Andrij Yarmolenko – (k)ein Dribbler für Bosz

Ousmane Dembélé ist weg, Andrij Yarmolenko ist da. Genügt der ukrainische Rechtsaußen den Ansprüchen des BVB?


Die Karriere des Andrij Yarmolenko ist ein wenig eigenartig. Mit 19 Jahren debütierte er in der ukrainischen Nationalmannschaft und entwickelte sich schnell zum größten Star des ukrainischen Fußballs. Er galt schnell als eines der kommenden Talente des europäischen Fußballs und wurde oft mit Arjen Robben verglichen. Doch bis gestern holte ihn niemand in eine größere Liga, sondern er verbrachte fast ein ganzes Jahrzehnt bei Dynamo Kiew. Mittlerweile ist er 27 Jahre alt und soll beim BVB einen Spieler ersetzen, der nach nur zwei Profijahren für über 100 Millionen zum FC Barcelona gewechselt ist. Kann er das?

Kein Robben mehr

Yarmolenko ist ein linksfüßiger Rechtsaußen, der schnell ist und einen guten Abschluss hat. Wenig überraschend, dass er in jungen Jahren oft „den Robben“ machte: Mit dem Ball nach innen ziehen und dann mit links abschließen. Dieses Schema prägt sein Spiel aber mittlerweile weniger. Ich würde sogar sagen, dass er nicht mal mehr in erster Linie ein Tempodribbler ist.

Vergleichbare Spieler sind mittlerweile vielleicht eher Dušan Tadić oder Riyad Mahrez – linksüßige Rechtsaußen, die sehr über ihre technische Finesse in Dribbling kommen, aber auch einen gewissen Spielmacher-Charme mit sich bringen, trotzdem aber oft außen positioniert sind. So sind Yarmolenkos Dribbling nicht mehr so oft Sprints mit dem Ball, sondern er erledigt mehr mit Drehungen und Finten, kommt meistens eher über sein Timing als über seine Explosivität. Ohnehin ist er in puncto Geschwindigkeit nicht Weltklasse.

Sauberes Freilaufen in Zwischenräumen

Eine wichtige Qualität von Yarmolenko ist, dass er im richtigen Moment in offene Räume kommt. Er beobachtet das Spiel sehr gut und positioniert sich dann primär am Flügel. Wenn aber Anspiele in den Halbraum möglich sind, kommt er im richtigen Moment nach innen und findet sich auch dort gut zurecht. Ebenfalls läuft er als ballnaher Spieler immer wieder neue Räume an; wenn er etwa einmal nach innen gekommen ist und dadurch Raum neben der gegnerischen Viererkette öffnet, startet er auch wieder diagonal nach außen.

Innerhalb von Kombinationen im Angriffsdrittel ist er dann recht vielfältig und wählt sinnvolle Laufwege mit gutem Timing. Wenn sich ballnah ein Raum öffnet, kommt er entgegen, wenn ein Mitspieler Zeit hat, zieht er in den Strafraum, wenn er in einem verschlossenen Raum vor dem Ball ist, weicht er nach außen. Er ist kein Spieler wie Müller oder Mkhitaryan, der durch seine Läufe den Rhythmus des Spiels bestimmt und die Angriffe aktiv mit Läufen gestaltet, doch er orientiert sich sehr gut und versteht Kombinationen, sodass er sich permanent passend bewegt, um die nächste Aktion zu unterstützen.

Yarmolenko vs Zirka

Interessante Szene in einer Partie, in der Yarmolenko als Zehner spielte. Er sucht nicht die Breite oder das Tempo, sondern dribbelt im Zentrum mit Drehungen, zieht zwei Spieler mit Finten auf sich und bringt dann den Ball durch beide hindurch in den Zwischenlinienraum. Anschließend startet er sofort hinterher.

Ablagenspiel im Halbraum

Aufgrund seiner guten Orientierung findet er unter Bedrängnis ziemlich früh zuverlässige Lösungen. So spielt er beispielsweise für einen Flügelstürmer ungewöhnlich viele Ablagen. Gerade beim Spielaufbau im Mittelfelddrittel lässt er sich dafür bei Bedarf in den Halbraum leicht zurückfallen, fordert den Ball und lässt sofort auf einen nachstoßenden Spieler klatschen. Dabei bindet er häufig direkt einen Gegenspieler und öffnet dadurch für den Passempfänger den Raum.

Wenn in solchen Szenen kein sofortiger Pass möglich ist, kann er den Ball mit seinen Dribbelfähigkeiten auch gut behaupten. Wie gesagt ist er nicht mehr so sehr ein Tempodribbler, sondern hält den Ball dann eher mit Drehungen und sucht nach der simplen Anspielstation. Er ist in solchen Situationen nicht so sehr darauf fokussiert, direkt Durchschlagskraft zu erzeugen wie Dembélé (oder weniger extrem Pulisic und Mkhitaryan). Er hält primär das Spiel am laufen.

Inverse Flanken

Grundsätzlich hat er auch eine gute Passtechnik und kann hier und da auch schöne Schnittstellenpässe spielen, wobei vor allem die Gewichtung seiner Pässe überzeugt. Er bringt sich aber nicht so häufig in Position für diese flachen Pässe. Häufiger kann er sich gegen einen tiefstehenden Gegner in einer flügelnahen Position Freiheiten schaffen, um einen hohen Ball zu versuchen. Zuweilen versucht er auch aus tieferen Zonen risikoreiche hohe Diagonalpässe, die manchmal etwas verfrüht sind.

Grundsätzlich kann er solche Bälle aber sehr gut, was sich vor allem bei Flanken zeigt. Diese spielt er unorthodoxerweise oft von rechts mit links: Bei Angriffen entlang der Linie dreht er dann ab, zieht nach hinten und sucht dann die Anspielstation im Strafraum. Besonders kurz vor der Sechzehnerlinie fokussiert er das, was unangenehm zu verteidigen ist, da die Abwehr oft noch nicht im Strafraum ist und für die Flanke dann nach hinten laufen müsste. Wenn in diesen Momenten Spieler im Rücken der Verteidiger einlaufen und/oder noch der Raum vor der Abwehr gut besetzt wird, kann das richtig eklig werden.

Eine Vorlage in der EL-Quali letzte Woche: Yarmolenko bekommt den Ball kurz hinter der Mittellinie, startet erst die Linie entlang ins Laufduell mit Ball. Kurz vor dem Strafraum schlägt er einen Haken und sein Gegenspieler läuft ins Nichts. Dann eine schlaue Flanke - beinahe eine Verlagerung - mit links auf den zweiten Pfosten und ein Tor.

Eine Vorlage in der EL-Quali letzte Woche: Yarmolenko bekommt den Ball kurz hinter der Mittellinie, startet erst die Linie entlang ins Laufduell mit Ball. Kurz vor dem Strafraum schlägt er einen Haken und sein Gegenspieler läuft ins Nichts. Dann eine schlaue Flanke – beinahe eine Verlagerung – mit links auf den zweiten Pfosten und ein Tor.

Diagonal in den Strafraum

Auch wenn sich Yarmolenko in der Flügelzone durchaus wohlfühlt, ist er keineswegs darauf beschränkt. Sehr oft sucht er den diagonalen Weg in den Strafraum. Dabei überzeugt vor allem, dass er nach kurzen Pässen immer sofort einen Lauf startet, um die Richtung des Spielzugs vorzugeben und die ballnahen Gegenspieler zu binden. Dadurch ermöglicht er kleinräumige Kombinationen, die vom Flügel oder dem äußeren Halbraum diagonal in den Strafraum fortgesetzt werden. Je nach Reaktion der Gegner kann er damit auch Raum für den Außenverteidiger öffnen oder Abwehrspieler binden, um auf der ballfernen Seite der Abwehr durchzubrechen.

Auch wenn Yarmolenko ballfern ist, sucht er das Tor und kommt generell mit gutem Timing in den Strafraum. Wenn Spielzüge in Strafraumnähe abgebrochen werden, verharrt er nicht, sondern bewegt sich innerhalb des Strafraums oder kommt bei Bedarf auch wieder aus dem Strafraum heraus, um eine neue Kombination anzuleiten. Mit seinen 1,89m Körpergröße ist er für einen Flügelstürmer ungewöhnlich groß und nicht nur deswegen recht kopfballstark. Bei Kiew spielte er manchmal auch als zweiter Stürmer bzw. Zehner; links hingegen fast nie.

Zudem hat Yarmolenko einen richtig guten Abschluss – nicht nur, wenn er von außen nach innen zieht. Im Strafraum zeigt er zuweilen gute Volleyabnahmen und ist einigermaßen beidfüßig, wobei er das im Passspiel öfter zeigt. Zudem trifft er gegen eine tiefstehende Abwehr gelegentlich aus dem Zehnerraum, wenn ihn die Kombinationen bis dorthin führen. Hier nutzt er, dass beide Ecken anvisierbar sind und die Szene für den Torwart deshalb unangenehm. Er platziert die Bälle dann recht häufig flach im Eck, sodass der Weg für den Keeper noch etwas weiter wird.

Zahlen

Diese Vielfalt von offensiven Qualitäten sorgt dafür, dass Yarmolenko seit Jahren sehr stabil abliefert. Seit 2010 erzielte er in jeder Saison über zehn Tore und fünf Vorlagen. In der Saison 2014/15 kam er auf 28 Scorerpunkte in 26 Spielen. Zum Vergleich: Mkhitaryan erreichte in der Saison vor seinem Wechsel 34 Scorerpunkte in 29 Spielen.

Aber wir sind ja nicht doof und werfen natürlich noch einen Blick auf die „non-penalty-Goals and assists per 90 minutes“, also Tore ohne Elfmeter und Vorlagen pro 90 gespielten Minuten. Das waren bei Mkhitaryan 1,22, bei Yarmolenko 1,04. In seiner letzten BVB-Saison kam Mkhitaryan übrigens auf 1,08 (Liga). Dembélé lag letzte Saison bei 0,83 in der Liga und 0,93 in der Champions League. Im folgenden der Verlauf von Yarmolenkos Statistiken (Liga) seit seiner ersten vollen Saison (hier die Zahlen).

Yarmolenko NPGAAuf internationalem Niveau sehen Yarmolenkos Zahlen hingegen noch gar nicht gut aus. Vier Saisons hat er mit Kiew in der Champions League gespielt. Dabei sammelte er 9 Scorerpunkte in 1986 Minuten, also rund einen Scorer in zwei Spielen – davon waren aber zwei Elfmetertore und drei der fünf Vorlagen spielte er vergangene Saison im letzten Spiel gegen Besiktas, als Kiew bereits raus war aber noch mal 6:0 gewann. Das macht einen NPG+A/90 von 0,32. Bei seinen beiden EM-Teilnahmen kam er sogar nur auf eine Vorlage in sechs Spielen – dabei erzielte die Ukraine aber auch nur insgesamt zwei Tore. In WM- und EM-Qualifikationsspielen erreichte er gute NPG+A/90 von 0,70. In der Euro League kommt er auf 0,60.

Übrigens ist Yarmolenkos GoalImpact überragend, höher etwa als der von Alexis Sanchez. Allerdings kann es sein, dass das Modell die ukrainische Liga etwas überschätzt. Zudem deutet sein 1-Jahres-Schnitt (graue Linie) an, dass er vielleicht schon über seinen Zenit hinaus ist – welcher aber nach diesen Werten reichlich Weltklasse war.

Yarmolenko passt zu Bosz

Bei den kleinen Fragezeichen hinter Yarmolenkos Durchschlagskraft kann man zumindest konstatieren, dass er stilistisch schon einmal perfekt beim BVB reinpasst. Seine Spielweise ist genau die, die Peter Bosz bei einem Außenstürmer braucht. Im 4-3-3 des Niederländers wird viel zwischen Flügel und Halbraum kombiniert und viele Spielzüge werden mit Kombinationen von außen nach innen gebracht, wobei immer angedribbelt und Raum geöffnet werden soll – mehr dazu in unserer Mannschaftsanalyse, die zeitnah folgen wird. Das ist exakt der Angriffsstil, den Yarmolenko verfolgt.

Eine Frage ist auch noch, wie gut Yarmolenko in Boszs Pressingsystem zurechtkommt. Zwar ist der Offensivspieler bisher sehr zuverlässig in seiner Defensivarbeit, orientiert sich konstant und behält den Passweg auf den gegnerischen Außenverteidiger im Auge, aber Kiew verteidigte selten richtig aggressiv. So ist sein Pressingverhalten bisher eher träge und oftmals sehr passiv. Da hat er viel Luft nach oben. Allerdings lassen sich solche Dinge im Training und durch den Rhythmus der Mannschaft schnell erarbeiten.

Wie gut ist der Transfer?

Unter’m Strich kann man Yarmolenko vielleicht als eine Art Sicherheitslösung einordnen. Man weiß, dass man einen sehr guten Spieler bekommt, der sofort abliefern kann und optimal ins System passt. Zudem ist er bisher kein bisschen Verletzungsanfällig – in allen Saisons kam er über 20 Spiele.

Allerdings ist Yarmolenko wohl keine Traumlösung. Er wird voraussichtlich nicht mehr auf Weltklasse-Niveau kommen. Er ist als Offensivspieler auf seiner Position recht komplett und bringt sehr stabile Leistungen, aber ist in allen Aspekten nicht absolut herausragend. Bei so zahlreichen Offensivtalenten, die gerade nachkommen und sich bei den Topmannschaften tummeln, wird er in der Champions League wohl nicht den Unterschied ausmachen – gerade perspektivisch. Der aktuelle Markt bietet aber auch sehr wenige Alternativen, die mehr als das leisten könnten.

Ein interessanter letzter Punkt: Yarmolenko hat bisher unheimlich wenig Erfahrung auf Toplevel. In der Ukraine gibt es nur einen Gegner auf Champions-League-Niveau (Shaktar Donezk). Bei der EM und in der Champions League kam Yarmolenko nie weiter als Gruppenphase außer vergangene Saison (im Achtelfinale 0:0 und 1:3 gegen Manchester City). Das könnte zum einen bedeuten, dass er Probleme bekommen könnte, wenn er (konstant) auf diesem Niveau spielen muss. Es könnte aber auch bedeuten, dass er noch mal einen Schritt nach vorne macht, sich an ein höheres Tempo gewöhnt und gegen hochkarätige Gegner noch stärker ist als bisher. Es gilt die alte Transferweisheit: Mal sehen.

Schorsch 18. September 2017 um 17:00

Es hat wirklich Spaß gemacht, Andrij Yarmolenko am Sonntag gegen Köln zuzuschauen. Sicherlich ist der EffZeh in seiner momentanen Verfassung bei aller Wertschätzung kein wirklicher Maßstab. Aber das war schon Klasse, was Yarmolenko geboten hat. Blick für den Mitspieler, Zug zum Tor, starker Antritt, dribbelstark, dynamisch, technisch auf hohem Niveau (flankt sogar mit dem Außenrist, und das auch noch genau), passte in die taktische Ausrichtung. Defensiv war er gegen diese Kölner Mannschaft nicht wirklich gefordert, aber sein Gegenpressingverhalten schien mir gar nicht so schlecht zu sein. Wie gesagt, der Maßstab ist nicht sehr hoch gewesen und nach gerade einmal 2 Spielen kann man nicht ernsthaft eine Prognose über die weitere Entwicklung wagen. Dennoch, Umstellungsprobleme waren zumindest in diesem Spiel nicht zu erkennen. Ich hoffe auf weitere Spiele von ihm in dieser Machart.

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tobit 18. September 2017 um 17:37

Mir gefällt vor allem seine Ruhe am Ball. Da wirkt jeder Schritt und jede Ballberührung überlegt und gewollt. Er weiß, was er vorhat und bringt das aktuell ziemlich konsequent auf den Platz. Da erinnert er mich – auch wegen seiner beeindruckenden Robustheit (hatte da mehr mit einem Typ Draxler gerechnet, der sich ja kaum mal gegen einen IV oder Sechser wirklich behaupten kann) – irgendwie an Bale, wenn er etwas aus der Tiefe kommt oder als zweiter Stürmer vor der Raute spielt. Der hat aber halt auch noch die Möglichkeit, einfach den „Güterzug“ durch die Abwehr brettern zu lassen (also seine Gegner einfach zu übersprinten oder „beiseitezuschieben“), weil er so brutal schnell ist. Die Flanken gestern waren auch richtig gut. Sowohl mit links, als auch mit rechts sehr gefährlich zwischen Abwehr und Torwart auf einen einlaufenden Mitspieler und nicht einfach aus Mangel an Alternativen Richtung Elfmeterpunkt gebolzt. Auch die Positionen, aus denen er die gespielt hat waren gut gewählt (nah an der Grundlinie und der Strafraumkante, nicht von irgendwo an der Seitenlinie).
Gegen die Spurs fand ich ihn gegen den Ball noch recht wechselhaft. Da fehlte ihm manchmal die Intensität im Verschieben und Anlaufen (gerade, wenn er Vertonghen oder Davies diagonal von innen hätte pressen können). Auch die tiefe Unterstützung für Piszczek war da nicht besonders ausgeprägt vorhanden.

