Donnerstag, 08.12.2016

Dortmund drischt gegen die Wand

borussia dortmund0:1FC Augsburg

Der BVB hat den Abstiegskampf angenommen. Und damit ist er endgültig ein Abstiegskandidat.

In einer Demonstration der eigenen Limitiertheit bleibt der BVB auch im zweiten Rückrundenspiel zurecht torlos. Gegen den gefestigten FCA waren die Borussen gut vorbereitet, doch hatten keine Mittel, um sich wirkliche Vorteile zu erspielen.

Stabile Weiträumigkeit beim FCA

BVB - FCAJürgen Klopp kündigte vor dem Spiel an, die Augsburger würden versuchen, den BVB mit ihrem konsequenten, weiträumigen Aufbauspiel außeinander zu ziehen und dann schnell angreifen. Korrekt. Man merkte den Borussen auch an, dass sie mit dieser Herangehensweise rechneten und sie verteidigten das auch einigermaßen stabil, jedoch ohne großartig wertvolle Balleroberungen.

Augsburg zog sich unorthodox weit hinter die Dortmunder Pressinglinie zurück und fokussierte sich in der Ballzirkulation auf die linke Seite mit Klavan, Baier und Feulner. Dabei gelang es den Borussen gut, Baier weitestgehend zu versperren und Klavan die Optionen zu nehmen. Mit den üblichen Herauskippbewegungen erzeugte Baier aber unangenehm zu verteidigende Staffelungen, die zumindest genug Zeit für gezielte Verlagerungen öffneten.

Auf rechts verhielt sich Höjbjerg ähnlich. Dort nutzte der FCA auch eine leichte Asymmetrie. Verhaegh, Höjbjerg und Bobadilla spielten dort öfters kleine Kombinationen, um sich entlang des Flügels nach vorne oder in die Mitte zu lösen. Feulner hielt sich links indes etwas balancierend zurück und wurde eher in die tiefe Ballzirkulation eingebunden, um sich dann mit langen Bällen oder Verlagerungen zu lösen. Werner wurde dann anders als Bobadilla verstärkt nach Verlagerungen eingebunden und weniger kombinativ.

Ausgewogene Kräfteverhältnisse mit einzelnen Kompaktheitsproblemen

Die Borussen verteidigten im 4-4-2, was in den Abläufen aber recht 4-2-4-0-artig angelegt war. Interessant war, dass die Augsburger augenscheinlich in die Halbräume gelockt werden sollten. So lief Aubameyang beispielsweise Feulner teilweise mit Bogenläufen von außen an, lenkte ihn also zur Mitte. Reus und Immobile versperrten das Zentrum und waren für seitliche Pressingversuche bereit oder pressten bei passenden Staffelungen nach vorne.

Insgesamt machten das beide Seiten recht gut. Augsburg kam selten wirklich konstruktiv nach vorne, allerdings erspielten sie sich einigen Raum, den sie teilweise nach lösenden Einzelaktionen oder zweiten Bällen mit Verlagerungen bespielen konnten. Dortmund war in der Rückzugsbewegung etwas zu passiv und ließ durch die hoch ausgerichteten Flügelspieler vor allem außen zuweilen Freiräume. Auch zwischen Mittelfeld und Sturm wurden die Abstände manchmal etwas groß, sodass Höjbjerg und Baier dort nach langen Bällen recht dominant waren.

Das Tor fiel dann auch nach mehrfachem Ballwechsel in Folge eines Dortmunder Einwurfs über den Flügel. Baier eroberte einen zweiten Ball, verlagerte in eine großräumige Überzahlzone links, wo Großkreutz im Gegenpressing-Druck den abgefangenen Ball verlor. Feulner rückte schnell diagonal auf und Dortmund hatte Unterzahl in der letzten Linie. Sokratis und Hummels verteidigten dann einigermaßen dilettantisch gegen Altintops simples Dribbling.

Dortmund hetzt sich zur Resonanzkatastrophe

Im eigenen Spielaufbau zeigten sich die Borussen im Vergleich zur Hinrunde durchaus verbessert, jedoch nur punktuell. Mit Sahin und Gündogan auf der Doppelsechs hatten sie viel spielerisches Potential und versuchten auch, dieses einzubinden. Ähnlich wie Augsburg nutzten sie diverse Herauskippbewegungen, um das Zentrum zu öffnen.

So konnten sie die erste Augsburger Pressinglinie auch einigermaßen stabil umspielen und kamen oft in den Sechserraum oder die defensiven Halbräume. Die weitere Entwicklung der Spielzüge war aber konstant schwach. Es fehlten sowohl passende Bewegungen der Offensivspieler in den Verbindungsräumen nach vorne, als auch die Geduld in der Ballzirkulation. Die Offensive bekam häufig nicht ausreichend Zeit, sich vernünftig zu staffeln, doch nutzte die Zeit, die sie bekam, auch kaum.

Was von beiden Defiziten der Auslöser war, ist eine Huhn-und-Ei-Frage, welche die Gesamtproblematik der Dortmunder Offensive gut umreißt. Die grundsätzliche strategische Ausrichtung führt zusammen mit der psychologischen Situation zu etlichen taktischen Schwierigkeiten, die sich teilweise gegenseitig bedingen und sich ständig gegenseitig verstärken. In Teilbereichen haben die Borussen vergessen, wie man Fußball spielt.

Den Ball durch die Wand dreschen

Statt Räume zu nutzen, um ruhig weiterzuspielen, wurde jedenfalls immer wieder versucht, die Bälle direkt in oder hinter die letzte Linie zu bringen. Das brachte vereinzelt mal halbwegs gefährliche Szenen, doch war insgesamt ineffizient. Durch die starke Augsburger Doppelsechs, die zu frühen und flachen Bewegungen in die Spitze und die daraus resultierende geringe Präsenz im Zehnerraum konnten die Dortmunder in solchen Situationen auch kaum über zweite Bälle noch einmal Gefahr erzeugen. Zudem gingen viele lange Bälle einfach verloren, weil sie direkt zum Torwart oder ins Toraus flogen. Angesichts des geduldigen und nicht ungefährlichen Augsburger Spielaufbaus sind solche verschenkten Angriffe natürlich ein umso größeres Problem.

„Wir müssen den Ball auch einfach mal durch die Wand dreschen!“
– Neven Subotic nach dem Spiel

Die zu direkte Grundausrichtung zeigte sich in höheren Zonen noch viel deutlicher. Dort waren die Borussen von Beginn an auf Brechstange ausgerichtet, was im Laufe des Spiels immer schlimmer wurde. Es gab kaum Kombinationsversuche und bei dem geringsten Anzeichen der Möglichkeit eines finalen Passes ging jede Bewegung vor das Tor. Unterstützende Bewegungen für Kombinationen oder lösende Dribblings gab es kaum. Die Pässe wurden dadurch fürchterlich vorhersehbar und schwierig. Sehr oft griffen die Dortmunder auch zu merkwürdigen Flanke aus leicht zurückgezogenen Bereichen, die Augsburg sehr leicht klären konnte.

War das wirklich Unterzahl?

Das Zusammenspiel zwischen defensivem und offensivem Mittelfeld sowie das Kombinationsspiel zwischen den Offensivspielern bleiben die beiden ganz großen Problemzonen bei den Borussen. Das wurde spätestens mit der roten Karte für Augsburg und der Einwechslung von Kagawa und Mkhitaryan augenscheinlich. Die beiden Kombinationsspieler konnten ihre Fähigkeiten nicht einmal andeuten und die Augsburger Unterzahl war kaum merklich.

Im 4-4-1 fokussierten sich die Augsburger auf die Kontrolle der Übergangszone zwischen Mittelfeld- und Angriffsdrittel, was optimal zu Dortmunds Schwächen passte. Die Borussen konnten die erste Pressinglinie nun völlig problemlos umspielten, doch nutzten diesen Umstand kaum, um mehr Offensivpräsenz aufzubauen. Aus den defensiven Mittelfeldräumen spielten sie weiterhin sehr hektisch in die Spitze und fanden sich dort immer wieder in isolierten Szenen wieder. Im Grunde nahm Altintop ohne viel Aufwand drei bis vier gegnerische Spieler aus dem Offensivspiel.

Das völlige Fehlen von wirklicher Dominanz ergänzte sich mit dem noch fataleren Fehlen von unterstützenden Offensivbewegung und letztlich einer argen Ideenlosigkeit. Nur die wenigen Vorstöße von Hummels sorgten mal für etwas Überraschungseffekt. Ansonsten beschränkte sich Dortmunds Kreativität darauf, neue, spektakuläre Wege zu finden, wie man schlecht Fußball spielen kann. Besonders beeindruckend war, wie Subotic in der 85. Minute völlig geistlos den Ball aus dem Halbfeld hinters Tor bolzte. Kaum überraschend, wenn einer davon überzeugt ist, den Ball „durch die Wand dreschen“ zu müssen; in dem Fall hätte er aber höchstens in die gelbe Wand fliegen können.

Fazit: Den Abstiegskampf ablehnen

Nach dem Rückrundenauftakt sprach Klopp davon, man könne im Abstiegskampf keinen Champagnerfußball erwarten. Normalerweise mag das stimmen, doch wenn man Gündogan, Hummels, Sahin, Kampl, Reus, Mkhitaryan, Kagawa aufstellen kann, dann kann man erwarten, dass Champagnerfußball den Abstiegskampf verhindert. Wenn sich auf den Fußball festlegt, mit dem Mannschaften in den Abstiegskampf kommen, dann wird man auch im Abstiegskampf bleiben.

Die Augsburger haben sich vor zwei Jahren auf dem letzten Platz entschieden, einfach guten Fußball zu spielen und ziemlich bald hatten sie keinen Abstiegskampf mehr. Der erste Augsburger Sieg gegen den BVB ist ein Musterbeispiel dafür, dass Abstiegskampfrethorik und Angststrategien Blödsinn sind.

Es geht darum, Spiele zu gewinnen. Je besser man spielt, umso mehr Spiele gewinnt man. Je mehr Spiele man gewinnt, umso geringer sind die Chancen abzusteigen. Fußball ist simpel. Fußball ist Fußball. „Wir wollen euch spielen sehen!“

Flo 8. Februar 2015 um 15:10

So wie ich das gesehen habe, lag gestern der Fokus auf dem Pressing der Freiburger Abwehrreihe, da diese im Freiburger Spielaufbau sehr gerne und ausführlich genutzt wird, bevor ein Pass nach vorne kommt. Ich kann mich an das letzte Spiel des BVB in Freiburg (oder war es das vorletzte?) erinnern, als gefühlt die Hälfte der Zeit der Ball zwischen den Verteidigern hin und hergespielt wurde. Dementsprechend wurde dort Druck aufgebaut und bei eigenem Ballbesitz zu Beginn wieder nur gebolzt, damit der Gegner wieder hinten anfängt. Nach 15-20 Minuten kam dann plötzlich eine regelrechte Ballzirkulation zustande. Ich weiß nicht, ob das eine Anweisung war, oder die Initiative von Ilkay, oder einfach die zunehmende Sicherheit. Jedenfalls wurde dann MR’s Losung tatsächlich in die Tat umgesetzt. Besonders erfreulich fand ich, wie in der Schlussphase sogar One-Touch-Fußball im Angriff probiert wurde. Schön, dass die Chance der seltenen hohen Führung genutzt wurde, um solche Kombinationen zu „trainieren“.

Oder gibt’s konträre Einschätzungen?

PS: Habe etwas von „Gehirnwäsche“ durch Klopp gelesen bzgl. positiverem Denken. Wollen wir hoffen, dass der Effekt anhält und nicht nach einem guten Spiel wieder fünf schlechte folgen.

