Marcelo Diaz, Hamburgs neuer Strippenzieher

Es scheint, als sei der FC Basel eine kleine Schmiede für verkannte Stars. Der jetzige Mainzer Joo-Ho Park, der internationales Niveau verkörpert, aber selbst in Deutschland eher unbekannt ist, spielte ursprünglich bei Basel. Ein anderer Akteur mit (bislang) ähnlichem Schicksal tat es bis kurzem ebenfalls und beehrt nun die Bundesliga. Marcelo Diaz ist ein zentraler Mittelfeldspieler von internationalem Format, auch wenn sein Name nur wenigen geläufig ist.

Dies hat sich trotz der starken Weltmeisterschaft Chiles kaum verändert. Dabei gehörte Diaz nach seinen vielen Verletzungspausen wieder zur Stammelf Chiles und nahm auch eine Schlüsselrolle ein. Im Qualifikationszyklus verpasste er z.B. fünf Spiele – und Chile verlor vier davon.

Der ultimative Verbindungsgeber

Man sieht's an seinem Gang,  man sieht's an seinen Augen,  Diaz spielt auch schöne Pässe lang,  man kann es nicht glauben.

Man sieht’s an seinem Gang,
man sieht’s an seinen Augen,
Diaz spielt auch schöne Pässe lang,
man kann es nicht glauben. (HSV-Fangesänge 2015, Volume II)

Wenn Diaz aufläuft, spielt er häufig als tiefster Sechser im 4-3-3 oder horizontaler der beiden Sechser im 3-4-3 bei den Chilenen. Dabei ist Diaz für zahlreiche taktische Aspekte verantwortlich; in eigenem Ballbesitz sorgt er für die Anbindung der Abwehr ans Mittelfeld, ermöglicht stabile Kombinationen und überwindet das gegnerische Pressing. Er besitzt ein herausragendes Gespür für die entstehenden Spieldynamiken und die dabei wichtigen Räume. Diaz auf der Sechs hilft dann den Verteidigern, wenn sie gepresst werden, um den Druck zu verringern. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.

Vereinzelt kippt Diaz ab und lässt die Innenverteidigern auffächern. Das Beeindruckende und Besondere an diesem sehr häufig genutzten taktischen Mittel ist aber die Präzision und damit einhergehende strategische Variabilität bei Diaz. Er bewegt sich nämlich beim Abkippen überaus intelligent. In einzelnen Situationen fällt er nicht wirklich zwischen die Innenverteidiger ab, sondern holt sich einfach die Bälle nahe vor den Innenverteidigern. Dies ist der Fall, wenn im Mittelfeld weite Räume offen sind, aber die Innenverteidiger akut keine Anspielstationen in diesen Raum haben. Diaz kommt dann zurück, lässt sich kurz anspielen und dreht sich in den offenen Raum. Wenn der Gegner aber im Mittelfeld kompakter agiert, lässt sich Diaz auf eine Linie mit den Innenverteidigern fallen. Durch die nun breitere Abwehrlinie und das situative Erzeugen einer Dreierkette können die aufgefächerten Innenverteidiger in Richtung Halbräume aufrücken und sich dem gegnerischen Pressing entziehen.

Diaz zeigt aber noch zwei weitere interessante Abkippbewegungen. Situativ lässt er sich sogar weit hinter die Innenverteidiger zurückfallen und nimmt er der anderen Mannschaft selbst bei hohem und aggressivem Pressing den Zugriff. Außerdem lockt er damit den Gegner nach vorne und kann mit seiner Spielstärke raumgreifende Pässe ins Mittelfeld spielen. Eine weitere interessante Bewegung ist das Abkippen bei eigenem Spiel mit Dreierkette; dadurch können die beiden Halbverteidiger weit nach vorne aufrücken und Diaz erstellt somit keine kurzlebige Dreierkette wie beim üblichen Abkippen, sondern eine asymmetrische Version davon, welche auch zu zwei Verteidigern auf einer Linie mit zwei sehr hohen Halbverteidigern führen kann. Das ist ein selten gesehenes taktisches Mittel, welches in dieser konstanten Form wohl wirklich nur von Chile mit Diaz praktiziert wird.

