CEs Bundesliga-Check: Der Abnutzungskampf

Der Bundesliga-Check wurde von mir infolge eines Putsches gekapert. Jetzt müsst ihr euch mein Spieltagsprotokoll durchlesen.

Erst kürzlich kam im sagenumwobenen Chat der Spielverlagerung-Autoren die Diskussion auf, ob denn in der Bundesliga nur noch tiefes 4-4-2-Mittelfeldpressing mit mangelnder Kompaktheit im Zentrum und Mannorientierungen auf den Außen gespielt wird. Die Antwort in Kurzform: Nein, solange die Guardiolas, Tuchels … und Hasenhüttels atmen, wird es nicht auf diese Monotonie hinauslaufen.

Berlin, Samstag, 15:30 Uhr. Zwei Bundesligateams, die lieber anonym bleiben wollen, beginnen ihre Partie. Zuvor sprachen die beiden Oberquartiermeister Übungsleiter Pal D. und Bruno L. von „Abnutzungskampf“ oder „Materialschlacht“. Anscheinend verwechseln sie Fußball mit den Gefechten an der Aisne 1917. Doch was ist in diesem Fall besser als eine Mittelfeldpressingorgie mit vielen Mannorientierungen (no pun intended)? Man muss fairerweise festhalten, dass gerade Brunos Mannschaft in puncto Angriffspressing hin und wieder gute Ansätze zeigt, aber im Gegenzug ihren Sturmbullen Pierre-Michel „ich lasse immer das weiße Shirt raushängen“ Lasogga nicht in Szene setzen können.

Ortswechsel. Unweit eines Audi-Werkes in Oberbayern, 15:30 Uhr. Der Ingolstädter Trainer Ralph Hasenhüttl schickt sein Team wieder im 4-3-3 aufs Feld. Im Sturm bekommt Moritz Hartmann den Vorzug gegenüber Flügelangreifer Stefan Lex. Die Begründung Hasenhüttls: Er präferiere für diese Partie eine „andere Anlaufvariation“. Derartige Aussagen wünschen wir uns.

2015-10-03_Ingolstadt-Frankfurt_FCI-Pressing

Ingolstadt läuft an

Und in der Tat. Ingolstadts Pressing sieht in der ersten Halbzeit verändert aus. Meist positioniert sich Hartmann zentral und orientiert sich an Frankfurts Sechser Stefan Reinartz, während die Nebenmänner Mathew Leckie und Lukas Hinterseer eher über Bogenläufe die beiden gegnerischen Innenverteidiger anlaufen. Auch in der Linie dahinter gibt es phasenweise Veränderungen. So verfolgen die beiden Achter Pascal Groß und Max Christiansen eher selten die Halbspieler in Frankfurts Raute. Derartige Mannorientierungen verursachten in der jüngeren Vergangenheit hin und wieder Lücken im Formationszentrum. Vielmehr positionieren sich die Achter hier etwas höher und versuchen mit ihren Deckungsschatten auf die tieferen Halbräume, Zuspiele zu unterbinden.

Mönchengladbach, 16:00 Uhr. Viele Beobachter inklusive Sky-Kommentator Wolff Fuss fragen sich, wie man denn Wolfsburgs System beschreiben sollte. Dieter Hecking hat sich für das Auswärtsspiel bei den Fohlen ein paar Kniffe einfallen lassen. So bringt er beispielsweise Marcel Schäfer als defensivstarken Linksaußen, während Max Kruse und Maxi Arnold im Zentrum eine wackelnde Doppelacht bilden.