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Schorsch 8. Februar 2015 um 16:41

Wenn ich es richtig gesehen habe, dann hat der BVB in einer Art 4-3-3 gepresst. Insbesondere Kagawa hat sich da gegen die IV des SCF hervorgetan. So wie in München gegen Alonso. Hier hat Klopp mMn eine sehr richtige taktische Marschroute ausgegeben. Wobei mMn (kann mich auch täuschen) der erste Treffer für den BVB aus einen ganz dummen Fehlpass eines SCF-Spielers heraus fiel und der Freiburger Spieler nicht gepresst wurde.

Das mit dem Gebolze zu Beginn hat mMn 2 Gründe gehabt. Zum einen den, den Du anführst. Zum anderen sieht es für mich tatsächlich momentan beim BVB so aus, als wolle man -wenn es etwas enger werden könnte- zunächst den Ball aus der Gefahrenzone haben. So à la ‚Besser den Ball nach vorne Bolzen als ihn wieder zu verlieren.‘ Ich glaube, das ist die Konsequenz aus der Tatsache, dass der BVB in fast allen Spielen die er verloren hat in Rückstand geraten ist. Und diesen Rückstand nicht wieder aufholen konnte. Ich gehe sogar noch ein Stück weiter. Das mit der peu à peu einsetzenden Ballzirkulation habe ich auch so gesehen. Ich glaube, wenn der BVB in den vorherigen Spielen ebenfalls in Führung gegangen wäre, hätte es dies bereits in diesen Spielen zu sehen gegeben. Vielleicht sogar den schnellen Kurzpasskombinationsfußball wie gegen Spielende, als das 0:3 entsprechend fiel. Weil die Gegner in Rückstand eben anders agiert hätten.

Nur: Der SCF hat (wie im Hinspiel) eben nicht so gespielt wie die Teams, gegen die der BVB so große Probleme hatte in der Vorrunde. Der BVB konnte ’sein‘ Spiel durchziehen, weil man eben auch die Räume dafür bekam. Wenn der BVB die Bälle irgendwo zwischen Mittel- und Angriffsdrittel erobern kann und dann schnell umschaltet, sind die Tempodribbler Aubameyang und Reus eine Waffe.

Der Sieg war sicher auch sehr gut für die Psyche. Ob der Appell an das ‚positive Denken‘ da geholfen haben mag? Vielleicht, vielleicht auch nicht. Schaden kann so etwas jedenfalls nicht.

Jetzt hat der BVB erst einmal 3 Punkte aus den 3 hintereinanderfolgenden Spielen gegen direkte Abstiegskonkurrenten geholt. Das ist gut. Mainz 05 und der VfB werden allerdings anders agieren als der SCF. Da wird sich zeigen, ob es sich um tatsächliche Fortschritte gehandelt hat, was gegen Freiburg zu sehen war, oder ob dies nur dem Gegner geschuldet war.

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Tomás 8. Februar 2015 um 20:15

Meiner Ansicht nach war gerade auch das 0-1 ein Ergebnis des guten (Angriffs-)Pressings, das in dieser Szene – soweit ich mich erinnere – durch Kagawa ausgelöst wurde und dann von Reus durch eine schnelle Sprintbewegung auf dem linken Flügel unterstützt wurde. Das hat Frantz unter Druck gesetzt, der dann allerdings natürlich auch einen wirklich schwachen Pass in das Zentrum spielt. Dass Aubameyang dort an den Ball kommt, zeigt, dass es sich um eine gute kollektive Pressingaktion des BVB handelte.

Generell stimme ich dir aber zu, dass das Freiburger Spiel dem BVB sehr entgegen kam. Dazu der günstige Spielverlauf mit einem frühen Tor, das Sicherheit gibt, und schon konnte der BVB andeuten, dass er nicht nur „Rumpelfußball“ kann. Ich wundere mich fast ein wenig, dass Streich immer wieder eine Herangehensweise wählt, die dem BVB entgegen kommt. So sind die Dortmunder in den letzten Jahren zu vielen ungefährdeten und einigen sehr deutlichen Siegen gegen den Sportclub gekommen. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich das Gebolze in dieser Saison doch als äußerst effektiv gegen den BVB herausgestellt hat, muss man ihm als BVB-Fan da fast dankbar sein.

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Schorsch 8. Februar 2015 um 20:51

Man kann das sicherlich so interpretieren mit dem ersten Tor als Konsequenz aus dem Pressingspiel des BVB, insbesondere auch wegen der Positionierung Aubameyangs. Dennoch war Frantz eher unbedrängt und nicht derart unter Druck gesetzt, dass er solch einen katastohalen Pass spielen musste. Ich würde eher sagen, dass er etwas irritiert und verunsichert war und einen vermeintlichen ‚Sicherheitspass‘ spielen wollte. Womit das Pressingspiel allerdings seinen Zweck wiederum erreicht hätte. Wie auch immer, man hat sehen können, wie wichtig es für den BVB ist in Führung zu gehen. Das ist ihnen gegen Bayern und den SCP zwar auch geglückt und am Ende hat man dennoch verloren bzw. noch den Ausgleich kassiert. Aber gegen Bayern haben 2 individuelle Fehler von Subotic den Ausschlag gegeben und gegen den SCP spielte die Reus-Verletzung sicher eine Rolle.

Ja, Streich und sein SCF sind so etwas wie ein Aufbaugegner für den BVB. Die können wohl auch nicht aus ihrer Haut… 😉 Obwohl es in der Hinserie auch nicht viel genutzt hat, leider. Wir werden sehen, wie Hjulmand und Stevens ihre Teams einstellen werden und wie Klopp und der BVB agieren bzw. reagieren werden. Ich sehe die Spiele gegen Mainz und Stuttgart als so etwas wie eine Nagelprobe an.

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Tomás 8. Februar 2015 um 21:44

Stimmt schon, so extrem war der Druck auf Frantz nicht. Ob das Pressing des BVB in diesem Moment schon eine allgemeine Verunsicherung in der Freiburger Hintermannschaft verursacht hat, bleibt natürlich ein Stück weit Spekulation. Ich denke, dass der BVB schon einen gewissen Anteil an dem Fehler hatte, es aber natürlich in erster Linie ein individueller Aussetzer war.

Ansonsten kann ich dir nur zustimmen. Sehe in dem Paderborn-Spiel (und der Reus-Verletzung) sogar eine zentrale Weichenstellung der bisherigen BVB-Saison bzw. -Misere. Das war eigentlich ein sicherer Sieg, sogar noch nach dem heftigen Foul von Bakalorz. Bei korrekter Schiedsrichter-Leistung hätte der BVB drei Punkte mitgenommen. So stand man nach dem Spiel mit einem Punkt und ohne Reus da. Denkbar ungünstig, insbesondere weil die Offensive zu diesem Zeitpunkt durchaus auf die individuelle Klasse von Reus angewiesen war.

Ich bin auch sehr gespannt, was die beiden kommenden Partien angeht. Nagelprobe trifft es ganz gut. Leider habe ich bei Stevens wenig Hoffnung, dass er dem BVB auf ähnliche Weise entgegen kommen wird wie Streich. Hjulmand kann ich noch nicht wirklich einschätzen. Die Mainzer Saison ist bisher ja ziemlich wechselhaft. Ich hoffe aber sehr, dass am nächsten Freitag in Dortmund wieder bedingungslose Unterstützung angesagt ist. Hoffentlich hat der Sieg in Freiburg auch dem Publikum die Zuversicht zurückgegeben, so dass es auch bei einem ungünstigen Spielverlauf voll da ist. Pfiffe und Raunen scheinen mir momentan Gift für die Mannschaft, auch wenn ich sie nach dem Augsburg-Spiel fast nachvollziehen konnte.

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Horstgünter 7. Februar 2015 um 16:26

Die Wechsel des FCA fand ich auch interessant. Während meiner Meinung nach Kohr sich überraschend gut in der IV geschlagen hat, waren die beiden Auswechslungen der Flügelspieler meiner Meinung nach eine deutliche Schwächung des FCA. Hinten weniger zweikampfstark als Werner und vor allem Bobadilla, haben sich Cajuby und Djurdic bei den Kontern auch nicht mit Ruhm bekleckert…

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bkr 7. Februar 2015 um 13:57

ich kapiere nicht, wieso klopp nicht schon lange ein 352 oder sogar 343 mittelfeld probiert hat. der kater wäre quasi wie dafür gemacht und man könnte die zentrale sturm position viel flexibler besetzen

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bkr 7. Februar 2015 um 13:59

*… mit spielerisch starkem mittelfeld probiert hat …
*kader

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DH 7. Februar 2015 um 02:09

Seht ihr eigentlich Parallelen zwischen der jetzigen Saison der Dortmunder und der Mainzer Abstiegssaison unter Klopp? Da ich die 05er damals nicht verfolgt habe, vermag ich das selbst nicht zu beurteilen.

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Schorsch 7. Februar 2015 um 11:39

Ich bin sicher kein Mainz 05 – ‚Experte‘, da sind andere sicher berufener. Das einzige was ich aus der Abstiegssaison in Erinnerung habe ist der Umstand, dass vor der Saison einige wichtige Spieler (ich glaube alle eher aus dem Mittelfeld und der Offensive) den Club verlassen haben. Konkret weiß ich dies von da Silva und Zidan. Man könnte nun die Vermutung anstellen, dass die neu verpflichteten Spieler mit dem von Klopp präferierten Spielstil nicht zurechtkamen oder nicht die erforderliche Qualität hatten oder etwas ähnliches. Muss ein Mainz 05 – Kenner mehr zu sagen können. Auf jeden Fall hat Werder Leon Andreasen in der Winterpause an Mainz ausgeliehen und Zidan kam auch wieder zurück, mit denen ging es wohl wieder etwas aufwärts, was aber letztlich nicht gereicht hat. Die zum Klassenerhalt notwendigen Punkte hat man in der Hinserie nicht geholt.

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Patrick 6. Februar 2015 um 23:08

Der BVB war doch in den letzten Jahren immer mal für ein Gegentor gut.

Ein normales Klopp – BVB Spiel gegen Augsburg, da hätte es beim Gegentor schon 3:0 gestanden. Also sehe ich das garnicht als Problem. Das Spiel nach vorne ist Strukturlos und Kopflos, das bricht uns das Genick. Nochmal: ich bin Klopp Fan aber ich kapiere nicht das er nicht umstellt. 4-3-3, 4-1-4-1 oder Dreierkette…

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Patrick 6. Februar 2015 um 23:17

Ok, das ist erstmal mein letzte Beitrag.

Aber machen die ANTI Standard Training? So schlecht können Ecken doch garnicht getreten werden.

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09er 6. Februar 2015 um 22:20

Ich weiß ja, dass man es nicht mehr hören kann, aber ich bleibe dabei. Lewandowski fehlt an allen Ecken und Kanten. Ciro ist ein toller Spieler, aber er kann (aktuell!) nicht seine benötigte Form abrufen.

Man hat durchweg das Gefühl, dass das Spielsystem im Grunde unverändert geblieben ist, es aber keinen RL09 vorne gibt, der den Ball abschirmt, Räume schafft und schlussendlich auch da steht, wo ein Stürmer stehen muss.

