Uruguay – England 2:1

Englands schlimmste Befürchtungen scheinen sich zu bestätigen. Nur phasenweise konnten sie gegen Uruguay überzeugen. Ansonsten fehlten Rhythmuswechsel und Variabilität allerorten. La Celeste meldet sich derweil mit einer umgebauten Mannschaft zurück.

Grundausrichtung

Óscar Tabárez sah sich aus zweierlei Gründen dazu gezwungen, im Vergleich zur Niederlage gegen Costa Rica personelle Wechsel vorzunehmen. Einerseits war Maxi Pereira gesperrt und Kapitän Diego Lugano verletzt. Andererseits nahm er Walter Gargano, Diego Forlan und Christian Stuani raus. Dafür kamen Álvaro González, Nicolás Lodeiro und Luis Suárez ins Team. Insgesamt stellte Tabárez die Grundformation um. Arévalo Ríos gab den Solosechser und hatte keinen konstanten Nebenmann mehr. Dafür war González eine Art Hybrid zwischen Achter und Rechtsaußen. Nicolás Lodeiro wiederum spielte als Zehner hinter Suárez und neben oder hinter Edinson Cavani. Auch die Viererkette wurde umgebaut. Martín Cáceres rückte von der Links- auf die Rechtsverteidigerposition. Dafür agierte Álvaro Pereira links in der Kette. Der erfahrene Lugano wurde von José María Giménez ersetzt, einem 19-jährigen Innenverteidigertalent von Atlético, der aber bei den Rojiblancos in der vergangenen Saison nahezu nie zum Einsatz kam, allerdings bei der letzten U20-WM zu überzeugen wusste. Auch an der Seite seines Vereinskollegen Diego Godín machte er einen guten Eindruck.

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Probleme mit dem nicht besetzten Offensivzentrum im Spiel gegen Costa Rica

Roy Hodgson änderte personell nichts an der Startaufstellung der Three Lions. Lediglich gab es kleineres Stühlerücken innerhalb der Formation. Wayne Rooney ging ins Zentrum, wodurch Raheem Sterling mehr nach rechts rückte und Danny Welbeck auf die linke offensive Seite kam. Zudem tauschten Jordan Henderson und Steven Gerrard ihre Sechserposition im Vergleich zum Italien-Spiel. Die Vereinskollegen vom Liverpool FC wirkten sowieso phasenweise wie Zwillinge, was Bewegungsmuster anbelangte. Apropos Liverpool: Insgesamt standen sieben Akteure auf dem Rasen, die ihr Geld in der Stadt an der Mersey verdienen.

Das neue alte Uruguay

Nach der äußerst enttäuschenden Vorstellung gegen Costa Rica im 4-4-2 wollte die Celeste von vorn beginnen. Gegen die Lateinamerikaner war gerade das offensive Zentrum beziehungsweise der Zehnerraum nur mangelhaft besetzt. Dafür waren nun Lodeiro und Cavani in erster Linie zuständig. Sie traten grundsätzlich in einem 4-1-3-2 auf, was durch die Pendelbewegungen von Cavani auch zum 4-1-4-1 wurde. Lodeiro rückte dabei phasenweise recht weit auf, um einen Block gegen Englands Spielaufbau zu bilden. Andererseits ging der Spieler der Corinthians auch wiederum in tiefere Staffelungen über, um die erwähnte Lücke vorm Sechserraum zu schließen.

Partiell erinnerte dieses Uruguay an das Team der jüngeren Vergangenheit. Einst war Tabárez darauf aus, Suárez, Cavani und Forlan in eine Ellf zu packen und kreierte dabei 4-3-3- oder 4-4-2-Formationen, wo der PSG-Stürmer Cavani zuweilen auf der rechten Seite spielen musste. Zudem war in diesem Zusammenhang die Einbindung von Cristian Rodríguez schwierig, da der 28-Jährige ein recht klassischer Linksaußen ist. Auch gegen die Three Lions gab es eine gewisse Asymmetrie, um genügend spielerisches Potenzial in die Startelf zu bringen, wenngleich Unterschiede zum alten System bestanden.

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Uruguay in der Offensive. Die Asymmetrie beziehungsweise Diagonalität der Offensivakteure ist hier natürlich etwas übertrieben dargestellt.

Ein Punkt war, wie erwähnt, die Rolle von Lodeiro. Zudem gab Álvaro González keineswegs den konstanten Rechtsaußen. Breitegebend war auf diesem Flügel häufig eher Cáceres. González rückte dafür tendenziell stärker in den Halbraum. Auf der anderen Seite war der bereits genannte Außenstürmer Rodríguez. Zudem spielten Cavani und Suárez selten auf einer Linie, sondern vielmehr wechselnd oder sogar gleichzeitig ausweichend. Suárez zeigte seine typischen Bewegungen in Richtung Flügel, wo er weiträumig im Horizontalband auf Höhe der 16er-Grenze agierte und wiederum aus dieser neuen Grundposition diagonal nach innen zog. Meist war er hier ball- und durchbruchsfokussiert.

Cavani seinerseits kippte in den Zehnerraum ab und unterstrich seinen Ruf als Defensivstürmer. Zudem diente er gut für Verlängerungen in den Raum hinter die Viererkette. Denn das Aufbauspiel erfolgte weniger über den Sechser Arévalo Ríos. Ballverteiler Gargano war nicht auf dem Feld. Arévalo wurde vornehmlich als Manndecker Rooneys und Zerstörer im defensiven Mittelfeld abgestellt. Erste Vergleiche mit dem früheren Milan-Spieler Gennaro Gattuso machten während der Partie die Runde.

