Donnerstag, 08.12.2016

Deutschland – Österreich 3:0

Das letzte Spiel gegen Österreich ging fast verloren. Jogi Löw hat aus diesen Fehlern gelernt und sein Team dieses Mal besser aufgestellt. Das Resultat: Ein ungefährdeter 3:0-Sieg.

Fast genau zwölf Monate ist es her, dass Österreich gegen Deutschland seine vielleicht beste Leistung in der Qualifikation abrief. Deutschland hatte über 90 Minuten schwere Probleme mit dem gegnerischen Pressing. Am Ende hatte der Außenseiter ein klares Chancenplus und verlor unglücklich 1:2. Jogi Löw hat sich das Spiel wohl noch einmal ganz genau angeschaut, denn am Freitagabend wiederholte sein Team nicht die Fehler aus dem vergangenen Jahr, im Gegenteil: Vieles gelang besser.

Gefestigter deutscher Spielaufbau

Grundformationen

Grundformationen

Österreichs Trainer Marcel Koller lässt sein Team ein klares 4-4-2-Pressing spielen. Ihre Herangehensweise erinnert etwas an das mannorientierte Pressing von Streichs Freiburgern, wird allerdings etwas weniger wild ausgeführt. Normalerweise lenken die beiden vorderen Spieler den Ball weg von den Innen- zu den Außenverteidigern. Diese werden von den Außenstürmer attackiert. Ein Spielaufbau über den Außenverteidiger ist im modernen Fußball nicht gern gesehen, denn seine Optionen sind arg limitiert – vor allem wenn der Gegner den ballnahen Sechser und den Außenstürmer zustellt, wie die Österreicher dies versuchten.

Dieses Pressing der Österreicher funktionierte in dieser Partie nicht so gut wie in den anderen Spielen der Qualifikation – und das lag nicht nur an den starken Deutschen. Österreich fehlte mit Junuzovic auf der Zehn ein dynamischer Pressingspieler, der das gegnerische Spiel beschleunigt. Weimann und Harnik kamen nicht so schnell an den Gegner und standen teilweise hintereinander in einem 4-4-1-1. Die deutschen Innenverteidiger konnten so relativ ungestört vertikale Pässe spielen. Auf den Außen stand Ivanschitz teilweise weit eingerückt, während Arnautovic auf seiner Seite recht tief stand. Letzteres mag Absicht gewesen sein, um den Spielaufbau zu Schmelzer zu lenken – ersteres war jedoch ein Problem, da Lahm viel Zeit am Ball bekam.

Der wesentliche Grund für den besseren Spielaufbau der Deutschen war jedoch deren bessere Bewegung ohne Ball. Im Hinspiel haperte es hier, sodass der omnipräsente Lahm nur selten Anspielmöglichkeiten hatte. In dieser Partie half vor allem Khedira, das gegnerische Pressing aufzulösen. Er und Kroos schoben etwas nach vorne. Die gegnerischen Sechser mussten sie nun aufnehmen, was wiederum den Zwischenlinienraum öffnete. Reus, der weit einrückte, und Özil, der oft nach hinten abkippte, suchten diese Lücken und wurden anspielbar. Deutschland konnte so das Pressing des Gegners mit vertikalen Pässen umspielen. Bestes Beispiel hierfür ist der Spielzug zum 1:0:

deutschland österreich erstes tor

Kroos zog vor dem 0:1 Kavlak aus dem Mittelfeld. Davor orientiert sich Alaba mit seinem Blick Richtung Khedira. Reus kann hinter ihm wegschleichen und das 1:0 einleiten

Starke Asymmetrie

Auffällig war bei den Deutschen zudem die starke Asymmetrie. Müller hielt auf rechts seine Position, während Reus hingegen praktisch immer zentral zu finden war. Vor der Pause war das Spiel der Deutschen daher recht einseitig, was der Bundestrainer nach dem Spiel kritisierte. Allerdings schadete dies dem deutschen Spiel nicht unbedingt – weder Fuchs noch Ivanschitz erwischten ihren besten Tag, sodass Lahm und Müller sich einige Male mit Doppelpässen nach vorne kombinieren konnten.

Waren die Deutschen am gegnerischen Strafraum angekommen, profitierten sie von der sehr engen Verteidigung der Österreicher. Deren Viererketten standen sehr eng beieinander. Sobald Reus oder Özil ins Dribbling gingen und hinter die Abwehr kommen wollten, zogen sich die Sechser an die eigene Viererkette zurück, um mit den Verteidigern doppeln zu können. Dies ließ allerdings jede Menge Platz im Rückraum, wie vor allem das 2:0 zeigte:

Reus deutet an, ins Dribbling gehen zu wollen. Gleich drei Verteidiger sichern den Weg ins Zentrum – aber niemand achtet auf Kroos im Rückraum. Alaba versuchte zuvor, eine Halbfeldflanke der Deutschen zu verhindern, und ist daher nicht auf der Höhe des Geschehens.

Reus deutet an, ins Dribbling gehen zu wollen. Gleich drei Verteidiger sichern den Weg ins Zentrum – aber niemand achtet auf Kroos im Rückraum. Alaba versuchte zuvor, eine Halbfeldflanke der Deutschen zu verhindern, und ist daher nicht auf der Höhe des Geschehens.

Starkes Pressing

Defensiv hatte die DFB-Elf kaum Probleme. Dabei überzeugten sie mit einem leidenschaftlichen Gegenpressing sowie einem starken Angriffspressing. Klose leitete das Aufbauspiel des Gegners, indem er einen gegnerischen Verteidiger freiließ. Daraufhin lief er den Gegenspieler meist bogenförmig an, um den Pass zum anderen Innenverteidiger zu verhindern; das deutsche Mittelfeld rückte nach und stellte die Anspielstationen zu. Österreichs Innenverteidiger verfielen in Hektik und schlugen ungenaue lange Bälle ins Aus oder nach vorne.

Dabei achtete Deutschland besonders darauf, das Aufbauspiel von Alaba fernzuhalten. Kroos und Khedira standen recht weit vorne, um die gegnerische Anbindung zwischen Abwehr und Mittelfeld zu kappen. Manchmal führte dies zu Problemen, wenn die deutschen Abwehrspieler nicht nachrückten. In der ersten Halbzeit kam Österreich einige Male in den Zwischenlinienraum, spielte die Situation jedoch zu langsam aus. Deutschland konnte meist im Rückwärtspressing den Ball erobern.

Ins letzte Drittel kamen die Österreicher nur kurz nach der Pause. Höwedes kam neu ins Spiel und brauchte einige Minuten um warmzuwerden. Österreich attackierte diese linke Seite und schlug einige Flanken, die allerdings nichts einbrachten. Ansonsten waren die Österreicher ganz auf Fernschüsse angewiesen; eine leichte Beute für Neuer. Höwedes fing sich jedoch nach einigen Minuten und zeigte einige starke diagonale Läufe; einen davon krönte er mit seiner Vorlage zum 3:0 (88.).

Stark war auch, wie die Deutschen in der zweiten Halbzeit den Ballbesitz dominierten. Höwedes postierte sich etwas höher und auch Reus agierte nicht mehr so eingerückt. Deutschland agierte nun mit viel Breite und spielte diese auch aus. Österreichs enge Ketten kamen bei den zahlreichen Spielverlagerungen kaum hinterher. Vor allem am Ende ließen die Deutschen nur noch den Ball laufen. Dies schien die Österreicher so sehr abzunerven, dass sie sich nur noch mit Fouls zu helfen wussten. So war der 3:0-Sieg zu jeder Zeit ungefährdet.

Fazit

Spätestens nach diesem Spiel fragt man sich, woraus die Krise, die der DFB angedichtet wird, eigentlich bestehen soll. Seit der EM zeigte Löws Team gute Leistungen – das Hinspiel gegen Österreich und die letzten 30 Minuten gegen Schweden einmal ausgeklammert. Gegen Österreich überzeugte das Pressing und die Kombinationsstärke der Deutschen. Vor allem aber bewies Löws Trainerteam, dass man aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und sich einem Gegner anpassen kann. Letzteres ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis des 3:0-Sieges gegen Österreich.

