Deutschland – Israel 2:0

Im letzten Test vor der EM präsentierte Löw wohl seine voraussichtliche EM-Elf.

Startformationen

Im Vergleich zum Spiel gegen die Schweiz am Samstag baute Löw sein Team fast komplett um. Lediglich Mertesacker, Khedira, Özil und Podolski behielten ihren Startplatz.

Vor Manuel Neuer bildeten Mertesacker und Badstuber die Innenverteidigung. Links in der Abwehr spielte Philipp Lahm, rechts lief Boateng auf. Wegen Schweinsteigers Verletzung bildeten Kroos und Khedira die Doppelsechs hinter Mesut Özil.

Auf dem linken offensiven Flügel lief Podolski auf, Müller wie gewohnt auf dem rechten. Als einzige Spitze durfte sich dieses Mal Mario Gomez versuchen.

Wie auch in der Analyse des Testspiels der Niederlande gegen die Slowakei wird im Folgenden der Gegner nur untergeordnet behandelt, da das Hauptinteresse dem anstehenden Turnier gilt.

Israel agierte in einem defensiven 4-4-1-1, was teilweise auch zu einem 4-5-1 wurde. Zumeist standen sie sehr tief und waren wohl von Anfang an auf Schadensbegrenzung bedacht. Ansätze von Kontern erstickten wegen mangelnder Unterstützung und mangelnder Qualität im Passspiel im Keim.

Spielidee und Interpretation der Rollen

Die DFB-Elf übernahm sofort die Kontrolle über das Spiel und ließ den Ball laufen. Auffällig oft wurde der Weg über die Außenbahnen gesucht. Hier ließen sich einige Unterschiede zwischen der rechten und linken Seite feststellen.

Kapitän Philipp Lahm agierte wie zu Beginn der Saison auf der linken Abwehrseite. Dort zeigte er seinen typischen Drang in die Mitte, was für Podolski bedeutete, dass er derjenige war, der auf der linken Seite für Breite sorgen musste.

Auf der rechten Seite agierte das Pärchen Boateng/Müller quasi umgekehrt. Hier war es Müller, also der offensivere der beiden, derjenige, der vermehrt den Weg in die Mitte suchte. Boateng ermöglichte dies mit zahlreichen langen Sprints an der Außenlinie entlang. Sein offensives Engagement brachte um ein Haar ein Tor (Pfostenschuss 19.) und einen Assist (Großchance Müller 74.).

Die wenig beschäftigten Innenverteidiger machten einen unauffälligen Job und versuchten, den Ball möglichst kurz zu halten und ihn in der Regel vertikal, also auf Khedira/Kroos oder Özil zu spielen. Dies gelang in der Regel gut, was angesichts der quasi nicht vorhandenen Bedrängnis auch kein Wunder war.

Auf der Doppelsechs gab es ebenfalls eine klare Aufgabenteilung. Während Kroos sich horizontal als Anspielstation anbot und das Spiel verlagerte, agierte Khedira als dynamischer Spieler zwischen den Strafräumen. Mehrmals ging er sogar mit in den gegnerischen Sechzehner, um neben Gomez für weitere physische Präsenz bei hohen und flachen Hereingaben zu sorgen.

Özil wirkte wie schon gegen die Schweiz müde, was sich negativ auf seine berüchtigten Läufe auf den Flügel zwecks Überladung auswirkte. Er suchte heute nicht so oft den Kontakt zu den Außenspielern, sondern ließ sich öfter in Richtung Khedira/Kroos fallen.

Gomez rieb sich gegen zwei Innenverteidiger auf und bemühte sich sichtlich, am Kombinationsspiel teilzunehmen. Dass ihm relativ häufig der Ball versprang, lag keineswegs immer an seinen technischen Schwächen, teilweise waren die Bälle auf ihn auch einfach schlecht gespielt, der nasse Boden machte es auch nicht leichter.

Starke Fokussierung auf das Flügelspiel

Leider gab es keine aussagekräftigen Statistiken von whoscored oder anderen Anbietern, jedoch wirkte es so, als habe Jogi Löw vor dem Spiel die klare Marschroute ausgegeben, die Angriffe vornehmlich über die Außenbahnen vorzutragen. Dies würde auch die Aufstellung Gomez´ erklären, der die Bälle lieber in den Strafraum serviert bekommt, anstatt wie Konkurrent Klose aktiv am Kombinationsspiel teilzunehmen.

Wahrscheinlich wollte Löw dieses taktische Mittel noch einmal unter Wettkampfbedingungen testen, dafür spricht auch, dass Khedira auffällig oft mit in den Sechszehner vorrückte.

Auffällig war vor allem die Häufigkeit der versuchten Hereingaben. Besonders Müller und Boateng versuchten immer wieder mit dem ersten Kontakt eine flache oder hohe Flanke zu bringen. Dies war auch häufig in Situationen der Fall, in denen man eigentlich nochmal abbrechen und über die Mitte hätte spielen können.

