Donnerstag, 29.09.2016

Türchen 19: Michael Laudrup

Der Magier lässt den Ball in die kleinen Räume fallen, in die offenen Stellen der Abwehrblöcke, die außer ihm keiner sieht. Mit einem einzigen Streich befördert er eine gesamte Phalanx von Defensivspielern ins Jenseits. Er nimmt die Situation auf und wandelt sie um. Keiner spielt Pässe wie Michael Laudrup.

Der dänische Spielmacher war der Meister einer Disziplin, die vielen als die schönste des Spiels gilt: der tödliche Pass, der Ball in die Tiefe, der in einem Moment aus einer ungefährlichen Situation eine Großchance macht. Keine einzelne Aktion im Fußball hat eine so große Auswirkung wie der tödliche Pass, keine bringt einen näher an den Torerfolg. Laudrup maximierte diesen Effekt. Er spielte tödliche Pässe gegen dichtere Staffelungen und mehr Gegenspieler als alle anderen, er spielte die Bälle, die keiner kommen sah.

Komplexes Dynamikgefühl

Laudrups wichtigste Fähigkeit war wohl das unheimlich feine und komplexe Gespür für die strukturellen Dynamiken. Er erkannte hervorragend, wie der Raum in seinem Sichtfeld von den Staffelungen beider Mannschaften abgedeckt wurde. So entwickelte er ein Gefühl dafür, welchen Raum seine Mitspieler gut und seine Gegenspieler schlecht oder gar nicht erreichen konnten.

Es fällt auf, dass seine Pässe, die nicht den Mitspieler fanden, zumindest für die Gegenspieler meist sehr schlecht kontrolliert und nur unsauber geklärt werden konnten. Die Bälle fielen immer dort hin, wo der Gegner nicht ordentlich rankam. (Dadurch waren sie effektiv auch noch erfolgsstabiler als eh schon: Wenn ein Ball mal nicht ankam, blieb er trotzdem meist unter Kontrolle der eigenen Mannschaft.)

Spektakuläre Passtechnik

Auf Basis dieser Fähigkeit entwickelte Laudrup eine unheimlich feine und vielfältige Passtechnik, um den Ball in unterschiedlichen Gewichtungen, Kurven und Spins in die kleinen Lücken zu befördern, wo sie hin sollten, ohne dass Gegenspieler dazwischen kamen. Einer seiner Klassiker ist beispielsweise der steile Lupfer, der im (vermeintlichen) Deckungsschatten der Abwehrspieler zwischen Abseitslinie und Torwart herunterkommt. Hohe Bälle über die Abwehr konnte er aber auch langgezogener mit Innen- oder Außenrist spielen.

Auch flache Pässe spielt er mit unterschiedlichsten Teilen des Fußes, mal Bergkamp-esk mit minimalstem Kraftaufwand in den Raum, mal mit viel Schärfe durch die Linie oder in den Fuß. Häufig nutzte er selbst bei flachen Bällen kleine Spins, spielte sie dafür auch mal in einem flachen Bogen über dem Boden. Damit überwand er nicht nur die Zugriffsradien der Gegenspieler, sondern sorgte oft auch dafür, dass die Bälle sehr gut für seine Mitspieler kontrollierbar waren.

Generell kann man sagen, dass Laudrup kein so überragend sauberes Passspiel hatte wie man angesichts seiner Effektivität vielleicht meinen könnte (Kritik also auf historisch hohem Niveau). Weite Verlagerungen waren durchaus mal etwas unelegant und pragmatisch und auch seine tödlichen Pässe waren nicht ganz so unheimlich perfekt in der Ausführung wie die von Bergkamp zuweilen. Die Stärke seiner Passtechnik liegt eher in der Vielseitigkeit und im „Raumzugriff“, den er dem Ball mitgeben konnte. Er konnte den Ball einfach jederzeit fast überall hinbringen. Wenn dort dann der Mitspieler auch noch Dynamikvorteil hatte und der Ball sich passend bewegte, passte das schon.