Im offensiven Zentrum agiert derweil André Schürrle. Regelmäßige Hörer des Forecheck-Podcasts dürften meine Einschätzung zum Spieler Schürrle bereits kennen. Da fielen Worte wie „maßlos überschätzt“. Man muss nun mal etwas polarisieren, nicht wahr? Doch zumindest in seiner Rolle als Neuner hat er seinen Anteil an einem dynamischeren Auftreten der Wölfe gegen Gladbach – insbesondere im Vergleich zum doch eher simplen Dost-Fußball. Noch beeindruckender sind die Bewegungssynergien, die sich in den vorderen Linien der Wolfsburger ergeben. Das beginnt schon beim Pressing, wo immer wieder vereinzelte herausrückende Läufe erfolgen, die umgehend von zurückfallenden Bewegungen anderer Akteure beantwortet werden. So presste Heckings Team beispielsweise situativ im 4-3-3, als sich Schäfer etwas zurückzieht, während Daniel Caligiuri aufrückt. Auch Kruse und Arnold funktionieren zusammen recht gut, wechseln sich passend durch Pendelbewegungen in der Halbraumverteidigung wie auch im offensiven Vorstoßen ab. Allerdings können die Wölfe bis auf einen Versuch von Schürrle in der zwölften Minute keinen Torschuss von innerhalb des gegnerischen Strafraums anbringen. Viele der „Key Passes“ kommen aus den tieferen Halbfeldzonen, während auf der anderen Seite vor allem Lars Stindl und Raffael immer besser im Sechserraum der Wölfe Angriffe ein- beziehungsweise weiterleiten können.

2015-10-03_Gladbach-Wolfsburg_WOB-Passes

Wolfsburgs Pässe in der ersten Halbzeit | Quelle: Squawka.com

Ingolstadt, 17:07 Uhr. Pascal Groß nagelt den Ball aus zwanzig Metern ins Frankfurter Gehäuse. Gerüchten zufolge verpassen rund zehn Prozent des Publikums den Treffer. Sie sind ob des chancenarmen Spiels eingenickt. Denn bis auf wenige Phasen neutralisieren sich beide Teams. Frankfurt, die knapp 60 Prozent Ballbesitz verbuchen, können nur ganz selten die Ingolstädter Pressinglinien überspielen.

Berlin, 17:18 Uhr. Brunos Mannschaft verliert mit 0:3.

Ingolstadt, 17:30 Uhr. Nach dem Sieg über Eintracht Frankfurt sagt Hasenhüttl in der Mixed Zone: „Es war klar, dass es ein Abnützungskampf wird.“ Ralph! Du hattest doch so viel Potenzial…

Rund 22 Stunden später, in denen unter anderem England ausgerechnet im Twickenham aus der Rugby-WM ausscheidet.

2015-10-04_Schalke-Köln_GrundformationGelsenkirchen, Sonntag, 15:30 Uhr. Jetzt wurde wochenlang der FC Schalke 04 in den königsblauen Himmel gehoben, wobei wohl einige Ergebnis und Performance verwechseln. Nichtsdestotrotz sollte doch ein Heimspiel gegen Köln ein Leichtes für Breitenreiters Übermannschaft sein. Zunächst wirken die Schalker auch recht ansprechend, obwohl sie weiterhin in manchen Facetten des Aufbauspiels limitiert sind. Am meisten imponieren noch ihre Angriffsmuster am gegnerischen Strafraum. Oftmals passt ein Sechser zwischen die gegnerischen Zentralspieler, wobei sich vor allem Klaas-Jan Huntelaar meist fallen lässt und direkt wieder kurze Ablagen spielt. In diesem Zusammenhang nutzt Schalke das kurzzeitige Zusammenziehen der Kölner Sechser. Denn anschließend gelangt der Ball häufig zu einem eingerückten Flügelstürmer – sprich in den offensiven Halbraum. Von dort aus wird entweder auf die Außen weitergeleitet oder es ist eine Drehung in Richtung Kölner Tor möglich. Insbesondere Leroy Sané zeigt in der ersten Halbzeit eine hervorragende Präsenz im rechten Halbraum. Auch Spielzüge, die direkt über den Flügel erfolgen, binden das Jungtalent mit ein.

Aber: Schalke verliert diese Partie. Mit. Null. Zu. Drei.

