Stöger beruhigt die Borussia

0:2

Taktische Kleinigkeiten und ein veränderter Matchplan helfen dem BVB zu einem soliden, unspektakulären und außerordentlich wichtigen Sieg.


Ähnliches System, andere Attitüde

Nach nur zwei Tagen im Amt behielt Peter Stöger zunächst im Wesentlichen das 4-3-3 seines Vorgängers bei. Bei Ballbesitz waren die Außenverteidiger eher tief, die Flügelstürmer eher breit, die Achter häufig ziemlich hoch. Auf der rechten Seite gab es eine leichte Veränderung: Yarmolenko schien eine Art Freirolle einzunehmen und bewegte sich viel in den Halbraum, fiel dabei dann zunehmend auch nach hinten zurück. Auch Kagawa unterstützte das Aufbauspiel sehr präsent, kippte einige Male rechts neben Sokratis ab. Dafür war Toljan etwas offensiver als Schmelzer.

Das Spiel bei Mainzer Ballbesitz.

Gegen den Ball verteidigten die Borussen bedeutend tiefer, passiver und positionsorientierter als unter Bosz. Zuletzt gab es zwar häufiger mal eine tiefere Verteidigung unter Bosz, doch war diese oft aus der Not geboren und in der Organisation von vielen Mannorientierungen durchzogen. Nun verteidigten die Borussen entschieden in einem tiefen Mittelfeldpressing, bauten ihre Pressinglinie kurz vor der Mittellinie auf und konzentrierten sich auf ihre Kompaktheit. Erst spät wurden Balleroberungen gesucht, ganz anders als unter Bosz. Insofern war trotz einer ähnlichen Formation die Spielweise gegen den Ball deutlich anders.

Eine kleine Anpassung gab es scheinbar auch gegen den Ball auf der rechten Seite: Yarmolenko spielte enger als Pulisic und bewachte primär die Passwege ins Zentrum. Bei Bällen auf den Flügel rückten dann er und Kagawa in einer vertikalen Linie nach rechts. So konnte Latza aus dem Halbraum gedrängt und das Spiel auf den eher passschwachen Brosinski geleitet werden. Auf der anderen Seite orientierte sich Pulisic mehr am Außenverteidiger und Guerreiro rückte eher nach vorne als zur Seite. So entstanden manchmal auch zwei Diagonallinien vor der Abwehr:

Dortmunds Diagonallinien beim verteidigen nach halblinks. Serdar ist im Deckungsschatten und im Blickfeld von Weigl.

Eine ruhige erste Halbzeit

Erste Halbzeit bei Ballbesitz BVB.

Mit der zurückhaltenderen Herangehensweise ergab sich auch eine wenig ereignisreiche, ruhige erste Halbzeit, denn auch die Mainzer spielten vorsichtig und zogen sich gegen den Ball in die eigene Hälfte zurück. In einem handelsüblichen 5-3-2 pendelten die Stürmer vor den Dortmunder Innenverteidigern, sodass einer Weigl abdeckte und der andere den vertikalen Passweg ins Mittelfeld. Mit der Fünferkette war Mainz gut abgesichert gegen Dribblings von der Seite. Die Achter blockierten die horizontalen und diagonalen Wege in den Zwischenlinienraum. Sandro Schwarz‘ Elf tat also, was man so tut, wenn man dem Gegner in einem tiefen 5-3-2 begegnet.

Die Borussen wurden wenig angelaufen, konnten den Ball laufen lassen und taten das dann auch. Man konnte der Mannschaft weiterhin den Bosz’schen Flügelfokus ansehen. So formierten sich immer wieder Achter, Flügelstürmer und Außenverteidiger um den gegnerischen Achter herum. In dieser typischen Lücke des 5-3-2 konnten die Schwarzgelben dann recht gut den Ball halten. Es bewegten sich dafür aber zu viele Spieler aus dem Block heraus. Meist hatten ein oder zwei Spieler ballfern Platz, ein oder zwei Spieler waren innerhalb des Mainzer 5-3-Blocks, der Rest war außerhalb der gefährlichen Räume.