Feines Durchdringen der Linien

Die dritte Säule seiner tödlichen Pässe war sein enorm gutes individual- und gruppentaktisches Gefühl. Ähnlich wie bei Jorge Valdivia kann man bei seinen Pässen immer wieder beobachten, dass Bälle sehr nah an Gegenspielern vorbeigehen, die diese nicht erreichen können, weil sie gerade ihre Balance anders verlagert haben oder die Bewegungsrichtung unpassend ist. Dadurch war er außergewöhnlich gut darin, den Ball zwischen mehreren Spielern durchzubekommen.

Ganz speziell war er ein Experte darin, Linien des Gegners zu durchdringen. Diese Fähigkeit nutzte er auch in tieferen Mitteleldsituationen. Dort hielt er den Ball oft ausweichend im Raum, sodass er mehrere Gegenspieler auf sich konzentrierte, ein Mitspieler in einen Freiraum vor ihn aufrücken konnte und er dann durch die gegnerische Linie in den Raum spielte. So konnte er also auch aus im tieferen Spiel sehr erfolgsstabil Gegenspieler aus dem Spiel nehmen.

Dynamische Dribblings und Distanzschüsse als Gegengewicht

Etwas effektiver und fokussierter waren seine Passfähigkeiten noch dadurch, dass sie nicht alleingelassen wurden: Laudrup konnte auch durch Dribblings oder Abschlüsse Gefahr erzeugen; Valdivia beispielsweise ist im Vergleich deutlich weniger brachial und dadurch eindimensionaler.

Aus 16 bis 20 Metern konnte er ziemlich stabil die hohen Ecken des Tores anvisieren und erzielte in seiner Karriere so auch einige spektakuläre Distanztore. Im Dribbling glänzte er nicht nur mit Technik und Spielgefühl, sondern besaß auch ganz einfach eine Menge Tempo. Punktuell wurde er sogar etwas ineffektiver, weil er dieses Tempo zu plump und aggressiv zu nutzen versuchte.

Im Allgemeinen half ihm das aber. Durch die Distanzschüsse musste er unter Druck gesetzt werden und die Abwehr konnte sich nicht einfach völlig passiv zurückziehen; dadurch entstand dann Dynamik nach vorne, gegen die Laudrup seine Pässe ansetzen konnte. Wenn er in die letzte Linie reinkam, konnte er im Dribbling durchbrechen oder sich Freiraum für den Pass schaffen. Dadurch musste er wiederum von mehr Gegenspielern verteidigt werden, was weitere Bewegungsoptionen für seine Mitspieler öffnete.

Außerdem veränderten sich durch seine Läufe mit dem Ball die Passwinkel. Das konnte er wiederum kontrollieren und für sich nutzen, um im richtigen Moment den richtigen Winkel für sich zu öffnen. Wie er seine Bewegung mit den Dynamiken um sich herum synchronisierte war eine weitere seiner Stärken; wobei er auch in dieser Hinsicht ein bisschen weniger sauber war als beispielsweise Martin Ødegaard.

La Croqueta

Die wichtigste Nutzung seines Dribblings waren aber nicht dynamische Durchbrüche oder das Gleiten durch den Raum. Seine Pressingresistenz war der außergewöhnlichste Faktor. Er konnte den Ball fast nach Belieben im Raum halten.

Dafür wiederum war die Croqueta das wichtigste Werkzeug. Das ist der – in Deutschland leider nicht gängige – Name für die schnelle, weiträumige Verlagerung des Balles vom einen Fuß auf den anderen. Das ist ein unscheinbarer, aber unheimlich nützlicher „Trick“, vielleicht der nützlichste überhaupt. Durch die vergleichsweise einfach Ausführung kann man ihn sehr spontan, schnell und stabil durchführen. Es gibt auch sehr viele Fußballer, selbst im Amateurbereich, die den Trick beherrschen und gelegentlich anwenden, nur nutzen ihn nicht viele fokussiert und strukturell. Die schnelle Ballverlagerung erlaubt, gegnerischem Zugriff sehr überraschend auszuweichen; durch das Spiel auf den anderen Fuß verhindert man, dabei die Kontrolle zu verlieren. Außerdem macht man direkt einen Auftaktschritt und hat dadurch einen Bewegungsvorteil in der Folge.

