Disziplinierte Bullen entnerven den Vizemeister

RB_Leipzig_20141:0borussia dortmund

Am Samstagabend gab es ein böses Erwachen für Borussia Dortmund. Die Schwarzgelben unterlagen bei Aufsteiger RB Leipzig mit 0:1. Thomas Tuchels Team konnte einen diszipliniert verteidigenden Gegner nicht in die Knie zwingen.

Grundformationen

Direkt vor dem Anpfiff sorgte Borussen-Trainer Thomas Tuchel für kleinere Überraschungen seine Personalwahl betreffend. Er stellte Rückkehrer Mario Götze als Ersatz für den angeschlagenen Shinji Kagawa in die Startelf. Zudem nahm er die Youngster Felix Passlack und Ousmane Dembélé raus. Dafür erhielten Routinier Łukasz Piszczek und Stratege Julian Weigl Einsatzminuten vom Anpfiff weg.

Bei den Leipzigern übernahm Olympionike Lukas Klostermann die Rechtsverteidigerposition von Benno Schmitz, während Ralph Hasenhüttl ansonsten keine Änderungen im Vergleich zum Remis in Sinsheim am ersten Spieltag vornahm. Dies bedeutete unter anderem, dass Diego Demme und Stefan Ilsanker ihre Plätze auf der Sechserposition gegen Toptalent Naby Keïta verteidigten.

2016-09-10_leipzig-dortmund_grundformationenDie Roten Bullen blieben bei ihrer 4-2-2-2-Grundformation aus dem Hoffenheim-Spiel. Der BVB startete erneut im 4-2-3-1, wobei Gonzalo Castro von der rechten Seite vielfach ins Zentrum einrückte.

Erste Druckwelle

Ohne große Umschweife: Dortmund erspielte über die 90 Minuten hinweg zu wenige Torchancen. Dem ExpG-Modell zufolge zog der BVB gegenüber Leipzig sogar den Kürzeren. Und das, obwohl doch die Schwarzgelben das Geschehen phasenweise dominierten.

Tuchels Mannen starteten aggressiv und schnürten die Bullen in den ersten Minuten regelrecht ein. Zahlreiche Standardsituationen hielten den Ball in der Leipziger Hälfte. Und der BVB zog sich nach Ballverlusten nicht direkt zurück, sondern blieb kompakt in der Nähe des Strafraums. Eine interessante taktische Komponente war dabei die Positionierung Marcel Schmelzers, der mehrfach eingerückt stand, während André Schürrle am Flügel blieb.

Leipzig war an sich gewillt, nach vorn zu verteidigen. Doch zunächst hatten sie nur selten die Möglichkeit, ihr Angriffspressing zur Anwendung zu bringen. Zudem war in der Anfangsphase der Partie spürbar, dass sich gerade die beiden Sechser beim Herausrücken zurückhielten und den Raum vor den Innenverteidigern schließen wollten. Die Viererkette Leipzigs stand zunächst nicht so hoch wie in vielen anderen Partien. Das hatte einerseits mit der Dominanz Dortmunds, aber andererseits auch mit einem cleveren strategischen Agieren der Hausherren zu tun. Denn so gelangte der pfeilschnelle Mittelstürmer Pierre-Emerick Aubameyang in Sprintduelle mit den Innenverteidigern von RBL.

Spätestens nach der Anfangsviertelstunde kamen die Roten Bullen besser in ihren Verteidigungsrhythmus. Beide Angreifer pressten selten mannorientiert gegen die Verteidiger und positionierten sich dafür um Weigl. Gingen sie situativ gezielt auf Sokratis und/oder Marc Bartra, schob Ilsanker in Richtung Weigl. Der Österreicher wurde auch insgesamt aktiver im Herausrücken gegen den Ball. Vereinzelt stieß er beispielsweise zu Marcel Schmelzer vor oder erhöhte den Druck im gegnerischen Sechserraum.

Die Sechser Leipzigs waren aber ebenso in der Konterabsicherung von hoher Bedeutung. Da die beiden Außenverteidiger rasch im letzten Spielfelddrittel anzufinden waren, blieben weite Räume hinter ihnen offen, die gegebenenfalls vom ballnahen Sechser bei einem Konterangriff Dortmunds geschlossen wurden.

Gefahr von außen

Gefährlich waren beide Teams vor allem bei Flügel- und später bei Konterangriffen. Der BVB initiierte in der ersten Halbzeit einige gute Kombinationen am Flügel. Denn anders als in der vordersten Verteidigungslinie, in der RBL zwischen mannorientierter Bewachung und der effektiven Nutzung von Deckungsschatten wechselte, war man in der zweiten und dritten Verteidigungsphase am Flügel sehr stark mannorientiert ausgerichtet. Folglich blieben die Sachsen gegen schnelle Kombinationen anfällig. Wichtig für Dortmund war dabei das gezielte Überladen – entweder über den umtriebigen Sebastian Rode, der sich häufiger zum Flügel bewegte, oder über das Verschieben Götzes.

In der 30. Minute resultierte eine passable Torchance Schürrles aus eben einem dieser Faktoren. Zunächst wurde Schmelzer an der Außenlinie angespielt, wo er sich sogar in Unterzahl befand. Rode initiierte dann eine kleinräumige Kombination, die darin endete, dass der Ex-Münchener hinter zwei Verteidiger Leipzigs kam und sich horizontal in Richtung gegnerischen Strafraums bewegen konnte. Der Ball wurde dann über Kleinraumkünstler Götze auf Schürrle weitergeleitet, wobei sich zudem Castro in der Mitte befand. Der Schuss von der Strafraumgrenze ging jedoch am Gehäuse der Hausherren vorbei.

Die Leipziger selbst kamen in der Offensive vor allem über die eigene linke Seite vermehrt nach vorn. Dies hatte sicherlich mit der individuellen Klasse der beiden nominellen Flügelakteure auf dieser Außenbahn zu tun, lag aber ebenso am klugen Ausweichen von Timo Werner und den diagonalen Einlaufbewegungen Dominik Kaisers. Insbesondere mit der gezielten Verschiebung von Kaiser konnten die beiden zentralen Verteidiger Dortmunds mehrfach überrascht werden.

Die rechte Seite der Borussen blieb derweil ein Mysterium in dieser Partie. Mit Castro und Rode sowie Piszczek hatte Tuchel gleich drei eigentlich arbeitsame Defensivspieler aufgeboten. Doch manchmal verderben zu viele Köche den Brei. Castros Tendenz zum Einrücken und Rodes natürlicher Fokus hin zum Zentrum ließen ganz außen immer wieder Raum. Marcel Sabitzer versuchte sich in dieser Partie nicht wie so oft als verkappter Zehner. Der österreichische Nationalspieler blieb stattdessen oftmals sehr breit und arbeitete mit Marcel Halstenberg über die Außenbahn. Die anschließenden Diagonalpässe fanden in Werner, Kaiser oder Yussuf Poulsen immer wieder Abnehmer, die schräg zur BVB-Innenverteidigung standen und mehrfach den Ball wiederum kurz zu einem diagonal nachstoßenden Akteur weiterleiten konnten.

Strategie und Götze

Drei Aspekte den BVB betreffend sollten nicht unerwähnt bleiben. Zum ersten war die strategische Ausrichtung eher suboptimal – und das in mehrerlei Hinsicht. Bei eigenem Ballbesitz ergab sich ein klares Muster in den ersten Phasen. Rode ließ sich zumeist nach rechts fallen, um den Innenverteidigern eine seitliche Anspielstation zu bieten. Der Ball lief recht kontrolliert über die einzelnen Akteure, wenngleich Weigl oftmals abgedeckt wurde. Eine Änderung zur besseren Einbindung Weigls blieb aus. Aber zudem war das an sich präzise Positionsspiel recht wirkungslos, schaut man einmal auf das Endprodukt. Der BVB überwand immer wieder die ersten Linien Leipzigs, fand sich dann aber in isolierten beziehungsweise statischen Situationen in der gegnerischen Hälfte wieder. Also die Sauberkeit des Positionsspiels half nicht etwa, Durchschlagskraft ganz vorn zu entwickeln.

Zum zweiten wurde RBL nie in die Verlegenheit gebracht, das eigene Spiel doch wenigstens in einzelnen Fällen ruhig aufzubauen. Standen die Innenverteidiger tief, wurden sie direkt von Aubameyang und Götze zugestellt. Der lange Ball von Torhüter Péter Gulácsi war nie erzwungen, sondern gehörte wie so häufig zum klaren Plan der Roten Bullen. Der BVB versetzte den Gegner also nie durch Lockmechanismen in eine für Leipzig ungewöhnliche Situation. Allein der Wechsel des Angriffsrhythmus und die erzwungene positionelle Anpassung der vorderen sechs bis acht Spieler hätten Hasenhüttls Team in einen Fehler zwingen können.

Der dritte Aspekt betrifft die Akkumulation an technischen Fehlern und unnötigen Ballverlusten. Diese Probleme hatte der BVB nicht exklusiv. Auch Leipzig verstolperte mehr als einmal das Spielgerät. Doch gerade die Dortmunder als ballbesitzdominante Mannschaft müssen sich über derartige Fehler Gedanken machen. Götze bot dabei sogar gutes Anschauungsmaterial, was ein versierter Spieler in engen Räumen anstellen kann. Rode und Co. taten jedoch das Gegenteil. Und die Leistung einiger Mittelfeldakteure sollte den Anhängern des BVB mehr Sorgen bereiten als das Ergebnis selbst.

Götze blieb dafür ein Lichtblick. Er ist – wie bereits vor einigen Monaten in einer Analyse auf Spielverlagerung ausgeführt – ein Problemlöser und Unterstützungsspieler erster Güteklasse. Gegen Leipzig profitierte vor allem Schürrle von der Zuarbeit Götzes.

Zweite Halbzeit

Personelle wie auch klare taktische Änderungen blieben zur Halbzeitpause aus. Der BVB bekam zunehmend Probleme, in die gegnerische Formation einzudringen. Die Zirkulation lief immer häufiger über die sicheren Stationen – sprich außenherum. Die Präsenz auf der rechten Seite wurde fast ausschließlich über Piszczek hergestellt. Dies sollte sich erst mit der Hereinnahme von Dembélé in der 71. Minute ändern.

Zunächst brachte aber Hasenhüttl frische Beine auf den Rasen. Die Einwechslung von Emil Forsberg und Oliver Burke zogen keine formativen Veränderungen nach sich. Forsberg ersetzte Sabitzer links, Burke übernahm Poulsens Position. Raphaël Guerreiro kam dann wenig später für Götze in die Partie. Dembélé agierte anstelle von Castro über links. Guerreiro ließ sich gerade defensiv halblinks zurückfallen, wodurch sich ein 4-3-3 ergab, rückte bei eigenem Ballbesitz aber oftmals auf die Zehnerposition.

Beide Teams hatten gute Kontergelegenheiten in der Schlussphase. Werner wurde bei einem Angriff von Burke bedient und ging dann ins Dribbling gegen Bartra. Roman Bürki parierte den Schuss des Ex-Stuttgarters. Schürrle unterdessen stand am Ende eines Dortmunder Konterdurchbruchs über die rechte Seite. Doch er beförderte den Ball über das Gehäuse.

So war es am Ende Einwechselspieler Keïta, der aus Nahdistanz einnetzte. Zuvor konnte der BVB den Ball per Kopf nicht aus der eigenen Spielfeldhälfte befördern. Halstenberg eroberte das Spielgerät und trieb den Gegenangriff voran. Über Forsberg gelangte die Kugel zu Burke auf der rechten Seite, der nach einem kurzen Antritt die flache Hereingabe spielte. Der Ball ging an mehreren Dortmundern vorbei und landete bei Keïta. Tor und Sieg für Leipzig.

Fazit

Obwohl die Sachsen nur rund 35 Prozent Ballbesitz über die gesamte Spielzeit verbuchten, waren sie keinesfalls eine durchgehend mauernde Defensivmannschaft, die nicht am Spiel teilnahm. Sicherlich mussten sich Hasenhüttls Spieler gegen die zeitweilige Dominanz des BVB wehren, kamen aber anschließend immer besser in die Partie.

Der BVB war sattelfest in den ersten Phasen des eigenen Aufbaus. Aber er wurde umso harmloser, je näher man an das gegnerische Gehäuse rückte. Die technischen Probleme unter Druck und in den Engen taten ihr Übriges. Tuchel ist gefragt, Antworten zu liefern und gerade die von ihm gewünschten Neuzugänge in die Spur zu bringen, wenn Duelle gegen diszipliniert verteidigende Teams anstehen. Denn Leipzig war keineswegs der letzte Gegner diese Art.

Todti 15. September 2016 um 14:08

Ich stimme einigen Kommentaren weiter unten zu. Ich denke, der BVB wäre mit einem 0:0 durchaus zufrieden gewesen, bedenkt man den derzeitigen Entwicklungsstand. Leipzig (in Leipzig) so früh in der Saison ist halt auch kein allzu angenehmer Gegner. Mir hat da Spiel sicherlich nicht gefallen, aber für den zweiten Spieltag nach dieser Sommerpause war das noch ok.

