Donnerstag, 28.07.2016

Aspektanalyse: Die Schweinsteiger-Alonso-Problematik

Das letzte Spiel haben sie zwar gewonnen, doch für die Bayern sind unabhängig vom Gegner vier Punkte in drei Ligaspielen ein Grund die aktuelle Spielweise zu hinterfragen. Für viele der Fans und Experten liegen die Ursachen an der Mittelfeldbesetzung.

Bastian Schweinsteiger und Xabi Alonso spielen erstmals gemeinsam als klare Doppelsechs in der Rollenverteilung in dieser Saison. Beide können ihr komplettes Potenzial aber in dieser Konstellation nicht abrufen, obwohl sie natürlich sehr gute Spieler sind. Die Stammtischerklärungen „es herrscht Neid und Missgunst“ oder „sie sind beide zu langsam“ reicht uns nicht aus, weswegen wir einen kleinen taktischen Blick auf diesen Aspekt geworfen haben.

Gegenseitige Präsenzbremse

In gewisser Weise bringen Schweinsteiger und Alonso sehr distinkte und ähnliche Fähigkeiten als Sechser mit. Natürlich gibt es einige Unterschiede, aber die grundsätzliche Spielweise hat einige Überschneidungen. Diese Überschneidungen sind insbesondere beim Fähigkeitenprofil als spielgestaltender Sechser und als Anspielstation für die erste Aufbaulinie auffällig. Sowohl Schweinsteiger als auch Alonso bieten sich sehr aktiv vor den Innenverteidigern im Sechserraum an und fordern die Bälle, um selbst an der Ballzirkulation als Takt- und Rhythmusgeber mitzuwirken. Wie genau sie dabei vorgehen variiert zwar, doch beide besetzen ähnliche Räume und übernehmen eine gleiche Rolle.

Für die folgenden Beispiele habe ich ein 4-4-2 gewählt. Hier stehen Alonso und Schweinsteiger sehr tief, der Gegner isoliert sie heraus. Man hat eine 5-zu-0-Situation in der ersten Linie, da sich beide ballfordernd zurückfallen lassen. Somit sind die drei Innenverteidiger obsolet und zentral gibt es keine Präsenz.

Für die folgenden Beispiele habe ich ein 4-4-2 gewählt. Hier stehen Alonso und Schweinsteiger sehr tief, der Gegner isoliert sie heraus. Man hat eine 5-zu-0-Situation in der ersten Linie, da sich beide ballfordernd zurückfallen lassen. Somit sind die drei Innenverteidiger obsolet und zentral gibt es keine Präsenz.

Alonso zum Beispiel kommt etwas näher zu den Innenverteidigern und kippt nicht ganz so häufig sauber ab, spielt dafür aber aus diesen tieferen Zonen deutlich dynamischere lange Bälle. Außerdem ist er generell etwas omnipräsenter in den ersten zwei Aufbaulinien. Schweinsteiger wiederum ist in der strategischen Entscheidungsfindung und in der Ballbehauptung unter Druck überlegen.

Allerdings spielen beide viele kleinräumige und weiträumige Verlagerungen, gehen dem Anspiel in den ersten zwei Linien gerne hinterher, erhalten den Ball dann an den Kanten des Sechserraums zurück und spielen weiter. Zu zweit beschneiden sie sich aber in dieser Rolle. Ihre sehr weiträumige Besetzung des Raums zwischen der Abwehrreihe und den anderen Mittelfeldspielern ist eine ihrer großen Stärken und ein wichtiger Faktor, um mehr Mitspieler in höheren Zonen zu nutzen. Wenn sie sich aber beide im Sechserraum aufhalten, so nehmen sie einander diese Stärken und können auch ihre weiträumigen Verlagerungen nicht effektiv einbinden.

Weil ihre beidseitige Weiträumigkeit die doppelte Sechserraumpräsenz obsolet macht, aber gleichzeitig auch den jeweils anderen aus dem Spiel nimmt, gibt es hier Probleme in der Ballzirkulation. Besonders Schweinsteiger leidet darunter, da er den höheren Part in der aktuellen Sechserverteilung einnimmt.

Schweinsteigers problematische Einbindung und ihre systemische Untauglichkeit

Meistens holt sich Alonso schon früh die Bälle ab, spielt von seiner zentralen Aufbaurolle die Flügel oder die höheren Zonen an. Schweinsteiger ist etwas athletischer und in höheren Zonen potenziell stärker als Alonso, weswegen er sich in dieser Konstellation nach vorne bewegt und Alonso auch häufig das Aufbauspiel in seiner Paraderolle als alleinigem, spielmachendem Sechser übernimmt.

Alonso steht in dieser Situation tiefer, Schweinsteiger besetzt die Mitte. Dort ist er aber umringt von Gegnern, wo er verhältnismäßig schwach ist. Alonso wäre in einer solchen hohen Rolle ebenfalls sehr anfällig.

Alonso steht in dieser Situation tiefer, Schweinsteiger besetzt die Mitte. Dort ist er aber umringt von Gegnern, wo er verhältnismäßig schwach ist. Alonso wäre in einer solchen hohen Rolle ebenfalls sehr anfällig.

Das bedeutet aber, dass Schweinsteiger seine große Stärke verliert. Die Ballzirkulation aus der Tiefe, das intelligente Anvisieren von Räumen und der behutsame Aufbau kommen kaum noch zum Tragen. Theoretisch wäre das kein Problem, wenn Schweinsteigers gute Ballbehauptung in höheren Zonen und seine punktuelle Torgefahr besser eingebunden werden könnten. Davon ist zurzeit allerdings kaum etwas zu sehen.Zwar sprintete und stürmte Schweinsteiger in den letzten Partien – insbesondere gegen den VfL Wolfsburg – immer wieder nach vorne, aber erhielt nur selten passende Anspiele. Schweinsteiger ist durchaus stark in engen Räumen, benötigt aber ein dementsprechendes Umfeld.

Steht Schweinsteiger sehr hoch, wie es gegen Wolfsburg oft war (wo sich aber Alaba beteiligte und es zu Beginn keine Dreierkette gab), dann klafft zentral ein riesiges Loch und Bayern muss über die Flügel oder mit langen Bällen agieren.

Steht Schweinsteiger sehr hoch, wie es gegen Wolfsburg oft war (wo sich aber Alaba beteiligte und es zu Beginn keine Dreierkette gab), dann klafft zentral ein riesiges Loch und Bayern muss über die Flügel oder mit langen Bällen agieren.

