TEs Bundesliga-Check: Abstiegsnot, überall Abstiegsnot!

Der Abstiegskampf hält die Liga in Atem. Wieso steckt der VfB Stuttgart wieder ganz unten drin? Und wieso kann Eintracht Frankfurt wieder hoffen? Wie lautet die Prognose für den Abstiegskampf? Die Kolumne gibt Antworten.

Spielverlagerung-Autor TE sucht sich nach jedem Bundesliga-Spieltag drei Aspekte raus, die er kurz und knackig analysiert. TEs Bundesliga-Check ist eine Spielwiese für taktische Beobachtungen, die in den “langen” Spielanalysen keinen Platz finden. Der Analysehappen für Zwischendurch.

Zunächst einmal möchte ich mich entschuldigen. Drei Wochen habe ich die Menschheit auf die neueste Folge der Bundesliga-Kolumne warten lassen. (Nicht dass irgendjemand sie vermisst hätte, aber ich tue gerne so, als würden ganze Heerscharen von Lesern ihren Laptop aus dem Fenster werfen, nur weil keine Bundesliga-Kolumne erschienen ist. Selbstwertgefühl und so.) Der Grund, warum keine Kolumne erschienen ist: Ich war beschäftigt, u.a. mit der Veröffentlichung meines Buchs und einem fünf Stunden langen Rasenfunk-Podcast über die Geschichte der Fußballtaktik. Ja, fünf Stunden.

Heute geht es zum Glück (oder leider, je nach Standpunkt) weiter mit der Kolumne. Ich fange mit einem Thema an, dass ich viel zu lange ignoriert habe: den VfB Stuttgart. Der VfB schwebte nach einem gelungenen Rückrunden-Start im Nirgendwo der Tabelle. Doch nicht nur ich, sondern auch der VfB hat die Probleme ignoriert, die sich bereits schon in der starken Phase andeuteten.

Freud und Leid des Jürgen Kramny

Die große Schwachstelle des VfB ist, spätestens seit der Verletzung von Serey Die, die Doppelsechs. Der VfB spielt unter Kramny einen recht mannorientierten Stil. Kramny hat das Pressing und die Abwehrkette im Vergleich zu seinem Vorgänger ein paar Meter weiter nach hinten verpflanzt und der Mannschaft klarere Zuordnungen zugeteilt.

Das führt momentan regelmäßig zu dem Problem, dass Stuttgart sich im Mittelfeld viel zu leicht aus den Positionen locken lässt. Wenn wir uns bspw. die aktuell erfolgreichen Mannorientierungen der Ingolstädter anschauen, fällt auf, dass diese in Roger stets einen Sechser als Absicherung hinter den Mannorientierungen haben. Quasi einen Libero vor der Abwehr. Stuttgarts Doppelsechs fehlt jedoch ein Spieler, der entstehende Dysbalancen im Mittelfeld ausgleicht. Gentner und Rupp agieren beide eher vorwärtsgerichtet, verfolgen ihre Gegenspieler weit. Sie sichern aber selten bis nie für den anderen ab, wenn dieser einen Ausflug macht. Es fehlt das Raumgefühl. Was das in der Praxis bedeutet, zeigte sich vor dem 0:1 gegen Borussia Dortmund.

Stuttgart agiert mannorientiert, verfolgt also die Gegenspieler weit. Nachteil: Mit einem schnellen Doppelpass lässt sich das Gerüst knacken. Rupp orientiert sich zu Mkhitaryan, Gentner deckt ebenfalls - und so ist kein Spieler da, der das Zentrum absichert. Der Doppelpass zwischen Mkhitaryan und Reus leitet das 1:0 ein.

Stuttgart agiert mannorientiert, verfolgt also die Gegenspieler weit. Nachteil: Mit einem schnellen Doppelpass lässt sich das Gerüst knacken. Rupp orientiert sich zu Mkhitaryan, Gentner deckt ebenfalls – und so ist kein Spieler da, der das Zentrum absichert. Der Doppelpass zwischen Mkhitaryan und Reus leitet das 1:0 ein.