So ähnlich war es bei den Mainzern. Hier fehlte es vor allem an Beteiligung der drei Innenverteidiger, die viele Freiheiten hatte, diese aber nicht zu nutzen wussten, um das Spiel anzukurbeln. Diallo hatte Yarmolenko vor sich, Balogun wurde von Guerreiro angelaufen. Frei wurde von Aubameyang geblockt. So schoben auch die Mainzer den Ball wenig ambitioniert nach außen.

Das Spiel in beide Richtungen sah daher ähnlich aus: stabile, ordentlich abgesicherte und vor allem lange – dementsprechend wenige – Ballbesitzphasen mit wenig Präsenz in den gefährlichen Räumen (Passquoten zur Halbzeit: 84% zu 91%). Stattdessen wählten beide Seiten ganz gute lange Bälle, um zumindest so ein wenig Gefahr zu erzeugen. Die paar gefährlichen Szenen, die daraus resultierten, konnten aber letztlich nicht von den Stürmern gelöst werden. Es ging mit einem logischen 0:0 in die Kabinen und es deutete sich bereits an, dass es Standardsituationen sein könnten, die das Spiel in Bewegung bringen.

Mehr Druck zu Beginn des zweiten Durchgangs

Die Borussen kamen dann etwas verbessert und druckvoller aus der Kabine. Vor allem verlagerten sie schneller auf die Außenverteidiger, mehrfach wurde ein Innenverteidiger „überspielt“, indem der ballführende Innenverteidiger direkt auf den ferneren Außenverteidiger spielte. So wurde es zum einen schwieriger für die Mainzer, im Verschieben hinterherzukommen, zum wurde sichtlich fokussierter versucht, aus der Lücke heraus nach vorne aufzubauen.

Dafür nahmen auch Kagawa und vor allem Guerreiro höhere Positionen ein, letzterer spielte zunehmend wie ein Zehner. Daraus entstanden zunächst aber auch Kontermöglichkeiten für Mainz. So wurde das Spiel generell etwas offener mit mehr (bespielten) Räumen auf beiden Seiten. Insgesamt profitierte der BVB aber mehr und bekam nun mehr Kontrolle über die Partie. Der Ballbesitz stieg von 64% im ersten Durchgang auf 74% bis zum 0:1.

Raute und sehr lange Bälle

Nachdem die Borussen nach einem Freistoß die Führung erzielten, stellte Sandro Schwarz auf ein 4-3-1-2 und damit auch ein Angriffspressing um. Die beiden Stürmer stellten nun die Dortmunder Innenverteidiger zu. Bürki eröffnete das Spiel nun meist mit langen Bällen in die Spitze, statt etwa zu versuchen, die freien Außenverteidiger einzubinden. So wurde das Spiel nun verstärkt zu einem Duell um zweite Bälle.

Etwas ungewöhnlich war dabei die Staffelung der Mainzer: Die Abwehrlinie fiel meist bis in die Mitte der eigenen Hälfte zurück, sodass das ganze Spiel in der Vertikalen stark gestreckt wurde. Das öffnete Räume für beide Mannschaften, je nachdem, wer den zweiten Ball kontrollieren konnte. So wurde das Spiel nun vermehrt zu einem Hin-und-Her, völlig anders als der erste Durchgang. Interessanterweise wechselten auch die Borussen nun, in Führung liegend, auf ein höheres Pressing.

Die Endphase des Spiels.

Geschickte Anpassung von Stöger

Peter Stöger brachte außerdem Dahoud als zweiten Sechser und stellte auf ein 4-2-3-1 um. Mit der Doppelsechs vor der Abwehr hatten die Borussen eine etwas kompaktere Stellung auf zweite Bälle und waren nach eigenen Konter besser für Gegenkonter abgesichert. Zudem spielte Guerreiro als linker Flügelstürmer viel tiefer als Yarmolenko und rückte oft eng neben die Sechser, während der Rechtsaußen auf Konter lauerte. So entstanden auch beim BVB 4-3-1-2-artige Staffelungen im Spiel gegen den Ball; diese waren jedoch leichter in Konter umzusetzen wegen der asymmetrischen Angriffspositionen.