Frühe Intensität und Englands „Dominanz“

Der Start der Celeste war recht verheißungsvoll. Die Südamerikaner pressten die ersten Minuten stark gegen den englischen Spielaufbau, versuchten mit einem Dreier-Block im 4-1-2-3 zwischen Innenverteidiger und Sechser zu gelangen und das sonst eher behäbige Aufbauspiel über Gerrard und Co. zu zerstören. Allerdings sollte sich diese Phase nach einigen Minuten legen und der zweifache Weltmeister ging in eine 4-4-1-1-Defensivordnung über.

Die Anfangsphase der Partie war im Allgemeinen sehr wild und ein Festival an Balleroberungen. Wenig Klarheit im mittleren Drittel, komplette Unklarheit in den jeweiligen offensiven Dritteln. Die Urus suchten noch etwas nach der richtigen Ordnung. England hingegen übernahm zunehmend die Kontrolle über den Ball. Doch es war eine Art Pseudo-Dominanz. Denn die Three Lions änderten ihren Rhythmus einfach nicht. Der Spielaufbau sah immer wieder gleich aus. Die Positionsbesetzung war monoton, Pressingmomente die Seltenheit.

Konnte Rooney nicht gut eingesetzt werden, weil sich Arévalo festgebissen hatte, wurde über die Außenbahnen gespielt. Sterling und Welbeck versuchten in Kombination mit den Außenverteidigern Durchbrüche. Daniel Sturridge wich zuweilen, meist auf seine bevorzugte linke Seite, aus, aber dies war in Gänze nicht zwingend.

Grundformation

Grundformation

Tabárez opferte für seine neue offensivere Formation teilweise die Halbräume um Arévalo im Spiel gegen den Ball. Aber er wusste, die Urus spielen gegen England, die manchmal eine Allergie gegen Halbräume zu haben scheinen. Anders ist ihr Verhalten nicht zu erklären. Lediglich Sterling wehrte sich dagegen und rückte von seiner nominellen Position mit zunehmender Spielzeit immer mehr ins Zentrum. Eine erste Phase mit sehr hohem Ballbesitzanteil zwischen der 25. Und 30. Minute schlossen die Engländer mit einer Chance von Rooney ab, die aber nach einer Standardsituation erfolgte. Er köpfte eine Freistoßflanke am langen Pfosten aus einem halben Meter gegen die Latte, mehr war aber in dieser Szene fast nicht möglich.

Man kann den Europäern zugutehalten, dass sie zuvor einige ansehnliche Aktionen hatten, wo Bälle über die leicht eingerückten Außenspieler in tiefere Schnittstellen weitergeleitet wurden und die Urus mit diesen kurzen, situativen Tempoverschärfungen ihre Probleme hatten.

Den Treffer machten aber die Himmelblauen. Lodeiro hatte sich in der 38. Minute im zentralen Mittelfeld durchgetankt und legte mit etwas Freiraum auf die linke Seite herüber. Dort sah sich Cavani mit drei Engländern am Strafraumeck konfrontiert, die den Weg zum Flanken versperren wollten. Doch el Matador ließ sich nicht lumpen. Er verzögerte kurz, wodurch sich eine Lücke auftat. Seine angeschnittene Flanke flog dann über Phil Jagielka auf den Kopf von Suárez, der sich vom Everton-Verteidiger weggestohlen hatte. 60% Ballbesitz, 79% Passquote, 5:3 Torschüsse, aber 0:1 im Rückstand – so lautete die Statistik der ersten Halbzeit für England.

Zweite Halbzeit: Intensität, Rooney und die Liverpool-Connection

Das Team von Hodgson kam mit höherer Intensität, aber ohne formative oder personelle Anpassung aus der Kabine. Weiterhin spielten sie im 4-2-3-1. Aber die Außenstürmer versuchten nun doch mehr Überladungssituationen zu initiieren, während Leighton Baines und Glen Johnson viel höher standen und die Breite gaben. Auffällig war weiterhin die unbewegliche Doppelsechs, wo es wenig Spiel mit der Höhe gab und beide Vertikalläufe eher scheuten oder oftmals nur gleichzeitig aufrückten. Dieses Problem schien Hodgson auch nicht zu beheben. Dafür brachte er nach einer Stunde Ross Barkley für Sterling – ein positionsgetreuer Wechsel.

Die Urus zogen sich ihrerseits weiter zurück. Gegen den Ball agierten sie häufiger in einem 5-4-1 oder 5-3-1-1. Dies hatte mit Arévalo zu tun, der Rooney auch in die eigentliche Viererabwehrreihe hinein verfolgte. Cavani war am anderen Ende der Formation zunehmend halblinks im Schatten von Suárez, welcher wiederum mehr auf Jagielkas Raum fokussierte.

Die Engländer rannten weitere dreißig Minuten an, hatten aber Probleme, da die Celeste die Ketten zusammenzogen, den Raum verknappten und immer die Gefahr eines Konters bestand. Tabárez wechselte auch dementsprechend. Er nahm Lodeiro vom Platz und brachte Christian Stuani als Rechtsaußen. González rückte ins Zentrum, spielte aber etwas tiefer, wodurch grundsätzlich ein 4-4-1-1 entstand. Später verließ auch González das Feld und Linksverteidiger Fucile kam. Dafür ging Álvaro Pereira an die Seite von Arévalo.

Den Ausgleich erzielten die Three Lions dann auch nicht im Anrennen gegen das Bollwerk, sondern aus einer Umschaltsituation. Im linken Defensivraum behaupteten sich die Engländer. Rooney konnte den Ball noch ins Zentrum weiterleiten. Anschließend sprintete der 28-Jährige die linke Außenbahn entlang und befand sich für Uruguays Defensive im toten Winkel. Denn auf der anderen Seite erzeugten Sturridge und Johnson den Durchbruch. Die Hereingabe des Rechtsverteidigers in Richtung langer Pfosten konnte dann Rooney einschieben, der Cáceres mit einem Diagonallauf überraschte oder einfach nicht mehr zu stoppen war.