Was ich allerdings nicht verstanden habe, ist, warum Tuchel nicht schon früher und deutlicher umstellte. Meiner Meinung nach wäre es am vielversprechendsten gewesen, Leipzigs Pressing möglichst breit in der ersten Linie zu umspielen, um sich dann durch Überladungen Richtung Tor zu kombinieren. Wie CE (und die früheren Artikel zu ihm) beschrieben hat, war Götze ja bereits relativ gut in seiner unterstützend-kombinativen Rolle, und generell wohl einer der besten (wenn nicht gar der beste) Spieler an dem Tag – trotz seiner Fehler hat mir auch Bartra gefallen, sodass man ihn doch hätte fokussieren können. Meine Vorstellung war in etwa so:
– eine klare Dreierkette anstelle des abkippenden Rodes, vermutlich mit Piszczek – Sokratis – Bartra
– eine einfache Flügelbesetzung mit Schmelzer und Schürrle
– Guerreiro für Rode und damit vor Weigl die Reihe Guerreiro – Götze – Castro, hinter Aubameyang
Das wäre mit nur einem Wechsel machbar gewesen, sodass man später noch Dembélé und z.B. Pulisic hätte bringen können.
Über die Dreierkette (mit Einbindung Bürkis vielleicht noch breiter) hätte man versucht, den Ball um Leipzigs vorderste Welle herumzuspielen, um direkt oder über die Flügelverteidiger in die Halbräume zu kommen. Mit Götze, Guerreiro und Castro (später Pulisic oder Dembélé) hätten dort technisch und kombinativ starke Spieler überladen.

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tobit 15. September 2016 um 18:00

Da mit Poulsen der einzige wirklich kopfballstarke Angreifer vom Platz ging, hätte man auch Rode statt Sokratis auf dem Platz lassen können, da der ZIV der 3er-Kette wahrscheinlich öfter unter Druck geraten wäre. Da ist dann Sokratis sehr schlecht aufgehoben.
____________________Auba____________________
____|___Guerreiro__Götze__Castro______|___
Schmelzer_________Weigl____________Schürrle
___________Bartra__Rode__Piszczek__________

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Johannes 15. September 2016 um 10:24

Mich wundert die hier aufgeführte Spielanalyse doch sehr. Vielleicht ist ja auch nur meine rot-weiße Brille daran schuld? Die Spielanalyse ist aus meiner Sicht sehr BVB-lastig geschrieben. Es werden die Fehler und Probleme der BVB Spieler genannt, möglicherweise weil man das BVB Spiel kennt, aber nicht so sehr, warum dies alles passierte. Ich beschreibe mal die andere Seite.
Für mich ist es sehr eindeutig: die RBL-Grundstrategie ist völlig aufgegangen und deren Effektivität wurde am BVB demonstriert. Sehr aggressives Pressing und Gegenpressing, Umschaltspiel, der Gegner wird permanent unter Druck gesetzt – der Unterschied zwischen Pressing und Gegenpressing verwischt. Es geht nicht darum den Ball zu haben, sondern ihn zu erobern und so schnell wie möglich einzulochen, ständiges gemeinsames verschieben der Mannschaft zum Ball hin. Das ist eigentlich alles alter Hut, aber das ganze passiert so schnell und dynamisch, wie es bisher, soviel ich weiß, noch nicht gespielt wurde. Das Ganze erinnert logischerweise an Klopps BVB, nur für den Gegner chaotischer, schneller und dynamischer – sozusagen Klopps BVB auf Koks. Ralf Rangnick will nur deshalb junge Spieler haben, um sie daraufhin zu formen.
RBL spielt auch keine Konter im eigentlichen Sinne, das bekommen die gar nicht hin, sondern der Ball wird hoch von hinten nach vorne befördert. Da geht es nicht darum den Ball zu bekommen, sondern es geht darum den Ball so schnell wie möglich in der Hälfte des Gegners zu erobern. Das ist die Taktik. Auch wenn sie noch lange nicht so gut am Samstag gespielt wurde, wie es hätte sein können. Eine sehr gute RBL Mannschaft hätte mit diesem System zur Halbzeit schon 3:0 gegen den BVB vom Samstag geführt. Das größte Problem von RBL war, wie eigentlich immer, die Chancenverwertung bzw. der letzte Pass bzw. der Abschluss bzw. das grundsätzliche Passspiel – wie immer zum Haare raufen. Der einzige vernünftige Spielzug wurde in der 89. Minute gespielt. Und Tor. Da haben sich 4 Dortmunder mittels „Klostellung“ um Burke versammelt. Die waren einfach nur noch KO.
Nach 30 Minuten waren die BVB Spieler das erste Mal schon platt. Erst dann begannen die Fehlpässe des BVBs. Nach der Halbzeit haben sich die BVB Spieler hauptsächlich mit Fouls und dem Schiedsrichter Starke geholfen, der sollte eigentlich kein BVB Spiel mehr pfeifen, der war eine Katastrophe.
Das Spiel plätscherte dann so hin, RB hatte den BVB im Griff, aber kaum die Möglichkeit oder den Zug zum Tor. In der 68. Minute fängt Hassenhüttel an, die Taktik zu verändern und bringt Burke für Poulsen. Erster Kontakt von Burke ist schon mal Gold wert. Er bringt ein super Pass auf Werner. Die Einwechselung bringt nun Torchancen. Was Burke überhaupt nicht kann: er passt überhaupt nicht in das bisherige System – kein Pressing, kein Gegenpressing, stellt die Wege nicht zu – genau das Gegenteil von Poulsen. Burke rennt auf den Platz wie Falschgeld rum, der hat überhaupt keine Ahnung vom RBL System. Gute Gelegenheit jetzt für Weigl zum Spiel zu kommen, aber er wurde wie komplette BVB Mannschaft bisher psychisch und physisch sehr gefordert – sogar zu sehr. 70. Minute bringt Tuchel Dembele und Guerreiro, die sind noch fit und bringen dadurch Bewegung in den BVB Angriff. Dembele ist aber gerade im Passspiel auf RBL Niveau. Dafür ist Burke’s Passspiel um so besser und tut dem Angriff von RBL sehr, sehr gut. Man beachte: Burke trainierte erst seit Mittwoch bei RBL!
BVB hat Chancen. Da macht Hassenhüttel in der 83. etwas Merkwürdiges. Er köpft das RBL System in dem er Kaiser herausnimmt und Keita bringt. Volles Risiko. Denn dadurch wird das Spiel insgesamt geöffnet. Der BVB könnte jetzt sein Spiel aufziehen, aber die meisten Spieler sind völlig platt, verspielen den Ball. RBL stellt das Spiel um: Keita – Forsberg – Burke – Werner. Alles Fußballspieler im Angriff, die spielen können. Der Angriff ist jetzt kreativ besetzt. Der Angriff und das Mittelfeld sind abgekoppelt von der Verteidigung. Und mit diesem Risiko besiegen sie dann den völligen platten BVB. Logisch: Eroberung des Balles durch Halstenberg in der gegnerischen Hälfte, Forsberg – Burke – Keita.
Der Sieg ist kein Zufall, sondern strategisch genial gemacht. Hassenhüttel hat dies vorher sogar angekündigt. Warum Tuchel danach von individuellen Fehlern seiner Mannschaft gesprochen hat, erschließt sich mir nicht. Wenn er das wirklich glaubt, dann wird das nächste Spiel ähnlich verlaufen, dass es quatsch ist, haben wir gestern gegen Warschau gesehen. Oder glaubt irgendeiner, die Fehler lassen sich nach 4 Tagen abstellen? Schmelzer hat es auf den Punkt gebracht, als er davon sprach, dass die Leipziger wie die Hasen gelaufen sind. Die permanente Schnelligkeit und Dynamik gepaart mit einer scheinbar veralteten Taktik macht den Gegner platt.
Achja, gegen den HSV wird es ein ganz anderes Spiel. Da muss der RBL spielen. Das war bisher nicht unsere Stärke. Hasenhüttel wird umstellen müssen!

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Objektiv 15. September 2016 um 14:30

Also dein Kommentar ist beim besten Willen äußerst verliebt in die Rb Taktik, und das sage ich als Rangnik Fan 😀
Klar dem Artikel könnte man vorwerfen ein wenig zu sehr auf Dortmund einzugehen aber deiner tuts noch ärger umgekehrt, ließt sich ja wie der rb Liveticker 😛

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Johannes 15. September 2016 um 16:15

Ich habe ja extra geschrieben, dass ich die „andere Seite“ beleuchten möchte. Mir ging es darum einen Gegenentwurf zu der oben geschriebenen Analyse zu schreiben. Das die Wahrheit irgendwo dazwischenliegt, ist mir doch völlig klar. Übrigens mit Rangnicks System wäre das Spiel 0:0 ausgegangen. Hasenhüttel hat es aus meiner Sicht taktisch klug gedreht.

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tobit 15. September 2016 um 17:45

Und wenn er es aufgrund der fehlenden Absicherung in der Schlussphase verloren hätte, wäre dieses Risiko dann auch noch taktisch klug gewesen?
Wenn bei einer veränderten Taktik in einer Viertelstunde nur eine Chance herausspringt, war diese Taktik dann wirklich gut? Oder nur besser als die Grütze, die beide vorher offensiv gespielt haben um nicht frühzeitig zu verlieren?

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Winterschmied 15. September 2016 um 14:30

Ohne dir zu nahe treten zu wollen, aber ich glaube, dass du Ursache und Wirkung in dem Spiel nicht gänzlich sauber einordnest. Zumal sich das Ganze dann auch eher wie ein Spielbericht a la „anlaufen und der Gegner ist platt“ liest, denn wie eine taktische Analyse. Und auch dann wäre es weniger der taktischen Meisterleistung Hasenhüttls zu verdanken, als viel mehr einem schlechten konditionellen Zustand der Dortmunder und das ist dann zu oberflächlich.
Auch den Vergleich Burke > Dembélé halte ich in seiner Gesamtheit für gewagt.

Tobias Escher hat das Spiel ebenfalls zusammengefasst.
http://m.11freunde.de/artikel/wie-rb-leipzig-dortmund-besiegte?kompletter-artikel
Vielleicht hilft dir das ja weiter. Aber die Taktik von RB Leipzig ist weder neu, noch revolutionär, sondern schlicht und einfach bekannt.

Andes als der BVB, bei dem vieles an Aspekten neu ist, sich Potential mit Risiko und Herausforderungen paart, wie momentan bei kaum einem anderen Bundesligist (eventuell noch Schalke!) und somit schlicht interessanter für einen Gros der Leser.

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Johannes 16. September 2016 um 11:19

Ich verstehe Deine Bemerkungen nicht wirklich.
1. Du empfielst mir eine Spielbericht, der weitesgehend meine Aussagen bestätigt. Er erwähnt interessanterweise, was Tuchel hätte anders machen können.
2. Einen Vergleich zwischen Dembele und Burke habe ich aus meiner Sicht nicht geschrieben. Wo findest du dafür Anhaltspunkte?
3. Der BVB hat es nicht geschafft nachzulegen. Das, was aus meiner Sicht an Hasenhüttel genial war, ist die Aufgabe des RBL Systems zugunsten der Möglichkeit ein Tor zu machen. Er geht da auf volles Risiko nicht doch zu verlieren. Das es funktioniert, liegt für mich an der physischen und psychischen Belastung des Gegners, der durch das RBL System kaputt gemacht wird.

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tobit 15. September 2016 um 14:47

Der Sieg war Zufall und das Tor ein Produkt unnötiger Fehler der BVB-Spieler. Dass die Spielweise von RB einen Einfluss auf die mentale Frische ihrer Gegner hat, sehe ich auch so, glaube aber nicht, dass die Fehler nur dadurch entstanden sind.

Es hätte genauso gut Schürrles Lattenschuss reingehen können, oder Keita – wie alle RBler vorher – das Tor nicht treffen können.
Du sagst es doch selbst: ein ordentlich zu Ende gespielter Angriff von RB, bei einer durchschnittlichen Chancenverwertung von vllt 10% – 20 wenn’s hoch kommt – wird man so die weite Mehrheit der Spiele verlieren oder 0:0 spielen. Dazu kamen auch ein paar Chancen der Dortmunder, die eine gewisse Gefahr ausstrahlten, geht Dortmund früher in Führung, muss RB früher mehr Risiko gehen und fängt sich u.U. einen Konter zur Entscheidung.

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Johannes 15. September 2016 um 16:30

Da bin ich wirklich anderer Meinung. Das Tor war kein Zufall, auch wenn es, wie ich bereits schrieb, der vernünftigste Spielzug von RBL im ganzen Spiel war. Der Spielzug war gut und zwingend herausgespielt, weil Burke den richtigen Pass tätigt. Der BVB hat nicht eine zwingende Chance gehabt. Hätte Schürle nicht selbst geschossen, sondern den Ball gepasst, dann wäre daraus eine zwingende Chance entstanden, dass hat er aber nicht. Etwas anderes sind für mich Treffer durch Glück – da hätte ich bei dem Sprint in der 82. Schürles Lattentreffer, wenn er rein gegangen wäre, dazugezählt.
Das das RBL System dazu geeignet ist, gegen alle andere BL-Mannschaften zu gewinnen, habe ich nicht geäußert. Das Gegenteil haben genügend 2.BL Mannschaften schon öfter bewiesen. Es funktioniert aber hervorragend gegen Mannschaften, die denken, das Spiel machen zu müssen und nicht verstehen, dass mit ihnen gespielt wird.

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tobit 15. September 2016 um 17:49

Zufall war das Tor, aber kein Glück. RB hat aufgrund der starken Schlussphase verdient gewonnen, es hätte bis zur 89 min aber auch völlig anders ausgehen können, ohne, dass sich RB hätte beschweren können. Wer in 89 Minuten so wenig Chancen erspielt, wird nur selten als Sieger vom Platz gehen – gleiches gilt für den BVB.

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Johannes 16. September 2016 um 11:29

Ja, natürlich hätte es auch anders ausgehen können. Aber nicht weil der BVB so stark war, sondern weil Hassenhüttel das RBL System weitesgehend aufgibt, um zu einem Tor zu kommen. Warum bringt er nicht Selke, sondern Burke? Warum nimmt er mit Kaiser den Organisator des RBL Systems in der 83. Minute heraus und bringt Keita? Hasenhüttel hatte einen Plan der auch noch funktioniert hat, den Plan von Tuchel kann ich nicht erkennen, außer das 0:0 zu halten bzw. darauf zu hoffen, dass durch die Öffnung des RBL Systems ein Tor für den BVB fällt.