Die Mainzer wurden im Laufe der Endphase außerdem immer ungeduldiger, konnten ihre Außenverteidiger nicht einbinden, sondern versuchten zu früh vertikal in die Enge des Dortmunder 4-2-Blocks zu spielen. Dabei blieben sie häufig hängen. So bekamen die Borussen zunehmend große Konterchancen. Durch die gestrecktere Grundausrichtung des Spiels wurden Dortmunds individuellen Vorteile außerdem immer entscheidender. Das 0:2 war dann eine Frage der Zeit.

Fazit

Weniger als die taktische Veränderung ist unter dem Strich der veränderte Matchplan der Borussen hier interessant: Unter Bosz wurde bis zuletzt versucht, den Gegner von Beginn an zu überrennen. Wenn das nicht gelang, schleppte man sich oft in die Endphase und konnte nicht nachlegen als die Räume größer wurden. Nun spielte man stattdessen eine hochgrad langweilige erste Halbzeit, verschärfte das Tempo dann aber im zweiten Durchgang. Ausgerechnet in der Endphase spielten die Borussen das höchste Pressing und im Grunde den intensivsten Fußball. Dadurch konnten sie die Mainzer Tempo- und Risikoverschärfung mehr als ausgleichen und machten aus der mäßig verdienten Führung am Ende einen hochverdienten Sieg.

Auch psychologisch mag diese Herangehensweise geholfen haben: Erst mal Sicherheit gewinnen und stabil ins Spiel finden, quasi eine Basis schaffen – von dieser Basis dann wieder das Angreifen beginnen. Eine Glanzleistung der Borussen war es zwar nicht, aber am Ende steht kein einziger Mainz Schuss auf das Tor zu Buche. Wenn man das schafft, dann gewinnt man normalerweise.

Peda 14. Dezember 2017 um 16:00

„Peter Stöger brachte außerdem Dahoud als zweiten Sechser und stellte auf ein 4-2-3-1 um. Mit der Doppelsechs vor der Abwehr hatten die Borussen eine etwas kompaktere Stellung auf zweite Bälle und waren nach eigenen Konter besser für Gegenkonter abgesichert. Zudem spielte Guerreiro als linker Flügelstürmer viel tiefer als Yarmolenko und rückte oft eng neben die Sechser, während der Rechtsaußen auf Konter lauerte. So entstanden auch beim BVB 4-3-1-2-artige Staffelungen im Spiel gegen den Ball; diese waren jedoch leichter in Konter umzusetzen wegen der asymmetrischen Angriffspositionen.“

Wesentlich kürzer wäre gewesen: Peter Stöger brachte außerdem Dahoud für Pulisic. BÄM, Dunga-Raute!

😉

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Schorsch 14. Dezember 2017 um 00:31

Ich habe das Spiel im Stadion erlebt und kann aus meiner Wahrnehmung (und der Diskussion mit meinen Begleitern) heraus im Großen und Ganzen MR zustimmen. Folgendes möchte ich anmerken:

In der Anfangsphase des Spiels und in der Phase der 2. HZ nach der Umstellung durch Schwarz mit der Einwechslung Maxims haben die Dortminder Probleme gehabt. Ich habe schon 2 weitere Chancen der Mainzer in der Anfangsphase gesehen, nicht nur den Lattenschuss. Wie mit diesen umgegangen wurde ist eine andere Sache. Ein wenig glücklich verliefen beide erwähnten Phasen schon für den BVB.

System ist nicht gleich Spielweise. Banal, wird dennoch häufig weniger beachtet. Das wurde wieder einmal deutlich. Jedes System, hier ein 4-3-3, kann unterschiedlichst interpretiert werden. Stögers (nicht überraschende) Interpretation hat unter dem Strich für ein Mehr an Stabilität, Kompaktheit und damit Sicherheit gegeben. Bei allem, was da so geholpert hat.