Für Österreich waren die Spiele gegen Deutschland die wahrscheinlich unwichtigsten der Qualifikation. Dass sie gegen den Nachbarn Punkte sammeln, war ohnehin unwahrscheinlich – siegen müssen sie gegen die anderen Teams. Das Spiel zeigte jedoch, dass Koller bisher nur einen Plan A besitzt. Wenn der Gegner das Pressing derart vertikal und schnörkellos umspielt wie die Deutschen, tut sich sein Team schwer. Es gibt kein alternatives System, auf das er hätte umstellen können. So lief Österreich 90 Minuten lang nur hinterher. Allerdings findet das wirklich wichtige Spiel für die Österreicher sowieso erst am Dienstag statt. Ein Sieg gegen Irland ist Pflicht, wenn man bei der WM 2014 dabei sein will.

juwie 9. September 2013 um 21:16

Nochmal eine Frage zu Höwedes. Ich dachte nach der Einwechslung ja erst: Sooo schlecht ist der Schmelzer offenbar doch nicht! Und auch TE schreibt ja, dass Österreich über die eigene rechte Seite Druck machte. Warum war das aber nach 10 Minuten vorbei. Haben die Ösis das nicht weiter getrieben oder war Höwedes besser? Und vor allem: warum?

Antworten

CH 9. September 2013 um 16:02

@TE: Die N11 hat in 2012 in 14 Spielen 22 Gegentore (trotz EM-Turnier mit weniger riskanter Spielanlage), 2013 sind’s 11 Gegentore in 7 Spielen.

So eine Statistik kann man schonmal hinterfragen, statt sich nach einem guten Spiel mit „Na, sie können’s doch“ wieder abzuwenden.
Da möchte ich Euch mal an der journalistischen Ehre packen !

Ich persönlich finde diese Gegentorquote ist für einen WM/EM-Favoriten zu hoch, weil man sich nicht drauf verlassen kann, dass man gegen gleichwertige Gegener mehr Tore schießt (2-3) als erhält (1-2).

Die Ursachen der Gegentore sind auch problematisch, weil unsystematisch und damit sehr schwierig abstellbar: Es waren oft individuelle Fehler und Aussetzer. M.E. gibt es auch eine psychologische Komponente. Ich hatte es mal als „fragile N11“ umschrieben.

Es geht darum, dass defensiv überzeugende Leistungen erst abgerufen werden, wenn so richtig Alarm in N11 und Umfeld herrscht und das Thema im Fokus ist.

Es geht darum, ob die Löw’sche Philosophie mit dem selbsterklärten Titelanspruch zusammen passt !

Antworten

CH 9. September 2013 um 16:12

PS:
Spanien 2013: 7 GT in 12 Spielen
Brasilien 2013: 13 GT in 14 Spielen
Niederlande 2013: 4 GT in 7 Spielen

Antworten

nougat 11. September 2013 um 11:07

löw hat gestern in dem interview nach dem spiel gegen die faröer gemeint, dass ihm die konsequenz des abschlusses etwas gefehlt hat. und zwar nicht nur gegen die faröer, die eigentlich immer schwierig zu spielen waren in der vergangenheit, sondern auch gegen andere nationen.
entweder ist das einfach nur eine nebelkerze oder er will jedesmal ein halbes dutztend tore sehen. mit anderen worten, wenn das spiel 6:5 für deutschland ausgeht, müsste ihm das wohl auch ganz recht sein, weil vorne alles zum besten stand.

ich weiß immer noch nicht, wie er gegen italien, spanien oder brasilien gewinnen will mit dem derzeitigen defensivverhalten einiger akteure.

Antworten

sharpe 11. September 2013 um 13:39

was hätte er denn sagen sollen nach einem Spiel gg Färör? sie hätten besser verteidigen müssen? ist doch klar, dass es in einem Gespräch nach einem Spiel gg so einen Gegner um die Offensive geht, alles andere wäre ja ein Witz.
Deine Grundeinstellung ist ja aus vielen Posts zu erkennen. Was du nicht erkennst, ist die einfache Tatsache, dass Deutschland aktuell so ziemlich die beste NM hat, die sie je hatten, aber aus einem ganz einfachen Grund in den letzten Jahren keinen Titel gewonnen haben: Mit Spanien gibt es eine Übermannschaft, an der es eben kein Vorbeikommen gab.
Und das es mit dem Spielermaterial, dass Löw aktuell zur Verfügung hat, eine eher offensiv ausgerichtete NM gibt, ist doch auch logisch.
Ebenso sollte man so schlau sein und nicht irgendwelche Freundschaftsspiele als Massstab für Thesen hernehmen, nur weil sie einem in die Karten spielen.
Ich werfe Löw bisher nur eins vor und das ist das Italien-Spiel, wo er sich taktisch verzockt hat. Das war sein Bock, aber wer ohne Fehler ist werfe den ersten Stein.

Antworten

Thomas 11. September 2013 um 13:45

Beim 4:4 gegen Schweden werfe ich ihm vor, nicht kurz vor Schluss (zum Beispiel in Minute 90+2) wenigstens mit einem weiteren Wechsel nochmal Zeit von der Uhr genommen zu haben.

Antworten

CH 11. September 2013 um 16:42

Die Übermannschaft Spanien als Schicksalschlag ist mir ehrlich gesagt zu banal und nicht stichhaltig. 2008 + 2010 hat man nur unglücklich verloren, 2012 ist man schon vor der Revanche gescheitert.

In EINEM Spiel ist man mit jedem Gegner auf Augenhöhe, über mehrere Spiele gegen beliebige Gegner zeigt sich aber ein Defensivproblem. Und dem geht es auf den Grund zu gehen.

Die Taktik gegen Italien, um Pirlo auszuschalten ging schief, aber die Tore fielen aufgrund eines F-Jugend-Fehlers von Hummels der vor der Flanke den Weg in die Mitte öffnet und einer schlechten Abstimmung von Lahm mit einem der IV, weshalb Balotelli durchbrechen konnte, statt ins Abseits zu laufen.

An meiner o.a. Gegentorstatistik sieht man das Symptom, solche Aussetzer sind das Problem, aber an die Frage nach der Ursache und den Abstellmaßnahmen geht scheinbar keiner ran ! Warum ?

Statt mit der N11 diese letzte Stufe zu nehmen, baut Löw seit Jahren auf dem Rücken von Spielern und Sportdirektoren seine Machtposition aus. Diese seine Fehlfokussierung ist m.E. problematisch.

Antworten

Thomas 11. September 2013 um 13:40

Wollen? Gegen Italien 3:2, gegen Spanien 4:3 und gegen Brasilien 5:4. Ob das dann auch so klappt, sei mal dahingestellt. 🙂

Antworten

nougat 11. September 2013 um 14:06

na denn, wird ja alles gut 😉

Antworten

Sonar 11. September 2013 um 16:36

Mir ist dieser Kommentar Löws auch aufgestoßen, eben weil er sich ausdrücklich nicht auf das aktuelle Spiel beschränkte. Ich bekam gleich wieder den Eindruck, dass er nicht so wirklich Lust darauf hat, sich mit der Defensive zu befassen…

Antworten

nougat 9. September 2013 um 10:30

Deutschland ist seit 1954 wieder bei Fußballweltmeisterschaften mit von der Partie und gewann 3x den Titel. Die DFB Auswahl stand seither 7x im Finale und ist die 3. erfolgreichste Fußballnation, was diese Titelvergabe betrifft. Vor ihr liegen Brasilien (5) und Italien (4). 11x stieß Deutschland bis ins Halbfinale vor. das ist bei bisher 14 Veranstaltungen eine Quote von 78,5%. 7 Finalteilnahmen von 14 insgesamt ergibt eine Quote von 50% ! Das bedeutet, dass in 4 Veranstaltungen, also 16 Jahren, Deutschland sich für das Finale mathematisch gesehen 2x qualifiziert. Alle 20 Jahre wurde Deutschland Weltmeister. Der letzte Titel wurde 1990 erzielt (eine Weltmeisterschaft „zu früh“). Die letzte Finalteilnahme war 2002. Seither sind 8 Jahre ins Land gezogen und in 2 Veranstaltung (von 4) wurde der Finaleinzug verpasst. Deutschland ist hinter Spanien in der Rangliste an 2 gesetzt, da es mit dem Erreichen des EM Halbfinals und der makellosen Bilanz in der Qualifikation von Rang 4 (2010) aufrücken konnte.