Mit Javi Martinez als Partner auf der Doppelsechs unter Jupp Heynckes oder auch in der deutschen Nationalelf zum Beispiel stößt Schweinsteiger eher aus tiefen Zonen nach vorne, besetzt die Engen mit einem anderen Sichtfeld und nutzt seine guten Drehungen, um die Ballzirkulation zu verändern. Bei den Bayern war dies letztes Jahr mit Lahm und Kroos ebenfalls der Fall, dass trotz einer nominellen Doppelsechs in einzelnen Spielen Schweinsteigers strategisches Gesamtwirken von seinem jeweiligen Partner nicht negativ beeinflusst wurde; gleichzeitig war besonders Kroos dennoch im Stande das Spiel aus tiefen Zonen (mit-)aufzubauen.

Unsaubere Abstimmung in der zentralen Staffelung

Diese gegenseitige Präsenzbremse führt eben dazu, dass Schweinsteiger höher agieren muss. Sowohl Schweinsteiger als auch Alonso sind in höheren Zonen nur als situativ eingebundene Akteure nützlich, passen in diesen Rollen aber nicht ganz zum Spielsystem Guardiolas. Alonso kann zum Beispiel eine Rolle wie Frank Lampard ausüben. Als nachstoßender Akteur für schnelle Direktverlagerungen nach Pässen von der Seite in die Mitte oder für gefährliche Distanzschüsse ist er brauchbar und bei Real hatte er einige Treffer dadurch verantworten können.

Ohne Nadelspieler fehlt die Unterstützung und Verbindung im letzten Drittel.

Ohne Nadelspieler fehlt die Unterstützung und Verbindung im letzten Drittel.

Schweinsteiger wiederum wurde schon als eine Art Zehner und hoher Achter in der ersten Guardiola-Saison genutzt. Dabei agierte er allerdings zu passiv. Vielfach stand er zu hoch, weil er den Strafraum besetzte und für die Flügelstürmer Räume öffnete / öffnen musste. Als Nadelspieler ist er wie schon erwähnt nicht oder nur in speziellen Situationen tauglich.

Gemeinsam sind Alonso und Schweinsteiger also zwei Spieler mit eher geringem Aktionsradius und eher großem Zugriffsradius. Sie bewegen sich in kurzen Zeitintervallen eher in kleinen Räumen, spielen von dort aus aber sehr weiträumig mit langen Bällen oder bei Schweinsteiger auch weiten Vorstößen. Über letzteres beschweren sich sogar viele der spanischen Bayerfans, weil „Schweinsteiger zu viel laufe“ und auch Guardiolas (pauschalisierte) Aussagen diesbezüglich in seinen Pressekonferenzen indizieren durchaus, dass da etwas dran ist.

Diese fehlende Kleinräumigkeit sorgt für ein schwaches Bespielen von engen Räumen. Besonders gegen kompakt agierende und sich innerhalb der Formation intensiv bewegende Mannschaften – Wolfsburg lässt grüßen, Schalke nicht – kommen die mangelnden Fähigkeiten als Nadelspieler zu tragen. In weiterer Folge können sie durch diese Limitierheit Räume nicht so erobern, wie es von Guardiola gewünscht und in seinem Positionsspiel vorgesehen ist.

Hier steht Schweinsteiger zwar höher, doch er ist für diese Rolle nicht ideal geeignet. Alonso wiederum muss weite Zonen alleine sichern. Eine mögliche Lösung wäre eine Umstellung auf einen unterstützenden Zehner wie Götze, ein Bankplatz für einen aus Schweinsteiger oder Alonso, ein verändertes Nachstoßen der Halbverteidiger bei erhöhtem und massivem Einrücken der Flügelverteidiger und/oder -stürmer. Oder doch eine Rückkehr zum 3-4-1-2?

Hier steht Schweinsteiger zwar höher, doch er ist für diese Rolle nicht ideal geeignet. Alonso wiederum muss weite Zonen alleine sichern. Bei Rückpässen kann er auch sehr schnell gepresst werden, wo sich Alonso in einigen Spielen schon instabil zeigte. Eine mögliche Lösung wäre eine Umstellung auf einen unterstützenden Zehner wie Götze, ein Bankplatz für einen aus Schweinsteiger oder Alonso, ein verändertes Nachstoßen der Halbverteidiger bei erhöhtem und massivem Einrücken der Flügelverteidiger und/oder -stürmer oder eine sehr breite Aufteilung der Doppelsechs. Oder doch eine Rückkehr zum 3-4-1-2?

Ablagen mit darauffolgenden raumöffnenden Bewegungen oder Doppelpassmöglichkeiten, schnelle Kombinationen und einzelne Dribblings in engen Räumen im Zwischenlinienraum mit Kurzpassverlagerungen werden meistens dazu genutzt, dass sie das gegnerische Mittelfeld überwinden, zu Torchancen kommen oder den Gegner schlichtweg zurückdrängen können.

Aktuell geht dies der Mannschaft allerdings ab und obwohl sich die Flügelstürmer darum bemühen, so führt dies verstärkt zu überhasteten Abschlüssen aus unpassenden Zonen. Ohne einen unterstützenden und in engen Räumen erfolgsstabilen Spieler im Zentrum können unpassende Abschlusssituationen nicht ohne Risiko auf Ballverlust gewechselt werden oder über diesen zentralen Spieler nicht noch weitere Verbesserungen an der Abschlusssituation durch eine weitere Kombination vorgenommen werden. Noch schlimmer: Teilweise gibt es Ballverluste oder zumindest zurückgespielte, vielversprechende Angriffe, die sich zusätzlich nachteilig statt nur nicht-vorteilhaft auswirken.

Insofern hat die neue bayrische Doppelsechs viele negative Konsequenzen auf das Umfeld. Guardiola versucht dies mit der 3-4-2-1 und dem 4-3-3 ohne Zehner etwas aufzufangen, indem er die Flügel verstärkt als Durchbruchszone nutzen möchte. Schweinsteiger soll Räume besetzen und öffnen, Alonso die langen Bälle auf die Flügel zirkulieren lassen. Ohne einen Zehner oder sonstigen Engstellen aufbrechenden Akteur in der Mitte werden die Bayern aber auf dem Flügel zu einfach isoliert und können das Locken des Gegners auf die Seite nicht ordentlich bespielen.

Dies betrifft die Probleme der Münchner im Aufbau- und Angriffsspiel. Doch auch die extrem gute Arbeit gegen den Ball ist in der Rückrunde nicht mehr ganz so stabil.

