die Aussagen Löws lassen den Schluss zu, dass der Bundestrainer dieses System dazu nutzen will, soviel geballte Offensivkraft wie nur möglich in ein System zu integrieren, um so einen Rückstand aufholen zu können oder gegen einen schwachen Gegner in Führung zu gehen. Die Schwächen des Systems nimmt Löw dabei billigend in Kauf. Eine gewisse Konteranfälligkeit bei Ballverlust ist dabei ebenso logisch wie die Unterzahl auf den Flügeln, wobei Müller und Schürrle zum Ende der Partie in Zusammenarbeit mit Aogo und Boateng auch die doppelte Besetzung der Flügel demonstrierten.

Vermutliche Bestbesetzung im 3-4-2-1

Die enormen Vorzüge dieser Spielweise wurden genauso wie die Schwächen im Spiel gegen die Ukraine deutlich und würden genauso gegen eine europäische Spitzenmannschaft bestehen. Führt man sich nun die vielleicht ideale personelle Besetzung dieses Systems vor Augen und schaut sich das darin vorhandene Spielermaterial an, kommt man nicht umhin zu bemerken, dass mit einer solchen Mannschaft wohl jede Abwehrreihe Probleme bekommen würde: Gleich drei spielstarke Verteidiger, wobei Boateng sich sogar noch mit nach vorne einschalten dürfte, ein sehr offensiv und spielstark besetztes defensives Mittelfeld, mit Lahm und Müller zwei hervorragende Außen, das offensive Traumduo vieler (deutscher) Fußballfans, Özil und Götze, sowie ein hervorragender Stürmer, ganz egal ob die Wahl auf Klose oder Gomez fällt.

Zwar kann man mit diesem System und gerade bei einer derartig offensiven Besetzung leicht in gegnerische Kontersituationen geraten, andererseits kann man mit vier Kreativspielern und bis zu drei Außenspielern enormen Druck auf die gegnerische Abwehrreihe erzeugen und diese auf diese Weise zurückdrängen, und damit weit weg vom eigenen Tor halten.

Das 3-4-2-1 ist damit keine Alternative zum 4-1-4-1, sondern eine Ergänzung. Der Test gegen einen motivierten, aber spielerisch unterlegenen Gegner war daher extrem sinnvoll. Die wohl einzig offene Frage blieb, warum Löw Hummels auf halblinks agieren ließ, wo dieser dort doch ganz offensichtliche Probleme hatte, und Nebenmann Badstuber nicht nur Linksfuß war, sondern auch Erfahrung als Linksverteidiger vorzuweisen hatte und so auf dieser Position vermutlich besser zurecht gekommen wäre.

josua 18. November 2011 um 14:38

Prinzipiell halte ich einen Plan B mit 3er Abwehr für sinnvoll. Das Hauptproblem sind aber die Wing-Backs. Hier sehe ich auf rechts nur Lahm (würde sich auf einen Seitenwechsel während eines Spiels denk ich gut einstellen können), höchstens noch Hinkel, wenn er eine überregende Rückrunde spielt. Links vor allem Pander, ferner Schmelzer und Jansen.

Antworten

mb 15. November 2011 um 15:40

die größte erkenntniss dieses spieles ist, dass toni kroos in der jetzigen verfassung unverzichtbar für diese mannschaft (auch für bayern) ist und es daher für khedira in einem 4-2-3-1 (4-1-4-1) system ganz schwer wird zu spielen.

meine aufstellung:
neuer, schmelzer-badstuber-hummels-lahm, schweinsteiger-(kroos), schürrle-(kroos)-özil-müller, gomez

Antworten

Torsten 16. November 2011 um 09:59

Da gebe ich Dir gerne Recht! Toni Kroos hat meiner Ansicht nach die letzten Spiele bei der N11 und bei Bayern einen weiteren Schritt getan. Und ist damit eigentlich (genauso wie auch Müller) kaum mehr wegzudenken. Was ist jetzt wenn Schweinsteiger wiederkommt? Weil Khedira hat mir gestern auch super gefallen. Wir haben in Deutschland derzeit wirklich ein Überangebot an super Mittelfeldspielern.

Antworten

James 15. November 2011 um 14:10

@ Torsten
Meiner Meinung nach gibt es verschiedene System um mit Dreierkette zu agieren. Neapel spielt z. B. mit drei IVs doch sie haben 2 lauf- und defensivstarke Wing Backs. Dies ist wahrscheinlich der Grund warum Aogo und Träsch im Mittelfeld spielten. Einen Götze würde ich nicht unbedingt auf so eine Position stellen. Deine Auffassung von Weltklasse ist natürlich auch nicht direkt meine(viele Spieler die du aufzählst sind zwar stark und haben Potenzial doch Weltklasse ist ein bißchen übertrieben). Barcelona spielt wie schon vorher gesagt eine andere Dreierkette doch ich würde die zwei Spieler neben dem IV nicht AV nennen denn diese gehen nicht mit vorne und sichern in erster Linie hinten ab.

Antworten

Torsten 16. November 2011 um 09:54

@ James: Deswegen habe ich ja geschrieben Spieler mit internationalem Format SCHRÄGSTRICH Weltklasse. Beim Kicker z.B. gibt es eine ähnliche Einstufung: Weltklasse – Internationale Klasse – Im weiteren Kreis – Blickfeld. Enstprechend ähnlich meinte ich das mit „internationalem Format“.