Warum Deutschland eigentlich schon 2006 Weltmeister statitisch gesehen Weltmeister hätte sein sollen, findet man hier berichtet:

http://www.rp-online.de/sport/fussball-wm/alles-zum-dfb-team/deutschland-wird-weltmeister-1.1710511

2014 „sollte“ Deutschland das Finale erreichen. Minimum ist das Halbfinale. Kommt Deutschland nicht ins Halbfinale, dann kann Löw seine Koffer packen. Mit ziemlicher Sicherheit. Wie auch immer – es gibt natürlich keine 100%ige Wahrscheinlichkeit…

Antworten

Stricki 9. September 2013 um 12:05

Wow selten so einen Nonsens gelesen. Solche Statistiken sind ganz witzig, aber haben doch mit dem Ausgang an sich überhaupt rein gar nix zu tun. Und bitte hör auf hier stunk machen zu wollen und gegen Löw zu hetzen.

Mal abgesehen davon, dass ich es als respektlos und dreißt empfinde überhaupt an diesem Trainer zu zweifeln, würd ich gerne mal wissen, wer zur Hölle es besser machen soll??? Klopp?: glaube nicht, dass er Dortmund in naher Zukunft verlässt. Heynckes?: bereits im Ruhestand. Also erzähl mal wer solls richten. An diesem Punkt konnte mir noch kein Löw-Klugscheißer irgendeinen Namen nennen. Also bitte lass es einfach.

Löw hat der Mannschaft eine Spielidee gegeben und lässt ansehnlichen Fussball spielen. Die deutsche Nationalmannschaft is eigentlich überall respektiert und hoch angesehen, als eine der besten Nationalmannschaften der Welt.
Ich weiß ja nicht wie alt du bist, aber da gabs mal ganz andere Zeiten, gar nich so lange her. Damals gabs nämlich keine kleinen Fussballnationen mehr (weil wir selbst dazu gehörten).
Ich bin sicherlich nicht immer einverstanden mit Löw Maßnahmen und Entscheidungen. Aber er macht seine Sache gut und einen besseren Trainer außer Klopp (der nicht mitmachen würde) seh ich nirgends in Deutschland.
Tut mir Leid fürs Offtopic, aber mich bringt sowas einfach nur auf die Palme.
Grüße

Antworten

Vanye 9. September 2013 um 12:24

Christian Streich hat das mit den Statistiken gut auf den Punkt gebracht:

https://www.youtube.com/watch?v=FXdfEy_irL4

Antworten

km 11. September 2013 um 21:20

Was Streich sagt, stimmt ausnahmsweise nicht. Warum sollte es wahrscheinlicher sein, wenn eine Mannschaft die letzten Jahre nicht gewonnen hat? Höchstens weil die Spieler motivierter sind nach einer langen titellosen Zeit. Aber da ist Deutschland ja nicht die einzige Mannschaft, der das so geht 😉 Ist also kein Argument.
Wenn es dir unabhängig davon nur um das Prinzip „wir sind dran“ geht, begehst du einen systematischen Fehler. Abstrakteres Beispiel dazu, wenn du eine (perfekte) Münze 1000 Mal wirfst und sie fällt 1000 Mal auf Kopf, dann ist die Wahrscheinlichkeit für Zahl in der nächsten Rund immer noch auf genau 50%. Die ändert sich nämlich nicht aufgrund einer vermeindlich einseitigen Vergangenheit. Cool bleiben.
https://de.wikipedia.org/wiki/Spielerfehlschluss

Antworten

Koom 12. September 2013 um 09:49

Naja, einen Unterschied gibt es schon. Der Münze ist es egal, wie sie vorher gefallen ist.

Das passende Beispiel für Streichs These wären ja eher die Bayern aus dem letzten Jahr. Der Frust, erneut ohne Titel, dazu mit der „Krönung“, den Champions-League-Titel trotz Anwesenheit im eigenen Haus zu verlieren, saß sehr sehr tief und sorgte für eine sehr konzentrierte Leistung über die ganze Saison hinweg. Mal abgesehen von Dante, Martinez und Mandzukic hatte man ja zur Vorsaison nicht so wahnsinnig viel verändert. Und auch wenn das alle 3 wichtige Stammspieler wurden, waren sie nicht allein dafür verantwortlich. Plötzlich grätschte und rannte auch ein Robben mal defensiv. Kroos packte mehr Disziplin auf den Rasen, Boateng verringerte seine Patzeranzahl etc.

Die N11 ist in einer halbwegs vergleichbaren Situation: Seit 6-7 Jahren ist man extrem nah dran. Gerade im Nationalmannschaftsbereich ist eine solch hohe Konstanz selten. Blöd nur, das ausgerechnet gerade jetzt eine spanische Mannschaft unterwegs ist, die auch ausserhalb der Nationalmannschaftszeiten weitgehend gleich spielt wegen extrem großer Blockbildung und dadurch eine krasse Stabilität hat. Deutschland mag IMO kreativer und offensiv stärker sein, aber der Spruch mit „Offense wins games, defense championchips“ ist halt leider doch immer zu wahr. Und auch wenn die deutsche Defensive besser ist, als sie momentan gemacht wird, ist die der Spanier noch einen guten Tick besser.

Antworten

Koom 12. September 2013 um 10:16

Leicht den Faden verloren, nochmal zum Anfang: Der Münze ist es egal, wie sie vorher wie oft gefallen ist. Dem Menschen nicht. Sammelt sich genügend Frust an über verpasste Chancen, dann schärft das die Sinne, macht agressiver etc.

In der aktuellen Spielweise der N11 fehlt mir persönlich noch der Nachweis, aber momentan haben viele von denen auch eher den nächsten BuLi-Spieltag im Kopf, da man die Quali-Gegner ja eh deutlich beherrscht. Wenn mal das Saisonende da ist und nur noch Brasilien vor den Augen ist, kann sich das aber sehr schnell ändern. Kann man aber auch erst dann wirklich sagen, ob dieser Effekt wirklich eintritt. Ist ja auch eine Charakterfrage.

Antworten

Vanye 13. September 2013 um 00:55

Ich glaube nicht, dass es Streich ernst meint. Er antwortet mit Ironie auf Journalisten, die meinen, dass derartige Statistiken irgendeine Relevanz für zukünftige Spiele haben.

And so do I.

Antworten

CH 9. September 2013 um 16:28

Was Du machst ist eine Trendanalyse aufgrund einer statistischen Auswertung historischer Daten. Sprich Du extrapolierst einfach.

Da sich aber Mannschaften, Spieler, Taktik, Trainings- und Ernährungslehre – sprich das gesamte Fußballumfeld – fundamental geändert haben, machst Du damit vor allem einen riesigen systematischen Fehler.

Antworten

km 9. September 2013 um 18:19

+1

Antworten

Rotador 10. September 2013 um 10:47

🙂

Antworten

nougat 11. September 2013 um 11:00

ich behaupte ganz einfach, dass löw sich nicht halten wird können, wenn es nicht ins halbfinale geht. ich habe die daten einfach mal zusammengetragen, damit klar wird, dass die dfb auswahl keine kleckerfußballnation ist. die nation will den titel, alles andere ist zwar ganz nett, bleibt aber nicht in erinnerung… für einen favoriten ist deutschland derzeit eine schießbude, und wenn es dieses fundamentale problem – und darauf hatte ich mich in meiner replik an makaki ua bezogen – nicht abstellt, wird das nix mit einem statisch überfälligen titel. natürlich wird fußball nicht gespielt, um die statistik zu erfüllen…

Antworten

km 11. September 2013 um 21:04

Was bitte hat das mit kleckerfußballnation zu tun… es geht doch nur um die gezeigten Leistungen, mehr nicht. Alte Titel und Erfolge werden nicht miteinberechnet 😉 Zumindest hoffe ich das, diese Spielweise will ich nicht mehr sehen. Und ich denke, da bin ich nicht der einzige.

Bei Sätzen wie „die nation will den titel“ wird mir dagegen schon ein bisschen mulmig.

