Die Dame schlägt den König

juventus2:1real madrid

Die alte Dame bestraft die fehlende Defensivarbeit Ronaldos und steht hinten stabil. Im Ensemble der spanischen Edeltechniker ist zum Schluss ein mexikanischer Strafraumstürmer der einzige Zehner.

Das erste Champions-League-Halbfinale entwickelte sich weitestgehend erwartungsgemäß. Real Madrid agierte im üblichen 4-4-2 mit Bale im Angriff als Ersatz für den verletzten Benzema und Ramos erneut auf der Doppelsechs neben Toni Kroos. Juventus spielte die Raute mit der gewohnten 4-1-3-1-1-haften Rollenverteilung, wobei Vidal bei eigenem Ballbesitz etwas offensiver agierte als gewohnt und die linke Halbposition von Sturaro sehr defensiv gespielt wurde.

Allegri will Ronaldo bestrafen

Juve 2-1 RealDie auffälligste Anpassung der Partie war der Fokus von Juves Offensive. Anstatt zu versuchen, mit viel Dominanz den Ball im Zentrum zu halten, visierten sie sehr frühzeitig den rechten Flügel an. Lichtsteiner agierte deutlich offensiver als Evra, Marchisio wich teilweise mit auf die Seite aus und Vidal rückte immer wieder von seiner – eigentlich eher halblinken – Grundposition in den rechten Halbraum oder gar den Flügel. So machte dann Pirlo das Spiel häufig auch aus dem defensiven rechten Halbraum.

Damit sollte wohl die fehlende Mitarbeit von Ronaldo bespielt werden. Isco nahm hinter dem Weltfußballer wie gewohnt eine Mischposition zwischen Achter und Flügelspieler ein, sodass der Flügel erst einmal etwas Raum bot. Anschließend konnte Juve horizontal in den Sechserraum kommen oder eben durch die Überladung die rechte Seite entlangspielen.

So fiel dann auch der Treffer nach einem diagonalen Pass vom rechten Flügel in die Schnittstelle hinter Marcelo. Dass Reals Viererkette nicht durchschob, sondern Varane meist am Strafraum zurück blieb, verstärkte Reals Probleme auf der Seite. Juves Spielzüge durch den Halbraum waren allerdings recht unharmonisch und gruppentaktisch gelang es Kroos und Co. oft, das Tempo der Angriffe abzufangen. So wurde diese Schwäche nur vereinzelt zum Problem.

Auch die überraschende Aufstellung von Sturaro anstelle Pereyras ist im Kontext des Rechtsfokus zu sehen. Der ruhige Mittelfeldspieler beteiligte sich kaum am Spiel, spielte fast nur Rückpässe und war in der gegnerischen Hälfte kaum zu sehen. Durch seine zurückhaltende Spielweise balancierte er die Überladung rechts in absichernder Weise und verhinderte, dass Pirlo nach Turiner Ballverlusten überrannt werden konnte.

Real mit Riesenloch im Zehnerraum

Bei Real fehlte indes eine klare Offensivvorgabe. Auf dem Papier könnte es Ancelottis Idee gewesen sein, die Flügel zu überladen, um die Räume neben der Raute auszunutzen. Mit Ronaldo und Bale als ausweichenden Mittelstürmer war die Aufstellung dementsprechend gewählt. Die Orientierung und der Rhythmus zeigten davon aber nichts: Zwar spielte Real über Außen an Juves Stürmern vorbei, dann versuchten sie aber eher diagonal nach vorne zu kommen, mit Geduld statt Direktheit.

Der Zehnerraum war jedoch ständig unbesetzt. Bale und Ronaldo spielten im ersten Durchgang keinen einzigen Pass im mittleren Streifen des Feldes. James hielt ballfern seine Seite und rückte nur vereinzelt hoch in den Halbraum oder direkt in die Spitze. Isco war meist in die Auslösung der Angriffe involviert und positionierte sich kaum in Verbindungsräumen; so standen Marcelo und er sich oft ein wenig auf den Füßen. Ramos tendierte stark zur Seite und Kroos hatte das Defensivzentrum zu besetzen.

