Chelsea FC – FC Schalke 04 3:0

Trotz einer sehr guten Anfangsphase und interessanter Anpassungen kann der FC Schalke 04 keinen Punkt in London holen. Chelsea geriet zwar in der Anfangsphase unter große Bedrängnis und wurde vor zahlreiche Probleme gestellt, doch spätestens nach dem Fehler Hildebrands zum 1:0 für Chelsea war das Schalker Momentum dahin, nach dem 2:0 ging auch die Stabilität gänzlich verloren.

Schalkes Kompaktheit gegen Chelseas Ballungsraum…

Dabei sah es eigentlich sehr gut aus. Jens Keller schien sich speziell für Chelseas Aufbau- und Offensivspiel etwas überlegt zu haben. Christian Fuchs begann auf dem linken Flügel, Dennis Aogo spielte als Linksverteidiger und Julian Draxler startete als Rechtsaußen. Schalke stand sehr eng und kompakt in der Horizontale, gleichzeitig schienen sie die Passivität in ihrem Pressing abgelegt zu haben. Sie überraschen Chelsea mit einem sehr aggressiv geführten Mittelfeldpressing, in welchem Chelsea kaum die Räume zum konstruktiven Angriffsspiel erhielt.

Grundformationen

Grundformationen

Die Londoner bauen viele Angriffe über den rechten Halbraum auf. Willian zieht vom rechten Flügel in diese Zone hinein, Ramires rückt hier entlang auf und Oscars ausweichende Läufe gehen ebenfalls zumeist auf die rechte Seite. Auf links gibt es mit dem sehr vertikalen Schürrle, Obi Mikel als Sechser und Cesar Azpilicueta als falschfüßigem Außenverteidiger andere Gefahrenherde, die weniger Kreativität ins Spiel bringen.

Die Aufstellung mit Azpilicueta auf links und dem gelernten Innenverteidiger Branislav Ivanovic auf rechts spielte wiederum Schalke in die Karten. Die beiden Außenverteidiger standen zwar hoch und machten das Spiel breit, konnten aber selten entlang der Grundlinie durchbrechen und sich gefährlich ins Angriffsspiel einschalten. Dadurch konnte Schalke enger stehen und aggressiv einrücken, wenn es benötigt war. Mit dieser Kompaktheit hatte Chelsea Probleme, spielte in der Anfangsphase einige gefährliche Pässe und musste bis zur Führung mit einem Schussverhältnis von 2:6 vorlieb nehmen.

Schalke konnte durch Draxler, Szalai als Zielspieler, den pressingresistenten Boateng und natürlich die breiten Flügel schnell nach vorne kommen. Fuchs stand immer sehr hoch und breit, wodurch er die gegnerische Kette strecken wollte. Aogo ging ebenfalls mit nach vorne, bewegte sich aber oftmals diagonal und spielte ein paar gute Pässe, während Draxler mit seiner Dribbelstärke in die Mitte zog.

Nach dem Rückstand blieb Draxler öfters sogar für längere Zeit in der Mitte und Boateng übernahm seine Position auf dem rechten Flügel. Allerdings hatte zu diesem Zeitpunkt Chelseas Dominanz bereits begonnen.

…währt nicht ewig

Nach der Führung konnte Chelsea sich natürlich taktikpsychologisch an der individuellen Stärke erfreuen. Sie hatten keinen Zwang mehr jede Aktion ausspielen zu müssen, sie konnten situativer aufrücken und den Ball länger zirkulieren lassen. Gleichzeitig war Schalkes kompakte und aggressive Formation nicht mehr so effektiv, da sie nun öfter aus der Position weichen und generell unkompakter agieren mussten. Die vorherige Stärke – hohe Kompaktheit, hohe Aggressivität innerhalb der Formation, schnelle Konter in offene Räume – konnte nicht mehr so umgesetzt werden.

Dadurch erhielt Chelsea mehr Zeit und Raum zum Spielen, gleichzeitig zogen sie sich sukzessive zurück und überließen Schalke wieder mehr das Spiel. Dabei konnten die Londoner mit variablem Pressing (manchmal war Oscar weiter vorne, manchmal zog er sich zurück) und tieferer Stellung einige gefährliche Ballgewinne in der Mitte schaffen, die sie dann mit ihrem hervorragenden Umschaltspiel sofort nutzen. Das zweite Tor von Samuel Eto’o war in puncto Dynamik und Intelligenz im Umschaltspiel und Angriffsabschluss ein Paradebeispiel für einen guten Angriffsabschluss.