Das Problem: Es gäbe noch viel mehr Beispiele, in denen der VfB im Mittelfeld schlecht gestaffelt stand. Die Mannorientierungen lassen sich leicht mit individuellen Aktionen oder mit Doppelpässen knacken. Augsburg gelang dies vergangene Woche vornehmlich über die Flügel. Beim BVB stellte Tuchel nach einer Viertelstunde um und visierte den linken Halbraum an, wo sich Rupp ein ums andere Mal aus der Position ziehen ließ. Dazu kommen beim VfB ein schwacher Spielaufbau, wenig Verbindungen im letzten Drittel und eine schwache Endverteidigung. Gerade letzteres hatte Kramny im Vergleich zu seinem Vorgänger Zorniger verbessert. Jetzt geht’s aber wieder bergab – in ungekannte Abgründe. Kovac‘ neue Eintracht Apropos bergab: Das war lange Zeit die Richtung, die Eintracht Frankfurt einschlug. Sechs Punkte betrug der Abstand auf das rettende Ufer vor dem Spieltag. Nach dem Sieg sind es nur noch schlanke drei. Zeit, sich die Entwicklung unter Trainer Niko Kovac anzuschauen.

Kovac ist in Spielverlagerung-Kreisen nicht sehr beliebt. Dies liegt maßgeblich daran, dass er mit Kroatien bei der WM 2014 sang- und klanglos in der Gruppenphase ausschied – und das mit einem Kader, der Spielverlagerung-Lieblinge wie Modric, Kovacic und Rakitic beinhaltete. Kovac ließ jedoch einen in erster Linie defensiven Fußball spielen, der die Spielstärke seiner Akteure nicht zur Geltung brachte.

Frankfurt im Spiel gegen Mainz

Frankfurt im Spiel gegen Mainz

Was bei Kroatien eher eine Schwäche war, ist bei Eintracht Frankfurt Kovac‘ größte Stärke. Er hat die Eintracht eindeutig defensiv stabilisiert. Der Fokus liegt auf einer raumorientierten Defensive im 4-4-1-1. Gerade im Mittelfeld ist Kovac‘ die Kompaktheit sehr wichtig, weshalb mannorientierte Elemente eher vorne zu finden sind. Dort gehen die Außenstürmer auch schon einmal früh drauf. Die Doppelsechs soll eher die Positionen halten und passend verschieben.

Die Mechanismen in der Defensive greifen im Eintracht-Spiel viel besser zusammen als noch vor vier Wochen. Schon gegen die Bayern und Leverkusen verschob Frankfurt eifrig und ließ kaum Lücken zwischen den Linien. Auch die horizonalen Abstände stimmen, sodass Schnittstellenpässe erschwert werden.

Genau wie zu seiner Zeit als Kroatien-Trainer denkt Kovac zunächst defensiv – und stellt auch dementsprechend auf. Da landen Spieler wie Stendera oder Fabian eher auf der Bank und werden durch Arbeiter wie Ben-Hatira oder Gacinovic ersetzt. Den negativen Effekt dieser Maßnahme spürt man dann in der Offensive, die wiederum ein gesondertes Thema ist.

An dieser Stelle soll nur die Defensive gelobt werden. Mainz hatte aus dem Spiel heraus praktisch keine Torchance, auch Leverkusen erarbeitete sich erst nach dem 1:0 in der vergangenen Woche Möglichkeiten. Das ist eine interessante Variante, um den Nichtabstieg zu schaffen. Ob das aber auch gegen Darmstadt und Werder Punkte bringt?

Drittel-Update

Damit wären wir bei der letzten Fragestellung für heute angekommen: Kann man aus der bisherigen Saison etwas ableiten für den Abstiegskampf? Vor ein paar Wochen habe ich die Bundesliga in Drittel eingeteilt und geschaut, wer gegen wen gepunktet hat. Ich habe die Grafik einmal für die Abstiegskandidaten aktualisiert. Wer über die Kurven mit der Maus fährt, findet in Klammern die Zahl der Spiele, die ein Team noch gegen Teams aus diesem Tabellendrittel vor sich hat:

Diese Grafik rüttelt etwas an dem Paradigma, dass es für den restlichen Abstiegskampf möglichst leicht sei, gegen schwache Gegner zu spielen. Klar, direkte Duelle riechen nach einer guten Sache. Schaut man aber beispielsweise auf die Punktausbeute von Bremen, sieht man, dass sie in direkten Abstiegsduellen nicht stärker abschneiden als in Spielen gegen andere Teams aus der Liga. Taktisch hat dies sicherlich die Ursache darin, dass Bremens Spielaufbau in dieser Saison mehr als schwach ist. Man kann also kritisch hinterfragen, ob die Spiele gegen Stuttgart und Frankfurt wirklich gut sind für die Bremer. Die Erfolgswahrscheinlichkeit ist aus Sicht vergangener Ereignisse nur unwesentlich größer als gegen Hertha oder Mainz. Zugleich ist die Wahrscheinlichkeit vorhanden, einen direkten Abstiegskonkurrenten zu füttern. Oh oh.

