Donnerstag, 29.09.2016

Götze und Özil – verträgt die DFB-Elf keine zwei Spielmacher?

Spätestens nach der Galavorstellung gegen Brasilien war es soweit: die Medien stellten sich die Frage, ob Mario Götze der neue Spielmacher der DFB-Elf werden würde. Ob er der Nachfolger Özils sei? Der Nachfolger? Für wenige, aber doch so manche Zeitung war es wohl undenkbar, dass Özil und Götze zusammen spielen könnten. Zwar sprachen die meisten Medien nicht von einer Nachfolge, aber dennoch fragten die Schlagzeilen, wie man denn diese beiden Spieler in eine Mannschaft bringen könnte.

Eine sehr merkwürdige Diskussion entstand, denn nirgendwo steht geschrieben, dass die DFB-Elf nur einen Spielmacher haben darf. Ganz im Gegenteil, mit Schweinsteiger, manchmal Kroos, manchmal Hummels und in letzter Zeit meistens mit Badstuber stehen immer ein paar Spielmacher hinter Özil auf dem Platz. Vermutlich ist auch genau das der Grund – sie spielen hinter Özil, nicht neben ihm. Der Zehner von Real Madrid ist in der medialen Welt der deutsche Zauberer und Taktgeber, sogar noch vor Bastian Schweinsteiger. Und so entsteht eine Frage, die kein Problem ist, deren Antwort bekannt sein sollte und wohl in jedem Land Ungläubigkeit zutage brächte: Können Özil und Götze in einer Mannschaft spielen? Es ist nicht einmal die Frage nach dem Wie, sondern nach dem Ob. Es klingt fast so, als ob die Medien fragen: „Dürfen wir Deutschen mit zwei kreativen Spielern im Angriff spielen?“

Die Systemfrage

Von Systemen und Formationen her gibt es keine großen Zweifel, dass Mario Götze und Özil nebeneinander spielen könnten. Ob 4-2-3-1, 4-1-4-1, sogar ein 4-3-3 wäre möglich und obgleich wir erläutern werden, welche Vor- und Nachteile die jeweiligen Formationen haben, stellen wir zuvor eine kurze Frage und zwar die einzige, die man stellen muss: Wen sollte man für Mario Götze opfern? Und wieso?

Aktuell beantwortet sich die Frage relativ einfach, Podolski hat im Konkurrenzkampf mit Schürrle bereits Probleme und beide sind trotz herausragenden Anlagen etwas inkonstant und sogar zu geradlinig im Weg nach vorne, außerdem spielen sie auf der Lieblingsposition des neuen Herausforderers aus Dortmund. Der Jungstar des BVB bringt gewisse Sachen mit, welche seine beiden Konkurrenten trotz ihrer hohen Qualität nicht auf demselben Niveau besitzen: eine herausragende Reaktionsschnelligkeit bei Ballverlusten und –gewinnen, unglaubliche Kreativität und außerordentliche Dynamik im Kombinationsspiel. Auf links könnte Götze diese Stärken perfekt einbringen, er wäre nicht ununterbrochen so unter Raum- und Zeitdruck wie im Zentrum, könnte nach innen ziehen und den Abschluss suchen, sei es per sofortigem Schuss, Doppelpass oder indirekt durch tödliche Pässe oder Beteiligung am spielerischen Erzwingen von Torchancen.

Sein erstes Spiel in der Nationalelf machte er dennoch auf der rechten Seite, wo er gut, aber nicht herausragend, elegant, aber nicht effektiv war. Sein starkes Dribbling hilft ihm auch hier, doch man sieht, dass der Zug zur Mitte ihm fehlt und ihn beschneidet. Keine wirkliche Option, auch, weil Thomas Müller sich bei der WM diese Position, Konkurrenzkampf hin oder her, auf Jahre gesichert hat. Passend dazu eine Aussage Löws im Spiegel: „Götze ist für mich einer, der ins Zentrum gehört.“

Dieses Zitat beschränkt unsere theoretischen Möglichkeiten und die wahrscheinlicheren genießen deshalb Priorität in der taktischen Aufschlüsselung der Szenarien.

Variante 1)

Götze mit Özil im Zentrum bei einem 4-1-4-1 – ein System für die Zukunft?

Unter der Prämisse, dass Götze in die Mannschaft rutscht, dürfte am wahrscheinlichsten sein, dass das 4-1-4-1, welches gegen Brasilien für Furore sorgte, zum Standardsystem der DFB-Elf erhoben wird. Götze ist mit seiner läuferischen Stärke prädestiniert bei einem so offensiven System im Zentrum zu agieren und es funktionsfähig zu machen, die Frage stellt sich dann nach dem Nebenmann.

Kann Özil so agieren? Es scheint sehr fraglich, trotz einer starken Vorbereitung sind die läuferischen Defizite beim Real-Spieler noch klar zu sehen und er nimmt sich öfters kurze Auszeiten – bei einem so laufintensiven System undenkbar. Es ist wenig verwunderlich, dass Mourinho ihn bereits bei seiner Ankunft für mangelnde Ausdauer kritisierte, gegen Barcelona sogar von seiner Stammposition bzw. auf die Bank rotierte und ihm Zusatzstunden im Kraftraum verordnete. Aktuell ist somit ein 4-1-4-1 mit Özil und Götze zusammen im Zentrum nicht möglich, dennoch gibt es eine Möglichkeit, beide spielen zu lassen.

Wenn man den Spielmacher Reals auf die Außen stellt und ihn dort seine Dynamik ausspielen lässt, ganz, wie er es gegen England bei der Weltmeisterschaft 2010 tat, integriert man beide ins Team und erfüllt Löws Vorgabe nach einer zentralen Rolle für Götze.

Müller und Özil auf den Seiten würden für Dynamik, Torgefährlichkeit, Rotationen und Variablität sorgen, es wären sowohl klassische als auch inverse Winger möglich und man könnte von Götze und seinem Nebenmann im Spiel nach vorne unterstützt werden. Dafür spricht auch die hohe Spielintelligenz Müllers und die hohe Zahl an zentralen Mittelfeldspielern, welche neben Götze agieren können. Sei es Khedira, der als vorgezogener Staubsauger agiert, Kroos, der Götze bei der Spielgestaltung unterstützt oder gar ein junger Typ wie Lars Bender und sein Zwillingsbruder, deren Stärken im dynamischen Spiel gegen den Ball ohne sichtbare Schwächen am Spielgerät selbst liegen.