Nach diesem 2:0 lag das Spiel endgültig in den Händen Chelseas, obwohl Jens Keller noch versuchte das Spiel zu drehen. Wenige Minuten nach dem zweiten Tor wechselte Keller. Er brachte Clemens für Draxler auf rechts, Supertalent Max Meyer kam für Christian Fuchs auf links und die beiden neuen Flügelstürmer sollten mehr Durchschlagskraft und eine offensivere Ausrichtung erzeugen.

Später wurde noch Kolasinac für Kevin-Prince Boateng eingewechselt, um Aogo für vorne freizumachen und Meyer zentral spielen zu lassen, doch es änderte nichts. Chelsea dominierte das Geschehen durch defensive Kontrolle, schaltete noch ab und zu gefährlich um und siegte letztlich verdient – trotz Unterlegenheit in der Anfangsphase.

CT 8. November 2013 um 17:23

Nach der Verletzung von Höger könnte man doch folgende Variante ausprobieren:
Santana in die Innenverteidigung und Matip ins def. Mittelfeld; Aogo bleibt links und JJ bleibt auf der Ersatzbank

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Willibert 8. November 2013 um 21:24

Santana kann aber nur Kopfball spielen, der hat Bügeleisen an den Füßen. Ich hab ihn gegen Braunschweig gesehen. Das grenzt schon an Slapstick. Ich würde Höwedes mal auf der 6 probieren, der ist doch für die Abwehr verschenkt. Aber dafür müsste „Papa“ erst wieder fit werden.

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KK 9. November 2013 um 20:03

Höwedes auf die 6? Der hat auch Bügeleisen an den Füßen…

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mrb 10. November 2013 um 10:34

seine Vorstöße aus der Abwehrkette mit Ball am Fuß sind nicht schlecht aber nötig, wenn Schalke wieder mal kein gescheiter Spielaufbau gelingen will. Meister dieser Disziplin ist aber Joel Matip, also was Vorstöße angeht, nicht im Bügeleisen- Wettstreit.

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CT 8. November 2013 um 17:16

meines Erachtens spielt JJ mannorientiert und ist von der Spielintelligenz nicht in der Lage über eine passive Raumdeckung das Spiel des Gegener zum Nutzen von S04 zu beeinflussen, den Gegner quasi zu lenken. Darüber hinaus führt dieses körperintensive Spiel zu vielen Standardsituationen gegen S04, dokumentiert sich u.a. auch in Karten für JJ

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Willibert 8. November 2013 um 15:05

Der Jones spielt doch dauernd „foul“, das gibt dann Freistoss für den Gegner, also Ballbesitz. Das macht er solange, bis zur gelben Karte. Und selbst dann foult er munter weiter. Bei mir würde er nie wieder ein Spiel machen. Ab zur „Trainingsgruppe 2“ !!!!

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ES 7. November 2013 um 20:44

Leider habe ich die Anfangs-20-Minuten nicht gesehen. Wenn Ihr das Jones-Thema schon nicht anspricht (ich finde ja gut, wenn Ihr nicht mit Wiederholungen langweilt). Ich finde, dass Spiele mit ihm eher wie Gemurkse aussehen. Habe ich das richtig gesehen, und er hatte eine Passquote von 55%? Ist das nicht unterirdisch für einen 6er, der nicht andauernd versucht, den tödlichen Pass zu spielen?

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JJ 7. November 2013 um 21:24

I had Pass Success 84 %! Fourteen Long Balls, 11 davon akkurat, by the way. Please change your Meinung about me.

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ES 8. November 2013 um 13:13

o.k., sorry Jeremaine, got it wrong. Still, I insists on the observation that games with your participation look like (can’t find leo for Gemurkse)….let’s say: a mess. Nichts für ungut.

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Hess Ishikawa 8. November 2013 um 20:13

Bei JJ scheint ein Knick seit einiger Zeit für eher maue Leistungen zu sorgen. Ich finde es interessant, dass Keller im trotzdem vertraut. Vlt. sieht er auch keine gute andere Alternative, wer weiß. Achja, Ihr wisst das natürlich, Willibert, ES und CT, na dann immer frisch raus mit den tollen Vorschlägen und Aussagen! Aber erzählt es nicht mir, sondern all den anderen wißbegierigen User auf SV.de, die sachliche Kommentare schätzen. Immerhin kann man aber erkennen, dass sich in diesem Kommentarbereich wohl eher keine Schalkefans rumtummeln, die würden vlt. auch mal ein warmes oder aufbauendes Wort schreiben, statt einen eigenen Spieler abzuschreiben. Oder ist das so Usus auf Schalke? Na, bei so einer Einstellung ala Familie Tönnies muss man sich dann wohl eher wenig Sorgen machen, dass der vermeidliche Meister der Herzen es diese Saison weit bringt. Schade für Keller und die vielen anderen Schalke-Trainer.

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