Allerdings sollte die Hoffnung auf einen Punktgewinn nicht lange Bestand haben. In der 84. Minute sorgte eine Liverpooler „Ko-Produktion“ für den Siegtreffer der Urus. Muslera schlug den Ball den rechten Halbraum entlang. In der englischen Hälfte gingen Cavani und Gerrard zum Spielgerät. Der englische Kapitän verlängerte den Ball in Richtung eigenes Tor. Suárez konnte durchstarten. Jagielka war nicht nah genug dran, machte aber auch keine Anstalten, den Winkel wirklich zu verschlechtern. Suárez schloss per Gewaltschuss ab.

Fazit

In einem kurzen Thesen-Beitrag vor der WM hatte ich bereits angesprochen, dass bei England das eigentliche Potenzial und die dargebotenen Leistungen weit auseinandergehen. Den Hauptverantwortlichen kann man in diesem Fall auf alle Fälle im Trainer suchen, der selbst während der Partien auf Problemstellungen nur unzureichend reagiert. Pressing, Überladungen oder neue formative Ansätze sind nicht zu erkennen. Aus dem 4-2-3-1-/4-4-2-Dogma möchte man auch nicht ausbrechen.

Natürlich können die Engländer nun damit hadern, dass Godín in der ersten Halbzeit nicht vom Platz flog oder dass Entscheidungen zu ihren Ungunsten ausgelegt wurden. Aber in erster Linie sind es schon hausgemachte Probleme. Gegen eine keineswegs überzeugende Mannschaft aus Uruguay gab es die zweite Turnier-Niederlage. Die Three Lions stehen vor dem Aus und müssen auf Schützenhilfe der Italiener hoffen.

Für die Urus hat die Rehabilitation nach der Niederlage gegen Costa Rica begonnen. Allerdings konnte Tabárez‘ Mannschaft auch gegen England nur phasenweise glänzen. Sie sind arg abhängig von den beiden Topstars im Angriff. Dafür konnte der 67-jährige Trainer unter anderem Arévalo mit einer simplen Aufgabe gut einbinden. Ein Sonderlob sollte zudem Álvaro Pereira erhalten, der viele Wege ging, zahlreiche Zweikämpfe führte und mit seiner hohen Arbeitsrate gerade in der zweiten Halbzeit mit für die Stabilität verantwortlich war und auch Sturridges bevorzugtes Abdriften gut im Blick behielt.

Gegen Italien geht es dann am letzten Gruppenspieltag um den Einzug ins Achtelfinale.

Bernhard 24. Juni 2014 um 09:41

Wäre es möglich, dass mir van Gaal sowohl Manchester United, als auch die englische Nationalmannschaft mitttel,- und langfristig Verbesserungen im Gruppentacktischen Bereich erzielen werden?

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Koom 24. Juni 2014 um 10:35

Bei ManU würde ich fest davon ausgehen. Van Gaal steht für Nachhaltigkeit, auch wenn er sich immer irgendwann ein wenig zu sehr reinsteigert.

Bei der englischen Nationalmannschaft wird man davon aber nichts merken. Zu wenige Engländer bei ManU, als das man das dort merken könnte.

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Bernhard 24. Juni 2014 um 13:18

Vorerst nicht, aber gehen wir davon aus, dass er seinen Vertrag erfüllt (wenn ich nicht irre mindestens drei Saisons):
Die Jugendarbeit wird forciert. Zwar sind bestimmt nicht nur englische Talente in der Akademie von United, das Gros der Spieler kommt dennoch von der Insel.
Der Umbruch bei United hat bereits angefangen, van Gaal wird ihn radikal fortsetzten und ordentlich „ausmisten“. Dass er sich in der eigenen Akademie bedienen wird ist ein logischer Schritt.
Da in seiner Premierensaison die Doppelbelastung wegfällt, kann er unglaublich viel in den Trainings machen und muss nicht die Einheiten zur Regeneration verwenden.
Möglicherweise kommt bereits zur EM 2016 ein jugendlicher Schub dank van Gaal in die englische Nationalelf. Da diese ebenfalls einen kleinen Umbruch vor sich hat erscheint mir meine These nicht derart abwegig.

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Koom 24. Juni 2014 um 13:26

In einem anderen Thread ging es auch schon mal um die Jugendarbeit in England und das sie erst jetzt geschafft haben, mal Kleinfelder für die jungen Jahrgänge einzuführen. Schwer zu sagen, ob Van Gaal da wirklich was abernten kann. Vielleicht entdeckt er 1-2 Talente dort, die er dann noch formen kann. Und wird vielleicht ein paar Grundlagen auch dort verändern, von denen dann langfristig ManU und England profitieren kann.

Aber grundsätzlich findet er eine gute Situation für ihn vor. Der Verein liegt am Boden und wird dankbar für einen sein, der eine sichtbare Struktur reinbringt. Er kann viel in Ruhe trainieren. Potentielle Gefahr sehe ich nur bei Ferguson vs. Van Gaal, ähnlich wie mit Hoeneß. Ganz vergleichbar aber ist es nicht, da Ferguson nicht so viel macht hat.

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Bernhard 24. Juni 2014 um 16:33

Stimme dir voll zu, ich kanns kaum erwarten wie die Mannschaft unter ihm spielen wird. Ist ähnlich wie bei Milan, beide Clubs sind im Umbruch bzw. stehen sie kurz davor. Ökonomisch ist das vielleicht widersinnig was ich behaupte, aber meiner Meinung nach ist es gut für sie international nicht spielen zu müssen.