Natürlich gibt es Systeme oder Mannschaften die eine Dreierkette mit drei IV spielen. Gar keine Frage! Das weiss ich schon. Aber wenn ich Löw richtig verstanden habe, dann ging es ihm beim Spiel gegen die Ukraine u.a. darum zu testen, wie sich die Mannschaft verhält, wenn sie einen Rückstand aufholen muss. Und wenn ich mit einem 4-2-3-1 oder einem 4-1-4-1 spiele, dann spielen da erstmal zwei IV – und wenn ich dann in Rückstand gerate, wechsel ich doch nicht einen dritten IV ein!?!

Übrigens hat mich das Spiel gestern gegen die Niederlande wieder einmal bestätigt! Das sah‘ doch mit einem 4-2-3-1 wieder ganz ganz anders aus, die Automatismen haben gestimmt und jeder Spieler wusste, wo der andere steht und was er in diesem System defensiv wie offensiv zu tun hat. Also (hoffentlich) das System für die kommende EM!! Und hoffentlich mit einem Europameister Deutschland! Danach kann man dann gerne über eine Änderung zum 4-1-4-1 oder zur Dreierkette nachdenken, wenn man wieder 2 Jahre Zeit bis zum nächsten WM hat!

Antworten

datschge 16. November 2011 um 18:37

Wenn es nach Löws gebräuchlichen Besetzungen geht, ist der dritte IV in Person von Boateng oder Höwedes doch schon (als RV) auf dem Platz. Wie schon tactic addicted weiter oben schrieb, geht es um einen fliegenden Wechsel von 4-2-3-1/4-1-4-1 auf 3-4-3 innerhalb desselben Spieles, der mit dieser Besetzung möglich ist und eine weitere Reaktionsmöglichkeit auf Änderungen der Formation des Gegners bietet. Aogo und Träsch werden auf den Außenpositionen so oder so wohl bestenfalls als jeweils dritte Wahl zum Zuge kommen.

Antworten

Torsten 14. November 2011 um 16:47

Also – ich bin sehr sehr oft einer Meinung mit Jogi Löw. Und in den seltesten Fällen verstehe ich ÜBERHAUPT nicht, was er jetzt wieder gemacht hat. Freitag Abend war’s dann wieder mal so weit:

Das man personelle Veränderungen bei einem Spiel gegen die Ukraine ein 3/4-Jahr vor der EM austestet – agree. Das man eine taktische Veränderung austesten will – OK. Aber doch nicht beides gleichzeitig! Wenn ich die Veränderung des Ergbnisses beurteilen will, kann ich doch nur eine Variable ändern und nicht mehrere (oder bin ich da zu sehr von der Naturwissenschaft geprägt?). Wie will man denn hinterher beurteilen, ob die vorgenommenen Veränderungen positiv oder negativ waren – lag’s jetzt an der Aufstellung oder am Personal?

Als ich am Freitag die Auftstellung gelesen habe, habe ich sofort gewusst, das kann nichts werden. So eine Dreierkette scheint ja nun auf einmal plötzlich interessant für alle Trainer zu werden, weil sie Barcelona mal gespielt hat! Und wenn man eine Aufstellung sucht, in der man einen Rückstand wegmacht, dann wählt man doch nicht 3 statt 2 Innenverteidiger! Wenn schon dann mit LV – IV – RV und davor ein gestärktes Mittelfeld und mind. 2 Stürmer. Und wenn Barcelona dieses System spielen kann, heisst das noch lange nicht das die deutsche Nationalmannschaft das auch kann!

Des Weiteren hat mir Deutschland immer besser gefallen, wenn sie im 4-2-3-1 gespielt haben, als im 4-1-4-1. Und wenn man mit einem 4-2-3-1 im Rückstand liegt kann man in der 60. Minute immer noch einen defensiveren zentralen Mittelfeldspieler gegen einen offensiveren zentralen Mittelfeldspieler wechseln und in der 75. Minute einen zweiten Stürmer für einen IV bringen. Im Zweifel besser als dieses 3-4-2-1.

Desweiteren spielen die meisten deutschen Bundesligamannschaften dieses System und man hat auch, wenn man alle Spiele der Nationalmannschaft der letzten Jahre gesehen hat, das Gefühl, dass sich die Spieler damit am wohlsten fühlen. Die Deutschen brauchen halt eine gewisse Grundordnung. Kann ja sein, dass man dann nach der EM zur Vorbereitung auf die WM auf ein 4-1-4-1 wechselt, aber bitte doch nicht jetzt noch mehr Verunsicherung!

Das Spiel gegen die Ukraine hätte viele Möglichkeiten geboten PERSONELL etwas auszuprobieren. Richtig war Götze und Özil mal zusammen spielen zu lassen. Auch kann man mal schauen, wie sich Aogo oder Schmelzer als Lahm-Ersatz machen. Das größte Fragezeichen besteht für mich jedoch auch weiterhin aber in der bessten Besetzung der RV-Position – da bieten die zwei Spiele gegen die Ukraine und gegen die Niederlande die Möglichkeit Träsch, Höwedes oder (den hätte ich gerne mal gesehen) Castro auszuprobieren. Bei ansonsten fast identischem Peronal hätte man wirklich mal sehen können, wer da nun am besten passt. Aber ich sehe schon zur EM den Boateng dort spielen und mit Rot vom Platz fliegen, weil er gegen einen Chr. Ronaldo, Silva, Ribery oder Young etc. nicht schnell und wendig genug war!

