Deutschland – Portugal 4:0

Starker Start ins Turnier: Deutschland überzeugt mit klugen Rhythmuswechseln und einem flexiblen System. Portugal sieht beim 0:4 alt aus.

Viel wurde vor der WM über das DFB-Team geschrieben und geredet – es wurde Zeit, dass es losgeht. Jogi Löw ließ sich für das erste Gruppenspiel gegen Portugal einiges einfallen. Seine Ideen verhalfen dem deutschen Team zu einem souveränen 4:0-Erfolg

Defensive Anpassungen

Die Grundformationen

Die Grundformationen

Deutschland konterte die 4-3-3-Formation der Portugiesen mit einer 4-3-3-Formation. Jogi Löw reagierte damit auf den Gegner. Dies war besonders bei der Auswahl des Personals zu erkennen. Über die „Viererkette mit vier Innenverteidigern“ wurde in den vergangenen Tagen bereits viel diskutiert. In der Praxis sah dies so aus, dass sich die Außenverteidiger Boateng und Höwedes stark zurückhielten mit ihren Vorstößen. Fast immer standen sie hinter Ronaldo und Nani, um die beiden im Umschaltmoment aufnehmen zu können. Einzig Boateng wagte sich in den Anfangsminuten etwas vor, hielt sich danach aber ebenfalls stark zurück, nachdem Ronaldo früh zu einer Chance kam (8.).

Der wichtigere Schachzug, um Ronaldo aus dem Spiel zu nehmen, fand jedoch im Mittelfeld statt. Hier stellte Löw ein Dreier-Mittelfeld auf, das gut zum Gegner passte. Der Taktgeber und höchste Mittelfeldspieler der Portugiesen, Moutinho, wurde von Kroos aufgenommen. In manchen Momenten folgte Kroos Moutinho sogar so weit, dass ein 4-4-1-1 entstand. Interessanterweise deckte er dabei Moutinho nicht immer direkt, sondern ließ ihn manchmal auch in seinem Deckungsschatten stehen und presste die Innenverteidiger – so oder so, Moutinho kam nicht an den Ball. Khedira indes orientierte sich am weniger präsenten Meireles und stand etwas tiefer. Er hatte dadurch aber zugleich mehr Möglichkeiten, im offensiven Umschaltmoment nachzustoßen.

Auch die drei vorderen Akteure beteiligten sich am Pressing. Oftmals rückten die Außenstürmer etwas ein, um zusammen mit Müller den Druck auf die Innenverteidiger zu erhöhen. In anderen Situationen wiederum verfolgten die Außenstürmer die gegnerischen Außenverteidiger mannorientiert, während Müller im Zentrum den Pass auf die Außen erzwang. So oder so, Deutschland übte abwechselnd hohen Druck im hohen Zonen oder im Mittelfeld aus. Das deutsche Team verhinderte so, dass der Pass auf die Außenstürmer überhaupt gespielt werden konnten – und selbst wenn er kam, waren Höwedes und Boateng direkt bei ihnen, damit die schnellen Außenstürmer ja kein Tempo aufnehmen konnten.

Offensive Anpassungen

In Ballbesitz zeigte das deutsche Team eine ruhige Ballzirkulation, aus der sie immer wieder explosive, vertikale Spielzüge einleiteten. Toni Kroos und Philipp Lahm orientierten sich etwas weiter nach hinten und waren dafür zuständig, die Abwehr mit den Angreifern zu verbinden. In den ersten Minuten hatten sie noch etwas Probleme mit dem Pressing der Portugiesen; Moutinho und Meireles schossen heraus, um Lahm und Kroos zu attackieren.

Mit der Zeit nutzte das deutsche Team das Herausrücken der portugiesischen Achter, um mit plötzlichen Vertikalpässen die Halbräume (zwischen Zentrum und Flügel) zu bespielen, die die beiden entblößten. In den ersten Minuten gaben die Außenstürmer noch stark die Breite, da sich die Außenverteidiger zurückhielten. Danach zogen sie öfters in die Halbräume. Auch Müller bewegte sich viel auf die Außen. Deutschland hatte damit oft drei Angreifer an der letzten Linie, die sich für Ablagen postierten. So entstanden sehenswerte Spielzüge, bei denen sich das deutsche Team mit Ablagen und Doppelpässen durch die Halbräume kombinierte und den Abschluss mit Schnittstellenpässen suchte. Oftmals leiteten sie diese Angriffe mit Pässen auf die Außen ein, von wo aus sie Ablagen in die Halbräume spielten.

Damit nutzten sie sowohl die portugiesischen Lücken auf dem Flügel als auch das schwache Herausrücken der Innenverteidiger aus. Portugals Innenverteidiger hatten Probleme, das richtige Timing beim Herausrücken zu finden, sobald der Ball ins Zentrum kam – oft waren sie gedanklich wie körperlich zu langsam. Auch die offensive Rolle von Coentrao sorgte immer wieder für Lücken, die Deutschland mit Spielverlagerungen anvisieren konnte. Dabei war es Toni Kroos, der das deutsche Tempo diktierte und zu jeder Zeit den richtigen Pass einstreute. Er überstrahlte sogar Lahm, der nach seiner Verletzung etwas weniger präsent war als Kroos.

Deutsche Dominanz

So konnte Deutschland nach einer ausgeglichenen Anfangsphase schnell das Zepter in die Hand nehmen. Nach dem frühen Führungstor nach einem Elfmeter, dem eine schöne Ablagen-Kombination vorausging, verbesserte sich die deutsche Ballzirkulation im Mittelfeld. Öfter suchten sie nun den Pass nach hinten, wobei sogar Ansätze einer Torwartkette zu sehen waren. Manuel Neuer zeigte sich sehr präsent im Spielaufbau und positionierte sich oft als Anspielstation zwischen den Innenverteidigern. Deutschland vergaß aber auch nicht das schnelle Spiel nach vorne.

Portugal hatte herbe Probleme, dem Rhythmuswechseln der deutschen Mannschaft zu folgen. Offensiv fielen sie immer wieder auf die kleinen Pressingfallen der Deutschen ein. Dadurch dass Moutinho aus dem Spiel genommen war, fehlte ihnen eine ordnende Hand.

Grundformationen nach der roten Karte

Portugals 4-3-2

Die rote Karte gegen Pepe (37.) war schon die Vorentscheidung des Spiels – wenn es mit elf Mann nicht klappt, dann mit zehn erst Recht nicht. Nach der roten Karte ging Ronaldo in den Sturm, das System veränderte sich dadurch zu einem 4-3-2. Durch die eher rechtslastigen Rollen von Nani und Moutinho gab es nun einen klaren Fokus auf diese Seite. Deutschland konterte dies, indem Kroos und Götze auf dieser Seite nun etwas tiefer agierten.

Nach der Pause gab es eine kurze Phase, in der das deutsche Team sehr schnell konterte und den Ball nicht mehr zirkulieren ließ. Gerade als die Gefahr drohte, sich mit Portugal auf einen offenen, aufreibenden Schlagabtausch einzulassen, zog Deutschland sich weiter zurück und stand nun öfters in einem 4-1-4-1, das manchmal gar zu einem 4-5-1 wurde. Doch weiterhin dominierte das deutsche Team das Zentrum, sodass Portugal nur Attacken über die Flügel blieb. Diese konnten aber von den tiefen deutschen Außenspielern abgefangen werden.

Deutschland nutzte nun bei Ballbesitz klug die Lücken, die das portugiesische System auf den Flügeln ließ, und verlagerte geduldig das Spiel. So spielte Deutschland kräfteschonend die Führung herunter, setzte aber noch einzelne Akzente wie bspw. das 4:0 durch Müller.

Fazit

Deutschland gewinnt verdient gegen Portugal. Am Ende war es auch ein Sieg einer flexiblen Mannschaft über ein starres, ausrechenbares Team. Portugal war mit dem eigenen 4-3-3-System und dem Fokus auf Flügelattacken über Ronaldo und Nani komplett berechenbar. Jogi Löw legte sich einen passenden Plan zurecht, um dieses System zu knacken – und nahezu alle seiner Ideen gingen auf. Das mannorientierte Pressing der Deutschen funktionierte nach einer holprigen Anfangsviertelstunde sehr gut, auch die Rhythmuswechsel zwischen Defensive und Offensive waren passend.

Neben dem starken Matchplan von Löw müssen vor allem zwei Einzelakteure gelobt werden: Toni Kroos stellte nicht nur seine strategischen Fähigkeiten zur Schau, sondern zeigte sich auch im Pressing sehr stark. Es war ein Wink an alle Kritiker, wie sehr sich Kroos in dieser Disziplin in den letzten zwei Jahren verbessert hat. Zuletzt muss noch Dreifach-Torschütze Müller hervorgehoben werden: Seine ausweichende Spielweise und seine starken Läufe in den Sechzehner brachten dem deutschen Team die nötige Vertikalität. Wenn er so weiter macht, knackt nicht Klose bei dieser WM Ronaldos Torrekord, sondern Müller.

fs984 20. Juni 2014 um 10:35

Was denkt ihr über die neue Positionierung von Özil und den daraus resultierenden Synergien?

Antworten

Spielverderber 20. Juni 2014 um 11:30

Ich glaub davon träumt DelBosque nachts. Der hat ja auch immer das quasi Standard 3er Mittelfeld (Barca) gesprengt, indem er dafür noch Alonso einbaute und Iniesta auf den Flügel schob. Den zweiten Flügel hat er am liebsten auch noch mit nem 10er besetzt (Silva). Motto: Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle, Sicherheit – wenn wir dafür sorgen, dass die anderen das KO-Spiel nicht gewinnen, dann reicht uns das. Problem dabei war, dass wenn es mal jemand gebraucht hat, der die Linie hält, Tempo reinbringt, statt kurz sich mal lang anbietet, dann musste er Navas oder Pedro einwechseln.

Özil und Götze haben angedeutet, dass sie deutlich flexibler sind. Der 360°Passspieler Özil kann auch mal im Spurt die Linie entlang dribbeln. Götze geht auch mal Richtung 16er.
Die Spannende Frage wird sein, ob wir wenn es wirklich darauf ankommt immer noch diese Stabilität hinbekommen um ein KO-Spiel gegen einen guten Gegener zu Null zu spielen und ob wir es diesmal schaffen gegen einen abgewichsten, gut organisierten Gegener unsere OffensivPS aufs Feld zu bringen.

Aber zumindest Stand jetzt lässt sich mal die These formulieren, dass durch die ganzen absichernden Maßnahmen (Besetzung der AV, nomineller Verzicht auf einen Offensivspieler – statt Klose vor der offensiven 3er-Reihe spielt jetzt Lahm hinter der Doppelacht) nicht nur die Defensive gestärkt wurde, sondern die Offensive Stärke gleichzeitig erhalten werden konnte.
Weil eben durch die Gewissheit, dass man kollektiv gut abgesichert ist, jeder einzelne situativ mehr Risiko gehen kann.

Antworten

DS 20. Juni 2014 um 14:58

… die Mannschaft wirkte auf mich auch sehr austariert. In den diversen Quali-Spielen hatte man mitunter den Eindruck das sich die Offensive gegeseitig über die Füße läuft und dafür hinten gesehenen Lücken klafften.

Antworten

Spielverderber 20. Juni 2014 um 15:20

Wenn das wirklich funktionert wäre das ja die Synthese aus:
Rehakles – Hinten gut stehen und Standards
Spanien – Im Zentrum wird das Spiel entschieden und das kontrollieren wir
Joga Bonito – die drei vorne schmeißen die ganze Party

Antworten

DS 20. Juni 2014 um 15:37

Ja, ließt und hört sich albern an aber genau so wirkte es – und vor allem ohne als Stückwerk zu erscheinen – also scheinbar wirklich mehr Synthese als alles „alles aber nix richtig“

… aber deshalb mal sehen wie die nächsten Spiele verlaufen, bzw. ob es sich um DIE absolute 11 bzw. 14 handelt oder eine von x Formationen (wöchentliche Ziehung von 14 aus 23)

Last but not least fand ich Özil und Götze nicht schlecht und auch sehr passend und Grundsätzlich funktionsfähig aber doch auch noch ausbaufähig…

Antworten

HW 20. Juni 2014 um 13:22

Ich unterscheide hier zwischen 4-2-3-1 und 4-3-3.
Wir haben gesehen, dass Özil als vorderste Spitze im 4-2-3-1 nicht unbedingt glücklich wird. Außen dagegen kann er wie ein Spielmacher wirken (er hat mehr freien Raum und einen Winkel zum Zentrum). Er hat ähnliches in Bremen neben Diego gespielt. Der Vorteil des 4-3-3 ist, dass es keine fest Besetzung des 10er Raums gibt, damit haben die Flügelspieler mehr Freiheiten und sie wissen gleichzeitig, dass drei zentrale Mittelfeldspieler vorhanden sind. Spielverderber beschreibt das genau richtig.
Ich denke hier liegt auch ein wenig das Problem für Iniesta. Das Wechselspiel mit dem 10er (und dem Stürmer) ist nicht eingespielt. Spanien wirkte immer etwas statischer als Barca. Oft wurde das Messi zugeschoben. Ich vertrete aber eher den Standpunkt, dass es an dem 4-2-3-1 der Spanier liegt. Xavi spielt nicht den nominellen 8er, sondern den 10er. Und hinter ihm spielt neben Busquets noch Xabi Alsonso. Das führt zu ganz anderen Passwegen und Bewegungsmustern.

Antworten

wombat 19. Juni 2014 um 23:27

da fehlen definitiv kommentare von sv, um ein gewisses niveau einzufordern und zu wahren.
kenn mich zwar selber schlecht aus, aber die kommentarschiene ist den kostenpflichtigen verbindungsaufbau aus dem ausland kaum wert.

Antworten

rafael 19. Juni 2014 um 13:50

ein sieg von deutschland konnte man heraussehen da portugal im moment nich einen guten mittelfeld spieler besitzt ode sagen wa ma so keinen in einer guten form.Paulo Bento hätte immer mit William Carvalho von Sporting spielen müssen damit in der defensiv sistuation ein dreieck im zentrum konstruiert werden kann. Mit alves und Veloso gibt es immer räumen vor den Innenverteidigern, da Alves immer druck auf den ersten man ausübt und Veloso kein gutes raum spiel hat. Moutinho der theoretisch der beste man im mittelfeld ist hat keine geschwindigkeit im moment ,trabt zurück und mach keine räume zu. Meireles hat keine beine mehr für einen box to box in so einem 433 ohne echten Defensiven Mittelfeld spieler. Also Bento sah schlecht aus gegen Löw, Bento h¨tte mit W.CArvalho und mit Amorim Spielen müssen, und ich weiss nich ob Andre Almeide( nich hugo) als rechter verteider spielen sollte….er hat ein gutes defensiv verhalten wie man bei benfica sehen kann.

FAZIT: Portugal ist keine mannschaft für deutschland zumindest in dieser form, mit Einz Zwei tatkischen änderung kann es nich so leicht seien!

Gutes spiel von deutschland aber kein echter test!

Antworten

cwj 18. Juni 2014 um 16:17

hab mal ne off topic frage, gibt es statistiken im netz wo auch die laufleistungen der einzelnen spieler analysiert werden? Danke schonmal

Antworten

Flowbama 18. Juni 2014 um 14:58

Um Gottes Willen. Frankreich-Honduras: 4 Kommentare. Argentinien-Bosnien: 10 Kommentare. Brasilien-Mexiko: 32 Kommentare. Deutschland-Portugal: 233 Kommentare. Leider bestätigt sich die Korrelation von abnehmender Qualität bei steigender Quantität der Kommentare auf sehr eindrucksvolle Weise.

Antworten

Fitsche 18. Juni 2014 um 15:02

Omg, ja. Und wozu hast du jetzt beigesteuert?

Antworten

manni3 19. Juni 2014 um 00:14

Na, um die Anzahl der Kommentare zu erhöhen und damit die eigene These zu bekräftigen 😉

Antworten

Fitsche 18. Juni 2014 um 13:21

Warum müsst ihr immer alle so kompliziert denken?

single-6 im 4-3-3 oder…
doppel-6 im 4-2-3-1,
aufstellung basierend auf dem, was gegen POR auf dem platz stand,
gegner: GHA, USA
keine wissenschaftliche abhandlung sondern ne simple pragmatische baucheinschätzung

Antworten

Fabian 18. Juni 2014 um 13:27

Da bist du hier halt an der falschen Adresse. SV.de hat einen analytischen Anspruch. Tatsachen beobachten und Auswirkungen beschreiben. Bauchgefühl und Stammtischpsychologie haben hier keinen Aussagewert. Die meisten, die länger dabei sind, haben das schätzen gelernt und versuchen dem im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch in den Kommentaren gerecht zu werden.
Wenn du über Hymnensinger, Führungsspieler und andere Bauchgefühle reden willst, such dir eine andere Plattform.

Antworten

Fitsche 18. Juni 2014 um 13:46

relevant
Kategorie
Gewichtung
Kontext
strategisch
taktisch
Benchmark
Erfüllungsgrad
analytisch

Ich hab’s verstanden, du bist ganz ein schlauer. Aber ehrlich: Du redest wie ein kranker Bürokrat. Das ist die Mentalität von Leuten, die vor ~70 Jahren ziemlichen Scheiß angestellt haben; mit ganz viel Relevanz, Kategorien, Gewichtungen und so weiter… ein bisschen Tautologie und Syllogismus war bestimmt auch dabei.

Und nein, ich bin hier nicht im falschen Forum – ich hab nix am Hut mit Hymnen, Niveapaste und Stammtisch – irgendwo zwischen dem und hochtrabenden pseudo-intellektuellen bs den hier einige (bei denen ein geeigneter Therapeut sicher diverse DSMs und ICD-10s diagnostizieren kann) verzapfen kann man auch mal ganz normal auf vernünftigem Niveau über Fussball reden, und das schaffen hier einige ja auch.

Antworten

Fabian 18. Juni 2014 um 13:54

Ok, um es für dich nochmal klar zu machen: Die Frage nach dem besten 6er war so schwachsinnig gestellt, dass ich darauf ironisch geantwortet habe.

Mich in irgendeiner Form in die Nähe des Nazionalsozialismus zu stellen grenzt ans Lächerliche, genauso wie einige andere Aussagen von dir hier in diesem Thread. Das hat mit verbünftigem Niveau über Fußball reden nichts mehr zu tun.

Eins noch, dann geb ich Ruhe: Wir haben hier schon mehrere Forentrolls überlebt und dich werden wir auch wieder gehen sehen. Good day.

Antworten

Fitsche 18. Juni 2014 um 14:44

1. Wenn du zu meiner Frage nichts zu sagen hast dann einfach Öffnung halten – und nicht die Frage in Frage stellen

2. Mich in irgendeiner Form mit Hymne-singen in Verbindung zu bringen grenzt ans Lächerliche, genauso wie einige andere Aussagen von dir hier in diesem Thread. Das hat mit verbünftigem Niveau über Fußball reden nichts mehr zu tun.

3. Wir werden sehen. Vielleicht hast du ja irgendwann mal eine Freundin und dann werden wir dich auch wieder gehen sehen.

Antworten

Guergen 18. Juni 2014 um 14:22

Du bist mein neues Vorbild. Viel besser als die ganzen Hymenschwätzer und Besserwisser. Gepflegter Anti-Intelektuallismus mit einem Nazi-Vorwurf zu verbinden ist schon eine ganz große Kunst, aber könntest du mir bitte sagen, wie du die Qualifikation erworben hast psychologische Ferndiagnosen zu erstellen? Das habe ich mir schon immer gewünscht.

Endlich mal einer, der über Fußball reden will. Ich hab mich unter den ganzen intelektuellen Schwätzer-Nazis mit Persönlichkeitsstörung auch schon unwohl gefühlt und bin froh endlich einen Gesinnungsgenossen gefunden zu haben. Die Sechser-Umfrage fand ich schon ziemlich knorke, ich hätte da aber auch noch eine fußballspezifische Frage:

In welcher Reihenfolge sollten die Spieler auf der Ersatzbank sitzen? Klose neben Poldi oder lieber Klose neben Weidenfeller?

Antworten

Fitsche 18. Juni 2014 um 14:46

1. Die Ferndiagnose ist ganz einfach und basiert auf der Wortwahl des Kollegen.

2. bla

3. keine Ahnung. Hast du dir das Nummernschild gemerkt?

Antworten

HW 19. Juni 2014 um 11:24

Man merkt, SV ist im Mainstream angekommen. Das „Forum“ verliert immer mehr Niveau. Ich fürchte dazu beigetragen zu haben.

Was soll dieses Schubladen denken und die Abgrenzung. Kann Wissenschaft nicht pragmatisch sein? Im Gegenteil, für mich sind Baucheinschätzungen selten pragmatisch, sondern oft idealistisch. Man entscheidet dann mehr aufgrund seiner Vorurteile und analysiert nicht was notwendig ist. Mancheiner macht das „aus dem Bauch“ richtig. Wobei das meist auf langjährige Analysen und Erfahrung beruht. Ein Gefühl hat man nicht einfach, man lernt es richtig einzuordnen.

Antworten

vanGaalsNase 19. Juni 2014 um 11:50

Der „Mainstream“ ist doch aber nichts Schlimmes. Zumal es sogar wünschenswert ist, dass im Fußball mehr auf Inhalte gesetzt wird als auf endlosen Tugend-Diskussionen. Damit das passiert, muss SV einfach mehr in den öffentlichen Fokus. Wer soll es denn sonst machen? Scholl und Kahn?!

Dass sich hier (subjektiv gesehen) zunehmend mehr Leute mit fragwürdigen Ansichten äußern, ist sicherlich ärgerlich. Dennoch überwiegt mit deutlicher Mehrheit der Anteil an denjenigen, die sich informieren und einen konstruktiven Dialog führen wollen. Und wenn die WM vorbei ist, werden auch viele Trolls wieder verschwinden und erst wieder zur EM auftauchen.

HW 19. Juni 2014 um 13:36

Da gebe ich dir Recht der Mainstream ist nicht per se negativ und darf nicht kampflos aufgegeben werden.

Soulcollector 18. Juni 2014 um 13:59

Gegen Ghana erwarte ich eher wieder eine 4-2-3-1 Ordnung. Ghana hat im Zentrum nicht so starke Spieler wie Portugal, deshalb würde ich einen 6er „opfern“ und dafür dann lieber vorn für mehr Präsenz sorgen. Außerdem erwarte ich, dass Ghana etwas tiefer steht. Da wäre Klose im Sturmzentrum nicht verkehrt, weil er locker 2 IV an sich bindet und somit wieder Räume für Müller und die anderen öffnen kann im kompakten Defensivverbund der Afrikaner.
Gegen die USA erwarte ich dann ein ähnliches Spiel; beide sind von der Spielanlage mMn ähnlich, wobei die Amis noch mehr auf Physis setzen und spielerisch der limitierteste Gruppengegner sind.

Antworten

Fitsche 18. Juni 2014 um 14:50

Hm. Tiefer stehen? Die müssen doch punkten. Und haben sich gefühlt schon etwas blamiert… Die Black Stars wollens doch jetzt der Welt zeigen, oder? Von daher tippe ich eher auf nen ziemlichen Ansturm der Ghanaer…

{off topic}
Aber OH SHIT! Das war ja jetzt Psychologie! Das gehört ja hier nicht hin…

Oder doch? denn P ist doch voll tautologisch exakt?! confused……

Antworten

Soulcollector 18. Juni 2014 um 22:13

Mit tiefer stehen meine ich tiefer verteidigen. Wenn also Deutschland in Ballbesitz ist, werden sie sich mMn tiefer positionieren (und enger) als Portugal es getan hat. Bei eigenem Ballbesitz werden sie wahrscheinlich wieder ähnlich agieren wie gegen die USA mit schnellen und direkten Angriffen, vornehmlich über die Außen. Vielleicht werden sie etwas weniger hektisch abschließen, allerdings nur wenn sie nicht wieder in Rückstand geraten.

Antworten

Fitsche 20. Juni 2014 um 15:12

Was ein bisschen auf das gleiche drauf hinaus läuft, oder? Denn, ich vermute mal GER wird wohl einiges an Ballbesitz haben 😉

Antworten

Abstauber 19. Juni 2014 um 08:12

Entschuldigen Sie bitte den strengen Geruch, mir ist gerade eine pragmatische Bauchentscheidung erschienen

Antworten

Fitsche 18. Juni 2014 um 12:52

Umfrage: Wer ist der bessere 6er (bitte in Reihenfolge bringen)?
Lahm – Khedira- BS7 – Kramer – Ginter – Kroos

Antworten

fs984 18. Juni 2014 um 13:05

Die Frage macht wenig Sinn. Die Spieler kann man nicht vergleichen. Jeder hat seine Stärken und Schwächen. Was heisst besser? Es hängt je von der Spielsituation und den jeweiligen Anforderungen ab, die eine Szene im Spiel an den Spieler stellt. Die Genannten sind grossartige Fussballspieler und Löw kann auf unterschiedliche Anforderungen mit unterschiedlichen Typen reagieren.