Die Mainzer sind trotz ihrer zwei (eher kurzen) Phasen der Überlegenheit durch ihre Spielanlage dem BVB recht großzügig entgegengekommen. Dem im Gegensatz zu den vorherigen Spiel deutlich tiefer positionierten Weigl kam diese neue/alte Rolle erkennbar entgegen, obwohl er noch weit von früherer Form und gewohntem Wirkungsgrad entfernt ist. Die Mainzer versuchten allerdings nicht, ihn zu pressen oder zu isolieren. Gut für Weigl (und den BVB), um Selbstbewusstsein aufzubauen. Schlecht für Mainz, weil man eine Chance versäumt hat, den BVB unter Druck zu setzen. Die gleiche Chance boten die Mainzer Toljan auf der rechten BVB-Abwehrseite. Er zeigte sein mMn bislang bestes Spiel beim BVB, oder besser gesagt: Er durfte es zeigen. Yarmolenko arbeitete auf dieser Seite defensiv so gut wie er es bislang noch nicht getan hatte. Aber vor allem lief bei Mainz nicht viel über diese Seite; man fokussierte sich deutlich auf die linke BVB-Abwehrseite. Was einerseits durchaus sinnvoll erschien, weil Pulisic und Guerreiro einmal mehr Defensivarbeit recht klein schrieben. Andererseits machte Schmelzer defensiv ein sehr starkes Spiel (trotz der einen oder anderen ‚Kerze’… 😉 ) und die Mainzer Angriffe über diese Seite wurden zumeist gestoppt. Zu einer Änderung der Marschrichtung führte dies jedoch offensichtlich nicht. Schmelzer war für mich nach Kagawa im übrigem überzeugendster BVB-Spieler.

Was mir persönlich noch auffiel: Es gab wieder so etwas wie ‚in-game-coaching‘ beim BVB. Auf die Umstellungen der 05er mit der Einwechslung Maxims reagierte Stöger (wenn auch erst nach ca. 10 Minuten) mit Positionsänderungen bei Kagawa und Guerreiro. Unter Bosz hatten viele beim BVB genau dies vermisst. Vielleicht der gravierendste Fehler von Bosz.

Stöger meinte bei seiner Antritts-PK, er wolle Empathie in die Mannschaft tragen. Darüber mag man denken wie man will, aber wie er sich z.B. Toljan während des Spiels an der Seitenlinie (nach einem Fehler) oder Dahoud (nach einem erneuten schwachen Auftritt) nach Spielende gewidmet hat, das vermittelte schon den Eindruck von Zuwendung und Hilfestellung ohne Berechnung.

Erwartbare Änderungen Stögers hinsichtlich taktischer Ausrichtung und Spielweise bei Beibehaltung des Grundsystems, das Setzen von Vertrauen in bislang nicht überzeugende Spieler (Toljan), positive Zuwendung und ‚in-game-coaching‘, ein ‚entgegenkommender‘ Gegner, etwas Glück, unter dem Strich ein folgerichtiger Sieg – besser kann ein Trainereinstand mit nur einer vorherigen Trainingseinheit wohl kaum verlaufen bei einer verunsicherten Mannschaft mit einem derartigen Negativlauf. Schaun mer mal, wie das Spiel gegen die TSG verläuft. Nagelsmann und sein Co haben fleißig auf der Tribüne Notizen gemacht. Das Pokalspiel gegen Bayern ist in dieser Situation eh eher so etwas wie ein Bonus. Punktet man gegen die TSG und schlägt man sich bei Bayern achtbar, kann man mit ein wenig Optimismus in die Winterpause gehen. Die CL-Plätze in Reichweite, Piszczek und dann auch Reus werden zurückkehren – das sieht eher hell als dunkel aus. Weihnachten liegt ja nicht einfach so in der Zeit der Wintersonnenwende. Der kürzeste Tag des Jahres ist erreicht, die Tage beginnen zunächst kaum merkbar wieder etwas länger zu werden, ein Zeichen der Hoffnung im Dunkeln. Ein (wie ich meine) dummer Spruch lautet: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Was nichts anderes heißt, als dass sie stirbt. Ich persönlich halte es eher mit: Die Hoffnung lebt immer. Sorry, aber musste jetzt in der Adventszeit mal sein… Zumal Werder heute verloren hat… 😉