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Johannes 15. September 2016 um 16:51

Das RBL System basiert ja darauf, den Gegner so kaputt zu spielen, dass er Fehler macht. Ob man dann das Tor als Zufall bezeichnen kann, wenn, wie du ja selbst bemerkst, unnötige „Fehler der BVB-Spieler“ es zulassen, würde ich dann mal bezweifeln.

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tobit 15. September 2016 um 17:38

Für mich ist das nur ein Nebeneffekt des RB-Systems. Hauptsächlich geht es nicht um Fehler des Gegners, sondern darum aus einer hohen Position den Ball zu erobern und dann schnell zum Abschluss zu kommen. Der Hauptteil der RB-Abschlüsse beruht ja auch nicht auf gegnerischen Fehlern, sondern auf der Fähigkeit der RB-Spieler, den Ball immer wieder zu erobern. Das sah man auch daran, dass die häufigen Abspielfehler Dortmunds, die RB provozierte nicht zu wirklich gefährlichen Torchancen genutzt wurden, sondern die meisten Schusschancen nach Tacklings entstanden.

RB kann bei perfekter Ausführung des Systems jeden Gegner besiegen – ohne einen Fehler des Gegners. Gleichzeitig können sie bei kleinen Fehlern im System auch Spiele gegen jeden Gegner verlieren.

Eine zwingende Chance ist aber keine Sicherheit für ein Tor – davon können die BVBler ein mittlerweile vielstrophiges Liedchen singen. Wie ich RB kenne möchte man sich auch nicht auf die eine tolle Chance in der Schlussphase verlassen, da man die Anfälligkeit des eigenen Systems gegen an Ball sehr starke Teams kennt – aber mehr war bei beiden an diesem Tag schlicht nicht drin. Das lag auf beiden Seiten am guten bis sehr guten Pressung/Gegenpressing und meist starker Endverteidigung, sodass am Ende ein xG von 0,8:0,5 stand. Der größte Teil der 0,8 von Leipzig war das Tor.

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m 15. September 2016 um 15:43

Du vergisst bei der Analyse den Gegner fast ganz und doch hast du in einigen Punkten Recht. Hasenhüttl hat sein Team sehr gut auf Dortmund eingestellt und gerade Weigl wurde sehr stark gepresst und konnte kaum die Verbindung zum restlichen Mittelfeld herstellen. Zu dem Konzept gehören dann auch viele Fouls (16) in den richtigen Situationen. Genau das gehörte schon letzte Saison zum Spielstil von Ingolstadt. Die Frage wird auch sein, ob Hasenhüttl es schafft das Team vom Aufsteiger zur Mannschaft, die oben mitspielt zu formen. Schon Klopp hatte es nicht so leicht, als alle Teams Dortmund als Favoriten im Spiel gesehen haben (bzw. so gespielt haben). Mit Ingolstadt musste kam er nie in die Verlegenheit das Spiel wirklich zu entwickeln.

Spannend wird es dann für RasenBall wie es gegen die Vereine geht, die selbst nicht das Spiel machen oder wie es Gegen Teams geht die auch eher auf Konter setzen und trotzdem einige Qualität mitbringen (wie Leverkusen oder Gladbach).

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Johannes 16. September 2016 um 11:43

Meine Aussagen habe ich als Gegenentwurf zur Spielanalyse angesehen, deshalb ist der Gegner nicht erwähnt, weil er in aller Breite oben schon ausgeführt wurde.
Der BVB kommt den RBL System sehr gelegen, dass sieht bei Gegnern die nicht das Spiel machen, völlig anders aus. Das sehe ich genauso wie du, am besten hat es Sandhausen vorgemacht, die ziemlich Clever mit 1:0 in der Rückrunde RBL vor eigenem Publikum vorgeführt haben.

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CE 15. September 2016 um 20:34

Zur taktischen Ausrichtung von RBL verweise ich einfach auf meinen Text aus der letzten Saison, falls man meint, diese Aspekte seien hier unterrepräsentiert: http://spielverlagerung.de/2016/05/10/rb-leipzig-das-bullenprinzip/

Und beim letzten Forecheck Podcast haben wir dem Spiel auch viel Zeit gewidmet: http://www.checkpod.fm/podcast/forecheck-episode-202-bundesliga-2/

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Johannes 16. September 2016 um 11:00

Danke für die Hinweise!

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Mlisiewi 16. September 2016 um 12:54

Diese ganze Diskussion um den Gegenentwurf zur Spielanalyse ist unnötig wie ein Kropf =)

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Koom 16. September 2016 um 13:14

SV.de berichtet bevorzugt lieber über Teams, die einen sehr konstruktiven taktischen Ansatz haben, also nicht nur auf Gegenpressing setzt. Das liegt aber auch gerade daran, dass das Thema Gegenpressing und der Aufbau der kompletten Spielweise darauf ein alter Hut ist. Klopp hat das meiste davon ausgereizt, extrem viel mehr gibts da nicht.

Und gerade Dortmund ist natürlich aktuell interessanter: ein erheblicher Umbau des Teams auf einem angepeilten hohen Niveau unter dem hochinteressanten Trainer Tuchel. Das ganze noch gepaart mit ein paar SV-Favorites im Team wie Weigl, Castro, Götze, aber auch ein paar ungeliebten wie Schürrle.

Bei SV würde ich da keine generelle Abneigung gegenüber RBL vermuten. Das ist eher ein „been there, did that“.

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tobit 14. September 2016 um 12:27

Ich hoffe, Tuchel setzt heute auf Guerreiro. Rode braucht es gegen Legia eher nicht, daher würde ich auf Guerreiro als Partner von Weigl auf der Doppelsechs setzen.
……………………………..Auba…………………….
………|………..Götze…………Pulisic………….
..Schürrle…………………………………….|…….
……………Guerreiro………………………|…….
..Schmelzer…………..Weigl……..Passlack..
…………Bartra……………..Sokratis…………..

Ich würde versuchen den linken Halbraum zu überladen um die Synergien zwischen Schürrle und Götze häufig einzubinden. Dazu braucht es Guerreiro als Verbinder zwischen Bartra und Götze. Weigl agiert daher eher halbrechts und ermöglicht Passlack weites Aufrücken und Sokratis eine breitere Absicherungspsoition dahinter. Pulisic steht stellvertretend als RA, wo ich einen der drei jungen sehen möchte. Er rückt weit ein und unterstützt bis nach links oder bleibt ab und zu rechts breit, wenn Passlack sich zurückhält. In dieser Rolle sehe ich Pulisic stärker als Mor und Dembélé, da er in seinen Aktionen balancierter und weniger Dribblingfokussiert wirkt. Sollte man offensive Wechsel benötigen, stehen Kagawa für Götze und Mor und/oder Dembélé für Schürrle/Pulisic bereit.

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Koom 14. September 2016 um 12:59

Schaut gut aus. Ich denke, es wird auch die Kernaufgabe sein, den Neben/Vorder/Hinter-Mann für Weigl zu finden. Wenn man das gefunden hat, dann dürfte es rollen. Götze/Schürrle finde ich ein richtig spannendes Pärchen, die verstehen sich blind und haben ein tolles Repertoire. IMO kann man die auch rechts in der Grundformation platzieren, wenn Reus wieder fit ist (und links bleiben soll/will).

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tobit 14. September 2016 um 14:10

Reus fand ich letztes Jahr rechts auch ganz gut. Würde ich dann je nach Gegner machen – also da wo mehr defensives Laufen nötig ist, spielt Schü und auf der anderen Seite dann Reus oder wer auch immer gerade fit und in Form ist.

Reus vor Piszczek könnte auch ganz gut passen, wenn man den linken Flügel/Halbraum überlädt. Piszczek bekommt genug Zeit zum Nachrücken, beide bekommen große Räume geöffnet oder zwingen den Gegner zu weniger Kompaktheit. Reus kann sich auch mal links oder im Sturmzentrum einschalten, wenn Auba weit nach rechts geht. Mit Passlack geht das natürlich auch.
Piszczek und ein verkappter Zehner, der frühzeitig einrückt, wird wohl kaum noch funktionieren. Daher wünsche ich mir sehr viel Spielzeit für Passlack, der in seinen wenigen Profispielen schon eine ganz ordentliche Offensiv/Defensiv-Balance für einen gelernten Offensivspieler gezeigt hat.
Mal sehen, ob sich Passlack schon diese Saison nachhaltig durchsetzen kann.

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FAB 14. September 2016 um 14:34

@tobit, von der Personalauswahl Top. Allerdings würde ich das als verkappte 3er-Kette anordnen, mit einem defensiven Schmelzer und einen vorgerückten Passlack. Dazu Götze eher rechtsseitig auf die 8 setzen. Die Verbindung mit Schürrle kann dann dynamisch aus dem Spiel herausentstehen, wenn Schürrle einrückt und Götze diagonal nach links verschiebt. Pulisic und Guerreiro könnten diese Bewegungen entsprechend ausgleichen, indem Guerreiro defensiv absichert und Pulisic sozusagen den Raumdeuter spielt.
—————–Auba—————-
-Schürrle->>————Pulisic–
-Guerreiro—–Götze————–
————Weigl———-Passlack
Schmelzer-Bartra-Sokratis—-

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tobit 14. September 2016 um 14:51

Schürrle so stark einrückend gefällt mir noch nicht so wirklich. Außerdem würde es dann wohl auf Guerreiro als Hauptbreitengeber und nicht als zentralen Verbindungsspieler hinauslaufen. Dann bekommt man wieder die selben Probleme wie gegen Leipzig, dass die OM/OA relativ hoch stehen, während Weigl allein auf weiter Flur ist.
Soll Guerreiro Breite geben, muss entweder Rode oder Castro neben Weigl spielen (was ich vermeiden wollte), es fällt also ein Offensiver oder Schmelzer aus der Elf.
3er-Kettenaufbau würde ich eher so machen:

……………………………..Auba…………………….
..Schürrle….Götze…..Pulisic….Passlack..
……………Guerreiro………………………..…….
………………………………..Weigl………………..
…….Schmelzer….Sokratis……Bartra…….

Dafür müssten Sokratis und Bartra andersrum spielen, da ich Sokratis nur im Notfall als HV sehe – alles andere bleibt bestehen.
Man könnte es natürlich auch umdrehen und mit Schürrle rechts, Götze halbrechts, Pulisic halblinks und Schmelzer links spielen, während Passlack (oder Ginter/Piszczek) tiefer bleibt und später nachstößt, sodass Schürrle Richtung Strafraum gehen kann. Dann könnten Bartra und Sokratis in bekannter Seitenverteilung bleiben.

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m+m 13. September 2016 um 03:04

Ein zweites taktisches Schaubild nach den Wechseln von Dortmund wäre spannend gewesen, weil sich dort die gesamte Formation doch nochmal recht deutlich geändert hat. Im Vergleich zum Spiel vor den Einwechslungen von Raphaël Guerreiro und Ousmane Dembélé kam etwas schwung in das Angriffsspiel, auch wenn man dadurch auch Konteranfälliger wurde. Die Veränderung wird mir zu leichtfertig mit dem Satz „Beide Teams hatten gute Kontergelegenheiten in der Schlussphase“ abgefrühstückt. Das Spiel bekam von Dortmunderseite auf jeden Fall eine leichte Wende, die nicht in einem Tor, aber in einem Gegentor endete. Zu erwähnen wären auch die vertikalen Läufe von Guerreiro, die vorher so nicht teil des Spiels waren.

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m+m 13. September 2016 um 02:50

Meiner Meinung nach ist Dortmund in der letzten Saison auch nicht vom ersten Spiel an durchgestartet, wie es viele hier sehen. Man hatte anders als diese Saison aber die Quali zur Europa League und somit einige Spiele bei denen man sich einspielen konnte und dort auch das Spiel, bei dem man 3:0 zurückgelegen hat. In der letzten Saison hatte man auch kaum neue Spieler (Castro und Weigl) und hätte zur Not auch komplett mit dem bestehenden Kader spielen können, auch wenn Weigl sehr gut zur Idee von Tuchel passte.

Wenn man sich die Vorbereitung dieser Saison anschaut ist es so, dass man drei Schlüsselpositionen neu besetzen musste und viele der neuen Spieler erst zu einem sehr späten Zeitpunkt ins Training eingestiegen sind. Spieler, die jetzt schon in der Startelf stehen wie Bartra, Guerrero, Götze und Schürrle haben den Großteil der Vorbereitung nicht mit dem Team verbracht und auch die Nachwuchshoffnungen Mor und Merino sind erst relativ spät dazu gekommen. Dadurch, dass Rode die komplette Vorbereitung mitgemacht hat bekommt er zur Zeit recht viel Spielzeit und genau das hat Tuchel so auch schon formuliert. Man sollte nicht davon ausgehen, dass die Spieler, die jetzt den Vorzug erhalten auch über die Saison durchgehend gesetzt sein werden. Vielleicht bekommt Rode auch in den Spielen gegen die „Großen“ (Bayern, Real usw.) die passende Rolle und man nimmt in Kauf, dass er für das eigene Aufbauspiel zur Zeit nicht der passende Spieler ist. Bei der Bewertung von Spielern unter Klopp wurde oft gesagt, dass man den Spielern erstmal ein halbes Jahr gibt, bis man ernsthaft guckt ob sie rein passen und auch ein Castro hat letzte Saison gebraucht bis er seine Rolle gefunden hat. Meiner Meinung nach hat Tuchel nach diesem Umbruch schon ein wenig mehr Zeit verdient, bis man anfängt eine generelle Kritik im Unterton mitschwingen zu lassen.

