Fünf Fragen zu Barcelona gegen Bayern

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Der FC Barcelona gegen den FC Bayern gilt für viele als das vorgezogene CL-Finale. Real Madrid hat einige Verletzungs- und Formprobleme seit dem letztjährigen Triumph und befindet sich auch in der heimischen Liga hinter den Katalanen. Atlético Madrid ist bereits ausgeschieden und Juventus werden nur Außenseiterchancen eingeräumt.

Bayern gegen Barcelona bringt alles mit: Imponierende Taktiken, eine starke strategische Ausrichtung, herausragende Spieler und natürlich eine interessante Hintergrundgeschichte. Ob man sich für das 7:0 von 2013 oder das Duell „Guardiola gegen seine Heimat“ entscheidet, ist fast schon unerheblich.

Das aktuelle Barcelona gilt für viele als das beste Barcelona seit Guardiolas Abgang. So schrieb Mike L. Goodman bei Grantland:

This is the best Barcelona team since Guardiola left for his great German adventure. Not coincidentally, it’s also the least idealistic. The team is no longer hell-bent on linking Lionel Messi with midfielders to get him running on goal through the center of the pitch — though they can still do that. And the team is no longer married to keeping the ball at all costs in order to control the game — though they can still do that, too. Instead, after years of devotion to one very specific death-by-possession style of play, Barcelona now has a variety of modes it can shift through.

Of course, the old tika-taka standby is still there — albeit with less Xavi and more Ivan Rakitic — but so, too, is a lethal counterattack that’s turbo-powered by a front three of Messi, Neymar, and Luis Suárez.

Und nebenbei setzte er den FC Barcelona an die Spitze seiner Liste der Topfavoriten. Auch Michael Caley führte mit überaus interessanten Statistiken und Grafiken bei ESPN aus, wie unglaublich durchschlagskräftig die Katalanen in der Offensive sind.

Bei den Bayern sind die Meinungen zweigeteilt. Viele sehen in Guardiolas Arbeit einen Rückschritt im Vergleich zur glorreichen Heynckes-Elf der 2012/13-Saison. Andere wiederum finden, die Bayern haben sich weiterentwickelt; Verletzungen mal abgesehen. Laut Statistiken hatten die Münchner im Herbst eine „Expected Goals Ratio“ von 0.81, was im Frühjahr aber etwas abgesunken ist auf knapp unter 0.80. Zum Vergleich: Heynckes‘ Bayern kamen 12/13 auf etwas unter 0.76, Guardiolas Barcelona auf 0.75.

Expected Goals bezeichnet, wie viele Tore eine Mannschaft im Normalfall aus den sich ihnen gebotenen Chancen gemacht hätte. Expected Goals Ratio oder ExpGR steht für das Verhältnis der eigenen Chancen im Vergleich zu den gegnerischen Chancen. 0.80 bedeutet also, dass 20% im Schnitt aller Chancen im Spiel vom Gegner genommen wurden und 80% von der eigenen Mannschaft. Ein großes Danke an Colin Trainor und Michael Caley für die Daten.

Doch die Bayern sind von dieser Form aktuell weit weg. Hauptursache sind die Verletzungen. Viele Schlüsselspieler fehlen. Deswegen ist die erste und womöglich wichtigste Frage in diesem Duell die folgende:

Wie fit sind die Bayern beziehungsweise was können sie noch aufstellen?

Bankoptionen und mögliche Aufstellung

Bankoptionen und mögliche Aufstellung

Besonders positiv gestalten sich die Vorzeichen für das Hinspiel nicht. David Alaba, Holger Badstuber und Arjen Robben werden sicher nicht auflaufen können. Franck Ribéry ist auch noch nicht fit, Javi Martinez dürfte die Spielpraxis trotz Kurzeinsatz am Wochenende abgehen und bei Robert Lewandowski steht ein großes Fragezeichen hinter einem möglichen Einsatz. Zwar gehen die Bayern davon aus, gesundheitliche Bedenken sind allerdings ebenfalls vorhanden. Nichtsdestotrotz haben die Münchner durchaus ein starkes Aufgebot.

Manuel Neuer, Pepe Reina, Jerome Boateng, Medhi Benatia, Dante, Juan Bernat, Rafinha, Mitchell Weiser, Philipp Lahm, Sebastian Rode, Xabi Alonso, Bastian Schweinsteiger, Thiago Alcantara, Gianluca Gaudino, Mario Götze, Sinan Kurt, Thomas Müller, Javi Martinez und Claudio Pizarro stehen zur Verfügung. Dieser Kader könnte womöglich eben durch Robert Lewandowski und potenziell sogar Franck Ribéry oder ein paar Jugendspieler ergänzt werden.

Daraus lässt sich durchaus etwas basteln. Hierbei ist jedoch wichtig zu berücksichtigen, dass viele dieser Spieler schlichtweg nicht ganz in Form sind. Lahm ist (noch) nicht wieder diese Perfektionsmaschine, welche er seit seinem vierten Lebensjahr darstellt, Bernat ist nicht mehr so durchschlagskräftig wie in der Hinrunde und Pizarro laboriert häufig an kleinen Verletzungen. Zu Alonsos Form darf ich nichts sagen, ansonsten schimpfen die Kommentarschreiber wieder auf mich.

Allerdings fällt auch auf: Es mangelt an dribbelstarken und dabei gleichzeitig torgefährlichen Flügelstürmern. Diese waren in den letzten Jahren das Markenzeichen der Bayern und wurden unter Guardiola noch stärker fokussiert. Insofern muss abgewartet werden, wie Guardiolas kompensieren wird. In den letzten Wochen waren es Mario Götze und Thomas Müller, die auf diesen Positionen aufliefen. Dennoch könnte dies ein Spiel werden, welches indirekt entschieden wird; von individueller Qualität, Formstärke, Bankoptionen und Verletzungen.

Wo spielt Messi und wie bewegen sich die Spieler um ihn herum?

Entscheidend wird natürlich Lionel Messi sein und welchen Einfluss er auf das Spiel einüben kann. Kaum ein Offensivspieler in der Fußballgeschichte konnte in Form Partien dermaßen im Alleingang entscheiden, wie Messi. Nicht umsonst machen in Spanien bereits Gerüchte die Runde, Guardiola arbeite panisch an einem „Anti-Messi-Plan“, der anscheinend Lahm in einer Schlüsselrolle beinhalten soll.

Einen Plan gegen Messi zu entwerfen ist aber insbesondere in dieser Saison nicht so einfach. Sogar im Spielverlauf kann Messi seine Rolle und seine Position variieren. Mittelstürmer? Falsche Neun? Spielmacher? Verkappter Zehner? Tief zurückfallend? Ausweichend? Rechter Flügelstürmer? Breiter bleibend und dribbelorientiert? Als Nadelspieler im Halbraum? Einrückend und auf Abschluss oder doch auf den tödlichen Pass fokussiert? Nach hinten zurückfallend und lange Diagonalpässe spielend?

Systemgegenüberstellung

Systemgegenüberstellung

Die Liste ist schier unendlich. Egal, was man macht; an guten Tagen und bei passenden Bewegungen der Mitspieler findet Messi in dieser Saison meist eine Lösung oder zumindest die entscheidende Aktion. Was Luis Enrique prinzipiell mit ihm plant, wird dennoch interessant sein. Es ist davon auszugehen, dass Messi zuerst auf dem rechten Flügel beginnen wird.

Wie genau seine Bewegungen aussehen, hängt aber maßgeblich von seinen Mitspielern und ihren Rollen ab. Sie sind wegen geringerer Komplettheit und mehr Verantwortung gegen den Ball nicht ganz so frei in ihrer Aktionswahl im Offensivspiel. Besonders die Rolle des rechten zentralen Mittelfeldspielers wird hierbei entscheidend sein.

Vermutlich dürfte Ivan Rakitic auf dieser Position auflaufen; obgleich auch Rafinha Alcantara schon ein paar Mal hier spielte. In einigen Partien hatte Rakitic im Bewegungsspiel eine vertikalere Rolle inne. Das bedeutet, dass er immer wieder hinter das gegnerische Mittelfeld schob, den Zwischenlinienraum oder gar das Sturmzentrum besetzte, Tiefe gab und Räume im Zentrum öffnen sollte. In diesen Situationen rückte Messi meist mit Ball am Fuß von der rechten Außenbahn in den geöffneten Halbraum an, bot sich für Kombinationen an oder startete kleine Soli, garniert mit seinen extrem gefährlichen Diagonalbällen.

Dieses sind so enorm effektiv, weil die Mitspieler und Messi Dynamik über viele Zonen hinweg kreieren:

  • Messi bewegt sich vom rechten Flügel in den rechten Halbraum, der Außenverteidiger (Dani Alves im Normalfall) oder Rakitic geben Breite.
  • Gibt Alves Breite, kann Rakitic vorne durch den Zwischenlinienraum gehen und Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
  • Suarez als Mittelstürmer läuft – häufig bogenartig – nach rechts aus, versucht die Schnittstellen zwischen den Innenverteidigern zu öffnen.
  • Neymar sprintet aus der Tiefe mit enormer Geschwindigkeit diagonal in die Mitte und hinter den zweiten Innenverteidiger. Der diagonale Pass kann durch die Schnittstelle in seinen Lauf kommen.
  • Der ballferne Außenverteidiger Jordi Alba startet ebenfalls aus der Tiefe diagonal auf den zweiten Pfosten. Vereinzelt übernimmt sogar Iniesta als linker Achter diese Aufgabe.

Messi zieht also Aufmerksamkeit auf sich, es werden Schnittstellen geöffnet und Ablenkungsmanöver gefahren. Das Sichtfeld ist am Ball orientiert wodurch die Läufe der vorderen Spieler schwierig konstant abzudecken sind. Messi hingegen verfolgt diese Bewegungen seiner Mitspieler und Gegner, um im richtigen Moment das Dribbling zu beenden und den Pass – fast ansatzlos – zu spielen. Gepaart mit dem Start- oder Erstbewegervorteil[1], den schnellen Antritt der betroffenen Spieler und Messis chirurgischer Präzision ist dieser Spielzug kaum zu verteidigen.

In einigen Spielen wiederum spielte Rakitic in einer horizontaleren Rolle. Meistens erhielt Messi den Ball dann bereits in einer mittigeren Position, Rakitic besetzte die Seite, Alves stieß spät nach, sicherte sonst ab oder bot sich als Anspielstation eingerückt im Halbraum an und Suarez besetzte den Zwischenlinienraum davor. Mit Iniesta und Messi als Doppelacht vor Busquets in dieser Staffelung tut sich der Gegner natürlich schwer, den Raum zu kontrollieren und hat desweiteren gewisser Übergabeprobleme wegen der variablen Flügelbesetzung.

Allerdings kann die Spielweise Messis auch in diesen Bezugsrahmen variieren. Manchmal geht Messi eben bei ausweichendem Rakitic aus einer breiten Position in die Mitte und spielt diese Pässe, manchmal rückt Messi auch ohne Ball bei vorstoßendem Rakitic nach vorne. Interessant wäre es, ob Rakitic sich auf der Bank wiederfindet, trotz solider bis sehr guter Leistungen in dieser Saison.

Mit Lahm als LHV könnte es so aussehen...

Mit Lahm als LHV könnte es so aussehen…

Seine horizontalen Bewegungen sind im intensiven bayrischen Pressing für mich schwierig effektiv vorzustellen. In gewisser Weise könnten sie der leicht instabilen Flügelverteidigung der Bayern sogar in die Karten spielen. Rakitics Passwahl wäre für den Spielrhythmus potenziell auch unpassend, er ist nicht so dynamisch in seinen Bewegungen, was gegen Bayern zum Funktionieren der Abläufe eventuell wichtig sein könnte.

Seine größte Stärke im Passspiel, diese empathischen längeren Pässe in halbdynamische Situationen, könnte es gegen Bayern nur selten geben. Wobei Bayern in den letzten Partien ohnehin ein etwas loseres und zurückhaltenderes Pressing verstärkt nutzte, wo Rakitic dann durchaus wieder passen könnte. Eine Möglichkeit wäre es, dass man den dynamischeren Rafinha anstatt Rakitic bringt oder eben die vertikalere Rolle für Rakitic nutzt.

Eine andere Möglichkeit wäre es, dass man etwas Neues probiert. Das wird vermutlich nicht passieren, jedoch wäre eine Aufstellung mit Pique auf der Sechs enorm interessant.

Im ersten System würde Busquets auf die im aktuellen System spielmachende, verbindungsgebende Position des linken Achters gehen. Iniesta spielt eigentlich immer als halblinker Akteur, hatte aber in einzelnen Spielphasen unter Guardiola durchaus die rechte Position inne und Xavi ging zu jener Zeit auf links; meist aus taktischen Gründen zur Ballzirkulation, doch auch damals zeigte sich, Iniesta hat damit kaum Probleme. Im aktuellen System könnte Iniesta den Ball halten, Messi ins Spiel bringen, über außen den Ball in engen Situationen behalten und mit Messi kombinieren.

Pique würde zentral bei langen Bällen des Gegners abräumen, hohe Bälle im Kopfballduell auf Busquets oder Iniesta/Messi oder die Flügel ablegen, bei herausrückenden Bewegungen der Innenverteidiger zurückfallen und diese absichern. Bei Flanken von der Seite könnte er ebenfalls als zusätzliche kopfballstärke Option im Strafraum helfen, Busquets und Iniesta decken dann den Rückraum.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Busquets mithilfe dieser Umstellung höher bleiben könnte. In den höheren Zonen würde er Angriffe balancieren, die Ballzirkulation in engen Situationen verstärkt am Leben erhalten, kritische Situationen frühzeitig erkennen und sich absichernd zurückfallen lassen  sowie im Gegenpressing eine Waffe in höheren Zonen sein. Es gilt der alte SV-Satz: Je höher Busquets steht, desto weniger weit kommt der Gegner.

Im Spielaufbau ergeben sich ebenfalls Möglichkeiten. Wenn man im Spielaufbau den Sechser abkippen lässt, hat man mit Pique einen aufbaustarken Innenverteidiger in der Mitte, mit Mascherano und Mathieu zwei sehr interessante Halbverteidiger sowie im entstehenden 3-4-3 Busquets und Iniesta als Doppelsechs; nicht übel, oder?