Auch Darmstadt ist noch nicht unten raus. Sie punkten diese Saison vor allem gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte – und sie haben nur noch ein solches Spiel vor der Brust. Das Spiel gegen Frankfurt hat daher mehr Endspielcharakter für die Darmstädter, als es auf den ersten Blick scheint. Augsburg-Fans können etwas Beruhigung aus dieser Grafik ziehen, schließlich geht es nicht mehr gegen die ganz Großen der Branche, sondern gegen Mittelklasse-Teams, gegen die man gut gepunktet hat bisher.

Hilft diese Statistik weiter? Natürlich nur bedingt. Aber sie ist besser als nichts (bzw. besser als keine Kolumne).

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Ausführliche Analysen des 30. Spieltags

HSV – Werder 2:1
Hertha – Bayern 0:2
Schalke – Leverkusen 2:3

TobiT 26. April 2016 um 19:32

Ich hab die Statistik mal auf die Platzierung am jeweiligen Spieltag umgerechnet (Stand 31. Spieltag)
Dadurch ändern sich die Werte teilweise erheblich.

Team____ TOP6 MID6 BOTTOM6 Platz (31.ST)
Bayern__ 2,09_ 2,80_ 3,00_____ 1
Wolfsburg 1,09_ 1,88_ 1,00_____ 10
Gladbach 2,14_ 1,18_ 1,54_____ 5
Bayer 04_ 0,57_ 2,19_ 1,88_____ 3
Augsburg 0,89_ 1,30_ 1,25_____ 12
Schalke__ 1,17_ 1,62_ 1,67_____ 7
BVB______ 2,22_ 1,89_ 2,85_____ 2
Hoffenheim 0,82_ 0,85_ 2,00_____ 14
Frankfurt 0,75_ 0,67_ 1,50_____ 17
Werder__ 0,73_ 0,80_ 1,50_____ 16
Mainz____ 1,67_ 1,38_ 1,36_____ 6
Köln_____ 1,11_ 1,27_ 1,45_____ 8
Hannover 0,73_ 1,00_ 0,40_____ 18
Stuttgart_ 1,00_ 1,10_ 1,09_____ 15
Hertha___ 1,18_ 1,75_ 1,88_____ 4
HSV_______ 1,17_ 0,50_ 1,54_____ 11
Ingostadt 1,00_ 1,60_ 1,33_____ 9
Darmstadt 0,50_ 1,30_ 1,78_____ 13
Schnitt___ 1,16_ 1,39_ 1,61

Besonders auffällig ist Leverkusen, das 16 Spiele gegen MID6-Teams hatte und daraus 35 ihrer 54 punkte holte, aber gegen die TOP6 nur 4 Punkte (Ligaschlusslicht) aus 7 Spielen erreichte.
Interessant ist, dass Hannover gegen die BOTTOM6 (10 Spiele) nicht mal halb so viele Punkte holt wie irgendjemand anderes. Das ist wahrscheinlich auch der Hauptgrund für den Abstieg. Auch die Wolfsburger Saison scheitert an diesen Spielen gegen vermeintliche Abstiegskandidaten.
Auch sieht man, dass Dortmund den Titel durch die schwächeren Ergebnisse gegen die MID6 verspielt hat, da sie in den anderen beiden Kategorien locker mit den Bayern mithielten.
Gladbach dagegen rettet die unterdurchschnittliche Saison mit einer herausragenden Bilanz gegen die TOP6.

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Koom 26. April 2016 um 22:44

Danke fürs Hochrechnen. Sehr interessant und gut vorstellbar. 🙂

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Augustine 26. April 2016 um 12:16

Ähm, Gacinovic ein Arbeiter?