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Marcel 6. Februar 2015 um 22:53

Lewandowski, so meine ich, hat in der letzten Spielzeit 2-3 Mal gefehlt . Auch da war das, was in der Offensive lieg sehr mau,. Aber auch mit ihm , bei entsprechenden Gegner, war die Ausbeute mitunter schon nicht richtig gut. Die Entwicklung, dort etwas zu ändern sind scheinbar eingestellt, obwohl diese Entwicklung, mMn, absehbar war. MR sagt in dem anderen Artikel das es strategisch Unsinn ist, über die jetzige Spielweise zum „alten“ Spiel zurückfinden zu wollen. Ich denke auch psychologisch nicht unproblematisch: Hinten darfste nicht patzen und weil man vorn eh nix zu Stande bringt. Einfach vergessen. Die Defensive ist jetzt besser, jetzt anfangen ein gutes Spiel auf zu ziehen und aufhören mit dem langen Ball Gebolze. Den einzelnen Spielern auch wieder Freiheiten geben und am System arbeiten. Die Defensive stellte ja nur vermeintlich ein Problem dar. Klar haben die jetzt wieder ein doofes Tor bekommen. Aber diesmal wurde deutlich, dass das Problem ist , dass man selbst nicht in der Lage ist, eines zu schießen, weil da einfach Spielentwicklung fehlt. Man hat den Eindruck, dass diese Idee nicht weiter verfolgt wird, obwohl sie definitiv mal auf dem Plan stand. Momentan scheint sie jedenfalls nicht zu Debatte zu stehen und in der Hinrunden ist sie leider auch nur kurz aufgeblitzt.

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csp 6. Februar 2015 um 20:36

“Wir müssen den Ball auch einfach mal durch die Wand dreschen!”
Ist es das was Klopp vor einiger Zeit mit Vollgasfussball meinte? Wohl kaum. Diese Aussage drückt doch eine gewisse Hilflosigkeit und Angst aus. Irgendwie das Gegenteil von Vollgasfussball alter BvB Spiele. Natürlich rennen sie noch viel doch diese Hilflosigkeit, wie in anderen Kommentaren schon so gut beschrieben, erschreckt dann doch sehr!

Man steht ganz am Ende der Tabelle, spielt gegen eine Mannschaft aus dem oberen Teil und liegt zurück. Wann wenn nicht in dieser Situation sollte der BvB mal etwas probieren?!
So hätte ich gerne mal gesehen was passiert, wenn der der BvB ein 3-3-4 ausprobiert hätte (spätenstens nach der Überzahl). Hummels ginge dabei auf die zentrale 6er Position. Er hätte kürzere Wege nach vorne (Kopfballstärke) und könnte Sahin & Gündogan absichern, welche dann auch etwas höher spielen. Unterstützt von den beiden 8tern drücken Reus und Kampl das Spiel auf die rechte Seite, kombinieren sich da durch und / oder öffnen Räume für Auba und Immobile aus Stoßstürmer, wobei Auba eher links bleibt um Breite zu geben.

Was soll letztlich passieren? Ob Du jetzt 0:1 oder 0:2 verlierst ist auch egal. Vollgasfußball halt, einfach mal etwas probieren (nicht wild drauflos bolzen) und dann mal sehen was draus wird.

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Jimbo 6. Februar 2015 um 20:01

Wie bedenklich seht ihr es, wenn Klopp mit den Worten zitiert wird, daß die Mannschaft sich jetzt in körperlich besserer Verfassung im Vergleich zu Vorrunde befindet und man dieses nützen will, obwohl der BVB schon in der Hinrunde mit 120,3km die laufstärkste Mannschaft der Liga war?

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HK 6. Februar 2015 um 13:16

Seit dem Augsburg-Spiel habe ich zum ersten Mal auch emotional das Gefühl, dass Dortmund tatsächlich absteigen könnte. Vielleicht bin ich da auch der letzte.
Vor der Winterpause gab es ja noch durchaus einige Optionen. Kaderveränderung, Rückkehr von verletzten Spielern, bessere Fitness nach der Pause, taktische Schulung im Trainingslager.
Das alles ist jetzt mehr oder weniger durchgezogen und der Effekt scheint gegen Null zu gehen. Man hat die vorletzte Patrone verschossen und es bleibt die allerletzte, das Tabu, die K-Frage.
Es gibt mittlerweile ja die Spekulation, dass man das Derby gegen Schalke abwartet und sollte dann keine Besserung in Sicht sein, ein abgestimmter Rücktritt erfolgt. Halte ich jetzt auch nicht mehr für unmöglich.

Unabhängig davon erscheinen mir die Kaderbasteleien, ob jetzt Gündogan, Sahin, oder Kirch spielt, ob Immobile oder Ramos usw. , irgendwie deplatziert. Ich glaube nicht, dass das jetzt irgendeinen großen Unterschied macht. Hat es das letzte halbe Jahr auch nicht gemacht und was wurde da alles durchprobiert.
Und ob die Mannschaft taktisch überhaupt noch „ansprechbar“ ist? Was soll jetzt in den drei Tagen bis zum nächsten Spiel passieren, was in den Wochen der Wintervorbereitung nicht passiert ist?

Eigentlich gibt es nur eines was Dortmund weiterhelfen kann. Und das ist Glück, oder man kann es auch Zufall-(sverteilung) nennen. Das die erste Chance einfach mal verwandelt wird, der Gegner über den Ball tritt, der Schiedsrichter gnädig weiterhilft. Und von diesem Glück oder Zufall braucht man eine ganze Menge. Das sollte schon so zwei bis drei Spiele anhalten. Dann hat man sich ggf. auch soweit freigeschwommen, dass man aus eigenem Vermögen wieder leistungsfähig ist.

Da man dieses Glück aber weder herbeiwünschen und schon gar nicht herbeizwingen kann, sondern wie alle Zufälligkeiten in gewissem Rahmen erdulden muss (wie oft fällt die Kugel denn jetzt noch auf rot?) sind die Möglichkeiten begrenzt.

Eine Schlussfolgerung: Dortmund hat sein Schicksal nur noch sehr bedingt selbst in der Hand, egal was auch immer getan wird. Und das ist wohl mit das unangenehmste was einem passieren kann.

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HW 6. Februar 2015 um 14:39

Das Problem bei der K-Frage ist, dass zumindest die Statistik sagt es bringt nichts.

Vielleicht greift die Vorbereitung doch, der BVB braucht nur ein paar Spiele um ins Rollen zu kommen.

Es ist immer schwer zu beurteilen, besonders von außen. Manchmal ist aussitzen die richtige Option.

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HW 6. Februar 2015 um 14:43

PS

Bzw. der Trainerwechsel kann etwas bringen, ist aber keine Maßnahme mit einer enorm hohen Wahrscheinlichkeit.

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Patrick 6. Februar 2015 um 22:35

Darüber denke ich (als Klopp Fan) intensiv drüber nach.

Irgendwie kann es doch nicht wahr sein, dass man permanent überlegen ist und in den letzten 15 Minuten regelmäßig die Taktik über Board wirft und nur anrennt…

Aber zurück zum Thema Trainerwechsel. Wer soll es denn machen? Luhukay? Tuchel? Keller(Haha)?
Ich sehe eine Chance das man mit Klopp zurück kommt aber keine das einer der genannten Klopp ersetzt.

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Schorsch 6. Februar 2015 um 17:00

Die großen Probleme, die der BVB gegen tief stehende (der Einfachheit halber jetzt einmal so genannt) Teams hat, haben sich doch schon seit 2 Spielzeiten angedeutet und waren in der Rückserie der letzten Saison z.T. schon etwas deutlicher erkennbar. Es hat dem BVB geholfen, dass sie des öfteren mittels eines Standards in Führung gegangen sind. Das funktioniert diese Saison allerdings auch nicht mehr.

Die Frage, inwieweit das Team überhaupt noch ‚taktisch ansprechbar‘ ist, halte ich für sehr interessant. Wenn ich seit Jahr und Tag im Prinzip die gleiche Art von Fußball spiele, dann fällt es mir schon schwer, mich hier zu ändern. Aber der Kloppsche Fußball hat ja nur funktioniert, weil jeder einzelne Spieler diese Art von Fußball bedingungslos gespielt hat. Um es einmal so auszudrücken: Um eine andere Art von Fußball zu spielen, müsste man sich erst einmal ‚entkloppen‘. Weil man den Kloppschen Fußball zu sehr verinnerlicht hat. Die Schwiergkeiten, die fast alle BVB-Spieler anfangs (oder immer) in der NM hatten, deuten da durchaus darauf hin. Das Aussagen in dem Interview mit Peter Krawietz, das ich neulich gelesen habe, zeigen mMn auch ganz klar auf, dass es im Prinzip im Trainerteam des BVB gar keinen Gedanken daran gibt, dass eine andere Art von Fußball erfolgreich sein könne. Das hat schon etwas von ‚Sektenglauben‘, um es einmal überspitzt auszudrücken. Da frage ich mich (vielleicht etwas provokant), ob das Trainerteam überhaupt gewillt ist oder in der Lage ist, einen anderen Fußball im Training zu vermitteln. Dass man jetzt anders spielt hat mehr mit ‚Über Bolzfußball zurück zu alter Stärke‘ zu tun.

Daher glaube ich auch nicht, dass ein Trainerwechsel jetzt etwas bringen würde. Ich wüsste auch nicht, wer in dieser verfahrenen Situation der geeignete Mann wäre. Tuchel vielleicht.

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Tom 6. Februar 2015 um 10:40

In all den anderen Jahren hat die Mannschaft immer einen großen Traum gehabt, dem sie hinterher gejagt ist, weshalb sie gebrannt haben bis in die Haarspitzen. Das ist das was einen Teil des Erfolgs von Klopp ausmacht. Die extrem hohe Motivation seiner Mannschaft. Die haben alles getan um Erfolg zu haben. Die waren kleine Lichter, die plötzlich großes leisteten. Die waren bereitwillig zu arbeiten und zu lernen.

Nun sind es hoch bezahlte gestandene Profis, die mit Sicherheit nicht lichterloh brennen um den Abstieg zu verhindern.

Das ist der Grund, warum der BvB so schlecht spielt. Die Mannschaft ist nicht mehr voll dabei. Manch einer bereitet im Hintergrund vielleicht schon seinen Absprung vor.

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MR 6. Februar 2015 um 13:14

Wieso führt mangelnde Motivation dazu, dass man weiterhin sehr intensiv und engagiert spielt, aber spielerisch und kreativ riesige Defizite hat?

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Ein Zuschauer 6. Februar 2015 um 13:27

Weil Individuelle Klasse und Motivation die beiden einzigen Variablen sind, die es im Fußball gibt.

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Matthias 6. Februar 2015 um 14:02

Herrlich!

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Tomás 6. Februar 2015 um 14:17

Und das Schönste ist, es sind gleichzeitig die beiden Variablen, die das komplette Geschehen umfassend erklären. Spielt ein Spieler schwach, fehlt ihm offensichtlich die individuelle Klasse (siehe auch Kampl-Diskussion unten). Hat er die in anderen Situationen schon einmal nachgewiesen, ist er eben „satt“ und unmotiviert…

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Tom 6. Februar 2015 um 14:37

Klopp hat in der CL die passende Taktik, sodass die Mannschaft konzentriert, diszipliniert und kreativ spielt. Ein paar Tage später in der BL stimmt die Taktik nicht, und nur deshalb macht ständig irgendwer katastrophale Fehler. Da verliert man selbst gegen Mannschaften, die vorher Niederlagenserien hingelegt haben, die spielerisch nichts auf die Reihe bekamen oder defensiv die totale Slapsticknummer waren. Wieder wenige Tage später ist CL und man haut mal fröhlich Mannschaften weg, die Klassen besser sind als die BL-Gegner vorher. Man ist konzentriert, fokussiert dabei, Pässe haben Präzision und macht nahezu keine Fehler.
Lag alles nur an der Taktik.

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HW 6. Februar 2015 um 14:51

Der Vergleich mit der Champions League ist schwierig. Vor Jahren hatte Dortmund Probleme sich an die internationalen Spiele anzupassen. Jetzt ist es so gewesen, dass international die Gegner zum Teil in die Karten gespielt haben.