Resultat war, dass Real meist über die linke Seite aufbaute und von dort keine Anbindung fand, während ballfern auf rechts drei, vier Spieler nutzlos in der Gegend herumstanden. Dann gab es zuweilen langsame Verlagerungen, Juventus konnte nachschieben und irgendwann scheiterte Reals Angriff an einer unbedachten Halbfeldflanke. Kombinationsspiel versuchten die Madrilenen fast nie und druckvolles Spiel entlang der Linie ebenfalls nicht. Juves übliche defensive Stabilität und Anpassungsfähigkeit – erneut fiel Vidal bei Bedarf neben Pirlo zurück – taten ihr übriges.

Diese Probleme waren besonders schwerwiegend und unnachvollziehbar, weil die Ausgangslage den Königlichen eigentlich in die Karten spielte: Mit Marcelo als Spielmacher und Isco als Nadelspieler davor waren sie eigentlich perfekt besetzt, um die Freiräume neben der Raute effektiv zu nutzen und dann in die Zwischenräume einzudringen. Wenn in der Folge aber niemand mitspielt, bringt das nicht viel. Außerdem erwischten beide keinen guten Tag.

Der Treffer zum 1:1 war dann die Folge der wohl einzigen Szene der ersten 45 Minuten, in denen die Madrilenen mal in Strafraum kombinierten. Isco rochierte zuvor bis in den rechten Halbraum. Das zeigte zum einen Madrids riesiges Potential und zum anderen, wie fürchterlich unfokussiert sie dieses Potential nutzten.

Chicharito bricht das Spiel auf

Juve 2-1 Real Hz2

Ab der 64. Minute

Ancelotti reagierte auf den erneuten Rückstand mit einer umfassenden Offensivumstellung. Javier „Chicharito“ Hernandez kam für Isco und – bisschen absurd auf den ersten Blick – brachte als kombinierende falsche Neun die Präsenz in den Zehnerraum; er agierte sogar eher als hängende Spitze hinter Ronaldo. James wechselte auf die linke Seite und Bale übernahm seine Stammposition rechts.

Was die „Erbse“ vor allem in den ersten Minuten nach seiner Einwechslung für ein Strukturfeuerwerk abbrannte, war einigermaßen absurd. Er lief in toller Dynamik die entscheidenden Knotenpunkte zwischen seinen Nebenspielern an und sorgte damit zum einen für Bewegung und Unruhe bei Juve und schuf zum anderen die lang vermisste Präsenz in den Zwischenräumen, die wiederum zu besseren Verbindungen führten.

Zudem kurbelten diese Bewegungen – in Verbindung mit der psychologischen Situation – das Aufrückverhalten stark an. Ramos und Carvajal stießen nun dynamischer in Freiräume vor, anstatt sich schon frühzeitig sehr hoch zu positionieren. In der Folge konnte auch Kroos höher eingebunden werden.

Zudem agierte Marcelo noch offensiver. James, der seine neue Position bedeutend höher und vereinzelt auch breiter interpretierte als Isco, öffnete ihm die offensive Halbraumzone, sodass der brasilianische Zehner (*zwinkerzwinker*) weiträumiger und druckvoller spielen konnte. Nun rückte er auch mehrfach bis in den Zehnerraum durch.

Das 5-3-2 hält dicht

Gerade diese zunehmende Diagonalität wurde jedoch auch von Allegris Reaktion begünstigt. Er nutzte seine übliche Defensivumstellung auf ein 5-3-2, um den Vorsprung zu halten. Interessanterweise kam dieser Wechsel sofort nach der Umstellung bei Reail. Das sorgte aber dafür, dass der Zugriff auf den Flügeln verzögert wurde, da die Außenverteidiger spät herausrückten und die Halbspieler naturgemäß enger standen als in der Raute.