Und was ich in den bisherigen Beiträgen vermisst habe: Hat irgendjemand die Auswechslungen verstanden? Schürrle für Träsch??? Musste der Arme dann RV oder RM spielen, obwohl er ein gelernter Linksaußen ist? Alle Welt (vielleicht außer Spanien) beneidet uns um unser Mittelfeld – wir haben in Deutschland mind. drei Rechte Mittelfeldspieler mit internationalem Format/Weltklasse (Götze, Müller, Reus) und wer kommt anfangs über rechts – Träsch??? Wir haben mind. drei Linke Mittelfeldspieler mit internationalem Format (Podolski, Schürrle, Großkreutz) und wer kommt anfangs über links – Aogo??? Kopfschütteln! Kopfschütteln!

Ich kann nur hoffen, Herr Löw hat was aus dem Abend gelernt und ich muss mir sowas bitte bitte nicht noch mal anschauen!

Antworten

HW 15. November 2011 um 09:05

Ich denke es ist nicht hilfreich bei ner 3er-Kette sofort an Barca zu denken. Auch wenn die Sache im Moment nahe liegt, muss man dann auch die Unterschiede ansprechen.
Barca spielt zu aller erst einen besonderen Stil, den man sonst nur bei der spanischen N11 sieht. Dann war Barcas 3-4-3 bisher ein System ohne Wing Backs oder Mittlfeldspieler, die nur auf dem Flügel agieren, sondern eher mit einer Raute (3-3-1-3). Barca hat seine Stürmer sehr breit aufgestellt, im Vergleich zu dem was Löw gemacht hat oder was man z.B. in Italien als 3-4-3 spielt.

Es stimmt natürlich, Löw hat viele Variablen geändert. Er wird sicher einige erkenntnisse gewonnen haben, aber nicht so viele wie mit z.B. Lahm und Schweinsteiger in der ersten Elf.
Wahrscheinlich wollte Löw das Spiel gegen die Niederlande mit der besten Elf und der normalen Formation (bzw. nur leicht verändert mit evtl. 2 Stürmern) angehen und musste daher gegen die Ukraine viel verändern.
So viele Spiele hat er ja auch nicht zu Verfügung.

Antworten

HW 14. November 2011 um 11:36

Wenn ich mir nur die Grafik anschaue und die deutsche Formation mit der von Spanien gegen England vergleiche, dann passt das schon irgendwie zusammen.
Beide Teams mit nur einem Spieler auf jedem Flügel (zumindest nach Formation). Beide Teams mit vier Spielern im Mittelfeld, wenn auch unterschiedlich verteilt. Deutschland eher quadratisch, Spanien „flüssiger“ oder als Raute.
Und dann Deutschland mit 3 gegen 2 in der Abwehr und Spanien mit 2 gegen 1 in ihrer Abwehr.
Es ist klug von Löw 3 Verteidiger aufzustellen, die das Spiel eröffnen können. Man muss einfach von jeder Position Angriffe einleiten können.

Wenn ich diese Experimente (mehr ist es bei Löw noch nicht) sehe und dazu die Aufstellungen von Spanien, Manchester City, Dortmund usw. anschaue, dann ist ganz klar ein Trend zu einem vollgepackten Mittelfeld zu erkennen.
Das ist auch logisch, weil die Dominanz im Zentrum von den meisten Trainern sehr hoch eingeschätzt wird. Außerdem begegnen viele Teams einem dominanten Gegner in dem sie Räume noch enger machen. Die Außenverteidiger müssen dann oft die Flügel alleine bearbeiten, sie bekommen aber auch mehr Platz.
Mit der Zeit, wenn viele Teams das Mittelfeld geflutet haben, wird der Aufbau über Außen (Konter, diagonale Pässe usw.) wieder interessant und der Trend kehrt sich um.
Es ist aber möglich, das wir wieder 3-5-2 oder 5-4-1 zu sehen bekommen.

Antworten

Christian 14. November 2011 um 09:16

Ich sehe noch sehr viele Möglichkeiten, Gegner zu verwirren um unberechenbbar zu sein/ zu werden. Die Aufstellung und viel entscheidener taktische Ausrichtung sollte sich meiner Meinung nach jedoch primär ja fast ausschließlich an den eigenen Stärken ausrichten und auch Vorlieben. Ein Spieler wie Robben macht z.B. auch immer nur das was er am besten kann obwohl er damit fast zu 100% berechenbar ist. Barcelona und die Klitschkos ziehen auch größtenteils ihr Ding durch.
Die Erweiterung der Schemas von 3 in 4 Felder (also statt 4-5-1 heisst es nun 4-2-3-1) ist ja schon das Problem, denn man meint, das Schema zeigt, wie gespielt wird. Tatsächlich heisst es ja nur, wieviele Abwehr- Mittelfeld und Stürmer aufgestellt sind. Wo die sich dann größtenteils aufhalten oder welche Aufgaben sie haben, weiß man nicht. Deshalb zeichnet ihr ja auch immer nach dem Spiel die Pfeile ein. Trotz 3-5-2 wird damals sicherlich keine starre 5er Kette im Mittelfeld gespielt haben und wenn ich einem Lahm aus der 4er Kette sage, dass er sich oft offensiv einschalten soll, habe ich 50% eine 3er Kette und 50% eine 4er Kette, egal mit welchem Schema ich spiele.
Von daher würde ich viel mehr Positionswechsel trainieren, den Formationswechsel beim Angriff, den Rückzug beim Verteidigen. Ich würde der Mannschaft in gewohnter Aufstellung sagen, dass sie die Ukraine tief in die eigene Hälfte drücken soll und dann einen Fehlpass spielen muss. Oder sich selbst stark zurückziehen und dann muss bei Ballgewinn ein schneller Konter eingeleitet werden. Sowas bringt etwas, aber doch nicht mir 90 Minuten lang eine 3er Kette anzusehen! Denn selbst wenn wir in Rückstand geraten und Löw nur noch eine 3er Kette stellt, wird – wenn der führende Gegner sich nochmal in unsere Hälfte drängt – der herausgegangene Abwehrspieler sich wieder in der Abwehr einfinden!