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CE 26. April 2016 um 12:22

Wie ein Kreativspieler wirkt er nicht gerade.

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TE 26. April 2016 um 14:53

Ich muss zugeben, ich habe noch nicht unendlich viel von ihm gesehen. Aber in der Rolle, die er aktuell im Frankfurter System einnimmt: auf jeden Fall. Offensiv kaum Akzente, dafür viele Wege gegen den Ball und viele Zweikämpfe.

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Schorsch 25. April 2016 um 22:14

Launiger Artikel. Und fair gegenüber N. Kovac. Wobei ich die Kritik an den negativen Auswirkungen seiner defensiven Ausrichtung so nicht ganz mitgehe. Zum einen fehlt Alex Meier bis zum Saisonende und der war (überspitzt ausgedrückt) ‚die Offensive‘ der SGE. Das Offensivspiel der Eintracht war voll auf Meier ausgerichtet und funktionierte immer dann nicht, wenn er fehlte. Für Kovac ist dies eine zusätzliche Baustelle, auf deren Behebung er mMn bewusst verzichtet. Das hat sicher auch, aber mMn nicht nur damit zu tun, dass er zunächst defensiv denkt. Die Fokussierung auf zentrale Kompaktheit und defensive Stabilität ist schon Umstellung genug für das Team, mehr würde es evtl. überfordern.

Nicht ganz ernst gemeint: Der Negativlauf des VfB ist ganz klar auf den Ausfall von Kevin Großkreutz zurückzuführen. Seitdem er nicht mehr dabei ist, geht es bergab… 😉

Was Werder anbelangt, so wäre es mir lieber, man hätte noch zwei Auswärtsspiele gegen spielerisch ambitioniertere Teams. Wie schon vor längerer Zeit vermutet, kommt es wohl zum Abstiegsshowdown am letzten Spieltag im Weserstadion gegen die SGE.

Überhaupt riecht die ganze Konstellation nach der am letzten Spieltag der Saison 98/99. Fjörthoft, Übersteiger, 5:1. Und plötzlich hatte die Eintracht die gleiche Tordifferenz wie Nürnberg, nur mehr Tore erzielt. Frankfurt war vor diesem Spieltag 16. und der Glubb 12.; dass nun auf einmal der FCN abstieg, hatte vorher keiner auf der Rechnung.

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drklenk 25. April 2016 um 22:49

Meier ist wichtig ja, aber Frankfurt hat durchaus (auch ohne ihn) die Spieler, um einigermaßen gepflegten Offensivfußball zu spielen. Es erwartet keiner nach nach ein paar Wochen Amtszeit Juego de Posición auf Guardiola – Niveau. Aber zumindest eine Idee, wie man Tore erzielen will, sollte schon da sein.
Wenn sich das nicht ändert, geht Frankfurt runter, da lege ich mich fest.

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JayJay 26. April 2016 um 09:42

Sehe ich sehr ähnlich. Freilich war Meier wichtig. Aber auch Seferovic und Castaignos sind anständige Mittelstürmer mit gutem Abschluss und mit den Fabians, Stenderas, Gacinovics und auch Aigners dieser Welt ließe sich schon ein gepflegtes Spiel nach vorne aufziehen. Eins muss man, wie der Artikel richtig feststellt Kovac aber lasssen: Er hat die Kompaktheit im Mittelfeld hergestellt und damit das bisher größte Problem der Eintracht überwunden. Unter Veh ist die Mannschaft oft komplett in zwei Teile zerfallen und ein völlig überforderter Stendera sollte/musste praktisch alleine im Mittelfeld spielen und wurde überrannt. Kovacs Stil ist zwar weder schön noch taktisch originell aber wenns reicht die Klasse zu halten… Von mir aus

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Schorsch 26. April 2016 um 10:39

„Kovacs Stil ist zwar weder schön noch taktisch originell aber wenns reicht die Klasse zu halten… Von mir aus“

Eben. Alles andere ist jetzt weniger von Belang und eine Aufgabe für die nächste Saison. Mit oder ohne Kovac, in Liga 1 oder Liga 2.

