Dortmund auf Augenhöhe mit Zizous Starensemble

borussia dortmund2:2real madrid

Alle Jahre wieder kreuzen sich die Wege von Borussia Dortmund und Real Madrid in der Königsklasse des europäischen Fußballs. Doch am Dienstagabend war es kein Schlagabtausch zwischen Jürgen Klopp und José Mourinho. Und es war ebenso alles andere als ein Duell zwischen David und Goliath.

Grundformationen

Bei den Madrilenen kehrte der eigentliche Stammtorhüter Keylor Navas nach Verletzungspause in die Startelf zurück. Die vakante Linksverteidigerposition besetzte Zinédine Zidane nicht erneut mit Nacho, sondern er wählte Danilo für diese Rolle aus. Im Mittelfeld bekam James Rodríguez den Vorzug vor Isco. Álvaro Morata musste zunächst auch von der Bank aus zuschauen, da ihn der Franzose Karim Benzema verdrängte und das madrilenische 4-3-3 als Sturmspitze anführte.

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Grundformationen

Ähnlich wie bei den Spaniern herrschte auch beim BVB eine gewisse Personalnot in der Verteidigung. Marc Bartra, den Gareth Bale einst wie einen rostigen Kleinwagen aussehen ließ und der wohl heute noch Albträume davon hat, wurde nicht rechtzeitig fit. Somit waren Matthias Ginter und Sokratis die verbliebenen Optionen für die Innenverteidigung. Flankiert wurden die beiden von Kapitän Marcel Schmelzer und dem polnischen Routinier Łukasz Piszczek. Das Herzstück des Dortmunder 4-3-3 bildeten Julian Weigl sowie Gonzalo Castro und Mario Götze im Mittelfelddreieck.

Erwartungsgemäßer Spielbeginn

Mittlerweile dürfte es keinen mehr überraschen, dass der BVB direkt vom Anpfiff weg das Kommando übernahm und mehr Ballbesitzanteile für sich verbuchen konnte. Die Madrilenen begaben sich in eine abwartende Position – immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass vorn drei Kontermonster warten.

Dies bedeutete jedoch nicht, dass der amtierende Champions-League-Sieger auf jegliches Pressing verzichtete. Die Spanier rückten mit der vordersten Linie in der ersten Pressingphase weit auf. James kümmerte sich nahezu durchweg um die Bewachung von Weigl, was wiederum die formative Konstellation im Allgemeinen beziehungsweise Benzemas Positionierung im Speziellen beeinflusste. Gelegentlich blieb der französische Mittelstürmer passiv auf der Höhe von James und Weigl. Hin und wieder presste er bis zu Roman Bürki durch. Und in anderen Szenen ließ er sich sogar bis auf die linke Achterposition zurückfallen und sicherte so das Zentrum mehr oder weniger ab.

Die Betonung liegt hierbei auf „mehr oder weniger“. Denn Madrid hatte in der ersten Halbzeit nur sehr selten die Spielfeldmitte unter Kontrolle. Die Dortmunder eröffneten ihre Spielzüge über breit positionierte Außenverteidiger. Sofern Weigl zu eng bewacht wurde, ließen sich abwechselnd Castro, Götze oder auch Raphaël Guerreiro über die Halbräume zurückfallen.

Ab durch die Mitte

Der BVB fokussierte in der ersten halben Stunde vornehmlich die linke Seite, die von Götze und Guerreiro attackiert und von Schmelzer – spielintelligent wie immer – abgesichert wurde. Ginter zog vereinzelt innen an Bale vorbei und kam über den Halbraum. Vom linken Flügel aus erfolgten regelmäßig Passstafetten in die Mitte. In dieser Phase der Angriffe hatte sich Weigl bereits vom Gegner gelöst – oder dieser hatte sich vom Dortmunder abgewandt, je nach Betrachtungsweise.

Die zahlreichen Schnellkombinationen, die Thomas Tuchels Team in der ersten Halbzeit praktizierte, resultierten aus schnellen Bewegungen in die offensiven Halbräume, ständige Positionswechsel und hohe Präzision bei attackierenden Vertikalpässen. Häufig wurde mindestens eine madrilenische Reihe mit einem Pass überspielt. Anschließend erfolgte der Abpraller nach hinten und die neuen Positionen wurden derweil von Götze und Co. eingenommen.

Bei Twitter kam unterdessen die Frage auf, inwieweit denn das Spiel Weigls „spielverändernd“ ist. Sicherlich kann man sich darüber streiten, wie viele Zuspiele während einer Partie überhaupt diese Wichtigkeit zugemessen werden kann. Aber die Frage nach der offensiven Einflussnahme eines Sechsers wie Weigl oder auch Kroos wird doch regelmäßig gestellt.

Die Partie am Dienstagabend bot sogar einen guten Vergleich zwischen beiden Sechsern, die auf recht unterschiedliche Art ihren Teams weiterhalfen. Zur Halbzeit hatten beide nahezu perfekte Passstatistiken die Genauigkeit betreffend. Kroos jedoch war vornehmlich darauf bedacht, sein Team in Ballbesitz zu halten und das frühe Dortmunder Pressing zu umspielen. Aus diesem Grund verzögerte er gelegentlich das Abspiel, um sich in bessere Position zu bringen oder auch um noch einen zweiten Gedanken in den nächsten Schachzug zu investieren.

Aufgrund der madrilenischen Struktur und der Dramaturgie der Partie war Kroos zunächst selten gefordert, wirklich attackierend tätig zu werden. Er verlagerte und balancierte in erster Linie. Weigl hingegen mischte seine Ballsicherheit mit einer gelegentlich vertikaleren Herangehensweise. Wurde er in der ersten Phase des Spielaufbaus sogar durch James komplett vom Geschehen ferngehalten, entwickelte sich die Mitspielerunterstützung aus der zweiten Welle heraus zu seiner Hauptaufgabe. Natürlich brach auch Weigl hin und wieder Angriffe ab, um die Balance der eigenen Mannschaft zu verändern. Aber ebenso spielte er mehrfach linienbrechende Pässe in den Zwischenlinienraum der Spanier.

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Pässe von Weigl (links) und Kroos (rechts) in der ersten Halbzeit | Quelle: Squawka.com

Eben jener Zwischenlinienraum war der große Schwachpunkt Madrids – und das nicht nur in einem speziellen Verteidigungswinkel. Kam der BVB über die Flügel bis auf die Höhe des gegnerischen Strafraums durch, fielen die Mittelfeldakteure Madrids vermehrt in die eigene Abwehrreihe hinein. Kombinierte Dortmund geschickt durchs Zentrum oder ließ sich beispielsweise Kroos durch ein Abkippen Castros herausziehen, war die Zone vor Sergio Ramos und Raphaël Varane offen. Dabei sollte man im Hinterkopf behalten, dass James durch die Manndeckung Weigls oftmals den linken Halbraum seiner Mannschaft sowieso nur unzureichend kontrollierte. Luka Modrić wiederum musste sich mit Götze oder auch dem einrückenden Guerreiro auseinandersetzen.

Alles in allem agierten die Dortmunder sehr ansprechend, ließen jedoch auch mehrfach Chancen liegen. Selten kamen sie in der Anfangsphase in die Bredouille. Lediglich Weigls verzögertes Herausrücken im Gegenpressing, wenn bereits die vor ihm postierten Teamkollegen überspielt waren, konnte leichtes Stirnrunzeln verursachen.

Für regelrechtes Kopfzerbrechen sorgte allerdings der Führungstreffer Real Madrids in der 17. Minute. Ein schneller Spielzug über links entwickelte sich zum überaus gefährlichen Angriff, da Sokratis nahe der Außenlinie zu Boden ging. Madrid verlagerte rasch nach rechts, wo James den Ball hinter die Verteidigung und in den Dortmunder Strafraum brachte. Der Hackenpass Bales ging durch die Beine Ginters und erreichte die Füße des Torschützen Ronaldo.

Ausgleich und Auszeit

Der BVB blieb trotz des ersten Nackenschlags bei seiner Linie. Einige Facetten des Offensivspiels wurden bereits erwähnt. Mit zunehmender Spielzeit veränderten die einzelnen Mittelfeldakteure zum Teil ihre Präferenzen. So driftete Castro beispielsweise häufiger zur rechten Seite. Dort biss sich Ousmane Dembélé zunächst etwas überraschend die Zähne an Danilo aus. Obwohl Madrids Linksverteidiger auf einer eher ungewohnten Position agierte, fand der junge Franzose anfangs nicht die passenden Dribbelwege. Seine Bewegungen nach innen wurden vielfach gut verteidigt. Mit Castros Unterstützung sollte sich dies jedoch ändern und Dembélé fand immer mehr Mittel, um durchzubrechen.

Der Ausgleichstreffer des BVB hatte mit alledem herzlich wenig zu tun. Das Tor fiel infolge eines Guerreiro-Freistoßes, den Navas nur nach vorn prallen ließ. Der Ball sprang an den Oberkörper Varanes und wurde schlussendlich von Pierre-Emerick Aubameyang über die Linie gedrückt.

Zur Halbzeitpause blieben größere Anpassungen auf beiden Seiten aus. Zidane nahm jedoch eine Verschiebung im Mittelfeld vor. James positionierte sich fortan häufig halbrechts, während Modrić in die Mitte ging und Kroos nach links geschoben wurde. Für James selbst bedeutete dies nur, dass er sich nun noch seltener in der Nähe des Geschehens befand und oftmals recht teilnahmslos im ballfernen Halbraum blieb.