Antworten

Fabian 18. Juni 2014 um 13:10

Erklär mir bitte erst einmal was das genau definierte Profil eines perfekten 6ers ist mit allen relevanten Kategorien und Gewichtungen, im Kontext jeder möglichen strategischen und taktischen Ausrichtung, dann mache ich einen Benchmark der Spieler und messe ihren Erfüllungsgrad der Anforderungen.

Mit anderen Worten: Es kommt drauf an…

Antworten

blub 18. Juni 2014 um 13:12

kommt drauf an was du willst. ist immer ne frage der angestrebten Rollenverteilung und kombination mit anderen spielern.

Antworten

FAB 18. Juni 2014 um 14:07

Ich denke, dass in einem 433 tatsächlich Lahm die beste Wahl ist, weil er im Unterschied zu Khedira und Schweinsteiger den defensiven Raum am diszipliniertesten im Blick hat bzw. die Position hält. Die Alternative hierfür wäre einfach Daniel Baier. Obwohl ich ihn auch gerne erstmal sehen will, wie er mit dem extremen Pressing des internationalen Fussballs umgehen würde.
Khedira und Schweinsteiger (Kroos sowieso) haben hierfür einen zu großen offensiven Antrieb.
Bei einem 4231 ist das Profil ein anderes, hierfür braucht es eine gewisse Dynamik, weil insgesamt mehr Raum abgedeckt werden muss. Hier spricht also vieles für eine Doppel-6 mit Khedira und Schweinsteiger.
Kramer sehe ich als gewisse Option bei einem 4231.
Ginter sehe ich als 6. Option in der Innenverteidigung, für die 6 fehlt ihm die 1. Erfahrung 2. die Dynamik 3. die Autorität

Antworten

fs984 18. Juni 2014 um 09:14

Habe gerade die erste Halbzeit nochmal angesehen und wollte sehen ab wann die DFB 11 das Spiel dominierte. Bis zum Platzverweis war es extrem ausgeglichen. Die beiden ersten Tore vielen nach Standarts. Es gab Chancen auf beiden Seiten, wobei der Schuss vom Nani am gefährlichsten war. Der Schuss von Khedira war mehr einem Zufall geschuldet.
Die schönste Szene des Spiels war für mich in der 30 min, nachdem Götze hilft beim Ballgewinn, waren die Laufwege, der Sprint von Özil in die Spitze und das schnelle Umschalten von Kroos sehenswert.
Wenn die deutsche Mannschaft führt, sind sie mit ihrer guten Balance zwischen vertikalen schnellen Umschaltspiel und gutem Ballbesitzspiel schwer zu schlagen.
Super gefährlich sind nur die Szenen, in denen Lahm als zentraler Spieler den Ball verliert, aber ich denke, dass passiert ihm nicht mehr so schnell. Stark fand ich in dieser Szene Hummels, der sich rückwärts bewegt und Almeida den Schwung nimmt und dadurch die Qualität der Chance deutlich minimiert. Umgekehrt dazu hat er in der 50 min eine Szene bei der er spekuliert und ein Schritt rausmacht aus dem Abwehrverbund und dadurch die Situation erst gefährlich wird.

Insgesamt ein grossartiges Spiel, wobei ich besonders die läuferische und kämpferische Leistung von Özil, Kroos und Götze hervorheben möchte. Hätte ich nicht erwartet und macht Lust auf mehr.

Antworten

Fabian 18. Juni 2014 um 09:40

Prinzipiell gebe ich dir Recht, dass das Spiel bis dahin natürlich deutlich ausgegelichener war als ein 4:0 am Ende aussagt. Aber zu sagen „die beiden ersten Tore fielen nach Standards“ vermittelt ein falsches Bild. Klar ist ein Elfmeter ein Standard, aber er entsteht in einer Situation, die ohne das Foul wahrscheinlich auch zum Tor führt. Vor dem Eckball zum 2:0 gab es auch eine riesen Chance. Der Khedira Schuß ist auch kein Zufallsprodukt, sondern Resultat daraus, dass dort extrem hoch gepresst wird und der Torwart keine anderen Optionen hat, als den Ball wegzuschlagen. Ich will sagen, es hat sich abgezeichnet, dass Deutschland ein Tor schießen würde. Dass es nachher 4 werden und Portugal keins macht konnte man in der Phase natürlich noch nicht ahnen.

Antworten

fs984 18. Juni 2014 um 10:27

Der Ballgewinn vor der schönen Kombination zum Elfmeter entsprang einem Zufallsprodukt. Müller rutscht an der Seitenlinie aus und Boateng bolzt blind den Portugiesen an, dann springt der Ball Müller vor die Füsse.
Betonen muss man, dass die darauffolgende Kombination gekonnt und das Muster der Bewegungsabläufe gewollt war, dies konnte man in einem späteren ähnlichen Angriff wieder erkennen.
Ich bin sehr gespannt auf die Abläufe in der Offensive gegen Ghana, prinzipiell konnten die Offensivspieler bzw. Khedira immer wieder in gefährliche Räume vorstossen, was gruppentaktisch bedingt war.

Ob der Torwart keine andere Option hatte als den Ball mittig flach Khedira aufzulegen bin ich mir nicht so sicher.

Antworten

Fabian 18. Juni 2014 um 13:04

Klar spielt Zufall immer auch eine Rolle, aber die Tatsache ist doch, dass man solche Situationen „erzwingen“ kann durch Pressing, Überzahl, etc. oder eben nicht. Wenn da kein Spieler auf den Torwart geht, passiert der Ball niemals. Wenn doch, hat man vielleicht 10% Wahrscheinlichkeit dass ein Fehler passiert. Dass der Fehler so krass ist ist dann auch nochmal „Glück“.
Dein Argument, dass solche Szenen aus Zufall entstehen ist einerseits ein Totschlagargument, weil das eben immer eine Rolle spielt, andererseits einfach falsch, weil sie eben doch von den Spielern beeinflusst werden. Dass es da keine 100% gibt liegt in der Natur des Spiels.

Antworten

fs984 18. Juni 2014 um 14:00

Mir geht es dabei um die Erfolgswahrscheinlichkeit eines Angriffsmuster. Zum Beispiel gab es zu Beginn eine hohe Flanke von Boateng auf Götze. Mit den Verteidigern Pepe und Bruno Alves halte ich dies für wenig zielführend, auch wenn Götze das Kopfballduell gewann. 🙂

Zustimmen kann ich jedoch nicht der Aussage, es hätte sich abgezeichnet, dass die Deutschen ein Tor schiessen würden. Bis zur 30 Minute und der Chance von Götze aus der sich die Ecke zum 2:0 ergab, hatten die Deutschen zwei Mal auf das Tor geschossen. Das eine war der Elfmeter und das andere Mal Khedira. Vom Chancen Verhältnis war es ausgeglichen.

Antworten

FAB 18. Juni 2014 um 11:31

War es nicht so, dass Portugal nur die ersten 10 Minuten sehr hoch gepresst hat, sich aber bereits nach dem 0-1 etwas zurückgezogen hat?
Grundsätzlich bleibt aber festzuhalten, dass Deutschland mit dem hohen Pressing durchaus Probleme hatte, das war auch die Phase in der Lahm richtig Probleme hatte die Stellung zu halten. Entscheidend in dieser Phase war die extreme Laufbereitschaft von Khedira und Götze, die beiden mehrmals in Vollsprints vor und zurück marschiert sind. Lahm und Kroos sind erst in den Rhythmus gekommen, als Portugal leicht zurückgewichen sind, von da an hatte Deutschland dann auch mehr oder weniger die Kontrolle.

Antworten

Kettensägenorigami 18. Juni 2014 um 00:34

Finde das Fehlverhalten von Pepe eher traurig. Es schwächt die Aussagekraft des Ergebnisses und ist vor allem asozial gegenüber seinem eigenen Team.

Ich frage mich ob das Wetter eventuell dem Spiel der Deutschen Mannschaft entgegen kommt. Bei den letzten Turnieren hatte die N11 immer Probleme, sobald sie einen Gegner hatte, der mit konsequentem Pressing das Kurzpassspiel unterband. Dies ist jedoch aufgrund des schwülen Klimas den meisten Teams nicht möglich. Vielleicht stellt sich das Klima noch als Vorteil heraus?

Antworten

Calvin Coolidge 17. Juni 2014 um 23:36

Möchte Löw bei aller Müller Euphorie eventuell doch nicht Klsoe in den näcsten beiden Spielern von Beginn an bringen, Stichwort Torrekord?
Ich freue mich schon auf das 1/8 Finale Brasilien gegen Spanien, bei der wir die Wiederauferstehung des Weltmeisters sehen könnten!

Antworten

Thomas 18. Juni 2014 um 07:57

Ich denke nicht, dass die Aussicht auf den Torrekord eines Spielers dazu führen sollte und wird, nicht die beste Mannschaft für das jeweilige Spiel aufzustellen. Wenn Jogi der Meinung ist, Thomas Müller ist der Spieler, der der Mannschaft mehr weiterhilft als Miroslav Klose, dann wird er es eben darauf anlegen, dass es weitermüllert. Außerdem braucht Thomas Müller ja auch nur noch 7 weitere Tore, um Ronaldo vom Thron zu stoßen. 😉

Antworten

lala 17. Juni 2014 um 17:10

Ach ja: Glückwunsch an Spielverlagerung.de für den gewaltigen Traffic zur WM. Hoffe das schlägt nicht allzusehr auf die Qualität… Ist doch deutlich mehr los hier als sonst. 😉

Antworten

leser 17. Juni 2014 um 16:35

Exakt!

Antworten

Lyse 17. Juni 2014 um 14:51

Servus Leute,

wie habt ihr denn Sami Khedira gestern gesehn?
Ich fand er hat das schon wieder ganz ordentlich gemacht, würde aber doch vielleicht Schweinsteiger mal gegen Ghana bringen.
Was meint ihr?

Antworten

Lyse 18. Juni 2014 um 18:26

Hat denn keiner ne Meinung zu Khediras Auftritt?
In den Mainstreammedien wird er gelobt, aber ich würde gern noch ne ganz fundierte Meinung lesen

Antworten

Koom 18. Juni 2014 um 18:43

Meine (nicht so fundierte) Meinung:
Fand ihn ganz gut. Rückte permanent in den Sturm auf und stiftete dort augenscheinlich für Verwirrung und brachte zusätzlich zu Müller noch mal etwas Kopfballstärke rein. Spielerisch darf man nach der Verletzungspause nicht viel erwarten, läuferisch war das aber wirklich richtig gut. IMO eine sehr gute Rolle für ihn.

Antworten

Fitsche 17. Juni 2014 um 13:38

Aufstellung fürs Ghana-Spiel?

—–Götze——Müller——Özil—–
—-Kroos—–Lahm——Khedira—-
Durm–Hummels–Mustafi–Boateng

Was meint ihr?

Antworten

Fitsche 17. Juni 2014 um 13:42

Sorry. Natürlich Mertesacker anstelle von Hummels

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 13:48

Ist Hummels langfristig verletzt?

Antworten

schkid 18. Juni 2014 um 00:55

Hummels war nach whoscored.com zweitbester Mann auf dem Platz. Warum sollte der raus?

Antworten

ES 17. Juni 2014 um 13:46

Hummels wohl nur weil er eventuell noch angeschlagen ist. Da wird er eher Boateng in die Mitte stellen und Höwedes nach rechts. Ansonsten: Warum soll er wechseln? Höwedes und Boateng mehr Leine geben, das wird erst einmal reichen gegen defensivere Ghanaer.

Antworten

Koom 17. Juni 2014 um 13:46

Ich rechne mit keiner großen Änderung. Möglicherweise schont er Hummels, da er angeschlagen ist. Ob er dann dafür das Risiko Durm, Mustafi oder Großkreutz eingeht (letzterer wäre IMO wohl die risikoärmste Variante), werden wir sehen. Ansonsten würde ich exakt die gleichen Spieler erwarten.

Aber: Das ist das, was ich erwarte. Selbst würde ich gegen Ghana wohl tatsächlich auch Durm und Großkreutz jeweils außen bringen, Boateng für Hummels (zur Schonung) tauschen. Vorne würde ich alles so lassen, eventuell Schürrle für Götze bringen, bzw. je nach Fitneßstand gegen einen der anderen drei. Mittelfeld sollte so bleiben.

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 13:53

Ich weiß nicht ob es bei Löw eine Rolle spielt, aber Ghana benötigt ein gutes Ergebnis. Evtl. Bietet es sich an vorne noch gradliniger zu spielen und Schürrle oder Podolski zu bringen. Vielleicht auch Schweinsteiger um mehr auf lange Pässe zum Einleiten von Kontern zu setzen. Andererseits sollte die bisherige Aufstellung auch funktionieren.

Antworten

Koom 17. Juni 2014 um 14:00

Ja, wäre auch mein Gedanke. Zudem sind die klimatischen Bedingungen diesmal etwas freundlicher, da kann man ruhig etwas mehr Vertikalität (dadurch Laufaufwand) reinbringen. Mit einem Wechsel vorne dieser Art dürfte es aber schon reichen, vor allem, weil man dann noch reagieren kann. Ich würde wohl Podolski bringen, da der defensiv immer gut arbeitet und als wuchtiger Linksfuß auch eine andere Qualität mitbringt. Und Schürrle ist ein exzellenter Joker mit seinen zahlreichen Sprints.

Antworten

lala 17. Juni 2014 um 14:06

Ihr könnt mich gerne (verbal) verprügeln, dennoch:
– Ghana ist eine sehr fitte Mannschaft, die darauf brennen was zu reißen.
– Technisch und taktisch ist Ghana dennoch sehr limitiert (im Vergleich).
– Zudem ist Ghana aufgrund des vorigen Punktes sehr berechenbar.

Schlußfolgerung: für Löw eine Gelegenheit etwas zu probieren und evtl Aufstellungen für (über-)nächste Spiele mit Blick aufs 8.-Finale und danach ins Auge zu fassen. Und ein Dämpfer der Euphorie wenn es kein 5:2, sondern „nur“ 1:0 oder 2:1 wird, wird ihm und der Mannschaft im Blick auf Fans und heimische Presse langfristig sogar gut tun (selbst wenn ihm das 1 Woche shitstorm der Bild einbringt).

Ergo ich würde fast auf was völlig anderes setzen – ein Experiment. Löw ist so drauf und evtl ist das seine einzige Gelegenheit für Experimente. Klinsmann traue ich eher zu die N11 mit den US-boys zu überraschen – das braucht der fürs Ego und versuchen wird er es…

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 14:14

Ich denke eher, Löw will den schnellen zweiten Sieg um gegen die USA keinen Druck zu haben. Wenn Experimente gegen Ghana schief gehen, dann kann das ganz böse enden und man fragt sich ob Deutschland aus Arroganz den Gruppensieg oder das ganze Turnier weggeworfen hat.
Ein Turnier ist nicht die Zeit für Experimente, dafür hat man die Vorbereitung.

Antworten

Koom 17. Juni 2014 um 14:21

Zumal das Konzept vom Spiel gegen Portugal im wesentlich auch auf Ghana und die USA passen könnte. Ich würde da wirklich nur Nuancen verändern, die Ausrichtung ansonsten aber so lassen. Also selbst wenn Großkreutz oder Durm spielen, sollten die eher defensiv sich orientieren.

lala 17. Juni 2014 um 15:01

Überraschen lassen?

Grundsätzlich ist das wohl das einzige Spiel, wo er mit dem Team experimentieren kann. So etwas wie im Viertelfinale gegen Italien passiert ihm garantiert nicht mehr… Dann doch lieber jetzt.

lala 17. Juni 2014 um 16:42

@HW: wenn ich Recht behalte, musste mich als „ein Formusteilnehmer merkte schon zuvor an…“ im Artikel erwähnen 😉

HW 17. Juni 2014 um 16:55

Warum muss man den „Experimentieren“? Was auch immer damit gemeint ist. Wenn Oberhaupt, dann könnte man in einem letzten Gruppenspiel nach gesicherter KO-Rundenteilnahme mal die zweite Garnitur aufbieten oder ein taktisches Spiel wagen. Nur sollten alle wichtigen Tests vor dem Turnier erledigt worden sein, oder im Training ausprobiert werden. Was soll irgendein Experiment gegen Ghana mir für ein KO-Spiel bringen, das vielleicht nie gespielt wird?

lala 17. Juni 2014 um 16:56

Zurück zum Thema: Mein Tipp – wenn Löw drastisch rangeht – sehen wir hinten eine Dreierkette nach PG’s Vorbild – siehe DFB-Halbfinale (muss er das überhaupt einstudieren mit dem Bayern-Kader dabei? Zumal etliche weitere Spieler die Klasse haben sich da einzufügen.)

Damit könnte er ein völlig anderes Spiel aufziehen und so nebenbei die ganze Konkurrenz schocken – sofern es diesmal flüssig läuft.

Nochmal: ich glaube nicht, dass es für Löw Sinn macht, das ganze Turnier genau so weiterzumachen. Das ist auch nicht sein Anspruch (abgesehen von seinem Ego).

PS: auch wenn es sich anders anhört – Löw-Fan bin ich definitiv nicht 😉

lala 17. Juni 2014 um 17:02

@HW:

„Warum muss man den “Experimentieren”?“

Viele Gründe:
1. Unberechenbar gegen die nächsten Gegner in der KO-Runde.
2. Nach Portugal schätze ich – mit Verlaub – den Rest der Gruppe eher schwach ein. Das Weiterkommen muß man m.E. nicht in Frage stellen. D.h.: er kann es sich m.E. leisten.
3. Turnier ist anders als alle Vorbereitungsspiele. Test im Turnier ist was anderes als Test gegen xyz in der Qualifikationsrunde.
4. Prüfen, ob er die Option in der K.O.-Runde überhaupt hätte, wenn er sie denn braucht (Stichwort: Italien).
5. Bsp. Schweinsteiger: die lästige Formdiskussion – ist er im Spiel voll da oder nicht? Den muß er fast zwangsweise bringen, um zu wissen wo er steht.
6. Schrieb ich schon Unberechenbarkeit vs. Test von Möglichkeiten?
7. Der wichtigste Punkt: Löwsches Ego – der ist so drauf.

HW 17. Juni 2014 um 17:05

Oberhaupt != überhaupt

HW 17. Juni 2014 um 17:41

@lala
Warum aber gerade in dem Spiel in dem man alles fix machen kann. Ich kann den Argumenten nicht folgen. Zum Teil ist das Überheblichkeit (die anderen Gegner kann man mit Experimenten schlagen) und zum Teil ist das purer Leichtsinn.

Ich Manns nur wiederholen die WM ist kein Testgelände. Klar kann man wechseln, wenn man gute Gründe dafür hat oder nichts riskiert. Aber Löw wird sicher nicht Ghana oder die USA als Feststellung für ein evtl. Spiel gegen Italien missbrauchen. Zum einen muss man sich auf den Moment konzentrieren und darf die Mannschaft nicht unnötig aus dem Tritt bringen, zum anderen sind beide Teams nicht die besten Testgegner als Italienersatz. Wenn wir überhaupt in diesem Turnier auf Italien treffen. Warum sollten wir dann vorher taktische Varianten verraten?

lala 17. Juni 2014 um 17:58

sorry auf den Mutterthread geantwortet – falsches reply-Fenster 🙁

Spielverderber 17. Juni 2014 um 19:41

Kommt halt drauf an was man unter dem Begriff „Experiment“ versteht. So eine Art Hexenküche wo man wild alles mögliche ausprobiert und damit das Risiko, dass einem der ganze Laden um den Kopf fliegt? Oder doch eher im wissenschaftlichen Sinn, als sorgfältig geplante Methode die sich an Regeln hält?
Da nur letzteres Sinn macht, könnte das auf das nächste Spiel übertragen heißen:
a) asymmetrische 4er-Kette mit einem IV und einem echten AV. Falls Hummels ausfällt und Boateng in die Mitte rückt. Lahm auf rechts oder Durm rein und dafür Höwedes mit Seitenwechsel
b) Besetzung des 3er Mittelfelds variieren. Schweinsteiger steht bereit. Rotation mit Khedira. Oder in Kombination mit a) als Lahmersatz
c) einen der Offensive Außen durch einen direkteren Spielertyp ersetzen

ES 17. Juni 2014 um 20:02

Ich würde einen relevanten Geldbetrag darauf setzen, dass Löw personell nichts verändert, es sei denn er muss aus Verletzungsgründen. Wie will er es denn einem Höwedes oder Özil erklären, dass er draußen bleiben muss, weil man sich taktisch gegen Ghana (!) anders aufstellen muss? Kann er gar nicht. Umstellungen wegen Verletzungen oder wegen farblicher Papptäfelchen gibt es noch genug. Und wenn es im Spiel nicht läuft, hat er die Optionen auf der Bank, das Ding noch flotter zu machen. Im Turnier gilt: Ich habe eine Mannschaft, der ich vertraue. Nur wenn sie schlecht spielt, tausche ich aus.

Koom 18. Juni 2014 um 09:11

Zu „Dreierkette nach PGs Vorbild“:
Nicht vergessen: Die hat gegen ein ersatzgeschwächtes Dortmund auch nur 0:0 gespielt. Und Guardiolas Elf fehlt auch viel, wenn Thiago nicht dabei ist.

Ich halte nichts von Experimenten. Die bestehende Basis sollte verfestigt, allerhöchstens in Nuancen verändert werden.

FAB 17. Juni 2014 um 14:11

Auf jeden Fall sollte vermieden werden sich gegen Ghana auf einen Schlagabtausch einzulassen, auf jeden Fall Schweinsteiger als robusteren 6er stellen. Vielleicht wieder auf ein 4231 umstellen. Durm auf links fände ich super, glaube ich aber irgendwie noch nicht. Vielleicht würde ich sogar Draxler eine Chance geben. Generell das Spiel mehr in die Breite ziehen …
Meine Idee: Neuer,Lahm,Mertesacker,Hummels (braucht keine Schonung),Durm-Schweinsteiger,Khedira,Kroos-Müller,Draxler,Klose

Antworten

Fitsche 17. Juni 2014 um 14:26

ok, leichte Korrektur:

—–Götze——Müller——Schürrle—–
—-Kroos—–Lahm——BS7—-
Durm–Boateng–Mertesacker–Mustafi

Hatte mich schon gewundert, warum Mustafi nicht 1:1 Hummels‘ Position übernommen hat; nun, wahrscheinlich hält Löw Boateng doch für stabiler in der IV bzw. sah (nach Coentrao’s Verletzung) auf dem Flügel weniger Gefahr. Wie auch immer, vielleicht ist die 4er-Kette so ja tatsächlich insgesamt spielstärker.

Und vorne ist es vielleicht tatsächlich intelligent, auf den vertikaleren und schußstärkeren Schürrle zu setzen als auf einen Özil, der möglicherweise mit der körperlichen Spielweise der Ghanaer nicht so zurechtkommen könnte.

BS7 für Khedira wäre einfach eine Rotationsmaßnahme.

Nach hoffentlich 1, 2 Kontertoren dann Özil für Schürrle, der gegen platte Ghanaer seine Todespässe spielt… dann auch gerne auf Klose.

Klose weiterhin für mich nicht in der Startelf. So einen Lauf wie ihn Müller jetzt hat muss man doch wohl nutzen, oder?!

Antworten

Spielverderber 17. Juni 2014 um 14:40

Müller spielt immer!

Antworten

JS 19. Juni 2014 um 07:49

…und wenn er mail nicht spielt scheiden wir aus. Erfahrung der letzten Turniere.

Antworten

ES 17. Juni 2014 um 14:50

Wenn Boateng nach innen muss wegen Hummels, kann ich doch Lahm wieder rechts spielen lassen, stattdessen in der Mitte mit Schweinsteiger und Khedira. Oder Höwedes nach innen, dafür Durm LV, und ich kann ansonsten alles so lassen wie es ist. Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist nach einem so guten Spiel in den personellen Änderungswahn zu verfallen. Die Spieler, die gegen Portugal erfolgreich waren, sind taktisch stark genug, um ohne personelle Änderungen sich auf Ghana entsprechend vorzubereiten. Da sie nur eine Halbzeit Vollgas gegeben haben, braucht es auch keine Rotation.

Antworten

FAB 17. Juni 2014 um 15:32

Ich finde auch, dass Rotation nicht erforderlich ist. Allerdings glaube ich nicht dass es sinnvoll dieses System bis zum Finale durchzuspielen …
Die Frage ist welche weitere Variante macht Sinn.
Das kann eigentlich nur ein 4231 sein, mit eher klassischen Außenverteidigern und mit Klose als Stürmer …
Danach hätte man zumindest 2 Varianten. In der KO Runde würde ich wieder zurückwechseln auf die Portugal Formation.

Antworten

MB 18. Juni 2014 um 15:59

Was für Özil spricht: gegen auch damals unangenehme Ghanaer hat er 2010 ein spektakuläres (und wichtiges Sieg-) Tor erzielt.