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Schorsch 26. April 2016 um 10:30

Ich stimme zu, dass die SGE über Spieler verfügt, mit denen man auch ohne Meier „einigermaßen gepflegten Offensivfußball“ könnte. Hat man aber in dieser Saison nicht. Sogar gut möglich, dass man dies ohne Meier noch besser hinbekommen könnte als mit Meier. Wie gesagt, könnte. Denn mit Meier war es vielleicht nicht immer ‚gepflegt‘, aber häufig erfolgreich. Und wie erfolgreich war man bisher ohne Meier? Unter Veh diese Saison? Auch unter Schaaf, der in der Grundausrichtung offensiv hat spielen lassen, war man ohne Meier weniger erfolgreich als mit Meier.

Das entscheidende ist mMn aber die Ausgangssituation, die N. Kovac vorgefunden hat. Eine vollkommen verunsicherte Mannschaft mit einem ‚Negativlauf‘. Keine Verbindung zwischen den Mannschaftsteilen, offensiv schwach und defensiv ohne Ordnung. Man kann die Situation mMn nicht mit der bei z.B. Hoffenheim vergleichen (wobei die auch noch nicht gerettet sind). Ob Kovac nun eine richtige oder falsche Entscheidung für die Trainerposition war, ist zunächst weniger von Belang. Wesentlicher ist, dass ganz gleich wer nun mit welchem Ansatz diese Aufgabe angetreten hätte, nur über sehr, sehr wenig Zeit verfügt, den Klassenerhalt doch noch zu sichern. Und nur darum geht es, um nichts anderes. Kovac hat sich dabei vielleicht für den einfachen, aber sicherlich auch naheliegenden Ansatz entschieden. Und dass er dabei durchaus erfolgreich war, zeigt der Artikel auf und spiegelt sich auch in den Ergebnissen wieder.

Man sollte auch sehen, dass die Mannschaft durch den von Kovac gewählten Ansatz ihre Verunsicherung abgelegt hat. Unter Veh wäre man noch nach einem Gegentor auseinandergebrochen. Das passiert jetzt nicht mehr. Die Eintracht hat ein hartes ‚Restprogramm‘. Darmstadt (A), BVB (H), Werder (A). Den anderen Abstiegskandidaten geht es nicht besser, aber Sicherheit ist da schon ein ziemliches Pfund, das man einbringen kann. Ob Kovac es schließlich noch schafft, den Relegationsplatz oder gar den 15. Rang zu erreichen, kann niemand prognostizieren. Schafft er es, hat er alles richtig gemacht. Wie es nächste Saison weitergeht (egal ob in der 1. oder 2. Liga), ist etwas anderes.

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Schorsch 26. April 2016 um 10:32

Heißt natürlich ‚widerspiegeln’…

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Petra 26. April 2016 um 11:24

„Das entscheidende ist mMn aber die Ausgangssituation, die N. Kovac vorgefunden hat. Eine vollkommen verunsicherte Mannschaft mit einem ‚Negativlauf‘. Keine Verbindung zwischen den Mannschaftsteilen, offensiv schwach und defensiv ohne Ordnung.“
Sehe ich ganz genauso. Das naheliegendste in dieser Situation, weil vermutlich am schnellsten umsetzbar, ist der Versuch, die Defensive zu stabilisieren. Auch wenn man dann „hinten zu 0 und vorne der liebe Gott“ spielt, gewinnen die Spieler mit einer klaren, defensiven Grundordnung doch wieder etwas an Sicherheit. Und es kann ja klappen (siehe Spiel gegen Mainz). Ich denke auch, dass die Ausgangslage bei Hoffenheim eine andere war. Einer Mannschaft, die man von Huub Stevens übernimmt, kann man mit defensiverer Grundordnung einfach nicht mehr helfen.

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TE 26. April 2016 um 14:55

Das Meier-Argument lasse ich insofern nicht gelten, als dass Meier zwar der beste Finisher ist, den die Liga hat – er kreiert jedoch keine Chancen. Und statistisch gesehen sind Kovac‘ Frankfurter im Chancenkreieren aktuell miserabel. Acht Schüsse pro Spiel ist verdammt wenig, zumal wenn man diese Schüsse nicht reinmacht. Aber wie im Artikel geschrieben, ich will darauf gar nicht zu sehr rumhacken. Fakt ist: Kovac ist angetreten, um seine Mannschaft defensiv zu stabilisieren und Leidenschaft aus ihr herauszukitzeln. Das hat er, Stand heute, auf jeden Fall geschafft. Ob das zum Nichtabstieg genügt, zumal wenn die entscheidenden Spiele gegen Werder und Darmstadt gehen, ist eine andere Frage.