Generell ermöglicht das 4-1-4-1-System eine sehr hohe schematische Position, wenn man das Spiel bis nach vorne tragen kann – mit Schweinsteiger, Lahm, Hummels und Badstuber, welche voraussichtlich die Stammformation in der Defensive bilden werden, besitzt man die technische Stärke für einen sicheren Spielaufbau auch unter Bedrängnis.

Mit Badstuber und Hummels hat man zwei moderne Innenverteidiger, welche sichere und öffnende Pässe spielen können, Philipp Lahm und sein Vizekapitän und Partner beim FC Bayern, Bastian Schweinsteiger, sind im Bereich der Ballannahme und Ballbehauptung extrem stark. Spätestens wenn letzterer seine WM-Form erreicht, dürfte sich die Frage, ob ein risikofreier Spielaufbau möglich ist, nicht mehr stellen.

Götze im Zentrum, Özil links beim 4-2-3-1 – unwahrscheinlich, aber interessant

Die einzigen offenen Fragen bleiben somit, wie Özil auf dem Flügel agiert und ob er nicht im Zentrum neben Götze spielen könnte. Wie oben erwähnt ist unter aktuellen Voraussetzungen die letzte Frage eindeutig zu verneinen, doch wenn Özil sich im Bereich Robustheit und Ausdauer verbessert, kann man sich diese Frage noch einmal stellen – gänzlich unwahrscheinlich ist es nicht, die Zusatzschichten im Kraftraum zeigen langsam Wirkung. Man wird sehen, ob es zur EM möglich sein wird, mit einem nominell so offensiven Zentrum zu agieren, ohne die Defensive zu vernachlässigen.

Aktuell scheint allerdings Toni Kroos die Nase vorne zu haben, der Mittelfeldspieler wurde während der Ägide Löw zu einem Achter umgewandelt und zeigte sich in dieser Rolle stark – läuferisch wie spielgestalterisch. Da es ihm jedoch noch an Dynamik mangelt, dürfte in den großen Spielen Khedira den Vorzug erhalten und aufgrund dessen leichter technischer Mängel müsste er schematisch tiefer agieren: womit wir letztlich wieder beim 4-2-3-1 mit ähnlicher Asymmetrie wie bei der Weltmeisterschaft wären, allerdings mit Götze statt Özil im Zentrum und letzterem auf dem Flügel; indirekt also wieder ein Tausch Podolski gegen Götze, nur indirekt.

Variante 2)

Variante zwei ist die eigentlich logischste, Löws Aussagen zum Trotz. Ein 4-2-3-1 mit Götze auf links, seiner Lieblingsposition, würde zwar eine leichte Asymmetrie mit dem sehr offensiven Müller zutage bringen, doch es gäbe einige hochinteressante Vorteile in der kollektiven Ausrichtung.

Götze auf links im 4-2-3-1 – die logischste Formation

Bei der WM agierte man mit zwei sehr offensiven Außen, Podolski und Müller gingen immer wieder in den Strafraum, wo sie die Räume nutzten, die Klose ihnen öffnete. Özil dahinter rochierte oft auf die Flügel und „zockte“ bei Ballbesitz des Gegners auf einen Ballgewinn und schnelles Umschalten, auch hier profitierte man von der Defensivarbeit Kloses und der Torgefährlichkeit der beiden Außenstürmer. Auf dem Platz schien es fast so, als hätte man vier Stürmer aufgestellt und spielte einen auf Konter basierenden Fußball. Aktuell wirkt es allerdings so, als ob die DFB-Elf sich vermehrt an Barcelona, denn am englischen One-Touch-Fußball orientiert und deshalb sollte man sich überlegen, ob Schürrle bzw. Podolski auf links die beste Alternative in einem solchen System sind. Wenn der Gegner sehr tiefsteht und hinten dicht macht, sind die beide oftmals zur Ineffektivität verurteilt, da ihre Stärken, das dynamische Spiel zum Strafraum hin, nicht mehr zum Tragen kommen.

Götze auf links ergäbe somit mehrere Vorteile. Einerseits hätte man mehr Dynamik und Sicherheit im Kurzpassspiel, was eklatant wichtig ist im Herausspielen von Schnittstellen bei einer tiefstehenden Abwehr ist. Je schneller der Ball zirkuliert, umso schneller muss der Gegner verschieben, was sehr schwierig und sehr ermüdend ist. Des Weiteren ist Götze im Dribbling etwas besser und kann nach innen ziehen und den Abschluss suchen, was Unordnung in die gegnerische Defensive bringt, ebenso wie Rotationsmöglichkeiten mit Özil und Müller.

Eine offene Frage bei diesem System wäre die des Mittelstürmers: Gomez, Klose oder gar Müller. Letzterer wäre eine sehr interessante Möglichkeit, aber aufgrund des Mangels an Ersatzmännern auf der rechten Seite und seiner fehlenden Spielpraxis im Sturmzentrum sollte man diese Variante verwerfen und sich auf das Duell Klose vs. Gomez konzentrieren. Klose ist ein sehr spielintelligenter und –starker Mittelstürmer, er ist abgezockt und öffnet Räume für seine Hintermänner. Gomez war früher ein reiner Konterstürmer, doch in den letzten zwei Jahren verbesserte er sich in jedem Bereich: Mario Gomez ist nicht nur effektiv, sondern defensiv-, lauf- und sprintstark, was ihm neben seiner Beidfüßigkeit und körperlichen Stärke zu einem sehr guten Stürmer im 4-2-3-1 macht, wo mit Götze und Müller zwei kombinationsstarke Spieler auf Außen sind. Persönlich sehe ich Miroslav Klose in einem System, wo die Abschlussstärke sich auf die Flügelstürmer konzentriert, stärker, doch sollte Götze in die Mannschaft rücken, so muss man sich überlegen, ob Gomez mit seiner Schnörkellosigkeit und Robustheit die bessere Alternative wäre.