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HW 23. Juni 2014 um 11:04

Harry Redknapp hat gesagt, es wäre in seiner Zeit bei den Spurs ein Spieler zu ihm gekommen und hätte um Hilfe gebeten nicht zur Nationalelf zu müssen (aufgrund der öffentlichen Aggressivität gegen Nationalspieler). Namen nennt er zum Glück nicht (es gibt aber Hinweise).
http://www.theguardian.com/football/2014/jun/22/harry-redknapp-roy-hodgson-steven-gerrard-england

Die Reaktion von Gerrard finde ich nun interessant. Er fordert, dass der Name genannt wird und sagt es sollte einen Stolz machen für England zu spielen und das man einen Spieler, der diesen Stolz nicht habe, nicht brauche. Dabei scheint er das eigentliche Problem nicht zu verstehen. Ein Spieler scheint sich so unter Druck zu fühlen, dass er lieber aus erfundenen Gründen absagt. Gerrards Reaktion ist genau die Aggression, die den Druck aufbaut. Diese Probleme sollten doch diskret intern, vielleicht mit einem Sportpsychologen bearbeitet werden.

Ich vermute Redknapp wollte genau dieses Problem aufwerfen. Die Erwartungshaltung und die Häme, die durch die Öffentlichkeit zu erwarten sind.
Wenn mein Kapitän aber so „patriotisch“ reagiert, dann würde ich mit ihm auch nicht das Gespräch suchen.

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air force 1 21. Juni 2014 um 14:17

Eine Nachhilfestunde in Sachen „wie spielt man 2 gegen 6“.
Die zwei Mann Offensive mit Cavani und einem 80 % Suarez nach Knie OP erzielt 2 Tore.

England steckt im Umbruch und steht mit gepackten Koffern am Flughafen da die WM eigentlich erst so richtig losgeht. Und tschüss….

Hat Hodgson taktische Fehler begangen? Eher nicht. In beiden Spielen gerät das Team in Rückstand, erkämpft den Ausgleich mit mutigem Spiel nach Vorne und wird dann gnadenlos ausgekontert als man gnadenlos auf Sieg spielt.
Ohne Cole und Terry stand die Defensive nicht stabil genug.

Insgesamt eine deutliche Steigerung der Engländer gegenüber 2012 wo sie sich im Chelski Stil gegen ITA hinten eingebuddelt haben- grausam.
Die Engländer haben in jedem Falle einen Schritt nach vorne gemacht- aber keinen so großen wie die Franzosen.

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mh 21. Juni 2014 um 14:29

Finde ich leider gar nicht, sie spielten nicht wie „eine Mannschaft“, sondern isolierte Teile. Egal ob man das jetzt 6-0-4 bezeichnet oder 4-2-4 (denn auch die Verbindung der Sechser zur Abwehrkette war z.T. anfällig). Aber genau da müsste ein Trainer ja ansetzen, zumal das 4-2-3-1 oder 4-4-2 ja sogar das stabilste und somit „einfachste“ System auf dem Papier ist. Wenn nicht mal da die Einzelteile ineinander greifen, ist das ein ziemliches Armutszeugnis

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Axtschwinger 21. Juni 2014 um 08:05

Ein Problem, das bisher nicht angesprochen wurde, ist die haarsträubende Spieleröffnung Englands selbst wenn der Gegner nur Ansätze von Pseudo-Pressing zeigt. Ich hatte das Gefühl, Jagielka hat die Bälle gestern bisweilen blind richtung Rooney geballert, wenn Suarez nur kurz mit den Zähnen gefletscht hat. Uruguay hat bei weitem nicht durchgängig gepresst, aber wenn dann war es sofort Kick&Rush. Das liegt zum einen, denke ich, an der mangelnden Pressingresistenz der zentralen 4 (Jagielka, Cahill, Gerrard und (mit Abstrichen) Henderson), zum anderen aber auch an fehlenden Mechanismen, wie dem Abkippen der 6er. Bei allem Respekt, aber das ist einfach miese Vorbereitung seitens des Trainers. Das kann man vorhersehen und abwenden, sei es durch training oder durch personalwechsel (wilshere).

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Schimanski 21. Juni 2014 um 08:27

Die Frage dabei ist natürlich auch immer, ob der flache Spielaufbau durch die Mitte zielführend und erwünscht ist. Wenn man die Bälle im Mittelfeld unter Druck sowieso nicht behaupten und zirkulieren lassen kann, macht es vielleicht auch gar kein Sinn diesen Weg zu gehen? Deswegen schnell auf die Flügel raus oder lang nach vorne. Ich habe vergangene Saison viel 3.Liga gesehen und von der Spielanlage und taktischen Variabilität würden die Engländer da bestens mitspielen können…

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Axtschwinger 22. Juni 2014 um 15:12

Sicher, England muss ja auch nicht anfangen, Tiki Taka zu spielen, ohne die Spieler dazu zu haben, aber zumindest die Option auf geordneten Spielaufbau wäre hilfreich gewesen. Lugano und Godin sind ja jetzt keine zärtlichen Ballstreichler. Die gewinnen schon das ein oder andere Kopfballduell…

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fluxkompensator 20. Juni 2014 um 13:11

michale cox hat übrigens schon vor der wm auf die problematik auf der 6 aufmerksam gemacht: http://www.theguardian.com/football/blog/2014/may/30/england-midfield-balance-jordan-henderson-steven-gerrard

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Wolf 20. Juni 2014 um 11:27

Ich beobachte nun schon seit 20 Jahren die englischen Nationalmannschaft (seit ich hier lebe). Abgesehen von dem ganzen psychischen (Medien-)Druck, der die Mannschaft immer wieder überhöht in der Fussballwelt einstuft, ist für mich eine Sache glasklar: Die Spieler sind taktisch und technisch seit der Jugend einfach nicht ausreichend ausgebildet, und sehen bei jedem Spiel so aus, als hätten sie die ganze Taktik, Bewegungsabläufe, Rhythmen, Kombinationen gerade komplett vergessen. Es wird mit „passion“ improvisiert, was manchmal schick aussehen kann (und auch manchmal erfolgreich ist) – aber eine richtige Kontrolle über den Gegner oder das Spiel haben sie nie.

