Aspektanalyse: David Alaba, der Halbraumlibero

Jedes Jahr nutzt Guardiola interessante taktische Spielereien, um das Repertoire seiner Mannschaft im Bewegungsspiel zu erweitern, Einzelaspekte von Spielern besser einzubinden und natürlich um mir Stoff zum Schreiben zu geben.

Vergangene Saison waren Bayerns falsche Außenverteidiger in englischen und deutschen Medien das Thema der Taktiknerds, diese Saison ist es der aufrückende Innenverteidiger.

Gestern verfasste ich einen Artikel zu den taktiktheoretischen Hintergründen dieser Vorstöße, in diesem Artikel soll es um die spezifische Umsetzung bei den Münchner Bayern und ihrem System mit drei Akteuren in der ersten Linie gehen.

In England wurden die Vorstöße Alabas insbesondere nach dem Spiel gegen Manchester City ungläubig beäugt. Von „box-to-box-center-back“ bis „modern attacking-libero­“ gab es die unterschiedlichsten Definitionsversuche. Ein SV-Leser (Name leider entfallen, man mag sich bitte melden!) hat aber die treffendste Beschreibung gefunden.

David Alaba, Halbraumlibero

Einige Male bestand die bayrische Dreierkette in dieser Saison aus Medhi Benatia als rechtem Halbverteidiger, Jerome „Laserpass“ Boateng als zentralem Innenverteidiger und David Alaba als linkem Halbverteidiger. Boateng konzentrierte sich aber meistens auf die Ballzirkulation, die weiträumigen Schnittstellenpässe in das Mittelfeld und die Absicherung von Alabas Läufen. Benatia hatte zwar einzelne Phasen, z.B. die zweite Halbzeit gegen den AS Rom, wo er nach vorne ging, doch beide spielten nicht ansatzweise so weiträumig, vertikal und aggressiv wie Alaba. Auch Lahm, der zu Saisonbeginn eine ähnliche Rolle vereinzelt ausfüllte, war deutlich zurückhaltender.

Alaba ist für diese Position perfekt. Seine Athletik und gute Zweikampfführung ermöglichen es ihm defensiv stabil zu agieren, offensiv kann er dadurch und dank seiner guten Technik das Spiel konstruktiv aufbauen oder sich auch mit schnellen Dribblings und weiträumigen Sprints im zweiten und im letzten Drittel an den Angriffen beteiligen. Kaum ein Spieler verbindet eine solch starke Physis mit enormer Spielintelligenz, Dynamik und Technik. Vermutlich könnten nur eine Handvoll Spieler wie z.B. Arturo Vidal eine solche weiträumige Rolle ausüben und gleichzeitig auch bei den klassischen Aufgaben eines Halbverteidigers exzellent sein.

Bayerns Grundstaffelung im 3-4-1-2. Man sieht, dass die Doppelsechs und die Flügelverteidiger asymmetrisch agieren. Alaba hat den geöffneten Halbraum vor sich. Diese Asymmetrie passt sehr gut zu den Spielerrollen, auch zu Müller, Götze und Lahm, dazu kommt eine strategisch sehr vorteilhafte Unwucht.

Bayerns Grundstaffelung im 3-4-1-2. Man sieht, dass die Doppelsechs und die Flügelverteidiger asymmetrisch agieren. Alaba hat den geöffneten Halbraum vor sich. Diese Asymmetrie passt sehr gut zu den Spielerrollen, auch zu Müller, Götze und Lahm, dazu kommt eine strategisch sehr vorteilhafte Unwucht.

Strategisch gesehen bedeutet Alabas Rolle für die Bayern sehr wichtige Präsenz im Halbraum. Alaba kann im Gegenpressing problemlos aufrücken und die Räume zwischen Alonso und Bernat besetzen, Druck machen und Pässe abfangen. Im regulären Pressing geschieht dies seltener, stattdessen kümmern sich die drei Verteidiger der Bayern um das Absperren der Mitte und Halbräume in letzter Linie. Sie können situativ herausrücken, meistens muss dies aber dank der kollektiven Kompaktheit nicht gemacht werden.

Das Besondere an Alabas Rolle ist aber die Beteiligung in der Offensive. Dynamische Diagonalpässe in die Mitte oder auf den Flügeln wechseln sich mit Schnittstellenpässen in den offensiven Halbraum und Querpässen ab. Dazu gesellen sich die Vorstöße, wo sich Alaba per Dribbling oder durch Kombinationen bis ins letzte Spielfelddrittel absetzt, Räume überlädt oder ungedeckt in gefährlichen Zonen auftaucht.

Besonders interessant war diese Rolle Alabas im Herbst durch die leichte Asymmetrie der Flügelverteidiger.

Linksfokus mit Überladungen und Verlagerungen

Gegen den AS Rom beispielsweise spielte Bernat auf links überaus vertikal und linear, während Arjen Robben den rechten Flügelverteidiger gab. Robben spielte sogar einige Male fast in einer Linie mit den drei zentralen Verteidigern in der organisierten Arbeit gegen den Ball, während er bei eigenem Ballbesitz und somit auch im Gegenpressing deutlich höher spielte als Bernat. Diese Spielweise erzeugte interessante Verantwortungen im Bewegungsspiel.

Lahm als rechter Sechser im 3-4-1-2 oder im 3-4-2-1 schob immer wieder zur rechten Außenbahn. Er besetzte dort den Raum neben Robben, rückte vereinzelt absichernd bis zur Auslinie oder blieb im Halbraum, um dann unterstützend und raumöffnend nach vorne zu schieben. Robben konnte dadurch sehr breit stehen oder in die Mitte rücken, wodurch er positionelle Freiheit hatte und seine Fähigkeiten flexibel ausspielen konnte. Sein Pendant Bernat auf links wiederum agierte sehr linear, schob nur selten in die Mitte ein, aber blieb meistens breit.

Alonso als zweiter Sechser spielte zentral. Dadurch entstand ein kleines Loch im linken Halbraum – dennoch wurde über diese Seite fokussiert aufgebaut. Wieso? Weil Alaba dieses Loch immer wieder anvisierte, Zuordnungsprobleme bei der Roma herstellte und ihr Pressing auf die linke Seite leitete. Das öffnete nach schnellen Verlagerungen Räume und 1-gegen-1-Situationen für Robben; nicht die schönste Vorstellung für einen gegnerischen Trainer.