Variante 3)

Deutschlands aktuelle Formation mit Schürrle statt Podolski, Götze auf der Bank

Die einzige weitere wahrscheinliche Variante (ein 4-4-2 mit Doppelzehn kann man verwerfen, ein 4-6-0 ist wohl in der Nationalmannschaft nicht einzuüben) ist, dass Götze als Edeljoker auf der Bank Platz nimmt. Vorrangig wäre er der Back-Up für Özil, könnte aber auf jeder Position in der offensiven Dreierreihe in die Mannschaft rücken, was eine erhöhte Variabilität und einen Überraschungsmoment in jedem Zeitpunkt des Spiels ermöglichen würde.

Denn eins darf man nicht vergessen, Jogi Löw sagte auch: „Er ist ein Spieler, den ich jederzeit bringen kann.“ – ob von Beginn an oder eben nicht.

Fazit

Die Möglichkeit, Özil und Götze zu bringen besteht – ist aber dennoch unwahrscheinlich. Allerdings nicht aufgrund des Problems, dass man zwei Spielmacher hätte, wie es die Medien suggerieren, vielmehr ist das größte Hindernis die Vorgabe Löws, welcher Götze im Zentrum integrieren möchte. Schafft man den schweren Spagat von 4-1-4-1 mit Özil neben Götze, dann ist dies aller Ehren wert, doch aktuell wirkt das noch weit entfernt und so muss man fragen, ob Götze nicht auf links zum Einsatz kommen sollte bzw. müsste.

Vielleicht wollte der Bundestrainer nur Diskussionen um Schürrle und Podolski zuvorkommen, vielleicht plant er Götze wirklich nur im Zentrum oder man muss noch warten, bis Götze sich über alle Zweifel hinwegsetzt und sich in die Mannschaft spielt – denn wenn er solche Leistungen bringt, wie er es letzte Rückrunde tat, dann muss er in die Elf, dann muss einfach links Platz gemacht werden, falls Özil nicht rechtzeitig robust und defensivstark genug wird. Es wird spannend, wie sich diese mit herausragenden Talenten gespickte Mannschaft bis zur Europa- und später Weltmeisterschaft entwickelt, denn eines steht fest: so viel Potenzial und Kreativität gab es seit Ewigkeiten nicht mehr und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Debatte um „Özil & Götze“ nur noch medialer Natur ist – denn im Gegensatz zu Netzer und Overath helfen sie ihrer Mannschaft nicht nur mit dem Ball, sondern auch ohne ihn; das ist moderner Fußball.

Torsten 18. Oktober 2011 um 16:38

Woher kommt denn diese Annahme, dass Götze im linken Mittelfeld spielen soll? Nur aufgrund eines Kicker-Interviews mit ihm? Wahrscheinlicher ist doch, dass er Özil im Zentrum als gesetzt ansieht und er damit den Platz von Podolski will (den am ehesten zu erobernden Stammplatz). Ich meine, im Grunde genommen, fußt doch der ganze Artikel auf dieser Annahme!

Mal meine Überlegung zur Diskussion: Was wäre denn mit Götze im rechten Mittelfeld – also die Position die er im Verein Anfang letzte Saison so super ausgefüllt hat (mit Kagawa im Zentrum)?! Und weiter gedacht – was ist denn wenn Robben zurückkommt – dann wird doch Müller wieder den hängenden Stürmer hinter Gomez geben. Ich sehe Müller im Zentrum viel besser als auf Außen und umgedreht sehe ich Götze aus Außen viel besser als im Zentrum – deswegen habe ich diese Aussage von Jogi Löw bzgl. Götze auch nie verstanden.

Deswegen war ich auch ein klein bisschen enttäuscht über diesen Artikel. Hätte mir diesbezügliche Überlegungen von einem „taktikfuchs“ gewünscht.

Hier nun meine Lieblings-Aufstellung für die EM mit Einwechslern in Klammern:

——————–Gomez————-
——————-(Müller)————
—————————————–
Schürrle———–Özil——–Götze
(Großkreutz)—-(Kroos)—-(Reus)
—————————————–
——-Khedira—Schweinsteiger—
——-(Bender)—-(Träsch)———
——————————————
Lahm–Badstuber-Hummels—???
(Aogo)-(Boateng)-(Höwedes)-(???)
——————————————-
—————–Neuer——————
—————–(Adler)—————–

Vorteil: Starke Blockbildung aus Bayern- und Dortmund-Spielern. Damit hat Deutschland in der Vergangenheit die meisten Erfolge erzielt. Zweitens, die Spieler spielen auf der Position, bei der sie auch im Verein am meisten eingesetzt werden (siehe wenn Robben wieder gesund). Deswegen sehe ich auch keinen Träsch, Boateng oder Höwedes auf der Position des RV, aber das gehört woandershin! Da sehe ich auch die größte Gefahr für die EM. Drittens, spielerische Leichtigkeit mit Schürrle, Özil und Götze im offensiven Mittelfeld und trotzdem die Absicherung durch zwei defensive Sechser (das Defensivverhalten hat mir beim 4-1-4-1 gegen Österreich und Brasilien nicht gefallen). Viertens, Podolski und Klose sind bei mir nicht dabei – kreuzigt mich doch deswegen! Sehe ich aber so und könnte das auch begründen.

Antworten

vastel 12. September 2011 um 13:26

Nachtrag:

Wenn alle fit und in Form sind, sehe ich die NM derzeit so:

—————— Klose ——————
— Poldi ——– Özil ——– Müller —
——- Khedira ——– Schweini ——
Lahm — Hummels — Höwedes — ???
—————– Neuer ——————

Bank:
Weidenfeller
Badstuber, Boateng
Kroos, Götze, Schürrle
Gomez

Tor:
Neuer is klar
Weidenfeller viiiiiel besser als Wiese und vor allem nicht so ein Risikofaktor wie Wiese mit seinen grenzwertigen Aktionen (siehe Polen-Spiel….)