Beim Thema Trainer für Bayern München muss man auch sagen, dass schon sehr viele Trainer mit Bayern in Verbindung gebracht wurden. Als Klopp seine erfolgreichsten Jahre in Dortmund hatte wurde von vielen Medien schon sehr offen spekuliert, dass das ja sein nächster Karriereschritt sein könnte. Als man sich im Herbst Gedanken über einen neuen Trainer gemacht hat war Klopp sogar noch ohne Verein und man war sich ja deutlisch länger schon sicher, dass Guardiola zum Ende der Saison aufhört. Es ging für die Führungsriege eher darum den passenden Trainer im gleichen Zuge zu verkünden. Bei der Suche nach Trainern, die gut genug sind Bayern zu trainieren wird in der Regel auch etwas höher ins Reagl als bei Dortmund gegriffen und ich glaube, dass man sich bei Tuchel im letzten Sommer noch nicht sicher gewesen wäre, dass er der Aufgabe schon gewachsen ist. Nach guardiola hätte ein Trainer, der bis jetzt erst Mainz trainiert hatte einfach nicht dem Anspruchsdenken vieler Fans entsprochen. Also hätte Tuchel nicht einfach nur ein Jahr warten können um dann Bayern zu trainieren. Nach einem erfolgreichen Jahr in Dortmund sieht die Situation schon wieder anders aus und doch ist man in München schlau genug um sich nach einem Jahr nicht schon an den relativ neuen Trainer in dortmund ran zu machen. Jetzt fängt in München erstmal ein neuer Trainer an und sollte er den passenden Erfolg haben wird man sich mit Gedanken zu einem Nachfolger die ersten zwei Jahre noh etwas zurückhalten. Auch Tuchel findet in Dortmund Bedingungen, die ihm kaum ein anderer Verein bieten könnte und wird sich Wechselgedanken wohl auch erst machen, wenn es darum geht, ob er seinen Vertrag verlängern möchte oder nicht. Wenn man sich die Beziehung von Trainern zum ganzen Verein anschaut muss man sich bei Tuchel auch keine großen Sorgen machen, weil man diese total innigen Verhältnisse nur sehr selten hat und in der Bundesliga mir da auch nur wenige einfallen (Vielleicht: Stöger und Streich). Man muss sich auch nur mal die Jahre vor Klopp anschauen und da fallen mir auch wenige Trainer ein die nur annähernd einen ähnlichen Status erreicht hätten. Sogar Hitzfeld hatte nie diese „Volksnähe“, die Klopp zum wohl beliebtesten Trainer aller Zeiten in Dortmund gemacht hat. In der Führungsebene des Vereins wird man auch gut abwägen können was die wichtigeren krieterien bei der Trainerwahl sind. Also glaube ich nicht, dass es am Auftritt von tuchel scheitern wird. Es geht wenn darum, dass er bei Misserfolg wohl schneller entlassen werden würde, als ein Klopp, den alle schon als kaum noch trennbar vom Verein wahrgenommen haben. Sollte Tuchel wegen Misserfolgs entlassen werden wäre er auch sehr schnell kein Kadidat in München mehr. In München werden Trainer eben nach erfolgen verpflichtet und nach den Namen Guardiola und Ancelotti ist die Erwartungshaltung nicht kleiner geworden.

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Gh 12. September 2016 um 15:53

zu schürrle: auf einer seite, die mit goalimpact und packing daten jongliert ist das jetzt natürlich dilettantisch, aber ich bin ein großer freund der gemachten tore statistik und finde bei stürmern, die schon ein paar vereine durch haben eine durchaus konstante quote. schürrle schießt seit beginn seiner karriere egal bei welchem verein so etwa jedes 4. spiel ein tor. ordentlich für einen außenstürmer. ob man jetzt bei dortmund wegen einer mesmerischen belebung schürrles durch tuchel viel mehr erwarten kann ist abzuwarten.

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fussballdiaspora 12. September 2016 um 20:34

Mit etwas Abstand habe ich das Spiel nun auch gesehen. Man kann tatsächlich mehr oder weniger alles, was hier im Artikel und in den Kommentaren steht, auf dem Platz wiedererkennen, doch ergibt sich kein schlüssiges Bild, das die Niederlage erklärt. Vielleicht trifft der Begriff Gemengelage aus z.T. widersprüchlichen und unterschiedlich gearteten Ursachen am besten zu.

Da ist zum Teil ein riesiges Loch im ZM von Dortmund gewesen, in dem Weigl wirkte, als wäre er der einzige Mensch der Erde. Technische Unzulänglichkeiten kamen hinzu, viele Fouls v.a. von Red Bull, das OM hat statisch in der Luft hängend gewirkt, Rode als Rechtsabkipper fehlplatziert, übermotiviert.

Pischu mit einem grauenvollen Tag (ganz im Gegensatz zum wie immer soliden Ankerspieler Schmelzer), doch: Passlack kann nicht alle Spiele machen! Daher muss der Pole wenigstens fit genug werden, um mit ihm zu rotieren! Insofern muss man so etwas in Kauf nehmen, doch – da geben ich dem Autoren des Artikels recht – nicht unbedingt mit Castro als Vordermann.

Was für Passlack gilt, steht für Dembele, Mor und Pulisic außer Frage: Die können nicht alles spielen und defensiv gegen diese Truppe wäre auch für Dembele problematisch geworden, von Mor ganz zu schweigen. Offensiv wäre das sicher einer Herausforderung für Red Bull geworden, defensiv hätte es die Herausforderung für die eigene Defensive schon verstärkt.

Bartra hat seine kleine Fehlpassorgie aus meiner Sicht nicht grundlos und schon gar nicht aus mangelndem Können veranstaltet, sondern nachdem er gut ein halbes Dutzend Mal auf die erste Pressingreihe (die bestand z.T. aus vier Spielern) zugelaufen war und wieder abdrehen musste, unverrichteter Dinge. Die drei Fehlpässe infolge hatten das gleiche Muster, nämlich per riskantem, scharfem Flachpass das OM zu erreichen.

RB hat übrigens schon gelernt, jede Foulentscheidung mit Gesten und Worten anzuzweifeln. Die Vielzahl der Fouls ist m.E. taktisch bedingt, taktische Fouls im Rahmen eines sehr ruppigen Stil und dem, was man lange Zeit als Amokpressing bezeichnet hat. Dass Castro die erste gelbe Karte sieht, ist so betrachtet ein richtiger Witz: Das Foul war Gelb, die Fülle der RB-Fouls hätte längst mit Gelb eingedämmt werden müssen!

Dazu kommt, dass die Mannschaft noch sehr einzelteilig spielt. Man merkt doch mehr als deutlich, dass die Automatismen erst im Anmarsch sind. So sind – wieder einmal – viele Gelegenheiten, die von RB nicht durch ordentliche Zweikämpfe, Fouls oder durch schlechte Eröffnung bzw. Weiterleitung im Keim erstickt wurden, schlecht ausgespielt worden.

Tjo. Und dann noch etwas Pech im Abschluss, eine unglückliche Schiedsrichterentscheidung und eine schlechte Verteidigung… fertig ist die Niederlage.

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Thomas Hauck 11. September 2016 um 18:46

Habt ihr bei eurer Bundesligaliste keine Lust zu aktualisieren??

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CE 11. September 2016 um 19:26

Meinst du die hier? http://spielverlagerung.de/bundesligavereine/

Habe ich jetzt aktualisiert.

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Koom 11. September 2016 um 15:02

Diese leicht passiv-agressive Ader gegenüber Tuchels (gezwungenem) BVB-Umbau finde ich etwas unnötig. War doch klar, wenn man die gesamte Achse rausgerissen bekommt, dass das danach nicht automatisch von selbst läuft. Zudem in der Gegenpressing- und Konter-Bundesliga.

Kritisch sein ist eine Sache. Aber voriges Jahr um die Zeit wurde ein gewisser Andre Schubert in Grund und Boden kritisiert und ihm ein baldiges Ableben seiner Trainerkarriere beschworen – und ist nun in den aktuellen Berichten „einer der interessantesten und spannendsten Trainer der Liga“.

Bisserl Geduld und Bescheidenheit wieder in die Artikel rein, dann passts.

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tobit 11. September 2016 um 16:46

Das hat mich auch etwas gestört.

Dass man mit einem derart kompakten Gegner, der so sauber presst, Schwierigkeiten hat, fand ich nicht überraschend. Das war aber auch letztes Jahr nicht immer so locker leicht, wie man von den Ergebnissen vielleicht meint, da waren auch ziemlich zähe Spiele dabei, die sich von gestern nur darin unterschieden, dass der BVB vor der 70. Minute ein Tor schoss und dann die Schlussphase zum Kontern nutzen konnte.

Sobald die Leipziger mal hinten drin standen, war Dortmund immer gefährlich und scheiterte meist an der relativ schlechten Tagesform einzelner Spieler (Castro, Aubameyang, Rode). Wenn da einer von Schürrles 2,3 Schüssen reingeht, sehen wir wahrscheinlich ein anderes Spiel.

Was mir aufgefallen ist: der BVB spielte fast genauso kompakt wie Leipzig. die 4er-Kette stand sehr eng zusammen und verschob sehr gut zum Flügel – Schmelzer und Piszczek rückten dabei sehr weit herüber, ließen den ballfernen Flügel und Halbraum (tlw. auch zentrale Bereiche) offen um ballseitig viel Druck auf RBL auszuüben. Das funktionierte auch sehr gut, viele Befreiuungsversuche vom Flügel landeten beim BVB, der aus den Kontergelegenheiten über Aubameyang und besonders Schürrle aber (tlw. unglücklich) kein Kapital schlagen konnte.

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CE 11. September 2016 um 17:59

Ich stimme mit der Beurteilung, dass Schubert einer der interessantesten Trainer der Liga ist (zumindest nicht im positiven Sinne), nicht überein und sehe ihn weiterhin auf dem „absteigenden Ast“. Und keine Ahnung, wo hier eine passiv-aggressive Ader gegenüber Tuchel zu erkennen ist. Es wurden viele Millionen in Spieler wie Rode und Schürrle investiert. Also muss er natürlich auch unter Beweis stellen, dass diese Wunschspieler zu seinem Konzept passen und sein Konzept wiederum zur strategischen Ausgangslage des BVB. Er hat auf dem Papier noch zwei Jahre Zeit dafür – länger bleibt er wohl sowieso nicht. Sollte es funktionieren, erhält er bei den entsprechenden Spielanalysen auch das angebrachte Lob.

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Koom 11. September 2016 um 18:09

Tuchel ist nicht Guardiola. Ich denke nicht, dass er in 3-Jahres-Abschnitten denkt, sondern an Mannschaftsentwicklung. Und diese Mannschaft ist blutjung und sehr formbar, auch die älteren unter ihnen.

IMO lotet er gerade ein paar Spieler aus. Castro, Rode und Weigl sind IMO noch etwas die Sorgenkinder – in dem Sinne, dass man versucht, die 3 zusammenzubringen. Gerade Rode und Weigl scheint mir nicht zu harmonieren. Man stellt neben Busquets ja auch nicht Jens Jeremies auf. 😉

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CE 11. September 2016 um 18:10

Er denkt nicht in Drei-Jahres-Abschnitten, aber er ist zum Vertragsende sehr wahrscheinlich weg. Für die Rode/Castro-Position gibt es leider nur überschaubare Alternativen im Moment. Leider.

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tobit 11. September 2016 um 18:33

Warum? Hast du da spezielle Informationen, oder vermutest du auch nur?

Guardiola denkt doch auch nicht in 3-Jahres-Abschnitten, der schaut jedes Jahr, wie er seine Mannschaft spielen lässt. bei Bayern hat er jedes Jahr einen etwas anderen Plan gehabt und dann massive Verletzungsprobleme bekommen, die die weitere Umsetzung dieses Plans verhinderten. Die 3-Jahres-Verträge unterschreibt der doch nur des Geldes wegen – bei Barca waren es immer nur einjährige Verlängerungen.

Weigl merkt man die fehlende Vorbereitung und die anstrengende letzte Saison noch an, dazu ist er jetzt der, auf den sich die Gegner voll konzentrieren, da Hummels und Gündogan nicht mehr da sind.
Castro scheint sich in der aktuell sehr tiefen oder sehr hohen Rolle nicht wirklich wohl zu fühlen und könnte von einer Einbindung wie in der letzten Rückrunde profitieren, als er von der tieferen Position sehr vertikal vorstoßen konnte.
Rode wusste ohne großen Druck in den Testspielen zu überzeugen, lässt aber – gerade gegen Mainz oder Leipzig – etwas an Pressingresistenz vermissen, was ihn aktuell auf eine sehr tiefe Rolle zwischen/neben den IV beschränkt. Durch seine Aufstellung im ZM mit anschließendem Zurückfallen beschränkt er Weigl, der einen ZM neben/vor sich benötigt und die Bälle bei den IV auch ohne Unterstützung abholen kann. Mich würde mal Rode als HV interessieren, da er das mit Ball onehin spielt, könnte man ihn gegen den Ball als herausrückenden HV einsetzen und einen anderen ZM (Guerreiro?) neben Weigl stellen. Oder man bringt Rode im ZM und Guerreiro als stark einrückenden LV.

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CE 11. September 2016 um 18:58

Laut recht sicherer Quellen wollte Tuchel schon in diesem Sommer in die südlichen Gefilde wechseln, aber das Timing war unpassend. Sein Weg ist jedoch klar vorgezeichnet.

Koom 11. September 2016 um 19:43

Eieiei… können wir diesen Gerüchteteil bitte weglassen? Das ist echt völlig unnötig.

JD 11. September 2016 um 21:19

CE: Darf ich mal fragen, was deine recht sicheren Quellen sind? Hört sich irgendwie ein bisschen nach einer Mischung aus Glaskugel und die Cousine einer Bekannten an…

CE 11. September 2016 um 21:22

Ja, genau so läuft das.

JD 11. September 2016 um 21:30

Aha. Finde ich rgendwie überflüssig, so eine Gerüchtefass aufzumachen, ohne irgendwelche Quellen für ominöse Behauptungen zu bennenen, gerade weil ihr sonst immer so angenehm nüchtern und faktisch analysiert.