Pressing

Löw erwähnte zuletzt in Interviews immer häufiger, dass die frühe Balleroberung nun zu den nächsten Schritten gehöre, die die Nationalmannschaft gehen müsse.

Heute wurden immer wieder kurze Phasen eingestreut, in denen der Ball tief in der gegnerischen Hälfte erobert werden sollte. Wenn der gegnerische Außenverteidiger den Ball hatte, lief der entsprechende deutsche Flügelspieler ihn aggressiv an, was eine Reihe von Aktionen nach sich zog. Gerade in der ersten Halbzeit war dies oft auf der rechten deutschen Seite zu sehen.

Exemplarische Pressingsituation

Sobald der israelische Linksverteidiger vom Torwart oder Innenverteidiger den Ball erhielt, lief ihn Thomas Müller in höchstem Tempo an. Der Weg für einen sicheren Pass wurde nun folgendermaßen zugesperrt:

Boateng rückte aus der Viererkette heraus und deckte den gegnerischen Flügelspieler (in der Regel Melikson) sehr eng. Bei einem Anspiel in den Fuß konnte Boateng so das Drehen des Gegners vermeiden. Müller presste in diesen Situationen von der anderen Seite, ein langer Ball über Boateng hinweg konnte von Mertesacker abgefangen werden.

Wenn Müller den Linksverteidiger anlief, orientierte sich Khedira stark am Bayernspieler. Meistens lief Müller seinen Gegner so an, dass dieser eher in die Mitte driftete.

Das war das Signal für Khedira, direkt auf den Spieler zuzugehen. Infolgedessen wurde der Ball zum linken Innenverteidiger oder zum Torwart gespielt. Der Madrilene zog seinen Laufweg dann einfach durch und provozierte gemeinsam mit Gomez viele lange Bälle, die allesamt beim Innenverteidigerduo oder Neuer landeten.

Dass diese Variante auf der rechten Seite deutlich erfolgreicher war als auf der linken, liegt an der Anordnung der Spielertypen auf den jeweiligen Seiten. Müller und Khedira eignen sich mit ihren läuferischen Fähigkeiten besser für diese Wege als Podolski und Kroos auf der anderen Seite. Auch Özil ist kein ausgewiesener Spezialist für solche Situationen.

Gegen Gegner mit einem unsicheren Linksverteidiger könnte und sollte diese Variante vermehrt eingestreut werden. Löw werden Hollands Probleme im Spielaufbau ebenso wenig entgangen sein wie die Problematik auf deren Linksverteidigerposition.

Tore

Das 1:0 dürfte Jogi Löw gut gefallen haben. Nach vielen Angriffen über die Flügel streute Khedira einen vertikalen Flachpass in den Sechzehner ein, den der eingerückte Müller mit dem ersten Kontakt auf Gomez weiterleitete. Dieser verwertete trotz Bedrängnis stark.

Beim 2:0 gab es auch einige Faktoren, die jeden Trainer freuen. Angefangen mit dem schnellen Schalten von Kroos bei einem Freistoß in der eigenen Hälfte, begünstigt durch einen typischen Müller-Laufweg, der Gegenspieler band und viel Raum öffnete, zog der eingewechselte Schürrle von links nach innen und traf per Fernschuss.

EM-Formation?

Jogi Löw hat mit diesem Kader unzählige Möglichkeiten, eine kluge taktische Formation zu finden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass in diesem Spiel viele Fragen beantwortet wurden.

Mertesacker scheint im Rennen um den Platz neben Badstuber die Nase knapp vor Hummels zu haben. Löw vertraut wohl auf die Erfahrung seines Abwehrchefs. Was die Fitness von Mertesacker angeht, kann hier nur spekuliert werden, vielleicht sollte das Spiel aber auch einfach nur als zusätzliche Einheit für den Arsenalspieler dienen.

Auch wenn Löw vorab betont hat, es sei noch nicht klar wo Philipp Lahm spielen werde, ist wohl davon auszugehen, dass der Kapitän auf der linken Abwehrseite zum Einsatz kommen wird. Rechts hat Boateng seine Ausgangsposition gegenüber Höwedes verbessert, was angesichts des deutlich besser funktionierenden Teams aber auch einfacher war. Höwedes hingegen musste in der völlig neu formierten Elf gegen die Schweiz spielen, was ihm allerdings ganz gut gelang.

Auf der Doppelsechs liefen Khedira und Kroos auf – die übliche Besetzung bei Schweinsteigers Absenz. Stand jetzt kann man nicht genau sagen, ob der Vizekapitän rechtzeitig spielfit wird, um gegen Portugal aufzulaufen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Kroos weichen müsste, wenn Schweinsteiger von Beginn an zum Einsatz kommen sollte. Kroos wirkte wie Özil müde und manchmal mental nicht ganz auf der Höhe. Wie viel davon der Trainingsintensität und wie viel der langen Saison geschuldet ist, kann an dieser Stelle natürlich nicht beantwortet werden.