LV:
Lahm is auch unantastbar da…

RV:
Bin ich auch recht ratlos, halte die Notlösungen mit IV/DM-Spielern aber nicht für sonderlich gut.
Am ehesten kommt da für mich Castro in Frage, je nachdem wie diese BL-Saison bei ihm aussieht, sollte man darüber nachdenken. Er ist immerhin Spezialist auf der Seite, wird aber leider unterschätzt bzw vergessen.

IV:
Hummels, momentan leider nicht besonders gut in Form, ist in guter Verfassung in meinen Augen momentan der beste IV. Kopfballstark, zweikampfstark, gute Spieleröffnung und Antizipation und für einen IV und seine Größe ziemlich beweglich.
Höwedes wird leider so oft vergessen, finde ich aber defensiv viel stärker als Badstuber. Er ist sicherlich nicht so gut in der Spieleröffnung wie Badstuber, aber bei ihm hätte ich in der Defensive weniger Sorgen, wenn wir gegen offensiv starke Mannschaften spielen.
Badstuber wie oben schon erwähnt stark in Spieleröffnung, aber ist mir in der Defensive gegen starke Gegner viel zu schwach und ein Unsicherheitsfaktor. Hoffentlich lernt er diese Saison in der CL unter Heynckes im defensiven Bereich ordentlich dazu.
Boateng flexibel auf den Verteidigerpositionen und ich finde ihn defensiv besser als Badstuber, aber er neigt zu oft zu Lässigkeiten und ist so immer ein kleiner Risikofaktor.

DM:
Über Schweini brauchen wir denke ich nicht diskutieren. Könnte mit Khedira an seiner Seite wieder wesentlich mehr in die Offensive und den Spielaufbau investieren, was in letzter Zeit mit Kroos als 8er etwas zu kurz kommt, weil Schweini logischerweise meistens hinten absichert.
Khedira wird denke ich von einigen unterschätzt. Ja, er ist meistens unauffällig, aber das liegt an seiner Spielweise, die aber unheimlich wichtig ist fürs deutsche Spiel. Sollte er wieder fit sein, muss er auf den Platz!
Kroos als Backup für Schweini/Khedira

3er OM:
Özil gesetzt ohne nähere Erläuterungen 😀
Müller halte ich auch für gesetzt (siehe oben)
Auf dem Papier sind momentan andere bestimmt besser als Poldi, aber für ihn sprechen seine vergangenen Leistungen bei Turnieren und Erfahrung, die er bis jetzt immer abrufen konnte und die andere erstmal nachweisen müssen. Außerdem klassischer Linksfuß auf Links, starker Torschuss und immer Zug zum Tor. Sein größtes Problem: er ist lauffaul.
Götze als Edel-Joker, um ein laufendes Spiel noch einmal in die richtige Richtung zu drehen. Entweder Poldi/Müller raus für mehr Kreativität, Backup für Özil oder Khedira raus für mehr Offensivpower im 4-1-4-1.
Schürrle als Joker für einen nach 70min ausgelaugten Müller/Poldi auf der Außenbahn.

Sturm:
Warum Klose und nicht Gomez? -> siehe oben!

Alternative:
4-1-4-1 mit Götze statt Khedira neben Özil

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vastel 12. September 2011 um 12:30

Ich denke auch, dass Götze erstmal hauptsächlich von der Bank kommen wird, wenn alle Stammkräfte fit und in Form sind.

Löw hält große Stücke auf Poldi (zu Recht – er hat in Turnieren bis jetzt immer überzeugt) und Götze ist einfach noch nicht konstant genug in seinen Leistungen. Ich denke er braucht noch 1-2 Jahre bis er richtig gefestigt ist, momentan hat er noch zu viele Ausreißer nach oben und unten.

Die Diskussion hier um Müller kann ich nicht nachvollziehen. Er besticht in fast allen Spielen der NM und der Bayern durch konstant hohe Leistungen und ist oft der Spieler, der den Unterschied macht durch seine Torgefährlichkeit, Spielintelligenz und Torvorlagen. Wenn gar nix läuft, schindet er durch seine Schnelligkeit eben auch mal einen Elfmeter 😉 Ich glaube mit NM und Bayern waren das die letzten Wochen 3 oder 4 Stück..
Müller halte ich für 120% gesetzt.

Zum Stoßstürmer:
Im 4-2-3-1 wie wir es spielen, halte ich Klose für DEN Stürmer schlechthin. Er hat in meinen Augen wesentlich mehr Spielintelligenz und Durchsetzungsvermögen als Gomez.
Mir gefällt immer wie Miro sich auch in vermeintlich ausweglosen Situationen in 1-gegen-1-Situationen „durchtankt“ oder als vorderste Anspielstation den Ball auf Özil oder einen der Flügelstürmer abperlen lässt und dabei den IV in einen direkten Zweikampf verwickelt und ihn somit vom Ball abschirmt und den Raum für den nachrückenden Spieler freimacht, um zum Abschluss zu kommen bzw. den entscheidenden tödlichen Pass zu spielen.
Das kann Gomez einfach nicht so wie Klose. Gomez ist für mich eher der klassische Strafraumstürmer und Vollstrecker, der permanent mit Bällen vors Tor gefüttert werden muss. Er funktioniert nur in einem System, was auf ihn zugeschnitten ist. Dann macht er auch seine Buden wie man momentan gut beim FCB sehen kann.

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Max 27. Oktober 2011 um 17:10

Die von Dir beschriebenen Fähigkeiten von Klose sind auch der Grund, warum z.B. Podolski in Kombination mit Klose viel torgefährlicher ist als mit zusammen mit Gomez.

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Robbery 8. September 2011 um 22:26

Ich denke mal Müller ist eher gesetzt als Kroos. Er ist, wenn man alle Punkte zusammen zählt einfach besser und har bisschen mehr Erfahrung international.