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Schorsch 18. September 2017 um 19:06

Gegen den Ball war es gegen die Spurs mMn in der Tat wechselhaft. Aber es waren halt die Spurs und nicht der aktuelle EffZeh. Und es war sein erstes Spiel in der Anfangsformation; so viel wird er noch nicht mit dem Team trainiert haben können. In der ukrainischen Liga hat er halt nicht in dieser Form gegen den Ball arbeiten müssen.

Warten wir ab, wie es mit ihm weitergeht. Jedenfalls kann ein Mann dieser Physis der BVB-Offensive durchaus guttun. Die wirklichen Bewährungsproben kommen ja noch.

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tobit 18. September 2017 um 19:26

Das war auch nicht als wirkliche Kritik gemeint, sondern nur eine Beobachtung. Dass er da wesentlich stärker werden wird, kalkuliere ich einfach Mal ein – wenn er die Intensität reingeriegt hat, war das auch gegen Tottenham schon gut und auch sauber umgesetzt. Das Verständnis dieser Grundlagen hat bei vielen Neuzugängen früher deutlich länger gedauert (z.B. bei Auba, der lange RA gespielt hat um nicht die komplexe Pressingmechanik im Zentrum aufgeben zu müssen) und ist da teilweise sogar öffentlich diskutiert worden.
Gegen Köln war ja defensiv eigentlich nichts zu tun, da reichten Sokratis und Toprak als letzte Sicherungslinie 10m in der Kölner Hälfte völlig aus.

Seine Bulligkeit und Galligkeit finde ich gerade für einen so „verwöhnten“ (in Bezug auf seinen Status als „Fussballgott“ in Kiev) Star sehr beeindruckend. Dazu kommt dann seine Beweglichkeit und Balltechnik. In beiden Bereichen habe ich ihn (wie wohl viele Fans, daher dann auch die Schürrle-Vergleiche) vor den ersten Spielen deutlich schwächer eingeschätzt und bin jetzt mal wieder sehr glücklich mit dem Händchen von Zorc, Mislintat und Watzke.

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Schorsch 18. September 2017 um 20:33

Nun, man muss abwarten. Vor ein paar Jahren habe ich mich umständebedingt einmal etwas näher mit der ukrainischen Liga beschäftigt (aktuell bin ich da nicht mehr auf dem laufenden; die Menschen dort haben andere Sorgen). Seinerzeit war ich zu der Meinung gelangt, dass diese Liga besser als ihr Ruf sei und dass sich in dieser Liga der eine oder andere für die Bundesliga interessante Spieler befinde. Mkhitaryan spielte ja u.a. auch dort, oder auch Costa. Yarmolenko war mir jedenfalls aufgefallen, und das wiederholte Interesse des BVB hat mich nicht gewundert. Hatte hier (mit CE glaube ich) vor gut 2 Jahren schon einmal kurz darüber diskutiert; hätte ihn damals schon gerne beim BVB gesehen. Die Frage ist halt immer, wie ein Spieler einen solchen Ligawechsel verarbeitet. Von Clubseite wurde immer Yarmolenkos Disziplin hervorgehoben, und ich glaube, dass diese Disziplin ihm auch in Dortmund helfen wird. Gerade hinsichtlich der neuen taktisch-spielerischen Anforderungen. Wie gesagt, es ist noch viel zu früh, um zur weiteren Entwicklung etwas sagen zu können. Aber ich bin optimistisch. 🙂

Jetzt noch Dolberg und de Ligt verpflichten (und der Fairness halber mit Ajax einen fairen deal machen), und die nächsten 2, 3 Jahre können richtig schön werden mit dem BVB … Können. 😉

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tobit 18. September 2017 um 21:58

Bei Dolberg bin ich mir irgendwie unsicher. Vielleicht habe ich einfach zu wenige Spiele (oder die falschen) gesehen, aber der reißt mich noch nicht vom Hocker. Außerdem gibt’s beim BVB ja auch noch Isak, der sich wohl so langsam ernsthaft dem 18er-Kader annähert. Dem würde man mit einem 19-jährigen (für das 4-5fache seiner Ablöse) diesen Weg ziemlich verbauen – außer man plant mit Dolberg wieder nur 1-2 Jahre und setzt danach auf Isak, der noch zum Homegrown-Player (und damit noch wertvoller für die Zukunft nach Schmelzer und Sahin) werden kann.

De Ligt würde ich auch sofort holen. Gerade, wenn nächsten Sommer Sokratis geht (halte ich 1 Jahr vor Vertragsende für durchaus möglich) und Zagadou sich bis dahin im Kader etabliert hat (was ja bisher ziemlich gut aussieht), sollte man nicht wieder einen Endzwanziger als Ersatz holen, sondern auch diese Position jünger nachbesetzen. Als erfahrenen Notnagel könnte man auch Vereinsikone (und Charaktervorbild) Subotic behalten, wenn er ein deutlich geringeres Fixgehalt und (wie aktuell) sehr wenige bis keine Einsätze akzeptiert.

Die Ukraine habe ich zwar nie genauer beobachtet, aber bei Shakhtar und Kiev laufen schon einige talentierte Kicker über den Platz und auch der Rest der Liga muss(te) sich nicht vor so mancher in Westeuropa verstecken. Stepanenko (der „Schwarzmeer-Busquets“) zum Beispiel hätte ich gerne Mal im „Westen“ gesehen (könnte ja noch kommen); oder Kovalenko, der als laufstarker Achter-/Zehner-Hybrid gut auf eine der Dortmunder Halbpositionen passen könnte. Was Shakhtar an brasilianischen Talenten ausgegraben hat, ist auch nicht ohne. Auch wenn da viele nicht so ganz das gehalten haben, was sie versprachen – war in den letzten Jahren aber auch nicht leicht, in der Ukraine zu leben und Fussball zu spielen. Ein Taison, Bernard (den wollten ja viele als Götzenachfolger, weil er so ein toller Dribbler ist) oder Alex Teixeira (noch so einer für die Dortmunder Acht) hätten auch bei Topklubs landen können.

Wo wir gerade bei exotischen Ligen sind: Hat jemand Mal die chinesische Liga beobachtet und kann Ricardo Goulart (Guangzhou Evergrande – 88 Scorer in 81 Spielen) und Lei Wu (Shanghai SIPG – 117 Scorer in 138 Spielen) einschätzen? Die beiden zerschießen seit Jahren die Liga und sollen auch spielerisch einiges drauf haben – könnten die sich auch in Europa durchsetzen, oder sind die Abwehrreihen in China noch schwächer als oft erzählt?


Schorsch 31. August 2017 um 23:37

Wann gab es eigentlich das letzte sv-scouting? Auf den letzten Drücker ist mit Jadon Sancho der nächste ‚wonder boy‘ beim BVB gelandet. Ich habe einen recht interessanten scout report von Patrick Mills über ihn gelesen. Die Sicht eines der sv.de-Autoren fände ich sehr spannend.

Antworten

DrKlenk 1. September 2017 um 12:55

Würde ich mich anschließen. Was war denn der Kern dieses Berichts?

Antworten

Schorsch 1. September 2017 um 14:54

Der Einfachheit halber hier der Scout Report von Patrick Mills aus ‚Outside of the Boot‘:

„Scout Report: Jadon Sancho | Man City’s teenage sensation

Patrick Mills runs the rule over Jadon Sancho, one of the best U18 youngsters in England right now.

Despite heavy investment in their youth system, Manchester City are yet to bring through ‘one of their own’ into the current first team. This summer, however, teenagers Phil Foden and Brahim Diaz impressed greatly during City’s pre-season tour of the United States. In addition, England U-17’s finished runners up to Spain at the European Championships last month with 4 of their regulars hailing from the Citizen’s academy. Their most impressive representative at the tournament was undoubtedly winger Jadon Sancho, scoring 5 and assisting 5 more of the young lion’s 15 goals.

The 17 year old was voted player of the tournament, an award previously won by the likes of Toni Kroos, Wayne Rooney and Cesc Fabregas. Despite this, Sancho didn’t join his young teammates in flying out to the states to take part in Pep Guardiola’s preparations for the new campaign. In fact, it looks increasingly likely that the youngster will be on his way out of the club before the end of the current transfer window after reportedly refusing to train during recent weeks.

Who is Jadon Sancho?

Originally from South London, Sancho left Watford’s academy in 2015 to join Manchester City after catching the eye of their scouts. Excited by the prospect of learning his trade in state of the art facilities and under top-class coaches, he made the move up north with ambitions of becoming a Premier League player at the Etihad. Furthermore, Sancho felt his hometown of Kennington didn’t provide the ideal setting for someone trying to become a successful footballer.

“After school I would just be playing football and other people around me would be doing bad stuff and I didn’t want to get in to doing that.

“When City came along I thought it was a good opportunity to get out of the hood. There were a lot of bad influences.”

Since joining up with City’s youths, Sancho began to impress immediately and last season took huge strides towards the first team. He managed 15 goals in 19 starts for the U18’s last term before being adding 5 in 12 appearances for the U21’s later on in the campaign. As mentioned earlier, Sancho has also been impressing on the International front. After scoring 6 in 7 for the England U16’s, he has gone on to score a total of 13 times in 16 games for the U17’s.

What is his Style of Play?

Sancho plays primarily on the left side of a front three, for both club and country. Although, he can also play on the right or behind the striker. His preference is to receive to feet with space to run at his fullback before crossing to a teammate. Because he is right footed, he also likes to cut inside and shoot or play a through ball in behind the opposition’s defence. He has said in the past how the story of Raheem Sterling has inspired him and the fellow Londoners have very similar games. At 17, Raheem Sterling was regularly criticised for his lack of end-product and his poor decision making in the final third. This doesn’t appear to be as much of a problem for Sancho and the comparisons between the pair are based more on their dribbling abilities and low centre of gravity.

What are his Strengths?

According to Sancho himself, his main strength is in 1v1’s. His pace and close control allow him to take advantage of isolated duels with defenders. He spoke recently about how he likes to draw them into making a move before dribbling past them;

“When I get the ball 1v1, I’ll just tease the defender and wait for him to stick a leg in. Then I’ll go past him”

On the regular occasions that he does beat his man, Sancho has the composure to find a teammate with a cross or cut-back. When he opts to dribble infield, he has the vision and the finishing ability to either create a chance for a teammate or take a strike on himself.

His attributes make him a valuable asset not just when his team have established an attack high up the pitch, but also when transitioning from out of defence. For England and City last season, Sancho consistently used his pace and dribbling to break at speed and take advantage of the open space available to him on counter-attacks.

Sancho is a versatile player from a tactical point of view given his wide-ranging skillset. His close control and low centre of gravity means he can operate well in tight spaces while his pace and dribbling ability allows him to flourish equally well in larger spaces.

What are his Weaknesses?

Quite often with young players who have the ability to beat defenders at ease, they will look for the ball constantly and attempt to do everything themselves. Sancho’s assist stats, however, show that he has the awareness and intelligence to know that he must be a good creator as well as goalscorer if he is to make it at the top of the game.

Sancho believes his main deficiency is his weaker left foot. As a right footed player playing on the left, he must become proficient at using both feet. At senior level, where teams generally know the strengths and weaknesses of their opponents before playing against them, Sancho will find himself being forced onto his left at every opportunity. Additionally, the pace of the senior game means that he won’t always have the time to shift the ball onto his preferred foot.

Another potential threat to him fulfilling his potential is his attitude. If reports this summer are to be believed, the young winger has refused to turn up for training this pre-season. The rumours are that, despite being offered a new 30,000 a week contract to stay in Manchester, Sancho has doubts over whether a pathway exists for him into the first team. A move back to London appears most likely with Spurs and Arsenal both viable options. Some might argue that declining big money in favour of more playing time would be admirable. However, at just 17 it smacks of impatience and in any case, refusing to train isn’t the professional or mature way to go about it. As I touched upon, fellow City youngsters Phil Foden and Brahim Diaz have gone on the tour of the US and worked hard to impress Guardiola while Sancho was also asked to come on the tour but apparently declined.

As things stand, Sancho is an extremely talented youngster with huge potential and who knows, maybe he simply wants to move back home for reasons unknown to the media. He must now either gain assurances about being given opportunities to impress at City, or find a manager elsewhere who is willing to take a chance on him at such an early stage of his career. If he continues to improve as a player and has the focus, motivation and patience needed to become successful in today’s game, Jadon Sancho undoubtedly has the capacity to develop into one of Europe’s best attackers.

Patrick Mills

Patrick is a coach, writer and psychology student from Ireland.“

Antworten

HK 1. September 2017 um 16:27

Der beste Kommentar dazu den ich gelesen habe:
„Spielt wie ein junger Emre Mor, streikt wie ein erfahrener BVB-Spieler. Das passt.“

Antworten

Schorsch 1. September 2017 um 16:46

Dann wird der BVB nächstes Jahr für ihn eine Ablöse in Höhe von € 60 Mio erzielen. Plus Boni in Höhe von € 21 Mio. Das passt dann auch. 😉

Antworten

Markus Todt 1. September 2017 um 18:46

„At 17, Raheem Sterling … his poor decision making in the final third. This doesn’t appear to be as much of a problem for Sancho“
Puh, da habe ich kurz Angst bekommen.

„After school I would just be playing football and other people around me would be doing bad stuff and I didn’t want to get in to doing that. When City came along I thought it was a good opportunity to get out of the hood. There were a lot of bad influences.”
Falls das wirklich seine eigenen Gedankengänge ware, dann Hut ab.

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DrKlenk 4. September 2017 um 12:42

Danke!

Antworten

Tom 18. September 2017 um 19:06

Dass Vokale toll sind. Yrmlnko würde der sonst heissen und sich vermutlich gleich weniget elegant über dn Pltz bwgn.

Antworten

LB 30. August 2017 um 20:56

ich bin nicht der meinung das yarmolenko eine verstärkung in der breite ist. mit seiner erfahrung und scorer in der CL ist er eine verstärkung in der spitze.

yarmolenko > philipp, schürrle, isak

da reus erst in der rückrunde zur verfügung steht, verstärkt er den bvb sofort. sicherlich ist er nicht so ein systemspieler wie philipp (starkes defensivpensum). er hat auch nicht die BuLi-Erfahrung eines schürrle. aber er hat CL-Erfahrung und dort in einen schwächeren team bewiesen, das er scoren kann. ein isak brauch ich jetzt kaum zum vergleich ranholen.

zusätzlich ist der move ganz clever. sollte auba nächsten sommer gehen, dann hat man einen nachfolger schon im kader. man kann in aller ruhe isak aufbauen oder noch einen stürmer verpflichten, aber ohne den druck.

ous wird er in der spitze nicht ersetzen können, aber das muss er nicht…. da er eben andere vorzüge mitbringt. weshalb der bvb sich in der spitze verstärkt aber eben mit anderen stärken.

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Objektiv111 29. August 2017 um 19:45

Gerne mehr von diesen Transferbewertungen!

Antworten

Redun 31. August 2017 um 14:51

Stimme hier zu 100% zu. Ich fand‘ dieses Spielerportrait sehr spannend.

