FC Augsburg – FSV Mainz 05 2:1

Augsburg gegen Mainz ist ein Duell zweier taktisch hochinteressanter und individuell schwer bewertbarer Teams, quasi der Kampf zwischen zweier bunter grauer Mäuse. Für viele ist Mainz fast traditionell eine oder die schwächste Mannschaft der Liga, was die individuelle Qualität betrifft, kann sich aber mit taktischen Anpassungen meist über Wasser halten. Augsburg galt eineinhalb Jahre lang als graue Maus der Liga, als der Topfavorit auf den Abstieg. Doch seit letzter Rückrunde sind sie eine spiel- und pressingstarke Mannschaft geworden, die schon einige größere Mannschaften dominiert hat. Und im Duell dieser bunten grauen Mäuse entstand wie zu erwarten eine weitere schöne Partie für den Fußball. Auch wegen der taktischen Anpassungen.

Mit der Fünferkette zum Rückstand

Etwas überraschend packte Thomas Tuchel gegen den FC Augsburg wieder die Fünferkette aus. Damit wollte man vermutlich – ähnlich wie gegen Bayern – das Ballbesitzspiel der Augsburger nur in deren Hälfte zulassen, um danach in der eigenen Hälfte viel Druck und numerische Überlegenheit erzeugen zu können. Gegen die Bayern wurde die Fünferkette aber als 5-2-2-1/3-4-3 gespielt, hier gab es nur selten eine klare Dreierkette zu sehen, die Flügelverteidiger hielten sich im Defensivspiel meist tief und es gab einen weiteren klaren Flügelspieler davor. Auf links gab es mit Park vor Diaz sogar einen sehr defensiven Flügelstürmer, der den tiefen Flügelverteidiger zusätzlich in der Defensive unterstützen sollte.

Grundformationen

Grundformationen

Auf den ersten Blick mag dies wie eine gute Anpassung wirken, doch insbesondere Hahn schienen diese Anpassungen entgegenzukommen. Ursache dafür waren die Fähigkeiten Hahns und die Spielweise der Augsburger in Ballbesitz. Hahn ist körperlich stark, hat eine gute Ballmitnahme in schwierigen Situationen, besitzt lineare und prägnante Laufwege in die Spitze und kann dadurch ideal Schnittstellenpässe verwerten. Diese Schnittstellen visiert er bei einer gegnerischen Fünferkette stärker an, da diese durch die breitere Positionierung und Staffelung die Breite stärker abdecken und Spielertypen wie Hahn eher zum Tor hin lotsen. Man  könnte gar sagen, dass die Kanäle der Schnittstellen zum Tor hin zeigen, statt nach Außen oder zur Auslinie.

Durch das 5-4-1 gibt es außerdem vorne weniger Zugriff, wodurch solche Pässe einfacher zu spielen sind. Beim 1:0 stand Baier zum Beispiel unbedrängt an der Mittellinie und konnte einfach über die gesamte kompakte Formation spielen, die wegen der hohen Kompaktheit letztlich auch ausgespielt werden kann. Generell schien es, als ob das Augsburger Ballbesitzspiel in seinen strukturellen Anlagen etwas falsch eingeschätzt wurde.

Baier, Klavan und die freien Räume

Durch das 5-4-1 wollten die Mainzer wohl Baier aus dem Mittelfeld schieben oder ihn im Mittelfeld aus dem Spiel nehmen. Baier kippte fast unaufhörlich ab und Okazaki bewegte sich auch dementsprechend. Stand Baier hoch, blieb Okazaki tief. Ging Baier zurück, verfolgte ihn Okazaki und ließ ihn erst frei, wenn sich Baier nahezu auf Höhe der Innenverteidiger stand. Doch damit wurde die Weiträumigkeit von Baiers Passspiel unterschätzt, ebenso wie die Stärke in der Pressingresistenz bei Klavan.