Antworten

nougat 12. September 2013 um 11:19

„Bei Sätzen wie “die nation will den titel” wird mir dagegen schon ein bisschen mulmig.“

ist nicht weiter tragisch. man kann es auch anders ausdrücken:

viele deutsche mitbürger und fußballinteressierte mitmenschen dieses landes möchte es sehr gerne sehen, wenn diese junge, seit jahren hochbegeisternd spielende mannschaft, den titel erringt, weil sie sich dann besser fühlen und vllt sogar mehr babies in die welt setzen 😉

(mir ist schon mehr als einmal aufgefallen, dass viele user einfach sich einen markanten satz aus einem posting rauspicken und sich dann wer weiß wie aufregen, ohne zu bemerken, dass sie gar nicht angesprochen waren. scheint eine typische vllt deutsche krankheit in der online welt zu sein. ich räume aber ein, dass mir das auch dann und wann passiert. nobody is perfect.)

Antworten

traunstroem 9. September 2013 um 08:26

http://derstandard.at/1378248427487/Die-Eloquenz-des-deutschen-Schwarms-gegen-Oesterreichs-Gestotter-ausgeduennter-Strukturen

Die Zeitung Standard bringt bei uns in Österreich immer eine aus meiner Sicht sehr interessante Grafik auf Basis einer Netzwerkanalyse.

Man sieht wirklich sehr deutlich, wie der Spielaufbau der Österreicher auf die linke Seite zu Pogatetz (im Aufbau schwächer als Dragovic) und dann weiter auf Fuchs (derzeit in absoluter Unform) gelenkt wurde. Die häufigsten Pässe / Passversuche sind dementsprechend dann lange Bälle von Fuchs und auch Almer auf Harnik, der dann gegen Mertesacker ins Kopfballspiel gehen musste.

Erschreckend finde ich auch, dass es zwischen IV und DM eigentlich keine Verbindung zu sehen ist. Das bestätigt, wie gut es Deutschland verstanden hat, das Mittelfeld aus dem Spiel zu nehmen.

Aber egal, zählen tuts für uns gegen Irland. Leider fehlt Junuzovic auch dort, was ein schwerer Verlust ist. Er musste auch schon im Hinspiel gegen Irland ausgewechselt werden und anschließend hatten die IV´s von Irland viel mehr Zeit für ihre langen Bälle und die Kontrolle im Spiel ging ziemlich verloren.

lg traunstroem

Antworten

Rotador 7. September 2013 um 20:48

Was ich noch gern gewusst hätte: Wie bewerten die hier Anwesenden die Zusammenarbeit von Khedira und Kroos? War das nur scheinbar besser oder hat die Aufteilung tatsächlich gepasst?

Antworten

HG 10. September 2013 um 19:41

Hat besser funktioniert als mit Gündogan, bessere Absicherung.

Antworten

amateur 7. September 2013 um 16:25

„Dabei achtete Deutschland besonders darauf, das Aufbauspiel von Alaba fernzuhalten. Kroos und Khedira standen recht weit vorne, um die gegnerische Anbindung zwischen Abwehr und Mittelfeld zu kappen. Manchmal führte dies zu Problemen, wenn die deutschen Abwehrspieler nicht nachrückten. In der ersten Halbzeit kam Österreich einige Male in den Zwischenlinienraum, spielte die Situation jedoch zu langsam aus. Deutschland konnte meist im Rückwärtspressing den Ball erobern.“

Für mich mit der interessanteste Absatz. Leider hat das Deutsche Fernsehen, es gestern geschafft in der 1. Hz quasi jeglichen österreichischen Ballbesitz aufgrund der 1o0. Zeitlupe eines Zweikampfs oder Schussversuches oder Trainernahaufnahme nicht zu zeigen. Aber in den wenigen Situationen die in Totale zu sehen waren, kam mir das Loch zwischen 4er-Kette und DM bei den deutschen stellenweise wieder enorm vor. Ich habe mich gefragt, was wohl die deutsche Offensive mit der deutschen Defensive so veranstaltet hätte. Für Özil, Reus und Müller wäre dieses Loch ein gefundenes Fressen…

Antworten

nougat 7. September 2013 um 16:45

interessante beobachtung und bestätigt meine meinung. die defensivprobleme sind noch da !

Antworten

Schimanski 7. September 2013 um 18:27

Actio und Reactio?
Wenn das Loch nicht bespielt wird, wieso soll man es schließen?

Die tiefe Stellung der IV reduzierte die Anfälligkeit gegen lange Bälle und die hohe Stellung der Sechser resultierte aus der Stellung der Österreicher, speziell natürlich Alaba, dem man aus dem Spiel nehmen wollte.

Würde ich zumindest nach der obigen Analyse so interpretieren…

Antworten

MR 7. September 2013 um 18:56

Das ist für mich die interessanteste Frage am Spiel. Ob das bewusst getan wurde oder ein Defizit in der Abstimmung war.

Die Abwehr ist einfach oftmals nicht nachgerückt. Dadurch haben sich durchaus Probleme angedeutet, die dann aber letztlich keine wurden wegen schlechten Pässen, zu hektischem Spiel, falschen Bewegungen bei Österreich oder gutem individuellen Verhalten bei Deutschland. Wenn dieser fehlende Effekt vorhergesehen wurde von Löw, wär das brillant. Wenn nicht wär es glücklich und potentiell sehr problematisch.

Vermutlich war es beides ein bisschen.

Antworten

km 7. September 2013 um 19:35

Interessent. Gibt es eigentlich absolut keine Möglichkeit, dass ihr auf irgendeinem Weg öfters mal Fragen auf Pressekonferenzen stellen könnt?
Und was würde eigentlich passieren, wenn irgendjemand mal anfangen würde, diese solche Fragen zu stellen? Hätte Löw und andere Trainer Lust auf sowas einzugehen? Er würde sich ja schon vergleichsweise stark in die Karten schauen lassen… also was denkt ihr, liegt es auch an den Verantwortlichen, dass das Thema Takik nicht aufkommt? Vielleicht weil alle es einfacher haben wollen? Oder ist es „nur“ die kaum vorhandene Nachfrage?

Antworten

MR 7. September 2013 um 20:50

Ich hatte mal Mourinho auf der PK vor dem CL-Halbfinale nach den Eigeneheiten von Dortmunds Pressing gefragt. Resultat war, dass er das nicht beantworten wollte und ich aus dieser Aussage seine Taktikänderung abgeleitet hab.
-> http://spielverlagerung.de/2013/04/24/borussia-dortmund-real-madrid-funf-fragen/ (Abschnitt „Mourinho, der Schelm“ und „Das 4-3-3 als Clown aus der Box?“)

Mehr kann ich dazu auch nicht sagen. Aber wir haben jetzt mal angedacht, dass wir uns mal Presseausweise holen und öfters auf PKs rennen könnten. Mal kucken, ob wir in der Stimmung sind, das durchzuziehen.

Antworten

Jonny 7. September 2013 um 21:50

Das wäre natürlich einfach nur überragend, wenn ihr das machen würdet. Vorausgesetzt, ihr habt Zeit und Lust dafür.

Erkinho 8. September 2013 um 03:03

Ich behaupte einfach mal, dass man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit alle befragten Trainer aufhorchen lassen würde, selbigen jedoch kaum bis gar keine Tendenzen hinsichtlich ihrer taktischen Konzepte entlocken könnte.

Aber falls ihr solche Unternehmungen bereits angedacht habt, wäre es sicherlich mal sehr interessant diese Pressekonferenzen zu verfolgen.

„Mourinho – The Schelmisch One“ hätte doch besser geklungen 😉

MR 8. September 2013 um 04:59

Damn, Schelmisch One ist echt gut. Hät ich mal drauf kommen sollen.

Ich denk schon, dass man da Sachen rausbekommt. Gerade auf PKs nach dem Spiel. Bestimmte Trainer (Klopp, Tuchel, Streich, Dutt) reden ja auch von sich aus ganz gerne über solche Themen. Bei Klopp hab ich auch schon Sachen gehört, die man aus strategischen Gründen eher nicht erwarten würde – fast immer gibt’s bei seinen Vorher-PKs ganz interessante Einblicke darin, wie er die gegnerische Mannschaft sieht und ziemlich oft spricht er auch über deren erwartete Herangehensweise oder sogar in groben Punkten über die eigene.

