Gut gepresst ist halb gewonnen

0:1

In der letzten Partie für die deutsche Mannschaft vor der unmittelbaren Weltmeisterschaftsvorbereitung gastierte ein alter Bekannter im Berliner Olympiastadion. Der vierfache empfing den fünffachen Titelgewinner. Trotz des Testspielcharakters wollte sich Brasilien für das 1:7 im Estádio Mineirão vor rund dreieinhalb Jahren revanchieren. Und das gelang.

Grundformationen

Aufstellungen

Joachim Löw verzichtete in der Startelf auf Mats Hummels, Thomas Müller und Mesut Özil, die allesamt geschont wurden. Dafür erhielten unter anderem Julian Draxler und Leon Goretzka die Chance, sich noch einmal vor den Augen des Bundestrainers und der deutschen Fußballöffentlichkeit zu präsentieren. Auf der Doppelsechs des klassischen 4-2-3-1 kamen Toni Kroos und İlkay Gündoğan zum Einsatz. Im Mittelsturm war es Mario Gómez, der Einsatzminuten bekam.

Bei Brasilien ist das Rätselraten, wer denn zum erweiterten Stammspielerkreis in Russland gehören wird, alles andere als groß. Cheftrainer Tite sucht vor allem im Mittelfeldzentrum noch nach der richtigen Kombination. Vor Real Madrids Casemiro, der als Staubsauger gesetzt sein sollte, konnten sich zuletzt Renato Augusto und Paulinho in den Fokus spielen. Gegen Deutschland durfte derweil Fernandinho an der Seite von Paulinho ran. In Abwesenheit von Neymar waren es zudem Willian und Philippe Coutinho, die Gabriel Jesus zu Spielbeginn flankierten. Das 4-3-3 als Grundformation scheint indes in Stein gemeißelt.

Erst horizontal, dann vertikal

Beide Teams versuchten in den ersten Minuten der Partie die eigene Dominanz zu etablieren. Auch Brasilien scheute längere Passstafetten über die an sich ballsicheren Abwehrakteure nicht. Die Seleção ließ den Ball zu Beginn vor allem in die Breite laufen, um Deutschlands mannorientiertes Anlaufen schnell zu umgehen. Die DFB-Elf blieb auch nur in der ersten Spielphase derart aggressiv im Angriffspressing, dass es wirklich Auswirkungen auf Brasiliens Spielaufbau hatte. Thiago Silva und Miranda, die beiden Innenverteidiger, mussten gelegentlich den Ball rasch nach vorn spielen oder bolzen, spürten aber später in der Partie weniger Druck vom deutschen Team.

Gleichzeitig fanden die Gäste Mittel und Wege, um nicht nur den Ball laufen zu lassen, sondern auch in die Angriffszonen einzudringen. Verlagerungen auf die beiden Seiten – und dabei zumeist die bewusste Einbeziehung der beiden Außenverteidiger – war das prominenteste Instrument kurz vor und hinter der Mittellinie. Die deutschen Außenspieler positionierten sich recht eng und versuchten das Zentrum dicht zu halten, ließen aber dadurch so manchen Verlagerungsball und die Ballannahme von Marcelo oder Dani Alves zu.

Brasilien zwang mit jenen Verlagerungen wiederum die deutsche Mannschaft zum Verschieben, wodurch sich zuweilen Lücken auftaten und Jesus oder Coutinho in der Mitte mit Anspielen gefunden wurden. Coutinho rückte vielfach frühzeitig ein und beschäftigte entweder Jérôme Boateng oder drückte Joshua Kimmich nach innen, sodass Marcelo außen vorstoßen und sich vorn an der Seitenlinie positionieren konnte.

Doch nicht nur die Breite des Spielfeldes beherrschte Brasilien phasenweise, zumal die Eins-gegen-Eins-Situationen so manches Kabinettstückchen erlaubten, auch im Zentrum entwickelte sich gelegentlich Dominanz für die Gäste. Gerade wenn Tites Mittelfeldakteure in den Rücken von Julian Draxler kamen, konnten sie die Überzahlsituationen gegen Deutschlands Sechser ausnutzen.

Wackliger Spielaufbau

Dass sie in Draxlers Rücken gelangten, hatte auch mit dessen Hybridrolle zu tun. Der PSG-Profi driftete gerade zu Beginn vielfach neben und vor Gómez und versuchte es mit einigen Tiefenläufen. Damit wirkte die deutsche Mannschaft in der Mitte aber schlechter verbunden – was auch an Deutschlands grundsätzlicher Aufbaustruktur lag. Kroos kippte wie gewohnt nach links und drückte Marvin Plattenhardt ein paar Meter nach vorn, während Leroy Sané jedoch nicht nennenswert in die Mitte zog, sondern stattdessen in seiner Komfortzone auf dem Flügel blieb. Kimmich hingegen positionierte sich in der ersten Aufbauphase neben Boateng. Goretzka blieb deshalb auch auf der Außenbahn.

Die Orte der 22 deutschen Ballverluste | Grafik: Whoscored.com

Die deutsche Mannschaft war insofern gestreckt und zu gleichmäßig über einen zu großen Raum verteilt. Brasilien lief mannorientiert an und presste auch regelmäßig auf Kevin Trapp durch, welcher große Schwierigkeit hatte, den Ball überhaupt aus dem Strafraum zu spielen. Präzision war dabei nur selten möglich. Und seine kontrollierteren Passversuche auf die Außenverteidiger misslangen oftmals. Drang Deutschland in die Mittelfeldzonen vor, nutzten die Brasilianer einige Male gekonnte Läufe über die Blind Side und erzwangen Ballverluste.