Zur Motivation. Das ist natürlich nicht so einfach weil viel unterbewusst abläuft. Klopps berühmter Werbespruch „Die Angst vorm Verlieren…“. Ist halt doch ein Unterschied ob man für einen großen Erfolg spielt oder gegen etwas negatives.
Dass die Spieler wollen sieht man an den Laufstatiatiken. Dass sie nicht immer können sieht man an einzelnen Szenen.

Tomás 6. Februar 2015 um 15:18

Ich denke, dass man die CL-Leistung in dieser Saison schon etwas differenzierter betrachten muss. Das Auswärtsspiel gegen Arsenal war z.B. alles andere als eine Offenbarung. Da zeigten sich schon einige der Probleme, die auch in der BL zu sehen sind. Vorher wurden zumindest vier der fünf Spiele eindrucksvoll gewonnen, das stimmt. Hier hat der BVB aber auch etwas Spielglück gehabt bzw. von einem günstigen Spielverlauf profitiert (z.B. mit frühen Toren in Anderlecht und in Istanbul).

Ich denke auch nicht, dass Taktik alles erklären kann, sondern die Krise des BVB mehrere Gründe hat. Einen ganz entscheidenden für die letzten Darbietungen (auch am Ende der Hinrunde) sehe ich im mentalen Bereich, also in einem dezidiert nicht taktischen. Dennoch denke ich nicht, dass es etwas mit Motivation oder „dem letzten Quäntchen“ zu tun hat. Ich denke eher, dass die Mannschaft derzeit von der Situation überfordert ist. Ich denke, dass das oft hektische Offensivspiel mit den verfrühten Bewegungen und Anspielen in die letzte Linie eben gerade ein Ausdruck dieser Überforderung bzw. Hilflosigkeit ist. Etwas überspitzt könnte man dieses Verhalten sogar als „Fluchtbewegungen“ interpretieren.

Tom 6. Februar 2015 um 15:29

Tomás: Das gilt für jetzt, aber am Anfang der Saison war man doch noch nicht so verunsichert, vor allem nicht nachdem man Istanbul so hingespielt hat oder Arsenal besiegt. Das waren doch zwei verschiedene Gesichter einer Mannschaft.
Spielglück hin oder her. In der BL sollte man bei deutlich mehr Spielen auch das ein oder andere mal „Glück“ haben. Man sagt ja so schön, dass man das Glück erzwingen muss.
Jetzt hat man sich in einen Abwärtsstrudel gespielt. Derzeit macht den Spielern sicher das Fußballspielen auch nicht so viel Spaß als wenn es um den Titel geht. Auch wieder ein kleines Puzzlestück im Ganzen.

Tomás 7. Februar 2015 um 01:22

Naja, bevor man sehr überzeugend gegen Arsenal gewonnen hat, gab es zwei Siege in der Liga, gegen Augsburg und Freiburg. Ebenso gab es nach dem Sieg in Istanbul das Spiel gegen H96, wo eigentlich auch viel passte – aber das Spielglück fehlte. Danach der Pokalauftritt gegen Pauli und der zumindest im Ansatz akzeptable Auftritt in München. Die wirklichen CL-Glanzlichter fallen also eher in eine Periode, in der es generell besser lief. Insofern würde ich dieser „zwei Gesichter“-Hypothese schon widersprechen. Die von MR schon analysierten Gründe für die unterschiedlichen Leistungen in BL und CL gepaart mit mehr oder weniger günstigen Spielverläufen überzeugen mich in jedem Fall mehr als ein Erklärungsansatz, der in erster Linie auf die Leistungsbereitschaft der Spieler abzielt.

Zum Einfluss von Glück und Zufall auf die Krise des BVB gab es kurz nach Weihnachten übrigens einen ganz interessanten Artikel auf statsbomb:

http://statsbomb.com/2014/12/borussia-dortmund-whats-gone-wrong/

Der Artikel zeigt ganz schön, dass ein Faktor in der Krise des BVB eben auch das fehlende Glück ist. Sicherlich ist es nicht der einzige Grund und schon gar nicht der entscheidende, aber es ist ein Faktor.

Tom 6. Februar 2015 um 14:04

Die Spieler geben körperlich fast ihr Bestes. Aber die volle Konzentration fehlt. Das letzte Quentchen wird nicht abgerufen.
Warum läuft es denn in der CL?
In der BL machen die Spieler so viele dumme Individuelle Fehler, die selbst die „Kleinen“ ausnutzen können. In der CL bekommt man aber in 6 Spielen nur 4 Gegentore und kann selber 14 schießen. In der BL schießt man 18 Tore in 19 Spielen gegen weit schwächere Gegner.

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MR 6. Februar 2015 um 16:04

http://spielverlagerung.de/2014/11/28/klopps-groesste-krise-teil-1-wohlfuehloase-champions-league/

(Ich hab das echt gern, wenn ich in einer Diskussion nur auf was verweisen muss, was ich schon mal irgendwo ausformuliert hab.)

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Gh 7. Februar 2015 um 15:21

So was beantwortest du halt mit links

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JimmyDream 6. Februar 2015 um 17:30

Weil die Fans nie „wir wollen euch spielen sehen“ singen 😉

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Ein Zuschauer 6. Februar 2015 um 22:44

Die sollten mal „Wir wollen Kirch, Gündogan und Kagawa im sehen“ singen.

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Ein Zuschauer 6. Februar 2015 um 22:45

Das „im“ gehört da eindeutig nicht rein!
Das haben die Spielverlagerungs-Autoren da reingemacht! Immer diese Zensur auf Spielverlagerung!

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christopher 6. Februar 2015 um 10:18

Ganz toller Kommentar. Ich habe gestern zu meinen Kollegen gesagt, dass die Strategie wir spielen jetzt wie eine Mannschaft im Abstiegskampf vollkommen falsch ist und fatale Auswirkungen haben wird. Das Fazit und der Bezug auf Augsburgs Situation vor 2 Jahren rundet den Kommentar super ab. Vielen Dank dafür

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09er 6. Februar 2015 um 09:38

… so schlecht sein kann.

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09er 6. Februar 2015 um 09:37

Ich frage mich wirklich warum die Form von

Sahin – Ein Schatten seiner früherer Leistungsfähigkeit

Kagawa – Was haben sie mit ihm in Manchester gemacht? Hat sich unsere Spielweise so extrem geändert?

Micky – Zwischen so vielen genialen Ansätzen und so wenigen effektiven Ergebnissen.

Ciro – Immer bemüht. Zum großen Teil immer die falsche Entscheidung. Bekommt nicht die Bälle, die er braucht.

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cj 6. Februar 2015 um 02:15

Bin ein bisschen überrascht, dass Klopp doch relativ früh seine spielerischen Ambitionen scheinbar aufgegeben hat. Das ist nicht nur kontraproduktiv im Abstiegskampf, sondern auch perspektivisch sehr riskant. Viele der Kreativspieler könnten auf baldigen Abschied drängen, und plötzlich wäre Dortmund nicht nur kurz- sondern auch mittelfristig weit zurückgeworfen.

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HW 6. Februar 2015 um 09:15

Der Zerfall fängt doch schon an. In den Medien sind doch schon diverse Aussagen aufgetaucht. Man muss sich allerdings fragen ob der ein oder andere Spieler weg will, weil er wahrscheinlich nicht CL spielen wird beim BVB oder weil er einfach zu wenig spielt.

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Schorsch 6. Februar 2015 um 22:35

Richtig. Genauer gesagt steht doch schon lange fest, dass es zur neuen Saison einen großen personellen Umbruch geben wird. Gündogan wäre schon fort, wenn er nicht seine langwierige Verletzung gehabt hätte. Dass Reus den Club verlassen wird, ist ebenfalls schon lange kein Geheimnis mehr. Beide könnten wohl nur bleiben, wenn besondere Umstände einen Wechsel infragestellen würden (Skepsis gegenüber Langzeitfolgen der Gündogan-Verletzung; Führerschein-Geschichte von Reus). Mkhtaryan ist auch ein Kandidat für einen Wechsel, nicht nur von seiner Seite aus. Hummels steht schon lange auf der Wunschliste diverser großer Clubs mit besserer Perspektive als sie der BVB hat. Welcher technisch begabte, spielerisch überdurchschnittliche, strategisch denkende und handelnde, taktisch versierte Spieler verbliebe den überhaupt noch beim BVB? Außerdem spielt Kehl seine letzte Saison und Jojic wird keine weitere Spielzeit beim BVB verbleiben. Ein solcher personeller Umbruch bedingt zwangsläufig Überlegungen, in welche Richtung sich die Spielweise dann mit welchem neuen Personal entwicklen soll. Rücksicht auf eine wie auch immer aussehende perspektivische Entwicklung braucht Klopp daher jetzt in der aktuellen Situation nicht zu nehmen.

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Patrick 6. Februar 2015 um 22:45

Ich habe immer gedacht, wenn Reus und Gündogan frühzeitig verlängern würden, hätte das enorm Ruhe in die Mannschaft gebracht. Gerade zu Beginn der Saison war Reus ja der einzige mit Normalform.

Für mich sind beide Ergänzungsspieler, keiner von Ihnen geht in so einer schlechten Situation voran… Könnt ich daran erinnern das Reus mal schnell war? Der wirkt für mich langsam.

Was ich auch schon einmal erwähnt habe. Für mich ist, trotz Formschwäche, Hummels der einzige den wir nicht ersetzen können…

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Thomas Deck 5. Februar 2015 um 23:15

Unorthodoxe Lösung:
Klopp erklärt *jetzt* den Rücktritt zum Saisonende. Dann haben er und die Mannschaft ein Ziel, für das es sich zu kämpfen lohnt: Die Ära Klopp mit Würde zu beenden.

2015/2016 heißt es dann: Auf zu neuen Zielen. Nur eben auf getrennten Wegen.

Das bisher Erreichte kann ihnen keiner nehmen. Es sollte nur nicht durch einen Abstieg und/oder würdelosen Rausschmiss beendet werden.

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HW 6. Februar 2015 um 09:12

Kündigt er jetzt einen Rücktritt an und liefert dann auch keine Ergebnisse, muss er noch zwingender früh ersetzt werden.

Ich weiß nicht warum viele Leute so positiv gestimmt waren in der Winterpause. Es ist doch fast selbstverständlich, dass ein Team diesen Leistungssprung nicht schafft. Ich weiß auch nicht ob der BvB wirklich denkt/dachte dass man nur dank der Vorbereitung und besserer Fitness wieder zur alten Leistungsfähigkeit zurückfindet.

Zurück zu einem alten, besseren Zustand ist eh immer schwierig bis unmöglich. Von diesen Gedanken müssen sich die Fans des BvB lösen.

Wenn ich mir das Gegentor anschauen, dann war das wieder Slapstick. Altintop läuft in den Strafraum. Diverse Spieler gehen drauf. Aber der Ball kullert beinahe weiter neben Altintop. Dortmund verliert die Ordnung und stochert dann auch noch den Ball zum Gegner!
Das sind die gleichen Geschenke wie in der Hinrunde.

Ich bin genauso ratlos wie ale anderen. Ich weiß nicht was beim BvB falsch läuft. Aber andere Verein da unten schaffen es langsam Ergebnisse zu erzielen und sowas wie ein Konzept erkennen zu lassen. Wenn Dortmund, Stuttgart und Co. nicht bald die Kurve kriegen, dann können die nur noch auf die Relegation hoffen.

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Koom 6. Februar 2015 um 09:20

Fußball ist eben auch nur ein Stück weit erklärbar.