Probleme in der Pressing- und Gegenpressingabstimmung

Vier Gegentore erhielten die Bayern in den ersten siebzehn Spielen in der Hinrunde. Aktuell sind sie nicht stabil genug, um diese Quote aufrechtzuerhalten; mit fünf Gegentoren sind sie schon über dem Schnitt. Natürlich war die Hinrunde auch von etwas Glück geprägt und die Regression zur Mitte musste irgendwann folgen. Diese kam allerdings extrem: Auch in aktueller Form würde die Guardiola-Elf in der Rückrunde sicherlich nicht mehr als ein Gegentor pro Spiel im Schnitt erhalten. Dennoch gibt es einige Probleme im eigentlich so herausragenden Gegenpressing der Vorrunde.

Vor einiger Zeit nutzte Martin Rafelt in einem seiner vielen, verspäteten Artikel zum BVB die „Jäger&Sammler“-Metapher. Dabei bezeichnet er einen der beiden Sechser als Jäger, weil er mit herausrückenden und vielen aggressiven Läufen versucht Zugriff herzustellen und Bälle zu erobern, während der zweite Sechser diese Aktionen absichert und sich etwas zurückhaltender verhält.

In dieser Situation rückt einer der Sechser heraus, um Druck zu erzeugen. Der zweite Sechser sichert ab. Der linke Innenverteidiger greift zum langen Ball auf den (vermeintlich) freien Spieler. Bis dieser den Ball behauptet hat, setzt ihn der absichernde Sechser schon unter Druck und versperrt alle horizontalen Passwege in eine Richtung. Zu zweit auf einer Linie ist diese Mischung nicht möglich.

In dieser Situation rückt einer der Sechser heraus, um Druck zu erzeugen. Der zweite Sechser sichert ab. Der linke Innenverteidiger greift zum langen Ball auf den (vermeintlich) freien Spieler. Bis dieser den Ball behauptet hat, setzt ihn der absichernde Sechser schon unter Druck und versperrt alle horizontalen Passwege in eine Richtung. Zu zweit auf einer Linie ist diese Mischung nicht möglich.

Der taktisch-strategische Hintergrund ist jener, dass der aufrückende Sechser flexibel der Linie vor sich mehr Präsenz geben kann, beim Herausrücken die Zonen seiner Wahl attackiert und quasi eine neue Linie erschafft. Spielt der Gegner zum Beispiel an der offensiven Dreierreihe oder an den zwei Stürmern vorbei, so kann der aufrückende Sechser Räume zustellen und mit seinem Anlaufen den Gegner auf die Seite leiten. Der Sammler  hinter ihm wiederum ist der Nutznießer davon, unterstützt das Pressing und erobert den Ball oder lenkt den gegnerischen Angriff komplett ins Leere.

In dieser Situation erhielt der gegnerische Sechser den Ball unter Druck, drehte sich sofort und geschickt weg. Der Sammler sammelt nun den Ball ein und hat die einzige offene Anspielstation im Deckungsschatten.

In dieser Situation erhielt der gegnerische Sechser den Ball unter Druck, drehte sich sofort und geschickt weg. Der Sammler sammelt nun den Ball ein und hat die einzige offene Anspielstation im Deckungsschatten.

Bei den Bayern passt mit Alonso und Schweinsteiger diese Aufteilung nicht immer optimal. Zwar können beide auch auf die Pressingjagd gehen, sind aber eher zurückhaltender und absichernder. Mit Martinez als Partner von Schweinsteiger oder Lahm als Alonsos Little Helper war es ebenfalls der aktuell jeweils Fehlende, der diese Aufgaben primär übernahm.

An sich ist das natürlich kein Problem. Spieler können dazu ausgebildet werden sich so zu verhalten oder der Mangel an dieser Entscheidungsfindung zum riskant-aggressiven Herausrücken durch das Team kompensiert werden. Desweiteren können Schweinsteiger und Alonso prinzipiell auch Jäger sein, nur bevorzugen sie eine tiefere Rolle und jagen erst in zweiter Instanz, wenn der Angriff des Gegners bereits in etwas isolierte und offene Räume geleitet wurde.

Besonders Alonso rückt dann gerne weiträumig und aggressiv heraus, was mit Lahm als Partner zum Beispiel herausragend funktionierte. Neben Schweinsteiger machen sie das allerdings zu ähnlich, wodurch der Druck in erster Instanz fehlt. Am problematischsten ist dies beim Gegenpressing. Dort ist es nämlich sehr wichtig, den Gegenspieler sofort und schnell unter immensen Druck zu setzen. Beiden Spielern fehlt aber nicht nur die Entscheidungsfindung zum Jagen im Gegenpressing, sondern auch die Athletik.

Bei einer 4-1-2-3haften Rollenverteilung sind die Offensivpräsenz und Staffelungen besser, aber vereinzelt geht dies zu Lasten der Defensivstabiltät im Umschaltmoment. Hier kann Schweinsteiger den Ball nicht rechtzeitig erreichen, Alonso muss entweder Raum gewähren oder riskant herausrücken. Die gegnerischen Flügelstürmer stehen enger und rücken dynamisch auf. Würde man die Außenläufer zurückhaltender spielen lassen, gäbe es weniger Unterstützungs- und Verlagerungsmöglichkeiten im letzten Drittel, der Gegner würde außerdem schwieriger in die Breite gezogen werden und ergo kompakter agieren.

Bei einer 4-1-2-3haften Rollenverteilung sind die Offensivpräsenz und Staffelungen besser, aber vereinzelt geht dies zu Lasten der Defensivstabiltät im Umschaltmoment. Hier kann Schweinsteiger den Ball nicht rechtzeitig erreichen, Alonso muss entweder Raum gewähren oder riskant herausrücken. Die gegnerischen Flügelstürmer stehen enger und rücken dynamisch auf. Würde man die Außenläufer zurückhaltender spielen lassen, gäbe es weniger Unterstützungs- und Verlagerungsmöglichkeiten im letzten Drittel, der Gegner würde außerdem schwieriger in die Breite gezogen werden und ergo kompakter agieren.

Dadurch gegenpressen sie die gegnerische Konter nicht rechtzeitig, wodurch diese an Dynamik aufnehmen können. Eine weitere Ursache dafür ist die eingangs erwähnte unpassende Staffelung. Ein im Achter- oder Zehnerraum in Engstellen positionierter Nadelspieler wird sich meistens nahe an gegnerischen Anspielstationen befinden und kann von dort aus schnell Druck ausüben. Zwischen Alonso und Schweinsteiger klafft in der aktuellen Aufteilung (gegen Wolfsburg am massivsten zu sehen) häufig ein Loch, welches beide mit ihrer Spielweise nicht zu füllen vermögen.