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Koom 26. April 2016 um 15:03

FALLS es zum Klassenerhalt reicht, ändert das aber nichts daran, dass man mit Kovac dann auch in die neue Saison gehen sollte. Nur Defensivspiel ohne Offensividee reicht nicht, um dauerhaft die Klasse zu halten. Da muss schon mehr kommen. Darmstadt und Ingolstadt spielen bspw. auch mit einer sehr klaren Defensividee und -fokus, aber auch mit einem Plan, wie man daraus offensiv erreichen möchte. Den sehe ich bei Frankfurt in keinster Weise.

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FAB 26. April 2016 um 15:25

Der HSV hatte zum Ende der letzten Saison mit Labbadia auch keinen Offensivplan oder bestand er einfach nur aus Lasogga. Irgendwie hat dann aber ein gewisser Marcelo Diaz den Ball im Karlsruher Tor untergebracht. Jetzt dümpelt der HSV halt irgendwo im Niemandsland und schießt ab und zu auch mal ein Tor. So ähnlich könnte das bei der Eintracht auch mit einem Trainer Kovac gelingen.

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Schorsch 26. April 2016 um 16:59

Der Vertrag von N. Kovac und seinem Bruder mit der SGE gilt bis zum 30.06.17. Bei einem Klassenerhalt wird man also definitiv mit ihnen als Trainer in die neue Saison gehen. Wie es bei einem Abstieg aussieht, wird man sehen. Die Verträge sind nur für die Bundesliga gültig, nicht für die 2. Bundesliga.

Wie N. Kovac dann die Eintracht ausrichten würde, bleibt abzuwarten. Dass dies so gänzlich ohne Offensividee sein würde, kann ich mir nicht vorstellen. Ingolstadt und Darmstadt haben ihren Fußball über eine längere Zeit eingeübt und praktiziert. Diese Zeit hat N. Kovac jetzt nicht.

Worum es mir im Prinzip geht ist, dass man einem Trainer gegenüber fair bleiben und das Resultat seiner Arbeit unter dem Blickwinkel der gegebenen Umstände und des Endergebnisses bewerten sollte. Das tut der Artikel auch, in einer Art Zwischenbewertung. Erstes ‚Endergebnis‘ ist dann das Saisonende, sei es nach dem 34. Spieltag oder nach dem Relegationsrückspiel. Die nächsten ‚Zwischen‘-/’Endergebnisse‘ können dann erst im Verlauf bzw. am Ende der nächsten Saison bewertet werden. Vielleicht überrascht N. Kovac ja auch mit einem spielerischen Ansatz, den man ihm jetzt möglicherweise gar nicht zutraut. Immer vorausgesetzt natürlich, er ist tatsächlich nächste Saison Trainer der SGE.

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Schorsch 26. April 2016 um 17:27

Das ist sicher richtig hinsichtlich Alex Meier. Auch was die aktuelle Chancenkreierung der Eintracht anbelangt. Nur kann die Situation vorher unter Veh (ohne Meier) im Endresultat auch nicht so viel besser gewesen sein. Ich kenne die spezifischen Daten jetzt nicht, aber selbst wenn man deutlich mehr Chancen kreiert haben sollte, dann hat man wahrscheinlich nicht so viele davon verwertet. Irgendetwas muss ja auch mit dem Offensivansatz Vehs nicht gestimmt haben, nicht nur mit der defensiven Stabilität und Ordnung. Außerdem ist die Anzahl der Spiele, die unter Kovac bislang absolviert wurden, noch nicht so sehr groß, was die Bewertung mMn etwas einschränkt. 6 Spiele, und 3 davon auswärts in Gladbach, München und Leverkusen. Dort erarbeiten sich andere Teams auch nicht immer viele Chancen. Vielleicht gibt es in den letzten 3 Spielen ja noch eine kleine Verbesserung der Statistik.

Ob das alles nun zum Nichtabstieg reicht, kann in der Tat niemand wissen. Ich würde dabei das Spiel gegen den BVB nicht außen vor lassen. Ereicht man in diesem Heimspiel einen Punkt, kann es genau derjenige sein, der zum Nichtabstieg reicht. Schaun mer mal.