Wegen des fehlenden vierten Mittelfeldspielers hatte Juve beim Rausschieben auch größere Probleme, die Halbräume dicht zu bekommen und lud Real dadurch ein bisschen zum kombinativeren Spiel ein. Zudem konnten James und Bale besser die breiteren äußeren Schnittstellen der Fünferkette attackieren.

Die Zeit reichte den Madrilenen dennoch nicht zum erneuten Ausgleich. Juves Strafraumverteidigung war gewohnt gut und wurde vom dritten Innenverteidiger Barzagli noch gestärkt. Reals Rhythmus wurde nach einer sehr straffen Phase nach Chicharitos Einwechslung wieder etwas unkohärent und die Bewegungen dadurch relativ chaotisch.

Fazit

Man konnte immer wieder erahnen, dass Real eigentlich sehr viele Voraussetzungen hat, um Juventus nicht nur zu dominieren, sondern auch klar zu schlagen. Die offensiven Flügelräume für Marcelo freizulassen müsste eigentlich allein schon wahnsinnig genug sein, um ein Spiel gegen die Königlichen nicht gewinnen zu können. Aber wegen des lethargischen, ziellosen Offensivspiels entwickelte sich aus den vielen Potentialen nur vereinzelt Effekt. Das genügte nicht.

Das Rückspiel ist dennoch offen. Mit mehr Kombinationsspiel, Chicharito in der Startelf und Heimvorteils-Zielstrebigkeit könnte Real bedeutend besser aussehen. Die souveräne Abgeklärtheit, die Juves Spiel auszeichnet, wird sich erneut gegen einen anlaufenden Gegner bewähren müssen. Vorerst liegt die alte Dame zurecht vorn.

Ach ja: Wenn das keine Taktikanalyse wäre, gäbe es wohl einen Unterpunkt „Carlos Tevez“. Juves zweites Tor hatte mit dem Spielverlauf eigentlich nichts zu tun, sondern war ein Konter nach einem geblockten Schuss in Folge einer Standardsituation von Real. Der Siegtreffer war also vor allem ein Kraftakt des argentinischen Sturmberserkers. Auch sonst strahlte er viel Gefahr aus. Selbst auf diesem Niveau ist Tevez ein ständiger Gefahrenherd, der aus dem Nichts Tore generieren kann. Wenige Offensivspieler funktionieren so unabhängig von den taktischen Umständen wie er. Das war erneut das Zünglein an der Waage.

Fabian 7. Mai 2015 um 16:04

Kurze unsachliche Anmerkung zwischendurch: Ich würde diesen Artikel gerne lesen, leider versperrt mir diese riesige Deichmannwerbung den Blick auf einen Teil der rechten Seite weswegen die Sätze unlesbar werden. Ich sehe auch keine Schaltfläche um die zu reduzieren oder zu schließen.

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Fabian 7. Mai 2015 um 16:07

Hmm, und so schnell löst sich das ganze wieder auf. Das nächste Mal probiere ich F5 etwas früher.

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schafstall 7. Mai 2015 um 10:13

Ich erbitte mir Nachhilfeunterricht, im Text steht:
„[…] da die Außenverteidiger spät herausrückten […]“ und „Zudem konnten James und Bale besser die breiteren äußeren Schnittstellen der Fünferkette attackieren.“

In meiner Vorstellung sind mit 5 Verteidigern (vorausgesetzt sie decken die gleiche Breite ab, also die AVs stehen nicht höher oder weiter außen. In der schematischen Darstellung sieht es auch so aus, als hätten Evra und Lichtsteiner eine sehr ähnliche Positionierung wie zuvor mit zwei Innenverteidigern) die Abstände zueinander theoretisch doch geringer als mit ner Viererkette, zumal wenn die Außenverteidiger „spät herausrückten“. Wieso waren dann die äußeren Schnittstellen breiter?
Oder bezog sich das breiter nicht auf den Vergleich zu vorher, sondern darauf, dass die Schnittstellen zwischen den zentralen Verteidigern enger sind als jene zu den Außenverteidigern?

