Guardiola mit schneller Reaktion gegen ein verschobenes 4-4-2/5-3-2

Hannover 961:3bayern

Die Bayern gewinnen in Hannover, tun sich aber gegen die Elf von Korkut schwer. Die Hannoveraner spielten nämlich in einem überaus interessanten System und sorgten für Probleme in der ersten Hälfte.

Hannover im verschobenen Schalke-System

Tayfun Korkut überraschte gegen den FC Bayern. Normalerweise agieren die Hannoveraner im 4-2-1-3 oder 4-4-1-1, doch diesmal wirkte es häufig eher wie eine 5-3-2-Formation. Zu Beginn dachte ich, sie hätten lediglich ein sehr mannorientiertes Flügelspiel und ein nominelles 4-4-1-1, aber hierfür agierte Briand schlichtweg viel zu tief. Briand – der eigentlich als sehr tororientierter Flügelstürmer aufläuft – spielte gegen den Ball zumindest im tieferen Pressing auf einer Höhe mit Albornoz, während Bittencourt im Mittelfeld meist auf einer Linie mit Schmiedebach und Sane zu finden war.

Hierbei entstand auch eine leichte Asymmetrie, da die Mittelfeldreihe mit Schmiedebach, Sane und Bittencourt etwas nach links verschoben war. Es ist nicht klar, ob dies bewusst so geplant wurde oder ob Briand einfach die taktischen Anweisungen missverstanden hatte; eventuell aufgrund von Sprachproblemen? Ein Versehen? Oder steckte ein Plan dahinter?

Zumindest verfolgte Briand Götze oder Bernat nicht durchgehend mannorientiert, sondern fiel schon früh zurück und rückte fast immer auch ballfern ein. Dann gliederte er sich an die vier anderen Spieler in der Abwehr an. Das sah also eigentlich genauso aus, wie es bei einer Fünferkette üblich ist. Briand verschob auch ballorientiert und positionsorientiert in einer Kette mit den anderen Verteidigern; von Bittencourt gab es so etwas auch bei situativem Zurückfallen in die letzte Linie eigentlich nie zu sehen.

Diese Positionierung gab es häufig in der ersten Halbzeit, Briand stand sehr tief und rückte wie Albornoz auf der anderen Seite hier oft heraus, Bittencourt steht etwas höher. Die drei zentralen Mittelfeldspieler stellten (wenn auch wohl eher unbewusst und etwas unsauber) die Schnittstellen dahinter zu. Bayerns Probleme im Spielaufbau sind auch klar zue rkennen.

Diese Positionierung gab es häufig in der ersten Halbzeit, Briand stand sehr tief und rückte wie Albornoz auf der anderen Seite hier oft heraus, Bittencourt steht etwas höher. Die drei zentralen Mittelfeldspieler stellten (wenn auch wohl eher unbewusst und etwas unsauber) die Schnittstellen dahinter zu. Bayerns Probleme im Spielaufbau sind auch klar zu erkennen.

Desweiteren wurde diese Spielweise auch bis zur Auswechslung Briands nicht geändert, weswegen davon auszugehen ist, dass sie so geplant war oder dass Briand dies eben durchgehend versehentlich so praktizierte. Erst in Rückstand und nach der Einwechslung Pribs gab es ein normales 4-4-2 zu sehen.

Interessanterweise schien bei dem 4-4-2/5-3-2 der ersten Halbzeit auch die Mittelfeldreihe etwas nach links verschoben zu sein. Das heißt, dass Sané nicht genau in der Mitte und Bittencourt und Schmiedebach neben ihm in den Halbräumen standen, sondern Bittencourt häufiger etwas näher an der linken Auslinie positioniert war als Schmiedebach an der rechten. Auch Sané stand häufig etwas mehr nach links geschoben als nach rechts.

Die Effekte dieser Spielweise waren ungemein interessant. Die üblichen Kombinationen der Bayern auf links mit dem dortigen Flügelpärchen sowie den unterstützenden zentralen Spielern wurden zwar verstärkt provoziert, allerdings empfing man sie relativ tief und mit viel Absicherung. Briand und Pereira sind zwei relativ schnelle Akteure, die sehr aggressiv herausrücken konnten, dabei aber immer vom gelernten Innenverteidiger Marcelo abgesichert wurden. Götze ist zwar als Verbindungsspieler herausragend, aber nicht für das fast schon brachiale Durchbrechen dieser Räume geeignet wie z.B. Ribéry. Bernat ist auch etwas linearer und flügelorientierter als Rafinha in dessen einrückender Rolle auf rechts, wodurch die offenen Räume Hannovers nicht so komplex bespielt wurden.

Mit fünf Leuten gab es bei Hannover auch eine sehr gute Breitenstaffelung in der letzten Linie und dadurch konnten auch die anderen Verteidiger situativ herausrücken, wenn nötig. Sane ließ sich dann situativ zurückfallen, um die herausrückenden Bewegungen abzuschirmen. Desweiteren gab es einen interessanten Effekt durch die leicht verschobene Mittelfeldreihe.

Grundformationen

Grundformationen

Seitenverlagerungen auf Robben oder Rafinha wurden von Bittencourt und Albornoz gut abgefangen oder zumindest in der Anschlussaktion gut gepresst, Robben kam nur selten in isolierte Dribblingsituationen und konnte nicht wie in vielen Spielen dieser Saison nach Verlagerungen 1-gegen-1-Sitautionen (erfolgreich) bestreiten und dadurch Vorteile erzeugen.