Die Spielkontrolle der ersten Halbzeit konnte Dortmund derweil nicht aufrechterhalten. Hatte Real Madrid in den ersten 45 Minuten nur ganz vereinzelt längere Ballbesitz- und Entlastungsphasen initiieren können, übernahmen die Spanier nun zunehmend das Kommando. Der BVB zog sich mit seinen Ketten rasch zurück, konnte aber den Gegner nur mit größter Mühe abwehren. Eckbälle waren ein Resultat dieser defensiveren Spielweise. Eine schnell ausgeführte Ecke war der Ausgangspunkt für die erneute Madrider Führung in der 68. Minute. Die Flanke auf den zweiten Pfosten erreichte zwei unbewachte Spieler in weißen Trikots. Der Ball prallte vom Gebälk auf die Füße Varanes zentral vorm Dortmunder Tor.

Beide Trainer griffen in den darauffolgenden Minuten auf ihre personellen Alternativen zurück. Mateo Kovačić ersetzte James positionsgetreu. Christian Pulisic kam unterdessen für Dembélé und übernahm ebenfalls dessen Position. Guerreiro machte Platz für Emre Mor, der sich als hoher rechter Achter versuchen durfte. Und bereits vor der 60. Minute hatte Götze zugunsten von André Schürrle das Feld verlassen, weshalb Guerreiro zeitweilig konstant im Zentrum positioniert war.

Eine größere Anzahl an gefährlichen Angriffen erspielte der BVB jedoch auch mit frischem Personal nicht. Und trotzdem deuteten Pulisic und Co. an, dass sie mit ihrer Geschwindigkeit in die Formation Madrids eindringen und für Unruhe sorgen konnten. Der US-Amerikaner war es dann auch, der den Ausgleichstreffer vorbereitete, indem er von der rechten Außenlinie startend diagonal durchstach und vom Strafraumeck aus eine Flanke schlug, die bis zu Schürrle durchrutschte. Der deutsche Nationalspieler nagelte das Spielgerät unter den Querbalken und besiegelte damit das Endergebnis dieses Champions-League-Klassikers.

Fazit

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass Leistungen auf Augenhöhe mit den ganz Großen des europäischen Fußballs keine Besonderheit mehr für den BVB darstellen. Allerdings beschleicht einen das Gefühl, dass damit auch die ganz magischen Momente etwas abhandenkommen. Die Dortmunder kontrollierten anfangs das Geschehen, lockerten jedoch – womöglich aufgrund schwindender Kräfte – die Zügel immer weiter, bis Real Madrid die Richtung der Partie diktierte. Die Schlussphase wiederum verdeutlichte das Potenzial, das auf der schwarzgelben Ersatzbank in diesen Tagen schlummert.

jannis malindretos 8. Oktober 2016 um 12:20

Ich würde eher sagen dass der BVB auf Augenhöhe mit EIBAR, LAS PALMAS und VILLAREAL ist. Die haben auch in den letzten drei Ligaspielen mit REAL unentschieden gespielt. Übrigens in Lissabon sollte sich die Truppe von Tuchel sehr warm anziehen

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CE 9. Oktober 2016 um 10:49

Ich denke, es wird ganz angenehm: https://www.theweathernetwork.com/pt/14-day-weather-trend/lisboa-lisbon/lisbon

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Schorsch 9. Oktober 2016 um 14:40

Nicht nur die Aussicht auf Sonne, milde Temperaturen und Trockenheit sollte den BVB-Spielern Grund genug sein, die warme Herbst-/Winterkleidung daheim im Schrank zu lassen. 😉 Adrien Silva fällt infolge seiner Knieverletzung (leider aus Sicht Sportings) für das zentrale Mittelfeld aus. Das dürfte schon eine Schwächung der Portugiesen bedeuten, gerade in einem CL-Spiel. Dass man seine Gegner in der CL wie in allen Wettbewerben grundsätzlich ernst nehmen muss, versteht sich dabei von selbst.

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Señor Patata 30. September 2016 um 05:39

Einen Kommentar zu „Mateo Kovačić ersetzte James positionsgetreu.“ Leider nicht. Kovačić liess sich nach seiner Einwechslung zusammen mit Kroos und Modric zurückfallen, auf einer Dreierlinie recht tief. Weigl fehlte dadurch der Sonderbewacher und hatte auf einmal wieder Platz für seine Zuspiele. Konsequenz: Keine Verbindung und ein Loch zwischen Mittelfeld und BBC, die Dortmunder Flügelspieler konnten mit Tempo anlaufen und Madrid kam bis Spielende eigentlich kaum noch bis gar nicht mehr in Ballbesitz. IMO hat ZZ mit dem Kniff Weigl durch James angreifen zu lassen Madrid lange Zeit vor grösseren Schäden bewahrt – nur mit schlechten Wechseln dann halt den Sieg verdaddelt (Benzema hätte auch schon früher durch Morata ersetzt werden können, Vazquez ähnlich wie Mor oder Pulisic für den platten Bale wirbeln können), wie zuletzt schon einige Male in der Spätphase von Spielen (Villareal, Las Palmas, die „gelben“ Teams.)

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CE 30. September 2016 um 09:27

James war in der zweiten Halbzeit ebenfalls zumeist in einer tiefen Position und nicht mehr der konsequente Bewacher von Weigl. Aber positionsgetreu bedeutet sowieso nicht, dass die identischen Anweisungen erteilt wurden.

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rookie 29. September 2016 um 18:42

Also ich bin Bayern Fan und Pep-Anhänger. Da ich vom momentanen Spiel meiner Mannschaft gerade richtig schlechte Laune bekommen habe ich mir den BVb angesehen und war begeistert. SO spielt also eine Mannschaft die einen Plan und einen guten Trainer hat. Dazu frische junge Talente, schöner Fussball, neidvolles Kompliment an den BVB. Wenn die noch hinten Boateng hätten…Ach ja Tuchel kommt dann zum FCB, das dürfte klar sein…

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LomabrdoVagapundis 28. September 2016 um 23:18

Das ist ja immer so, dass Entscheidungen angezweifelt werden aber letztlich ist da eine Dynamik am Feld die sehr eigene Gesetze hat und ich würde die Entscheidung der beiden auch verteidigen, warum auch nicht. Wahnsinn war auf jeden Fall auch was sich quotentechnisch alles ergab, das war wirklich sehr ambivalent und ich muss sagen Hut ab vor Borussia Dortmund so auf Augenhöhe gespielt zu haben. Das kann nicht jeder und war als Zuseher echt der Hammer, das so zu verfolgen wie Tuchel und co da agiert hatten.

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Ppk 28. September 2016 um 22:38

Der BVB hatte übrigens auch in der 2. Hälfte 57% Ballbesitz laut Whoscored. Deswegen kann ich nicht ganz die Aussage bezüglich des Kommandos verstehen. Ich habe es extra nachgeschaut weil Kroos dasselbe behauptete.

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CE 28. September 2016 um 23:22

Zwischen dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit und dem Treffer Madrids hatte Dortmund 47 Prozent. Und das ist, was Kroos und ich meinen.

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tobit 29. September 2016 um 09:06

Der BVB hat sich in der zweiten Hälfte viel zu tief zurückgezogen. Da wurde fast konstant im 631 verteidigt aber ohne damit die Breite wirklich abzudecken – ging dann natürlich schief.

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Alexander 28. September 2016 um 19:35

..“den Gareth Bale einst wie einen rostigen Kleinwagen aussehen ließ und der wohl heute noch Albträume davon hat“

hahaha, herrlich 😀

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CHR4 29. September 2016 um 03:44

da gibt es aber noch andere Spieler, die Bale schon so aussehen lies … einer davon spielt heute im gleichen Team wie Bale – und davon hab ich noch Albträume 🙁

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Lacksi Lucksi 29. September 2016 um 13:03

auf wen/was spielst du an?

übrigens fand ich das gar nicht so extrem zwischen Bartra und Bale… Bale wurde rausgedrängt und war definitiv schneller, aber wer ist schon schneller als Bale… und der Ball war so gespielt, dass Bale keine wirklich längere Strecke hatte. Nur sah das schon nach Beast aus, dass Bale von außerhalb des Spielfelds zurückkam… da war der Wille da

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Gh 29. September 2016 um 15:16

AHHH das coole von bale war, seinen speed beizubehalten und sich lieber ein bisschen rausdrängen zu lassen als bartras körperkontakt zu erwidern. dazu den ball perfekt in die geplante laufkurve reingelegt. einer dieser gloriosen momente des fußballs, der für mich als barca fan natürlich nie existiert hat… muss mir grad nochmal ronaldinhos tor gegen madrid ansehen…

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Koom 29. September 2016 um 16:56

Bales Speed + seine Körperlichkeit sind schon eine enorme Waffe. Ähnlich wie bei Ronaldo, wobei Bale aber noch mal deutlich schneller ist. Bei solchen Spielern, dazu noch so Halbgötter wie Benzema, Kroos, Modric & Co. brauchst du auch nicht viel Taktik scheinbar. 😉

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CHR4 1. Oktober 2016 um 01:57

darauf: http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2014/04/bayern-real-drittes-tor.png?98687b
– wie du schon sagst: „wer ist schon schneller als Bale“ – derzeit im Fußball (und mit Ball) wohl kaum einer – selbst historisch gesehen wird man die an einer Hand abzählen können

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Schorsch 28. September 2016 um 19:30

Sehr gut nachzuvollziehende Analyse.