Gerade Fragen über taktische Fähigkeiten und Rollen bestimmter (unterschätzter) Spieler würden Trainer glaube gerne beantworten oder auch die Begründung für Maßnahmen, die irgendwie nicht funktioniert haben. Oder auch für welche, die funktioniert haben, die aber keiner mitbekommen hat. (Herr Streich, wieso solche Mannorientierungen gegen die individuell überlegenen Bayern? Das gäbe doch sicher eine tolle Antwort.)

Floyd 8. September 2013 um 06:06

Klopp z.B. moniert ja (nicht ganz zu Unrecht) auf seinen PKs eigentlich in regelmäßigen Abständen die Qualität der gestellten Fragen. Ich könnte mir vorstellen, dass es da durchaus gut ankäme, wenn zur Abwechslung auch mal die eine oder andere etwas fundiertere Taktikfrage auftauchen würde.

HW 8. September 2013 um 11:44

Klopp wird sich auch in der Doppelpass-Rund seinen Teil denken.

AP 9. September 2013 um 15:31

Wie wärs mit einer Liste von 3 Fragen/Trainer vor den Spielen, die ihr ja vorher verteilt habt. Eingehend auf die Stärken bzw. Schwächen.

Bsp. BVB gg Eintr. Braunschweig

Frage 1 an Klopp. Wo sehen Sie Räume in der Defensive beim Gegner?
Frage 1 an Lieberknecht. Sie wissen um die Schwachpunkte in der eigenen Defensive, wie wollen Sie diese kaschieren?

So in der Art. Und wenn ihr nicht auf die PK`s kommt, kann ja einer der Journalisten sich die Fragen bei SV runterschreiben…

Die Coaches können ja nicht die ganze Saison über den Fragen ausweichen…

amateur 7. September 2013 um 19:54

Ich fand, dass das in der 2. Hz besser wurde, weil die 4er Kette noch höher stand. Dadurch dieser Raum wieder geschlossen.

In der 1. Hz bin ich mir aber sicher, dass dieses Loch zu mind. 1 Gegentor führt, wenn der Gegner so eine situation ansatzweise vernünftig ausspielt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man bewusst mit Hoffnung auf mangelnde Qualität beim Gegner den gegnerischen Zehnerraum so offen lässt.

Antworten

Wuz4 8. September 2013 um 12:23

ich gehe schon eher davon aus, dass es bewußt so gedacht war als reaktion auf österreichs spielanlage nach vorne, die im wesentlichen 2 gedanken verfolgte:
1. hohes pressing, was deutschland aber nichtlange zuliess.
2. lange bälle. hätte österreich begonnen, den raum vor der verteidigung mehr zu nutzen, hätte löw die linien wohl mehr zusammengezogen.
Die chance österreichs wäre gewesen, da mehr zu variieren, damit es deutschland schwerer fällt, der strategie den zahn zu ziehen.
Erinnere mich noch vage an ein Interview mit Sahin aus seiner ersten Amtszeit beim BVB, wo er nach einem spiel sinngemäß sagte, dass er absichtlich mehrmals eine insgesamt weniger erfolgsversprechende variante gespielt hat, damit sich der gegner darauf einstellt, um dann seinen eigentlichen wunschpass zu spielen.

Antworten

theboss 7. September 2013 um 14:34

“Spätestens nach diesem Spiel fragt man sich, woraus die Krise, die der DFB angedichtet wird, eigentlich bestehen soll. Seit der EM zeigte Löws Team gute Leistungen – das Hinspiel gegen Österreich und die letzten 30 Minuten gegen Schweden einmal ausgeklammert.”

Habt ihr eigentlich die defensiv desaströsen Spiele gegen Ecuador, USA und Paraguay nicht gesehen? Da gabs 9 Gegentore in 3 Spielen, trotz individueller Überlegenheit.

Trotzdem ein erfreuliches Spiel ohne große Meckeraspekte.

Antworten

RM 7. September 2013 um 14:44

Ach, das sind Freundschaftsspiele. Das würde ich nicht zu sehr gewichten, wobei natürlich da Defensivmängel zu sehen waren.

Antworten

Michael 9. September 2013 um 09:19

Sicher waren das „nur“ Freundschaftsspiele, aber das Problem ist doch, dass sich da eine grundsätzliche Haltung zeigt. Löw glaubt, dass man mit schönem Offensivspiel automatisch weit kommt, aber das ist falsch, gerade wenn die Abwehr so wacklig ist. Gegen Luschen wie Österreich oder Griechenland oder ähnliches ist es egal ob man zwei, drei Tore kassiert, aber gegen die Gegner, die man schlagen muss, um Titel zu holen, schießt man eben nicht mal kurz drei, vier Tore, und darum gehts!
Sicherlich ist die Nationalelf unter Löw konstanter als früher, kommt immer sehr weit und scheidet nicht schon mal früh aus wie früher öfter mal. Aber für den letzten Schritt der nötig ist, um Titel zu holen, scheint Löw der falsche Mann zu sein, denn er würde lieber schön spielend im Halbfinale verlieren, als mit Vorsicht, Taktik und ein bisschen Glück (das man immer braucht) einen Titel zu holen…

Antworten

Berni 9. September 2013 um 13:09

Das ist falsch. Nicht Löw denkt das, sondern die Spieler. Es liegt in der Mentalität von Deutschen begründet, dass sie nur dann liefern, wenn es wichtig ist.
Ich gucke nun schon 25Jahre deutsche NM, und gute Freundschaftsspiele sind sehr rar gesäht. Meist nur gegen Top5-Nationen, oder wenn sie aufgrund vorheriger Ergebnisse medial unter Druck geraten.

Jeder hat gelacht als Müller auf der PK sagte, dass er lieber 1-0 gewinnt, weils bei 4-0 zur HZ langweilig ist. Und dann wundern wir uns über das Schweden-Spiel? Genau das ist die Denkweise der Spieler. Das war auch nach dem 2-0 gegen Österreich zu gehen. Klar kann man sich den Ball hin und her schieben, aber man sollte noch so viel Professionalität an den Tag legen, dass man dann auch trotzdem die Lücken ausnutzt, die sich aufgrund der Spielweise auftun.

Gegen Paraguay dachte man, och das geht shcon mit 70%. Als man dann 0-2 hinten war, wurde die Intensität erhöht, weil verlieren will keiner. Aber es geht einfach nicht in die Köpfe, dass man das auch andersrum erreichen kann, gerade in Freundschaftsspielen. 20Mins Vollgas, 2/3-0 gegen Paraguay führen und gut ist. Da glaubt doch keiner ernsthaft, dass die in einem Auswärtsfreundschaftsspiel noch jeden Sprint mitmachen. Mit der Herangehensweise hat man nach 90Minuten mehr Kraft gespart, auch mentale.

Aber nochmals, sowas liegt nicht am Trainer. Der ist immer genauso wild bei solchen Unzulänglichkeiten wie wir Fans.

Antworten

Koom 9. September 2013 um 13:30

Ja, diese Mentalität scheint mir auch das größte Problem der N11 zu sein. Bezeichnend, das Schweinsteigers letztes N11-Freundschaftsspiel gefühlt vor der Jahrtausendwende gewesen sein muss. Und er ist die Leitfigur, der Taktgeber. Und das auch ohne Binde. Deswegen ist mit Lahm, der in jedem Spiel 100% gibt, eigentlich auch der richtige der Kapitän (und damit Vorbild). Aber er steckt mit seiner Art scheinbar zu wenig an, bzw. sind die Egoismen der anderen größer.

Persönlich problematisch finde ich dabei auch Khedira und Özil, die mich in der N11 nicht überzeugen. Beide agieren so, als ob sie die zentrale Figur der Mannschaft wären – allerdings nur in den Showaspekten. Auch Reus macht defensiv nicht jeden Weg und dann ist es kein Wunder, das es hinten klemmt. Leidtragende sind die sauberen Arbeiter, die durch diese Misstände der Offensiven öfter mal doof aussehen.