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MR 7. Mai 2015 um 15:52

Etwas missverständlich formuliert: Gemeint war nicht, dass die Schnittstellen größer waren, sondern dass sie weiter außen waren.

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schafstall 7. Mai 2015 um 17:49

Danke für die Aufklärung. So verstehe ichs.

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Raulo 7. Mai 2015 um 10:03

Ödegaard spielen lassen? Der ist noch auf keinen einzigen Einsatz in der ersten Mannschaft gekommen. Und jetzt von Start weg im CL-Halbfinale? Das wäre dann doch reiner Selbstmord für die Mannschaft und für ihn selbst.

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Ron 6. Mai 2015 um 18:52

Guter Artikel! Wie immer Dank dafür! 🙂

Nur eine Anmerkung: Vielleicht nicht „absurd“ benutzen, wenn es als Kompliment gemeint ist. Ist bei Weitem nicht so verbreitet wie z.B. „irre“ und klingt ein bisschen nach unpassendem 1:1 Transfer aus dem Englischen.

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Bernhard 6. Mai 2015 um 21:47

Find ich nicht

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Allon 6. Mai 2015 um 10:21

Im Viertelfinale dachte ich noch: welch ein Geniestrreich, diesen Ramos auf die Sechs zu schieben. Das war dumm. So wie die Annahme, es könnte noch mal klappen. Verstehe einfach nicht, wieso Ramos nicht als IV gespielt hat. Verane/Pepe raus. Isco und James als breite Achter vor Kroos. Ganz vorne dann eben CR7, Chicharito & Bale. Das war eines der dümmsten Spiele von Real.

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Isco 6. Mai 2015 um 11:43

Er hats am Wochenende noch mal gegen Sevilla ausgepackt, wo es.. nicht besonders gut, aber auch nicht besonders schlecht funktioniert hat.
Gestern war es gegen Juve aber weder passend, noch hat Ramos einen guten Tag erwischt, sondern ganz im Gegenteil; was der gestern an Bällen versemmelt hat, die er sonst blind an den Mann bringt war schon überraschend.
Isco und James auf der Acht gegen ein Duo Tevez-Morata, vielleicht noch mit Pereyra wäre schon sehr gewagt gewesen, aber mit Illarra oder Silva hätte man nichts grob falsch machen können.

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Allon 6. Mai 2015 um 12:09

Als Real-Fan bin ich davon natürlich enttäuscht und Ramos‘ Einsatz auf der Sechs/Acht erinnert mich an Mou’s zerstörerische Taktik, Pepe ins Mittelfeld zu beordern. Man hat einfach gesehen, dass Modric fehlt. Illara/Silva hätten spielen sollen. Das wäre schon sicherer gewesen als James und Isco. Kann nur hoffen, dass Real im Rückspiel anders an die Sache herangeht. Bester Mann war für mich Kroos.

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Gupf3 6. Mai 2015 um 10:09

Man hat auch wieder gesehen, dass es richtig war den Kroos abzugeben aus Bayern Sicht.

Modric fehlt Real enorm.

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Adebar Storch 6. Mai 2015 um 10:32

Hast du Kroos durchgehend beobachtet?
War sicher nicht eines seiner besten Spiele. Unter anderem habe ich mich gefragt warum er Teilweise beim eigenem Ballbesitz sich öfter zwischen Morata und Tevez positioniert hat? Um bie Juves Umschaltspiel die Verbindung zwischen den beiden augenblicklich zu kappen? Für mich nicht nachvollziehbar, da mit etwas Dynamik der Juvestürmer diese Positionierung obsolet wird. Etwas davor um Pässe abzufangen und das Gegenpressing besser leiten zu können mit Unterstützung der IVs oder eine etwas hinterliegende Position hätte ich mehr Verstanden (fehlt mir was in der Ansicht?). Dadurch war er oft bei eigenen Ballbesitz schwerer anzuspielen.

