Donnerstag, 08.12.2016

Fünf schlechte Dortmunder Aufbauszenen in Frankfurt

eintracht frankfurt2:0borussia dortmund

Dortmunds Krise wird in Frankfurt stärker zu einer spielerischen und taktischen. Nach dem frühen Rückstand verlernen die Borussen das Fußballspielen.

Erneut verliert der BVB. Die Frankfurter griffen zur bewährten „Bolzmethode“ und erzielten so zwei glückliche Treffer. Weil der erste sehr früh fiel, musste Dortmund fast 90 Minuten lang anlaufen und das Spiel gestalten. Die Eintracht erschwerte das den Borussen mit einer phasenweise sehr aggressiven 4-1-3-2-Variante des 4-4-2, bei dem Stendera als Achter zwischen defensivem und offensivem Mittelfeld pendelte und viel Unruhe in Dortmunds Spiel brachte. Entscheidender waren aber eine Reihe extremer, vor allem strategischer Verfehlungen auf Seiten der Borussia.

Unsinniger Flügelkram

Das alles überstrahlende Hauptproblem war die extreme Orientierung zur Seitenlinie. Dort wurden die Borussen immer wieder ohne Möglichkeiten, Raum und Mitspieler festgenagelt und verloren etliche Bälle schon in Mittelfeldzonen.

Ramos behauptet einen langen Ball und lupft ihn geschickt zu Aubameyang. Der hat am Flügel keine Optionen, läuft sich fest, zum Schluss gibt es Einwurf.

Ramos behauptet einen langen Ball und lupft ihn geschickt zu Aubameyang. Der hat am Flügel gegen drei Gegenspieler keine Optionen. Anstatt wenigstens den Angriff neu aufzubauen, versucht er entlang der Seitenlinie einen vorhersehbaren Doppelpass mit Ramos, der dann abgefangen wird und zu einem recht gefährlichen Konter führt. In der Mitte hätte Kehl Raum und viele Möglichkeiten gehabt.

In diesem Fall kann man Ramos zugutehalten, dass er unter großem Druck war. Andererseits wäre der Pass ins Zentrum sogar der deutlich leichtere gewesen und auch sein Sichtfeld war nicht nach außen gerichtet. Spätestens Aubameyang hätte erkennen müssen, dass der Spielzug entlang der Seitenlinie ziemlich aussichtslos ist. Diese Szene reiht sich in zahlreiche weitere Fehlentscheidungen ein. Wie zum Beispiel die folgende.

Noch mehr unsinniger Flügelkram

So gab es selbst, wenn die Borussen Zeit am Ball hatten, merkwürdige, schwer zu begründende Bälle nach außen. In einer Konterszene der ersten Halbzeit standen die Borussen beispielsweise 3-gegen-1 im Zentrum, hatten dazu noch riesige Räume und statt diese zu nutzen verlagerte Kagawa auf Piszczek, der dann in einer Unterzahlsituation den Ball nach hinten ins Seitenaus spielte. Auch die Sechser scheuten immer wieder davor zurück, Räume im Zentrum zu bespielen. Dabei öffneten die Frankfurter in ihrer sehr aggressiven und wilden 4-1-3-2-Organisation dort immer wieder vielversprechende Lücken.

Weird.

Ganz schwache Staffelung von Frankfurt, eine Art 6-1-1-2: viel zu breit und ohne auch nur ansatzweise kompakt zu sein im Mittelfeldzentrum; dazu auch noch mit einer sehr hohen Linie, wodurch man aus den Zwischenräumen sehr effizient durchspielen könnte. Aber statt diese Möglichkeiten auszunutzen, bolzt Kehl den Ball ohne Not quer über den Platz in die Breite. Im Grunde spieler er in den einzigen Raum, den Frankfurt hier relativ gut kontrolliert.

Ein Grund für Kehls schlechte Entscheidung ist in dieser Szene auch die fehlende Bewegung und schlechte Staffelung in der Offensive (schwarze Zone), die gleich noch diskutiert wird. Trotz der fehlenden nahen Anspielmöglichkeiten ist diese Verlagerung auf Durm aber eine fürchterliche Entscheidung. Ein Vorstoß in den offenen Raum, ein blinder, aber schwer zu verteidigender Ball in den riesigen Raum hinter die Abwehr (ggf. in Aubameyangs angedeuteten Lauf) oder ein straffer „Laserpass“ in die letzte Linie wären allesamt sehr schwer zu verteidigen gewesen. Stattdessen wird Durm in einen fast unlösbaren Zweikampf geschickt, der auch noch in einer Zone stattfindet, die Frankfurt besser absichert als Dortmund.

Nicht raumgreifend, nicht diagonal, nicht vorausschauend – Ballzirkulation als Angstreflex

Diese Flügellastigkeit in den konkreten Entscheidungen wurde durch die Struktur des Aufbauspiels noch verstärkt. Den Borussen fehlte es in der ersten Linie an Breite in der Positionierung. Meist standen Subotic und Ginter recht eng, die Außenverteidiger indes hoch an der Seitenlinie. Die Räume dazwischen blieben ungenutzt, sodass die beiden Frankfurter Stürmer sehr leicht Druck machen konnten. Diagonales Aufbauspiel war den Borussen daher völlig unmöglich und über 90 Minuten bekamen sie kaum einmal Kontrolle in ihre Ballzirkulation. Stattdessen ließen sie sich von Frankfurt quasi auf den freien Spieler „schubsen“, ohne frühzeitig Verbindungen für den weiteren Spielzug aufzubauen. Das Bewegungsspiel war unreflektiert linear, das Passspiel dementsprechend reaktiv und häufig mit wenigen Möglichkeiten.

Frankfurt - Dortmund Min21

Eine Szene nach einem langen Ball: Kagawa gewinnt den zweiten Ball, doch muss sich dafür rückwärts bewegen. Da beide Mannschaften eng zusammengezogen sind, sind fast alle Räume unter Druck. Piszczek könnte den einzig größeren Ausweichraum besetzen, doch stattdessen startet er gedankenlos in die Spitze. Dabei ist Kagawas Sichtfeld in die genau entgegengesetzte Richtung, der Pass ist somit kaum spielbar und selbst wenn, hätte Piszczek sofort Inui vor sich.

Diese Szene löst Kagawa dann eigentlich sehr gut: Er dreht sich in Richtung der rechten Seite, zieht drei Leute auf sich und steckt auf Subotic durch. Der kann aber nicht weiterspielen, da Kagawa, Kehl und Ginter um ihn herum von Meier, Seferovic und dem nachgerückten Stendera zugestellt sind. Piszczek fehlt als Mitspieler und der riesige Freiraum rechts bleibt ungenutzt. In der Folge muss Piszczek seinen Lauf abbrechen, nach hinten zurücksprinten (welch großartiger Unsinn!) und wird dann mit Blick auf die eigene Grundlinie und unter direktem Druck Inuis angespielt. Eine katastrophale Situation für den Rechtsverteidiger, der im Aufbauspiel und der Ballverarbeitung ohnehin seine Schwächen hat. Er versucht hektisch den Ball mit seinem schwachen Fuß auf Kehl weiterzuleiten, doch verliert ihn dabei und verursacht einen sehr gefährlichen Gegenangriff.

Strategische Gleichgültigkeit nimmt absurde Ausmaße an

Vereinzelt gab es Szenen, die wirkten, als ob die Borussen fast Angst vor Überzahl und Dominanz hatten. Nicht nur das Herstellen von passenden Staffelungen mit vielen Optionen bereitete Schwierigkeiten, auch wenn es mal solche Situationen gab, wurden sie teilweise ignoriert und nervös umspielt.

Frankfurt - Dortmund Min61

Kagawa und Mkhitaryan haben Bock zu kombinieren, Bender und Kehl aber überhaupt nicht. Innerhalb des gegnerischen Blocks zu spielen, ist doch total unfair! Erst mal (risikoreich!) nach hinten auf den Innenverteidiger verlageren, damit sich die erste Pressinglinie vom Gegner neu formieren kann. Wen versucht der BVB hier zu parodieren?

Bevor die Frage in den Kommentaren auftaucht: Ich habe auch keine Ahnung, wie so etwas sein kann. Man erkennt aber, dass den Schwarzgelben zumindest nicht explizit bewusst ist, dass man mit einer Überzahl im Zentrum vielversprechende Angriffe kreieren kann. Das ist ein Problem, das in der Ära Klopp aber relativ neu ist. Früher fokussierten sich die Borussen im Aufbau sehr stark auf das Zentrum und waren dort auch sehr kombinationsfreudig; auch in dieser Saison gab es schon gute Auftritte diesbezüglich, vor allem im Pokal gegen St. Pauli. In dieser Partie war das strategische Bewusstsein der Dortmunder aber wie weggeblasen, wie auch schon ansatzweise gegen Arsenal.