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CHR4 14. Dezember 2017 um 04:27

lieber Schorsch, da bin ich ganz bei dir und entschuldigen musst Du da gar nix, im Gegenteil, wir brauchen mehr Leute, die positiv denken und anderen Mut machen
auch wenn ich immer deutschen Mannschaften die Daumen drücke, so kann ich doch mittlerweile meistens recht entspannt Fußball genießen, weil ich mich am Sport und der Leistung an sich erfreuen kann (sonst währe ich beim Coachen in meiner Sportart auch schon mehrfach an Herzinfrakt gestorben) – eine Ausnahme bildet dieses Jahr das CL-VF-Rückspiel Real-FCB, wo ich dann irgendwie erleichtert war, als nach dem 3:1 absehbar war wie es ausgeht, diese Anspannung hätte ich nur schwer bis zum Ende der Verlängerung und im evt. Elfmeterschießen druchstehn wollen (oder gerade doch, weil das ja DIE Momente sind, die man erleben will – aber erst wenn es vorbei ist 😉 )
nach dieser Einleitung zurück zum eigentlichen Thema Hoffnung:

Dortmund-Malaga 15 min. vor Schluß: werde ich nie vergessen, da ließen alle BVB-Anhänger um mich herum die Köpfe hängen, einige wollten schon gehen … „Hey“, meinte ich, „euer Team liegt zwar hinten, aber spätestens seit dem Finale 1999, sollte man wissen, dass zwei Tore auch in der Nachspielzeit fallen können!

(schöne Grüße nach Köln und Freiburg …)

mehr braucht der BVB auch nicht zum Weiterkommen! und es ist noch bedeutend länger Zeit!
Wenn Ihr jetzt den Kopf in den Sand steckt, was zur Hölle erwartet ihr dann noch von eurem Team? Dass es das gleiche macht?! Also Kopf und feuert euer Team an, denn genau das braucht es jetzt, sie brauchen euch! JETZT mehr denn je!“

sie schauten mich da etwas verdutzt an a) weil ich ja doch etwas entspannter zuschaute und b) weil bekannt war, dass ich etwas mehr mit den roten sympathisiere …
einer bot mir direkt zwei Hefeweizen an, wenn der BVB das wirklich noch dreht, trotzdem waren sie etwas hoffnungsvoller und schauten wieder positiver drein

alles andere ist bekannt – außer vielleicht, dass ich die Hefeweizen dann dankend ablehnte …

Oli Kahns „immer weiter! …“ entstand wohl genau daraus und so hat eben auch die Mutter aller Niederlagen ihr gutes – denn wenn ManU im CL-Finale das gegen Bayern kann – warum sollten es andere Teams nicht auch können?!

Bayerns Meisterschaft und CL-Triumph 2001, wären ohne dieses „immer weiter!“ nicht zustande gekommen
und das Triple bedurfte wohl diesem „jetzt erst recht“ nach dem Finale dahoam

also: entweder du gewinnst oder du lernst etwas wichtiges für die Zukunft!
nicht Spielen, um zu gewinnen, sondern Spielen, weil Spielen Spaß macht

denn das Schöne ist doch auch beim Zuschauen die 90min. Spiel und nicht am Ende kurz das Ergebnis auf der Anzeigetafel zu betrachten (sei es auch ein 4:0 gegen Barca oder ein 7:1 gegen Brasilien)

und wenn man die Leistung der Sportler würdigt, kann man auch ein Finale dahoam gut verkraften, bei dem am Ende nur cm und etwas Coolness gefehlt haben, es aber seit Jahren eine der überzeugendsten CL-Saisons bis dahin war

zum Sport gehören Ups und Downs, deswegen machen Leute 100km Märsche und Ironman-Triathlon, weil man durch die Downs, die immer da mal mit dabei sind, die Ups erst viel mehr genießt – auch ein Patrick Lange dachte bei seinem Sieg auf Hawaii zwischenzeitlich ans Aufhören – geholfen hat ihm der Leitspruch der Darmstädter Lilien „Es ist noch nichts verloren! Du musst kämpfen!“
zu Recht skandierte man ihn Darmstadt immer wieder „ohne Johnny wär’n wir gar nicht hier!“

jedem, der gerne etwas positver wäre, kann ich nur empfehlen, umgebt euch mit Menschen, die euch Mut machen und besorgt euch mal ein Bändchen von DMK, schaut euch an, was Jonathan Heimes aus seiner Situation gemacht hat und kriegt den Arsch hoch!

auch von mir einen besinnlichen Advent, denn das ist wichtiger als der Konsumrausch, der daraus gemacht wurde!

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Schorsch 14. Dezember 2017 um 22:00

Gute Worte. Danke dafür!