Antworten

blub 18. Juni 2014 um 16:57

sorry, aber das ist doch das beste beispiel für einen unsinnigen Diskussionsbeitrag. Ein schuss aus einem spiel von vor 4 Jahren ist maximal irrelevant.

Antworten

AS 19. Juni 2014 um 03:39

+1

Antworten

MB 19. Juni 2014 um 08:20

Das „Sorry“ versöhnt mich gerade noch mit dem recht unfreundlichen Ton. Man muss den ersten Beitrag eines Autors zu einem bestimmten Aspekt nicht für relevant halten, braucht ihn aber deswegen noch lange nicht derartig abzuwatschen.

Vielleicht ist mein Argument auch gar nicht so dämlich, wie es prima vista erscheinen mag. Es gibt eine Vielzahl von Fällen, in denen ein Spieler von vergangenen Erfolgserlebnissen beim erneuten Aufeinandertreffen mit demselben Gegner profitierte. Zugegeben eher ein psychologischer als ein taktikbezogener Aspekt, gerade in diesem Thread aber durchaus im Rahmen.

Antworten

lala 17. Juni 2014 um 17:57

„Warum sollten wir dann vorher taktische Varianten verraten?“

ITalien war der Hinweis nicht auf den Gegner dieser WM ;), sondern, dass er sich mit einer taktischen Variante – der er sich augenscheinlich damals sicher war – tierisch auf die Fresse gelegt hat (O-Ton).

Heißt er wird nach meiner Meinung in der K.O.-Runde nur das nehmen, dessen er sich im Turnier 100% sicher ist. Die Aufstellung gegen Portugal ist jetzt für ihn eine sichere Bank. Da ist es nur logisch, bei einem doch sehr wahrscheinlichen K.O.-Rundeneinzug, vorab zu testen.

1. Ja es ist Wahrsagerei aus der Kristallkugel – wissen tut nur er es (Weiß er es jetzt schon?)
2. ich erachte es als logisch

Vorschlag: traf ich den Nagel auf den Kopf, erwähnst Du mich mit „ein Forumsteilnehmer“. Lag ich völlig daneben und die N11 läuft fast identisch +/-2 Spieler (Ausnahme Verletzte im Training) mit ähnlichen Spielanlagen wie bei Portugal auf, lasse ich mir was schönes einfallen ;). Fällt nix ein, werden es zwei Bier auf meine Rechnung für Dich 😀 (die mußt dann aber auch trinken…).

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 18:09

Ich mache hier keinen Kuhhandel darum wer am Ende behaupten darf, dass er vorher Recht hatte. Sowas ist mir wirklich egal. Jetzt sollte es für Löw um die Gruppenspiele gehen und nicht um irgendein irsinniges Testszenario. Als hätte er in den letzten Jahren nie getestet und als würde ein gutes Spiel gegen Portugal bedeuten, dass dieses System immer gegen jeden funktioniert. Was nützt mir ein Test, wenn ich ausscheiden? Und was nützt mir ein Test, wenn mein Testaufbau in einer realen und wichtigen Umgebung so vom späteren Ernstfall abweicht, dass ich besser im Training getestet hätte?

Mal anders ausgedrückt. Wenn ich zwei Atomkraftwerke betreibe und in beiden total unterschiedliche Systeme aufgebaut sind, dann teste ich das Notfallhandbuch des einen Kraftwerks nicht im Produktivbetrieb des anderen Kraftwerks. Zum Einen weil man keine Tests im Live-System fährt, zum Anderen weil das Handbuch für dieses Kraftwerk ungeeignet ist und daher der Test keine Erkenntnisse liefert. Ich gehe doch kein Risiko wenn ich keinen echten Gewinn erwarte. Dann teste ich doch besser in einer Simulation oder einem Testsystem ohne die Produktion zu gefährden. Meine Mitarbeiter sind schlau und erfahren genug von Test auf den Ernstfall umschalten zu können.

Antworten

lala 17. Juni 2014 um 18:22

Ich verstehe Deine Argumentation und kann sie nachvollziehen. Mein Punkt gegen Ende der Diskussion: Löw tickt da anders. Ob das richtig oder falsch ist, maße ich mir nicht einmal an. Das kannst Du definitiv besser bewerten.

Wieso tippe ich gar auf Dreierkette? Löw hat ein Faible für PG, das DFB-Pokalfinale als Beispiel nahm er sich als Option mit (es gab da auch ein Zitat von ihm das ich nicht mehr finde). Nur das in der K.O.-Runde neu aus dem Hut zu zaubern traut er sich nicht (mehr). Letzteres ist meine Einschätzung und Schlussfolgerung.

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 18:48

Oh, ich habe nichts gegen eine 3er-Kette. Aber aus den richtigen Gründen. Wenn Löw etwas ändert, weil er es für den richtigen Schritt gegen den Gegner hält, soll er das machen. Aber nicht als Experiment für spätere Spiele.

Antworten

mh 17. Juni 2014 um 19:06

Wenn überhaupt, würde ich in bestehendem System einzelne Positionen mal mit anderen Stärken besetzen. Zum Beispiel Durm als offensiverer LV (gegen USA?), Schweinsteiger als 8er (um Khedira zu schonen) oder Schürrle/Podolski als vertikalere Aussem (aber m.E. nicht unbedingt beide von Beginn ab, sonst leidet Spielkontrolle).
Und je nach Spielstand kann Löw jederzeit auf ein 4231 umstellen, das kennt die Mannschaft im Schlaf (wie gegen Armenien). Aber zu Beginn würde ich jetzt eher das noch recht neue 433 einüben. damit die Spieler da Routine bekommen.
Ob man irgendwann mal gegen Spanien (oder Italien) ein 352 brauchen könnte, ist jetzt zu früh. Zumal man gegen Ghana/USA keinen echten Test hat, wie stabil das wäre.
Grundsätzlich bin ich sowieso eher dafür, die eigene Strategie/Taktik möglichst durchzuziehen (nicht autistisch, aber weitgehend). Im Zweifel hat Löw 2012/2010 beim Aus zu viel angepasst (siehe Kroos-Rolle), nicht zu wenig.
Also: Von mir aus gerne weiter 433, bietet ja auch genug Flexibilität…

Fitsche 17. Juni 2014 um 22:51

Zustimmung @ mh

HW 17. Juni 2014 um 18:21

Wenn man nach zwei Spielen durch ist, kann man ja ein Spiel mal was anderes machen. Aber sollte man der Mannschaft auf einmal sagen: Wir testen jetzt, obwohl man sonst predigt sich immer auf den Gegner zu konzentrieren? So macht man ein Momentum kaputt. Man stellt sich auf den Gegner ein, der einen erwartet, und nicht für das übernächste Spiel.

Selbst wenn es gut geht, das ist Leichtsinn und Dummheit. Wir reden hier nicht von 34 Spielen, sondern von 3 Gruppen- plus 4 KO-Spielen. Ein Fehler, ein Zeichen der Schwäche und es kann aus sein. Dann heißt es: Wir sehen uns in 4 Jahren. Mal sehen was für ein Team wir dann haben.

Antworten

lala 17. Juni 2014 um 18:34

Neugier auf Samstag.

Antworten

lala 21. Juni 2014 um 23:06

Nehme an Du kannst meine E-Mail-Adresse einsehen im Forum 🙂

2 Bier auf meine Rechnung sind Dir – dazu stehe ich dennoch.

PS: Ghana-Deutschland, was ein Spiel. Damit rechnete ich 100%ig nicht. Auffällig, wie Ghana jedes Laufduell gewann. Meine Fresse sind die gerannt.

Antworten

wigger 17. Juni 2014 um 12:59

Haben einen Aspekt der sich mir so stark präsentiert, den ich woanders aber auch irgendwie nicht so richtig erwähnt finde. Portugal war immens schwach. Die Leistung am Anfang von D war gut, zu viele Räume gelassen(oft bei der WM?!) und auch ziemlich langsames Spiel insgesamz, aber das war ok, der Verlauf sprach sehr für D. So sehe ich es, es war ganz ok, mehr nicht. Interessant hierbei, warum es den Deutschen scheinbar als Einzigen immer gelingt Ihre Leistung abzurufen, solche Aussetzer wie von POR gestern gibt es bei uns fast nie. Worauf ich aber hinaus möchte, mit 10 Mann kann man ja auch noch trotzdem mal versuchen etwas zu machen, zumindest ganz ordentlich stehen, was dann nach der Halbzeit aber über 20-30min von den Portugiesen abgeliefert worden ist war Verbandsliga. Ich habe mich echt gewundert. Symbolisch dieser Freistoss in die 1Mann-Mauer. Ich habe in letzter Zeit Ronaldo ja auch immer mal verteidgt, der ist nicht mehr so ein Clown wie früher, der ist Vollprofi, hat er bei ManU gelernt etc…gestern war seine Leistung und Auftreten nur grotesk. Wie der gefrustete Angeber auf dem Bolzplatz. Die Mannschaft ingesamt war zu dem Zeitpunkt aber insgesamt mehr als tot, ich denke von solch einer Phase erholst Du Dich als Team auch mental nicht. Da muss mehr kommen. Die hätte man in dem Moment 6+-0 weghauen müssen. Und da reicht auch nicht die Wetterausrede und sich schonen. Als Fakt hierfür bisschen. FIFA Castrol-Stats – Laufleistung Portugal 101km!!. Die Schlechteste Laufleistung von über 300 Bundesligaspielen letztes Jahr habe ich eben so gefunden, Hannover mit ca. 104km.
Wenn man die höhere Aktivität in der ersten Hälfte bedenkt, dann wurde in der zweiten Hälfte nichts mehr gemacht. Meiner Meinung nach die schwächste Leistung eines Teams bisher überhaupt, dagegen war NIG-IRA ein Hochtempo-Spiel.
Also das fand ich ganz komisch, dachte die Zeiten der lustlosen Südländer wäre vorbei. Alles Profis in Topklubs, aber wenn man für Geld im Club spielt muss man wohl laufen, auf Klassenfahrt zur WM vielleicht nur wenn es richtig geil läuft.
War echt peinlich. Daher, das war ok, mehr nicht. Gegen ein defensiveres Team in Rückstand zu geraten kann Jogis Team glaube ich z.B. nicht ohne weiteres handeln.

Antworten

Libano 17. Juni 2014 um 13:09

Die Laufleistung ist wohl einerseits dem Klima verschuldet (28 Grad bei hoher Luftfeuchtigkeit), andererseits der Tatsache dass Portugal 53 Minuten lang mit einem Mann weniger gespielt hat. Ausserdem war das Spiel zur Halbzeit quasi gelaufen und wollte jeder noch mit den Kraeften haushalten. Das Turnier ist noch lang. Niedrige Laufleistungen hat man auch bei anderen Matches gesehen. Ich fand die mehr als 11 km von Kroos, Lahm und Khedira in diesem Zusammenhang phaenomenal – Deutschland ist absolut eine der fittesten Mannschaften.

Antworten

lala 17. Juni 2014 um 13:24

In dem Kontext kann man ruhig m.E. Khedira herausheben. Wie locker er trotz Laufleistung auch in HZ2 unterwegs war… gefiel einfach sehr gut.

Antworten

Fabian 17. Juni 2014 um 13:38

So überraschend ist das gar nicht, wenn man bedenkt, dass er die letzten Monate nicht viel anderes machen konnte als im Kraftraum zu schuften und Joggen zu gehen.

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 14:02

Mit nur neun Feldspielern ist es schwer einen neuen Rekord bei der Laufleistung aufzustellen. Ich denke das war Schadensbegrenzung, nicht beim Ergebnis sondern bzgl. der Fitness. Die Statistik würde ich nicht zu hoch hängen, die Bundesliga ist nur bedingt vergleichbar. (Ganz anderes Team, ganz anderer Kontext.)

Wie man in anderen Spielen agiert ist Spekulation. Ein 4:0 ist grundsätzlich mehr als in Ordnung, man hatte ja auch die Chancen um mehr Tore zu schießen.

PS ich fand das Tempo bisher bei den meisten Spielen eher niedrig. (Mein subjektiver Eindruck)

Antworten

DS 17. Juni 2014 um 12:56

… ach was sag ich: gleich Sechs mit Müller, der kann ja auch Kopfball.

Antworten

DS 17. Juni 2014 um 12:54

… bemerkenswert am Spiel und der Aufstellung fand ich auch den Umstand, dass durch die 4-IV-Kette und noch Khedira gleich „plötzlich“ FÜNF große, Kopfball geübte Spieler zur Verfügung stehen – Vor allem im Hinblick auf die Standards – offensiv wie defensiv.

… und natürlich noch das Ecke-Tor – wie gefühlte 20 Jahre nicht mehr bei einem Turnier.

Antworten

fs984 17. Juni 2014 um 13:28

Die vier IV sind ein grosser Vorteil, aber trotzdem gab es zwei defensiv Standarts bei denen Khedira im Zentrum das Kopfballduell verloren hat. Ich weiss nicht ob sie Mann- oder Raumdeckung spielten. Seit dem Championsleague Finale habe ich bei Khedira beim Defensiv-Kopfball ein mulmigeres Gefühl. Er übernimmt gerne Verantwortung, aber die IVs sollten die Hauptverantwortung bei gegnerischen Standarts haben.

Antworten

ES 17. Juni 2014 um 13:30

Wer will die eigentlich alle bei Standards decken, wenn Mertesacker, Hummels, Boateng und Höwedes gleichzeitig in den Strafraum gehen?

Antworten

CW 17. Juni 2014 um 22:53

Ich denke mir, wenn Deutschland mit vier Innenverteidgern aufläuft, würde ich als Trainer von Ghana oder den USA die Mitte verbarrikardieren und den Deutschen einen Spielaufbau über die Außenverteidiger Boateng oder Höwedes aufzwängen. Ich bin gespannt, ob wir das in den nächsten Spielen nochmal so zu sehen bekommen und wie die Gegner sich ggf darauf einstellen…

Antworten

Philo 18. Juni 2014 um 16:31

Das könnte vielleicht ein Weg sein. Nur müsste man sehen, wie effektiv sich die Mitte dicht machen lässt mit Lahm als abkippenden Sechser und Kroos und Khedira als weiteren Anspielstationen. Könnte diese Barriere überwunden werden, ergäben sich sicher gute Möglichkeiten für die Deutschen.

Antworten

CW 18. Juni 2014 um 19:22

Ist das nicht gerade ein Grund mehr die Außen etwas zu öffen und vor allem die Mitte abzudecken?!
Aber natürlich hast du recht, Philo, wenn Khedira, Kross und Lahm in den nächsten Spielen wieder so geschickt spielen wie gegen Portugal, bleiben die Deutschen sehr gefährlich. Auch vor dem Hintergrund, dass Khedira wohl noch nicht ganz bei 100% ist.

Antworten

Koom 18. Juni 2014 um 22:45

Die N11 hat einen brachialen Zentrumsfokus und durch die massierte 4er-IV die Anfälligkeit über die Flügel auch einigermaßen eingedämmt. Kann mir gut vorstellen, dass man sich mit Hummels, Lahm, Kroos, Khedira und den 3 Offensiven durch alles durchkombinieren kann. Es wird nicht spektakulär, aber für den Gegner sehr harte Arbeit.

DS 20. Juni 2014 um 14:48

möchte Koog vor allem im Bezug auf MF und Offensive zustimmen. Gespannt wäre ich auch auf ein das Duell Chile-Deutschland (im Vergleich zu den Spaniern)

DS 20. Juni 2014 um 14:45

… das stimmt schon, gegen z.B. Ghana oder andere Gegner kann das dann in der Tat so „albern“ werden wie es sich im ersten Moment anhört (vier IV) – die Differenzierung von IV und AV kommt ja schließlich nicht von ungefähr…

Grundsätzlich finde ich es aber sehr interessant (und gut) das der fixe Gedanke „erste 11“ aufgebrochen und relativiert wird, denn der Leistungswettbewerb beschränkt sich nicht (mehr) auf die 11 Spieler auf’m Platz sondern wird maßgeblich von übergeordneten physischen, psychischen und taktisch strategischen Leistungsmerkmalen wie Summe der Geschwindigkeit, Durchhaltevermögen, unbedingter Wille, individuellen Matchplänen und Taktische Optionen und, und , und getragen…

In der unorthodoxen Aufstellung sehe (projetziere/ Wünsche) ich mir daher eine Art Meta-Vorteil, nach dem Motto unser „Style“ ist es den Passenden für jeden Gegner zu haben. Im Gegensatz zu (natürlich verkürzt und Illustrierend) den Spaniern bei den Xavi trotzig verlautbarte: man werde mit dem eigenen Stil siegen oder untergehen…

Und: Das deutsche „Spielermaterial“ quillt ja buchstäblich über vor Möglichkeiten und Optionen (…auch schon bei der letzten EM) …siehe auch die WM-Vorschau

Für die nächsten Spiele bin ich daher VOR ALLEM sehr gespannt (wie ein Flitzebogen) welche Aufstellung präsentiert wird und GANZ BESONDERS was die Spieler draus machen.

Daher könnte ich mir eher gut vorstellen, bzw. wäre wenig überrascht wenn es gegen Ghana eine andere Abwehrketten-Konfektion mit z.B. Drum als li. AV geben würde – Die „Lufthoheit“ wäre ja immer noch gegeben…

Antworten

fs984 20. Juni 2014 um 15:29

Meiner Meinung nach konnte man aus den PKs ein wenig heraus hören, insbesondere bei Mertesacker, dass ihm und Löw nun auch der Faktor des Einspielens innerhalb eines Turnieres wichtig ist, daher erwarte ich keine grossen Umstellungen. Flick hatte ja auch betont, dass Lahm auf der 6 bleibt und sollte Hummels ausfallen, die defensive Option mit Mustafi möglich ist.

Und selbst die theoretische Aufstellung, obwohl ich nicht davon ausgehe, innerhalb einer offensive Variante mit Grosskreuz oder Durm, würde mit den Räumen die sie hinter sich öffnen, wenn sie nach vorne laufen, mehr schaden. Der Nutzen der Flanken mit nur 1,5 Zielspieler (Müller, Khedira) halte ich für wenig erfolgsversprechend. Die offensive Räume in der gegnerischen Hälfte kann man, meiner Meinung nach, mit dem gezeigten schnellen Umschaltspiel, mit Läufen von Özil, Götze, Müller oder Khedira besser nutzen.

Antworten

Koom 20. Juni 2014 um 15:45

Tore nach Flanken passieren sowieso immer seltener. Zudem „kosten“ sie viel, weil auf der Aussenbahn ein oder mehrere Spieler viele Meter machen müssen, nur um dann einerseits eine schwache Torchance zu bekommen, gleichzeitig hohes Risiko zu gehen, weil aussen nicht so gut abgesichert werden kann wie bei einem Ballverlust im Zentrum.

Finde die Vorgehensweise von Löw durchaus innovativ, wenn auch natürlich nicht nach ästhetischen Gesichtspunkten. Man bleibt viel im Zentrum, hat dort auch immer eine Absicherung, also können die Offensiven auch Risiko gehen.

Und dazu kommt dann auch einfach ein offensives Mittel, dass in der Form gerade keine Elf bringen kann: extreme Kopfballstärke. 4 Riesen, dazu Müller und Khedira, die das auch gut können – das ist ekelhaft zu verteidigen und andererseits natürlich ideal für die eigene Defensive bei Standards.

IMO wirds nur gefährlich, wenn der Gegner eine Wusel- oder Sprinteroffensive hat. Aber dafür hats dann ja auch wiederum Lahm davor, der dort ganz gut blocken kann. Und Sprinter in der Gluthitze Brasiliens sprinten ab der KO-Phase auch seltener.

DS 20. Juni 2014 um 16:01

… die PK habe ich im gleichen Sinne gedeutet. Auch wäre ggf. ein hummelsbedingter Umbau eine zusätzliche Änderung, was jede zusätzliche weitere Änderung eher unwahrscheinlicher machen würde…

Thema Flanken sehe ich auch ähnlich, etc.
…würde Drum aber auch im Hinblick auf flache Grundlinienpässe in den 16er, diagonales einziehen und Kombinationen/ klassisches Hinterlaufen mit Götze sehen (eben mehr Offensive). Das könnte aber das austariert wirkende Gefüge zu sehr kippen.

Im Sinne von: Lahm kann überall spielen besteht ja noch die Möglichkeit situativ die Postion / Formation zu variieren..

… deswegen bin ich auf das Ghana Spiel sehr gespannt. Es ist kein „Finale“ und weder „Nummer-Sicher“ noch „Volles Risiko“ sind nötig…

Potentiell bietet es die beste Gelegenheit ernsthafte und auch für andere Gegner passende Varianten ggf. „anzutesten“

Und: Wie ist wohl die Entwicklung des Wirken von Özil und Götze einzuschätzen?

schkid 18. Juni 2014 um 00:47

Man sieht ja, dass Standards bei diesem Turnier extrem wichtig sind – vermutlich wegen der klimatischen Bedingungen. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass Bundes-Jogi bei einem Rückstand mit Klose noch einen weiteren kopfballstarken Spieler dazu nimmt. Sollte es mit den Flanken anfangs nicht klappen stehen KG und Durm bereit, um über außen Druck zu machen ohne die Defensive zu sehr zu öffnen.

Antworten

Florian 17. Juni 2014 um 12:29

Das muss ich jetzt einfach loswerden:
Für mich war Müllers 3:0 das genialste Stellungsspiel, das ich jemals gesehen habe.

Die Flanke segelt in den Strafraum. JEDER Stürmer würde in dieser Situation versuchen, die Flanke zu erreichen. Aber nicht Müller. Er macht soweit ich das erkennen kann überhaupt keinen Versuch, an die Flanke zu kommen.
Sondern er stellt sich so, dass er den Rettungsversuch des Verteidigers aufnehmen kann. Fand ich extrem raffiniert und habe so etwas noch nie bei einem Fußballspiel erlebt.
(In Mittelfeldsituationen sieht man manchmal etwas in der Richtung. Aber im Strafraum habe ich das noch nie erlebt).

Antworten

Fabian 17. Juni 2014 um 13:33

Absolut, da habe ich mir auch die Augen gerieben. Es zeigt einfach, dass Müller in der Zukunft lebt. Er denkt extrem weit voraus und ist genial darin die möglicherweise auftretenden Situationen zu visualisieren und vor allem zu beurteilen um dann die beste Entscheidung zu treffen (natürlich alles unterbewusst). Das wird bei seinen raumdeutenden Läufen auch sehr gut sichtbar, aber im individualtaktischen oder gar technischen Bereich wie hier ist das nochmal ein Novum im Fußball.

Antworten

Tzaduk 17. Juni 2014 um 16:18

😀 Müller lebt in der Zukunft? Erstklassige Interpretation von starkem Antizipationsvermögen. Aber völlig richtig… Müller-McFly sieht einfach Dinge, bevor sie passieren. Daher sind einige der Laufwege auch echt schräg, und einige sehen auch richtig bescheuert aus, wenn der Ball da NICHT hingeht. Aber WENN, dann steht der Mann an Stellen, von denen man vorher nicht wußte, warum die interessant sein würden.

Ich fand auch den dritten von ihm genauso stark antizipiert. Oder zumindest katzenhaft gedankenschnell. Denn „eigentlich“ hält der Keeper den einfach fest, und Müller steht da sinnlos, oder bekommt sogar noch ne Gelbe, weil er in den Arm des Keepers reinrutscht. Aber so: BÄM!… Hatta gewußt…

Antworten

HW 20. Juni 2014 um 13:28

Müller hat ein wenig das Näschen eines klassischen Stürmers. So wie Inzaghi & Co., die waren auch immer scheinbar plötzlich da und einen Schritt schneller oder schlauer. Dabei haben die intensiv das Spiel beobachtet und die Gegner getestet um in Position zu kommen. Zufall war da nix.

Antworten

Spielverderber 17. Juni 2014 um 13:34

Und wie er bei der Szene die zum Eckballtor scheinbar völlig chaotisch in einen Raum rennt, in dem er niemals von Özil angespielt werden kann – aber in der Gewissheit, dass im Rückraum einer einlaufen wird und dass der Mesut ja die Übersicht hat diesen dann besser positionierten Spieler zu sehen und anzuspielen. Pepe läuft Müller hinterher und damit ist der Raum für Götze geöffnet.

Antworten

ES 17. Juni 2014 um 11:24

Mal wieder ein Dankeschön für eine sehr schlüssige Analyse. Interessant finde ich, dass die N11 nach den Jahren, in denen sie sich das dominante Ballbesitzspiel in Richtung Spanien/Barca erarbeitet hat, nun zu diesem Stil mit Ballbesitz und gleichzeitig schnellem vertikalen Spiel in die Spitze gekommen ist. Was bei Euch mit Rythmuswechsel beschrieben ist. Also nicht der L’art pour l’art-Stil von Barca/Spanien, sondern zielgerichtet und gefährlich (und dann mit 58%-Ballbesitz zwar dominant, aber nicht abartig hoch).