„Generell ist Diaz für mich einer der wichtigsten Spieler in der Mannschaft. Bei dieser bestimmten Spielweise ist er sicherlich auch der wichtigste. Er bleibt unter Druck ruhig, ist defensiv sehr gut, aber hält auch das Spiel am Leben. Er gibt dem Kollektiv Struktur und Organisation. Er gibt dem Team seinen Spielstil und Rhythmus. Seine Aufstellung sorgt für den Kontext, nach der man die Spielweise Chiles bewerten sollte. Gegen Deutschland fehlte Marcelo Diaz. Das war ein großer Verlust, ohne ihn war das Spiel viel vertikaler. Man überwand im Angriffsspiel viel mehr Linien, mit Diaz ist man aber balancierter und spielt viel mehr Pässe. Hertha Berlin ist übrigens an ihm dran.“ – Chiles Analyst Matías Manna über Marcelo Diaz und seine Rolle in der chilenischen Nationalmannschaft

Eine ähnliche Intelligenz im strategischen Bewegungs- und Passspiel zeigt er außerdem beim Herauskippen zwischen Innen- und Außenverteidiger (beziehungsweise zwischen Halb- und Flügelverteidiger bei Spiel mit Dreierkette). Doch nicht nur in den tiefen Räumen fungiert Diaz als Verbindungsspieler. Seine Leistung im Mittelfeld ist noch beeindruckender. Immer wieder kann er sich schnell freilaufen, bietet sich in engen Situationen für seine Mitspieler an und ermöglicht für diese dadurch einfache und sichere Pässe trotz gegnerischen Pressings. Dank seiner Dynamik, Handlungs- und Gedankenschnelligkeit kann er aus für seine Mitspieler fast unausweichbaren Situationen plötzliche Angriffe einleiten oder zumindest den Druck aus dem Spiel nehmen. Dadurch ist er nicht nur als Verbindungsgeber wichtig, sondern auch verantwortlich für die defensive Stabilität.

Stabilisator und Balancegeber

Verteidigen kann man auf mehrere Art und Weise: Neben dem klassischen Abmontieren des Gegenspielers über das intelligente Zustellen von gegnerischen Angriffsstrukturen bis zum Gegenpressing nach Ballverlusten gibt es auch die Kontrolle der gegnerischen Angriffen durch Vermeidung von sämtlichen Aktionsmöglichkeiten. Durch seine Fähigkeiten ist Diaz der nahezu perfekte Spieler für dieses defensivstrategische Mittel. Viele Situationen mit unmittelbarer Ballverlustgefahr löst Diaz durch schnelles und intelligentes Anbieten, präzise direkte Weiterleitungen und seine Fähigkeiten im Dribbling auf; Pressingresistenz pur.

Bereits bei La U, einer der interessantesten Mannschaften der letzten zwanzig Jahre, spielte Diaz unter Sampaoli eine Schlüsselrolle.

Bereits bei La U, einer der interessantesten Mannschaften der letzten zwanzig Jahre, spielte Diaz unter Sampaoli eine Schlüsselrolle.

Dadurch wird aus einem möglichen Ballverlust, Fehlpass oder Befreiungsschlag ein Angriff oder zumindest eine weiterhin lebendige Ballzirkulation. Das verringert die Anzahl an Konterangriffen des Gegners und erhöht die Defensivstabilität der Chilenen fast unmerklich. Zusätzlich ist Diaz im klassischen Defensivspiel ebenfalls sehr gut. Er positioniert sich präzise und hat ein gutes Stellungsspiel, geht häufig sauber in Zweikämpfe und rückt aus der Sechserposition intelligent nach vorne, um direkt den Gegner unter Druck zu setzen oder bleibt in einer abwartenden Position tiefer und hilft bei der Kompaktheit.

Außerdem deckt Diaz bei eigenem Ballbesitz häufig jene Räume ab, welche der Gegner nach Ballgewinnen bespielen könnte. Er balanciert die häufig sehr extremen und flutenden Bewegungen seiner Mitspieler und sichert sie ab, phasenweise übernimmt er dann sogar die Position der Außen- oder Innenverteidiger für kurze Momente. Das ermöglicht dem Kollektiv erhöhte Freiheiten im Offensivspiel und erhöht nicht nur die Stabilität im Umschaltspiel, sondern auch die offensive Durchschlagskraft seiner Mitspieler. Die Offensive beeinflusst Diaz allerdings nicht nur über seine intelligenten und unterstützenden Bewegungen.