Antworten

Daniel 13. November 2011 um 21:57

Ich denke, dass die Konteranfälligkeit, die ja so offensichtlich schien, wirklich, wie ihr auch bemerkt habt, auf individuelles Fehlverhalten zurückzuführen ist. Insofern sollte man dem System vielleicht auch gegen einen starken Gegner mal eine Chance geben, zumindest für eine Spielphase. Ich fänd’s interessant.

Antworten

Erik 13. November 2011 um 19:03

Erstmal guter Bericht und ingesamt super Seite!
Ich bin eigentlich kein Fan von einem 3-4-3 mit Wingbacks (wenn dann schon im Ajax-Stil), aber eure Aufstellung in Bestbesetzung sieht sehr gut aus, würde ich gerne nochmal sehen.
Ist möglicherweise sogar eine Alternative für die Zukunft, wenn man bedenkt was für Spieler aus der Jugend nachkommen (viele gute Innenverteidiger, zentrale Mittelfeldspieler und variable Mittelfeldspieler) und was nicht (klassische Außenverteidiger und Stürmer). Für die Euro würde ich die Mannschaft aber gerne weiterhin im gewohnten 4-5-1 sehen.

Eine Frage bezüglich dem 3-4-3 hätte ich noch. Nach dem Länderspiel habe ich mir nochmal folgende Aufstellungen angeguckt: https://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2011/08/Teamvergleich-Ajax72-Barca92-Ajax95-Barca2011.gif
Bei Ajax war mir bisher nur bekannt das Rjikaard einen Switch-IV mimt und die Dreierkette entweder auffüllt oder aus einer Viererkette aufrückt. Jedoch führen von Seedord und Davids noch Pfeile auf die Außenverteidigerposition, haben diese beiden die Dreierkette situativ auch aufgefüllt?
Wäre ganz interessant, da wir meiner Meinung nach einige Spieler haben, die prädestiniert dafür wären (Lahm, einem Schweinsteiger würde ich das zutrauen) und sich das Aufgabengebiet eines AV und DM auch immer ähnlicher wird.

Antworten

HW 14. November 2011 um 11:22

Unter van Gaal wurden die Flügel (also Außenverteidiger-Positionen) von den defensivesiven Mittelfeldspielern (hier Seedorf + Davids) verteidigt. Reiziger und de Boer waren keine Außenverteidiger, sondern oft mit einer Doppelspitze des Gegners beschäftigt.
Gegen ein 4-4-2 rückten dann die Mittelfeldspieler von den Halbpositionen nach Außen in die Verteidigung und Rijkaard konnte vor der Abwehr bleiben. Offensiv rückten die Spieler dann wieder in zentrale Positionen.

Tim Hill hat diese Verteidigung von Ajax 95 erklärt.

Antworten

frankyy 13. November 2011 um 11:31

Ich sehe generell ein Defensiv-Problem unserer NM. Egal, wer da wo spielt.
Schon gegen England hatten wir Glück, dass der Ausgleich nicht zählte.
Und dann die Spiele gegen Brasilien, Österreich, Polen, Türkei, Belgien, Ukraine – überall bekommen wir unnötige Gegentore, obwohl wir spielbestimmend waren. Das ist in der Häufigkeit kein Zufall. Und bessere Mannschaften werden dies auch konsequenter bestrafen.

Antworten

hertizworld 13. November 2011 um 12:14

mMn ist die etwas schwächere Defensive der Preis den wir für die Offensive zahlen müssen. Viel wird dabei auch von DM abhängen ob Kroos stabil genug ist oder besser Khedira mit Schweini spielt bzw wie man Poldi/Özil oder Götze/Özil absichert. Nur Müller hat ja ein vernünftiges Def.verhalten. Das wir dazu nicht die besten IVs haben wissen wir doch. (Hummels fehlt noch int. Erfahrung, Merte zu langsam, Badstuber mit gutem Pass aber Mangel im Zweikampf, Boateng oft leichtsinnig) das würde bei ner Defensivtaktik noch schwerer wiegen. wenn du da ein tor bekommst dann hast du noch ein Problem. Deshalb lieber ein Tor mehr schießen als bekommen.

