Glanz mit Verspätung beim Kantersieg

bayern5:0Hamburger SV

Die Bundesligasaison hat wieder begonnen. Juhu.

Hamburger Defensivfokus

Die Hanseaten starteten wenig überraschend mit einer eher tiefen, stabilitätsorientierten Ausrichtung. Die grundsätzliche Formation war ein 4-1-4-1/4-5-1, die Mittelfeldreihe stand häufig in einer flachen Fünf vor der Viererkette. Die Abstände innerhalb der Formation und die Höhe dieser waren recht gut gewählt.

Grundformationen

Grundformationen

Durch die Fünferreihe im Mittelfeld gab es eine sehr gute Breitenstaffelung, welche das Münchner Flügelspiel und die Positionswechsel zum Erlahmen bringen sollte. Des Weiteren positionierten sie sich sehr kompakt vor der Viererkette, wodurch die Bayern kaum Platz im Zwischenlinienraum vorfanden. Immer wieder musste der Rekordmeister den Ball zur Seite und wieder zurückspielen, eine Verlagerung folgte auf die nächste und Ballbesitz innerhalb der Hamburger Formation gab es immer nur kurzzeitig.

Die Hamburger gewährten auch kaum Raum hinter der Abwehr. Zwar stand die Abwehr eng am Mittelfeld, durch die grundlegende tiefe Ausrichtung befand sich die letzte Linie oft aber nur einige Meter vor der Strafraumkante. Pässe hinter die Abwehrlinie gab es von den Münchner zwar, sowohl vertikal/diagonal aus dem Mittelfeld als auch horizontal von der Seite, diese waren aber schwierig zu spielen.

Die Labbadia-Elf konnte die Bayern aber dennoch vom eigenen Tor weghalten. Schipplock startete das Pressing einige Meter nach der Mittellinie, oft erst am Mittelkreis, dahinter gab es aber situativ herausrückende Bewegungen und dadurch auch den einen oder anderen Ballgewinn. Die zentralen Mittelfeldspieler sprinteten vielfach aus der Kette heraus, um zu pressen und zogen sich dann zurück; die Flügelstürmer spielten ziemlich positionsorientiert auf den Seiten und sicherten diese Bewegungen ab. Dies wurde allerdings mit zunehmender Spieldauer geringer, auf dem rechten Flügel begann der HSV später immer mannorientierter gegen Douglas Costa und Alaba zu verteidigen.

Wenn die Bayern das Spiel nach vorne tragen konnten, ließ sich Schipplock zusätzlich noch zurückfallen und positionierte sich vor dem Fünfermittelfeld. Die Bayern wurden dadurch nach hinten geleitet und fanden sich wieder zu weit weg vom gegnerischen Tor vor einem kompakten, dicht gestaffelten Defensivverbund.

Allerdings enttäuschten die Hamburger im Spiel mit Ball. Unter Druck gab es lange Bälle, ohne Druck ebenfalls häufig. Jung spielte als Sechser vor den Innenverteidigern relativ passiv und zurückhaltend, die beiden Achter standen eng vor ihm und bildeten ein kompaktes Zentrum. Mit diesem fokussierten sie sich auf das Verhindern von Kontern nach den langen Bällen und Präsenz bei zweiten Bällen. Die Flügelstürmer rückten ein, wirkliche Breite im letzten Drittel gab es nicht.

Deswegen waren die besten Angriffe des HSV nach Ballgewinnen gegen offene Münchner, wobei diese durch die großen Abstände untereinander und die enorme Distanz zum Kasten Manuel Neuers eigentlich nie durchkamen; sie gingen entweder im Gegenpressing oder in den taktischen Fouls der Bayern unter. Diese überzeugten allerdings mit Ball ebenfalls nicht.

4-1-4-1 mit ungewohnter Raumbesetzung

Guardiolas Mannen starteten im 4-1-4-1 mit Alaba und Lahm als Außenverteidiger. Beide hatten aber wieder sehr eigene, unübliche Rollen: Besonders in der Anfangsphase hielten sie sich auch in Ballbesitz extrem tief und häufig gab es im Spielaufbau eine flache Vier mit Alonso direkt davor. Präsenz im zentralen Mittelfeld gab es kaum. Alonso begann sich stärker zurückfallen zu lassen, während Alaba und Lahm zumindest etwas weiter nach vorne und in Richtung Mitte schoben. Dadurch entstanden dann 2-3- und 3-2-Staffelungen in den ersten beiden Linien.