Verkappter Spielmacher und Strippenzieher

Obgleich er an sich ein verbindender und unterstützender Spielertypus ist, kann Diaz sehr präsent wird. Meist erreicht er das über seine druckvolle und kreative Art Pässe zu spielen. Er beherrscht dabei den flachen Kurzpass ebenso wie die lange diagonale Verlagerung oder den tödlichen Pass. Neben seiner geringen Anzahl an Fehlpässen, seiner sauberen Ballverteilung und seinen guten Fähigkeiten in der Ballbehauptung besticht Diaz aber insbesondere durch seine strategisch hervorragende Entscheidungsfindung. Diaz verteilt die Bälle nicht nur simpel in die einfachsten und offensichtlichsten Räume bzw. Situationen, sondern wählt die langfristig beste Option. Kaum spielt er in enge Situationen hinein und bringt seine Spieler in Bedrängnis, gleichzeitig verlagert er im richtigen Moment die Seiten und besitzt dennoch die Fähigkeit, um in den richtigen Momenten auch enge Räume anzuvisieren und dem Spiel dadurch Balance zu geben sowie ein Leiten des chilenischen Angriffs- und Aufbauspiels auf die Seiten zu verhindern.

Diese Fähigkeiten im Verbund machen ihn womöglich zum wichtigsten Spieler Chiles. Marcelo Diaz mag zwar nicht so bekannt sein wie Alexis Sanchez oder Arturo Vidal, welche bei Mannschaften von internationalen Format eine wichtige Rolle spielen – Vidal sogar beim 102-Punkte-Rekordmeister Juventus Turin als Schlüsselspieler und Sanchez als Arsenals Lebensversicherung in schlechten Zeiten . Doch Diaz verkörpert etwas Besonderes. Er ist quasi der chilenische Busquets oder Xavi. Oder noch besser, die Mischung aus beiden: Der südamerikanische Daniel Baier.

Appendix: Was macht Diaz beim HSV?

Chiles herauskippendes und innovatives Abkippen würde ohne einen Spieler wie Diaz nicht (so sauber) funktionieren.

Chiles herauskippendes und innovatives Abkippen würde ohne einen Spieler wie Diaz nicht (so sauber) funktionieren.

Wie viele sicherlich bemerkt haben, ist dieser Artikel nur eine minimal aktualisierte Version des Porträts aus unserer WM-Vorschau. Für dieses haben wir sogar ein Interview mit Matías Manna geführt, der sein Insiderwissen aus dem chilenischen Trainerstab weitergab. Für Sampaoli und ihn galt Diaz nicht umsonst als Schlüsselspieler; ob er beim HSV aber auch einer wird, ist natürlich nicht sicher zu prognostizieren. Ist er nicht fit und/oder wird auf der Sechs nicht ausreichend unterstützt, so könnte Diaz unter Umständen in puncto Erfolgsstabilität und Konstanz Probleme bekommen. Diaz kann zwar Bälle auch unter Druck halten und ist ein sehr guter Verbindungsspieler, doch werden ihm keine Anspielstationen der Mitspieler geboten oder der Ball von den Verteidigern über seinen Kopf hinweg nach vorne gebolzt, kann auch ein herausragender Spieler wenig leisten. Milan Badelj, ein sehr unterschätzter Fußballer mit tollen Füßen und viel Köpfchen, „scheiterte“ wegen ähnlicher Probleme bereits beim HSV.

Unter Joe Zinnbauer sollte es allerdings funktionieren. Zwar ist das Aufbauspiel der Hanseaten noch mehr als ausbaufähig, doch alleine die Verpflichtung Diaz‘ sollte zeigen, dass man um eine Verbesserung davon bemüht ist. Desweiteren hat man – im Gegensatz zu vielen anderen aufbauschwachen Mannschaften – als eine der wenigen Mannschaften bisher eine halbwegs passable Ausrede von wegen „die Spieler seien dafür unpassend“. Ganz nach dem Motto: Wenn Heiko Westermann auf der Sechs aufläuft, dann ist die Lage wirklich problematisch. Mit Petr Jiracek, Nicolai Müller und der Viererkette besitzt man durchaus das Spielermaterial, um gemeinsam mit Diaz ein besseres Aufbauspiel an den Tag zu legen.