Nichtsdestotrotz zeigte er sich immer wenn er sich von den beiden löste starke Zuspiele, insbesondere vor dem Lattenkopfball von James (Annahme perfekt für den Pass auf Marcelo). Wenige vereinigen wie Kroos Spielübersicht, Ballannahmen unter Druck und die richtigen Bewegungen, um die entsprechenden Pässe zu spielen.
Kroos kann ein Spiel mit Ball unheimlich schnell machen durch Seitenverlagerungen, schnittstellenpässe und kurzen Pässen. Das ist so eigentlich alles was auch das Bayernspiel benötigt von einem zentralen Mittelfeldspieler! Auch wenn bei Bayern die Anerkennung nicht Kroos war, fehlt er momentan unheimlich. Alonso kann zwar weiträumigere Pässe spielen, aber schneller in der Ballweitergabe ist er mit nichten!

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JSA 6. Mai 2015 um 17:35

Danke für den Wortwitz 😀

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LM1895 6. Mai 2015 um 10:04

Bei Tevez hab ich gestern auch mal wieder gedacht, aus was für absurden Situationen der Gefahr generieren kann. Völlig egal, ob da null Struktur oder Dynamik drin ist. Der guckt 1-2 mal und rennt dann alles in Grund ud Boden. Toller Typ! Zum 2:1 kann man aber auch noch sagen, dass Real da wirklich unterirdisch abgesichert war. Wie der Ball da raus prallt ist natürlich unglücklich, auch wenn es zu Marcelos gestriger Leistung passte, aber als der Ball bei Juve landet steht noch genau 1 (!) Madrilene hinter der Ball.
Die Kombi Tevez/Morata passte gestern auch wie Faust auf Auge für Juve, Morata war so stark, das hat sogar Erik Meijer bemerkt 😉
Und wo Vidal überall auf dem Platz ist, ist doch auch nicht normal…
Was ich mich in den Wahnsinn getrieben hat, war Marcel Reif, der Pirlo nach seinem einzigen echten Fehler ernsthaft altersbedingt das Niveau für die Partie abgesprochen hat. Ein blöder Fehler und ansonsten wie üblich geile kleine Aktionen, wahrscheinlich die zweitgrößte Laufstrecke bei Juve mit mal wieder nur 1-2 Sprints, klasse Strukturen bauen, aber Reif hat ja den Plan 🙁

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Isco 6. Mai 2015 um 10:20

Fandest du Pirlo gestern gut? Gelaufen ist er viel, aber richtig gestanden ist er selten und Fehler hat er auch ein paar eingestreut, die ganz böse hätten enden können.

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LM1895 6. Mai 2015 um 15:09

Ich fand ihn nicht so stark wie sonst zum Teil, aber auch nicht beunruhigend schwach. Klar, dieser eine böse Ballverlust hätte richtig schief gehen können, aber da waren auch einige richtig starke Dreiecke bei, mit denen er das Spiel sehr beruhigt hat. Und dann gab’s die üblichen Kleinigkeiten, bei denen er mit simpel aussehenden Körpertäuschungen und Drehungen einige Pressingaktionen verpuffen lassen hat. Oder sowas wie die eine Szene am Strafraumeck, als er unter Druck angespielt wird und bei der Ballannahme einfach ganz lässig den Ball anlupft und sein Gegner richtig übel dumm aussieht 😉 Dann kam zwar ein etwas zu scharfer Pass ins Toraus, aber war trotzdem schön. Kann man von Pirlo halt alles erwarten, aber ich fand ihn schon gut. Ich werd nie verstehen, wie man ohne jede Dynamik so stabil Räume zulaufen kann 🙂

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Benj 6. Mai 2015 um 09:45

Das klasssische 4-2-2-2 war immer ein System, das sich definiert hat als ein System mit vielen formativen Schwächen. Es gab zwar immer wieder Mannschaften, die damit auch Titel gewinnen konnten, allerdings nur dann, wenn diese situativ die beiden zentralen 2-er als 1+1 definiert haben und damit sowohl eine vertikale Zentralität hergestellt als auch den 10-er Raum besetzt haben. Interessanterweise wird zwar England als das klassichen 4-4-2 Land bezeichnet, den WM-Titel 1966 gewann es mit einem 4-1-3-2, Liverpool und Forest gewannen ihre Landespokalfinali mit asymmetrischen 4-3-3.