Baier passte sich zum Beispiel in seiner Passdistribution schnell an das Mainzer Spiel an. Statt Schnittstellenpässe ins Mittelfeld zu spielen, ließ er lieber den Ball sicher zirkulieren, um dann mit langen Bällen hinter die Formation der Mainzer zu kommen oder Diagonalbälle auf die Flügel zu spielen. Dort wurde dann versucht sich schnell durch zu kombinieren, was aber – im Gegensatz zu den Bayern gegen das 5-2-2-1 – nicht gelang. Aber dank schneller Kombinationen und dem mäßigen Zugriff der Mainzer wegen einer passiven Ausrichtung konnte Augsburg den Ball meistens zurück spielen, hatte dort dank der aufgefächerten Innenverteidiger immer eine sichere Anspielstation und band auch Torwart Hitz ein paar Mal gut ein.

Dank dieser Spielweise im Spielaufbau und der individuellen Stärke der Aufbauspieler Baier, Klavan und durchaus auch Callsen-Bracker konnten die Augsburger den Ball gut laufen lassen, umspielten mögliche Pressingzonen intelligent und gerieten in der gesamten Hälfte nur über einzelne Nadelstiche der Mainzer ansatzweise in Gefahr; eine Großchance gab es nicht, Augsburg hatte gleich drei davon. Zwar versuchte Mainz mit herausrückenden Außenstürmern die freien Innenverteidiger Augsburgs zu pressen, aber dank Baier und den hohen Flügel schafften sie das kaum. Zur Halbzeit musste darum eine Umstellung her.

Tuchel korrigiert den Fehler doppelt und Weinzierl reagiert

Interessant waren die Anpassungen Tuchels nach der Halbzeit. Zuerst stellte er wieder auf eine Viererkette um, später veränderte er die Mannschaft wieder und ging zurück zur Fünferkette. Entscheidend war aber das jeweilige Motiv dieser Anpassung: Mehr Zugriff, mehr Aggressivität. Im 4-4-2 hatten sie mehr Möglichkeiten im Pressing und konnten mehr Druck entfachen. Nichtsdestotrotz erhielten sie ein Gegentor, abermals durch Hahn – und Tuchel passte bald darauf ein weiteres Mal an.

In der 57. Minute kam Choupo-Moting für die linke Außenbahn, nun spielten sie wieder mit Fünferkette, allerdings in einer anderen Staffelung. Sie spielten es quasi als 5-1-3-1, wodurch sie sehr viel Druck weit vorne machten, im Umschaltspiel einige lange Bälle spielten und auf zweite Bälle in hohen Zonen gehen wollten. Im Endeffekt sollte dadurch auch Baiers Aktionsradius in seinen Pässen eingeschränkt werden. Mit einem zusätzlichen hohen Spieler gab es theoretisch immer einen Spieler im Sechserraum und einen zwischen den Innenverteidigern, teilweise wurden gar ansatzweise 3-3-4-Formationen hergestellt.

Augsburg hatte nun deutlich weniger Ballbesitz und versuchte sich auch mehr auf schnelle Kombinationen in die Spitze zu konzentrieren. Mit Milik für Mölders brachten sie einen neuen Zielspieler, doch wirklich Stabilität fanden sie erst wieder in der Schlussphase. Markus Weinzierl wechselte nämlich Halil Altintop aus und brachte den Koreaner Hong Jeong-Ho.

Hong ging in die Innenverteidigung, Callsen-Bracker auf die Sechserposition. Damit hatte Augsburg mehr körperliche Präsenz bei den zweiten Bällen, Baier wurde unterstützt und Vogt rückte eine Ebene nach vorne, wodurch das Pressing im vorderen Mittelfeld ebenfalls verbessert wurde. Vogt war insbesondere beim Zurückfallen und Unterstützen effektiver als Altintop und half ebenfalls bei den zweiten Bällen. Callsen-Brackers Positionierung sollte außerdem helfen inverse Läufe von Choupo-Moting abzufangen, der wie üblich vom linken Flügel in die Mitte zog, viel dribbelte und nach Löchern in der gegnerischen Abwehr suchte.