Tuchel hat nach dem Spiel u.a. bemängelt, dass man in den Überlegenheitsphasen auf den letzten 20 Metern die Präzision im Passspiel habe vermissen lassen. Ich habe es auch so gesehen, dass dadurch so einiges an möglichen guten Chancen lediglich zu Halbchancen wurden oder gar nicht erst entstanden. Desweiteren habe ich mich gefragt (und mir selbst nicht so recht beantworten können), was in den Phasen der BVB-Überlegenheit auf das eigene Spiel zurückzuführen war und was darauf, dass Real die ‚Überlegenheit‘ bewusst zugelassen hat. CE weist zurecht darauf hin, dass der Ausgleich zum 1:1 nicht einer wirklich herausgespielten Chance entsprang.

Weigls etwas vertikalere Ausrichtung (im Vergleich zur Vorsaison) entspricht dem, was Tuchel und Weigl selbst vor der Saison angedeutet haben. Man scheint diesen Weg konsequent zu gehen, der nicht ganz ohne Risiko ist. Aber das scheint Tuchel bewusst inkauf zu nehmen.

Was die Defensivleistung anbelangt, so ist mir ein anderer Aspekt aufgefallen. Ich weiß nicht, ob ich übertreibe, aber ich hatte den Eindruck, dass der BVB bei Standards Reals durchweg die Kopfballduelle verloren hat und die Zuordnung nicht stimmte.

Zur nachlassenden ‚Magie‘: Dieser emotionale Aspekt wird innerhalb der Anhängerschaft des BVB schon diskutiert.

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Isabella 28. September 2016 um 23:48

Man kann sich eben immer nur als triumphalen Underdog oder einen europäischen Spitzenclub, der sowas auch mal können muss, wahrnehmen, wenn man gegen die Großen gut mithält. Dazwischen gibt es wahrscheinlich wenig. Zweiteres ist mir geläufiger, so als Bayern-Fan… Die Cl-Titel sind aber immer noch emotional genug, um das wettmachen zu können 😉 Aber Spaß beiseite: Was ist mit Real los? Ich habe auch das letzte Ligaspiel (und auch ein paar letzte Saison) gesehen und frage mich seither was Reals Spielphilosophie unter Zidane eigentlich sein soll. Sie sind keine Ballbesitzmannschaft, dafür spielen sie ihre Ballbesitzphasen viel zu uninspiriert runter, auch wenn sie personell deutlich überlegen sind und mit Modric und Kroos eigentlich Leute haben sollten, die in solchen Systemen gut funktionieren. Eine Kontermannschaft wollen sie aber offensichtlich auch nicht darstellen, dafür ist ihr Defensivverhalten viel zu undiszipliniert und inkonsequent. Eine gute Balance aus Gegner kommen lassen und dann Ermüdung des Gegners ausnutzen ist aber auch nicht vorhanden.
Bei Dortmund fehlt leider die letzte Qualität in der Endverteidigung, um wirklich gegen solche Gegner bestehen zu können. Auch ihre Offensivspieler sind in der Entscheidungsfindung noch etwas unausgereift, was sich aber noch eher geben wird als das andere Problem.

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CHR4 29. September 2016 um 04:11

vielleicht sind sie eine variable und daher schwer auszurechnende Mannschaft, bei der man nie genau weiß, was einen erwartet und es daher für den Gegener schwer ist, sich eine Gegenstrategie zu überlegen, so dass man sich als Reals Gegner erstmal primär auf die eigenen Stärken konzentrieren muss und ein gutes In-game-Coaching braucht, um sich an die wechselnden Phasen Reals anzupassen … 😉
schon interessant wie weit man mit uninspieriertem Ballbesitz und undiszipliniertem und inkonsequentem Defensivverhalten kommen kann 😀

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Dr. Acula 29. September 2016 um 10:09

Und mit Losglück und einem schlechten Tag Atleticos 😉

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Isabella 29. September 2016 um 14:00

😀

Klar ist Real immernoch eine super Mannschaft, die variabel auf Gegner reagieren kann und alle sich bietenden Schwächen ausnutzt. Sie wären aber mMn noch erfolgreicher, wenn sie mal eine konstante Spielidee entwickeln würden. Bis jetzt verlassen sie sich doch sehr auf ihre Einzelspieler, die das ohne Frage gut hinbekommen, gegen Mannschaften wie Barca aber meistens nicht und Atletico auch selten. Gut, man kann auch sagen, wer braucht Strategie und Taktik wenn er Ramos hat. Aber in den letzten acht Jahren hat Real gerade einmal die Meisterschaft gewonnen und das ist auch schon 2012 gewesen, also für eine Mannschaft mit dem Kader ist das schon mau, zumal wenn man die beste der Welt sein möchte und Barca hat durchaus auch mal ihre Schwächephasen in den letzten Jahren gehabt.

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CHR4 1. Oktober 2016 um 02:53

noch erfolgreicher … hm wieviele Mannschaften waren das? Barcelona und ?
und wäre das nicht wieder langweilig?

in den lezten 12 Jahren war Real in Spanien mit Ausnahme von 2013/14 immer 1. oder 2. in La Liga, außer diesem Jahr war immer nur Barca vor ihnen und ganz so schlecht war diese Saison ja auch nicht für Real – mich persönlich interessieren aber mehr die internationalen Vergleiche und DAS hier ist meine Lieblingstabelle a) weil sie international ist und b) weil sie längere Zeiträume abbildet
die 5 Vereine, denen ich am liebsten zuschaue, sind da unter den ersten 7 … fehlt nur noch Klopps Liverpool, aber die werden sicher wieder klettern in den kommenden Jahren 🙂

http://de.uefa.com/memberassociations/uefarankings/club/index.html

jeder mache sich seine eigene Statistik …

kann es nicht auch sein, dass Real nicht nur variabel auf den Gegner reagiert (den rechten Augenblick nutzt), sondern auch nach eigener Vorstellung variabel spielt (z.B. Pressinghöhe, Spieltempo, mehr oder weniger Ballbesitz bestimmt) und so den Gegner vor immer neue Aufgaben stellt?

mögliche Muster, die konstant wiederkehren:
– den Gegner „einlullen“ / in Sicherheit wiegen und dann eiskalt zuschlagen
– den Gegner zu Spielbeginn (und nach der Halbzeitpause) mit hohem Pressing extrem unter Druck setzen und nicht ins Spiel finden lassen

es gibt da unterschiedliche Philosophien:
1. spiel das, was du am besten kannst und arbeite hauptsächlich daran deine Stärken zu verbessern
2. pass dich an deinen Gegner an und spiel auch mal das, was du nicht ganz so gut kannst, wo du aber besser als dein Gegner bist

ich bevorzuge zum Zuschauen im Sport generell eher „komplette“ Spieler/Mannschaften, die variabel spielen und ein breites Repertoire haben, auch wenn teilweise die Spezialisten, die ihre besondere Stärke immer wieder ausspielen, erfolgreicher sind -mir aber zu langweilig (es sei denn, die Stärke beinhaltet „Action“)

– von daher will ich z.B. Robben immer auch mal rechts gerade vor maschieren und querlegen sehen, auch wenn er mit seinem special move nach links innen immer wieder trifft

Isabella 1. Oktober 2016 um 15:56

Ja CHR4, Real macht das, was sie machen, schon ganz gut, Fakt ist aber auch, dass Barcelona, die über Jahrzehnte eine Idee weiterentwickelt haben, zu ihrem Höhepunkt eine der absolut besten Mannschaften der Geschichte dargestellt haben und auch jetzt mit einirgendwelchen kleineren Anpassungen, locker mit so „variablen“ Mannschaften wie Real mithalten können. Wobei für mich die Frage ist, ob es besser ist, sich immer dem Gegner anzupassen, bevor man eine leicht suboptimale Idee entwickelt, oder soll man diese mit aller Konsequenz durchziehen, weil man immer mehr Erfolg hat, wenn man Automatismen hat und sich auf die eigenen Stärken konzentriert.

CHR4 7. Oktober 2016 um 02:33

ich denke es ist eine Frage der Entwicklung, zuerst muss EIN System rein, das gegen möglichst viele Gegner funktioniert und das muss man perfektionieren und daran feilen und dann kann man weitere Sachen dazu nehmen – und genau das ist dann der Moment wo es für mich als Zuschauer ein Genuss wird, weil mir das davor zu schnell langweilig wird (mein Gehirn giert nach neuen Reizen) – auch Barcelona ist ja mit MSN ein ganzes Stück variabler geworden

um mal den Vergleich zum Tennis zu ziehen: Steffi Grafs Waffe war immer die starke Vorhand, aber am besten gefallen hat sie mir, als sie dann in Wimbledon irgendwann auch die Topspin- Rückhand als Variante zum Rückhand-Slice drauf hatte und selbst bei einem „Trainingsmonster“ wie ihr hat es bis dahin sehr lange gedauert, bis diese Varianten auf höchstem Niveau drin waren

– wie hat Thomas Müller gerade gesagt: „Als ich mit Fußball anfing, wurde mir immer gesagt, mit 27 oder 29 Jahren komme das beste Fußballalter. Ich habe große Hoffnung, dass mich die Leute damals nicht angelogen haben.“

Auch ein Arjen Robben würde nochmal ein ganzes Stück wertvoller als er gelernt hat mit nach hinten zu arbeiten. Selbiges gilt für CR7 bei dieser EM. Und Neuer ist ja mit deswegen der beste, weil er der kompletteste Keeper ist.

Ich gebe dir recht, das es für einen Verein durchaus Vorteile hat, wenn da über lange Zeit ein Grund-System gepflegt wird – insbesondere, wenn die Nachwuchsarbeit darauf ausgerichtet ist.