Dies änderte aber nichts an Bayerns Problemen. Es fehlten die Verbindungen nach vorne, insbesondere im Zentrum. Der HSV konnte Bayern lange Zeit fast mühelos vom eigenen Tor weghalten. Raumgewinn war Mangelware. Auch das vereinzelt vorkommende Vorschieben Boatengs wirkte sich kaum aus. Es wirkte fast, als bestünden die Bayern aus einem breiten Abwehrblock und zwei engen Flügelblöcken.

Die Idee dahinter dürfte wohl gewesen sein, die Hamburger herauszulocken und auseinanderzuziehen, um dann im Halbraum größere Räume für Robben zu öffnen. Dieser spielte nämlich nicht als Flügelstürmer, sondern begann die Parte als nomineller Achter mit Vidal. Somit sollte Robben auf halbrechts mit seinen Dribblings für Durchbrüche sorgen – unterstützt vom von rechts diagonal vorstoßenden Müller und dem nachstoßenden Lahm sowie Lewandowski als Anspielstation vorne.

Auf links bewegte sich Vidal gelegentlich nach außen, überlud mit Douglas Costa und sicherte dessen Vorstöße ab. Diese Spielweise funktionierte aber schlichtweg nicht. Guardiola passte darum zuerst die Rolle der Außenverteidiger an, die immer offensiver wurden, bevor er die Struktur ad acta legte.

Effektive Umstellung oder nicht?

Guardiolas Umstellung war relativ simpel; Robben ging auf den rechten Flügel, Alaba spielte viel vorstoßender und aufrückender, Müller agierte als hängende Spitze und versuchte Verbindungen im offensiven Zentrum zu geben, während Vidal sich nun etwas tiefer aufhielt. Auch gegen den Ball wurde aus dem vorherigen 4-1-4-1/4-1-3-2-Pressing (meist herausrückender Achter) ein klareres 4-4-1-1/4-4-2.

Vermutlich wollte Guardiola nun mehr Spieler vorne involvieren, mehr Dynamik kreieren und sich durch 1-gegen-1-Situationen nach vorne arbeiten. Generell blieben die Flügelstürmer breit und hoch, die Außenverteidiger eher zentraler. Eine wirkliche Veränderung brachte es nicht. Bayern erzielte das 1:0 nach einem Standard und hatte nur einzelne Durchbrüche bis in den gegnerischen Strafraum in einer bis dahin chancenarmen Partie.

Nach dem Seitenwechsel passte Guardiola abermals an. Es gab eine noch klarere Doppelsechs, auch im Spielaufbau. Der ballnahe der bayrischen Sechser kippte sich nun immer wieder auf der Seite des Balles zwischen Außenverteidiger und Innenverteidiger heraus, der zweite Sechser besetzte die Mitte und die Flügelstürmer positionierten sich im Halbraum. Alaba und Lahm spielten jetzt sehr weit aufrückend und blieben meistens nahe an der Außenlinie.

Ob diese Anpassung wirklich für das letztlich klare Ergebnis und den souveränen Sieg führte, ist allerdings nicht ganz klar. Beim HSV war physisch und mental spätestens nach dem 2:0 etwas die Luft raus, des Weiteren war ihre zu Spielbeginn praktizierte Spielweise aus strategischer Perspektive schlichtweg in Rückstand nicht mehr aufrechtzuerhalten.

Der Mangel an Chancen mit der tiefen Ausrichtung hätte wohl nie zum Ausgleich geführt (eher zu einer gelbroten Karte für die Bayern), weswegen die Hamburger versuchten höher zu pressen, was die Bayern gut bespielten und nun mehr Räume vorfanden. Die Umstellung auf ein deutlich unkompakteres 4-4-2 nach einer Stunde auf Seiten der Hamburger und die erhöhte positionelle Flexibilität der Bayern (z.B. Costa auf rechts und öfters breiter, Rafinha wieder einrückend) sorgten für klare bayrische Dominanz bis zum Schlusspfiff.

Fazit

Die Bayern mit einem verdienten Sieg, aber schwacher erster Halbzeit gegen defensivstarke, aber offensiv harmlose Hanseaten. Vermutlich waren die Hamburger ohnehin zu tief und defensiv ausgerichtet, um letztlich hier einen Punkt oder mehr davontragen zu können, doch die Bayern wirkten am Anfang schwach gestaffelt und ohne Verbindungen nach vorne. Benatias Tor und die strategischen Konsequenzen des Rückstands für den HSV waren dann vermutlich die Hauptgründe für den klaren Sieg des amtierenden Meisters.

Peter Vincent 21. August 2015 um 16:57

Ich habe mir Gedanken über „meine“ Problematik mit Lewy, Müller und Götze gemacht, bin aber zu keinem zufriedenstellendem Ergebnis bekommen und würde gerne weitere Meinungen dazu hören.