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weger weger 8. September 2011 um 13:26

Bei der ganzen Diskussion wird übersehen, dass wenn Khedira wieder fit ist, die Doppelsachs Schweinsteiger/Khedira wieder gesetzt sein dürfte. Unabhängig wie man zu Khedira steht, Löw mag ihn. Kroos und Bender sind nur Backup. Rolfes sehe ich nicht mehr im Team.
Götze sehe ich zusammen mit Özil nur in Variante 1b, dass abwechselnd einer im Zentrum und der andere auf außen agiert.
Die interessante (bisher rein theoretische) Taktik ohne Stürmer wird wohl nur dann ausprobiert werden, wenn Gomez und Klose verletzt sind.

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datschge 8. September 2011 um 14:30

Richtig. Für Löw ist momentan wohl nur die rechte Außenverteidigerposition wirklich offen.

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Datschge 8. September 2011 um 03:39

Müller hatte letzte Saison 12 Tore und 13 Assists. In der Scorerwertung war er damit auf Platz zwei hinter Gomez. Pur nach Assists sind vor ihn noch Ribéry, Tiffert (beide 17) und Götze (15) gewesen, die aber allesamt deutlich weniger torgefährlich waren (7, 2, 6). Interessant ist, dass er in der Saison davor, die öffentlich positiver wahrgenommen wurde, sowohl in der Scorerwertung (6.) also auch bei den Assists (5.) schlechter abschnitt.

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Datschge 8. September 2011 um 03:42

Das sollte eine Antwort auf Kroos39 oben sein. Nach der Aufforderung, zurückzugehen und die Captcha nochmal einzugeben geht aber der Bezug weg…

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Kroos39 8. September 2011 um 09:53

Man bewertet aber Spieler nicht nur nach ihren Scorerpunkten.
Außerdem was willst du damit sagen? Götze und Schürrle hat von ihren Außenpositionen auch Topscorerwerte. Und über Özil brauchen wir nicht zu diskutieren, der ist gesetzt.

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datschge 8. September 2011 um 11:16

Dass es einen Grund hat, dass Müller (wie Özil, und eben nicht Götze und Schürrle) gesetzt ist. Hat er auch in den letzten zwei Spielen für die NM wieder gezeigt.

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Theo 7. September 2011 um 23:06

Mir gefällt das 4-2-4-System von C… : Lahm – Badstuber – Hummels – Höwedes/Boateng, Schweinsteiger – Kroos/Khedira, Schürrle/Poldi – Götze/Klose – Özil – Müller/Reus. Die 4 Offensiven wechseln dabei flexibel die Positionen (auch Klose kann das, Podolski und Gomez eher nicht). Bei schwächeren Gegnern wäre mit Kroos ein Switch in ein 4-1-5 denkbar, bei stärkeren Gegnern könnte mit Khedira eher ein 4-2-4 oder gar ein 4-4-2 resultieren. Ich denke, dass bis zur EM in einem Jahr Özil und Götze ihre Torgefährlichkeit ausreichend bewiesen haben werden. Als einzigen Nachteil könnte man die fehlende Kopfballgefährlichkeit anführen – wie bei Barca und der span. Nationalmannschaft: Okay.
Nach der EM wird Klose ausscheiden und Podolski und Gomez werden wohl Edelreservisten.

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PFritte 7. September 2011 um 22:32

Bei allem Taktik hin und her…seid ihr nach dem Polen Spiel immer noch der Auffassung das Schürrle statt Podolski auf den Flügel gehört?

Ich sage: niemals!

Schürrle ist mit der Spritzigkeit ein Spitzenjoker aber Podolski hat meiner Meinung nach in Normalform deutlich mehr Qualitäten

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Max 27. Oktober 2011 um 17:07

Podolski, Schürrle und Müller sind wohl eher schnelle Flügelspieler, die beim Kontern extrem effektiv sind. Dabei stimme ich Dir zu, auch ich sehe dort einen Podolski in Top-Form deutlich vor Schürrle.
Allerdings sind alle drei gegen einen tief stehenden Gegner eher ungeeignet, weil sie dann ihre Schnelligkeit und Dynamik nicht voll zum tragen bringen können.

Antworten

SO-MT 1986 7. September 2011 um 21:58

1.
Schürrle Özil Götze Müller
Kehdira Schweinsteiger
Lahm Boateng
Hummels Höwedes
Neuer

System: 4-2-4-0
2.
Klose
Schürrle Özil Götze Müller
Kehdira Schweinsteiger
Lahm Hummels Höwedes
Neuer
System: 3-2-4-1

Antworten

junichi 7. September 2011 um 17:10

Diese Einengung des Positionsspiels von Götze verstehe ich nicht, spielt er doch im Verein sowieso rechts. Der passende Interviewauszug ist hier:

Götze: Am wohlsten fühle ich mich im Zentrum. Oder links. Aber meistens spiele ich rechts. Als Jugendlicher habe ich alle Positionen gespielt, aber die Zehn war mir immer am liebsten. Da zu spielen wäre ein Traum.

http://www.tz-online.de/sport/fussball/fc-bayern/mario-goetze-tz-interview-ich-waere-nicht-bayern-gekommen-1353985.html

So gut wie Götze und Özil sind, geht es nicht ohne einen der beiden. Deswegen sollte es aus meiner Sicht die Dreierreihe

Götze — Özil — Müller

heißen. Davor sehe ich Gomez, denn er trifft einfach alles, und wir brauchen auch einen Vollstrecker.

Antworten

RM 7. September 2011 um 19:54

Die Aufgaben der Außen beim BVB unterscheiden sich deutlich von jenen des DFB, desweiteren ist in der Nationalmannschaft ja Müller gesetzt.

Dass er das in der TZ sagte, wusste ich allerdings nicht, kannte nur die Aussage, dass er links am liebsten spielt – danke für die Information!

Antworten

Indista 7. September 2011 um 16:59

Hallo, ich habe mal zwei simpel erscheinende Fragen.

1. Was genau ist ein inverser Spieler

und

2. Was bedeutet es, wenn ein Spieler die Rolle eines Prellbocks gibt.

Vielen Dank schonmal!

Antworten

RM 7. September 2011 um 19:57

1. ein inverser Spieler zieht von außen nach innen und agiert mit dem falschen Fuß auf seiner Seite. Mehr davon zu lesen ist in unserem Taktiklexikon.