Ich möchte in diesem Kontext keinen Geisbock suchen. Aber Schalkes Doppelsechs ist in der Defensive quasi nicht existent. Das beginnt bei Vorstößen von Yannick Gerhardt, die nur selten gestoppt werden. Und führt bis hin zur schwachen Halbraumverteidigung. (Es sah teilweise so aus, als hätte Köln einen Wallhack benutzt.)

Vor dem Führungstreffer durch Anthony Modeste genügt ein langer Pass von Dominique Heintz in Richtung linke Seite der vorderen Linie. Dort wartet Leonardo Bittencourt. Die Doppelsechs ist quasi aus dem Spiel. Bittencourt dreht sich mit Ball in die Mitte. Rückwärtspressing von Johannes Geis? Fehlanzeige. Seitlicher Druck von Leon Goretzka? Nope.

Dass im weiteren Verlauf des Spiels tief stehende Kölner die Aufbauschwächen der Schalker gerne annehmen, versteht sich von selbst. Meist wird Goretzka gedeckt. Roman Neustädter hingegen lässt man mit dem Spielgerät am Fuß aufrücken. Doch seine Vertikalpässe wirken etwas planlos, weil es den Schalkern an entscheidender Abstimmung im letzten Spielfelddrittel mangelt, wenn der Gegner erst einmal kompakt gestaffelt steht.

Was bleibt noch zu sagen?

Immer wieder fragen Leser, was man außerhalb von Spielverlagerung noch konsumieren kann. Zum Ende eines jeden Bundesligaspieltags kann ich beispielsweise die Schlusskonferenz beim Podcast Rasenfunk mit Max-Jacob Ost empfehlen. Dieser wird meist direkt am Abend nach dem letzten Sonntagsspiel ausgestrahlt und nimmt pro Ausgabe wirklich jede Mannschaft ins Visier. Natürlich ist ebenso der bereits erwähnte Podcast Forecheck mit meiner Wenigkeit sowie Christoph Fetzer und Christopher Ramm zu empfehlen. Wir versuchen meist ein Zeitlimit von 45 Minuten einzuhalten – was natürlich nahezu nie klappt. In der Regel werden einzelne Themen herausgepickt.

Schriftlich äußert sich Kollege TE jeden Montag bei 11Freunde.de, indem er eine Analyse zu einem bestimmten Spiel veröffentlicht. Ich selbst publiziere jeden Montag eine Spieltagskolumne bei Focus Online. Normalerweise mit drei Themenpunkten, in Ausnahmefällen aber auch nur zu einer einzelnen Partie. Ansonsten kann ich nur noch den Content auf der englischen Seite von Spielverlagerung jedem wärmstens ans Herz legen.

FAB 19. Oktober 2015 um 10:57

Für die nächste Ausgabe wären ein paar Worte zur Wiederauferstehung von Gladbach interessant. Welche Rolle spielt dabei Schubert, welche Dahoud, …

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Schorsch 8. Oktober 2015 um 19:26

Er hat es gesagt… Er hat es gesagt! Er hat es tatsächlich gesagt!!! Jogi Löw erwartet heute abend im EM-Qualifikationsspiel gegen Irland einen ABNUTZUNGSKAMPF!!!!!! 😉

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DAF 8. Oktober 2015 um 23:21

Jap, Spiel und Ergebnis waren ja auch entsprechend 😉 So haben beide Mannschaften nichts bei der EM verloren…

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Koom 9. Oktober 2015 um 08:51

Ach, Irland hat das gemacht, was sie können. Quasi Darmstadt-esk, wie sie das Spiel da betrieben haben. Und die N11 fand dafür kein Rezept. Sonderlich viele Chancen hat man sich ja nicht erspielt. Ergebnis ging so schon sehr in Ordnung.