Alabas Vorstöße waren also nicht nur ein direktes Angriffsmittel, sondern auch ein indirektes. Wie schon im taktiktheoretischen Artikel erwähnt sorgt das für komplizierte Umstrukturierungen beim Gegner und gefährliche Infiltrationen des gegnerischen Wirkungskreises. Bei Alaba ist dies nicht wie bei anderen Innen- oder Halbverteidigern auf das erste und zweite Drittel beschränkt, sondern es gibt auch Durchbrüche bis zum gegnerischen Strafraum.

Die Grundstaffelung im 3-4-2-1 ist nicht ganz so effektiv, aber ebenfalls interessant und bringt Ribérys spezifische Stärken sehr gut ins Spiel ein.

Die Grundstaffelung im 3-4-2-1 ist vielleicht nicht ganz so interessant, benötigt eine andere Lahm-Rolle, ist aber ebenfalls interessant und bringt Ribérys spezifische Stärken sehr gut ins Spiel ein.

Damit so etwas umgesetzt werden kann, benötigt aber sogar ein Alaba Unterstützung vom Kollektiv.

Juan Bernat in der flexibel unterstützend-raumöffnenden Rolle

Eine wichtige Rolle übernimmt hierbei Bernat. Seine genaue Aufgabe variiert allerdings. In einigen Situationen schiebt Bernat nämlich bereits sehr früh nach vorne, wird quasi zum Flügelstürmer und zieht damit den gegnerischen Flügelstürmer häufig mit. Dieser kann nicht mehr auf Alaba pressen, wodurch Alaba beim Aufrücken mehr Raum hat. Rückt ein Sechser oder ein Achter aus dem zentralen Mittelfeld heraus, um Alaba zu pressen, so wird die Mitte geöffnet.

Im Spiel mit einem Zehner beim 3-4-1-2 kann sich dieser in diesem Loch positionieren. Insbesondere über Ablagen des ballnahen Mittelstürmers kann somit der Zwischenlinienraum mit zwei einfachen Pässen dank des Aufrückens Alabas bespielt werden.

Geht der Flügelstürmer nicht mit Alaba mit, ist statt des Zehners Bernat in letzter Linie für Ablagen des Mittelstürmers auf der Seite anspielbar. Alaba setzt seinen Lauf fort und die Bayern erzeugen mit vier Spielern eine lokale Überladung auf der linken Außenbahn. Der Gegner muss massiv verschieben, wodurch der ballferne Mittelstürmer und der rechte Flügelverteidiger geöffnet werden. Bei einem 3-4-2-1 entstehen ähnliche Effekte mit einer etwas anderen Staffelung.

Bernat agiert aufrückend im 3-4-1-2.  Der Flügelstürmer geht mit, Alaba hat - je nach gegnerischer Bewegung - drei unterschiedliche Passmöglichkeiten, Lewandowski ebenfalls zwei. Müller, Robben und Lahm können durch unterschiedliche Bewegungen ebenfalls Gefahr erzeugen.

Bernat agiert aufrückend im 3-4-1-2. Der Flügelstürmer geht mit, Alaba hat – je nach gegnerischer Bewegung – drei unterschiedliche Passmöglichkeiten, Lewandowski ebenfalls zwei. Müller, Robben und Lahm können durch unterschiedliche Bewegungen ebenfalls Gefahr erzeugen.

Alternativ kann Bernat aber auch tiefer bleiben und absichern. In einigen Situationen schiebt Alaba nach vorne, während Bernat sich zurückfallen lässt und sich hinter Alaba einreiht. Dadurch entsteht zur Absicherung von Alabas Bewegungen eine verschobene Dreierreihe hinter ihm, wodurch Alaba zwar weniger Anspielstationen vorne hat, aber dafür risikoreicher ins Dribbling gehen und dynamischer aufrücken kann.

Neben Bernat ist es ein weiterer Spieler, der sowohl bei der Raumöffnung als auch der Absicherung Alabas eine extrem wichtige Rolle spielt.

Xabi Alonso in der lockenden-provozierenden Rolle

Der Neuzugang von Real Madrid polarisiert die Massen. Oder präzise ausgedrückt: Er begeistert die Masse und polarisiert eine kleine Minderheit. Einige – so auch die Spielverlagerungsredaktion – kritisiert ihn für sein zu extremes Abkippen, sein zu aggressives Anbieten und seine Entscheidungsfindung. Letzteres wird durch die Ausrichtung aufgefangen und gut eingebunden (eventuell wird es auch hierzu einen Artikel geben), die ersten zwei Punkte kommen nur selten negativ zum Tragen. Bei sehr pressingstarken Mannschaften wird Alonsos Einbindung nämlich etwas angepasst, bei pressingschwächeren Teams ist es kein wirkliches Problem.

Das aggressive Anbieten hat nämlich ein sehr großes Manko. Durch die geringen Distanzen zu dem Mitspieler kann durch die Pässe kaum Raumgewinn – weder vertikal noch horizontal oder diagonal – verbucht werden, die Zonenbesetzung ist nicht so komplett und durch den kleinen Abstand zu einem Mitspieler kann der Gegner mit simplerem Anlaufen und kompakterem Pressing mehr bayrische Spieler schneller unter Druck setzen. Wird als Alternative ein langer Pass gespielt, ist das Risiko eines abgefangenen Passes oder einer schwierigen Ballverarbeitung höher. Alonso stellt häufig auch durch den vergrößerten Deckungsschatten eigene Anspielstationen und Aktionsmöglichkeiten zu.

Beim Spiel mit einer Dreierkette wird Alonsos extremes Abkippen aber überaus positiv und intelligent eingebunden. Wenn Alonso auf Alaba zuläuft, dann locken sie den Gegner damit ins Pressing. Bewegt sich der Gegner nach vorne, um dem mit Rücken zum Spiel gewandten Alonso zu pressen, kann dieser den Ball einfach auf Alaba prallen lassen. Dieser startet sofort mit einem schnellen Lauf nach vorne, Alonso übernimmt flexibel seine Position und hat oft nicht nur einen Spieler aus seiner Position gelockt, sondern die gesamte erste Linie des Gegners umgeformt, während er Alaba absichert.

Alonsos Abkippen mit Doppelpass und Aufrücken von Alaba öffnet Raum im Sechserraum und stellt eine Raute auf links her.

Alonsos Abkippen mit Doppelpass und Aufrücken von Alaba öffnet Raum im Sechserraum und stellt eine Raute auf links her.