2. der Spieler sucht den Ball und den Zweikampf mit dem Gegenspieler, er lässt Bälle zu seinen Mitspielern abtropfen und agiert meist als Mittelstürmer, der hohe Bälle für seine nachrückenden Mittelfeldspieler gewinnt.

Antworten

C… 7. September 2011 um 14:43

Super Artikel, leider habt ihr die Variante ohne Stürmer ausgeblendet, da wollte ich noch mal nachfragen warum genau. Bei Barca konnte man ja auch gerade sehen, dass dort Fabregas und Messi abwechselnd den Stürmer oder Spielmacher machen. Wäre das keine Option für Deutschland (zumindest gegnerabhängig)?
Götze, Özil, Müller und Schürrle/Reus rochieren flexible in die jeweiligen Positionen, jeder von denen ist ja in der Lage auf jeder dieser Positionen zu spielen, da alles Stürmer/Mittelfeldspieler-Hybriden sind. Dahinter im Zentrum dann Schweinsteiger und Khedira/Kroos.
Das einzige was dann fehlt wäre ein Wühler/Kämpfertyp, der die Verrteidiger mürbe macht und durch Kopfballstärke besticht.

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RM 7. September 2011 um 14:53

Ganz einfach: weil entweder Klose oder Gomez gesetzt sein müssen oder eben ALLE vier Spieler bei einem stürmerlosen System torgefährlich sein müssen, im Idealfall auch die Spieler dahinter – damit kann man bei Götze und Özil noch nicht planen, die Außen würden noch näher an der Seitenlinie agieren müssen und man würde sie etwas ihrer Stärken berauben.

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RM 7. September 2011 um 14:23

Exakt das war auch mein Gedanke, weshalb ich dieses 4-4-2 mit Doppelzehn im dritten Teil des Beitrages als unwahrscheinlich bezeichne. Des Weiteren würde man Müller seiner Stärken berauben und es ist generell noch die Frage, ob so ein System, wie es bspw. Internacional in defensiverer Ausführung spielte, auf höherem Niveau funktionsfähig ist.

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Daniel 7. September 2011 um 11:14

Es ist doch anscheinend problemlos möglich, Spieler in der NM abweichend zur Stammposition im Verein einzusetzen. Wo ist denn dann das Problem aus einem „Spielmacher“ einen (offensiven) Mittelfeldspieler zu machen?
Ich meine, dass ich hier gelesen habe, dass bei Barcelona einmal Xavi ausgefallen ist und Iniesta diese Part übernommen hat und ein fast identisches Xavi Spiel geliefert hat. Anders herum bin ich sicher, dass Xavi ein Iniesta Spiel machen könnte, was auch immer das heisst, ich bin leider kein Taktik Fuchs 😉
Özil und Götze könnten doch sicherlich beide einen Kross oder Schürrle Part spielen, wo ist also das Problem beide aufzustellen und dann variabel Spielen zu lassen? Wenn der eine das Spiel steuert geht der andere vorne mit rein, geht einer mit nach vorne, bleibt der andere dahinter, geht einer auf die Seite, bleibt der andere Zentral usw. oder wäre das zuviel internes Ausrichten?
Ich denke die fußballerischen Qualitäten überwiegen einfach mehr, als dass letzte i Tüpfelchen der perfektionierten Taktik?

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SB01 7. September 2011 um 09:22

Starker Artikel, aber ich will mal den Namen Marco Reus in den Raum werfen, der meiner Meinung nach, sollte er sich nicht verletzen, bei der EM dabei sein wird. Damit wäre die Offensive noch variantenreicherm, zumal Reus alles mitbringt: Reaktions-/Antrittsschnelligkeit, Torgefährlichkeit, Defensivstärke (muss er wohl haben bei dem System, das Gladbach spielt). Ich denke, dass ein System „Neuer – Lahm, Badstuber, Hummels, Boateng – Schweinsteiger – Schürrle/Podolski, Özil, Götze, Reus (mit den jeweiligen Positionswechseln – Müller/Klose ebenso möglich ist. Wahrscheinlich die offensivste Ausrichtung, die überhaupt möglich ist, aber man kann es mMn zumindest ausprobieren und gegen viele defensiv eingestellt Gegner auch spielen

Antworten

Asti 6. September 2011 um 19:35

Sehr guter Artikel!
Allerdings sehe ich noch eine dreier Abwehrkette als Alternative. Das scheint ja jetzt wieder modern zu werden und sogar Barca spielte das letztens. Und an denen orientiert sich Jogi Löw sicherlich auch. 😉
Schade, dass ihr die nicht bedacht habt.

Antworten

RM 6. September 2011 um 21:18

Solange die DFB-Elf nicht gegen Weltklassegegner mit über 70% Ballbesitz spielt, kann man eine Dreierkette wie bei Barcelona leider Gottes vergessen, außerdem fehlen dafür die klassischen Winger bzw. WingBacks.

Antworten

vdammty 8. September 2011 um 02:51

Deutschlands Zukunft? Löw sagt nein.
3-4-3 (3-6-1, 3-3-3-1, 3-1-3-3, 3-1-5-1)
—————Neuer————— ————-Valdes————
————————————- ———————————
-Boateng –Hummels—-Lahm- -Masche.-Busquets-Abidal–
————————————- ———————————
—————Bender————- ————–Keita————-
——Schweiger—–Kroos——- —–Tiago———Iniesta—-
—————–Özil————— ————Fabregas———-
-Götze——————Podolski- -Sanchez————–Pedro-
—————Müller————– —————Messi———–

mit Schweinsteiger als RV wandelbar in
4-3-3 (4-5-1, 4-2-3-1, 4-1-2-3, 4-1-4-1)
Mehr Variabilität ist eigentlich kaum möglich. Funktioniert natürlich auch mit der aktuellen DFB-11, wenn Lahm vorgezogen wird.