Löw kann daran auch nur wenig ändern. Er kann sie weglassen, sicher. Aber das mediale Kreuzfeuer, das er abbekommt, ist dann auch nicht gut. Und andererseits reden wir von lauter jungen Spielern, die eigentlich noch formbar sein sollten. Also versucht man es weiter, ihnen die Wichtigkeit der Defensivarbeit näherzubringen, um das komplexe, agierende Spielsystem der N11 zu verkörpern. Und das eben auch in Spielen, wo es Ziel ist, diese Abläufe zu trainieren und zu verinnerlichen.

Antworten

sharpe 9. September 2013 um 15:56

im Prinzip sehe ich fast alles wie du, mit dem Unterschied, dass ich die Spieler verstehen kann, wenn sie nicht in jedem Freundschaftsspiel alles raushauen. Sie haben nun mal genug Pflichtspiele pro Saison und wären dumm, wenn sie auch noch in jedem Freundschaftsspiel Gas geben, bzw. ständig Pressing, Gegenpressing spielen würden. Und Paraquay haust du auch nicht automatisch 2-3 Stück rein, wenn du am Anfang 20 Minuten Gas gibst. Diese Mentalität hat es aber immer schon gegeben und wird es auch in Zukunft geben und sie ist absolut nachvollziehbar. Ich will auf alle Fälle, dass die Bayern-Spieler am Ende der Saison körperlich noch gut in Schuss sind, denn dann werden die Titel verteilt. Das dürfen sie sich bei den NAti-Freundschaftsspielen durchaus mal ne Auszeit nehmen. Ich denke aber auch, dass von den Verantwortlichen das jeder weiß, bzw einigermaßen einschätzen kann.

joel 10. September 2013 um 12:42

das ist meiner Meinung nach das größte Problem der Nationalmannschaft! Ich begrüße das von Platini vorgestellte Blocksystem, denn es ist nicht nur unnötig, sondern meiner Meinung nach sogar von Nachteil Freundschaftsspiele während und vor allem nach der Saison auszutragen. Die Quali zu den jeweiligen Meisterschaften bietet genug Zeit um eine Mannschaft einzuspielen und die mangelnde Einstellung bei Fspielen der etablierten Ntionalspieler führt dazu, dass diese Spiele ein völlig verdrehtes Bild abwerfen.
Eine Freundschaftsspielserie über einen längeren Zeitraum vor einer WM oder vielleeeicht auch vor Beginn einer Quali ist da meiner Meinung nach die bessere Idee und verhilft vielleicht auch Schweini mal dazu, die Knochen unter der Woche ruhen zu lassen..


nougat 7. September 2013 um 13:41

„Spätestens nach diesem Spiel fragt man sich, woraus die Krise, die der DFB angedichtet wird, eigentlich bestehen soll. Seit der EM zeigte Löws Team gute Leistungen – das Hinspiel gegen Österreich und die letzten 30 Minuten gegen Schweden einmal ausgeklammert.“

bei dem spielermaterial muss man auch mal in ein em finale einziehen dürfen – italienschlappe schon vergessen ? löw ist der falsche man zur richtigen zeit, tragisch für deutschland.
löw stellt zu bayernlastig auf und mit ihm wird es keinen wm titel geben.

im spiel hat man gesehen wie müller regelrecht verschenkt wird, weil sich die jungs vorne die füße platt stehen. müller ist gut in kontern und bei umschaltsituationen. österreicht stand in der 1. hz so tief, dass einfach kein platz für ein erfolgsversprechendes dribbling oder ballgeflippere gegeben war, folglich fiel der treffer eher zufällig in einer 1:1 situation. mit löw wird das einfach nix mehr. jetzt sind alle happy, aber die nagelprobe kommt erst noch, und dann erinnert meine worte 😉

Antworten

hasnpeter 7. September 2013 um 13:50

ist das dein ernst oder hab ich einfach die ironie nicht erkannt?

Antworten

Makaki 7. September 2013 um 15:26

Das Löw´s Aufstellungen oftmals diskussionswürdig sind (langes Festhalten an altgedienten Spielern wie Podolski, Klose, Mertesacker) ist ja richtig; Fakt ist aber auch, dass die „Treue“ die Löw den Spielern mitgibt, auch eine positive Atmosphäre im Team schafft und die Spieler das Vertrauen oftmals zurückgeben. Langfristig ist dies für die Entwicklung der Nationalmannschaft sicher von Vorteil, auch wenn ich mir dann und wann schon auch flexiblere Lösungen wünschen würde (z. B. wenn Kiesling in Hochform ist).

Das Löw zu bayernlastig aufstellt, ist für mich, bei allem Respekt, buchstäblich Nougat: Wer waren denn, wieder einmal, die Säulen des Spieles (neben Reuss): Boateng (für mich sogar der stärkste deutsche Spieler), Lahm, Kroos und Müller, natürlich auch Neuer.
Ohne so ein Gerüst kommst Du nicht weit in einem Turnier, ob man gleich Weltmeister wird, da müssen noch andere Dinge zusammenkommen (auch Spanien hatte in jedem Turnier einen Wackler, z. B. HF gegen Portugal 2012.
Die Meisten Deutschen sind einfach zu verwöhnt (Dritter WM2006, Zweiter EM 2008, Dritter WM2010, HF EM 2012).

Und Müller ist wohl der vielseitigste Spieler überhaupt: Den kannst Du in jeder Situation bringen, selbst wenn er 88 Minuten erfolglos gerackert hat, ist er jederzeit für das entscheidende Tor gut.

Und das mit der Nagelprobe ist eine Floskel…die kommt für jede Mannschaft früher oder später.

Antworten

nougat 7. September 2013 um 16:43

so so… löw gibt also „treue“? du meinst, „er schenkt ihnen vertrauen“ ?
bitte keine wortspiele mit meinem nick, das muss ich sonst der forenleitung melden und dann gibt es fiesen kerker bei wasser und brot bis zur wm.

löw hat hummels als verlierer seiner defensivabteilung festgemacht. er bringt in einem pillepalle spiel gegen paraguay den angeschlagenen gündogan, und du willst mir erzählen, dass da kein dfb arzt einen spieler vor übertriebenen ehrgeiz nicht schützen kann ? schweinsteiger macht kaum ein testspiel mit, wird ständig geschont. bei der em aber wie ein heilsbringer durch das turnier geschleppt, und du willst mir erzählen, das ist nicht bayern… äh… ergeben ?

das mit der nagelprobe ist keine floskel. das spiel gegen harmlose österreicher lenkt von den wahren problem im team ab. ich sage, die defensive wackelt mit mertesacker und den vogelfreien spaniern, die maßgeblich für die probleme in der defensive verantwortlich sind. aber für die richtige aufstellung und einstellung ist der trainer verantwortlich.

zum punkt „verwöhnt“ ? das ist ja wohl der witz schlechthin. löw hat die beste spielergeneration seit langem unter sich und er kriegt es nicht gebacken, die besten spieler aufzustellen, geschweige denn eine ordentlich defensivleistung zu vermitteln ? dem markenzeichen der deutschen überhaupt ! von seinen in-field-entscheidungen einmal ganz abgesehen… will er aus deutschland eine verlorene generation machen ? deutschland ist mit einem wm titel statistisch bereits überfällig. die chance war in südafrika, jetzt bereits will man nicht mal mehr die favoritenbürde akzeptieren. warum eigentlich ? deutschland ist gesetzt, genauso wie spanien, brasilien, italien.

Antworten

Lukinger 7. September 2013 um 17:30

Bei deiner Löw-Kritik muss ich dir teilweise Recht geben:
Ich bin auch der Meinung, dass wir unter anderen Trainern größere Chancen hätten den Titel zu holen, da Löw nur aus Fehlern lernt und nicht es gar nicht erst soweit kommen lässt.
Außerdem finde ich seine Ideen zu halbherzig umgesetzt. Beispiel: Gute Idee Kroos gegen Pirlo zu setzen, da Özil defensiv zu schwach ist. ABER: Dann muss ich auch so konsequent sein und ihn ganz draußen lassen. So war seine Seite zu stark offen und das Ergebnis kennen wir alle.
Ähnlich gegen Schweden: Er erkennt zu spät dass das Spiel aus der Hand gegeben wird. Erst bei 2:0 bringt er neue Kräfte nicht schon vor den Gegentoren. Und: Er muss sehen, dass Boateng als RV in der 2. Halbzeit immer noch die Position gehalten hat die er in der 1. HZ hatte und auch haben durfte, aber in der 2. eben nicht mehr… Wie viele Tore sind nochmal deshalb gefallen?!
Zusammengefasst: Löw für mich ein starker Trainer, aber bei weitem nicht unter den Top 10 der Welt, da er zu wenig prognostisch sagen kann was zu tun ist. Er kann „nur“ gemachte Fehler verbessern. Dies reicht allerdings in einer KO-Phase auf diesem Niveau leider oft nicht. Wir können mit Jogi Titel holen, aber mit anderen wäre aus meiner Sicht die Chance größer.