Interessant finde ich auch, dass jetzt die Tripel-6 schwer in Mode kommt, denn nichts anderes ist doch letztlich die Formation Lahm/Khedira/Kroos (oder doch eher Einzel-6 Lahm mit zwei Achtern?).

Was die Außenverteidiger angeht: Physisch starke AV, die zentral denken und stark im Kopfballspiel sind, hätte ich mir schon 2010/2012 gewünscht. Vielleicht bringt das auch noch einmal die gerade 2010/2012 so kritisierte Defensivstabilität, die ein Kedhira/Kroos ebenfalls brauchen.

Im Übrigen war es sehr deutlich, dass Deutschland noch längst nicht alle Gänge voll ausgefahren hat, nicht nur in HZ2. Wenn es nötig geworden wäre, hätten Boateng und Höwedes weitaus mehr offensiven Druck über die Seiten entfalten können. Aber dann eben mit mehr Risikopotential nach hinten.

Antworten

lenni 17. Juni 2014 um 13:03

Naja, ich glaube, Kroos hat sich selbst mal als 8einhalb bezeichnet, und im Prinzip kommt das schon hin. Aufgrund der hohen Fluidität ist eine feste Zuweisung, wer da jetzt 6, 8 und 10 spielt, sehr schwierig, aber am ehesten würde tatsächlich Lahm-6, Khedira-8 und Kroos-8einhalb passen, insb. die Heatmap z.B. auf sueddeutsche.de macht das deutlich.

Antworten

Fil 17. Juni 2014 um 11:15

Das hat jetzt nichts mit dem Spiel zu tun.

„Die rote Karte gegen Pepe (37.) war schon die Vorentscheidung des Spiels – wenn es mit elf Mann nicht klappt, dann mit zehn erst Recht nicht. “

Stimmt meistens, aber nicht immer, wie in folgender Studie nachzulesen ist:

http://jse.sagepub.com/content/12/6/621

Antworten

lala 17. Juni 2014 um 13:23

Die Studie war jetzt mal spannend – hat was.

Antworten

Ahnungsloser 17. Juni 2014 um 16:28

Aber es gehörte imho zur Taktik, Pepe rauszufoulen. Ist ja bekannt, dass das bei ihm nicht so schwer ist….
http://www.youtube.com/watch?v=9xnP6-as_B8

Antworten

schkid 18. Juni 2014 um 00:31

Das war entweder eine Tätlichkeit von Pepe oder zumindest der Versuch. Beides gibt zwingend Rot, oder habe ich da was falsch verstanden?

Antworten

Lino 17. Juni 2014 um 11:02

Interessant ist, dass viele Mannschaften wieder mit einer Art Zweiteilung spielen. Die deutsche Viererkette hat sich ja quasi nicht nach vorne begeben. Noch drastischer war das bei Argentinien zu beobachten, aber auch bei anderen Teams ist eine Tendenz dahingehend zu erkennen.
Vor einiger Zeit wurde diese mangelnde Kohäsion noch als kritisch eingestuft, aber mittlerweile scheint sie sich als sinnvolles taktisches Mittel zu erweisen – gerade auch wenn man die klimatischen Bedingungen in Brasilien beachtet.

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 11:13

Broken-Team. Da shab ich zunächst auch bei Brasilien gedacht. Die haben zubeginn ja fast ohne Mittelfeld gespielt.

Bei DE fand ich es nicht so extrem, weil es A) nicht auf die Formation, sondern auf die Rolle der Spieler ankommt und B) die N11 verschiedene Formationen spielen kann.

Zu den Rollen. Die AVs können auch offensiver, abhängig vom Gegner. Das Mittelfeld hat einige Spieler, die vertikale Laufwege haben und damit Angriff und Abwehr verbinden. Außerdem hat man mit drei Mittelfeldspielern eine recht gute Spiel- und Ballkontrolle, zumindest auf dem Papier. Man ist also wenig Konteranfällig. Und oben drauf spielte DE mit einer sehr variablen Angriffsreihe. Özil ist ein Spielmacher (diesmal auf außen), Götze hat auch schon zentral im Mittelfeld gespielt. Und Müller ist der klassischste Stürmer in der Startelf. Wenn die drei viel Pressen und mitarbeiten, dann ist das kein geteiltes Team, sondern eine kompakte Einheit.

Antworten

mh 17. Juni 2014 um 14:53

@Lino: Für das Turnier absolut richtig (BRA, ENG, URU etc), aber auf Deutschland gestern traf das gar nicht zu. Die drei im MF sind m.E. gute Verbindungsspieler

Antworten

grasnarbe 17. Juni 2014 um 14:46

Ich denke, dass ist der Vorsicht am Anfang eines Turniers geschuldet (keine hohe Abwehrlinie). Und den klimatischen Bedingungen speziell dieses Turniers. Und der relativen Uneingespieltheit einer Nationalmannschaft (s. erster Satz).

Natürlich hängt es auch von eigenen Spielern, gegnerischer Taktik usw ab, aber ich denke doch, dass eine kohärente Ausrichtung und Mitarbeit (Verschieben usw) aller Spieler doch einer Zweiteilung grundsätzlich überlegen ist. Real hat diese Zweiteilung ansatzweise, aber ich vermute, zukünftig werden die meisten Top-Mannschaften kohärent spielen.

Antworten

Tzaduk 17. Juni 2014 um 16:09

Ja, „broken team“ finde ich einen guten Term dafür. Fand ich allerdings auch nicht so intensive, immerhin holen sich Lahm und Khedira sehr wohl die Bälle von hinten nach vorne, und ein Boateng hat (erst in der 2. HZ, aber immerhin) sich sehr wohl auch nach vorne getraut. Ist also deutlich vernetzter als bei Brasilien.

Selbst da startet dann ein Silvaner auch mal weit nach vorne – und keiner sichert für ihn ab. Ganz und gar „broken“ geht also wirklich nicht mehr, so wie England anno dunnemal, mit kick&rush 🙂

Ich muss sagen, ich hab das in aller Konsequenz auch nirgendwo gesehen. Wenigstens über die Außenverteidiger ist so eine Verknüpfung von Mittelfeld und Verteidigung sehr wohl gegeben… Oder um es anders zu sagen: „Stimmt ja gar nicht“ 🙂

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 17:30

Broken Team ist eher eine Gefahr bei einer 4-2-4 Formation, als bei nem 4-3-3 (man schaue auf Ajax Ende der 60er). Natürlich ist entscheidend, dass die Verbindung zwischen den Linien funktioniert. Also vertikales Verschieben, vertikales Passspiel, freie Spieler in der nächsten Linie und die Abstände der Linien. Ganz wichtig natürlich: Angreifer müssen nach hinten arbeiten und dürfen nicht vorne warten.
Ein Broken Team ist also das Gegenteil von totalem Fußball.

PS beim ZDF zeigen sie gerade Szenen in denen die deutschen AVs vorgerückt waren. Nicht Dani Alves like vorrücken, aber immerhin vorrücken.

Antworten

Freischwimmer 17. Juni 2014 um 10:56

Besten Dank für die hervorragende Erklärung, vor allem der zweite Absatz macht es sehr deutlich!

Antworten

Freischwimmer 17. Juni 2014 um 10:45

Hallo!
Zunächst auch von mir die obligatorischen Begeisterungsjubel zur WM-Vorschau sowie den tollen und vor allem sehr zeitnahen Analysen zu den WM-Spielen.

Eine Frage habe ich: Was genau muss ich mir unter „Deckungsschatten“ vorstellen? Eine vage Vorstellung habe ich, wäre aber für eine kurze Definition dankebar!

Antworten

Koom 17. Juni 2014 um 10:51

Auf den Grafiken sieht man idR ganz gut, wie ein Deckungsschatten funktioniert. Das ist meistens dieser „schattige“ Kegel, den ein Spieler hinter sich wirft (wie ein Fahrwasser bei Schiffen). Das ist der Bereich, den ein Spieler abdeckt, indem er sich so positioniert, das die Leute hinter ihm (die im Deckungsschatten stehen), nicht ohne weiteres anspielbar sind. Sie werden quasi gedeckt, also als mögliches Anspielziel verhindert, ohne dass der „Manndecker“ direkt bei ihm steht.

Oder ums anders auszudrücken: Versetze dich in die Perspektive des Balles oder ballführenden Spielers. Blicke dann den Gegenspieler an. Alles, was hinter ihm steht und passiert, kannst du nur schwer einsehen und noch schwerer bespielen. Sowohl psychologisch als auch tatsächlich deckst du damit bestimmte Räume und Spieler ab.

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 10:55

Der Deckungsschatten ist der Bereich des Spielfeldes, den ein Verteidiger durch seinen Körper als Ziel für Pässe des ballführenden Gegenspielers blockiert. So wie ein angeleuchtetes Hindernis einen Schatten wirft und das Licht blockiert, blockiert ein Spieler Passwege und deckt damit Räume oder Gegenspieler.

Antworten

Fitsche 17. Juni 2014 um 10:44

Wie findet ihr Mehmet Scholl’s neuen Terminus „Wilde 13“?

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 10:47

Der ist doch geklaut und vermittelt taktisch das falsche Bild. Eine wilde 13 wäre ja unkontrollierbar, für Freund und Feind. Wenn er mal vom Platz fliegt dann passt es.

Antworten

Krawu 17. Juni 2014 um 11:14

Wilde 13 ist keine Position sondern der Stil von Müller.

Antworten

Fitsche 17. Juni 2014 um 10:20

Hab mir jetzt zum ersten Mal den Turnierplan genauer angesehen. MIST muss ich sagen! Erst wieder im Viertelfinale ein namhafter Gegner? Das ist doch Dreck. Das könnte sich noch als echter Nachteil erweisen. Was nützt es, ‚relativ‘ weit zu kommen, um dann in den entscheidenden Spielen nicht im Killermodus zu sein, weil man vorher von zu schwachen Gegner eingelullt wurde?

Antworten

lala 17. Juni 2014 um 10:55

Das ist schon wieder Psychologie und die – ist auch keine exakte Wissenschaft.

Denn: eventuell passiert genau das Gegenteil und sie ziehen durchs Turnier wie Spanien in den letzten Jahren?

Fazit: ich fand es ein einfach schönes Spiel, wie auch Holland schön anzusehen war.

PS: Finde es klasse, dass hier im Forum öfter Özil erwähnt wurde. Im Gegensatz zur Presse fand ich ihn auch stark.

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 11:05

Es vor allem Spekulation. Man kann sich genauso früh im Turnier aufreiben, egal gegen welchen Gegner.

Antworten

Fitsche 17. Juni 2014 um 11:23

Hast recht. Hat wohl beides seine Vor- und Nachteile…

Antworten

GER*POR 17. Juni 2014 um 13:33

„…Psychologie und die – ist auch keine exakte Wissenschaft.“
Psychologie ist eine genauso exakte Wissenschaft wie alle anderen Wissenschaften auch!

Was du wahrscheinlich meinst, ist, dass es diverse (psychologische) Faktoren gibt, die den Verlauf einer WM beeinflussen können. Und die Qualität der kommenden Gegner und damit die Schweirigkeit der nächsten Spiele ist nur ein Faktor, der den Turnierverlauf der DFB-Elf beeinflusst.

Beides ist denkbar: Man kann sich gegen leichtere Gegner besser einspielen, nimmt positive Ergebnisse, Erfolge und Motivation mit. Und vielleicht ist man durch die klimatischen Bedingungen dann ja körperlich und mental viel fitter als nach 3 schweren Spielen, was ein Vorteil sein kann. Oder man kann über den Verlauf einen Gang zurück schalten und dann am nächsten schweren Gegner scheitern. Eine Prognose ist unmöglich bzw. unseriös, weil wir die anderen Faktoren nicht kennen. Das ist wie in der Mathematik, wo man bestimmte Formeln auch nicht lösen kann, wenn man die Variablen nicht kennt.

Antworten

leser 17. Juni 2014 um 14:53

„Psychologie ist eine genauso exakte Wissenschaft wie alle anderen Wissenschaften auch!“… herrliche Tautologie. Jede exakte Wissenschaft ist gleich exakt wie alle anderen exakten Wissenschaften? Exakt!!

Antworten

grasnarbe 17. Juni 2014 um 15:32

Trifft nicht GER*PORs Punkt, bzw hat er eben das „exakt“ zwischen „anderen“ und „Wissenschaften“ nicht geschrieben, weshalb es keine Tautologie darstellt. 🙂

Übrigens auch richtig von GER*POR in der Sache: die moderne Psychologie hat wenig von dem gemein, was man sich früher – oder der Laie – darunter vorstellte. Die Forschung ist sicherlich im Schnitt auf einem höheren wissenschaftlicheren Level als die Forschung einiger anderer Disziplinen. Diese empirische Herangehensweise wie in einer Naturwissenschaft führt dazu, dass einige Unis Psychologie auch folgerichtig nicht mehr unter „Geisteswissenschaften“ laufen lassen und Doktoranden als Dr. rer. nat. (anstatt Dr. phil.) promovieren.

Antworten

leser 17. Juni 2014 um 15:38

Wie exakt ist denn dann die Psychologie im Vergleich z.B. zur Physik? Auf einer Exaktheitsskala von 1-10.

grasnarbe 17. Juni 2014 um 17:40

Puhh, da müsste man ausholen, um die impliziten Missverständnisse in der Frage „Wie exakt ist Psychologie im Vgl mit Physik“? (nette Anspielung auf die Fragebogenlastigkeit der frühen Psychologie übrigens 😉 ) auszuräumen.

Ich weiß nicht, ob du schonmal mit Forschung zu tun hattest, evtl im Studium bei der Abschlussarbeit. Ich verstehe schon den intuitiven Drang, die „Exaktheit“ des Untersuchungsgegenstandes einzustufen.

Aber empirische Wissenschaft definiert sich anders: der Untersuchungsgegenstand mag unterschiedlich komplex sein, und die Antworten auf Fragen mit unterschiedlich hoher Wahrscheinlichkeit ausfallen – je nachdem, wie weit die Forschung in einem Bereich schon fortgeschritten ist.

Nur ist das Entscheidende die wissenschaftliche Methodik, die die Güte und Eignung einer Arbeit als wissenschaftlich qualifiziert. Und da sind alle Wissenschaften völlig gleich, wenn korrekt ausgeführt. Deshalb ja meine Erklärung oben: die moderne Psychologie geht völlig davon aus, dass der Untersuchungsgegenstand Mensch im Prinzip genauso wie der Untersuchungsgegenstand „Holz“ oder „Neutronenstern“ erforscht werden kann – und tut das dann auch. Deshalb ist Psychologie in vielen Teilen heutzutage eine Naturwissenschaft.

GER*POR 18. Juni 2014 um 15:16

Hui… Interessante Diskussion. Grasnarbe und andere haben mich richtig verstanden. Es ging mir darum, dass die Art und Weise, wie wissenschaftlich gearbeitet wird, in jeder Disziplin über die Exaktheit entscheidet. Da auch die Psychologie als Wissenschaft (nicht Freud und das Sofa) auf statistischen Modellen und mathematischen Berechnungen beruht, macht es wenig Sinn, diese mit der Exaktheit von Mathematik zu vergleichen und da Unterschiede zu erwarten. Aber wie gesagt, im Sinne von Prognosen können natürlich unterschiedlich exakte Vorhersagen entstehen, je nach Güte des zugrundeliegenden Modells.

Um mal wieder auf den Fußball zu kommen: Ich denke, der Turnierverlauf (als nächstes eher „schwache“ Gegner) hat einen weniger wichtigen Einfluss auf das Bestehen gegen stärkere Gegner als andere Dinge, wie z.B. die Grundeinstellung, wie in das Spiel gegangen wird (ich denke da z.B. an „Angstgegner“ Italien) bzw. wie die Taktik aussihet. Und da gibt es hier ja zahlreiche Experten, zu denen ich mich nicht zählen würde. 🙂

ES 17. Juni 2014 um 16:05

Oh ja, da haben wir sie: Sinnfreie, aber hochemotionale Debatte am Thema vorbei. Sehr schön :-). Ich werfe mal mutig für die Mathematik eine 9 in den Ring, Parapsychologie und Astrologie werden mit 0 abgestraft. Wer bietet mehr?

Antworten

leser 17. Juni 2014 um 16:17

2 + 2 = 4 –> sehr exakte Mathematik
2 + 2 = 5 –> weniger exakte Mathematik

ich denke, dass die Diskussion gar nicht so sinnfrei ist.

Fitsche 17. Juni 2014 um 16:30

Hauptsache voll tautologisch und so…

ES 17. Juni 2014 um 16:55

na ja, über 2+2 zu diskutieren ist sinnfrei – jedenfalls im Kontext eines Fussballforums. Es gibt keine exakte oder weniger exakte Mathematik. Es gibt falsche oder richtige Tatsachen und Beweise.

Fitsche 17. Juni 2014 um 16:57

Bin mir nicht sicher ob ein studierter Mathematiker das so unterschreibt 😉

ES 17. Juni 2014 um 17:01

Ich unterschreibe das gerne 🙂

leser 17. Juni 2014 um 17:16

Ich unterschreibe das auch, wenn ein studierter Physiker das darf. Es geht mir auch eigentlich mehr darum, dass es vielleicht nicht so nötig ist, eine „exakte“ Wissenschaft zu sein, um eine Daseinsberechtigung zu haben. Es gibt völlig „exakten“ Schwachsinn und „unexakten“ Sinn (Thomas Müllers Läufe?).

Fitsche 17. Juni 2014 um 17:49

Es hat einfach exakt nichts mit Fussball zu tun

leser 17. Juni 2014 um 22:04

Immer hat alles mit Fussball zu tun

Kamuka 17. Juni 2014 um 23:23

2+2=1 . Jedenfalls in Z/3.

Es gibt Modelle und Gedankenkonstrukte, und in dieses gibt es wahre und falsche Aussagen. Mit der Realität oder Tatsachen hat das erstmal wenig zu tun.

Psychologie oder auch Ökonomie ist leider häufig unreflektierte Anwendung von Mathematik, die von den Anwendern nicht wirklich verstanden wird.

Die Aussage “Psychologie ist eine genauso exakte Wissenschaft wie alle anderen Wissenschaften auch!” ist natürlich keine Tautologie.
Die Differenzierung von exakten und weichen Wissenschaften halte ich allerdings für reichlich sinnfrei.

MFG
ein studierter Mathematiker

P.S. Physiker haben natürlich weder von Mathematik noch von Logik auch nur den Ansatz einer Ahnung. Dafür können sie rechnen und ihre Zeit damit verschwenden Vektorpfeile zu malen. 😉

leser 18. Juni 2014 um 09:25

A: Alle Wissenschaften sind exakt
B: Psychologie ist eine Wissenschaft
Also ist immer wahr: Psychologie ist exakt (Tautologie)

leser 18. Juni 2014 um 09:27

… und bezüglich der Physiker geb ich dir natürlich recht. Ab und an bauen wir aber auch eine Atombombe.

Fitsche 18. Juni 2014 um 11:01

get a life

ES 18. Juni 2014 um 12:24

@Kamuka: Klar, das mit Z/3. Aber die Aussage war ja 2+2=5. Und da gibt es nicht viele Konstrukte, wo das noch stimmt. Denn es ist ja auch 2+2=4, und damit 4=5, und letztlich 0=1. Das heisst wir sind in Z/Z. Hier gibt es nur 1 Element und alles ist eins. Damit wird es wieder philosophisch, d.h. fussballphilosophisch. Denn es gilt dann insbesondere auch: 11=1, d.h. Elf Freunde sollt Ihr sein!
@für alle anderen: Nein, ich trinke nicht regelmäßig am morgen. Und bin jetzt auch ganz still….:-)

Kamuka 18. Juni 2014 um 12:45

Das ist, so wie du es schreibst, ein Syllogismus, wenn man mit Aristoteles sprechen möchte, und in diesem Fall ganz sicher keine Tautologie.

Wikipedia würde helfen.

Hier mal ein logisch exakt gleich aufgebauter Satz, der offensichtlich falsch ist.

“Ein von BMW gebautes Fahrzeug ist ein genauso grünes Auto wie alle anderen Autos auch!”

Der Satz ist äquivalent zu:

“Ein von BMW gebautes Fahrzeug ist grün!”
UND
“Ein von BMW gebautes Fahrzeug ist ein Auto!”
UND
“Alle Autos sind grün!”

Das ist natürlich alles falsch.

Kamuka 18. Juni 2014 um 13:22

@ES

Ging mehr darum, dass der Wahrheitsgehalt von Aussagen relativ zum Kontext und nicht absolut ist. Ohne länger darüber nachgedacht zu haben, behaupte ich, dass es mindestens abzählbar unendlich viele Strukturen gibt in denen 2+2=5.

Ob Psychologie (oder Mathematik) eine exakte Wissenschaft ist hängt also in erster Linie davon ab, wie man sich das hindefiniert. Wenn man „vor allem reproduzierbare Versuche mit quantifizierbaren Messungen“ haben möchte, ist es schon postironisch Mathe exakt und Psychologie nicht exakt zu nennen.

Das eine vernünftige Theorie Grundlage von Diskussionen sein muss, erkennt man doch grade an dem minimalen qualitativem Unterschied zwischen den Artikeln hier und -sagen wir mal- den Kommentaren Kahns.

Sehr lustig ist etwa, wie die Feinde der Falschen Neuen verstummt sind, weil sie Müller für eine eben solche halten, weil er weder aussieht wie Klitschko noch regelmässig auf der Position spielt.

ES 18. Juni 2014 um 13:32

@Kamuka, es gibt genau nur eine Struktur, in welcher gleichzeitig 2+2=4 und 2+2=5 ist. Das habe ich gerade oben bewiesen. Alle anderen sind dazu isomorph. Aber lassen wir das jetzt mal.

leser 18. Juni 2014 um 14:03

@fritsche: ich hab ein leben, sogar ein second leben!

Kamuka 18. Juni 2014 um 14:15

Ich hab ja auch nie behauptet, dass auch noch 2+2=4 gelten soll.

ES 18. Juni 2014 um 14:20

🙂

ES 19. Juni 2014 um 11:45

@grasnarbe: Um festzustellen, dass Mathematik keine Naturwissenschaft ist wie z.B.Physik oder Biologie hätte es wohl kaum Wikipedias bedurft. Im übrigen wird das von Universität zu Universität anders interpretiert. Es gibt Unis, die vergeben einen Dr. rer.nat. an promovierte Mathematiker.

Aber: Oben war doch nie die Rede von Naturwissenschaften, sondern von Wissenschaften allgemein. Und dabei, ob es hierbei exakte oder nicht-exakte Forschungen gibt. Auf der Grundlage haben wir argumentiert und festgestellt, dass das so verallgemeinert nicht stehen gelassen werden kann. Die Unterscheidung Naturwissenschaften/Nicht-Naturwissenschaften hast Du gerade neu in die Diskussion eingeführt. Und hast damit angeblich irgendeine Verwirrung aufgelöst. Aber wenn Du wieder auf den Ausgangspunkt der Diskussion zurückkommst: Hier ging es um die Psychologie. Das ist doch eine Sozialwissenschaft bzw. eine Humanwissenschaft, kann sogar als Teilbereich der Medizin angesehen werden (sage ich jetzt mutig ohne in Wiki gegoogelt zu haben). Wie hilft uns da die Unterscheidung Naturwissenschaft/Nicht-Naturwissenschaft?

Thomas 20. Juni 2014 um 12:28

Und dann scrollt auf einmal http://pix.echtlustig.com/1406/warum-ich-in-mathe-durchgefallen-bin.jpg vorbei zum Thema 2+2…

GER*POR 18. Juni 2014 um 15:26

…nee, keine Tautologie. Ich behaupte ja nicht, dass Psychologie eine exakte Wissenschaft ist, ich sage nur, dass die Psychologie genauso exakt ist, wie alle anderen Wissenschaften auch. Und da gibt es in der Art der Ausführung, der Wahl der Modelle etc. natürlich Spielraum, so dass es z.B. qualitativ gute und weniger gute psychologische Forschung gibt. Und das gilt ja für alle Wissenschaften, wie grasnarbe das schön beschreibt.

Antworten

ES 18. Juni 2014 um 16:12

In Psychologie kenne ich mich leider gar nicht aus. Aber Deine Verallgemeinerung auf alle Wissenschaften kann ich z.B. in Bezug auf die Mathematik nicht nachvollziehen. Ich kenne keine qualitativ gute und weniger gute mathematische Forschung (oder exakte und weniger exakte). Sondern nur unterschiedliche Spezialgebiete. Und darin teilweise andere Methoden. Aber die würde ich nicht gegeneinander bewerten. Ich kann doch nicht sagen, dass beispielsweise Algebra qualitativ besser ist als Numerik. Ich glaube, so ähnlich geht es in der Physik und in der Biologie auch. Warum soll Mikrobiologie z.B. gut, klassische Zoologie aber „weniger gut“ oder „schlecht“ sein?