Aber Dortmund hat alle Mittel, um da unten rauszufinden. Mit dem sehr ideenlosen Kampf-Spiel aktuell wird das aber nichts. In beiden Rückrunden-Spielen war man zu selten vor des Gegners Tor. Das kombiniert mit der eher schwachen Chancenverwertung ist verheerend.

Taktisch muss Dortmund einen Weg wie Augsburg gehen. Spielerisch. In dem Bereich haben sie eigentlich die Spieler für die Bundesliga-Spitzengruppe. Psychologisch müssen sie eine Scheiss-Egal-Mentalität entwickeln. Sie müssen wissen, dass sie auf jeden Fall hinten ein Tor kriegen und es sich nicht verhindern lässt. Und trotzdem weitermachen. Klopp weiß das auch eigentlich, genau das hat er auch vor kurzem gesagt. Bislang konnte diese Dynamik aber nicht entwickelt werden.

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HW 6. Februar 2015 um 09:41

„Alle Mittel“ zu haben ist doch eine Phrase. Was bedeutet das? Aktuell haben sie alle Mittel ständig einen Bock zu schießen. Natürlich muss man ein spielerisches Konzept haben und das gut umsetzen (Handwerk). Aber es wird doch suggeriert, dass man in Null Komma Nix zur alten BVB Stärke finden kann. Das sehe ich anders. Die Säulen des Teams sind eigentlich alle in schlechter Form.
Der alte Klopp-BVB ist tot. Welche Mittel der BVB hat muss er erst noch beweisen.

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Koom 6. Februar 2015 um 10:08

Ok, ich formuliere es mal anders:

Für eine leckere Aufstellung und Spielweise hat der BVB eigentlich nahezu alle Zutaten und Gewürze parat. Das ganze muss nur eben passend zusammengestellt werden. Rückrundenspieltag 1 und 2 wirkten dabei eher wie mit dem Schlachtermesser und dem großen Suppentopf zusammengefügt. Wenn man das ganze aber besser behandelt, kommt auch besseres raus.

Und einen Bock schießen kann jeder. Selbst Universumtrainer Guardiola und Sankt München kriegt das augenscheinlich hin. Fußball ist eben nicht vollkommen berechenbar.

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HW 6. Februar 2015 um 10:45

Von außen beobachtet sind die Zutaten leider nicht mehr frisch und der Koch, wie du richtig sagst, schmeißt sie auch nicht unbedingt passend zusammen.

Schön, dass man sich hier immer wieder mit netten Analogien unterhalten kann.

Ja einen Bock schießt jeder. Wenn aber das Essen regelmäßig versalzen ist?

Natürlich sind die Fehler beim BvB nicht einfach Böcke, sondern eher Zeichen der Verunsicherung und manchmal mangelnder Organisation.
Und sie sind leider oft entscheidend.
Ich glaube nicht, dass man die Böcke als Trainer thematisieren kann. Die verschwinden meist wenn die Stabilität steigt.

der_wahre_Hannes 6. Februar 2015 um 12:24

„Psychologisch müssen sie eine Scheiss-Egal-Mentalität entwickeln“

Da fällt mir gleich wieder Frank Rost ein, der als HSV-Keeper mal meinte: „Dann steigen wir halt mal ab, na und?!“
Eine, wie ich finde, sehr gute Einstellung. Denn mit der Angst vor dem Abstieg lässt sich mit Sicherheit kein Champagnerfußball zelebrieren.

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Gh 6. Februar 2015 um 13:06

… oder Joachim Hopp, der beste aller Fußballer, als er sagte „wir spielen jetzt nur noch leckt mich am Arsch Fußball“. Da waren die Zebras leider schon abgestiegen.

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Schorsch 5. Februar 2015 um 22:25

In der Hinserie hat der BVB es mit ‚Fußball spielen‘ versucht. Und eine bis dahin nicht gekannte Niederlagenserie hingelegt. Gegen tief stehende, im Zentrum kompakte, das Gegenpressing in ungefährliche Zonen ableitende Teams war der BVB ohne Rezept, weil es an spielerischer Klasse fehlt. Das ist ein generelles Problem und die Verletztenmisere etc. dürfen da nur bedingt als Erklärung herangezogen werden. Deshalb hat man diese Spiele (und es waren reichlich) nicht gewonnen. Verloren hat man sie allerdings, weil man sich immer wieder diesen entscheidenden Konter gefangen hat. Weil man den Ball im Angriffs- oder Mitteldrittel völlig unnötig verloren hat, das Gegenpressing und das defensive Umschaltspiel nicht funktioniert hat, die Abstimmung im Defensivverbund unzureichend war, anfängerhafte Stellungsfehler passierten und den Spielern individuelle Fehler unterliefen. Klopp hat hierauf nicht mit einer Umstellung oder Anpassung der Spielweise reagiert.

Dass er mit der Winterpausenvorbereitung den Fokus auf Stabilisierung der Defensive und defensive Kompaktheit gelegt hat, ist mMn folgerichtig. Wenn es allerdings zu solchen Gegentoren kommt wie gestern (was eine nahtlose Anknüpfung an die Hinserie darstellt), wird das alles natürlich konterkariert. Sahin und Gündogan im defensiven MF sind mMn nicht das, was der BVB benötigt. Warum versucht Klopp es nicht mit Kirch? Formrückstand?

Was das Aufbau- und Offensivspiel anbelangt, so klingen die aufgezählten Namen tatsächlich nach Champagnerfußball. Aber in der Verfassung vor einem oder zwei Jahren. Entweder man ist generell ein Schatten seiner selbst (Sahin, Kagawa) oder ist nach langer Verletzungszeit noch nicht so weit (Gündogan, Reus, z.T. auch Hummels) oder eine Enttäuschung (Mkhtaryan, jedenfalls meine Meinung).

Es ist allerdings auch keine Alternative, statt ‚Chamapagnerfußball‘ nun ‚Ein-Kurzer-und-ein-Langer‘-Fußball spielen zu lassen wie gestern abend (wobei ein 0:0 momentan gegen den FCA mMn vollkommen ok gewesen wäre). Man sollte vielmehr ‚Handwerklich-gut-gemachten-Wein‘-Fußball spielen. Defensiv kompakt und mit guter Absicherung, dabei aber mit ruhigem Spielaufbau und dem Versuch der Ballzirkulation, um den Offensivspielern die Gelegenheit zu geben, sich in die richtigen Positionen zu bewegen.

Apropos Positionen. Ich kann nicht nachvollziehen, warum Klopp den Tempodribbler Reus in einem Spiel gegen einen defensiv kompakt stehenden Gegner als zweiten Stürmer (oder auch als 10er) aufstellt. Und warum stellt er nicht Gündogan auf die 10?

Die entscheidenden Spiele werden die gegen die direkten Abstiegskonkurrenten. Nächste Woche geht es gleich los.

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MR 5. Februar 2015 um 23:28

„In der Hinserie hat der BVB es mit ‘Fußball spielen’ versucht.“

Gegen Köln, sonst kaum.

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JJ 5. Februar 2015 um 21:45

Wie hat Baier es eigentlich geschafft, nur 17% seiner Zweikämpfe zu gewinnen?!

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MR 5. Februar 2015 um 23:24

Zweikampfstatistiken sind der größte Quatsch. Es gibt keine Zweikämpfe.

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mk 5. Februar 2015 um 23:30

Wie hat Baier es denn dann geschafft, trotz seiner Brillanz nur 17% der auf ihre Endphase als direktes Duell reduzierten komplexen Spielsituationen im Kampf um den Ball mit meist gegenläufigen Dynamiken als „gewonnen“ zugesprochen zu bekommen?

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blub 5. Februar 2015 um 23:52

Aus Inkompetenz. und zwar nicht Baiers Inkompetenz.

Augsburg bezahlt dafür das alle Baier schlecht reden, nur für SV.de reicht aber das Budget nicht mehr aus 😉

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MR 6. Februar 2015 um 15:10

Das ist eben nicht die Definition davon. Die Definition davon ist: „üäh…irgendwas, egal, wir brauchen ne Statistik, damit die Leute irgendwelche knalligen Aussagen treffen können“ oder so, keine Ahnung. Alleine, dass nicht zwischen offensiven, defensiven und „neutralen“ Zweikämpfen unterschieden wird, ist ja schon Quatsch.

Ich weiß bis heute nicht, wie die Zweikampfstatistik von Sky zustandekommt. Die kriegen ihre Daten von opta und ich hab das Match Centre von opta auf, da sind Zweikämpfe nicht drin. Whoscored und Squawka werden auch von opta beliefert -> Zweikämpfe nicht drin. Da wird unterschieden in Dribblings, Tacklings, verlorene Bälle und so. Ich glaub das wird dann da für Sky einfach irgendwie zusammengewürfelt. Bei Squawka gibt’s die „Take-ons“, das sind quasi die versuchten Dribblings, da hat Baier aber in diesem Spiel überhaupt keine. Bei den Tacklings auf Squawka hat Baier 9 versuchte und nur 1 erfolgreich, womöglich kam die Quote irgendwie daher, aber das ist halt null aussagekräftig, weil ein unerfolgreiches Tackling durchaus besser sein kann als gar keins. Ich mach mir jetzt mal die Mühe und gehe die unerfolgreichen Tackles durch:

15:20 – Toll abgefangener Ball im rechten Halbraum, gut mit dem ersten Kontakt nach vorne in den Raum gelöst, Aubameyang geht aber sofort ins Gegenpressing und hat direkt Zugriff, Gündogan macht zusätzlich von vorne Druck, Baier versucht den Ball durchzustecken, kriegt wegen Misbalance nicht genug Druck/Kontrolle dahinter und Gündogan kommt mit Ausfallschritt knapp ran. Baier setzt nach und kommt noch mal in den Zweikampf, Gündogan muss seinen Lauf abbrechen und sich wegdrehen (wahrscheinlich ist das der verlorene Zweikampf?). Anschließend kann Gündogan auch einen Ball in den Zwischenlinienraum durchstecken, allerdings weil Höjbjerg da Aubameyang unnötig laufen lässt. -> Okay, Gündogan ist kleinräumig noch ein bisschen stärker als Baier.

22:30 – Pass von außen auf Aubameyang, Baier antizipiert die Szene krass und kommt mit gutem Timing auf Aubas rechten Fuß, der lässt den Pass aber einfach durchlaufen, dadurch rennt Baier ins nichts. Auba hat den Ball aber auf dem schwachen Fuß, findet in dem Loch hinter Baier keine Anspielstation und macht einen ungefährlichen Distanzschuss.

29:30 – Baier kontrolliert den Raum gut, Immobiles kriegt einen hohen Ball, Brustannahme und dann seine beste Aktion des Spiels, dass er Baier hauchdünn überlupft. Baier dreht sich, setzt nach und unter Druck haut Immobile einen weiten Pass ins Toraus. Sprich: taktisch optimale Lösung, geniale gegnerische Aktion, trotzdem Balleroberung für Augsburg -> „verlorener Zweikampf“. Völliger Unsinn.

35:25 – Immobile am Ball, Baier kommt gut in den Zweikampf, auch am Ball, aber im „Zusammenprall“ springt der Ball in Immobiles Lauf. Ball springt aber zu weit weg, Feulner holt den losen Ball. -> Erneut Balleroberung als Folge der Aktion, trotzdem „verlorener Zweikampf“.

37:10 – Loser Ball im Mittelkreis´in der Luft, Großkreutz und Baier sind genau gleichzeitig am Ball, Großkreutz kommt eine Fuspitze eher ran. BVB kommt aber nicht in den Raum hinter Baier (-> gute Herausrückentscheidung), der kann sich zurückziehen und kann anschließend zwei Mal Rückpässe provozieren, sodass Dortmund aus dem Angriffsdrittel bis zum Torwart zurückspielen muss. Anschließend Gebolze und Ball bei Manninger.