Kiyotake und Sobiech spielten außerdem fast immer auf einer Linie vor dieser Mittelfeldreihe und äußerst kompakt; teilweise ein 5-3-2-0, welches kaum Räume halblinks und zentral offenbarte. Bayern konnte den Ball dadurch sehr gut in der ersten Linie laufen lassen, hatte aber wenig Zugriff auf die gefährlichen Zonen im letzten Drittel und musste bei indirekten Seitenwechseln oft weit nach hinten spielen und verlor dadurch Zeit und Raum in der Ballzirkulation.

Desweiteren konnte Hannover durch die zwei höheren Spieler ein paar Mal mit Ablagen, Diagonalbällen und ballfernem Aufrücken ganz gut umschalten und kontern. Bei eigenem Ballbesitz spielte Briand – wie im höheren Pressing – wieder eher als Flügelstürmer und auf einer Höhe mit Bittencourt, obgleich der öfter in die Mitte rückte und den Zehnerraum zu besetzen versuchte.

Guardiolas Reaktion

Die Bayern begannen mit einer unüblichen 3-4-2-1-Ausrichtung. Badstuber als linker Halbverteidiger, Dante als zentraler Innenverteidiger und Boateng als rechter Innenverteidiger bedeutete, dass man keinen nominellen Außenverteidiger wie Alaba, Lahm, Rafinha oder Bernat in der Dreierkette aufbot. Unter Guardiola war dies in dieser Saison eigentlich häufig zu sehen gewesen. Alonso und Alaba bildeten die Doppelsechs, wobei Alaba meist halbrechts und Alonso eher halblinks agierte. Rafinha und Bernat liefen auf den Flügeln auf, Götze und Robben waren die nominellen Halbstürmer und Müller gab die Sturmspitze.

In dieser Ausrichtung hatten sie aber kaum Zugriff nach vorne. Götze konnte die (vermeintlich) offenen Räume mit Bernat auf links nicht nutzen, der Zehnerraum war oftmals unbesetzt und Müllers Läufe konnten gegen die 5-3-2-artige Defensive kaum Raum öffnen. Rafinha und Robben wurden vom sehr laufstarken und aggressiven Bittencourt und der generellen Kompaktheit in dieser Zone weitestgehend aus dem Spiel genommen, Alonsos Diagonalbälle auf rechts von halblinks waren dadurch ineffizient und Alabas Vorstöße gingen unter.

Dazu bauten die Münchner oft mit vier bis fünf Spielern außerhalb des Hannoveraner Blocks auf und wurden aus den gefährlichen Räumen in der Mitte isoliert. Fast schon bezeichnend, dass die ersten beiden Tore nach ruhenden Bällen kamen und der dritte Treffer nach der Umstellung auf ein klassisches 4-4-2 bei Hannover.

Deswegen hatte Guardiola auch bereits nach dreißig Minuten gewechselt und umgestellt. Dante wurde als schwächstes Glied der (Dreier-)Kette definiert und wich für Lewandowski. Der Grundgedanke dahinter war recht simpel: Müller sollte Alaba verstärkt beim Verbindunsgeben in der Mitte unterstützen sowie insbesondere den Zwischenlinienraum bearbeiten, Lewandowski bedeutete einen zusätzlichen Spieler ganz vorne und es gab weniger Spieler in der Aufbaulinie.

Häufig stand Alonso halblinks, Badstuber zentral und Boateng halbrechts in der ersten Aufbaulinie in der Phase nach der Umstellung. Dadurch sollten Badstubers gute Pässe eingebunden werden, Alaba konnte sich zentral zurückfallen lassen und sich Bälle abholen, Boateng schob ein paar Mal unterstützend nach vorne oder spielte Pässe hinter Rafinha auf Robben und Alonso hatte seinen üblichen Linksfokus. Später ging Alonso verstärkt in die Mitte und die Innenverteidiger standen wieder symmetrischer, als Ribéry für Götze kam und die linke Seite nun verstärkt fokussiert wurde. Ribéry passt als Spielertyp besser gegen ein solches System und Bayern war nun stärker in Ballbesitz. 47% der bayrischen Angriffe kamen über den linken Flügel, 49% der Hannoveraner Angriffe wiederum über die rechte Seite.

Mit der Einwechslung Schweinsteigers für Alonso, der Führung nach Elfmeter und der Hannover’schen 4-4-2-Umstellung wurden die Bayern besser und spielten den Sieg nach Hause. Mit 4:13 Schüssen war es aber keine Topleistung der Bayern, die insbesondere bis zum 1:1 enorme Probleme hatten (3:2 Schüsse bis dahin), danach aber defensiv sehr stabil standen und offensiv immer besser wurden.

Fazit

Ein interessantes Spiel, wenn auch ohne das übliche Spektakel und mit vergleichsweise wenig Torchancen. Korkut schien sich etwas Interessantes ausgedacht zu haben, was lange Zeit gut funktionierte, aber an einem Freistoß und einem Elfmeter scheiterte. Guardiolas Umstellungen waren gut und kamen rechtzeitig und konsequent, als er schon nach dreißig Minuten die Spielweise veränderte. Zum Abschluss noch mein Lieblingszitat zum heutigen Spiel, nämlich von Effenberg zur Dante-Auswechslung:

„Taktisch kann es nicht sein. Vor dem Spiel weißt du doch, wie der Gegner aufstellt.“

Fabian 9. März 2015 um 09:58

Hat der Effenberg nicht auch seinen Trainerschein gemacht? Was wird denn da gelehrt?