Zu wenig Bewegung in den Kreativräumen

Zu guter Letzt war dann auch die Reaktion auf vielversprechende Situationen im Zentrum häufig schlecht. Besonders in der ersten Halbzeit erstarrten die Offensivspieler häufig in Ehrfurcht, wenn Kagawa oder vor allem Mkhitaryan den Ball in einer Lücke des Zentrums erhielten. Großkreutz brachte seine großartigen Fähigkeiten im Bewegungs- und Kombinationsspiel überhaupt nicht ein, sondern beschränkte sich in einer tumben, uninspirierten Vertikalrolle. Aubameyang und Ramos zeigten wenig unterstützende, ausweichende Bewegungen. Von den beiden defensiven Sechsern gab es überhaupt keine Bewegung in die höheren Räume. Shinji, Henrikh, hier habt ihr den Ball, macht mal irgendwas.

Frankfurt - Dortmund Min45

Mkhitaryan wird in einer Lücke im Zentrum angespielt. Dass er hier nicht mehr in einer Lücke ist, liegt daran, dass er schon ein kurzes Dribbling hingelegt hat. Diese Zeit hat aber niemand genutzt, um sich für ihn freizulaufen. Aubameyang marschiert linear in eine völlig wertlose Position, die ohnehin nicht anspielbar ist. Kagawa und Ramos binden zwar je zwei Gegenspieler, aber stehen dabei auf der Stelle. Auch Kehl und Durm sehen sich die Szene aus der Distanz an. Mkhitaryan hat weder Struktur, noch Raum und vor allem keinerlei Dynamik um sich herum. Stell dir vor, das Spiel ist im Zehnerraum und keiner geht hin.

Jetzt die Pointe: Aus dieser Szene entstand das Abseitstor. Mkhitaryan zog in einer verrückten Bewegung gleich fünf Gegenspieler auf sich und rumpelte sich dann mit Kagawa und Ramos zusammen durch die Enge. So ähnlich kamen die Dortmunder immer wieder mit ihren individuellen Fähigkeiten zu gefährlichen Szenen und verzeichneten wie üblich deutlich mehr Schüsse als der Gegner. Wegen der vielen taktischen Defizite waren darunter aber eben kaum klare Chancen. Dass diese klaren Chancen dann auch noch vergeben wurden, ist dann das nötige Pech, welches sich wie üblich dazugesellte. Wenn man so viel falsch macht, kann das aber kaum eine Entschuldigung sein.

Fazit

Bei aller Kritik muss man an der Stelle festhalten: Die massenhaften Fehler, die der BVB in dieser Partie machte, sind nicht wirklich typisch für das Dortmunder Spiel der laufenden Saison. Es handelt sich einfach um die schwächste oder zumindest eine der schwächsten Dortmunder Leistungen. Allerdings stehen die Fehler in ihrer Quantität und Qualität stellvertretend für ein grundsätzliches Dortmunder Problem: Das Ballbesitzspiel ist nicht strukturell gefestigt.

Es ist nicht so, dass die Schwarzgelben grundsätzlich nicht zu gutem Ballbesitzspiel fähig sind. Wenn dieses aber gut funktioniert, dann hängt das stark mit bestimmten Personalien zusammen. Es hat keine feste Basis in der mannschaftlichen Struktur und den mannschaftstaktischen Fähigkeiten aller Spieler; im Gegensatz zum Pressing, Konterspiel und Gegenpressing, die in jeder Konstellation gut funktionieren. Die Gründe, Kontext und Details dieses Themas werden in den weiteren Teilen unserer Serie „Klopps größte Krise“ noch näher beleuchtet werden.

Zuletzt sollte ich noch festhalten, dass die Borussen zwar aus dem Spielaufbau wenig generierten, aber dafür gegen die recht mutig agierenden Frankfurter wenigstens ein paar Kontersituationen hatten, aus denen sie bessere Gelegenheiten generierten. Das Thema ist wegen des Analysefokus unter den Tisch gefallen und sei an der Stelle noch einmal erwähnt, um die Gesamtleistung besser einzuordnen. Doch auch die Eintracht behalf sich nicht nur mit dem Bolzen, das zu den Toren führte, sondern generierte ebenfalls Gefahr mit konstruktiveren Konterangriffen.

ES 3. Dezember 2014 um 23:46

Auch wenn es extremst langweilt: Wieder mal ein unglaublich brillianter Artikel von MR. Mittlerweile ist es wirklich schon spannender diese Artikel zu lesen als die Spiele selbst zu sehen.

Mit der Bitte um Verzeihung ein außertaktischer Aspekt, nämlich die Kloppsche Rethorik, die ich in den Meisterjahren außerordentlich gut fand, und bei der es ihm extrem gut gelungen ist, den Druck von der Mannschaft zu nehmen. Nämlich die ging im Wesentlichen so: „Die Tabelle interessiert mich nicht. Wir schauen auf das nächste Spiel, Bayern interessiert uns nicht. Meisterschaft ist nett, aber nicht wirklich wichtig. Wir sind auf einem Weg, der geht über die Saison hinaus etc….“ (natürlich viel besser von Klopp im Originalton, aber so ähnlich). Ich glaube, das hat viel Druck von der Mannschaft genommen. Nun müsste er ähnlich agieren, z.B. „Tabelle interessiert mich nicht, letzter Platz auch nicht, wenn wir absteigen, ist mir das auch egal, uns interessiert nur die langfristige Entwicklung, und da gibt es auch mal Tiefen. Ich habe ein Super-Team, an das ich glaube. Ich glaube an die Kraft, die in dem ganzen Club steckt, und da ist der Tabellenplatz oder die Tatsache, ob wir absteigen oder nicht völlig irrelevant. Wäre extrem cool, würde Druck nehmen, und könnte sich so nur ein Einziger in der BL leisten, nämlich Klopp himself

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ES 3. Dezember 2014 um 23:52

Ich weiss, kann er so nicht im Ernst sagen. Aber Klopp wirkt für mich aktuell in seiner Rethorik zwar immer noch sehr authentisch, aber nicht überzeugend. Und manchmal kommen zumindest aus der Ecke Zorc und Watzke auch so „Mannschaft ist in der Pflicht“-Sprüche. Die sind nicht besonders fantasievoll, anspornend und hilfreich. Und natürlich: Keine Ahnung, was Klopp intern zu seiner Mannschaft sagt.

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HW 4. Dezember 2014 um 08:19

Naja, wenn man ganz unten steht sind die meisten Aussagen nicht überzeugend.

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HW 4. Dezember 2014 um 08:49

Man muss wohl zwischen positivem und negativem Druck unterscheiden. Auch als der BVB Meister wurde, hat Klopp nicht völlig ergebnisunabhängigen Fußball spielen lassen. Er hat eigentlich immer nur darauf verwiesen, dass man keinen Druck hat weil man mehr als die Erwartungen erfüllt (als Tabellenführer).
Jetzt ist die Situation natürlich eine andere. Dortmund erreicht nicht mal irgendwelche Minimalanforderungen. Und es steht das wirtschaftliche und sportliche Überleben auf dem Spiel. Da wäre nach 1/3 der Saison jede Aussage wie, „mich interessiert die Tabelle nicht“, unangebracht und unglaubwürdig. Und Unglaubwürdigkeit ist nur dann authentisch, wenn man eh immer unglaubwürdig ist.
Klopp kann sich, auch in der Öffentlichkeit, nicht der Situation verweigern (vielleicht hat der BVB das schon zu lange gemacht?). Er muss natürlich gleichzeitig verhindern, dass der Druck für sein Team zu groß wird. Den Druck durch die Tabelle kann er nicht beeinflussen (oder nur durch Ergebnisse). Den Druck in den Medien kann er versuchen von den Spielern weg zu lenken. Und er kann vermeiden selbst weiteren Druck auf das Team aufzubauen.
Aber jeder Spieler ist da anders, wenn es um Druck geht. Dazu kommt im Abstiegskampf, die Angst vorm Versagen (man will keinen Ball mehr haben usw.). Außerdem ist es ja richtig, dass die Spieler liefern müssen (wie alle anderen auch). Man muss das vielleicht nicht so sagen, aber die sind sicher nicht beim BVB um um Platz 15 zu spielen, sondern für die Top 4.
Klopp und sein Team müssen jetzt den Balanceakt zwischen deutlich machen der Situation (vor allem bzgl. spielerischer Inhalte) und Lockerheit schaffen. Das Team darf nicht verkrampfen oder noch stärker verunsichern, aber es muss ernsthaft und zielgerichtet sein. Hier geht es nicht darum, was man gewinnen kann, sondern was man vielleicht verliert. Ich glaube es ist schwer für den BVB einen Kampf um den Klassenerhalt positiv darzustellen.