Antworten

Gwen 29. August 2017 um 17:04

Die Vorlage von Yarmolenko gegen Marítimo:
https://www.youtube.com/watch?v=0oIR5JSA8ZI

Antworten

mba123 29. August 2017 um 13:13

Wenn ich den Text richtig interpretiere, könnte Yarmolenko der wichtigste Verbindungsspieler auf den offensiven Außen beim BVB werden: Er besitzt ein gute Technik für die Ballverarbeitung, ist körperlich robust und bewegt sich intelligent. Demnach sollte Yarmolenko eine sichere und präsente Anspielstation sein können. Die anderen Kandidaten (Philipp, Schürrle, Reus und wohl auch Pulisic) scheinen mir dafür schlechter geeignet zu sein.
Am Ball erzeugt Yarmolenko demnach aber weniger Torgefahr auf eigene Faust. In dem Punkt in dem Dembele herausragte, fehlen Yarmolenko etwas die Stärken. Stattdessen zeigt sich Yarmolenko eher kombinativ und besitzt ein gutes Pass- und Bewegungsspiel. Also wird Yarmolenkos offensiver Output sehr von seinen Mitspielern abhängen, oder?
Nach der Beschreibung zu urteilen, würde Yarmolenko sehr gut mit Reus und Guerreiro harmonieren. Formativ werden diese Spieler aber wohl nie zusammenkommen. Passt Yarmolenko als RA denn gut zu Piszczek, Castro und Auba (diese wären wohl seine umittelbaren Nebenleute)?
Es scheint mir, dass diese Konstellation funktionieren würde, aber nicht ideal ist.
Yarmolenko ist am Ball wohl nicht so stark, dass er, wie Dembele, regelmäßig Auba komplett frei spielen wird, der dann nur noch abschließen muss.
Mit Piszczek wirkt auf mich in erster Linie die geradlinige Variante plausibel: Yarmolenko besitzt die Fähigkeiten, um einen die Linie entlang sprintenden Piszczek in Szene zu setzen.
Mit Castro ergeben sich wohl die meisten Möglichkeiten für ein gutes Kombinationsspiel. Aber so ausgeprägte Fähigkeiten wie bei Reus oder Guerreiro sehe ich in diesem Punkt bei Castro nicht.
Wäre Dahoud statt Castro vielleicht der bessere Partner für Yarmolenko?

Antworten

The Soulcollector 29. August 2017 um 18:13

Götze bzw. Kagawa auf der 10 wären ja auch gute Partner für ihn., wenn man denn mal wieder ein 4-2-3-1 spielt. Und selbst von der „falschen“ 8er Position können diese Spieler uU mit Yarmo ins Spiel kommen.

Meine größte Sorge ist eher, dass Yarmolenko sich im neuen Umfeld nicht wohl fühlt. Immerhin ist er das erste Mal außer Landes (fremde Sprache, Kultur etc.) und er hat die komplette Vorbereitung verpasst. Es hat wahrscheinlich schon seine Gründe, dass die Neuzugänge (Dahoud, Toprak, Philip) noch nicht in der Startelf stehen sondern die erfahren BVB Spieler auf dem Platz sind. Die haben unter Klopp und Tuchel schon mit hohem Pressing Erfahrung gesammelt was den neuen vielleicht noch fehlt.

Antworten

tobit 29. August 2017 um 18:41

Naja, auch Dahoud, Toprak und Philipp kennen von ihren vorherigen Stationen hohes und aggressives Pressing. Philipp ist ja schon in der ersten Elf, Toprak hat halt zwei der besten Bundesligaverteidiger vor sich und Dahoud fährt jetzt extra nicht schon wieder zur U21 sondern holt seinen Trainingsrückstand vom U21-WM-Sonderurlaub auf.

Yarmolenko dürfte insgesamt gut zu den vielen kombinativen Typen (wer ist das denn nicht beim BVB?) im Dortmunder Mittelfeld passen, nicht nur zu Guerreiro und Reus. Und auch mit denen dürfte er öfter mal kombinieren können (sobald sie mal fit sind), wenn sie von ihren Seiten einrücken oder er seine inversen Flanken auf sie schlägt.
Dass ein Spieler sich in einem Land nicht zurechtfindet, kann immer passieren – war beim BVB aber in der Vergangenheit höchst selten (eigentlich fällt mir da nur Ciro ein). Gerade Osteuropäer dürften sich im Ruhrgebiet relativ leicht einfinden – Dortmund hatte ja auch schon so einige im Kader (Jojic, Perisic, Hajnal, Piszczek, Kuba, Lewy), dazu gibt es ja in der Nähe noch Konoplyanka, den er zumindest von der Nationalmannschaft kennt (auch wenn der beim Rivalen spielt und ich nicht weiß, wie sich die zwei so verstehen).

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Schorsch 29. August 2017 um 21:32

Ich glaube nicht, dass man Yarmolenko diesbezüglich mit den gennanten anderen Spielern aus Mittelost- oder Südosteuropa vergleichen kann. Im Gegensatz zu diesen war/ist Yarmolenko in seiner Heimat ein absoluter Star; sein bisheriger Clubboss hat immer wieder einen Wechsel verhindert und dafür gesorgt, dass es Yarmolenko nicht schlecht geht. Wenn man so will, war er bislang der König von Kiew.

Ich glaube auch nicht, dass es irgendwelche kulturellen o.ä. Gründe geben könnte, die zu Integrationsproblemen führen könnten. Aber sein geänderter Status (dort der ‚King‘, hier einer von mehreren) könnte ein Problem werden. Allerdings war es ja auch sein ausdrücklicher Wunsch, in einer starken westeuropäischen Liga zu spielen. Ich traue ihm jedenfalls zu, die Umstellung recht schnell zu bewerkstelligen.

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Daniel 29. August 2017 um 12:30

Hm. So ganz erschließt sich mir dieser Transfer nicht. Wie MR schon richtig sagt ist Yarmolenko wohl als Verstärkung vor allem in der Breite zu sehen, weniger in der Spitze. Dortmund ist aber offensiv bereits ohne Yarmolenko tief besetzt: für die drei Offensivpositionen des 4-3-3 standen mit Aubameyang, Isak, Schürrle, Reus, Phillip und Pulisic sechs Spieler zur Verfügung, also war jede Position doppelt besetzt. Zur Not könnten hier auch Castro oder Götze aushelfen. In der Spitze fehlt halt nach dem Verlust von Dembélé ein dritter Spieler neben Auba und Reus, der absolute Extraklasse mitbringt, dieser Spieler wird aber sehr wahrscheinlich auch Yarmolenko nicht sein. Insofern bringt er den BVB nur wenig weiter. Im schlimmsten Fall könnte er sich sogar als kontraproduktiv erweisen, wenn er Spielern mit langfristig höherem Potential (Pulisic, Phillip, Isak) die für ihre Weiterentwicklung so wichtigen Spielanteile abnimmt. Und für die Rolle des Spielers, der „stabile Leistungen bringt, aber in allen Aspekten nicht absolut herausragend ist“ hat der BVB doch eigentlich schon Schürrle, der auf internationalem Niveau deutlich erfahrener und auch von der Position und Rolle her etwas flexibler ist.

Für viel dringender geboten halte ich ehrlich gesagt einen neuen RV. Die AV spielen bei Bosz eine nicht unbedeutende Rolle und die Rechtsverteidigerposition ist quantitativ wie qualitativ die am schwächsten besetzte im Dortmunder Kader. Piszcek ist seit mindestens zwei Jahren deutlich über dem Zenit, Felix Passlack ist (noch?) zu schwach, um um eine echte Alternative sein zu können. Erik Durm ist permanent verletzt und qualitativ eigentlich auch zu schwach, um bei einem Verein wie dem BVB Stamm zu spielen. Ein Spieler, der auf RV ein vergleichbares Niveau hat wie Yarmolenko weiter vorne würde ich als deutlich größere Verstärkung sehen. Um Toljan gibt es seit Monaten Gerüchte…wo ist das Problem? Geld hat der BVB doch spätestens jetzt genug. Nochmal deutlich besser als Toljan wäre in meinen Augen ein Transfer von Mitchell Weiser von Hertha, der zu Boszs BVB passen würde wie die Faust aufs Auge.

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HK 29. August 2017 um 13:14

Vielleicht kommt Toljan ja noch?
Würde ich nicht ausschließen. Es soll ja tatsächlich hauptsächlich bei den Finanzen gehakt haben. Das dürfte jetzt wirklich vom Tisch sein.
Wär ein cleverer Transfer ohne Risiko.

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Schorsch 30. August 2017 um 12:53

It’s done. Toljan unterschreibt einen bis 2022 datierten Vertrag beim BVB. Passlack wird nach der Verlängerung seines Vertrages mit dem BVB bis 2021 für 2 Jahre an die TSG ausgeliehen. Passt.

Und der legitime Nachfolger von Ronaldo und Messi hat sich dann auch schon Richtung Spanien aufgemacht. 😉

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Rico 29. August 2017 um 13:26

Dem Kommentar kann ich mich überhaupt nicht anschließen. Die sechs aufgeführten Spieler beinhalten Isak, der 17 Jahre alt ist und ganz bestimmt keine tragende Rolle spielen kann, sofern jemand mal ausfällt, Reus, der bis zur Rückrunde fehlen wird, und Schürrle, der in den wenigen Testspielen sowie im Pokal alles andere als stark wirkte mit einer Ausnahme und bei dem ohnehin die Frage ist, ob er am Ende ins System passen wird. Ich hatte leider nicht genug Zeit um ihn richtig zu analysieren im neuen System und als ich Zeit hatte war er bereits verletzt. Mein Instinkt sagt mir aber, dass es für ihn nicht reichen wird und ein Wechsel spätestens nächsten Sommer sicher niemanden beim BVB ärgern würde. Diese Saison ist er aber sicher eine Alternative, etwa im Sturm.

Pulisic ist als Rechtsfuß auf Linksaußen wahrscheinlich besser aufgehoben mit seinen Qualitäten. Er kann dann im Halbraum viel bewirken, von links nach innen zu ziehen erlaubt ihm direkter nach vorne zu agieren, worin eine seiner Stärken liegt. Bisher hat er auch rechts einen guten Job gemacht, aber ist auch immer wieder darauf reduziert die Flanke nach innen zu suchen. Damit wird auf Dauer ein Teil seiner Fähigkeiten verschwendet. Dazu braucht auch er Pausen. Durch den Yarmolenko-Wechsel hat man nun wieder einen großartig geeigneten Spieler für die linke Seite und gibt damit Pulisic die Möglichkeit mehr über rechts zu kommen. Weder Schürrle noch Philipp werden sich einfach gegen ihn durchsetzen können.

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Schorsch 29. August 2017 um 14:04

Andrij Yarmolenko wird mMn weder Christian Pulisic, noch Maximilian Philipp in deren Entwicklung behindern. Im Gegenteil. Pulisic ist noch sehr jung und wird keine gesamte Saison mit Liga, Pokal und CL (und Nationalmannschaft) im Dauereinsatz bewältigen können. Er wird Pausen benötigen und Formschwankungen sind in diesem Alter auch nichts ungewöhnliches. Auch wenn Yarmolenko ein anderer Spielertyp als Pulisic ist, so ist er dennoch eine Alternative auf rechts. Er bislang relativ konstant gespielt hat und scheint auch recht verletzungsresistent zu sein. Das kann man in der Offensive des BVB nicht gerade von jedem behaupten. Und wenn irgendein Scheich-, Oligarchen- oder Investorenclub Pulisic dann (wahrscheinlich schon zur nächsten Saison) unbedingt kaufen will und es mit einem Angebot tut, das der BVB nicht ablehnen kann, dann hat man einen ‚gestandenen‘ Spieler mit Yarmolenko auf dieser Position und kann das nächste Talent verpflichten.

Außerdem verfügt der BVB nach dem Abgang von Ramos über keinen passablen zweiten Stürmer hinter oder neben Aubameyang. Ramos hat in bestimmten Spielsituationen als zweiter Stürmer oder kopfballstarker Spieler auf Außen, der hoch angespielt wurde, durchaus seine Wirkung erzielt. Das traue ich persönlich Yarmolenko ebenso zu wie für Aubameyang einzuspringen bei einem eventuellen Ausfall. Und wer weiß, vielleicht wird das Wintertransferfenster noch einmal so richtig interessant hinsichtlich Aubameyang (China). Überdies tut es dem BVB durchaus gut, einen Spieler zu haben, der aus dem 10er-Raum treffen kann.

Philipp dürfte seine Einsätze zunächst als Ersatz für Reus und nach dessen Rückkehr (Rückrunde) als Alternative zu ihm erhalten. Mit Schürrle scheint man auch nicht so recht planen zu können, er scheint verletzungsanfällig geworden zu sein. Überdies mache ich ein Fragezeichen daran, inwieweit er für den BVB noch wertvoll werden kann.

Der BVB hat bereits vor der jetzigen Verpflichtung zweimal versucht, Yarmolenko zu verpflichten. Als Klopp bzw. Tuchel Trainer waren. Das Scouting der Borussen gehört sicherlich nicht zu den schlechtesten der Liga und zu dem Spielstil von Bosz scheint Yarmolenko auch zu passen. Natürlich ist jeder Transfer mit einem Risiko verbunden und auch Yarmolenko kann scheitern. Ich jedenfalls bin sehr positiv gestimmt und halte die Verpflichtung für passend. Ich hätte ihn schon vor 2 Jahren gerne bei der Borussia gesehen, was ich hier auch damals geschrieben habe. Meine persönliche Einschätzung hat sich da nicht geändert, auch wenn ich mich täuschen mag.

Das Thema RAV hatten wir ja bereits das eine oder andere Mal hier diskutiert und den einen oder anderen Namen dazu. Toljan wird man wohl verpflichten. Entweder zur nächsten Saison, wenn sein jetziger Vertrag ausläuft (Verlängerungsangebote seitens der TSG hat Toljan abgelehnt). Oder doch noch bis zum 31.08.17. Verhandelt wird jedenfalls noch zwischen dem BVB und der TSG. Die finanziellen Vorstellungen hinsichtlich der Ablösesumme liegen nicht so sehr weit auseinander (5 zu 8 Mio.). Aber der BVB möchte auf dieser Position noch einen Spieler abgeben, da man hier ansonsten überbesetzt wäre. Durm war quasi schon beim VfB, aber im letzten Moment wollte man ihn nur als Leihe wegen Durms Problemen mit dem Hüftbeuger. Sollte er doch noch vom FCA oder einem anderen Club verpflichtet werden, wäre das Thema erledigt. Bleibt er, dann müsste für Passlack eine Lösung gefunden werden. Momentan traut man ihm keine große Rolle zu und kann ihm nicht viel Einsatzzeiten zusagen. Diese braucht er aber, um sich weiterentwickeln zu können. Verkaufen möchte man ihn nicht, da man Potential ihn ihm sieht. Also müsste er verliehen werden. Möglicherweise an die TSG, und die genauen Modalitäten scheinen im Moment der Knackpunkt der Verhandlungen zu sein. Hertha hatte mehrfach Interesse an einer Leihe geäußert, vielleicht wäre das noch eine Option.

Weiser dürfte erst zur nächsten Saison ‚auf dem Markt‘ sein, wenn Hertha sich nicht für die CL qualifizieren sollte (wovon ich ausgehe). Wobei ich es im übrigen sehr gut finde, wenn es größeren Clubs nicht so einfach gemacht wird, sich bei kleineren so einfach zu ‚bedienen‘, wenn man plötzlichen ‚Bedarf‘ auf einer Position sieht.

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tobit 29. August 2017 um 14:57

„Dortmund ist aber offensiv bereits ohne Yarmolenko tief besetzt“:
Sehe ich etwas anders. Isak ist aktuell nicht auf Profi-Niveau (ist ja auch gerade erst 18 geworden, gleiches gilt für Larsen), Reus ist bis mindestens Januar verletzt, Schürrle aktuell auch und beide haben beim BVB ständig irgendwelche Verletzungen gehabt. Bleiben aktuell also Philipp, Auba und Pulisic als planbare Komponenten, was mir für drei Wettbewerbe zu wenig ist. Götze und Castro können als Außenstürmer spielen, sind aktuell aber im ZM gesetzt (und dort deutlich besser aufgehoben), weshalb ich sie nicht anderweitig verplanen würde.

„In der Spitze fehlt Dembélés Extraklasse“:
Einen Spieler der Extraklasse eines Dembélé, Auba oder Reus kann Dortmund sowieso nicht kaufen – schon gar nicht zu diesem Zeitpunkt des Transferfensters, in dem auch Barca noch ein oder zwei solche sucht. Ein Malcom ist das nicht, ein Promes oder Luan auch nicht, Lemar käme vielleicht schnell dahin, darf aber nicht wechseln, Coutinho will zu „Barca oder nix“, viel mehr Optionen gibt der Markt auch nicht mehr her. Da finde ich den konstanten, nie verletzten, loyalen Yarmolenko schon ziemlich gut, gerade weil er auch „nur“ 25 Mio kostet (Malcom wäre wohl doppelt so teuer, Coutinho wahrscheinlich fünf Mal teurer).