Presst jedoch keiner auf das Pärchen Alonso/Alaba, dann kommen die Schwächen dieser Staffelung nicht zum Tragen. Ganz im Gegenteil: Alonso spürt, dass er frei steht, kann sich drehen und das Spiel aufbauen. Alaba und der zweite Halbverteidiger können nach wie vor nach vorne rücken und erhalten von Alonso situativ einfache Querpässe in den Lauf. Problematisch wird es eigentlich nur bei Zurückfallen von Alonso, wo die Aufrückwege für die drei Verteidiger aber versperrt werden – wie es beim Spiel gegen den BVB zu Spielbeginn häufiger war.

Positiver Nebeneffekt davon ist aber, dass der Gegner mehr Spieler in der ersten Pressinglinie nutzen kann. In diesen Situationen fungiert Neuer als zusätzlicher Faktor. Die drei Verteidiger, der tiefe Alonso und Neuer lassen den Ball laufen, der Gegner muss zum Versperren aller Optionen viele Spieler vorschieben und lange Bälle sind dadurch effektiver.

Diese Spielweise der Münchner mit den unterschiedlichen Absicherungen und Folgen in der Raumnutzung ermöglicht eine hohe offensive Effektivität bei geringer defensiver Instabilität. Ein weiterer Faktor betrifft hierbei auch die kollektive Staffelung. Die Absicherung und Durchsicherung sind anders, in Ballnähe gibt es fluidere und lokal-kompaktere Staffelungen, das Gegenpressing ist insgesamt effektiver und leitender, was ebenfalls ein Schlüsselfaktor für die bayrische Stärke ist.

Fazit: Komplexe Einbindung ins konzeptionelle Positionsspiel funktioniert

Häufig mag es einfach wirken, wenn in Foren oder auch bei uns auf Spielverlagerungen von formativen Umstellungen, neuen positionsspezifischen Bewegungen oder unorthodoxen Rollen und Aufgaben geschrieben wird. Die Einbindung und Umsetzung ist aber in der Praxis schwierig; der Spieler muss die Aufgaben verstehen, sie erfüllen können und im Training wird das im Kollektiv einstudiert. Guardiolas Arbeit ist darum enorm hoch zu bewerten, insbesondere wegen des komplexen Grundgerüsts seines konzeptionellen Positionsspiels.

Hier erkennt man auch, dass nicht nur die Bewegungen von Bernat und Alonso sowie die Verlagerungsmöglichkeit auf Robben und Lahm eintrainiert werden, sondern auch jene der restlichen Spieler. Die verbliebenen Innenverteidiger müssen rechtzeitig nachrücken. Im 3-4-1-2 hat außerdem der Zehner bestimmte und schwer abzustimmende Aufgaben, die beiden Stürmer wiederum müssen die Viererkette des Gegners effektiv besetzen, während der ballnahe Mittelstürmer sich als Raumöffner und als vertikale Anspielstation anbietet. Im 3-4-2-1 wiederum müssen das Timing der einrückenden Bewegungen des ballnahen Flügelstürmers, das Tiefegeben des Mittelstürmers und die Positionierung des ballfernen Flügelstürmers mit der Bewegung Bernats und Alabas abgestimmt werden.

Kein einfaches Unterfangen; dass die Bayern aktuell so effektiv funktionieren, ist ein Zeugnis von herausragender Trainingsarbeit und Planung.

razor19911 20. Juli 2015 um 18:54

Im Artikel wurde erwähnt, dass Vidal einer der wenigen weiteren Spieler wäre, welcher das Skill-Set für einen Halbraumlibero mitbringt. Wäre eine 3-er-Kette mit Alaba-Boateng-Vidal, sprich mit spielenden 2 Halbraumliberos, umsetzbar? Welche potentiellen Synergien würden sich ergeben? Überhaupt sinnvoll auf so etwas zu setzen?

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RM 20. Juli 2015 um 19:51

Das wäre mMn super.

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Peter Vincent 21. Juli 2015 um 12:49

—–Alaba——Boa——Vidal—- ist auch meine Wunschlösung.
Vidal ist zwar nicht der Schnellste, aber für Peps Verteidigungsarbeit (hohes Pressing, aggressiv nach vorne verteidigen, direkte Duelle) ist Vidal dort imho optimal aufgehoben.
Mit Lahm als halbrechten Achter und Robben/Costa als rechten Außenläußer wäre das sehr interessant.

————-Lewy—————Müller————– // Pizza, (Talent x)
Draxler————Götze—————-Robben // Costa, Ribery, (Kurt)
———–Thiago—————-Lahm————– // PEH, Kimmich, (Gaudino)
—–Alaba———Boateng————Vidal—— // Holger, Javi, Mehdi, Rafa
———————–Neuer————————— // Ulreich, Starke

Ribery ist leider ein großes Fragezeichen. Auf LA ist daher imho noch Bedarf.
Ich würde mir da einen jungen, schnellen, dribbelstarken Rechtsfuss, der auch zentral (MS/HS) agieren kann, wünschen.
Im MS ist auch noch Bedarf. Vllt kriegt Pizza doch noch einen Vertrag und ein Talent kommt hinzu. 😉

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Fabi 16. Januar 2015 um 19:29

Könntet ihr bitte kurz erläutern in welchen Situationen die Entscheidungsfindung von Xabi Alonso schlecht ist?
Das passt zwar jetzt nicht wirklich in diesen KLASSE Artikel, würde mich aber trotzdem sehr interessieren.

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NanLei 21. Januar 2015 um 10:55

Schlecht im Sinne von kleinen Fehler wie Fehlpass oder falsche Entscheidung wie Anspielstation? Prinzipiell theoretisch. Im Grunde ist Alonso sein Geld schon wert. Aber könnte man diese Entscheidungsfindung noch trainieren? in jungen Jahren okay aber Ü30 und das abgewöhnen ist vielleicht anders nicht mehr möglich
es geht nur ums theoretischen Prinzip, weil naja es ja theoretisch irgendwie anders sei.
theoretisch natürlich

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Peda 24. Januar 2015 um 00:24

o_O

NanLei, ist es möglich, dass Deutsch nicht deine Muttersprache ist? Ich blicke bei deinen Kommentaren nicht bzw. kaum durch.

