Donnerstag, 08.12.2016

UEFA-Supercup-Finale: Bayern München – Chelsea FC 2:2 (5:4 n.E.)

Im europäischen Supercupfinale trafen Chelsea und Bayern München aufeinander. Beide Trainer betonten vor der Partie, dass es nicht um sie ginge, sondern um die beiden Mannschaften. Das stimmt natürlich; doch für uns Taktikfans geht es natürlich immer um beides, unabhängig von der Vorgeschichte der beiden Trainer, die beide als taktisch besten ihres Fachs gelten. Und es war ein Spiel, welches man sich hätte erwarten können; wenn’s nicht so verrückt gewesen wäre.

Chelsea, der Spielrhythmus und das Konterspiel

Manch einer fühlte sich nämlich vielleicht an das Champions-League-Finale 2012 erinnert: Chelsea verteidigte und überließ den Ballbesitz den Münchnern, die einige Abschlüsse hatten, aber nur selten wirklich gefährlich wurden (41 Abschlüsse, „nur“ 10 aufs Tor). Dennoch gab es einige Unterschiede zur damaligen Partie. So hatte Chelsea deutlich mehr Konter und spielte auch in der Defensive höher, als vor zwei Jahren. Im Pressing organisierten sie sich zumeist in einem 4-4-1-1/4-4-2 (und manchmal mit leicht erhöhten Flügelstürmern), in welchem Oscar meistens Torres vorne unterstützte, sich dann aber später zurückfallen ließ und situativ im Mittelfeld um den Sechserraum herum rückwärtspresste.

Grundformationen zu Beginn

Grundformationen zu Beginn

Dieses Pressing begann zumeist in der eigenen Hälfte und war eher passiv, während es dann um den Strafraum herum – klassisch Chelsea, möchte man sagen – intensiviert wurde, die Engländer überzeugten mit guter Strafraumverteidigung. Nichtsdestotrotz gab es immer wieder einige Situationen, in denen die Blues extrem aggressiv und hoch pressten. Meistens isolierten sie zuvor den Gegner und schoben dann auf einem seitlichen Raum eng zu, wodurch sie fast schon überfallartig – und ähnlich, wie Mourinho es bei Real spielen ließ – in lokalen Räumen pressten.

Eroberten sie dann den Ball, was aber eigentlich immer in der eigenen Hälfte geschah, ging es schnell nach vorne. Hier gab es klar erkennbare Strukturen: Hazard und Schürrle blieben breit, wobei Hazard sich das eine oder andere Mal mit Oscar abwechselte. Schürrle war die primäre Anspielstation, Hazard konnte dann mit Oscar die Mitte fluten, während Torres sich als ausweichender Mittelstürmer und Raumöffner betätigte. Mit nur vier Spielern waren das zwar eigentlich Unterzahlkonter, wegen der tiefen Ballgewinne und dem enorm schnellen Umschalten (sowie der Schnelligkeit und technischen Stärke der offensiven Dreierreihe) konnten sie dabei aber oft in Gleichzahlsituationen kommen. Hinzu kam die Pressingresistenz von Oscar und insbesondere Hazard, die auch unter Druck in engen Räumen den Ball behaupten und den Konter vorantreiben konnten. Da sich die Sechser und auch die Außenverteidiger im Offensivspiel bedeckt hielten und tief blieben, hatten die Münchner kaum Chancen auf Gegenkonter in eine geöffnete Formation, Chelsea wahrte durchgehend die defensive Kompaktheit.

Allerdings hatte nicht nur Chelsea Torchancen, auch die Münchner Bayern kamen auf ihren Anteil, obgleich ihr Ballbesitzspiel phasenweise offensiv wie defensiv etwas instabil wirkte.

Bayern gefährlich, aber mit den falschen Abschlusswinkeln und Räumen

Wer sich in der Halbzeitpause in Fanforen und auf Twitter umhörte, konnte deutliche Kritik an Pep Guardiola und seinen neuen Bayern lesen. Dabei zeigten die Münchner durchaus gute Strukturen und wirkten im offensiven Kombinationsspiel teilweise schon gut aufeinander abgestimmt. So gab es einige interessante gruppentaktische Bewegungen, die ordentlich funktionierten und Synergien erzeugten. Das Problematische dabei war aber, dass diese Bewegungen teilweise die falschen Räume öffneten; statt des Zentrums und des Zwischenlinienraums waren es eher die Flügel und die tiefen Räume, in denen die Bayern dank dieser Bewegungen Raumgewinn verbuchen konnten.

Sehen wir uns diese Bewegungen an:

  • Müller rückte immer wieder auf und stieß in die Spitze, während Mandzukic in die Schnittstellen auf den Seiten ging.
  • Mandzukic ging teilweise nach rechts und wurde zum Flügelstürmer, was Robben befreite
  • Mandzukic ging auch oft nach links, wenn auch nicht so weit, um dort für Ribéry und eben Müller in der Mitte die Räume zu öffnen
  • Oftmals standen die Bayern in einem 2-1-3-4 in einer 4-1-1-3-1-Rollenverteilung da, in welchem die Außenverteidiger nicht (nur) die Außenbahn beackerten, sondern sich oftmals diagonal in die offenen Halbräume des Mittelfelds vorschoben, um dort Anspielstationen zu bieten.
Kroos und Lahm tauschen; Hazard und Schürrle taten dies kurzzeitig auch.

Kroos und Lahm tauschen; Hazard und Schürrle taten dies kurzzeitig auch.

Dadurch wurden die Seiten geöffnet, was den breiten Flügelstürmern eigentlich geholfen hätte. Das Problem war aber, dass Chelsea nicht wie erwartet verteidigte. Es gab kein aggressives Doppeln oder Trippeln der Außenstürmer und kein extrem tiefes Stehen mit mannorientiertem Verhalten, sondern eine eher passive Spielweise mit viel Verschieben, mit viel situativer Mannnorientierung und positionsorientiertem Verhalten.