Letztlich ist es auch einfach möglich, dass Messi eine Freirolle als Mittelstürmer einnimmt, zentral Überzahl zu versuchen erzeugt und die beiden Flügelstürmer versuchen Innen- und Außenverteidiger der Bayern gleichermaßen zu beschäftigen. Der Vorteil: Messi ist mehr oder zumindest in strategisch wertvolleren Zonen ins Spiel eingebunden, kann das Zentrum des Gegners durcheinanderbringen und die Flügelstürmer beidseitig einsetzen. Auf den ersten Blick erscheint aber wahrscheinlich, dass Luis Enrique sich für Messi von Beginn als rechtem Außenstürmer entscheiden wird. Und Messi dann entscheidet, wie sich das im Spielverlauf so gestaltet.

Wie stoppen die Bayern die katalanische Tormaschine?

Das ist natürlich die entscheidende Frage. Wie schon erwähnt soll sich Gerüchten zufolge Guardiola etwas überlegt haben. Eine Möglichkeit wäre es natürlich in einer 4-3-1-2-Raute die Spielfeldmitte zu versperren, zu überladen und Barcelona auf die Flügel zu zwingen. Von dort aus sollen primär die Wege in die Mitte versperrt und das Spiel auf den Flügeln gehalten werden. Interessanter wäre es jedoch, wenn in einer asymmetrischen 4-3-2-1-Formation im hohen Pressing der Spielaufbau der Katalanen direkt auf links geleitet wird.

Bayerns asymmetrisches 4-3-2-1/4-3-3/4-4-2.

Bayerns asymmetrisches 4-3-2-1/4-3-3/4-4-2. Vorsicht vor Ter Stegens langen Bällen!

Hier wäre ein solches Beispiel zu sehen. Sobald Barcelona auf die linke Seite geleitet wurde, verschiebt man aggressiv dorthin und stellt zu. Das kostet natürlich den rechten Achter enormen Laufaufwand, weswegen die Position mit Müller unorthodox besetzt wäre. Um beim Einrücken Messis weiterhin stabil zu bleiben, könnte man hier durch das Zurückfallen des Mittelstürmers in Richtung Busquets und des linken Halbstürmers ein 4-4-2/4-4-2-0 herstellen, welches die Mitte enorm kompakt versperren sollte.

Alba erhält den Ball, Bayern schiebt zu und stellt das 4-4-2-0 her. Übrigens: Diese Spielweise legte Eintracht Braunschweig in der ersten Bundesliga unter Thorsten Lieberknecht ohne diese Asymmetrie phasenweise an den Tag.

Alba erhält den Ball, Bayern schiebt zu und stellt das 4-4-2-0 her. Übrigens: Diese Spielweise legte Eintracht Braunschweig in der ersten Bundesliga unter Thorsten Lieberknecht ohne diese Asymmetrie phasenweise an den Tag.

Die genaue Spielerbesetzung kann klarerweise variieren.

Eine Dreierkette wäre auch eine Möglichkeit.  Mit drei bis fünf Leuten – je nach Situation – sollte man auch bei Messis Diagonalbällen eine passable Breitenstaffelung haben und die Läufe der katalanischen Stürmer gut abdecken können. Ein 5-3-2/3-5-2 beispielsweise würde Gleichzahl in der Mitte bedeuten und Barcelona auf die Flügel drücken, wo man sie dann isolieren versuchen könnte. Der FC Schalke hatte mit einer passiveren Variante dieser Idee durchaus eine Zeit lang Erfolg in dieser Saison und stellte gar Real Madrid vor Probleme.

In diesem Fall wäre es durchaus denkbar, dass Philipp Lahm als linker Halbverteidiger genutzt werden könnte. Schweinsteiger, Thiago, Alonso, Gaudino und Götze stehen als zentrale Mittelfeldspieler bereit, Müller, Götze und Lewandowski sind für ganz vorne da. Lahms Spielintelligenz im Herausrücken, Übergeben von Räumen und Gegenspielern sowie seine passende Beweglichkeit könnten ihn zu einem guten Gegenspieler (und somit situativem Manndecker) Messis machen. Eine leicht asymmetrische Staffelung wäre denkbar mit Bernat, der Alves verfolgt und einem herausrückenden Lahm, wodurch eine Viererkette situativ entsteht.

Eine andere Möglichkeit würde ein 4-2-3-1/4-2-1-3 mit Schweinsteiger auf der Zehn darstellen. Gleichzahl in der Mitte, Flügelstürmer mit möglichen leitenden Effekten und mannorientiertem Verfolgen der Außenverteidiger sowie generell der üblichen hohen Kompaktheit und Ballorientierung. Alternativ könnte auch Thiago auf die Zehn gehen, wenn Alonso weiterhin als Sechser aufläuft. Ansonsten gäbe es eben mit Thiago und Lahm als Doppelsechs eine sehr spielstarke Besetzung. Es wäre auch interessant, wenn Schweinsteiger auf der Sechs auflaufen würde, doch Guardiolas bisherige Nutzung Schweinsteigers und seine letzten Aussagen in Pressekonferenzen deuten nicht darauf hin.

Wie knacken die Bayern Barcelonas Defensive?

Das könnte die Fragen aller Fragen werden. Natürlich könnten sich die Münchner tief positionieren, kontern und versuchen mit Lewandowski und Müller vorne den Lucky Punch zu erzwingen, den Gegner müde zu zirkulieren sowie mit dem starken Pressing die Offensivchancen zu rauben. Gegen Leverkusen und den BVB gelang dies in den letzten Wochen durchaus. Dafür spricht auch, dass man die erste Partie auswärts im Camp Nou bestreitet und sich im Rückspiel die Verletztenlage – womöglich eben bei Ribéry und Lewandowski – entspannter gestalten könnte.

Dagegen spricht, dass das gegen den FC Barcelona gefährlich sein könnte. Ihre Bewegungen, ihre individuellen Fähigkeiten, ihre defensive Stabilität und ihre Durchschlagskraft könnten in diesem Fall zu einem zu-Null-Sieg mit einem, zwei oder drei Toren Vorsprung sorgen. Natürlich ist auch ein 0:1 für die Bayern möglich, doch mir fehlt der Glaube daran. Mehr Ballbesitz, mehr Pressing und die Suche nach einem Auswärtstor wären in meinen Augen die passendere Spielweise. Doch auch bei einer tieferen Spielweise wird Guardiola, wenn seine Mannschaft den Ball hat, nicht von seiner grundlegenden Strategie eines konstruktiven Flachpassspiels und Offensivfußballs abkehren.

Bayerns 2 mögliche Aufbauformationen im 4-3-3 und im 3-5-2.

Bayerns 2 mögliche Aufbauformationen im 4-3-3 und im 3-5-2. Personalwahl wie üblich veränderbar.

Ein Werkzeug im Werkzeugkasten Peps sind natürlich die falschen Außenverteidiger. Ihr Hineinkippen und das Öffnen der Passwege direkt auf die Flügel wäre zwar nach wie vor hilfreich für den schnellen, weiträumigen Raumgewinn und die defensive Stabilität, doch ohne Ribéry und Robben ist dieses Mittel deutlich weniger effektiv. Einzig die verstärkte Besetzung der zentralen Räume, das Vorschieben der Sechser und zentrale Durchbruchsversuche wären denkbar. Allerdings wurde dieses Mittel in den letzten Monaten kaum genutzt und dürfte auch gegen den FC Barcelona kaum eine Rolle spielen.

Eine andere Idee, die in den letzten Tagen als Gerücht auftauchte, ist Schweinsteiger als Mittelstürmer. Woher das kommt? Ich habe keine Ahnung. Als Zehner ist Schweinsteiger unter Guardiola möglich, obgleich ich persönlich davon wenig halte. Im Sturm kann ich ihn auch als Lewandowski-Ersatz eigentlich nicht sehen. Vermutlich hätte er, wenn es so weit käme, eine ballbehauptende, verbindendende Rolle oder würde als Manndecker auf Busquets fungieren.

Ein eher konterorientiertes, tieferes 5-3-2 oder ein 4-3-3 mit Götze, Müller und Lewandowski sind ansonsten möglich. Ohne Lewandowski gäbe es mit Thiago ganz vorne durchaus weitere Alternativen. 4-3-3 mit falscher Neun (Götze und Müller auf den Seiten, Thiago zentral), 4-4-2 (Müller und beispielsweise Weiser auf den Flügeln, Thiago und Götze als mitspielende Mittelstürmer), 4-3-1-2 oder 3-4-3 sind allesamt denkbar. Vorteil wäre hierbei, dass man mit der falschen Neun die Flügel überlädt, mit den Halbstürmern die Außen- und Innenverteidiger besetzt sowie mit Bernat fokussiert den linken Flügel attackiert, wo man wegen Messis nur situativer Defensivarbeit womöglich mehr Räume erhalten oder die Mitte öffnen könnte.

Falls Ribéry spielen kann, ergeben sich natürlich noch mehr Möglichkeiten und es wäre sogar denkbar, dass das System aus der Partie gegen den AS Rom (7:1) spiegelverkehrt genutzt werden wird. Mit Ribéry als linkem Flügelstürmer, Lahm halblinks als Balancegeber und Absicherung gegen Konter über Messi, einer Dreierkette als zusätzlicher Unterstützung mit Bernat in Alabas Rolle könnte man sowohl Messi vergleichsweise gut abdecken als auch die Räume hinter diesem sehr aggressiv bespielen. Götze und Co. vermögen dies nicht mit dieser Dynamik. Götze als Halbstürmer auf links wäre aber ein guter Zuarbeiter und Kombinationspartner, ebenso wie Thiago als Zehner in der Mitte und Müller vorne rechts im Sturm. Um defensive Stabilität mit offensiver Präsenz zu kombinieren, wäre aus meiner Sicht neben einer Dreierkettenformation auch das bereits erwähnte asymmetrische 4-3-2-1/4-4-2-0 interessant.

Bayerns variables 4-4-2/4-3-3asymm. mit variablen Mustern im Aufbauspiel.

Bayerns variables 4-4-2/4-3-3asymm. mit variablen Mustern im Aufbauspiel.

Bei Balleroberungen auf rechts hätte man direkt mit Lewandowski vorne einen Spieler zur Ballbehauptung, Thiago kann ihn zentral unterstützen und Götze stößt schnell nach. Die drei zentralen Mittelfeldspieler dahinter helfen aus, Müller kann sofort nach vorne mitkommen. Bei zentralen Balleroberungen sind die Verbindungen ohnehin enorm passend, bei Balleroberungen auf der anderen Seite gegen Messi kann man sich mit Thiago, Götze und Lahm sofort aus dem Gegenpressing befreien und ist auch bei Gegenkontern gut gegen Messi und Co. gewappnet.

In eigenem Aufbauspiel ergeben sich ebenfalls vielfältige Möglichkeiten. Rafinha kann einrücken, er kann breit bleiben. Müller kann als Wingback im Aufbau stehen, er kann in die Tiefe starten oder eben auch als Achter spielen. Thiago fällt zurück, Lewandowski besetzt die Horizontale, Götze fällt situativ zurück oder öffnet Räume für Thiago, Bernat bindet bei Bedarf den Außenverteidiger. Die Möglichkeiten sind enorm. Doch oft entscheidet nicht die Taktik, sondern grundlegende strategische Punkte.

Wer presst wie hoch und wer entscheidet das Ballbesitzduell für sich?

Das ist das Faszinierende an diesem Duell. Beide Mannschaften können hoch und tief pressen, sie können passiv und aktiv auf hohem Niveau gegen den Ball arbeiten, sie sind eigentlich ballbesitzorientierte Mannschaften, doch haben auch das Konterspiel für sich entdeckt. Bayern ist vielleicht im Pressing etwas kompakter und präsenter, dafür ist Barcelona im Konterspiel noch eine oder zwei Ecken stärker. Mit Suarez, Neymar und Messi sind sogar Unterzahlkonter über weite Distanz gefährliche und vielversprechende Angriffe. Ihre Mischung aus Dynamik, Dribbel-, Kombinations- und Abschlussstärke ist schier atemberaubend. Es könnte durchaus sein, dass Barcelona zum ersten Mal seit Ewigkeiten im eigenen Stadion weniger Ballbesitz als der Gegner besitzen wird.

Andererseits könnte es eben auch sein, dass Guardiola sein Debüt diesbezüglich erleben wird. In Anbetracht der aktuellen kleinen Formdelle könnte er seine Mannschaft über neunzig Minuten konstant zurückziehen und mithilfe einzelner Spielzüge durchbrechen versuchen. Wie genau sich das Duell entscheiden wird, spielerisch, vom Ergebnis her und auch taktisch, wird von der grundsätzlichen Strategie entschieden werden. Eine Tendenz ist zurzeit unklar.

Fazit

Alles irgendwie suboptimal, alles ist irgendwie unklar, aber alles ist auch irgendwie spannend und einzigartig. Viele Duelle in der Fußballgeschichte fanden zu spät oder gar nicht statt. Klopps BVB gegen Guardiolas Barcelona steht in den letzten Jahren als perfektes Beispiel dafür. In diesem Fall ist die Sache anders gelagert. Eigentlich kommt dieses Duell ein Jahr zu früh. Guardiolas Bayern dürfte – auch wegen der Verletzungen – wohl erst im dritten und vermutlich letzten Jahr Peps die Topform erreichen. Luis Enriques Barcelona und insbesondere der Sturm ist erst seit dieser Saison zusammen, das aktuelle System wird sogar erst seit Januar gespielt.

Unabhängig davon ist das Spiel im Vorhinein schlichtweg kaum zu bewerten. Alleine die Personalwahl bei den Bayern ist schon gefüllt mit einer Myriade Fragezeichen, die taktischen Varianten sind wegen Guardiola als Trainer schier unendlich. Beim FC Barcelona sind ebenfalls einige Möglichkeiten vorhanden, auch wenn die Dinge dort klarer liegen. Eine wirkliche Vorhersage des Spiels ist kaum möglich.

Am Ende könnte es natürlich auch sein, dass es wenige Überraschungen gibt. Guardiola könnte sich für eine relativ simple Spielweise entscheiden, vereinzelt die Messi-Seite attackieren und sich ansonsten um eine tiefe, stabile Ballzirkulation mit einem einfachen Mittelfeldpressing entscheiden, während Barcelona mit Unterzahlangriffen und 08/15-System einfach nur kein Auswärtstor zulassen möchte. Man will es nicht hoffen.

 [1]: Mit Start- oder Erstbewegervorteil ist gemeint, dass die Angreifer in dieser Situation jene Bewegung initiieren, auf die der Gegenspieler reagieren muss. Somit kann der Gegner eigentlich nicht aktiv agieren, sondern fast nur passiv (oder proaktiv/antizipativ). Dazu müsste man eigentlich einen taktiktheoretischen Artikel machen. Es ist auch der Grund, wieso Manndeckungen prinzipiell eher kritisch zu sehen sind.