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NanLei 24. Januar 2015 um 09:08

Peter Peda
es liegt nicht an der Semantik Phonetik oder Syntax sondern an den vielen Inhalt. Wenn ich jedes Inhalt noch mehr ausformuliere, erkläre definiere und noch mehr Punkte und Kommata und Absätze benutze wird es viel zu lang. Aber glaube mir wenn wir auf dem Rasen stehen kann es gut sein dass wir theoretisch uns blind verstehen.
Selbst im Training rufe ich nur Kommandos wie Auf ohne mit Leo Hintermann Wechsel …
Es ist nicht ganz einfach das auf dem Rasen jetzt eins zu eins in Text umzuwandeln
aber die Wahrheit lag schon immer rauf dem Platz.

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nafets 26. Januar 2015 um 00:56

😀 selten so eine lustige antwort gelesen. 😀

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Josef 15. Januar 2015 um 15:54

Toller Artikel. Einige Details davon konnte man schon in anderen Artikeln von dir lesen, hier fand ich vor allem die beschriebenen Wechselwirkungen mit den anderen Spielern sehr interessant.
In deiner Beschreibung (auch graphisch) hast du bereits die Alternative Ribery statt Götze samt Änderung auf 3-4-2-1 beschrieben. Die restlichen 8 Mitspieler sind im ganzen Artikel aber die gleichen.
Nun befinden sich im Bayern-Kader bekanntlich ein paar weitere interessante, starke Spieler, so dass sich mir die Frage nach der Vereinbarkeit von Alabas Rolle mit personell anderen Aufstellungen stellt. Wir werden hier nicht alle Möglichkeiten besprechen können – Gott bewahre –, ich würde mich aber freuen wenn jemand auf 3 konkrete personelle Fragen antworten könnte:

1) Wer kann den Philipp Lahm geben, solange dieser verletzt ist? Rode und Schweinsteiger eher nicht, Thiago leider vorerst auch nicht. Vom Typ her vielleicht sogar Gaudino?

2) Wie „notwendig“ ist Boateng als zentraler Innenverteidiger? Wäre das System mit Badstuber oder Martinez in der Rolle genauso spielbar? Oder fehlte dann eine bestimmte Boateng-Kompetenz, um die Rolle gleich gut auszufüllen? Boateng würde ich natürlich nicht rausrotiert sehen, sondern an Benatias Stelle als rechten Halbverteidiger.

3) Sehe ich es richtig, dass es Alaba als Halbraumlibero nur mit Bernat auf der linken Seite funktioniert? In anderen Varianten der 3er-Kette ohne Alaba als linken Halbverteidiger (stattdessen Badstuber oder Dante) kann ich mir durchaus auch Aufstellungen mit Rib, Götze oder Thiago als linkem Mittelfeldspieler vorstellen, mit Alaba als Halbraumlibero eher nicht.

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BigK 15. Januar 2015 um 17:21

Ich glaube, dass diese Saison mittelfristig Badstuber die Rolle von „Laserpass“ Boateng übernehmen wird. Er hat ähniche Passqualitäten. Kann mir auch vorstellen, dass Boateng – dann als rechter Halbverteidiger – seine Rolle ähnlich interpretieren kann wie Alaba, vielleicht weniger häufig aber hat die Athletik und das Verständnis dafür. So kann man auch Ribery (anstelle von Bernat) öfter in 1 vs. 1 Situationen bringen und man wird wieder weniger berechenbar.
Für Alonso sehe ich mittelfristig Schweinsteiger auf der halblinken sechs, da fast alle Qualitäten von Alonso mitbringt aber dazu dynamischer ist und einen Ribery damit auf links (ähnlich wie Lahm rechts) besser absichern kann. Je nach Gegner erwarte ich dann Götze vor Schweinsteiger/ Lahm oder Alonso dahinter. Was denkt ihr?
@Josef: Lahm ist aufgrund seiner Agilität gepaart mit extremem Spielverständnis wohl unersetzlich. So wie auch Alaba in seiner Rolle. Zumindest auf CL-Niveau. Aber wer kann so Spieler schon adäquat ersetzen???

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Peda 15. Januar 2015 um 13:22

@RM: wie effektiv denkst du sind Alabas Fähigkeiten im Nationalteam eingebunden bzw. wie würdest du Alabas Fähigkeiten im Nationalteam einbinden/eingebunden sehen wollen?

Es wäre natürlich grundsätzlich verfehlt von Koller im österreichischen Nationalteam ähnlich komplexe Strukturen zu erwarten wie von Guardiola beim FC Bayern, aber ich sehe da – bei allen Fortschritten – das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht.
Vor allem seine gelegentlich gezeigte „Kramerrolle“ (Abkippen, Aufbauen, Überlaufen, Offensivbeteiligung) sagt mir überhaupt nicht zu.

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RM 15. Januar 2015 um 21:16

Ich bin leider kein Experte für das Team, aber glaube, dass man ihn als spielmachenden und einrückenden LV (Junuzovic, Baumgartlinger) wohl besser einbinden könnte, oder? Vielleicht auch in einem 3-4-3 mit Dragovic, Hinteregger und Wimmer (oder eben Alaba selbst) hinten?

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Peda 16. Januar 2015 um 08:36

Wofür stehen Junuzovic und Baumgartlinger in der Klammer?

Ich weiß nicht, wie du dieses Phänomen kategorisieren würdest – strategisch, psychologisch, taktikpsychologisch -, aber wenn Alaba auf der Acht spielt, reißt er das Spiel sehr stark an sich und die Mitspieler suchen ihn und überlassen ihm auch häufig den Ball. Dadurch ergibt sich eine Linkslastigkeit in den Angriffen (das war aber auch schon viel schlimmer), die das Team ausrechenbar und eine Mannorientierung auf Alaba sehr effektiv macht. Wobei der Fokus auf den linken Halbraum grundsätzlich nicht schlecht zu den Spielertypen passt, vor allem auch zu den wenig kombinations- dafür umso sprintstarken Klein und Harnik rechts.
Wenn aber Alaba fehlt (wie gegen Russland), verteilt sich die Verantwortung notgedrungen auf mehreren Schultern und das Offensivspiel wird variantenreicher und unausrechenbarer.

Alaba als diagonaler LV hätte mMn den Vorteil, dass mit Fuchs das schwächste Glied der Kette (ist defensiv oft massiv von der Unterstützung Hintereggers und Arnautovics abhängig) gegen einen weiteren gegenpressenden Achter (Leitgeb, oder Kavlak als vertikalere Variante) getauscht werden könnte. Xabi Baumgartlinger halblinks könnte seine Vorstöße absichern und eine Mannorientierung würde sich äußerst schwierig gestalten: entweder man drängt einen Flügelspieler in eine sehr schwierige Rolle, oder man ist im Zentrum permanent in Unterzahl.
Das wäre aber wiederum schon sehr offensiv. Mit Fuchs statt Arnautovic hätte man aber schon fast die oben gezeigte 3-4-1-2-Formation erreicht:
Janko – Harnik
Junuzovic
Fuchs – Baumgartlinger – Leitgeb – Klein
Alaba – Hinteregger – Dragovic

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phyrros 17. Januar 2015 um 01:06

Da Hinteregger und auch Dragovic bezeiten recht dynamisch ins Mittelfeld stoßen würde deine Aufstellung alle drei einer ihrer Stärken berauben.