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HK 9. Oktober 2015 um 10:23

Ja, er hat den Abnutzungskampf offensichtlich erwartet. Dummerweise hat er seiner Mannschaft nichts davon gesagt.
Das sah abgesehen von der ersten und letzten Viertelstunde eher schläfrig als kämpferisch aus.
Rechtzeitig zur WM hatte Löw den Guardiola/Bayern-Style für sich entdeckt und personell und taktisch soweit möglich einfach mal kopiert. Für mich ist das der Gedanke der uns zur WM getragen hat. Soweit alles gut.
Nach der WM sieht es so aus, als ob ihm das nun wieder etwas entgleitet. Klar Rücktritte, Verletzungen, Formschwächen kommen dazu.
Und nun sieht das teilweise so aus wie Tiki-Taka in seiner negativen Ausprägung. Endlose, ziellose Ballstafetten und eine Mannschaft die sich darüber selbst in den Schlaf lullt.

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FF 7. Oktober 2015 um 21:41

pressingfieber.wordpress.com ?

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Simon 7. Oktober 2015 um 21:29

Sehr cool geschrieben. Der Bundesliga-Check ist sowieso schon meine Lieblingskategorie geworden und dieses Spieltagsprotokoll ist fast noch besser als die Zusammenfassungen.

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August Bebel 5. Oktober 2015 um 21:17

Geis scheint mir auch überschätzt, er ist permanent abgekippt, ohne damit irgendwas zu erreichen. Seine Standards sind gut, aber viel mehr war zumindest gestern nicht zu sehen. Da war Gerhardt deutlich besser; das ist immer sehr ansehnlich, wenn er links mit Hector kombiniert. Der Pass auf Bittencourt vorm 0:1 kam übrigens von Heintz.

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CE 5. Oktober 2015 um 22:29

Ah, danke. Ich hatte nur in Erinnerung, dass der Pass quasi von der linken Außenlinie kam.

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heino 5. Oktober 2015 um 18:21

Miasanrot.de ?

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Dr. Acula 5. Oktober 2015 um 16:01

CE könnte ruhig öfter kapern, sollte TE mal wieder geputscht werden!!

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SF 5. Oktober 2015 um 15:30

Ich war am Anfang von der Idee gewisse Themen/Spiele etwas kürzer zu behandeln nicht sehr überzeugt, finde es aber mittlerweile sehr bereichernd. Hat mir auch dieses Mal wieder sehr gut gefallen.

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Koom 5. Oktober 2015 um 11:23

Zu Schürrle:
Als Mainzer habe ich ja seinen Aufstieg gut verfolgen können. Ich halte ihn für einen guten Bundesligaspieler – aber mehr auch nicht. Das Problem ist, dass es extrem schnell sehr hypig (und damit teuer) wird, wenn man jung, deutsch, schnell und offensiv ist. Betrifft ja auch andere überschätzte/überteuerte Talente wie Draxler, Götze, Reus etc. die man alle schon Richtung Messi schrieb, aber eben mindestens eine, eher mehrere Klassen schlechter sind.

Schürrle hat eine solide Technik. Er kann an sich vieles am Ball, aber nicht konstant abrufen. Sieht man vor allem bei seiner Schusstechnik, die enorme Schwankungen und Streuungen aufweist. IMO ist er vielleicht etwas zu schnell durch die Jugendteams durchgerauscht und bräuchte intensive Technikschulung. Lernwillig scheint er mir zu sein, fleißig ist er eigentlich (auf dem Platz!) wie nur wenig andere.

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razor19911 5. Oktober 2015 um 15:38

Habe die Aufregung rund um Schürrle auch nie nachvollziehen können. Strategisch schwach, technisch höchstens solide und insgesamt auch nicht sonderlich kombinationsstark, intelligent im Pressing etc.

Eigentlich „nur“ athletisch und teils durchschlagskräftig, aber doch sehr linear in seinen Aktionen. Finde es auch immer witzig, wenn man bei seinen Aktionen von Dribblings spricht, weil er praktisch nur ganz selten dribbelt. Er zieht manchmal nur das Tempo mit Ball an Fuß an und rennt in strategisch unwichtige Zonen.