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ES 4. Dezember 2014 um 10:10

O.K., so kann man das sehen oder darstellen. Aber mal anders gefragt: Befindet sich der BVB mittelfristig mal prinzipiell auf dem richtigen Pfad? Ich habe die bisherigen Artikel in spielverlagerung so verstanden, dass das schon der Fall ist. Das heisst, der Verein ist in einer Umbruchphase, es kommen viele ungünstige Faktoren hinzu, aber im Prinzip weiss man, wo es langgeht, wo man hinwill und ist da auf einem steinigen Weg (z.B. im Umbruch zu Ballbesitzfussball). Wenn das so ist, warum kann man dann nicht zu der (zugegeben radikalen) Einstellung kommen, dass das Jetzt des Tabellenplatzes sowie das Jetzt des schlechten Spiels auf Grund des negativen Momentums nicht so wichtig ist. Ich glaube z.B. nicht, dass das wirtschaftliche und sportliche Überleben auf dem Spiel steht, selbst wenn BVB absteigen sollte. Dafür ist der Verein viel zu groß und zu stark, und man hat in der Vergangenheit schon ganz andere Krisen bewältigt. Hier auf spielverlagerung wird doch immer gegen die Momentaufnahme, den kurzfristigen Pragmatismus etc. argumentiert, und eher auf die langfristige Entwicklung geschaut.

Oder gibt es hier noch ein ganz anderes Problem und eine ganz andere Bindung wegen der Börsennotierung?

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HW 4. Dezember 2014 um 11:38

Das Problem ist natürlich, dass der kurzfristige Misserfolg die langfristige Planung kaputt machen kann. Wenn der BVB jetzt wirklich glauben würde, das legt sich mit der Zeit, man sei halt im Umbruch, und dann drei Spieltage vor Schluss immer noch auf Platz 17 oder 18 steht, dann hatte man das Ende mit Schrecken vor Augen. Und in der zweiten Liga ist jede bisherige Planung (sportlich und finanziell) wertlos. Der BVB geht sicher nicht pleite, aber man müsste schon ganz viele Regler auf Null drehen.

Ich denke auch, dass sich der BVB im Umbruch befindet. Man hat auch Aussagen aus dem Club gehört, ein Jahr ohne CL könne man verkraften. Aber irgendwo ist die Schmerzgrenze.
Ich kenne Klopps Planungen nicht, vielleicht sieht er sein Wunschsystem und den Kampf gegen den Abstieg nicht als Widerspruch. Vielleicht hat er auch erkannt, dass der bisherige Plan nicht funktioniert. Eigentlich ist das egal, wichtig ist, dass er von seinen Ideen überzeugt ist und, dass er noch Antworten findet (nicht ratlos ist im Training). Aber die aktuelle Tabellensituation als unwichtig zu bezeichnen wäre doch unglaubwürdig oder sogar leichtfertig.
Ich fand eine Aussage zuletzt interessant. Es ging um die vergebenen Chancen. Im Abstiegskampf würde man das sonst einfach „hinnehmen“. Als kleines Team erwartet man nicht bei jedem Abschluss ein Tor. Die Spieler des BVB dagegen grübeln zu viel über jeden Fehler.

Das hat nichts mit der allgemeinen Spielweise zu tun. Die Perspektive muss man nicht aus den Augen verlieren. Aber man ist doch schon dabei dass genau das passiert. Wenn man die Probleme und Schwächen nicht reduziert, wie soll man dann effektiv die Planung vorantreiben? Da fehlt die Basis.

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HW 4. Dezember 2014 um 11:46

Mal ganz hart gesagt. Ein Abstieg wirft den BVB mind. um 2 Jahre zurück. Diese Saison und die nächste sind dann futsch. Die Aktien gehen in den Keller. Wäre mir erstmal egal, hab aber keinen Plan wie sich das auf mögliche Investoren, Kredit-Konditionen usw. auswirkt. Die Einnahmen brechen ein. Da ist die Frage wie lange man den Kader zusammen halten kann. Ein paar Spieler bleiben bestimmt, andere wollen weg oder wären gutes Tafelsilber.
Sicher hat der BVB schon sehr schlimme Zeiten durchgemacht, z.B. als man fast Pleite war. Aber wäre man damals abgestiegen, dann wäre der Verein vielleicht „gestorben“. Heute weiß man, der BvB kann sich davon erholen. Trotzdem würde es den größten Konkurrenten der Bayern weit zurückwerfen.

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ES 4. Dezember 2014 um 12:34

Keine Frage. Ein Abstieg wird den Verein um 2-5 Jahre zurückwerfen – und einen kompletten Neuanfang auf allen Ebenen nötig machen. Und man verpasst Entwicklungen und Investitionen bei den Spitzenclubs in der Zeit (noch mehr Internationalisierung im Marketing, neue Finanzierungs-Modelle etc.). Ob man sich danach nochmal ranrobben kann an Europas Top-10? Fraglich. Ja, Abstieg ist objektiv Mega-schlimm. So wie Meisterschaft Mega-Geil ist. Und genau deshalb muss man diesen Gedanken vollständig aus den Köpfen rauskriegen und ganz woanders hingucken. Über das Tagesgeschäft hinaus. Sonst wird der Druck zu groß. Ich sehe ein, das das schwierig ist, wenn man gleichzeitig authentisch bleiben will. Aber Klopp war immer schon ein sehr guter Trainer und Rethoriker. Beim Letzteren fehlt mir momentan die Ausnahmeklasse, die er bisher dargesetellt hat und die auch gebraucht wird. Aber ich hab auch leicht reden…ich steck nicht bis zum Hals in der Sch…lagsahne

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HW 4. Dezember 2014 um 13:11

Aus Sicht des BVB ist es natürlich richtig jetzt positives zu pflegen und zu kommunizieren. Aber ich bin ja nicht beim BVB und darf daher auch die negative Situation darstellen.

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HW 4. Dezember 2014 um 11:54

PPS

Du schreibst von einem negativen Momentum. Aber man muss einem Momentum auch gegensteuern. Man darf das nicht mit Pech verwechseln. Pech ist, wenn ich einmal von einem Bus angefahren werde, weil die Ampel kaputt ist. Wenn ich aber jeden Tag vom Bus angefahren werde, dann muss ich mich fragen wie ich diese Situation verhindern kann. Wie komme ich aus dieser Abwärtsspirale raus? Ich kann doch nicht einfach hoffen, dass morgen kein Bus kommt. Mache ich etwas falsch? Was kann ich anders/besser machen?
Einfach darauf setzen, dass die Fehler, die offensichtlich gemacht werden, nicht mehr gemacht werden, ist zu wenig. Man muss aktiv gegensteuern!

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ES 4. Dezember 2014 um 12:43

Ja, auch das ist richtig. Nur, das doofe an einem Momentum ist ja gerade, dass einfache Gegensteuerungsmaßnahmen nicht helfen. So wie man umgekehrt bei positivem Momentum auf der Welle reitet und nix falsch machen kann (außer das Momentum abreißen zu lassen). Ich glaube auch nicht, dass Pech die Erklärung ist. Es ist so: Negative Dinge verstärken sich mehr als es positive tun. Also steht man analytisch vor der Aufgabe: Was kann ich tun, damit die negativen Dinge (der Fehlpass, das Verletzungspech etc.) sich nicht so schlimm verstärken (z.B. in der Kette zu einem spielerischen Abschwung bis hin zu einem echt schlechten Spiel in Frankfurt führen). Und die positiven Dinge (die richtige Aktion, die richtige taktische Maßnahme) das Schwungrad ankurbeln (z.B. durch ein Tor, ein Positiverlebnis etc.). Schwierig. Aber die Kompetenz ist sicher im Verein da, um die Analysen zu führen und Maßnahmen zu finden.

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HW 4. Dezember 2014 um 13:07

Sehe ich am Ende auch so. Ein Momentum ist kein magischer unerklärlicher Zeitraum. Klar verstärken sich positive oder negative Erlebnisse. Man lebt halt auch von seinem Selbstbewustsein. Ich meine auch nicht, dass der BVB sich jeden Morgen vorwurfsvoll die Tabelle anschauen muss. Aber es gibt Gründe warum man da unten steht und die muss man irgendwie berücksichtigen.
Wenn ich also gerade in einem Abwärtstrend stecke, dann muss ich mir irgendwie Stabilität oder positive Erlebnisse besorgen um wieder in einen Aufwärtstrend zu kommen. Das kann ich zumindest versuchen zu beeinflussen.
Man kann ja nicht einfach nach Plan X von vor fünf Monaten weiter machen, nur weil der Plan so toll war. Man ist jetzt in einer anderen Situation. Da muss man irgendwie Stabilität erzeugen. Wenn Spieler verunsichert sind und zu Fehlern neigen, dann wähle ich keine Taktik in denen sich diese Fehler häufen, bzw. ich wähle eine Taktik in der die Spieler Vertrauen zurück gewinnen. Spieler A muss einfach wissen, verliere ich den Ball, dann stehen meine Mitspieler bereit um ihn schnell zu erobern. Löcher im Mittelfeld oder vorpreschende, anstatt absichernde, Spieler helfen da wenig. Die Sicherheit muss Klopp irgendwie in die Taktik und dann auch in die Köpfe bringen.
Ich glaube, wenn der BVB das erstmal hinbekommt, können sie auch schnell ins Rollen kommen und viele Plätze aufholen. Nur muss das irgendwann passieren, sonst ist die Hypothek zu groß.