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Tranquillo 25. April 2016 um 21:22

Ich hatte sogar meinen Tower-PC aus’m Fenster geworfen, weil die Bundesliga-Kolumne nicht erschienen ist.
Eine Anmerkung hätte ich: Kann es sein, dass du bei deiner „Kovac bevorzugt Arbeitertypen“-These Gacinovic mit Ignjovski oder Medojevic verwechselt hast, denn Gacinovic ist nun wirklich eindeutig der Spielertyp „Dribbel-Maus“? Trotzdem hast du natürlich insgesamt Recht mit deiner These.

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Schippo9 25. April 2016 um 21:18

An welche Adresse darf ich die Rechnung für den neuen Laptop schicken? 😉

Spaß beiseite, aber ohne die Kolumne ist ein Bundesliga-Spieltag einfach nicht komplett

Der Vergleich Zorniger vs Kramny stärkt mich in meiner Überzeugung, dass Kramny seine Mannschaft nicht wirklich weitergebracht hat als Zorniger, sie hatten lediglich für ein paar Spiele das Spielglück auf ihrer Seite, was zu Saisonbeginn überhaupt nicht der Fall war, wodurch Kramny aber letztendlich auf den besseren Punkteschnitt kommt.

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HK 25. April 2016 um 22:49

Kramny oder Zorniger ist doch egal. Das Potential des VfB wird seit Jahren notorisch überschätzt. Leute das ist eine Truppe die seit einem halben Jahrzehnt gegen den Abstieg spielt. Das wird schon seinen Grund haben!

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Koom 26. April 2016 um 10:48

Naja, Statistiken lügen zwar nicht, erzählen aber selten auch die ganze Wahrheit. Über die Qualität von Chancen (gegnerisch wie eigene) oder des Ballbesitzes erzählt sie so einfach ja nicht.

Ich denke, Kramny hat Stuttgart gute Defensivstrukturen und eine abrufbare Spielweise geschaffen. Das ist aber nur eine solide Grundlage, man schafft durch so eine Struktur zumindest wieder, dass man die Duelle mit dem Gegner 50:50 und auf individueller Klasse basieren lässt, was zum Klassenerhalt eigentlich reichen sollte. Individuell scheint mir Stuttgart schon leicht besser zu sein als die Konkurrenten.

Aber – und das habe ich auch schon bei Mainz‘ Schmidt kritisiert – um erfolgsstabiler zu werden, muss man ein bisserl mehr variieren und sich auf den Gegner einstellen können. Schmidt macht das mit Anpassungen in der Spielweise ein wenig, Kramny insgesamt weniger. Dann ist man halt mehr in der Ergebnislotterie, gerade gibts halt einige Nieten.

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HK 26. April 2016 um 13:49

Fünf Jahre Abstiegskampf sind keine Statistik sondern ein Zustand.
Natürlich würden die Stuttgarter besser aussehen, wenn alle Mann an Bord sind, alle fit und in Form. Dasselbe gilt aber natürlich auch für Klubs wie Bremen und Frankfurt. Wenn von denen einer die perfekte Welle erwischt hätte könnte er heute durchaus um die EC-Plätze mitspielen, wie es ja jedes Jahr einem Klub aus der Mittel- oder Unterschicht gelingt.
Aber das ist nicht die Normalität. Normal ist das Spieler ausfallen, nicht in Form sind, man auch mal überproportional Chancen vergibt, der Schiri nicht mitspielt.
Und wenn diese ganz normalen Dinge geschehen, dann sind Klubs wie Stuttgart eben nicht mehr als Abstiegskandidaten. Mal mehr, mal weniger.
Dieses Jahr hatten sie Glück, dass der dauerverletzte Didavi mal durchziehen konnte, dafür fehlt der unersetzliche Ginczek (der sie letztes Jahr im wesentlichen rettete) dann das ganze Jahr.
Und wenn der größte Hoffnungsträger und Identifikationsfigur in der Abwehr der Niederstrecker ist, lässt das schon ziemlich tief blicken.

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Koom 26. April 2016 um 14:11

Stimme dir zu.