„RV qualitativ wie quantitativ am schwächsten“:
Mit der Qualität bin ich da auch nicht 100%ig zufrieden. Piszczek gefällt mir aktuell wieder deutlich besser als letzte Saison, der wird aber nicht 40-50 Spiele (am Stück) machen können. Passlack ist noch nicht so weit, wie man in der Vorbereitung gesehen hat, und sollte deshalb verliehen werden. Durm fände ich eigentlich einen guten Backup, da er offensiv denkt und unheimlich dynamisch ist (außerdem auch links spielen kann), sollte aber zum VfB wechseln (scheiterte dann am Medi-Check). Ziemlich genau seitdem hört man nichts mehr von Toljan.
Rein Zahlenmäßig ist die Position aber aktuell voll besetzt und Abgänge unwahrscheinlich, weshalb ich den Kader da in der Hinrunde nicht weiter vergrößern würde. Vielleicht tut sich da was im Winter. z.B. Augsburg oder Stuttgart könnten dann einen neuen Anlauf bei Durm starten, Passlack könnte verliehen werden und dann Toljan kommen (oder im Sommer ablösefrei).
Problematisch fände ich bin Toljan, dass er keine Verstärkung in der Spitze darstellt. Ich glaube nicht, dass er sich aktuell gegen Piszczek durchsetzen könnte. Man müsste also eher deutlich mehr Geld in die Hand nehmen, was diesen Sommer eher unwahrscheinlich ist – mangels Zeit und Alternativen am Markt.
Sollte man nächste Saison Toljan ablösefrei bekommen und Auba (für viel Geld) gehen, könnte ich mir da eine größere Investition a la Florenzi (der wäre diese Saison ein Hochrisikospieler) oder gar Hysaj vorstellen. Das würde aber Schürrle als „direkten“ Auba-Nachfolger und eine eher kleinere Sturm-Investiton bedeuten – womit ich durchaus leben könnte.

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Schorsch 29. August 2017 um 17:26

Gewöhn Dich besser an den Gedanken, dass Toljan die Alternative zu Piszczek wird. Und das noch in dieser Saison. Die Kaderplanung ist kein Wunschkonzert und als Club kann (und sollte) man mMn nur so hoch in das Regal greifen, wie es halt passt. Irre Summen auf den Positionen der AV auszugeben wie ManCity z.B. ist das eine, Augenmaß das andere. Der BVB ist kein Club, zu dem sich die absolute crème de la crème der Spieler drängt. Aber er ist ein Spitzenclub der Bundesliga und in Europa immerhin irgendwo am Ende der Top Ten oder Top Twelve. AV sind begehrt, da hat man die Konkurrenz fast aller Topclubs. Insofern ist ein Transfer von Toljan in meinen Augen durchaus durchdacht und angemessen. Gerade zu den vermuteten Konditionen und weil er auf beiden Flügeln einsetzbar ist. Das sage ich, auch wenn der Spieler bei mir ebenfalls keine Jubelstürme auslöst. Aber er ist mMn bereits jetzt eine bessere Alternative zu Piszczek, als es Durm oder Passlack zur Zeit sind oder sein können. U 21 – Nationalspieler und vielleicht auch für Löw eine Alternative. Piszczek wird nicht jünger, er kann keine lange Saison mehr durchstehen ohne entsprechende Pausen. Passlack hat das erforderliche Niveau (noch?) nicht, Durm fällt verletzungsbedingt oft aus. Letzteres finde ich auch deshalb schade, weil die Verletzungshistorie Durm daran gehindert hat, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Toljan ist noch jung genug, um eine solche Weiterentwicklung nehmen zu können.

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tobit 29. August 2017 um 19:05

Mein kommentar zu Toljan klnag vielleicht negativer als beabsichtigt. Ich wollte damit primär ausdrücken, dass man für 5-8 Mio keinen Stammspieler bekommen wird (wie auf allen Feldspielerpositionen), dafür ist Piszczek einfach noch zu stark.

Wenn es Toljan (statt Durm oder Passlack) wird, finde ich das erstmal in Ordnung. Ist ja wie du sagst kein schlechter Spieler und bringt sicher auch noch einiges an Entwicklungspotential mit. Wenn man ihn dann wirklich zum aktuell gehandelten Preis (5-8 Mio jetzt oder 2018 ablösefrei) bekommt, finde ich das sogar ziemlich gut. Da waren ja früher auch andere Summen deutlich über 10 Mio im Gespräch, was ich bei einem Jahr Restvertrag einfach zu viel fände.
Bei ihm fehlt mir aber im Spiel irgendwie was, ich kann nichtmal genau sagen was – das lässt mich halt an einer langfristigen Stammspielerzukunft zweifeln. Die von mir genannten Hysaj (ziemlich unrealsitisch, aber fragen kostet nichts) und Florenzi sehe ich auf absehbare Zeit deutlich besser und bringen auch schon wesentlich mehr Erfahrung mit.

Natürlich bekommen wir nicht die absolute Weltklasse – da sehe ich bei den AV aber aktuell auch kaum jemanden (letzte Saison fast nur Marcelo und Carvajal). Trotzdem sehe ich den BVB für 2018 so gut aufgestellt, dass man da eben auch mit nur zwei, drei Nezugängen sehr hoher Qualität auskommen könnte – wo ich dann am ehesten einen RV holen würde, da Piszczek der älteste Stammspieler ist und ich Toljan den Sprung nach ganz oben nicht so recht zutraue (wenn er ihn macht – umso besser). Meine zwei Beispiele waren da auch bewusst gewählt, da beide nicht bei einem absoluten Topklub spielen und auch vom Gehalt her nicht völlig „versaut“ sind.

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Schorsch 29. August 2017 um 21:12

Es kam bei mir gar nicht so sehr negativ an, eher etwas enttäuscht klingend.

Pisczcek war einmal nah an der Weltklasse. Das Interesse von Real seinerzeit war kein Hirngespinst der Boulevardpresse. Nach seiner Hüftoperation hat er leider nicht mehr seine vorherige Klasse wiedererlangt. Aber er überrascht mich jede Saison aufs Neue. Kaum denkt man, er sollte sich ins zweite Glied zurückziehen oder über einen Wechsel in eine schwächere Liga nachdenken, trumpft er wieder auf. Ein Phänomen, der Kerl. Aber eben nicht mehr über eine ganze Saison konstant und eben auch anfälliger für Verletzungen. Da passt Toljan als Alternative schon ganz gut.

Ich frage mich auch die ganze Zeit, warum ich bei Toljan (eigentlich ein logischer Transfer) doch eher verhalten optimistisch bin. Er ist läuferisch überzeugend, verfügt über eine akzeptable Grund- und Antrittsschnelligkeit, sein Passspiel ist sicher. Sein individualtaktisches Verhalten ist sicherlich optimierungswürdig, aber auch nicht unterdurchschnittlich. Das Gleiche gilt für sein Zweikampfverhalten, wo ich allerdings den größten Optimierungsbedarf sehe. Er ist beidfüßig (obwohl sein ‚eigentlicher‘ Spielfuß der rechte ist, mit dem er auch nach wie vor etwas stärker ist), was ihn auf beiden Seiten einsetzbar macht. So jemanden im Kader zu haben ist auf jeden Fall nicht schlecht. Das macht ihn auch für einen Turnierkader interessant. Die TSG wollte mit ihm verlängern, Bayern und einige PL- und Serie A – Clubs waren an ihm interessiert. Aber überall eher als back up, überall hätte es starke Konkurrenz gegeben. Der BVB bietet ihm da (als Alternative zu Piszczek) von allen höher als die TSG einzuschätzenden Clubs die besten Möglichkeiten. Zumindest für die nächsten 2, 3 Jahre. Weiter kann man ohnehin nicht so sehr gut planen.

Also, vielleicht alles eher ein Grund zufrieden statt euphorisch zu sein. Steht Westfalen auch besser zu Gesicht… 😉

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FAB 29. August 2017 um 16:58

Der Transfer Yarmolenko erschließt sich dann, wenn man sich nochmal die Zielsetzung vom BVB vor Augen hält. Der Abgang von Dembele war ja nur eine Frage der Zeit, weil ein solcher Spieler (potentieller Ballon d’Or Spieler nicht in der Bundesliga zu halten ist). Es ist klar, wenn es in der Champions League im Halbfinale gegen Real geht, dann kann ein Dembele auf seinem Karrierehöhepunkt den Unterschied ausmachen, Yarmolenko würde in einem solchen Spiel sicherlich nicht wirklich weiterhelfen.
Der BVB hat aber realistischerweise nicht den Anspruch die Champions League zu gewinnen. Diese Saison sehe ich aber eine relativ große Chance die Bundesliga zu gewinnen. Ein Yarmolenko kann in einem engen Spiel gegen Augsburg oder Hannover viel Wert sein, nicht nur als Backup für Pulisic sondern vielleicht auch von der Bank kommend. In genau diesen Spielen könnte er vielleicht sogar mehr Wert sein als Dembele.
Natürlich besteht die Gefahr, dass Yarmolenko nicht über den Schürrle Status hineinkommt. Ich habe aber bei ihm ein recht gutes Gefühl, dass er hier besser, weil flexibler, vom Spielstil variabler und v.a. torgefährlicher ist als Schürrle. Der BVB ist mittlerweile in der Situation, dass er sich einen solchen Spieler als Backup einfach leisten kann, wodurch er diese Saison mit seinem Kader – mit Ausnahme des Rechtsverteidigers, Toljan würde hier schon weiterhelfen – für die Bundesliga sehr gut aufgestellt ist, aus meiner Sicht sogar sogar kaum schlechter als Bayern.
Die kommenden Frage werden also sein, wie das Spielssystem von Bosz dauerhaft anschlägt und wie dann irgendwann Hierarchiekonflikte gelöst werden, wenn Weigl, Schmelzer und Guerreiro wieder zurückkommen.

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tobit 29. August 2017 um 19:22

Erstmal wird sich Yarmolenko in den Konkurrenzkampf mit Philipp begeben (Pulisic ist für mich gesetzt). Alles weitere muss man sehen, wenn Schürrle wieder fit ist.
Soviel variabler (positionell) als Schürrle finde ich ihn jetzt nicht: Beide können hauptsächlich auf einem Flügel (Schü links, Yarmo rechts) und im Sturmzentrum eingesetzt werden. Yarmolenko theoretisch auch als Zehner, da hat der BVB aber viele (für mich stärkere) Alternativen.

In einem CL-Halbfinale gegen Real (muss es unbedingt die beste Mannschaft der Welt sein – hätte Barca nicht auch gereicht? (; ) braucht es vor allem eine sehr geschlossene Mannschaftsleistung, dann hat man gute Chancen nicht zu verlieren. Dembele entscheidet Spiele – an guten Tagen für dich (weil er das eine Dribbling durchbekommt), an schlechten gegen dich (weil er endlos Bälle verliert und nur rudimentär mitverteidigt) – völlig egal, wer der Gegner ist. Yarmolenko schätze ich da deutlich konstanter ein – er wird also wahrscheinlich nicht DER Heilsbringer gegen Real und Co, aber du spielst an einem schlechten Tag auch nicht quasi zu zehnt. Das hat man ja auch letztes Jahr gesehen: Schürrle macht kurz vor Schluss den Ausgleich gegen Real (eine Demonstration des Willens – und auch ein schönes Ding), nicht Dembele.

Was für Hierarchiekonflikte siehst du durch Yarmolenko? Oder meinst du nur den jeweiligen Konkurrenzkampf um Startelfplätze zwischen Guerreiro und Schmelzer und Weigl und Sahin?

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FAB 30. August 2017 um 08:49

Dembele ist ja noch sehr jung, ich habe ja geschrieben auf seinem Karrierehöhepunkt, also erst in ein paar Jahren wenn er dann konstanter und berechenbarer seine Leistung abrufen kann.
Von Schürrle halte ich halt einfach nicht sehr viel. Das Tor gegen Real war ja sein einziger Glücksmoment in der letzten Saison, oder? Wenn bei Schürrle nichts zusammengeht, dann versteckt er sich zunehmend. Er steht außerdem oft viel zu breit, ist einfach kein Kombinationsspieler, hat aber auch nicht die Geschwindigkeit sich auf der Außenbahn durchzusetzen. Er muss halt irgendwie auf der halblinken Positionen frei zum Abschluß kommen, dann hat er einen sehr guten Schuß, sonst sieht man bei ihm meist nicht so viel. Ich denke wenn es bei Phillips diese Saison wie erhofft läuft, kann man Schürrle nächsten Sommer abgeben.
Yarmolenko schätze ich da etwas flexibler ein, eher so wie Kuba zu seinen besseren Zeiten, der sich einfach durchwühlt, dazu mit etwas mehr Drang zum Tor. Er war ja immerhin letzte Saison Torschützenkönig in der Ukraine. Dennoch steht für mich Pulisic ganz klar vor ihm. Aber es ist ja auch klar, dass wenn sich Pulisic beim BVB durchsetzt, dass man sich dann nächsten Sommer mit dem nächsten 100+ Mio Angebot beschäftigen muss.
Ich meine schon die Hierarchiekonflikte wegen den Meuterern der letzten Saison: Sahin und Schmelzer. Eigentlich müsste doch Guerreiro und Weigl spielen. Ich bin einfach gespannt wie Bosz diesen Konflikt auflöst, der wird ihn auf jeden Fall nochmal einholen. Ein weiteres Problem könnte auf den BVB zukommen, wenn z.B. Auba nach der Winterpause wieder lustlos zurückkommt und mit dem Gedanken spielt in China ein paar Millonen mehr abzugreifen. Ich denke auch für diese Zeit hat man mit Yarmolenko einen brauchbare Notlösung.
Insgesamt sehe ich den BVB als Favorit für den diesjährigen Bundesligatitel, aber die beiden genannten Themen könnten dem BVB entscheidende Punkte kosten.

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tobit 30. August 2017 um 09:49

Guerreiro konnte als LV bisher kaum überzeugen in Dortmund (hat er aber auch kaum gespielt), daher sehe ich nicht, dass man da Schmelzer zwingend auf die Bank setzen müsste. Sahin wird sich schon wieder verletzen, da habe ich mittlerweile (wie bei Reus) überhaupt keine Zweifel mehr dran. Und wenn er sich nicht verletzt und Weigl trotzdem spielt, dann sollte er sich (und wird er dann denke ich auch) Gedanken machen, ob das vielleicht auch an ihm liegen könnte statt am zweiten bösen Trainer hintereinander. Zwei Trainer wird ihm Watzke wohl nicht opfern, das wird auf die Dauer teuer und Imageschädigend.
Dieses große Thema gibt es so in der Mannschaft auch glaube ich nicht, das wurde letzte Saison glaube ich eher benutzt um Tuchel endgültig rauszuekeln.

Zu Auba: habe ich da letzte Saison was nicht mitbekommen? Dass er wechseln möchte (Real-Interviews, PSG-Interesse, China, Milan-Interviews), ist denke ich seit dem Frühjahr 2016 klar, trotzdem bringt er seine Leistung (Tore).
Als er dann beim Afrika-Cup war, hat man gesehen, dass Schürrle ihn als Stürmer ziemlich gut vertreten (oder später ersetzen) kann. Da hat er finde ich sehr überzeugende Spiele gemacht – und konnte eben das tun, was er kann: Tiefenläufe und Abschluss (nicht nur von halblinks), was bei Tuchel auf den Flügeln eher weniger gefragt war. Daher würde ich erstmal versuchen Schürrle dann für Auba zu bringen (auch weil er eben der schwächste Flügelspieler im Kader ist), bevor ich da den nächsten Neuen teste.

Zu Yarmolenko/Schürrle: Sie sind positionell beide relativ festgelegt, dabei bleibe ich. Dass sie spielerisch sehr verschieden sind, und Yarmo da wesentlich kompletter und vielfältiger ist, sehe ich genauso. Mit Kuba würde ich ihn glaube ich eher nicht vergleichen, da er (nach dem Artikel zu urteilen) sich eben nicht unbedingt durchwühlt, sondern eher versucht zu kombinieren oder offenere Situationen für Dribblings zu nutzen.
Pulisic sehe ich auch klar vor beiden. Da Pulisic aber auf beiden Seiten sehr gut ist, kann ich mir auch eine Flügelzange mit ihm links und Yarmolenko rechts vorstellen. Yarmolenko und Schürrle sind (nach dem Mor-Abgang) die einzigen beiden, die nur eine Seite können. Reus, Pulisic und Philipp können jeweils links und rechts ähnlich stark spielen.

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Schorsch 30. August 2017 um 13:35

Watzke hat für keinen Spieler einen Trainer ‚geopfert‘. So dumm ist er nicht. Und ‚rausgeekelt‘ wurde Tuchel auch nicht. Für seine Demission hat er schon selbst fleißig Punkte gesammelt.