Aber zuwenige trauen sich Variante B zu spielen, obwohl sie in Varinate A relativ gesehen besser drauf haben, der Gegner aber bei Variante B selber noch schlechter wäre.
Klopp hat da ja nen ähnlichen Ansatz, indem der Gegner gezwungen wurde ein Spiel mit zuspielen, dass er nicht spielen wollte. Es nutzt also auch nicht immer etwas, wenn ich etwas bis zur perfektion einstudiere, der Gegener es aber nicht zulässt, dass ich es umsetze – dann ist es gut auch noch eine andere Variante drauf zu haben.

Barcelona hatte z.B. immer eine Schwäche nach Standards in Luftzweikämpfen – war aber solange kein Problem, wie es dem Gegner nicht gestatten diese Standards zu bekommen. Erst als Bayern es 2013 gelang viele solche Standards zu erspielen, wurde das zum Problem.

Von daher hatte mich auch Klopps BVB gegen Chelsea interessiert. – Nicht weil es ein schönes Spiel geworden wäre, aber mich hätte es interessiert zu sehen was passiert, wenn eine Mannschaft „schnelles Umschalten“ will und auf Chelsea trifft. (Oder sahen wir das Ergebnis 2012 im Finale dahoam?)

Über viele Spiele betrachtet wird wohl immer die konstante Spielidee im Mittel besser abschneiden. In einzelnen Duellen bzw. KO-Runden kann das baer durchaus auch nach hinten los gehen, wenn man dann dummerweise uaf einen unpassenden Gegner trifft, der die perfekte Gegenstrategie bevorzugt. Deshalb und der Abwechslung wegen bevorzuge ich immer die Variabilität. Auch Bayern unter Pep hatte ja z.B. gegen den BVB mal mit Notpersonal mal ne sehr defensive Varinate gespielt – allerdings wohl halt aus der Personalnot heraus und nicht freiwillig – aber drauf hatten sie das auch und funktioniert hat es auch.

CHR4 1. Oktober 2016 um 02:03

„Bereit sein ist viel, warten können ist mehr, doch erst den rechten Augenblick nützen ist alles.“ 😉

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Heisenberg 28. September 2016 um 16:27

Zu zwei Punkten noch ergänzende Beobachtungen von meiner Seite:

„Eben jener Zwischenlinienraum war der große Schwachpunkt Madrids“: In diesem Zusammenhang fand ich die Rolle von Castro besonders bemerkenswert. Ich konnte kaum mitzählen, wie oft es Castro in der sehr starken ersten Hälfte gelungen ist, sich genau in jenen gefährlichen Zwischenlinienräumen anzubieten, um dann postwendend durch schöne Flachpässe den Ball zu erhalten. Meistens geschah dies im rechten offensiven Halbraum und wurde entweder über schöne Spieleröffnungen aus dem linken Halbraum oder teilweise auch direkt aus dem Zentrum vorbereitet. Ich fand es erstaunlich, mit welcher Regelmäßigkeit dies immer wieder nach ähnlichen Mustern gelungen ist, ohne dass Real in der Lage war, hiergegen geeignete Mittel zu finden. In der Folge resultierte hieraus eine enorme Anzahl potentiell gefährlicher Angriffssituationen, sei es über den rechten Flügel oder durch die Mitte direkt Richtung Strafraum. Einzig einige falsche Entscheidungen im letzten Drittel verhinderten, dass der BVB sich noch mehr hochkarätige Chancen herausgespielt hat.

„Die Spielkontrolle der ersten Halbzeit konnte Dortmund derweil nicht aufrechterhalten“: Dieser Punkt hing aus meiner Sicht direkt mit dem Verlust der oben beschriebenen Dominanz im Mittelfeldzentrum bzw. den offensiven Halbräumen zusammen. Nach sehr guten ersten 5 Minuten in der zweiten Halbzeit ging diese Dominanz mehr und mehr verloren. Ein Aspekt waren sicherlich ein Stück weit schwindende Kräfte aufgrund des kräftezehrenden Anlauf- und Freilaufverhaltens in der ersten Hälfte. Dies wurde besonders bei Götze sichtbar, der dann auch folgerichtig ausgewechselt wurde. Nach der Auswechslung gegen Schürrle kam nach meiner Beobachtung aber auch eine taktische Komponenten hinzu, die den Dominanzverlust erstmal noch verstärkt hat. Im Gegensatz zu Guereirro, der sich von links auch immer wieder ins Zentrum bewegte, positionierte sich Schürrle ganz bewusst sehr breit auf der linken Außenbahn. Dazu rückte Castro noch weiter vor, als in der ersten Halbzeit und positionierte sich im Pressing öfter sogar direkt neben Aubameyang in der vordersten Linie. In der Folge hatte man in den Zwischenlinienräumen mit Guerreiro oftmals nur noch einen Spieler, womit man Madrid nicht mehr wie in der ersten Halbzeit dominieren konnte, wo man das offensive Zentrum teilweise mit 3 Spielern (Götze, Castro, Guerreiro) überlud.

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FAB 28. September 2016 um 15:19

Zur Frage Welche der Pässe von Weigl das Spiel ändern. Hat das nicht Mehmet Scholl mit „seinem“ Packing ausgiebig bei der EM erklärt? Hat Herr Oliver Fritsch etwa die gesamte EM verschlafen???
Eigentlich gilt ja Toni Kroos als Meister des Packings, aber bei diesem Spiel dürfte er von Julian Weigl bezwungen worden sein, einfach weil Weigl nicht nur deutlich mehr Pässe gespielt hat, sondern diese dazu noch deutlich vertikaler.
Das links und rechts von Weigl viel (zu viel) offener Raum besteht, liegt einfach daran, dass der BVB doch schon extrem zockt. Unter Klopp hätte es das sicherlich nicht gegeben, dass in einem BVB Spiel sogar Ronaldo mehr ins Gegenpressing geht als Castro. So stark der Auftritt von Castro gestern war, aber wenn er versucht sich sogar bis an vorderster Front (bis in den Strafraum) ins Spiel zu bringen, ohne dabei abgesichert zu werden, hat das halt auch Nachteile. Für Götze gilt im Prinzip das selbe. Der Viererkette an dieser Stelle einen Vorwurf zu machen wäre zu leicht, weil sie dann, wenn es der Gegner schnell macht, eigentlich nur zwischen 2 Fehlentscheidungen abwägen kann (Herausrücken und Raum aufmachen oder stehen bleiben und den „tödlichen Pass“ zulassen). Die Stellschraube an der Tuchel jetzt noch drehen muss ist also das Zusammenspiel zwischen 8er und Flügelspieler. Wenn der BVB mit 8er spielen will die Absicherungen brauchen, müssen wohl oder übel die Flügelspieler solche Absicherungen übernehmen. Im Prinzip hat das aber eben auch mit der Kaderzusammenstellung zu tun. weil es halt versäumt wurde einen 8er auf hohem Niveau zu verpflichten (während ich mich immer noch frage, welche Rolle Schürrle für seine 30 Mio spielt wenn Reus wieder fit ist, dazu die 15 Mio. für Rode … Dahoud wäre sicherlich wertvoller für den BVB als Schürrle und Rode zusammen!!!)).

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m+m 28. September 2016 um 19:25

Zu Schürrle:
Leider muss man ja einsehen, dass Reus sehr oft verletzt ist und man dadurch Schürrle öfter auf der linken Seite einsetzen kann. Sollten Reus und Schürrle beide fit sein ist es auch nicht so kompliziert beide einzusetzen. Reus hat schon oft auf der rechten Seite gespielt und hat dort auch einen ähnlichen Tor-Schnitt.

Das 8er Problem:
Das Problem wurde in der gesamten Transferphase immer wieder aufgeworfen und am Ende kam kein neuer Spieler für diese Position. Jedoch war es auch nicht leicht einen 8er zu bekommen, der das gewünschte Niveau mitbringt. Gerade der von dir genannte Dahoud war sehr wahrscheinlich in diesem Sommer unverkäuflich (nach dem Abgang von Granit Xhaka konnte Gladbach ihn einfach nicht abgeben). Warum Rode geholt wurde ist nicht ganz klar, wenn man ihn gebraucht hätte, dann vielleicht genau in solchen Spielen gegen Real. Immerhin hat man mit ihm einen charakterlich einwandfreihen Spieler, der wohl froh sein wird mehr Spielanteile als in München zu bekommen (bei den vielen wilden jungen Spielern ist er vielleicht auch als Gegengewicht dazu gesehen. Ein Team ist ja oft mehr als das was der Fernsehzuschauer sieht).

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tobit 28. September 2016 um 23:29

Warum werden Tuchels Aussagen über das Warum des Schürrle-Transfers eigentlcih so konsequent ignoriert?
Er wollte einen deutschsprachigen Spieler, der viele intensive Läufe (besonders defensiv) mit konstant guten Scorerwerten vereint. Dabei kam man dann auf Bellarabi, Schürrle (und vermutlich Volland, der aber schon gewechselt war).
Konstanz kann man nämlich von den anderen Flügelspielern nicht erwarten, sei es wegen Verletzungen oder altersbedingten Formschwankungen.

Zu den Achtern:
Da fehlt noch die Balance, gerade bei Castro, der mir zu oft statisch an die letzte Linie geht und einen zweiten Mittelstürmer spielt. Guerreiro und Götze bekommen das etwas besser hin und bieten sich für mein Gefühl trotz oft hoher Position gewinnbringender an.
Behält man diese 10er-artige Spielweise bei, wird man eigentlich konsequent mindestens einen Flügel mit Guerreiro oder Schürrle besetzen müssen, um die Lücken in den Halbräumen halbwegs balanciert zu bekommen.
Mittlerweile füllt Schmelzer öfters die Lücken neben Weigl, was aber den Flügel anfälliger macht.