Annahmen:
– Pep will mit zwei schnellen und dribbelstarken Aussenstürmern spielen (Robben, Costa, Ribery)
– Lewy und Müller sind vom Standing her Stammspieler,
Lewy möchte als MS spielen, Müller ist als HS am Stärksten, kann aber auch alleininger MS spielen
– Götze will ebenfall zum Stamm gehören und ist zentral offensiv (HS, MS, ZOM) am Stärksten
– Kalle wünscht Götze „viel Glück“ im Kampf um einen Platz
– Pep hat immer mal wieder mit 4 Stürmern (2 Außenstürmer, 1 MS und 1 HS) spielen lassen,
obwohl dies (vermutlich) eher nicht seinem Ideal entspricht (vgl. u. a. Interviewaussagen über Deutsche Mentalität (4 Stürmer und große IVer, Fehler im Rückspiel gg. Real, Aufstellungen bei Barca)

Grundformation 4-4-2:
LA——————-MS———————RA
———–ZM——————-ZM————-
———————-DM————————-
LAV——–LIV————RIV————RAV
———————-TW————————-

(i) Wird zum 3-4-3 (hier mit Verschiebungen des RAV (Lahm oder Rafa) zum RM.
Denkbar analog dazu auch die Verschiebung des LAV (Bernat,Alaba) zum LM.
Nun kann der RM/LM den offensiven Flügel abdecken und der RA/LA nach Innen ziehen.

LA——————-MS———————RA
LM———-ZM———–ZM————-RM
———LAV——–ZIV————RIV——–
———————-TW————————-

Denkbar ist dann eine weitere Verschiebung des RA/LA zum ZOM
LA——————-MS————————–
———————-ZOM——————-RM
LM———-ZM———–ZM——————
———LAV——–ZIV————RIV——–
———————-TW————————-

Hier könnte z. B. Mario Götze von einer Ausgangsstellung auf dem Flügel in sein eigentliches Gebiet (zentrale Offensive) rücken und dort die engen Räume bespielen. Da sehe ich Götze sogar von allen Offensiven noch am Besten für geeignet, vor Robben, Müller, Ribery und Costa (in dieser Reihenfolge).

Kader:
Ribery—————Lewy———-Robben // Götze, Müller, Costa
———-Vidal—————–Thiago——— // PEH, Rode
———————-Alonso——————— // Kimmich
Alaba——Medhi—–Boateng—-Lahm // Bernat, Holger, Javi, Rafa
——————–Neuer———————– // Ulreich, Starke

zu (i)
Ribery————–Lewy———–Robben // Götze, Müller, Costa
Vidal——Alonso——-Thiago—-Lahm // PEH, Rode, Rafa
—–Alaba——Medhi————Boa—— // Bernat, Holger, Javi
——————-Neuer———————— // Ulreich, Starke

zu (ii) Mit Verschiebung des RAV:
Ribery————–Lewy—————–|—- // Götze, Müller
——————————Robben—Lahm // Costa, Rafa
Vidal——-Alonso——–Thiago———– // PEH, Rode
—–Alaba——Medhi————Boa—— // Bernat, Holger, Javi
——————-Neuer———————— // Ulreich, Starke

oder mit Verschiebung des LAV:
—|—————–Lewy—————Robben // Ribery, Costa
Alaba———Götze—————————– // Bernat, Müller
———-Vidal——-Alonso———-Thiago // PEH, Rode
—–Medhi——Boa———–Lahm——– // Holger, Javi, Rafa
——————-Neuer———————— // Ulreich, Starke

Das sind für mich alles denkbare Szenarien, auch wenn der Kader dafür sicher nicht optimal ausgelegt ist.

Ein 4-Stümer-System sehe ich dann nur, wenn ein ZM geopfert wird, z. B.:

Costa———–Lewy——————–|—–
—————————–Müller—-Robben
—Vidal——-Alonso———Thiago——-
—–Alaba——Medhi————Boa——
——————–Neuer———————–

Als offensiv(st)e Variante im Köcher sicherlich (unanbängig der Namen in der Elf) sicherlich sehr interessant, aber erwartet ihr soetwas als „Stammssytem“, um Lewy, Müller und zwei Aussenstürmer unter einem Hut zu bekommen?

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Peter Vincent 21. August 2015 um 16:59

Anm.: Grundformation ist natürlich 4-3-3 heißen im obigen Beispiel.