Mit dieser Bewegung und seiner insgesamt guten Orientierung und Körper- wie Ballausrichtung konnte Laudrup sich immer wieder vom gegnerischen Druck lösen und in den Raum absetzen. Gegen herausrückendes Anlaufen konnte der damit auch gut hinter den Gegner kommen und richtig viel Raum für sich öffnen. So konnte er sich Zeit schaffen für den richtigen Moment, um den perfekten Pass zu spielen. Er war nicht gezwungen, den erstbesten Pass zu spielen, sondern konnte geduldig abwarten, die Qualität der Situation steigern, den Gegner nervös machen und dann eine Unaufmerksamkeit bestrafen. Denn was bringt dir das beste Dynamikgefühl, wenn du dich vom Ball trennen musst, bevor dir jemand eine passende Dynamik in die Tiefe anbietet?

Schwächen im Umblickverhalten

Pressingresistenz war aber gleichzeitig auch seine wohl wichtigste Schwäche. Wenn er die Szene richtig überblickte, sein Sichtfeld also stimmte, konnte er in dieser Hinsicht absurd gut sein. Das war aber nicht immer der Fall. Sein Umblickverhalten und seine Wahrnehmung der Situation hinter sich und auch links von sich war nicht immer optimal. Bei Ballverluste von Laudrup kann man das fast durchgängig beobachten – es geht ständig um irgendein Bein links-hinten außerhalb seines Sichtfeldes, welches unerwartet im Weg ist.

Dadurch war er auch immer ein bisschen gezwungen, sich permanent nach vorne und wenn möglich rechts zu bewegen, um mögliche Attacken von hinten zu vermeiden. Seine Bewegung im Raum war deshalb ein bisschen unruhig und unfrei, gewissermaßen getrieben. Das schränkte seine Handlungsoptionen etwas ein. Spieler wie Di Stefano, Cruyff oder Maradona hatten diesbezüglich ein größeres Spektrum zur Verfügung.

Halblinkes Positionsprofil

Durch seine Rechtsfüßigkeit und sein Blickverhalten wurde auch sein Positionsprofil vorgegeben. Er war deutlich stärker, wenn er von der linken Seite kam. Aus zentralen Positionen hat er dementsprechend meist nach halblinks tendiert. Der offensive linke Halbraum war sein stärkstes Gebiet.

Durch seine geschickte Bewegung und seine Vielseitigkeit in Dribbling und Passspiel konnte er darüber hinaus aber sehr unterschiedliche Positionen spielen. Er agierte unter Johan Cruyff bei Barcelona öfters als falsche Neun, bei Juventus auch gerne in einer Doppelspitze und später auch vereinzelt als offensiv ausgerichteter Sechser oder Achter. Normalerweise war er jedoch der Zehner oder der linke Mittelfeldspieler mit zwei bis drei Spielern, die höher postioniert waren als er.

Außerdem bekleidete er von allen Positionen aus ziemlich ähnliche Rollen. Es war immer eine Mischung aus tiefer ankurbelnden Ballbesitzaktionen, abschlussorientierten Bewegungen in die Tiefe und eben seinen typischen Passaktionen aus dem offensiven Mittelfeld heraus. Lediglich die quantitative Zusammensetzung dieser Aspekte variierte, die Art der Aktionen an sich war weitestgehend konstant.

Der Magier

Ich habe überlegt, den Artikel mit Szenengrafiken von Laudrups Pässen zu pflastern, aber eigentlich würde das diesem großen, feinen Fußballer nicht gerecht. Seine Pässe sind zu detailliert auf die kleinsten Dynamiken ausgerichtet, zu plötzlich im Verlauf der Szene, zu geschickt in der Umsetzung, zu ästhetisch in der Auswirkung. Man muss diese Pässe im Bewegtbild bewundern, um sie ausreichend wertschätzen zu können.

Laudrups Spiel ist bewegte Kunst. Ich sehe mir ab und zu Laudrup-Zusammenschnitte an, wenn ich Bock auf Gänsehaut hab. Er reduziert die Komplexität einer Situation, eines Angriffsspielzugs, die Komplexität des Fußballspiels auf einen einzigen Punkt, einen einzigen Moment, auf die eine entscheidende Aktion. Es ist nichts da und plötzlich ist alles da. Und das tut er mit einer harmonischen Leichtigkeit, die so sehr an Zauberei erinnert wie nichts anderes im Fußball. Viele Spieler wurden als Magier bezeichnet. Für mich gibt es nur einen, dem dieser Titel zusteht. Michael Laudrup ist der Großmagier.