Eine Teamanalyse zu Barcelona gibt es übrigens beim SV-Nachwuchs auf Konzeptfußballberlin.

hns 7. Mai 2015 um 01:11

alter ihr noobs. die aufstellung, die aufstellung könnt ich mir vorstellen..
blabla.
schweinsteiger, mittelstürmer!

Antworten

RM 7. Mai 2015 um 01:15

Schweinsteiger spielte als Zehn und wurde auch kurz erwähnt bzw. Manndeckung auf Busquets wurde eh mehrfach genannt.

Antworten

CR4 7. Mai 2015 um 03:30

das was du kurz immer mal gesehen hast und als Mittelstürmerposition interpretierst, waren die vertikalen Läufe in den 16er von der 10 aus – wurde mehrfach unten beschrieben und ist auch nichts neues
hier wurde auch die Varinate mit Rafinha auf links, wie in der ersten Viertelstunde gespielt vorhergesagt (von „FAB“ und „Koom“), nur der ZDF-Komikator war da überrascht (was hat der eigentlich beim Pokalhalbfinale gemacht?) – die Umstellung nach den ersten 15 min. hatte ich bis auf Müller/Götze statt Müller/Lewandowski als Startformation, da vor drei Tagen noch nicht sicher war, ob Lewy spielen kann

fand Barca hat heute EXTREM auf die Ballseite verschoben, um auf das Bespielen der Flügel von Bayern zu reagieren, häufig war die andere Feldhälfte komplett verweist (erinnert mich etwas an das EM-HF gegen Italien, wo sich die DFB-Elf immer auf dem dichten linken Flügel festgerannt hat und keiner rechts vorne spielen wollte/sollte)
wenn Bayern es mal geschafft hat den Flügel zu wechseln (viel zu häufig wurd einfach mit dem Kopf durch die Wand nach vorne gespielt, obwohl sich da gefühlt 18 Mann auf dem Flügel geballt haben) , hat der Flügelspieler auf der freien Seite viel zu oft, den Ball gestoppt, gewartet und das Tempo solange rausgenommen, bis Barca komplett auf die andere Seite rüber verschoben hatte, statt direkt den freien Raum vor sich zu nutzen

Antworten

Peter Vincent 6. Mai 2015 um 19:39

Alonso, BS, Lahm und Thiago in der Start11.

Doppel-Sechs (Einlaufen von MN erschweren) + Lahm vs. Busi, Thiago im LOM/LZM vs. Alves, Müller RA?

——————–Lewy———————Müller
——-Thiago—————————————-
———————Lahm—————————-
———Alonso—————-Schweini———
Bernat—–Boateng—–Benatia——–Rafa
————————-Neuer————————

Antworten

HW 6. Mai 2015 um 20:03

Bei Guardiola kann man nie genau sagen wie die Mannschaft spielen wird. Schweinsteiger könnte auch weiter vorne spielen. Lahm rechts vorne oder links hinten und Lewandowski auf den linken Flügel ausweichen.

Antworten

klaus edelweiss 6. Mai 2015 um 20:35

Bin mir sicher dass Lahm verteidigt. LIV, bzw. Guardiola erfindet eine Position:

Den linken Halbraumverteidiger.

Antworten

Einwurf 6. Mai 2015 um 14:19

Guter Artikel. Viele Möglichkeiten werden aufgezeigt.
Nach dem gestrigen Spiel evtl. ein „Einwurf“:
Mit der Juve-Formation (vgl. http://spielverlagerung.de/2015/05/06/29385/ ) zum (Außenseiter-)erfolg?

Grundformation (4-1-3-1-1) – wie gestern Juve, nur nicht rechts- sondern linkslastig, d.h. Bernat offensiver als Rafinha und ein Ausweichen/Aushelfen Schweinis bzw. Thiagos nach links. Alonso + beide IV’s könnten sich um Messi+Suarez kümmern, Rafinha und Lahm um Neymar, da diese 3 defensiv ja nicht so mitarbeiten und eher vorne auf Ballverluste lauern:

————————————Neuer———————————–
Rafinha———Benatia——————Boateng———Bernat
———————————–Alonso———————————–
—————-Lahm——————————Schweini————-
—————————————-Thiago——————————
——————————————————————————–
————————-Müller———————————————-
—————————————–Lewandowski——————–

Später (falls eine Führung herausspringt oder es z.B. 1:1 steht) ab Mitte 2. Halbzeit (5-3-2):

————————————Neuer———————————–
Rafinha——-Benatia—–Martinez—–Boateng——-Bernat
———————————–Alonso———————————–
—————-Lahm——————————Schweini————-
——————————————————————————–
—————————————-Thiago——————————
————————-Müller———————————————-
——————————————————————————–

Als offensivere Variante zur Grundformation, falls kurz vor Schluss noch ein Tor gebraucht wird (4-2-3-1):

————————————Neuer———————————–
———————Benatia——————Boateng——————
Rafinha———————————————————–Bernat
—————————-Lahm——————————————–
———————————————Schweinsteiger————–
————————-Thiago———————————————-
——Müller————————————————-Götze——–
———————————-Lewandowski—————————

Egal wie, hoffentlich wird’s ein gutes Spiel und es kommt ne gute Ausgangsposition für Bayern für’s Rückspiel heraus !!!

Grüße ans Spielverlagerung-Team!

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Xuu 6. Mai 2015 um 11:30

Damit das nicht zu kurz kommt: Super Bericht! Bin ein großer SV Fan, weiter so! Einziger Wunsch meinerseits wäre evtl. ein paar mehr Analysen von kleineren Teams, wie bsp. Freiburg oder Augsburg.

Antworten

Xuu 6. Mai 2015 um 11:27

Angesichts der Verltzten und der hohen Belastung der Bayern, meint Ihr dass der Kader zu dünn besetzt ist?
Ist schon viel Verletzungspech, aber ich kann mich dunkel erinnern, dass Guardiola zu Beginn seiner Zeit gesagt haben soll, dass er einen kleinen schlanken Kader für sein Training präferiere.
Ist es einfach nur Pech oder war es evtl. sogar schlechte Planung jetzt nicht mehr „viele“ Optionen zu haben. (Ich weiß guardiola wird schon was gutes aus dem Ärmel schütteln, aber Spieler einsetzen zu müssen die so offensichtlich außer Form sind wie Alonso…)

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HK 6. Mai 2015 um 12:33

Ja, ist für mich schlechte Planung. Hauptsächlich in Bezug auf die Wintertranferperiode. Dort zwei Spieler ersatzlos gehen zu lassen war eine Dummheit.
Natürlich war die Dimension der Misere so nicht abschätzbar. Aber einiges konnte man sich in Bezug auf den bekannten Kader und normaler Wahrscheinlichkeiten schon ausrechnen.

Antworten

therealelalfredo 6. Mai 2015 um 07:41

Ich find ja eine Variante mit Rafinha in der IV interessant, Lahm nach rechts hinten zurück à la WM, Schweini rein für benatia.
Also so:
Neuer
Lahm. Rafinha. Boateng Bernat
Alonso
Thiago. Schweini
Müller. Götze
Lewy

Erübrigt sich natürlich alles, wenn Lewandowski nicht spielen kann.

Antworten

Oliwua 6. Mai 2015 um 00:59

Könnte sich jemand vorstellen, dass Bayern mit einer Dreierkette spielt und Barcelona dazu zwingt aud Konter zu spielen?

Antworten

Oliwua 6. Mai 2015 um 01:29

Weil Sue damit (vermeintlich) eine stabile Ballzirkulation ins Spiel bringen könnten und Barcelona an die Wand spielen…(sorry wegen mein Deutsch, ich bin ein mexikaner der Deutsch lernt)

Antworten

studdi 6. Mai 2015 um 08:36

Ja ich könnte es mir vorstellen aber ich glaube wenn sie mit 3er kette spielen dann mit Lahm, Bernat oder Rafinha auf LHV gegen Messi wie oben beschrieben. Kann mir nicht vorstellen das Dante dort aufgetellt wird.

Antworten

Pauli 5. Mai 2015 um 13:46

Wie immer eine toller Bericht! Bei den Grafiken hätte RM ruhig ein Auswärtstrikot der Bayern nehmen dürfen. Ist etwas verwirrend. In den Farben werden sie wohl nicht spielen.

Antworten

Xuu 5. Mai 2015 um 11:33

Noch eine Muskelverletzung, diesmal Rode. Meint ihr das liegt diesmal wie bei Keller damals an falschem Training? So viele Muskelverletzungen, ist das noch Zufall? Wenn Guardiola Sachen sagt wie: „Wenn die Spieler 4 Wochen nach Verletzung brauchen will ich sie nach 3 zurück.“ (grob zitiert) liegt dann nicht die Schuld beim Trainer? Nach der Sache mit Thiago, Robben direkt wieder Muskelverletzung, nach Muskelverletzung, jetzt Rode, … Keller wurde für die Anzahl der Muskelverletzungen auf dieser Seite wohl zurecht stark kritisiert. Evtl. macht der beste taktische Trainer der Welt auch Fehler.

Antworten

HW 5. Mai 2015 um 12:40

Wie viele Muskelverletzungen sind das denn jetzt genau in dieser Saison?
Aktuell Badstuber, Robben und Rode.

Pizarro hatte in dieser Saison Muskelverletzungen. Alonso Oberschenkelprobleme laut Transfermarkt.de, nur ein Spiel deswegen verpasst. Und Benatia hat neun Spiele wehren Muskelverletzungen gefehlt. Das war es von den wichtigen Feldspielern.

Der Rest sind eher Bänderverletzungen oder was am Knochen.

Ist da jetzt besonders viel oder mehr als bei anderen Teams?

Antworten

HW 5. Mai 2015 um 12:43

PS
Ich will nicht unterschlagen, das Ribery auch eine Muskelverletzung in dieser Saison hatte.

Antworten

Koom 5. Mai 2015 um 15:39

Für eine genaue Analyse fehlen da auch einige Infos. Knochenbrüche oder Bänderriße/dehnungen können ja auch durch falsches Training verursacht bzw. begünstigt werden. Wenn die Regeneration zu gering ausfällt oder die Belastung zu hoch, werden ja auch Reflexe langsamer und schlechter, wodurch man dann eher mal „blöd fällt“ oder den Fuß zu spät zurücknimmt.
Ist aber Kaffeesatzleserei, eben weil es zu wenig klare Fakten dazu gibt. IMO halte ich es aber für zu einfach, es nur auf „Pech“ zu schieben. Auch bei Dortmund lief viel aus dem Ruder, was das anging.

Spekulatius: Vielleicht ist diese „deutsche“ Spielweise mit Dauerpressing, hoher Laufleistung etc. einfach auf Dauer zu anspruchsvoll für den Körper und es ist jetzt eine kritische negative Sättigung erreicht, wodurch diverse Spieler jetzt einfach schlappmachen? Quasi: Die ganze Zeit hat man sie auf 120% Auslastung gefahren und der Verschleiß ist jetzt so krass, dass Verletzungen einfach eine normale Reaktion sind. Würde auch dazu passen, das manche Spieler von anderen Topklubs nach Deutschland kommen und dort „untertrainiert“ empfunden werden.

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HW 5. Mai 2015 um 16:01

Ja es stimmt, auch andere Verletzungen können zumindest teilweise vom Training abhängen.

Aber mal die Muskelverletzungen betrachtet. Ribery fehlte deswegen 3 Spiele, Alonso (wenn es überhaupt eine Muskelverletzung war) 1 Spiel, Benatia 9 Spiele. Das ist jetzt nicht die Masse die überall beschworen wird. Pizarro ist eh nur ein Ersatzspieler der selten spielt. Robben war schon immer Verletzungsanfälligkeit, das Guardiola in die Schuhe schieben zu wollen ist schon gewagt.

Die ganzen Bänder- und Sehnenverletzungen können auch vom Training kommen. Aber genauso ist das eine mögliche Folge von Zweikämpfen oder einfach unglücklicher Zufälle. Training ist ja nicht nur das was auf dem Feld stattfindet, man muss das Athletiktraining und die Regeneration betrachten. Natürlich ist Guardiola auch hier der verantwortliche Vorgesetzte aber er ist nicht der Athletiktrainer. Ich hatte selber ein paar Bänderrisse und kann da nie dem Training die Schuld geben. Es passiert einfach, dass man mal umknickt und dann unglücklicherweise ein Band durch ist. Genauso bekommen Spieler regelmäßig was aufs Knie, da lässt sich nicht alles vermeiden.

Der Mittelfußbruch von Lahm kann niemand wirklich dem Trainer anlasten.

Den Verschleiß sieht man leider bei eigentlich allen Teams. Es ist ja kein Geheimnis, dass viele Spieler regelmäßig Schmerzmittel nehmen. Aber das betrifft wieder den Fußball im ganzen.

Und wie soll man denn trainieren? Ohne jede Intensität und völlig von echten Spielanforderungen entfernt?

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koom 5. Mai 2015 um 18:58

Muskelverletzungen gehen ja auch gerne diverse Anzeichen voraus (der klassische „Muskel macht zu“). Je nachdem, wie da die Einstellung ist, wird das vielleicht dann mal etwas lockerer gesehen, mit Schmerzmitteln bekämpft oder man läuft/bewegt sich anders, um die Belastung für die malade Stelle zu verringern. Schon hat man eine Fehlbelastung, dann passierts schnell das was reißt oder man sich gar was bricht.

Um Schuldzuweisung gehts mir im Übrigen nicht. Aber nur, weil es keine Muskelverletzung ist, die den Spieler rausnimmt, kann die Ursache trotzdem im muskulären Bereich liegen. Badstubers merkwürdiger Muskel(faser?bündel?)riß, der erst nach 3 Tagen ihm aufgefallen ist, wäre da ein gutes Beispiel. Oder Robbens „Loch im Oberschenkel“ bei der Nationalelf.

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HW 6. Mai 2015 um 06:50

Dafür gibt es doch die Massagebank. Aber man kann nicht nur Aquajogging machen, irgendwann muss ein Spieler im Training auch mal belastet werden.