Ich würde die linkslastigkeit gar nicht so als Problem sehen – gerade weil Harnik/Klein so sprintstark sind kann es von Vorteil sein die rechte Seite zu entvölkern und im öst. Kader ist die Anzahl an Spielern die auf engstem Raum den Ball behaupten können nun mal nicht gar so groß.

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Peda 17. Januar 2015 um 21:58

Wenn sich Alaba als abkippender Sechser die Bälle abholt werden die beiden Innenverteidiger mindestens genauso stark ihren spielmachenden Stärken beraubt. Und ich denke, dass Dragovics Vorstöße, Hintereggers Laserpässe und Alabas Halbraumdribblings auch nur dann wirklich effektiv sein können, wenn sie nicht durchgehend und damit zu vorhersehbar eingesetzt werden.

Zur Linkslastigkeit: stimmt schon, vor allem gegen defensive Gegner hat man in der Vergangenheit aber oft dadurch keine Durchschlagskraft entwickeln können, weil man nicht im Halbraum,sondern auf dem Flügel kombiniert hat und a) man sich dort selbst isoliert hat und b) keine effektiven Spielerverlagerungen zu Stande kamen. Das hat sich unter Koller schon enorm verbessert, mal sehen wie man sich in diesem Punkt gegen Liechtenstein präsentiert.

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NanLei 21. Januar 2015 um 10:49

Alaba war gegen Montenegro dann verletzt und das Spiel wurde immerhin auch ohne ihn knapp gewonnen. Kampl war dann als Einwechselmann Torschütze oder auch nicht. Aber Marcell Koller hat leider nur einen Alaba
Wenn Alaba länger ausfallen solle, müsste Koller das System eigentlich dann lassen oder umstellen?
wie könnte Österreich Alaba und sich noch besser machen?


Bernhard 15. Januar 2015 um 12:59

Es ist eingentlich ziemlich leiwand, dass RM Bayern-Fan ist und somit viele Artikel über meinen Liebglingsverein schreibt.
Eine persönlich Frage an den Autor hätte ich aber noch, sie ist aber ziemlich off-topic. Ich mein mich zu erinnern, dass du Ronaldo (BRA) als einzig wahren Ronaldo beschrieben hast, während der Portugiese bei dir durchgehend „Cristiano“ oder „CR7“ genannt wird (stark vereinfacht und vermutlich lückenhaft beschrieben). Wenngleich ich dieser Haltung zustimme, erschließt sie sich mir nicht ganz. Wieso hinterließ der Brasilianer einen derart bleibenden Eindruck bei dir, dass du dich partout weigerst CR7 als „Ronaldo“ zu titulieren?

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RM 15. Januar 2015 um 21:15

Ich nenne ihn nie CR7, sondern immer Cristiano Ronaldo. Zu Ronaldo wird es einen in-depth-Artikel geben. Spätestens nächstes Jahr im Adventskalender. Für die nächsten drei Adventskalender haben wir uns nämlich schon zwei lässige Konzepte überlegt.

Antworten

Bernhard 15. Januar 2015 um 22:34

Klingt ziemlich cool, auch wenn meine Frage nicht wirklich beantwortet wurde.

Antworten

RM 16. Januar 2015 um 00:14

Enorme Explosivität und Weiträumigkeit, zahlreiche unglaubliche individualtaktische Fähigkeiten, u.a. im Sprint im Sprint, sehr interessante Art und Weise Dynamiken und Räume mit seinen Läufen anzuvisieren, teilweise absurd stark in Kombinationen und geniale Mischung aus Technik, Taktik und Physis.

Antworten

Bernhard 16. Januar 2015 um 18:37

Danke für die Antwort. Meiner Meinung nach fallen etliche Punkte auch auf den Portugiesen zu, vermutlich wirst du aber darauf im Artikel eingehen. Freu mich schon drauf.

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blub 17. Januar 2015 um 03:07

Cristiano ist auch explosiv, aber nicht auf die art wie Ronaldo in engen räumen explosiv war und teilweise gegen 4 spieler einfach durchgebrochen ist, bei vergleichsweise sauberer Ballkontrolle. so ähnlch wie son, nur mit dem körper eines echte mittelstürmers.
und: Ronaldo ist en extrem feiner Fußballer. den unterschied sieht man einfach in jeder kombination.
Im freien raum waren sie recht vergleichbar. in engstellen ist el fenomeno einfach ne andere welt.

HW 17. Januar 2015 um 14:02

Ich denke ein Unterschied zwischen Ronaldo und Cristiano Ronaldo ist, dass man viele Qualitäten von Cristiano Ronaldo auf seine enorme Athletik zurückführen kann. Er ist nicht unbedingt ein komplexer Spieler. Natürlich sind auch andere Spieler sehr athletisch. Aber z. B. der Sprint im Sprint bei Ronaldo war etwas, was auf seine Intuition zurückgeführt werden konnte. Er konnte das sehr genau timen. Ähnlich ist es bei Aktionen auf engstem Raum. Man sieht einfach, dass Ronaldo ein Straßenfußballer aus Brasilien ist.

gurkentruppe 17. Januar 2015 um 11:52

Ich bin da voll bei RM. Wer El Fenomeno zu seinen besten Zeiten hat spielen sehen, der versteht dass es nur einen Ronaldo gibt 😀

Antworten

lueddn 15. Januar 2015 um 10:28

wird der Artikel zum Positionsspiel unter Pep noch in das deutsche übersetzt? 😉

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RM 15. Januar 2015 um 11:07

Mal sehen. Ich plane eine Serie zum El Juego de Posición, wobei noch unklar ist, wie ich die aufbaue und was da kommt. So sieht die aktuelle Planung aus:

„Juego de Posición: Kultureller Einfluss und Taktikgeschichte“ [Gastartikel?]
„Juego de Posición: Strategische Konzeption“
„Juego de Posición: Taktische Konzeption“
„Juego de Posición: Vermittlung im Training“
„Juego de Posición: Umsetzung im Spiel“
„Juego de Posición: Eine in-depth-Analyse von Guardiolas Variante“ [Übersetzung von Adins Artikel auf SV.com]
„Juego de Posición: Erweiterung der taktisch-strategischen Konzeption“
„Juego de Posición: Ein Eigenbeispiel“
„Juego de Posición: Definitionsprobleme und interessante Unklarheit?“ [positionelles Bewegungsspiel vs konzeptionelles Positionsspiel]

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lueddn 15. Januar 2015 um 14:54

Weihnachten und Geburtstag zusammen!!