Wenn Real den Gegner dominiert, dann nicht wegen der taktischen Leistungen der Mannschaft, sondern wegen der individuellen Fähigkeiten der Spieler. Weder Ramos noch Kroos sind gute 6-er, entsprechend hat Juve oft im 2. Drittel den linken Raum überladen, um Ramos herauszulocken und dann schnell über rechts anzugreifen, wo Kroos mit grossen Stellungsfehlern zu kämpfen hatte. Eine offensiv konsequentere Mannschaft hätte in der 1. HZ alles klar machen können. Und dass Real den 10-er Raum verweisen liess, war für mich nachvollziehbar, da Juve es hervorragend versteht, die Mitte zuzustellen; allerdings zeigt Juve in ihrer 4-3-1-2 Formation grosse Schwächen in den Halbräumen vor dem eigenen Tor, das hat Real in der 1. HZ nur 2-mal genützt, eine offensiv konsequentere Mannschaft hätte dies bedeutend öfters zu Wege gebracht.

Letztes Ende war keine Mannschaft mutig genug, offensiv konsequenter zu agieren.

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Bernardo 6. Mai 2015 um 09:01

Die Koeniglichen haben ihre Offensive gestern Abend zuhause gelassen, nicht des so trotz ist das Spiel fast 2:2 ausgegangen. Ein Indiz dafuer das die Koeniglichen auch bei der Alten Dame mit eine sehr durchschnittlichen Leistung brand gefaehrlich sind. Ramos im Mittelfeld, einfach nicht geeignet fuer so ein Gegner. Die fehlender Ballsicherheit und Kreativitaet nach vorne war gestern Abend klar zu erkennen. Isco als Kombinationsspieler und mit seiner Dribblingstaerker viel passender gegen Juve die Defensiv sehr organisiert und kompakt stehen, nur schwer zu verstehen wieso sich Ancelotti dafuer entschied. Isco bringt automatisch seine Mitspieler ein durch sein sehr inteligentes Kombinationsspiel auf engen Raum. Fazit, es ist noch nichts entschieden trotz der soliden Heimvorstellung der Italiener.

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HW 6. Mai 2015 um 09:16

Das Weiterkommen ist noch völlig offen. Real hat ein Auswärtstor und wird im Rückspiel wahrscheinlich stärker auftreten. Es hätte natürlich besser laufen können, aber so schlecht ist das Ergebnis nicht. Trotzdem kein guter Auftritt von Real.

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August Bebel 7. Mai 2015 um 00:01

Du meinst sicher „nichtsdestotrotz“.
Übrigens verstehe ich nicht – das bezieht sich jetzt nicht auf deinen Kommentar, sondern auf andere und auch Pressestimmen -, was die Leute gegen Kroos haben. Ich finde auch, dass er zuweilen etwas zu tief steht und dadurch zu selten daran beteiligt ist, Lösungen nahe am gegnerischen Tor zu finden, aber gerade Ramos‘ Pässe ins Seitenaus zeigen doch, dass Kroos‘ Job gar nicht so einfach ist.

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Isco 7. Mai 2015 um 00:28

Gerade die Pässe die er gestern versemmelt hat, spielt er sonst aber aus größerer Distanz deutlich besser 😉

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August Bebel 7. Mai 2015 um 22:45

Ramos oder Kroos jetzt?