Es folgt: Magie.

Auch empfehlenswert.

Bernhard 21. Dezember 2015 um 08:53

Hast du Ödegaard live spielen gesehen oder gibt es genügend Videomaterial, dass du ihn zum Vergleich heranziehen kannst. Den Vergleich zwischen dem jungen Norweger und dem Dänischen Magier finde ich ziemlich interessant, mich würden nur deine „Quellen“ interessieren, auf die du dich beziehst.

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MR 23. Dezember 2015 um 13:31

Gibt genügend Videomaterial. Zweite spanische Liga wird ebenso gefilmt wie erste norwegische und wir haben Zugriff auf diverse Archive.

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RM 23. Dezember 2015 um 13:44

Seitdem er Nationalmannschaft spielt, findet man auch sehr viel auf Youtube.

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Peda 20. Dezember 2015 um 11:03

Was ich noch erwähnenswert finde ist, dass er sich nach gelungener Croqueta den Ball oft auffallend weit vorgelegt hat. Das hat mich gerade im ersten Video oft ziemlich geschreckt, dachte das kann sich nicht mehr ausgehen.

Die Intention ist aber wohl dieselbe wie bei den Pässen im Valdivia-Style, die dem Gegner nur vorgaukeln eine Chance zu haben. Der Gegenspieler geht explosiv zum Ball, vielfach sogar rutschend, erwischt den Ball aber nicht und nimmt sich damit nicht nur selbst aus dem Spiel, sondern öffnet dem Angreifer durch die versuchte BAlleroberung auch noch den größtmöglichen Raum. I’m loving it!

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André 20. Dezember 2015 um 06:22

Das entscheidende an „la Croqueta“ ist, dass man als Ballführender in der Lage ist das Standbein des Gegners zu beoachten. Man wartet gewissermaßen bis der Gegner sein Gewicht auf das entsprechende Bein verlagert – will ich von mir aus gesehen links vorbei, dann warte ich bis der Gegner sein Gewicht auf dem linken Bein hat – und starte dann explosiv.
Das Hauptproblem warum dies heute nahezu niemand kann, außer Iniesta (der konnte Stundenlang Laudrup gucken), ist die Ausbildung in den Vereinen. Werden heute Ausspieltechniken trainiert, schult man nahezu ausschließlich die Bewegungsabläufe und es gibt so gut wie nie eine Korrektur bezüglich dieser entscheidenden Feinheiten. Auch das Internet hilft da auch nicht, da nahezu alle Zusammenschnitte irgendwelche Übersteiger oder andere „Tanzmoves“ zeigen. Ein weiteres Beispiel dafür ist die Gambetta – immer übers Standbein bzw. entgegengesetzt der gegnerischen Dynamik dribbeln. Schaut man sich die Spezialisten Messi, Maradonna, Laudrup, Iniesta an fällt auf, dass sie das absolut perfektioniert haben. Ihr Fokus ist nahezu ausschließlich auf die Haltung des Gegners fixiert, daher kommt auch die Einfachheit und Effektivität ihrer Ausspieltechniken und der Folgeaktionen. Das dies in rasender Geschwindigkeit passiert hängt mit dem Fokus und dem gepparten Bewegungstalent zusammen. Ich denke im Spitzennachwuchs könnten dies heute viele lernen, jedoch mangelt es an Trainern – die meisten sind nur Übungsleiter und Vermittler simpler taktischer Strukturen. Ach ja, fit machen und stylisches Bewegungstraining mit Ball oder Koordinationsleiter gehört natürlich auch zu deren Standardrepertoir.

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André 20. Dezember 2015 um 06:36

PS: ich würde mir bei solchen Gelegenheiten wie dem Adventskalender auch mal etwas über Spieler wie Ivan Zamorano wünschen. Der war auch so ein Angreifer mit einer eigenen „Natur“, der sich dadurch vom Einheitsbrei des heutigen Fußballs abhebt.

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mika 23. Dezember 2015 um 12:25

Kurze Nachfrage: du meinst konkret, wenn du von dir aus gesehen links vorbei willst, muss der Gegner das Gewicht auf *seinem* rechten Bein haben. Korrekt?