Antworten

a_me 9. März 2015 um 11:01

Prüfungsantworten im Internet heruntergeladen 😉

Antworten

HW 9. März 2015 um 12:54

Dir wird sicher nicht vorgeschrieben welche Fußballphilosophie du vertreten sollst.

Antworten

Creidel 9. März 2015 um 09:21

Für mich war das in der 1. Hälfte ein relativ großes Experimentieren Guardiolas:
1. die Dreierkette, die in dieser Zusammensetzung diese Saison glaube ich ja noch nicht zu sehen war: meiner Meinung nach auch (noch) nicht unbedingt erfolgreich, da ich offensiv erwartet hätte, dass dann zB Boateng (wie früher als AV) auch mal hinterläuft/Richtung Grundlinie geht, während zB Alaba hinten absichert. Die Defensive Stabilität war (mMn wegen Schnelligkeitsdefiziten) auch nicht besonders groß..
2. Alonso halblinks/ Alaba halbrechts statt umgekehrt – war das ein Versuch, Alaba auf der „Lahmposition“ zu testen? Nach der Hereinnahme Riberys haben ja dann auch Alonso und Alaba die Position wieder getauscht.
3. Hatte den Eindruck, dass sowohl Alonso als auch Alaba phasenweise und manchmal gleichzeitig nach außen kippten und der U-förmige Spielaufbau dann verstärkt wurde, ähnlich wie das MR beim Cupspiel des BVB analysiert – Habt Ihr das auch so gesehen bzw. wenn ja, seht Ihr darin einen sinnvollen Ansatz?

Antworten

Heiner 8. März 2015 um 23:41

Es ist wirklich sehr überraschend, wie ein Typ wie Pep, der eigentlich immer von der Kontrolle in der Spielfeldmitte besessen ist, mit 4-5 Mann hinten herumsteht und die Mitte bei Bayern zur Zeit die schwächste Zone ist.
Manchmal glaube ich, dass Bayern nur ein Abenteuerspielplatz für Pep ist……

Antworten

Koom 9. März 2015 um 08:01

Ein Stück weit ist das auch sicherlich so. In der Liga können sie es sich es auch erlauben. Auch wenn ich den Eindruck habe, dass wegen diesen Spielereien viel Qualität immer auf der Strecke bleibt. Wie letzte Saison war die Hinrunde sehr stark, die Rückrunde insgesamt eher duselig (da darf man sich von dem Hamburg und Paderborn-Spiel nicht blenden lassen). Stand der Dinge sind die Bayern in der Rückrunde mindestens eine Klasse schlechter geworden.

Antworten

blub 8. März 2015 um 23:22

Je mehr ich lese desto komischer wird es:
Gibts es ernsthaft jemanden der Dante in einer ähnlichen Liga wie Boateng und den zurückkehrenden Badstuber gesehen hat? (Für den Zentralen vllt. sogar hinter Martinez)
Guardiola spielt aus verschiedenen gründen 3-er kette und hätte Alaba nicht ZDM gespielt wäre Dante garnicht aufm Platz gewesen.

Das war doch irgendwie nicht so schwer oder? Was für ne Hirnlose Debatte -.-

Antworten

C 8. März 2015 um 16:22

„Zum Abschluss noch mein Lieblingszitat“ da war aber Sarkasmus dabei…hoffe ich

Antworten

Flo 8. März 2015 um 14:37

Unvorstellbar, wie ein Ex-Spieler wie Effenberg so wenig von dem Spiel und davon, wie es funktioniert, mitbekommen hat. Wenn irgendein Journalist oder Ähnliches so etwas raushaut, ok. Aber ein ehemaliger Profi? Versteh ich nich.

Antworten

blub 8. März 2015 um 15:34

Weist du was mich in dem zusammenhang wirklich runterzieht?
Von den Exprofis seiner Generation denke ich das Effenberg ins obere drittel derjenigen gehört die auch annähernd verstehen was sie da getan haben.

„Think about how stupid the average person is and then realize half of them are stupider than that“ – George Carlin

Antworten

Bernhard 8. März 2015 um 15:58

Generell bin ich manchmal über die teilweise extrem populistischen Aussagen ehemaliger Profikicker. Was zB. die ganzen „Experten“ a la Berthold, Effenberg, Strunz oder Helmer von sich geben, ist wirklich nicht nachzuvollziehen. Stellt sich bloß die Frage, ob die das sagen weil’s Quote bringt oder weil die wirklich ned mehr wissen. Ich kann nicht glauben, dass ein Effenberg wirklich so wenig Verständnis für die Komplexität dieses Sports hat.

Antworten

HW 8. März 2015 um 16:18

Ach, das betrifft nicht nur Fußballer. Ich schau mir nicht ohne Grund keine Polit-Talks an.