Damit wurde Deutschland recht stark neutralisiert. Nur ein einziger Schuss ging auf das Tor von Alisson – und dieser erfolgte erst in der Nachspielzeit. Das Testspiel lieferte insofern Anschauungsmaterial für Löw wie auch gegnerische Trainer, die bei der WM auf Deutschland treffen könnten. Auch wenn die DFB-Elf in einer etwas abgewandelten Aufstellung antreten und gerade die Torwartposition fußballerisch besser besetzt sein wird, war es doch recht offensichtlich, dass Deutschland aufgrund eines Mangels an individueller Überlegenheit selten kontrollierten Raumgewinn erzielte.

Der Rest

Die erste Großchance für Brasilien war in der 36. Minute zu sehen, als Jesus bei einem Konter hinter die Abwehrlinie sprintete, aber die Möglichkeit vergab. Wenige Sekunden später fiel das 1:0 für die Gäste. Willian wurde zum Dribbling auf der linken Seite der Deutschen eingeladen und war in dieser recht statischen Situation natürlich im Vorteil. Die Flanke kam direkt auf Jesus, der zwischen den deutschen Verteidigern positioniert war und nicht entscheidend am Kopfball gehindert wurde.

In der zweiten Halbzeit blieb zumindest auf brasilianischer Seite die große Wechselei aus. Löw hingegen mischte seine Offensive durch. Als Sandro Wagner nach knapp einer Stunde für Gómez auf den Rasen kam, begann naturgemäß die Flankenarbeit für Deutschlands Außenspieler. Interessanterweise brachte der Bundestrainer später sogar noch Timo Werner und setzte in der Schluss- und Druckphase auf eine Doppelspitze.

Ein Treffer sollte jedoch nicht mehr fallen. Damit verlor die deutsche Mannschaft nach 22 ungeschlagenen Partien wieder ein Spiel. Verlierer am gestrigen Abend waren sicherlich Trapp, Gómez und mit Abstrichen Gündoğan, wobei Letzterer natürlich nicht um sein WM-Ticket zittern muss. Aber der Test gegen pressingfreudige Brasilianer sollte Löw zumindest weitere Denkanstöße geben, wie er die Aufbaustrukturen der DFB-Auswahl verbessern kann, um sich taktisch aus einer derart mannorientierten Umklammerung zu befreien.

Camp Mou 31. März 2018 um 11:23

OT:
Komisch, bis vor 5 min war der letzte Artikel, der auf der Hauptseite bei mir angezeigt wurde, das Juve-Tottenham-Spiel. :/
Wisst ihr, woran liegen könnte, dass die Seite nicht aktuelle angezeigt wird, wenn man sie aufruft?

Antworten

tobit 31. März 2018 um 14:47

Habe ich im mobilen Browser auch manchmal. Da hilft oft einmal neuladen.
Bei mir hängen auch die Kommentare auf der Hauptseite wieder (wie vor ein paar Monaten schonmal) ziemlich hinterher.

In letzter Zeit muss scheinbar jeder meiner Kommentare (auch ohne Link) manuell freigeschaltet werden, geht das auch anderen so?

Antworten

rum 31. März 2018 um 21:57

Ich habe mich in letzter Zeit gewundert, dass wenn ich auf einen Kommentarteaser rechts auf der Hauptseite klicke, dass dann zwar der Artikel angezeigt wird, aber nicht auf den Kommentar gesprungen wird. Da weiß ich jetzt, dass ich nochmal auf neu laden klicken muss.
Ähnliches ist mir auch schon auf der Hauptseite passiert. Wenn ich draufgegangen bin, dann aktualisiert und dann waren die neuesten Kommentare andere.

Antworten

CHR4 1. April 2018 um 02:36

tja. leider ist es zur Zeit hier sehr unkomfortabel geworden neue Kommentare zu sehen und finden! 🙁
Die Kommentarzähler zu den Artikeln funktionieren seit einigen Wochen nicht mehr und, um neueste Kommentare zu sehen, muss man jede Seite immer nochmal manuell neu laden – das hat früher automatisch funktioniert 🙁
– insofern geht zwar alles, aber wenn man nicht ständig reinschauen will UND ständig manuell „Seite neu laden“ triggert, verpasst man neue Kommentare …
wäre wirklich schön, wenn sich da demnäcsht wieder was bessert, zumal jetzt die Kommentar-Frequenz und Nutzer wieder mehr werden
– wirklich schwer derzeit, Diskussion zu verfolgen 🙁

Antworten

Taktik-Ignorant 2. April 2018 um 20:41

Geht mir auch so, muss die Seite 3mal laden, dann nochmals extra mit geoeffneten Kommentaren, und dann habe ich deutlich mehr Kommentare als bei meinem letzten Besuch, kann aber natuerlich immer noch nicht sicher sein, wirklich den allerneuesten Stand zu haben. Koennen die Moderatoren der Webseite dazu etwas sagen?