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Erkinho 20. Dezember 2015 um 02:34

Laudrup bot durchweg Spitzenleistungen, aber die strategischen und vor allem taktischen Rahmenbedingungen waren seinerzeit irgendwie einfach ungünstig…ein Mkhitaryan beispielsweise hätte ihm sehr gut getan..Andererseits war Laudrup der Meister der Passwinkeloptimierung…wie er sich die Strukturen zurechtdribbeln konnte war wirklich gänsehautreif.

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Rurane 20. Dezember 2015 um 01:39

Danke für dieses tolle Türchen. Hervorragend. Du scheinst die Spieler zu machen, die ich besonders toll finde. Erst Bergkamp, dann Ardiles und jetzt Laudrup, megamäßig. Drei meiner absoluten Lieblinge.

Kann mir mal irgendjemand erklären, warum Laudrup nicht ein einziges Mal den Ballon d’Or gewonnen hat, oder zumindest auf dem Treppchen gelandet ist? Ok, so manch einer hat ihm vorgeworfen, sein Potential nie vollkommen ausgeschöpt zu haben, aber dennoch, für viele ehemalige und aktive Fußballer gilt er als einer der Besten überhaupt. Im „Mainstream“, was auch immer das ist, ist er sicher nicht auf einer Stufe mit Pele, Cruyff oder Maradona, aber andere, nicht unbedingt bessere Spieler, sind auch zum Weltfußballer gewählt worden? Das ist eine Frechheit.

Zudem wollte ich noch wissen, wie du Messis Passspiel im Vergleich zu Laudrup siehst?

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drklenk 20. Dezember 2015 um 02:28

Bin zwar nicht gemeint, aber sage trotzdem mal meine Ansicht:
Zum Ersten: Einach mangelnde Kompetenz der Entscheider plus Zufall (andere Spieler waren in den Jahren überragend, in denen Laudrup auch sehr stark war).

Zum Passspiel: Messi ist da aus meiner subjektiven Sicht weniger überraschend und weniger „magisch“ als Laudrup, weil er viele Situationen dann auch einfach durch sein noch besseres Dribbling sucht, und seine Pässe zwar genial, aber weniger überraschend sondern stattdessen einfach logisch und perfekt sind.

Könnte mir vorstellen, dass ihn ein Aspekt war, der einen der SV-Autoren (CE?) dazu brachte, Messi als gammelig zu bezeichnen.

Also qualitativ nicht weniger hochwertig, aber halt mit weniger Hollywood-Faktor. Das wäre meine Meinung zum dazu.

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drklenk 20. Dezember 2015 um 02:29

löst* statt „sucht“ und gümmelig* satt gammelig.

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Gh 20. Dezember 2015 um 09:02

erstmal geiler Artikel. Aber Uwe Bein war besser… ok, doch nicht. Messi zerfasert halt erst die Abwehr mit seinen Läufen und Dribblings, bevor er einen unscheinbar wirkenden aber sau schweren Pass gegen die Laufrichtung aller einschliesslich seiner eigenen spielt. Entweder passt er direkt ins Tor (für Messi der elfte Mitspieler, wenn er freisteht, warum nicht anspielen) oder auf den menschlichen Mitspieler. Laudrup, tja, ist eher wie Magic Johnson oder ein Taschendieb. Fummelt dir an der Jackentasche rum und läuft mit deiner Armbanduhr am Handgelenk weg.

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Hk 19. Dezember 2015 um 23:16

Michael Laudrup – eine sichere Nummer. Wer den Fußball liebt liebt auch Laudrup.
Ein sehr schöner Artikel. Wirklich auffällig wie sehr sich die einzelnen Beiträge in der Herangehensweise je Autor unterscheiden. Und das ist positiv gemeint.

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felixander 19. Dezember 2015 um 21:33

Wie kommt es, dass du als aktuelle Beispiele für ähnliche Spielertypen Spieler gewählt hast, die (noch) nicht zur absoluten Spitze zählen? Wäre Laudrup heute weniger erfolgreich/spektakulär/gefragt.

Unabhängig davon: Beim Durchblättern der 11Freunde hab ich mich neulich gefragt, wie ihr eigentlich Bernd Schuster seht? Magier oder Maulheld?