Die offensive Dreierreihe dürfte auch gegen Portugal so beginnen, auch wenn die Öffentlichkeit jetzt sicher wieder nach Schürrle statt Podolski schreit. Schürrles Quote in der Nationalelf ist beeindruckend (14 Spiele/7 Tore), jedoch wird Podolskis Rolle meiner Meinung nach oft unterschätzt. In der Regel ist er in erster Linie dafür zuständig, für Breite im letzten Drittel zu sorgen, was manchmal dazu führt, dass er längere Zeit keinen Ball bekommt.

Die Tatsache, dass er als Verwerter im Strafraum nach Angriffen über die rechte Seite, zu der Özil gerne abdriftet, eine echte Waffe ist, macht ihn neben seiner taktischen Disziplin zu einem überaus wichtigen Spieler der Mannschaft. Schürrle hat dann als Joker mit seiner Geschwindigkeit und anderen Interpretation der Rolle das Überraschungsmoment auf seiner Seite. Das Verteidigen gegen die Deutschen ist physisch wie psychisch anspruchsvoll, was dazu führt, dass man in der Schlussviertelstunde gegen frische, dribbelstarke Spieler wie eben Schürrle, Reus oder Götze Probleme bekommen kann.

Thomas Müller dürfte auf jeden Fall gesetzt sein, seine intelligenten Läufe mit und ohne Ball – gerade im Zusammenspiel mit Özil und auch Klose – sind essentieller Bestandteil des deutschen Spiels. Vor dem 2:0 zeigte er seine Klasse mit einem solchen Sprint ohne Ball und schaffte so den nötigen Raum für Schürrle.

Özil ist trotz seiner wenig spritzig wirkenden Darbietungen in den Testspielen klarer Starter. Körperlich wird der Madrilene bis zur EM wieder auf der Höhe sein, was für seine Spielweise enorm wichtig ist. Das Überladen der Flügel – insbesondere des rechten – garantiert immer wieder eine sichere Anspielstation und schafft Raum für den nachrückenden Khedira.

Im Sturm hängt wohl alles davon ab, wie fit sich Miroslav Klose im Laufe der Woche präsentieren wird. Wegen seiner Kombinationsstärke und seinem guten räumlichen Verhalten – Paradebeispiel ist hier das Testspiel gegen die Niederlande – wird Löw voraussichtlich ihn und nicht Mario Gomez in der Startelf sehen.

Gomez zeigt sich zwar mittlerweile verbessert was das Kombinationsspiel angeht, allerdings ist er noch weit davon entfernt, ein zweiter Klose zu werden. Das sollte aber auch keineswegs sein Ziel sein, denn seine Stärken liegen nunmal woanders. Gelingt es ihm, seine enorme physische Stärke auch mal mit dem Rücken zum Tor einzubringen, könnte er in Zukunft sehr wertvoll gegen tiefstehende Gegner werden.

Wählt man einen Ansatz wie gegen Israel, der stark auf das Spiel über die Außenbahnen angelegt ist, wäre Gomez auf jeden Fall nicht die schlechteste Wahl. Ich persönlich würde also nicht in Panik verfallen, wenn Klose es nicht rechtzeitig zum Turnierstart schaffen sollte, spielfit zu sein.

Fazit

Das Spiel war keine Machtdemonstration, jedoch bei Weitem nicht so schlecht, wie es in vielen Medien dargestellt wird.

Die DFB-Elf verfolgte offenbar den Plan, konsequent über die Flügel zu kommen, was der Variabilität in diesem Spiel dann teilweise doch schadete. Aber um gerade Variabilität ins Spiel zu bekommen, wurde diese Variante ja wohl ausgetestet. Eine Mischung aus dem flankenorientierten Spiel und einer Spielweise, die sich im 1:0 niederschlug, werden wohl die dominierenden Stilmittel der deutschen Offensive.

Über die viel gescholtene Abwehr kann man nach diesem Spiel nicht viel sagen, da der Gegner nicht in der Lage war, gefährliche Angriffe zustande zu bringen. Dass Löw Mertesacker durchspielen ließ muss nicht das beste Zeichen in Richtung Mats Hummels sein, wie oben erwähnt kann es aber auch durchaus sein, dass dies eine zusätzliche Trainingseinheit für den nicht ganz fitten Mertesacker sein sollte und kein Fingerzeig für die EM.

Die eingestreuten Pressingphasen gegen den gegnerischen Linksverteidiger sahen vielversprechend aus und können zum Beispiel gegen die Niederländer ein erfolgsversprechendes Mittel sein.