Was Sahin anbelangt, so überzeugt er bislang in den Pflichtspielen. Bosz hat aber schon angekündigt, dass ihn dies sehr freue, jeder Spieler sich aber auch immer wieder der internen Konkurrenz stellen muss. In seiner ruhigen, sachlichen und konsequenten Art wird Bosz da auch keine Zweifel aufkommen lassen. In allen seinen bisherigen Trainerstationen hat er klare Ansagen gemacht und diese auch eingehalten. Die bisherigen (sehr wenigen) Gegner kamen sicherlich den Stärken von Sahin entgegen. Ich glaube auch, dass Weigl bei der Bosz-Spielweise gegen solche Gegner vielleicht nicht der richtige Spielertyp sein könnte. Das kann gegen andere Gegner, die wesentlich mehr (oder überhaupt) Druck ausüben auf den Spielaufbau des BVB, ganz anders aussehen. Es kann auf jeden Fall nicht schaden, da 2 Varianten zur Verfügung zu haben.

Richtig, Aubameyang hat nie einen Zweifel daran gelassen, irgendwann wechseln zu wollen. Das hat er in der Tat auch immer offen so kommuniziert. Der Club hätte ihn ja auch ziehen lassen, wenn es denn mit irgendeinem interessierten Club in der Sommerpause geklappt hätte. Das berührt seine professionelle Einstellung auf dem Rasen nicht im mindesten. Das Wintertransferfenster ist für den chinesischen Markt das wichtigste. Gut möglich, dass er dann wechselt. Oder im nächsten Sommer. Oder vorläufig gar nicht. Wenn er im Winter gehen sollte, können Reus, Schürrle (wenn beide nicht wieder verletzt sind) oder Yarmolenko (was ich am ehesten annehme) ihn für ein halbes Jahr ersetzen. Und zur neuen Saison kommt dann ein neuer Mittelstürmer. Ich hoffe da auf Dolberg.

Was Schürrle anbelangt, so wird er es mMn sehr schwer haben in dieser Saison. Wenn er sich jetzt nicht einigermaßen durchsetzen kann, wird er wohl nächste Saison auf der Verkaufsliste landen.

An Schmelzer wird wohl kaum ein Weg vorbeiführen. Ich habe Guerreiro in den wenigen Spielen als LAV unter Tuchel wie Du sehr schwach in seiner Defensivleistung gesehen. Er wurde dann ja auch dort nicht mehr aufgeboten. Das mag bei etwas geänderten Anforderungen unter Bosz anders sein, schaun mer mal. Zagadou machte als ‚Kante‘ bislang gar keine so schlechte Figur auf dieser Position, ist aber nur eine Notlösung. Beste hat Talent, hat aber noch nicht das erforderliche Niveau und die notwendige Konstanz. Aber wer weiß, Bosz setzt gerne auf junge Spieler.

Vor der Saison hatte ich geschrieben, dass ich unter Bosz alles für möglich halte. Den totalen Absturz oder die Meisterschaft. Erwartet hatte ich eine längere Anlaufphase, in der es nocht unrund läuft, und eine Aufholjagd in der Rückrunde. So war es bei seinen Teams eigentlich immer. Nun schaut es aber so aus, als würden die Spieler seine Anforderungen schon zu einem so frühen Zeitpunkt wesentlich besser erfüllen als erwartet. Das lässt hoffen. Die wirklichen Bewährungsproben kommen erst noch, klar. Irgendwelche Prognosen sind zum jetzigen Zeitpunkt absolut verfrüht. Aber mein Optimismus ist sehr groß. 🙂

Todti 2. September 2017 um 23:31

Bzgl. Guerreiro:
Ich glaube, unter Bosz hat er bessere Chancen, sich als Linksverteidiger durchzusetzen. Ich erinnere mich an eine Aussage Tuchels (direkt an MR bei einer Tagung?), dass Guerreiro einfach zu stark im (Gegen-)Pressing ist, um ihn in eher „klassischer“ Verteidigungsarbeit als Linksverteidiger zu verschwenden. Unter Bosz hätte Guerreiro aber auch auf der Position ausreichend Pressingaktionen, siehe Zagadous letztliche Einleitung eines Treffers. Das ist sicherlich immer noch keine optimale Position für ihn, und er wird vermutlich auch Spiele mit Schmelzer zusammen bestreiten, aber er ist zumindest ein geeigneterer Linksverteidiger unter Bosz.

Gwippe 30. August 2017 um 13:23

Wieso muss der Konflikt Weigl/Sahin unbedingt sein? Ich könnte mir vorallem bei einem Sahin in der derzeitigen Verfassung auch gut vorstellen, dass er als 8-ter dür Castro spielt. Somit gäbe es auch eine Lösung mid beiden Spielern auf dem Fels

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Schorsch 31. August 2017 um 23:17

Ich könnte mir auch Weigl und Sahin gemeinsam auf dem Rasen vorstellen, allerdings in einem anderen System und bei einer anderen Spielweise und in anderen Rollen als im von Bosz präferierten 4-3-3 mit der Vorwärtsverteidigungsspielweise. Unter Tuchel standen beide ja das eine oder andere Mal zusammen auf dem Platz, aber wie gesagt unter anderen Voraussetzungen. Als 8er im 4-3-3 von Bosz würden mMn die Geschwindigkeitsdefizite von Sahin stärker ins Gewicht fallen, als es in der zentralen Rolle der Fall ist.

Im Moment sehe ich beide Spieler als Alternativen je nach Ausrichtung des Gegners an. Von der notwendigen Rotation einmal ganz abgesehen.

Daniel 30. August 2017 um 14:13

@Schorsch
„Und wenn irgendein Scheich-, Oligarchen- oder Investorenclub Pulisic dann (wahrscheinlich schon zur nächsten Saison) unbedingt kaufen will und es mit einem Angebot tut, das der BVB nicht ablehnen kann, dann hat man einen ‚gestandenen‘ Spieler mit Yarmolenko auf dieser Position und kann das nächste Talent verpflichten.“
Irgendwann ist auch mal gut. Der BVB hat ein Niveau erreicht, von dem aus er sich mit dem Vereinsprofil ‚Talent kaufen und fertigen Spieler teuer weiterverkaufen‘ nicht mehr weiterentwickeln kann. Jetzt müssen Spieler auch endlich mal gehalten werden, sonst steckt man fest. Im Grunde hat der BVB jetzt schon mehr Geld, als er auf dem Transfermarkt sinnvoll investieren kann: Der Kader des BVB ist so gut, dass er eigentlich nur mit Spielern wirklich verstärkt werden kann, die inzwischen jenseits der 70 Mio kosten. Diese Spieler kann man aber nicht verpflichten, weil man sonst die Gehaltsstruktur des Kaders in die Luft jagt. Die Liquidität durch den Dembélé-Transfer sollte also in eine schrittweise Erhöhung der Gehaltsstruktur fließen, um z.B. Pulisic zu halten-das bringt mehr als Talent Nr. 542. Atletico Madrid ist in einer ganz ähnlichen Situation, die haben auch jetzt den Punkt erreicht wo sie sich als ‚Verkäuferverein‘ nicht mehr weiterentwickeln können. Also muss ein Griezmann jetzt auch bleiben, egal wer da anfragt. Sowas braucht Mut, aber nur mit diesem Mut kann der Verein auf ein höheres Niveau kommen. ‚Das nächste Talent verpflichten‘ nützt dem BVB überhaupt nix, Talent gibts mit Zagadou, Guerreiro, Passlack, Dahoud, Philipp, Isak genug, mehr Talente würden sich nur gegenseitig kanibalisieren (siehe Mor).

„Weiser dürfte erst zur nächsten Saison ‚auf dem Markt‘ sein, wenn Hertha sich nicht für die CL qualifizieren sollte (wovon ich ausgehe). Wobei ich es im übrigen sehr gut finde, wenn es größeren Clubs nicht so einfach gemacht wird, sich bei kleineren so einfach zu ‚bedienen‘, wenn man plötzlichen ‚Bedarf‘ auf einer Position sieht.“
Grundsätzlich seh ich das genauso, aber solche ethischen Überlegungen spielen auf dem heutigen Transfermarkt keine Rolle, das kann sich kein Verein leisten. Auch bei Yarmolenko hat man sich ja einfach bei einem kleineren Verein bedient, das macht ja auch keinen Unterschied. Und die Hertha ist bei allem Respekt kein Verein der Größe, der dem BVB im Zweifelsfall einen Transfer verweigern kann. Das können die sich gar nicht leisten.

@tobit
Naja, du hast in der Offensive den noch nicht profireifen Isak und den verletzten Reus rausgerechnet. Wenn ich das auf RV mit dem gleichfalls noch nicht profireifen Passlack und dem gleichfalls verletzten Durm mache, blieb bis zur Verpflichtung Toljans gestern abend Piszcek als einziger RV übrig. Insofern bleib ich dabei, dass es auch die quantitativ schwächste Position war. Was dir an Piszcek diese Saison wieder besser gefällt als letzte ist mir nicht ganz klar. Im Supercup hat ihn Ribéry teilweise hergespielt. Und Rib ist selbst nicht mehr der Alte, aber für Piszcek hats noch gereicht. Gegen Wolfsburg und Hertha ist er nicht aufgefallen, allerdings waren beide auch offensiv nicht existent.
In meinen Augen unterschätzt du Toljan. Dass Florenzi derzeit besser ist ist jetzt nicht so erstaunlich, er ist schließlich auch drei Jahre älter. Hysaj hat sicherlich ein nochmal höheres Potential, ähnlich wie in meinen Augen Weiser. Bei Weiser bin ich echt gespannt wie sich der entwickelt, es gibt keinen Spieler, bei dem ich so sehr mit der öffentlichen Meinung über Kreuz liege. In meinen Augen ist er bereits jetzt der neben Kimmich beste deutsche AV. Vielleicht habt ihr aber auch alle Recht und er ist ne Niete und nicht geeignet für höhere Aufgaben, worauf das Fehlen entsprechender Gerüchte hindeuten…die Zeit wirds (vielleicht) zeigen 😉 Meine persönliche Meinung ist, dass Weiser den BVB nochmal richtig weitergebracht hätte.

@FAB
Stimmt schon, durch die Länge der Reus-Verletzung und die unklare Schürrle-Situation könnte Yarmolenko in der Tat nochmal eine wertvolle Option für die Buli sein, um dort den echten Leistungsträgern Körner für die CL zu sparen. Insofern könnte er im Meisterschaftskampf wirklich wertvoll werden. Dass der BVB vom Kader her auf jeden Fall diese Saison Favorit in der Buli ist seh ich auch so. Jetzt ist Bosz gefordert, dieses Potential auch aus dem Kader rauszuholen.

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Schorsch 30. August 2017 um 20:53

Du sagst es selbst: Es geht weniger um die Ablösesummen, vielmehr geht es es um die Gehälter. Und Personalkosten sind, wenn sie einmal in die Höhe geschossen sind, so schnell nicht wieder (und schon gar nicht ohne Qualitätsverlust) zu reduzieren. Der BVB wird zusehen, dass er seine jetzige Position halten kann und wird gut daran tun. Sicherlich wird man einen Teil des nun eingenommenen Geldes in Vertragsverlängerungen investieren wollen. Aber die Konkurrenz besagter Scheich-, Oligarchen- und Investorenclubs mit ihrem Geld ist einfach im Moment und wohl auch zukünftig viel zu groß, um da mithalten zu können, wenn es um Ausnahmespieler geht. Auch Bayern sieht das ziemlich klar und an der Säbener macht man sich auch so seine Gedanken, wie die Position in Europa gehalten werden kann bei all den explodierenden Kosten. Sanchez wurde nicht wegen der Ablöse nicht verpflichtet, sondern wegen seiner utopischen Gehaltsvorstellungen. Eine Ära Niebaum/Meier, in welcher der Erfolg immer im Vorgriff auf noch gar nicht vorhandene Gelder erreicht wurde, wird es beim BVB nie wieder geben. Und bei Bayern hat es sie nie gegeben. Und das ist auch gut so.

Ich bin wahrhaftig kein polit-korrekter Traumtänzer und schwebe auch nicht auf irgendeiner Ethikwolke wie beim evangelischen Kirchentag. Ich kenne das Geschäftsleben und weiß, mit welchen Bandagen gekämpft wird. Dennoch funktioniert eine Marktwirtschaft auf Dauer nur dann, wenn es für alle verbindliche Regeln gibt. Diese müssen nicht nur aufgestellt werden, ihre Einhaltung muss auch kontrolliert und ggfs. Verstöße wirksam sanktioniert werden. Geschieht das? Nein. FFP ist ein fake. Wenn ich sehe, wie der PSG gerade wieder einmal plump trickst und niemand seitens der UEFA dagegen etwas zu unternehmen gedenkt, dann bekomme ich das Würgen. Pecunia non olet.

Natürlich ‚bedient‘ sich der BVB wie andere Clubs auch bei unter ihm einzustufenden Clubs. Und die wieder bei denen unter ihnen, etc. pp. Dynamo Kiew ist da aber kein gutes Beispiel. Yarmolenko wollte man schon vorher zweimal verpflichten und der Spieler wollte wohl auch kommen. Aber der Clubboss hat dies verhindert und Yarmolenko ein süßes Leben bereitet. Da sitzt nämlich auch so richtig Kohle. Und das nicht nur im Donezbecken. Da herrscht übrigens Krieg und täglich sterben Menschen. Die haben andere Probleme als Fußball. Sorry, musste mal raus. Dass es jetzt mit Yarmolenko geklappt hat, lag wohl nicht zuletzt daran, dass man dem Clubboss Konten gesperrt hat.

Der BVB verpflichtet im übrigen nicht nur Talente. Schürrle und Götze (ok, ‚Sonderfälle‘) sowie Rode sind ‚gestandene‘ Spieler. Was für Toprak und Yarmolenko ebenfalls gilt. Was Mor anbelangt, so reicht Talent allein nicht aus. Man kann froh sein, ihn jetzt so gut noch transferiert zu haben. Fehlgriffe wird es immer wieder geben. Solange die Glücksgriffe so überwiegen bei der Verpflichtung von Talenten, und man diese dann so gut wieder verkaufen kann, ist alles im Lot. So wird man peu à peu die Qualität des Teams erhöhen können. In die Top 4 oder 6 wird man dennoch nie vorstoßen können. Macht auch nichts.

Noch zu Weiser (und anderen): Zu einem Wechsel gehören immer mehrere Parteien. U.a. der Spieler. Wenn der nicht oder erst zu einem späteren Zeitpunkt wechseln will, dann muss man dies akzeptieren. Manche Spieler sind eben immer noch serös beraten. Was auch wieder gut ist. 😉

Im übrigen bin ich der Auffassung, dass (sei es beim BVB, bei Bayern oder den europäischen Topclubs) viel zu wenig Nachwuchsspieler in die Kader aufrücken. Das gilt mittlerweile auch für den FC Barcelona.

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FAB 31. August 2017 um 08:50

Diese „Oligarchen“-Gelder gab es doch schon immer, sonst wäre in den 80er Jahren auch kein Maradona Transfer zustande gekommen, der relativ gesehen damals sogar noch absurder war, als heute der Neymar Transfer. Diese Einflüsse gab es immer und wird es auch immer geben. In diesem Punkt mache ich mir keine Sorgen um die Bundesliga, die ja immerhin bislang auch von Bayer und VW profitiert hat und in Zukunft vielleicht von einem Brausegetränk.
Im Grunde genommen sind ja diese Steigerungen an Transfersummen und Gehältern nichts anderes als Inflation. Also nichts Unbekanntes, wir erleben es ja auch in unserem täglichen Leben. Beim Profifussball bekommen wir aber die Konsequenzen von Inflation jedes Wochenende vor Augen geführt. Es bedeutet ja, dass wenn jeder gleich gut arbeitet und seinen Umsatz verdoppeln kann, auch entsprechend seine potentiellen Transfersummen und Gehälter verdoppeln kann.
Als kann z.B. Bayern demnächst seine Toptransfersumme von 50 auf 100 Mio verdoppelt und sein Topgehalt von 10 auf 20 Mio. Freiburg kann seine Summen auch verdoppeln, nehmen wir an den Toptransfer von 5 auf 10 Mio. und das Spitzengehalt von 1 auf 2 Mio. Das Rumjammern von Hoeneß, ein Spieler sei keine 100 Mio wert ist heuchlerisch, nächstes Jahr, falls der BVB Meister wird, wird Bayern einen solchen Transfer tätigen, um den erforderlichen Umbruch einzuleiten, auch wird man das Spitzengehalt erhöhen um einen Spieler wie Alexis Sanchez holen zu können.
Aber es wird schnell deutlich, dass die Unverhältnismäßigkeit zunimmt. Ein Vergleich Freibug gegen Bayern ist irgendwann witzlos, wenn es nicht schon heute so ist. Immerhin konnte der BVB mittlerweile schon recht nah an die Bayern aufschließen, vielleicht kann sich auch RBL etablieren. Vom Potential sollte man auch Schalke noch nicht ganz abschreiben (einfach weil sie eine sehr große Fangemeinde haben). Leverkusen und Wolfsburg scheinen dagegen eher abzuwirtschaften, zumal sich für die auch niemand wirklich interessiert. Soweit die Bundesliga.
Dummerweise scheint ja die Rechnung aufzugehen, die Abonnentenzahl für Canal+ konnte in Frankreich scheinbar nur wegen Neymar sehr gesteigert werden, der Trikotverkauf von Neymar ist enorm … Es ist kein Ende in Sicht, auch Sky wird in Deutschland immer erfolgreicher und besser angenommen (die Einschaltquote für die Bundesliga Konferenz schon in der Top 5 bei den unter 50 jährigen), d.h. die Fernsehgelder werden weiter extrem zunehmen. Ich glaube sogar, dass hier in Deutschland, einfach aufgrund des relativen Wohlstandes, noch die größte Steigerung bevorsteht.
Wenn aber die Unterschiede der Vereine in den nationalen Ligen irgendwann zu groß werden, scheint eine europäische Superliga irgendwann die einzige Lösung.