Warum Mainz allgemein mittlerweile fast beständig über den Klubs wie Hamburg, Bremen, Stuttgart etc. steht, liegt wohl darin, dass der Kader insgesamt breiter aufgestellt ist. Taktisch macht man gar nicht mal so viel anders, vielleicht nur etwas konstanter, aber dafür ist man weniger abhängig von einzelnen Akteuren. Sind alle fit und bleiben fit durch die Saison, erreicht man EL-Ränge recht sicher. Fallen mehr Spieler als im Durchschnitt aus, rutscht man eher mal in die Abstiegsränge. Und im Normalfall landet man halt recht stabil zwischen Platz 8 und 11.

Nehmen wir mal Stuttgart: Ginczek fällt aus. Bei Mainz der sicherlich (vom Einfluss auf die Mannschaft) durchaus vergleichbare Muto. In Mainz rückt ein Cordoba nach, der zwar anders, aber auch sehr leistungsstark diese Position vertritt. In Stuttgart ist hier ein größeres Problem. Lässt sich weiterziehen auf Die. Worauf ich hinauswill: Im Grunde bilden die genannten Klubs die Mittelschicht der Liga. Mainz ist nur solider und etwas zukunftssicherer aufgestellt. In Stuttgart war man das lange auch, aber seit einigen Jahren kommt aus der Jugend nichts mehr nach (aus verschiedenen Gründen), während man in Mainz immer wieder darauf zurückgreifen kann. Hamburg hatte gefühlt noch nie einen guten Unterbau, demzufolge ist das Transferergebnis seit Jahren furchtbar.

Um mal wieder den Sprung zum Anfang zu schaffen: Kramny ist taktisch ok. Aber mit dem Kader kriegt er keine Stabilität hin. Die dauernden Trainerwechsel sorgen für fehlende Trainingsstabilität und -automatismen, man kann durch die Wechsel auch keine Philosophie für die Jugend entwickeln und Spieler nachrücken lassen und neue Spieler auch nur schwer verpflichten, wenn man davon ausgeht, dass Neuverpflichtungen auch manchmal einfach Zeit benötigen, um eine wirkliche Verstärkung zu sein.

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FAB 26. April 2016 um 14:35

… bleibt abzuwarten ob das alles nach Heidel so bleibt …
In Hamburg, Frankfurt, Stuttgart liegt es wohl einfach auch an dem bescheidenen Umfeld und den vielen seltsamen Entscheidungen.

Antworten

Dr. Acula 25. April 2016 um 19:28

seit dem moment, als ich das ergebnis des frankfurt-spiels dieses WE gesehen habe, war mir schon klar, dass ich bei der erstbesten gelegenheit gegen die alten kovac-kritiker von SV sticheln werde. jetzt nimmt er mir mit einem satz den wind aus den segeln 🙁
toller artikel übrigens. diese selber kreierten statistiken sind der wahnsinn

Antworten

Koom 25. April 2016 um 17:15

Ich mag diese Kolumne. Schön, dass sie wieder da ist. 🙂

Im übrigen erlebt man bei Mainz scheinbar ganz gut, was die Psyche so ausmacht. Nach erfolgreichem Haupt- und Nebenprojekt-Abschluss (Klassenerhalt + erreichen von EL *fast sicher*) wird nun nach Erzielen einer Führung sehr viel von dem eingestellt, was in Mainz die Basis für Erfolg ist. Sowohl gegen Köln als auch gegen Frankfurt lief man weniger als der Gegner, wobei Laufleistung einer der Lieblingsindikatoren von Schmidt ist.

Und zudem trifft die Punkte-Statistik oben auch schön: Gegen Topteams und Mittelklasse punktet Mainz ganz gut und beständig, gegen „schwache“ Teams wird sehr viel liegengelassen. Und nach Köln und Frankfurt tritt man nun noch gegen Hamburg und Stuttgart an. Da könnte man – wenn sich die anderen nicht gleichblöd anstellen – noch Platz 8 „erreichen“ und doch noch das Bonusprojekt EL verkacken – wo sogar _realistisch_ sogar die CL-Quali drin sein kann.

Antworten

a_me 25. April 2016 um 15:02

Puh. Glück gehabt. Nachdem ich zwei Laptops aus dem Fenster geschmissen habe, dachte ich schon, ich müsste die Woche schon wieder einen neuen kaufen. Geht echt ins Geld 😉

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