69:37 – Baier muss in ein großräumiges 1-gg-1 mit Kampl, der mit Übersteiger stark an ihm vorbeigeht. Weil Höjbjerg vorher bisschen kopflos herausgerückt den Ball verloren hat, ist das nicht abgesichert und Baier kann auch nicht abdrängend wirken. Hier eine der potentiell gefährlichsten BVB-Szenen. Erster „verlorener Zweikampf“ mit Effekt.

75:51 – Baier nimmt Kagawa gut in den Deckungsschatten und zwingt Sokratis dazu, die Linie langzugehen, rückt dann nach, kommt ins körperliche Duell, Sokratis muss sich den Ball vorlegen und Feulner kommt locker ran (dann Zusammenprall und Einwurf BVB). Locker der verlorenste Zweikampf der Fußballgeschichte.

79:53 – Starke Croqueta von Powerdribbler Hummels. Baier kommt trotzdem an den Ball, der verspringt und vom nächsten Augsburger geholt wird. „Verlorener Zweikampf“, lol.

Der „gewonnene Zweikampf“ übrigens in der 17. Minute: Gündogan wird von Altintop und Werner unter Druck gesetzt, legt sich den Ball in den Raum, durch Baiers starkes Rausrücken eine Zusammenprall-Situation, Baier kann den Ball auf Höjbjerg spitzeln, 4-gegen-3-Konter für Augsburg.

Bei einem anderen Statistikanbieter, auf den wir Zugriff haben, gibt es „Challenges“. Da hat Baier bei diesem Spiel eine 43% Quote (9:12).

Die meisten Zweikämpfe gehen einfach nicht klar für einen der beiden Zweikämpfer aus, sondern führen zu versprungenen Bällen oder so. Zweikampfstatistiken sind Bullshit. Fertig.

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mk 6. Februar 2015 um 17:16

Ich hätte das als Scherz kennzeichnen sollen. Wenn meine Nachfrage dich dazu gebracht haben sollte, diese mega aufwendige Szenenanalyse zu machen, bitte ich um Vergebung (wobei es ja eine eindeutig positive Folge hatte…). Mir kam nur bei der ursprünglichen Frage in den Sinn, mir mal innerhalb von 30 Sekunden zu überlegen, wie man das, was man gemeinhin als „Zweikampf“ verkauft bekommt, eigentlich beschreiben müsste (wobei ne Definition schon sinnlos und mein Versuch nicht gut ist, aber in dem Moment fand ichs ganz lustig). Inhaltlich war ich ja schon vorher vollkommen bei dir (und zweifele schon gar nicht an Baier), obwohl ich vielleicht nicht unbedingt „es gibt keine Zweikämpfe“ sagen würde, alleine schon wegen Diskursschwierigkeiten.
Es wäre bei Field-Interviews vielleicht etwas befremdlich:
„Herr Hummels, 0:4 in Hannover. Woran hats gelegen?“
-„Wir haben die auf ihre Endphase als direktes Duell reduzierten komplexen Spielsituationen im Kampf um den Ball mit meist gegenläufigen Dynamiken nicht richtig angenommen.“ Weiß nicht recht…

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MR 6. Februar 2015 um 21:14

Yo, natürlich gibt’s Zweikämpfe, hab den Begriff ja im obigen Post selber verwendet. Nur sind die halt in den meisten Zusammenhängen keine ernstzunehmende Kategorie. Alle Aussagen, die im Zusammenhang mit Zweikämpfen getroffen werden („müssen die (ggf wichtigen) Z gewinnen“) sind Unsinn und für ’ne statistische Erhebung ungeeignet.

Zumal die – oben ganz vergessen – ja oftmals durch die Prozentzahl eine Genauigkeit und Relevanz suggerieren, die schon rein quantitativ völliger Quatsch sind. Sprich: 30. Minute, Mannschaft X ist schlecht im Spiel, „Schlüsselspieler xy gewinnt nur 33% seiner Zweikämpfe! katastrophaler Wert!“ und dann sind das 2 von 6, haha.

Hatte tatsächlich gedacht, deinen Post hätte einen angepissten Unterton, weil du angenommen hättest, ich würde mich rein wegen der ungenauen Begrifflichkeit querstellen. Aber gut, ich wollte so eine Analyse sowieso mal durchziehen, von daher gute Motivation an der Stelle. 🙂

Gh 6. Februar 2015 um 17:20

Oh, geil!, das ist ja fast besser als die Analyse. Baier spielt also definitv nicht „für die Statistik“!

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JJ 6. Februar 2015 um 18:21

Oh, da habe ich ja etwas losgetreten. Vielen Dank für die ausführliche Szenenanalyse. Ich hätte schreiben sollen (so wars gemeint): „Wie hat Baier es eigentlich geschafft, nur 17% seiner Zweikämpfe zu gewinnen; da stimmt doch was nicht“. Von nun an ordne ich „gewonnene Zweikämpfe“ wohl den typischen Phrasen zu. Hab mich auf die Sky-Statistik bezogen.

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09er 5. Februar 2015 um 21:33

Hey MR,

vielleicht kannst du mal deine konkreten Wünsche vorstellen?! Wie soll der BVB das nächste Spiel mit welcher Taktik angehen? Das wäre mal – ich glaube nicht nur für ich – sehr interessant.

Ich würde mir ja fast ein 4-3-3 (wie beim 0:3 gegen Bayern in der letzten Saison mit Weidefeller-Sokratis, Subotic, Hummels, Schmelzer-Kirch, Gündogan, Kuba-Reus, Auba, Kampf) oder ein 4-1-4-1(Weidenfeller-Sokratis, Subotic, Hummels, Schmelzer – Kirch – Reus, Gündogan, Kamp, Kuba – Auba) wünschen.

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Alexander 5. Februar 2015 um 22:02

Ohja, da bin ich auch für. Warte auch sehnlichst auf die nächsten Teile zur Dortmunder Krise!

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Jimbo 5. Februar 2015 um 22:55

Hey MR,

vielleicht kannst du mal deine konkreten Wünsche vorstellen?! Wie soll der BVB das nächste Spiel mit welcher Taktik angehen?

Hat er zusammen mit TE schon getan.

watson.ch: Diese fünf Dinge muss Dortmund ändern, um den Abstieg zu verhindern

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09er 5. Februar 2015 um 23:15

Ein Traum und dann auch noch von heute 😉

Vielen Dank!

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FAB 6. Februar 2015 um 09:36

Interessanter Artikel. Mir fehlt aber noch ein Punkt: Klare Spielstruktur erzeugen:
Die Idealaufstellung kann ja nicht wirklich ernst gemeint sein mit Reus,Kampl,Kagawa und Miki in der Offensive … Es braucht im BVB Spiel gerade in der jetzigen Phase ohne Selbstvertrauen und automatisierten Abläufen eine gewisse Struktur und kein Chaosspiel. Mit den 4 oben genannten Spielern hätte man sicherlich die vier spielerisch stärksten Spielern in der Offensive, aber der Schuss würde wohl nicht hinten losgehen, wenn das ganze nicht abgestimmt ist und jeder seine Rolle finden würde. Der BVB hatte in seiner erfolgreichen Zeit offensiv immer einige Spieler mit klarer Rollenbeschreibung: Lewandowski als Ziehspieler in der Offensive, der nicht nur die gegnerische Defensive bindet, sondern immer eine „blinde“ Option für die Mitspieler ist. Kuba der im Zusammenspiel die rechte Seite beackert, wodurch eine gewisse Asymmetrie und auch Variation entsteht. Daneben Spieler mit Freiheiten, wie Reus und früher auch Götze und in gewisser Weise Kagawa … Eine solche Struktur muss auch wieder entstehen … Deshalb bräuchte es in der Offensive 2 Strukturspieler mit relativ festgelegten Aufgaben bzw. Bewegungen und 2 „freie“ Spieler, so wie es bisher auch immer war, nur eben jetzt nicht mehr! Jetzt laufen alle planlos rum, sobald der Ball nach vorne gespielt wird, da hilf auch noch mehr Spielstärke nichts. Z.B. würde ein Kagawa die Bewegungen von Miki niemals kapieren, weil zwei ganz unterschiedliche Spielinterpretationen aufeinanderprasseln.

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MR 6. Februar 2015 um 13:12

„Mir fehlt aber noch ein Punkt: Klare Spielstruktur erzeugen:“

Das ist doch Punkt 2 dort.

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FAB 6. Februar 2015 um 15:11

Stimmt, ich habe den Artikel wohl zunächst zu oberflächlich gelesen und wurde dann einfach nur komplett verwirrt durch die Beispielaufstellung.
Dann bezieht sich meine Kritik eher darauf, besser zu erklären, wie der BVB zu einer solchen Grundstruktur und Klarheit in seinem Spiel kommt. Später wird über Verbindungen und Kombinationen gesprochen OK, schön und gut. Das klingt dann aber eher wieder nach Freiheit und Improvisation. Bzw. könnte zumindest so interpretiert werden, vor allem wenn man dann das Aufstellungsbeispiel sieht … Ich denke einfach, beim BVB fehlt in der Offensive die klare Rollenverteilung wer für was zuständig ist, damit meine ich nicht unbedingt Hierarchie, aber es braucht Fixpunkte, um die herum sich andere Spieler improvisiert einbringen können …

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Koom 6. Februar 2015 um 09:28

Mal meine Aufstellung, mit Begründung:

Weidenfeller
Alternativlos. Langerak war jetzt auch nicht dramatisch besser, Weidenfeller wirkt insgesamt zumindest sehr engagiert.

Linker Verteidiger: Schmelzer
Spielerisch eine Art Ausputzer. Immer hilfsbereit, immer laufstark, immer entschlossen. Lässt sich auch von einem Fehler nicht unterkriegen.

Linker Innenverteidiger: Hummels
Zwar nach wie vor nicht in Idealform, aber in der Gesamtharmonie wichtig. Nötig auch für die Spieleröffnung

Rechter Innenverteidiger: Subotic
Hat eher den defensiveren Charakter inne, während Sokratis oft auch zu weit nach vorne geht. Unharmonisch in Verbindung mit Hummels.

Rechter Verteidiger: Pisczek
Ist relativ gut in Form, wichtiger Antreiber

DM: Kirch
Aufbau- und Umschaltspieler

DM/ZM: Gündogan
Idealer Verbindungsspieler im Mittelfeld.

OM: Kagawa
Auch wenn er in der Hinrunde nicht fit war: Er ist als OM der vermutlich beste im Kader.

LM: Kampl
Ist frisch, unverbraucht, fit.

RM: Kuba
Ideal abgestimmt mit Pisczek. Defensivstark, offensivstark, gutes Auge im Pass-Spiel.

MS: Reus
Beweglicher, spielstarker Mittelstürmer mit hoher Abschlussqualität

Anfällig wäre man am ehesten mit hohen Bällen, hat aber dafür mit Hummels und Subotic 2 Leute, die das gut regeln könnten. Ansonsten hätte man eine 11 mit hoher Ballfertigkeit auf dem Feld, die zugleich schnell, offensivstark, aber auch ein gutes Auge für Defensivarbeit hat.

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09er 6. Februar 2015 um 09:34

Damit bewegt man sich im taktischen Bereich der Aufstellung gegen Bayern in München aus der letzten Rückrunde.

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Koom 6. Februar 2015 um 10:11

Was ja auch ein exzellentes Spiel war. Hohe taktische Flexibilität, ballsicher, offensivstark, defensiv umsichtig. Von der Aufstellung wäre eigentlich nur Reus ein etwas defensivfaulerer Spieler, vielleicht auch Kampl. Kann man aber verkraften.