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Koom 31. August 2017 um 09:17

Fällt schon unter Threadhijacking, aber mir persönlich gefallen diese absurden Summen einfach nicht und unterstütze den Fußball deswegen auch in keiner direkten oder indirekten Form mehr mit Geld (GEZ ausgenommen). Wenn Bankdrücker wie Gylfi Sigurdsson für 50 Mio Euro die (Mittelklasse-)Vereine wechseln, dann kann ich das einfach nicht mehr gut finden. Das ist einfach nur pervers und krank.

Ich finde es in DE schon krank, für welche Summen da Durchschnittskicker wechseln. Und gleichzeitig Personal im Pflegedienst unterbezahlt ist. Das passt bei mir nicht zusammen, das hat schon teilweise was von Hunger Games, mit der Bundesliga als Distrikt 1.

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tobit 31. August 2017 um 10:04

Ich hijacke dann mal weiter. Sigurdsson ist doch kein Bankdrücker. Der hat Swansea letzte Saison praktisch im Alleingang von dem Abstieg gerettet und war seit Jahren einer der unterbewertetesten PL-Spieler. 50 Mio hätte ich auch nicht unbedingt erwartet, aber von 40 war ich vorher schon ausgegangen, einfach weil das Geld vorhanden ist.

Dass in der Gesellschaft viel falsch läuft (Pflege ist da ein sehr gutes Beispiel, aber auch Bildung und Infrastruktur), liegt ja nicht am Fußball, sondern an den Prioritäten der Politik und der Gewinnmaximierungstrategie der verantwortlichen Unternehmen.
Die Gelder, die im Fußball „zu viel“ sind, aber eben dort erwirtschaftet werden – dazu zählen auch die unfassbaren Sponsorendeals mit den Kataris oder die wahnsinnigen Adidas/Nike-S*****zvergleich-Ausrüsterdeals – würden diese Probleme nicht im Ansatz lösen können. Dafür ist es einfach immer noch zu wenig Geld.
Mich stört aber am meisten die Konzentration dieser absurden Summen auf vielleicht 30-40 Clubs, während der Rest nicht ansatzweise so stark beteiligt ist am Wachstum dieses Marktes (manche würden auch „Krebsgeschwür“ dazu sagen). Wenn man das Geld wenigstens sinnvoll in eine weitere Professionalisierung (Fitness, Taktik, Trainingssteuerung, …) stecken würde, hätte ich damit überhaupt kein Problem, da dann wirklich neue Werte geschaffen würden – so ist es einfach nur Geldentwertung (diesen Sommer fast schon Hyperinflation).

Koom 31. August 2017 um 10:30

Man hat vor allem auch den Eindruck, dass es gewisse Kreise (Scheichs und Chinesen) auch gerade darauf anlegen, „westliche Werte“ [tm] zu destabilisieren. Die Aktion mit Neymar war ja durchaus beispielhaft, der ganze Vorgang in der Art hebelt ja auch einfach mal das Financial Fairplay aus, weil das Geld sonst wo her kam, aber eben nicht von PSG. Und die wollen ja auch gleich noch Mbappe dazukaufen – warum auch nicht.

Hyperinflation ist da absolut der richtige Begriff. Noch ist das relativ auf ein Gebiet bezogen, aber das Kopfschütteln der Gesellschaft nimmt stetig zu. Und damit auch der Unmut. Man könnte – verschwörungstheoretisch – wirklich Absicht unterstellen, dass diese Transfers und Summen weniger dem Sportlichen als der Destabilisierung dienen. Führt hier aber zu weit und da fehlt mir auch absolut das Hintergrundwissen.

Für mich als normalen Menschen bleibt, dass es mich erheblich stört und meine Lust am Vereinssport stark nimmt. Ich finde Taktik immer noch interessant, aber mein persönliches Wohl wird nicht mehr davon getrübt, wie es Verein A oder B geht.

tobit 31. August 2017 um 11:07

Beim Neymar-Transfer werde ich erstmal abwarten, was da von der UEFA (und von Football-Leaks und Co) kommt. Veröffentlicht PSG eigentlich Bilanzberichte? Da müsste man das ja eigentlich sehen können, ob Neymar in den Bilanzen auftaucht (was der Scheich meine ich auf der Vorstellungs-PK gesagt hat), oder er sich tatsächlich mit einem „privaten“ Katar-Werbedeal freigekauft hat (wie medial oft kolportiert).

Inwieweit siehst du in diese (nur teilweise wahnwitzigen) Transfergeschäften denn eine Destabilisierung „westlicher Werte“? Bei den Scheichs kann ich mir diese Intention sogar noch vorstellen – aber die Chinesischen Clubs werden doch alle von turbokapitalisierten Pseudo-Staatsunternehmen gesteuert, die massiv von der (leichten) Öffnung Chinas gen Westen profitiert haben (und weiter profitieren werden). Ähnlich wie mit den Oligarchen-Konzerne beim Zusammenbruch der Sowjet-Union haben da ein paar findige (und teilweise ziemlich windige) Geschäftsleute mit „kleinem“ Geld und viel Korruption den Markt (bzw. die staatlichen Industriekonglomerate) unter sich aufgeteilt. Dazu scheinen der Regierung die ungebremsten Bargeldabflüsse ins Ausland ein ziemlicher Dorn im Auge zu sein, wenn man sich die neue „Transfersteuer“ (und ihre Auswirkungen) anschaut. Da wurde nämlich denke ich auch oft im Zuge von Transfers Manager-„Privat“-vermögen ins kapitalistische Ausland geschafft.

AP 31. August 2017 um 11:15

Starke Beiträge. Die Blase ist so lange da, bis der Konsument die Lust und den Bezug verliert. Im Schnitt bezieht ein BuliSpieler knapp 2 Mio. pro Jahr an Einkommen. Die Verantwortlichen merken ja auch, dass immer mehr Leute sich der Show entziehen wollen und was tun Sie dagegen? Genau noch mehr Show, noch mehr Highlights. Das Kranke ist ja, dass sich vor kurzem der mächtigste Spielerberater der Welt darüber aufregt, das mittlerweile Länder (Katar) Spieler kaufen.

@MR. Ich finde den Beitrag super. Hätte nur die bewertende Sachen mit den Europapokal Einsätzen zum Schluss weggelassen. Die wenigsten Neuen des BVB hatten vorher die Erfahrung von 50 CL Spielen.

Koom 31. August 2017 um 11:50

Naja, es findet ja wirklich eine Art von Inflation statt. Nur eher „lokal“, also in einem bestimmten Bereich, dort aber doch erheblich. Es fließt gerade abnorm viel Geld ohne echten Gegenwert. Letztlich ist es so, dass dadurch der Euro (als „die“ europäische Währung durch die Inflation weniger wert wird. Gut für Exporte, aber das ganze wird dadurch auch etwas instabiler. Die chinesische Währung ist jetzt schon sehr auf dem Vormarsch und relevant.

Wie gesagt: Bin da kein Experte und ich mag auch keine Verschwörungstheorien weben, aber mir kommt das trotzdem alles sehr sehr seltsam vor. Kann mir keiner erzählen, dass sich der Neymar-Transfer ernsthaft refinanziert. Selbst wenn PSG 3x hintereinander die CL gewinnt.

FAB 31. August 2017 um 13:19

„Kann mir keiner erzählen, dass sich der Neymar-Transfer ernsthaft refinanziert.“
Das hat man beim Maradona Transfer nach Neapel auch gedacht und man hat irgendwie Geldwäsche dahinter vermutet. Im Nachhinein wirken die 12 Mio EUR aber sehr überschaubar. Ich denke wir werden uns an den 100 Mio. Transfer genauso gewöhnen wie in ein paar Jahren an den 200 Mio Transfer … Im Zeitalter vom Minuszins spielt die Refinanzierung sowieso keine Rolle, es sind einfach Assets, die beliebig bewertet werden können, weil die Gobal Player sowieso unter sich sind und schon längst keine Marktmechanismen mehr greifen.
Natürlich kann sich die unterbezahlte Pflegekraft in Deutschland darüber aufregen, aber was soll der Schrottsammler in Bangladesch dazu sagen?
Das ist halt alles relativ, hat mittlerweile ein dekadentes Ausmaß, das ist schon richtig. Im Fussball genauso wie im normalen Leben.
Das sind aber alles mühselige und oft widersprüchliche Diskussionen. Interessant finde ich halt die Reaktionen die das ganze bewirkt. Der FC Barcelona hat eben keinen Spieler aus La Masia für Neymar hochgezogen, sondern verzweifelt mit aller Macht einen Nachwuchsspieler von woanders überteuert verpflichtet. Damit haben sie ihre Vorbildfunktion die sie mit La Masia und ihrer Spielphilosophie hatten zunächst verspielt. Rummenigge hat ja schon angedeutet, dass man sich an Real Madrid orientieren wird. Warum? Weil sie mittlerweile mehr Spieler aus den eigenen Reihen haben als Barca (was auch immer aus den eigenen Reihen bedeutet) und einen etwas nachhaltigeren Mittelweg gegangen sind. Ich vermute daran wird sich der FC Bayern bei seinem anstehenden Umbruch orientieren.
Auch wird es spannend solche sehr technischen Modelle wie Salzburg/Leipzig oder auch Hoffenheim zu verfolgen. Wie sich die neue Generation der Laptop-Tainer schlagen wird, die aus den NLZ’s kommen, wie Tedesco auf Schalke.
Ich denke schon, dass die „Kleineren“ mit noch weiter verstärktem Professionalismus bzw. durch Innovationen das fehlende Geld ein bißchen ausgleichen können um ihre Chance zu wahren und ich denke, solange das so geht, wird der Fussball auch spannend bleiben. Erst wenn Geld = Professionalismus ist, wenn es also keine Verschiebungen nach oben oder unten mehr gibt, so sehr sich die Kleinen auch anstrengen und alles hoffnungslos wird, dann wird das ganze implodieren. Solange der Schalke Fan zumindest noch darauf hoffen kann, dass Schalke eines Tages Meister wird solange wird er sich dafür interessieren und wenn noch in 20 Jahren die Chance dazu besteht, werden wir uns bis dahin auch an den 500 Mio. Transfer gewöhnt haben.

Schorsch 31. August 2017 um 14:44

Sicherlich hat es bereits in sehr früher Profifußballzeit solche Dinge gegeben. In überschaubarem Maße. Mit der sog. ‚Globalisierung‘ sind da allerdings ganz andere, in meinen Augen äußerst dubiose Akteure auf den Plan getreten. Und haben nicht nur ‚Traditionsvereine‘ übernommen und für sich nicht nur als Spielzeug, sondern in meinen Augen auch als Vehikel für ganz andere Interessen entdeckt. Und gleichzeitig großen Einfluss auf die Fußballverbände genommen. Damit hat die Spirale ungleich mehr an Fahrt aufgenommen und ist jetzt gerade im Turbomodus. Clubs wie Ajax haben heute keine Chance mehr im internationalen Vergleich. Clubs wie ManCity, die durchaus ihre lange und ruhmreiche Tradition haben, werden durch solche Übernahmen aus dem Mittelmaß nach oben katapultiert. Nicht, weil man sich mit einem kreativen und findigen Trainer mit innovativem Konzept und einem klug agierenden Management nach oben entwickelt. Sondern weil einfach alles eingekauft wird.

Es ist ja nicht so, dass es da kein Unbehagen gegeben hätte und gibt. FFP war mMn da ein durchaus richtiger Gedanke. Nur halt nicht konsequent durchdacht und erst recht nicht konsequent durchgeführt. Die UEFA (die FIFA darf man von mir aus gerne hinzu nehmen) ist offenbar gar nicht fähig (oder schlimmer noch willens), da effektiv etwas zu unternehmen. Die ‚Selbstreinigung‘ scheint auch nur eine Schimäre gewesen zu sein.

Ich persönlich sehe in Fußball mehr als nur ein populäres Spiel. Man mag mich Sozial- oder Fußballromantiker nennen oder von mir auch aus Realitätsverweigerer oder einfach Spinner. Aber Fußball hat für mich auch eine kulturelle Bedeutung. So wie der Profifußball sich heute präsentiert, droht er seine Wurzeln endgültig zu verlieren. Ein reiner ‚panem et circenses‘ – Fußball findet zwar sicherlich immer sein auch immer weiter wachsendes Publikum. Ich sehe dies allerdings kritisch. Juckt sicherlich keinen, aber man muss sich auch nicht achselzuckend dieser Entwicklung beugen.

Nur noch zum: sky bietet infolge der gesplitteten Rechtevergabe nicht mehr die gesamte Bundesligapalette an. Wird interessant, wie die Abonnenten (privat und Gastro) darauf so reagieren werden. Auch das ö.r.-TV wird sich sicherlich noch mit Fragen auseinandersetzen müssen, warum trotz monatlicher Gebühren demnächst keine CL-Spiele mehr gezeigt werden. Deutschland als TV-Markt ist nicht unbedingt mit anderen TV-Märkten zu vergleichen.

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Koom 31. August 2017 um 14:59

Kann mich da nur anschließen.

Letztlich ist es vielleicht auch ein Stück weit gewollt, dass die „alten Fußballfans“, für die das auch u.a. eine Art Klassenkampf oder (Sub-)Kulturgut war, sich nach und nach abwenden und durch Konsumenten ersetzt werden, für die Fußball im Grunde eine Alternative zum Kino, Disco oder Freizeitpark darstellt. Das das heute schon stark damit vergleichbar ist, ist IMO offensichtlich. Ob das in der Zukunft noch so interessant ist, wenn die „alten“ Fans verschwinden und das ganze nur noch eine sehr krude Art von Wettkampfballett sein wird, sei mal dahingestellt.

felixander 31. August 2017 um 15:11

Inwiefern verliert der Fußball denn durch stinkreiche Akteure seine kulturelle Bedeutung? Metallica gibt’s doch auch noch, obwohl die alle Porsche fahren und in Villen leben. Auch bei Schauspielern beschwert sich keiner über die teilweise abgefahrenen Gagen. Irgendwie wird da eher anerkannt, dass die Kohle halt auch irgendwo eingenommen wird.

Nicht falsch verstehen, ich find die Millionenbeträge, mit denen da um sich geworfen wird, auch absurd, aber dass das per se den Fußball kaputt machen soll, seh ich nicht.

Koom 31. August 2017 um 15:39

Türlich sieht das jeder anders. Ich bin mit Mainz 05 groß geworden. Schon in der spannenderen Zeit um 95 rum. Irgendwie hatte ich mehr Bezug zu den Fußballern, als ich wusste, dass die jetzt nicht so absurd viel verdienen. Das waren keine Millionäre, das war sympathisch. Das war so eine Art Konzentrat von mir und meiner Welt.

Aber heute? Da hat das aufstrebende junge Talent aus der eigenen Jugend schon ein Jahresgehalt weit über dem, was ich vielleicht je verdienen werde. Irgendwie sehr abstrus und krank und erscheint mir nicht richtig. Nicht nur in Bezug auf die „reale Welt“, sondern zu vergleichbaren Sportarten wie Handball, die deutlich mehr ranklotzen müssen und nur nen Bruchteil der Summen kriegen.