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LM1895 5. Dezember 2014 um 17:29

Ich reg zwar grad nichts zum eigentlichen Inhalt bei, aber die Metapher mit dem Bus gefällt mir 😀

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LM1895 5. Dezember 2014 um 17:29

*trag 😉

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David 3. Dezember 2014 um 13:42

Ein Aspekt der in der Analyse nicht zur Geltung kommt, mich aber schon länger beschäftigt, ist Weidenfeller. Auf der Linie ist er sicherlich überragend, dafür empfinde ich ihn (Achtung, subjektiv-bitte nicht zerfleischen ;)) in Sachen Strafraumbeherrschung bei hohen Bällen und vor allem im Aufbauspiel teils eine absolute Katastrophe. Gerade in hektischen Situationen wirkt er alles andere als souverän, spielt die Bälle ungenau mitten in Gefahrenzonen hinein oder behilft sich einfach mit langen Bällen, die nicht sonderlich gezielt wirken und meist in gegnerischen Ballbesitz enden, Klar hat Dortmund keinen Fellaini, den man einfach 100 mal anbolzt und der davon 95 behauptet, dennoch wirkt Weidenfeller hier für mich als wäre er unter dem Niveau der meisten Bundesligatorhüter. Gerade in schwierigen Phasen/Spielen, wo die Mannschaft nervös ist, schafft er es überhaupt nicht, einen Ruhepol darzustellen, ganz im Gegenteil, er beginnt dann selbst Fehler zu machen. Ich weiss, dass das sehr subjektiv ist, und vermutlich überspitzt. Ich sehe im Grunde jedes BVB und jedes FCB Spiel, der Kontrast zu Neuer lässt das Ganze vielleicht auch etwas drastischer wirken. Trotzdem würde ich gerne eure Meinung dazu hören 🙂

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Koom 3. Dezember 2014 um 15:12

Das Problem würde ich nicht so extrem sehen. Sicherlich stimmt die Aussage, dass Weidenfeller auch gerade kein Ruhepol ist (gut zu sehen am 2. Gegentor gegen Frankfurt). Im Normalfall macht er seine Sache aber extrem ruhig und souverän. Gerade versuchen halt sehr viele BVB-Spieler alles im Alleingang zu retten. Immobile und Aubameyang schießen immer selbst aufs Tor, Hummels will selbiges permanent direkt vorbereiten, Weidenfeller mit Risiko-Spiel den Ball früh abwehren usw. Da kann man sicherlich noch einige Namen mehr nennen. Dieser Aktionismus (oder auch fehlende Ruhe) ist eines der Kernprobleme der Dortmunder – und natürlich auch der Situation geschuldet, aber nicht nur.

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king_cesc 3. Dezember 2014 um 15:26

Ist das dann eigentlich ein Fall des Action-Bias?
In schwierigen Situationen reagiert man indem man handelt, selbst wenn ein ruhiges betrachten (hier ruhiges Passpiel) passender wäre.

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Koom 3. Dezember 2014 um 15:52

Bias? Du meinst, dass die Dortmunder dazu neigen, eher hektisch (geradezu dogmatisch hektisch) zu handeln, anstatt es – sagen wir – strategischer angehen? Kann ich mir vorstellen. Dürfte systembedingt sein (Ballgewinn in gegnerischer Tornähe -> schnelle Spielfortsetzung um Chance zu generieren) und zusätzlich momentan der Situation des Tabellenstandes (müssen gewinnen -> mehr Tempo -> schneller zur Chance) und der Rückkehrer (lange nicht gespielt -> will umso mehr Gas geben).

Kann gut sein, dass das ziemlich im Rückgrat verankert ist, dann kriegt man das auch nicht mit 1-2 kräftigen Ansagen beim Training raus. Das Problem dabei wäre ja auch, dass dir ein Stratege nicht hilft, wenn der Großteil der Mannschaft gerade zappelig ist.

Aber vielleicht meintest du auch was anderes. 😉

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HW 3. Dezember 2014 um 16:14

Action-Bias oder übers Knie brechen. Ich glaube das Problem ist insgesamt nicht zu viel Action. Es fehlt eher an der richtigen Aktion. Den BvB hat dieser aktionsreiche Stil ausgezeichnet, das muss man nicht andern (oder zwingend beibehalten). Nur werden oft die falschen Entscheidungen getroffen. Ein Beispiel oben ist das Gegenteil von zu viel Aktionismus. Vorne wollen zwei Spieler kombinieren, aber der Ball wird vorher schon quer gespielt.
Man hat also eher das Problem einheitlich Aktionen durchzuführen. Dadurch sind Ballverluste wahrscheinlich und wenn dann die Absicherung nicht stimmt, folgen oft Konter. Für mich ist das fehlende Balance und Stabilität.

Bei einzelnen Spielern, oder in einzelnen Aktionen kommt ein Action-Bias sicher ins Spiel, genauso wie manchmal dann auch der Mut fehlt. -> Verunsicherung!

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cheffe 3. Dezember 2014 um 18:16

Wie ich unten schon andeutete, seh ich’s bezüglich Weidenfeller genauso wie David. Der Torhüter ist nunmal in vielen Situationen der erste Impulsgeber und bestimmt mit großem Einfluss, wie der folgende Angriff sich entwickeln könnte. Schätzt er die Lage falsch oder ungenügend ein, bürdet er grade einem so fehlerhaften/instabilen Team, wie es der BVB momentan ist, ziemlich was auf (wäre übrigens mal einen ausführlichen Artikel auf sv.de wert, wie ich finde, der diese Rolle vielleicht auch mit Beispielen analytisch unterfüttert).
Den „Aktionismus“, den Koom anspricht, seh ich natürlich auch beteiligt, bin mir aber nicht ganz sicher, ob man ihn „systembedingt“ nennen darf – ist das Dortmunder Spiel nicht einfach von der Spielphilosophie her sehr auf Tempo und schnelles Umschalten fokussiert? Dementsprechend läge ein latenter Aktionismus dann – systemunabhängig – gewissermaßen „in den Genen“. Jojo hat übrigens unten, sehr zu Recht, die unheimliche Dynamik von Mkhitaryan grade auf den ersten Metern angesprochen. Dann würde ich einfach vermuten, dass die momentan zur Verfügung stehenden oder eben eingesetzten Spieler – etwa Kehl/Bender auf der Doppelsechs – einfach nicht gut harmonieren…

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Dreser 3. Dezember 2014 um 23:36

Weidenfeller hat einfach nicht die spielerische Klasse.

Am deutlichsten sieht man das bei der NAtionalmannschaft: Ich reibe mir jedesmal die Augen, wenn ich sehe, wie kläglich Weidenfeller versucht, mitzuspielen, sich ins Aufbauspiel zu integrieren, Situationen zu antizipieren.

Er kann das einfach nicht, denn er ist eher ein Torhüter alter Schule – mit überragenden Fähigkeiten auf der Linie und im 1:1, und selbst in der Strafraumbeherrschng sehe ich ihn nicht so schlecht.

Die Situation zum 2:0 ist aus meiner Sicht daraus entstanden, dass Weidenfeller versucht hat, den Neuer zu machen – und dabei kläglich gescheitert ist, weil der Ginter das nicht wusste.

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nougat 4. Dezember 2014 um 09:59

ist denn nicht mitch langerak nicht der mann der zukunft ? hat das klopp nicht selbst mal so formuliert ? weidenfeller ist momentan DER unruheherd in der mannschaft schlechthin. wenn der keeper sich so ein ding ins nest legen lässt wie beim 2:0, in so einer prekären situation wie momentan, würde ich als trainer schon über einen keeperwechsel nachdenken.

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David 8. Dezember 2014 um 13:09

Gesagt getan 🙂 Mal sehen ob Weidenfeller tatsächlich länger auf der Bank platznehmen muss, könnte aber schon ein erstes Zeichen für eine Wachablöse sein.

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CE 8. Dezember 2014 um 13:17

Zu Beginn der Rückrunde wird Weidenfeller aufgrund des AFC Asian Cup auf alle Fälle wieder mal im Tor stehen. Es bleibt wirklich spannend, die Entwicklung auf dieser Position zu beobachten.