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Schorsch 6. Februar 2015 um 10:29

Gegen Bayern konnte man (zumindest in Ansätzen) den ‚früheren‘ Kloppschen BVB-Stil spielen. Reus z.B. konnte mit seinen Tempodribblings in vorhandene Räume stoßen. Wenn keine Räume gegeben werden, dann kann er seine größte Stärke auch nicht nutzen.

Das Problem in der Hinrunde sind doch nicht Spiele gegen Teams gewesen, die selbst eher offensiv ausgerichtet spielen. In diesen Spielen hat der BVB doch sein Pressing-/Gegenpressing – Spiel zumeist überzeugend und mit Erfolg anwenden können. Das Problem sind doch die Spiele gegen defensiv orientierte Teams gewesen, welche keine Räume für das typische BVB-Spiel zugelassen haben und auf Konter gesetzt haben. In diesen Spielen hat der BVB versagt, weil seine typische Spielweise gegen entsprechend eingestellte Teams nicht greift.

Ich erwarte nicht, dass diese Teams in der Rückrunde anders spielen werde gegen den BVB. Wenn der BVB gegen dies Teams dann aber nicht anders spielt, wird er auch diese Spiele wieder verlieren.

Der SCF hat in der Hinrunde z.B. dem BVB auch die Räume gegeben, die er brauchte. Gut möglich, dass dies wieder so geschieht dieses Wochenende. Aber davon auszugehen, HSV, EffZeh, etc. würden anders agieren als in der Hinrunde wäre fatal. Und der VfB unter Stevens wird sich wohl auch gut überlegen, was er tut.

Der BVB hat es bislang nicht hinbekommen, seine Spielweise adäquat anzupassen an entsprechend spielende Teams. Dazu bedürfte es mMn aber auch einer anderen Rollenverteilung und wahrscheinlich auch einer Systemänderung. Reus jedenfalls sehe ich gegen tief stehende / Gegenpressing ableitende Teams weder auf der Stürmer, noch auf der 10er-Position.

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nougat 5. Februar 2015 um 21:19

Man kann aber schlecht die Situation der Augsburger vor 2 Jahren mit der der Dortmunder vergleichen. Dortmund war schon oben und hat was gerissen – Augsburg muss das erst noch beweisen (auch wenn sie auf einem guten Weg sind; für Titel dürfte es allerdings dennoch nicht reichen).
Dortmund hatte ein Motivationsproblem mit dem verlorenen Championsleague Finale. Jetzt hat es große, sehr, sehr große Existenzangst, die Fallhöhe ist auch ungleich höher. Augsburg hatte vor 2 Jahren nix zu verlieren, ähnlich wie Dortmund nach der Fastinsolvenz mit Beginn der Klopp-Ära.
Es lässt sich immer leicht kacken, mit dem Herausspielen aus dem Abstiegskampf. In Wahrheit kommt die Mannschaft doch jetzt gar nicht mehr in die nötige psychische Verfassung, um mental einen vollwertigen Kampf mit spielerischem Anspruch aufzubieten. Dafür sorgt schon die dauernde Bestrahlung der Medien – von den Fans mal ganz abgesehen.

Antworten

JSFM 5. Februar 2015 um 20:37

Das Fazit gefällt mir außerordentlich gut. Ansonsten auch sehr zutreffend und präzise die Problemstellen benannt. Es gefällt mir immer sehr gut, deine Artikel zu Dortmund zu lesen; wirklich sehr aufschlussreich. Man merkt, dass du insbesondere beim Thema BVB viel Expertise besitzt. Was wäre deine Personalwahl, um die offensive Struktur zu verbessern? Hatte man nicht gestern sehr viele(zu viele?) relativ „direkte“ Spielertypen auf einmal auf den Platz gehabt?

Antworten

HW 6. Februar 2015 um 09:31

Mir gefällt das Fazit eigentlich überhaupt nicht. Klopp hat mit dem Begriff Champagner-Fußball eine Vorlage gegeben. Aber ich denke Spieler aufzuzählen die fast alle in einem Formtief stecken und dann schönen Fußball als Lösung zu sehen ist utopisch.
Die Erinnerungen an den schönen BVB Fußball von vor zwei Jahren müssen verschwinden. Champions League Finale -> Erinnerung löschen.
Wer heute noch denkt: Aber die waren doch so gut? Ist Teil des Problems. Die sind nicht gut. Nicht individuell und nicht kollektiv. Sie können es vielleicht besser als sie es zuletzt gezeigt haben aber das Niveau von vor ein paar Jahren darf keine Bedeutung haben. Viele andere Clubs haben lange gebraucht um genau das zu kappieren (Werder z. B.).
Im Abstiegskampf (oder Kampf um den Klassenerhalt um es positiv auszudrücken) fängt man bei 0 (Null, Zero!!!) an. Fußball ist in diesen Gefilden Handwerk und zwar möglichst effektives Handwerk. Da kann man sich einfache Stellungsfehler so wenig leisten wie den Traum vom Champagner-Fußball.

Selbst erfolgreiche Teams spielen ihren Champagner-Fußball meist erst, wenn sie vorher ihr Soll erfüllt haben.

Antworten

Grasnarbe 6. Februar 2015 um 09:56

Nein, nein, nein. Das ist Käse, wie MR schon beschrieb: Es interessiert die Tabelle mathematisch überhaupt nicht, wo du stehst und wie du spielst. Wenn du Punkte bekommst, bekommst du Punkte, aus fertig. Es gelten keine „anderen Gesetze“, man fängt nicht „bei 0 (Null, Zero!!!) an“, du spielst gegen genau die gleichen Gegner wie deine Konkurrenten, es ist die Bundesliga, du bekommst 3 für einen Sieg, 1 für ein Unentschieden. Wenn die Chancen höher sind zu gewinnen mit einer bestimmten Spielweise, dann ist das so.

Oder andersrum: Wieso sollte eine andere Spielweise im Abstiegskampf besser sein als sonst? „Besser“ hieße ja schlicht und einfach, dass diese Spielweise mehr Punkte bringt. Der Logik nach sollte diese Spielweise also IMMER angewendet werden, weil sie erfolgreicher ist. Wenn also holzen, hinten reinstellen und „kämpfen und Fehler abstellen“ die Erfolgsgaranten sind, ist es doch sehr verwunderlich, wenn Jahr für Jahr Mannschaften genau mit diesen limitierten Qualitäten absteigen.

Ja, wenn Mannschaften schlecht spielen und/oder wenig Punkte haben, strotzen sie nicht vor Selbstbewusstsein und es klappt nicht viel. Aber deswegen irgendwelche anderen „Gesetze“ oder Spielweisen einzuführen – nur weil sie „besser zum Abstiegskampf passen“ (aka schlechte Mannschaften, die schlecht Fußball spielen können und versuchen, mit Fouls Punkte zu erzielen) – ist wie demonstriert barer Unsinn.

Und ein letztes: Doch, Dortmund ist trotz aller Formschwächen, Verletzungen, Disharmonien eindeutig besser als das untere Drittel der Liga. Individuell – und kollektiv sowieso. Schau dir alle möglichen Basiswerte wie GI, transfermarkt etc an. Sie setzen dieses Potential zur Zeit nicht um, so „einfach“. 🙂

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HW 6. Februar 2015 um 10:34

Natürlich interessiert es die Tabelle nicht. Aber man steht da unten, weil man schlecht spielt. Dann muss man erstmal die Basics richtig hinbekommen.
Das ist es was ich als Fußballhandwerk bezeichne. Das hat nichts mit der Strategie zu tun. Du kannst Mauern oder Pressen, du kannst Flachpasskombinationen oder Kick And Rush spielen. Egal, solange es zu deinen Spielern passt. Aber du musst das Handwerk beherrschen. Absichern, freilaufen, Ballananahmen, leichte Fehlpässe vermeiden, Spielübersicht, Stellungsspiel.
Natürlich hat man auch viel öfter mit Gegnern zu tun bei denen genau das funktioniert.

Was kann man sich denn für die tollen Basiswerte kaufen? Nichts. Der BVB mag theoretisch besser sein. Aber Fakt ist, sie sind es im Moment nicht. Sie schießen keine Tore und kassieren zu leicht welche.

Ich will hier doch keinen Hau drauf Fußball fordern, dass passt nicht zum BVB. Aber dieser Quatsch: Die müssen es einfach so machen wie Augsburg. Sorry aber ‚einfach so‘ ist genau das was nicht funktioniert im Moment. Denen geht alles schwer von der Hand. Alles was mal leicht war klappt nicht mehr.
Wie soll man denn etwas komplexes stabil aufbauen, wenn die Basics nicht funktionieren?
Wenn ein Musiker Probleme hat den Takt zu halten empfiehlt man ihm doch auch nicht Rachmaninow zu spielen!

Natürlich muss der BVB sich spielerisch verbessern aber wo ist das Gerüst in der Mannschaft um das zu schaffen? Ich habe nach der Winterpause auch mehr erwartet. Keinen schönen Fußball. Aber mehr Stabilität und sowas wie einen Plan in der Offensive. Mittlerweile Frage ich mich aber wer genau für diese Formkrise(n) verantwortlich ist. Vor ein paar Jahren war der BVB sicher an der oberen Leistungsgrenze (Richtung Overachiever). Die andauernden Probleme, gerade von wichtigen Spielern lassen mich daran zweifeln ob das Trainerteam in der Lage ist diesen Spielern zu helfen. Und nach einigen wirklich guten Neuzugängen vor ein paar Jahren stellt sich jetzt die Frage ob das Scouting und die Auswahl für die vom BVB zwischenzeitlich erreichte Stufe gut genug war (vor allem im Preis/Leistungs-Verhältnis).
Dortmund ist sicherlich ein Underachiever in dieser Saison. Aber zu glauben man könne die Situation ignorieren, nicht nur den Tabellenplatz sondern vor allem die Form der Spieler, und einfach schönen Fußball anstreben ist falsch.
Es gibt nämlich einen entscheidenen Unterschied zu einem Verein wie Augsburg. Wenn die weit unten stehen, sind sie nicht zwingend in einer Formkrise. Ohne Formkrise lassen sich spielerische Elemente wesentlich leichter umsetzen.

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MR 6. Februar 2015 um 13:09

„Natürlich interessiert es die Tabelle nicht. Aber man steht da unten, weil man schlecht spielt. Dann muss man erstmal die Basics richtig hinbekommen.“

Die kriegt man doch richtig hin. Bekam man in der Hinrunde auch schon.

„Aber man steht da unten, weil man schlecht spielt.“

Weil die Basics halt nicht dazu führen, dass man gut spielt. Basics stimmen, jetzt bitte gut spielen.

Und eine Formkrise seh ich nur bei Mkhitaryan, Subotic und vielleicht Hummels. Die anderen spielen schlecht, weil die Mannschaft nicht gut spielt. Wenn man daraus ableitet, nicht besser spielen zu dürfen, ist das eine selbsterfüllende Prophezeiung, die eine Abwärtsspirale erzeugt. Keine Problemlösung. Das Gegenteil davon.