Wie gesagt: Vom Spiel selbst bin ich immer noch fasziniert, aber das Drumherum wird mir mehr und mehr zu krank und falsch. Und die kulturelle Bedeutung… ist irgendwie kein schönes Bild, wenn man Millionäre dabei beobachtet, wie sie sich auf dem Fußballplatz eins abmeckern, ablügen und vorschauspielern das die Schwarte kracht. Aber wer wills ihnen verdenken, wenn es effizienter ist, über ein Bein zu fallen, anstatt darüber zu hüpfen?

tobit 31. August 2017 um 17:28

@Schorsch:
Das Financial Fairplay tut aktuell genau das, was es soll. Es macht massive Überschuldung zugunsten des sportlichen Erfolgs uninteressant, da es diesen dann verwehrt. Einige türkische Vereine haben z.B. früher mit hohen Gagen Spieler im Herbst ihrer Karriere (oder Sternchen der zweiten Reihe) angelockt, konnten diese dann aber oft trotz Europapokalteilnahmen (also sportlichem Erfolg) nicht bezahlen. Das sieht man heute kaum noch (zumindest nicht mehr in dem Umfang), nachdem genau deswegen Besiktas (wenn ich mich richtig erinnere, könnte auch Fenerbahce gewesen sein) für mehrere Jahre von den UEFA-Wettbewerben ausgeschlossen wurde.
Die Großen und Reichen betrifft dieser Punkt schlichtweg nicht. Sie haben so viel Geld, dass sellbst mit den aktuellen Summen des Transfermarktes eine Überschuldung, Pleite oder auch nur zeitweise Liquiditätslücke annähernd ausgeschlossen ist. Will man diese Clubs (zu denen auch Bayern, Real und Barca neben den „bösen“ Scheich- und Oligarchenclubs zählen) auf ein „sozialverträglicheres“ Niveau zurückbremsen (wer maßt sich an, dieses Niveau zu definieren?), muss man annähernd jedes Sponsoring verbieten, da man ja schlecht die direkten Einnahmen der Wettbewerbe (Übertragungen, Prämien, Stadion, …) einbehalten oder Merchandising verbieten kann.
Zu „Es wird einfach alles gekauft“: Das haben die heutigen Großen des Fussballs halt zuerst gemacht. Barca kaufte nach dem zweiten Weltkrieg die heimatlosen Ungarn um Puszkas und später die Holländer des voetbal totaal (inklusive etlicher Trainer), Real bediente sich immer wieder in Südamerika (und überall sonst), die Bayern arbeiteten am FC Deutschland (was dann Anfang der 00er zu einer großen Delle führte), so lässt sich das fast beliebig fortsetzen. Dass da mit Abramovich (Anfang der 00er), Mansour (Ende der 00er), al Khelaifi (Anfang der 10er) und jetzt den Chinesen jeweils eine neue Dimension reinkam, sehe ich auch so – ich denke nur, dass man eine Destabilisierung des Euro und ein Erstarken des Yen nicht auf die global gesehen nahezu bedeutungslosen Summen im Fussballgeschäft zurückführen kann. Miteinbeziehen muss man aber auch das jeweilige Umfeld. In England und Italien sind reiche Eigentümer und auch Besitzerwechsel schon lange normal und Teil des Systems. Insbesondere diese beiden Länder sind aktuell auch die attraktivsten für superreiche Mäzene/Investoren/Eigentümer – sei es aus dem nahen oder fernen Osten oder den USA. Jeder dieser Eigner verfolgt seien eigenen Ziele und Strategien. Abramovich sicherte seine Existenz in Putins Russland durch Leben und Bekanntheit im Westen, Die Amerikaner (Glazer, Fenway, …) versuchen an den hohen Umsätzen und Gewinnen zu verdienen (in England bzw auf den Caymans ziemlich erfolgreich), Rybolowlew versuchte sich und sein Vermögen heil aus Russland nach Monaco zu schaffen (nur teilweise erfolgreich), die Ostasiaten und die Scheichs kann ich bezüglich ihrer Ziele (noch) nicht einschätzen, da es dort meist um in Europa eher unbekannte Unternehmen (Im Gegensatz zu den Oligarchen oder bekannten „Börsenheuschrecken“) mit großen Liquiditätsreserven geht.

Schorsch 31. August 2017 um 22:16

@felixander:
Fußball als Spiel wird sich so schnell nicht ändern; es sei denn, irgendwann werden Zeiten/Regeln z.B. TV-Werbepausen angepasst o.ä.. Oder Fußball wird reiner TV-Sport. Aber man sollte Fußball mMn nicht ohne seine Zuschauer betrachten. Traditionellerweise sind das die Bewohner der jeweiligen Stadt, des Stadtteils, des Ortes, des Dorfes und vielleicht noch des näheren Umlandes gewesen. Man identifizierte sich mit seinem Club als Teil der Heimat. Nach den akademischen Anfängen in England entwickelte sich Fußball sehr schnell zum Sport der unteren sozialen Schichten und damit der großen Mehrheit der Bevölkerung. Und bot allmählich auch die Chance des gesellschaftlichen Aufstiegs und wurde irgendwann ein Sport, der alle sozialen Schichten begeisterte. Das gilt alles heute noch so, aber nur noch zum Teil. Heute gibt es im Mutterland des Fußballs viele frühere supporter, die sich ein teures Ticket nicht mehr leisten können und ihr Team nur noch im Pub vor dem TV ‚live‘ erleben können und dabei ein Gemeinschaftsgefühl empfinden können. Man mag das belächeln, ich tue es jedenfalls nicht. Nicht zu vergessen kamen die Spieler früher eben aus der Mitte der Anhänger. Celtic Glasgow wurde Sieger im Landesmeistercup mit einem Team, bei dem alle Spieler aus Glasgow kamen. Dass sich die Welt weiterdreht ist auch mir nicht entgangen. Aber dass diese Art von Bindung an einen Club und damit auch eine Wurzel des Fußballs mehr und mehr verloren geht oder in Teilen bereits verloren gegangen ist, bedauere ich in der Tat etwas.

@tobit:
In den Ländern, in denen der organisierte Fußball sehr früh oder gar von Beginn an in der Spitze professionell betrieben wurde, spielte das Anheuern von guten Fußballern für viel Geld schon immer schon eine Rolle. Aber es waren in Spanien oder Italien nicht so sehr viele nichteinheimische Spieler. Man konzentrierte sich auf wenige Ausnahmefußballer, auch weil es strikte Limitierungen gab bzw. diese eingeführt wurden. Real hatte neben di Stefano (der dann auch eingebürgert wurde) und später dann auch Puskás viele exzellente spanische Spieler in seinen Reihen. Das Gleiche gilt auch für die großen italienischen Teams der 50er/60er. Diese dominierten den Europacup der Landesmeister in seinen ersten 10,12 Jahren nicht alleine, weil sie einige ausländische Starspieler in ihren Reihen hatte. Interessanterweise kam dann eine Ära, in der Mannschaften dominierten, die mit ‚homegrown‘ Spielern gespickt waren und durch eine besondere Idee von Fußball geprägt waren, mit kreativen Trainern. Schon Benfica Anfang der 60er gehörte zu diesen Teams, wenngleich man von Supertalenten aus den damaligen Kolonien profitierte. Celtic, selbst ManUnited, Feyenoord, aber ganz besonders Ajax und auch die Bayern bestanden im Kern aus Spielern, die aus dem eigenen ‚Stall‘ kamen oder in ganz jungen Jahren zum Club gestoßen waren. Die englischen Clubs waren dabei immer etwas besonders, weil dort (obwohl älteste Profiliga der Welt) ausländische Spieler fast ausschließlich Schotten, Waliser, Nordiren und Iren waren. Real wich übrigens schon Anfang/Mitte der 60er vom Konzept ab, ausländische Starspielr zu holen und setzte voll auf Einheimische. Erst später änderte sich dies wieder etwas. Könnte man sich heute vorstellen, dass ein Team wie Nottingham Forest europäische Spitze darstellt?

Die 90er haben vieles geändert. van Gaal hat es mit Ajax noch einmal geschafft. Viele junge Spieler aus der Ajax-Schule; Idee, Konzept, Taktik schlägt noch einmal das große Geld. Auch Clubs wie Bayern konnten nur noch alle Jubeljahre einmal einen Volltreffer landen. Die Schleusen sind nicht nur durch das Bosman-Urteil geöffnet worden. Immer mehr Geld fließt in das System und bestimmt immer mehr das System. Dass da viel ’schmutziges‘ Geld dabei ist, ist dabei nur eine Randnotiz. Natürlich profitieren auch die Clubs unterhalb der Top-Clubs von diesem Geld. Dennoch wird die Kluft immer größer. Keiner dieser Clubs hat irgendeine Chance, sich kontinuierlich in die Spitze zu entwickeln. Mit keinem noch so guten Trainer, mit keinem noch so guten Konzept, mit keiner noch so guten Taktik, mit keiner noch so guten Nachwuchsarbeit.

@Koom:
Die ‚Tuchfühlung‘ mit dem Club vor Ort, den Spielern und Vereinsverantwortlichen hat auch mich geprägt. Kann man sich heute so gar nicht mehr vorstellen. Tempi passati. Aber es gibt immer noch Ausnahmen, und das ‚ist auch gut so‘. 🙂

fussballdiaspora 31. August 2017 um 22:25

Hochinteressante Diskussion, weitläufig o.T.
Habe das Lesen sehr genossen.

AP 1. September 2017 um 14:15

Wenn hier eine stetige Entwurzelung stattfindet, dem ich zustimme, ist ja auch die Frage berechtigt, was die Wurzeln des Fußballs eigentlich sind und warum die Leute früher zum Spiel gegangen sind und wie das so Heute ist. Zusammenhalt, Identifikation, Zugehörigkeit, es ist die Nähe zu meinem Verein, wie koom es beschreibt, auch zu meinen Kumpels, es ist das Mitfiebern und das Mitleiden und es ist ganz viel Begeisterung, Leidenschaft und Diskussion. Das Fußballspiel, egal ob im Stadion oder beim Kumpel vor der Glotze, war eine Möglichkeit für Männer sich zurückzuziehen in „ihren“ Bereich. Vera Birkenbihl beschreibt das ganz schön mit Männer/Frauen Unterschiede.

Und nun. Familientage, ganz viel Show, zerstückelte Spielpläne, noch mehr Show. Alles aufgebläht zu einem Kunstobjekt als Gelddruckmaschine. Oder was ist der konkrete Grund für die aktuelle Streitigkeiten unter den Vereinen und den Ultras. Ist doch total egal, ob ein Dembele 5 oder 20 Millionen pro Jahr verdient. Die Gehälter haben vor 10 Jahren auch keinen davon abgehalten ins Stadion zu gehen. Das Publikum im Stadion verändert sich. Die Leute gehen nicht mehr ins Stadion, wegen dem Fussball, sondern wegen der Show.

Koom 1. September 2017 um 14:33

Diese Frage gibt es bei jedem Bereich. Ich kenne das bspw. vom Wrestling oder Progaming auch. Das Problem ist: Man kann das nicht einfach so sagen. Der eine wurde vom Papa (der verm. von seinem Vater schon mitgenommen wurde) zum Spiel mitgenommen und wurde dadurch geprägt. Man erinnert sich dann einfach an die schönen Kindheitsmomente im Stadion mit Papa, auch wenn der schon unter der Erde liegt. Der andere geht aus Interesse hin und bleibt, bspw. weil er lokal so ein kleines Exklusiv-Live-Ereignis mitbekommen will. Der andere findet es toll, weil es eine der ganz wenigen Gelegenheiten (besonders in DE) ist, wo Tausende Leute Stolz und Gemeinschaft für einen Verein bzw. Gruppe finden und auch laut ausleben können. Mit so vielen Leuten zusammen was zu erleben, zu singen etc. ist berauschend, gerade in der heutigen Welt, wo vieles kalt und anonym ist. Dann hast du natürlich auch die Leute, die den Sport einfach cool finden. Teils aus unerklärlichen Gründen. Für den anderen ist es sowas wie ein Konzertbesuch, nur günstiger und regelmässiger. Und der Clou: Das sind keine getrennten Gruppen, sondern die überschneiden sich mehrfach.

Das sind auch die Probleme beim Marketing. Sprichst du eher den Eventfan an? Oder eher den „Traditionalisten“? Und was ist „der Traditionalist“? In meinem Fall ist es jetzt weniger der Rumpelfußball unter Rene Vanderycken bei Mainz 05, sondern mehr die Momente unter Frank, Klopp, Tuchel – wo man das Gefühl hatte, eigentlich viel schwächer, aber dafür viel cleverer zu sein auf dem Feld. Quasi mehr das Image als wirklich die Farben.

Stand heute würde ich sagen, dass der Fußball weiter „eventisiert“ wird. Es ist aus verschiedenen Gründen eher eine Art Kinopublikum erwünscht, weil die sich mehr fügen, nicht politisch sind, nicht randalieren oder Straftaten (Pyro) begehen. Türlich: Die sind auch nicht treu. Spielt der Verein Grütze, dann gehen sie weg. Die gehen dann aber auch nicht in nen anderen „Film“ (weil du da mal eben 50-100km mehr fahren müsstest), sondern wechseln u.U. das Hobby. Über kurz oder lang wird das dann auch nicht mehr funktionieren bzw. gibt es dann nur noch eine kleine Elite von Blockbustern, denen aber das Zielpublikum ausgeht. Sooo geil ist Fußball nicht, wenn du es irgendwann nur noch aufs Spiel reduzierst, zumindest nicht für den Durchschnittsfan.

Daniel 1. September 2017 um 17:18

@Schorsch
Ich hab nirgendwo gefordert, dass man auf Pump höhere Gehälter zahlt. Aber das Geld ist nunmal jetzt da, das hat doch mit Pump nichts zu tun. Ob man zB die 7 Mio für Sancho nicht besser in eine Erhöhung der Gehälter von zB Pulisic gesteckt hätte wird die Zukunft zeigen. Wenn ich lese, dass Sancho sich angeblich bei City rausgestreikt hat bekomm ich jedenfalls die Krise, das wurde vor wenigen Tagen bei Dembélé noch (zurecht) verteufelt. Jetzt hat man den nächsten Söldner, der den BVB nur als Sprungbrett betrachtet und sich mit den anderen Talenten um Spielzeit prügelt. Der BVB setzt mit diesem sehr großen Kader wohl auf das Prinzip Masse statt Klasse.

„Der BVB verpflichtet im übrigen nicht nur Talente.“
Das hab ich doch auch nirgendwo behauptet?!

Oha, da hab ich ja eine ganz schöne Diskussion ausgelöst. Im Endeffekt wird uns denk ich nichts anderes übrig bleiben, als uns an Ablösesummen in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe zu gewöhnen. Die Verbände sind offensichtlich nicht gewillt, hier entgegen zu wirken. Echten Vereinen wie Bayern oder dem BVB wird wohl langfristig in der CL nur die Zuschauerrolle bleiben, da sollte man sich keinen Illusionen hingeben. Selbst Real Madrid hat sich in den letzten Jahren aus dem Transferzirkus ein wenig zurückgezogen und setzt vor allem auf Talente wie Asensio…

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tobit 1. September 2017 um 18:14

Damit Bayern in der CL wirklich zum Zuschauer wird, braucht es aber noch ein paar mehr Scheichs und Oligarchen. Zwei Scheichs (City, PSG), zwei Russen (Chelsea, Monaco) und zwei Chinesen (Inter und AC Milan) reichen dafür schlicht noch nicht aus – und auch die haben trotz teilweise langjährigem Engagement die Bayern nur selten schlagen können.
Außerdem sind weder Bayern noch der BVB echte Vereine im klassischen Sinne (diese Struktur ist schlicht ungeeignet im aktuellen Marktumfeld). Beide haben signifikante Anteile an große Konzerne verkauft um die sportliche und finanzielle Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen bzw. zu halten.