Spannend wird nun in den nächsten Tagen sein, welche Fortschritte Mertesacker, Schweinsteiger und Klose in Sachen Fitness machen. Ich denke, dass alle drei in der Startelf stehen werden, wenn sie Löw versichern, sich fit genug zu fühlen. Die Ersatzmänner Hummels, Kroos und Gomez haben aber ja auch allesamt schon bewiesen, dass sie die Qualität haben, der Mannschaft weiterzuhelfen.

Jogi Löw und Hansi Flick, über den es in unserem E-Book zur EM ein interessantes Porträt gibt, haben nun also noch eine Woche Zeit, die Mannschaft auf den Auftakt gegen Portugal vorzubereiten. Die individuelle Form einiger Spieler könnte besser sein, dennoch ist davon auszugehen, dass sich die deutsche Mannschaft stark präsentieren wird – egal was nun noch an Mediendruck kommen mag.

Er* 2. Juni 2012 um 14:50

Liebe SV’ler,
werdet ihr ähnlich wie Michael Cox auch eine „11 des Jahres“ bringen?

Grüße

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Daniel 2. Juni 2012 um 14:20

erichbr
Ich kann deine Einschätzung teilen, Bartstuber hat einen riesigen Schritt nach vorne gemacht und ist vor allem in der Spieleröffnung grandios. Er sollte nach dem Spiel gegen Real auf jeden Fall in der Auflistung erwähnt werden. Ich, sowieo Zonalmarking und vermutlich auch Spielverlagerung sehen aber Hummels stärker. Vielleicht ist es ein wenig die Bayernbrille, dr Bayernfrust und die gewaltige Steigerung von Barstuber im Vergleich zum letzten Jahr, die dich eine andere Einschätzung haben lässt. Vielleicht irren wir uns aber auch in der Einschätzung von Hummels, das wird die Zukunft zeigen.

zu den Ecken:
Auf der anderen Seite ist sowohl Özil . Gündogan als auch Schmelzer (wenn er spielt) kein so schlechter Standardschütze. Real hat einige Tore nach Ecken erzielt, auch gegen Barca. Gerade Özil stößt wirklich gute Ecken.

Und man hat mit Klose, Khedira und Hummels (wenn er spielt) durchaus durchsetzungsstarke Kopfballspieler.
Barca führt die Ecken auch kurz aus, weil normalerweise die eigenen Spieler im Kopfballspiel denen der generischen Mannschaft unterlegen sind. Wenn es bei Barca eng wird und Puyol nach vorne kommt, treten die ihre Ecken auch mal lang.

Ich würde also eher keine Bayernspieler die Ecken treten lassen. Die sollten in der nächsten Saison wie Barca ihre Ecken lieber kurz spielen, da dadurch das fluide Spiel nicht unterbrochen wird. Keine Ahnung, wieso das Heynckes nicht schon lange so macht.

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Oli Fritsch 2. Juni 2012 um 11:31

Schöne Analyse, wie immer. Eine Ergänzung: Das Paradebeispiel für Kloses Qualität im Kombinationsspiel war a u c h das Spiel gegen Brasilien.

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Justus 1. Juni 2012 um 22:15

Zum leidigen Thema „Standards“ eine Frage bzw. Diskussionsvorschlag.
Löw konzentriert sich in der Vorbereitung auf andere Bereiche, und Standards werden offenbar behandelt nach dem Motto „Wenn dafür noch Zeit bleibt“ – die bleibt dann meistens nicht. Finde ich auch gar nicht so schlimm.
Wäre es dann aber nicht sinnvoll, Ecken (und Freistöße von außen) grundsätzlich kurz ausführen zu lassen?
Man hat ja sowieso geübt, gegen tiefstehende Gegner aus dem Spiel zu Abschlüssen zu kommen. Wäre dann dieselbe Situation, „Powerplay“ um den Strafraum herum.
Meines Wissens macht Barca das doch meistens so. Wozu eine Ecke in den Strafraum treten und damit verschwenden (samt Kontergefahr), wenn man stattdessen einen Angriff sauber ausspielen kann?
Was meint ihr?

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HW 1. Juni 2012 um 22:26

Richtig Barca hat das lange gemacht (zuletzt gab es aber auch andere Varianten), auch weil sie so wenige große Kerls haben.
(Ich hatte es schon oft gesagt, Ecken führen nicht so oft zum Torerfolg wie oft angenommen, hängt natürlich vom Team ab.)
Kurze Ecken oder ein direkter Seitenwechsel in freie Zonen können da helfen und den Gegner zwingen sich anders zu sortieren.

Wichtig ist es aber die Verteidigung von Ecken zu üben.

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PP 1. Juni 2012 um 22:35

Volle Zustimmung! Gerade die Bayernspieler können ein Lied davon singen. Und auch das entscheidende Tor der Spanier gegen Deutschland 2010 fiel bekanntlich nach einer Ecke.