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LuckyLuke 17. August 2015 um 09:44

Hatte außer mir noch jemand das Gefühl, dass sich Robben und Costa in ihrer Spielweise zu sehr ähneln und dadurch bisschen die Kreativität gefehlt hat, da beide doch eher auf Abschlüsse fokussiert sind, gerade im Vergleich zu Ribery beispielsweise…

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Koom 17. August 2015 um 09:50

Möglich. Beide haben scheinbar einen relativ großen Zug zum Tor, während Ribery auch mal kombinativer agiert. das kann für einen defensivstärkeren (-intelligenteren) Gegner dann ausrechenbar werden.

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LuckyLuke 17. August 2015 um 13:01

Sogar der HSV konnte die Bayern ja ziemlich gut verhindern, solange beide auf dem Feld waren (wenn ich mich richtig erinnere) und meiner Meinung nach hat da auch die Einwechslung Götzes sehr geholfen (z.B. Raum erkannt und guter Pass auf Costa vor der Flanke auf Müller)…und mit Müller war ja nochmal ein sehr tororientierter Offensivspieler auf dem Feld und im ZM mit Vidal und Alonso jetzt auch nicht die kreativsten Spieler, die zur Verfügung stehen (Thiago)…
Naja ich erwarte mir glaub schon seit Guardiolas Anfängen bei Bayern zu viel „Mut“ von ihm…grad in der Aufstellung…

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HK 17. August 2015 um 14:54

Vielleicht auch ganz einfach mit einem Robben zu erklären, der nach mehrmonatigem Ausfall und mit gerade 100 (?) Minuten in den Beinen meilenweit von seiner Bestform entfernt war.

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Peter Vincent 17. August 2015 um 13:09

Das war mE eher nicht das Problem. Mein Problem mit „Costa———-MS————–Robben“ ist eher, dass Costa als LA deutlich limitierter ist, als als RA. Als LA kann er zwar auch am Gegner vorbeikommen, aber diese Spielweise mit anschließend scharfen – oft ungenauen – Hereingaben von der linken Seite gefällt mir nicht. Für mich gehört auf LA ein Rechtsfuss.
=>
Draxler/Ribery———————Lewy/Müller————–Costa/Robben
—————Götze/Vidal———————————Thiago/PEH————
——————————————Lahm/Alonso——————————–
Alaba/Bernat——-Holger/Dante——–Boa/Medhi——Rafa/Kimmich
———————————–Neuer/Ulreich/Zingerle————————-

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FAB 17. August 2015 um 15:51

Ribery war in seiner Anfangszeit bei den Bayern auch extrem individualistisch (abschlussorientiert). Damals war er deutlich spritziger als heute und hat seine 1-1 Duelle noch zuverlässig gewonnen.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass er in seiner Anfangszeit nur ausgewählte Leute angespielt hat. Selbst Schweinsteiger hatte er in der Anfangszeit dahingehend nicht gleich akzeptiert. Als er noch Weltklasse war, war das auch noch vertretbar. Als er dann aber „im Alter“ zunehmend die Duelle verloren hat, war er schlau genug seine Spielweise etwas umzustellen und ist eben kombinativer geworden. Die letzten Auftritte waren aber allesamt relativ schwach. Er hat auch in seinen letzten Spielen immer wieder die 1-1 Situation gesucht und immer wieder den Ball verloren. Ich bin nun gespannt, wie er nach seiner Verletzung darauf reagiert, dass er nun mit Douglas Costa erstmalig einen Konkurrenten um den Stammplatz hat.

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Peter Vincent 18. August 2015 um 16:54

Falls Ribery wieder zu guter Form findet, dann sehe ich ihn auf LA gesetzt. Costa steckt er da mE locker in die Tasche. Wichtiger ist aber, an einen Nachfolger zu denken und selbst da ist Costa mE kein Thema (Costa -> RA).

Hazard wird man wohl ziemlich sicher nicht bekommen, auch wenn das ein Traum wäre. 😛
Coman und Felipe Anderson kann ich zu wenig einschätzen.
Draxler und Brandt sind talentiert. Brandt hätte ich als Robben-Nachfolger auf dem Schirm, aber da ist man mit Costa nun vllt schon gut aufgestellt. Draxler bringt zusätzliche Fähigkeiten (LA, 10er) mit, die ich sehr schätze und wäre aktuell mein Kandidat. Falls Draxler diese Saison Auf Schalke bleibt und eine starke Saison spielt, würde ich einen Wechsel zu Bayern sogar (wieder) für naheliegend halten.