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FAB 6. Februar 2015 um 17:00

Die Frage ist aber auch „was ist GUT“? Wenn ich Amateurliga schaue, dann erwarte ich simplen einfachen Fussball und hoffentlich individuell einigermaßen saubere Technik. Wenn ich Champions League schaue, erwarte ich komplexe Taktiken, eingespielte bzw. kollektive Abläufe, blindes Verständnis usw.
Bisher hat der BVB in seiner erfolgreichen Zeit sein extrem komplexes taktisches Spiel immer weiter perfektioniert und sind damit irgendwann an Grenzen gestoßen … auch weil die anderen Mannschaften dazugelernt haben. Jetzt droht der Abstieg und es braucht eine Abkehr von diesem komplexen kollektiven Abläufen, weil sie aktuell schlichtweg nicht funktionieren und in der jetzigen Phase bringt es auch nichts irgendetwas kompliziertes einzuführen. Die Kunst besteht eher darin, einfachere Abläufe zu finden, klare Strukturen zu schaffen und dabei die Qualität hoch zu halten.
Insofern finde ich den Begriff Abstiegskampf durchaus berechtigt, auch wenn das Wort Kampf etwas falsches suggeriert, weil Kämpfen (maximale Laufleistung usw) mittlerweile Standard ist und in der gesamten Bundesliga komplett ausgereizt ist, sonst hätte man sich zur Winterpause Felix Magath holen und versuchen können statt 11 km eben 15 km im Durchschnitt zu laufen. Nein so bringt das natürlich auch nichts …
Nein man wird beim BVB weder mehr laufen können, noch eine neue komplexe Taktik erfinden können, aber trotzdem muss der BVB sein Spiel situationsgerecht anpassen: Keine komplizierten Abläufe, die ein hohes Maß an Selbstbewußtsein einfordern, sondern Vereinfachung und Klarheit …

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HW 6. Februar 2015 um 10:49

PS

Ich glaube wir sind nicht so weit auseinander. Ich finde einfach, man kann diese Schritte (besserer Fußball und besseres Handwerk) nicht von einander trennen.

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Grasnarbe 6. Februar 2015 um 11:04

Stimmt, hatte deine Intention anders eingeschätzt.

Ich denke, Klopp hat in der Winterpause sicher die Basics bis zum Umfallen trainiert. Man hat halt in der Vorbereitung wenig Gelegenheit, das Selbstvertrauen hinzubekommen.

Sehe da auch einen Mix aus komischer Transferpolitik (die Rückkehrer), Pech, taktischer Starre, Verletzungen usw am Werk. Sowas geht nur multifaktoriell. Overachieving vs underachieving ist ein sehr schöne Stichwort, sehe das genau so.

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HW 6. Februar 2015 um 11:12

Was wirklich sorge bereitet, soweit man nach zwei Spielen urteilen kann, wenn eine mehrwöchige Vorbereitung keine wirkliche Verbesserung bringt, was dann? Man steckt wieder in den englischen Wochen und hat kaum Zeit inhaltlich neues zu trainieren. Das macht vielleicht auch Klopp etwas ratlos.

Schorsch 6. Februar 2015 um 10:03

Zustimmung. Wenn die Basis nicht stimmt, stimmt nichts.

Um es mit einem 30 € -Phrasenschwein-Satz zu sagen: Weder Kunst noch Maloche ist gefragt. Sondern solides Handwerk.

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Felix 5. Februar 2015 um 20:32

Was genau hindert denn den BVB daran, besser zu spielen? Die Personalnot zählt ja aktuell nicht mehr als Ausrede. Ist es die Psyche? Ein überforderter Trainer? Fehlende Routine? Tatsächlich nur die falsche Strategie?

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Michael Maier 5. Februar 2015 um 20:30

Sehr treffende Analyse eines fußballerischen (und rhetorischen) Bankrotts. Bleibt noch anzumerken, dass Kampl auch nur ein Dauerläufer zu sein scheint, der das spielerische Niveau keineswegs zu heben vermag. Und wenn sich die Offensive schon auf hohe Bälle in den Strafraum bzw. Flanken aus dem Halbfeld reduziert, kann man sich fragen, warum mit Ramos der wohl kopfballstärkste Angreifer auf der Bank sitzt? Abschließend sei noch festgestellt, da hier Reus unlängst eine prächtige Entwicklung bei Dortmund bescheinigt wurde, schlechter als gestern habe ich Reus noch nicht spielen sehen.

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HW 6. Februar 2015 um 09:33

Kampl kommt in ein nicht funktionierendes Team und soll alles richten?

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Michael Maier 6. Februar 2015 um 11:58

Er wurde für 12 Mio geholt, weil er der Mannschaft „sofort helfen kann“… Kann er das?

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HW 6. Februar 2015 um 12:12

Kann das irgendein Spieler? Wenn die Mannschaft nicht funktioniert ist selten ein Spieler die Lösung. Helfen ist nicht gleich retten. Kampel ist auch kein gestandener Spieler aus einer der großen Ligen. Er ist perspektivisch ein nachvollziehbarer Transfer und er kann eine wichtige Rolle spielen.

Leider haben die letzten Transfers des BVB nicht so eingeschlagen wie vielleicht erwartet. Das ist sicher eine Ursache der Krise.

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HW 6. Februar 2015 um 12:19

PS

Wenn man sich die Transfersummen anschaut, international aber auch nur bei BvB, dann erwarte ich von einem 12 Mio. Transfer beim BVB nicht sofort eine zentrale Rolle zu übernehmen. An den Beträgen kann man sicher nicht alles festmachen. Aber Kampl ist nicht der beste Spieler beim BVB und er ist auch kein Regisseur mit Einfluss auf die Spielgestaltung. Er ist eine weitere Option. Wahrscheinlich eine notwendige Option wenn man die Form von anderen Spielern im Angriff betrachtet. Aber wegen Kampel werden die anderen Spieler nicht plötzlich besser.

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Tomás 6. Februar 2015 um 13:46

Entschuldige bitte, aber es lässt doch ziemlich tief blicken, dass du nach zwei(!) Spielen den Stab über einen neuen Spieler brichst. Insbesondere wenn man bedenkt, dass diese zwei Spiele ein ziemlich atypisches „Pressingfestival“ in Leverkusen und ein Spiel gegen Augsburg waren, in dem die Mannschaft nach dem Gegentor mental kollektiv eingebrochen ist.

Eine Fokussierung auf einzelne Spieler als „Heilsbringer“ (oder auch Sündenböcke) wird dem Mannschaftsspiel Fussball meiner Ansicht nach nicht gerecht.

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flo 5. Februar 2015 um 20:17

Ich hätte sehr gerne einen Kirch als einfachen 6er gesehen mit 2 8ern davor um mal Präsenz in den gegnerischen 6er Raum im Angriff zu bringen.
Gab es da etwas Grundsätzlich es dagegen, was ich nicht verstanden habe oder ist das einfach nicht die Art wie Klopp spielen will?
Ich finde der BvB beschränkt sich aktuell zusätzlich durch das System welches ich im Ballbesitzspiel nicht so super finde.

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Mario 5. Februar 2015 um 20:43

Ich war erschrocken, dass Dortmund mit ZWEI Stürmern gespielt hat, die Räume brauchen, um ihre Stärken ausspielen zu können: Immobile und Aubameyang. Da hab ich mir schon vor Anpfiff gedacht, dass das schwer würde. Also ich weiß je nicht, wie fit Miki und Kagawa waren, aber einen davon für Auba/immo wäre bestimmt viel stärker gewesen. Und an Kirch hatte ich auch gedacht. Notfalls mit Kirch, Sahin und Gündogan ne ordentliche Ballzirkulation im zweiten Drittel und dann mal schauen was passiert.
Ich hatte ja auch gehofft, dass der BVB jetzt ein bisschen geduldiger spielen würde. Sonst wollte man ja immer noch die Riesenserie starten und das nächste Fußballmärchen starten (gerade Ende der Hinrunde). Und in der Winterpause hat Klopp dann gesagt: Alles andere als der Klassenerhalt zählt nicht. Aber nichts da mit Geduld. Man hätte ja auch einfach mal spielen können, notfalls das 0:0 halten und gucken, ob nach vorne noch was geht, den Gegner kommen lassen, ein wenig aufrücken lassen (wäre strategisch gegen Augsburg doch bestimmt günstig gewesen).
Aber da macht wohl die Psyche nicht mit. Man will unbedingt durchbrechen, Die Anspannung mit Kampf lösen und einfach drauflos rennen und bolzen. Zumal das Publikum ungeduldig wird und lieber sehen will, dass man kämpft und „nicht ständig rumfummelt“.
Wenn man nur auf den Klassenerhalt schaut, hätte man ja auch ein 0:0 gegen Augsburg mitnehmen können. Das wäre ja keine Schande gewesen, obwohl das Publikum oder die Presse sicher ungeduldig geworden wäre. Es ist doch zum Heulen. Da hast du so geile Spieler für Offensivkombinationen (Reus, Mkhitaryan, Kampl, Gündogan, Kagawa) und die besinnen sich nicht auf das, was sie können.

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Bernhard 5. Februar 2015 um 20:15

Total leiwander Artikel, danke!
Zwei Fragen, die eher schwer zu beantworten sind:
1) Wurde dieses miese Gebolze von Klopp vorgegeben oder erreichte er in nach der roten Karte seine Mannschaft nicht mehr, sodass diese kopflos agierte?
2) Bilde ich es mir ein oder sinkt das Niveau der Mannschaft kontinuierlich? Die Matches gegen Köln oder gegen Gladbach waren wirklich gut. Damals konnte ich mit MRs These + Artikel („Die schlechteste beste Mannschaft“) noch was anfangen. Auch die Partie gegen die Bayern war eine Halbzeit lang gut. Aber der Dezember war miserabel und auch die bisherigen zwei Matches stimmen mich eher nachdenklich.
Andere Meinungen?

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janeane garofalo 5. Februar 2015 um 22:58

Gleiche Meinung! Der BvB wirkt zur Zeit wie ein Team, das stirbt.

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Pioneer 5. Februar 2015 um 20:14

Absolut korrektes Fazit, man konnte aber schon nach dem torarmen Vorbereitungsspielen erahnen, dass der neue Schwerpunkt der Dortmunder auf der Defensivstabilität und dem verhindern einfacher Fehler liegt. Ein Gegentore nach den ersten zwei Spielen gegen recht offensivstarke Mannschaften sind da absolut ok. Aber in der Offensive gibt es derzeit einfach keinen Lichtblick. Auch das Gegenpressing wird lange nicht mehr so extrem durchgezogen.
Ob man sich so durch die nächsten Spiele mogeln kann, ist fraglich. Freiburg ist derzeit im Aufwind, das wird schon ein richtiger Gradmesser im Abstiegskampf. Mit so ner Leistung ist dann auch das Aus ist Pokal und CL nicht mehr weit..
Ich glaube, dass ein bisschen frischer Wind der Mannschaft nicht schaden würde (Ramos und Kirch).

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Em Es 5. Februar 2015 um 19:41

wir wollen euch spielen sehen

fazit auf den punkt

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Koom 6. Februar 2015 um 09:04

Man kann ein bisserl darauf hoffen, dass es von Klopp ein mehrstufiger Plan ist. Schritt 1: Körperliche Fitness, allgemeine Stabilität. Das ist im Gegensatz zur Hinrunde jetzt wieder gegeben, wurde auch in beiden Rückrundenspielen bestätigt.

Allerdings wurde auch klar: Ein Bock passiert immer. Auch gegen Leverkusen schoß man 2 Böcke, wo _eigentlich_ ein Tor draus fällt, tat es aber nicht. Diesmal klingelte es eben. Heißt auch: Man muss dafür sorgen, dass vorne ein Tor fällt.

Persönlich empfinde ich Immobile immer noch als Fremdkörper, zu limitiert, zu sehr aufs Tor fokussiert. Da auch die anderen Mittelstürmer nicht etabliert sind, sollte man die beste Alternative aufbieten: Reus. Kombinationsstark, technisch stark, schnell, kann mitspielen. Und für das Mittelfeld hat man reichlich andere Optionen. Zudem ist Reus auch keine „Kante“, bei der es verlockend erscheint, sie hoch und lang anzuspielen.

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