Antworten

abaliveaction 30. März 2018 um 20:22

@ Herthapeter 27. März 2018 um 16:38 | 644866 Off-Topic: Ich bin ja in mancherlei Hinsicht schon von (vor-) gestern. Außer dem 🙂 kriege ich hier kein anderes Emoji hin. Gibt es womöglich einen Link, wie man das hier eintippen muss? z.B.: Daumen hoch, Daumen runter, Handshake Falls du den Firefox benutzt, dann gibt es da eine Erweiterung Namens Unicode Emoji. Etwas ähnliches gibt es sicherlich auch für andere Browser. Nur mal als Tipp. #Länderspiel Klar war das nicht die beste Mannschaft. Darum ging es auch gar nicht. Der Löw wollte die Spieler noch mal sehen/Testen und dafür war das Spiel doch prima geeignet. Bin übrigens bei @Ursula, was den Trapp angeht. Platte sehr solide dabei. Der fährt zur WM. Goretzka, Kimmich, Gündogan, Draxler und einige andere müssen nun wohl eher bangen, denn das war schon ziemlich dürftig. Wobei Draxler wohl gesetzt ist.

Antworten

tobit 31. März 2018 um 12:43

Kimmich soll zittern müssen? Der hat seinen Stammplatz wohl noch sicherer als Kroos, weil auf seiner Position wahrscheinlich nichtmal ein Backup nominiert werden wird.
Draxler als zukünftiger Anführer wird auch sicher im Kader sein, wenn auch nicht so bedingungslos in der ersten Elf gesetzt wie Kimmich.
Goretzka und Gündogan werden wohl mit Can um den Platz hinter Khedira konkurrieren. Alle drei kommen nur mit, wenn Löw keinen Sechser (Weigl, Rudy, Demme, Meyer) oder keinen 10er-Backup (Götze, Stindl, Meyer) nominiert. Das Experiment mit einem Achter als „RA“ ist jetzt hoffentlich beendet, nachdem sowohl Gündogan als auch Goretzka in dieser Rolle eines ihrer schlechtesten Länderspiele gemacht haben.
Wenn man unbedingt so viele Achter (da würde ich aber vor Can noch einige andere eher nehmen – der Jogi sieht das aber wohl anders) mitnehmen will, sollte man wirklich eher eine Raute (wie von @Daniel vorgeschlagen) spielen. Stürmer (Werner, Wagner, Gomez, …) und Halbstürmer (Müller, Draxler, Reus, Brandt, Stindl, …) hat man auch mehr als echte Flügelstürmer oder Zehner. Die Raute würde auch gut zu den sehr offensiven und breiten AV passen – dann müsste man aber auch noch einen zweiten echten RV mitnehmen (da kann man dann keinen IV hinstellen).

Wahrscheinlicher Kader (4-2-3-1):
3 TW: Neuer (auch wenn er noch nicht ganz fit ist), ter Stegen, Trapp
4 IV: Hummels, Boateng, Süle, Rüdiger
3-4 AV: Kimmich, Hector, Plattenhardt, Can
4-5 DM: Kroos, Khedira, Weigl oder Gündogan, Gündogan oder Goretzka (oder Can)
5-6 OM: Özil, Müller, Draxler, Sané, Reus oder Brandt, Reus oder Götze
2 ST: Werner, Wagner oder Gomez

Mein Kader (Raute):
3 TW: ter Stegen, Neuer (nur wenn er wirklich fit ist, sonst Baumann als #3), Trapp
4 IV: Hummels, Boateng, Süle, Tah
4 AV: Kimmich, Hector, Plattenhardt, Weiser oder Henrichs
7 DM/OM: Kroos, Özil, Gündogan, Weigl, Goretzka, Götze, Meyer oder Khedira
4 ST: Müller, Werner, Wagner, Reus oder Brandt oder Draxler
+ Sané (als Sonderwaffe für bestimmte Momente)

Antworten

Markus 29. März 2018 um 15:25

Schade gibt es keine Analyse zum Spanien-Spiel (die Spanier sind meines Erachtens momentan mit Abstand das stärkste Team)

Antworten

Taktik-Ignorant 29. März 2018 um 22:33

Auch ich finde, daß Spanien die größte fußballerische Qualität auf den Platz bringt, nur fehlt mir manchmal die Konstanz, und generell könnten sie noch einen stärkeren Zug zum Tor entwickeln. Sie übertreiben es für mein Dafürhalten mit dem „sich den Gegner zurecht legen“.
Konstanz: innerhalb eines Spiels gibt es bei Spanien immer wieder Perioden, wo sie den Zugriff auf den Gegner verlieren, das war gegen Deutschland so und auch beispielsweise bei der letzten EM gegen Kroatien, wo sie ähnlich stark begonnen hatten.

Antworten

Daniel 29. März 2018 um 13:56

Ein Sechser muss auf jeden Fall mit und ich würde hier Weigl deutlich präferieren. Der Spielstil der Nationalelf sollte ihm denk ich deutlich mehr entgegen kommen als der des BVB. Beim BVB leidet er meinem Eindruck nach stark darunter, dass er keinen richtigen Partner auf der Doppelsechs hat, da Castro, Kagawa und Götze alle ziemlich klare Zehner sind. Das sieht bei Deutschland mit Kroos und Gündogan deutlich anders aus. Dahinter wären als Sechser in meinen Augen auch Lars Bender und Diego Demme Optionen.