Das Geld jetzt steht eben nicht in dem massiven Umfang zur Verfügung, wie man vielleicht meint. 40 Mio (plus wahrscheinlich weiterer Boni) sind allein seit Montag schon in Ablösesummen geflossen, dazu kommen die Gehälter, Handgelder und Beraterhonorare dieser Neuzugänge, die deutlich höher liegen dürften als die von Passlack, Mor und Dembele. Bei den Gehältern und Ablösen geht es mittlerweile nicht mehr nur um Gewinn-/Verlustbetrachtung, sondern auch um die Liquidität. Der BVB agiert (wie nach der letzten Kreditablösung angekündigt) mittlerweile derart am Anschlag des finanziell möglichen, dass eben eine weitere Steigerung der Personalkosten auch durch den jeweils vorhandenen Cash-Bestand begrenzt ist. Nicht umsonst sind etliche Neuzugänge der letzten beiden Jahre mit Ratenzahlungen verpflichtet worden, was man davor kaum gemacht hat, sondern durch direkte Zahlung die eine oder andere Ablöse drücken konnte. Ein weiteres Indiz dafür ist die ziemlich demonstrative Verhandlungsbereitschaft bei Aubameyang (auch ein neuer Vorgang), da er sehr viel Liquidität gebracht hätte.
Ein weiterer Punkt ist, dass einmal erhöhte Gehälter nur durch Abgänge wieder gesenkt werden können. Passt man jetzt Pulisic, Weigl, Guerreiro, Reus und Bürki an, bedeutet das wesentliche Belastungen in der Zukunft, die man entweder durch erneute Transfererlöse (nicht seriös planbar) oder massives Wachstum an anderen Stellen finazieren müsste. Die genannten Verlängerungen würden wahrscheinlich aktuell mit Mehrkosten vonn 15-20 Mio pro Jahr (ohne Handgelder) zu Buche schlagen, was den Spieleretat neben der Steigerung durch die diesjährigen Transfers und Vertragsverlängerungen (da schätze ich nochmal 15-20 Mio Mehraufwand) auf dann etwa 170-180 Mio anheben würde. Das wäre sehr riskant, da man nicht jedes Jahr fast 70 Mio durch den Verkauf von Ersatzspielern wird generieren können (oder einen Dembele-Verkauf kalkulieren kann).
Fazit: Ein Großteil des Geldes geht schon dieses Jahr für die Finanzierung des Kaders und der Ablösesummen der letzten beiden Jahre drauf, mit dem Rest würde man gut daran tun, die generelle Liquidität wieder zu erhöhen, da diese unter den Investitionen nach der Kapitalerhöhung arg gelitten hat.

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HK 1. September 2017 um 18:53

Ausgezeichneter Beitrag.
Leider sind diese Zusammenhänge den meisten Fans nicht im Ansatz bewusst, was dann gerne in den Vorwurf an die jeweiligen Führungen mündet einer „Geiz ist geil“-Mentalität zu frönen.
Das gleiche gilt übrigens, auf einem anderen Niveau, auch für Bayern.
Beide Klubs tun das was man als seröser Kaufmann eben tun kann. Und dies am oberen, nicht am unteren Rand ihrer Möglichkeiten.
Die Bayern wissen aus Erfahrung, dass man langfristig damit am Besten fährt, die Dortmunder haben es schmerzlich gelernt.
Und meinetwegen können beide gerne so weitermachen.

kaum 1. September 2017 um 20:22

Guter Beitrag. Als kleine Ergänzung: Naja, ein bisschen Spiel hat man noch, wenn man die Anzahl der Spieler mal verringern würde. Ich denke, der BVB ist gerade am oberen Ende eines sinnvollen Kaders. Ansonsten finde ich es gut, dass die Personalkostenquote immer so um die 40-45% lag. Das ist einfach seriöses Wirtschaften. Wenn man in dem Rahmen bleibt, dann hängt einfach viel vom Umsatz ab und da kann man m.E. nur den transferbereinigten Umsatz zählen.

Schorsch 1. September 2017 um 20:25

@Daniel:
Ich wollte damit nur zum Ausdruck bringen, dass man beim BVB gelernt hat, mit Augenmaß zu wirtschaften und sich deshalb dreimal überlegt, die Personalkosten zu erhöhen. @tobit hat da sehr gute Punkte aufgezeigt.

Was den guten Sancho anbelangt, so hat er nicht genauso, aber ähnlich gehandelt wie Dembélé. So wie ich es im Moment überblicken kann, hat er seinen ‚Ausbildungsvertrag‘ einseitig gekündigt. Damit sah er sich im Recht, bei Arsenal, Tottenham oder eben dem BVB anzuheuern. ManCity hingegen bestreitet das Recht auf einseitige Kündigung und beruft sich auf einen bestimmten Paragraphen der Statuten. Wie ich als Nichtjurist meine, nicht zu Unrecht. Zu einer Klärung vor Gericht (die einige Zeit in Anspruch genommen hätte) ist es nun nicht gekommen; möglicherweise hängt die vom BVB gezahlte Ablöse damit zu sammen, eine zügige und ‚geräuschlose‘ Abwicklung zu erzielen.

Interessant finde ich, dass der BVB schon so einige Spieler verpflichtet hat, bei denen es ähnlichen Zores bei deren Wechsel zum BVB bzw. versuchten Wechseln vorher zu anderen Clubs gegeben hat. Lewandowski, Mkhitaryan, Dembélé. Noch interessanter in diesem Zusammenhang finde ich, dass in den letzten Wochen bei dem ganzen Theater um Dembélé von den Dortmunder Clubbossen eigentlich kaum öffentliche negative Äußerungen in Richtung Dembélé getätigt wurden. Es wurde diesbezüglich mehr von außerhalb kommentiert als von BVB-Seite.

Immerhin hat die UEFA nun doch ein Verfahren wegen Verstoßes gegen FFP gegen den PSG eingeleitet. Das lässt zumindest hoffen.

Vielleicht ist es ja auch doch so, dass Real, Bayern und in gewisser Weise auch der BVB eine Trendwende auf dem internationalen Transfermarkt einleiten hinsichtlich der ‚Einkäufe‘.

PS Läuft da was mit Özil und Barcelona?

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koom 29. August 2017 um 11:31

Bevor ichs vergesse: Ich finde solche kurzen Porträts/Einschätzungen von halbwegs namhaften Spielertransfers ziemlich cool. Gerne öfter. 🙂

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tobit 29. August 2017 um 11:55

Absolut! Solche Portraits finde ich immer sehr lesenswert – auch wenn es keinen Wechsel zum BVB als unmittelbaren Anlass gibt.
Hat es eigentlich einen Grund, dass es für ¾ der Neuner des BVB nach Lewandowski hier ein „Wechselportrait“ gab – oder, dass seitdem niemand diese Nr. länger als ein Jahr halten konnte?

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HK 29. August 2017 um 13:29

Finde ich persönlich auch interessanter als z.B. eine Spielanalyse.

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Stefan Wenders 29. August 2017 um 11:27

Kleine Korrektur: Die graue (aus meiner Sicht eher blaue) Linie beim GoalImpact ist für zwei Jahre (und nicht wie behauptet für ein Jahr).

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August Bebel 29. August 2017 um 11:03

Die angesprochenen inversen Flanken sind wirklich ausgesprochen fies für die Abwehr. Das ist quasi Neapels Trademark-Move: Insigne spielt den Ball mit Schnitt von links in Richtung des langen Pfostens auf den einstartenden Callejon, der entweder aufs Tor zielt oder noch mal ab- oder querlegt. Da die Verteidiger zum eigenen Tor laufen, der Ball sich auch dorthin dreht und er (in diesem Fall) für Linksverteidiger eher auf den schwachen rechten Fuß kommt, ist das sehr unangenehm zu klären. Aubameyang wäre für solche Bälle sicherlich auch ein passender Abnehmer.
Yarmolenko hat vermutlich den Vorteil, dass er aufgrund seines Alters nicht direkt weggekauft wird, wenn er eine halbwegs gute Saison spielt. Perisic z.B. dürfte im nächsten Sommer sehr umworben sein.

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tobit 29. August 2017 um 11:50

„Perisic z.B. dürfte im nächsten Sommer sehr umworben sein.“ Du meinst bestimmt Pulisic ????, Perisic haben wir vor Jahren schon abgegeben (fand ich sehr schade, aber es hat damals nicht gepasst).

Es sollten sich generell mehr Mannschaften ein Beispiel an Neapel nehmen. Die machen spielerisch wirklich viel richtig, auch wenn da transfertechnisch einige „Klöpse“ dabei waren – Pavoletti im Winter z.B., den man überhaupt nicht gebraucht hätte oder Maksimovic, der viel zu teuer war. Dafür könnten sie außer Higuain ihre Leistungsträger schon lange halten, da sie offenbar der Stadt und dem Club sehr verbunden sind – sei es durch Heimatgefühl (Insignie, Hamsik), großes Vertrauen in schwierigen Karrieresituationen (Albiol, Callejon, evtl zählt da auch Milik bald dazu) oder ganz platt ein Wechselverbot (Koulibaly, der darauf am Ende sehr professionell reagiert hat) mit folgender Vertragsanpassung.

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August Bebel 30. August 2017 um 11:45

Hups, klar, ich meinte Pulisic.
Also Neapel ist vom rein spielerischen her momentan die Mannschaft, der ich am liebsten zusehe. Da ist auch nicht jedes Spiel toll, aber viele sind wirklich sehenswert. Was die Transfers angeht, stimme ich dir absolut zu: Maksimovic hat 20 (!!) Mio. € gekostet – für den vierten Innenverteidiger (12 Pflichtspieleinsätze letzte Saison) ist das viel zu viel. (Und es gibt mit Tonelli auch noch einen fünften, der ebenfalls letzten Sommer kam und 10 Mio. gekostet hat.) Pavoletti hätte es im Winter echt nicht gebraucht, da Mertens ja im Zentrum spielt und Milik wieder fit wurde, aber bei Napoli scheint man gerne einen großen Kader zu haben, selbst wenn viele Spieler dann letztlich selten eingesetzt werden. (Vielleicht wollten sie auch einfach das Higuain-Geld rauswerfen.) Die Startelf (und sogar inklusive der ersten Alternativen) ist bislang völlig unverändert, das kann natürlich von Vorteil sein.

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HK 29. August 2017 um 13:28

„Yarmolenko hat vermutlich den Vorteil, dass er aufgrund seines Alters nicht direkt weggekauft wird, wenn er eine halbwegs gute Saison spielt.“
Das ist ein Punkt. Fast alle von der Fraktion „jung und supertalentiert“ sind schon nach einem Jahr wieder weg. Hat eine Menge Geld gebracht, aber sie sind weg.
Da sich der BVB wohl kaum als reiner Ausbildungsverein positionieren möchte sind auch solche Spieler wichtig, mit denen man aus ihrer Situation heraus auch ein paar Jahre planen kann. Jarmolenko dürfte in diese Rolle passen (falls er denn einschlägt).
Das ist sicher kein Transfer für den man eine Kapelle bestellen muss, aber sinnvoll und vernünftig.
Ich sehe den BVB zumindest kurzfristig auch durch den Dembele-Transfer als nicht geschwächt an.
Dembele ist sicher gut, vielleicht mehr als das, aber eben ein typischer Hype-Spieler. Da kannst du die Hälfte schon mal als Ballyhoo abhaken. Ehrlicherweise halte ich ihn (und dabei beziehe ich mich auf die Auswüchse des Hypes) für eher überschätzt.

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Schorsch 29. August 2017 um 15:43

Dembélé ist schon ein geiler Kicker. Neben anderen Vorzügen ist er beidfüßig. Das kann nicht jeder bieten in der Weltspitze bzw. wer das Potential besitzt, sich dorthin zu entwickeln. Natürlich gibt es im Spiel von Dembélé auch so einiges an Nachteilen. Wenn ihm ein spektakuläres Dribbling und dann auch noch die folgende Abschluss-/Anschlussaktion gelingt, dann wird es nicht nur für jeden Gegner brandgefährlich, sondern das Stadion steht dann Kopf. Dieselben Zuschauer beißen aber auch gerne in ihren Bierbecher vor lauter Verzweiflung, wenn er vier-, fünfmal hintereinander oder öfter bei seinen Dribblingversuchen hängenbleibt und nicht so selten damit gefährliche Situationen für das eigene Team hervorruft. Außerdem ist die Defensivarbeit seine Sache nicht, freundlich gesprochen. Tuchel hatte ihm daher nach einiger Zeit nur sehr simple Aufgaben in der Arbeit gegen den Ball gegeben und vor allem Durm als Absicherung für ihn hinter ihm positioniert. Dembélé hat Team und Trainer das eine oder andere Mal den Hintern gerettet in so manchen Partien, insofern fand ich dies schon durchaus verständlich. Es wäre spannend geworden zu sehen, wie Dembélé sich im Kollektivfußball von Bosz so verhalten hätte in der Arbeit gegen den Ball. Ich glaube kaum, dass Bosz ihm eine allzugroße Sonderrolle gewährt hätte. Insofern hat der BVB zwar nun einen jungen Ausnahmespieler verloren, der noch so einiges an Entwicklungspotential besitzt, geht aber auch möglichen Konflikten aus dem Weg. Und nimmt so ganz nebenbei ein hübsches Sümmchen ein. Not too bad.

Wobei ich auf die Defensivarbeit Yarmolenkos auch gespannt bin. Das könnte (wie MR es auch andeutet) durchaus ein Knackpunkt werden. Schaun mer mal. Insgesamt bin ich aber optimistisch, dass die Verpflichtung Yarmolenkos ein vernünftiger und sinnvoller Transfer ist.

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tobit 29. August 2017 um 09:12

„unheimlich wenig Erfahrung auf Toplevel“: Er hat wenige CL-Spiele, dafür etliche für die Nationalmannschaft und in der Europaleague mit jeweils ziemlich guten Scorerwerten. Da ist das Niveau natürlich nicht ganz so hoch aber wesentlich passender zur Gesamtstärke von Kiew. Die waren einfach nie gut genug, um in der CL gegen die großen ernsthaft mitzuspielen (und das braucht Yarmolenko zum Scoren).
Sein Vorteil gegenüber Philipp z.B. ist, dass er von einer Mannschaft kommt, die es meist mit tiefstehenden, individuell unterlegenen Teams zutun hat (was dem BVB ja auch blüht) und da seine Scorer gemacht und viel Einfluss aufs Spiel genommen hat.

„Ablagenspiel im Halbraum“: Dieser Absatz klingt sehr interessant. Ablagen sind ja nicht unbedingt Aubas Stärke, man könnte die beiden also im Aufbau die Plätze tauschen lassen und wie bei Ajax längere Flachpässe der IV auf Yarmolenko fokussieren, der dann auf die Achter oder Winger (dann Auba und Pulisic) ablegt. Gerade gegen stark mannorientierte Gegner könnte man damit unangenehme Duelle erzeugen – welcher IV will schon in ein offenes Laufduell mit Aubameyang über den Flügel.
Wie sieht es bei Yarmolenko denn mit hohen Pässen aus, kann er die auch verarbeiten?

„Inverse Flanken“: Das könnte ich mir bei Dortmund auch als viel genutztes Stilmittel vorstellen. Inverse „Flanke“ auf den tief gehenden LA oder LV mit anschließendem Cutback auf Auba oder einen nachstoßenden Achter, was man bisher oft nach Schnittstellenpässen auf einer leicht überladenen Seite (meist links) gemacht hat.

Zur generelle Qualität: Einerseits bräuchte man eine sofortige Verstärkung, andererseits jemanden, der sich auch Mal hinter Reus und Pulisic (die ich beide stärker sehe) auf die Bank setzt. Den hat man damit denke ich gefunden. Den Preis finde ich daher auch sehr passend (angenehm „günstig“ – gerade im Vergleich zu Mahrez).

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koom 29. August 2017 um 09:15

Yarmolenko war u.a. mal als Ersatz für Mhkytarian gedacht. Von der Beschreibung im Artikel sehe ich durchaus Ähnlichkeiten. Gerade den „spielmachenden“ Part.

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fussballdiaspora 31. August 2017 um 22:32

Für mich ist Mkhitaryan d e r Verlust im vergangenen Jahr gewesen, den der BVB nicht hat auffangen können. Das war m.E. absolute Weltklasse, was er in der Spielzeit 2015/16 geleistet hat und zwar offensiv wie auch defensiv.

Genau der Spieler hat in der vergangenen Saison gefehlt und konnte von Dembele zu keinem Zeitpunkt auch nur annähernd ersetzt werden. Nur per Hilfskonstrukt mit Durm und der Inkaufnahme haarsträubender Unbalanciertheit (die natürlich nicht nur an Dembele lag) als Preis für die oft entscheidenden Geniestreiche, die Tuchels getriebesandiges System im Ergebnis und AHHOHH-Effekt gerettet haben. (Hätten – TT hat sich rausgesägt.)

Zu Yarmalenko kann ich noch gar nichts sagen, die Ausschnittchen bei Youtube wirken etwas holziger als bei Mkhitaryan, zu seinen defensiven Qualitäten ist dort gar nichts Aussagekräftiges zu sehen.

Es war in den ersten Spielen in dieser Saison (und in Ansätzen während der Vorbereitung, unabhängig von den Ergebnissen) erkennbar, dass die Teamarbeit wieder balancierter, geschlossener und effektiver wirkte. Das wird sich noch ausbauen, vor allem hinsichlicht des Passspiels, des Timings, der Präzision.

Mal schauen, wie sich Yarmalenko hier einfügt.

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