CE 11. September 2016 um 21:41

Ohne das jetzt in die Länge zu ziehen: 1. Es wird kein Fass aufgemacht. Die Absichten von Tuchel sind allgemein bekannt und sollten nun wahrlich keinen mehr überraschen. Der BVB würde zum jetzigen Zeitpunkt sowieso einem Abgang viele Steine in den Weg legen. Nur ist es wichtig zu wissen, dass Tuchels Arbeit auf die Zeit bis 2018 (vielleicht 2019) ausgelegt ist. Immerhin hat er die Vorstellung, bis dahin eine schlagkräftige Truppe aufzubauen, die um die großen Titel mitspielen kann. Das war der ganze Plan hinter Transfers wie Guerreiro oder Dembélé. 2. Wer bitte legt Quellen offen?

tobit 11. September 2016 um 22:12

Naja, wenn ich meine Quelle schützen will, sage ich vielleicht besser nicht, dass ich sie habe.
Dass Tuchel die feste Absicht hat den FC Bayern zu trainieren höre ich gerade zum ersten Mal – insbesondere, dass er bereits diesen Sommer dorthin wechseln wollte.

Du könntest ja mal erklären, welche Info du bekommen hast, ohne dabei eine Quelle zu nennen – würde mich nämlich brennend interessieren, was da im Sommer noch so hinter den Kulissen zwischen FCB und BVB lief.

Wenn Tuchel Bayern trainieren will, warum bindet er sich dann so lange an Dortmund oder nimmt überhaupt eine Stelle an? Dass Dortmund den Bayern nicht ihren Kapitän und Trainer überlassen würden (ausser vielleicht für 1 Milliarde Cash), dürfte er auch gewusst haben.

Wenn seine Arbeit bis 2018 ausgelegt ist, warum holt man dann Leute wie Dembélé und Mor, die noch viel Zeit brauchen, warum holt man nicht mehr Leute Mitte 20, die sofortige Qualität versprechen?

CE 11. September 2016 um 22:34

Also es gibt doch sogar veröffentlichte Berichte (oder wurde mir das nur gesagt?), dass er bereits für 2018 eine schlagkräftige Truppe entwickeln möchte. Sicherlich war der Verlauf des Transferfensters nicht so geplant, aber die Einkäufe sollen wohl den Grundstein legen. Hat er sich denn lange gebunden? Ich halte einen Dreijahresvertrag nicht für außergewöhnlich. Der BVB ist nun auch keine Absteigertruppe, die sich mit allem zufriedenstellt.

Schorsch 11. September 2016 um 23:03

@tobit
Nicht jede Verpflichtung eines Spielers hängt unmittelbar mit dem jeweiligen Trainer und dessen Aufgabenstellung zusammen. Unter Klopp war dies vielleicht etwas anderes. Dembélé z.B. wurde vom BVB (und anderen Clubs) schon beobachtet, als an einen Trainer Tuchel noch nicht zu denken war (da war er noch 17). Wenn sich kurzfristig die Möglichkeit auftut, einen Spieler wie Mor zu verpflichten, dann wird ein Club wie der BVB dies tun. Diese Spielerverpflichtungen wären auch getätigt worden, wenn der Trainer ein anderer wäre. Was nicht heißt, Tuchel sei nicht eingebunden gewesen. Zumal man ihm eher zutraut als anderen, diese Spieler in Richtung Spitzenklasse zu entwickeln. Diese Spieler werden aller Wahrscheinlichkeit nach länger beim BVB bleiben als der jetzige Trainer und irgendwann zu einem lukrativen Preis verkauft werden.

Mehr Spieler zu verpflichten, die Mitte 20 sind und sofortige Qualität versprechen, bedeutet auch, wesentlich mehr Geld in die Hand nehmen zu müssen. Vorausgesetzt, diese Spieler wollen dann auch zum BVB wechseln. Der BVB hat Topsummen für Hummels, Gündogan und Mkhitaryan erzielt, wenn man die jeweiligen Restvertragslaufzeiten berücksichtigt. Solche Summen hätte man dann auch in die Hand nehmen müssen (was man teilweise auch getan hat; siehe Götze und Schürrle). Toprak wollte man verpflichten, die Vorstellungen Bayers hinsichtlich der Ablösesumme wollte man aber nicht mitgehen.

tobit 11. September 2016 um 23:38

@CE: es geht mir nicht um den Fakt, dass er 2018 eine gute Truppe haben will, sondern um deine mit unbekannten Quellen hinterlegte Behauptung, er habe entschieden ab 2018 die Bayern zu trainieren und hätte dies bereits diesen Sommer gewollt.
Natürlich ist ein Dreijahresvertrag keine lange Bindung in der normalen Welt, aber als Trainer gibt es oft genug Zweijahresverträge und auch welche, die aus Prinzip nur für ein Jahr unterschreiben (Veh, früher Guardiola) – Mir würde kein Trainer einfallen, der bei der ersten Unterschrift für mehr als drei Jahre unterschrieben hat, länger als drei Jahre Restlaufzeit hat auch fast kein Trainer – aktuell Klopp, Ranieri, Pochettino und Simeone (CL, EL, Liverpool = 93 Klubs).
Warum unterschreibt Tuchel also für drei Jahre und plant schon seinen Abgang 2016? Oder: warum möchte er nach einem sehr erfolgreichen Jahr den Verein bereits wieder verlassen? Hast du Informationen, warum er aktuell und akut die Bayern trainieren möchte?

@Schorsch: Klar werden Transfers vom Verein getätigt, aber der Bedarf wird überwiegend vom Trainer definiert. Wenn man sich da nicht einig hätte werden können, wäre wohl etwas nach außen gedrungen, oder man hätte die Zusammenarbeit gar im Sommer beendet. Da man aber gar nichts dazu hört außer, dass Götze eine Watzke-Idee gewesen sei (was dementiert wurde), gehe ich davon aus, dass Tuchel den Kader so hat wie er ihn wollte – das lässt dann einen geplanten (=feststehenden) Abgang 2018 oder gar früher sehr unwahrscheinlich aussehen.

HK 12. September 2016 um 11:34

Da braucht man keine großen Quellenstudien zu betreiben um festzustellen, dass Tuchel die Bayern als höchst erstrebenswerten Karriereschritt betrachten wird. Welcher deutsche Trainer täte das nicht?
In den ausländischen Topligen ist die Nachfrage nach deutschen Trainern extrem überschaubar. Da wäre ein Job bei Bayern das Maximum was du erreichen kannst (vielleicht noch neben Nati-Trainer).
Extrem schwierig ist bei beiden Jobs, wie hier schon erwähnt, das Timing. Wie könnte Tuchel diesen Übergang managen? Wie die Bayern (Auch ohne Quelle würde ich da einiges wetten, dass es da schon gewisse Gespräche gab) ? Vielleicht nach 2018 mal wieder ein Sabbatjahr? Falls Ancelotti irgendwann 2017 um ein Jahr verlängert? Oder 2018 auf den Bundesjob spekulieren, falls Jogi (erwartungsgemäß) nicht mehr mag?

tobit 12. September 2016 um 12:00

Dass Tuchel bei anhaltendem Erfolg irgendwann die Bayern trainieren wird, sehe ich ja genauso. Mich überrascht nur die vehemente Behauptung, das wäre bereits für 2018 oder früher geplant (gewesen).
@HK: Warum muss jeder Trainer eigentlich feuchte Träume von Bayern haben, nur weil er Deutscher ist?
Und woher kommt diese absolute Sicherheit bei CE er wolle das sofort? Wenn deine Quelle so gut ist, warum landet davon nichts bei den Medien, warum nutzt du diese Info nicht selbst? Wenn deine Quelle aber auch nur vermutet, hätte ich mich mit so deutlichen Aussagen eher zurückgehalten.

Bundestrainer will er glaub ich erstmal nicht werden, da hat er zu wenig Einfluss auf die Entwicklung der Spieler und kann nicht so tiefgehend arbeiten wie im Vereinsfussball.

HK 12. September 2016 um 12:34

Wie feucht die Träume jetzt sein mögen, da möchte ich mich nicht festlegen. Dass sie vorhanden sind ist doch logisch.
Und weil er Deutscher ist? Na weil das eben seine beste Chance ist auf Topniveau zu arbeiten. Deutsche Trainer sind im Ausland, zumindest auf diesem Niveau, nun mal nicht gefragt. Welcher internationale Spitzenverein hatte in den letzten Jahrzehnten einen deutschen Trainer? Real, mit Schuster, Heynckes. Aber sonst?

Und zu Tuchel noch was rein spekulatives (worauf ich aber wahrlich keine Exclusivrechte habe): Ich habe den Eindruck die Ehe Tuchel-BVB passt nur bedingt. Auch hier wieder eine fast schon humorige Parallele zwischen ihm und seinem Vorbild Guardiola bei Bayern.
Zwei Toptrainer bei Topvereinen, aber der Funke zwischen Trainer und Verein springt nur sehr bedingt und spärlich über. Eine Scheidung 2018 würde da nicht so viele Herzen brechen.

Koom 12. September 2016 um 12:40

1.) ich halte die Aussage, dass Tuchel bereits jetzt seinen Abgang plant bzw. sogar weg gegangen wäre, wenn München gerufen hätte, für ziemlich scheisse, in jeder Hinsicht. Sowas empfinde ich einfach als Rufschädigung und für sehr widerlichen Journalismus, weil es nie belegt werden wird und es trotzdem einem schadet. Vor allem Tuchel so viel Blödheit und Dummheit zu unterstellen, dass er nach einem guten BVB Jahr sofort die Fahne wechselt, weil München ruft, ist einfach nur dreist.

2.) DASS Tuchel ehrgeizig und immer weiter nach vorne kommen will, ist bekannt. Wenn jetzt morgen es aber klickt macht und er mit Dortmund die Bundesliga und CL gewinnt, dann geht er trotzdem nicht automatisch nach München, weil er es mit seinem aufgebauten Team auch erreicht hat, was er erreichen möchte. Hypothetisch, klar. Aber nicht komplett unrealistisch.

tobit 12. September 2016 um 13:21

Ich möchte jetzt nichts weiter dazu sagen, da meine wichtigste Frage bisher nicht beantwortet werden konnte: Was macht euch so sicher, dass Tuchel schon diesen Sommer, aber spätestens 2018 die Bayern trainieren will (und auch die Bayern das wollen)?

Schorsch 12. September 2016 um 13:23

@HK
Die Verbindung zwischen Trainer und Club ist immer eine Verbindung auf (relativ kurze) Zeit. Eine Ehe ist vom Grundgedanken her auf Dauer angelegt; deshalb tut eine Scheidung bei Nichtfunktionieren auch weh. Je länger eine Trainer-Clubbeziehung besteht, umso schmerzhafter ist dann eine Trennung, wenn sie erfolgt. Oftmals hinerlässt sie Wunden, die schlecht verheilen. Schaaf bei Werder oder Klopp beim BVB (auch wenn es hier ein angekündigter Rücktritt war) sind da nur zwei Beispiele. Im Idealfall erfüllen Trainer und Club die Laufzeit des Vertrages. Ob es dann zu einer (wiederum zeitlich kurz befristeten) Verlängerung kommt, oder ob es nach der Vertragserfüllung mit jeweils anderen Partnern weitergeht, wird termingerecht entschieden. Das macht auch alles Sinn, weil Fußball eben nur in Teilen planbar ist. Es spielen halt zu viele nicht kalkulierbare Faktoren hinein. Vorzeitige Trainerentlassungen sind ja beileibe keine Ausnahme von der Regel, sondern eher schon die Regel. Weshalb ja auch Abfindungen etc. Bestandteile der Verträge sind.

Aus der vertraglichen Bindung zwischen Klopp und dem BVB wurde so etwas wie eine Liebesbeziehung. Das wird es mit Tuchel nie werden. Es handelt sich um eine Vernunftsbeziehung auf Zeit. Der BVB brauchte einen Trainer, welcher die Mängel der Mannschaft beheben konnte, die diese auch bedingtdurch den jahrelangen kloppschen Fußball zeigte. Außerdem erkannte man die Notwendigkeit auch eines personellen Umbruchs, den der neue Trainer managen sollte. Auf der anderen Seite war Tuchel in der Situation, dass der nächste Schritt auf seiner Karriereleiter anstand. Die nicht vorhersehbaren Umstände haben ein kurzes Zeitfenster geöffnet, in dem beide Parteien zueinanderfinden konnten. Tuchel der richtige Mann, der BVB der richtige Club. Die Erfolge, die Tuchel in seiner Arbeit mit der Mannschaft in sehr kurzer Zeit erzielen konnte, haben ihm den Respekt im Umfeld des BVB und bei der Anhängerschaft eingebracht. Eine Liebesbeziehung ist daraus bis jetzt nicht erwachsen und sie wird es auch nicht tun. Deshalb werden sich Watzke und Zorc bereits jetzt schon Gedanken machen (müssen), wer die Nachfolge von Tuchel antreten soll. Was aber auch wieder mit Unwägbarkeiten in der Planung behaftet ist.

Im Geschäftsleben sind Vernunftsbeziehungen immer besser als Liebesbeziehungen. Und Profifußball ist Geschäft.