Auf der Acht hat Deutschland einen deutlichen Überschuss. Kroos und Gündogan sind in meinen Augen gesetzt, von Khedira, Can und Goretzka muss man (mindestens) einen daheim lassen, da alle drei quasi das gleiche Profil haben, das man aber nicht dreifach braucht. Khedira wird das wohl nicht sein, da er jahrelange Erfahrung hat, zu den Führungsspielern gehört und der prominenteste ist. Insofern kämpfen wohl Can und Goretzka um ein Ticket…falls sich keiner der drei verletzt. Sind Kroos und Gündogan beide fit und Löw möchte das 4-2-3-1 beibehalten halte ich es auch für überlegeswert, sowohl Can als auch Goretzka daheim zu lassen. Wenn sich keiner der Achter noch für die Sechs aufdrängen kann bleibt eigentlich nur ein wirklicher Platz, den man dann mit (im Normalfall) Kroos, Gündogan und Khedira mit drei sehr unterschiedlichen Typen besetzen kann. Wobei es wohl auf Kroos hinauslaufen wird. In meinen Augen wäre es durch den Achterüberschuss auch überlegenswert auf eine Mittelfeldraute umzustellen.

—————Özil————
–Kroos——–Gündogan
————-Weigl————

Antworten

Taktik-Ignorant 29. März 2018 um 22:45

Die Absicherung auf der 6 ist ein Problem der Nationalmannschaft, ein anderes ist der Spielaufbau, wenn Hummels, Boateng und Kroos nicht zusammen auf dem Platz stehen, und auch die Reaktivität bei zweiten Bällen im Mittelfeld war schon mal besser. Dazu kommt eine mangelhafte Zweikampfführung. Probleme, die im Brasilienspiel besonders zutage traten, aber unterschwellig auch schon gegen Spanien oder Frankreich erkennbar waren; nur konnten sie dort durch einzelne gute Aktionen mit dann gerade noch oft genug erfolgreichem Abschluß kaschiert werden.

Weigl sehe ich in seiner momentanten Form nicht wirklich als Kandidat für die 6, eher tatsächlich Can, Goretzka oder eben Khedira, die alle die notwendige Physis, aber eben auch beachtliche fußballerische Qualitäten mit sich bringen. Aber im Endeffekt vermisse ich doch sehr Bastian Schweinsteiger und finde, daß die Technik des Klonens viel zu langsam vorankommt ;-))

Antworten

CHR4 30. März 2018 um 01:07

Probleme auf der 6? – Lahm fährt doch mit nach Russland … dass haben die Medien nur nicht im richtigen Zusammenhang verstanden 😉

eigentlich hätte ich schon gern entweder Weigl oder Rudy mit dabei, aber die sind halt derzeit beide bedingt durch die Situation in den Vereinen nicht im Flow – anderseits sind auch noch ein paar Bundesliga-Spiele zu absolvieren

ein weiteres Problem sehe ich im Ersatz hinten rechts, da fallen mir als Lösungen, falls Kimmich mal ausfällt am ehesten Can, Boateng oder Rudy ein – von daher könnte ich mir schon vorstellen, dass alle drei Box-to-box-8er dabei sein könnten, auch wenn sie doch sehr ähnlich sind, vermutlich deshalb auch der Test mit Goretzka als Außen

wenn man sich den kompletten 23-er-Kader ansieht, finde ich es einfacher zu sehen, welche Entscheidungen für welche Positionen anstehen und wieviele Spieler man noch mit rein nehmen kann:

ca. 6x-7x Angreifer:
Draxler, Sane—–Werner—–Müller
+ 1-2 aus Brandt oder Reus + 1-2 aus Wagner oder Gomez

ca. 6-7x Mittelfeld:
Kroos, özil, Gündogan, Khedira
2-3 aus Can, Goretzka und Weigl, Rudy

ca. 7x Abwehr:
Hector (Plattenhardt), Hummels, Boateng, Kimmich
+ 2 aus Rüdiger, Süle, Mustafi, Tah

3 Torhüter: ter-Stegen, Neuer, Trapp

würde auf jeden Fall 4 IV mitnehmen, damit a) auch bei einer Verletzung mal mit 3 IVs gespielt werden kann und b) Boateng mal für Kimmich einspringen könnte
damit komme ich 7 Abwehrspieler (derzeit für mich mit Rüdiger und Süle (oder evt. Mustafi))

bleiben mit den drei TWs noch 13 Plätze für Mittelfeld und Offensive, wovon 8 wohl klar vergeben sind, bleiben dort noch 5 offene Plätze
von diesen 5 sollte min. 1 offensiver Außenspieler, min. 1 Mittelstürmer und 2 Mittelfeldspieler sein (für mich min. 1 8er und min. 1 6er)
bleiben für mich folgende Fragen/Positionen offen:
1. Brandt oder Reus (Brandt hat mir gut gefallen, würde trotzdem erstmal lieber nen fitten Reus dabei haben)
2. Wagner oder Gomez (für mich eher Wagner)
3. Can oder Goretzka (für mich eher Can)
4. Rudy oder Weigl (puh …..???)
und von den 4 Spielern, die bei diesen 4 Entscheidungen den kürzeren gezogen haben kommt trotzdem noch einer mit, also
5. noch einen 6er, 8er, 7er oder 9er?

bis dahin ist ja aber noch Zeit und meine erste 11 wäre sowieso:
————————Werner———————–
Draxler(Reus)——-Özil———–Müller—–
———Kroos—Gündogan/Khedira———
Hector—Hummels—Boateng—Kimmich
—————ter-Stegen/Neuer—————–