Antworten

Michael Thomas 15. Januar 2015 um 07:38

Wieder mal ein sehr schöner Artikel. Nach dem gestrigen über „vorstoßende Innenverteidiger“ habe ich mich schon auf diesen gefreut, er wurde ja auch angekündigt 🙂

Eine Frage an die Experten: Mir ist aufgefallen, dass gerade die taktisch versiertesten Trainer häufig sehr asymmetrisch spielen lassen. Auch hier im Artikel gut zu erkennen, wenn man sich die Aufgabenverteilung von Alaba und Bernat links und Lahm und Robben rechts ansieht. Würdet ihr das bestätigen?

Antworten

ehrmantraut 15. Januar 2015 um 01:03

Welche Gegenmittel sind gegen diese Spielweise denkbar?

Antworten

blub 15. Januar 2015 um 03:18

Wie bei fast jedem taktischen Mittel am einfachsten ist:
1. Wissen was kommt
2. sich nicht die struktur zerstören lassen.
Die genauen Gegenmaßnamen sind vom Gameplan und von den eigenen optionen abhängig. Man kann einen Stürmer näher zu Alaba positionieren, dann wird der Spielaufbau automatisch von ihm weggelenkt. Du kannst auch formativ jemanden im Halbraum plazieren (wie auch immer man das tut) der Alaba die passoptionen verschlechtert und auf ihn herausrücken kann ohne groß was kaputt zu machen.

Man kann sich auch von Lobanovski inspirieren lassen und im Artikel über Bayern-Kiev nachlesen warum Beckenbauer nicht so brillieren konnte. 😉

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RM 15. Januar 2015 um 11:12

Wegleiten auf die andere Seite; wobei man dann auf die Seite mit Lahm, Robben und Müller leitet, was vielleicht ein bisschen riskant ist. Insgesamt ist halt eine adäquate Struktur empfehlenswert, gegen dieses System aber schwierig zu finden und umzusetzen.

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Dr. Acula 14. Januar 2015 um 20:39

endlich ein artikel, der mich vor augen führt, wieso alaba in den medien UND auf SV so gelobt wird (diese kombination von beidem ist selten). des weiteren wirft es eine frage auf, mit der ich mich schon länger beschäftige: was ist das mindestmaß an intelligenz, das ein spieler haben muss? mal abgesehen von guardiola… ich meine ist vieles so gewollt (abkippen, pässe, zurückfallen, anbieten etc.) oder ist vieles auch „talent“ und manch spieler tut das automatisch ohne groß nachzudenken.. die letzte möglichkeit wäre natürlich, dass etwas so oft geübt wird, dass selbst der letzte depp es kapiert;)

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DSDD 14. Januar 2015 um 22:12

finde interessant was du sagst. Auf SV wird alles dargestellt, als sei jede Bewegung, jeder Schritt durchgeplant, das ist mir besonders bei den Spielerporträts aufgefallen. Ich glaube, dass viel undurchdachter ist als man denkt und instinkt-abhängig.

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DSDD 14. Januar 2015 um 22:13

*ist

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Goalimpact 15. Januar 2015 um 08:05

Hängt von der Definition von Zufall ab. Natürlich findet da eher selten ein bewusstes Nachdenken statt, aber es ist ja die zentrale Aufgabe des Trainers dafür zu sorgen dass die Spieler die richtigen Entscheidungen treffen. Wenn nicht bewusst dann eben unbewusst, weil sie es in vergleichbaren Trainingssituationen so geübt haben.

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RM 15. Januar 2015 um 10:57

Das, was Goalimpact sagt. Und: Kann man instinktive Handlungen nicht beschreiben? Ich spiele im tiefsten Amateurfußball als Libero, da ist natürlich sehr vieles instinktiv und kaum etwas geplant. Könnte trotzdem eine in-depth-Analyse über unsere Mannschaft (sind mit 10 Siegen in 11 Spielen Erster, 58:9 Torverhältnis) schreiben, über eine extreme Veränderung im Pressing ab dem sechsten Spieltag, etc. Die machen halt instinktiv immer die gleiche oder eine ähnliche Handlung, wodurch sich erkennbare taktische Muster entwickeln. Ob ein Spieler unbewusst oder bewusst, instinktiv oder geplant, über die taktischen Folgen wissend oder unwissend agiert, so sind diese Konsequenzen seiner Aktionsmuster trotzdem erkennbar und beschreibbar. Ich glaube, ich könnte echt einen Artikel dazu machen und mit einer Analyse über eine Kreisklassenmannschaft paaren (ich habe ein 12:0 von Red Bull Salzburgs U18 gegen eine Kreisklassenmannschaft auf der Festplatte).

Bei Guardiola (und auch anderen Spitzentrainern) wiederum glaube ich, dass es geplant ist.

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lueddn 15. Januar 2015 um 15:11

Ich denke, dass bei Spielern sehrwohl viel instinktiv geschieht. Ein Trainer macht sich aber sehrwohl von jedem seiner Spieler ein Profil und will diese ja bestmöglich einsetzen. Ich trainiere eine U17 im Amateurbereich und selbst ich tätige derartige Überlegungen und versuche meine Jungs ihren Eigenschaften entsprechend aufzustellen. Bzw. sie dort aufzustellen, wo ihre Eigenschaften gegen den Gegner gebraucht werden oder sie gut zu den Eigenschaften der umliegenden Mitspieler passen. Natürlich gibst du dem Spieler dann immer noch ein par Vorgaben mit, aber wohl eher aus dem psychologischen Grund, dass er seine Stärken dann dort auch abrufen soll bzw. kann. Und wenn selbst ich (nagut, SV-Leser sind da wohl etwas gesondert zu betrachten;-) ) diese Überlegungen tätige, werden es definitiv die Trainer machen und bei den Spielern wird dann aus Instinkt ein Bewusstsein.