Antworten

HW 8. September 2011 um 19:00

@vdammty

Das mit der 3er-Kette muss mal wieder ins richtige Licht gerückt werden.
In Italien wird das von einigenTeams gespielt, weil in Italien auch viele Teams klassisch mit zwei Stürmern spielen (ohne Flügel). Da hat man dann 3 Innenverteidiger + 2 Wingbacks (Flügelverteidiger). (Lahm als einer von drei Innenverteidigern wäre doch sehr extrem.)

Barca kann man damit nicht vergleichen. Die haben die Breite mit echten Flügelstürmern erzeugt. Villarreal spielt aber auch mit zwei Mittelstürmern und einem engen (4er-)Mittelfeld. Da hat Barca also auf 4 gegen 4 im Mittelfeld gesetzt. Dazu kann kein Team der Welt den Barca Stil so einfach kopieren. Ich gehe davon aus, dass das 3-4-3 eher eine Sonderfall sein wird und daher selten zum Einsatz kommt.

Was der DFB macht bleibt abzuwarten. Bis zur EM ist noch genug Zeit für Verletzungen, Formschwankungen usw.
Das Polenspiel hat gezeigt, dass es ohne Schweinsteiger und Khedira schwer wird. Die werden wohl die Säulen im Mittelfeld bleiben.
Dazu würde ich nicht nur Podolski als Streichkandidaten sehen, es könnte auch den Mittelstürmer treffen. Ich sehe Götze zwar noch nicht in der ersten Elf aber (um mal wieder Barca als Vorbild zu nehmen) im Zentrum kann auch ein Spielmahcer auflaufen.
Stellt Löw auf ein 4-3-3 um, dann wäre Podolski sogar eine logische Lösung als Linksaußen, Müller könnte in die Mitte gehen und Götze nach rechts.

Am Wahrscheinlichsten ist aber immernoch, dass Götze Einwechselspieler bleibt.

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Daniel 7. September 2011 um 11:31

Wie Oliver Kahn gestern sagte „Schuster, bleib bei deinen Leisten“. Ich finde Badstuber und Boateng wackelig genug, da muss man die Abwehr nicht noch reduzieren. Außerdem wollen wir Spanien knacken und wenn wir immer nur nacheifern ist man immer der 2. Vielleicht würde Spanien genauso wie Löw spielen, wenn die unsere Spieler hätten… Vielleicht würde Löw genauso wie Spanien spielen, wenn wir die Spieler von denen hätten… kopieren macht nur Sinn, wenn die Voraussetzungen ähnlich sind. Jeder Abwehrspieler der Spanier hat mehr Sicherheit als unser bester Spieler.

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44² 6. September 2011 um 18:56

Woher kommt eigentlich die Behauptung, dass Götzes Lieblingsposition links ist? Ich hab bei zwei, drei Gelegenheiten von ihm gehört/gelesen, dass er sich in erster Linie im Zentrum sieht.

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Tenenbaum 6. September 2011 um 19:46

Er hat das kürzlich in einem Kicker-Interview nach dem Brasilien-Spiel gesagt. Allerdings ist da vermutlich relativ viel strategisches Denken dahinter – ich nehme an, der sieht das 4-2-3-1 als System und Özil im Zentrum als gegeben an und eröffnet damit die öffentliche Diskussion um Podolski – den seiner Ansicht nach am ehesten zu erobernden Stammplatz in dieser Elf.

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Hendrik 6. September 2011 um 17:55

Bei allem medialen Getoese um Goetze und auch Schuerrle darf man nicht vergessen, dass den beiden ganz klar die internationale Erfahrung fehlt. Gerade in den wichtigen Spielen gegen grosse Gegner halte ich Podolski da noch vor die bessere Wahl. Das mag sich durch die kommende Champions-Leage-Saison aendern, aber zum jetzigen Zeitpunkt halte ich diese Diskussionen fuer verfrueht.

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Daniel 7. September 2011 um 11:25

Wenn Löw Erfahrung mehr als das Alter gewichten würde, hätte er ja Ballack nicht aus der Mannschaft gemobbt.

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Derrick 6. September 2011 um 17:36

Sehr schöner Artikel zur Causa „Özil/Götze“. Ich würde noch hinzufügen, dass Jogi großer Fan von Podolski ist, der bei Turnieren immer getroffen hat und bei einer EM in der Heimat zusätzlich motiviert sein dürfte. Bundesliga hin oder her, Schürrle (bei dem es nur eine Frage der Zeit ist, bis er in der Buli wieder regelmäßig trifft) wird es schwer haben, Götze sehe ich momentan auch noch als ersten Einwechselspieler, auch wenn er unbestritten ein Riesentalent ist. Die EM ist sein erstes großes Turnier, lassen wir ihm doch noch Zeit bis Brasilien 2014 und laden ihm nicht zu großen Druck auf.

Viel wichtiger ist für mich die Abwehr: Badstuber hat zwar unbestritten große Fähigkeiten in Passspiel und Spielaufbau, gegen starke Gegner ist er aber defensiv zu schwach. Für die Bundesliga reicht das allemal, gegen Stürmer wie Villa und co. sehe ich ihn als Risiko. Genauso Boateng: Er geht oft nicht entschlossen genug in die Zweikämpfe und lässt den Stürmer agieren und ihn zum Schuss kommen. Dann lieber Hummels/Merte (dem das England-Jahr sicher gut tun wird), was meint ihr? (Ich weiß, dass dies eine andere Baustelle ist, für mich ist die IV aber der entscheidende Faktor auf dem Weg zum Titel)

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Kroos39 6. September 2011 um 17:18

Gute Ideen.

Aber mir ist nicht schlüssig, warum Thomas Müller gesetzt sein soll. Vor allem weil Deutschland sich mehr und mehr an Ballbesitzfußball orientiert. Und da ist seine etwas schlampige Technik nicht immer von Vorteil. So kombinationssicher ist er nämlich nicht.

Die beste Variante ist wohl folgende: Scheinsteiger auf der „6“, Kroos als 8er, Götze auf der „10“, Schürrle links und Özil rechts. Im Sturm ist Klose klar besser als Gomez.

Diese Mannschaft wäre technisch auf gleichem Niveau wie Spanien. Und damit hätten wir tatsächlich eine gute Chance endlich mal besser zu sein als die Spanier.