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MA 1. Juni 2012 um 16:20

Wieder einmal eine gelungene Analyse. Jedoch möchte ich noch einen Gedanken zum Thema Podolski oder Schürrle loswerden: ihr schreibt, dass Podolski bei Angriffen über die rechte Seite durch das Nachrücken in die Mitte eine Waffe sei, gar ein sehr wichtiger Spieler für die Mannschaft. Betrachtet man dies als taktisches Element, so ist diese gegen Israel zwar aufgegangen, jedoch ist Podolskis Chancenverwertung in dem Spiel grauenhaft gewesen.

Podolski ist in dem Spiel zu mindestens drei hochkarätigen Chancen gekommen, der Abschluss war aber immer nach dem gleichen Muster: einfach draufhalten. Mir fehlt bei Podolski der intelligente Abschluss je nach Situation. Aus spitzem Winkel und größerer Entfernung kann man es einem Torwart nur durch einen harten Schuss schwer machen, steht man aber frei vorm Tor, kann man den Ball auch schon mal gezielt in eine Ecke schieben.

Bei Schürrle sehe ich im Abschluss mehr Qualität. Die taktischen Vorgaben sollte er auch erfüllen können.

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Daniel_D 1. Juni 2012 um 16:11

Was ein wenig fehlt: Löw hat den israelischen Trainer bei der Mannschaft hospitieren lassen, damit er sich optimal vorbereitet. Was man von der iraelischen Mannschaft gesehen hat, war taktisch richtig gute Abweharbeit weit über ihrem Niveau. Wenn es Deutschland durch die Quali als 1. schafft, dann werden die Gegner im Viertelfinale vielleicht Griechenland oder Irland heißen und die werden genauso stehen, wie die Israelis.
Genau darum ging es ja. Einen völlig unterlegenen und deswegen sich ganz tief zurückziehenden Gegner zu besiegen. Die letzten Gegner waren allesamt stärker. Eine reine Mauermannschaft wurde schon lange nicht mehr bespielt.

Kroos auf der 10 ist eine ganz schlechte Idee. Dafür ist er zu undynamisch, hält den Ball zu lange etc. Kroos macht auf mich den EIndruck eines klassichen 10ers und Spieler mit diesen Veranlagerungen setzt man ja heutzutage auf der 8 ein.

Ich vermute auch, dass Mertesacker in der IV spielen wird. Anscheinend bekommt Hummels die Dortmund Vorgaben nicht so leicht aus dem Kopf. Was an sich schade ist. Er wurde zum zweiten Mal in die 11 der Saison von Zonalmarking gewählt (natürlich sind solche 11s mit Vorsicht zu genießen, aber welche seriösere Auflistung gibt es denn in Europa?) und ist in meinen Augen der IV mit den größten Anlagen seit Beckenbauer.
Ich verstehe auch nicht, wieso denn keine langen Pässe in Überzahlräume geeignet sind? Gerade ein Klose eignet sich doch gut, um solche Bälle zu verwerten. Dortmund spielt sie ja nicht nur sondern setzt sie taktisch ein damit sich die gegnerische IV zurückzieht.

Interessant ist, wie sehr die Struktur der NM durch die verschiedenen Clubmannschaften sich verändert. Die ballorientiertere, horizontale Spielweise aus München, die vor allem von Kroos gepflegt wird, gegenüber der raum- und pressingorientierteren vertikaleren Spielweise aus Dortmund.
Ich persönlich hoffe, dass, sollte Schweinsteiger nicht fit werden, man eher Gündogan als Kroos einsetzt, weil er das Spiel im Mittelfeld vertikaler und schneller werden lässt.

Zum Fitnessstand: Löw hat doch gesagt, dass bei den Testspielen keine Rücktsicht auf den Fitnessstand genommen wird und man versucht zur EM 100%ig fit zu sein und nicht zwei Wochen früher.

-wichtig-

Könnte man die „Security Question“ nicht oberhalb des Artikels positionieren? Ich habe schon oft lange Posts verloren, weil ich die Anfrage vergessen habe. Offensichtlich geht es anderen genauso.

-wichtig-

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Daniel_D 1. Juni 2012 um 16:15

Sorry. Ich meinte im dritten Satz „Gruppenphase“ nicht „Quali“.

Außer Spanien wird kaum eine Mannschaft so dominant sein wie Deutschland. Auch Portugal und die Niederlande nicht.

In dem gerühmten EM Haft steht doch gerade, dass man Portugal vermutlich besiegen wird, weil sie kein Mittelfeldpressing spielen.

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erichbr 1. Juni 2012 um 16:30

Das Hummels in die 11 von ZonalMarketing gekommen ist habe ich heute zufällig auch gelesen und finde das fast ein wenig „witzlos“.

Ich meine ganz ehrlich: Alleine wenn ich an die Innenverteidiger von Barca denke hat ein Hummels dort nichts verloren.