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Isco 8. Mai 2015 um 10:35

Ramos; Kroos versemmelt Pässe nur, wenn er es will 😉

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HW 6. Mai 2015 um 06:29

An sich eine gute Analyse. Nur Springsteen du von der ersten Halbzeit in die 64. Minute, das kommt etwas plötzlich. Den Absatz zum 2:1 im Fazit hättest du dann auch genauso vorher im Test einschieben können.
Mich hätte an dem Kontertor vor allem interessiert ob Real hier vielleicht zu offen stand. Das wäre dann schon eintaktischer Aspekt gewesen.
Viel wichtiger allerdings ist die Frage ob Reals Angreifer den 10er Raum nicht nutzen durften oder ob sie ihn einfach nicht gesehen haben. Man merkt wie wichtig Benzema ist wenn er fehlt, aber eigentlich hat Real genug weltklasse Spieler auch in der Startelf um diesen Raum zu besetzen.

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HW 6. Mai 2015 um 06:30

F*#! Autokorrektur. Wie kann denn aus springst Springsteen werden? Wer denkt sich sowas aus.

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Tanqueray 6. Mai 2015 um 03:15

Ich habe mir noch während des Spiels vorgenommen bei den Taktik-Gurus hier zu fragen, welch einen Sinn Ramos auf der Sechs machen soll und warum ihn Ancelotti nicht irgendwann erlöste. Spätestens in der Endphase, in welcher die Sechser immer wieder Platz mit Ball am Fuss hatten, da Juve teilweise in einem 6-2-2-0-0-0-0 agierte, hätte man sich vielleicht überlegen können einen etwas spielstärkeren Spieler hier einzusetzen. Es schien mir beinahe geplant von Juve, immer wenn jemand absurd frei war, war es Ramos – wie er die Bälle teilweise ins Aus geballert hat war einmalig. Ich meine wenn schon Halbfeldflanken, dann doch bitte nicht von Ramos, sondern eher mit Ramos im Strafraum…

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HW 6. Mai 2015 um 06:37

Ich mag das Wort nicht, aber ich benutze es mal weil es bei Real auch immer darum geht ob der Trainer die nächste Saison noch da ist. Würdest du sagen Anchelotti hat sich ‚vercoacht‘?

Real besetzt den 10er-Raum nicht obwohl mit James ein Spielmacher auf dem Feld ist. Dazu spielt Ramos (nicht zum ersten mal) im Mittelfeld, vielleicht um Stabilität zu geben gegen Konter. Hätte Real nicht ein 4-3-3 oder 4-2-3-1 aufstellen müssen?
Real hat noch alle Möglichkeiten, aber so ein Spiel kostet in Madrid oft den Kopf des Trainers.

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blub 6. Mai 2015 um 01:05

Wer bist du und wo hast du den richtigen MR versteckt?

Ein Komisches Spiel, finde ich. Real hat sein größtes Potential völlig versauern lassen, weil Pärchenbildung ja angeblich geiler ist als Dreiecke. Ramos schien aber weder ein aufrücken von Kroos abzusichern noch selber in nützliche Räume zu driften und CR glänzte durch abwesenheit, auch wenn er kein besonders toller Kombinationsspieler ist.
Mit Bale + CR + Ramos kann man auch die tollsten synergien zerstören. Jedenfalls besser als gegen den Ball.

Wenn Ronaldo auch nur 10% von Chicharitos Bewegungs- und Strukturintelligenz hätte wäre er die Kohle die er verdient beinahe wert….

P.S: Tevez war geil, und Vidal auch.

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MR 6. Mai 2015 um 00:51

PS: Kann eigentlich irgendjemand nachvollziehen, wieso statt Ramos nicht Ödegaard die zweite Sechs gespielt hat?

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blub 6. Mai 2015 um 01:06

Warum hat nicht irgendwer statt Ramos die 2. sechs gespielt? Da hätte ja Isco und dafür Ramos auf dem linken Flügel mehr sinn gemacht.

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DC 6. Mai 2015 um 07:18

man könnt die Frage sogar noch verkürzen: „Warum hat nicht irgendwer die 2. sechs gespielt?“ Ramos hat mir diesmal überhaupt nicht gefallen. Gegen den Ball konnte er seine Physis nicht gewinnbringend ausspielen und ich finde, man merkt an seiner (unsicheren) Positionierung, dass er kein gelernter Mittelfeldspieler ist. Bei Ballbesitz hat er weder raumöffnend, noch besonders gut spielmachend agiert (auch wenn er es versucht hat).