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Max 6. September 2011 um 17:37

Thomas Müller ist gesetzt, weil er einfach ein Siegertyp ist, Tore am Fließband vorbereitet und schießt und den Angriff durch seine hohe Spielintelligenz, vor allem ohne Ball, unberechenbarer macht.

Außerdem spielt er Stamm in der Bundesligamannschaft, die den Ballbesitzfußball bisher am weitesten getrieben hat. Wieso sollte er das nicht können? Weil das bei ihm alles weniger elegant aussieht?

Falls er dir nicht mehr jung genug vorkommt und daher nicht mehr in das junge super duper Talente-Schema passt: Thomas Müller ist 21.

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Kroos39 7. September 2011 um 09:46

Andere Spieler sind auch Siegertypen, bereiten ebenfalls viele Tore vor, besitzen ebenfalls Spielintelligenz und haben dafür eine noch eine bessere Technik.

Thomas Müller kann Ballbesitzfußballspielen, aber nicht so gut. Jeder der die Bayernspiele regelmäßig verfolgt, weiß, dass er ein Konterspieler ist, der Räume braucht. Wenn er auf engsten Raum den Ball weitergeben muss, dann hat er unbestritten seine Probleme. Deswegen ist er auch ein guter Einwechselspieler. Weil er dann seine Räume hat, in die er sprinten kann.

Und was soll das mit „junge super duper Talente-Schema“?
Das ist nämlich das Sinnloseste was ich je gelesen habe und ist zudem respektlos.

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lefthog 6. September 2011 um 15:56

Ich glaube, die Frage ist nicht ob Özil und Götze für Offensive zusammenspielen können. Das steht imo außer Frage; beide sind dazu einfach zu talentiert und auch mannschaftsdienlich genug.

Das Dilemma ist für Löw wie er die beiden in eine Formation packt, die in der Defensive keine Lücken zulässt. Hier liegt die Krux.
Die Testspiele gegen Holland und Frankreich (spielstarke Gegner, die sich nicht nur hinten rein stellen werden) könnten da den größten Aufschluss liefern.

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Daniel 6. September 2011 um 15:33

Hallo zusammen,

ich hätte ein kurze Frage:
Wieso ist das 4-1-4-1 so viel laufintensiver als beispielsweise ein 4-2-3-1?
Oder bezieht sich das nur auf die Position der 10 bzw Doppel-10?

Danke für eine kurze Erklärung,
Daniel

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Störtebeker 6. September 2011 um 15:00

Schöner Artikel.

Götze könnte im jetzigen System auch einfach für Kroos einspringen. Sicher, das deutest Du in dem 4-1-4-1-Schema auch an. Aber das bedeutet ja keine grundsätzliche Abkehr vom Spielsystem, sondern nur einen anderen Spielertyp in der Rolle des zweiten defensiven Mittelfeldspielers.

Übrigens finde ich, dass aus den Aufstellungsschemata generell ein etwas zu großer Hut gemacht wird: Spielt im 4-1-4-1 einer der vorderen Zentralen etwas defensiver, ist’s ein 4-2-3-1. Die offensiven Außen kann man auch als Stürmer interpretieren, was dann ein klassisches 4-3-3 bedeutet.
Ich sehe aktuell nur 3 grundsätzlich unterschiedliche Aufstellungsvarianten: Eben diese 4-3-3, ein flaches 4-4-2 und die Raute. Selbst da verwischen die Unterschiede schnell: Lässt einer der Stürmer im flachen 4-4-2 sich fallen, hat man wieder ein 4-3-3. Interpretieren die Außenspieler der Raute ihre Rolle unterschiedlich (einer eher defensiv, einer eher offensiv) und weicht einer der Stürmer öfter auf die Seiten aus, hat man wiederum ein 4-3-3.

Letztlich stimme ich Dir aber zu: Götze auf Links scheint auch mir sehr attraktiv und würde auch die Chance bieten, den jüngeren und abschlussstärkeren Gomez sinnvoll einzusetzen, was perspektivisch sehr zu begrüßen wäre.

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lefthog 7. September 2011 um 23:02

es gibt meiner meinung nach schon einen unterschied zwischen 4-3-3, 4-1-4-1 und 4-2-3-1. Bei 4-3-3 und 4-1-4-1 gibt es generell immer einen Mittelfeldspieler der immer vor der Viererkette bleibt um diese und seine Forderleute abzusichern (das beste Beispiel für solche Spieler sind sicher Claude Makelele in der Vergangenheit und Sergio Busquets heute).

Der Unterschied zwischen 4-3-3 und 4-1-4-1 ist in etwa der Unterschied zwischen einem Nuri Sahin (generell als ein „Achter“ angesehen) und Mesut Özil (ein Zehner, der in manchen Partien durchschnittlich sogar weiter vorne steht als der Mittelstürmer).
Die Konsequenz ist, dass das 4-1-4-1 fast schon gezwungen ist Pressing zu spielen mit einer hoch stehenden Viererkette, weil man nicht erwarten kann, dass die Flügelspieler und die beiden Zehner sich jedesmal tief fallen lassen um zu verteidigen (was imo Hauptursache für die Gegentore im Österreich-Spiel war).

Das 4-2-3-1 hat generell doppelte Absicherung mit den beiden Sechsern und es ist sehr leicht mit zwei viererketten tief zu verteidigen (wie Deutschland bei der WM gegen Argentinien und Spanien).
Wenn man einen guten Zehner hat, ist es imo zur Zeit die beste taktische Formation, weil es auch die flexibelste Formation ist (Bsp: Spanien spielt in dieser Formation bei der WM viel Pressing, während Deutschland – auch gezwungen durch Per Mertesacher – sehr tief verteidigt).

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Niklas 6. September 2011 um 14:46

Hätte man, wenn Götze auf links spielt, denn dann nicht das Problem, dass man dann zwei inverse Spieler mit Götze und Lahm hätte?

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Suq Madiq 6. September 2011 um 16:27

siehe bayern münchen.
ob problem oder nicht, hängt sicher von der individuellen abstimmung der beiden und dem zentralen mittelfeld ab.

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