Draxer————-Götze—————Costa // Müller, Lewy, Ribery, Robben
——–Thiago——————-Vidal———– // Gaudino, PEH
———————-Lahm———————– // Kimmich
Bernat—–Alaba——-Boateng—–Rafa // LAV, Holger, Javi, RAV
———————Neuer———————- // Ullreich, Zingerle

Da könnte der LAV bzw. RAV nach vorne schieben und eine Dreierkette herstellen,
dafür der LA bzw. RA einrücken in den Zehnerraum, vorallem für Draxler mE eine gute Option.
Thiago bzw. Vidal können im ZM weiträumig genug agieren, um auch die Außen (LM bzw. RM) abzudecken.

Alternativ zum Einrücken der Außenstürmer könnte auch Götze den 10er-Raum bespielen (F9), ein AVer aufrücken und ein Außenstürmer ins Sturmzentrum schieben.

Das wäre zumindest aus meiner Sicht eine sehr interessante Aufstellung.

Problem: Lewy und Müller, fehlender LA (sofern Ribery nicht fitt) und der 2. Anzug in der Abwehr passt nicht.

Leidet hat man auf dem TM aus meiner Sicht nicht alles richtig gemacht.
Draxler und Darmian wären chick gewesen. :-/

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Célie 15. August 2015 um 17:05

Wie immer toller Artikel! Mmn war eines der Hauptprobleme der fehlende Raumbespielungsrhytmus in der ersten engen Aufbaureihe. Wenn man es schon darauf angelegt hatte die Herausrückbewegungen des Gegners zu bestrafen dann sollte dies auch gezielt durch kleinräumige Staffelungsänderungen und einem gezielten Bespielen der anvisierten Räume stattfinden. Auch wenn diese Bewegungen halt auch nicht oft (wie wahrscheinlich geplant) vorkamen so hätte man dennoch dies konkreter und mit einer noch provozierenden lokalen Ballzirkulation fördern können.

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Peter Vincent 15. August 2015 um 13:10

Wenn Pep seine Außenverteidiger als einrückende ZM sieht, damit vertikalere Typen im ZM spielen können, dann lvermute ich sowas:

LA————————-Lewy———————Costa
———–Thiago———————–Vidal—————
—————————Alonso—————————
Alaba——–Medhi————-Boateng——-Lahm
—————————-Neuer—————————
—–

LA—————————–Lewy—————Costa
———————Vidal———————————–
——Thiago————-Alonso———–Lahm——
——–Alaba————Medhi——-Boateng——–
—————————-Neuer————————–

LA————————–Lewy—————————
————Vidal————————-Costa—–Lahm
—————Thiago————-Alonso—————–
——–Alaba————Medhi——-Boateng———
—————————-Neuer—————————

Dann würde ich folgende interessant Duelle sehen:
Götze, PEH vs. Vidal
Javi, Kimmich vs. Alonso
Lewy vs. Müller
Costa vs. Robben
LA vs. Ribery

Skeptisch macht mich allerdings meine Vermutung, dass Pep versuchen wird,
Lewy und Müller + zwei Außenstürmer in die Startformation zu bringen. Das gefällt mir leider selten.

P.S.
Wann kommt mal ein Forum auf diese Seite oder ist das gar nicht mehr gewollt?

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Koom 15. August 2015 um 09:39

Ich hoffe mal, dass die anderen 17 Bundesligisten nicht so sehr in den Kaninchen-vor-der-Schlange-Modus verfallen. Gerade die relativ frühen gelben Karten gegen Alonso und Boateng zeigten, dass mit etwas Mut etwas mehr drin gewesen wäre. Schipplock gefiel mir gut mit der frechen Art. Da die Bayern nach wie vor hinten schlampig sind und öfter mal in 1gegen1-Situationen geraten, müsste man hier entschlossen ansetzen. Nach dem 1:0 war aber das Thema durch. Und ich hab selten einen so leidenschaftslos verteidigten Freistoß gesehen. Da kann man schon mehr machen.

Was ich auf Bayernseite noch positiv gesehen habe: Man verzichte speziell in der 2. HZ auf ewigen hohen Ballbesitz und lockte den Gegner raus und nutzte den sich bietenden Platz. Natürlich fiel der HSV auch wunderbar darauf rein.

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Lea 15. August 2015 um 10:55

Ja, dass trifft es.

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FAB 17. August 2015 um 14:18

@Koom,
ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass es das leichteste Saisonspiel für die Bayern war.

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Lea 15. August 2015 um 04:40

Liebe Leute, wie dumm muss man sein jedes Mal so abgeschlachtet zu werden? Bei allem Respekt, die Bayern kochen doch auch nur mit Wasser – die Bundesliga verliert immer weiter an Niveau! … wäre auf die Einschaltquoten gespannt, wirklich viele kann so etwas nicht mehr interessieren, oder? Sind die Bundesliga-Trainer eigentlich komplett beschränkt dass sie in München immer so behämmert auflaufen lassen?