Michael Maier 5. Mai 2015 um 17:23

Gerade auf die Bayern trifft eine „hohe Laufleistung“ im Spiel absolut nicht zu, es gibt faktisch kaum ein Team in der Bundesliga, das weniger Kilometer auf den Rasen bringt. Wobei ich natürlich nicht weiß, wie hart die Bayern trainieren. Umgekehrt, Gladbach ist glaube ich aktuell mit an der Spitze in Sachen Laufleistung, und die haben wirklich nur sporadische Verletzungsprobleme. In Teilen erklärt sich die Verletzungsmisere der Bayern durch das eingesetzte Personal – Robben war schon immer extrem anfällig, und hatte bei den Bayern (Dank Mulle?) eigentlich eine sehr gute Zeit, die aber jetzt offensichtlich vorüber ist. Ähnliches gilt für Ribery. Vielleicht haben die Bayern einfach einen sehr verletzungsanfälligen Kader zusammengekauft?

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AS 5. Mai 2015 um 17:42

@Michael Maier: „Hohe Laufleistung“ ungleich Gesamtkilometeranzahl der Mannschaft.

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mk 5. Mai 2015 um 17:46

Doch, ist sogar ziemlich genau das gleiche. Was aber nicht gilt: geringe Gesamtkilometerzahl = „die sind ja überhaupt nicht fit!“. Ich vermute darauf wolltest du hinaus.

AS 5. Mai 2015 um 18:25

@mk: Mmh, das auch. Puh, eigentlich wollte ich was schreiben mit: Leistung = „Arbeit pro Zeiteinheit“ und hier Arbeit = Kraft * Weg und Zeiteinheit = 90min etc etc. Aber eigentlich läuft es nur darauf hinaus, dass es für mich einen Unterschied macht, ob ich in 90min 13km locker durch die Gegend trabe oder in 90min 10km durch 200 50m-Sprints erreiche.

mk 5. Mai 2015 um 18:39

Achso, wäre das aber nicht eher „gute Laufleistung“? „Hohe Laufleistung“ ist ja erstmal nur ne quantitative Einordnung. Aber wurscht.
Wobei nee, ich halte vom Herleiten irgendwelcher Bewertungen an Hand von Laufstatistiken wenig bis nichts (gilt im Prinzip je nach Benutzung aber natürlich für alles, was man im Fußball so Statistik schimpft). „Sprint“ ist ja letztlich auch nur ne willkürlich festgesetzte Maßeinheit für einen nicht-langsamen Lauf. 0,1km/h weniger und es ist kein „Sprint“ mehr, obwohl es sowohl auf die Ermüdung des Spielers als auch auf das (taktische) Spielgeschehen mindestens die gleiche, eher sogar dieselbe Auswirkung hat. Aber egal, geht ja um Bayern.
Guardiola scheint (weiß ich aber natürlich nicht, er hat mein Angebot, ihm mal kostenlos beim Training zu assistieren schockierenderweise keiner Antwort gewürdigt) es nicht so richtig hinzukriegen, nur halb-fitte, rekonvaleszente Spieler entweder nachhaltig in Form zu bringen, oder er überfordert sie ein wenig. Meinte RM ja auch mehrfach. Wenn ich da an die Passagen aus dem Perarnau-Buch denke, wo es meiner Erinnerung nach mehr oder weniger hieß „…und die wiedergenesenen Spieler machen dann nochmal ein paar 60-Meter-Sprints“, erscheint das auch nicht völlig aus der Luft gegriffen. Dass er prinzipiell ungeduldig ist, weiß man auch schon länger. Also, alles nicht so wirklich überraschend, aber in der jetzigen Situation sagt sich das natürlich leicht. Und auch mit den einigermaßen fitten Spieler lässt sich ja was Schickes basteln, wie der erneut hervorragende Artikel trotz der der Gattung notwendig inhärenten Schwammigkeit aufzeigt.

AS 5. Mai 2015 um 18:53

Gebe dir bei fast allem Recht und möchte das auch gar nicht weiter vertiefen…nur eine Sache: Sprint ist ziemlich genau definiert, nämlich als das Zurücklegen einer Strecke in möglichst kurzer Zeit 😉

mk 5. Mai 2015 um 19:25

Ja klar, aber nicht, was uns Opta oder Impire oder wer auch immer als „Sprint“ angibt. Das ist dann eben nicht „lauf mal möglichst schnell“, sondern „wenn du nicht schneller als 29,75 km/h läufst, war das kein Sprint“ (keine Ahnung ob es 29,75 sind, aber es ist auch egal, weil das „Problem“ das gleiche bleibt). Aber wurscht, ist ziemlich nebensächlich.

Michael Maier 6. Mai 2015 um 03:45

Auch in den Kategorien Sprints, schnelle Läufe, und intensive Läufe gibt es nichts, was auf eine ungewöhnliche hohe Belastung der Bayern hinweist.

Koom 6. Mai 2015 um 13:12

Analogie: Auch ein Garagenauto, dass immer nur den Arbeitsweg von A nach B und zurück bei moderatem, Motorenschonenden Tempo gefahren ist, kackt irgendwann wegen Verschleiß ab.

Theorie (weil keine Beweise): Die Spielerbelastung der Bayernspieler (aber nicht nur der) ist sehr hoch. Trainingsintensität, Spielintensität (auch geistiger Natur), sehr viele Reisen, psychische Belastung etc. Das alles mag für 1 Tag, 1 Woche, 1 Monat oder 1 Jahr gut funktionieren, in Verbindung mit Regeneration o.ä. Aber irgendwann sammelt sich einfach genug Überlastung an, dass dann was kaputt geht, obwohl es nur in normalen Werten „benutzt“ wurde.

Mal ganz rumgesponnen, ohne fachlichen Hintergrund: Es gibt ja diverse Giftstoffe (Milchsäure bspw.) die der Körper aussendet, wenn die Belastung des Muskels über einen gewissen Bereich hinausgeht, als Warnsignal, dass es jetzt gerade kaputtgehen könnte. Das kann man mit Regenerationstraining etc. reduzieren. Ein wenig wird davon auch immer wieder zurückbleiben, also sammelt man langsam „Belastung“ an.

Mein Gedanke dabei: Seit ca. 5 Jahren ist Fußball deutlich mehr Laufarbeit, Sprintarbeit geworden als zu den Dekaden davor. Viele Fachidioten bewerten die Leistung einer Mannschaft nach km und Sprints – wenn da die Werte nicht stimmen, dann wurde „underperformed“. Ergo ist jeder Trainer und Spieler interessiert daran, diese Schauwerte gut zu halten. Und fährt den Körper auf einem Niveau, dass mittel- oder langfristig sehr schädlich ist. Diesen Sättigungspunkt haben wir jetzt erreicht, primär bei Dortmund (die mehr mit jüngeren/unerfahreneren Spielern arbeiteten und zudem einen evtl. schlechteren Athletiktrainer holten) und Bayern – die beiden Mannschaften in DE mit der höchsten Belastung.

Im Ausland haben Mannschaften weniger Pausen und mehr Spiele. Allen voran England, aber auch Spanien. Trotzdem sind die Verletzungswellen nicht vorhanden – weil die Spielintensität mit Pressing, Gegenpressing, Laufleistung deutlich geringer ist.

HW 6. Mai 2015 um 20:00

Die „Laufleistung“ ist nicht nur ein Ausdruck von Fachidioten. Die meisten Teams der Vergangenheit könnten aufgrund der Geschwindigkeit und der Laufleistung heute nicht mehr mithalten. Natürlich würde sich das ändern, wenn die modern trainieren.
Wer aber bewusst ein laufintensives Spiel betreibt, der wird an diesen Statistiken erkennen können ob die Planung schief gelaufen ist. Natürlich ist so ein Statistik nur ein Indiz, aber das ist bei anderen Stats auch so. Die Meisten Stars zeigen nur die Quantität und nicht die Qualität der Situationen.
Mehr gelaufen wird auch nicht erst seit fünf Jahren, wir werden mittlerweile nur mit mehr Statistiken bombardiert, so dass wir den Eindruck bekommen heute wäre alles noch viel extremer gesteigert als es ist. Natürlich wird intensiver gespielt, aber das hat sich langsam entwickelt und nicht über Nacht.

Bei den Reisestrapazen gebe ich dir recht. Wenn man im drei Tagesrhythmus irgendwo hin muss, dann kann man nicht so trainieren wie es vielleicht notwendig wäre, gerade bei der Intensität.
Mich wundert das auch immer in der NBA, die einen sehr dichten Spielplan hat. Aber dort ist es normal, dass ein Team auch mal Spiele verliert und die machen eine relativ lange Saisonpause.

HK 6. Mai 2015 um 12:42

Du musst die Belastung auch nicht nur in einem Spiel betrachten. In einer Saison würde ein Stammspieler bei Bayern (wenn auch Nationalspieler) gut auf 60 Pflichtspiele kommen. Ein „Normalo“ macht dagegen vielleicht seine max. 40 Spiele.
Trifft in gewissem Maße natürlich bei allen Spitzenmannschaften zu.

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CR4 5. Mai 2015 um 15:54

deja vu – sehe ich ähnlich (siehe Kommentar: VERLETZTENMISERE zum Pokal-Halbfinale)

häufig sind die Verletzungen bei denen Bänder/Knochen betroffen sind ja unter Gegnereinwirkung entstanden, bei den Zerrungen und Muskel(-faser-)rissen ist meistens kein Gegner involviert

Dies lässt nur zwei Schlüsse zu:
– entweder ist diese Art der Verletzung typisch für die Sportart
– oder ich bin für die Sportart nicht richtig muskulär vorbereitet (z.B. zu schneller Muskelaufbau nach Verletzungen, Beweglichkeits-Dehnfähigkeitsdefizite (-> Stretching) )

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HW 5. Mai 2015 um 16:11

Die Spieler agieren einfach im Grenzbereich. Da steht man immer kurz vor der Verletzungsschwelle. Man sieht auch bei 100m Sprintern mal, dass die sich im Wettkampf einen Muskel verletzen. Die laufen dabei nur linear ohne plötzliche Richtungs- und Geschwindigkeitsänderungen.

Bänderrisse usw. sind oft wirklich auf Gegnereinwirkung (bzw. Trainingspartnereinwirkung) oder Pech zurück zu führen. Natürlich muss man sich richtig Aufwärmen und vorbereiten, aber man kann immer in eine Situation kommen in der man ein Gelenk ungeplant und unglücklich überdehnt und dann da irgendwas kaputt geht. Stretching und Training zur Prävention sind da nur minimierende Faktoren aber keine Garantie sich nie zu verletzen. Außer man hat Gummiknochen.

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HW 5. Mai 2015 um 16:24

Ich würde das ganze eher dem engen Spielplan als den Trainern zuschieben. Unzählige Wettbewerbe, zwei Spiele pro Woche, immer mehr „wichtige“ Spiele. Das geht irgendwann nicht mehr, da bleibt keine Zeit den Körper zu erholen.

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HK 5. Mai 2015 um 17:10

Zum Thema gestiegene Belastungen kann man sich ganz einfach mal Mannschaftsfotos aus den 60/70er Jahren anschauen. Wer das tut wird sich erstaunt fragen wo denn die ganzen Spieler geblieben sind.

Als Bayern 1969 das zum ersten Mal BL-Meister wurde setzte Zebec damals 13 (!!) Spieler ein. Nicht in einem Spiel wohlgemerkt, sondern in der ganzen Saison.
Das war zwar damals zwar auch ein außergewöhnlicher Wert aber nicht so weit von den anderen Mannschaften entfernt.

Ich glaube auch kaum, dass die Trainer damals solche Kapazitäten in puncto Trainingssteuerung etc. waren. Da sollte man die Gründe schon woanders suchen.

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HW 5. Mai 2015 um 18:25

Als Bayern damals mit 13 Spielern Meister wurde, kam wohl keiner von einem internationalen Turnier, keiner spielte seit Jahren jede Saison mind. 10 CL Spiele und lief in jedem Spiel im Schnitt über 10 km und das auch noch schneller und mit mehr Sprints als … mit so viel Sprints wie heute.

HK 6. Mai 2015 um 12:29

@HW
Ja, genau das wollte ich damit sagen. Wenn es Zeiten gab in denen Spitzenteams problemlos mit 17/18 Spielern durch die Saison kamen muss sich wohl etwas verändert haben.
Da es kaum wohl kaum die Kompetenz der Trainer und Ärzte ist, die sich negativ verändert hat, liegt es nahe, dass es an den gestiegenen Belastungen liegt.
An der reinen Spielzeit wird es weniger liegen. Ich glaube nicht dass ein Beckenbauer oder Müller so viel weniger Spielminuten auf dem Tacho hatten. Stammspieler haben damals in quasi jedem Spiel, jede Minute gespielt.
Explodiert sind natürlich signifikant die Laufleistungen und Sprints.

CR4 6. Mai 2015 um 03:26

ja, Fußball ist prädestiniert für Muskelzerrungen und -(Faser)risse, durch die Sprints und auch beim Schuß hat man häufig kurzeitige hohe Schnellkraftanforderungen (für England hat man in einer Studie 41% aller Verletzungen im Profifußball als Muskelverletzung klassifiziert)

zum Thema Verletzungsprophylaxe bei Muskelverletzungen durch Stretching(http://www.biowiss-sport.de/kl-%20sportwiss%202006-1.pdf):
„Die beiden letzten verbleibenden Untersuchungen sind diejenigen von Cross
und Worrell (1999) und von Dadebo et al. (2004). Letztere hatten über Fragebo-
gen ermittelt, wie die Spieler von 30 englischen Mannschaften der ersten drei
Fußballligen dehnen und welche Muskel
verletzungen, insbesondere Verletzun-
gen der hinteren Oberschenkelmuskeln auftreten. Sie fokussierten demnach im
Gegensatz zu den anderen Untersuchungen erstens auf eine Muskelgruppe, die
besonders anfällig für Zerrungen ist, und zweitens auf eine Belastung, die be-
sonders häufig zu Zerrungen führt (maximale Sprints). Die Autoren können in
ihrer multifaktoriellen Auswertung die aufgetretenen 158 Verletzungen der hinte-
ren Oberschenkelmuskeln zu einem erstaunlich hohem Prozentsatz von 79%
durch die drei Faktoren „Haltezeit beim Dehnen“ (29%), „Verwendung eines
Standard-Stretching-Protokolls“ (40%) und „angewendete Dehnmethode“ (10%)
erklären, d.h. Spieler, die (1.) ein standardisiertes Dehnprogramm benutzten,
(2.) die Dehnung 15-30 s hielten und (3.) statisches Dehnen oder eine PNF-
Methode einsetzten, verletzten sich signifikant weniger. Auch die Ergebnisse
dieser Studie sind jedoch aufgrund der Kritikpunkte, die es bei allen Befragun-
gen gibt (Zuverlässigkeit der Informationen), zu relativieren. “

Wenn man mit Schmerzmittlen spielt kann es natürlich sein, dass man die ersten Warnzeichen des Muskels (s.o. „macht zu“/Zerrung) übergeht, bei weiterer Belastung folgt dann der Faserriss (der Muskel ist schob angespannt/verhärtet und wird trotzdem belastet …).
Das hohe Spielpensum tut natürlich sein übriges, da Erholungsphasen fehlen und natürlich auch häufiger mit „kleinen“ Blessuren gespielt wird. Hier hilft nur Rotation! (Gruß an alle, die dann wieder wegen „Wettbewerbsverzerrung“ auch zu recht maulen, aber der Verein denkt natürlich dann an SEINE Spieler.)
Und da es ja scheinbar doch für Fußballer hilfreich zu sein scheint, (maximal) schnell Sprinten zu können und hart zu schießen und beides auch häufiger, könnten entgegen den oft gehörten Versicherungen, Fußball sei so komplex, dass die Ausreitzung solcher Faktoren, keinen Sinn macht, auch noch andere Mittelchen ihr übriges tun, um die (Belastungs-)grenze zu überschreiten.
Ich empfehle aus eigener Erfahrung 2x die Woche 10-20min. Stretching (30sec-1min. pro Muskel) NACH dem Training. (am besten nach lockerem Ausdauertraining)
Dies ist für mich genauso wie Ausdauer und Stabi(Kraft)training einer der Athletikpunkte, die für jede Spielsportart wichtig sind.