Ich habe oben schonmal was über Hummels / Mertesacker geschrieben. Meiner Meinung nach profitiert Hummels beim BVB stark vom gesamten Defensivverbund bei Dortmund, was seine Schwächen ein wenig kaschiert…

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Daniel_D 1. Juni 2012 um 17:07

Die Innenverteidiger von Barca hatten in dieser Saison schon einige Fehler in Auswärtsspielen zu kompensieren.

Und gerade Barca ist doch das Paradebeispiel für einen geordneten Defensivverbund. Es geht bei dieser 11 ja nicht um den Spieler als solchen, sondern wie gut er seine Rolle im Verein ausführt.

Ich denke es ist die Verbindung von weit überdurchschnittlichen Defensivleistungen mit der überragenden Spielübersicht.
Pique halte ich da persönlich noch für stärker, aber er war verletzt und ist nicht mehr ganz so im Tritt.

Mir ist die Idee gekommen, dass Hummels vielleicht einige Vorgaben absichtlich nicht befolgt, weil er glaubt, er kann so die Mannschaft besser unterstützen. Er scheint ein sehr selbstbewusster und durchsetzungstarker Mensch zu sein, wenn man seine Interviews liest. Vielleicht nominiert Löw ihn deswegen, nicht weil Hummels nicht so spielen möchte wie Löw sich das vorstellt.
Das ist eine gewagte These, aber diese Variante wurde noch nicht angesprochen.

Aber hier geht es um das Spiel von Gestern und nicht um einen Spieler, der voraussichtlich keine Rolle spielt.

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fussballdisapora 1. Juni 2012 um 17:27

Es geht hier um Hummels Platz in der Nationalmannschaft und nicht um einen potenziellen in der IV von Barcelona. Der Vergleich ist völlig sinnlos, eher wäre zu fragen, wo in der Rangliste Merte und Badstuber zu finden sind und warum.

Allerdings bin ich durchaus der Meinung, das Löw berechtigt auf Hummels verzichtet.

Denn, was viele vergessen: Löw hat eine Spielidee und als Verantwortlicher kann und muss er diese durchsetzen (oder die Verantwortung abtreten).

Hummels scheint diese Idee weniger umzusetzen, als Merte. Das mag man (wie ich) durchaus bedauerlich finden, denn anders als Bayern München hat die Nationalmannschaft in Klose (+Özil, Müller weiß ich nicht) durchaus einen potenziellen Abnehmer derlei Spieleröffungen. Und in Reus/Götze kämen noch welche dazu.

Aber: Er soll nicht und das limitiert. Boshaft könnte man natürlich sagen: Merte und Badstuber sollen nicht und können (zum Glück) auch nicht.

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Daniel_D 1. Juni 2012 um 17:56

Das schreibt zonalmarking dazu:
Hummels:
„A second consecutive appearance for a player who has now confirmed himself as one of the continent’s best defenders. Hummels has the lot – he’s technically impressive but also capable of doing scrappy defensive things in the penalty box. He’s essentially the complete modern centre-back, and his partnership with Neven Subotic has probably been the best in Europe over the past two seasons.“

Ich habe doch garnicht verglichen. Ich finde es nur schade, wie du auch sicherlich, dass ein Spieler mit derlei Anlagen, die offensichtlich auch im Ausland beachtet werden, es nicht in die Startaufstellung einer Nationalmannschaft schafft.
In meinem Post steht überhaupt nicht, dass Hummels bei Barca ein potentieller Kandidat sein könnte. Ich habe nur geschrieben, dass die jetzige Barca IV in dieser Saison fehleranfälliger als die Dortmunder war. Ab es besserer IV gab und welche Kriterien da angewendet werden, ist ziemlich egal, entscheidend, ist dass die bedeutenste Taktikseite offensichtlich Hummels in dieser Position sieht.

Wenn Hummels es nicht nicht in den Kader schafft, wird das seinen Grund haben. Ich vertraue Löw da voll und ganz. Ich denke wir sind da derselben Ansicht, was die Nominierung betrifft.

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fussballdiaspora 1. Juni 2012 um 18:27

Mein Post bezog sich doch auf den Beitrag von „erichbr“

Die Zitierfunktion hat Luft nach oben.

Ich halte Hummels übrigens für den mit Abstand besten deutschen IV, nur falls das irgendwie falsch angekommen sein sollte.

Allerdings setzt Löw auf andere Fähigkeiten, das muss ich nicht gut finden, allerdings zum Glück auch nicht verantworten.

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Tank 1. Juni 2012 um 19:31

Ein interessantes Detail zu dieser Diskussion: Ich meine mich zu erinnern, dass Hummels nach dem Schweiz-Spiel ein Kommentar zu seiner Leistung verweigert hat, weil diese in der Öffentlichkeit ja eh immer anders gesehen werde, als er das selber tue. Das verstehe ich jetzt mal so, dass Hummels mit seinen Leistungen in der Nationalmannschaft relativ zufrieden ist.