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cheffe 3. Dezember 2014 um 10:47

Mir vermittelt MR’s großartige Analyse auch den Eindruck, dass (hauptsächlich in den üblichen Medien) die Situation zu sehr an Mkhitaryan und Kagawa festgemacht wird. Grade der Armenier ist für mich momentan die ärmste Sau im Team, da er weder einzelne Mitspieler noch ein funktionierendes Teamgefüge um sich hat, in dem er seine – für mich unzweifelhaft großartigen – Fähigkeiten ausspielen kann. Obendrein scheint er psychologisch nicht ganz klarzukommen, was seine Chancenverwertung zumindest vermuten lässt (dass ihm hierbei generell die Qualität fehlt, kann ich mir nicht vorstellen. Sonst schießt man als Mittelfeldspieler nicht mal schnell über 20 Tore in einer Saison, wie es ihm ja schon gelungen ist).
Kloppo sollte wirklich sehr schnell versuchen, Gündogan/Sahin wieder einzubauen, um die Anbindungen, achwas, überhaupt mal wieder das ordentliche Fußballspiel zu fördern. Bis vor dem Arsenalspiel hatte ich noch das Gefühl, es ist eine Frage der Zeit, aber die letzten beiden Leistungen würden mir als Dortmund-Fan wirklich Angst machen.
Noch ein Punkt fällt mir auf, der nicht im Artikel, aber hier in den Kommentaren schon angedeutet wurde: Weidenfeller ist auch ein Teil des Problems. Man muss nicht ständig alles an Neuer messen, aber als zusätzlicher Mit- und Aufbauspieler gehört er meines Erachtens eher zum unteren Durchschnitt. Manchmal habe ich das Gefühl, er kann das Spiel einfach nicht lesen, beispielhaft natürlich die Szene vor dem Null-Zwei, wo ja viele allen Ernstes einen Fehler von Ginter sehen, obwohl Weidenfeller komplett im toten Raum rumturnt und Ginter keine Hilfe ist. Und gerade bei den beschriebenen Problemen wäre ein zusätzlicher Aufbauspieler, den mittlerweile einige Goalies in der Liga schon viel besser geben, dem BVB eine große Hilfe.

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Jojo 3. Dezember 2014 um 12:47

Ich bin Dortmundfan und ich habe Angst. Irgendwie hoffe ich ja noch, dass das alles Teil eines Planes ist, um durch eine überragende Rückrunde, mit der sie noch die CL-Plätze erreichen, ins Rampenlicht zu kommen XD

Mit Miki und Kagawa gebe ich dir Recht. Von den Medien wird die Messlate auf eine Heilsbringer-Stufe erhöht. Und dann wird geschrien, dass sie den BVB nicht „retten“.
Dabei halte ich die Leistungen der beiden (als Einzelne) betrachtet als solide. Nicht überragend aber im Vergleich zu den anderen auf jeden Fall noch die „Besseren“.
Dass sich Kagawa sehr oft im Aufbauspiel auf den 6er-Raum zurückfallen lässt (und daher meistens auch in Strafraumnähe fehlt), erwähnt keiner. Auch nicht, WARUM er das tun muss. Wo wir wieder beim Thema Kehl + Bender wären…
Miki ist wieder eine andere Geschichte. Wenn er am Ball ist, versprüht er aus meiner Sicht immer eine solche Dynamik, dass ich jedes Mal denke, dass jetzt was Geiles passiert. Tut es aber meist nicht. Er kann sich ja schlecht durch 6 Defensivleute durchtanken.
Seine Abschlussschwäche ist vermutlich kein Unvermögen, sondern reine Psyche. In diversen Interviews von ihm und Kollegen konnte man ja schon raushören, dass er sehr nachdenklich ist und sich wegen der hohen Ablösesumme selbst unter Druck setzt. Wenn er das in dem einen Jahr nicht abstellen konnte, kann er das dann generell? Wer muss da mehr tun? Psychologen und Trainerteam kümmern sich da sicherlich schon ne Weile drum…

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balli 2. Dezember 2014 um 18:21

tolle analyse, die einem aber auch angst macht vor den kommenden wochen.

ich habe das gefühl, dass auch einfach das unpräzise passspiel des bvb deutlich zugenommen hat. durch mangelndes technisches können wird der pass oft nicht in den fuss, sondern einen halben meter daneben gespielt oder hoppelt anstatt zu rollen. auch gestoppte bälle springen oft weg. jetzt kommt noch das „weiche“ bein des fehlenden selbstvertrauens dazu. dadurch geht dem spiel system in wichtigen momenten viel dynamik verloren, gerade wenn man den ball erobert hat. zudem provoziert ein unpräziser pass schneller ballverluste, weil man sich selbst dadurch in ungünstige situationen bringt.

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nougat 3. Dezember 2014 um 09:55

ein überzeugender, wirklich überzeugender sieg gegen hoffenheim, und die welt sieht wieder ganz anders aus. zugegeben: die neuzugänge sind noch nicht eingeschlagen und werden wohl noch eine weile brauchen, um das spiel von klopp verinnerlicht zu haben, insofern muss man sich da systemtechnisch etwas anpassen und das kann auch gewaltig ins auge gehen… ich vertraue da dennoch auf klopp. was sicherlich am allermeisten schockt ist der neuerliche ausfall von reus. du brauchst einfach einen in der mannschaft, den du dem ball geben kannst, der damit auch etwas anfangen kann. dass du das gefühl hast, egal was passiert, vorne geht immer etwas. ist halt das jahr nach der weltmeisterschaft. vllt der einzige trost, dass das selbst den bayern schon mal passiert ist. klopp muss die abstiegsgespenster verscheuchen – sofort !!!

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knorke 2. Dezember 2014 um 16:24

Ich bin ja momentan irgendwie völlig desillusioniert. Die Mannschaft hat momentan Pech, trifft schlechte Entscheidungen, setzt ihr eigenes Repertoire nur ungenügend um und schafft es nicht, sich Sicherheit zu verschaffen. Wie sollen die das rauskommen? Wenn überhaupt dann doch nur in der Winterpause. Man wünscht sich ja direkt, dass die nächsten Spiele jetzt schnellstmöglich kommen, egal wie sie ausgehen, damit die Mannschaft im Winter an sich arbeiten kann, ohne jede Woche auf die Fresse zu kriegen.

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Peda 2. Dezember 2014 um 15:39

Ich bin wirklich skeptisch, ob sich in der gegenwärtigen Situation des BVB wirklich substantiell etwas analysieren lässt, da – wie es MR im Fazit zum ersten Krisenartikel formuliert hat – rationale Entscheidungen mittlerweile weitgehend durch emotionale und ängstliche Reflexe verdrängt worden sein dürften.

Und auch wenn ich seit Verheijen weiß, dass man nicht interpretieren sondern nur beschreiben soll 😛 , aber zumindest mir fehlt bei den analysierten Szenen der Glaube, um dahinter Anweisungen oder gar einen Plan vermuten zu können.

In solchen Situationen wird gerne die Floskel verwendet, dass man das Glück erzwingen muss. Aber wie sagte einst schon Seneca der Jüngere:“Glück ist, was passiert, wenn Vorbereitung auf Gelegenheit trifft.“

Der BVB würde aus meiner Sicht also sehr gut daran tun mit den Herren Spielern im mentalen Bereich zu arbeiten, um zu einer stabileren Spielweise zurückzufinden, die erst die Gelegenheiten ermöglicht, das Glück zu erzwingen.

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HW 2. Dezember 2014 um 16:00

Ich sehe das auch so. Auch die Spieler auf dem Feld. Wie soll ein Trainer eine Aktion, wie zum 0:2 beeinflussen?

Natürlich kann man versuchen taktische Stabilisierung und mentale Stabilisierung sich gegenseitig stützen zu lassen. Aber im Moment ist der BVB das Team da unten, dem ich die schlechteste Form attestieren würde. Münchhausen zog sich ja mal angeblich selbst aus dem Sind. Der BVB dagegen sinkt unabsichtlich immer tiefer rein. Es gibt keine Erfolgserlebnisse an denen man sich orientieren oder aufrichten kann.