GER*POR 18. Juni 2014 um 17:01

Okay, da war ich ungenau. 🙂
Ich bezog mich da hauptsächlich auf empirische Forschung. Das mag für die Mathematik nicht gelten, da kenne ich mich zu wenig aus. Aber auch in der Biologie gibt es unterschieldich gute emprirische Forschung. Damit sind nicht die unterschiedlichen Disziplinen gegeneinander verglichen gemeint, sondern lediglich die Ausführung im Sinne der „Exaktheit“…

Fitsche 18. Juni 2014 um 17:12

Habt ihr schonmal dran gedacht, dass alles, was ihr hier so SCHREIBT als aller erstes schonmal SPRACHLICHEN einschränkungen unterliegt?

GER*POR 18. Juni 2014 um 18:06

Korrekt Fitsche! Man müsste erstmal eine gemeinsame Sprachbasis finden. Was ist „Exaktheit“, „Wissenschaft“ etc. Enorm aufwendig, darum lass ich das jetzt auch bleiben und konzentrier mich wieder mehr auf das Lesen der tollen Artikel und anspruchsvollen Kommentare hier… 😉

grasnarbe 18. Juni 2014 um 18:43

Um die Verwirrung um die Einordnung oder Vergleich von Mathematik mit anderen Wissenschaften („Qualität empirischer Forschung“ etc) aufzulösen: Mathematik ist im harten Sinn keine Naturwissenschaft. (Hätten die Mathematiker und Physiker natürlich wissen können 😉 ), sondern steht etwas außerhalb. Sie ist eine Form- oder Strukturwissenschaft, und betreibt keine empirische Forschung. s. http://de.wikipedia.org/wiki/Mathematik#Verh.C3.A4ltnis_zu_anderen_Wissenschaften

Thomas 19. Juni 2014 um 06:28

@grasnarbe: Alles, was in wikipedia steht, stimmt natürlich genau so 😉
Mit der Numerik hat die Mathematik ein eher „naturwissenschaftliches“ Teilgebiet, das der Physik doch recht nahe kommt (insbesondere gemessen am Rest der Mathematik). Die ganzen Probleme dort wie beispielsweise „wie nähere ich mich einer Nullstelle möglichst effizient an“ haben schon eine gewisse empirische Komponente, wenn die sich auch etwas anders darstellt als in der Physik.
Nagut – soviel also zu der Ausnahme, die die Regel bestätigt 😉


Sinooo19 17. Juni 2014 um 09:54

Hallo Zusammen,
ich lese hier schon seit über 1,5 Jahren mit und poste jetzt das erste mal…

Insgesamt war ich ein wenig über die meiner Meinung nach stark geplanten Staffelungen erstaunt. Als ich die Aufstellung gesehen hab habe ich zunächst auf fehlende Breite getippt und damit gerechnet, dass Portugal das Zentrum extrem verdichtet. Dies konnte Müller mit seinen ausweichenden Läufen allerdings extrem gut kontern.

Kroos wieder einmal überragend. So langsam wird der Typ echt extrem komplett. Nimmt meiner Meinung nach immer mehr Züge von Xabi Alonso an, ist allerdings noch deutlich stärker im Kurzpassspiel.

Außerdem muss Götze lobend erwähnt werden. Hat sich gut an Portugals Staffelungen angepasst und einige starke Dribblings in engen gezeigt. Hoffentlich wird er auch demnächst vorgezogen.

Darüber hinaus ist noch wichtig, dass der deutsche Kader so eine Bandbreite bietet. Sowohl spielmachende einrückende Außenspieler als auch geradlinige sind dabei. Darum wundert es mich nicht das der jute Jogi Schürrle aktuell auf der rechten Seite einsetzt!

Antworten

Krawu 17. Juni 2014 um 09:51

Jogi hat sich den richtigen Match-Plan für Portugal ausgedacht. Aber mal ehrlich, war jetzt keine überragende Kunst gegen diesen statischen Gegner. Mich hat es gefreut dass Götze seine Chance bekommen hat, da individuell im 1:1 keiner im das Wasser reichen kann außer Reus. Müller = Name ist Programm, einfach Weltklasse!
@Redaktion: mich würde interessieren wie Jogi gegen Italien spielen muss, um eine Chance zu haben, da mich diese Mannschaft bisher am Meisten überzeugt hat.

Antworten

CH 17. Juni 2014 um 09:47

Hallo,

Lahm die unüberwindbare Ein-Mann-Mauer; Neuer spielt Torwartkette; Th. Müller provoziert Pepe vom Platz ! Wie geil war das denn …

Aber Portugal wollte zu Zehnt auch nicht dem Rückstand hinterher rennen.

Mir fiel gestern auf, dass Brasilien als einziger Topfavorit nicht Mittags spielen muss („nur“ das Achtelfinale ist für 18 Uhr terminiert). Wird das eine Rolle spielen ?

Antworten

Spielverderber 17. Juni 2014 um 13:45

Ja die Ein-Mann-Mauer:
Auf der einen Seite 2m pure Muskeln, auf der anderen Seite der kleine Fipsi. Auf der einen Seite der Jäger mit der Waffe im Anschlag, auf der anderen Seite das Kaninchen vor der Schlange. Doch nein, überraschende Wende im Spielfilm, es war doch die ganze Zeit anders:

Auf der einen Seite der Weltfussballer…

… und auf der anderen Ronaldo 😉

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 14:08

Ich sehe das eher wie ein Autofahrer der gegen den einzigen Baum weit und breit fährt (okay ein makaberer Vergleich). Optisch fixiert man das Objekt und hält damit drauf zu. Sowas ist vielleicht Ronaldo passiert. Er hat sich bei seinem Schuß zu sehr an Lahm orientiert. Die Mauer als psychisches Mittel.

Antworten

Martin 17. Juni 2014 um 14:57

Verstehe nicht was daran jetzt alle so toll finden.

Lahm hat lediglich mal wieder sein überragendes Stellungsspiel bewiesen.

Antworten

MT 17. Juni 2014 um 15:33

… und Pepe hat herausragend gegen Müller mit dem Kopf geklärt?

Antworten

Sindagorn 18. Juni 2014 um 13:01

… beziehungsweise Müller hat Pepe mit dem Kopf raus geklärt … 😀


Müllerresk 17. Juni 2014 um 09:36

Tolles Spiel der Deutschen. In der zweiten Halbzeit hätte ich gerne Reuse kontern sehen. Schade das er nicht dabei ist. Stark das man so einen Ausfall kompensieren kann.

Hoffentlich hat K.P. Boateng zugeschaut

Antworten

wombat 19. Juni 2014 um 21:30

reuse? umhummern zu fangen? 😉

Antworten

Studinho 17. Juni 2014 um 09:34

Momentaufnahme mehr nicht! Portugal mit Sicherheit einfallslos nach vorne. 2 Tore nach Standards erzielt und lange Strecken des Spiels in Überzahl. Kroos und Müller tatsächlich die wichtigsten Akteure im Spiel. Dass Lahm nicht auf die 6 gehört und seine Stärke auf der AV Position ist, hat sich auch gezeigt. Gibt keinen Spieler auf der Position der über so ein Gesamtpaket offensiv und defensiv.

Antworten

AP 17. Juni 2014 um 09:58

Seit wann ist es entscheidend wie man Tore erzielt?
Warum gehört Lahm nicht auf die 6?

Bitte um Erläuterung.

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 10:02

Ich bitte darum dies nicht zu erläutern. Es gibt einfach Menschen, denen man es nie recht machen kann.

Antworten

Guergen 17. Juni 2014 um 11:15

Laut Forenmob hat Lahm „Unmengen an Fehlpässen gespielt“ (Passquote 94 %), hat „Fast alle (wichtigen) Zweikämpfe verloren“ (Zweikampfquote: 80 % gewonnen), ist wenn auf der 6 spielend „Nur als Freistoßmauer zu gebrauchen“ und auf dieser Position wird ihm „seine offensive Stärke restlos genommen“.

Warum es entscheidend ist wie man die Tore erzielt? Naja, die Leute, die sich darüber aufgeregt haben, dass man „keine Standards trainiert“ und „mal endlich ein Eckballtor“ sehen wollten, sind die gleichen, die jetzt jammern über „zu viele Standardtore“.

Antworten

AP 17. Juni 2014 um 11:16

🙂

Antworten

Koom 17. Juni 2014 um 11:23

Man findet immer was zum Meckern. 😀

Antworten

Studinho 17. Juni 2014 um 12:59

Die Nationalmannschaft hat ihre Defizite in der Verteidigung. In Deutschland werden AV zu schlecht ausgebildet aber auch in.der IV wird es auf Dauer Probleme geben bzw. Gibt es die schon. Lahm ist dee beste AV der Welt und auf beiden Seiten einsetzbar.KKomplettes Gesamtpaket offensiv und defensiv. Auf der 6 ist er einer von.vielen und für meinen.Geschmack zu unauffällig. Wenn man ein erfolgreiches Turnier spielen will, muss der Kapitän auf der Position spielen, die wie keine andere auf ihn zugeschnitten ist.

Dass die Tore nach Standards gefallen sind.und der Spielfluss erst mit.überzahl in Fahrt kam, zeigt Verbesserungspotential. Ich denke, Wer das nicht erkennt sollte sich mal hinterfragen, wie man von einem Spiel sich so überzeugen lassen kann. Ich war vor der WM skeptisch und bin es immer noch. Ein 4:0 gegen Portugal + Weltfußballer klingt mit Sicherheit schön, bleibt aber eine Momentaufnahme und bedeutet nicht mehr als 3 Punkte. Gegenwehr von den Portugiesen bzw spielerische Ideen.habe.ich auch nicht gesehen. Keine Gefahr für Neuer.und.Abwehr. Spielst du Ai gegen andere Favouriten, langt das einfach nicht für den Titel. Mein Tipp.ist.übrigens Aus.im Viertelfinale für die aufmerksamen Antworten mit Fußballsachverstand.

Koom 17. Juni 2014 um 13:15

Schreiben hier doch auch recht viele, dass die Vorstellung der N11 nicht perfekt war, ich ja auch. Aber sie war auch definitiv nicht schlecht. Es gibt halt noch die Note 2-5 im Bewertungsraum, nicht nur die 1 oder die 6.

Lahm auf der 6 finde ich gut. Vollkommen unspektakulär, gegen Portugal auch sichtlich noch nicht bei 100%, aber er beherrscht den Raum, schleppt und verteilt Bälle gut und das ohne, um damit unbedingt glänzen zu müssen (wie es bspw. Schweinsteiger oder auch Kroos gerne mal tun).

Aber die AV-Problematik ist ja nicht nur ein deutsches Problem. Fast alle Länder haben AVs, die im idealen Fall viel Licht bieten, dann aber auch Schatten haben, bspw. Brasilien. Es ist taktisch die undankbarste und schwierigste Position und vermutlich folgerichtig, diese in der momentanen Form abzuschaffen (3er/5er Kette).

AP 17. Juni 2014 um 15:45

@Studinho.
Auf meine Bitte um Erläuterung gehst du garnicht ein. Daher die Frage, wenn bei dieser WM, aus welchen Gründen auch immer, die meisten Teams um Kompaktheit und Stabilität (s. 3er-5er Kette)
bemüht sind, d.h. die AV in der Regel erstmal defensiv agieren, findest du nicht den Weltbesten AV, Lahm auf den Außen verschenkt?

Lass ihn doch lieber als Zweitweltbesten 6er da spielen, wo er spielt und die Rolle, die Boateng nun inne hat, dafür reicht auch nun mal ein Boateng.

Aber du wirfst ja mit dem Phrasenschwein nur so um dich, dass ich bezweifle, meine Fragen würden Dir eine andere Perspektive bringen.

Tzaduk 17. Juni 2014 um 16:12

don’t feed the troll…

Antworten

blub 17. Juni 2014 um 11:44

Ne, diesem elfmeter ging auch keine Torchance voraus. Man sollte vielleicht mal ab und zu a) zugucken wenn man schon fußball schaut und b) denken bevor man postet.

Antworten

Studinho 17. Juni 2014 um 13:31

@Koom
Das mit der 3er/5er Kette sehe ich ähnlich zu mal die AV sowieso fast nur noch offensiv ausgebildet werden. Solange du mit Lahm aber noch die Hybridversion hast, solltest du diese auch nutzen. Bleibe aber auch dabei der Trend wird sich in erster Linie durchsetzen, weil die meisten Te mit einer Spitze plus 2 Flügelspieler auflaufen. Mit einer zweiten Spitze bleibt es schwierig mit hochstehenden AV zu spielen.

Antworten

Koom 17. Juni 2014 um 13:40

Das mit Lahm ist letztlich Ansichtssache. Für die momentane Situation und diesen Gegner war es IMO die richtige Entscheidung:

Lahm fehlen einige Trainingseinheiten, hat also sicherlich nicht die volle Fitneß. Ihn dann in diesem Stadion bei diesen äusseren Wetterbedingungen auf die läuferisch und taktisch anspruchsvollste Position zu stellen bedeutet auch, ziemlich viel Energie von Lahm zu verheizen. Vielleicht rockt er gegen Portugal, ist danach dann aber womöglich körperlich hinüber. Auf der 6er Position ist der Radius kleiner, zudem war seine Ausrichtung auch defensiver als er es bspw. bei den Bayern spielt.

Boateng hat schon gute Erfahrungen mit Ronaldo gemacht, zudem kann er den reinen Defensivauftrag eines AV grundsätzlich gut lösen. Die Alternativen Großkreutz und Durm sind gelernte Offensivkräfte, wäre also ein Risiko.

Auf der 6er-Position fehlt uns eine fitte Alternative. Der einzig echte andere defensive ZM ist Schweinsteiger, und der hat noch größere Fitneßprobleme als Lahm. Khedira ist ein 8er, Kroos ebenfalls kein 6er.

Es war IMO also sowohl aus mannschafts-ökonomischer wie -taktischer Sicht die richtige Entscheidung.

Antworten

Studinho 17. Juni 2014 um 17:48

@AP kann das andere irgendwie nicht mehr kommentieren.

Zum einen: Ich finde jede Position der Mannschaft ist wichtig. Deswegen kann man Lahm auf Außen auch nicht „verschenken“. Die AV sollen zwar mittlerweile tatsächlich immer offensiver agieren bzw. vor allem, behalten aber sollen ihre Defensivarbeit nicht vernachlässigen. Allein bei einem Blick in die Bundesliga sieht man wie viele das nicht machen. Lahm ist für mich einer der wenige oder gar der einzige, der diese Position besetzen kann. Auf der 6 bleibt er einer von vielen. Und da hat Deutschland auch andere Spieler im Gegensatz zur AV Position. Auch wenn es wieder eine Phrase ist: Mit 4 IV in der Startelf gewinnst du vielleicht ein Spiel aber keinen Titel.

Zum anderen: Klar ist es am Ende egal auf welche Art und Weise die Tore fallen. Wenn man sich aber mit dem Fußball auseinandersetzt, darf man denke ich aber auch etwas über den Tellerrand hinausgucken. 1:0 Elfmeter, den ich (rein subjektiv, kann anders gesehen werden) nicht gegeben hätte. Bis dahin ein Spiel ohne die großen Torszenen. Wenig Ideen nach vorne und die ersten Torchance zuvor hatte Portugal (übrigens einmal nach Ballverlust Lahm). Erst als Portugal nur noch zu 10 gespielt hat, boten sich mehr Räume und Deutschland konnte besser nach vorne kombinieren. 2:0 nach einer Ecke wieder kein großer spielerischer Glanz. Dazu keine Gegenwehr von Portugal, Spielstruktur meine ich kaum erkannt zu haben bei den Gästen. Umso länger das Spiel dauerte, kam das deutsche Spiel besser in Fahrt, allerdings für meinen Geschmack an vielen Stellen noch verkrampft. Auch in letzter Konsequenz die Chancenverwertung muss man in solchen Phasen des Spiels verbessern, fehlt evtl. der Vollstrecker?

Nochmals: Das 4:0 gegen Portugal ist ein super Ergebnis. Deutschland hat mich positiv überrascht. Dennoch warne ich vor zu hoher Euphorie! Dafür war Portugal einfach zu einfallslos, zu früh zu zehnt und das deutsche Spiel an zu vielen Stellen noch verbesserungswürdig. Was völlig normal ist, bei anderen Mannschaften finde ich aber schon weiter ausgeprägt ist.

Antworten

Studinho 17. Juni 2014 um 17:51

Und hochstehende AV in einer 3er/5er Kette sprechen finde ich überhaupt nicht für Defensive, sondern viel mehr die endgültige Offensivintepetation der AV-Position.

Antworten

Tzaduk 18. Juni 2014 um 03:10

Das finde ich nicht fair. Es war ein beeindruckend souveränes Spiel, und die Euphorie ist im Prinzip gar nicht übertrieben. Natürlich gibt es Details, die einzeln diskutiert werden können, aber gegen Portugal völlig ohne übertriebenen Aufwand mit 4:0 zu gewinnen, können Engländer, Spanier oder Kroaten nicht ohne Weiteres von sich behaupten.

Ich glaube, dass Italien auch in den ominösen „Favoritenkreis“ gehören darf, aber das war Brasilien auch unter allen Umständen, bis sie 0:0 gegen Mexiko gespielt haben. Zu behaupten, dass D gegen einen anderen Gegner hypothetisch schlecht ausgesehen hätte, ist Quark, weil eben nur hypothetisch. Deswegen ist Deutschland noch nicht Weltmeister, aber es ist auch vom Ergebnis gemeinsam mit Holland das BESTE, was bisher in Brasilien erzeugt wurde. Insgesamt.

Als Portugal nur noch zu zehnt war, führte Deutschland schon. Und Khedira hatte das freie Tor vor sich. Wollte halt nur nich… Genau wie Özil, oder Brasilien mehrfach (heute). Macht nichts, wenn man trotzdem weiterkommt, oder gar Weltmeister wird.

Welches Ergebnis wäre es denn gewesen, dass man sagen könnte: DAS zeigt, dass Deutschland gut gespielt hat? Ergebnisse sind nämlich am Ende das, was zählt. Alles andere, wie Ballbesitz, Ecken, schönes Aussehen… gerne. Aber am Ende zählt das Ergebnis mit 4:0 Toren. Deutschland: Vier. Portugal: Null. Gleiche Voraussetzungen von Anfang an, sehr unterschiedliche am Ende. Also, warum zählt das Ergebnis weniger als das von Holland oder Brasilien, Argentinien oder anderen „Favoriten“?

Zur Positionierung von Lahm sag ich hier mal nichts – denn der Erfolg gibt Löw erst einmal Recht 🙂 Interessant wird es, wenn dieser Erfolg ausbleibt… aber das ist eine andere Geschichte.

Antworten

Koom 18. Juni 2014 um 09:21

@Studinho:
„2:0 nach einer Ecke wieder kein großer spielerischer Glanz.“

Das ist allerdings Fußball. Es ist toll, wenn eine Mannschaft ästhetisch spielt, Unmengen Torchancen wunderschön herausspielt und dadurch verdient gewinnt. Aber wie oft passiert das? Selbst die so ästhetischen Guardiola-Bayern haben ab Mitte der Hinrunde und weite Teile der Rückrunde zwar schönes Ballgeschiebe gezeigt, die Tore fielen aber sehr oft sehr uncharmant nach einer doofen Flanke, Elfmeter etc.

Die deutsche Mannschaft hat den Gegner ab der 10 Minute komplett kontrolliert, es hat nie gewackelt. Das ist das Entscheidende. Und die Tore sind auch alle nicht reingeduselt, sondern waren ziemlich sicher so im Plan: Götze im Strafraum mit Ball ist IMMER gefährlich, weil unglaublich schwer vom Ball zu trennen. Und Tor nach Ecke war bei 4-5 Kopfballkanten auch nicht unwahrscheinlich.

Antworten

Studinho 19. Juni 2014 um 09:43

Tore nach Ecken zu schießen ist ja auch schön. Und mit Sicherheit ist es auch egal ob du Standardtore machst, wenn du einen guten Ball spielst. Du hast Recht: Nach einigen Wacklern in der Anfangsphase hat DE klar Zugriff auf das Spiel gehabt. Für mich hier der Knackpunkt der TW-Fehler und der Schuss von Khedira auf.das leere Tor vorbei. Dass DE das Spiel hochverdient gewonnen hat, wissen glaube ich alle und bestreite ich auch gar nicht.

ABER: Das Ergebnis ist mit Sicherheit durch den Platzverweis so hoch ausgefallen. DE hat das Spiel zwar kontrolliert ohne dabei aber aus dem eigenen Spiel klare Chancen zu kreiren bis zum Elfmeter. Auch danach in der zweiten Halbzeit gab es an einigen Stellen Mängel im Umschaltspiel, die erst durch den Rausch, den man sich erspielr hatte besser wurde. 4:0 alles schön aber halt auch gegen einen schwachen Gegner. Wer Ghana gegen USA gesehen.hat, weiß auch das da noch mannschaften mit Potential kommen. Der Gruppensieg ist noch lange nicht sicher theoretisch nicht mal das Weiterkommen, Trotzdem bleint das Gefühl das De von Turnierenttäuschung zum Titelfavourit gehypt wird wegen eines Spiels. Die Realität liegt wohl.irgendwo dazwischen…

Antworten

Thomas 19. Juni 2014 um 10:08

Ich bin mir nicht sicher, ob du da jetzt Situationen als „Mängel im Umschaltspiel“ interpretierst, die vielleicht eher als „Anweisung vom Trainer: Ein wenig kraftsparend spielen, lieber mal das Tempo rausnehmen bei eigenem Ballbesitz“ zu interpretieren wären.

Wie hoch das Ergebnis ausgefallen wäre ohne den Platzverweis ist mal reine Spekulation – vielleicht hätte da Deutschland nicht so viel Tempo rausgenommen zur zweiten Halbzeit, wenn es beispielsweise noch 2:0 gestanden hätte. Wobei das 3:0 als individualtaktisches Meisterstück von Thomas Müller auch gegen 11 Portugiesen hätte fallen können.

Und von Turnierenttäuschung zum Titelfavoriten gehypt? Wo das? Es gab vor der WM genug Leute mit Ahnung vom Fußball, die Deutschland gute Chancen eingeräumt haben und sie zum Favoritenkreis gezählt haben (wie eben ein paar andere Mannschaften auch noch). Es gab das übliche „wir müssen das Sommerloch mit Wasserstandsmeldungen und Befürchtungen vom WM-Kader füllen“ in vielen Medien, was den einzigen Zweck erfüllt, ein paar Hefte mehr zu verkaufen oder Klicks mehr zu generieren. „Panik! Neuer, Lahm und Schweinsteiger fallen bestimmt aus und Khedira macht’s bestimmt auch nicht lang!!!1!“ verkauft sich eben besser als „19 weitere Topspieler gehen topfit und problemfrei in die WM und haben eine Top-Vorbereitung“.

Antworten

grasnarbe 19. Juni 2014 um 11:02

Deutschland war vor dem Turnier ein Favorit. Simpel dadurch, dass man 4:0 gewonnen hat, und durch die Tatsache, dass Spanien seit gestern raus ist, sind die Chancen etwas gestiegen.

Aber ihr müsst euch einfach mal ansehen, wie extrem niedrig gegen die Intuition die von Goal Impact errechneten Wahrscheinlichkeiten für das Erreichen bestimmter Runden bis hin zum WM-Sieg sind – dann wird klar, dass Deutschland bei den letzten paar WMs sogar ein „overachiever“ war, also besser als (vom Algorithmus) erwartet gespielt hat.

Spaniens Ausscheiden demonstriert beeindruckend die Validität von GI. Kein Wunder, dass sv.de und GI sich gegenseitig sehr schätzen 🙂 .

http://www.goalimpact.com/2014/06/world-cup-prediction.html

Studinho 19. Juni 2014 um 11:55

Ich finde nicht, dass Deutschland vor dem Turnier ein Titelfavourit war und schon gar nicht durch ein Spiel wird. Außerhalb Deutschlands ist es wohl richtig, dass wohl jeder die Rechnung mit DE macht. Ich finde aber das die Nationalmannschaft defensiv zu viele Mängel aufweist. Portugal konnte Deutschland kaum unter Druck setzen und die Kette nicht wirklich prüfen. Spielt man gegen eine Mannschaft, die mindestens auf Augenhöhe ist oder zumindest die wacklige Defensive unter Druck setzt, wird es schwer weiter zu kommen. Die Chilenen von gestern hätten auch die deutsche Mannschaft geschlagen – durch hohes Stehen und Pressen. Die größte Diskussion aus deutscher Sicht nach der WM wird also sein, dass man in der Defensive nicht gut genug ausbildet. Dieses Mal werden nicht nur die AV im Fokus stehen, sondern auch die IV. Der beste IV im Team ist für mich Hummels, weil er über das beste Gesamtpaket stellt. Mit Boateng und Mertesacker zusammen würde nicht funktionieren.

Sollte Deutschland den Gruppensieg schaffen, trifft man im Achtelfinale auf ein einfaches Los mit Russland oder Südkorea aber im Viertelfinale gegen Argentinien. Gegen die hat Deutschland bereits die letzten zwei WM im Viertelfinale gespielt und gewonnen – das werden die sich nicht nochmals entgehen lassen. Offensiv noch stärker, bleibt nur die Defensivschwäche.