Statt mit oben genannten Bewegungen den Flügelstürmern Räume zu geben und die Mitte für Lochpässe zu besetzen, beschnitten sich die Münchner teilweise selbst. Sie konnten zwar die Räume öffnen und insbesondere Ribéry kam oft zum Abschluss, doch aus diesen teilweise zu seitlichen Positionen schoßen sie am Tor vorbei oder auf die besseren Zonen Cechs. Beim Treffer nach der Halbzeit war es zum Beispiel Kroos, der Ribéry mittiger befreiter und dieser aus einem besseren Winkel unbedrängt abschließen konnte; eine in der ersten Hälfte nicht zu sehende Bewegung.

Guardiola reagierte aber schon früher auf die Probleme. Eine Maßnahme war der Positionstausch zwischen Kroos und Lahm. Zuvor hatte Lahm die defensive Acht bekleidet und Kroos war der Sechser. Dies wurde nach dem 0:1 verändert und statt des ausweichenden Lahms wurde der etwas präsentere, etwas unbeweglichere und dafür schuss- und finalpassstärkere Kroos in die Mitte geschoben.

Die Bayern steigern sich nach der Halbzeit weiter

Nach der Halbzeit gab es einige weitere Veränderungen, welche den Münchner (taktisch) Auftrieb gaben. Neben einem aggressiveren und intensiveren Gegenpressing, wurde auch in den Offensivstrukturen etwas angepasst. Grundsätzlich wurden die Positionen etwas freier interpretiert, Robben konnte von rechts öfter auch ohne Mandzukic in die Mitte gehen, während Mandzukic sich bei seinem Ausweichen auf links näher zur Auslinie begab und auch länger auf der „neuen“ Position blieb. Dazu kam ein passender Seitentausch von Kroos und Müller auf den Achterpositionen, auch wenn dies flexibel ausgelegt wurde.

Später brachte Guardiola dann auch die passenderen Spielertypen für diese Veränderungen. Zuerst kam Javi Martinez für Rafinha, wodurch Lahm die Rolle Rafinhas übernahm, diese aber höher und intelligenter interpretierte – Rafinha fehlte es oftmals an der Balance, wann er diagonal und wann vertikal spielen sollte, außerdem ging er bei Letzterem kaum gut getimet und weit nach vorne. Desweiteren wurde Lahm auf seine Idealposition geschoben, die alleinige Sechs entspricht – im Gegensatz zur Rolle als Nadel- und/oder Balancespieler weiter vorne – nicht seinem Naturell, auch wenn er es gut spielen kann. Mit Martinez kam ein passenderer Spieler für diese Rolle und auch für die aggressivere Pressingspielweise, Kroos wurde gut abgesichert und Müller konnte noch eine Stufe aggressiver auf den rechten Flügel und in die Spitze stoßen.

Nach dem Platzverweis

Nach dem Platzverweis

Dazu kippte Martinez leicht nach hinten ab, tat dies aber gewohnt intelligent: Wenn es gegen das 4-4-4-1-1/4-4-2 nötig war, tat er es, sonst pendelte er zwischen den Halbräumen davor oder stellte ein Dreieck mit den Innenverteidigern her. Trotz seiner etwas fahrig wirkenden Technik überzeugte er mit Pressingresistenz und guter Ballverteilung. Für Müller, der im Mittelfeld trotz ein paar guter Weiterleitungen nicht durchgehend überzeugen konnte, kam dann mit Götze ein Mittelfeldspieler und potenzieller Nadelspieler sowie Wechselspieler auf der Position des Mittelstürmers, wenn Mandzukic auswich.

Und was tat Mourinho dagegen? Kaum etwas. Die Rhythmusstörungen wurden geringer, nach dem Ausgleich der Münchner spielten sie etwas höher und verlagerten das Spiel stärker ins Mittelfeld, was die Bayern zu etwas mehr Seitenverlagerungen zwang. Ansonsten tat sich wenig, erst gegen Ende wollte Mourinho mit Eto’o und Willian zwei neue Spieler bringen, was aber wegen der roten Karte von Ramires nicht geschah (Anmerkung: Es hat sich herausgestellt, dass ich einer Fehlinformation aufsaß, es waren zwei andere Spieler; mea culpa). Stattdessen kam Obi Mikel für Schürrle, um weiterhin zwei Viererketten mit Doppelsechs vor der Abwehr behalten zu können.

Die Verlängerung

Dennoch sollte die vermeintliche Entscheidung bald kommen – und zwar für Chelsea. Bayern versuchte in der Verlängerung höher zu pressen und tat das, doch Chelsea rückte nach vorne auf und konnte kurz nach Beginn der Verlängerung nach einem langen Ball David Luiz‘ Flügelstürmer Hazard ins Spiel bringen, der in Gambetta-Manier an Lahm und Boateng vorbeimarschierte.

Danach versuchten die Bayern alles: Shaqiri kam für Robben und ging als zusätzliche schussstarke Option mit Kroos in die Mitte, während Götze und Ribéry quasi als „falsche Außenstürmer“ agierten. Sie blieben gelegentlich breit, erzeugten mit den Außenverteidigern Dynamiken und zogen dann in die Mitte, doch trotz einiger guter Angriffe und Chancen sollte den Bayern der Ausgleichstreffer nicht auf diese Weise gelingen.

Die Veränderungen gingen nämlich weiter. Man verzichtete kurzzeitig gar auf echte Breitengeber im letzten Drittel beim Angriffsabschluss, um mehr Präsenz in der Mitte für Kurzpasskombinationen zu erzeugen; ohne Erfolg. Später machte Götze den Spielgestalter aus der Tiefe (und Boateng rückte immer wieder in diese Räume, ebenso wie Lahm situativ von der Seite hinein), Martinez ging in die Spitze und bildete einen Zweiersturm mit Mandzukic. Bayern konzentrierte sich dann in den Schlussminuten durchgehend auf Flanken, die im allerletzten Anlauf zum Erfolg führten; eben durch jenen Martinez, der die Weiterleitung einer Halbfeldflanke eiskalt verwertete. Zum Elfmeterschießen sage ich nichts. Außer: Springt Manuel Neuer absichtlich vier Mal nach rechts und dann nach links?