Antworten

mk 8. März 2015 um 16:52

Na aber da ist der Unterschied ja, dass meistens noch aktuell und praktisch Beteiligte an den „Debatten“ teilnehmen. Da ist dann die offensichtliche Verkürzung eine absichtliche Methode mit Hintergedanken, bei den Ex-Profis ist das aus meiner Sicht was anderes. Die können es einfach nicht besser, weil sie es nicht geschafft haben zu verstehen, dass ihr Sport von vor 10-15 Jahren fast nichts mehr mit dem heutigen zu tun hat. Ich würde denen also keinen Vorwurf machen, sondern eher denen, die sie munter weiter plappern lassen. Aber auch bei denen weiß man ja, warum sie es tun, von daher lohnt es nicht, sich darüber zu ärgern. Lustig machen ist ok, aber sie könnens halt nicht besser… Wobei es schon traurig ist, dass Scholl und Effenberg zum Beispiel ja nen Trainerschein haben, aber das diskreditiert dann wohl eher das Fußballlehrer-Seminar. Das wiederum ist auch traurig, aber ach… Was soll man machen. Einfach nicht hinhören (so wie bei Politikern in Talkshows halt…)

Antworten

HW 8. März 2015 um 17:24

Ich denke die machen einfach ihren Job soweit er gefordert wird. Die TV Anstalten könnten natürlich viel mehr fordern. Aber die Sender wissen auch, dass sie als Experten vor allem einen Namen einkaufen müssen. Der Experte muss eloquent sein und ein wenig Tiefgang liefern (bloß nicht zu viel) und ab und an kontrovers oder angriffslustig sein (also eine deutliche Sprache sprechen). Will man da noch Aufwand betreiben?

Das was Klopp gemacht hat, kann man nicht jedes Wochenende über ein Jahr dem Publikum präsentieren, da haben viele Leute keinen Bock drauf. Tiefgang will gut dosiert sein. Markige Sprüche gehen dagegen fast immer.
Effenberg verkauft also das Produkt (oder Image) Effenberg. So wie Netzer den Netzer geboten hat. Kann ich denen auch nicht wirklich vorwerfen. Wahrscheinlich machen die das nicht bewusst, es funktioniert einfach fürs TV.

Leo 10. März 2015 um 11:55

Was hat Klopp den gemacht bzw. Gesagt? Wo kann man das sehen?

anon 10. März 2015 um 13:15

Es geht vermutlich um seine Zeit als TV-Experte im ZDF: https://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Klopp#Experte_bei_Fu.C3.9Fball.C3.BCbertragungen

Entsprechende Videos findet man ggf. noch auf YouTube.

Goalimpact 8. März 2015 um 16:33

Kinder der dunklen Jahre does Fussballs.

http://www.goalimpact.com/2013/08/the-dark-age-of-football.html

Antworten

HW 8. März 2015 um 21:16

Wobei es bei dem Post um Talente geht. Die Frage warum es sich um das Mittelalter des Fußballs handeln soll wird nicht differenziert betrachtet.

Dir 90er waren nicht unbedingt für viele Tore bekannt. Rein taktisch war das also ein anderer Fußball. Das kann man als mittelalterlich bezeichnen, war damals aber eigentlich ‚modern‘.
Dazu (reine Vermutung) kann es gut möglich sein, dass die physischen Anforderungen im Fußball Ende der 80er Jahre zunahmen, so dass junge Spieler ein oder zwei Jahre länger brauchten um im Profi-Bereich durchzustarten. Damit würden die 21-jährigen aus dieser Zeit also als „Spätstarter“ nicht weit oben in der Rangliste landen. Es muss aber nicht bedeuten, dass diese Spieler im Laufe ihrer Karriere keine taktische Ausbildung genossen hätten. Gegenteilig kann man ja auch behaupten viele innovative Trainer von heute waren damals junge Spieler.
Dass es in Deutschland ein dunkles Zeitalter im Bereich Jugendausbildung gab ist bekannt. Wie weit das auf andere Länder in der Übersicht zutrifft weiß ich nicht. Aber das wäre eine weitere Möglichkeit der verzögerten Entwicklung.

Effenberg ist halt so einen Charakter. Er hätte genauso positiv bemerken können, Guardiola hätte schnell reagiert und schon vor der Pause das Spiel beeinflusst. Aber so ist halt nicht die Grundstimmung.

Antworten

Goalimpact 9. März 2015 um 08:44

„Dazu (reine Vermutung) kann es gut möglich sein, dass die physischen Anforderungen im Fußball Ende der 80er Jahre zunahmen, so dass junge Spieler ein oder zwei Jahre länger brauchten um im Profi-Bereich durchzustarten.“

Das ist eine gute Alternativ-Hypothese.

HW 9. März 2015 um 12:37

Ich vermute da sind einfach mehrere Faktoren zusammengekommen.
– Die Regeln waren leicht anders, zumindest bis Anfang der 90er
– Taktik war anders
– Athletik war anders
– Kader wurden anders zusammengestellt
– Die Jugendarbeit war anders

Dazu ist der Zeitraum von 87 bis 07 sehr lang und betrifft mehr als eine Spielergeneration. Um 2005 war sicher vieles anders und ‚besser‘ oder offensiver als 1990. Ganz schlecht kann diese Zeit nicht gewesen sein, immerhin gab es Spieler wie Zidane, Ronaldinho, Rivaldo, diverse Niederländer usw.