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HK 5. Oktober 2015 um 16:01

Man muss es bei Schürrle ja fast schon erwähnen (wenn ihn das Thema auch wohl weniger amüsiert). Ich habe ihn noch in keinem Spiel von Beginn an richtig überzeugen sehen.
Wenn dann als Auswechselspieler, wenn er sein Tempo und seine Dynamik gegen schon etwas angeknockte Gegner ausspielen kann.

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razor19911 5. Oktober 2015 um 19:36

Stimme zu. Er ist halt echt mehr ein Rollenspieler für bestimmte Situationen, allerdings wenig geeignet für komplexere Systeme und verschiedene Rollen.

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Koom 5. Oktober 2015 um 19:54

Etwas gemeiner als gewollt: Schürrle ist eine Verkörperung der deutschen Statistikverliebtheit. Läuft viele Kilometer, macht extrem viele Sprints, führt Zweikämpfe – da kann man ihm nichts vorwerfen. Nur alles in bedeutungslosen Bereichen.

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CR4 6. Oktober 2015 um 04:59

„Nur alles in bedeutungslosen Bereichen.“ ?? jetzt lasst es dann auch mal gut sein Jungs – das ist nicht gemeiner, sondern einfach faktisch falsch! 6:0, 7:0 – ok, wenn „Bereich“ einen Spielstand meint … nein, warte, da war noch ein Spiel direkt danach, wo das „überschätzte/überteuerte Talent“ Schürrle dem „überschätzten/überteuerten Talent“ Götze eine miserabel geschlagene Flanke servierte (von zwei Verteidigern bedrängt zu werden darf da selbstverständlich nicht als Ausrede herhalten), die dieser nur mit ?Glück? (scheint irgendwie Gomez-like in den Ball gestolpert zu sein??) über die Linie befördern konnte – muss wohl bei einem kleinen, unwichtigen Turnier gewesen sein … hallo!?

btw. die Taktik den Gegner müde zu spielen und dann frische Offensivkräfte zu bringen, soll ja druchaus bei mehreren (hochrangigen) Teams genutz worden sein, nur muss man dann diese Leute auch haben, die entweder von der Bank kommen oder physisch noch frisch genug sind, um die Müdigkeit der verteidigenden Mannschaft auszunutzen

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Koom 7. Oktober 2015 um 15:46

Türlich macht Schürrle auch was richtig in richtigen Zonen. Irgendwie kam er ja auch zu seinem Status. Er hat nur eben eine extreme Streuung. Er ist quasi der Entwurf von „Wer viel macht, macht auch mal was richtig“. Das klingt sehr böse, ist es aber gar nicht mal. Schürrle hatte nur mit Tuchel mal einen Trainer, der mit ihm gearbeitet hat. Alles danach war eher nichts, da wurde er schon als fertiger Spieler angesehen. Der ist er aber nicht. Er ist fleissig und hat gute Anlagen, aber IMO ist er immer noch als Talent oder Rohdiamant einzustufen, nicht als „Star“.

Schorsch 7. Oktober 2015 um 13:30

Ich bin mir bei Schürrle nach wie vor nicht so sicher in der Einschätzung. Vielleicht wird er auch zu sehr in die Rolle des Flügelspielers gedrängt? Obwohl er im Sturmzentrum oder als hängende Spitze vielleicht besser aufgehoben wäre? Möglicherweise müsste man ihm über einen längeren Zeitraum die Chance geben, sich zu bewähren in dieser Position / diesen Positionen.

Interessant für mich in diesem Zusammenhang diese Aussage CEs aus seinem Bundesliga-Check:
„Im offensiven Zentrum agiert derweil André Schürrle. Regelmäßige Hörer des Forecheck-Podcasts dürften meine Einschätzung zum Spieler Schürrle bereits kennen. Da fielen Worte wie “maßlos überschätzt”. Man muss nun mal etwas polarisieren, nicht wahr? Doch zumindest in seiner Rolle als Neuner hat er seinen Anteil an einem dynamischeren Auftreten der Wölfe gegen Gladbach – insbesondere im Vergleich zum doch eher simplen Dost-Fußball.“

Mag sein, dass das dezente Lob etwas ‚vergiftet‘ ist, was ist gar nicht einmal glaube. Aber warum nicht Schürrle auf dieser Position eine wirkliche Chance geben?