… und damit schließe ich für mich dieses Thema hier ab und kehre zur Taktik zurück (versprochen liebes SV-TEAM 🙂 )

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AS 5. Mai 2015 um 17:29

@ HW: Gerade ein Mittelfussbruch ist in den häufigsten Fällen ein Ermüdungsbruch/eine Stressfraktur (weitere mögliche Ursache ua: Überrollen des Fußes durch ein Auto). Will das aber auch nicht dem Trainer anlasten.

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HW 5. Mai 2015 um 18:21

Andererseits ist Lahms Verletzungsliste bemerkenswert leer. Der hatte kaum Muskelverletzungen oder irgendwelche kleinen Blessuren. Daher hat er enorm viele Spiele ohne Pause gemacht. Wenn dann ein Ermüdungsbruch kommt, ist das gerade bei Lahm zu erwarten, wegen der vielen Spiele? Oder erwartet man bei jedem anderen Spieler eine Verletzung nur eben nicht bei Lahm?
Das kann ich von außen nicht beurteilen. Da muss man schon sehr genau die Knochen beobachten um einen Spieler rechtzeitig vor dem Bruch aus dem Verkehr zu ziehen. Und dann sagt dir jeder: Bist du blöd, einen gesunden Spieler nicht aufzustellen.

Ich hab es bei Transfermarkt nur kurz überflogen, aber Dortmund und München haben deutlich mehr Ausfälle (Ausfallspieltage in der Bundesliga) als z. B. Leverkusen, Wolfsburg und Gladbach. Allerdings haben die auch wesentlich weniger Spieler die in den letzten Jahren viel Champions League gespielt haben und dann im Sommer zur WM mussten oder sogar für die WM ausgefallen sind. Da haben wahrscheinlich mehr Spieler ihre Verletzungen nicht auskurieren können weil wichtige Spiele anstanden. Aber das müsste man statistisch aufbereiten (Anzahl der Verletzungen, Verteilung der Verletzungstypen, Zeit bis zur Rückkehr eines Spielers usw.). Beim BVB muss man wohl nur an Reus, Gündogan oder Piszcek (ich werde nie wissen wie man den Namen schreibt) denken.
Und wenn wir es nur auf Bayern beziehen bleibt es Fakt, dass es nicht so viele Muskelverletzungen sind wie oft angenommen. Anteilig an allen Verletzungen sind es wahrscheinlich sogar wenige Muskelverletzungen.

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Michael Maier 4. Mai 2015 um 19:50

Warum söllte Bayern ausgerechnet in der kommenden Spielzeit die absolute Topform erreichen? Ich denke eher, dass die nächste Saison eine Zeit des Umbruchs einläutet. Robben, Ribery, Schweinsteiger, Alonso, Lahm – alles Spieler, die am Ende ihrer Karriere nicht mehr die ganz großen Leistungen abliefern werden.

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madmax 4. Mai 2015 um 19:00

Grundsätzlich sehe ich 2 mögliche Aufstellungen für die Bayern. Einmal 3-5-2 und ein 4-2-3-1. Die Dreierkette um breit zu stehen beim spielaufbau und im Abwehrverhalten 1 gegen 1 Situationen zu haben wobei ein Sechser quasi als Vorstopper Messi übernimmt während Boateng den Libero spielt.
Das andere System ist offensiver ausgerichtet um hohe Präsenz im 10er Raum zu entwickeln und im Abwehrverhalten den Sechser Raum abzusichern.
Kurze Phasen des Pressings werden sich abtauschen mit Mittelfeldpressing. Wobei ich bezweifle dass Bayern die individuelle Klasse komplett ausschalten kann.
Die Hoffnung ruht auf das Rückspiel.

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Martin01 4. Mai 2015 um 17:24

————————-Neuer————————-
————–Benatia———Boateng————–
Rafinha—————————————Bernat
——Lahm—Martinez—Schweinsteiger——
—-Müller——————————–Thiago—-
——————–Lewandowski———————

Falls Martinez fit genug ist. Er könnte die defensive Kompaktheit vor der Abwehr herstellen oder aber auch mit Benatia und Boateng ne Dreierkette bilden, Alonso wäre in diesem Fall auf der Bank.
Ich gehe auch davon aus, Bayern entscheidet zumindest das Ballbesitzduell für sich: 56%: 44%

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cali 4. Mai 2015 um 15:35

Suarez‘ Feuertaufe?

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Gupf3 4. Mai 2015 um 14:08

——————-Neuer———————-
Rafinha——Benatia——Boateng—Bernat
-————Martínez(Schweini)————
Lahm———Thiago———Götze——–Müller
————Lewandowski——————

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Dr. Acula 4. Mai 2015 um 12:19

mal ne allgemeine frage, die mich seit langem umhertreibt. mal davon ausgehend, dass guardiola SV regelmäßig verfolgen würde, was denkt ihr wäre sein urteil? ob sich seine gedankenspiele wohl auch auf diesem niveau befinden und er fürchtet, die gegner könnten wind von SV bekommen und seine ideen durchkreuzen.. oder vllt ist SV sogar seine startseite am browser.. 😉

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Goalimpact 4. Mai 2015 um 19:31

Unbestätigten Gerüchten zufolge hat Guardiola Deutsch gelernt weil SV in Google translate zu schwer zu lesen ist.

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Tank 4. Mai 2015 um 20:16

Ich dachte spielverlagerung.com sei auf seinen Wunsch entstanden. Und nun schreibt er da auch allen Content.

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Dr. Acula 5. Mai 2015 um 15:33

bessere antworten hätt ich mir net erträumen können!

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okahn 4. Mai 2015 um 12:05

Meine Aufstellung geht in die Richtung 5er-Kette mit vorgeschobenen AV.

————————Müller———————–
——-Götze—————————————–
———————————–Thiago————
Bernat—–Lahm————————Rafinha
—————————Alonso——————–
———Boateng—————Dante————
———————–Benatia———————–

Müller auf der 9 und Götze in einer Zwischenrolle als Hängende Spitze, sorgt für die Verbindung zwischen Flügel und Sturmspitze und kann mit Bernat kombinieren. Thiago als vorgeschobener Achter sorgt für die Anbindung in der Zentrale und kombiniert ggf. mit einem ausweichenden Müller. Bei Vorstößen Bernats kann sich Lahm in den defensiven Halbraum fallen lassen und sichert ab. Alonso gibt hier die Balance und Rafinha rückt situativ (wie schon oft gesehen) etwas ein.

Defensiv können Bernat, Lahm und Boateng Messi „im Käfig halten“. Rafinha sprintet auf Rechts hinter Neymar her und Benatia und Dante versuchen Suarez in den Griff zu bekommen. Alonso und Lahm versperren die Mitte und können Druck auf Rakitic und Iniesta aufbauen, während Thiago sich an Busquets orientiert.

Soweit meine Theorie. Die Angriffsseite sehe ich eher links in den Räumen hinter Dani Alves, allerdings aus einer tiefen Grundposition heraus.

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DAF 4. Mai 2015 um 13:32

Klingt ganz gut, aber bitte Benatia statt Dante. Dante ist körperlich und geistig mMn zu langsam für dieses Spiel…

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felixander 4. Mai 2015 um 10:51

Weil im Artikel der Fokus auf dribbelstarke Flügelstürmer erwähnt wird: Da steht ja in den nächsten Jahren ein Generationswechsel an, wenn Robben und Ribéry nicht mehr auf Top-Niveau mithalten können. Wäre es nun besser zu versuchen, diese Positionen 1:1 nachzubesetzen? Oder sollte man weg von dieser Flügelzangen-Fokussierung?
Sowohl Barca als auch Real haben in der Offensive ja ebenfalls extrem starke Flügelstürmer. Ist das Zufall oder Beweis für die Überlegenheit dieses Systems?

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Ein Zuschauer 4. Mai 2015 um 11:25

Wo haben Real und Barcelona denn keine extrem starken Spieler?

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HW 4. Mai 2015 um 11:31

Was wäre denn die Alternative auf den Flügeln?

Die ganz starken Spieler auf diesen Positionen sind immer gut im 1 gg 1. so definiert man meist die Klasse dieser Spieler. Natürlich müssen sie auch gut kombinieren können, Vorlagen geben usw. Aber ohne ein gutes Dribbling wird immer etwas fehlen um besonders anerkannt zu werden, auch weil es eine der wenigen Fähigkeiten ist die nicht direkt von den Mitspielern abhängt.

Man könnte also eine Kombinationsmaschine entwerfen, aber ganz ohne Klasse im 1 gg 1 wird es wohl nie gehen. Das ist also kein Zufall. Außen hat man oft mehr Platz und mehr Tempo.

Die Frage ist wie wichtig werden Angriffe über die Flügel in den nächsten Jahren und wie sehen die Strategien aus. Wenn die meisten Teams weiter die Mitte zu machen, dann wird das wichtig bleiben. Aber vielleicht wird weniger mit Flügelstürmern und mehr mit Mittelfeldspielern/Wingbacks agiert.
Die Taktik wird sich aber auch von den vorhandenen Spielern ableiten. Götze ist eher ein Spieler für Kombinationen. Man man ihn also nicht isoliert auf den Flügel stellen. Allerdings ist er damit auch variabel einsetzbar, denn er kann zentral im Mittelfeld, als zweite Spitze oder auf Außen mit entsprechenden Partnern kombinieren. Trotzdem sollte Bayern natürlich am Ersatz für Ribery und Robben arbeiten, alleine wegen der strategischen Flexibilität.

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felixander 5. Mai 2015 um 10:34

Mir persönlich wäre eine flexiblere Nutzung und Ausrichtung der Flügel lieber. Ribéry und Robben kleben schon ziemlich auf ihren Außen. Das machen Barca und Real schon deutlich anders.

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HW 5. Mai 2015 um 11:56

Irgendwer sorgt immer für Breite und eine andere Position rückt ein.

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Isco 4. Mai 2015 um 10:48

Sechste Frage: Wieso Mascherano statt Mathieu?

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PNM 4. Mai 2015 um 14:19

Wieso nicht?

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Hans 4. Mai 2015 um 10:39

Für mich als Bayernfan wird das ein Jahrhundertspiel. Ich bin allerdings auch unendlich traurig, dass wir personell so eingeschränkt sind 🙁

Gegen Barcelona in Bestbesetzung! Ein Traum!

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PNM 4. Mai 2015 um 10:32

Von Barça kann man keine großen taktischen Veränderungen erwarten denke ich, die werden den gleichen Stiefel spielen, wie in allen Top-Spielen seit Anoeta. Einzige Variable wird wohl Messis Positionierung im Spielverlauf werden.
Da finde ich Bayern variantenreicher und auch besser. Persönlich fände ich ein 5-3-2 / 3-5-2:
Neuer
Benatia-Boateng-Rafinha
Weiser-Schwein-Lahm-Bernat
Thiago
Müller-Ribéry/Lewandowski/Götze

Gegen den Ball ist man mit der 5er – Kette, um Messis Diagonalbälle und Suàrez und Neymars Läufe abzufangen ganz gut gesichert, dazu Bernat Mannorientierung auf Messi und Lahm und Rafinha doppelnd und trippelnd.
Die drei Zm und die Stürmer stellen das Zentrum zubinden lenken nach außen, eventuell etwas asymmetrisch, mit dem linken Stürmer oder achter (Lahm) breiter, um das Spiel von Messi Weg zu lenken, oder 5-4-1 artige Staffelungen (Lahm breiter, linker Stürmer fällt zurück).
Offensiv mit Thiago als rochierenden 10er , der die Halbräume neben Busquets versucht zu bespielen, Stürmer positionierte sich zwischen Av und Iv und binden Kette, Durchbrüche über Halbräume oder die schnellen Flügel.
Mit den drei Zm + plus aufrückende Halbverteidigern ist auch eine stabile Ballzirkulation gegeben.

Strategisch finde ich Barça etwas stärker.
Sie sind auch grade bei hohem gegnerischen Pressing sehe durchschlagskräftig (vgl. z.B. 4:0 gegen Atlético), weshalb ich mir vorstellen könnte, das Guardiola etwas tiefer pressen lässt.
Allerdings würde er damit auch einiges an Ballbesitz aufgeben.

Wird spannend…

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Sharpe 4. Mai 2015 um 10:25

ein paar Gedanken von mir:
warum hat Rode in Lev. nicht gespielt? für mich ein Fingerzeig, dass er in Barc. spielen wird. Da er nicht verletzt ist, fällt mir sonst kein Grund ein, warum ihn Pep nicht in Lev. hat spielen lassen. Ich kann mir gut vorstellen, dass er halblinks im Mittelfeld die Position von Thiago spielen wird, da er defenviorientierter ist und als Hilfe für Bernard gg Messi benötigt wird. Thiago dafür etwas offensiver und Götze auf die Bank.

So wird’s nach meiner Vermutung aussehen

Neuer
Rafinha Benatia Boateng Bernard
Lahm Alonso Rode
Müller Lewandowski Thiago

Also gg den Ball ein 4-3-3, bei eigenen Ballbesitz werden die AV aufrücken und Neuer, Benatia, Boateng, Alonso, Lahm hauptsächlich für den Spielaufbau zuständig sein.