Aber das sind alles nur Vermutungen oder Ideen zu den möglichen Einflussfaktoren. Es hilft jüngeren Spielern sicher, dass heute in vielen (allen?) europäischen Clubs der Nachwuchs gezielt gefördert wird und so den Übergang zu den Profis etwas erleichtern.

blub 10. März 2015 um 11:21

These: Außer Ronaldo und Bergkamp war keiner der Spieler die damals als „gut“ galten wirklich gut, die waren nur gut im Vergleich ihrer Zeit. (Guck ma was für Leute da nen Ballon d’Or bekommen haben…)

Wenn du ne schlechter Vorgängergeneration hast kommen deine (auf einmal) guten Nachwuchsspieler früh rein, die danahc habes etwas schwerer. Guck dir doch mal Beispielhaft die Entwicklung der Nationalmannschaft an. Das sollte im Endeffekt ne „Wellenbewegung“ ergeben.

HK 9. März 2015 um 10:31

Ich sehe die „Talentdelle“ der angesprochenen Jahrzehnte als Folge der gewaltigen Liberalisierung und Marktöffnung zwischen ca. 1980 -1990.
Vorher waren die nationalen Märkte regulatorisch, finanziell und auch traditionell ziemlich strikt abgeschottet. In diesen quasi geschützten Bereichen konnten sich Talente fast ohne internationale Konkurrenz entwickeln und zu Topspielern heranreifen.
Als ein weltweiter Markt geschaffen wurde wirkte sich das in den Topligen und -vereinen, vor allem für den Nachwuchs kontraproduktiv aus. Warum sollte man einen 19-jährigen Jugendnationalspieler entwickeln, wenn man einen 25-jährigen, fertigen bulgarischen Nationalspieler für das halbe Gehalt bekam.
Als die Folgen für den Nachwuchs auf nationaler Ebene dann irgendwann überdeutlich wurden, wurde mit den verschiedenen nationalen Förderprogrammen gegengesteuert.

Antworten

HK 8. März 2015 um 16:39

Die machen auch nur ihren Job. D.h. sie tun buchstäblich das wofür sie bezahlt werden. Würde das Publikum was anderes hören wollen, oder die Verantwortlichen glauben das Publikum würde etwas anderes hören wollen, dann würde eben das geliefert.

Antworten

blub 8. März 2015 um 17:31

Das Argument ist nicht haltbar, da die Übertrager ja auf einer Monopolstellung sitzen. Ich denke die meisten würden einfach gerne Live-Fußball sehen und nehmen den rest der klatschpappenübertragung einfach hin.
Ob da jetzt der Effenberg ins Mirko quatscht oder nicht ist völlig egal.

Verantwortlich ist sky am ende nur der Liga, die sich beschwert wenn ihr Produkt nicht gut genug vermarktet wird.

Antworten

HK 9. März 2015 um 09:17

Die Liga bezahlt nicht Sky für eine perfekte Vermarktung, sondern Sky die Liga um Zuschauer mit dem Produkt zu ziehen.
Letztendlich ist das Management von Sky nur seinen Shareholdern und deren Renditeerwartungen verpflichtet. Man kann davon ausgehen, dass dieses Management den alten Marketinggrundsatz „der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler“ kennt und beherzigt.
Sprich: Wenn sich mit einer bestimmten Form von Präsentation keine Erlöse generieren ließen, oder andere Formen Mehrerlöse versprechen würden bzw. alternativ kostengünstiger wären bei gleichem Ertrag, dann würde man da relativ schnell und unsentimental Änderungen sehen.

datschge 8. März 2015 um 18:09

Bild-Duktus des Fußball-Diskurs. Springer hat traditionell einen massiven Einfluss auf Fußball-Politik in Deutschland, und viele der ehemaligen Profis, die heute öffentlichkeitswirksam die Expertenrolle mimen, sind darin groß geworden.

Antworten

Peter Vincent 8. März 2015 um 12:15

Man kann nur hoffen, dass Thiago und Lahm bald zurückkehren. Beide sind für mich im ZM gesetzt, weil sie enge Räume bespielen können. Ich würde sowas gerne sehen: 🙂

Ribery————-Lewy—————-Robben
——-Thiago—–Götze——–Lahm———–
———————-Alaba————————–
—-Bernat——Boateng——–Rafinha——
———————Neuer————————–

Antworten

Lobanowskyj 9. März 2015 um 12:16

Deine Wunschaufstellung gefällt mir, besonders das Mittelfeld. Thiago, Lahm und Alaba könnten dann eine ähnliche „Positionsrotation“ vortragen, wie man sie letzte Saison manchmal von Schweinsteiger, Kroos und Lahm gesehen hat (besonders eindrucksvoll in der Hinrunde gg. Schalke). Das Kurzpassfeuerwerk in Verbindung mit Götze, der sich im Zwischenlinienraum und als Nadelspieler tummelt, wäre der Hammer. Gleichzeitig könnten Alaba und Lahm ohne Schwierigkeiten ihre Stammpositionen auf den Flügeln besetzen, um Ribery/Robben zu unterstützen(Thiago dann als 6er) oder auch mal Bernat/Rafinha nach vorne zu schieben. Einen der beiden Letztgenannten würde ich allerdings durch Badstuber ersetzen, zwecks Stabilität und besserem tiefen Aufbau wenn nötig. Müller dazu noch als backup für Sonderaufgaben: Für einen der Flügelstürmer, wenn asymmetrisch gespielt werden soll, als „Schleicher“ im Zwischenlinienraum (statt Götze), wenn man was Unerwartetes will und direkter nach vorne will (eher eine Art hängende Spitze, auch wenn der Begriff antiquiert ist) oder statt Lewandowski, wenn man den gegnerischen IVs noch stärker ausweichen will.
Hoffe, die Verletztenmisere endet bald und wir sehen sowas wirklich mal. Die Ballbesitzquote würde wahrscheinlich die 90% übersteigen.