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HW 28. September 2016 um 19:28

Naja Packing mal wieder. War es am letzten Spieltag als in einer Szene von Götze (glaube ich) der Packing-Halbkreis gezogen wurde während Götze über links seinen Pass spielte. Da hab ich mich spontan gefragt, ob der Gegenspieler irgendwo im Zentrum oder halb rechts (der noch im Halbkreis war und als „überspielt“ bewertet wurde) wirklich eingreifen kann. Wenn ein Angriff schnell durch eine Zone läuft, z. B. über einen Flügel, dann sind viele Gegenspieler in anderen Zonen „uninteressant“. Diese Gegenspieler werden nicht durch einen Pass am Flügel überspielt sondern sind allein durch den Spielzug, also die Taktik, schon aus dem Spiel genommen. Zumindest so lange bis der Angriff die Zone verlagert und dadurch vielleicht wieder andere Verschiebemechanismen ausnutzt.

Wie auch immer. Kroos hat seine strategische Rolle. Wie hier beschrieben z. B. um das Pressing ins Leere laufen zu lassen. Registas sollen den überlegten Spielaufbau gewährleisten und nicht nur den Ball schnell nach vorne bringen.
Allerdings muss ich sagen, dass ich Kroos auch immer gerne auf der 8 oder 10 gesehen habe. Ich finde ihn fast schon zu jung für die 6er Position.

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CHR4 29. September 2016 um 03:58

ich kann deine Gedanken zu Packing sehr gut nachvollziehen, daher hatte ich, als hier darüber diskutiert wurde, auch nach einer genaueren Erklärung der Berechnung gefragt 😉 – da mir das nach wie vor zu undurchsichtig ist, beschäftige ich mich damit auch kaum noch
Das Konzept dahinter ist ok, der Nutzen liegt für mich aber eher bei den nutzenden Vereinen (z.B. beim Scouting).

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Daniel 28. September 2016 um 14:37

“ Allerdings beschleicht einen das Gefühl, dass damit auch die ganz magischen Momente etwas abhandenkommen.“

Was ist damit gemeint? Einfach nur, dass ein starkes Spiel gegen Real Madrid weniger magisch ist, wenn man es eh schon erwartet hat? Oder meinst du damit, dass der BVB zwar optisch mithalten kann, aber die Wahrscheinlichkeit eines tatsächlichen Erfolgs aus irgendeinem Grund geringer wird? Ich werd aus dem Satz nicht so ganz schlau…

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Peda 28. September 2016 um 15:07

same here…

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ArafatsSohn 28. September 2016 um 19:08

Ich denke mal, dass damit die Unterschiede zwischen Klopps und Tuchels BVB klargemacht werden. Vor allem die Finalsaison unter Klopp war von dem spektakulären Konter- und Gegenpressingspiel geprägt und wurde dadurch verstärkt, dass der BVB individuell unterlegener war, als er es heute ist. Unter Tuchel hat man konstanter Spiele unter Kontrolle und lässt sich nicht mehr so häufig auf offene Feld- bzw. Pressingschlachten ein, wie noch unter Klopp. Dafür hatte man unter Klopp solch große und einmalige Spiele, wie z.B. das 4:1 gegen Real oder das Malaga-Spiel.

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Koom 28. September 2016 um 22:13

Klopp schafft ein märchenhaftes Underdog-Fußballspiel, dass Spaß macht, zuzuschauen. Es ist Leidenschaft und Liebe, Kampf und auch etwas Kunst. Ist es effizient? Geht so. Es hängt sehr von den wirkenden Fußballern ab, die das ganze mit genauso viel Liebe erfüllen müssen (und idealerweise auch gute Kicker sein müssen).

Das Problem gab es in Mainz auch: Tuchel ist der wesentlich bessere Trainer, wenn es darum geht, ein Spiel zu kontrollieren und zu sezieren. Aber sehr oft – vor allem bei ausbleibendem Erfolg – wird dann fehlende Leidenschaft moniert. Das ist IMO etwas, dass sowohl Tuchel als auch Guardiola nicht verstanden haben: Du musst Elemente schaffen, die Leidenschaft ausdrücken: Mal nen Schuß aus der zweiten Reihe, mal ein großes Dribbling oder Forechecking – so Kram halt, der eigentlich wenig bringt, aber an dem man sich mehr erinnert als an 91% Paßquote und 70% Ballbesitz.

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Schorsch 28. September 2016 um 22:38

Isso, um einen Ex-Spieler des BVB zu zitieren. Vor allem vor 20.000 Fans auf der Südtribüne. Fußball wird eben auch vor und sollte nicht zuletzt auch für Publikum gespielt werden. Und das hat eben mitunter eine bestimmte Erwartungshaltung. Die BVB-Zuschauer sind in den letzten Jahren eben Dramen durch ‚Vollgasfußball‘ gewöhnt gewesen, auch wenn sich vieles abgenutzt hatte. Über Tuchel und dessen Fußball wird in der Anhängerschaft seit einiger Zeit kontrovers diskutiert, 6:0-Siege hin oder her. Überhaupt hat ein nicht kleiner Teil der Anhänger Probleme mit der Entwicklung des BVB als Club. Die Mehrheit der Zuschauer dürfte dies insgesamt anders sehen, aber auf der Südtribüne grummelt es schon ein wenig.

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Lacksi Lucksi 29. September 2016 um 14:32

Deshalb ist meine Meinung, dass Kloppo nicht zum FC Bayern passt, so sehr ich ihn auch mag…

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Koom 29. September 2016 um 19:42

Absolut. Das passt hinten und vorne nicht. Klopp braucht Vereine, die den Fußball als heißblütigen Sex begreifen. Oder macht sie zu so einem Verein. Wenn er zu den steril-verkopften Bayern gehen würde, würde da niemand glücklich werden. Mit Liverpool hat er vermutlich schon den passendsten aller Vereine erwischt. Allerdings kann er auch Vereine umgestalten: So „Echte Liebe“ war Dortmund vor Klopp auch nicht. Das war eher so ein bisserl Chelsea-light mit teuren Legionären, kontrolliert-offensiver Fußball.

m+m 30. September 2016 um 00:31

@Koom
Als Klopp kam war der Kader nicht mehr so teuer wie in dem Meisterjahr 01/02. Damals mit Amoroso, Rosicky und Koller hatte man teure Stars. Jedoch wurden die Stars nach und nach verkauft und nur ein paar Spieler aus dieser Ära waren noch da. Man war wohl eher wie Bremen heute aufgestellt ist. In der Vergangenheit mit vielen Erfolgen, aber zu dem Zeitpunkt ohne echte Chancen nach ganz oben zu kommen. Es fehlte auch dieser Geist, der dann in der Klopp-Mannschaft steckte, aber die Fans waren auch in der Zeit nie weg (und der Spruch ist wohl mehr auf dieser Ebene zu verstehen).

Koom 30. September 2016 um 13:16

Schon richtig. Man begriff sich vor Klopp aber immer noch mehr als eine Art Bayern-light. Das war das, was die vorige Führung suggerierte und als Ziel ausrief.

Oder anders gesagt: Fansein unter Klopp ist sehr viel einfacher als unter vielen anderen Trainern. Ich kenn das aus eigener 05er-Erfahrung. 😉

tobit 30. September 2016 um 17:33

Naja vor Klopp waren schon drei magere Jahre Abstand zu N/M und W/Z hatten die Mehrheit der verbliebenen Assets zu Geld gemacht. Von Bayern-light war aber auch vorher nie geredet worden, sondern von Ablösung – wie es dann auch in den Medien nach dem Double wieder hieß.

CE 28. September 2016 um 23:33

Um es herunterzubrechen: Dortmund spielt das Spiel der Großen, weshalb die Limits auf höchstem Niveau berechenbarer sind. Währenddessen versuchte Klopps Dortmund das Spiel der Großen zu zerstören und Underdog-Siege zu erarbeiten. Tuchels Ansatz ist insgesamt – also auf alle Wettbewerbe und auf einen langfristigen Zeitraum bezogen – stabiler. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass man einen solchen Lauf wie 2013 damit wiederholen kann.

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tobit 28. September 2016 um 23:43

Da bin ich mir noch nicht sicher.
Ich halte einen solchen Run wieder für möglich, gerade weil sie das „Spiel der Großen“ spielen. So enge Dinger wie in Malaga werden unwahrscheinlicher und gegen die ganz großen kann man mit einem anderen Ansatz ähnlich eklig zu spielen sein – nimm den ganz Großen den Ball weg, zwing sie in eine ungewohnte Rolle. Wenn man das über 90 min halten kann, dann ist alles möglich.

2013 hatte man enormes Glück, dass die Spanier eher schwach in Form waren, man ansonsten machbare Gegner bekam und Malaga überlebte. Jetzt kann man mit jedem auf Augenhöhe spielen und jeden zeitweise spielerisch dominieren – warum sollte man also nicht mit einer ähnliche Auslosung wieder ins Halbfinale oder gar Finale kommen können.

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CE 29. September 2016 um 01:00

„Wenn man das über 90 min halten kann, dann ist alles möglich.“ – Da haben wir schon mal ein ernsthaftes Problem.

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tobit 29. September 2016 um 09:12

Ich glaube, dass das geht. Wer sein Spiel nicht über 90 min halten kann, der wird sowieso immer ein Problem haben.
Dienstag sah es für mich aber eher so aus, als wolle man gar nicht weiter so dominant auftreten, sondern erstmal das UE halten und dann vielleicht den Lucky-Punch setzen – ein bisschen wie in Liverpool, nur mit dem besseren Ende.