So gehts dahin mit dem „deutschen Fußball“ schade schade. Klar gibt es Säulen (Favre, Schmidt, Tuchel & Mainz etc) – aber so viel (!!) grau beschränktes Mittelmaß – wo sind die Spieler (von früher), die Ihr Herz noch in beide Hände nehmen? Heute erscheint jeder gekauft, ohne Ziel ohne Pump.

So ein peinlichen Müll guckt doch keiner mehr – dass ewige Bayern-Loblied kann doch auch nur noch Übelkeit erzeugen.

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blub 15. August 2015 um 09:30

Komm ma runter. Der HSV ist nicht die Bundesliga, sollte man nach den letzten 2 Saisons wissen.
Das Herz in beide Hände nehmen ist irrelevanter Bullshit. Wenn du sowas lesen willst, die Sportbild ist nur 2 klicks entfernt.

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Lea 15. August 2015 um 10:47

Sorry, musste mal mein Frust loswerden wie schülerhaft die Teams Bayern-Spiele nicht nur kommunizieren, sondern dann eben auch angehen. Mit Hochleistungssport hat das nichts mehr zu tun. Das ist beschämend – mich interessiert gar nicht mehr wie viele Teams glücklich und zufrieden sein werden nur 0:5 gegen die Bayern zu verlieren. Das ist doch Verarsche – wo haben die Ihre Eier gelassen? Von Trainerstaab bis Zeugwart? Wo ist der Glaube und Herzblut der Bayerngegner? Das ist mehr als niveauarm (ähnlich wie meine schroffe Kritik). Was raus muss, muss einfach raus 🙂 …

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em es 15. August 2015 um 10:15

8mir gehts ähnlich wie dir.
Frage mich auch wo da der sportliche anspruch sein soll, wenn man nur versucht nicht möglichst hoch abgeschossen zu werden. 0 punkte sind 0 punkte jnd das torverhältnis istdoch selfen rrelevant.
Ich hab ebenso das spiel ausgemacht weil so etwas keinen sportlichen wert für mich besitzt.
Die ganze körpersprache des hsv war unheimlich negativ und angstvoll.
Alleine wenn man den labbadia schon reden hört.
Ich weiß nicht wie die sich fühlen aber ein 5- 0 scheint ja mittlerweile ein akzeptables ergebnis zu sein. Labbadia redet auch als hätte er alles getan und das wäre ganz normal.
Find die leistung dey hsv mitsamt trainerstab beschämend und peinlich.

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plam 15. August 2015 um 10:42

Beschämend und peinlich? Sehe ich nicht so. Es ist ganz einfach: der HSV hat einfach nicht die Klasse und das hat er zur Genüge bewiesen. Ein 0:0 wäre ein Erfolg gewesen. Letztendlich ging es nur darum, nicht unter zu gehen.

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Lea 15. August 2015 um 10:52

Das schlimme ist: die Bundesliga hat mit Freiburg einen Gegner mehr verloren, die die Spiele nicht schon vorher als verloren angehen. Das wird richtig niveauarm – hab nicht gedacht dass das zur letzten Saison nochmal steigerbar ist – dabei verdienen diese grauen Mäuse auch ordentlich Brot, da darf man doch erwarten dass wenigstens die Basis stimmt – mit der heutigen Basis und Herangehensweise hat das mit Bundesliga-Fußball nichts mehr zu tun.

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Guergen 15. August 2015 um 11:33

Hast du dich im Forum geirrt oder ist das eine Parodie auf die Deppen, die immer bei SPON rumhängen?

Antworten

Isco 15. August 2015 um 12:18

Seh ich auch so; dem HSV fehlt einfach ein Führungsspieler, der auch mal ein Zeichen setzt 😀

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BinDagegen 15. August 2015 um 13:07

Einer wie der Effenberg, oder der Kahn, das waren noch Kerle. Die hatten noch Hühner, äh Eier, oder so. Einen Biobauern offensichtlich.

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Isco 15. August 2015 um 14:38

Einer wie Vidal! Ein Kämpfer, der seine Duftmarken setzt und außer Kämpfen sonst nicht viel kann 😉

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HK 15. August 2015 um 13:34

Ohne van der Vaart läuft da nix. Der hätte halt mal einen umgegrätscht. Mit so Luschis wie Spahic wird da nie was draus. Lewandowski konnte ja noch aus eigener Kraft das Spielfeld verlassen.
Peinlich so was!