Bank: Wagner, Sane, Reus (Draxler), Gündogan/Khedira, Can (Plattenhardt), Rüdiger, ter-Stegen/Neuer
Tribüne: Trapp, Süle (Mustafi), Goretzka, Rudy/Weigl/Brandt/Gomez

sollte der GAU eintreten und T.K. sich verletzen, kommt
– wenn es im Spiel passiert: Gündogan/Khedira oder Can von der Bank
– oder, wenn es vor dem Spiel passiert rutscht Rudy oder Weigl in die Mannschaft

Antworten

Daniel 30. März 2018 um 13:10

Weder Khedira noch Goretzka oder Can sind Sechser. Sie alle haben ihre Stärken im Spiel zwischen den Strafräumen, im Unterstützen der Offensive und im Vorwärtsverteidigen. Weder das Absichern noch der tiefe Spielaufbau ist eine Disziplin, in der einer der drei besonders zu überzeugen weiß. Ich find dass Weigls Leistungen grad etwas schlechter geredet werden als sie sind. Ist doch einer der wenigen beim BVB, die konstant Leistung zeigen. Zwar nicht mehr auf dem Niveau unter Tuchel, aber doch auf sehr gehobenem Buli-Niveau. Ich seh ihn auch unabhängig von der Rolle nicht weit hinter Goretzka und Can. Der Vergleich mit Rudy verbietet sich, der ist seit Monaten ein einziges Sicherheitsrisiko und steht momentan meilenweit hinter Weigl. Wenn man Weigl nicht will würde ich dann aber immer noch eher Demme mitnehmen. Es geht darum die beste denkbare Mannschaft aufzubieten, nicht die 11 vielleicht auf dem Papier besten Spieler. Und zu einer starken Mannschaft gehört ein echter defensiver Mittelfeldspieler auf jeden Fall dazu. Eine Doppelsechs Kroos mit Gündogan/Khedira fällt für mich so ein bissl unter Fifa zocken. Klingt theoretisch ganz nett, passt aber auf dem Platz nicht.

Antworten

CHR4 1. April 2018 um 02:45

Kroos kann im defensiven Mittelfeld spielen …
insbesondere da mit Kehdira und Gündogan zwei Weltklasse-8er haben, sehe ich derzeit leiber ihn auf der 6
ich habe generell nichts gegen Weigl (oder Rudy) neben Kroos, aber wie oben schon geschrieben, muss dann bis zum Turnierstart derjenige auch in Form, im Flow sein und ausreichend Selbstvertrauen durch gute Leistungen vorher getankt haben
ich sehe Kroos + Gündogan/Kehdira auch nicht als Doppel-6, sondern etwas asymetrisch eben als 6er + 8er

kann das gerne nochmal versuchen deutlicher darzustellen, wollte nur oben nicht noch mehr Zeilen reinhauen:

————Özil—————–
—————–Gü./Ke.——-
————Kroos————–

Rest siehe oben – aber auch diese Darstellung ist mir zu statisch – muss wohl mal auf lineupbuilder und ein paar Pfeile dazumachen …

Antworten

Daniel 1. April 2018 um 03:53

Zweifellos kann Kroos im defensiven Mittelfeld spielen. Die Frage ist aber, ob das sinnvoll ist. Kroos ist immer dann am stärksten, wenn er ohne ganz strenge Vorgaben an verschiedenen Orten das Spiel ankurbeln kann, da ist er als Sechser deutlich eingeschränkter. Es gibt auch einen anderen Grund, warum Kroos das noch nie längere Zeit machen durfte. Ein Sechser definiert sich nunmal nicht nur durch seine Fähigkeiten am Ball (da ist Kroos vielleicht der beste überhaupt momentan), sondern auch zu einem nennenswerten Teil durch seine Fähigkeit dagegen, und da sind wir bei Kroos Problem. Er ist weder zweikampfstark und robust wie Javi Martinez oder Casemiro oder auch Diego Demme auf etwas niedrigerem Niveau noch hat er ein herausragendes Stellungsspiel, das es ihm erlaubt, gegnerische Angriffe durch seine Positionierung zu stoppen oder wenigstens zu verzögern, wie es Lahm, Busquets oder auch Weigl vermögen. Wenn Kroos das könnte wäre er für mich sogar der beste Spieler überhaupt momentan. Wie gesagt: es hat schon seine Gründe, warum Löw 2016 den halb-verletzten Schweinsteiger durchs Turnier mitschleppte oder Zidane dauernd Casemiro neben Kroos positioniert. Kann Kroos als Sechser funktionieren? Wahrscheinlich in einer Mannschaft mit herausragendem Pressing und Gegenpressing ja, wo fast nichts zu ihm durchkommt. Wäre eigentlich ein interessantes Projekt für Guardiola. Aber das kann in der kurzen Zeit der WM-Vorbereitung kaum auf dem erforderlichen Niveau einstudiert werden.

Das mit dem Flow und in Form sein seh ich weniger tragisch, das spielt bei Löw ja eine recht untergeordnete Rolle. Wenn ihm das in den Plan passt nimmt er auch Leute mit, bei denen es die Wochen davor eher wenig lief. Schweinsteiger 2016 und Khedira 2014 sind zwei Beispiele, das Extrembeispiel war Podolski, bei dem sich irgendwann alle nur noch fragten, was er da zu suchen hat.