Mainz kam zwar noch zu einigen Torchancen, aber sie hatten wieder Probleme im letzten Drittel und kamen kaum nach vorne. Zuvor hatten sie selbst unter ihrer Passivität gelitten, nun litten sie unter Augsburgs tieferer Formation, welche die Abwehrräume versperrte und Mainz‘ zweite Bälle ineffizient machte.

Fazit

Eine gute und taktisch sehr hochwertige Partie, in der Thomas Tuchel abermals die Fünferkette auspackte; und das in gleich zwei unterschiedlichen Varianten. Augsburg spielte aber eine sehr geduldige Partie, wechselte immer wieder zwischen Kurzpasskombinationen im ersten Drittel oder auf den Flügeln, um dann lange direkte Bälle zu spielen. Kamen diese nicht an, dann holte sich die 1-Mann-Armee Daniel Baier viele der zweiten Bälle, generell war das Gegenpressing von Augsburg lange Zeit sehr gut.

Mainz tat sich offensiv schwer und musste in der Halbzeit umstellen, doch auch diese neuerliche Korrektur war nicht befriedigend, weswegen ein weiteres Mal auf Fünferkette umgestellt wurde. Im Verbund mit mehr Zugriff im Pressing und offensiven Umschaltspiel wurde Mainz stärker. Sie konnten aber nur selten konstant Gefahr im Strafraum erzeugen und waren letztlich auch der verdiente Verlierer.

LuapAusgburg 4. November 2013 um 18:57

Wie wäre es denn mit einer extra Spielerporträt für Daniel Baier?

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RM 4. November 2013 um 19:06

Ist geplant.

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TW 4. November 2013 um 16:23

Kennt vllt. irgendjemand ein Video über Daniel Beier wo seine Stärken verdeutlicht werden. Hatte in dieser Saison leider noch nicht die Gelegenheit die Augsburger mir anzusehen und in der letzten Saison ist er mir noch gar nicht so aufgefallen …

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RM 4. November 2013 um 17:33

Soooo auffällig ist er wohl auch nicht (immer) wegen seiner Rolle und nein, leider gibt’s von ihm kaum ein Video.

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fluxkompensator 4. November 2013 um 09:01

wie waren denn die mainzer linien organisiert bzw. wie groß/klein war der abstand zwischen den beiden hinteren linien? dass eine fünferkette mit einfachen pässen in die schnittstellen dermaßen große probleme hat, erscheint mir etwas skurril.

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LM 4. November 2013 um 09:36

Im Artikel steht zwar kompakte Formation, aber ich fand den Abstand zwischen Abwehr und Mittelfeld nicht so klein (Mittelfeld zu Okazaki war allerdings meist gering). Es ist auch meist ein Spieler aus der Abwehrkette etwas in den Zwischenlinienraum vorgerückt, war jedenfalls mein Eindruck. Ist ja immer etwas schwer, das im Fernsehbild zu sehen. Die Pässe kamen allerdings auch meist nicht DURCH die Schnittstellen, sondern über die Formation hinweg, nur ist Hahn eben durch die Schnittstellen gelaufen.

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RM 4. November 2013 um 12:14

Kompakt war’s schon, besonders im Vergleich zu vielen Duellen solcher Teams in anderen Ligen. Den Abstand zwischen Abwehr und Mittelfeld empfand ich auch als größer als zwischen Mittelfeld und Okazaki, was aber sicherlich auch an Hahns und Werners Bewegungen lag. Und ja, die Pässe kamen über die Formation hinweg, die Läufe gingen durch die Schnittstellen, da hast du Recht. 🙂

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LM 4. November 2013 um 14:05

Ja, die Bewegungen von Hahn und auch Werner waren sowieso stark.
Werner hat gestern mMn ein starkes Spiel abgeliefert, auch wenn ich ihn mit Ball manchmal etwas schlampig finde. War aber an sich wirklich gut.