Noch etwas anderes: Schürrle hatte seine beste Phase mMn bislang als junger Spieler in Mainz unter Tuchel. Ebenso wie die anderen ‚Bruchweg Boys‘ Holtby und Szalai. Nach der Mainzer Zeit ging es für Holtby und Szalai auch nicht mehr so unbedingt nach oben. Holtbys Schalker Phase danach gut und schön, aber in Mainz fand ich ihn überzeugender (subjektiver Eindruck halt). Bei Szalai mag es an seiner schweren Verletzung gelegen haben, nach der er nie wieder an seine damaligen Leistungen anknüpfen konnte. Mag alles nur Zufall sein, aber die Konstellation seinerzeit in Mainz war vielleicht so günstig für alle drei Spieler, dass sie ihre Stärken voll ausspielen konnten. Und diese Konstellation haben sie später nicht mehr angetroffen.

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Bernhard 5. Oktober 2015 um 10:46

Cooles Logo! Dachte das von TE lässt sich nicht mehr verbessern, aber deins wirkt richtig lässig.

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TS 5. Oktober 2015 um 10:42

Richtig gut!!! Gerne ab und an den Putsch wiederholen. Nichts gegen TEs Beiträge (sind auch richtig gut)
Wo hier grad ein kleiner Verweis auf die Rugby WM kam. Ihr kennt nicht zufällig eine „Spielverlagerungsseite“ für Rugby?

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CE 5. Oktober 2015 um 17:38

Daran hatte ich auch schon gedacht. Aber mir ist keine Seite bekannt. Zudem finde ich, da spreche ich mal aus eigener Erfahrung, dass doch sehr viel im Rugby eher auf individualtaktischer Ebene abläuft, von Matchups abhängt und auch strategische Entscheidungen (wann kicke ich zum Lineout etc.) wohl eher im Fokus von Analysen stehen.

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Gh 8. Oktober 2015 um 10:13

Den Artikel fand ich gut

http://www.the42.ie/analysis-chiefs-super-rugby-tactics-2013507-Mar2015/

die Basistaktiken beim Rugby sind in einigen Lehrbüchern gut beschrieben zu finden. Letzlich läuft hier gruppentaktisch viel standardisiert ab, mehr als im Fußball, auch aufgrund einiger sehr spezifischer Regeln. Es tut sich aber immer wieder was Innovatives, wie bei den Chiefs.

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CE 8. Oktober 2015 um 11:03

Das meinte ich auch ungefähr. Diese Grundtaktiken findest du bei Six Nation, in der Premier League bis runter zu den deutschen Ligen, die ich kenne. Das Training ist deshalb auch anders ausgerichtet und es gibt selten „revolutionäre“ Taktiker.

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Gh 8. Oktober 2015 um 14:25

Ja, letzlich gibt es beim Rugby mehr an Taktik zu arbeiten um erstmal überhaupt ein spielfähiges Team auf den Rasen schicken zu können, wenn das mal drin ist kommts im mittleren Niveau einfach drauf an, wer „stärker“ ist. Bei den Top-Teams gibt’s dann ein paar taktische Finessen wie bei den Chiefs oder man entwickelt Taktiken um einen Spieler mit Sonderbegabung herum, par excellence das England von Jonny Wilkinson.

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Koom 5. Oktober 2015 um 10:36

Schöner Artikel. Ob von dir oder dem Original: Beides lesenswert, sehr angenehm und informativ – ein bisserl ein Spielverlagerung light: Besser verdaulich, leichter zu konsumieren und die Zuckermenge ist angenehm.

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