Ich bin gespannt, ob Barca Pressing spielen wird und wenn ja, ob es Bayern wie gg den BVB gelingen wird, dieses Pressing zu umspielen. Vieles ist möglich, RM hat das stark zusammengefasst. Sollte Bayern die Kontrolle über den Ball haben und keine katastrophalen individuellen Fehler machen, traue ich ihnen ein gutes Ergebnis zu.

P.S. RM schreibt über Positionswechsel bei Barca zu Peps Zeiten. Har er nicht Lothar gehört, der hat doch klar und deutlich gesagt, Pep hat bei Barca immer mit der gleichen Aufstellung gespielt und alle immer auf den gleichen Positionen. Wer ist da nun der Fachmann? 🙂
Ich finds echt traurig, welchen Mist Didi und Lothar bei Sky oft von sich geben und dann müssen sich Pep und Sammer damit auseinandersetzen.

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HW 4. Mai 2015 um 10:29

Loddar hat recht. Der hat schließlich so viele Ehen hinter sich, und immer in der gleichen Aufstellung.

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Koom 4. Mai 2015 um 10:41

Ja, die Situationen haben sich bei Lothar immer relativ gleich aufgelöst, letztlich meist nicht gut. Aber ich vermute mal, dass ihm das Mittelfeld- und Aufbauspiel trotzdem immer gut gefallen hat. 😉

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HK 4. Mai 2015 um 13:34

„Matthäus kritisiert Guardiola“ Wer die Schlagzeile gelesen hat, hat eigentlich alles erlebt. Was soll danach noch kommen?
„Schweinchen Dick disst Einstein“??

Rode hat übrigens wegen muskulärer Probleme am Wochenende gefehlt. Also wohl kein Fingerzeig.

Antworten

Isco 4. Mai 2015 um 14:13

Das wird noch lustiger, wenn man gesehen hat, was er auf Sky von sich gegeben hat (keine genaue Wiedergabe): Die Bayern müssen einfach wieder souveräner auftreten, dann wird es wieder besser laufen. Das wäre mein Tipp an München.

@Sharpe: Ist Bernard ein Scherz, weil die meisten Kommentatoren es nicht hinbekommen, seinen Namen richtig auszusprechen?

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Goddar 4. Mai 2015 um 14:55

Lothar hat taktisch immer noch mehr Ahnung als wir alle ausgenommen MR, RM, CE etc.. (vielleicht). Er hats aufm Platz gezeigt. Wer jetzt mit intuitiv kommt von wegen er wusste selbst nicht genau was er da tat, ist ein arroganter Schnösel der sich an Formulierungen aufschwurbelt. Dass er nebenbei ein Mediengespenst ist und da viel Quark von sich gibt steht auf einem anderen Blatt. Und die Witze hier auf Altherrenniveau entsprechen genau dem Niveau der taktischen Diskussion (nicht der Artikel, die sind Sahne).

Koom 4. Mai 2015 um 15:53

Das ist aber auch nur Theorie, Goddar. Lothar Matthäus war ein exzellenter Fußballer. Ob und wie viel er taktisch als solcher und/oder als Trainer drauf hat, ist eine andere Geschichte. Maradona war auch ein brillianter Fußballer, als Trainer eher nicht so gut. Das Matthäus als Trainer allgemein etwas unter Wert gehandelt wird, würde ich aber auch vermuten.

Ansonsten haben wir den üblichen Fall von: „Sind die so doof/unwissend oder tun sie nur so, weil es für das Medium am passendsten ist?“ Die Fähigkeit taktisches Wissen so zu vermitteln, dass es auch der biertrunkene Schlandgröhler halbwegs versteht, hat ja kaum jemand (Klopp als seltene Ausnahme).

HW 4. Mai 2015 um 16:42

@Goddar

Ich glaube niemand streitet ab was für ein wichtiger Spieler Lothar war. Aber das muss nicht bedeuten, er wäre ein guter TV-Experte oder ein guter Analyst. Wenn Sky von ihm provokante Aussagen erwartet, hat er seinen Zweck zwar erfüllt aber die Aussage, ‚man müsse souveräner auftreten…‘, vertauscht Ursache und Wirkung.

Außer natürlich er meint das Prinzip: Wenn du kein Selbstvertrauen hast, täusche es vor.
Kann klappen, wird es gegen ein unbeeindrucktes Team wie Leverkusen aber nicht.

Ich finde die Aussagen einiger Experten bzgl. Guardiolas Art zu kommunizieren und seiner taktischen Varianten immer amüsant. Da wird dann behauptet Guardiola würde seine Spieler verwirren. Sehr verwirrt können die nicht sein, wenn sie vorzeitig Meister werden. Ich glaube vielmehr, die Experten die eine ‚einfachere Sprache‘ vorschlagen würden selber eine so einfach Herangehensweise wählen, dass die Spieler nicht wüssten was sie tun müssen. „Wie, wir sollen souveräner spielen. Wie sollen wir das machen? Bitte Trainer, gib uns konkrete Anweisungen, Aufgaben und Maßnahmen und keine Plattitüden!“
Aber deswegen sind die Jungs aus Fernsehexperten und keine Trai…. Moment mal?!

HW 4. Mai 2015 um 16:48

@Koom

Ich glaube es ist nicht so schwer taktische Zusammenhänge für die Massen zu erklären. Niemand muss in die Untiefen eintauchen, aber ein einfaches, ‚Auf den Flügeln bieten sich Räume die XY nutzen sollte‘, versteht eigentlich jeder der zuhört und mehr Taktik braucht es im TV oft nicht.

HW 4. Mai 2015 um 16:49

In Untiefen einzutauchen verursacht mehr Kopfschmerzen als ich andeuten wollte.

HK 4. Mai 2015 um 17:07

Taktisches Wissen zu vermitteln kann doch nicht so schwer sein?

Beispiel Bayern 2006:
Magath bittet Podolski zum Gespräch: „Lukas, du läufst falsch!“
Stille
Magath: „Lukas, du läufst falsch!“
Podolski: „Trainer, wie soll ich denn laufen?“
Magath (rührt im Pfefferminztee) seufzend: „Lukas, du musst einfach ganz anders laufen!“

Stimmt das? Keine Ahnung, es wird so überliefert und ich würde es mir wünschen, dass es stimmt. Ist einfach zu gut.

Koom 4. Mai 2015 um 17:21

@HW: Mag sein, dass es nicht schwer ist, aber warum das trotzdem keiner der Vollzeitbezahlten dort hinbekommt, ist fraglich. 2-Mio-per-Anno-Scholli ist als Experte ganz fürchterlich, Didi Hamann wechselt seine Ansichten nach Spielstand und vom Rest braucht man auch nicht viel reden. Am angenehmsten ist noch Oliver Kahn, der sich erstaunlich zurückhält, relativiert und wenig dramatisiert.

Seit Klopps Analysen im Fernsehen hat sich das extrem zurückentwickelt. Man krallt sich jetzt noch an lustigen Zahlenwerten (Ballbesitz! Zweikämpfe! Laufleistung! Intensive Läufe!) und immerhin ist Defensivfußball kein Rudi-Riegel-Fußball mehr – aber Zusammenhänge werden nicht mal im Ansatz erklärt.

HW 4. Mai 2015 um 18:05

Ich schau die Halbzeit- und Postspielanalysen eigentlich nicht. Kahn dramatisiert wenig, wobei ich mich auch manchmal Frage ob sich das nicht wiederholt und abnutzt. Für mich muss sich da aber niemand verstellen. Die Lautsprecher sollen laut sprechen wenn sie es wollen. Das ist Teil des Entertainmentpakets und Entertainment muss man einordnen können oder ignorieren.

HW 4. Mai 2015 um 18:18

OT

Ich habe den Boxkampf Pac vs. Mayw. nicht gesehen aber die Berichterstattung zur Berichterstattung gelesen. Wenn da ein Experte im TV von einem scheiß Kampf spricht, dann muss sich die TV-Anstalt fragen wie das eigene Produkt, für das 20 bis 30 € zusätzlich genommen wurden, vom eigenen Experten so schlecht geredet werden kann.
Klar, vielleicht ist die Kritik berechtigt, aber die Sender sind keine neutralen Berichterstatter sondern liefern Unterhaltung. Und das eigene Produkt redet man eigentlich nur schlecht, wenn man ein besseres Verkaufen will.

Bezogen auf den Fußball. Lothar unterhält, was soll man sonst erwarten. Dass Kahn mit seiner Art besser zum ÖR als zu einem Privatsender passt ist nur logisch.

Vielleicht liegt es einfach daran, dass dir TV-Experten während des Spiels zu viel mit anderen Leuten quatschen und keine Zeit für Detailanalysen haben. Und selbst wenn sie die machen sind sie zu 50% total banal und bei bestimmten Experten läuft die Videoanalyse dann auch nur auf ein ‚XY muss den Ball raushauen‘ hinaus.

koom 4. Mai 2015 um 19:14

Ich sags mal so: Wenn man Mehmet Scholl, ausgebildeter Trainer und früher sicherlich starker Fußballer, 2 Millionen Euro im Jahr zahlt, um dann während dem Spiel Schnittchen zu essen und in der Halbzeitpause mal kurz 2-3 BIldzeitungssätze raushaut – ja, das ist nicht der Anspruch an Preis/Leistung. 😉

HW 4. Mai 2015 um 20:37

Bekommt der 2 Mio.? Da macht es Sinn keinen Trainerjob anzunehmen. Wobei sein Konto vorher wohl auch schon voll war.

Mir ist dagegen Wichtiger, dass der Kommentator nicht zu viel Quatsch erzählt. In der Halbzeit kann ich wegschalten, im Spiel nicht. Und ohne Ton ist auch Mist.


FAB 4. Mai 2015 um 09:56

Ich wollte mal bei dem Aufstellungslotteriespiel mitmachen:
Das ist diesmal sehr schwer, davon abgesehen, dass unbekannt ist, ob Lewandowski nun wirklich spielt. hätten sämtliche Formationen irgendwelche Nachteile. Mir kommt aber folgendes in den Sinn:
——————-Neuer———————-
——Benatia——Boateng—-Rafinha
Lahm——————–Alonso————
————Thiago—————–Bernat–
Müller————Schweinsteiger——-
————Lewandowski——————

Das wäre ein stark versetzte und teilweise auch extrem flexible Formation. Defensiv würde Lahm in die Viererkette zurückfallen, würde aber offensiv eher als 6er bzw. auch im rechten Halbfeld spielen. Das Aufbausspiel wäre je nach Pressingintensität sehr variabel. Entweder über rechts durch Lahm und Thiago im Kurzpassmodus aufgebaut, oder durch Alonso mit einem weiten Ball auf die Flügel. Auch die Schweinsteiger Rolle wäre interessant, nicht nur Busquets auf den Füßen stehen, sondern auch auf den Außenpositionen überladen, also Müller bzw. Bernat unterstützen oder zunächst alleine für Spielverlagerungen auf den außen stehen . Das Anti-Messi Konzept wäre im Prinzip die Doppeldeckung durch Rafinha und Bernat, wobei im Zweifel Bernat Alves verfolgen würde. In der Defensivformation würde Lahm auch gegen Neymar unterstützen, Müller Alba im Auge behalten. Benatia würde eher mannorientiert verteidigen, Botateng würde eher raumorientiert.
Falls Lewandowski nicht spielen könnte (ausgewechselt werden müsste), stünde Götze parat, wobei ich in diesem Fall Schweinsteiger noch etwas offensiver sehen würde.

Antworten

HW 4. Mai 2015 um 10:11

Ich kann mir Schweinsteiger und auch Martinez eigentlich nur in der Startelf vorstellen, wenn auf lange Bälle oder auf Standards gesetzt wird. Das wäre schon die Variante Brechstange oder Brute-Force. Aber vielleicht will Guardiola das, defensiv und mit hohen Bällen oder Flanken agieren. Schweinsteiger ist vielleicht kein Kopfballungeheuer, aber das ist natürlich eine Schwäche von Barca. Andererseits ist Schweinteiger nicht mehr der dynamischste Spieler.

Antworten

gs 4. Mai 2015 um 09:54

Also für den Fall, dass Lewandowski nicht spielen kann, finde ich das Gerücht, Schweinsteiger als Mittelstürmer aufzustellen, durchaus diskussionswürdig. Allerdings vorwiegend dann, wenn das Spiel wie gegen Rom stark über die Flügel angelegt wird – denn er ist einer der wenigen kopfballstarken bei Bayern, kann dazu Bälle gut behaupten und verteilen (sprich, gezielt zum Torabschluss zurücklegen), und ggf. auch selbst mit der nötigen Ruhe der vielen Jahre Erfahrung die eine sich bietende Chance ins Eck zirkeln (wie gegen Berlin).
Und vor allem würde Barca nicht mit ihm rechnen und könnte sich nicht vorab darauf einstellen, wie er als Mittelstürmer agiert – denn das wüsste er vermutlich nicht mal selbst … 😉

Antworten

Koom 4. Mai 2015 um 09:27

Wie es taktisch passiert, weiß ich nicht, da fehlt mir die Fachkenntnis. Optisch/spielerisch erwarte ich zumindest, dass die Bayern, wie in den letzten Wochen üblich, defensiv oberflächlich ein gutes Bild abgeben werden. Der Ballbesitz/Spielverzögerungs-Stil von Guardiola funktioniert auch mit wenig individueller Klasse ganz gut, auch wenn ihm dann komplett der Punch fehlt (vergleichbar Mainz unter Hjulmand, allerdings natürlich schon ne Klasse besser). Offensiv hofft man auf einzelne lichte Momente individueller Klasse.

Im wesentlichen war das Spiel gegen Bayer 04 dabei schon eine Blaupause. Auch da trat man personell geschwächt an, schufaber über die zähe defensive Spielkultur zumindest den Eindruck, dass man trotzdem gleichwertig bzw. überlegen spielt.

Antworten

studdi 4. Mai 2015 um 09:11

Super Artikel! Wie erwartet ihr Barcelona in der Defensive? Haben die nicht auch als mal ein 4-4-2 in der Defensive gespielt? Ähnlich wie Real Madrid letztes Jahr?

Antworten

PNM 4. Mai 2015 um 10:38

Situativ 4-4-2 in der Defensive ist schon sehr gut möglich, dann mit Busquets und Iniesta zwischen Neymar und Rakitic, der die Seite für Messi übernimmt. Aber auch 4-1-4-1 (Suàrez rechts) oder 4-5-1 sind möglich. Vielleicht hat Messi auch Bock und erobert wieder 9 Bälle wie gegen City.