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Daniel 29. September 2016 um 00:07

Mir ist nicht ganz klar, welchen „Lauf“ du 2013 eigentlich meinst. Im Endeffekt scheiterte der BVB in allen drei Wettbewerben – im Gegensatz zu den Vorjahren – am FC Bayern. Im DFB – Pokal unterlagen sie bereits im Viertelfinale. In der Bundesliga holte der BVB gerade mal 66 Punkte, was mit Ausnahme der desolaten letzten Kloppsaison das schlechteste Abschneiden in den letzten fünf Jahren bedeutete. In der Champions League kam man gegen zwei Gegner, die der BVB bei allem Respekt schlagen muss (Donezk und Malaga) ins Halbfinale. Dort spielte Dortmund dann ein unfassbares Hinspiel, in dem Real regelrecht zerlegt wurde. Im Rückspiel standen sie dann am Schluss aber schon wieder mit dem Rücken zur Wand und im Finale unterlag der BVB verdient dem FC Bayern.
Zusammenfassen kann man sagen, dass der BVB 2012/13 eine (gemessen an den Resultaten der letzten Jahre) unterdurchschnittliche nationale Saison spielte. International hatte man das Quäntchen Glück, dass in den Jahren davor und danach oft fehlte. Da haben Real Madrid und Malaga eben nicht – wie zum Beispiel letztes Jahr Liverpool – in der letzten Minute noch den Lucky Punch geschafft.

Wo erkennst du da jetzt einen Lauf, der bei Tuchel nicht möglich wäre? Dass er mehr als 66 Punkte in der Buli erreichen kann hat er letzte Saison bewiesen. Donezk und Malaga zu schlagen sollte für Tuchels BVB auch möglich sein. Ich lehne mich sogar soweit aus dem Fenster zu sagen, dass der aktuelle BVB das wohl souveräner machen würde als der damals. In Madrid nur 2:0 zu verlieren sollte Tuchel auch hinkriegen. Im Endeffekt bleibt dann das geniale 4:1 über Real im Halbfinalhinspiel. Aber auch unter Tuchel sollte diese Mannschaft das ein oder andere Mal über sich hinauswachsen können.

Im Endeffekt wird hier mMn etwas gemacht, dass mich auch bei meinen Bayern nervt (das ist jetzt weniger auf CE bezogen, mehr allgemein): Der Erfolg 2013 wird zum Vorwand genutzt, um die mindestens genauso gute Arbeit der Nachfolger der damaligen Trainer schlechtzureden. Man muss schon auch die Rahmenbedingungen betrachten, unter der das deutsche Finale von 2013 möglich wurde. Und diese Rahmenbedingungen waren nicht nur ein starker FCB und BVB, sondern auch etwas schwächelnde Spanier und hier und da eine Prise Match – und Verletzungsglück, was Bayern und Dortmund in den letzten Jahren dann etwas abhanden gekommen ist.

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CE 29. September 2016 um 01:02

Ich spreche von der Champions League. Hinsichtlich der Bundesliga hatte ich bereits erwähnt, dass Tuchels Ansatz auf lange Sicht mehr Konstanz verspricht.

„Im Endeffekt bleibt dann das geniale 4:1 über Real im Halbfinalhinspiel.“ – Das ist schon mal eine Hausnummer. Und die Gruppenspiele klammern wir aus? Zum Beispiel den Heimsieg gegen Real Madrid… Die KO-Runden-Auslosung damals war sogar recht ungünstig für den BVB. Also eigentlich noch beachtenswerter, wo du es gerade so nochmal in Erinnerung gerufen hat.

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tobit 29. September 2016 um 09:24

Donezk war damals ein sehr ekliger Gegner aber wesentlich schlagbarer als Barca oder Real. Gegen Malaga war man auch damals schon der klare Favorit. Klar ist es dann unangenehm gegen eher defensive Gegner zu spielen, aber eine wesentlich leichtere Auslosung hätte man kaum bekommen können in dem Jahr.

Die Gruppenphase und auch die Spiele im Achtel- und Halbfinale waren fast alle ziemlich gut, aber wirklich deutlich waren die auch nicht.

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CE 29. September 2016 um 12:34

Donzek und Malaga von damals wären passende Gegner für das heutige Dortmund. Also sollte der BVB derartige Lose erwischen, könnte es schnell in Richtung Halbfinale gehen. Nur dazu müsste man wohl zunächst die Gruppe gewinnen, was damals gelang. Ich glaube jedoch, dass die Mannschaft noch nicht da ist, wo sie sein muss, um einen tiefen CL-Run zu bewerkstelligen.

FAB 29. September 2016 um 10:02

Ich denke die Voraussetzungen waren damals schon deutlich besser als sie heute sind. Der BVB hatte 2013 einfach einen besseren Spielerkader als heute (Hummels, Gündogan, Götze, Reus, Lewandowski, dazu Spieler wie Subotic, Großkreutz u.a. auf ihrem absoluten Karrierehöhepunkt). Der BVB war damals kein Underdog, auch wenn einige ihn fälschlicherweise dafür hielten.
Tuchel hat es heute mit viel mehr Baustellen und deutlich unerfahreneren Spielern zu tun. Ich denke schon dass sich der heutige BVB mit diesen jungen, talentierten Spielern in einem einzelnen Spiel auch gegen eine „großen“ Mannschaften (wie Real) in einen Rausch spielen kann und dann 4-1 gewinnt, aber das CL Finale zu erreichen dürfte wohl kaum möglich sein. Was das jetzt mit Magie zu tun hat weiß ich nicht. Beachtlich beim BVB 2012/2013 war ja damals dass sie nicht nur diese „Rauschspiele“ wie zu Hause gegen Real gewonnen haben, sondern auch die schwierigen wie in der Gruppenrunde gegen Ajax oder eben gegen Donezk (Donezk mit Fernandinho, Mkhitaryan waren damals richtig schwer zu bespielen). Genau diese Spiele wären aber mit der heutigen Mannschaft viel schwieriger.

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tobit 30. September 2016 um 17:49

Ich halte den aktuellen Kader für fast gleichwertig mit dem damaligen. Die Akzente liegen nur anders.
Hummels, Lewy, Gündogan (nicht von Saison-Beginn an), Reus, Götze waren die Stützen dieses Teams, alle anderen waren deutlich schwächer. Bis zum Sommer waren noch 3/5 beim BVB nur Lewy und Götze fehlten, die durch Mkhi und Auba adäquat ersetzt wurden. Jetzt hat man von diesen glorreichen 7 drei (Götze schwächer als damals) im Kader und eine nie dagewesene Breite dahinter.
Die individuelle Spitzenklasse ist etwas geringer geworden, dafür hat man statt Großkreutz z.B. jetzt Schürrle. Dazu kommen einige Spieler mit dem Potential dieses besondere Level innerhalb von ein bis zwei Jahren zu erreichen.

Schorsch 29. September 2016 um 11:17

In den Meisterspielzeiten 10/11 und 11/12 sowie in der Saison 12/13 waren die jeweiligen Kader des BVB zwar durchaus mit individuell starken, ja überragenden Spielern besetzt. Aber so viele Klassespieler gab es dann auch nicht. Die individuelle Qualität war in der jeweiligen Startelf schon sehr heterogen, geschweige denn im gesamten Kader. Dem BVB fehlte die Qualität in der Breite, die ‚Bank‘ war nicht ausreichend gut besetzt. Im kloppschen Kollektivfußball fiel dies zunächst weniger auf, auch weil sich die Verletztenzahl in engen Grenzen hielt. Aber über 3 Wettbewerbe hinweg wurde dies recht bald auffällig. In der EL 10/11 konnte man noch von Pech und Unerfahrenheit beim Ausscheiden sprechen, aber in der CL 11/12 nicht mehr. Sicherlich gibt es mehrere Gründe für das Scheitern in der Gruppenphase, aber der BVB konnte einfach seine Qualität nicht in allen 3 Wettbewerben auch wegen seines qualitativ heterogenen Kaders zeigen. Das Double wäre mMn kaum möglich gewesen, wenn man in der CL weitergekommen wäre. Die notwendige Rotation hätte der BVB kaum hinbekommen ohne Qualitäts(=Punkte-)verluste. Zur Saison 12/13 hatten die Bayern in vielerlei Hinsicht nachgelegt und konnten so 3 Wettbewerbe dominieren. Das konnte der BVB wiederum nicht, aber er fokussierte sich mehr auf die CL als zuvor. In der Folge erreichte man weniger Punkte in der Meisterschaft, was aber letztlich schnuppe war. 66 Punkte reichten für Platz 2 und die direkte CL-Qualifikation. In der Gruppenphase überzeugte der BVB in einer Gruppe bestehend ausschließlich aus Landesmeistern, verlor kein einziges Spiel, zeigte z.T. begeisternden ‚Vollgasfußball‘ gegen Real, ManCity, Ajax. Da war schon ‚Magie‘ in den Stadien, nicht nur im Westfalenstadion. Kloppo and the underdogs ‚rockten‘ die CL. Das Rückspiel gegen Malaga war am Ende nur noch ‚alles auf eine Karte‘, aber sind es nicht solche Spiele, solche Erlebnisse, die viele Zuschauer emotional packen und die im Gedächtnis bleiben? Was die Spiele gegen Real anbelangt, so würde ich den Blick nicht nur auf das Hinspiel verengen. Auch im Rückspiel trat der BVB über 80 Minuten überzeugend auf, defensiv ohnehin, hatte aber auch große Chancen, das Führungstor zu erzielen (was der k.o. für Real gewesen wäre). Zu wackeln begann man erst nach dem Führungstor Reals (so um die 80. Minute). Im Finale zeigte sich dann mMn am Ende, dass Bayern auch individuell ein Tick besser besetzt war als der BVB. Vor allem in der Breite, was letztlich viel zum Gewinn des Triple beigetragen hat. Eigene Stärke und gleichzeitiges Schwächeln des Gegeners gehören immer dazu, genauso wie Glück und Pech.