Das Spiel in der Endphase, mit viel Fluidität auf dem Flügeln und einem aufrückenden Boateng - und einem nachschiebenden Manuel Neuer.

Das Spiel in der Endphase, mit viel Fluidität auf dem Flügeln und einem aufrückenden Boateng – und einem nachschiebenden Manuel Neuer.

Fazit

Ein Spiel mit mehreren Phasen: Zu Beginn waren beide Teams gleichstark, Chelsea vielleicht gar etwas gefährlicher, doch schon in der ersten Hälfte begannen die Bayern stärker zu spielen. Insbesondere in der zweiten Hälfte dominierten sie, doch fast paradox schien der Bruch mit der gelb-roten Karte Ramires‘ zu kommen. Chelsea nutzte Bayerns offensivere Spielweise und die Rhythmusveränderung, um aus einer taktisch eher einfachen Situation zum Erfolg zu kommen. Zu zehnt konnten sie dann mit einem 4-4-1/4-5-0 beinahe das Spiel für sich entscheiden, doch Bayern konnte mit einem vielzitierten Plan B, bestehend aus den 3 Bs (Brechstange, Bewegung und Bullen im Sturm), noch den Ausgleich erzielen und gewann im Elfmeterschießen.

Und wem die Analyse zu lang ist, der kann auch eine Kurzanalyse zu Guardiolas taktischen Plänen von einem Transfermarkt-User / Bayernfan hier finden. Eloquent, kurz, kompakt. Ein Lob von mir an einen Fremden, der vielleicht hier mitliest.

CF. 11. September 2013 um 19:58

Die Stärke vonGuardiola ist es bestimmte Räume in einem Spiel für sich zu gewinnen das war auch wieder in diesem Spiele seine große Stärke auffällig war auch das die Räume in der Mitte eigentlich sehr gut Freigezogen wurden doch das Bespielen der Räume schwer viel durch die unglaublich lokale Kompaktheit von Chelsea. Was sagt ihr dazu ?Bin nämlich mit dem Warum hat Bayern gewonnen ?Noch nicht so zufrieden.

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Mirauncorzo 4. September 2013 um 12:18

Ich habe den Eindruck die Bewertung von Neuers Verhalten bei Hazards Tor folgt der albernen Faustregel ‚je näher der Schuss am Torwart vorbeigeht, desto haltbarer der Ball‘.

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RM 4. September 2013 um 12:20

Denke ich mir auch, ist doch nämlich eine sehr ungute Situation für den Torhüter, oder? Der Ball ist nahe genug, dass er nicht mit der Hand hingehen kann, und weit genug, dass es mit dem Fuß schwer ist. Dazu noch scharf und aus einer leicht überraschenden Situation. Ich habe da zwar gesagt, dass er ihn auch halten kann, aber es kein Fehler ist, dass er ihn bekommen hat.

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daniel 9. September 2013 um 22:45

Wenn ein Tormann 15 Meter in der gegnerischen Hälfte einen Konter abfängt und einen Angriff einleitet, kann er in dem Spiel sowieso gehalten haben was er will.

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Mike 1. September 2013 um 22:27

…Plan B mit den 3 B’s…:):):):)echt geil….

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Tank 31. August 2013 um 20:25

Mich würde mal eine intelligente Auseinandersetzung mit folgendem Thema interessieren: Bei der Bewertung der Leistung eines Spielers in einem Spiel, wie sollte man da Fehler mit herausragenden Leistungen verrechnen, WENN es sich um einen Spieler handelt, der auf einer Position spielt, für die das Begehen oder Nicht-Begehen von Fehlern besonders bewertungsrelevant ist? (z.B. Torhüter)

Folgendes Szenario: Ein Torhüter hat nur zwei bewertungsrelevante Szenen in einem Spiel. Einmal ein Patzer, einmal die Parade des Jahrzehnts. Wie ist seine Leistung zu bewerten?

Ich habe das Gefühl, in weiten Teilen der Öffentlichkeit werden bei Spielern auf bestimmten Positionen nur ihre Fehler wahrgenommen, herausragende Leistungen jedoch ignoriert. (Hummels als Paradebeispiel.)

Das halte ich für falsch, das Gegenteil ebenso. So viel scheint mir klar. Aber das lässt viele Bewertungsoptionen offen.

Vielleicht hat sich ja jemand dazu Gedanken gemacht.

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ST 31. August 2013 um 21:24

haha, den gleichen Gedanken hatte ich nach dem Spiel auch, als von manchen Neuers Leistung als „nicht sehr gut“ beschrieben wurde.
Das Problem ist meinen Augen folgendes:

Wenn ein Torhüter in einem Spiel Aktionen hat, die „überdurchschnittlich“ sind, ohne die potenziell ein Tor fallen könnte, aber deren Nichtdurchführung nicht als Fehler, sondern als „normal“ gilt, und eine, die „unterdurchschnittlich“ ist, sticht der Fehler für die meisten viel stärker heraus und dem Torhüter wird eine schlechte Leistung unterstellt. Und das obwohl, wenn er „durchschnittlich“ agiert hätte, mehr Tore gefallen wären.

Ich hoffe man versteht was ich meine, ansonsten nachfragen.

Achja, ein absolut faires Bewertungsschema kann ich auch nicht liefern 😉

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Wiktor-Maslow 1. September 2013 um 00:16

Ich würde einfach den Schaden bzw. Nutzen bewerten, den eine Aktion mutmaßlich gebracht hat. Das bedeutet, eine Jahrhundertparade (also so eine, die niemand anders vollbringen könnte) und ein gigantischer Torwartfehler würden sich ausgleichen. Das wäre gleichbedeutend mit einer Leistung ohne besondere positive und negative Ausreißer.