Selbst talentierte Spieler, wie zum Beispiel Wilshere, der bei Wenger ja nun wirklich was gelernt haben sollte, verfallen in das übliche „blood and thunder“ Muster und rennen nur noch kopflos nach vorne. Und wie im Artikel sehr gut analysiert, es wirkt alles furchtbar statisch und ideenlos.

Hodgson ist ein erfahrener Mann, der vielleicht ein bisschen träge ist, aber mit anderen Mannschaften über die Jahre sehr viel Erfolg hatte. Aber die hörten eben auf ihn und konnten Pläne auch auf dem Platz umsetzen.

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Schimanski 20. Juni 2014 um 13:42

Ich sehe das Problem auch in der Jugendausbildung. Ich habe gelesen, dass die Engländer erst jetzt auf die Idee kommen, im Kinderfussball mit reduzierter Spielerzahl auf Kleinerfelder zu spielen.

Das ist eigentlich unglaublich. Was soll ein Kind im Grundschulalter auf dem Großfeld im 11:11 außer Kick&Rush auch lernen?

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Koom 20. Juni 2014 um 14:04

Eine Frage, die sich mir stellt:
Sind englische Spieler dann idR dann auch in ihren Teams eher so eingebunden, dass sie freie Rollen (eventuell mit ein paar einfachen Grenzen) einnehmen, während das taktische Korsett und Stabilität von den „gelernten“ Kräften gehalten wird?

Würde dann auch erklären, warum gerade viele der individuell stärksten Spieler Englands sehr variabel zu sehen sind. Spontan fallen mir da Rooney, Gerrard oder Lampard ein, die ja praktisch „alles“ spielen können. Auch Michael Owen war für mich schwer greifbar, ob er jetzt MS, HS, Aussenbahn oder OM war.

Würde dann auch insgesamt erklären, warum englische Mannschaften zwar gut dabei, aber selten nur noch ganz vorne in der CL sind. Ab einem gewissen Punkt (bei dem dann die individuelle Klasse es nicht mehr richtet) ist der taktische Nachteil zu groß.

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Wolf 20. Juni 2014 um 14:39

Naja, soo variabel sind sie auch nicht in ihren Vereinen. Gerade die drei, die du da nanntest, werden meiner Meinung nach hauptsächlich als ‚box-to-box‘ Spieler eingesetzt, die eben viel laufen und scheinbar alle Positionen gleichzeitig einnehmen. Man muss aber auch dazu sagen, dass gerade dieser Spielertyp in England eben sehr geliebt wird. Hauptsache, du läufst dir die Lunge aus dem Hals und schiesst oft aus der Distanz – dann kommst du bei den Fans und den Reportern gut an.

Ich glaube es ist vielmehr so, dass sie in der Nationalmannschaft dann oft notwendigerweise in eine Position gestellt werden, wo sie so ungefähr passen. Sie sind dann aber nicht in der Lage, sich taktisch umzustellen und scheinen komplett von der Rolle zu sein.

Und wenn man bedenkt, dass von der Mannschaft gestern angeblich nur 4 englische Stammspieler dieses Jahr in der CL gespielt haben (im Gegensatz zu 8 von Uruguay und zum Beispiel 11 von Deutschland), dann ist der Vergleich mit ihren Leistungen im Verein eher nebensächlich.

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Koom 20. Juni 2014 um 15:18

Das „variabel“ war ein sehr positiv belegter Begriff. De facto war eher genau das gemeint, was du sagst. Es sind vor allem laufstarke Box-to-box-Spieler, quasi Kick-n-rush-Experten, die sich wenig an klare taktische Disziplin halten.

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HW 20. Juni 2014 um 15:16

Können die Spieler denn auch alles sehr gut spielen? Gerrard ist ja kein klassischer 6er sonder in die Rolle gedrängt worden. Genauso musste er schon den 10er geben, obwohl er keiner ist. Werden diese Spieler überhaupt entsprechend ihrer Stärken eingesetzt. Sollte Gerrard nicht in einem 3er Mittelfeld spielen? Gleiches kann man sich über die Jugendausbildung fragen. Werden dort Spieler für gewisse Positionen ausgebildet, vielleicht zu früh auf Positionen festgelegt? Oder werden Fertigkeiten vermittelt, die dann auf vielen Positionen genutzt werden können? Man scheint ja kaum flexibel zu sein obwohl man angeblich flexible Spieler hat. Vielleicht sind diese Spieler aber nur mittelmäßig. Wenn man frühzeitig die Physis trainieren muss, dann geht Spielintelligenz vielleicht unter (außer bei ein paar wenigen Naturtalenten). In der UEFA Yout League / Youth CL war gut zu sehen, dass die Barca Spieler deutlich schmächtiger waren als die Gegner, trotzdem konnten sie spielerisch mithalten. Geht man zu den Profis, kann man die Anzahl englischer Führungsspieler in zentralen Rollen im Verein an einer Hand abzählen. Arsenal, Chelsea, United, City, die setzen auf Ausländer, auch in der Jugend.