Zur Bayern-Achse:
Ja es ist sehr grenzwertig, dass Schweini kaum noch Freundschaftsspiele macht, aber er ist zur Zeit sehr oft verletzt. Aber man darf der Bayern-Achse nicht vorwerfen, dass Gündogan angeschlagen in einem Freundschaftsspiel antritt. Da ist der Junge selber schuld.
Dass Schweinsteiger das letzte Tunier angeschlagen spielen musste zeigt aus meiner Sicht keine Bayern-„Ergebenheit“, sondern, dass Schweinsteiger vor einem Jahr einfach nicht ersetzbar war. Er ist das Herz der deutschen Nationalelf.

Und was ist daran falsch die besten Spieler aufzustellen?
An Neuer und Lahm geht sowieso kein Weg vorbei. Kroos spielte in den wichtigen Spielen zuletzt eh nicht.
Nur über Müller wird immer diskutiert. Halb Deutschland sagt er könne nichts, die andere sieht in unter den 5 besten deutschen Fußballern. Nur weil er nicht so ein makelloses Spiel hat wie zB ein Reus, heißt es aus meiner Sicht nicht, dass er schlechter ist. Man schaue sich nur seine Werte an… Selbst gestern wieder Torvorlage und Tor… Aber die Diskussion über Müller wird immer bestehen bleiben. Genauso wie die über Gomez und die über Mertesacker.

Womit wir auch schon bei der Frage sind warum Hummels nicht gespielt hat. Wenn man sich die deutschen IV im Winter angeschaut hat, war wohl keine Frage, dass Hummels zu dieser Zeit klar bester deutscher IV war, aber zur Zeit ist er eben nicht ganz bei 100%.
Das hat selbst Klopp festgestellt und ihn im letzten Bundesligaspiel zur Halbzeit runter genommen.
Boateng spielt seit der Winterpause ein überragendes Jahr und wurde nicht zu Unrecht vom Kicker zum besten IV der Rückrunde gewählt. Auch diese Saison ist er sehr sicher und gut im Aufbau. => Aus meiner Sicht zurecht in der Stammformation.
Mertesacker ist zur Zeit auch gut drauf. Wurde jetzt bei Arsenal zum Kapitän ernannt und spielt eine gute Saison bis jetzt.
Ob er die bessere Alternative als Hummels weiß ich nicht. Ich würde wohl auch Hummels bringen, aber Mertesacker ist im Moment vielleicht sogar die sicherere Variante, also kann man die Entscheidung so treffen.

Antworten

SC 8. September 2013 um 09:08

Das dieses Stammtisch-Löw-Bashing jetzt auch schon hier, in einem Forum wo es um TAKTIK geht, selbst nach so einem Spiel nicht nachlässt, und dann auch noch von Leuten ohne jegliche Rechtschreibkenntnisse….

Gibt es keine Foren bei Bild oder Sport1 wo ihr euch auskotzen könnt?
WM-Titel statistisch überfällig, wenn ich sowas schon lese *kopfschüttel*

Antworten

Jonny 8. September 2013 um 10:57

Natürlich ist der WM-Titel statistisch überfällig. Zwischen 54 und 74 sinds 20 Jahre gewesen. Zwischen 90 und 2010 hätten es dann wieder 20 sein sollen. Ein bisschen Sachverstand würde ich mir doch wünschen! 😉

Antworten

RM 8. September 2013 um 11:00

Ich zweifle diese Methodik an!

TW 8. September 2013 um 11:10

Zwischen 74 und 90 waren es dann nur noch 16 Jahre. Somit war der nächste Titel eigentlich 2002 (nach 12 Jahren) fällig. Soweit ich mich erinnere war Löw da noch nicht Trainer. Im Gegenteil, hätte der Kahn mal auf seinen Patzer gegen Ronaldo verzichtet, dann wären wir 2010 (nach 8 Jahren) schon wieder dran gewesen. Jetzt ist der Kreis des Schicksals durchbruchen und Deutschland auf ewig verflucht ;-).

RM 8. September 2013 um 11:15

Ich zweifle diese Argumentation an!

HW 8. September 2013 um 11:34

Nein, wir haben ca. 200 Mannschaften auf der Weltrangliste. Daher haben wir unser Soll mehr als erfüllt. Statistisch dürfte jedes Team nur ca. alle 800 Jahre Weltmeister werden.

Ich unterstütze hier die Aussage von RM. Ich selber schreibe schon ab und an Mist, aber was Jonny schreibt ist getrolle und falsch.

Jonny 8. September 2013 um 11:59

Oder Sarkasmus, nicht? 🙁

HW 8. September 2013 um 12:12

Ironie und Sarkasmus haben im Fußball nichts zu suchen, dafür ist das Thema zu ernst.

Jonny 8. September 2013 um 12:15

Da hast du natürlich recht. Verzeihung!

Antworten

Erkinho 9. September 2013 um 06:28

Bill Shankly lässt grüßen…

Leon 9. September 2013 um 15:53

Statistisch überfällig? Ich liebe diese Argumentation, die davon ausgeht, das WM-Titel Gesetzmäßigkeiten folgen wie Ebbe und Flut. 1954 hätte der neutrale Zuschauer es wohl Ungarn gegönnt, 1974 Holland. 1990 wurde das Finale durch einen Elfmeter entschieden. Bei allen Titeln war also eine gehörige Portion Glück im Spiel. Und Fußball ist nun einmal unfair. Allein schon die geringe Anzahl an Toren bedingt, dass ein kleines, häufig zufälliges Ereignis entscheidet.
Und ein Team, wie Spanien, dass drei Titel in Folge gewinnt, gab es noch nie zuvor. Vielleicht sind die einfach so gut? Woher stammt der deutsche Anspruch auf den Titel?

Ich hoffe, dass hier im Forum in Zukunft wieder mehr über Taktik diskutiert wird. Der ruhie, sachliche Ton ist für mich eine große Stärke.

Antworten

VS 9. September 2013 um 15:34

Schade, dass mittlerweile auch Unfans den Weg zu SV.de gefunden haben…

„bei dem spielermaterial muss man auch mal in ein em finale einziehen dürfen – italienschlappe schon vergessen ?“

Italienschlappe? Man hatte seine Chancen in Führung zu gehen, bekam dann von Balotelli, der die Spiele davor gerade diese Chancen nicht machte, 2 Tore, rennt an und verliert 2:1. Beide Gegentore laufen sicher nicht unter der Kategorie „Coaching“-Fehler.
Schlappe? Klar enttäuschend, da man das besser besetzte Team war, aber gegen diese erfahrenen Italiener kann man mal verlieren. Löw zwar mit taktischen Fehler, aber im Ansatz war der Versuch nicht ungeschickt (Kroos als Sonderbewacher für Pirlo, Özil theoretisch auf Flügel verkraftbar, da es nur einen Spieler bei Italien links gibt).

„löw ist der falsche man zur richtigen zeit, tragisch für deutschland.“

Dieser Mann hat die richtige Zeit erst eingeläutet. Seine in-game-Entscheidungen sind zweifelhaft, aber an sich hat sich das Team unter ihm wahnsinnig weiterentwickelt. Nicht nur wegen besseren Spieler, sondern auch aufgrund besserer Taktik. Ein Pflichtspiel wird 3:0 gewonnen und es wird gemeckert. So etwas gab es in Deutschland wahrscheinlich noch nie.