Fazit: Wird die Abwehr gefordert, wird sich zeigen welches Potential Deutschland wirklich als Titelfavourit macht. Zumindest die Auslosung ist auf deutscher Seite. Gegen Ghana muss man bestätigen.

vanGaalsNase 19. Juni 2014 um 12:09

@ Studinho: An diesem Kommentar offenbaren sich die Probleme der falschen Verwendung des Begriffs „Defensive“.

Die Defensive ist nicht die Abwehrreihe (+ Torwart). Die Defensive ist der Moment des gegnerischen Ballbesitzes und bei dem arbeiten alle mit; auch die vorderen Spieler. Wenn es Portugal selten in die Nähe des Deutschen Strafraums gebracht hat und auch sonst kaum Druck erzeugen konnte, ist das eine starke Abwehrleistung der gesamten Mannschaft.

Und wenn man es wie Juan Manuel Lillo hält, der eine starre Unterscheidung zwischen Abwehr/Defensive und Angriff/Offensive ablehnt, kommt man nicht umhin, das Verhalten der dt. N11 bei eigenem Ballbesitz ebenso als Mittel zu loben, das eigene Tor zu verteidigen. Denn Deutschland bot den Portugiesen außer in den Anfangsminuten keine Gelegenheit, gefährliche Angriffe vorzutragen.

Insgesamt agierte die dt. N11 sehr stabil; ob bei eigenem oder bei gegnerischem Ballbesitz.

ps.: Oftmals ist nicht die hinterste Reihe Schuld an den Gegentoren. Das fängt häufig mit dem mangelnde Druck der vorderen Spieler in der Arbeit gegen den Ball an. Das war gegen Portugal anders.

grasnarbe 19. Juni 2014 um 17:58

Studinho, schau doch mal den link an, den ich gepostet habe: hier gibt es ein update davon, schon mit dem Ableben Spaniens inklusive. http://www.goalimpact.com/2014/06/update-on-world-cup-predictions.html
Du wirst sehen, dass die „Favoriten“ auch nur ca. um die 15% Chance haben, die WM zu gewinnen. Dazu gehören Brasilien und Deutschland. Danach kommen Argentinien und Niederlande mit nur noch 7 (!) Prozent.

Wenn für dich „Favorit“ jemand ist, der mit < 50% die WM gewinnt, bist du einfach auf dem falschen Dampfer. Und wenn man nach genau einem Favoriten fragt, hat man auch eine sehr verschwindend geringe Chance, den richtigen zu tippen – zu diesem Zeitpunkt! Deshalb gehört Deutschland zu den FavoritEN. Nicht mehr – aber auch nicht weniger.

Antworten

grasnarbe 19. Juni 2014 um 18:00

Und natürlich steigt oder sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Mannschaft bestimmte Chancen hat, WM zu werden, mit einem gewonnen Spiel und mit dem Ausscheiden eines Favoriten. Das ist doch logisch und mathematisch sonnenklar!

Studinho 19. Juni 2014 um 12:34

@vanGaalsNase

Das ist mir schon bewusst, dass die Defensive im Kollektiv ausgeführt wird. Wenn aber wie gesagt eine Mannschaft kommt, die die Verteidigung mehr unter Druck setzten kann als die Portugiesen kommt es auch auf die letzte Kette an. Und da hat Deutschland die große Schwäche. Und es wird der Gegner kommen bei dem die N11 große Probleme haben wird. Die Kombinationsstärker sind und dessen Offensivspiel nicht CR7 heißt. Man kann es auch immer wieder bei Bayern sehen – setzt du einen Boateng unter Druck wird der Ball hoch und weit nach vorne geschlagen. Auch Mertesacker ist fußballerisch kein überragender Kicker. Und das Aufbauspiel beginnt nun mal hinten.

Gegen ein Team wie Chile am gestrigen Abend, stößt das Team auf die Grenzen. Was du als Defensive und Offensive bezeichnest ist wohl viel mehr Defensiv – und Offensivverhalten. Meiner Meinung nach ist die tatsächliche Defensive immer noch bei der Verteidigung. Schließlich spielen die vorderen Positionen eine Raumdeckung, während die IV irgendwann in eine Manndeckung übergehen.

Antworten

blub 19. Juni 2014 um 12:44

Den unterschied zwischen Defensive und defensivverhalten macht du an Mann/raumdeckung fest? Defensivverhalten ist schon keine gefährlichen Ballverluste zu haben, außerdem, je weiter nach vorne es geht desto häufiger sind doch Mannorientierungen.
Achtung: Direkte Duelle=/=Manndeckung!

Boateng spielt schon ganz gut bälle und das seit 2 Jahren, meist Flach und hart in den Fuß. das kann schon ein gutes Mittel sein. Mertesacker ist nicht so schlecht wie er gemacht wird, mir wäre gerade da aber ein dynamischerer Spieler lieber. Hummels ist in dem Zusammenhang halt unendlich gut: dynamisches Spiel und viel Platz zwischen den „linien“. hoffentlich macht sich Lahm gegen Vidal gut.

Gegen Chile würde ich auch nicht mit 4 IV spielen. Da wären mir beweglichere Spieler deutlich lieber. v.A. da Chile vermutlich 0 Bälle hoch reinbringt.

Antworten

Studinho 19. Juni 2014 um 12:57

Ja ich muss hier glaube niemandem den Unterschied zwischen den Begriffen erklären und habe ein Beispiel genannt oder?

Boateng gute Bälle? Es ist vielleicht eine Steigerung, dass er die Bälle nicht mehr halbhoch zum anderen IV bolzt. Ich habe ihn dieses Jahr oft genug gesehen im Stadion und im TV. Das sind keine klugen Pässe, unter Druck häufig lang in die Ecke des Spielfelds ohne für den Mitspieler die Chance zu haben, den Ball zu erreichen. Weiß ja nicht welche Spiele du gesehen hast, Martinez ist da wohl eine Klasse besser. In Deutschland hilft für die Konkurrenzfähigkeit in den kommenden Jahren nur ausbilden – die anderen Nationen schlafen nicht, sogar Belgien hat sich mit einem breiten Kader zum Geheimfavouriten herauskristallisiert.

Das Spiel gegen Chile war jetzt mal als rein utopisches Beispiel und vermutlich eher ein Thema für ein möglisches Halbfinale. Im Grundansatz bleibt aber bestehen, dass die Kette UND JETZT ZU DEM WAS ICH DAMIT SAGEN WOLLTE mit dem Druck nicht klar kommt. Das Defensivverhalten kann funktionieren, es gibt aber immer Spielsituationen, in der die hinterste Reihe gefordert ist. Deutschland muss durch das Losglück sich in einen Rausch spielen um bestehen zu können. Erstmal muss man aber weiterkommen.

Spielverderber 19. Juni 2014 um 13:10

Wenn du als IV so unter Druck gesetzt wirst, dass du nur noch die Wahl hast was spontanes riskantes zu machen oder auf Nummer sicher zu gehen und den Ball zur Not lang zu bolzen, dann haben deine 10Mitspieler zuvor schon den Fehler gemacht – die hätten sich ja besser freilaufen können.
Klappt halt nicht immer, kommt mal vor, egal ob der IV Boateng,T.Silva, Maldini oder Beckenbauer heißt. Was wäre denn die Alternative? Ein David Luiz 40m Solo ansetzen?

vanGaalsNase 19. Juni 2014 um 12:59

Ob man nun Raum- oder Manndeckung betriebt, hat erstens nichts mit „Offensive“ oder „Defensive“ zu tun. Die Deckung an sich (ob nun im Raum oder am Mann) ist ein defensivtaktisches Element. Zweitens wird automatisch in eine mannorientierte Deckung übergegangen, wenn der Gegner den Ball entweder nahe ans Tor gebracht hat und/oder der gegnerische Ballführer nah zu einem seiner Mitspieler steht (siehe hier: http://www.spox.com/myspox/group-blogdetail/Antizipation,147891.html).

Jeder kriegt Probleme, den Ball kontrolliert von hinten heraus zu spielen, wenn der Gegner ein starkes Pressing beherrscht. Ist ja nun nicht so, dass die Spanier gestern allzu gut mit den Chilenen zurecht kamen…

Natürlich hat Portugal keine Mittel parat gehabt, um Dtl. entscheidend unter Druck zu setzen. Da wird Chile schon ein anderes Kaliber werden. Aber dass unsere hinterste Reihe der Schwachpunkt der N11 ist, finde ich nicht. Die (vermeintlich) vielen Gegentore in der Quali waren ein gesamtmannschaftliches Problem. Und das jeweilige Ausscheiden in den vergangenen drei Turnieren lag ebenfalls nicht an der hintersten Reihe. Zumal man bei der EURO 2008 insgesamt nicht mit den Spaniern mithalten konnte, während zwei Jahre später ein Standard das Aus besiegelte. Bei der EURO 2012 waren sich doch alle einig, dass diverse Mittelfeldspieler falsch eingesetzt wurden, und man deshalb die Gegentore bekam.

Insgesamt erscheint es mir sehr konstruiert, die Viererabwehrkette als Schwachpunkt des Teams zu betiteln.

Antworten

Studinho 19. Juni 2014 um 13:41

Ok, wenn du die Paragraphenleserei betreiben willst, dann habe ich es nicht genau so erklärt, sondern in die gleiche Richtung. Danke für den Hinweis.

Zunächst einmal das AV Problem. Die AV werden nur noch offensiv ausgebildet und vernachlässigen ihre Defensivarbeit. Die 3er/5er Kette würde das zumindest gut ergänzen. Wenn du mit Lahm den Hybridspieler hast, der beides kombinieren kann, muss er auch auf der Position spielen. Wie du schon richtig erkannt hast, kann man nicht alle Spiele mit 4 IV spielen. Es kommen Kombinationsfreudigere Mannschaften als Portugal, die diesen Riegel knacken können. Mertesacker ist im allgemeinen zu unbeweglich, zu langsam und im Aufbauspiel passabel. Vieles macht er mit seinem Stellungspiel wieder weg. Wenn ich Boateng Fußball spielen sehe, möchte ich in vielen Fällen weg gucken. Die Einleitung des Aufbaus geht über die IV und wenn der erste Pass nach vorne über Boateng geht, stellt das schon mal ein strukturelles Problem da. Schnelligkeit und Zweikampfstärke reichen nicht, um zu Teil taktische Faux-Pas egalisieren. Auf der linken Seite hast du keine Alternativen. Großkreutz vermutlich noch als beste. Durm nur offensiv, wegen ein paar Spielen in der Nationalmannschaft und gegen große Gegner vermutlich verloren. Die Hoffnung darauf zu legen, dass hinten der beste Torwart der Welt im Kasten steht, wird auch nicht über 90 Minuten funktionieren.
Wenn also eine Mannschaft durch schnelles Umschaltspiel und hohes Pressing auf die deutsche Verteidigung trifft, ist es eben einfach auch zum Erfolg zu kommen.

Versteht mich nicht falsch, dass ist natürlich alles auf höchsten Niveau aber der Knackpunkt im deutschen Spiel. Die Diskussion nach einem Spiel darüber ist müßig, weitere Beispiele wirst Du im Turnierverlauf wohl noch geliefert kriegen.

vanGaalsNase 19. Juni 2014 um 14:06

Viele Nationen haben Schwierigkeiten, ihre AV-Positionen zu besetzen. Diese Diskussion habe ich bisher bei jedem Turnier miterlebt. Finde das insgesamt zu schwarzmalerisch. Wenn Löw sich nicht mal genötigt sieht, Lahm trotz eines möglichen Ausfalls von Hummels dort aufzustellen (obwohl er schon mal klagte, dass es dort keine Alternativen gibt), kann das Problem nicht sonderlich akut sein.

Und ob andere Teams kombinationsfreudiger sind, hängt auch davon ab, ob die N11 das zulässt. Wenn sie früh (also schon in den vorderen Reihen) Druck gegen den Ball erzeugen können und wenn man bei eigenem Ballbesitz so sicher agiert, dass der Gegner kaum etwas mit der Kugel anfangen kann, kommt es nicht mehr einzig auf die letzte Reihe an.

Boateng ist in den vergangenen zwei Jahren sehr stabil geworden. Sein Aufbauspiel ist solide, seine Antizipation finde ich zuweilen überragend und seine „Böcke“ haben sich extrem minimiert. Mir ist da nicht bange.

Studinho 19. Juni 2014 um 14:26

Klar, gerade wenn du vorne hoch stehst und früh Druck gegen den Ball erzeugen willst, dann brauchst du hinten die Sicherheit, dass du die Räume etwas größer lassen kannst und hinten der Rückhalt stark genug ist. Auch die Belastung für die Kette würde dadurch deutlich größer werden, da nun ja vermutlich auch mehr Bälle durchkommen nach vorne.

Dass das AV Problem ein allgemeines ist, stimme ich zu. Ich finde dennoch man sollte deswegen den gleichen Fehler machen. Der Vorteil hier heißt Lahm. Großkreutz, Durm, Schmelzer, Jansen und wie sie alle heißen können hingegen mit den AV der anderen Nationen nicht mithalten.

Bei Boateng werden wir uns glaube nicht einig. Bleibe dabei fußballerisch zu große Mängel.

blub 19. Juni 2014 um 22:48

Ich glaube du hast Boateng seit seiner HSV Zeit nicht mehr spielen sehen, anchdem was du da schreibst.

Durm ist angeblich nur offenivstark und gegen die ach so großen Gegner bei einer WM natürlich nur Fischfutter. So eine Championsleague Saison ist natürlich kein vergleich zu einer Weltmeisterschaft wo es vor Toptemas nur so wimmelt.
Janeisklar.

vanGaalsNase 19. Juni 2014 um 13:06

Ob man nun Raum- oder Manndeckung betriebt, hat erstens nichts mit “Offensive” oder “Defensive” zu tun. Die Deckung an sich (ob nun im Raum oder am Mann) ist ein defensivtaktisches Element. Zweitens wird automatisch in eine mannorientierte Deckung übergegangen, wenn der Gegner den Ball entweder nahe ans Tor gebracht hat und/oder der gegnerische Ballführer nah zu einem seiner Mitspieler steht (siehe hier: http://www.spox.com/myspox/group-blogdetail/Antizipation,147891.html).

Jeder kriegt Probleme, den Ball kontrolliert von hinten heraus zu spielen, wenn der Gegner ein starkes Pressing beherrscht. Ist ja nun nicht so, dass die Spanier gestern allzu gut mit den Chilenen zurecht kamen…

Natürlich hat Portugal keine Mittel parat gehabt, um Dtl. entscheidend unter Druck zu setzen. Da wird Chile schon ein anderes Kaliber werden. Aber dass unsere hinterste Reihe der Schwachpunkt der N11 ist, finde ich nicht. Die (vermeintlich) vielen Gegentore in der Quali waren ein gesamtmannschaftliches Problem. Und das jeweilige Ausscheiden in den vergangenen drei Turnieren lag ebenfalls nicht an der hintersten Reihe. Zumal man bei der EURO 2008 insgesamt nicht mit den Spaniern mithalten konnte, während zwei Jahre später ein Standard das Aus besiegelte. Bei der EURO 2012 waren sich doch alle einig, dass diverse Mittelfeldspieler falsch eingesetzt wurden, und man deshalb die Gegentore bekam.

Insgesamt erscheint es mir sehr konstruiert, die Viererabwehrkette als Schwachpunkt des Teams zu betiteln.

Antworten

Studinho 19. Juni 2014 um 13:18

Bei Boateng spreche ich von geringen Druck. Und wenn er den Ball dann an den Rand des Spielfelds schlägt (häufig auch ohne Druck), sodass der Mitspieler mit dem Rücken zum Tor steht, ist das einfach nicht ausreichend.

Das mit der mannorientierten Deckung habe ich doch genauso erklärt. Für die offensiv orientieren Spieler gilt das ja nun nicht und vor allem für die IV die damit deutlich mehr und stärker zu tun haben.
Ich spreche nicht von den Gegentoren in Freundschaftsspielen etc.. Der Titel geht nur über die Verteidigung. Die N11 ist hinten nun mal einfach zu schwach und das hat auch nicht mit konstruiert zu tun.

vanGaalsNase 19. Juni 2014 um 13:29

Das mit der mannorientierten Deckung hast du eben nicht „genauso erklärt“.

„Die N11 ist hinten nun mal einfach zu schwach“ – Das ist eine Behauptung. Wo ist die Begründung? Weil Boateng mal einen langen Ball schlägt?! Da verweise ich gern auf den ersten Satz von Spielverderber.

„Der Titel geht nur über die Verteidigung.“ – Das ist eine hohle Phrase, die bewusst die Komplexität des Fußballs ignoriert, um irgendwie griffig zu sein. Natürlich brauche ich eine stabile Verteidigung. Die besteht aber aus der ganzen Mannschaft. Ebenso braucht man aber auch einen Plan für den Moment des eigenen Ballbesitzes. Heute mehr denn je.

Guergen 19. Juni 2014 um 23:29

Der Schrohm haut nicht nur ständig lange Bälle nach vorne, sondern singt auch die Hymne nicht mit. Fehlt noch in der Argumentation, kommt bestimmt als nächstes.

vanGaalsNase 20. Juni 2014 um 09:32

@ Guergen: Also hier muss ich Studinho aber in Schutz nehmen. Diese Diskussion blieb stets auf einer sachlichen Ebene.

Studinho 21. Juni 2014 um 13:01

@Guergen Das hat ja nichts mit meiner Meinung zu Boateng zu tun. Klar ist er ein guter Fußballer, der aber immer noch genügend Mängel hat, um für mich nicht in die internationale Spitzenklasse zu gehören. Das mit der Hymne ist ein ganz anderes Thema und wäre auch stark diskriminierend darin ein Problem zu sehen. Ich akzeptiere hier jede Meinung und kann die Auffassung von vanGaalsNase auch verstehen. Auf einer gewissen Diskussionsebene sollte man trotzdem bleiben dürfen – dafür ist SV.de schließlich auch da.

Antworten

Gatling 17. Juni 2014 um 09:33

Leute, ja DIESES Spiel war gut…

Glaubt aber doch bitte nicht gleich, dass sie jetzt ein WM-Favorit sind.
Seit 2002 läuft das immer gleich ab, in der Gruppenphase teils hervorragende Leistungen und Ergebnisse. Dann wird die N11 hochgehypt und zum Turnierfavoriten erklärt.

Und dann leider auch immer gleich spielen sie gegen die drei Nationen Italien, Spanien und Brasilien in der KO-Runde Angsthasen Fußball und haben die Hosen voll.

Für mich ist Deutschland noch kein WM-Favorit! Erst wenn Deutschland eine der drei genannten Länder in der KO-Runde ausschaltet wären sie für mich einer der Favoriten. Bis dahin sind sie vielleicht wie immer Vorrunden Welt- (Europa-) Meister!

Antworten

Ein Zuschauer 17. Juni 2014 um 10:30

stellst du grade das 1:0 gegen Portugal und das 4:0 gegen !!Australien!! und das 4.2 gegen costa rica auf eine stufe mit diesem Sieg?
Von der großartigen Vorrunde in der Euro 2008 ganz zu schweigen.

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 10:36

EIN WM-Favorit waren wir schon vor einer Woche oder vor nem Jahr. Dazu zählen wir neben Brasilien, Spanien, den Niederlanden und Italien eigentlich immer seit 2006. Top-Favorit sind wir aufgrund des Spiel aber nicht.
Dass es nach der Gruppenphase aber eher eine Quälerei ist, liegt doch daran, dass A) das „Fallobst“ das Turnier verlassen hat und B) fast alle Team vorsichtiger werden und eher auf 1:0 als auf 4:1 spielen.

Nach deiner Logik ist Holland jetzt der WM Favorit. Das ist aber auch total egal, weil Deutschland ja bisher „nur“ gegen Portugal gespielt hat und nicht gegen eines der genannten Teams spielen konnte. Zu früh werden wir auf keines dieser Teams treffen, daher mache ich mir darüber keine Gedanken. Was zählt sind die Gegner von denen man weiß, dass man auf sie trifft. Der vermeintlich gefährlichste wurde schon deutlich geschlagen. Mich stört es am Ende nicht, wenn Deutschland Weltmeister wird ohne gegen Spanien, Italien und Brasilien gespielt zu haben.

Antworten

Gatling 17. Juni 2014 um 11:20

Holland = WM-Favorit??? Da sind sie ja genau nicht – nach meiner Logik!

Sie haben jetzt 5:1 gegen einen überrumpelten Weltmeister gewonnen…das ist schön, wunderschön 🙂

Deswegen sind sie aber kein Favorit, erst mal sollen sie in der KO-RUNDE einen Gegner diesen Kalibers weglatzen…dann sind sie vielleicht MIT-Favorit.
Von Finale 2010 abgesehen haben auch sie – wie Deutschland in den letzten 12 Jahren – gezeigt, dass sie bei KO-Spielen mit kritischen Gegnern die Hosen voll haben und es in ihrer Bude klingelt.

Deshalb nochmal zu Deutschland:
Erst wenn sie diese Agressivität und Kaltschnäuzigkeit in der KO-RUNDE auf den Platz bringen kann man sie überhaupt zu den Favoriten zählen. Die Gruppenphase ist – bei allem Druck – eine Schönwetter-Zeit.

Antworten

Guergen 17. Juni 2014 um 11:24

Darf ich mal eine ganz doof Frage stelle, Gatling? Ich muss ja noch lernen und bin ein Fußball-Stammtisch-Trottel… Wer ist denn jetzt eigentlich WM Favorit? Also Deutschland nicht und die Niederlande nicht. Habe ich verstanden.

Antworten

Gatling 17. Juni 2014 um 12:39

Italien,
sie haben die Kaltschnäuzigkeit oft genug in den letzten 5 Turnieren bewiesen und sind damit auch gerade 2006 Weltmeister geworden. Und genauso auch gegen die Engländer im ersten Spiel. Manche haben ja geschrieben wie toll die Engländer doch offensiv aufgetreten sind.
Das ist alles Schönspielertum, es zählt der Sieg und das hat die Truppe von Prandelli kapiert.

Fakt ist, dass Italien bereits jetzt in der Gruppenphase die Killer-Mentalität zeigt, auf die es in der KO-Runde ankommt. Balotelli war lange abgemeldet, und dann macht er das eine Ding rein was zum Sieg führt. Gnadenlose Effektivität sieht so aus.

Die Einstellung der deutschen Spieler muss in der KO-Runde so aussehen wie Müller Pepe angebrüllt hat. Sie müssen den Gegner vernichten wollen. Diese vielbesagte spielerische Qualität bringen mittlerweile ein halbes Dutzend Mannschaften mit, damit lässt sich aber eben nicht der große Pokal holen. Das ist allenfalls die Hälfte der notwendigen Eigenschaften. Sie müssen mal kapieren, dass der Gegner nicht ein „respektierter Partner“ im großen Fairplay Universum des Weltfußballs ist, der Gegner ist der Feind, den man vernichtend schlagen muss. Das ist kein „Ei-Ei-Ei“ Getäschele, sondern es gibt sprichwörtlich „auf die Fresse“ in der KO-Runde.

Antworten

mk 17. Juni 2014 um 12:46

Und nach einer kurzen Werbepause sind wir zurück beim Volkswagen WM-Doppelpass.
Bleiben Sie bitte nicht dran…

blub 17. Juni 2014 um 12:51

Nur fürs Protokoll: bei dieser Sendung wollte glaube ich jeder schon mal mit einer gatling bewaffnet auftauchen.

HW 17. Juni 2014 um 12:53

Entschuldige, aber du lässt hier einen Haufen Vermutungen los, mehr nicht. Deutschland gewinnt 4:0 gegen das vermeintlich zweitstärkste Team der Gruppe und zeigt damit keinen Killerinstinkt? Woher willst du denn wissen, dass die anderen Spieler nicht Ähnlichkeit wie Müller eingestellt waren?
Und aus dem 2:1 gegen England, die du selber als über schätzt bezeichnet, leitest du den riesen Killerinstinkt bei Italien ab? Wer ist den nun der härtere Gegner, England oder Portugal?
Ich sehe die Italiener auch als ein Team, dass die WM gewinnen könnte. Aber nicht auf der Basis eines Spiels und nicht als wesentlich größerer Favorit als Deutschland. Da fließt noch viel Wasser den Amazonas runter bis wir wirklich wissen wer die entscheidenden Prozente hat und wer nicht.

Krawu 17. Juni 2014 um 12:57

Von daher würde mich eine vorweg Spielanalyse von Deutschland – Italien sehr interessieren: also bitte 🙂

Libano 17. Juni 2014 um 12:59

Gerade Italien ist mit dem 2:1 gegen England noch recht gut bedient gewesen, defensiv fand ich es weniger sattelfest als in vergangenen Jahren, was aber vielleicht auch auf den Ausfall des Linksverteidigers und die damit verbundene Versetzung von Chiellini zurueck zu fuehren war. Die extreme Pirlo-Abhaengigkeit koennte noch ein Problem werden. Wie man den bespielen muss, kann man gut am Spiel Juve-Bayern 2013 sehen. Mit Lahm und Kroos haben wir die richtigen Waffen. Balotelli ist immer fuer ein Tor gut, aber mit unserer jetzigen Huenen-Viererkette bin ich zuversichtlich. Italien muss kein Angstgegner sein.