Jäger und Sammler im Gegenpressing am Beispiel Xabi und Alonso. Beim Bild mit sehr hohem Schweinsteiger führte ich aus, dass Alonso eben enorme Räume zum Abdecken hat, wenn er alleine tief steht. In diesem Fall stehen sie beide tiefer, doch reagieren suboptimal. Schweinsteiger kann nicht schnell genug den Mittelstürmer abdecken und lässt sich tiefer fallen, Alonso ist nicht dynamisch genug im Pressing und will den Gegner eher stellen, was in dieser Situation unpassend ist. Solche Aktionen gab es schon ein paar Mal. Die offenen Flügel sowie Läufe hinter die Abwehr sind gefährlich. Presst der Gegner in einem Mittelfeldpressing und  erobert solche Bälle, kann es fatal werden. Fatal aka 1:4.

Jäger und Sammler im Gegenpressing am Beispiel Schweinsteiger und Alonso. Beim Bild mit sehr hohem Schweinsteiger führte ich aus, dass Alonso eben enorme Räume zum Abdecken hat, wenn er alleine tief steht. In diesem Fall stehen sie beide tiefer, doch reagieren suboptimal. Schweinsteiger kann nicht schnell genug den Mittelstürmer abdecken und lässt sich tiefer fallen, Alonso ist nicht dynamisch genug im Pressing und will den Gegner eher stellen, was in dieser Situation unpassend ist. Solche Aktionen gab es schon ein paar Mal. Die offenen Flügel sowie Läufe hinter die Abwehr sind gefährlich. Presst der Gegner in einem Mittelfeldpressing und erobert solche Bälle, kann es fatal werden. 

Das hat ein zusätzliches Problem zufolge: Sie werden im Gegenpressing überspielt und müssen hinterherlaufen. Ihre mangelnde Geschwindigkeit kommt wiederum verstärkt zum Tragen und Bayern muss gegen dynamisch nachstoßende Gegenspieler nach hinten verteidigen. Nach vorne zu verteidigen ist wegen des Wegleitens vom eigenen Tor, wegen des Abseits und auch aus motorischen Gründen einfacher.

Es gibt auch andere Gründe

Allerdings gibt es einerseits nicht nur taktische Gründe für die Disharmonie der beiden und auch sind die beiden nicht alleine für den mäßigen Rückrundenstart verantwortlich. So haben sowohl Schweinsteiger wegen seiner vielen Verletzungen als auch Alonso laut u.a. dieser Quelle häufig das Training in dieser Saison verpasst. Es ist durchaus zu erwarten, dass die beiden schlichtweg noch nicht die passende Kommunikation miteinander haben. Auch die Fitness könnte ein Fragezeichen bei beiden und ein weiterer Grund für die Antagonien sein.

Außerdem musste Guardiola nach der Hinrunde viel umbauen. Die neuen Bewegungen im System müssen erst wieder greifen, ebenso wie das System selbst. Das 3-4-1-2 mit Robben als rechtem Flügelstürmer hatte beispielsweise extrem viele Synergien und positive Wechselwirkungen, die nur bei sehr passend aufeinander abgestimmter Rollenverteilung und guter Umsetzung vorhanden sind. Im aktuellen System fehlen sie. Es sind also nicht nur Schweinsteiger und Alonso, die nicht in Form sind bzw. deren Fähigkeiten vom aktuellen System nicht ordentlich eingebunden werden.

Wäre eine 4-2-1-3hafte Lösung - ergo Viererkette mit Doppelabsicherung - eine Lösung? Auch das gab es in einigen Situationen schon, ist aber nicht optimal. Weder Alonso noch Schweinsteiger sind in puncto sofortigem Zugriff im Gegenpressing die idealen Spieler.

Wäre eine 4-2-1-3hafte Ausrichtung – ergo Viererkette mit Doppelabsicherung – eine Lösung? Auch das gab es in einigen Situationen schon, ist aber nicht optimal. Weder Alonso noch Schweinsteiger sind in puncto sofortigem Zugriff im Gegenpressing die idealen Spieler. Ob Alaba darum gegen Wolfsburg vor der Halbzeit den tieferen Achter bzw. zweiten Sechser gab?

Doch Guardiola wäre nicht Guardiola, wenn er sich nicht etwas einfallen lassen würde. So haben die Bayern nicht ohne Grund verstärkt die Viererkette in der Rückrunde genutzt, wo die Staffelungsprobleme etwas behoben wurden (obwohl die Raumaufteilung von Schweinsteiger/Alonso sowie die Rollenverteilung im Mittelfeld nach wie vor nicht optimal war), aber dafür die Absicherung bei Kontern in der letzten Linie nicht ideal war. Beim Spiel mit der Dreierkette überwogen wiederum die Probleme in der Offensive, auch wenn die Defensive – zumindest gegen Schalke – wieder deutlich stabiler wirkte. Weitestgehend sind es also Balanceprobleme zwischen den zwei Sechsern (bzw. einem Sechser und einem Achter im 4-3-3) und dem System/den Systemen.

Doch wie kann man erhöhte defensive Stabilität und bessere Präsenz weiter vorne miteinander verbinden? Man darf sich sicher sein, dass Guardiola mit Hochdruck an der Lösung arbeitet. Wann diese kommt und wie sie aussehen wird, ist noch unklar. Aber sie wird sicher eine Analyse wert sein.

oscar 14. Februar 2015 um 21:26

hallo liebe SV leute könnt ihr mal ein porträit über das jäger -und sammlerprinzip bringen ?

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blub 14. Februar 2015 um 22:37

1. Ist alles in diesem Artikel erklärt, wenn man es denn nur lesen will, und 2. ist der ursprungsartikel sogar verlinkt.

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oscar 14. Februar 2015 um 23:43

ja den artikel hab ich ja auch gelesen aber wenn ich mich richtig erinnere steht da auch nur das sahin und kehl sammler und gündogan und bender jäger sind jedoch gibt es ja bei weitem mehrere jäger und sammler wenn ich mich nicht täusche

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blub 15. Februar 2015 um 10:25

Ging ja da auch um den BVB. na klar tauchen da hauptsächlich BVB-Spieler auf.
Alles andere steht hier in diesem Artikel beschrieben. Man sollte die Metapher auch nicht überreizen.