Die Debatte ist wirklich schwierig. Ich gehöre zu der Fraktion, die Hummels, rein von seinen Fähigkeiten und Anlagen her, als potentiellen Beckenbauer 2.0 ansieht. Warum er das auf internationaler Ebene, im Verein wie in der Nationalmannschaft noch nicht abrufen konnte, steht zur Debatte. Ich persönlich favorisiere eher die psychologische Erklärung dieses Phänomens, da ich mir bei einem taktisch so intelligenten Spieler wie Hummels nicht vorstellen kann, dass er keine Systemanpassungen hinkriegt.

Zum Barca-Vergleich: Spielerisch sehe ich Hummels als noch stärker als Pique. Kämpferisch aber auch noch als schwächer als Mascherano. Aber der war diese Saison auch bärenstark.

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erichbr 1. Juni 2012 um 20:49

Trotz der interessanten Aussagen / Meinungen hier bleibe ich bei meiner These das Hummels vor allem in das „Gesamtwerk“ BVB passt.

Badstuber halte ich persönlich für einen der meist unterschätzten Spieler der Liga (… diese Meinung ist zwar nicht sonderlich populär und vermutlich sehen das viele anders…).

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elroy 1. Juni 2012 um 13:24

Ich muss ein anderes Spiel gesehen haben. Denn ich komme zu einer deutlich anderen Einschätzung des Vorbereitungsspiel gegen Israel.
Ja, das Spiel ist als deutliches Signal zu werten, wie Löw bei der EM personell und taktisch spielen lassen will. Und ich schließe daraus, dass er seinen ursprünglichen Anspruch aufgegeben hat, einen taktisch anspruchsvollen Fussball zu spielen, weil er ansonsten um den Erfolg fürchtet. Nach diesem Spiel erwarte ich weder eine fluide Spielweise noch andere größere Innovationen und schon gar keinen schönen Fussball, sondern einen taktischen Rückfall, ähnlich wie wir ihn bei den Bayern unter Heynckes erlebt haben.
Das kann durchaus bis zum Endspiel reichen, aber für Euphorie auf diesem Forum sehe ich keinen Anlass.

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Rarehero 1. Juni 2012 um 13:46

Was willst du bei einem tiefstehenden Gegner, der mit bis zu acht Mann im Strafraum verteidigt, mit einer „fluiden Spielweise“ ausrichten? Zu mal diese Spielweise erprobt ist. War schon in Ordnung, das Spiel über Außen mit Hereingaben auf Gomez in den Fokus zu rücken, auch wenn dies natürlich konventionell aussehen musste. Das war kein Spiel, um schön zu spielen.

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hawkeye 1. Juni 2012 um 14:00

Sehe ich ähnlich, taktisch wie personell nichts neues. Gegen tief stehende Gegner kaum brauchbares Konzept, für Israels Qualität absolut ausreichend. DAs Team ist seit 2010 in der Entwicklung stecken geblieben, abgesehen von der persönlichen Entwicklung einzelner Spieler (bspw. positiv Özil und negativ Mertesacker). Wesentlich mehr Qualität in der Breite des Kader, was allerdings nur bedingt zum tragen kommt, da personell kein neuer Spielertyp ernsthaft versucht wurde zu integrieren (siehe Götze, Hummels, Reus, Gomez).
Der Eindruck des Teams resultiert aus den letzten beiden Jahren und ist letztlich nur hochgepusht worden nach den 2 Kantersiegen der WM, die der schwachen offensiven Taktik der beiden Teams geschuldet war und der klaren Em-Quali gegen allenfalls mittelklassige Gegner. Dann zwei hervorragende Spiele gegen defensiv schwache Brasilianer und personell geschwächte wie auch taktisch schwache Niederländer.
Wie man gegen uns agiert, haben schon immer die Spanier gezeigt und sehr deutlich neulich die Franzosen mit sehr guten Defensivkonzepten, dann die Polen und nun auch die Schweiz, letztere beide schlägt man aber natürlich unter normalen Umständen.
Also sollten sich die Portugiesen und Niederländer wieder so präsentieren wie in den letzten Spielen gegen uns, sollte die Gruppe machbar sein. Ich vermute allerdings nicht, es wird auf jeden Fall ne harte Vorrunde. Sollten wir sie überstehen und spielen nicht gegen Frankreich oder Spanien in der Endrunde werden wir Europameister, hoffentlich…

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erichbr 1. Juni 2012 um 14:56

Das Deutschland nach den Kantersiegen gegen England und Argentinien sehr gepushed worden ist sehe ich genau so. Man hatte bei der WM teilweise dürftige Auftritte – gegen Serbien und im 3. Spiel der Gruppephase. Grundsätzlich sehe ich Deutschland auch nicht als Übermannschaft neben Spanien wie das die Medien teilweise darzustellen versuchen.

Gegen die Italiener – die teilweise sehr schlecht in den Medien dargestellt werden – möchte ich nicht spielen. Gegen die hat Deutschland noch nie gut ausgesehen und sie sind uns in der Historie immer taktisch voraus gewesen.