Ansonsten hat die sonst sehenswerte Pärchenbildung Marcelo-Isco Real mehr geschadet als genutzt, obwohl wie ja im Artikel erwähnt die Möglichkeiten quasi offenlagen.
Isco ist länger schon von seiner Überform weg, aber meist durchaus brauchbar. In Kombination mit Marcelos schlechter Form in den letzten Spielen wirkt sich das aber selbstzerstörerisch aus. Reals üblicher links-fokus wurde duch den rechten 6er/8er/was-auch-immer-das-war Ramos noch verstärkt.
Isco und Marcelo suchen sich und kombinieren gerne und viel…. aber momentan sorgt das früher oder später für Ballverluste, bei dem der jeweils andere oft auch noch in der Vorwärtsbewegung ist.
Zusammen mit Varanes fehlendem Nachschiebeverhalten war der Flügel für Juve dann teilweise unfassbar frei zu bespielen.

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Isco 6. Mai 2015 um 01:22

Weil Ancelotti italienische Anzüge und keine Fedoras trägt 😉

Illarramendi wäre wohl meine erste Wahl gewesen, Ödegaard hätte ich gerne statt Bale gesehen. Oder irgendwen statt Bale..

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Isco 6. Mai 2015 um 01:31

PS: Monsieur Benzema scheint für das Rückspiel rechtzeitig fit zu werden, was natürlich vorne vieles ändert.

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witzbold 6. Mai 2015 um 01:33

Ödegaard? Und Halilovic startet dann morgen gegen Bayern 🙂

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CE 6. Mai 2015 um 08:28

Wer vergleicht bitte Ødegaard mit Halilović? o.O

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HW 6. Mai 2015 um 06:43

Naja Ramos wurde zuletzt öffter im Mittelfeld eingesetzt. Das ist vielleicht eine kleine italienische Tradition, Verteidiger im Mittelfeld. Ich bin auch kein Freund davon. Ödegaard muss dabei nicht mal spielen. Warum erster man nicht Benzema 1 zu 1 mit Chicharito und stellt Isco als Ersatz für Modric auf. Wenn man dann die Spieler etwas sinnvoller auf dem Feld verteilt hat man schon viel gewonnen.
Okay, vielleicht arbeitet Ronaldo defensiv nicht genug mit, aber Bald würde es tun. Es ist vielleicht auch ein Problem von Ronaldo, er ist so fixiert auf seine Tore, dass er nicht erkennt was das Team braucht. Und wenn das Team nicht funktioniert, gewinnt man keine Titel.

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studdi 6. Mai 2015 um 09:01

Hmmm also ich muss sagen das ich Ödergaard noch nicht wirklich hab spielen sehen. Aber da ihr ihn immer so lobt glaub ich euch das er ein rießen Talent ist.
Ich denke das Problem bei solchen Talenten ist das einfach immer sehr große Erwartungen in sie gesteckt werden denen sie gar nicht gerecht werden können. Nicht von Vereinsseite aus sondern einfach Medial. Die Medien sehen ja oft gar nicht wann ein Spieler gut spielt oder nicht, da zählen meistens nur Tore oder Vorlagen. Wenn Ödergaard von Ancelotti spielen gelassen wird kann er sehr schnell von den Medien zerissen werden selbst wenn er gar nicht mal schlecht spielt einfach weil die Erwartungen zu groß sind, daran könnte ein junger spieler dann auch schnell mal scheitern.
Habe gelesen das die AS scheinbar schon ganz schön schlecht über ihn berichtet hat bei einigen Spielen der B Mannschaft das wäre in einem Champions League Halbfinale wohl noch schlimmer. Sprich vl will man ihn behutsam aufbauen und auch noch etwas schützen.

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