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JGI 13. Dezember 2017 um 21:21

Ich fand es heute relativ spannend zu lesen, dass das hohe Pressing anscheinend nicht auf eine Anweisung Stögers, sondern auf Eigeninitiative Kagawas erfolgte. Ebenso wie seine Positionierung im Zentrum und der Rollentausch mit Guerreiro. Die Reaktion Stögers darauf passt ziemlich gut zu dem, was er im Interview nach Spielende als seine Spielidee bezeichnete: Herauszufinden wo die Qualitäten seiner Spieler liegen und diese möglichst gut zur Geltung zu bringen. Oder in seinen eigenen Worten: „Ich schau welche Jungs hab ich zur Verfügung und wo fühlen sie sich am wohlsten.“

“ You scored at the very end…

SK: The go ahead goal was huge. That forced them to attack, and I knew they would tire in the second half. The first goal made a difference, because it made them break formation to attack, and it became easier to counter attack them. Also, I switched to an almost CAM position, so it was more clear what I had to do from there, easier to attack that way. I thought it would be better if we pressed their back two more, so I made a judgement call there.

When Dahoud came on, you were at first on the left. After a chat with the manager, you went in the hole.

SK: Rapha was in the hole, so I asked if that was right. [The coach] said „You’re free to swap around“ so that was done deal. There’s no question it’s better if I play there, and Rapha agreed he’d prefer to play on the wing as he had run himself ragged by then. [The coach] said we could choose, and I thought we’d tick over better if I went in the hole, so I did. “

https://www.reddit.com/r/borussiadortmund/comments/7jj6rk/translation_kagawa_post_mainz_dec2017/

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Rolf 13. Dezember 2017 um 19:52

„Schüsse aufs Tor“, der Sinn davon hat sich mir, in seiner aktuellen Erhebungsform, noch nie erschlossen. Mag sogar sein, dass Mainz keinen Schuss aufs Dortmunder Tor abgab, aber Lattentreffer, knapp vorbei oder auch deutlich drüber, aber aus völlig freier Position, ergibt für mich einen anderen Eindruck als „kein einziger Schuss auf das Tor“. Oder aber man hat unzählige Schüsse aufs Tor, davon sind aber 95% dann ungefährliche lange Bälle oder harmlose „Rückgaben“. Eine Kategorie, die wenig bis nichts aussagt.

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CHR4 14. Dezember 2017 um 04:36

ja, diese Gedanken haben wir hier vor einiger Zeit schonmal ausgetauscht:
es gibt:
„Schüsse“
„Schüsse aufs Tor“
„ExpG“ (expected goal) – das sollte das sein, was du suchst und für dich wohl die meiste Aussagekraft hat, weil hier die Chancen gewichtet und aufsummiert werden

hier findet man auch Mainz -BVB: (evt etwas runterscrollen)
https://mobile.twitter.com/Caley_graphics/status/941082233665966085/photo/1

ExpG Mainz 05 – Borussia Dortmund:
0,5 – 2,1

generell mal suchen nach „Michael Caley“ oder „11tegen11“ bei twitter jeweils

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Rolf 14. Dezember 2017 um 13:51

Vielen Dank, sehr interessant.

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Rosi 14. Dezember 2017 um 09:21

Das sehe ich auch so. Und große Chancen hatte Dortmund bis zur Schlussphase auch nicht erspielen können, was mE der xpG sehr gut zeigt, der bis zur 80. Minute quasi gleichauf lag.

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Peda 14. Dezember 2017 um 10:43

Deswegen lieber xG und Passmap, wenn sie schon geliefert wird.

Der zeitliche Verlauf ist ja quasi die grafische Darstellung von MRs Formulierung. Sie „machten aus der mäßig verdienten Führung am Ende einen hochverdienten Sieg.“

Zudem zeigt sich in der Passmap, dass die Flügellastigkeit schon ordentlich abgeschwächt wurde. Vor allem die verbesserte Einbindung Weigls und die Positionierung der Achter stechen da im Vergleich zu den Spielen unter Bosz sofort heraus.

Guter Einstand für den Namensvetter. Ich hoffe, er wird und bleibt erfolgreich mit dieser Mannschaft.

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