Schorsch 12. September 2016 um 13:52

@tobit
Sicherlich ist ein Trainer dafür zuständig, den Bedarf an zu verpflichtenden Spielern zu definieren. Aber halt nicht alleine, sondern immer in Diskussion mit der Leitung des Sportbereichs. Wobei immer auch die Zustimmung der Clubführung notwendig ist. Spieler haben in der Regel längere Vertragslaufzeiten als Trainer und müssen deshalb auch dann noch passen, wenn ein Trainer nicht mehr beim Club angestellt ist. Und das geht u.U. schneller als man denkt. Wenn es um Verpflichtungsentscheidungen geht, die eher strategischen als operativen Charakter haben, dann tritt die Trainermeinung öfters in den Hintergrund. Manchmal wird er gar nicht erst gefragt. Bayern hat dies immer schon gehandhabt. Manchmal ist man jahrelang an einer Verpflichtung eines bestimmten Spielers interessiert, will ihn unbedingt haben. Und dann ergibt sich ein kanz kurzes Entscheidungsfenster. Das muss dann auch genutzt werden, ganz gleich wer gerade Trainer ist. Die Verpflichtung Neuers sei hier genannt (hinter dem Rücken von van Gaal), oder auch die Verpflichtung Götzes. Die ‚Rückholaktion‘ Götzes ist ebenso eine strategische Entscheidung gewesen, bei der Tuchel eher keine oder nur eine geringe Rolle gespielt hat. Die gesamte Aktion ist von langer Hand geplant gewesen. Ob Tuchel nun von Götze angetan war oder nicht und was da an Äußerungen oder Dementis von Watzke oder anderen getätigt wurden, ist eher nachrangig.

FAB 12. September 2016 um 14:04

Spekuliert ihr ernsthaft darüber wo Tuchel 2019 Trainer ist?
Mein nicht ganz ernstgemeinter Tipp: Bei Guangzhou Evergrande in der dann neu gegründeten „World Super League“.

Schorsch 11. September 2016 um 20:08

Dass Tuchel ein auch was seine Karriere anbelangt ambitionierter Trainer ist, dürfte kein Geheimnis sein. Auch, dass Bayern für einen solchen Trainer immer eine Option ist. Wenn die Bayern Interesse und Bedarf haben. Aber ganz so geradlinig verläuft kaum eine Karriere, weil es zum richtigen Zeitpunkt halt in allen Punkten passen muss. Und es gibt für Tuchel nach seiner Zeit beim BVB auch die Option PL. Vorausgesetzt, er kann mit dem BVB auch Erfolge vorweisen. Ich gpersönlich glaube nicht an einen Trainer Tuchel beim BVB über dessen Dreijahresvertrag hinaus. Auch, weil alle Beteiligten damit leben könumfeld des BVB ernen. Den Status eines Jürgen Klopp wird sich Tuchel im engeren und weiteren Umfeld des BVB erwerben können. Klopp war der geliebte Volkstribun, während Tuchel als distanzierter Intellektueller wahrgenommen wird. Für die Vermarktung eines Proficlubs sind in erster Linie Erfolge und Spielphilososphie wichtig; sog. ‚weiche‘ Indikatoren spielen aber auch eine Rolle. Da Tuchel aber Erfolge mit dem BVB wird vorweisen müssen, um noch höhere Weihen zu empfangen, wird er auch alles dafür tun.

Wäre Guerreiro nicht vielleicht eine Alternative für die Rode/Castro-Position?

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CE 11. September 2016 um 21:26

Das Timing muss auf alle Fälle stimmen. Der Guardiola-Abgang und insbesondere das Bekanntwerden kam für ihn etwas zu früh. Guerreiro sollte eine Alternative sein – eigentlich schon in den nächsten Partien.

tobit 11. September 2016 um 22:15

Was zu früh kam war wohl der Nachfolger. Mit dem Abgang Guardiolas wurde ja quasi direkt auch der neue Trainer Ancelotti angekündigt. Dass Pep die Bayern verlässt, erschien auch schon zur Zeit von Tuchels Unterschrift bei Dortmund wahrscheinlich. Wieso lässt er sich dann überhaupt auf das Engagement ein, oder verhandelt auch schon mit HSV, RB und Schalke?

FAB 12. September 2016 um 09:01

Guerreiro für die 8er Position halte ich tatsächlich für eine gute Idee. Ich habe ja hier im Forum schon mehrfach kommentiert, dass ich von Rode und Castro sehr wenig überzeugt bin. Aber Guerreiro könnte vom seinen grundsätzlichen Fähigkeiten, als taktisch sehr intelligenter, ballsicherer und wendiger Spieler sehr gut auf der 8 funktionieren.Zusätzlich könnte Götze sich tiefer fallen lassen, um eine Art asymmetrisches 4-3-3 zu spielen. davon abgesehen finde ich Passlack mittlerweile besser als Pisczek.
Bürki-Passlack,Sokratis,Bartra,Schmelzer-Weigl,Guerreiro,Götze-Dembele,Schürrle,Aubameyang
Das könnte ganz gut funktionieren.
Zu dieser BVB-Umbau-Bshing Diskussion vom Anfang. Tuchel hatte mit Castro, Rode und Kagawa die ganze Vorbereitung Zeit mit dem Ergebnis zum Bundesligaauftrakt, das man keine Idee hat, wie dieses Mittelfeld funktionieren soll. Letzte Saison hatte man mit Weigl, Gündogan und Mkhitaryan sofort, vom ersten Spiel an das gefühlt, dass hier etwas ganz Großes entsteht. Das hat jetzt nichts mit Achse wegbrechen zu tun, die 3 waren zuvor unter Klopp auch keine Achse. Weigl gerade 20 aus der 2. Liga kommend, Miki immer noch mit wenig Selbstvertrauen und Gündogan immer halb mit dem Gedanken, irgendwohin wechseln zu können. Aus meiner Sicht auch nicht einfacher, aber es sind einfach bessere Fussballer …

Koom 12. September 2016 um 10:51

Gut, dass Weigl, Gündogan und Mhyki ganz grundsätzlich bessere Fußballer sind (im Paket) als Kagawa, Castro und Rode unterschreibe ich auch.
Persönlich kann ich mit Rode aktuell wenig anfangen. Der ist mir zu simpel strukturiert, ähnlich wie Khedira, zudem komplett verkorkst durch Guardiola, der weiß eigentlich gar nicht mehr, was er spielen kann und soll. Castro und Kagawa sind an sich beide gut, aber nicht herausragend. Für mich sind das Ersatzspieler, wenn der primäre Spieler gerade ne Pause braucht.

Aber auf die muss er auch nicht ewig bauen. Mit Weigl, Guerreiro, Götze, Schürrle als fitte Fixpunkte kann man schon spannendes bauen. Dazu hat man Dembele, Reus und Aubameyang. Das ist grundsätzlich schon geil, aber muss zusammengesetzt und eingenordet werden. Das kann dauern.

Aber zur Achse: Du hattest in der Abwehr noch einen Hummels der sicherlich viel Einfluss auf das Spiel seiner Vorderleute hatte. Es war einfacher, die an sich schon funktionierende Dortmunder-Elf (sehr gute Rückrunde unter Klopp) ein bisserl umzuformen als jetzt eben eine Achse zu bilden.

HK 12. September 2016 um 11:42

Zu Rode hatte ich mich glaube ich mich schon in dem Sinne geäußert, dass ich ihn mir nur in einem eng beschränkten Einsatzspektrum mit passender Einbindung in der ersten Elf bei Dortmund vorstellen kann. Sobald das nicht gewährleistet ist wird es eng.
Er wäre für mich ein guter Kaderspieler für die Plätze 16-22 oder so. Im Grunde also nicht viel anders als bei Bayern. Wenn er damit nicht zufrieden ist, hätte er sich besser einen andern Verein ausgesucht.

Koom 12. September 2016 um 11:45

Rode wäre für eine defensiv/konterstarke Elf ein guter Starter. Also sowas wie Mainz, mit Abstrichen auch Leverkusen. Laufen, grätschen, solide Pässe (auch lange Pässe) spielen – das ist in Rodes Profil recht gut drin.

Schorsch 12. September 2016 um 12:40

Der Vergleich mit dem Beginn der letzten Saison ist vielleicht nicht ganz stimmig, dennoch auch nicht ganz von der Hand zu weisen. Allerdings funktionierte gerade Kagawa in der Hinserie sehr gut. Weil er eben auch von Mkhitaryan und Gündogan profitierte. Außerdem sollte man Hummels berücksichtigen, der im Spielaufbau so einiges übernommen hat. Castro wurde zu Anfang sehr unterschiedlich eingesetzt und konnte nicht überzeugen, was er dann aber im späteren Saisonverlauf durchaus tat.

Guerreiro hatte bislang in der sehr jungen Saison noch kaum Einsatzzeiten, und ich habe auch nicht alles verfolgen können. Aber das wenige, was ich gesehen habe, hat mir zumindest einen ungefähren Eindruck, vielleicht auch eher eine Vermutung vermitteln können. Die Art, wie er sich auf dem Feld bewegt, mit dem Ball umgeht und wie er mit seinen Mitspielern interagiert weist auf seine Klasse hin. Daher der Gedanke an einen Einsatz im zentralen Bereich.

Was Rode anbelangt, so ist er fußballerisch / taktisch mit seiner aktuellen Rolle mMn überfordert. Er ist nach meiner Einschätzung ein Spieler für bestimmte Gegner und Spielausrichtungen für einen Startelfeinsatzund und auch eine Einwechseloption bei bestimmten Spielverläufen. Da kann er mMn sehr nützlich sein.

Was Passlack anbelangt, so sollte man sein Alter nicht unberücksichtigt lassen. Dosierte Einsätze über die Saison hinweg scheinen mir das adäquate Mittel, um ihn peu à peu zur ‚Nr.1′ auf der RAV-Position werden zu lassen. Dass es diese Position werden soll, war ja einige Zeit lang so ganz klar auch nicht. Verletzungsfreiheit beider Spieler vorausgesetzt, könnte es auf ein Wechselspiel zwischen Piszczek und ihm hinauslaufen, je nach Gegner und Aufgabenstellung. Auch Dembélé wird eher mehr Auszeiten benötigen, als es die ’normale‘ Rotation erfordern würde.

Koom 12. September 2016 um 12:46

Tuchel ist übrigens durchaus Fan davon, manchmal einen Spieler einfach mal ins Spiel zu schmeissen. Vielleicht passiert das gerade mit Rode und er schaut/analysiert, wie er ihn feineinstellen kann, ohne anderen (Weigl) die Stärke zu nehmen.

Kann sein, dass das auch in die Hose geht. Vielleicht wäre der Klassiker auch erst mal nicht schlecht für Rode: Ab auf die Aussenbahn, vorne rechts als Pressingmonster.

FAB 12. September 2016 um 13:32

Für mich ist Rode einfach der schlechtere Sven Bender. Deshalb wüsste ich nicht in welchem Spiel er überhaupt spielen sollte. Castro hat tatsächlich eine ordentliche Rückrunde gespielt, aber das war zu einer Zeit als die Strukturen beim BVB klar definiert waren und alles zusammengepasst hat, da hat er sich in die Gündogan-Ersatzrolle ganz gut eingefunden. Für Kagawa gilt ähnliches, am Anfang der letzten Hinrunde hat er ja noch etwas als Fremdkörper in der damals stark funktionierenden Mannschaft gewirkt. Hat sich aber dann im Laufe der Zeit reingefunden, ist auch in Positionen gegangen die er sonst immer vermeidet. Das letzte Schaubild aus der Mainz Analyse von MA zeigt es deutlich, was mir bei Kagawa immer auffällt, nämlich dass er es einfach so penetrant vermeidet in die 10er Position zu gehen. Wie gesagt in der letzten Rückrunde war er ab und an dort zu sehen. Aber in der Sommerpause wurde wohl wieder auf Reset gedrückt: Castro und Kagawa zeigen dieselben zweifelhaften Bewegungen wie vor der „Verbesserung“, trotz der Vorbereitung! Das stimmt bedenklich … Ich bin generell nicht pessimistisch für den BVB, sehe aber halt diese vielen Transferflops: Sahin, Kagawa, Castro, Rode. Bei Schürrle war ich zunächst schockiert, 30 Millionen!!! Ich denke mittlerweile, dass er ein brauchbarer Reus Ersatz ist, was wohl bedeutet, dass er sogar etliche Einsätze bekommen wird. Aber für 30 Millionen, dafür hätte man doch einen ordentlichen 8er bekommen, der so viel wichtiger für die Mannschaft gewesen wäre.

tobit 12. September 2016 um 14:03

Sahin, Kagawa und Castro haben hier ihre Leistung schon gebracht und waren relativ günstig (Gesamtablöse ca. 27 Mio.). Dafür sah/sehe ich keine besseren Spieler am Markt, die das Umfeld/die Liga kennen und eine gewisse Erfahrung mitbringen. Auch die Gehälter dürften relativ moderat ausfallen.
Kagawa hat seine Qualitäten auch diese Saison schon gezeigt – gute Bewegungen direkt am oder im 16er und unterstützend in tieferen Zonen. Vielleicht ist seine Vermeidung des Zehnerraums auch eine Vorbereitung auf eine gemeinsame Zukunft mit Götze, der gern in diesem Raum agiert.
Sieht man ja auch an den Spielern die sie dann verdrängen (sollen), die sind mit Götze und Dahoud für zwei der drei schon doppelt so teuer, Weigl ist eine gut gescoutete Ausnahme.

Rode hat einfach ein massives Problem mit gegnerischem Pressing und bringt seine defensiven Fähigkeiten bisher kaum auf den Platz. Als ZM wird er es in der Mehrheit der Spiele nicht bringen, aber als Halbverteidiger oder gar IV, könnte er ähnlich wie Bender gut eingebunden sein. Gerade seine Wadenbeißer-Mentalität könnte ihn zu einem starken Sokratis-Vertreter mit etwas besserem Aufbauspiel machen.

Schürrle wird unglaublich wichtig werden, da eine CL Saison mit genau einem Außenstürmer über 20, der auch noch ständig ausfällt, wohl grandios in die Hose gegangen wäre. Dass er seinen Preis rechtfertigen kann zeigt er bisher in allen Test- und Pflichtspielen.

Für einen qualitativ hochwertigen Achter war ich auch, dafür hätte man aber auf Rode und/oder Merino verzichten und einen aus Sahin/Castro/Kagawa abgeben müssen. Dann hätte man auch noch ein qualitatives Upgrade finden müssen, der sich auch wirklich in der Tiefe neben bzw. nur knapp vor Weigl wohl fühlt. Da war diesen Sommer fast nur Pjanic auf dem Markt, der deutlich über 30 Mio. gekostet hätte und lieber in Italien bleiben wollte.