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Oscar 15. Februar 2015 um 11:27

ja das es um den bvb ging und hier um die Bayern ist mir auch bewusst nur was ist mit anderen teams die haben doch sicherlich auch ein paar jäger und sammler

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blub 15. Februar 2015 um 12:23

Meistens beides oder die Rollen sind gemischt.
Da das Prinzip ja offenbar verstanden wurde kannst es du ja bei jedem beliebigen Team selbst beobachten wer was macht.
Wenn du eine 1-2 Aufteilung im Mittelfeld hast (wie bei normalen 433) ist der solo-sechser im normalfall ein Sammler.


Peter Vincent 14. Februar 2015 um 10:46

Ich glaube, viele Probleme werden sich lösen, wenn Lahm und Thiago wieder fitt sind.
{BS/Lahm/Thiago} halte ich für die beste Mischung im ZM.
Alonso/BS/Alaba ist für mich eher ein Frankenstein-Monster, das sobald wie möglich beerdigt wird.

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studdi 13. Februar 2015 um 12:38

Ich habe nicht alle Spiele der Bayern in der Rückrunde gesehen daher mal eine Frage zu den Grafiken. Sind dies Situationen aus den bisher gespielten Spielen oder theoretische Staffelungen um die Problematik Alonso + Schweinsteiger zu veranschaulichen?

Meiner Meinung nach sind die Staffelungen mit Dreierkette in den Grafiken nämlich generell nicht Optimal und gar nicht Pep like…. Mit einem aufrückenden Halbverteidiger wie es Alaba ja in der Hinrunde gespielt hat würden meiner Meinung nach wesentlich bessere Staffelungen sowohl für das Ballbesitzspiel als auch für das Gegenpressing entstehen.

Hat Alaba in der Rückrunde nicht als Aufrückender Halbverteidiger gespielt?

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RM 13. Februar 2015 um 14:30

Sowohl als auch. Zwei oder drei Grafiken müsste ich von Screenshots, die ich direkt zu den Analysen gemacht habe, rauskopiert haben, die anderen sind auf meinem Mist gewachsen.

Doch, tat er auch schon (bisschen).

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ZY 13. Februar 2015 um 09:01

Interessanterweise spielte Schweinsteiger doch unter vGaal, neben MvBommel, eine recht aehnliche Rolle wie jetzt neben Alonso. vBommel spielte devensiver und tiefer, und Schweinsteiger eben den hoeheren und zentraleren Part der Doppel-6. Und diese Kombination war doch in der Liga (2010?) Das NonPlusUltra im zentralen MF… Was hat sich seitdem geaendert? Ist Schweini aufgrund von Alter und Verletzungen langsamer geworden? Oder haben sich die Anforderungen in der BuLi insgesamt erhoeht, aufgrund hoeren taktischen und Fitness-Grundniveaus?
Oder liegt es gar daran, dass man damals noch 4erKette spielte, sodass fuer vBommel und Schweini genuegend Platz zum Zurueckfallen bzw Abkippen blieb, und man darueber hinaus noch mit Kroos einen exzellent zurueckfallenden 10er hatte … ?

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Isco 13. Februar 2015 um 09:39

Vielleicht war die Rolle von Schweinsteiger ähnlich, aber van Bommel und Xabi sind schon sehr unterschiedlich; der Spanier lebt von seiner Dominanz im Aufbauspiel, das kann man von van Bommel nicht sagen.

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Gh 13. Februar 2015 um 10:53

Ich fordere eine in-depth-Analyse zu van Bommel!!

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blub 13. Februar 2015 um 12:31

Das was Bayern jetzt spielt hat en detail nicht mehr viel mit dem zu tun was Bayern mit vBommel/Schweini gespielt hat, außerem haben sich die anforderungen deutlich geändert, die zu durchspielenden Formationen sind viel enger und intensiver geworden.

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ZY 13. Februar 2015 um 00:57

„Vor einiger Zeit nutzte Martin Rafelt in einem seiner vielen, verspäteten Artikel zum BVB die „Jäger&Sammler“-Metapher.“
Na, erkenne ich da einen geschickt versteckten Seitenhieb auf Kollegen MR? 😉

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RM 13. Februar 2015 um 01:11

Besonders geschickt ist er nicht versteckt, aber ja. 🙂

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Heiner 12. Februar 2015 um 16:52

Es ist fast absurd, dass gerade Guardiola, der bisher immer davon besessen war die Mitte des Spielfeldes mit Spielern zu fluten, jetzt bei Bayern das Zentrum zur schwächsten Zone im Bayernspiel macht.
Die Balance stimmt nicht, es stehen viel zu viele Spieler hinter dem Ball, teilweise 5 Leute.

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JazzJackRabbit 17. Februar 2015 um 19:07

Es ist fast absurd, dass ein User im Internet es besser wissen will als Guardiola. Damit ist auch was zum Artikel gesagt.

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Gh 17. Februar 2015 um 19:41

Durchs Retrospektoskop kann man auch als Schachdummie den ein oder anderen Zug von Magnus Carlsen kritisieren. Ändert nichts daran, dass er einen immer und immer wieder wegputzen würde, wenn er gegen einen spielt. Accept the mystery.

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Dr. Acula 12. Februar 2015 um 15:08

es muss wirklich ein drastisches Problem sein, wenn sogar die idioten, die sich Experten nennen (loddar etc), richtig liegen (auch wenn sie die falschen Gründe nennen, siehe Beginn des Artikels)..
Die Frage ist doch, wieso macht guardiola das so, nachdem es doch in Wolfsburg offensichtlich nicht geklappt hat, wie ihr sehr gut wie ich finde beschrieben habt.. Ich meine guardiola steht ganz allgemein schon eher auf einen sechser, wenn dann auch noch seine Parade Disziplinen, wie das Gegenpressing, darunter leiden, hätte ich eigtl erwartet, dass er davon abweicht.. Also doch sehr dubios, wieso er die so spielen lässt. Kann die Rückkehr von lahm und thiago kaum erwarten!!

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Koom 12. Februar 2015 um 15:20

Naja, grundsätzlich sollte man halt schon davon ausgehen, dass gute Spieler miteinander spielen können. Aber scheinbar ist es gerade bei so 2 Platzhirschen, die gerne dem Spiel ihrer Mannschaft den Stempel aufdrücken (und nicht wie Lahm als graue Eminenz agieren), da Probleme geben wird. Dazu kommt sicherlich auch ein Schuß Politik, weil Alonso und Schweinsteiger auch von ihrem Standing eine ähnliche Rolle spielen. Da kannst du nicht einfach einen der Beiden draußen lassen, ohne dass es rumoren wird. Aber genau das wird in absehbarer Zeit passiere, spätestens eben mit der von dir ersehnten Rückkehr von Thiago und Lahm (+Martinez).