Und ein besseres Aufbauspiel wirkt sich im Normalfall auch positiv auf die Torausbeute und die Möglichkeiten der Stürmer aus, woran es beim HSV ja in dieser Saison am meisten hapert. Natürlich kann eine bessere Zirkulation in der Tiefe nicht alle Probleme lösen und hat nur begrenzten Einfluss auf das Beenden der Angriffe, dennoch ist es ein sehr wichtiger Faktor, von dem die Hamburger bei guter Einbindung massiv profitieren werden. Defensiv sollte Diaz ohnehin gut zu Zinnbauers System passen, insbesondere zu dem 4-1-3(-0)-2, welches vereinzelt genutzt wurde.

Durch das sehr hohe, aggressive und meist kompakte Pressing sollten Diaz Fähigkeiten als absichernder und intelligent raumbesetzender Sechser dahinter sehr gut zum Tragen kommen. Beim 4-4-2, 4-2-3-1 und 4-1-4-1 ist ähnliches der Fall. Heißt: Wenn Diaz fit ist, sollte der HSV eine hervorragende Verpflichtung gemacht haben. Zumindest hoffe ich das, ansonsten wirkt mein Interview zu Diaz in der Retrospektive nicht so kompetent wie einst jenes zu Javi Martinez.

Wieso Diaz abgegeben wurde – eine bessere oder zumindest ergänzende Erklärung zu meiner Aussage in dem kleinen Interview – findet sich bei einem unserer vielen lesenswerten Kommentare von EK

Atütata 24. Juni 2016 um 17:23

Was haltet ihr eig. jetzt davon, dass Diaz schon wieder nach einem Jahr(im Winter) weg ist? In der neuen(jetzt schon wieder alten) Saison unter Labbadia habe ich ihn gar nichr so sehr vermisst. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass das quasi meine „Einsteigersaison“ als SV-Leser ist.

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king_cesc 1. Juni 2015 um 21:27

Und nach der Saison kann man SV nur wieder loben!
In der Relegation hat dann wohl auch der letzte verstanden, warum dieser Diaz so wichtig für den HSV ist.

PS: Macht das eigentlich Spass, alleine vor der Abwehr für den kompletten Spielaufbau zuständig zu sein? Der hat ja ganz selten Unterstützung…

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blub 1. Juni 2015 um 22:21

Also von vdV unterstützung zu bekommen ist auch nicht wirklich ne hilfe.
Das war hier nur Karlsruhe aber für die nächtse Saison ist das halt auch kein Plan.

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FAB 2. Juni 2015 um 12:58

Ich habe ja mit der Relegation das erste mal ernsthaft HSV Spiele geguckt, aber stehen beim HSV die Außenverteidiger immer so hoch und breit bzw. stehen die Flügelstürmer immer so nebulös in irgendwelchen Halbposition. Ich habe jedenfalls das Angriffsspiel vom HSV nicht verstanden. Diaz sticht qualitativ wirklich deutlich hervor. Offensiv hat man ansonsten noch Lasogga wahrgenommen, der in der zweiten Halbzeit einen auf Rooney gemacht hat. Aber bei Rajkovic, Ostrzolek, Ilicevic weiß ich nicht, ob das nun unbedingt Bundesligafussball ist. Mit van der Vaart wurden wenigstens einige strukturellen Schwächen im HSV Spiel übertüncht, insofern hat er im Rückspiel dem HSV Spiel besser helfen können als Kacar im Hinspiel.

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PNM 2. Juni 2015 um 13:20

Diaz tat mir tierisch leid. Durchgehend bietet er sich optimal an, wedelt sogar mit den Armen, um auf sich aufmerksam zu machen, und kriegt trotzdem den Ball (zu häufig) nicht.

Die Positionierung in den Halbräumen der Flügelstürmer fand ich an sich gar nicht so schlecht. Das Problem war, dass die Außenverteidiger dermaßen umkreativ und stumpf (Rückpässe zum Iv oder Halbfeldflanken) gespielt haben, dass der Effekt verpufft ist. Da muss man nachlegen.

Lasogga fand und finde ich nicht wirklich gut. Mittelmäßiges Bewegungsspiel und Technik, und als er sich fallen ließ vor allem viele dumme Flanken Schüsse. Seinen Körper setzt er natürlich gut ein.

Holtby hat mir eigentlich gut gefallen, leider überhaupt nicht gut eingebunden. Mit ihm, Müller, Diaz(!) und Stieber hat man im Mittelfeld ein paar Spieler, die eigentlich nicht so übel sind, und womit man was anfangen könnte.

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PNM 2. Juni 2015 um 13:26

PS.: War es den Hamburgern Iv eigentlich verboten, anzudribbeln, oder sind sie einfach zu schlecht dafür?