Am Anfang und je nach Spielerverlauf auch länger erwarte ich aber hohes Pressing, vermutlich mit leitenden Element nach außen.

Antworten

HW 4. Mai 2015 um 09:03

Wäre es nicht besser das beschriebene 4-4-2-0 mit Rode um Zentrum zu spielen und Lahm als rechten Mittelfeldspieler einzusetzen? Müller wäre dann im Sturm anstatt oder neben Lewandowski.

Antworten

Koom 4. Mai 2015 um 09:52

Ich würde sehr auf eine 5er-Kette tippen, um in der Defensive immer eine Überzahl zu behalten und Alonso auch ein wenig die Möglichkeit zu nehmen, zwischen die IVs dauernd zu fallen.

————– Lewandowski – Müller ———————–
———Thiago ——– Alonso ———– Lahm ———–
Bernat – Rafinha – Boateng – Benatia – Rode/Weiser
—————————– Neuer ——————————

Rafinha gibt den Alaba, mit Sonderauftrag des Messi-Zerstörens (möglicherweise wortwörtlich).
Lahm und Thiago sind gute Abnehmer für Alonsos lange Bälle, Lewandowski und Müller können sich beide gut fallen lassen für solche Momente. Schweinsteiger ist nicht die 1. Wahl von Guardiola, deswegen wird der erst in der 2.HZ kommen. Würde mich aber auch nicht wundern, wenn er eher Martinez für Lahm/Thiago bringt, anstatt BS31.

Die Aufstellung ist ziemlich schnell und quirlig und ballsicher. Müller und Lewandowski können beide defensiv sehr gut mitarbeiten, was Götze bspw. nicht so konsequent macht. Weiser wurde in den letzten Wochen sehr oft als Aussenverteidiger erprobt und machte das mindestens ordentlich.

Antworten

HW 4. Mai 2015 um 10:05

Kann ich mir durchaus vorstellen. Daraus kann auch relativ flexibel auf den Flügeln nach vorne geschoben werden.

Antworten

FAB 4. Mai 2015 um 10:23

„Schweinsteiger ist nicht die 1. Wahl von Guardiola“ Das wäre sehr bedauerlich, möglicherweise hast du recht. Ich bin mir aber sicher das Schweinsteiger in eine solchen Spiel unglaublich viel bewegen könnte, allein durch ihn wäre das Spiel sehr viel dynamischer, vielleicht nicht qualitativ besser, aber eher so, dass ich mir vorstellen könnte dass etwas besonderes passieret, bzw. dass die Bayern überhaupt eine Chance haben.
Von daher für mich die wichtigste Frage, bringt Guardiola Schweinsteiger von Beginn an oder nicht.

Antworten

Koom 4. Mai 2015 um 10:33

Persönlich finde ich Schweinsteiger auch sehr wichtig für den FC Bayern, sorgt für ein kompakteres Zusammenspiel der ganzen Elf, weil er die Mannschaft immer gut nach vorne „passt“. Alonso zerreißt die Mannschaft an schlechten Tagen sehr und ohne Robery verliert er an Wirkung (würde aber durch einen Teilzeitaußen Lahm aber kompensiert werden).
Ich denke, das Guardiola vor dem aktuellen Barca und seiner Offensivwucht großen Respekt haben wird. Deswegen die sehr defensive Aufstellung und die eigene Offensive wird über Konter/lange Bälle forciert.

Ergo: Es macht vermutlich taktisch Sinn, Alonso hier den Vorzug zu geben. BS31s Spielweise erfordert auch, dass die Mannschaft generell weit aufrückt. Das funktionierte zuletzt oft nicht gut genug, bzw. war man defensiv anfällig, schon gegen „normale“ Teams. Zudem ist Guardiola auswärts meist nicht „gut“ bzw. erfolgreich, das war ja schon zu Barca-Zeiten so.

Antworten

FAB 4. Mai 2015 um 10:58

Andererseits ist Schweinsteiger taktisch (hiermit meine ich im Bestimmen vom Spielrhythmus, kreatives Finden von Abläufen) sehr stark und auch extrem Willensstark. Als 6er sehe ich ihn in diesem Spiel auch nicht, aber eben als 10er. Ich sehe ihn hierbei als jemanden der zum einen das Aufbauspiel von Barca zerstört aber auch situativ Überladungen erzeugen kann, insbesondere auf den außen, und dann eben auch torgefährlich sein kann. Seine Rolle wäre demnach nicht strategisch (also nicht orientierungstiftend für die andere Spieler) sondern vollkommen frei. Er wäre auch das Eingeständnis, dass die Bayern nur Außenseiter sind, mit dieser Idee müssten die Bayern auch ins Spiel gehen. Als Favorit, mit der Idee das Spiel dominieren zu müssen, hätten sie aus meiner Sicht kaum eine Chancen, dafür ist Barca einfach individuell zu stark im Angriffsspiel. Ich weiß aber nicht, ob sich Guardiola dazu durchringen kann.
Das hauptsächliche Plus der Bayern liegt darin, mit Lahm, Müller und Schweinsteiger 3 der taktisch stärksten Spieler der Welt zu haben und genau darauf sollte Guardiola auch bauen.
In dieser Hinsicht bin ich im Übrigen anderer Meinung zum Thema das Spiel kommt zu früh. Auch wenn das Bayern in 2-3 Jahren auch sehr interessanten sein könnte, ist es für Lahm und Schweinsteiger vielleicht eines der letzten wichtigen Spiele. Nächste Saison sehe ich die Bayern eher wieder im Aufbau mit Spielern wie Kimmich, vielleicht doch wieder Weiser. Die Früchte von Guardiolas Arbeit wird wohl mal wieder sein Nachfolger ernten, wenn dann Thiago und Alaba am Leistungshorizont sind, Götze vielleicht doch noch zu sich findet und Leverkusens Brandt verpflichtet wird usw … anderes Thema!

Antworten

Tipic 5. Mai 2015 um 00:03

@ RM: Muss man tatsächlich davon ausgehen, dass Guardiolas nächste Saison seine letzte in München sein wird? Hat Martí P. solche Andeutungen gemacht?

JSA 5. Mai 2015 um 00:18

Kann jemand einmal kurz zusammenfassen, was Schweinsteiger zu einem weltklasse Spieler macht, was er in diesem Spiel bewirken kann und wie er im Vergleich zu Ballack einzuordnen ist?

Antworten

Koom 5. Mai 2015 um 09:22

Aus meiner Sicht:
Schweinsteiger ist ein sehr starker Mannschaftsspieler. Er stellt sich mit Laufarbeit und Pass-Spiel in den Dienst der Mannschaft, auch und gerade, wenn da mal was schief läuft. Von seiner Paradeposition auf der 6 (ideal mit einer Doppelsechs) startet er gerne mal starke Diagonalläufe in die Sturmspitze und wird dort torgefährlich. Die aber sehr dosiert, ansonsten verlagert und trägt er das Spiel über Kombinationen und seltene lange Bälle, alles sehr präzise, nach vorne. Er ist sehr pressingresistent und verliert wenig Bälle.

Das allein zeichnet ihn schon aus. Dazu kommt eine ausgeprägte Willensstärke und Durchsetzungsvermögen. Er geht eigentlich nie mit seiner Mannschaft unter sondern stemmt sich immer gegen die Niederlage. Defensiv macht er auch die unangenehme Drecksarbeit. Das dürfte auch der größte Unterschied zu Ballack sein, der auf der Position insgesamt ähnlich agierte, defensiv sich aber mehr die Rosinen rauspickte.

FAB 5. Mai 2015 um 09:35

Ich würde Schweinsteiger nicht als Weltklassespieler einordnen, weil er kein Perfektionist ist, also in nichts sonderlich überragend. Er ist ein Allrounder, der aber ein unglaublich gutes taktisches Gespür hat und in diesem Sinne extrem mannschaftsdienlich ist. Das wirkt sich dann recht unterschiedlich aus: Indem er defensiv einen großen Raum abdeckt, auf den Außenpositionen Überladungen erzeugt, im Strafraum als Torjäger auftaucht, … eben was gerade gebraucht wird. Ballack dagegen hatte einfach seinen Stil, mit Wucht durch das Mittelfeld zu stoßen und den Abschluss zu suchen, hierin war er zwar besser als Schweinsteiger, aber ansonsten halt weniger flexibel und mannschaftsdienlich.

HK 5. Mai 2015 um 09:49

Nicht kurz zusammengefasst, sondern als Empfehlung. Wenn du dir die 2013 HF’s gegen Barca anschaust, dann weißt du wie Weltklasse auf der Position ausschaut.

Was mir zum Vergleich mit Ballack einfällt. Beider Karrieren wurden durch die erbitterte Feindschaft der Bild/Sportbild-Medien in der Öffentlichkeit entscheidend geprägt.
Allein schon das hat gereicht um beide für mich symphatisch erscheinen zu lassen. Wer das durchhält ohne zu Kreuze zu kriechen, der muss schon die vielzitierten Eier haben.

HW 5. Mai 2015 um 10:00

Ich wäre nie auf die Idee gekommen diese beiden Spieler zu vergleichen.
Ballack ist eher der zentrale Mittelfeldspieler mit Wucht in der Offensive. Schweinsteiger ist variabler, hat im Laufe der Karriere auch mehr Positionen gespielt, aber vor allem ein Stratege aus der Defensive. Wobei auch Ballack defensiv eingesetzt wurde und Schweinsteiger auch in den Strafraum stoßen kann. Aber Ballack hatte sicher die größere Klasse in seiner besten Zeit auf seiner Position. Schweinsteiger war sicher nie der beste Regista der Welt, vielleicht auch aufgrund von Verletzungen.
Insgesamt unterschiedliche Spieler die auch zusammen im Mittelfeld hätten spielen können wenn sie gleich alt wären.

Koom 5. Mai 2015 um 10:04

@HW: Ballack/Schweinsteiger als Doppelsechs hätte viel Reiz gehabt. Ballack legt seine Rolle ja allgemein eh defensiver an, während Ballack ja eher der Box-to-Box-Spieler war, der oft nach vorne gestoßen ist. Wäre definitiv sehr reizvoll gewesen.

@FAB: Naja, das ist wieder das übel des Defensivspielers/Mannschaftsspielers. Die können selten gigantisch glänzen, weil sie Balancegeber, Fädenzieher etc sind. Ich halte BS31 definitiv für Weltklasse, wenn fit.

HW 5. Mai 2015 um 10:16

Schweinsteiger hat die Rolle als defensiver Mittelfeldspieler für mich nicht lange genug gesund gespielt um zu sagen er ist besser oder genauso gut wie andere weltklasse Spieler auf der Position. In Summe, auch durch seine Entwicklung und Flexibilität würde ich Schweinsteiger als Weltklasse bezeichnen. Als Spezialisten allerdings nicht.

Ich glaube Guardiola wird ihn auch flexibel einsetzen, weil das seiner Stärke entspricht. Es macht keinen Sinn Alonso auf die 10 zu stellen oder als Box to Box Spieler aufzustellen. Schweinsteiger dagegen kann das, aber er kann auch den defensiven Part übernehmen. Er kann seine Stärke überall einbringen, auch wenn er nicht mehr der dynamischste ist.

JSA 5. Mai 2015 um 18:18

Danke


HW 4. Mai 2015 um 08:41

Zum Punkt, viele Duelle finden zu spät oder gar nicht statt (BVB vs. Barca wäre wirklich toll gewesen, auch wenn ich da Barca vorne sehe).

Am Wochenende lief gerade ein Box-Kampf der das untermauert.

Außerdem, woher weiß man, dass man die Spitze der eigenen Leistung erreicht hat? Man weiß es doch oft erst wenn man schon wieder deutlich über den Peak hinaus ist. Niemand garantiert uns im nächsten Jahr ein besseres Barca oder ein besseres Bayern. Jetzt sind diese Teams, auch aufgrund ihrer Situation, vielleicht viel frischer und unbedarfter als in einem evtl. Halbfinale 2016 nachdem sie sich bis zur Erschöpfung analysieren konnten.

Antworten

Tank 4. Mai 2015 um 10:34

Es muss ja kein Duell zweier Mannschaften auf dem absoluten Höhepunkt ihrer Macht sein, aber selbst Duelle zwischen Mannschaften, die dem Fußball entweder neue Impulse geben oder allgemein von ihrem Leistungslevel über dem liegen, was man so „normale“ Weltklasse nennt, sind leider sehr selten.

Persönlich glaube ich nicht, dass Bayern-Barca eines dieser seltenen Glanzstücke werden wird, da ich Barcelona 14/15 für eine „normale“ Weltklassemannschaft halte. Nicht mehr, nicht weniger.

Antworten

HW 4. Mai 2015 um 10:45

Eigentlich sind diese Duelle nicht mehr sehr selten. Z. B. Real – Barca haben wir in den letzten Jahren fast inflationär geliefert bekommen.

Außerdem definiert sich der absolute Höhepunkt durch die direkten Duelle. Man ist nicht trotz des Gegners, sondern wegen der Klasse des Gegners so gut.

Antworten

PNM 4. Mai 2015 um 19:30

Aber man hat trotz der Klasse des Gegners eine besondere Dominanz.

Antworten

HW 4. Mai 2015 um 20:38

Wie meinen?

Antworten

PNM 4. Mai 2015 um 22:53

Dominanz ist er dann wirklich beeindruckend, wenn die Gegner, welche dominiert werden ebenfalls eine hohe Klasse haben.
Unter anderem deswegen ist auch das Barça von 10/11 so beeindruckend, weil da auch ein starkes Real Madrid von Mourinho 5:0 in der Liga besiegt und aus der Champions League geworden wurde (im Pokal ist man knapp ausgeschieden).
Hätte es keinen so starken Gegner zu der Zeit gegeben, wäre Barças Dominanz damals nicht so beeindruckend gewesen, wie sie es jetzt ist.
Das meine ich.

HW 5. Mai 2015 um 06:29

Achso. Ich meinte vielmehr, dass man gegen gute oder bessere Gegner antreten muss um selbst noch besser zu werden. Spiele ich nur gegen schwächere Gegner gibt es keinen Grund und keine Möglichkeit ein noch höheres Level zu erreichen. Und so entsteht auch erst ein Höhepunkt. Ohne die besondere Herausforderung wird man nichts besonderes leisten.
Da man sich im Fußball die Gegner nicht aussuchen kann ist man in dieser Hinsicht machtlos. Man muss das fressen was einem vorgeworfen wird. Natürlich ist ein Sieg gegen einen starken Gegner dann etwas sehr besonderes.