FAB 12. September 2016 um 14:59

„Sahin, Kagawa und Castro haben hier ihre Leistung schon gebracht und waren relativ günstig“
Bei Sahin und Kagawa kann man das durchaus so sehen. Beide waren sozusagen Nottransfers in schwierigen Zeiten. Aber bei Castro reicht das bisher gezeigte noch nicht … Bei Schürrle muss man mittlerweile berücksichtigen, dass die Verletzungsanfälligkeit von Reus eine große Rolle gespielt haben dürfte. So gesehen halt ein sehr teurer, aber durchaus nachvollziebarer Transfer, der sich am Ende des Tages „wirtschaftlich“ vielleicht irgendwie rechnet, aber halt auch in die Historie dieser Notttransfers mit Sahin und Kagawa einreiht: D.h. ein Spieler, der dem BVB kein Profil gibt, der sich auch nicht langfristig durchsetzt, sondern ein Spieler der sozusagen nach seiner „Amortisation“ durch einen anderen ersetzt wird. Die Hoffnung auf eine bessere Zukunft (in der man vielleicht doch wieder die Bayern ärgern kann) ruhen dann aber halt doch auf Passlack, Dembele, Pulisic, Mor …

Koom 12. September 2016 um 15:20

Mal ein bisserl die Schürrle-Abgesänge bookmarken. Das wird noch lustig. 😉

TheBouz 11. September 2016 um 18:28

Zu Schubert (falls der Kommentar nicht unter dem angezeigt wird): Ich finde es gerade ja unfassbar, dass ich mal von einem „Experten“ lesen darf, dass Schubert nicht mehr als ein durchschnittlicher Trainer ist. Wenn ich das in meinem Freundeskreis sage, werde ich immer etwas belächelt. Er ist halt „interessant“, weil er dieses 3-4-2-1 spielt, teilweise auf den Halbpositionen mit einem defensiven und einem offensiven (gegen Leverkusen Wendt und Traore). Er war halt als Gladbacher Reservetrainer irgendwie zur richtigen Zeit am richtigen Ort und hat perfektes Spielermaterial für diese Spielidee.

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tobit 11. September 2016 um 18:58

Das Spielermaterial hätten andere auch (Keller bei Union z.B.), aber nutzen tun es nur wenige, weil sie entweder anders spielen wollen, oder ihren Spielern nicht erklären können, wie sie spielen müssen, damit es stabil funktioniert.

@CE: kannst du genauer sagen, warum du Schubert auf dem „absteigenden Ast“ siehst? Er hat im Sommer ein paar passende Spieler dazubekommen und setzt jetzt konsequent auf die während der letzten Saison entwickelte Idee, was ist daran falsch oder schlecht?

@TheBouz: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein ist fast der einzige Weg als Nicht-Ex-National-/Top-Spieler in den großen Ligen/Vereinen unterzukommen. Es seien mal Skripnik, Tuchel, Klopp, Mourinho, Streich erwähnt. Auch ehemalige Top-Spieler wie Zidane und Guardiola kamen nur so zu ihren ersten großen Engagements.

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CE 11. September 2016 um 21:24

Ich sehe einfach keine lange Zukunft bei Gladbach. Sein Ansatz ist sicherlich in über 50 Prozent der Spielen erfolgsversprechend – zieht man das Spielermaterial in Betracht. Aber eingeschränkte Flexibilität und falsche Antworten auf gewisse Aufgabenstellungen behindern ihn. (Jetzt habe ich es wahrscheinlich gejinxt und Schubert wird in diesem Jahr Zweiter mit den Fohlen 😀 )

Antworten

tobit 11. September 2016 um 22:19

Wodurch siehst du die Gladbacher Flexibilität eingeschränkt und wie lang hat Schubert noch?
Kannst du ein Beispiel für eine falsche Antwort auf eine Fragestellung bringen?

Was wäre für dich eine erfolgreiche Gladbacher Saison? CL-Platz, EL?

CE 11. September 2016 um 22:28

Am besten ich analysiere mal demnächst eine Partie, bei der Schubert nicht die richtigen Antworten findet. Macht es jetzt leichter, als nochmal die letzte Saison zu durchsuchen. CL-Platz wäre schon ein Erfolg, oder? Wenn sie vor Bayer einlaufen, haben sie zumindest einen hochkarätigen Gegner geschlagen.

tobit 11. September 2016 um 22:31

Schauen wir mal, ob sich eine solche Partie schnell finden lässt 😉
Dann sind wir uns ja zumindest in der Erwartungshaltung einig.
Aktuell sehe ich Gladbach als Nr. 4 hinter Bayern, Leverkusen und Dortmund – gejagt von Schalke und dem obligatorische Überraschungsteam.

CE 11. September 2016 um 22:35

Hast du die Partie gegen Freiburg gesehen? Was lief da falsch?

FAB 12. September 2016 um 13:56

Ich sehe Schubert als Trainer jetzt nicht so schlecht. Man muss auch sehen, dass Gladbach in der Offensive eher bescheidene Qualität hat. Den Spielaufbau, die Stabilität bzw. die generellen Strukturen finde ich meistens sehr gut, nur fehlt vorne etwas die individuelle Qualität. BVB, Leverkusen und auch Schalke und Wolfsburg haben hier einfach die hochwertigeren Spieler. Ein Chicharito, Draxler, Huntelaar … davon würde Gladbach träumen. Wenn Schubert in dieser Saison den 4. Platz halten kann, war er wieder sehr erfolgreich. Die Chancen dafür sehe ich nicht so schlecht.

joachim 12. September 2016 um 21:20

Ich weiss, hier ist eine Taktikseite aber einen Trainer kann man nicht nur nach der Taktik beurteilen und daher sehe ich Schubert schon als sehr interessant an. Wenn er taktisch ein paar Schwächen hat, sie aber anderweitig kompensieren kann und die gegebenen oder formulierten Ziele erreicht – und das hat er doch bislang – dann ist er ein Guter. Pep mag taktisch Extraklasse sein, aber was Menschenführung angeht sehe ich ihn eher schwach, auch ein Grund warum es Sinn für ihn macht alle 3 Jahre den Verein zu wechseln, denn ich bin überzeugt nach 3-4 Jahren würde er Probleme in der Mannschaft bekommen, trotz aller Erfolge. Ein Trainer muss anhand der Summe aller Eigenschaften bewertet werden und da ist Taktik eben nur ein, wenn auch wichtiger Faktor.

B 12. September 2016 um 23:10

Mir fallen nicht viele Trainer ein, die im Punkt Menschenführung besser als Pep bewerten würde. Bei einem Großteil seine (Ex-)Spieler ist er sehr beliebt. Den Außnahmen wie Ribery oder Ibrahimovic könnte man gewisse Probleme mir ihrem Ego unterstellen 😉

Joachim 13. September 2016 um 06:57

Wer bewertet das? Nach welchen Kriterien? Wie vergleicht man das? Sorry, habe noch keine ernsthafte Untersuchung dazu gelesen und auch wenn auch ich das nur so einschaetze ist es doch auffällig, dass er sehr schnell den Verein wechselt.

B 13. September 2016 um 11:43

Es sollte keine Rolle Spielen, wer es bewertet, wenn die Bewertung in sich logisch ist. Peps System zielt auf die maximale Potenzialentfaltung der Mannschaft als Gesamtkonstrukt. Kriterium ist also wie gut eine Mannschaft in der Lage ist, Probleme als Gruppe zu lösen. Besonders bei Barcelona war seine Spielweise extrem davon abhängig, dass seine Spieler in jedem Moment an sein Verständnis von Fußball glauben und Probleme mannschaftlich lösen (Pressing, Spielaufbau etc.). Körperlich wäre man sonst einfach individuell unterlegen gewesen. Gleichzeitig ist Kreativität ein wichtiger Faktor in einer solchen Atmosphäre. Um das zu erreichen, ist eine gewisse intrinsische Motivation der einzelnen Spieler, auch unter Druck kollektiv zu handeln nicht so unwichtig. Sie müssen sich eben noch frei entfalten können, wenn man nicht nur zerstören will.

Wer so ein nachhaltiges Kollektiv wie Barcelona gebaut hat, muss also ein bisschen was von Menschenführung verstanden haben. Dass Pep so denkt lässt sich neben den Spielen seiner Mannschaft auch in seinen Aussagen ablesen. Das Buch „Herr Guardiola“ liefert da zum Beispiel ganz gute Einblicke.

Ansonsten hatte er noch nicht die allermeisten Trainerstationen. Das kürzeste waren bisher 3 Jahre. Es gibt durchaus Trainer die schneller wechseln. Zudem scheint fehlender Rückhalt bzw. fehlendes Verständnis der Vereinsführung in beiden Fällen nicht unwesentlich zum Ende seines Engagements beigetragen zu haben.

Joachim 13. September 2016 um 20:07

Naja, hier werden ein paar Sachen vermischt. Er ist sicher kein total unfähiger was Menschenführung angeht sonst würde er als Trainer gar nicht funktionieren. Aber seine Art ist erstens extrem erfolgsabhängig (wie scheinbar auch die von Mourinho im Gegensatz zu Klopp der auch auf dem 18.Platz noch funktionierte) und zweitens zeitlich begrenzt, das geht 3 oder 4 Jahre gut aber eben nicht viel mehr. Ich weiss, ist meine Meinung, nicht mehr. Deshalb bin ich neugierig ob er mich irgendwann wiederlegt (indem er auch bei einem echten Misserfolg erfolgreich weiterarbeitet oder eben mal 6-7 Jahre bleibt).


Schorsch 11. September 2016 um 14:22

Ich habe das Spiel am TV verfolgt und ich kann nur sagen: Ausgezeichnete Analyse anhand des Spielverlaufs!

Eigentlich ein ‚0:0-Spiel‘; dass es kurz vor Spielende noch zum Sieg für Leipzig reichte, war nicht unbedingt folgerichtig, wenn man den Gesamtverlauf des Spiels betrachtet. Wenn man allerdings die individuellen Fehler und technischen Mängel bei nicht wenigen Borussen in diesem Spiel betrachtet, dann war das Tor für Leipzig vielleicht doch folgerichtig. Die Großchance für Schürrle (er hätte auch abspielen können) kurz vorher sollte dabei nicht unerwähnt bleiben. Wie auch immer, Leipzig hat es sehr gut verstanden, Weigl völlig zu neutralisieren. Dem Spielaufbau des BVB hat dies nicht gut getan. Ich persönlich habe den Eindruck, dass die Positionierung und Rollenverteilung von Weigl und Rode im zentralen / defensiven Mittelfeld nicht nur an diesem Tag nicht passte. Wie CE habe ich mich sehr gewundert, dass Tuchel hier nicht reagiert hat.

CEs Beschreibung von Götze als Kleinraumspieler, Problemlöser und Unterstützungsspieler trifft es mMn sehr gut. Und man konnte Götzes diesbezügliche Qualitäten durchaus erkennen in diesem Spiel. Götze war keine Offenbarung, aber ein Lichtblick in einem Team, das in vielen Phasen ratlos mit dem Ball schien, in dem die Verbindungen der einzelnen Mannschaftsteile oftmals fehlten bzw. wenig zielführend waren, in dem einzelne Spieler z.T. erhebliche technische Mängel zeigten und in dem es viele unnötige Ballverluste gab. Gewundert habe ich mich auch über die Positionierung Castros, der auf der rechten Seite ziemlich harmlos blieb.

Der eine oder andere Mitbetrachter des Spiels meinte, Tuchel trüge seinen Teil an der Niederlage, da er unglücklich aufgestellt und zu spät oder gar nicht auf die Abläufe reagiert habe. Dass Tuchel in der jetzigen Situation noch im Probierstadium ist, dürfte dabei aber klar sein. Es gibt jedenfalls noch eine Menge zu tun, was aber auch von vorneherein klar war.

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tobit 11. September 2016 um 14:01

Problematisch war vor allem Castro, der fast gar nicht am Spiel teilnahm. So musste Piszczek die Seite allein besetzen, was ihm nicht (mehr) wirklich liegt. Götze und Schürrle zeigten beide, dass sie in bestimmten Situationen sehr stark und zueinander passend agieren. Rode fehlte die Pressingresistenz für die – kurzzeitig probierte – Rolle als Sechser vor dem zentral abgekippten Weigl, ebenso wusste der meist freie Sokratis kaum etwas mit dem Ball anzufangen.
Insgesamt fand ich den BVB im Aufbau relativ zerrissen, da Götze und Castro sehr hoch positioniert waren und so halblinks keine kurze Anspielstation für Bartra nach seinen häufigen Antritten hinter die erste Pressinglinie vorhanden war. Dies hätte man vllt über einen Tausch von Götze und Castro lösen können – mit Castro mehr als linkem Achter denn Zehner und Götze präsenter einrückend als Castro, der häufig die letzte Line besetzte. Generell fehlte in diesen Situationen Kagawas Präsenz im linken Halbraum.

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sebbs 11. September 2016 um 13:58

Also für mich das war ein Spiel, in dem BVB total ratlos war. Red Bull hat sehr hoch mit seinem Pressing angegriffen, und Borussia wusste nicht wie könnte sich damit wiedersetzen, und in solchen Momenten sieht man genau, wie wichtig die Individuelle Klasse von Spieler ist. Der Rasen war auch sehr, sehr schwach, oder es nur im Fernesehen so sieht, aber so viele einfache technischen Fehler habe ich lang in BL nicht gesehen. Barta spielte im Aufbau tragisch, nur in ersten Halbzeit habe ich 6 Ball Verloren gezahlt, trotzdem die Spieler von Leipzig könnten das nicht nutzten.