HW 17. Juni 2014 um 11:36

Also gibt es bis zur KO Runde keine Favoriten?

Ich halte es für Unsinn sich auf Begriffe wie Turnierfavorit zu versteifen. Der eine versteht darunter ein einziges Team, der nächste die Top-4 oder Top-8.

Der eine entscheidet den Favoritenstatus nach Weltrangliste oder Qualifikationsergebnissen, der nächste nach Gefühl. Mir ist das egal.

Teams wie Italien und Brasilien sind fast immer im Favoritenkreis. Wenn sie nicht völlig außer Form sind, dann haben sie zumindest eine Chance aufs Halbfinale oder Finale. Was dann genau passiert ist nicht immer vorhersehbar. Warum sie zu den Favoriten zählen? Weil sie einerseits talentierte Spieler haben (also auf Weltklasseniveau, ChampionsLeagueSieger etc.), weil sie starke Vereine und Ligen haben (also wissen wie man Gewinnerteams baut und Wettbewerb erzeugt) und weil sie wissen wie man diese Turniere angeht und gewinnt. Besonders der letzte Punkt ist wichtig. Es ist ein enormer Vorteil im Verband oder bei den Betreuern Personen zu haben, die eine EM oder WM gewonnen haben. Sie wissen wie man sich vorbereitet und erkennen wenn irgendetwas nicht stimmt. Das ist alles keine Garantie. Aber ein Vorteil. Man hat es sozusagen in den Genen. Trotzdem muss alles zusammenpassen, andere wollen den Titel ja auch.

Wenn man sich das einfach macht, dann schaut man auf die Wettquoten und erfährt wen die Profis als Favoriten errechnet haben.

Antworten

JB 17. Juni 2014 um 12:17

Nach diesesn Kriterien muss man aber auch ganz klar Deutschland zu den Favoriten zählen…

Antworten

FAB 17. Juni 2014 um 12:47

Der Vorteil von Italien und Deutschland ist, das sie sich normalerweise nicht auf ein Konzept versteifen, sondern sich ständig weiterentwickeln. Natürlich gab es in Deutschland die Krise um 2000, aber man hat daraus gelernt. Auch 2012 war meiner Meinung nach eine Sackgasse mit dem Versuch Ballbesitz zu spielen.
Das Problem anderer Nationen ist, dass sie entweder glauben den perfekten Stil bzw. Taktik gefunden zu haben (Spanien und Holland) oder von sich behaupten die besten Fussballer zu haben (Brasilien oder Frankreich, zumindest das Frankreich mit Platini oder Zidane). Das gelingt aber natürlich nicht immer … Außer vielleicht bei Brasilien, die hatten wirklich meistens die besten Fussballer … diesmal aber nicht! Für mich sind deshalb diesmal Deutschland und Italien die Favoriten. Beide sind taktisch am flexibelsten.

HW 17. Juni 2014 um 13:15

Zählt es für mich auch. Man muss einfach ein gutes Paket haben. Natürlich hat jede Nation Stärken und auch Schwächen. Bei Deutschland war es bei den letzten Turnieren das In-Game-Coaching gegen große Gegner und vielleicht das letzte Prozent Qualität im Vergleich zu Spanien. Aber DE hat sich kontinuierlich entwickelt und Spanien wird nicht immer auf den Punkt in Form sein. Trotzdem wird es natürlich eng. Eine WM ist ja nicht einfach zu gewinnen.
Mittlerweile haben die Spieler aber in ihren Vereinen ganz neue Erfahrungen gesammelt, Niederlagen verarbeitet und Titel gewonnen. Es sind nun einige Champions League Sieger und Finalisten im Team. Das macht schon einiges aus. Löw kann die Mannschaft und einzelne Spieler jetzt noch viel mehr fordern.
Bei Holland ist es ähnlich. Wie auch Deutschland fehlen einige Spieler aufgrund von Verletzungen. Aber charakterlich sind die Führungsspieler viel reifer als vor vier Jahren. Italien ist Italien, wobei ich für italienische Standards nicht einmal ein herausragendes Talent erkenne, gute Spieler waren immer dabei, es ist wie immer die Erfahrung und die Kaltblütigkeit, die ihr Vorteil sein könnte. Spanien muss jetzt einen Schock verdauen. Das Problem ist, dass Barca eine sehr durchwachsenes Jahr erlebte und eigentlich im Umbruch ist. Real dagegen kann das nicht mit spanischen Spielern kompensieren, die haben zu wenige. Der Rest spielt im Ausland und über nimmt kaum Führungsaufgaben in der Mannschaft.
Frankreich ist durch den Ausfall von Ribery vielleicht sogar befreit. Benzema ist jetzt der Kopf und sie können als Außenseiter befreit aufspielen. England ist eigentlich wie immer nur bis zum Viertelfinale eingeplant. Die Zeit der Hoffnung mit einem jungen Michael Owen ist lange vorbei. In der Liga haben es eigentlich die ausländischen Spieler zu sagen. Gérard & Co. haben gezeigt, das es auf internationalem Parkett nicht reicht, auch weil die jungen Spieler nicht die Klasse haben. In England ist das Problem, dass der Grassroot-Fußball zu Grunde geht und damit keine Substanz vorhanden ist. Die Nationalelf hat keine Identität die ein Weltmeister benötigen würde.
Brasilien scheitert meiner Vermutung nach an den Erwartungen. Die können Weltmeister werden. Aber ihnen fehlt eigentlich das was Italien stark macht. (Oder was sie unter Dunga stark machte). Vielleicht können sie das abrufen, wenn es nötig ist. Vielleicht werden sie auch von den Fans getragen. Aber ich denke Teams wie Spanien, Holland , Italien

HW 17. Juni 2014 um 13:20

Okay, bin versehentlich auf den Post Comment Button gekommen.

… Italien und Deutschland werden Brasilien schlagen.

Argentinien, ich hab das Spiel leider nicht gesehen, ist für mich noch ein Geheimfavorit. Eigentlich nicht so stark wie die anderen Teams, aber ein unangenehmer Gegner, der bei guter Auslosung mehr als ein Stolperstein sein kann. Ich denke aber, Argentinien brauch noch vier Jahre Entwicklung um als ein Top-Favorit zu gelten. Wenn die Entwicklung optimal verläuft.

FAB 17. Juni 2014 um 13:48

Holland hat nun zwar eine gute Chance Gruppenerster zu werden, hat aber eine wahrscheinlich! sehr schwere KO Runde: AF Mexiko VF Italien. Prognose VF ist Ende. Erfahrung haben sie nur in der Offensive, die Defensive ist ein Experiment mit unerfahrenen Spielern, das jetzt einmal funktioniert hat.
England: meine Prognose 0 Punkte in der Vorrunde
Zwar haben sie nun einige junge, schnelle Spieler. Aber das passt alles hinten und vorne nicht zusammen! Da ist zuviel improvisiert.
Frankreich hat viel Losglück. Sicherlich ein unangenehmer Gegner, ohne richtige Schwächen, aber auch ohne richtige Stärken. Meine Prognose Aus im VF gegen Deutschland.
Ich bin eher nochmal gespannt auf die Südamerikaner, auch wenn es bisher für sie sehr schlecht gelaufen ist. Chile: Scheitert wahrscheinlich am Torverhältnis (3-1 gegen Australien wahr zu wenig), für Uruguay könnte es jetzt sehr eng werden, wenn Italien sich mit einem Unentschieden gegen Costa Rica begnügt und sie beide Spiele gegen England und Italien gewinnen müssen, Ecuador wird auch gegen Frankreich nichts reißen, bleibt also nur Kolumbien (abgesehen von BRA und ARG) …mmh. Das ist bislang wirklich eine Überraschung. Sieht bislang nicht so gut aus für die Geheimvaforiten …Mal sehen was Belgien macht …

Dirk45 17. Juni 2014 um 14:33

Wenn ich Gatling richtig verstanden habe, ist der, der zum Schluss das Finale gewonnen hat, der Favorit.

Antworten

Fitsche 17. Juni 2014 um 14:36

😀

Oh 17. Juni 2014 um 16:44

Ich glaube, er wollte auch daran erinnern, dass man erst Weltmeister ist, wenn man Weltmeister ist. In diesem Zusammenhang fällt mir ein Rethy-Kommentar beim Eröffnungsspiel wieder ein: (bewundernder Unterton): „Neymar jetzt schon ganz vorne in der Torschützenliste.“ Hihi.

sverebom 17. Juni 2014 um 15:35

Hier spricht der geballte Fußballsachverstand! Anstatt dich mit dem Thema und der dargelegten Auseinandersetzung mit der hervorragenden taktischen und mannschaftlichen Leistung zu befassen, verlierst du dich in deinem Frust über vergangene Turnierleistungen (und wir lernen dabei, dass Argentinien, England und Portugal nicht zu den Großen zählen).

Der Begriff „Angsthasen-Fußball“ fällt dabei in deinen Ausführungen besonders entlarvend auf. Hast dich vielleicht im Forum vertan? Das hier ist „Spielverlagerung.de“. Zu deinem Forum geht es hier entlang: Bild.de!

Antworten

Fitsche 17. Juni 2014 um 09:28

Bis auf die Offensivreihe hatte ich die Aufstellung eigentlich genau so erwartet; aber Götze auf links und vor allem Özil auf rechts, das hat mich dann doch etwas überrascht. Aber eigentlich ist es logisch und machte extrem viel Sinn: Mit den beiden hatte man im kompletten Mittelfeld technisch hervorragende Spieler und war technisch und spielerisch einfach überlegen. Man konnte den Ball zirkulieren lassen und kombinieren, und Müller, der noch am ehesten technisch „limitiert“ ist, wurde genau für das eingesetzt, was er am besten kann: Unorthodox spielen, den Gegner verwirren und nerven, Zweikämpfe gewinnen und nachsetzen… und Tore schiessen.

Obwohl es wieder einmal von der mainstream Presse nicht gewürdigt wurde, fand ich Özil sehr stark. Ich habe zwar die Spiele bei der WM2010 nicht mehr so im Kopf, aber kann es sein, dass es eines seiner stärksten Spiele für die N11 war? Gerade im pressing und in der Rückwärtsbewegung war alles da, was man von einem Außenspieler erwartet, und was er in letzter Zeit oft schuldig geblieben ist. Er hat sich da für meine Begriffe (und seine Verhältnisse) regelrecht aufgerieben! Ich hoffe, er hat mannschaftsintern den entsprechenden Zuspruch bekommen.

Kroos war WELTKLASSE! Beste Passquote(?), perfekte Verlagerungen, extreme Pressingresistenz… und so langsam passt auch seine Körpersprache und sein Bewegungsstil.

Über Müller muss man nicht reden, über Lahm, Boateng, Neuer, Götze, Merte und Hummels im Prinzip auch nicht…

Einzig: Wie habt ihr denn Benny Höwedes so gesehen? Tue mich immer noch ein bisschen schwer, ihn einzuschätzen. Mustafi fand ich in den paar Minuten ****ing cool. Hat er das aus Italien? Diese Mafieske Bluteskälte?

Gegen Ghana vielleicht Schweinsteiger für Khedira reinrotieren? Und Mustafi von Beginn an, um bei Hummels nichts zu riskieren?

Antworten

Koom 17. Juni 2014 um 10:03

Die Offensivreihe hatte ich so in etwa erwartet, wie auch die restliche Aufstellung. Tatsächlich „meine“ Idee, in der ersten Halbzeit ruhiger und relativ abwartend zu spielen. Das dabei trotzdem 3 Tore entstehen, lag daran, dass man das sehr gut machte und Portugal sehr schlecht. Götze im Strafraum ist einfach ausgesprochen eklig, weil schwer vom Ball zu trennen. Das Tor von Hummels dürfte im Plan gestanden sein und der Rest war dann durchaus sehr an Pepe festzumachen.

Deutschland hat ihren Plan wirklich sehr strikt durchgezogen. In der Offensive waren praktisch eigentlich maximal immer nur 4 Mann wirklich aktiv, wobei meist Khedira dabei aufrückte, während Kroos eher zentraler agierte. Die Kräfte wurden so nicht nur dank des günstigen Spielverlaufs sehr gut geschont.

Wenn sie von Verletzungen verschont bleiben, könnte das gut was werden. Das Konzept ist stimmig und wird so auch gegen Ghana und die USA funktionieren können. Spätestens am 3. Gruppenspieltag werden die äusseren Bedingungen dann ihren Tribut einfordern.

Zu Höwedes: Fand ihn gut. Hat seine Aufgabe da hinten sehr konzentriert erfüllt, Götze allerdings auch. Natürlich darf man von Höwedes keine Flankenläufe erwarten, aber er machte die Seite sehr gut dicht und ging auch durchaus immer recht konzentriert nach vorne. Mustafi hat auch ein sehr abgeklärtes „Debüt“ hingelegt.

Antworten

FAB 17. Juni 2014 um 11:15

Ich fand nicht das Deutschland abwartend gespielt hat. Sie haben endlich wieder an ihren WM2010 Stil angeknüpft, sehr vertikal den Weg zum Tor gesucht, zumindest in der ersten halben Stunden. Das war alles sehr dynamisch, mit vielen Sprints. Aus meiner Sicht die beste Leistung der letzten 4 Jahre.Es macht auch Hoffnung, dass sich Löw offenbar nicht mehr am spanischem Ballbesitzfussball orientiert, sondern wieder auf schnelles Umschalten setzt.
Für mich sind sie in dieser Form tatsächlich der Topfavorit. Brasilien hatte gegen ein eher enttäuschendes Kroatien eher Glück mit dem Elfmeter, bei Holland muss man mal abwarten, wie sie mit einem tiefer stehenden Gegner zurechtkommen, Italien OK, die werden auch weit kommen, die sind einfach extrem effizient …

Antworten

a_me 17. Juni 2014 um 10:03

Ich weiß nicht, ob es eins von Özils besten Spielen war, aber ich finde auch das Mainstream-Medien-Urteil zu negativ. Er war gut in die Kombinationen nach vorne eingebunden. Das einzige, was man ihm vorwerfen kann war, dass er in der zweiten Hälfte die 100%ige Chance vergeben hat und.

Antworten

a_me 17. Juni 2014 um 10:06

(… Satz in der Mitte nicht zu Ende geschrieben, sorry)
… und das ist leicht zu sehen.

Antworten

FAB 17. Juni 2014 um 10:04

Ich fand Özil auch sehr stark, er ist einfach der beste wenn es darum geht im Zwischenlinienraum präsent zu sein und den Ball auch in engen Situationen in den Strafraum zu befördern. Schade das er sein Tor nicht gemacht hat. Defensiv, naja, er hat rechts viel Unterstützung von Khedira gebraucht, als er einmal auf links rotiert hat, hatte Portugal eine sehr gute Chance durch Nani. Auf links war ansonsten die Leistung von Götze überragend.
Höwedes war auch gut, sehr konzentriert, fehlerlos und hat genau das gemacht was die Mannschaft gebraucht hat. Weil Deutschland sowieso nicht auf Flanken aus ist, ist das ausreichend. Ich würde mir aber wünschen, dass Erik Durm zumindest in einem Vorrundenspiel eine Chance bekommt. Ansonsten in den schwierigen Spielen ist mit diesen Spielsystem Höwedes die beste Wahl.
Allerdings sehe ich im Moment auch keinen Plan B. Ich fand Schürrle sehr enttäuschend, ob Podolski in einem engen Spiel nochmal was reißen kann?
Mal sehen, die Vorrunde scheint gelaufen, AF gegen Russland, VF gegen Frankreich sollte in dieser Formation machbar sein. Aber im HF gegen Brasilien? Spätestens dann, muss auch eine Variante mit Flügelspiel funktionieren …

Antworten

Fitsche 17. Juni 2014 um 10:22

Ja, gegen Ghana sollte man mal Durm probieren. Kann mir vorstellen, dass er gegen den schnellen und quirligen Atsu auch eher geeignet wäre als Höwedes.

Antworten

Koom 17. Juni 2014 um 10:30

Mit Nani hatte Höwedes aber ebenfalls einen schnellen und quirligen Gegner und das insgesamt gut gelöst.

Womit ich jetzt nicht Durms WM-Debüt verhindern will, sondern wollte das nur anmerken. 🙂

Antworten

Fitsche 17. Juni 2014 um 10:40

Ja, wobei Nani wenn ich mich recht entsinne dem Höwedes doch ein, zwei mal entwischt ist und Atsu, nachdem was ich gestern gesehen habe, zumindest etwas schneller als Nani zu sein scheint

Antworten

grasnarbe 17. Juni 2014 um 13:40

Ja. Wobei man natürlich auch verschiedene Überlegungen anstellen könnte: Schon gegen Ghana und USA das System einüben, das man im Achtelfinale spielen möchte. Und/oder (mit Auswechslungen) auf Regeneration setzen. ZB das Zielsystem mit den Startspielern einüben, und in der zweiten Halbzeit frühzeitig zwei Wechseloptionen nutzen.

Ich zocke lieber nach dieser Ausgangslage: Eher ein Unentschieden gg Ghana od USA, dafür beste Voraussetzungen und Fitness für das Achtelfinale.

Antworten

Soulcollector 18. Juni 2014 um 13:23

Naja, da wir nicht wissen wann und gegen wen (oder ob) wir im Achtelfinale spielen macht es wenig Sinn da irgendetwas einzustudieren, was man dann vielleicht doch wieder verwerfen muss.

Antworten

Isco 17. Juni 2014 um 09:22

4:0 sieht natürlich recht eindeutig aus, aber war es nicht verdammt riskant mit zwei einrückenden Außen und 4 IV zu spielen? Hätte Portugal nicht recht leicht die Flügel überladen können?
Ich bin ja noch nicht überzeugt von den ganzen Lobeshymnen, im Prinzip war Portugal die ersten 15 Minuten überlegen, Deutschland hatte danach 20 gute Minuten und danach waren sie einer mehr, was es unmöglich macht zu sagen, wie das Spiel sonst weiter gelaufen wäre.

Antworten

Dirk45 17. Juni 2014 um 09:39

Jetzt fühlt es sich wie ein richtiges deutsches Fußballforum an. Als Pepe ging, führte Deutschland aber schon 2:0. und TE hat auch erklärt, warum die portugiesische Offensive nach der Anfangsphase lahmte.

Mir fehlten ein paar mehr Worte zu Özil, der m.E. Hauptverantworlicher für das schnelle Kombinationsspiel war und dem ich das Tor wirklich gegönnt hätte.

Antworten

Isco 17. Juni 2014 um 09:47

Es geht mir ja nur darum, dass die erste Viertelstunde halb ausgeblendet wird, weil ja Löw Anpassungen getroffen hat, man Bento diese Zeit aber nicht zugesteht.
Durch eine tiefere Positionierung von Moutinho und eine offensivere Herangehensweise von Pereira hätte man mMn schon einiges bewirken können.
Özil fand ich auch sehr gut, auch wenn sehr subtil (also so wie immer), der Abschluss war leider noch nie seines^^

Antworten

CH 17. Juni 2014 um 09:54

Wie im Text erwähnt, hätte das vmtl. nicht funktioniert:
„Der Taktgeber und höchste Mittelfeldspieler der Portugiesen, Moutinho, wurde von Kroos aufgenommen. In manchen Momenten folgte Kroos Moutinho sogar so weit, dass ein 4-4-1-1 entstand.“ Das heißt ja, dass Kroos bis auf Halbstürmerhöhe Moutinho folgte.

Antworten

Isco 17. Juni 2014 um 10:15

Das war allerdings nur situativ, ich denke schon, dass man sich da etwas anderes hätte ausdenken müssen, wäre Moutinho dauerhaft tiefer positioniert gewesen.

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 09:57

Die Frage ist nicht wie das Spiel gelaufen wäre, sondern wie das Spiel gelaufen ist. Wir können uns im Konjunktiv natürlich in eine Depression reden, aber was nützt das?

Die anderen beiden Gruppengegner müssen jetzt angegangen werden, der Blick zurück hat da wenig Bedeutung.

Ich hab langsam das Gefühl die deutschen Fußballfans sind Schizophren oder manisch depressiv. Man gewinnt 4:0 und meint dann der Gegner war aber in folgender Spielphase überlegen. Warum denn nicht? Portugal ist doch kein Fallobst sondern der stärkste Gegner der Gruppe, zumindest auf dem Papier. Gerade deswegen ist es doch eine sehr gute Leistung der deutschen Mannschaft gewesen.

Antworten

Koom 17. Juni 2014 um 10:06

Diese Schwarz-Weiß-Denke finde ich auch immer übel. Das war gestern weder total super noch total schlecht. Es war eine gute, sehr durchdachte Leistung gegen einen wenig durchdachten Gegner. Wäre letzteres anders, hätte die N11 vermutlich trotzdem gewonnen, dann halt nur 2:1 oder 3:1.

Im übrigen: Auch die Supi-Supi-Guardiola-Bayern haben extrem oft fast die gesamte erste Halbzeit immer Probleme, den Gegner im Griff zu haben (und werden trotzdem teilweise derb abgefeiert). Und die N11 hat in den ersten 10 Minuten das Spiel noch nicht im Griff und danach komplett und werden dafür in die Pfanne gehauen?

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 10:25

So ist es. Ich denke das sind allgemeine Vorbehalte gegen Löw und auch gegen Ballbesitz Fußball (auch die Bayern stecken Kritik ein). Wenn Peter Neururer auf Konter spielen lässt und gewinnt, dann jubeln ganz viele Leute. Mehr will ich dazu nicht sagen.

Antworten

Isco 17. Juni 2014 um 10:26

Natürlich ist es im Nachhinein nicht mehr relevant, wie es ausgegangen wäre, hätte es den Elfmeter nicht gegeben, hätte es die rote Karte nicht gegeben oder hätte Portugal seine Chance am Anfang genutzt.
Ich finde es nur schrecklich, sich einfach das 4:0 anzusehen und daraus abzuleiten, dass alles in Butter war.
Speziell wenn man sich in den Medien umsieht, dann ist alles entweder spitze oder miserabel, dazwischen gibt es nichts. Dass man gegen 10 Portugiesen dominiert hat, ist jetzt weniger überraschend.

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 10:44

Naja, es gab auch mal Zeiten in denen wir uns trotz eines günstigen Spielverlaufs zu einem weniger deutlichen Ergebnis gegurkt hätten.

In den klimatischen Bedingungen ist es glaube ich besonders wichtig unnötige Nachteile wie Platzverweise zu verhindern. Als Konter Mannschaft hätte Portugal durchaus in der Lage sein können mit einer sehr defensiven Taktik gefährlich zu werden. Aber das Problem der Portugiesen war ja schon immer aus Individuen eine Mannschaft zu formen.

Antworten

Schimanski 17. Juni 2014 um 10:05

Ich bin mir auch nicht so sicher, wie ich das Spiel gestern einordnen soll. Ein halb geschenkter Elfer, ein Standard und eine geschenkte rote Karte. Danach wurde es locker runter gespielt.

Neuer hat es im Interview auch angedeutet. In den ersten Minuten waren die Abstände im Mittelfeld zu groß. Das habe ich auch so empfunden.

Generell finde ich den 4-3-3-Ansatz mit Lahm-Kroos-Khedira zentral bockstark. Ne gute Mischung. Vorne hat Löw dann unzählige Variationen. Je nach Gegner und Spielstand kann man zwischen Durchschlagskraft, Ballzirkulation, Dribbel- und Passstärke switchen, wobei zwei Zehner auf dem „Flügel“ schon sehr lässig ist 😉

P.S. Trotzdem hat mir gestern manchmal der Zug gefehlt, wo doch Räume immer wieder da waren…

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 10:21

Warum war die rote Karte geschenkt? Von Pepe okay, aber zu geschenkten Toren sagt man auch nicht nein (obwohl: Khedira …).

Die totale Blamage für Pepe wäre es gewesen, wenn Müller eine Verwarnung für eine Schwalbe oder Übertreibung bekommen hätte. Aber Konjunktiv und so.

Antworten

blub 17. Juni 2014 um 11:39

Ich glaube man hätte die auch völlig überfahren können, aber ich finds ok ökonomischer zu spielen bei so einer führung.

Der elfmeter war doch nicht geschenkt. Den hätte Götze locker reingemacht.
Elfmeter sind zu 78% ein tor, ich gebe götze von da >75%.

Antworten

oecher 18. Juni 2014 um 10:52

In ITV wurde diskutiert, ob es nicht hätte Elfmeter + rot geben müssen, weil klare Torchance verhindert.

Antworten

Bernd 17. Juni 2014 um 09:18

Ich hätte liebend gerne den Artikel gelesen, aber die blinkende Werbung auf der rechten Seite macht es leider unmöglich, die dafür nötige Konzentration aufzubringen. Grundsätzlich würde ich ja gerne die Seite unterstützen und keinen Adblocker verwenden, aber so wird einem das ja fast schon aufgezwungen.