Bei Torhütern ist das noch relativ übersichtlich, aber wenn man bei einem Innenverteidiger einen schlimmen Fehlpass, ein verschuldetes Tor, drei gute Zweikämpfe und elf gute Pässe in der Spieleröffnung verrechnen will, wird es natürlich knifflig. Das gleiche gilt, wenn man beim Keeper neben dem simplen Zählen von Paraden und Nichtparaden beispielsweise die spielerische Leistung einbeziehen will.

Man wird aber wohl keinen Konsens schaffen, wie wertvoll z.B. präzise Abstöße für das Mannschaftsspiel sind. Zumal das ja vom System abhängt.

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HW 1. September 2013 um 09:39

nun, der unterschied zwischen konstanter durchschnittlicher Leistung und unkonstanten Leistungen mit Ausreißern nach oben und unten kann mMn nicht einfach verglichen werden. Am Ende stellt sich die Frage mit welchen Situationen ein Spieler konfrontiert wird. Ein Torwart muss keine unhaltbaren Schüsse halten, er darf aber keine Böcke schießen. Böcke lassen sich nie ausschließen, Menschen machen halt Fehler. Natürlich kann man berücksichtigen ob die Szene spielentscheidend war. Aber macht es die einzelne Aktion besser, wenn ein Mitspieler den Fehler ausbügelt? Für mich ist das alles nicht pauschal zu beantworten.

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Tank 1. September 2013 um 10:10

Dein letzter Punkt ist interessant. Mir schien es eigentlich immer völlig klar, dass ein Fehler genauso schwer wiegt, egal ob er nun bestraft wird oder nicht.

Wenn ein IV einen katastrophalen Fehlpass spielt, der zu einem 1vs1 zwischen gegnerischem Stürmer und dem Torhüter führt, dann ist es für die Bewertung des Fehlpasses egal, ob der Ball reingeht oder der Torwart ihn noch bekommt.

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seils 1. September 2013 um 11:52

Für mich ist das erste Kriterium:
Hat die Summe der bewertungsrelevanten Spielhandlungen die Erfolgswahrscheinlichkeit positiv oder negativ beeinflusst? Die Frage ist dann natürlich, was ist der Erfolg im konkreten Fall. Zwischen United und Chelsea lag für beide Mannschaften der Erfolg darin kein Gegentor zu kassieren. Ähnlich war Chelsea im Supercup ausgerichtet, während für Bayern der Erfolg darin lag, eines zu erzielen. Man wird die jeweiligen Bewertungsparameter wohl in erster Linie an der angedachten Spielphilosophie anlegen müssen. Und vor dem Hintergrund fand ich Neuers Leistung weder schlecht noch mittelmäßig, sondern trotz mitverschuldeten Gegentors (wie hoch soll der Anteil überhaupt sein, hätte Hazard doch auch gedoppelt werden müssen?), sondern sogar gut. Das dürfte doch wohl auch der Grund dafür sein, dass Barcelona solche Ewigkeiten an Valdes festhielt; die Fehler auf der Linie waren vor dem Hintergrund Spielaufbauleistung tolerierbar. Wohingegen Mourinho ob seiner tiefstehenden Mannschaften auf einen Linientorwart angewiesen ist. Im Kontext der jeweiligen Spielphilosophie kann daher (meiner Meinung nach) dieselbe Leistung unterschiedlich bewertbar sein. Insofern finde ich es auch nur konsequent, dass Mata kaum zu Einsätzen kommt.

Burrinho 2. September 2013 um 19:37

Für mich ein extrem wichtiger – und richtiger – Punkt!
Man darf Aktionen nicht nach ihrem endgültigen Ausgang bewerten, sondern muss die Wahrscheinlichkeiten verschiedener Ergebnisse betrachten.

So ist deines das klassische negative (was in vielen Bewertungschemata sportal kicker etc nicht angewand wird!) noch übers positive zu ergänzen. Wenn der Offensivspieler aus völlig unsinnigen Situationen den Lochpass oder ein Dribbling sucht, einen ausichtslosen Fernschuss oä darf man ihn nicht in den Himmel loben, wenn beim 20. Mal die Aktion glückt.
So sind für mich Ronaldos zahlreiche Fernschusstore nicht zu beeindruckend. Wer pro Spiel 10 Situtationen bekommt, den Schuss zu suchen, davon nur 3 Mal richtig entscheidet, darf auch einmal einen rein machen.
Aktuelles Beispiel, Prödl wurde für seinen „Pass“ zum 1:0 gegen Braunschweig doch tatsächlich gelobt, obwohl er nur hektisch rausbolzte.

HW 3. September 2013 um 17:18

Bei der reinen Betrachtung von einzelnen Spielern ist das vielleicht Richtig. Bei der Bewertung der Mannschaftsleistung finde ich den Ansatz nur bedingt richtig. Ein Spieler kann mehr Risiken eingehen, wenn er sich der Absicherung seiner Mitspieler bewusst ist.
Ich bin eh kein Fan von Einzel Bewertungen. klar erkennt man ob ein Spieler Böcke schießt, aber es zählt immer der gesamte Eindruck. Wenn das Positionsspiel so gut ist, dass viele Szenen nicht entstehen, dann ist es schwer z. B. viele Paraden auf der Plus-Seite zu vermerken.


Tank 31. August 2013 um 14:22

Ich habe eine Frage zum Tor von Hazard. Kann es sein, dass er so einfach an Lahm vorbeigekommen ist, weil Lahm dachte, Robben sei mit zurückgekommen? Mir schien es so, als würde sich Lahm ausschließlich darauf konzentrieren, dass Hazard nicht zur Grundlinie durchbricht. Vermutlich im Glauben, dass Robben Hazard in die Parade fährt, wenn er nach Innen zieht. Robben blieb jedoch (angeschlagen?) vorne stehen und wurde danach ausgewechselt.

Ist nur ein Detail, würde mich aber über Meinungen dazu freuen. Vielleicht ist das ja noch jemand aufgefallen.