Gestern die Tore muss man nicht so hart bewerten, es fehlten die Absicherungen bei den Ecken komplett. mit Özil und Götze standen da jetzt nicht grad die besten „Verteidiger“. 😀 Auch wurde nach dem Ballverlust ja nicht richtig drauf gegangen. Beim Sontagsschuss ist auch keine richtig drauf gegangen. Das System war nach Aussage eines Spielers ja net mal einstudiert. Außerdem war es ein Testspiel bei dem das Ergebnis fast nebensächlich war…

Antworten

LJ 13. November 2011 um 23:15

Zustimmung. Ich sehe auch große Probleme mit unserer Abwehr. Hier sehe ich sowohl Hummels als auch Badstuber als Schwachpunkte. Die Zusammenstellung der Mannschaft war von Beginn an irgendwie unharmonisch. – Träsch und Aogo erschienen mir nicht als Meister des Kurzpassspiels.

Antworten

lefthog 12. November 2011 um 18:01

Also ich würde das Experiment mit dreierkette für die Euro 2012 als gescheitert erklären.
Immer wenn die Ukrainer schnell gespielt haben – was hauptsächlich bei Kontern der Fall war – hatte die deutsche Mannschaft Probleme mit der Organisation. Da ist ein solch ungewöhnliches System (in der Bundesliga spielt keine Mannschft mit Dreierkette) sehr kontraproduktiv.
Und der Zweck, der dieses System erfüllen hätte sollen (also gerade gegen massiert stehende besser durchzukommen) wurde nicht erfüllt.
Für Aogo und Träsch boten sich reichlich gelegenheiten zum Flanken, aber wenn Gomez im Zentrum meistens alleine gegen drei steht, dann haben solche Flanke nur geringe Erfolgschancen.

Die Aufholjagd in der zweiten Hälfte – besonders nach der Herausnahme von Özil und Götze war im Grunde wieder mit 4-2-3-1-Formation. Boateng war fast an der rechten Seitenauslinie und Hummels und Badstuber spielten die IVs.
Schürrle war Rechtsaußen und Podolski und Müller wechselten sich auf der Zehn bzw. auf links ab.

Die Lehren dieses Tests sind für mich folgende:

-> 4-2-3-1 ist das natürliche System der DFB-Elf
-> 4-1-4-1 (mit reichlich Pressing nach Ballverlust) ist besser für eine Aufholjagd geeignet als eine Formation mit Dreierkette

-> Toni Kroos eignet sich sehr gut als Deep-lying Playmaker/Regista muss aber noch seine Defensivqualitäten verbessern (beim 3:1 muss er hinter dem Ball stehen und darf nicht nur Zuschauer sein)

-> damit aus Özil und Götze „Götzil“ wird, müssen die beiden noch öfter zusammenspielen, obwohl die Integration der beiden in einer defensive Organisation weiterhin das größte Problem darstellt.

-> Dennis Aogo, Simon Rolfes und speziell Christian Träsch sind für die Nationalelf nur als Ergänzungsspieler sinnvoll. Träschs größte Trumpfkarte ist seine Vielseitigkeit. Nur hat er auf keiner seiner Positionen Startelfqualität. Bei seinen Auftritten in der DFB-Elf wirkte er für mich stets überfordert. Aogo bringt einige Vorzüge mit, aber ebenso Schwächen. Ähnliches gilt für Rolfes, aber er ist schon in Leverkusen nur der drittbeste Mittelfeldspieler und wirkt auf mich mit seiner durchschnittlichen Ballkontrolle wie ein Nationalspieler von vor zehn Jahren.

Antworten

Flowbama 12. November 2011 um 20:13

Dem kann ich nur zustimmen. Simon Rolfes wirkt wie ein Nationalspieler aus der DFB-Erich Ribbeck-Mottenkiste. Und wieso Träsch und Aogo gestern von Beginn im Mittelfeld (!) spielen durften, bleibt Jogi’s Geheimnis.
Die Systeme 4-1-4-1 und 4-2-3-1 sind für alle Eventualitäten ausreichend. Im Übrigen kommt es weniger auf das „formale“ System an, als vielmehr auf die tatsächliche Raumaufteilung im Spiel.

Antworten

Jojo 13. November 2011 um 11:25

Guter Artikel :-).

Ich fand die Aufstellung gestern interesant und würde das „Experiment“ nicht als geschseitert ansehen. Man muss eben bedeken wer auf den Flügeln gespielt hat. Dennoch wfinde ich es gut, dass Löw die CL-Spieler, nicht 2 mal 90 Minuten Spielen lässt. Was offensiv möglich ist Wurde später mit den Einwechslungen gezeigt.

Sicher hat das System Schwächen die man in Kauf nehmen muss, allerdings sind diese vielleicht gar nicht zu gravierend wie sie gestern erschienen. Denn 2 Gegentore vielen nach eigenen Standarts, aber die Zahlenspiele haben nichts damit zu tun. Auch im 4-2-3-1 oder in anderen Systemen gehen die IV bei Standarts mit vor und andere Spieler müssen ne vernünftige Absicherung schaffen.
Das man mal einen Schuss aus der Zone 25-30 Meter zulässt ist auch normal, den trifft er vielleicht bei 50 Versuchen genau so.
In der 2 HZ haben wir dann sehr offensiv 2 Tore erzwungen, dabei dann logischerweise einige gefährliche Konter hinnehmen müssen. Könnte mit Idealbesetzung sehr interesant sein, wenn man Tore erzwingen will, bin gespannt ob und wenn ja wann wir dieses System beim Turnier wieder sehen werden.