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BVB3000 12. Februar 2015 um 13:19

Alonso wurde ja aufgrund diverser Verletzungen von Mittelfeldspielern und dem Abgang von Kroos geholt. Sollte ein Grossteil wieder fit werden und erfolgreiche Spielpraxis aufweisen, würde Pep Alonso vermutlich auf die Bank setzen und Schweinsteiger als zentralen tiefen 6er bevorzugen.

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Der Bayern Blog 12. Februar 2015 um 11:44

Ich finde Du hast die Probleme im Prinzip richtig analysiert, aber die Darstellung ist falsch. In beinahe allen Grafiken agiert der FCB mit Dreierkette. Dabei wurde das in der Rückrunde nur bis zur roten Karte gegen Schalke und in der 2. Halbzeit gegen Stuttgart praktiziert. Genau da lief der Spielaufbau und auch die Konterabsicherung deutlich besser. Am größten waren die Probleme in den Phasen mit Viererkette, wenn Alonso zwischen die beiden aufbauenden IV’s abkippte und Schweinsteiger im 6er Raum agierte und so Achter und Zehnerraum quasi unbesetzt blieb. Bei einer Dreierkette wie gegen Stuttgart in der 2. Hälfte kippte Alonso kaum ab, weil Alaba häufig den Ball-Vortrag einleitete. Die Übergange klappten so viel besser.

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RM 12. Februar 2015 um 12:08

Habe mich nochmal in die Spiele reingeklickt: Wir agierten zu Beginn der zweiten Halbzeit gegen Wolfsburg mit einer Dreierkette, wir spielten sogar schon nach der 30. Minute mit sehr weit zurückfallendem Alaba (und höherem Schweinsteiger), wodurch wir auch solche unsäglichen Staffelungen wie im Artikel oben hatten (obwohl 4-3-3). Halbzeit zwei waren die auch nicht besser, trotz kurzzeitiger Dreierkette. Später schob halt Bernat einfach durchgehend nach vorne und spielte als Flügelstürmer, Alaba LV; 4-2-4haft. Gegen Schalke gab es nur 10 Minuten ohne Dreierkette (direkt nach der roten Karte) und gegen Stuttgart war es ein 4-3-3 mit ähnlichen Problemen (oder? Ich fand die Schussstatistik schauderlich).

Wobei ich nicht weiß, wieso das genau so wichtig ist. Habe ich im Artikel etwa fälschlich (exkl. Grafiken) angedeutet, wir hätten immer nur Dreierkette gespielt? Lese dann nochmal drüber und bessere es sonst aus.

Edit: Wirkt doof, stimmt schon. Habe das Ende überarbeitet:
Außerdem musste Guardiola nach der Hinrunde viel umbauen. Die neuen Bewegungen im System müssen erst wieder greifen, ebenso wie das System selbst. Das 3-4-1-2 mit Robben als rechtem Flügelstürmer hatte beispielsweise extrem viele Synergien und positive Wechselwirkungen, die nur bei sehr passend aufeinander abgestimmter Rollenverteilung und guter Umsetzung vorhanden sind. Im aktuellen System fehlen sie. Es sind also nicht nur Schweinsteiger und Alonso, die nicht in Form sind bzw. deren Fähigkeiten vom aktuellen System nicht ordentlich eingebunden werden.

Doch Guardiola wäre nicht Guardiola, wenn er sich nicht etwas einfallen lassen würde. So haben die Bayern nicht ohne Grund verstärkt die Viererkette in der Rückrunde genutzt, wo die Staffelungsprobleme etwas behoben wurden (obwohl die Raumaufteilung von Schweinsteiger/Alonso sowie die Rollenverteilung im Mittelfeld nach wie vor nicht optimal war), aber dafür die Absicherung bei Kontern in der letzten Linie nicht ideal war. Beim Spiel mit der Dreierkette überwogen wiederum die Probleme in der Offensive, auch wenn die Defensive – zumindest gegen Schalke – wieder deutlich stabiler wirkte. Weitestgehend sind es also Balanceprobleme zwischen den zwei Sechsern und dem System.

Doch wie kann man erhöhte defensive Stabilität und bessere Präsenz weiter vorne miteinander verbinden? Man darf sich sicher sein, dass Guardiola mit Hochdruck an der Lösung arbeitet. Wann diese kommt und wie sie aussehen wird, ist noch unklar. Aber sie wird sicher eine Analyse wert sein.

Edit 2: Die dazu passenden Grafiken inkludiert, um es auch bildlich nicht so einseitig wirken zu lassen.

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Peda 12. Februar 2015 um 11:37

Top Artikel!

„Xabi und Alonso“ war diesmal wohl Absicht, aber einen Satz musst du mir bitte ausdeutschen:
Ohne einen unterstützenden und in engen Räumen erfolgsstabilen Spieler im Zentrum können unpassende Abschlusssituationen nicht ohne Risiko auf Ballverlust gewechselte werden oder über diesen zentralen Spieler nicht noch weitere Verbesserungen an der Abschlusssituation durch eine weitere Kombination vorgenommen werden.

Da stehe ich auf der Leitung.

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RM 12. Februar 2015 um 12:00

Quasi das BVB-Problem. Man hat den Ball in einer passablen, aber nicht optimalen Abschlusssituation im letzten Drittel. Bei Guardiola – insbesondere in seiner Zeit bei Barcelona – wurde dann nicht abgeschlossen, sondern in diesen engen Räumen nochmals kombiniert, um eine (noch) bessere Abschlusssituation zu generieren. Die Bayern können ohne Verbindungsgeber das allerdings nicht machen, verlieren nämlich entweder den Ball bei solchen Pässen oder müssen zurückspielen, statt in der gegn. Formation zu bleiben.

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HK 12. Februar 2015 um 13:03

Man könnte auch sagen sie haben keinen Toni Kroos mehr.

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Peda 12. Februar 2015 um 13:29

Ah verstehe, erinnert auch an das Ferguson-Paradoxon (geringe TSR, meist über ExpG).