Antworten

Taktik-Ignorant 2. April 2018 um 20:50

Kroos ist m.E. wesentlich wirkungsvoller, wenn er noch einen Mittelfeldler mit hohen defensiven Abraeumerqualitaeten hinter sich hat, wie Casemeiro bei Real. Und da sehe ich halt trotz der box-to-box-Spielweise der Betreffenden am ehesten Khedira, Can oder Goretzka.

Antworten

CHR4 3. April 2018 um 01:34

ja, natürlich ist Kroos noch wertvoller, wenn da noch einer im DMF hinter ihm ist, das ist unbestritten!
Problem: Wenn der box-to-box -8er bei Ballbesitz mit vorgeht, ist er eben dann bei Ballverlust in der Regel eben nicht mehr im 6er-Raum hinter Kroos … (auch BS31 ist immer mal wieder vorne aufgetaucht, aber der hat dafür halt das perfekte Timing/Rhythmusgefühl). Trozdem traue ich Kroos und Kehdira zu das auszubalancieren. Stand JETZT (wichtig!) wäre das für mich die ZUR ZEIT beste Lösung.

Trotzdem würde ich mir gerne nochmal Kroos+Weigl dahinter anschauen und diese Option auch offen halten. Mit der Form von letzter Saison wäre das auch mein Favorit, was die Feldaufteilung angeht. DERZEIT allerdings, wenn es schon um die Wurst gehen würde, (noch) nicht …

Fazit: Für die Nominierung: auf jeden Fall mindestens einen richtigen 6er einpacken und schauen, dass dieser bis spätestens nach der Gruppenphase in Top-Verfassung (vor allem auch Kopf und Kommunikation/Automatismen mit Mitspielern) ist.
Wir sind uns – denke ich – einig, dass letztlich die mögliche Form im Turnier prognostiziert werden muss und die Form jetzt als Orientierungshilfe, aber nicht als alleiniger Maßstab gilt.

Daher hoffe ich, dass Jogi als Fromdeuter so gut ist wie Müller als Raumdeuter 😉

PS: Außerdem drücke ich Neuer die Daumen, dass weiterhin so aufwärts geht – wäre der nicht auch jemand, der den 6er-Raum besetzen könnte? 😀


BerlinGunner 29. März 2018 um 10:38

Das klassische 4231 hat mir mit dieser Spielerwahl gar nicht gefallen. Ich empfand die Kombination aus Kroos und Gündogan viel zu statisch. Ich hätte da viel lieber Khedira oder Emre Can neben Toni gesehen. Die Idee mit Goretzka als RM hat auch nicht wirklich gefruchtet. Ich habe auch die Befürchtung, dass er für den Kader nicht berücksichtigt wird. Sane sollte man jedoch unbedingt mitnehmen, auch wenn er als Flügelspieler in einem 433 viel besser zur Geltung kommt. Özil habe ich leider auch vermisst, da Draxler nicht die Position füllen konnte. Er wirkte für mich schon fast abwesend in der ersten Halbzeit.

Antworten

blub 29. März 2018 um 01:30

Ich hab die die hälfte der zeti den Kopf geschüttelt, da hat einfach vieles nicht zusammen gepasst.
Das würde natürlich auch bei gleicher Aufstellung noch besser werden wenn man da ein paar Trainingseinheiten vorschaltet. z.B. die abstimmung links außen, die orienteirung von Draxler und Goretzka auf dem Flügel. Überhaupt was macht der da? auf sowas kommt man doch echt nur nachm dritten Glas Rotwein.

Es gab n paar Ballverluste im spielaufbau, wenn da mal statt Rüdiger und Trapp Ter Stegen und Hummels stehen ist das ganz fix ne Torchance, aber auf der anderen Seite.

Bei aller kritik an Gündogan, die Idee das Khedira unter Druck weniger Ballverluste produziert ist echt putzig.

Antworten

Magellan 29. März 2018 um 10:27

Ich denke das ist doch die eigentliche Frage, was sollte diese Aufstellung der Offensivreihe?
Dass Gomez vor Sane-Draxler-Goretzka irgendwie nicht so passt war doch eigentlich klar.
Jogi wollte Müller ne Pause geben und Goretzka+Gündogan spielen lassen und dann hat man sie halt irgendwie auf die freien Positionen verteilt. Sehr viel mehr Plan kann ich dahinter nicht entdecken.

Antworten

Koom 29. März 2018 um 10:51

Ich vermute da immer eine Art Streß-Test von Jogi. Der gibt den Spielern teils wirre Pläne außerhalb deren Komfortzone und schaut, wie sie reagieren. Auf und neben dem Platz. so mancher Jungmillionär und Ich-AG wird sich da veralbert vorkommen und motzen – je nach Art und Weise kann ihn das dann mehr oder weniger für die N11 qualifizieren.

Antworten

rb 29. März 2018 um 10:49

ja, das habe ich mir auch gedacht, dass das auch kein wirklich angenehmes spiel für khedira geworden wäre.
gündogan war m.e. einem für nationalmannschaften ungewöhnlich gut abgestimmten pressing ausgesetzt. an einem besseren tag nutzt er aber seine unheimliche stärke auf engen räumen so aus, dass das pressing ins leere läuft, zwei bis drei gegenspieler aus dem spiel sind und er mit speed in die gegnerische hälfte läuft.