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MR 19. Dezember 2015 um 23:18

Ödegaard gehört zur absoluten Spitze und Valdivia könnte zur absoluten Spitze gehören, interessiert nur beides keinen. Özil hätte ich noch nennen können, finde ihn aber aus irgendeinem Grund nicht so passend, müsst ich länger drüber nachdenken. Gibt ansonsten halt nicht so viele derartige Spieler und keinen auf Laudrups Level…weil er halt der Beste war. Laudrup könnte heute in einer gut strukturierten Mannschaft wie Bayern oder Barca meines Erachtens noch um einiges konstanter sein Toplevel abrufen.

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blub 20. Dezember 2015 um 03:07

Ich hab genau auch über die Özil vergleich nachgedacht, weil besonders der Aspekt mit den tödlichen Pässen so stark ist aber irgendwas passt nicht. Ichn kanns nicht genau beschreiben.
Wenn du drauf kommst, sag mal bescheid.

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felixander 20. Dezember 2015 um 13:01

Ich meinte jetzt Spitze im Sinne von Stammspieler bei einem CL-Halbfinalisten (z. B.). Aber gerade in diesem Bereich spielt man wohl mittlerweile eher ohne echte 10.

Özil finde ich gar nicht so ähnlich. Er nutzt in meinen Augen eher bestehende Dynamiken als dass er welche schafft. Und seine Pässe bespielen eher blinde Flecken statt Ketten zu zerreißen.

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HK 19. Dezember 2015 um 23:26

Erstaunliche Frage zu Schuster. Viele der Probleme seiner Karriere lassen sich ja darauf zurückführen, dass er das Gegenteil eines Maulhelds war.
Sportlich habe ich für mich immer die Formel verwendet: Es gab Franz Beckenbauer, dann kam Bernd Schuster.
Persönlich betrachte ich es immer noch als eine sportliche Tragödie, dass sich in den 80-ern zwischen Schuster und der Nationalmannschaft kein Einvernehmen herstellen ließ. Er selber hat sein Verhalten in dieser Hinsicht auch als den größten Fehler seiner Karriere bezeichnet.

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Schorsch 20. Dezember 2015 um 17:56

Manche Dinge lassen sich nicht fußballerisch erklären und haben ihre Ursache außerhalb des Sportlichen. Ich kenne Bernd Schuster aus seiner Anfangszeit beim EffZeh und wenn man ihn mit ’naiv‘ beschreibt, so ist das noch sehr vorsichtig ausgedrückt. Man konnte sehr stark den Eindruck gewinnen, dass er eine führende Hand brauchte. Hennes Weisweiler war genau der richtige Trainer für ihn in dieser Anfangszeit seiner Karriere. Eine Vaterfigur, die neben der fachlichen Qualifikation Autorität und Vertrauen gleichzeitig ausstrahlte. Weisweiler war nicht von ungefähr ein Trainer, der nicht nur das Talent junger Spieler erkennen, sondern sie auch ausgezeichnet entwickeln konnte. Als Schuster direkt nach dem Gewinn der EM vom Wechsel Weisweilers zu Cosmos erfahren hatte, muss es für ihn so gewesen sein, als hätte er den Boden unter den Füßen verloren. Er wollte ernsthaft Weisweiler zu Cosmos folgen. Das wäre fußballerisch und karrieremäßig natürlich eine Sackgasse gewesen. Diese Entscheidung Weisweilers war ein bedeutsamer Schnitt in Schusters Entwicklung, auch was sein Verhältnis zur Nationalmannschaft anbelangt. Eine andere Person hatte nun fast den ausschließlichen Einfluss auf ihn. was dann zum Wechsel nach Spanien und auch zum Rücktritt aus der Nationalmannschaft führte.

Den Spieler Schuster hat der deutschen Nationalmannschaft in den 80ern mMn mit Sicherheit gefehlt. So sehr viele tatsächliche ‚Fußballspieler‘ gab es da nämlich nicht. Wenn ich an den Trainer Schuster denke, so fallen mir immer der lateinischen Worte ein ’si tacuisses…‘

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joeking 19. Dezember 2015 um 16:15

Mal wieder ein sehr guter Artikel, war heute auf jeden Fall bisschen geschockt, als nach dem Aufwachen das Türchen noch zu war.
Wo siehst du denn die Unterschiede zwischen Laudrup, Bergkamp und Özil?

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