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LM 4. November 2013 um 08:33

Ich hab gestern das erste Mal seit langem ein komplettes Spiel des FCA gesehen und war ziemlich begeistert, auch wenn Mainz ziemlich schwach war. Jetzt verstehe ich auch, warum ihr von Baier so begeistert seid, was der Junge da spielt ist schon ganz groß. Der hat ja quasi im Alleingang das Pressing von Okazaki + rausrückende Spieler umschifft. Was ihr nicht erwähnt, ist die Augsburger Defensivformation (4-4-2/4-4-1-1 mit Mölders/Altintop als höchste Spieler), aber ich denke das liegt daran, dass sie die so selten einnehmen mussten? 😉
Irgendwann in der ersten Halbzeit hatte der FCA mal so um die 63% Ballbesitz und da war es gefühlt schon weniger als zu Beginn des Spiels.

Und auch wenn es wenig mit Taktik zu tun hat: Ich weiß nicht, ob es an meiner mäßigen Bildqualität lag, hier hat es noch keiner erwähnt, aber für mich war der Elfer für Mainz ein absoluter Witz…

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RM 4. November 2013 um 12:12

Die Defensivformation spielen die seit dieser Saison immer so. Habe ich nicht erwähnt, weil ich mich dann in den Analysen dauernd wiederhole. Altintop lässt sich ja in Ballbesitz zurückfallen und pendelt im Defensivspiel zwischen Zehner in einem 4-4-1-1 und zweitem Stürmer als zweitem Mittelstürmer. Sogar 70% hatten sie zur Hälfte, glaube ich. Schönes Team. Und Schiedsrichterentscheidungen interessieren mich nicht. 🙂

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splattercheffe 5. November 2013 um 16:31

Wenn man sich zurückerinnert, wie Weinzierl bei Augsburg gestartet ist, kann man nur gratulieren, dass sie in Augsburg an ihm festgehalten haben.
Mir ist die Spielweise von Augsburg schon öfter aufgefallen, und ich finde es wirklich bemerkenswert: die individuelle Qualität ist sicher in der Liga nicht in der oberen Hälfte anzusiedeln, aber die Mannschaft wirkt unheimlich gut strukturiert und ist immer bemüht, den „richtigen“ Ball zu spielen, wie Favre sagen würde. Da basiert wenig bis nichts auf Zufall, und Baier zieht wirklich toll die Fäden (mich erinnert er an die Spielweise von Schweinsteiger als Sechser). Schade, dass er so lange irgendwie unentdeckt blieb mit diesen Qualitäten, spricht nicht für die Scouts und Trainer. Vielleicht fehlt’s ihm nur etwas an der Grundschnelligkeit und Robustheit (wobei er diese Mängel durch sein intelligentes Spiel durchaus wettmacht). PS: übrigens wieder einer, der in die imaginäre „Ich-war-mal-bei-Sechzig-und-bin-jetzt-ein-super-Spieler“-Bundesliga-Elf gehört. Die Ausmaße, mit denen dieser (sorry) Chaos-Klub regelmäßig seine tollsten Nachwuchs-Leute verliert, sind ja echt legendär und verdienen meines Erachtens fast schon einen eigenen Artikel. Ich hab nur keine Ahnung, wie man so ein desaströses Management taktisch analysiert, mir ging’s da eher um die Frage, wie diese imaginierte Elf taktisch auf dem Platz aussähe… damit ich mich als Bayern-Fan darüber amüsieren kann.
Bei Mainz wundere ich mich schon etwas, auch über Tuchel. Ich bin zwar immer noch eher ein Fan von ihm, aber momentan hab ich den Eindruck, dass er zuviele Ideen auf einmal hat, noch dazu meist die falschen. Ich rechne es ihm an, dass er in der Lage ist, während des Spiels taktisch zu korrigieren, aber speziell die 200-jährige (oder so) Abwehrkette, die zudem spielerisch arg limitiert ist, finde ich auf Dauer etwas seltsam. Ich meine, er will doch sicher schönen Fußball spielen lassen, oder? Wenn man aber zu Beginn gleich mal die vier, fünf besten Kicker draußen lässt, stößt die wohlmeinendste Strategie an ihre Grenzen. Sollte ein Coach wie Tuchel nicht den Anspruch haben, Leute wie Parker, Choupo-Moting, Müller gemeinsam attraktiven, konstruktiven Stil verkörpern zu lassen? Mainz hat nicht nur keinen Baier (oder doch? Mainz-Experten, meldet Euch), sondern offensichtlich keine mir ersichtliche Idee eines aktiven Ballbesitz-Systems.