Antworten

Taktik-Ignorant 28. März 2018 um 20:47

Eine Frage zu Gomez: gerade in der ersten Halbzeit rannte er nach meinem Eindruck bei nahezu jedem deutschen Vorstoss ins Abseits, und der ballfuehrende Spieler (oft Sané, Draxler oder Guendogan) musste abstoppen, und der Ball wurde wieder zurueck gespielt. Mit anderen Worten, das fruehe Abseits von Gomez hat so manche Umschaltsituation zunichte gemacht. Liegt das nur an Gomez und seinen (falschen?) Laufwegen oder war da ein struktureller Fehler im deutschen Aufbauspiel?

Unabhaengig davon hatte Deutschland m.E. seine beste Phase nach den Auswechselungen, weil Draxler links mehr Wirkung entfaltete als zuvor in der zentralen Position und auch Brandt rechts deutlich mehr Unruhe stiften konnte als Goretzka, fuer den die rechte vordere Mittelfeldposition erkennbar nicht das optimale Einsatzgebiet war.

Antworten

Irenicus 29. März 2018 um 13:04

Gomez war einfach nicht die richtige Wahl, bei diesem mittelfeld. Er hält halt ziemlich stark die Mittelstürmerposition und macht damit sanes und draxlers Läufe in die Mitte unmöglich.
Werner hätte, gerade gegen diese hochstehende Abwehr so vielmehr Gefahr und Optionen gebracht. Auch ein zurückfallender Stürmer wie Stindl wäre schon deutlich besser gewesen.

Das er ins abseits gelaufen ist, lag aber zum einen daran, dass der steile pass von sane eonfach ab und an nicht kam. Wenn drr nicht kommt, kann er so auch die abwehr nicht vom ballführenden wegziehen.

Antworten

Irenicus 29. März 2018 um 13:05

Zum anderen hat er die Läufe oft auch einfach schlecht getimed.

Antworten

Taktik-Ignorant 29. März 2018 um 22:53

Dass das Timing der Läufe nicht paßt, war mir früher oft auch schon bei Lukas Podolski oder in jüngeren Zeiten bei Timo Werner aufgefallen. Meiner Meinung nach hat das aber oft weniger an den blitzschnell startenden Stürmern gelegen als an den ballführenden Mittelfeldspielern, die zwar den Kopf im richtigen Moment hoch hatten und den Antritt des Mitspielers sehen konnten oder doch vorausahnen mußten, dann aber mit dem Abspiel nochmal Sekundenbruchteile zu sehr gezögert haben.

Antworten

rodeoclown 28. März 2018 um 19:01

Wie werden hier die Chancen von Weigl gesehen? Seine Saison ist natürlich weniger stark wie zuletzt, aber er ist nun mal ein Spieler, der nur mit guten Fußball wirklich funktioniert. Ich fände einen Defensiv orientierten Sechser, der eben auch als Ankerspieler fungieren kann sehr wichtig für den Kader. Da sind aktuell nur Rudy und Weigl möglich, da Kimmich ja anders verplant ist (Ginter lasse ich mal außen vor). Fände es nicht gut nur Achter im Mittelfeld dabei zu haben (Kroos, Khedeira, Gündogan, Can, Goretzka), ich finde bei dem Tespspiel mit Rudy-Kroos hatte man gesehen, wie gut es Kroos tut, wenn ein absichernder Akteur neben ihm spielt, wenn man schon nicht von 2-1 auf 1-2 im Mittelfeld umstellen möchte. Selbst Khedeira, wenngleich viel besser in dieser Rolle geworden in den letzten Jahren, drückt durch seine Läufe Kroos immer 10m weiter nach hinten.
Und im Zweikampf Rudy-Weigl sehe ich den Dortmunder aktuell vorne. (Zudem würde ich ihn einfach mal gerne neben/hinter Kroos sehen).

Antworten

Taktik-Ignorant 28. März 2018 um 20:37

Weder Rudy noch Weigl koennen momentan besonders ueberzeugen. Weigl gehoert zu den nicht wenigen Dortmundern, denen der Abgang von Tuchel nicht gut getan hat und die seither nur noch ein Schatten ihrer selbst sind, wie Bartra, Guerreiro oder auch Castro und selbst Aubameyang, und das ungeachtet der Verletzungshistorien, die natuerlich auch eine Rolle spielen. Das Brasilien-Spiel hat m.E. schon gezeigt, dass die Loesung Kroos + Guendogan auf der 6 nicht optimal ist und ein defensiver Abraeumer der Nationalmannschaft schon gut tun wuerde. Vielleicht kann Can die Rolle einnehmen, auch Khedira sehe ich da, wenn er wieder in Hochform kommen sollte. Beide bringen die entsprechende Physis mit. Insgesamt scheint aber seit dem Weggang Schweinsteigers die defensive Stabilitaet im Raum vor der Abwehr nicht mehr dieselbe zu sein, was sich gegen starke Gegner deutlich zeigt. Jedenfalls teile ich den Eindruck, dass Kroos nicht der letzte Mittelfelder vor der Abwehr sein sollte, sondern etwas weiter vorne besser aufgehoben ist.