Antworten

blah 17. Juni 2014 um 08:58

Reus, Götze, Kroos, Özil oder Draxler alles technisch feine Fußballer, aber gestern hat man mal wieder gesehen, dass wenn die Generation 2006, die jetzt gerade ihren Zenit erreicht oder schon leicht drüber hinaus ist , gesehen das Thomas Müller die prägende Figur der Nationalelf wird. Unfassbar, was der alles kann hohe Spielintelligenz, Abschlussstärke, Devensivverhalten, sogar die in Deutschland so oft geforderte Führungsspielertauglichkeit besitzt er.

Das einzige was sein „Problem“ ist, dass es bei ihm eben nicht so elegant aussieht, wie bei den oben genannten und er eben nicht der durchgestylte Starallüren Typ ist. So wird er halt eben nicht so abgefeiert wie die Ronaldos und Neymars dieser Welt.

Egal ich find ihn gut und das als Borusse. ^^

Antworten

oecher 18. Juni 2014 um 10:48

Bin zwar nicht sicher, was Du sagen wolltest, aber Müller gehört nicht zur Generation 2006.

Antworten

FAB 17. Juni 2014 um 08:56

Ich fand speziell die erste halbe Stunde Mario Götze der Wahsinn, wie der erst defensiv Höwedes geholfen hat die linke Seite dicht zu machen, um dann im Vollsprint in der Mittelstürmerposition anspielbar zu sein, war phänomenal. Letztlich war er dadurch an den beiden ersten Toren maßgeblich beteiligt: Elfmeter und Eckball herausgeholt und trotz dieser läuferisch extremen Leistung hat er immer seine Beweglichkeit und Ballsicherheit im Aufbauspiel behalten.

Antworten

Lobanowskyj 17. Juni 2014 um 08:37

Interessant zu sehen, dass sich bei diesem Turnier ein Trend zu dosiertem, intelligent eingesetztem Pressing entwickelt (teilweise sicher auch dem Klima geschuldet). Holland, Deutschland, Brasilien arbeiten alle in diese Richtung. Gerade beim richtigen Timing der Rhythmuswechsel haben diese Mannschaften sehr clevere Spieler. In dieser Hinsicht könnte es das Turnier von Toni Kroos werden (obwohl das ja eigentlich Schweinsteigers Paradedisziplin ist – durch sein Fehlen scheint Kroos richtig aufzublühen).
Beeindruckend fand ich vor allem, wie intelligent die Deutschen nach der roten Karte umgestellt haben. Mit einem Mann mehr hätten sie problemlos mit Mannorientierungen weiter machen können und hätten die eigenen AVs trotzdem frei gehabt, um hoch zu stehen und beim Angriff eine 5 : 4-Überzahl in Portugals Strafraum zu bringen. Wäre aber dennoch energieaufwändig gewesen. Stattdessen haben sie sich clevererweise darauf konzentriert, die Passwege v.a. auf Nani zuzustellen, was jede Menge Kraft sparte und den Offensivspielern sogar noch ein gewisses Zocken in den Halbräumen ermöglichte. Natürlich wurde das alles durch das schnelle 3:0 noch wesentlich vereinfacht.

Antworten

timo 17. Juni 2014 um 08:25

Hallo

Auffällig war gestern auch folgendes beim Spielaufbau:
– nie über Boatang, damit der Ball von Ronaldo fernbleibt
– erst im letzten Drittel kam der Ball auf die Rechte Seite(im Rücken von Ronaldo)

MFG

Antworten

Rasengrün 17. Juni 2014 um 04:32

Der Löw kann so schöne Matchpläne basteln, wenn er Zeit hat. Erstaunlich rund und das mit vier IV hinten. Chapeau.

Antworten

CH 17. Juni 2014 um 09:50

Portugal spielt immer gleich, wenn er das vercoacht, kann er aufhören.

Antworten

AP 17. Juni 2014 um 09:53

Mein lieber Scholli, was wurde über Jogi uns seine Jungs im Vorfeld geschimpft.

Schade, dass er dieses Spiel nicht dazu nimmt, um Özil, Kroos, Hummels in den Medien den Rücken zu stärken. Einfach nur mal 1-2 Sätze. Özil brilliant, rausgenommen, da wichtiger Spieler, um zu schonen usw. Gib dem Jungen doch Selbstvertrauen.

Jogi, Junge hau dem Boulevard mal einen auf die Fresse. Den Mist kann man sich kaum noch anhören, den sich der „Fan“ da rausliest.

Wahnsinn was die Jungs da abgeliefert haben.

Mir fehlen aber die Emotionen. Auch lieber TE, hier im Artikel. Das war doch die stärkste Vorstellung einer Elf bei der WM oder?

Antworten

Alex 17. Juni 2014 um 02:56

die beste phase für mich war die nach wiederanpfiff und die deutsche dominanz, die ein wenig am bayrisches ballgeschiebe erinnert hat. grandios waren die schnittstellenpässe, die in der anfänglichen drangphase der zweiten hf versucht wurden immer wieder zu spielen (wenn man das so nennen kann, bin ein neuling 🙂 ), was vorallem in özils chance mündete. einfach klasse, so macht fußball spaß

Antworten

Vanye 17. Juni 2014 um 02:08

Ich hatte das Gefühl, dass die Deutschen systematisch den portugiesischen Torhüter unter Druck gesetzt haben und nahezu jeder Befreiungsschlag von ihm, in so einer Situation, landete dann auch bei den Deutschen.

Antworten

Libano 17. Juni 2014 um 02:08

Taktisch das beste Spiel Deutschlands seit Menschengedenken. Sehr flexibel, sehr reif, mal kontern, mal Ball zirkulieren lassen, Tempowechsel, grossartige Balance zwischen allen Mannschaftsbereichen. Klasse. Kroos war wieder einmal eine Augenweide.

Antworten

mh 17. Juni 2014 um 01:31

Ja, toller Matchplan! Kontrolle von Ball und Raum im Zentrum durch 3er-MF. Kroos in der Tat überragend, aber m.E. war Lahm dahinter sehr wichtig – denn als 6er hätte Kroos seine Fähigkeiten nicht so einbringen können.
Die Fluidität der offensiven drei hat Portugal sichtlich überfordert. Zudem teilweise starke Überladung (nicht überraschend meist rechts) – siehe Entstehung des 1:0, als Özil und Müller vom rechten Flügel durchkombinierten und selbst Götze als Adressat noch im rechten Halbraum in den Strafraum eindrang.
Aus meiner Sicht sollte dieses System auch gegen Ghana und USA passen (jeweils „nur“ zwei limitierte Sechser im Zentrum). Und dann im letzten Drittel wieder Breite und Positionswechsel zeigen, um Schwächen der Full-Backs zu nutzen…

Antworten

Stizzzo 17. Juni 2014 um 01:31

Ich will Deutschland mit einer 3er Kette sehen:
——————Müller—————
Poldi—————————Götze
Durm—-Kroos—-BS—–Lahm
—-Hummels–Merte—Boa—–

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 09:27

Und ich will Kuchen!

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 10:50

Jetzt hatte ich Kuchen. Wie sieht es mit der 3er-Kette aus?

Antworten

Krawu 17. Juni 2014 um 12:11

Mir hat die Idee mit der 3-Abwehrreihe auch immer gut gefallen, aber eher mit Hummels in der Zentrale, da er spielerisch der Stärkste in der IV ist. Eine änliche Ausrichtung wie Bayern im Pokal-Finale. Da wir nach Lahm leider nicht so viele AV´s haben, die internationale Klasse haben, könnte ich mir das gut vorstellen. Andererseits sollten auch mal Großkreutz und Durm spielen, um Wettkampfpraxis zu sammeln und die Abstimmung im Spiel zu fördern.

Antworten

Guergen 17. Juni 2014 um 01:29

Hinweis: Falsches Bild. Bei der Grundformation nach Pepes Platzverweis steht Pepe noch auf dem Platz bzw. es ist identisch mit Bild 1

Kroosartig, geradezu pirloesk der phlegmatische Lethargie-Toni. Sonst war ich auch von der Souveränität sehr beeindruckt. Kontern, das Spiel machen etc. da stimmte vieles.

Ein Streifzug durch die Foren von SPON, tm, Bild und Welt:
„Özil glatte 6 / Hymnenverweigerer / Glück / kein ernstzunehmender Gegner / Schiedsrichter = 12. Mann / Müller = Schwalbenkönig / Khedira versagt auf ganzer Linie / Götze schlechtester Mann auf dem Platz / Portugal in Hz 1 drückend überlegen / Hummels und Müller gehört rot gezeigt / etc, pp.

Nun wieder zum ernsthaften: Teilweise feine Rochaden der offensiven Dreierreihe. Einzelne Szenen mit einem grandios mitspielenden Neuer. Wollten die Portugiesen den gar nicht pressen? Naja, lohnt sich ja auch nicht.

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 09:49

Ach die Medien und (Profi/Amateur) Kommentatoren.

Müller bekommt von Pepe die Hand ins Gesicht. Für ein Foul zu wenig (gut von Schiedsrichter erkannt), trotzdem ist das ausladende Rudern mit den Armen und das Gegner auf Abstand halten zu einer Unsitte geworden. Auch die Ellbogenarbeit bei Kopfbällen. Ich verstehe, dass man die Arme nicht am Körper festbinden kann. Aber man sieht häufig, wie bewusst der Arm auf die höhe des Gesichts des Gegenspielers gehoben wird.
Pepe hat ja wegen Dummheit den Platzverweis bekommen. Der Schiri pfeift kein Foul und trotzdem muss Pepe die Szene eskalieren lassen. Ein Idiot vor dem Fußballgott.
Wenn ich die Schiedsrichterleistungen beim Turnier so sehen, dann frag ich mich was die Regelkommissionen und Schiedsrichterobmänner für ein Spiel sehen.

Da wird ein Liniensprühschaum eingesetzt und die eigentlichen Baustellen bleiben bestehen. Die Refs sind nicht Konsequent. Da wird zu viel diskutiert. Vor dem Turnier oder vor dem Spiel bekommen die Teams die Ansage worauf die Offiziellen besonders achten werden. Im Spiel müssen dann keine Diskussionen mehr entstehen. Karten verteilen und fertig. Konsequentes Vorgehen erzieht die Spieler. Diese Unsitte beim Eckball Spieler im 6 Augengespräch daran zu erinnern was verboten ist – die Szene abpfeifen und Freistoß geben, fertig ist das Ding. Das kostet auch weniger Zeit.

Oder beim Freistoß. Ihr dürft die Ellbogen nicht vors Gesicht geben, bla bla. Indirekter Freistoß, wenn die Mauer den Ball so abwehrt. Nur so lernen die Spieler das. Anstattdessen reden wir über Rasierschaum auf dem Rasen, der mMn für eine WM in einem grausigen Zustand scheint. Da gab’s dann schon die ersten Diskussionen (zu Recht) weil der Schütze den Ball zurücklegt aber die Mauer nicht über die Linie treten darf.

Zur Taktik Diskussion im TV: Scholl weigert sich ja schon bestimmte Begriffe zu nutzen. (Ich hab es in der Schule im Deutschunterricht auch nicht verstanden warum ich für Grammatik eine neue Fremdsprache lernen musste). Man kann es der Öffentlichkeit auch absichtlich schwer machen mit Fachbegriffen. Ich hoffe die Diskussion um die falsche Neun hört mal auf. Der Begriff wird eh falsch verwendet.

Portugal war natürlich arm dran. Platzverweis, Verletzung, Spiel verloren und Spieler konnten sie dann auch keine schonen.

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 10:05

Ich meinte mit den Kommentatoren natürlich die bei SPON & Co.

Antworten

Daniel_D 17. Juni 2014 um 11:49

Wieso darf der Schiedsrichter nicht mit den Spielern diskutieren? Wieso darf er keine Spieler ermahnen, wenn sie sich beim Eckball zu sehr in die Haare kriegen? So eine „Law-and-Order“ Methode führt doch eher dazu, dass ein Spiel verpfiffen wird und man weder den Mannschaften, noch den Fans damit Gutes tut. Zweck des Schiedsrichters ist doch nicht möglichst viele Regelverstöße zu pfeifen, sondern ein reibungsloses Spiel zu ermöglichen. Wenn er dann im Zweifelsfall die gelbe Karte stecken lässt, oder nicht auf den Punkt zeigt, dann macht er seinen Job gut.

Zum Spiel: Im Grunde hat alles das plötzlich funktioniert, was man seit Jahren vergeblich versucht hat. Özil auf einer anderen Position einbinden als der Zentrale, Kroos und Khedira im Mittelfeld, eine IV aus Mertesacker und Hummels.
Anscheinend hat es Löw geschafft eine Mannschaft zu formen in der etliche Synergien ineinander greifen. Von allen Mannschaften bei der WM schien die Deutsche bisher die reifste Spielanlage zu haben.

Antworten

Koom 17. Juni 2014 um 12:10

Zum Schiedsrichter:
Ich fand die Spielleitung gut. Er hat es vermieden, nach Pepes Platzverweis den durchaus regelkonformen Kahlschlag Portugals durchzuziehen, hat versucht, die Zeit bis zur Halbzeitpause, wo die Leute aus mehreren Gründen überhitzt waren, zu beruhigen. Generell finde ich einen Schiedsrichter gut, der per klarer Körpersprache kommuniziert (und das gerne auch mal auf freundliche Art).

Zu Özil:
Der hat immer das große Körpersprache-Problem, und dass er wenig krachende Pässe oder Schüsse abgibt, sondern wohltemperierte, platzierte Bälle spielt. Dazu noch hängende Schultern und eine leicht wehleidige Erscheinung. Ich fand Özil auch gut und die großen Freiheiten dieser Taktik scheinen ihm (und auch den anderen beiden) zu liegen.

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 12:39

Klar darf man mal Diskutieren. Aber wenn man sich Fußballspiele anschaut, dann wird ständig das gleiche diskutiert ohne Konsequenzen zu ziehen. Und Diskussionen werden ja auch ausgenutzt um Stimmung zu machen oder das Spiel zu verzögern. Natürlich das das Spiel Deutschland – Portugal kein auffälliges Spiel. Die Schiedsrichterleistung war in Summe gut. Aber das zeigt mir nur, dass es akzeptiert ist, das jede Ecke ewig braucht bis sie ausgeführt wird. Oder das Spieler kein Problem damit haben erst den Ellenbogen auszupacken und dann mit drei oder vier Mann den Schiedsrichter zu belagern. Ich bin kein Freund von Vergleichen mit anderen Sportarten, aber so regelmäßig sehe ich das selten bei anderen Sportarten. Und das sind die Kleinigkeiten, die sich auf der Spieluhr summieren und gleichzeitig die Grundlage für die großen Tumulte bilden.

Und mir ist neu, dass der Schiedsrichter nicht dazu da ist Regelverstöße zu ahnden. Er hat ja einen Ermessensspielraum in dem er Vorteil gibt oder zunächst ermahnt. Aber vorauseilenden Spieler zu ermahnen, wie es bei Eckbällen gängige Praxis ist, ist doch über trieben. Die Szene kann man doch laufen lassen und wenn tatsächlich was passiert, kann man pfeifen oder auf Vorteil entscheiden. Das ist für mich ein reibungsloser Spielablauf. Wir tun ja fast so als bräuchten Spieler die Regeln nicht kennen, weil der Schiedsrichter sie im Spiel ja oft genug warnt was erlaubt ist und was nicht.
Das Resultat dieser Vorgehensweise sind Ringkameinlagen bei Standardsituationen und Ellenbogenschläge bei Zweikämpfen.

Antworten

blub 17. Juni 2014 um 12:07

Vor dem Eckball kannst du keine freistoß bei gerangel im strafraum geben.
Handspiel ist direkter freistoß.

Was is los HW?

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 12:45

Das ist ja gerade der Punkt. Wenn der Ball nicht freigegeben ist, warum mischt sich der Schiedsrichter ein? Das kostet doch nur Zeit. Lass die Ecke ausführen und entscheide dann ob es ein Foul gab und ob man auf Vorteil entscheiden kann.

Und beim Handspiel. Dann ist es eben ein Elfmeter. Mit dieser Konsequenz hört das Ellenbogenheben noch schneller auf.

Ach, vielleicht habe ich einfach nur schlechte Laune.

Antworten

blub 17. Juni 2014 um 12:50

Ich könnte das jetzt ausführen, aber wende dich doch einfach an collinas erben. Die sind die richtige adresse.

Antworten

Fitsche 17. Juni 2014 um 13:02

Nein, hast du nicht. Meine Wahrnehmung ist sehr ähnlich, und es nervt einfach. Gerade die Südeuropäer und Südamerikaner fallen massivst auf mit Nickligkeiten, Spielverzögerungen, Bedrohungen, Schauspielerei und versuchter Beeinflussung des Schiedsrichters. Natürlich will man nicht so ein Gebolze wie NED:POR 2006, aber ein bisschen mehr Kaltschnäuzigkeit und Gleichgültigkeit und strikte Regelanwendung seitens der Schiris würde ich gut finden. Von daher kann man auch sagen, dass der Schiri das Spiel gestern sehr gut geleitet hat. Pepe war sozusagen Gradmesser der Frustration und ohne klare Reaktion hätte das Spiel noch ausarten können. Übrigens: ich weiß nicht ob hier nur Boxer mit Betonkopf im Forum sind, aber ich persönlich empfinde es als Tätlichkeit, von einer Stirn seitlich oben am Kopf getroffen zu werden. Das ist ein Angriff und tut auch weh, selbst wenn es kein richtig kräftiger Kopfstoss ist. Und das Müller danach hochgesprungen ist zeigt nicht, dass „nix war“, sondern lediglich, dass er den Angriff nicht auf sich sitzen läßt. Schlimm wäre gewesen, wenn er danach geschauspielert und sich ins Gras sinken lassen hätte, hat er aber nicht gemacht. Und was den 11er angeht: Ja, kann sein, dass das Ding auch mal nicht gegeben wird. Dass es gegeben wird heißt aber noch lange nicht, dass der Schiri eine falsche Entscheidung getroffen hat. Für mich war in jeder Zeitlupe klar zu erkennen, dass Götze mit unfairen Mitteln vom Ball getrennt wurde. Wie doll genau der Kontakt war, ob es Schieben, Zerren, Halten war (eigentlich war es sogar all das)… spielt alles keine Rolle; es war eindeutig die Vereitelung einer Torchance. Soviel dazu. Also: Fairness-mäßig alles ok in dem Spiel. Und bitte mehr konsequente Ahndung und weniger Diskussion.

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 13:44

Es hätte ja auch durchaus den positiven Effekt, dass die Spieler sich aufs Fußballspielen konzentrieren müssten. So manch einem hat die „härtere Gangart“ mehr geholfen als geschadet.

amateur 17. Juni 2014 um 13:10

Zitat: „Das ist ja gerade der Punkt. Wenn der Ball nicht freigegeben ist, warum mischt sich der Schiedsrichter ein? Das kostet doch nur Zeit. Lass die Ecke ausführen und entscheide dann ob es ein Foul gab und ob man auf Vorteil entscheiden kann.“

Ist aber auch ein Problem der Reihenfolge. Wenn sich die Spieler vor Ausführung des Eckballs im Ringkampf austesten, kannst du als SR nix machen, außer zu sprechen. Ist der Ball im Aus ist eine Spielstrafe, sondern nur eine persönliche Strafe.

Würde der SR also nix machen und z.B. reißt der Abwehrspieler vor Ausführung des Eckballs den Stürmer um und der SR lässt die Ecke ausführen um danach auf Elfmeter zu entscheiden, wäre dies ein klarer Regelverstoß. Deswegen hat der SR vor Ausführung nur die Möglichkeit zu sprechen bzw. mit Karten um sich zu werfen. Nix mit Abwarten und dann auf Foul entscheiden.

Antworten

amateur 17. Juni 2014 um 13:12

„Ist der Ball im Aus ist eine Spielstrafe, sondern nur eine persönliche Strafe.“

Keine Spielstrafe natürlich, keine Spielstrafe…

HW 17. Juni 2014 um 13:32

Vorher jemanden umreißen und ein allgemeines gezerre sind immer zwei paar Schuhe. Wenn vor der Ecke jemand zuboden geht, dann kann und sollte der Schiedsrichter natürlich eine persönliches träfe aussprechen oder zumindest die Strafe androgen. Wenn aber „nur“ handelsüblich gezerrt wird (jeder weiß was verboten ist), dann kann der Schiedsrichter auch die Ecke ausführen lassen und dann auf Foul oder Vorteil entscheiden. Ich sehe den Schiedsrichter nicht in der Verantwortung Fouls vorauseilenden zu verhindern oder Spieler vor ihrer eigenen Dummheit zu schützen. Das sind alles erwachsene Männer, die wurden oft genug instruiert. Irgendwann ist Schluss und man gibt eine Karte oder Pfeift eine Szene ab, so einfach ist das. Man muss nicht auf jeden Eckball 30 Sekunden warten nur weil wir uns im Strafraum ein internationales Händchenhalten angewöhnt Jahren.
Andererseits gönne ich den Spielern bei dem Klima die 30 Sekunden gerne.

HW 17. Juni 2014 um 13:34

Ich muss auch Knoten in den Fingern haben bei dem Mist den ich schreibe.

Druffundewerre 17. Juni 2014 um 14:09

Ich schäme mich dann immer, Fußballer zu sein. Im Handball läuft das doch auch, nur wir Fußballer plärren und lamentieren und diskutieren, bescheißen, wo es geht (Schwalben, beim Einwurf noch ein paar Meter vorlaufen, Freistöße nach vorne verlegen) und und und. Schade.

Antworten

Koom 17. Juni 2014 um 14:13

Mir fehlt auch das Verständnis für jegliches Gemecker. Wieviele Entscheidungen wurden aufgrund einer Rudelbildung denn in den letzten 10 Jahren verändert? Bin mir sicher, dass es kaum eine Handvoll waren.

Als Trainer würde ich meiner Mannschaft einbimsen, das Meckern, Abseitsanzeigen etc. sein zu lassen und sich einfach auf das Spiel und den Ball zu konzentrieren. Wieviele Tore allein schon gefallen sind, weil die Abwehr lieber die Hand hebt, anstatt Gas zu geben und irgendwie noch den Fuß zwischen Ball und Tor zu bekommen…

Antworten

HW 17. Juni 2014 um 14:28

Auch in anderen Sportarten regt man sich auf. Ich denke im Fußball wird von den echten Profis versucht eine Stimmung zu erzeugen. Direkt ändert man vielleicht keine Entscheidung, aber die Tendenz kann mittelfristig beeinflusst werden. Das geht natürlich nicht immer auf. Dazu treffen ja unterschiedliche Temperamente aufeinander.
Außerdem soll man ja zeigen, dass man Emotionen hat (die werden immerhin beworben). Also muss man mehr Klopp und weniger Özil sein.
Vielleicht bekommen manche Spieler sogar mehr Kohle für ihre Auftritte. Nach dem Prinzip: Über wen mehr gesprochen wird, der hat eine höhere Medienpräsenz (Facebook, TV-Bilder) und mit dem lässt sich besser Werbung machen.
Ronaldo ist ja nicht umsonst drauf bedacht ein Tor im CL Finale zu schießen und sein Trikot auszuziehen.

Antworten

oh_snap 17. Juni 2014 um 15:39

Naja .. gerade der „emotionslose“ Özil hat doch die meisten Facebook-Freunde in der N11 ;). „Bescheidenheit“ kommt halt auch gut an.

HW 17. Juni 2014 um 16:42

Natürlich gibt es nicht nur das eine Patentrezept (das von mir doch sehr vereinfacht wurde). Aber der Erfolg von Özil ist auch mit Medienpräsenz verbunden (irgendwie logisch). Er reißt sich vielleicht nicht das Trikot vom Leib, aber er ist in „sozialen“Medien aktiv, er macht Werbung, er hat schon ein paar Vereine durch. Das Management hat schon darauf geachtet, wie die Marke Özil platziert wird. Es gab ja Veränderungen, mal sehen wie es da in Zukunft weitergeht. Aber ein Paul Scholes ist Özil nicht wenn es um Vermarktung geht.
Für die Vereine kann das ein echtes Problem werden. Früher musste man starke Charaktere als Trainer Managen können. Heute hängen an den Spielern ganze Konzerne dran. Beckham, Ronaldo, Messi und Co. sind Unternehmer. Es fehlt nur noch das einer von denen mal an die Börse geht. Das wäre interessant, bzgl. Interessenkonflikten und Transferrechte.
Das ist ja nicht nur im Fußball so. Federer, Sharapova, LeBron James usw. Machen doch mehr Geld mit Werbung und Sponsoring als auf klassischen Wegen. Bei Einzelsportler auch zu verstehen, die verringern das Risiko von Siegprämien abhängig zu sein. Im Treamsport aber etwas fragwürdig.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*