Generell aber toll, dass hier auch solche Spiele der „vermeintlich grauen Mäuse“ durchexerziert werden. Danke, RM! Die Anzahl der Kommentare spricht eine deutliche Sprache.

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RM 5. November 2013 um 16:59

Klingt jetzt sicher etwas merkwürdig und vielleicht sogar pathetisch, aber solche Sachen „Generell aber toll, dass hier auch solche Spiele der „vermeintlich grauen Mäuse“ durchexerziert werden. Danke, RM! Die Anzahl der Kommentare spricht eine deutliche Sprache.“ bzw. das Grundprinzip, wie und was hier auf welchem Niveau alles kommentiert wird, macht mich sehr froh. Es geht auch gar nicht um die Richtigkeit jeder Analyse oder einer zu bewundernden Schreibe von uns, es geht hier einfach darum, dass man Fußball objektiv diskutieren und gemeinsam ergründen möchte. Im Endeffekt sind die Leser Teil von Spielverlagerung, genau wie die Autoren und sogar die Fußballspiele als solche selbst.

Jedes Fußballspiel ist durch das Analysieren wie ein Rätsel, das wir lösen wollen, und es gibt unterschiedliche Ansätze, nicht nur bei der Lösung, sondern auch bei der Betrachtung des Rätsels selbst. Und dass dies hier so schön diskutiert wird, ist wunderbar (Ausnahmen bestätigen die Regel). Darum habe ich hier eigentlich bis auf sehr wenige Ausnahmen noch keine Kritik wirklich übel genommen, sondern war froh darüber, weil sie Teil dieses Prozesses ist; eines Prozesses, der Spielen wie eben Augsburg und Mainz jene Schönheit und Bewunderung eingesteht, die sie unzweifelhaft mitbringen.

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Izi 3. November 2013 um 21:46

Wahnsinn, kaum abgepfiffen, schon analysiert! Ihr seid echt top! 😀 Jetzt aber erstmal ans Lesen. . .

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Izi 3. November 2013 um 21:53

Ingesamt mal wieder ein klasse Artikel! Kompliment an eure Arbeit! Einziger kleiner Wermutstropfen: Ich hätte mich über mehr Bilder gefreut, die Tuchels Änderungen belegen. . .

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Demetrios 3. November 2013 um 19:30

Der Baier ist schon unfassbar gut, nicht nur im Vergleich zum Rest der Mannschaft. Der könnte auch für einen Topverein spielen. Einfach wahnsinnig passstark und auch noch absolut konstant.

Unglaublich, dass der jahrelang nichtmal in der Bundesliga gespielt hat und jetzt auch ’nur‘ bei einem Kellerkind spielt.

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Koom 3. November 2013 um 20:51

Dachte ich mir heute auch. Irgendwann kauft den (zu Recht) ein größerer Verein und dann wird er plötzlich auffallen. Das der heute schon wahnsinnig gut arbeitet und spielt, geht leider unter, weils „nur“ Augsburg ist.

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RM 3. November 2013 um 23:37

Ohne Witz: Wenn ich Guardiola wäre, würde ich Daniel Baier zum FC Bayern holen. Wobei ich vielleicht etwas merkwürdig bin, ich würde auch Max Kruse mit Mario Mandzukic verrechnen und Breno noch eine weitere Chance geben.

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messanger 4. November 2013 um 00:18

Schalke hat doch Probleme auf der 6er-Position. Baier + Neustädter als Doppelsechs, wäre doch ein Traum für Spielverlagerung.