In der Breite war der Kader des BVB in der ersten Saison unter Tuchel ausgeglichener gut besetzt als es unter Klopp war. Auch hielten sich die verletztungsbedingten Ausfälle in Grenzen. Die neue Spielweise tat ein übriges, sodass man in 3 Wettbewerben Rotation betreiben konnte. Gerade in der EL machte Tuchel reichlich davon Gebrauch. Die Gegner hießen aber auch nicht Real, ManCity, Ajax. Am Ende wurde man souverän 2. in der Meisterschaft und erreichte das DFB-Pokalfinale, schied aber in der EL in letzter Sekunde nach einem ‚Drama‘ gegen die Elf des früheren Trainers aus. Der ‚Magie‘ dieses Augenblicks hatte der BVB nichts entgegenzusetzen. Wenn man eine Umfrage unter allen Beteiligten beim BVB machen würde, ob man lieber ’nur‘ 66 Punkte in der Meisterschaft erzielt hätte (was auch noch dicke für Rang 2 gereicht hätte) und stattdessen lieber in der EL weitergekommen wäre, wie würde die wohl im Ergebnis ausfallen?

Nur um Missverständnissen vorzubeugen, ich halte Tuchel für einen ausgezeichneten Trainer und er entwickelt das Team spielerisch so weiter, wie es für einen Spitzenclub notwendig ist, um in 3 Wettbewerben konstant weit zu kommen. Er war und ist mMn der absolut richtige Mann nach Klopp, unter dem das Team nach meiner Einschätzung in eine Sackgasse geraten war. Ich habe allerdings das Gefühl (belegen kann ich es nicht), dass die ‚magischen‘ Momente durch diese Entwicklung weniger werden. Ob man dies nun bedauert oder nicht, liegt im Auge des Betrachters.

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tobit 30. September 2016 um 17:36

Klar gehen die magischen Momente etwas verloren, wenn man in vielen Momenten auch ohne Magie Erfolg hat. Wann hättest man denn in der letzten Saison einen „magischen“ Moment haben können? Eigentlich nur durch/bei Titelgewinnen – alles andere war doch mehr oder weniger erwarteter Rahmen.

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Schorsch 1. Oktober 2016 um 11:37

MMn gab es für den BVB in der letzten Saison schon Möglichkeiten, einen ‚magischen‘ Moment zu erleben. Sicherlich auch, aber nicht nur, weil es dabei direkt um einen Titel gegangen wäre.

Zuallererst wäre da nach meiner Einschätzung das Rückspiel im EL-Viertelfinale zu nennen, insbesondere weil es gegen den langjährigen früheren, äußerst beliebten Trainer mit ‚Kultstatus‘ ging. Allerdings nutzte dieser dann selbst die Gelegenheit für eine solche ’notte magica‘. Im EL-Halbfinale oder gar im Finale wären dann weitere Gelegenheiten vorhanden gewesen, allerdings bleibt dies Spekulation. Gerade weil Klopp es mit Liverpool geschafft hat und Tuchel mit dem BVB nicht, hat dies in großen Teilen der Anhängerschaft eine gewisse Nachdenklichkeit ausgelöst.

Dann das Rückspiel in der Bundesliga gegen Bayern. Eine Gelegenheit, die schwere Scharte aus dem Hinspiel auszuwetzen und zu zeigen, dass man wirklich in dieser Saison nicht ganz so weit weg vom Leistungsstand der Bayern war. Tuchels ‚verhaltener‘ Ansatz in diesem Spiel war mMn völlig logisch und vernünftig und das 0:0 ein kleiner Erfolg für die Borussia. Aber nur, wenn man mit dem Verstand die Dinge sieht. ‚Magische‘ Momente haben aber eher weniger mit verstandesmäßiger Betrachtung zu tun, eher mit Emotionen. Und da blieb für nicht wenige BVB-Anhänger der Eindruck des unterkühlten Verstandes zurück, der sich den Gegebenheiten beugt und nicht mit Leidenschaft versucht, diesen zu trotzen.

Und da wäre noch das DFB-Pokalfinale, wo es dann wirklich um einen Titel ging. Da hing alles im Elfmeterschießen am seidenen Faden und es war eine Menge Pech dabei für den BVB. Und dennoch bleib bei vielen BVB-Anhängern (und durchaus auch im Club selbst) ein irgendwie schaler Nachgeschmack zurück. Zwar hatte man auch unter Klopp Finalspiele verloren, aber diese Niederlagen hatten etwas episches. Es mag für den nüchternen Betrachter dumm klingen, aber es war für viele BVBler weniger die Tatsache frustrierend, dass S. Bender und Sokratis ihre Elfmeter verschossen haben. Im Gegenteil, ihnen wurde positiv angerechnet, dass sie überhaupt angetreten sind. Vielmehr war man frustriert darüber, dass ein technisch so beschlagener Offensivspieler wie Mkhitaryan ganz offensichtlich ‚gekniffen‘ hatte. So nach dem Motto ‚In der ganzen Saison brillieren, aber wenn es darauf ankommt, keinen Mumm haben‘. Wahrscheinlich spielte da auch Frust über das Wechseltheater eine Rolle und es z.B. auf Kagawa hingewiesen, der trotz angestrebten Wechsels zu ManUnited 2012 im Pokalfinale eine Glanzleistung bot.

tobit 1. Oktober 2016 um 13:02

Für mich wäre das Weiterkommen gegen Liverpool nicht magisch gewesen. Dafür war Liverpool zu schwach durch die Saison gekommen. Dass sie dann so zurückkommen, war für sie ein magischer Moment.

Von Tuchel eine emotionale Magie wie zu Klopps Hochzeiten zu erwarten, finde ich auch zu viel verlangt. Einerseits war es sein erstes Jahr beim BVB (man erinnere sich an die Anfänge unter Klopp mit der verpassten UEFA-Cup-Quali am letzten Spieltag) und andererseits gab es nur sehr wenige Spiele, in die man als Underdog ging oder die durch den Spielverlauf zu magischen Momenten hätten führen können.

„Magisch“ fand ich die Konstanz in allen Wettbewerben mit dem nur marginal ergänzten Vorjahreskader.

Schorsch 1. Oktober 2016 um 13:37

Sicherlich waren es nur wenige Spiele, in denen ‚Magie‘ möglich waren. Ich selbst meine ja, dass es nur drei waren.

Klar hat Liverpool eine sehr durchwachsene Saison gespielt. Aber die Konstellation des Aufeinandertreffens war schon eine ganz besondere und das Hinspiel hat ja genug Spannung für das Rückspiel (auf das ich mich explizit beziehe) offengelassen. Der Spielverlauf hat dann bei Klopp und Liverpool den ‚magischen‘ Augenblick beschert, aber dieser wäre mMn eben auch für den BVB möglich gewesen.

Der BVB unter Tuchel ist ein anderer als der BVB unter Klopp. Die Konstanz des BVB über die Saison hinweg war gerade in Anbetracht der Vorsaison, des Trainerwechsels und der geänderten Spielweise beeindruckend. Als ‚magisch‘ kann ich dies allerdings nicht empfinden, da sich diese für mich persönlich auf den Augenblick, auf die besondere Situation bezieht und nicht unbedingt auf einen längeren Zeitraum wie sie eine Saison darstellt. Die ‚Wunder von der Weser‘ waren für mich u.a. solche Momente. Sicher gibt es auch ‚magische‘ Zeiträume, dann entsteht dies aber mMn aus einer Vielzahl ‚magischer‘, emotionaler Momente. Die Meisterschaftssaison des FCK unter Otto Rehhagel wäre so ein Beispiel.

Letztlich bleibt dies alles aber eine Frage des persönlichen Empfindens.

Koom 29. September 2016 um 19:47

Klopp hatte damals mit den 2 Meistersaisons sowas wie den heiligen Gral (oder eher Brechstange) des Fußballs gefunden. Natürlich hatte er auch einen tollen Kader, aber da waren vieles davon Eigengewächse oder Spieler, die keiner auf dem Schirm hatte, die sich aber voll in den Dienst der Mannschaft und dieses Systems stellten.

Tja, und deswegen haben heute die meisten Vereine weite Grundlagen auf dieser Basis. Gegenpressing und Konterspiel quasi als Offensivmittel gehört heute zur Grundausstattung der meisten (deutschen) Vereine. So sehr das konstruktive Offensivspiel darunter auch leiden möge…

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Dr. Acula 29. September 2016 um 10:07

Ohne Wertung, reines Interesse: geh ich nach dieser Aussage recht in der Annahme, dass du es Klopps BVB eher zugetraut hättest, das beste Barca zu besiegen als Tuchels BVB?

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CE 29. September 2016 um 12:28

Ja, denke schon. Zur Hochzeit des Klopp’schen BVB konnte das Team nahezu jeden Gegner zerpressen. Deshalb ist es umso trauriger, dass uns das Duell zwischen BVB und Barca damals verwehrt blieb.