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datschge 2. Dezember 2014 um 14:53

Der BVB hat sich in der bisherigen Saison konsequent und erfolgreich der Spielkontrolle im tiefen Mittelfeld entsagt. Kagawa spielt immer auf der 10 und wurde immer gegen Offensivspieler gewechselt, auch wenn dies regelmäßig und vorhersehbar zu riesigen klaffenden Lücken zwischen Angriff und Abwehr führte. Gündogan darf nicht mit Kagawa zusammen sondern nur entweder oder. Mkhitaryan wird weiter auf seine fruchtlose Direktheit reduziert. Maruoka durfte nur mal kurze seine starke Ballbehandlung im Mittelfeld einbringen, als ein Spiel schon längst gelaufen war und ist seitdem in die Niederungen des Youth-Fußballs runtergereicht worden. Gleichzeitig wurde sehr lange auf Immobile, zusätzlich mit Aubameyang und gerne später auch noch Ramos als i-Tüpferl gesetzt. Dieser sture Fokus auf blanke „Ofnsivstärke“ hat ganz offenkundig System und ist so gewollt. In gewisser Weise ist es verwunderlich, dass Spielaufbau und Selbstvertrauen erst jetzt so richtig sichtbar anfangen zu leiden.

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HW 2. Dezember 2014 um 16:11

Kurz gesagt, der BVB setzt auf die Brechstange?

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datschge 2. Dezember 2014 um 18:00

Besonders die Wechsel (die in schöner Regelmäßigkeit nach hinten losgehen, BVB bekommt die meisten und schießt selber die wenigsten Tore in den letzten 30min) lassen diesen Schluss zu, ja.

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HW 3. Dezember 2014 um 17:50

Kann man das auf das ganze in-game-coaching beziehen oder betrifft es vorrangig die Einwechslungen? Wenn es nicht läuft, wird noch vertikaler oder direkter gespielt und dabei die Kontrolle vernachlässigt.
Dazu kommen individuelle Fehler oder, wie an anderer Stelle genannt, Action-Bias.

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Koom 3. Dezember 2014 um 17:55

Ja, den Dortmundern würde weniger „Action-Bias“ *g* und mehr Spielkultur/kontrolle gut tun. Vorne ruhig mal Ramos bringen (der ja als Pressingstarker Spieler eingekauft wurde), dahinter Großkreutz, Kagawa, Mhkytarian, abgesichert von Gündogan und Kehl/Bender.

Das sind alles ballsichere, laufstarke Spieler, die sowohl mit als auch gegen den Ball viel können (Mhkytarian dabei noch als „wenigster“). Da hätte man nicht so einen Offensivdrang und Hibbeligkeit und recht viel Spielkultur. Und Ramos hat auch in Berlin gezeigt, dass er weiß, wo das Tor steht – ohne zu Lasten der Defensive. Aubameyang und Immobile sind halt reine Offensivspieler, die zudem beide nicht den Ball halten können, sondern nur mit ihm angreifen können.

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FAB 2. Dezember 2014 um 13:59

Ich finde, dass in diesem Zusammenhang die Personalie Kagawa sehr wenig thematisiert wird. Der BVB hat in den Spielzeiten 10/11 und 11/12 ein System gespielt das perfekt auf Kagawa zugeschnitten war. Hinter ihm hatte er mit Hummels und zumindest 10/11 mit Sahin Spieler die kein Kurzpassspiel bzw. geordneten Spielaufbau betreiben, sondern eher mittellange bis lange Bälle auf die Offensivspieler spielen. Kagawa war es dabei auch gewohnt einen Stoßstürmer mit Barrios bzw. Lewandowski zu haben, der ihm selbst Platzt schafft, der aber zugleich technisch sehr stark war, d.h. auch bedrängt angespielt werden kann. Auf den Außenbahnen waren dann Laufwunder wie Pisczek, Schmelzer, Großkreutz und Kuba zu finden. Kagawas Stärke besteht ja nicht unbedingt darin, den Gegner auseinanderzukombinieren, sondern entweder auszukontern (er braucht einfach auch ein stückweit Platz bzw. hat in engen Situationen mit dem Rücken zum gegnerischen Tor wenig Übersicht und wählt oft falsche Lösungen) oder gegenzupressen. Ich erinnere mich an die Spielzeiten so, dass der Ball häufig nach vorne geschlagen wurde, der Stoßstürmer auf Kagawa ablegt, der dann mit Blick in Richtung gegnerisches Tor und ausreichend Platz was geniales macht oder der Ball wird auf außen gespielt, alle sprinten hin, erpressen den Ballgewinn und auch hier findet Kagawa ein gute Lösung. Solche Situationen finden sich aber nicht mehr so leicht. Im letzten MR Artikel wird auch bereits angedeutet, dass der BVB und aus meiner Sicht speziell Kagawa Probleme bekommt, wenn die gegnerische Abwehr relativ hoch steht und trotzdem im MIttelfeld aggressiv und eher defensivorientiert attackiert. Dieses Gegnerverhalten gab es 10-12 in Bundesliga selten, dafür häufiger in der Premier League, weshalb sich Kagawa dort auch nicht durchgesetzt hat.
Fakt ist nun auch, das weder Immobilie noch Mhkitaryan mit Kagawa zusammenpassen und das sind eben die zwei teuersten Neueinkäufe der letzten beiden Jahre, die mit der Integration Kagawas folglich zu Fehleinkäufen werden.
Der BVB war speziell in der Saison 12/13 schon erheblich weiter und hat Ballbesitzspiel als weiteres Element eingeführt. Speziell die Rückrunde fand ich persönlich das Highlight unter Klopp, allerdings hatte er damals mit Gündogan,Götze,Reus,Lewandowski extrem gute Spieler hierfür. Die Saison 13/14 war ja eher wieder Stagnation, man hat dan mit unglaublich viel Willen und der individuellen Qualität von Reus und Lewandowski irgendwie die Saison gerettet. Aktuell gibt es aber keine klare Richtung, eine im Nachhinein mißlungene Transferpolitik und ein merkwürdig zusammengesetzter Kader. Ich verstehe bis heute warum z.B. in 13/14 nicht Kevin Volland anstelle von Mhkitaryan verpflichtet wurde (auch um der Transferpolitik treu zu bleiben), warum dann im Herbst nicht Koray Günter in die Mannschaft eingebaut wurde, sondern Manuel Friedrich verpflichtet wurde (klar das hätte Punkte gekostet, aber es geht auch um das Prinzip!)! Waren das alles Entscheidungen die getroffen wurden um unbedingt Bayernjäger zu bleiben? Zu 14/15 wäre es dann naheliegend taktisch was Neues auszuprobieren , z.B. auf Dreierkette umzustellen und z.B. mit einer flexiblen Doppel oder besser Dreifachspitze (analog Nationalmannschaft ohne echten Stoßstürmer) den Weggang von Lewandowski auszugleichen.
Generell bin ich einfach enttäuscht über die Verpflichtungen von Mhkitaryan,Immobile,Kagawa – Aubameyang ist hierbei eine Ausnahme. Zweifelslos sind das alles tolle Spieler, aber man hat sehr viel Geld ausgegeben und wird relativ wenig dafür bekommen. Ich bin einfach immer dafür auf die Talente in der Bundesliga zu schauen, auch wenn man da etwas Geduld braucht … aber ich bin mir aber sicher der BVB wäre mit Volland, Max Kruse usw nicht im Abstiegskampf.

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HW 2. Dezember 2014 um 16:09

Ich zweifel mittlerweile auch an der Qualität einiger Spieler, bzw. ob die Spieler gut zusammenpassen. Gerade in der Offensive / im Aufbau scheinen die Spieler unterschiedliche Spiele zu spielen. Fehlt da die Spielintelligenz, -übersicht oder passen ein paar Spieler einfach nicht zum Stil?

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gs 2. Dezember 2014 um 13:18

Es drängt sich schon langsam der Verdacht auf, dass Klopps taktisches Repertoire mittlerweile nicht mehr so ganz auf der Höhe der Zeit ist. Im Vergleich zu Guardiola sowieso, aber auch viele andere der heutigen Bundesliga-Trainer sind bestens ausgebildet und haben erfolgreiche Konzepte gegen die BVB Spielweise entwickelt.

Andererseits hat Klopp, gerade im Vergleich zum FC Bayern, diverse Schwächen im Kader: bis auf Hummels sind die Abwehrspieler technisch limitiert, das gleiche gilt für die MIttelfeldkräfte Kehl, Bender, Großkreutz, die zwar kämpferisch überzeugen, aber eben kein sicheres Ballbesitzspiel aufziehen können. Weidenfeller ist ein guter, aber kein überragender Tormann, und gerade als Ersatzlibero bzw. zusätzliche Anspielstation nicht nutzbar.
Viele der Offensivkräfte, vor allem die neu zugekauften, sind zwar extrem schnell und technisch versiert, haben aber klare Abschlussschwächen, können sich nur bedingt im 1:1 Dribbling durchsetzen, und denken das Konterrisiko ihrer Aktionen scheinbar oft nicht mit.

Es sollte doch möglich sein, als Trainer auf diese Defizite zu reagieren und die Jungs so weit defensiv und auf Konter ausgerichtet aufzustellen, dass man wenigstens mal wieder „die Null“ festhalten kann; das eine oder andere Tor fällt dann vorne schon trotzdem, und man käme mal aus dem Teufelskreis (unglücklich verloren -> Angst -> zu Recht verloren -> noch mehr Verunsicherung) heraus.
Und wenn dann nach Weihnachten ein paar Verletzte zurück kommen, kann man die ursprüngliche Strategie vorsichtig wieder aufnehmen.