War ein Spiel für Freunde des gepflegten Torwartspiels. Neuer und Cech haben beide tolle Leistungen gezeigt. Neuer etwas unglücklich beim zweiten Tor, dafür mit unglaublichem Aktionsradius. Cech auf der Linie zuverlässig brilliant.

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ST 31. August 2013 um 21:06

Robben humpelte tatsächlich wenige Sekunden vorher und ist beim Pass auf Hazard nur noch zurückgegangen. Lahm Bewegung sah echt danach aus, als ob gedoppelt werden würde (mit Robben oder auch Boateng), wurde es aber nicht.

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Calvin Coolidge 31. August 2013 um 14:06

Schätzt ihr eigentlich die Alte-Garde Chelseas (Terry, Lampard, Cole) immer noch stark genug ein, um auf höchsten europäischem Level mitzuhalten? Oder sind sie eher zu Ergänzungsspielern verkommen, wie man gestern bei Terry’s Spezialeinsatz gesehen hat?
Besonders die Bewertung der Rolle Lampards im Chelsea Spiel würde mich brennend interessieren!

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Tank 31. August 2013 um 20:11

Schließe mich der Frage an. Finde sie ebenfalls interessant.

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JamesHarden 31. August 2013 um 13:51

Moin Moin, ich stelle mir hier die ganze Zeit die Frage, was genau Müllers Funktion im neuen Buyern System ist. Klar zieht der immer noch Gegenspieler raus oder rein, aber alle Räume in die er hineinstößt, sind schon besetzt. Ich mein, der war doch im letzten Jahr immerhin abschlussstärkster Spieler. Ist Müller derjenige, dessen Räume – durch den einen offensiven Spieler mehr – im neuen System am meisten beschnitten werden (ich würde sogar sagen: er wird seiner Stärken beraubt)??

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OJDD 31. August 2013 um 19:47

Also ich stimme zu!

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Pommesdieb 31. August 2013 um 12:22

“ Springt Manuel Neuer absichtlich vier Mal nach rechts und dann nach links?“

genau das habe ich mir auch gedacht. war schon sehr auffällig…

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SCP-Poker 31. August 2013 um 11:24

Ich frage mich warum eigentlich Mata unter Mourinho so wenig Spielzeit bekommt (erst 64 PL-Minuten) . Natürlich haben Oscar, Hazard und Schürrle gut gespielt aber, dass ein de Bruyne ( den ich sehr gut finde, nur Mata halt noch besser) vor ihm steht und man zusätzlich noch Willian holt begreife ich nicht komplett.Da fragt man sich schon: Was hat Mourinho gegen Mata?

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Wolfgang Würz 31. August 2013 um 11:23

Danke, wie immer guter fairer Kommentar und wahnsinnig schnell. Das Spiel war Werbung pur für den Fußball und für die Bayern, auch wenn noch nicht alles so geordnet läuft wie in der Vorsaison, so spielen sie dafür mit Herz und Lust nach vorne. Die linke Seite war diesmal noch deutlich stärker als rechts. Und Pep hat offensichtlich die Herzen seiner Spieler erreicht, das ist keine abgezockte Profibande, die auf dem Platz steht, sondern eine klasse Mannschaft. Da ist noch einiges Gutes zu erwarten.

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Philipp Grundtner 31. August 2013 um 10:45

Ihr Jungs von Spielverlagerung seid wirklich Klasse. Gestern das Match und heute am vormittag bereits die Analyse.

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Martin R. 31. August 2013 um 08:53

Ich fand gestern war wieder ziemlich viel Heynkes im Spiel — die Bayern spielten um ein Vielfaches dynamischer und vertikaler in die Spitze als in den vier bisherigen (leider enttäuschenden) Bundesligaspielen.
Was mir aber gefällt ist, dass Guardiola sehr konkrete Ideen davon hat, wie er seine Spieler auf vielseitige Weise einsetzen kann. Bspw. mit Lahm im Mittelfeld, Martinez am Ende im Sturm, das Wechselspiel zwischen Kroos/Lahm und später noch Götze — das sieht schon nach einem Plan aus.
Nur defensiv sind die Bayern diese Saison bisher deutlich anfälliger als noch in der vergangenen Spielzeit. Ich führe das schon in erster Linie auf die Auflösung der Doppelsechs zurück. Aber gestehen wir Pep noch weitere Wochen der taktischen Umgewöhnung zu.

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FCB-Fan 31. August 2013 um 09:55

Die defensive Anfälligkeit liegt aber vielleicht auch an der Besetzung des 6ers. Denn mit Schweinsteiger wurde es in den letzten Wochen deutlich stabiler und mit Martinez gestern wirkte es auch sofort sicherer. Kroos und Lahm sind zwei super Spieler, aber meiner Meinung nach auf der 6 einfach nicht gut genug, um gegen solche Gegner dicht zu machen.

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Coarl 31. August 2013 um 16:08

Ich fand Kroos auf der 6 gut. Er ließ sich nicht so tief fallen wie es Schweinsteiger gerne tut, und konnte so gut die Verbindungen zwischen Abwehr und offensivem Mittelfeld herstellen. Er ist halt nicht besonders schnell, was ihn devensiv manchmal schlecht aussehen lässt.
Bayerns Problem in der 1.Hz war, dass die Offensivkreisel nicht richtig brummten. Links harmonierte Müller mit Alaba und Ribery nicht besonders gut. In der 2.Hz mit Kroos war das deutlich besser. Rechts hakte es mehr oder weniger das ganze Spiel. Besser war es erst nach dem 2:1, und auch kurz vor der Halbzeit. In beiden Phasen war Robben nicht auf dem Flügel.
Fasziniert hat mich Martinez nach der langen Pause. Die Krake hat zwar noch nicht alle Tentakeln im Einsatz, aber es war ein toller Einstand. Seine Vertikalläufe brachten zusätzlichen Zug zum Tor.

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DH 31. August 2013 um 08:53

Danke für die Analyse!