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tomci 24. Juni 2014 um 16:25

Mein Germanistik-Prof hat einmal einen Gurkenpass von Gerrard als Beispiel herangezogen, um die tiefere semantische Analyse des Wortes „lässig“ einzuleiten.. Das sagt eigentlich alles über die Probleme Englands wenn sie „kontrolliert“ und „überlegen“ Fußball zu spielen versuchen =)

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HW 20. Juni 2014 um 14:08

„Grassroots“ ist ein Thema in England. Nicht nur die Inhalte, sondern auch die Infrastruktur. Es ist wohl kaum Geld vorhanden, Umkleiden und Plätze sind in schlechtem Zustand.
Fußball ist ein Konsumprodukt. Es erinnert mich an eine ältere Folge Top Gear die vor ein paar Tagen lief. Es ging um die alten englischen Autobauer und dass Englands Wirtschaftsleistung vor Jahrzehnten noch zu (die genauen Prozentzahlen hab ich vergessen) 30% vom produzierenden Gewerbe erbracht wurde was mittlerweile auf unter 10% gefallen ist. England stellt nichts mehr her. Scheinbar auch keine Fußballer. Okay, es gibt die Jugendakademien, aber wie viele Engländer schaffen den Sprung in die Startelf eines Topteams bevor sie 25 sind? Die Premier League hat auch mit Abstand die höchste Ausländerquote der großen europäischen Ligen. Und wie wir wissen das höchste Gehaltsniveau. Das komplette System ist also erkrankt. Von der Begeisterung der Jugend selber zu spielen bis in den Profibereich. Es ist ein teures System, aber es bringt Geld ein. Zumindest für die Top-Vereine.

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Schimanski 20. Juni 2014 um 14:36

Hier ist der Bericht auf den ich mich bezog:
http://de.fifa.com/aboutfifa/footballdevelopment/news/newsid=1816597/index.html

Vor allem der letzte Absatz ist interessant.

Der DFB muss hier aber auch etwas machen. Derzeit wird von den Bambini bis zur E mit sieben, in der D mit neun und der C mit elf Spielern gespielt. Besser wäre die Spielerzahl aber vor allem im Kinderfussball noch weiter zu reduzieren. In diesem Alter wird die Basis der Spielintelligenz gelegt…

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Wolf 20. Juni 2014 um 15:01

Das Problem ist eigentlich bekannt, wird aber immer noch nicht angegangen. Der Effekt ist eben der, dass die Kinder, die mit 9 oder 10 körperlich schon stärker/grösser/schneller als ihre Mitspieler sind, bei den Turnierspielen auf dem grossen Platz natürlich besser aussehen – und daher bei den Scouts auf dem Zettel landen. Und spätestens mit 16 merken die Trainer dann, dass die Jungs leider nicht so begabte Fussballer sind.

Und die grossen PL-Vereine kaufen dann eben besser ausgebildete Nachwuchsspieler im Ausland, weil sie es sich leisten können. Tragic.

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Schimanski 20. Juni 2014 um 15:15

Ich sehe das Problem nicht nur, in der Bevorzugung der körperlich starken Spieler, sondern es gibt auch kaum Möglichkeiten Spielintelligenz zu entwickeln. Wenn man auf so einem zu großen Spielfeld mit zu vielen Spielern gewinnen will (und das wollen natürlich die meisten Trainer/“Ausbilder“, Eltern und Kinder sowieso), muss man zu einem weiträumigen Spiel greifen.

Dadurch wird viel gebolzt und es kommt zu einer klaren Trennung zwischen Defensive und Offensive – Ausputzer und Knipser. Ein komplette Ausbildung mit all ihren Aspekten, die dann später als Erwachsener in der Weltspitze nötig sind (individualtaktische- und gruppentaktisches Variabilität, Kreativität, Spielwitz, etc.) ist so nicht möglich.

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Wolf 20. Juni 2014 um 15:52

Da hast du natürlich völlig Recht. Das erklärt sicher die mangelnde taktische Reife/Spielintelligenz bei den Erwachsenen. Und Techniker können sich auch nicht entwickeln, weil die auf dem riesigen Platz völlig untergehen.

Zum Thema „Ausbilder“, dass du angerissen hast. Ich weiss nicht, inwieweit das in Deutschland auch ein Thema ist, aber hier gibt es angeblich immer mehr Probleme mit ehrgeizigen Eltern, die sich am Spielfeldrand beschimpfen und prügeln, während Sohnemann oder Tochter beschämt danebenstehen…

Guergen 20. Juni 2014 um 16:08

Ganz übel sind diese Eltern übrigens gegenüber dem Schiedsrichter. Was Mama und Papa da in RIchtung Spielfeld brüllen ist nicht zu ertragen.

Schon im DFB gibt es bei der Mittelverteilung an Amatuervereine wirklich fiese Probleme, aber im Vergleich mit der Jugendförderung in England ist es hier schon fast ein Traum, zumindest im Training ist das Kleinfeld ja hier schon mehr als etabliert und wird immer mehr gefordert und genutzt, auch und gerade zur taktischen und technsichen Ausbildung und nciht nur als nebenbei-Spielerei.

Aber das Problem der Nationalmannschaft sind ja nicht nur die fehlenden Spielertypen, sondern Hodgsons Taktik aus der Mottenkiste. Vielleicht holt man ja Michael Laudrup, der wäre doch gerade verfügbar.. aber eher nicht. Schon nach der vergeigten Quali für die Euro 2008 ist da nix passiert.

Wilshere und Barkley sind sicherlich nicht die allein seligmachende Lösung, aber man hat schon nach dem Spiel gegen ITA bemerkt, dass die Mannschaft viel zu hoch bewertet wurde. ITA war komplett überlegen, trotzdem hört man ja immer wieder ENG habe sich da gut präsentiert. Wie man auf diese Idee kommen kann ist mir zwar völlig schleierhaft (naja, eigentlich nicht. Die sind gerannt und Stelring hatte einen schönen Schuss. Reicht ja)…

Ich befürchte aber, dass die herausgehobene Bedeutung der Athletik bei der WM, zusammen mit dem medialen Verdikt vom „Tod des Tiki Taka“, eher schädlich für die Jugendausbildung ist, als dass man da größere Veränderungen erwarten kann.