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Marc Scholz 11. September 2016 um 13:52

Zu Dortmund:

Neben einem grundsätzlichen Problem in der Abstimmung der Abläufe der Spieler zueinander. Sind mir vor allem die Masse an technischen Unsauberkeiten aufgefallen.

Dazu gesellten sich zahlreiche individuell-taktische Defizite deren Auslöser mir noch nicht klar ist.

1. Die Rolle der drei eigentlich zentraler agierenden Mittelfeldspieler Castro Rohde und Weigl:
Während Weigl sein mit Abstand schwächstes Spiel zeigte (unsauberes Passspiel, kaum Bewegungen aus dem Deckungsschatten), wirkten für mich Castro und speziell Rohde in taktischen Sonderrollen gefangen die jeglichen Willen zur individuell initiierten Improvisation scheinbar im Keim ersticken liesen.

2. Defizite in der Offensivanbindung zwischen den Außenverteidigern und den „Außenstürmern“:
Während bei Schmelzer die offensiven Schwächen quasi nichts neues sind, aber diese klar mIt einem letztlich auch durch Schmelzers stetige Entwicklung versehen Trend zur Verbesserung gekennzeichnet sind. Ist die Situation über Pisczek in dem aktuellen Maße eher mit einem negativtrend verbunden. Über alle Maßen bezeichnend war hier für mich die Tatsache, daß Dembele nach seiner Einwechslung vor allem auch von Guerreiro ins Spiel eingebunden wurde, der seine Aktion aus einer links-defensiven Spielsituation heraus initiierte und somit das gesamte Spielfeld überbrückte.

3. Dauerhafte Linie:
Wie so oft scheint die Manschaft damit überfordert, über 90 Minuten konstant dem Spiel eine Struktur zu verpassen. Das ohnehin scheinbar sehr instabile mannschaftliche Konstrukt stabilisiert sich nicht im Laufe eines Spiels, sondern scheint jedesmal, vor allen selbst inszeniert, auseinanderzubrechen.

Wie bereits ewähnt gesellen sich hierzu einige generelle Defizite.
-Die Defensivleistung von RBL War keinesfalls Ideal. Zahlreiche Fehlpässe, Fehlentscheidungen und vor allem auch das Fehlen von eindeutigen Bewegungen in vorhandene Räume deuten für mich auf eine enorme Verunsicherung innerhalb der Mannschaft hin. Lediglich Götze schien für mich völlig frei, zwar fehlerhaft, aber in sich überzeugt von seinen initiierten Aktionen. Genau diese Tatsache lässt mich besonders aufhorchen.

Das gesamttaktische Konzept bleibt mir noch sehr unverstanden von Seiten der Spieler.
Vor allem aber hoffe ich um eine zeitige dauerhafte Einbindung von Guerreiro in die Kernelf. Zu Lasten Schmelzers sicherlich bedauerlich, aber wahrscheinlich unumgänglich.

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tobit 11. September 2016 um 20:16

Aktuell würde ich Guerreiro eher mal zentral bringen um nicht mehr Rode da spielen zu haben. Castro braucht auch mal wieder 2-3 Spiele Pause um sich neu zu fokussieren.

Götze hat mich auch sehr positiv überrascht. Vieles hatte Hand und Fuss auch wenn noch etwas die Spritzigkeit fehlt, sich mal im 1vs1 durchzusetzen. Besonders das Wechselspiel mit Schürrle hat mir imponiert. Götze zog oft links raus, was Schürrle den diagonalen Weg in die Mitte öffnete. Hätte man die beiden öfter bedienen können, wäre das noch öfter sehr gefährlich geworden. Bei Schü hat man auch gesehen, dass er ein exzellenter Konterdribbler ist. Bekommt er Raum, ist er schwer zu halten – und kann dann auch seinen direkten Gegner im 1vs1 überwinden ohne sich den Ball wie Auba erst 30 m vorzulegen und dann hinterherzurennen.

Piszczek ist physisch einfach nicht mehr in der Lage, die rechte Seite mit gewohntem Druck und Durchschlagskraft zu bearbeiten. Er ist als tiefer, kampfstarker AV/HV mit gelegentlichen Vorstößen besser zu gebrauchen, da dort seine Defizite in der Technik und Athletik ganz gut kaschiert werden. Im gestrigen Spiel hätte Passlack besser in die Rolle gepasst, besonders da Rode eh konstant rechts hinten zu finden war und da dann mal was zum staubsaugen bekommen hätte.
Schmelzer würde ich aktuell nicht rausnehmen, dafür ist er zu stabil. Gerade Bartra kann so jemanden neben sich gebrauchen, der ein Auge für Räume und Anspielstationen hat und die Linie hält während sein Nebenmann rausrückt. Offensiv finde ich Schmelzer mittlerweile gut – klar Flanken braucht man nicht erwarten, dafür aber sehr gute Laufwege in Strafraumnähe (auch Richtung Tor) und Weltklasse Gegenpressing mit klugen Anschlussaktionen. Auch im Passspiel ist er sehr viel sicherer geworden, traut sich da mehr zu und kann die Bälle meist sauber verarbeiten und weiterleiten.

Die fehlende Linie sehe ich auch so. Wenn man bis zur 70. kein Tor schießt, wird gefühlt jedes Spiel noch verloren. Vor allem sind das dann auch immer so unnötige Gegentore, die bei normaler Konzentration nicht fallen.

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HK 11. September 2016 um 13:37

Ich habe das Spiel nur in Ausschnitten gesehen. Aber wenn ich das und diesen Beitrag mit allem was ich vom BVB diese Saison gesehen habe zusammenfasse verstärkt sich für mich immer mehr ein Eindruck.
Dortmund ist dabei sich in eine Kopie von Peps Bayern zu verwandeln. Allerdings mit weniger individueller Klasse und an einem ziemlich schlechten Tag.
Über endlose Ballstafetten werden Ballbesitzanteile gehamstert, eine gewisse Dominanz erzeugt, aber in den entscheidenden Zonen wird so gut wie keine Durchschlagskraft entwickelt. Man wirkt da geradezu ratlos. Während sich die Defensive, auch hier trotz aller Dominanz, immer wieder erwischen lässt.

Zum Spielbericht ein Kompliment. Gerade wenn man das Spiel nicht selbst gesehen hat, bekommt man einen sehr plastischen Eindruck.

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Compuglobalhypermeganet 11. September 2016 um 14:46

Dein gewonnener Eindruck kommt aber sehr spät, dass Dortmund sich in eine Kopie der Bayern unter Guardiola entwickelt. Auch in der letzten Saison war Tuchels Dortmund den Bayern unter Pep sehr ähnlich. Auch Tuchel lässt das „juego de posición“ spielen wie es Guardiola schon immer tat. Tuchel ist ja bekanntermaßen ein Bewunderer von Guardiola.
Den von dir beschriebenen Fußball von Bayern unter Pep habe ich selten gesehen. Deine Beschreibung passt viel mehr auf den Fußball unter van Gaal.

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TheBouz 11. September 2016 um 16:51

Ist es nicht vollkommen folgerichtig, dass Tuchel versucht Peps Stil zumindest Teilweise zu übernehmen? Man hat sich im letzten Jahr den Status aufgebaut ähnlich unschlagbar zu sein wie Bayern, sodass viele Mittelfeldteams auch zuhause alles darauf setzen irgendwie mit einem torlosen Remis „davonzukommen“. Gegen solche Gegner ist ein klarer Ballbesitzfußball meiner Meinung nach die beste Lösung. Irgendwann machen diese Gegner in der Regel einen Fehler, der ein Tor nach sich zieht. Was Ancelotti im Moment in Münchnen macht, macht die Bayern wieder angreifbarer, nachdem sie unter Peps Ballgeschiebe in der Bundesliga quasi unschlagbar waren. In der CL gegen die großen mag Ancelottis Variabilität besser sein, national kann ich mir vorstellen, dass es einige Punktverluste mehr gegen mittelklassige Teams geben könnte. Gegen Teams wie Leverkusen oder auch jetzt Leipzig, die Ballgeschiebe durch cleveres Pressen ineffektiv machen können (außer dem 0:3 in München anfang letzter Saison war Schmidts Bayer gegen den FCB immer stark; das Spiel letzten Hebst in der CL in Nou Camp sei auch noch zu erwähnen.). Von daher denke ich, dass Tuchels Implementation des Juego de posicion wird noch genug Gegner an die Wand spielen. Leipzigs komplette Isolierung von Weigl und der daraus folgende Zwang von Bartra und Sokratis das Spiel aufzubauen war wie erwähnt wohl der Hauptpunkt, dass Dortmund nur sehr selten zur Entfaltung gekommen ist.

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Koom 11. September 2016 um 17:55

Ballbesitz als Basis halte ich auch für zwingend notwendig. Wie bei den Bayern: Fast jeder Gegner wird tief stehen, kontern und solides Pressing haben. Wenn du da einfach nur mit Gegenpressing-Spielmacher kommst, machst du dich individuell schlechter als du eigentlich bist.

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Handtuch 11. September 2016 um 15:03

„Über endlose Ballstafetten werden Ballbesitzanteile gehamstert, eine gewisse Dominanz erzeugt, aber in den entscheidenden Zonen wird so gut wie keine Durchschlagskraft entwickelt. Man wirkt da geradezu ratlos. Während sich die Defensive, auch hier trotz aller Dominanz, immer wieder erwischen lässt. “

Sehe ich genauso. Peps Fussball zu kopieren ohne teilweise die geieigneten Spieler dazu zu haben halte ich für fragwürdig. Tuchel sollte sich eher auf seine Stärken und die Stärken seiner Mannschaft besinnen.

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TheBouz 11. September 2016 um 18:18

Aber was sind denn sonst die Stärken der Dortmunder Mannschaft? Mit diesem Ballbesitz-Fußball hat man sich doch unter Tuchel diesen Status erarbeitet, dass Mannschaften ähnlich tief stehen wie gegen Bayern. Man hat mit Hummels jetzt natürlich einen „Ball Playing Defender“ verloren, durch den man Weigl eben nicht einfach isolieren konnte, indem man die Innenverteidiger in Ruhe lässt. Ich hatte da mit Halbwissen von Bartra eigentlich mehr erwartet und war einigermaßen überrascht, dass die Leipziger Offensive da nicht angelaufen hat. Die Spieleröffnung von ihm ist aber wirklich nicht furchterregend. Dass gestern der Ball planlos zwischen den Verteidigern geschoben und vorne keine Durchschlagskraft entwickelt wurde, lag jetzt nicht daran, dass das Positionsspiel von Dortmund generell nicht funktioniert. Leipzig hat allerdings bis auf wenige Ausnahmen ideal gepresst und Weigl konnte weder zwischen den Ketten noch zwischen den Innenverteidigern vernünftig eröffnen, von den Innenverteidigern mal ganz zu schweigen. Außerdem kam über rechts ja gar nichts, Passlack hätte hier vielleicht mehr nach vorne gebracht. Auch, dass Castro auf dem Rechten Flügel gespielt hat war jetzt nicht optimal, auch wenn Götze auf dem Flügel sicher nicht ideal aufgehoben ist, wäre Castro in einem 4-3-3 als vorderer Spielmacher vielleicht sinnvoller gewesen, Götze hätte durch einen offensiver ausgerichteten RV auch nach innen kippen können. Insgesamt sehe ich zwei generelle Gründe für die Niederlage. Erstens hat sich Tuchel durch die komische Besetzung der rechten Positionen und die nicht vorhandene Bereitschaft Leipzig mal zu zwingen das Spiel zu machen vercoacht. Den größeren Punkt sehe ich aber im sehr sehr starken Leipziger Pressing, das eben nicht war sich mit zwei Viererketten zu formieren um in der eigenen Hälfte kompakt verschieben zu können, was eben die meisten dieser Mittelklasse-Bundesligisten tun.

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Koom 11. September 2016 um 19:46

Stärken? Schürrle und Götze können ein Duo werden, das jede Mannschaft zerlegen kann. Man hat absurd viel Schnelligkeit im Team. Mit Weigl hat man den nächsten Busquets, bei dem man aber gerade auslotet, ob er woanders noch mehr einbringen kann (worunter er vielleicht auch ein bisserl an Stärke leidet). Guerrero ist spielerisch und taktisch ein Pfund.

Aktuell gilt es, diese Elemente aufeinander abzustimmen und die Defensive dabei nicht zu vernachlässigen. Der Prozeß läuft.

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tobit 11. September 2016 um 20:35

Ich fand Bartra ganz okay.
Er hatte zu viele Ballverluste wie alle anderen auch – das lag aber auch in der schlechten Verbindung der Mannschaftsteile begründet. Wenn man mal gefährlich nach vorne kam, war das oft nach Pässen oder Antritten von Bartra an den Stürmern vorbei. Da war dann aber meist nur ein Querpass zu Schmelzer (offene Stellung) möglich weil Weigl gedeckt blieb, Götze/Schürrle oft etwas hoch standen und am anderen Flügel keinerlei Bewegung stattfand.
Rode als rechtes Pendant zu Bartra im Spielaufbau hat es nichtmal versucht, sondern den Ball entweder raus zu Piszczek (mit Rücken zum Tor) oder zurück zu Sokratis/Bürki gespielt – da hätte ich wesentlich mehr Vertikalität von ihm erwartet. Ein Problem für ihn war aber auch Castro, der zwar einrückte, aber ständig Richtung Sturmzentrum unterwegs war.
Weigl hatte wohl mit das schlechteste Spiel beim BVB. Sein Bewegungsspiel war viel zu passiv, gerade da beide Stürmer versuchten ihn zuzustellen, hätte er sich deutlich mehr bewegen müssen – so konnten Werner und Poulsen ihn ganz locker im Deckungsschatten behalten und die Abwehrlinie anlaufen.
Schü/Götze waren echt gut, wenn sie mal ins Spiel gebracht wurden.

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