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NanLei 23. Januar 2015 um 18:58

Die Frage war schon immer der Unterschied Straßenkicker zu heutige Eliteschulen des Fußballs Internat artiges Trainingszentrum. Und die Frage ist ob dieses etwas was man nicht beschreiben kann, dann ohne den Straßenfußball Bolzplatzfußball verloren geht. Nun es gab auf dem Bolzplatz eigentlich ein großes Problem, wer stehe hinten und verteidige. Der Instinkt des Jugendlichen ging prinzipiell meist nach vorne. Tore schießen und lieber ein Tor mehr schießen als mit mehr Kraftaufwand unbedingt Tore zu verhindern. Die Kinder mit Migrationshintergrund und Deutschen Kinder sind da international sehr offensivfreudig was alle miteinander verbindet ohne Grenzen und sprachliche Schwierigkeiten. Kinder kämen nie auf die Idee, alle spielen zusammen, später machen wenn dann Eltern die Probleme wenn überhaupt. Die Ausdauer und Kondition also das Körperliche und die Fitness ist ausbaufähig, aber auf dem Bolzplatz erwartet man keine Marathonläufer. Manndeckung ist sicher was sehr künstliches, weil alle sich einig sind dass die Kinder es von Natur aus es nicht machen. Das Glück am Fußball ist eigentlich, Angriff ist die beste Verteidigung. Das macht diesen Sport erst Recht attraktiv. Basketball ist in der Philosophie unterlegen, weil mit der Offensive verkauft man Karten, aber die Meisterschaft gewinnt die Verteidigung. Man könnte es als Glück auffassen, dass die Regeln zum Glück im Fußball erlauben, ja vom Verband gibt es keinen Hindernis schon im Jugendbereich die Zonendeckung spielen zu dürfen. Im Basketball ist es bis U 16 oder mittlerweile U14 verboten Zone Deckung zu spielen. In Volleyball darf man keinen Libero spielen. Im Fußball sind da keine Grenzen von Oben gesetzt. Wenn also das Kind so Fußball spielen will, sei es entweder einen Angriff nicht über außen zu starten oder als Gruppe 7 von 11 keine Manndeckung machen zu wollen, dann sei es diese Mannschaft so überlassen. Die andere Frage ist, wie so eine Mannschaft bei Niederlagen reagiert. Man kann vieles Richtig machen aber verlieren. Die Stimmung schwankt sehr bei Niederlagen. Bei Erwachsenen bis zum Verbandsliga ist natürlich auch der Umgang mit Niederlagen schwierig aber machbar. Kinder sind manchmal etwas aggressiver, wenn sie verlieren, suchen sie Fehler sei es bei Mitspielern Schiri oder Gegner, sie haben Angst Fehler bei sich selbst zu finden. Sei es ich hätte nachsetzen müssen, ich hätte den Gegner anlaufen müssen foulen müssen, ich hätte ja
Es ist sehr schwierig im Jugendfußball zu erklären. Selbst wenn man verliert, dieses Ziel und damit die Zukunft des jugendlichen Spielers richtig zu deuten und zu lenken. Viele träumen ja von einer Profikarriere und wenige schaffen es. Manchmal verliert das Team, aber es kann dem einen oder anderen Jugendlichen später vielleicht für eine andere höherklassige Mannschaft helfen. Manchmal ist die Frage wenn jetzt dieses Kind die U14 regionale Ausscheidung mit seiner Mannschaft verliert, aber dann in der U19 groß rauskommt, soll dann die Niederlage vielleicht in Kauf genommen werden. Am besten man gewinnt und er kommt groß raus, aber es gibt ein ganz einfaches Beispiel, wenn ein System gespielt wird, dass noch nicht alles funktioniert, weil Mitspieler noch brauchen um zu verstehen, der eine Spieler ist schon weiter im Kopf, dann kann man diesen Spieler sagen er hat die Freiheit und darf seine Sache durchziehen, leider verliert die Mannschaft, weil er eben Pässe spielt die die anderen Mitspieler noch nicht erahnen können, diese Pässe sind so gut dass die anderen es nicht verstehen. In so einem Fall kann man ihn eine Jugend raufschicken, aber dann ist er körperlich, da er noch nicht vollkommen ausgewachsen ist, unterlegen. Am besten ist es natürlich ihn sein Spiel zu lassen und das System so anzupassen, dass alle damit ihren Spaß haben und auch noch gewinnt im Idealzustand. Das macht die Sache so verflixt schwierig, weil allein hinten manchmal schon alles kompliziert ist. Der Torwart will gefördert werden indem er mit spielt und oft raus darf, die Abwehr kann aber noch keine vollständige Viererkette spielen, oder die Abwehr kann nur die Viererkette aber sonst nichts. Es gibt manchmal am Anfang der Saison Fälle zwei Abwehrspieler sind sehr gut in der Zone zu viert, das eine Kind stößt neu zu der Mannschaft, weil die Eltern umgezogen sind und hat bis jetzt Dreierkette gespielt. sei es mit Manndeckung sei es als Libero. Man muss das neue Kind fast schon für das erste Spiel auf die Bank setzten, weil er vorher überragend in der Dreierkette spielt, aber im Kopf noch nicht ganz perfekt für die Viererkette sei. Dadurch wird das Kind leider noch nicht gefördert, aber so war es dann leider. Vielleicht lernt er es bis zum zweiten Heimspiel dann, aber er kann auch sagen ich suche mir einen anderen Verein. Dort suchen sie einen Abwehrspieler, weil sie unterbesetzt sind wegen Verletzung. im Laufe der Saison stellt sich dann heraus er wird auch durch eben die Spielpraxis eine sehr guter Spieler auch im neuen System. So kann es schon passieren dass man jemand verliert weil er einfach Zeit gebraucht hat, aber woanders mehr Spielpraxis bekommt. Nochmal zurück an den Anfang Straßenkicker Fußballer
früher konnte man nach Halb Tags Schule im Idealfall mit Ball dann auf den Bolzplatz, heute ist der Bolzplatz im Sommer relativ gut besetzt im Winter weil es früher Dunkel wird und sehr kalt ist meist lehr. Sei es Käfig oder Beton im Ideal Fall Kunstrasen anstatt Rot. bzw Erde. Spieler auf dem Bolzplatz spielen eben meist nicht mit Bolzen als Fernschüsse sondern sind meist Dribbler. Neigen oft dazu zu spät zu passen und tricksen viel. Wenn sie dann zum Verein kommen stellen sie dann ihr Spiel im laufe der Saison automatisch um, auch wegen der für sie am Anfang harten Lauferei. nicht wegen des Aufgestellt werden wollen, aber andere die von der Straße kommen gehen auch wieder nach einer Saison zurück auf dem Bolzplatz weil sie lieber auf dem Betonplatz spielen sei es persönlich oder weil sie Probleme haben sei es mit dem Trainer oder Mitspieler oder System. die einen die im Verein bleiben, könnten dann später nach Jahren vielleicht in Zukunft ein großer werden, die die schon vorher aufgaben und immer weiter auf dem Bolzplatz bleiben. Sie haben leider irgendwann keine Fahrkarte mehr im Fußball nach oben. Sie sind gut, sie sind auch Könige auf dem Bolzplatz, aber es gibt für sie keine Chance mehr den Fußball mehr zu nutzen wie eine Art Mitfahrgelegenheit. Aber man kann aus ihrem Spiel auf dem Bolzplatz Fußball sehen, eine Art Fußball die so auf dem Rasen nicht gespielt wird. Auf den blauen Flächen von Socca Five spielen zwar auch Spieler von Fußballvereine im Winter, aber solche und solche
Trotzdem man kann seine Mannschaft auch mal auf den Bolzplatz schicken, es kann mal interessant werden, wenn man drauf achtet sich nicht zu verletzen und Zeit hat. Nach mehreren Bolzplatzerlebnissen spielt die Mannschaft zwar keinen anderen Fußball, aber sie lernen eine andere Art Fußball dort. Es gibt sogar viele Raucher am Bolzplatz, das ist zwar ein anderes Thema, aber Fußballer und Rauchen Basler Mario de la Volpe Neururer viele andere…