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Koom 17. August 2015 um 13:20

Haha, witzigerweise dachte ich nach den 2 Gelben für Boateng und Alonso, dass Stinkstiefel Van der Vaart einen der beiden hätte mit Gelb-Rot raushauen können, wenn der wie üblich die vollen 90 Minuten durchprovoziert hätte. 😉

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Leon 15. August 2015 um 12:26

Auch wenn die Intention der Seite in der Tat die taktische Diskussion, ist es trotzdem erwähenswert, dass der HSV zur Halbzeitpause „tweetete“, dass man mit dem 0:1 zufrieden sei. Vielleicht wäre das mal einen Artikel wert, ob die Erfurcht vor Bayern bei vielen Vereinen zu groß geworden ist. Ich meine mich zu erinnern, dass vor zehn Jahren sich jeder Verein gegen Bayern ein Bein ausgerissen hat, um eine Sensation zu schaffen.

@adminstrator: Ich liebe eure Seite und danke euch sehr für die ganze Arbeit die ihr investiert. Das Werbe-Popups eingeblendet werden, finde ich voll verständlich, aber könnten die so eingestellt werden, dass man die nicht dreimal wegklicken muss?

Antworten

RM 15. August 2015 um 12:38

@Pop-Ups: Wir haben uns schon selbst mehrmals bei unserem Anbieter darüber beschwert und hoffen, es kommt baldmöglichst weg.

Antworten

Cathi 15. August 2015 um 00:36

Super Zusammenfassung. Und so schnell !! Habe nach Blog Bundesliga gesucht. Gesucht und gefunden 😉 cooler Blog! Viele grüße, Cathi von fit-weltweit.de

Antworten

blub 14. August 2015 um 23:45

Ich fordere wieder hereinkippende Außenverteidiger gegen das 451.
So nen shit wie die erste Hälfte weil ich nicht wieder sehen.

Das abschlachten eines unkompakten 442 war auch nix für Fußballliebhaber.

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HW 15. August 2015 um 09:43

Die erste Viertelstunde hab ich gedacht: Was soll den dieses 5-0-5? Das was Grausam von den Bayern. Hamburg hat zwar gut die Mitte zu gemacht, aber Bayern hat nicht mal probiert das zu bespielen. Alles sehr statisch, was dem HSV defensiv half. Später hat Guardiola umgestellt und es lief besser. In der zweiten Halbzeit fiel der HSV auseinander. Aber das war das erste Spiel der Saison und dann der Meister gegen den beinahe Absteiger (wer macht so eine Ansetzung?). Der HSV sollte das Spiel schnell vergessen.

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em es 15. August 2015 um 10:18

Die ansetzung finde ich ebenso sehr fragwürdig. Durch und durch kein sehenswertes spiel.

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Gustav Klimt 14. August 2015 um 23:24

Danke für die schnelle Analyse.
Wie du schon sagtest, der HSV anfangs kompakt aber mit null offensiver Entlastung, was über 90 Minuten schwer durchzuhalten ist.
Bayerns zweite HZ war ok, wobei ich mir ja Götze statt Lewa wünsche und Thiago statt Alonso in der Start 11. Dann mehr Kurzpassspiel mit Lahm / Thiago, Alaba und eben Götze.
Müller mal wieder extrem stark mMn, Robben braucht noch Zeit.
Alonso war heute weniger problematisch, da er weniger fokussiert wurde und stattdessen Vidal oder auch der zeitweise eingerückte Alaba aufbauten. Außerdem natürlich Hamburg mit wenig Pressingdruck auf Xabi.
Benatias Weltklasse hab ich noch nicht ganz erkannt, der ist doch im Aufbauspiel doch etwas limitiert, oder?

Antworten

Dr. Acula 14. August 2015 um 23:10

wie nicht anders zu erwarten eine nüchterne, präzise analyse des spiels. auf so ziemlich allen sport seiten wird jetzt in lobhudelei ausgebrochen. SV macht vor, wie es sein sollte. dickes lob an dieser stelle. das ergebnis täuscht darüber hinweg, dass es von den bayern mitnichten eine starke leistung war. ich verstehe labbadia nicht, wieso nach der gut verteidigten 1. HZ plötzlich höher gepresst wird, aber keineswegs richtig. das pressing war nix ganzes. entweder man presst richtiges angriffspressing/mittelfeldpressing oder man lässt es. bayern konnte sich ziemlich einfach durch kombinationen befreien und fand anschließend natürlich große räume vor, die sie zu nutzen wussten. was wohl labbadias gedankengang war? „ich presse höher und hoffe auf alles glück der welt um irgendwie 1,2 tore zu schießen“? da würd ich lieber da weitermachen wo ich aufgehört habe, was bayern vor große probleme stellte und hofft auf ne ecke o.ä.. ein 0:5 kann nicht das ziel sein.