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RM 4. November 2013 um 12:15

Das wäre interessant, ich würde das wohl asymmetrisch und zwischen unterschiedlichen Formationen pendelnd anordnen mit Boateng (oder gar Meyer) als 8er/10er, Neustädter 6er/8er und Baier 6er, letztere beiden vielleicht sogar getauscht, je nach Pressingweise. Bin mir aber nicht ganz sicher, wie die Synergien bei Neustädter und Baier aussehen würden.

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ES 4. November 2013 um 13:17

I HAVE A DREAM: Baier kommt nach Schalke, aber nur unter einer Bedingung: Er darf seinen Trainer mitbringen. Heldt, ohnehin ein Weinzirl-Fan, willigt ein, und Keller eilt als B-Jugendtrainer wieder von Erfolg zu Erfolg, wird der Weltbeste B-Jugendtrainer aller Zeiten! Co-Trainer bei der B-Jugend wird Jermaine Jones wegen der in dem Alter noch nicht ganz ausgereiften Eier….Sorry, ich schweife unsachlich ab. Habe nur etwa 20 Minuten vom Augsburg-Spiel gesehen, und bin begeistert von der sicheren Ballzirkulation. Ein Traum!

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Koom 4. November 2013 um 10:00

Hrhr, klingt abgefahren.

Aber dann mal „ernsthaft“: Du findest Baier besser als Lahm, Schweinsteiger, Martinez und Thiago?

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RM 4. November 2013 um 12:19

Jein. Ich würde Baier holen, da er auch auf höchstem Niveau als 6er spielen kann – aber nicht muss. Er wäre wohl nicht so teuer, er würde auch ohne Murren auf der Bank sitzen (wenn man ihn von Augsburg loseisen könnte) und wäre bei seinen Einsätzen aber sicherlich sehr sehr sehr stark. Er könnte quasi die aktuelle Lahm-Rolle übernehmen und man könnte diesen wieder konstant als RV oder situativ als Achter einsetzen.

Von Thiago auf der alleinigen Sechs bin ich nicht so der Fan, Schweinsteiger muss da erst reinkommen, der ist aber wegen gewisser offensiver Läufe (strategische Verlagerungen in sich verengenden Zonen, gute Ballbehauptung, guter Schuss, sehr guter Kopfball, intelligente Laufwege, starkes vertikales Aufrücken) auf der Acht [zzt.] wohl ebenfalls besser aufgehoben, Lahm ist für mich als hineinkippender Rechtsverteidiger extrem stark und somit bleibt nur Martinez; der auch nicht jedes Spiel machen soll und ein anderer Spielertyp als Baier ist.

Heißt also: Mit Baier könnte Pep nichts falsch und extrem viel richtig machen. Durchaus potenzieller Stammspieler bei den Bayern und auch in der DFB-Elf für mich. Absolut auf CL-Niveau.

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Koom 4. November 2013 um 13:25

Geht mir auch so mit Thiago. Der wurde hier zu Barca-Zeiten schon als „zu vertikal“ bezeichnet, auf der 6er Position halte ich das für unpraktisch.

Zu Baier:
Ich fürchte, das er mit seinen 29 Jahren bereits schon „drüber“ ist für eine Verpflichtung bei den Bayern. Und auch viele andere größere Vereine wird das abschrecken, weil man nicht weiß, ob er nur im Biotop Augsburg so wirken kann. Das halte ich für Quark, da Augsburg selbst sehr offensiv spielt, aber auch viele gute defensive Spielarten drauf hat – und Baier ist immer sehr stark.

Im Grunde wäre er eine Verpflichtung wert bei einem großen Klub, der dort eine Notlage hat. Hamburg würde mir da vornehmlich einfallen, dort könnte er pures Gold wert sein.

mrb 4. November 2013 um 10:55

Werter RM, was schätzt Du an Breno und wo siehst Du Schwächen?