Das Wörtchen „gewechselte“ macht mir da irgendwie einen Strich durch die Rechnung und ich bin mir noch immer nicht sicher ob die Syntax so wirklich passt… 😀

Dass Schweinsteiger-Alonso problematisch werden könnte, war ja jetzt keine große Überraschung und ich gehe davon aus, dass sich auch Guardiola dieser Probleme bewusst ist. Deshalb glaube ich ähnlich wie blub, dass Pep ein kleines Tief in Kauf nimmt, um die rekonvaleszenten Spieler mit Blick auf die entscheidenden Partien des kommenden Halbjahres optimal einbinden zu können.

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blub 12. Februar 2015 um 13:40

Die meisten einigermaßen guten teams können ein denfensivformation (normal ein 442) einigermaßen gut penetrieren, aber dann dort auch stabil zu _guten_ Torchancen zu kommen ist eine kunst.
Klopp sagt da „scheiß egal – Gegenpressing“ , leute mit Angst sagen „zurückspielen, nochma probieren“, barca hat in der formation kombiniert und eine neue Gelegenheit erarbeitet(und durch die Enge das gegenpressing tötlicher gemacht).
Derzeit hat Bayern die probleme einer „normalen“ Mnnschaft, aber gepaart mit außergewöhnlicher durchschlagskraft und idividueller Klasse.

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Fußball 12. Februar 2015 um 10:57

Zuerst möchte ich gern Wissen wie oft schaut ihr euch das Spiel an um so eine , sagen wir ruhig mal, Analyse dazu zu erstellen.
Ich finde sie etwas eigenartig da die Bayern kein Alonso-Schweinsteiger Problem haben!
Sie Kontrollierten die Konterangriffe nicht am Entstehungspunkt, das heißt direkt nach dem Ballverlust und da die Abwehr der Münchner sehr hoch steht konnten sie diese dann nicht mehr Verteidigen, dass ist Kein Individual- oder Gruppentaktischesproblem der beiden „6er“ (was auch nicht richtig ist) Sondern viel mehr ein Gruppentaktisches Problem von Abwehr und Mittelfeld oder Mittelfeld und Angriff.
Bayern will immer Übergewicht im Zentrum haben um sich zu Organisieren und den Gegner zu Desorganisieren, dies bedeutet für die Offensive nahe Anspielpunkte und Überzahl in Ballnähe um noch schneller eine Verlagerung auf der Linie zu suchen. Bzw. für die Defensive sofort Überzahl am Ball zu haben um sich nicht in einen Konter zu Verlaufen.
Des weiteren Spielen die Bayern in einem 4-3-3 und das meistens. In diesem System gibt es die taktischen Abläufe, dass sich die drei Zentralen immer in einer Dreiecks Rotation befinden und der tiefste Spieler (Gegnerabhängiges Pressing) sich zwischen die Innenverteidiger „fallen lässt (wieder Überzahl am Ball und kurze Passwege zur Spielverlagerung und Organisation des eigenen Teams). Fällt der Sechser zwischen die IV`s dann schieben die AV´s meist ein bilden mit den beiden ZM`s eine Doppelte Doppel 6.
Der andere Punkt wieso der FCB viel über die Außenzone spielt, ist ganz einfach der hier sind die Kreativsten Spieler der Mannschaft (Ribery, Robben, Alaba, Rafinha usw.) zu finden.
Bayern hatte in der Hinrunde auch Spiele in dem sie mehr durch das Zentrum gegangen sind als Robben da aufgestellt wurde.
Es ist also Unabhängig ob Schweinsteiger oder Alonso spielen, wenn Götze diese Position bespielen würde wäre es das gleiche, die Rotation macht es und die Organisation des eigenen Teams 11 Spieler gegen und 11 mit dem Ball müssen es sein um Passdreiecke und Passrauten zu bilden, Gruppentaktisch finden Rotationen statt im Dreieck im Zentrum und im Dreieck auf Außen, Positionstausch zwischen den 3 Spitzen und den AV und ZM, Individualtaktisch muss der DM sich fallen lassen um aus dem Gegnerdruck zu Verschwinden, dabei sollten die beiden ZM aber immer hinter der Mittelfeldlinie des Gegners stehen z.B.
Das ist kein Alonso und Schweinsteiger Problem, an diesem Tag wurden die Konter nicht gut Verteidigt von der Mannschaft und dann bekommen die Bayern mit ihrem hohen Fußball Probleme.
Zum Schluss ein ähnliches Problem hatte Deutschland zur WM gegen Algerien, hier haben sie die schnellen Konter auch nicht unterbinden können nach dem Ballverlust und Neuer hat es Überragend verteidigt in einer Art fliegender Feldspieler, wäre Neuer wie nun beim Wolfsburgspiel, damals auch nicht zur Stelle gewesen, wäre Deutschland an diesem Tag ausgeschieden und PS. da standen auch nicht Schweinsteiger und Alonso auf dem Platz!

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RM 12. Februar 2015 um 12:13

Ich gehe ja grundsätzlich mit allem konform, allerdings finde ich, dass eben Schweinsteiger und Alonso dafür verantwortlich sind, dass Dreiecks- und Rautenbildung, schnelles Kombinationsspiel oder das Gegenpressing ‚am Entstehungspunkt‘ mitverantwortlich sind.

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Koom 12. Februar 2015 um 10:12

Danke für den Artikel. Im Ergebnis dachte ich mir vieles davon schon (mit unterschiedlichen Herangehensweisen bedienen sie die exakt gleiche Rolle im System wodurch sie sich gegenseitig blockieren/Stärke nehmen), im Detail und mit Erklärung hilft das enorm. Wieder so ein Prachtbeispiel, wie kompliziert der Fußball in seiner Einfachheit ist – und auch ein Stück weit ein Hinweis, dass man eben nicht so einfach Weltklassespieler zusammenwerfen kann und es entsteht was tolles. Zumindest in diesem Fall braucht es noch sehr viel Detailarbeit.

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brolylucia 12. Februar 2015 um 01:17

top artikel mal wieder!

glaube, kurzfristig wäre ein 3-4-1-2 besser oder eine anpassung des 3-4-2-1, zB dass man die Halbstürmer, in Ballbesitz häufiger tiefer zurückfallen lässt.

Und wie wird es sein, wenn Ribery wieder fit ist?
wieder ein 4-1-2-1-2 mit Ribery und Robben auf den Achterpositionen und Götze, Dowski und Müller?

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PNM 12. Februar 2015 um 00:58

Gaudino. Da muss Gaudino rein, solange Lahm und v.a. Thiago fehlen.
Er ist der gesuchte Nadelspieler. Dahinter Alonso oder Schweinsteiger, davor ein von links eingerückter Götze.