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HK 2. Juni 2015 um 14:46

Das eine ergibt sich wahrscheinlich aus dem andern.
Djourou hat es einmal probiert, ist (wahrscheinlich Überraschungseffekt?) prompt durchgebrochen und hat dann genauso prompt den Ball wieder verloren = Konter

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PNM 3. Juni 2015 um 19:02

Ja, stimmt!
Wobei da auch die Bewegungen der Mitspieler nicht passten, was zum Ballverlust führte.
Aber immerhin ist es Hamburg da mal gelungen, vernünftig die erste Pressinglinie zu überspielen.


IchBinNichtMatthiasSammer 10. Februar 2015 um 12:59

Ist das eigentlich so üblich unter Journalisten, dass man Inhalte aus fremden Interviews nutzt, ohne auf die Quelle des Interviews zu verweisen? „In einem Interview“ habe ich noch nicht oft gehört:
„Er bleibt unter Druck ruhig, ist defensiv sehr gut, aber hält auch das Spiel am Leben“, erklärte Chile-Analyst Matias Manna einst in einem Interview. „Er gibt dem Kollektiv Struktur und Organisation. Er gibt dem Team seinen Spielstil und Rhythmus. Mit Diaz ist man balancierter und spielt viel mehr Pässe.“
http://www.spox.com/de/sport/fussball/bundesliga/1502/Artikel/marcelo-diaz-hamburger-sv-potraet-fc-basel.html

Ohnehin schreibt Spox öfters einzelne Inhalte oder Themenideen ab. Zumindest wirkt dies so. Dies geschieht eher oberflächlich, doch einzelne Punkte werden sogar Wort für Wort übernommen. Das fiel mir als Bayernfan und -funktionär einst besonders bei diesen zwei Artikeln auf:

Spielverlagerung.de, 28. Februar 2013:
„Desweiteren hat Bayern eine hervorragende Aufteilung in der Mitte. Mit Martinez und Schweinsteiger haben sie zwei Spieler, die sowohl als spielstarke, proaktive Sechser, als auch als box-to-box-Akteure spielen können. Defensiv können sie außerdem in der Rollenverteilung sowohl Jäger als auch Sammler sein; wobei Martinez als Einsammler von losen Bällen oder Unterstützer in Zweikämpfen natürlich absolute Weltklasse darstellt. Auch damit hatte Dortmund enorme Probleme, denn diese Aufteilung der Bayern kam besonders im Gegenpressing zum Tragen.“
http://spielverlagerung.de/2013/02/28/fc-bayern-munchen-borussia-dortmund-10/

Spox.com, 4. März 2013:
„Schweinsteiger profitiert dabei enorm von der Zusammenarbeit mit Javi Martinez. Beide Sechser sind spielstark und proaktiv, beide beherrschen den Aufbau nach der Ballaufnahme aus der Viererkette, können aber auch als Box-to-Box-Player agieren. Und beide können bei gegnerischem Ballbesitz jagen oder lose Bälle einsammeln. Schweinsteiger orientiert sich in der Balleroberung an Martinez, der das Verdichten des Raumes und das Erhöhen des Drucks auf den Ball perfekt beherrscht.“
http://www.spox.com/de/sport/fussball/bundesliga/1303/Artikel/der-beste-bastian-schweinsteiger-aller-zeiten-ideale-zusammenarbeit-mit-martinez-warnung-an-guardiola.html

Antworten

Dr. Acula 10. Februar 2015 um 12:39

http://www.spox.com/de/sport/fussball/bundesliga/1502/Artikel/marcelo-diaz-hamburger-sv-potraet-fc-basel.html

Schaut euch die Zitate an, den Aufbau und einige simplen taktischen Eigenschaften, die SPOX den Lesern zumutet

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PNM 5. Februar 2015 um 01:59

Was ich mich frage ist wieso wurde er bisher nicht von anderen, höherklassigen Vereinen verpflichtet, grade nach seinen starken Spielen für Chile.
Erkennen die sein Potenzial nicht? Passt er nicht in das System?
Grade für Teams, die viel wert auf gutes Ballbesitzspiel legen, wie die beiden großen FCBs oder PSG sollte er doch theoretisch zumindest als Back-up interessant sein.