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blub 14. Januar 2015 um 22:44

Die Frage ist wer sich welche Gedanken macht.
Guardiola hat sich das sicherlich vorher überlegt und die bewegungen der offensivspieler spezifisch abgestimmt.
Alaba(und andere) kämen bestimmt mit der der Anweisung(und Übung) klar wann sie sich anbieten und in welche Räume vorstoßen und welche Pässe präferieren sollen.

Ich denke das gerade Guardiola(Tuchel auch) spezifisch erklärt was das mit dem Gegner macht, denn nur das eigehende Verständnis der wechselwirkung erlaubt eine zielgerichtete Variation der taktischen Mittel im Spiel. Man käme aber vermutlich auch ohne aus, solange der Gegner das nicht spezifisch bespielt.
Wenn die Bewegungen nciht abgestimmt sind wird halt gefährlich.

Dortmund hat letzte Saison z.B. die hereinkippenden AVs spezifisch gepresst und Bayern hatte darauf nicht wirklich ne gute Antwort, obwohl die Spieler sicher gemerkt haben was abgeht. (merkste ja wenn die gewohnten lücken nicht aufgehen)

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gurkentruppe 17. Januar 2015 um 12:02

Woher kommen denn die Instinkte? Hat jemand, der noch nie Fussball gespielt hat, auch Fussballinstinkte? M.E. ist das alles seit der ersten Ballberührung als Kind antrainiertund kann auch weiterhin durch Training beeinflusst werden. Sehr gut von gut unter unterscheiden sich bei der Entscheidungsfindung darin, dass mehr Spielzüge im voraus inklusive Mitspielerlaufwege und Gegnerpositionen einbezogen werden. Aber auch dass kann man durch klare Aufgaben auf dem Spielfeld vereinfachen und durch Training verbessern.

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RM 17. Januar 2015 um 13:38

Ja, auch jemand, der nie Fußball gespielt hat, hat bestimmte Instinkte im Fußball. Kinder spielen z.B. (fast) nie Manndeckung, die wird ihnen eingebläut. Habe auch schon „Fußball-Kennenlerntage“ in Grundschulen geleitet, da kann man auch bei ungeübten Fußballern einzelne Spielertypen oder zumindest Aktionstendenzen schon erkennen.

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HW 17. Januar 2015 um 14:08

Wahrscheinlich kann man das Verhalten von Kindern ohne irgend ein Training auf den Charakter des Kindes zurückführen. Und dann entwickelt sich das Verhalten auch mit der Erfahrung weiter, egal ob man trainiert wird oder nicht. Training bedeutet Erfahrungen unter Anleitung zu sammeln.

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NanLei 21. Januar 2015 um 11:10

die Frage ist Talent Training und Intelligenz: im Jugendbereich merkt man so ab der c und B Jugend, dass es sehr schlaue Spieler gibt und Spieler die einen anderen Schema und mehrere Schemata spielen. wie ganz einfach beim Pass
wenn also der Jugendtrainer dem Spieler das im Video nochmal aufarbeitet sei es Lob und Kritik in richtig und falschen Situation, kann man die Entwicklung richtig beeinflussen. Bei Bayern gab es einen Kevin Hartwig keine Ahnung wie es heute aussieht damals vor einige Jahren waren seine Laufwege ungewöhnlich aber sehr effektiv vielleicht noch nicht so wie etwa Thomas Müller aber er war optisch spielerisch damals auffällig unkonventionell
auch bei dem Spieler Rexhepi Miridon oder Liridon doch Miridon
Manche gehen Jugendliche Wege die viele andere Spieler nicht so auf dieselbe weise gehen würde während wieder andere ganz unterschiedliche Lösung aufzeigt
die Distanz ist messbar sei es elektronisch oder auf Video Aufzeichnungen

Rechnerisch gäbe es zwei wesentliche Formel aber keine Ahnung wie sie lauten müsste mal im Buch nachschlagen. Die Gleichung kann einen Wert im Skala zwischen 8 und 10 ergeben, wenn also der Wert anfängt zu schwanken dann muss man den Abschnitt in der Aufzeichnung mal genauer anschauen. Wenn der Wert drunter liegt unter 8 dann kann es interessant sein weit über 10 ist dann sehr auffällig. Diese Methode wurde aber noch nicht bewiesen kann aber in Zukunft vielleicht helfen.
Grundsätzlich sollte man aber die Kinder einfach spielen lassen und noch nicht zu viel eingreifen als Trainer nur bei gravierende Fehler
Kinder sind da sehr kreativ
zu viel Unsinn zerstört das Kind

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victorolosaurus 14. Januar 2015 um 20:37

schöner, sehr interessanter Artikel.

was mir gerade zum ersten Mal auffällt: das Bayern-System (erstes Bild besonders stark) ist ein gekipptes 2-4-4 bzw. 3-4-4 mit Neuer

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