Bernhard 4. Mai 2015 um 08:39

Da liest man diesen total coolen und – wie immer – gut strukturierten Artikel und dennoch bleibt am Ende eine gewisse Unzufriedenheit zurück: Wieso gab es das Duell BVB vs Barcelona nicht?
Deine These, dass die Bayern nächste Saison ihre Höchstform erreichen werden, macht mich ein wenig stutzig. Unter normalen Umständen wird dies auch so eintreffen, klar. Aber die Verletzungsmisere dieser Saison hat mich doch sehr nachdenklich gestimmt. Findest du, dass die Situation heuer ein Extremfall ist oder könnte eine ähnliche ungute Lage auch nächste Saison der Fall sein?

Antworten

HW 4. Mai 2015 um 08:44

Du meinst nochmal ein paar Kreuzbandrisse und Knochenbrüche?
Nichts ist unmöglich und Verletzte wird es immer geben. Ich denke Guardiola wird durch seine Zeit in Deutschland am Ende viel lernen. Aber so eine Saison wie diese sollte nicht nochmal vorkommen.

Jetzt hab ich die Saison 2015/16 wahrscheinlich verhext.

Antworten

Koom 4. Mai 2015 um 09:54

Wenn sich die Vermutungen aus der momentanen Situation bestätigen, werden wir auch nächsten April/Mai hier „sitzen“ und darüber reden, dass die Bayern in der heißen Phase schon wieder in schlechter Form sind. Guardiola Spielweise und/oder Training scheint auf Dauer auf jeden Fall einiges an Form und Fitneß zu kosten. Zweimal ist man jetzt überragend in der Hinrunde marschiert, um dann kurz vor der Winterpause und in der Rückrunde sich nur noch durchzuhangeln. Zwar fährt man die Ergebnisse ein, aber es bleibt dann oft der Eindruck von Stückwerk und Einzelaktionen.

Antworten

Fitsche 4. Mai 2015 um 10:14

diesbezüglich frage ich mich, warum man die saison nicht einfach etwas entspannter angeht, mit weniger intensität und mehr rotation. um die meisterschaft sollte man so oder so mitspielen können, CL sollte kein problem sein, dafür bleiben die spieler vielleicht mal gesünder und sind am saisonende wenn es im pokal und der CL drauf ankommt richtig im saft

Antworten

FAB 4. Mai 2015 um 10:31

„Guardiola Spielweise und/oder Training scheint auf Dauer auf jeden Fall einiges an Form und Fitneß zu kosten.“
Genau das hat sich aber diese Saison verbessert, anders als letzte Saison, sind die Bayern diese Saison in der Lage über 90 Minuten zu gehen. Letzte Saison war eigentlich nach 70 Minuten Ende.
Im Übrigen scheint auch Barcas hauptsächliche Schwäche zu sein in der 2. Halbzeit nicht mehr nachlegen zu können. deshalb vermute ich, dass nach einen Abnutzungskampf in der 1. HZ, das Spiel sowieso in der 2. HZ entscheiden wird.

Antworten

CR4 4. Mai 2015 um 15:31

naja, über die schlechte Form kann man auch streiten:
– Rückspiel gegen Porto
– Pokalspiele gegen Leverkusen und Dortmund
von den Spielern, die nicht verletzt sind, fallen mir nur ein/zwei ein, die ne etwas schlechtere Form haben

aber man darf folgendes nicht vergessen: in der Saison 13/14 gabs ein UEFA-Supercup-Finale und die Club-WM, letztes Jahr war die WM
irgendwann braucht der Körper mal ne Pause, ich behaupte auch nach wie vor, dass wir nicht Weltmeister geworden wären, wenn die Bayern noch ein Champions-League-Finale kurz davor gehabt hätten (da hätte sich ein Schweinsteiger sicher nicht geschont) …
am meisten überrascht war ich, wie lange Robben dieses hohe Niveau durchgezogen hat

mehr Rotation zu Saisonbeginn halte ich auch für sinnvoll, aber nicht wenn das Spielsystem noch nicht automatisiert ist, vielleicht braucht es da dann wirklich das dritte Jahr …

Antworten

HW 4. Mai 2015 um 08:29

Da die Bayern sich in den letzten beiden Jahren sehr flexibel gezeigt haben ist es schwer ein genaue Aufstellung vorherzusagen.
Für mich ist in der Defensive eine Detailfragen ob ein und welcher Rechtsfuß gegen Messi spielen wird. Ich kann mir vorstellen, dass Rafinha wie zuletzt ab und an den linken Verteidiger geben wird.
Offensiv wird es für Bayern wohl wichtig die Räume hinter den gegnerischen Außenverteidiger zu nutzen. Wer das genau macht ist schwer zu beantworten, weil die Personalien Lewandowski offen ist und weil Bayern auch vorne unterschiedliche Systeme gespielt hat. Da Bayern aber viel über die Flügel agiert, wird dies wohl ein spielbestimmendes Schema sein.

Allerdings kann im Fußball die eine entscheidend Szene auch der Kontrast zum restlichen Spielverlauf sein. Beide Teams haben sich im Angriff auf ihre Flügel konzentriert. Beide Teams können Ballbesitz aber auch Konter. Solange Bayern bis auf ein Tor an Barca dran bleibt sehe ich für das Rückspiel gute Chancen.

Antworten

Dr. Acula 4. Mai 2015 um 07:16

„Kaum ein Offensivspieler in der Fußballgeschichte konnte in Form Partien dermaßen im Alleingang entscheiden, wie Messi.“
Wer denn noch in diesem maße? Zidane, zico, cantona?

Antworten

HW 4. Mai 2015 um 08:32

Maradona. Ach, das ist immer schwer zu vergleichen.

Was mir dazu nur einfällt ist: Wenn ein Spieler der Vergleichsmaßstab für alle anderen ist, dann ist das ein Zeichen von Qualität.

Antworten

RM 4. Mai 2015 um 09:34

Pelé, Laudrup, Maradona?

Antworten

PNM 4. Mai 2015 um 10:12

Di Stefano passt am besten, finde ich.

Antworten

Tank 4. Mai 2015 um 10:43

Der hat weniger „im Alleingang“ Spiele entschieden, sondern indem er die ganze Mannschaft besser gemacht hat. Messi hat diese Saison Tendenzen gezeigt, beides miteinander zu verknüpfen. Was völlig aberwitzig ist.

Antworten

HW 4. Mai 2015 um 10:55

Vor Monaten habe ich eine statistische Auswertung von Messi gelesen in der deutlich wurde, dass er seine Mitspieler besser macht. Aber die Erfolgswahrscheinlichkeit ist noch höher wenn er den Alleingang versucht. Das ist schon unglaublich. Aber die Daten waren nicht von dieser Saison.

Antworten

Koom 4. Mai 2015 um 09:42

Wurde schon genannt, muss man aber unterstreichen: Maradona. Zidane würde ich definitiv auch nennen. Messi gehört aber auch in diese Reihe.

Und natürlich ist Fußball ein Mannschaftssport und die Genannten würden ohne gute Zuarbeiter (min. defensiv) untergehen, aber das sind so Spieler, die in der Offensive in Momenten auch allein ein „Überzahlspiel“ initiieren konnten, weil sie 3-4 Gegner aus dem Spiel genommen haben.

Antworten

CR4 4. Mai 2015 um 04:10

da ich sonst kein Lotto spiele, hier mein Tipp aus 49:

————————–Müller————-
Thiago——————————-Götze
———-Schweinsteiger—————–
——————————-Lahm———
Bernat———Alonso——————–
———-Boateng—-Benatia–Rafinha
——————-Neuer——————–

meine drei Wünsche:
1. ohne Ball: weniger Angriffspressing, dafür enorm kompaktes Mittelfeldpressing (Lahm-> Iniesta, Schweinsteiger-> Rakitic, Müller-> Busquets) und Angriff auf die Seite leiten, wo sich Messi gerade nicht aufhält
2. mit Ball: um Busquets rum: Schweinteiger vertikale Läufe nach vorne in den Strafraum, Lahm Richtung Flügel
3. super hohe Intensiät/Einsatzbereitschaft und KONZENTRATION(!) über 90 min.

Sorge bereitet mit hauptsächlich ein zu hohes Pressing der Bayern.
Es gibt wirklich wenige Spiele, bei denen eine Vorhersage so extrem schwer ist. Aber ich weiß, wo der Mensch am Mittwoch stehen wird, der die genaueste Vorstellung davon hat, was uns am Mittwoch taktisch erwartet …
PS: Vielen Dank an RM für die tollen Vorberichte!

Antworten

Enrico Palazzo 5. Mai 2015 um 10:33

jup. das wirds

Antworten

JSA 4. Mai 2015 um 01:00

Jetzt wünsche ich mir irgendwie gerade einen Artikel über Schweinsteiger, der ihn nicht nur auf den Kämpfer im wm Finale reduziert :D. Muss ja keine tiefenanalyse sein…

Antworten

JB 4. Mai 2015 um 00:15

Sehr guter Vorrausblick und starker Artikel wie immer !
Die Vorfreude steigt Stunde für Stunde.
Hätte auch sehr gerne das Duell Ferguson vs Klopp gesehen..

Antworten

B 3. Mai 2015 um 23:27

Also um den Artikel kurz zusammen zu fassen: „Nix genaues, weiß man ned“ 😀

Antworten

RM 3. Mai 2015 um 23:30

Haha, das stimmt, sage ich eh selbst darin. Wobei gegen Juventus und Barcelona 2013 die Vorberichte zufällig ein paar der Ideen von Heynckes erraten hatten. =)

Antworten

Der eine Typ 4. Mai 2015 um 09:49

Was meint ihr, warum Pep Guardiola so schnell deutsch lernen wollte? Wir alle wissen doch, dass SV die Quelle seiner taktsichen Ideen und Lösungen ist!

Antworten

RM 4. Mai 2015 um 09:59

Schön wäre es. Aber dank Marti Perarnau wissen wir zumindest, dass er uns kennt und ganz nett findet.

Antworten

HW 4. Mai 2015 um 10:04

Ihh, ganz nett.

Nett ist der kleine Bruder von …

Alles unter super super ist nicht akzeptabel.

Antworten

Joker 3. Mai 2015 um 23:11

Danke, ein toller artikel mit einleuchtenden ideen zu Situationen, die auftreten können. Aber eine Frage hab ich: ist die variante mit pique auf der 6 und iniesta/busquets als 8er schonmal so oder so ähnlich aufgetreten oder ist das eine (zunächst fiktive) Vorstellung deinerseits ?

Den satz „je hoher busquets steht, desto weniger weit kommt der gegner“ find ich sehr stark. Er ist zumindest mMn (mit) das beste was die 6er-welt des fussball zu bieten hat.

Antworten

Lenn 3. Mai 2015 um 23:24

Ist wohl nur eine (an sich ziemlich fetzige) Idee von RM, zumindest haben meines Wissens nach keinerlei Barca-nahen Medien davon berichtet. Bossquets auf der Acht wurde ein paar mal gespielt, dann aber mit Masc oder Rakitic auf der Sechs.

Antworten

Isco 4. Mai 2015 um 10:46

Und gegen Valencia mit Xavi zusammen auf der Acht vor Mascherano. Ist damals aber komplett gefloppt mMn

Antworten

RM 3. Mai 2015 um 23:30

Ist nur eine Idee meinerseits.

Ja, der Satz kommt aus einem Podcast von vor, ich glaube, zwei Jahren. Busquets ist schon unglaublich.

Antworten

PNM 4. Mai 2015 um 14:29

Ich bin auch skeptisch, was Rakitic für dieses Match betrifft, bezweifle aber, dass Enrique Rafinha in ’nem Big Match von Beginn bringt.

Würdest du Xavi diese Rolle zutrauen? Er hat in dieser Saison bisher immer nur die verbindungsgebende Rolle halb links von Iniesta gespielt, nie den Balance-Geber für Messis Bewegungen, aber meinst, in diesem Spiel könnte das eine sinnvolle Lösung sein?

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RM 4. Mai 2015 um 14:33

Ich könnte mir Xavi halblinks und Iniesta halbrechts in dieser Rolle vorstellen, aber unwahrscheinlich. Es läuft wohl auf Rakitic hinaus und ein anderes, ruhigeres System in der zweiten Halbzeit mit Xavi vl.

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PNM 4. Mai 2015 um 15:50

Vielleicht noch sinnvoller.
Hauptsache nicht wieder Mascherano auf der 6 und Busquets auf der Halbposition. Da verliert Barça fast immer die Spielkontrolle.

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FAB 4. Mai 2015 um 16:08

Welchen Einfluss hat eigentlich die Aufstellung von Rakitic oder Xavi auf das Spiel von Messi? Spielt Messi mit Xavi etwas zentraler, um von den Anspielen von Xavi zu profitieren (insbesondere wenn Xavi halblinks spielt) oder ist es Messi relativ egal wer auf den 8er Positionen spielt?

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PNM 4. Mai 2015 um 17:46

Den Fall, dass Xavi anstelle von Rakitic gespielt hat gab es meines Wissens selten bis nie.
Barça hat zwei verschiedene Rollen bei den 8ern.
1. Der Rechte spielt den Balancegeber für Messi, wie im Artikel beschrieben. Meistens Rakitic, manchmal Rafinha.
2. der linke 8er spielt den als Verbindungsgeber im linken Halbraum.
Meistens Iniesta, manchmal Xavi.

Generell wurde Xavi gefühlt häufiger bei Führungen gebracht, um noch mehr Ballkontrolle aus zu üben. Messi ist dann häufig in seine alte Rolle als falsche Neun zurück gegangen, und man hat sich einfach im Zentrum den Ball zu gespielt.

Tank 4. Mai 2015 um 10:41

Ein höherer Busquets muss aber umso besser eingebettet werden. Ich liebe ihn sehr, aber er ist leider furchtbar undynamisch und langsam. Das kann auf der 8, wenn suboptimal eingebettet, schnell zum Problem werden. Brain the size of a planet, aber Dynamik eines 40-Tonners.

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PNM 4. Mai 2015 um 15:54

Wenn man Busquets höher haben will, aber gleichzeitig meint, man bräuchte drei Mann in der hintersten Linie, dann am besten mit asymmetrischen Außenverteidigern Ideen gleich im rautenhaften 3-4-3, aber nicht unbedingt indem man ihn auf eine Halbposition stellt.

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