Antworten

rodeoclown 28. März 2018 um 23:55

Ich hab nichts gegen das wahrscheinliche Stammmittelfeld Kroos-Khedeira-Özil, vor allem da Khedeira und Özil sich einfach immer sehr schön ergänzen. Aber grundsätzlich ist sowohl Khedeira als auch Can und Goretka eigenlich nicht so optimal um neben Kroos zu weit vor der Abwehr zu spielen. Alle drei leben von ihrer Dynamik, Körperlichkeit und eben auch den langen offensiven Läufen. Goretzka etwas mehr mit Ball als die beiden anderen, dafür etwas weniger Muskelkraft. Entweder schränken sie diese Läufe nun massiv ein, was aber allen die jeweils größte Stärke beraubt, oder aber Kroos muss absichern.
Da sehe ich einfach nicht was es für einen Sinn machen soll alle drei mitzunehmen. Sowohl Kroos und Gündogan als ja auch die drei wären besser mit einem defensiv absichernden Ankerspieler hinter sich. Die schiere Qualität der Spieler mag das ausgleichen, aber auf die Option gänzlich zu verzichten halte ich für gefährlich.
Leider bietet sich aber wirklich keiner wirklich an. Idealprofil: Körperlich stark, groß, sehr sicher im Kurzpassspiel, sehr gut im Stellungsspiel ohne Ball, gut im Umblickverhalten, nicht auffallend langsam. Matic würde das vielleicht sein, aber unter allen Deutschen muss man da einen Kompromiss hinnehmen. Weigl kommt aber für mich da noch am nächsten dran. Bei Goretzka würde ich nicht ausschließen das er das auch kann, aber er hats noch nie gespielt.

Antworten

rodeoclown 28. März 2018 um 23:57

P.S.: Lars bender wäre noch möglich. Hat sich in Leverkusen immer weiter in dieses Profil entwickelt. Aber auch nicht ideal und natürlich völlig unberücksichtigt.

Antworten

Taktik-Ignorant 28. März 2018 um 17:22

Vielen Dank für die rasche Analyse. Bei Brasilien hat mich überrascht, daß Firmino nicht spielte – mit ihm ist die brasilianische Offensive kreativer (daß er mit Coutinho zusammenspielen kann, haben beide in Liverpool unter Beweis gestellt). Füch mich hat dieser Test bestätigt, daß Brasilien (wenn es mit seiner ersten Elf spielen kann) zu den Turnierfavoriten zählt. Mit Casemeiro im DM ist auch die defensive Stabilität im Moment beeindruckend.
Bei der deutschen Elf hat mich überrascht, wie wenig das Zusammenspiel funktionierte. Die Aufstellung dürfte Löw ja schon Freitagabend im Kopf gehabt haben, und ein paar Trainingseinheiten wären wohl drin gewesen. So aber hingen fast alle Spieler irgendwie in der Luft, Gündogan fand sich oft in einer brasilianischen Pressingfalle wieder (mit vier Gegenspielern in einem 3-Meter-Umkreis), vermutlich weil der den Ball zu spät weiterleitete, was wiederum daran lag, daß sich niemand schnell genug für ein Abspiel anbot. So schienen die Spieler sich ein wenig gegenseitig nach unten zu ziehen.

Antworten

rodeoclown 28. März 2018 um 18:53

Ich denke, dass man die Kombination Draxler-Sané(-Gomez) wohl einfach nicht funktioniert, solange Deutschland 4-2-3-1 spielen will. Beide sind mit Ball generell und im Dribbing im speziellen stark, beide eignen sich aber auch nicht als Gestalter/Fixpunkt. Mit einem Götze/Kruse/Stindl ganz vorne mag das vielleicht funktionieren, da diese dann die Rolle einnehmen können und Draxler/Sané zusammen von links mit Tempo vorstoßen können aber eben auch nur dann. Ansonsten ist gerade auf Linksaußen einfach ein Spieler erforderlich der sich zentral wohler fühlt als Sané, da eben der LV im deutschem System immer hoch und weit steht. Das können Draxler/Reus aber auch Götze/Özil/Schürrle/(Kruse) besser als Sané. Schade für den Jungen, aber im 4-2-3-1 wird er es wegen Kroos Abkippens schwer haben. Wenn man ihn unbedingt starten lassen will braucht man wohl zum Ausgleich einen gerne nach rechts driftenden, kombinativen Zehner (Also Özil, evtl. Götze) um sich dann auf Verlagerungen zu fokussieren. Blöderweise stehen Hummels und Kroos dafür aber auf der falschen Seite, mit Boateng und genügend Bewegung ginge das aber wohl.

Antworten

Taktik-Ignorant 28. März 2018 um 20:49

Sané also besser in einem 4-3-3?

Antworten

KK 28. März 2018 um 23:30

ja

Antworten

nedvedder 30. März 2018 um 13:04

Definitiv … ist bei ManCity unter Guardiola zumeist so konstelliert.

Antworten

tobit 30. März 2018 um 13:35

Das 4-3-3 ist dabei aber, finde ich, nicht der ausschlaggebende Punkt, sondern das Verhalten des LV. Der bewegt sich im Normalfall in den tiefen Halbraum. Theoretisch könnten Hector und Plattenhardt (oder noch besser Kimmich) so eine Rolle a la Delph oder Zinchenko auch spielen, das passt aber weder zu Hummels, noch zu Kroos, die beide gerne selbst in diesen Raum gehen.

Matic wäre wohl wirklich der perfekte Kroos-Partner. Schade, dass der mit Serbien kaum Mal ein großes Turnier spielen wird.
Warum bringt Ex-Jugoslawien eigentlich so viele geniale Mittelfeldspieler (Matic, Rakitic, Modric, Kovacic, Brozovic, Badelj, Jojic, Ilicic, …) hervor und ist trotzdem chronisch erfolglos?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*