Soulcollector 20. Juni 2014 um 16:31

Man darf aber auch nicht ins andere Extrem rutschen. Gerade England hat ja im Schnitt physische Vorteile gegenüber anderen Ländern wie bspw. Spanien. Diese Vorteile sollte man durchaus nutzen. Deshalb wird es nicht funktionieren wenn man auf der Insel eine 1 zu 1 Kopie der spanischen Ausbildung einführt. Man muss immer auch die Gegebenheiten des Landes berücksichtigen.

Ein gutes Beispiel sind da Nationen wie Ghana oder die Elfenbeinküste. Deren Spielanlage ist ebenfalls deutlich durch die Physis bestimmt, allerdings schaffen sie es besser auch spielerische Elemente einzubauen und das trotz deutlich schlechterer Vorraussetzungen als in England.

Es klingt jetzt hoffentlich nicht zu polemisch aber man muss auch in gewisser Weise die Seele des Landes im Spilstil einfangen. Tiki-Taka passt eben zu den Spaniern besonders gut. Mit dem gleichen Stil wie England würde sich Spanien wahrscheinlich für kein Turnier qualifizieren. Aber indem sie sich auf ihre Stärken besinnen und diese in der Jugendarbeit gezielt ausbauen sind sie ganz vorn in der Weltspitze dabei.

Schimanski 20. Juni 2014 um 16:42

@wolf: Die Eltern-Problematik gibt es tatsächlich, aber sie hat ihren Ursprung immer bei den Trainern. Diese müssen Aufklärungsarbeit leiten und den Eltern von Anfang an verdeutlichen, dass im Kinder- und Jugendfussball die Ausbildung und Entwicklung an erster Stelle steht und nicht das Ergebnis.

Gerade weil der Fussball in den letzten Jahren/Jahrzehnten in der öffentlichen und medialen Wahrnehmung so an Wichtigkeit gewonnen hat („die modernen Gladiatoren“) haben viele Eltern ziemlich verzerrte Erwartungen an die Wettspiele des eigenen Nachwuchses.

Einen guten Jugendtrainer erkennt man auch immer am Verhalten der Eltern. In dieser Hinsicht ist mir z.B. die Elternschaft der U9 vom BVB negativ aufgefallen. Das entsprach nicht dem, was ich von einer Jugendmannschaft eines Champions-League-Finalisten erwarte…

TL 20. Juni 2014 um 13:56

Ich Stimme dir ganz klar zu Wolf. Das Fehlen eines Spielmachers ist Unübersehbar. Dabei ist es egal ob es sich um einen „Advanced playmaker“ oder um einen „deep laying playmaker“ handelt. Diesen Spierltyp hat England einfach in der Qualität nicht. Fast alle Positionen die in der Premier League das Spiel ankurbeln sind Spieler anderer Nationen. Namen wie Hazard, Oscar, Cauthino oder Silva würden mir da einfallen. Einen Wilshere sehe ich da noch am ehesten in der Rolle, aber selbst bei Arsenal spielt er nach meinem empfinden eher ein klassischen zentralen Mittelfeldspieler. Ein Spieler wie Gerrard der zwar ein super Saison gespielt hat, zeige gestern auf dem Niveau deutliche Schwächen.

Durch das Fehlen eines solchen Spielers, ist das Spiel von England ganz klar auf die Außen ausgelegt und somit einfach zu berechenbar wie die Jungs von SV auch schon in Ihrer WM-Vorschau dargestellt haben. Roony wird in der Mitte zugestellt, Sturridge weicht auf die Flügel aus um Bälle zu bekommen und in der Mitte fehlt dann die Anspielstation. Da erwarte ich dann von einem Trainer mit der Erfahrung eines Hodgensons deutliche Anpassungen in der Pause oder auch während des Spiels. Da kam einfach zu wenig.

Klar haben sich Spieler wie Sturridge und Sterling unter Ihren Trainern in dieser Saison enorm verbessert und auch Spieler wie Wilshere haben unter Wenger keine Schlechte Schule durchlaufen doch Gruppentaktisch funktioniert nichts in der Nationalmannschaft. Ob es an dem hohen Außländeranteil in der Premier League liegt oder an der doch nicht mehr ganz aktuellen Jungenausbildung kann ich nichtbeurteilen, dafür bin ich einfach zu weit weg . Für mich ist bloß überraschend wie viel junge aufstrebende Trainer Deutschland produziert während die meisten innovativen oder erfolgreichen Trainer in England gar nicht aus England stammen (Pochettino, Rodgers, Martinez, Mourinhio, Pellegrini). Aber auch diese Trainer lassen nur in den seltensten Fällen sowas wie Gegenpressing oder Counterpressing spielen, welches heute aber nicht nur von Manschaften in der Championsleague sonder auch von den Chilien bei dieser WM Eindrucksvoll gezeigt wurde. Hier ist eindeutig ein Umdenken von Nöten. Mal Schauen wie lange das dauert.

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Bratwurst 20. Juni 2014 um 10:55

Ich dachte manchmal (in den nicht Drangphasen) eine Art 2-4-0-(0-0-0-0-0-0)-4 im englischen Aufbauspiel gesehen zu haben, ohne jede Präsenz im Mittelfeld, Ablagen oder andere Kombinationen in der Hälfte der Urus quasi unmöglich, da Abstände zu hoch und alle auf einer Linie.
Ght man davon aus dass Hodgson Taktisch nichts verändern wird, gäbe es Personelle Möglichkeiten die hier was verbessern würden (Wilshere)?

Und hab ich eigentlich was Missverstanden oder ist die Chance auf ein Weiterkommen garnicht so minimal für England? Das Italien beide Spiele gewinnt, scheint mir jetzt nicht die unwahrscheinlichste Variante (ok, England müsste auch mal gewinnen).