Soll heißen: auch wenn’s schwerfällt, einfach mal von Pep abkupfern – dem fällt immer eine zum Personal passende Taktik ein 🙂

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AlexF 2. Dezember 2014 um 13:32

Leider finde ich den Artikel nicht, aber es gab hier auf der Seite schonmal eine gute Ausführung, wieso es für Dortmund schwer möglich ist, sich hinten reinzustellen (tiefes Mittelfeldpressing) und dann zu kontern.

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HW 2. Dezember 2014 um 16:04

Diese Guardiola Vergleiche sind doch Quatsch.

Was soll Klopp sich anschauen bei einem anderen Kader und wenn Guardiola sich auf jeden Gegner einstellt?
Wenn wir in den nächsten zehn Jahren alles mit Guardiola vergleichen müssen, dann gute Nacht. (sorry, nichts gegen sich GS, aber hab vor kurzem schon mal einen Vergleich Trainer in Krise mit Guardiola gehört.)

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AS 2. Dezember 2014 um 18:57

„Viele der Offensivkräfte, vor allem die neu zugekauften, sind zwar extrem schnell und technisch versiert, haben aber klare Abschlussschwächen“.

„Es sollte doch möglich sein, als Trainer auf diese Defizite zu reagieren und die Jungs so weit defensiv und auf Konter ausgerichtet aufzustellen, dass man wenigstens mal wieder “die Null” festhalten kann; das eine oder andere Tor fällt dann vorne schon trotzdem.“

Und wer soll diese Tore deiner Meinung nach schießen? Die Offensivkräfte mit der klaren Abschlussschwäche?

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gs 2. Dezember 2014 um 19:33

@AS: Guter Punkt 😉
Aber wie in Teil 1 der Analyse zur BVB-Problematik (ich glaube wenigstens, dass es dort ist) geschrieben steht, war Dortmund auch in seinen beiden Meisterjahren sehr oft nur mit 1:0 oder 2:1 erfolgreich. Soll heißen, die Abschlussschwäche war schon immer da, nur eben weniger Gegentore …
@HW: gut, den Pep-Vegleich ziehe ich zurück, aber mir kam es auch mehr auf die Frage an, ob Klopp wirklich noch die Avantgarde der Trainer ist, oder ob er mal einen Auffrischungskurs in Sachen Taktik braucht !? (z.B. mal hier bei spielverlagerung nachlesen 😉

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HW 3. Dezember 2014 um 09:23

Die „Avantgarde“ zu sein, ist kein Ziel, das ein Trainer haben sollte. Es geht darum eine Mannschaft mit einer Identität zu entwickeln. Da der BVB vor vier bis fünf Jahren gemacht hat, was andere erst seit vielleicht zwei Jahren machen, ist Dortmund in einem anderen Entwicklungsstadium. Nicht nur der zeitliche Vorsprung, auch der Erfolgsvorsprung aus den letzten Jahren hat den BVB in eine andere Situation gebracht.

Taktisch ist der BVB sicher nicht mehr das einzige Team, dass Gegenpressing spielt (oder es versucht), aber das war es vor vier Jahren eigentlich auch nicht. Und es war wohl nie Klopps Ziel einfach nur besonders fortschrittlich zu sein, der taktische Fortschritt war ein notwendiges Vehikel um eine funktionierende und erfolgreiche Mannschaft aufzubauen.
In der neuen Situation des BVB ging es nicht mehr darum aus der Masse in die Spitze zu stoßen, sondern die Spitzenposition unter veränderten Bedingungen zu behaupten. Neue Bedingungen sind: Regelmäßige Teilnahme an der Champions League, dadurch mehr Spiele, andere Gegner und mehr Einnahmen; Anpassung der Gegner in der Bundesliga an den jetzt Favoriten BVB; Abwandern von Spielern.
Einerseits macht die normale Kaderfluktuation eine Anpassung wie bei jedem anderen Club auch notwendig, andererseits sieht/sah der BVB die Notwendigkeit auch anders zu spielen wenn man mit der neuen Belastung und Leistungsanforderungen weiterhin erfolgreich fertig werden wollte. So wie der BVB erst Champions League lernen musste, muss er auch ein neues Spielsystem erst lernen.

Ich vermute, es war schon Klopps Idee nach den Meisterschaften, neben dem Gegenpressing ein effektiveres Ballbesitzspiel zu implementieren. Einfach um Belastungen besser steuern zu können und auch um auf Gegner noch besser reagieren zu können. Vielleicht war er von seiner Umsetzung zuletzt nicht überzeugt und hat deswegen für diese Saison wieder mehr direkteres Spiel gefordert, kann ich nicht genau sagen. Für mich sieht es aber im Moment so aus, dass für ein stetiges Kombinationsspiel dem BVB die Synchronisierung fehlt und die Rolle zurück zum alten BVB natürlich auch nicht gelingt. Daher die schlechte Abstimmung und die Fehler. Der BVB ist „lost in transition“.

Das liegt zum einen am Kaderumbau. Der Kader ist zwar breiter geworden, aber die Qualitäten (oder Talente) der Spieler liegen hauptsächlich im bespielen offener Räume, ein System wie das der Bayern kann ich mir kaum vorstellen. Dazu liegt es vielleicht auch etwas an der Auswahl der Personals. Kehl und Bender sind für mich z. B. eine eher unkreative Doppel 6, davor stehen dann aber oft sehr offensive Spieler (Auba, Kagawa, Miky usw.). Sahin oder Gündogan im Mittelfeld als kreative Elemente und ein Arbeiter wie Kuba würden dem BVB sicher gut tun. Ich will damit nicht sagen, dass es nur an der Aufstellung liegt, sondern, dass die aktuellen Aufstellungen oft schwierige Bedingungen begünstigen (meiner Fach unkundigen Meinung nach). Natürlich können wir von außen nur schwer die Gründe für diese Entscheidungen bewerten.

Um mal zurück zum Wort Avantgarde zu kommen. Ein erfolgreicher Trainer muss nicht die Speerspitze und der Vorreiter in taktischen Dingen sein. Man muss nicht ständig mit etwas neuem überraschen (das können wohl nur Teams mit der Qualität vom FC Bayern), man muss die Dinge die man macht nur besonders gut machen und dabei nicht im vorletzten Jahrhundert stehengeblieben sein.
Dortmund muss nicht zwangsläufig Innovationsführer sein, aber sie müssen wieder Leistungsführer werden.

Ganz allgemein kann man vielleicht feststellen, dass die Zeit der Double-/Meistermannschaft des BVB endgültig vorbei ist und eine neue Mannschaft entstehen muss. Die alten Leistungsträger in der Offensive sind fast alle weg (oder waren weg und sind zurück). Jetzt muss eine neue Mannschaft aufgebaut werden und der BVB muss sich an dieser Mannschaft neu messen lassen. Aufgrund der Erfolge hat man diese Mannschaft vielleicht etwas überschätzt, bzw. den Umbruch zu diesem Team unterschätzt. Realistisch betrachtet sollte der BVB nicht im Abstiegskampf sein, aber er ist es und muss sich dieser Situation stellen. Als ersten Bayernangreifer sehe ich dieses Team aber auch nicht zwangsläufig. Der BVB hat im vergangenen Jahr ein paar Prozentpunkte nachgelassen und dahinter haben Wolfsburg, Gladbach oder Leverkusen aufgeholt, so dass eines dieser Teams vielleicht der neue BVB werden kann. (Was nicht heißt, der BVB könne nicht zurückschlagen. Im Augenblick hat man nur andere Probleme.)

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HW 3. Dezember 2014 um 09:28

PS
Interessant wird es die Entwicklungen von Borussia Dortmund von Atletico Madrid in den nächsten Jahren zu vergleichen. Beide Teams waren/sind die Überraschungen der letzten Jahre, beide Teams werden sich in Zukunft behaupten müssen.
Besonders interessant wird die Nachhaltigkeit der Entwicklung, sollte mal eines der Teams einen neuen Trainer bekommen.