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RM 4. November 2013 um 12:25

Schwächen sind bei ihm wohl Konstanz und Konzentration im Stellungsspiel, mangelnde Fitness (das ominöse Babyspecksyndrom unter dem auch ich in sogar sehr ähnlichem Ausmaß leide, haha) und Kenntnis der Laufwege im Aufbauspiel, insbesondere im Umschaltmoment. Seine größte Schwäche ist für mich aber eine andere: Seine mediale Anschauung, falsches Schuhwerk und viel Pech bislang.

Dazu muss ich aber sagen: Als ihn das letzte Mal spielen sah war ich 18, darum verbietet sich eine präzise Analyse wohl.

Seine Stärken bzw. sein Potenzial muss ich nicht erklären, denke ich. Für mich einfach ein unglaublich talentierter Verteidiger, ich hoffe inständig, dass er wieder Fuß fasst und zumindest noch ein Großteil seines Talents ausschöpfen kann. Für mich persönlich ist dem Fußball da ein potenziell ganz Großer durch die Lappen gegangen.

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mrb 4. November 2013 um 15:39

Danke für die gründliche Antwort.
2010 oder 2011 dürften die meisten ihn zuletzt spielen gesehen haben. Ich sah ihn während des Pokalfinals 2012 im vip- raum und war durchaus beeidruckt von seiner Statur. Riedmüller und Sattlmaier sind beide groß und kräftig, doch Breno wirkte noch viehischer und ließ auch keinen Babyspeck vermuten.

blub 4. November 2013 um 15:56

Mario Gomez hat auf die Frage nach dem unangenehmsten Gegenspieler ja Breno geantwortet und der kannte ihn nur aus dem Training.
Bei Nürnberg war er ja tatsächlich meiste ganz gut.

Svansen 4. November 2013 um 09:37

Baier kam ja 2009 zum frischgekürten Meister Wolfsburg, sollte dort aber wohl Misimovic Back Up sein und wurde von Veh dann quasi nie eingesetzt.

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fishbow 3. November 2013 um 19:13

Gegen einen Gegner den du gewinnen willst, kannst du nicht mit fünferkette ankommen. Außerdem wieso spielte Parker nicht? Der Beste Stürmer der Mainzer.
Polter auf Rechts. Manchmal übertreibts Tuchel.

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Michael Maier 3. November 2013 um 18:55

Ich habe es schon mal gesagt, und ich bleibe dabei – Tuchel ist vielleicht der (insbsondere auch medial) meist überschätzte Trainer in der Liga. Fünferketter in Augsburg? Mainz konnte froh sein, nicht 3:0 zurückgelegen zu haben…

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blub 3. November 2013 um 20:25

„Fünferketter in Augsburg? “
Gehts noch ein bisschen arroganter?

Wenn man sie nicht grade individuell wegdominiert ist Augsburg schon ätzend zu bespielen.
Pressing gegen Baier? nicht dein ernst.
Unter diesem aspekt finde ich eine tiefere und passivere herangehensweise schon besser. Und tatsache, herauskombinieren konnte sich Augsburg mangels klasse nicht. Das sie aber schmerzbefreit(und erfolgreich!) auf lange Bälle umsteigen war Pech für Mainz.

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Koom 3. November 2013 um 18:52

Hochverdienter Sieg für Augsburg. Baier war dabei definitiv auch der Man of the match. Danke für die Aufschlüsselung mit Hahn. Das Spiel wurde nach dem Elfmeteranschlusstor eher unansehnlich, weil Mainz weiterhin konstruktiv wenig gelang, bei Augsburg aber sichtlich das Ticken im Kopf anfing.

Tuchels Spielanlage ist grundsätzlich zu defensiv und irgendwie geht es momentan immer weiter zurück, um Sicherheit zu finden. Ich denke nicht, das diese Anlage gut ist, weil die IV Patzer macht und auch die Torhüter keine Chancentöter sind. Das erste Mal seit einiger Zeit fürchte ich mal ein wenig um Tuchel und Mainz. Ich denke, er wird wieder mehr experimentieren und für sein Team einen neuen Charakter finden müssen. Das heute war auf jeden Fall das mit Abstand schwächste Spiel der Mainzer in dieser Saison.

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