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mar báltico 5. Februar 2015 um 01:40

Beim WM2014 Chile vs Spanien habe ich Díaz nur als 6, vor der Innenverteidigung wie auch dahinter beobachtet. Was anderes war es nicht möglich, weil die Spanier immer mit der ganzen Armada vorgerückt sind. Zinnbauers Ziel war es, zunächst das Defensiv-Verhalten zu verbessern – was ihm gelungen ist – und jetzt das Angriffsspiel zu beleben. Insofern könnte sich Díaz (mit Tilde/Akzent auf dem í bitte) als der richtige Spieler entwickeln, sofern seine Mitspieler ihn anspielen. Und ja, sein Passpiel ist brutal. Gruß

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Remiel 3. Februar 2015 um 12:43

Kaum beim HSV und schon ein ausführlicher Bericht über den Spieler, danke.

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juventino 3. Februar 2015 um 11:44

Ergänzend zu EKs Kommentar gilt es vielleicht auch noch zu sagen, dass, abgesehen von einer gewissen Unkonstanz und Verletzungsanfälligkeit, Diaz sich auch relativ unbeliebt gemacht hat bei vielen Basler-Fans mit der sehr dummen roten Karte beim blamablen Viertelfinalaus in der Europa League letztes Jahr.

Chelo hatte von Anfang an einen sehr schweren Stand, da seine Idealposition (die Solo-6) von einem gestandenen, beliebten und vorallem sehr konstanten Spieler besetzt wurde: Fabian Frei. Obwohl dieser nicht an Chelos Fähigkeiten im Aufbauspiel, der Ballzirkulation etc. herankommt, bekam er fast immer den Vorzug. Diaz musste daraufhin lange die Ersatzbank hüten und/oder wurde auf einer höheren Position eingesetzt (8 oder 10), wo er mehr oder weniger, aber eher weniger als auf der 6 glänzen konnte.

Kann mich EK sonst nur anschliessen, vor allem in der Bitte mal was über den FCB zu machen! Und natürlich wie immer: Danke für die hohe Anzahl an Artikeln in letzter Zeit und die unbeschreibliche Qualität derer.

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Moody 3. Februar 2015 um 11:07

Erstmal vielen Dank, dass Ihr so viel und häufig über den HSV schreibt. Ist ja nicht so, dass der HSV in den letzten Jahren fussballerische Leckerbissen geboten hat. Ich bin kein Taktikexperte, verfolge aber Eure Beiträge mit sehr grossem Interesse. Es gibt bestimmt Dinge im Spiel des HSV, die ich nach wie vor nicht verstehe. Vielleicht könnt Ihr ja helfen? Ich habe zum Beispiel oft den Eindruck, dass der HSV seit Zinnbauers Amtsantritt schneller spielen möchte, als er es letztendlich wirklich vermag. Ich sehe immer wieder Szenen im sogenannten Umschaltspiel, in denen Pässe gespielt werden, die keine Räume öffnen, also Dynamik ermöglichen, sondern diese Pässe werden einem HSV-Spieler quasi in den Fuss gespielt, obwohl er bedrängt/gepresst wird. Es wirkt oft so, als ob die Gegner immer genau wissen, wohin der HSV spielen wird und dementsprechend sofort Zugriff haben. Also ein wenig wie die Geschichte von Hase und Igel. Wie kann das sein? Es wirkt manchmal gerade zu wie Harakiri-Fussball, und kurioserweise muss man sagen, dass das schlimmste was dem HSV passieren kann, ein Ballgewinn ist. Liegt es an der Raumaufteilung/Staffelung? Oder an der Art und Weise, wie man die Bälle gewinnt? Warum wird nicht versucht, mal kurz auf den Ball zu treten, vielleicht auch mal hinten herum zu spielen, also schlicht etwas mehr Geduld zu zeigen? Das ist jetzt kein Plädoyer für Langsamkeit, aber es ist einfach frustrierend, wenn man den Spielaufbau dieser Mannschaft beobachtet. „Hauptsache schnell“ kann doch nicht alles sein? Sorry, das hat jetzt wenig bis nichts mit Diaz zu tun, der hoffentlich eine grosse Hilfe wird, aber die Niederlage gegen Köln macht einfach wenig Hoffnung.

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Koom 3. Februar 2015 um 09:37

Das Porträt klingt sehr nach „dem“ Spieler, der dem HSV gefehlt hat. Behrami war als 6er ok, wird aber an der Seite von Diaz (bzw. etwas vor ihm platziert) deutlich stärker werden. Zumindest Stand heute wohl ein sensationell guter Transfer von der Papierform.

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