Interessantes Spiel gerstern,
ich bin sehr gespannt, wo die Reise mit Pep noch hingehen wird.
Dafür, dass es im Spiel noch jede Menge Unabgestimmtheiten gibt, sind die Bayern doch schon recht erfolgreich.

@Elfmeterschießen:
Für mich hat es so den Eindruck gemacht, dass Neuer beim letzten Elfmeter das erste mal stehen geblieben ist und einfach darauf reagiert hat, was der Gegner macht.

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Amy 31. August 2013 um 06:21

This is an incredible tactical battle, so it would be so great if you could have an English version so non German speaking fan like me can enjoy your work 🙂 thanks alot.

Antworten

Pep 31. August 2013 um 06:02

Super Analyse!
Bin gespannt was mit Martínez passiert, der gestern wieder gezeigt hat wie wertvoll er ist. Ob er in die Innenverteidigung muss, gar nicht spielt oder evtl. wie letztes mal diskutiert für Kroos spielt. Ich denke letzteres wäre eine gute Variante, verzichten kann man auf ihn auf Dauer nicht.
Ansonsten Neuer absolut genial wie er fast an der Mittellienie die Bälle verteilt.
Taktisch interessantes Spiel und als Bayern Fan auch nervenaufreibend.

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blub 31. August 2013 um 01:23

Der Schürrle ist schon ne behinderung für den AV. es gibt nicht viele die genauso schnell sind wie David Alaba. Chalsea war überraschend stark.

Ansonsten hatten wir immernoch Müller auf der halbposition, das gefällt mir immernochnicht. Man hat sich vom Flügel nicht so gut rauskobiniert(/en können) und mit Müller konnte man die kombination in der Mitte/rechts nicht erzwingen.

Wichtig war vor allem: Auch bei diesem Spiel waren Sammer und Guardiola bis in die Haarspitzen motiviert 😉

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Patric 31. August 2013 um 01:08

„…erst gegen Ende wollte Mourinho mit Eto’o und Willian zwei neue Spieler bringen“ — ist mir da etwas entgangen? ich kann sie beim besten willen in keiner aufstellung entdecken.

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Jojo 31. August 2013 um 01:25

„erst gegen Ende WOLLTE Mourinho mit Eto’o und Willian zwei neue Spieler bringen, was ABER wegen der roten Karte von RamiresNICHT geschah.“

😉

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messanger 31. August 2013 um 02:02

Willian und Eto’o hatten die Spielgnehmigung noch nicht, standen also nicth zur Verfügung. Auf der Bank sassen zu Spielbeginn:
Obi Mikel
Lukaku
Terry
Azpilicueta
Essien
Mata
Schwarzer
Möglicherweise waren Lukaku und Mata als frische Offensivkräfte geplant? Mit Mata kann man ja vorne gut den Ball halten.
Lukaku kam dann in der Verlängerung (für Torres). Obi Mikel (für Schürrle) wie erwähnt wegen dem Platzverweis zur Absicherung. Und Terry für Hazard zur Endzeit-Endzonen-Verteidigung.

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C 31. August 2013 um 01:00

Ich sah sowohl den Wechsel von Kroos und Lahm als auch den Wechsel Robben Shaquiri als Maßnahme gegen den starken Hazard. Soweit ich es gesehen habe hat Pep Robben bei der Auswechslung nicht die Hand gegeben und weggesehen ein Hinweis darauf dass Pep Robben die Schuld am 2:1 gab?

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Daniel 1. September 2013 um 00:52

Es ist ein gamz klarer Hinweis darauf, dass Pep ihm nicht die Hand gegeben hat. nicht mehr nd nicht weniger. Für verlässliche tiefgründige Informationen bitte an PG oder AR richten

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Fabian 31. August 2013 um 00:51

Wahnsinns-Spiel, dafür lieben wir Fußball! Und es ist erst der Anfang der Saison, was sich auch mMn bemerkbar machte. Beide Mannschaften haben noch Steigerungspotential, wenn einige Situationen sauberer ausgespielt werden.

Götze war immer noch ein Fremdkörper im Bayernspiel. Er braucht noch zu lange um sich zu orientieren. Man sieht es praktisch in seinem Kopf rattern: „Wo sind meine Mitspieler? Wo laufen sie hin? Was soll ich machen?“ Die gewohnte Leichtigkeit, Selbstverständlichkeit und Gedankenschnelligkeit fehlt ihm noch.

Martinez war wirklich ein Gamechanger und bei dem Brechstangenpressing am Ende Gold wert.

Neuer fällt diese Saison mit noch abgeklärterem Mitspielen auf als er es schon immer tat. Seine Ruhe und auch die Reichweite und Genauigkeit seiner (flachen) Pässe sind schon beeindruckend.

Mehr ist mir gegen Ende nicht mehr aufgefallen, weil das Adrenalin das Kommando übernommen hat 🙂

p.s.: „doch trotz einiger guter Angriffe und Chancen sollte den Bayern der Ausgleichstreffer nicht mehr gelingen.“ – Hast wohl schon während dem Spiel mitgeschrieben und das vergessen zu editieren?

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maradona 31. August 2013 um 00:47

„…erst gegen Ende wollte Mourinho mit Eto’o und Willian zwei neue Spieler bringen, was aber wegen der roten Karte von Ramires nicht geschah.! apielverlagerung.de

Hm, beide Neuzugänge waren doch gar nicht in der Aufstellung!?

„…die prominenten Neuzugänge Willian und Eto’o waren gar nicht erst nach Prag mitgereist.“ kicker.de

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Wiktor-Maslow 31. August 2013 um 00:33

Hätte nicht gedacht, dass du auf transfermarkt.de mitliest.
🙂

Starke Analyse natürlich.