Was glaubt ihr, warum Guardiola immer die beiden Chefstrategen zusammen spielen lässt, wahrscheinlich in erster Linie Politik, oder?

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RM 12. Februar 2015 um 01:09

Ich hätte auch am liebsten Gaudino im Team.

Keine Ahnung. Vielleicht Politik, vielleicht wenig Vertrauen in die Alternativen, vielleicht führt er ja was im Schilde.

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PNM 12. Februar 2015 um 01:36

Sollte letzteres der Fall sein, bin ich wirklich gespannt, was.
Mit der aktuellen Spielerauswahl kann ich mir nur irgendwas komisches vorstellen, Alonso eröffnet aus Alabas Halbraum mit langen Diagonalbällen auf die Flügelverteidiger (v.a. Weiser), von dort versucht man Götze und Robben als Nadelspieler ins Spiel zu bringen oder über Schweinsteiger wieder zu verlagern, während Alaba und vereinzelt auch Schweinsteiger vor stoßen oder so.
Andererseits haben sie es so ähnlich auch schon probiert, und die Probleme im Gegenpressung lösen sich durch so eine Rollenverteilung auch nicht automatisch.

Wenn er wirklich keinen Bock auf Gaudino hat, könnte er auch Götze zurück und Robben ins Zentrum ziehen, aber das halte ich persönlich für die schlechtere Lösung.

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blub 12. Februar 2015 um 02:12

Ich könnte mir Vorstellen das er Schweinsteiger rechtzeitig bevors ernst wird mit genug Spielzeit versorgen will, aber auch nicht darauf verzichten will das die Mannschaft sich ein bisschen an die Alonso-Dominanz gewöhnt hat und er Schweinsteiger, der etwas zurückhaltender ist, dann wiederum mit einem der rückkehrer/aufrücker pairen kann.

Das würde für mich ein wenig sinn ergeben.

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CE 12. Februar 2015 um 10:38

Vielleicht vertraut ihm Guardiola doch noch nicht zu 100 Prozent, weil er bei den bisherigen Bundesliga-Auftritten im Mittelfeld ganz schön „herumgeschubst“ wurde…

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HK 12. Februar 2015 um 11:08

Guardiola will Gaudino einfach nicht vorzeitig verbrennen. Bei den bisherigen Spielen wäre er gnadenlos untergegangen. Er ist zurzeit eben noch mit dem Körper eines 15-jährigen unterwegs und sobald der Gegner ernst macht merkt man das.-
Man kann ihn sehr gut nach einer Führung einwechseln, wenn der Gegner eher schon resigniert hat. Dann kann er mit seiner Ball- und Passsicherheit schön die Bälle verteilen. In einem Fight wie bei den auch sehr physischen ersten drei Rückrundenspielen wäre er vsl. verloren gewesen.

Er war meiner Erinnerung zweimal in ähnlichen Situationen. Die zweite Halbzeit im Hinspiel gegen Wolfsburg und im Supercup nach den ersten 15 Minuten.
Das waren zwei Spiele in denen starke Gegner zu den genannten Zeitpunkten aggressiv aufdrehten. In beiden Fällen wurde er förmlich vom Rasen geklatscht.

Seine Zeit wird noch kommen, allerdings muss er bei Physis noch einiges zulegen.

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PNM 12. Februar 2015 um 13:58

Mangelnde Physis ist sicherlich ein gutes Argument.

Persönlich habe ich trotzdem den Eindruck, dass es momentan mit ihm besser laufen würde, da ich ihm zu traue, bei passender Einbindung den Zweikämpfen aus dem Weg zu gehen.

Habe aber natürlich keine Belege für diese These, da er momentan nicht spielt, daher bleibt das Spekulatius.

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blub 12. Februar 2015 um 00:51

Ich liebe diese subtilen Udo Lattek Anspielungen. 🙂 🙂 <3

In der Schweini/Martinez Aufteilung war Schweini häufiger in der Jagenden Rolle unterwegs, besonders in Gegenpressing-situationen da er ja auch bei den Angriffen häufiger den höheren Part übernahm. Damals war Pressing wie auch Gegepressing sehr viel stärker Mannorientiert als bei Guardiola und er konnte seine damaligen stärken (die ein wenig weggealtert sind) besser einbringen.

Den Outliner von 5 Toren in 3 Spielen, aber 4 davon im ersten finde ich unpassend, klarer fall von sinnloser Nutzung einer aussagelosen Statistik. Natürlich wird irgendeine Form der Regression folgen, aber das ist ein einzelnen Outliner.
Ich verstehe warum man diesen Absatz so einleiten will, aber das kannst du Irgendwie besser.

Kleine Missverständnisse?:
– Schweini und Alonso bieten sich sicherlich vor den IVs an, nicht vor den Sechsern.
– Schweinsteigers Gesamtwirken konnte nicht beinflusst werden? wohl eher Aktiv als Passiv: in dieser etwas isolierten rolle konnte Schweinsteiger das spiel nicht so beeinflussen. sonst ergibt der Satz wenig Sinn.

Das ich an so vielen Details herummäkele ist übrigens ein Zeichen dafür das ich den Artkel echt gut finde.

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RM 12. Februar 2015 um 01:08

Ja? Im Pressing fand ich Martinez jagender, im Gegenpressing Schweinsteiger.

Die anderen Punkte geändert, außer dem Ende. Das ist so gemeint. Schweinsteigers Gesamtwirken wurde durch Kroos und Lahm nicht beeinflusst, was ein Lob an diese beiden sein soll. Habe es etwas präzisiert.

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blub 12. Februar 2015 um 01:23

Im Gegenpressing klar Schweinsteiger, ansonsten trügen mich meine erinnrung hier vielleicht, aber mir erschien es so als seir in normalen Pressingsituationen einfach die Seite(Schweini links) das entscheidendere Merkmal gewesen (Ballhäher rückt höher auf, manchmal je nach Mannorientierungssituation einfach Bindung am Gegner). Das wäre aber auch subtil z.B. durch die Richtung des anlaufens in der höchsten linie zu beeinflussen gewesen, oder man hat sich hier primär auf das Personal des Gegners eingestellt.
Das ist ne größere Variablenzahl, ich wollt mir demnächst nochmal Highlights aus der Saison reinziehen, vielleicht fällts mir da auf, insgesamt jedenfalls ein wirklich marginaler Punkt.

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