Antworten

Anton 8. März 2015 um 06:37

Meiner Meinung nach wird Dante wohl nicht mehr soviele Spiele für den FC Bayern bestreiten , die Auswechselung war da schon ein Fingerzeig . Einfach traurig wie sehr Dante abgebaut hat . Zum Spiel : es war zu erwarten dass Hannover eher die kompakte Defensive such. Am Ende war der Sieg aber verdient . Bin gespannt wie sich die Spielweise ändert wenn lahm und Thiago wieder zurück sind . Die Medien haben Alonso in der Hinrunde in den Himmel gelobt , vergaßen aber hierbei dass er in Lahm einen kongenialen Partner hatte , hoffe der FC Bayern kehrt zu seinem atemberaubendem Angriffsfußball zurück . Lahm soll ja am kommendem Mittwoch ins Mannschaftstraining zurückkehren . Thiago wird auch demnächst erwartet . Für den kommenden Mittwoch mach ich mir keine Gedanken , dass es schiefgeht . Shaktar war im Hinspiel nahezu chancenlos . Bin mir ziehmlich sich das die Linke Seite mit Ribéry – Alaba und Götze das Spiel entscheidet . Auf der rechten Seite vermisse ich ein fehlendes Puzzleteil um Robben freizuspielen ( Lahm ? Kommt für ihn aber noch zu früh ) was haltet ihr von Gaudino bzw Rode als spielstarke Variante neben Alonso ?

Antworten

Thomas 8. März 2015 um 17:15

Das wird eher nix. Alonso muss leider wegen der Gelb-Roten Karte im Hinspiel zuschauen. Eigentlich bin ich darüber garnicht so unglücklich, da ist dann klar, dass aus Schweinsteiger und Alonso nur einer spielt.

Antworten

Thomas 8. März 2015 um 17:41

Vielleicht sollte ich noch ergänzen: Es spielt vor allem der, der Badstuber nicht auf den Füßen steht, das könnte sich insgesamt sehr positiv auswirken.

Antworten

Anton 8. März 2015 um 21:01

Ja hab’s gemerkt , Alonso ist ja gesperrt 😀 beantwortet aber meine Frage immer noch nicht 🙂 wen würdet ihr neben Schweinsteiger auf die 6 stellen um Robben besser freizuspielen , Alaba halte ich am stärksten als flügelverteidiger in Verbindung mit Ribéry . Aber gerade in Hinblick auf die Rechte angriffsseite ist bei tiefstehenden Gegnern die Besetzung momentan nicht optimal, zumal wenn die Gegner mal zum Kontern kommen dann über diese suboptimal besetzte Rechte angriffsseite . Ich würde gerne Gaudino neben Schweinsteiger sehen da ich ihn spielstärker als Rode halte , ist nur die frage wie es mit gaudinos körperlicher Robustheit aussieht , gegen tiefstehenden Gegner sollte dies ja kein allzu großes Problem sein

Antworten

nick704 8. März 2015 um 21:54

Wenn es eine Unterstützung für Robben braucht würde ich doch auf Rode setzen, da er giftig ist und vor allem uneigennützig. Das Spiel am Mittwoch sollte jedoch ohne Probleme gewonnen werden.
Wenn alle fit sind und dann auch die schweren Spiele kommen würde ich gerne Lahm rechts sehen. Er hat in der Vergangenheit sehr gut mit Robben harmoniert und die beiden haben viele Torchancen herausarbeiten können. Das habe ich bei anderen, z.B.Rafinha so nicht gesehen.
Überhaupt meine ich, dass Guardiola in wichtigen Spielen einfach die besten Spieler aufstellen muss. Und da gehören Rafinha und Bernat leider nicht dazu. Alonso muss man nach nach den letzten Auftritten gar als Sicherheitsrisiko einstufen.
Mit einer 3 er Abwehrkette und einem 4 er Mittelfeld könnte im Mittelfeld Alba-Schweinsteiger-Thiago-Lahm spielen.
Wenn Alaba und Lahm in der 4er Kette hinten spielen können Schwein und Thiago die 6 machen.