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RM 31. August 2013 um 00:44

Natürlich lese ich da mit. Bin auch ein Transfermarktkind. 🙂 (falls ich das sagen darf, ohne eine hinter die Ohren zu bekommen)

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datschge 31. August 2013 um 00:31

Am sehenswertesten fand ich wieder das Nachschieben Neuers, hat mich sehr an das EM-Spiel gegen Italien erinnert (immer noch das Highlight des aktiv mitspielenden Torwarts). Hoffe, das wird mal systematisch eingestreut und nicht nur als letzter Drücker nach Rückstand am Ende des Spiels gebracht.

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Carlos 31. August 2013 um 19:52

Ist das ernst gemeint? Diese Ausflüge sind brandgefährlich und fordern ein Gegentor geradzu heraus. Neuer sollte sich auf das „Kerngeschäft“ eines Torhüters konzentrieren, neben Klasseparaden hat er auch immer mal wieder eieinen Bock parat, das Tor von Hazard z.B. war sicher nicht unhaltbar.

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Tank 31. August 2013 um 20:06

Naja, kommt drauf an, worüber wir reden. Flugkopfbälle an der Mittellinie sollten sicher nicht zu Neuers Standardprogramm werden. Aber das würde wohl auch niemand bestreiten. Diese extremen Ausflüge hat er gegen Italien und nun gegen Chelsea ja in extremen Drucksituationen gemacht. Quasi als Äquivalent zum bei Ecken mit nach vorne kommenden Torhüters in der Nachspielzeit.

Ich würde mich wundern, wenn datschge tatsächlich meint, das sollte Neuer andauernd machen. Aber eine Ausdehnung des Aktionsbereichs über den Strafraum hinaus, und sei es nur wenige Meter, könnten eine interessante Idee sein. Ich meine mich zu erinnern, dass im CL-Finale der Frauen dieses Jahr die Torhüterin von Lyon teilweise fast zwischen die Innenverteidiger vorgerückt ist und noch aktiver am Aufbauspiel teilgenommen hat, als ich das jemals bei einem Torhüter gesehen habe. („Aufrückender Einser“, anyone?) Das könnte für Neuer und einige andere Torhüter eine interessante Idee sein. Mit Guardiola hat er sicher einen Trainer, der solche Entwicklungen konstruktiv begleiten kann.

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datschge 31. August 2013 um 20:18

Ich habe „systematisch“ geschrieben, nicht „andauernd“.

Antworten

Tank 31. August 2013 um 20:33

Okay, zu flapsig ausgedrückt.

Beschreib doch noch etwas ausführlicher, was du meinst. Beim geparkten Bus Neuer an die Mittellinie und die Innenverteidiger 10-15 Meter vor?

Antworten

datschge 31. August 2013 um 20:40

Ich verweise nochmal auf den 44²-Artikel: http://www.r-quadrat.net/44quadrat/?p=334

datschge 31. August 2013 um 20:15

Natürlich ist das ernst gemeint. Dass das nicht ohne Risiko geht, gilt ja für alle offensiven Mechanismen, das Abwägen des Risikos gegen die daraus erzeugten Vorteile sollte selbstverständlich immer integraler Bestandteil der Entscheidungsfindung sein. In Situationen wenn der Gegner massiv hinten steht, also nicht mal aus dem eigenen Drittel herauskommt, ist es fahrlässig, alle seine Verteidiger an der Mittellinie zu opfern, besonders da Neuer ein gutes Gespür für die frühzeitige Auflösung potentiell kritischer Situationen hat (besser als Dante und Boateng).

Siehe auch http://www.r-quadrat.net/44quadrat/?p=334

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Tank 31. August 2013 um 20:50

Aber da scheint es ja nicht genau um das zu gehen, was du grade eben beschrieben hast. Du sprachst ja von Situationen, in denen der Gegner bereits sehr tief steht, in dem Artikel geht es ja primär um das von mir beschriebene Phänomen, den mit aufrückenden Torhüter im Spielaufbau im ersten Drittel.

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datschge 31. August 2013 um 21:49

Mir geht es da eher um die Kompaktheit, dass die Abstände zwischen den Mitspielern möglich gleichmäßig und somit die Zonen für die jeweiligen Spieler schnell erreichbar sind, was den Druck auf den Gegner erhöht (was mit den anderen Manschaftsteilen also schon versucht wird). Das ist erst einmal unabhängig von der Höhe. Ein Problem wird dies ab der Mittellinie, da ab da nicht mehr die Abseitsfalle greifen kann. Greift der Gegner zu einem vollzähligen Abwehrbollwerk um den 16er rum, ist deren Abstand zum Tor für Konter und Direktschüsse jedoch zu hoch. Würde die im Artikel beschriebene Spielweise durchziehen, könnten in solchen Situationen IVs mit TW entsprechend sofort bis zur Mittellinie aufrücken, Neuer als absichernder Libero da verbleiben und die IVs situativ weiter aufrücken. Dies hätte sowohl die Erhöhung (bzw. Beibehaltung) des Druckes zur Folge, kann aber auch als Lockmittel herhalten, den Gegner versuchen zu lassen, diese Risikospiel auszunutzen, dadurch aber das eigene Abwehrbollwerk aufzulösen.

Neuers Aktionen scheinen mir bisher intuitive Reaktionen von ihm alleine zu sein, der dadurch erfolgreich den bestehenden Druck aufrechterhält oder steigert, deren Effizienz aber darunter leidet, dass zu den Zeitpunkten die Bewegungen sowohl der Offensive als auch der Defensive eher chaotische Prägung bekommt (Stichwort Brechstange), somit die Systematik fehlt. Darin sehe ich großes Steigerungspotential. Neuer sehe ich im dafür notwendigen Umschaltverhalten stärker als die meisten Feldspieler bei Bayern, dementsprechend verschwenderisch finde ich es, das gegen tiefstehende Gegner nicht zu nutzen.

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Carlos 1. September 2013 um 14:49

OK, danke, ich denke ich weiß nun, wie es gemeint war. Dass Neuer (auch) fussballerisch ein Klassemann ist und daher für eine stärkere Rolle im Spielaufbau geeignet ist, stimmt sicherlich. Besonders gegen sehr defensiv stehende Gegner kann das ein probates Mittel sein. Ansonsten überwiegt für mich das Risiko, das mal ein hoher Ball ins leere Tor springt.