„löw stellt zu bayernlastig auf und mit ihm wird es keinen wm titel geben.“

Was ist daran schlimm einen Kern, der schon Jahre miteinander spielt, sich sehr gut kennt und sehr gute Leistungen bringt, aufzustellen?Zudem denke ich nicht, dass eine Aufstellung mit dem Verein, bei dem man unter Vertrag steht, zusammen hängt. Die Spieler sind einfach die Besten auf ihren Positionen.
Ich bin mir einig mit dir, dass es mit Löw keinen WM-Titel geben wird, aber mMn liegt das schlichtweg daran, dass man trotz aller Klasse nicht das Niveau Spaniens hat. Oft wird getan als ob der fehlende Titel alleine Löws Schuld ist. 2010 war man noch lange nicht so weit. 2012 war man zwar so weit, aber die Spanier waren trotz allem DER Favorit. 2014 hat man auch einen klasse Kader, aber auch dort gibt es ein Spanien, dass den Titel holen sollte. Man hat nicht die Mannschaft, um sich hinter rein zu stellen und daher wird man immer Probleme haben, wenn es gegen Spanien geht, denn die spielen grob den selben Fussball – nur besser.

„im spiel hat man gesehen wie müller regelrecht verschenkt wird“

Ein Tor gemacht und ein Assist. Klar Scorerpunkte sagen nicht viel aus, aber sooo schlecht genutzt wurde er dann wohl auch nicht.

Antworten

JW 7. September 2013 um 13:34

Vielen Dank für die schnelle Analyse,
wie immer treffend und auf den Punkt.
Allgemein fand ich das deutsche Pressing sehr facettenreich.
Aus einem 4-4-2 (Özil neben Klose) wurde situativ (beim Zurückfallen eines österreichischen 6er) eine 4-1-3-2/4-1-2-3 (je nachdem wie weit der 6er verfolgt wurde). Diese Aufgabe erledigte in der Regel Khedira. Erreichten die Österreicher das 2te Drittel wurde daraus schnell ein 4-1-4-1, um den Druck aufrecht erhalten zu können. Hatte Khedira einen 6er verfolgt, übernahm Kross die Rolle allein vor der Abwehr. Ansonsten war dies Khedira’s Job, da er mit seinen physischen Fähigkeiten einen passenden Aktionsradius hat, um solch einen Raum abzudecken.

Weiterhin fand ich, wie von TE bereits beschrieben, dass Khedira sehr stark als Raumöffner im rechten Halbraum genutzt wurde für (ähnlich wie Martinez bei Bayern letztes Jahr). Seine vertikalen Läufe in Verbindung mit Reus‘ zentraler Positionierung (binden des rechten 6er der Österreicher) befreiten sowohl Kross als auch Özil für den Spielaufbau (Kroos reagierte dabei balancierend auf die Bewegungen Khedira’s und Özil’s). Das Ganze hatte den schönen neben Effekt, dass Khedira ,weiter vorne positioniert, direkt ins Gegenpressing bei Ballverlusten gehen konnte.

Antworten

tschookki 7. September 2013 um 12:44

Ich hab mal genauer auf Özil und dessen Gegenpressing geschaut. Mir scheint als würde er langsam etwas besser werden im Gegenpressing. Allerding sah ich 2-3 Szenen, in denen er nach Ballverlust kurz den Kopf hängen lässt und somit die Chance zum Gegenpressing verpasst.
Da ich erst seit Kurzem überhaupt weiß was GP ist – SV sei Dank -, würde mich mal interessieren was ihr dazu meint.
Das gesamte Mittelfeld hat mir was die Spielintelligenz angeht, ziemlich gut gefallen.
Sehr interessant war auch, dass Österreich das hohe offensive Pressing lediglich die ersten 5 Minuten durchhielt.

Antworten

pepinho 7. September 2013 um 13:01

Ein Musterbeispiel des Gegenpressings war in meinen Augen das offensive Verteidigen von Per Mertesacker (auch wenn ich in ihm den schwächsten der deutschen Innenverteidiger sehe^^) als „Vorbereitung“ des 2:0 durch Toni Kroos. Hier eroberte er durch starkes und geschicktes Zweikampfverhalten den Ball noch in der gegnerischen Hälfte, nachdem Lahm den Ball im Offensivdribbling verloren hatte.

Mann des Spiels in meinen Augen: Toni Kroos, der eines seiner besten Spiele im DFB-Dress machte.

Antworten

nikos 13. September 2013 um 00:58

Und ich dachte ich wäre der Einzige. Ich hab mir sogar im Freundeskreis den Spruch „Xavi-Iniesta 2.0“ (Kroos-Özil) geleistet, stieß aber nur auf Ablehnung. Ich bitte jetzt schon mal um Verzeihung, weil dies ein Taktikblog ist, aber , wenn die benannten zwei dieses Spiel auch weiterhin aufziehen sehe ich über-rosige Zeiten auf die NM zukommen (Färöer sind mir da zu speziell um sie in eine allgemein gültige Wertung einzubeziehen) – und frage mich, wozu überhaupt ein Stürmer? kroos-schweinsteiger-khedira und davor reus-özil-müller – wenn „wir“ wollen können wir 4-3-3 besser als Barca. Und zwar ohne Tiki-Taka.

Antworten

king_cesc 7. September 2013 um 11:18

Kann es sein, dass jeder deutsche Spieler sofort wusste, dass jetzt stärker auf Ballbesitz gespielt wird?
Meiner Meinung nach hat die Mannschaft ganz grundsätzlich ein starkes Gefühl wie schnell sie nach vorne spielen muss/ kann.
Zu Beginn versuchten sie jeden Pass vertikal und nur seltenst horizontal zu spielen. Nach dem 1:0 gab es dann mehr Seitenwechsel, aus denen dann auch das 2:0 resultierte.
Nach diesem Tor wurde mehr quer gespielt und prallen gelassen.
Der gute Eindruck des Spiels begründet sich für mich in der Kontrolle, die durch Tempobestimmungen enstand.

PS: Ich war ja im Stadion und war sehr angetan von den Bewegungen Kroos´ die wahrscheinlich außerhalb des Bildschirmauschnittes waren.

Antworten

Wuz4 7. September 2013 um 11:17

Guter Artikel, Danke. Ich denke, aus österreichischer Sicht machte das Fehlen von Junuzovic und Baumgartlinger den Hauptunterschied zum Hinspiel aus. Wie Du schon gesagt hast konnte Koller dem Team einen guten Plan A einpflanzen, der aber ohne die beiden gegen so einen Gegner nicht umsetzbar ist. für den brauchts aber die beiden oder wengstens einen davon. alaba auf der 6 ist wohl vergeudet, kam nur in der phase zwischen 1. und 2. tor gut geltung, als er eher die 8 gab. kavlak find ich zwar auch toll, aber vor allem wegen seiner irren optik 🙂 spielte ja auch nur die hälfte der zeit. frechheit von kroos, sich nach dem elbogencheck, für den er nicht mal gelb bekam, beim schiedsrichter so zu beschweren (sorry für den letzten satz, ich weiß, sowas hat in einem taktikforum nix verloren, aber mußte das loswerden :))

Antworten

Peda 9. September 2013 um 09:01

Guter comment, Wuz4!

Und der letzte Satz darf sehr wohl sein, im Artikel steht ja auch:“Dies schien die Österreicher so sehr abzunerven, dass sie sich nur noch mit Fouls zu helfen wussten.“ Pöse Österreicher aber auch!

Reus und Khedira schlagen Kavlak die Nase blutig, Österreich war damit insgesamt zehn Minuten in Unterzahl.
Euer „athleticher Mertesacker“ (echt jetzt, TE?) missbraucht Harnik als Räuberleiter oder überrennt Weimann von hinten und bekommt dafür auch noch Freistöße zugesprochen.
Aber erwähnenswert sind lediglich die entnervten Österreicher…

An der Niederlage gibt es nichts zu rütteln: Junuzovic ist für Kollers Spielweise der wichtigste Mann (siehe Irlandmatch), wichtiger als Alaba (siehe Hinspiel), zu dürftig ist die Form der großen Stützen, zu dünn die personale Decke.
Aber wenn ich so etwas lese, dann steigt mir das G’impfte auf!

Antworten

MR 9. September 2013 um 11:26

Ach, komm schon.

Fouls: Österreich 19:8 Deutschland

Dass das böse wär, hat auch keiner gesagt. Immer noch Taktikblog hier.

Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*