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CE 20. Juni 2014 um 11:05

Das gab es im englischen Spielaufbau. Aber dazu muss man nur den Italien-Artikel lesen. Gleiches Prinzip phasenweise wieder. Wilshere wäre sicherlich eine Option. Henderson war im ersten Spiel noch aktiver bei Vertikalvorstößen im normalen Rhythmus. Aber Wilshere wäre vielleicht besser in einem 4-3-3 aufgehoben.

Zum englischen Weiterkommen muss Italien beide Spiele gewinnen und England muss dann zeitgleich zu Ita-Uru einen Sieg in einer bestimmten Höhe gegen Costa Rica schaffen.

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sappydharma 20. Juni 2014 um 11:53

außer costa rica verliert hoch gegen italien, dann reicht england ein 1:0

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juventino 20. Juni 2014 um 13:01

Wäre das 4-3-3 nicht sowieso eine gute Alternative? Man müsste dann vielleicht Welbeck auf die Bank setzen, könnte aber auf einen ziemlich eingespielten Liverpool Block setzen. Ich stelle mir das so vor:

Sturridge – Rooney – Sterling
Henderson – Gerrard – Welbeck/Barkley?

Das wäre relativ eingespielt und einige Spieler wären vielleicht auch auf Positionen die ihnen besser liegen. (Rooney als zurückfallender Stürmer, Sturridge als situativ einrückender Flügel, Gerrard als tiefer Spielmacher)

Wäre das eine Alternative?

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juventino 20. Juni 2014 um 13:03

Meine natürlich nicht Welbeck in der Aufstellung sondern Wilshere. Sorry!

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HW 20. Juni 2014 um 11:13

Für mich das deutlichste Problem im englischen Offensivspiel ist die Abwesenheit eines Spielmachers.

Wenn man heute beim Guardian liest, Rooney hätte nun auf seiner bevorzugten Nr. 10 Position gespielt, frage ich mich ob diese Position ihn bevorzugt. Das ist ja kein reines Rooney-Problem, sondern ein Problem des englischen Fußballs. Da ist kein Snijder, Özil o. ä. zu sehen.
England scheint bei jedem Turnier das Murmeltier zu grüßen. Natürlich ist das eine Qualitätsfrage. Das englische Team hat nicht die Qualität wie die ganz großen Teams. Andererseits haben andere Teams auch nicht die Top-Qualität auf jeder Position, dafür aber ein funktionierendes Team und eine funktionierende Taktik.

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mh 21. Juni 2014 um 13:56

Fehlender Spielmacher bzw. schwaches Mittelfeld allgemein – eindeutig ja! Aber um die Verbindung zu schaffen zwischen den Mannschaftsteilen, benötigen sie m.E. a) eine Umstellung auf 4-3-3, in der dann aber b) so Typen wir Snijder/Özil auch eher für den Dreiersturm in Frage kämen und vielmehr ein zentraler ballsicherer Spieler (à la Kross) fehlt

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Wolf 20. Juni 2014 um 11:14

Italien müsste gegen Costa Rica gewinnen und dann die nötige Motivation aufbringen, sich im letzten Spiel gegen Uruguay aufzureiben (wenn der Gruppensieg schon feststeht). Unwahrscheinlich.

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sappydharma 20. Juni 2014 um 11:55

denk auch, dass urus gegen italien noch was holen, leider

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Flowbama 20. Juni 2014 um 11:18

Zur Frage des Weiterkommens: Ja Italien muss alle Spiele gewinnen. Allerdings spielt auch die Tordifferenz eine Rolle: Gewinnt Italien heute mit nur einem Tor Unterschied, muss England mit mindestens 2 Toren Abstand gegen Costa Rica gewinnen, um deren bessere Tordifferenz zunichte zu machen.

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Morimont 20. Juni 2014 um 11:22

Für die englische Minimalchance ist ja Sieg, vermutlich mit zwei Toren Unterschied, gegen Costa Rica erforderlich. Das sehe ich bei dieser ausrechenbaren Spielweise nicht.
Außerdem wird Italien kein Problem haben, sich gegen Uruguay mit einem unentschieden zu begnügen, wenn das für den Gruppensieg reicht. (Dann dürfte der Zweite der Gruppe C dürfte eine übersichtliche Aufgebe werden.)

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Libano 20. Juni 2014 um 11:31

Uruguay wird aber sicher nicht auf Unentschieden spielen wollen, die koennten bei einem Costa Rica-Sieg gegen England naemlich noch rausfliegen. Also kein Szenario a la Cordoba. Also so ganz unwahrscheinlich ist ein Weiterkommen Englands gar nicht mal – ein deutlicher Sieg gegen CR und Italien in WM-Form reichen aus.

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Wolf 20. Juni 2014 um 11:39

Ich denke, es liegt eher an Italiens Bereitschaft, sich vor dem Achtelfinale kaputtzumachen. Selbst eine Niederlage reicht eh zum Weiterkommen, wenn sie heute gegen Costa Rica gewinnen.

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sappydharma 20. Juni 2014 um 11:56

eben, werden kraft sparen und damit ist englands schicksal besiegelt

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Soulcollector 20. Juni 2014 um 16:04

Also ich seh Italien noch nicht als klaren Sieger vom Platz gehen. Würde mich nicht überraschen, wenn sie nur unentschieden spielen oder gar verlieren…

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boecko 20. Juni 2014 um 11:32

Evtl. lässt sich ja was machen …

If we beat Costa Rica i want a kiss,obviously on the cheek, from the UK Queen.

Für das Spiel gg. Uruguay müsste dann aber schon Prinzessin Kate ran

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ekMUC 21. Juni 2014 um 09:40

Gibt keinen Kuss für Mario. Italien konnte sich ja noch nichteinmal im zweiten Spiel motivieren…

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