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Bernhard 29. September 2016 um 14:19

Wahre Worte. Guardiolas Barcelona gegen Klopps BVB wäre eine extrem spannende Begegnung. Ihr könntet das in einem Fantasy Draft durchspielen. 😉

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FAB 29. September 2016 um 13:09

Ich habe mich damals 2013 auch sehr geärgert, dass es nicht zum Duell BVB-Barca kam. Obwohl natürlich Barca damals so ziemlich sein schlechtestes Jahr hatte mit einem total ausgelaugten Messi, weshalb wohl damals der BVB gegen Barca gewonnen hätte. Die Frage ist, was wäre bei einem Duell BVB2013 – Barca2011 passiert? Da würde ich schon auf Barca2011 tippen.

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tobit 30. September 2016 um 19:25

Barca 2011 ist aber auch kein Maßstab – das war das mit weitem Abstand beste, was ich erlebt habe – die hätten wohl wirklich jeden geschlagen.
Selbst Barca 2013 würde ich gegen den BVB 2013 als leichten Favoriten sehen, einfach weil die individuelle Qualität immer noch so hoch war (Messi war allen anderen immer noch Lichtjahre voraus trotz seiner vllt. schlechtesten Saison ever) und der BVB defensiv zwar stark aber nicht „Atletiesk“ war.

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hoerstle 7. Oktober 2016 um 13:28

Interessanterweise hat Liverpool unter Klopp einen durchschnittlichen Ballbesitzwert von knapp über 60 %, beim 5:1 gegen Hull hatten sie sogar 75 % und damit den zweithöchsten Wert in einem Spiel nach Man City (!). Sie haben auch bei Heimspielen nach Man City den zweithöchsten Ballbesitzwert der Liga bisher….entweder ist also die These KloppBallbesitzfußball nicht mehr richtig, oder sein Fußball ist stark am Gegner orientiert und er hat mittlerweile kein Problem mehr beim Spiel mit dem Ball, wie während der Dortmundkrise kolportiert wurde…jetzt wäre es natürlich interessant, sich Dortmunds Ballbesitzwerte während der Meisterjahre anzuschauen. Vielleicht ist man da einem Pressebild aufgesessen? Ich meine, wenn ich mir so Artikel von damals im Internet anschaue mit Überschriften wie (nach Gedächtnis): „Bayerns Ballbesitz gegen Klopps Pressing“ ist das ja schon totaler Quatsch weil kein Pressing vs Ballbesitz exsistiert??

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fs248 28. September 2016 um 13:10

Vieles konnte man wieder erkennen, was man schon wusste, von den möglichen Schwachstellen der Borussia, aber auch deren Stärke. Die defensive Kompaktheit, die offenen Räume links und rechts von Weigl und die fehlende Geschwindigkeit der Verteidiger war mM nach deutlich sichtbar. Die Konteranfälligkeit ist ein strukturelles Problem. Ich bin sehr gespannt wie der BVB das in den Griff bekommt. Trotzdem fand ich das Passspiel von Weigl und besonders von Ginter absolut grossartig. Und die Offensive ist sowieso der Knaller. Wenn man sieht wie viel Halbchancen oder Möglichkeiten in der Entstehung sichtbar wurden, da dachte ich, ich träume. Tolle Bewegungen & viel Kreativität. Wenn beide Mannschaften ihre Angriffe sauber zu Ende gespielt hätten, hätte das Spiel locker 4:4 ausgehen können. Für den neutralen Zuschauer ist es recht amüsant.

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Dr. Acula 28. September 2016 um 11:36

Finde du hättest erwähnen müssen, wie blöd sich die Viererkette Dortmunds teilweise verhalten hat. Das verheerendste Beispiel ist das 0:1. Wieso bitte rückt Sokratis auf die rechte Seite raus; Pisczek wäre da gewesen. Stattdessen lassen Sokratis und Pisczek es zu, dass Benzema sich umdreht und den riesigen Raum bespielt, den Castro nicht einmal versucht hat, zuzulaufen. Die Folgeaktion war herausragend gekontert. Ginter konnte die Läufe hinter die Abwehr von Benzema nie verteidigen und und und.. Vielleicht stellt Tuchel ja bald wieder auf Dreierkette um wie in der Vorbereitung teilweise. Aber mit so einer Defensivleistung kommt man international nicht weit

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Hg 28. September 2016 um 11:55

das kann ich so unterstreichen. Insbesondere Sokratis‘ Bewegung nach außen beim 0:1 war sehr überraschend…

Ich hätte ja gerne Rode statt Weigl gesehen. Balancegeber waren mit Castro, Götze u Guerreiro vorhanden, die körperliche Präsenz von Rode, der durchaus sichere Pässe spielen kann, fehlte mMn bei Dortmund. Dann hätten Socke und Ginter auch etwas mehr Sicherheit gehabt.

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DL 28. September 2016 um 12:39

Wer Rode für Weigl in dem Spiel fordert, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.

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Bernhard 28. September 2016 um 18:53

That’s funny cause it’s true.

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Isco 28. September 2016 um 19:48

So ist es

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Isabella 29. September 2016 um 00:04

Jaja, die alte Lagerfeld’sche Jogginghosen-Leier… Man könnte aber auch sagen: hey, mit ner Joggingbux ist man immer noch angezogen, so schlimm ist der mentale Crash also noch nicht. Und ja, Weigl mag gut gewesen sein, aber die Verteidigung war an einigen Stellen trzd schlecht. Da muss man sich dann fragen: andere Formation oder anderes Personal? Wie wär’s mit der guten, zu viel erwähnten falschen 9 gewesen? Götze weiter vor und dafür Rode für Auba. Wäre ein Mittelfeldspieler mehr gewesen. Da man durchaus diskutieren kann, ob man in so einem Spiel einen Stürmer wie Auba braucht. Aber hätte, wenn und aber..

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tobit 29. September 2016 um 09:04

Bevor ich da aber Rode bringe, ziehe ich lieber Guerreiro etwas nach hinten und lass Pulisic oder Mor den zweiten Flügel spielen, weil die eher für diese Halbstürmerrolle gemacht sind. Bisher hat Rode dem BVB auch keine Stabilität verliehen, sondern war entweder unsichtbar oder ein Pressing-Opfer für den Gegner.
Gerade wenn man so dominant sein will wie der BVB in Halbzeit eins, ist Rode der letzte Spieler im Kader, den ich bringen würde – er hat nicht das gewisse etwas eines Auba oder Dembélé, nicht die Pass-Skills eines Weigls und bringt bisher auch keine zusätzliche Stabilität für die Verteidigung, die diese Nachteile aufwiegen könnte.

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Isabella 1. Oktober 2016 um 16:26

Hm, interessante Idee. Ich denke zwar schon, dass ein Rode Dank seiner Mentalität in so einem Spiel gut für die Zweikampfquote sein kann, aber den Ansatz finde ich auch nicht schlecht. Bin auch nicht dafür, hier Weigl rauszunehmen, finde es aber doch einfacher, jemanden anderen den 6er spielen zu lassen und Weigl etwas vorzuziehen, als gleich auf Dreierkette umzustellen. Wie wärs eigentlich mal wieder mit Ner Doppelsechs? Wo man je nach Situation einen der beiden vorzieht? Das System wirkt halt doch zu wacklig, um in das Rückspiel mit Weigl als 6er zu gehen

Viktor Dünger 28. September 2016 um 21:09

Ich verstehe beim 0:1 die Kritik an Sokratis nicht, die auch schon dieser Sky-Mensch geäußert hat.
Pisczek war in der Offensivaktion davor bis an den 16er von Real aufgerückt, da Dortmund sehr gedrückt hat. Dann wird zu Modric geklärt, der sich mit seiner individuellen Klasse dem Gegenpressing entzieht und einen krassen Außenristpass auf Benzema spielt. Dieser steht im vom Pisczek verlassenen Raum. Pisczek kommt von hinten nach einem 40m Sprint und ist nach Benzemas Ballannahme immer noch ~3m hinter ihm und kann ihn nicht stellen und es ist sehr fragwürdig ob er es in einem Laufduell noch schaffen wird ohne taktisches Foul. Sokratis steht also vor einer schwierigen Entscheidung, die er aber meiner Meinung nach richtig löst. Er rückt raus, versucht Benzema zu stellen und Pisczek hat die Chance seine Position einzunehmen/ihn zu unterstützen, geht das schief kann er noch ein taktisches Foul ziehen.
Das Problem war nur, dass er ihm Rasen hängen blieb/ durch Benzemas Klasse verladen wurde und zu Boden geht und deshalb nichts von alledem machen kann.
Also ist die Situation meiner Meinung nach ein Musterbeispiel der brutalen Qualität Reals, die eben einen Barta und Sokratis mal richtig schlecht aussehen lässt. Aber die individuellen Entscheidungen, die im Verteidigen getroffen wurden, waren aus Verteidigersicht meiner Meinung nach, habe lange Innen- und Außenverteidiger gespielt, richtig.

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yilde 28. September 2016 um 21:48

^This. Es ist immer leicht, einem Spieler in einer Situation von außen einen Fehler zuzusprechen, man vergisst dabei aber oft, vor was für einer Entscheidung dieser in der spezifischen Situation steht. Dazu kommt noch die extreme Dynamik in welchen man entscheiden muss. Blöd halt, dass er im Rasen hängen bleibt und sich so aus dem Spiel nimmt

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Dr. Acula 29. September 2016 um 10:02

Was Sokratis hätte machen sollen? Einen Bogenlauf. Nicht schnurstracks zu Benzema. Dann hätte er den Pass verhindern/erschweren können und hätte gesehen, ob es bei Pisczek reicht und notfalls immer noch einschreiten können.

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