2 fragen an den autor:
wieso wird hier von einem 4-1-4-1/4-5-1 gesprochen, aber guardiola meinte, es seien 6 verteidiger gewesen?
es wird doch in guardiolas buch und auch hier auf SV bei der guardiola-analyse berichtet, dass guardiola einen alleinigen sechser favorisiert, da ein zweiter sechser den aktionsradius zu sehr beschneiden würde. wieso dann eine so klare doppelsechs nach der pause? „Es gab eine noch klarere Doppelsechs, auch im Spielaufbau.“

grüße

Antworten

LVG 14. August 2015 um 23:44

Jung hat sich bei dem deutlichen Flügelfokus der Bayern häufig in die 4er Kette fallen lassen alternativ auch Ekdal in einigen Szenen und der ballnahe Flügelspieler wurde nahezu immer gedoppelt vor allem durch Gregoritsch der eigentlich den Ivanovic in der 1 Hz. gegeben hat so kam ich jedenfalls in der 1HZ. auch auf fast dauerhaft 6 Verteidiger. Vielleicht sieht Guardiola das aber auch komplett anders.

Antworten

Eduard Schmidt 14. August 2015 um 23:47

Bin zwar nicht der Autor, aber dennoch über deine Fragen gestolpert und bereit, kurz zu antworten.

1. Guardiolas sprach vermutlich von einem 6-3-1, weil sich die Flügelspieler des HSV, wie hier beschrieben, irgendwann begannen, mannorientiert zu verhalten. Dadurch lassen sie sich leicht von vorrückenden Außenverteidigern nach hinten drücken. Aus dem 4-5-1 wird immer häufiger eben ein 6-3-1.
2. Die Doppelsechs war zwar klar, aber in ihrer Rollenverteilung ja extra so gewählt, dass sich die Aktionsradien eben nicht überschneiden, weil einer (das steht ebenfalls im Artikel) stets herauskippte. Pep spielt da wohl auf darauf an, dass sich zwei Sechser mit gleichem/ähnlichen Positionsprofil beschneiden würden.

Absurd übrigens, wie höheres Pressing immer wieder mit viel bespielbarem Raum gleichgesetzt wird. Man nimmt sozusagen fest an, dass es schlecht ausgeführt wird.

Antworten

Dr. Acula 15. August 2015 um 02:55

„Absurd übrigens, wie höheres Pressing immer wieder mit viel bespielbarem Raum gleichgesetzt wird. Man nimmt sozusagen fest an, dass es schlecht ausgeführt wird.“
fakt ist nun mal, dass man bei höherem pressing mehr raum freigibt, oder anders formuliert: der raum zwischen deinem tor und der pressing linie ist größer. somit steht dem gegner bei erfolgreicher überwindung des pressings mehr raum zum spielen zur verfügung, das ist nicht zu verhindern und hat mE per se nichts mit schlechtem oder gutem pressing zu tun. aber natürlich ist es weitaus schwieriger, ein gut praktiziertes pressing zu umspielen.

Antworten

HW 15. August 2015 um 10:31

Man sollte sich nicht an der Größe des Raums aufhängen. Was nützt die große Fläche? Das totale Gegenteil wäre tiefes Verteidigen. Dann bietet man wenig Raum und bewacht den auch noch mit wenig Spielern, aber der Gegner ist auch automatisch näher am eigenen Tor und der Weg zum gegnerischen Tor ist weit.
Ob viel Fläche gut ist hängt also davon ab welche Stärken man hat. Darüber kann man lange philosophieren.

Antworten

RM 15. August 2015 um 07:51

wieso wird hier von einem 4-1-4-1/4-5-1 gesprochen, aber guardiola meinte, es seien 6 verteidiger gewesen?

Um präzise zu sein: Es war beides. Eine 4-1-4-1/4-5-1-Formation, die später immer mehr und besonders bei höherem Ballbesitz eben mit tieferen Flügelstürmern gespielt wurde. Diese ließen sich neben die Außenverteidiger fallen, wodurch es oft 5-4-1 und 6-3-1 Staffelungen gab.

es wird doch in guardiolas buch und auch hier auf SV bei der guardiola-analyse berichtet, dass guardiola einen alleinigen sechser favorisiert, da ein zweiter sechser den aktionsradius zu sehr beschneiden würde. wieso dann eine so klare doppelsechs nach der pause? “Es gab eine noch klarere Doppelsechs, auch im Spielaufbau.”

Guardiola spielte deswegen anders in der Raumaufteilung als so manche klassische Doppelsechs, außerdem nutzt er es als taktisches Mittel und nicht als grundlegende Systemkomponente.

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