Antworten

Anton 8. März 2015 um 23:35

Guter Kommentar , in Bezug auf Rafinha fiel mir auf dass er sich beim aufrücken gerne in ner gegnerischen pressingfalle verirrt , und dann der Gegner rießige räume zum Kontern bekommt (Hannover ) . Mir ist einfach aufgefallen , dass Robben in den letzten spielen zu einfach vom Gegner zu isolieren war , besonders im Spiel gegen Hannover . Klar harmoniert er in der Ballzirkulation besser mit Lahm als mit Müller . Aber für den kommenden Mittwoch steht Lahm ja noch nicht zur Verfügung


ulius 7. März 2015 um 22:25

Vielen Dank für den Artikel und besonderen Dank für das Effenberg Zitat, das war sehr erhellend :-). Mir ist noch aufgefallen, dass Guardiola gegen Ende sehr intensiv winkend Robben in die Mitte beordert hat (und Müller nach rechts), wenn ich das richtig interpretiert habe, wobei das dann keinen großen Einfluss mehr auf das Spiel hatte (nur taktisch vielleicht noch erwähnenswert)

Was ich ich mir in der ersten Halbzeit gedachte habe: Warum schiebt er den Alonso nicht weiter nach vorne? Bayern hat doch Innenverteidiger, die allesamt den Ball verteilen können und Hannover hat ohnehin kaum Druck auf die letzte Linie gemacht. Da war ein zurückkippender Xabi Alonso m.E. ziemlich unnötig. In der zweiten Halbzeit hat Alonso es dann auch wesentlich besser gemacht und hat häufiger höhere Räume besetzt, wodurch er auch mehr Zugriff im Falle eines Ballverlustes hatte, wobei Bayern nach der Lewandowski natürlich Einwechslung generell viel besser stand.

Antworten

Bernhard 7. März 2015 um 22:23

Rein vom Gefühl her, muss die Passquote bei den Bayern in der ersten Halbzeit sehr schlecht gewesen sein. Kam mir zumindest so vor.
Hätte Neuer beim Gegentor nicht besser handeln können? Auch in den Wiederholungen bilde ich mir ein, dass es besser gewesen wäre nicht aus dem Tor zu eilen, um den Japaner den Winkel zu verkleinern. Ich habe zwar sehr wenig Erfahrung bzgl. dem Torwartspiel, aber irgendwie bilde ich mir das ein.

Antworten

HW 8. März 2015 um 14:19

Fand ich von Neuer nicht falsch da ein paar Meter nach vorne zu gehen um das Tor kleiner zu machen. Steht man da auf der Linie muss man auch hoffen mehr oder weniger angeschossen zu werden.

Antworten

mk 7. März 2015 um 21:51

Das Spiel heute war ja wohl so ein überdeutlicher Beleg dafür, dass es Alonso wirklich nicht gebraucht hätte… Ja, die ersten Spiele waren ok, und er macht was er kann – alles richtig. Aber was nützt es denn, wenn man Alonso mit dem Ball am Fuß drei Meter schräg vor/neben Badstuber stehen hat? Richtig, nichts. Außer, dass man sich eine Anspielstation im Mittelfeld selber wegnimmt und Badstuber quasi keine Aufgabe hat. Unnötig sowas. Ok, weil er trotzdem ein Weltklasse-Spieler ist, modifiziere ich lieber: …Beleg dafür, dass es Alonso heute wirklich nicht gebraucht hätte. Zum Rotieren im Kader ist es natürlich ok, wenn man es für effizient hält, Kroos dafür gehen zu lassen… Egal, wurde schon erschöpfend diskutiert, ist letztlich vielleicht auch Geschmackssache (schaue eigentlich auch zu wenig Bayern, um mir da ein Urteil erlauben zu können).
Hannover war ganz gut, aber jetzt fordern leider wieder alle, man solle doch immer so spielen. Ballbesitz ist in Hannover einfach nicht gerne gesehen…

Antworten

RM 7. März 2015 um 22:44

Kroos gegen Alonso ‚getauscht‘, das tut schon weh. Ein gesunder Breno, ein forcierter Sansone sowie Can und Kroos im Kader, das hätte schon was.

Antworten

Bernhard 7. März 2015 um 23:36

Can und Kroos unterschreibe ich.
Brenos Leistungen im Dress des FC B haben mich nicht recht überzeugt. Hingegen gefiel er mir sehr gut als Spieler des FC Nürnberg.
Sansone habe ich noch nie spielen sehen, ergo kann ich den Typen nicht beurteilen.

Antworten

RM 7. März 2015 um 23:40

Breno fand ich beim FCB auch immer sehr stark, hatte auch einige super Partien und andere, wo er sehr gut war und Pech hatte (ausgerutscht gegen Eto’o, weil er wegen Knie keine Stollen tragen durfte, Lucios Dämlichkeit und Verletzungsmisere gegen WOB, etc.). Habe auch paar Spiele von damals gesehen, der Typ war unfassbar, Tim und ich leiden noch immer unter dieser tragischen Geschichte.

Antworten

mk 7. März 2015 um 23:37

Gerade Can konnte ich nicht wirklich verstehen. Fand ihn bei Leverkusen schon immer ziemlich stark, aber verfolge die Premier League nicht besonders. Macht sich doch aber wohl ganz gut, oder hab ich das falsch mitgekriegt?
Letztlich ist es Jammern auf hohem Niveau, aber trotzdem unnötig wie sonst was…

Antworten

RM 7. März 2015 um 23:42

Can spielt zurzeit auf einem sehr hohen Niveau bei Liverpool als Halbverteidiger, wirkt teilweise wie ein etwas groberer und größerer Alaba auf dieser Position. Der ist vor kurzem erst 21 geworden und hat für mich als Innen- und Halbverteidiger enormes Potenzial, fand ihn vor Jahren [2011] bei der U17-WM sehr gut, obgleich er sich wegen seiner Rolle/Einbindung und seiner körperlichen Überlegenheit öfter zu etwas fragwürdigen Aktionen und Entscheidungen hinreißen ließ, was mich etwas irritierte/nervte. Wer aber genauer hinsah, erkannte mMn sehr viel Talent.