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Makuhl 2. Dezember 2014 um 11:52

Auch ich sehe, wie der Autor auch, eher strukturelle Probleme im Dortmunder Spiel. Die Offensive ist eigentlich eher auf Umschaltspiel und Konterfußball ausgeichtet, während die Defensive große Probleme hat die dafür benötigten Räume in der Präzision und der Schnelligkeit so zu bespielen, dass es zu gefährlichen Situationen kommt. Die Gegner des BVB machen es sich zur Aufgabe die IV und TW unter Druck zu setzen. Dies gelingt fast allen Mannschaften und gerade hier liegt ein großes Problem. Spielersich schafft man es zu selten dieses Anlaufen zu überspielen und dann Überzahlsituationen und -räume zu schaffen. Auch das wenig mutige Auftreten der AV, gerade Durm ist hier in Sachen Spielbalance überschätzt und (noch) überfordert, ist für das Ballbesitzspiel des BVB schädlich. Die Außenpositionen werden zumeist von Offensivkräften besetzt, die dort „festgenagelt“ werden. Ergebnis ist, dass die Offensive (wenn Reuss nicht spielt) meist nur aus Aktionen des Stürmers besteht. Das Mittelfeld ist meist ungefährlich oder auf die individuelle Klasse der Spieler angewiesen. Aus Spielsituationen geschieht hier zu wenig. Ich bin gespannt wie dies zu lösen ist: Sicherlich werden Sahin und Gündogan gerade dem Mittelfeld Struktur geben können und auch Hummels kann spielersich gegnerischen Druck überspielen. Tatsache ist jedoch, dass das Spiel (und der Erfolg) des BVB zu sehr an Personalien festhängt und nicht an der grundsätzlichen taktischen Struktur, die als Mannschaft verfolgt wird.

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Gh 2. Dezember 2014 um 13:17

Balleroberungen auf aussen oder Balloberungen nach langen Schlägen des Gegners, selbst das sollte doch wenigstens zum Remis reichen gegen personell schlechtere Gegner.

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AlexF 2. Dezember 2014 um 10:17

Leider hat man keine Einblick in die Trainervorgaben. Aber mir kam es manchmal so vor, als wollte Klopp es so, dass das Zentrum gemieden wird, um dort nicht wieder in gefährliche Pressingsituationen des Gegners zu kommen und so Ballverluste zu meiden. Würde zwar dem bisherigen Stil widersprechen, jedoch ist glaube ich der Fokus eher auf Stabilität im Moment.

Generell muss ich sagen, dass ich glaube, das wird noch richtig bitter bis zur Winterpause. Da jetzt auch die Verunsicherung bei den Spielern eingesetzt hat. Das hat TE schon bei Twitter angemerkt.

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Marcus Dörfer 2. Dezember 2014 um 10:04

Habe ich nicht auch hier vor gut einem Jahr gelesen das Klopp seine Spielidee ändert. Gezielt Spieler verpflichtet, weniger ballbesitzspiel mehr Konterspiel. Als Konsequenz auf den Weggang von Götze und Lewi. Kann man nicht genau da einen Zusammenhang sehen zu den erwähnten Mängeln im Ballbesitzspiel(Kreativität)?

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Matthias 2. Dezember 2014 um 08:54

Ich könnte mir vorstellen, dass Klopp versucht hat auf Stabilität zu setzen und möglichst wenig Risiko einzugehen. Vielleicht weil man befürchtet hat, dass ein aufrückender Gündogan zu viel Platz zum kontern lässt. Ist ja nicht das erste mal dass er sich in einer schwierigen Phase für die scheinbar stabilere Variante entscheidet.

Generell hatte ich den Eindruck, dass es mit ihm deutlich besser wurde. Also ich hab nach seiner Einwechslung deutlich mehr Präsenz im Zentrum gesehen.

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Matthias 2. Dezember 2014 um 08:57

Das sollte sich eigentlich auf den Kommentar von blub beziehen. Übrigens sehr schöner Artikel, MR.

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Dr. Acula 2. Dezember 2014 um 07:54

die Bilder sind extrem hilfreich! Sollte öfter so gehandhabt werden mMn..

Meist standen Subotic und Ginter recht eng, die Außenverteidiger indes hoch an der Seitenlinie. Die Räume dazwischen blieben ungenutzt, sodass die beiden Frankfurter Stürmer sehr leicht Druck machen konnten. Diagonales Aufbauspiel war den Borussen daher völlig unmöglich und über 90 Minuten bekamen sie kaum einmal Kontrolle in ihre Ballzirkulation.

Diese Argumentation ist für mich nicht schlüssig. Ein kurzer Nebensatz als Erklärung hätte gereicht..

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MR 2. Dezember 2014 um 09:14

Siehe das Bild darunter. Der rote Raum war sehr häufig unbesetzt, ebenso spiegelverkehrt links. So musste Frankfurt eben in der ersten Linie nicht auf einer Breite von 50 Metern Druck machen, sondern nur auf 20 bis 30 Metern. Sieht man auch auf den anderen Bildern gut, besonders dem zweiten.

Hier ist ein Beispiel dafür, wie man diese Räume klug nutzen kann: http://spielverlagerung.de/2012/12/29/die-spielzuge-des-jahres-dortmunds-herauskippender-sechser/

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Matthias 2. Dezember 2014 um 09:19

… genau so ist Gündogan gegen Arsenal öfters abgekippt.

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MR 2. Dezember 2014 um 11:31

Ja, Gündogan hat das auch direkt in seinem ersten Einsatz nach der Verletzung gleich wieder gemacht, war glaub ich sogar seine erste Aktion des Jahres. Aber die Anschlussbewegungen im Mittelfeld müssen natürlich auch passen.

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elbro 2. Dezember 2014 um 07:50

Gelungene Analyse, danke!

Ein paar Punkte, die ich anders sehe:

„Wegen der vielen taktischen Defizite waren darunter aber eben kaum klare Chancen. Dass diese klaren Chancen dann auch noch vergeben wurden, ist dann das nötige Pech, welches sich wie üblich dazugesellte. Wenn man so viel falsch macht, kann das aber kaum eine Entschuldigung sein.“

Das lese ich hier immer wieder. Jedoch hat das für mich schon lange nichts mehr mit Pech zu tun, sondern ist einfach eine Schwäche des BvB. Hier fehlt es an Qualität im Abschluss. Einen treffsicheren Stürmer wie die Konkurrenz aus München, Leverkusen und Schalke hat der BvB seit dem Abgang von Lewa nicht mehr. Und selbst schon davor hatte man stets eine der schlechtesten Chancenverwertungen. Die teuren Nachfolger des Polen halte ich insgesamt für mangelhaft.

Zum Gebolze der SGE:
Hier muss man differenzieren. Gerade in Anfangsphase (1:0 bis etwa 25 Minute) zeigte die Frankfurt ansehnlichen Schaaf-Fußball. In dieser Phase zeigten die Gastgeber die eindeutig bessere Spielanlage und dass sie (zumindest aktuell) zu besserem Ballbesitzspiel als die Dortmunder fähig sind. Hier hatte ich den Eindruck, dass Frankfurt auf eine frühe 2-Tore-Führung drängte. Nachdem dies dann nicht funktionierte, zog sich der Gastgeber zurück und überließ der Klopp-Elf den Ball. Wohl auch besser so, nachdem Dortmund 1-2 mal gefährlich zum Kontern kam. Letztlich hat Schaaf in meinen Augen vieles richtig gemacht. Wenn Meier seine beiden 100%igen Chancen genutzt hätte, wäre das Spiel schon früher entschieden gewesen. Insgesamt absolut verdienter Sieg einer ordentlichen Eintracht gegen ganz schwache Borussen.

Ich denke aber, dass Hoffenheim ein passender Aufbaugegner ist. Ich traue Gisdol nicht zu, strategisch so klug gegen den BvB zu verteidigen, wie es bisher vielen Bundesligisten gelungen ist. Könnte ein torreiches Spiel werden.

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wombat 2. Dezember 2014 um 05:32

schön, dass das wort, das mir beim spiel durch den kopf ging, sich bei mr zu einem lieblingswort mausert:
bolzen, gebolze…

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Toc 2. Dezember 2014 um 05:05

„Weil der erste sehr früh viel“? Bitte bessern :^) Sonst brillant.

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MR 2. Dezember 2014 um 09:05

Oha. Der unterläuft mir seltsamerweise öfter mal, meistens bemerk ichs selber noch rechtzeitig. Danke.

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blub 2. Dezember 2014 um 02:42

Wenn Dortmund noch zwei derartige Spiele macht ist #dennwirhassenfussball trendig topic bei twitter….

Man könnte noch die zum Ende hin katastrophale staffelung der Angriffe erwähnen. Vor dem 2:0 war es grausamst anzusehen. Wenn die schon nicht mehr gut auf zweite Bälle stehen wird Kloppo aber so richtig sauer.

Gibt es eigentlich eine Begründung warum Bender/Kehl anfangen dürfen und Gündogan nicht? Solche Fehler wie teilweise da oben gezeigt macht der doch selbst mit Kreuzschmerzen und bekifft im Rollstuhl nicht.
Selbst wenns nur für 60 min reicht, es wäre ja mal ein fortschritt nicht dem Rückstand hinterherlaufen zu müssen…

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