Antworten

Andreas.N 12. November 2011 um 17:34

Generell fand ich die Idee so ein taktisches Konzept mal auszuprobieren eigentlich ganz gut, aber die Umsetzung, sprich die Rollenverteilung der Spieler dabei überhaupt nicht passend…
Wieso stelle ich auf die Außen Spieler ( Träsch, Aogo ), die selbst in Bestform weder schnell, noch dribbelstark, noch kombinationssicher sind und auch bei genügend Raum nicht eine gute Flanke hereinbringen können, obwohl das sowieso eher nicht das Spiel der N11 ist.
Dort hätte ich gerne jemanden gesehen der dann auch ins 1-1 gehen kann und von außen schnelle, flache Bälle nach innen bringt oder selbst in den Strafraum eindringt. Die Idee des Konzeptes und die Umsetzung fand ich einen Wiederspruch in sich selbst. Dort hätte ich mir z.b. lieber einen Castro (AV) gesehen, der selbst an einem schlechten Tag mehr spielerisches einbringen kann, als Obengenannte in Normalform.

Antworten

hertizworld 12. November 2011 um 16:41

Ich finde das System hat beim Spiel über Außen ein großes Problem. Mit nur einem Spieler in der Box wird das Flanken zum Glücksspiel. Zwar spielte Aogo net überragende Flanken. Doch war Gomez meist auch eng zwischen 2 IVs gedeckt und ging fast nie auf den ersten Pfosten. Da ging auch kaum einer der OMs hin.. Da hätte man auch gleich ohne Flanken sondern anstelle der offensiven AVs mit echten Flügelstürmern die auch nach innen ziehen können spielen sollen. Das System war für Aogo und Träsch nicht gemacht. Da hätte man auch mit Schmelzer net besser ausgesehen. Der inverse Lahm hätte dabei selbst gefährlich werden können (CostaRicaReloaded :). Dafür wär evtl aber net genug Platz vorm 16er gewesen. Mit dem variablen Müller ist die rechte Seite auch besser besetzt. Die hier aufgeführte vermeintliche Bestbesetzung kann ohne Wechsel je nach Situation ein Systemwechsel vollziehen. Dabei können Özil Götze Müller mMn jede Position der 3er Reihe im 4-2-3-1 einnehmen. Man kann also jeden nach außen verschieben.

ich würde dennoch im Spiel ein Wechsel auf 3-4-3 bevorzugen

———-Gomez———-
Götze——Özil———Müller
— Lahm———Kroos—–
———-Schweini———-
-Badst.—Hummels—Boa-

Es ist mehr auf unsere Stärken im Zentrum ausgelegt und die Außen sind variabler einsetzbarer als die hohen Außenverteidiger und können selbst torgefährlich werden.

oder bei Rückstand zu Spielende nen zweiten Stürmer einwechseln oder (alternativ Müller mit in die Box schicken) um dann auch genug Abnehmer für Flanken zu haben:

——Gomez—-Klose—–
Müller–Kroos—-Götze–Özil
————Schweini———–
–Lahm—Hummels—Boa—

Antworten

Dutschge 14. November 2011 um 14:16

———-Gomez———-
Götze——Özil———Müller
— Lahm———Kroos—–
———-Schweini———-
-Badst.—Hummels—Boa-

Das ist aber kein 343. Sieht eher aus wie 361 oder 334, wenn man die klassische Bedeutung Abwehr- Mittelfeld- Sturm nimmt. Und von einem 31231 zu sprechen wäre etwas übertrieben …^^

Antworten

Johan Petersen 12. November 2011 um 15:18

Für so konteranfällig halte ich dieses System gar nicht. Man dürfte immer recht schnell fünf Spieler hinter den Ball bekommen. Mehr gibt es je nach Ausrichtung des 4-2-3-1 auch nicht immer sofort.

Ich frage mich aber, ob diese Umstellung überhaupt je nötig ist, auch in Sondersituationen wie eine Aufholjagd. Es wurde doch schon bei der WM praktiziert, dass die beiden AVs vorschieben und sich Schweinsteiger im Spielaufbau auf Höhe der IVs fallen lässt, so dass das Spielfeld ebenfalls zu dritt abgedeckt wird. Hat letztlich den gleichen Effekt.

Antworten

tactic addicted 12. November 2011 um 12:26

Es wird häufig bei der Diskussion des Systems vergessen, dass man eventuell flexibel in einem Spiel von 4 -1 -4 – 1 auf 3 – 4 -2 -1 wechseln könnte, falls es die Spielsituation erforderlich macht. Man könnte beim Angriffspiel Lahm auf links nach vorne ziehen, wobei ein Schürrle/Podolski sich leicht nach innen orientieren könnte, um Gegenspieler vom Flügel zu ziehen und Räume zu schaffen. Bei gegnerischen Angriffen wird Lahm wieder zurückgezogen, oder falls er dies nicht früh genug schafft, muss der laufstarke Khedira vorübergehend die Außenposition besetzen, so dass Boateng rechter Außenverteidiger spielt. In Bestbesetzung ein sicherlich machbares System. Es wäre sicherlich interessant gewesen, es einmal in Bestbesetzung zu sehen. Der Einsatz von Träsch und Aogo in dieser Form kann ich nicht nachvollziehen.