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Fussballnarr 4. September 2013 um 09:38

@Carlos
Also bezüglich Neuers Rolle beim 1:2 stimme ich Dir nicht zu. Hazard kommt aus 11 Metern leicht versetzt zum Elfer Punkt frei zum Abschluss. Und kann sich die Ecke aussuchen. Neuer muss in diesem Fall (wie beim 11ern) spekulieren. Hat er, hat sich für das lange Eck entschieden. Der Ball schlägt kurz und hart knapp neben dem rechten Bein ein, mit dem er sich ins lange Eck abdrücken will. Sieht beschissen aus, aber sicher nicht sein Fehler.

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Toto 31. August 2013 um 00:28

überragender Martínez. nicht nur wegen dem Tor. hat Pressing hoch gehalten. Götze immer noch erschreckend schwach. Müller zu früh raus.

Früher dachte man nach Erfolgen: was jetzt? heute: jetzt alles!

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HW 31. August 2013 um 10:04

Götze ist auch aufgrund der Verletzung noch nicht angekommen. Shaqiri zeigt dagegen, was er drauf hat.

Wenn Götze sich auf dem Platz eingelebt hat und die Verletzten im Mittelfeld zurück sind, dann kann die Bayern kaum jemand stoppen.

Warum Chelsea aber ausgerechnet zum letzten Elfmeter einen Joungster antreten lässt ist mir unklar.

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mrb 31. August 2013 um 10:44

die Tatsache, dass ihn einige mit Drogba vergleichen? Etwas weniger Hirnrissiges, das aber zugleich auch minimal plausibel ist, fällt mir dazu wirklich nicht ein.

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Terminus 31. August 2013 um 11:54

Die Begründung hört sich natürlich erst mal komisch an, andererseits hat Lukaku in der letzten Saison, als er ausgeliehen war an West Bromwich Albion, da schon ziemlich viel Verantwortung übernommen und 17 Tore erzielt. Die Marke hat kein Chelsea-Spieler letztes Jahr erreicht. Mourinho will ihn vermutlich zu einem seiner Schlüsselspieler aufbauen, und da müssen die Spieler auch einfach mal ins kalte Wasser.

Natürlich ist es ein Risiko, ihn den letzten Elfer schießen zu lassen, aber das ist auch ne Erfahrung, die man auf dem Niveau vermutlich mal gemacht haben muss. Dass er dann verschossen hat, geschenkt… es haben auch schon viel erfahrenere Leute den letzten Elfmeter verschossen. Weiß man ja vorher nicht. 😀

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HW 31. August 2013 um 13:19

Ist schon richtig. Ich weiß auch nicht ob er sonst ein sicherer schütze ist. wenn er an Position 4 geschossen hätte, hätte es auch der entscheidende Schuss sein können. So wichtig ist dieses Spiel nicht gewesen und die Erfahrung haben einige Große auf dem Weg nach oben machen müssen.
Das ist bei den Bayern positiv: Alaba schießt obwohl er zuletzt ein paar vergeben hat, Müller hätte es wahrscheinlich auch getan. Und ich denke auch Robben würde im Elfmeterschießen wieder antreten, wenn er den müsste.

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HW 31. August 2013 um 13:24

PS Man konnte aber auch erkennen, wie sehr dieser Sport eine mentale Herausforderung ist. Beide Teams haben (fast) nur Spieler mit einer starken Psyche, mit einer Siegermentalität und nicht nur mit Talent. Anders kann man diese Titel nicht gewinnen.

PeRue 3. September 2013 um 15:48

Mit Shaqiri hat ja auch ein sehr junger Spieler den letzten Elfer geschossen!

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HW 3. September 2013 um 17:08

ja, war auch denkbar knapp. ich will jetzt auch nicht Shaqiri mit Lukaku vergleichen, weil ich Lukaku zu selten sehe. Ich bin außerdem auch der Meinung, am Anfang müssen die besten Schützen antreten. Dazu müssen sich erstmal 11 Spieler finden.
In dem Moment hat mich nur bewundert, dass Lukaku antritt und kein älterer Spieler.

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Wolfsmond 31. August 2013 um 00:16

Auf RM is halt verlass XD

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Patric 31. August 2013 um 00:16

Ihr seid wahre Teufelskerle! Nach einem solchen Spiel kann man doch gar nicht so schnell schreiben, geschweigen denn analysieren. Hut ab! 😉

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Fred 31. August 2013 um 00:12

Sagt mal, was mir aufgefallen ist: Die Außenverteidiger der Bayern sind nur sehr situativ tatsächliche AUßEN. Aber doch eher rücken sie ins defensive Mittelfeld auf, um dort die Ballzirkulation zu unterstützen. Ich finde aber, dass das gerade die Stärken der Bayern auf den außen beraubt. Mitunter sind Ribery und Robben doch oftmals auf sich alleine gestellt, während die Spieler sich in der Mitte doch teilweise über den Weg laufen, oder Zweimeterpässe ohne Raumgewinn / Effizienz spielen. Ist das noch mit der Eingespieltheit bzw. Abstimmung zu erklären. Ich denke bei fast jedem Spiel, dass die Spieler in der Mitte doch arg verschenkt sind…

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Taktikneuling 31. August 2013 um 09:42

Das ist mir in anderer Hinsicht aufgefallen und zwar bei den schnellen Kontern über die Flanken. Alaba stand eigentlich immer zu zentral, so ist ja dann auch das 1:0 gefallen. Schürrle hatte einfach viel zu viel Platz um seine (zugegeben perfekte) Flanke spielen zu können. Das 2:1 fällt dann auch wieder über einen Flügel weil wieder viel zu wenig Druck auf den ballführenden Spieler ausgebüt wird. Wobei beim 2. Tor natürlich mehr falsch gelaufen ist.

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