Antworten

Wasserkocher 8. März 2015 um 15:54

Can steht bei Liverpool schon so hoch im Kurs, dass man ihn als kommenden „Chef“ im defensiven Mittelfeld ansieht. Es wird sogar spekuliert, dass er Chancen hat, zur neuen Saison als Kapitän aufzulaufen.

Antworten

mk 8. März 2015 um 16:56

Oh krass. Das ist natürlich dann nochmal bitterer aus Bayern-Sicht, wobei man natürlich nicht weiß wie er sich bei eventuell weniger Einsatzzeit entwickelt hätte. Aber mir ist auch nur noch ein bisschen was aus seinen U19(?)-Spielen bei der Nationalmannschaft im Gedächtnis, da wirkte er einfach auf Grund der körperlichen Vorteile extrem gut und schon recht vielversprechend. Sollte vielleicht doch mal wieder Premier League schauen.

Antworten

datschge 8. März 2015 um 17:56

Ich persönlich bin sehr froh, dass Kroos weg ist. Er ist auf seine Art egozentrisch und unflexibel, was gerade bei Bayern die Weiterentwicklung der Offensivbewegungen blockiert hat (offensiv ist Bayern diese Saison viel fluider, an Robben kann man das sehr schön sehen). Zudem war er immer schlecht gelaunt, wenn er mal nicht spielte, mit ihm auf der Bank war die Weiterentwicklung klimatisch also auch nicht möglich. Real, wo er jetzt plötzlich einer der mannschaftdienlicheren Spielern zwischen vielen Egomanen ist, ist da für ihn ein sehr guter Rahmen, sich weiterzuentwickeln.

Can hatte ähnliche Tendenzen, war auch bei Leverkusen nicht wirklich gut integriert. Can und Liverpool scheinen bisher füreinander geschaffen zu sein (ich hoffe sehr, das bleibt so, ist eine spannende Entwicklung da). Can kann Fähigkeiten und auch seine Eigenwilligkeit einbringen, die dort auch gewünscht und gesucht waren. Seine vorhandene Fähigkeiten werden goutiert, dass er jung und noch in der Entwicklung ist, wird im positiven Sinne respektiert. Diese Rolle hätte er realistisch weder bei Leverkusen noch bei Bayern je bekommen.

Antworten

RM 9. März 2015 um 10:01

Vielleicht ist er außerhalb des Platzes egozentrisch und unflexibel, auf dem Platz ist er deutlich flexibler und weniger egozentrisch als Schweinsteiger oder Alonso, auch in seiner strategischen Entscheidungsfindung und Präsenz in unterschiedlichen Rollen ist Kroos einer der variabelsten Sechser und Achter der Welt. Das hätte man auch diese Saison mit Robben gesehen, wenn Kroos geblieben wäre. Denke nicht, dass hier Kausalität mit Kroos vorhanden ist.

War er nicht? Can fand ich schon bei Leverkusen extrem gut, auch in seinen Kurzeinsätzen davor beim FC Bayern war ich immer beeindruckt. Ich war schon damals sauer, als die Bayern ihn verliehen / verkauft haben und noch saurer, als die Leverkusener das Gleiche taten. Mit Can im Kader hätte man halt Benatia nicht geholt, dann hätte Can dessen Rolle gehabt (sowie als Rechtsverteidiger für Rafinha potenziell und die Rode-Minuten im ZM). Seine Eigenwilligkeit hätte Guardiola schon einbinden können (hey, wir haben Alonso), der hätte sogar fast 1-zu-1 jene Rolle übernehmen können, für die er bei Liverpool gerade gefeiert wird. Ich habe die Rolle sogar schon seit zwei Jahren für ihn im Kopf (bei Bayern) gehabt, nicht verwunderlich, dass er bei Liverpool das so gut macht. Denke auch nicht, dass hier eine Kausalität mit „gewünschter Eigenwilligkeit bei Liverpool möglich und sonst nirgendwo“ und „Entwicklung für diese Rolle“ vorliegt.

Antworten

ulius 10. März 2015 um 10:02

Mich hat auch gewundert, dass sie ihn so widerstandslos gehen haben lassen. War das nicht sogar schon zu Guardiolas Zeiten? Can könnte wunderbar eine ähnlich vielseitige Rolle wie Alaba spielen, wenn ich mich richtig an ihn erinnere, muss mir mal ein Liverpool Spiel ansehen. Wobei zwei vom Schlage Alabas in der Mannschaft wären natürlich auch irgendwie unfair für den Gegner :-).

Antworten

HK 7. März 2015 um 21:41

Überraschende Aufstellung von Guardiola. Gegen potentiell verunsicherte Hannoveraner mit so defensivem Personal zu beginnen? Vielleicht wollte er ja nur Lucescu täuschen ((-;

Antworten

Koom 7. März 2015 um 21:21

Hm, eine Runde Sicherheitsfußball von den Bayern? Tatsächlich scheinen da ja nur 3 Offensivspieler auf dem Platz gewesen zu sein, der Rest bestand aus gelernten Defensivleuten. Sowas merkt man dann schon sehr in der Interpretation einer Formation.

Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*