Antworten

Santon39 12. November 2011 um 16:50

Ich teile deine Meinung !!!
Der Wechsel zwischen diesen Systemen sollte zweifelsfrei möglich sein, wie es auch im Spiel gg. Brasilien der Fall war. Dort agierte Lahm schon fast auf der Podolski-Position, der dafür weiter nach innen rückte.

Antworten

Andy K 12. November 2011 um 11:57

Was Aogo und vor allem Träsch angeht: Da gebe ich vastel recht, das sind definitiv keine Nationalspieler. Träsch mag laufstark sein und ein passabler Ballverteiler im Mittelfeld, aber sein Stellungsspiel und seine mangelhafte Schnelligkeit machen ihn als Außenverteidiger zu einem ständigen Sicherheitsrisiko. Und Aogo ist ein ordentlicher Aufbauspieler, aber defensiv noch schwächer als Lahm (und der ist links nach hinten auch häufiger für einen Fehler gut).

Antworten

Andy K 12. November 2011 um 11:53

Für mich ist ein System mit drei Innenverteidigern und Wing Backs ein klassisches Kontersystem. Insofern verstehe ich nicht den Sinn darin, das gegen einen tief stehenden Gegner zu spielen. Geht man von einem heute ja sehr weit verbreiteten 4-2-3-1 aus, das der Gegner defensiv interpretiert, d.h. die Räume in der eigenen Hälfte sehr eng macht und nach vorne fast nur mit Kontern bzw. Diagonalbällen oder hohen Bällen auf den meist isolierten Stoßstürmer agiert, dann braucht man definitiv keine drei Innenverteidiger. Aus meiner Sicht ist die Rechnung recht einfach: Einer deckt den Stürmer, einer sichert ab. Und der Dritte? Kann ins Mittelfeld schieben, klar. Nur dann kann ich auch direkt noch einen Mittelfeldspieler aufstellen! Gerade gegen tief stehende Gegner ist doch die Viererkette mit offensiven Außenverteidigern so stark, weil diese (theoretisch, also laut Plan) dann zu zusätzlichen Offensivkräften auf außen werden. Und gegen Teams, die im Zentrum massiert stehen, sind doppelt besetzte Außenpositionen besonders sinnvoll. So, wie gestern das 0:1 gefallen ist, d.h. mit einem Pass von der Grundlinie vors Tor (wenngleich das ein Konter war, die Idee ist die gleiche) hat man die besten Chancen, diese Gegner zu knacken. Gegen Deutschland werden die wenigsten Teams bei der EM versuchen, die Kontrolle zu übernehmen und das Spiel zu dominieren. Und gegen diese Mannschaften (Spanien etwa, die immer dominant sind) wäre es aus meiner Sicht nicht sinnvoll, irgendwelche Experimente zu wagen. Wir haben das 4-2-3-1 und das 4-1-4-1, notfalls wohl auch ein 4-1-3-2 mit Gómez und Klose (der ja gestern verletzt ausgefallen ist). Ich halte das System mit einer Dreierkette mit 3 IVs schlicht für unnötig. Denn Deutschland und etwa Real Madrid zeigen ja oft genug, dass bei einem 4-2-3-1 mit den richtigen Spielern perfekte Konter gespielt werden können. Wäre Deutschland so ballsicher und eingespielt wie Barcelona, könnte man das 4-2-3-1 bei Ballbesitz zu einem System mit drei Verteidigern konvertieren – dann wäre Schweinsteiger der ideale zentrale Verteidiger und Ballverteiler. Aber so weit sind wir noch nicht, dafür fehlen die Mechanismen, die Eingespieltheit, das Forechecking – und die Ballzirkulation der Katalanen.

Antworten

mister x 12. November 2011 um 11:44

Ich kann mir auch vorstellen, dass Götze in der unteren Grafik zur vermutlichen Bestbesetzung eher auf der linken Seite spielen – also mit Özil tauschen – würde.

Dadurch wäre ein flüssigerer Übergang vom 4-2-3-1, wo Götze auf dem Flügel spielen würde, zum 3-4-2-1, wo Götze eher eine zentrale Rolle einnimmt, gewährleistet.

Antworten

Berni 12. November 2011 um 11:19

Meiner Meinung nach ist das System von gestern nicht so gut. Eher würde ich auf 3-4-1-2 gehen mit Klose und Gomez. Löw hat ja selber gesagt, dass es nur eine Alternative werden soll, wenn man mal ein Tor aufholen muss. Und da sollte man dann shcon mit 2Stürmer agieren. Gerade auch, weil zu dem Zeitpunkt der Gegner massiv hinten drinstehen wird und somit ein Stürmer allein gegen eine 5er-Kette genauso sinnvoll wäre wie ganz ohne Keilstürmer.
Oder Özil setzt die Vorgaben besser um, und spielt wirklich die hängende Spitze, die er auch gestern sein sollte. Aber den Spielaufbau muss er dann gänzlich Kroos oder Götze überlassen. Sonst kommt es zu einem „auf den Füßen stehen“ und es macht dem kompakt verteidigen Gegner sehr leicht, die Räume zu zustellen.
Meiner Meinung nach braucht man aber für diese Taktik zwei enorm starke Außenspieler, die sowohl technisch sehr gut sind, als auch mal ein 1gg1 gewinnen können. Denn es fehlt gerade bei schnellen Seitenwechseln die Anspielstation des offensiven AV, sodass der Außen für die Zeit des verschiebens weniger Alternativen hat. Und wenn man dann offensiv verschoben hat, hat der Gegner es defensiv auch schon wieder. Das ist nicht ganz so einfach umzusetzen und zeigt auch, warum man beim ersten Spielen einer solchen Formation so große Abstimmungsschwierigkeiten bekommt. Das haben wir gestern ja alle gesehen.

Antworten

vastel 12. November 2011 um 11:42

Korrekt. Dass man ein System für den Ernstfall „probt“, finde ich absolut in Ordnung, aber doch nicht in dieser Aufstellung. Wenn ich in Rückstand liege, spiele ich doch nicht mit Aogo und Träsch als Winger?!

Insofern fande ich das gestrige Experiment als „ohne Aussage“. Wenn, dann hätte alles an offensiver Kraft geballt auf den Platz gemusst mit mindestens 2 nominellen Stürmern vorne drin im 3-4-1-2 bzw. 3-4-3.

Eine Erkenntnis hat das gestrige Spiel immerhin gebracht:
Aogo und Träsch haben absolut NICHTS in der NM zu suchen! Ich hoffe Jogi hat das auch gesehen.

Antworten

jsachse 12. November 2011 um 11:01

Wieder einmal Danke für die hervorragende Analyse. Ich konnte das Spiel gestern nicht sehen, gibt mir einen realistischen Recap Eindruck 😉

Was denkt ihr? Wäre es nicht auch eine Alternative bei diesem System Lahm hinten links in den Dreier-Verbund zu ziehen und vor ihm Schürrle spielen zu lassen bzw. für beispielsweise Badstuber einzuwechseln?

Andere Möglichkeit, die ohne Auswechslung möglich ist: Niemand aus der 4er Kette rausnehmen, sondern Schmelzer nach vorne ziehen. Dann Hummels-Badstuber-Lahm (r) als 3er Kette.

Gut, gut.. gibt auch in diesem System viele Aufstellungsvariationen.

Antworten

Muffin 12. November 2011 um 15:44

Recap? Oh Mann….

Antworten

C 12. November 2011 um 04:06

Ich erlaube mir mal einen Kommentar zu deiner Grafik „Vermutliche Bestbesetzung im 3-4-2-1“ meines Erachtens braucht man neben dem offensiven Lahm einen schnellen Spieler wie zB Hummels und eben nicht Badstuber, den man dann eines weiter nach innen schiebt, ich denke genau aus dem gleichen Grund hat Jogi Löw das heute genauso gezeigt.

Außerdem die Sache mit den 3 Spielstarken verteidigern, was mir auffiel war dass vorallem Hummels mehrmals den Ball erstmal Badstuber gab damit dieser das Spiel eröffnet.

Und ein anregender Gedanke zum Ende, der erste Gedanke der mir bei dem neuen System kam war, fehlen denen da nicht die Anspielstationen? Ich hatte bei vielen Offensiv Aktionen heute den Eindruck dass die Räume etwas Kopflos besetzt wurden.

Antworten

BB 12. November 2011 um 09:46

Mir kam es bisher immer so vor, als wäre Hummels eher ein langsamer Verteidiger. Deswegen würde ich auch eher die Formation Badstuber – Hummels – Boateng (links nach rechts) bevorzugen. Meiner Meinung würde sich der Linksfuß Badstuber auf der linken Position beim Spielaufbau auch deutlicher leichter tun als der Rechtsfuß Hummels.

Mit der gennanten Bestbesetzung könnte man auch während dem Spiel auf das gewohnte 4-2-3-1/4-1-4-1 umschalten, indem Lahm nach hinten rückt und z. B. Götze die linke offensive Seite besetzt.

Antworten

Dan 12. November 2011 um 11:14

Sehe ich genauso. Wenn man im gewohnten System mit dem in der Grafik aufgeführtem Spielermateriel aufläuft, kann man sogar ohne zu wecsheln zwsichen den Systemen switchen. Löw macht seine Sache schon extrem gut, gerade weil er versucht möglichst flexibel zu sein, was bei den vorhandenen Spielern ja auch nur Sinn macht. Hummels sollte im Zentrum spielen, auch bei einer Dreikette, der ist nix für außen. Und ich würde auch noch die Möglichkeit in Betracht ziehen, Lahm in die Dreierkette zu stellen, um bei Rückstand den Schürrle für einen der drei Verteidiger zu bringen.

Antworten

datschge 12. November 2011 um 14:41

„Hummels ist schnell“ musst ein Running Gag sein, selbst Hummels selber hat sich darüber schon in mehreren Interviews lustig gemacht.

Antworten

Kommissarmartin 12. November 2011 um 15:16

Running Gag, lol

Antworten

*Libuda* 12. November 2011 um 21:13

Hummels ist langsamer als Badstuber

Auf Spox gibt es folgenden Artikel „Das Pech des Älteren“:

„Hummels hat aus der Not – ihm fehlt es mitunter an Schnelligkeit – eine Tugend gemacht und dafür eine unglaubliche Ruhe am Ball entwickelt. „Ich war früher langsamer als die meisten anderen Jugendspieler, da musste ich versuchen, andere Lösungen zu finden“, sagt er heute. Badstuber hingegen lebt von seiner Sprungkraft (55 Zentimeter aus dem Stand) und einem exzellenten Zweikampfverhalten.“

Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

*