Bei Spanien stellt sich halt die Frage wie Sie die schwerwiegenden Ausfälle verkraften und wie hungrig die noch sind.

Holland und Frankreich kann ich schwer einschätzen. Holland hat – wie du schreibst – im Freundschaftspiel gegen Deutschland taktisch sehr schwach gespielt. Israel war m.M. nach taktisch gestern disziplinierter. Gegen Holland waren ständig freie Räume vorhanden.

Die Gastgebermannschaften würde ich auch nie unterschätzen, was so „Heimspiele“ ausmachen hat man schon häufig gesehen…

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HW 1. Juni 2012 um 15:07

Es gibt ja auch Leute die Spanien für einen (fast) unwürdigen Weltmeister halten, weil sie so oft nur 1:0 gewonnen haben und nicht immer 4:0.
Deutschland wird aber ähnliche Probleme bekommen: tiefstehende Gegner. Da muss dann ein 1:0 oder 2:0 reichen. Man will schön spielen und gewinnen, und nicht am schönsten von allen spielen.
Die Erwartungshaltung ist natürlich hoch, aber das hat ja einen positiven Hintergrund. Dass Testspeile bei Jogi oft nicht so toll sind ist auch nichts neues. Ich mache mir da keine großen Sorgen, Portugal usw. haben auch nicht die Wunderelf.
Ob es zum Titel reicht ist natürlich immer eine Frage der Situation.
Das „einfachste“ Ziel wäre es immer das nächste Spiel zu gewinnen.

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Flowbama 1. Juni 2012 um 15:29

Aha. Die Gegner waren also immer zu schwach. Ist ja wirklich ein ganz neues Argument.

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Flowbama 1. Juni 2012 um 15:34

„DAs Team ist seit 2010 in der Entwicklung stecken geblieben, abgesehen von der persönlichen Entwicklung einzelner Spieler“

Nicht ernsthaft, oder? Die DFB-Elf war 2010 eine Kontermannschaft und hat sich danach mehr auf ballbesitzorientierten Fußball ausgerichtet. Also wenn es eine Nationalmannschaft gibt, bei der eine Entwicklung festzustellen ist, dann ist es ja wohl die deutsche.

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Pseu 1. Juni 2012 um 15:59

Abwarten. Vom Kontern zum Ballbesitz ging es ja hauptsächlich in den Quali-Spielen gegen schwache Gegner; gekontert wurde bei der WM gegen spielstarke Mannschaften.
Mal sehen, wie die Taktik gegen Portugal und die Niederlande aussieht…

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hawkeye 1. Juni 2012 um 17:58

Also gegen Australien, Serbien und Ghana haben wir 2010 nicht auf Ballbesitz gespielt und gegen Brasilien, Frankreich und Niederlande in der Vorbereitung haben wir das?
Ich sage ja nicht, dass ich die Mannschaft schwach finde, ganz im Gegenteil, seit 2010 auf einem sehr hohen niveau. Ich finde nur, dass sich in der Mannschaft nichts grundlegendes, bis auf die Entwicklung einzelner Spieler, geändert hat und dafür steht exemplarisch das Personal.
Wo ist der Unterschied zu 2010?
Badstuber statt Friedrich.
Aber das taktische Auftreten und der Respekt der Gegner, auch der sog. großen, haben sich verändert und somit die taktischen Ansprüche ans Team und da sehe ich kaum eine Veränderung.
Bei der Euro läuft uns keiner mehr ins offene Messer wie 2010 oder die Holländer vor kurzem.
Und wenn ich mir angucke, wie wir zuletzt gegen sehr tiefstehende Mannschaften gespielt haben, denke ich, dass es auch dieses Mal nicht reichen wird, obwohl ich anderes hoffe.

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Garrona 1. Juni 2012 um 16:13

Ich muss dem zustimmen, für mich war das ein sehr bayern ähnliches Spiel gestern.

Der Ball wurde hinten von den IV und Kroos genommen und nach außen gebracht. Wenn die Seite dicht war, wurde hinten rum verlagert. Das ist das 1:1 Spiel des FCB.

Gegenpressing hat selten statt gefunden, meistens war die Qualität beim Spielaufbau der Isrealis zu schlecht, wodurch ein Gegenpressing nicht möglich war.

Taktische Anweisung war zwar dass man über die Außen kommen soll, doch m.M.n. fehlen uns dafür die Außenspieler. Wir haben eigentlich nur inverse Außenverteidiger und keine richtigen „Flankengeber“. Ich denke hätte er so wie gestern gegen die Schweiz spielen lassen und mit der Mannschaft von Samstag gestern, wären beide Spiele klar gewonnen worden – allein weil sich beide Systeme besser gegen den Gegner gepasst hätten.

Gegen die Schweiz wäre ein sicherer, stabiler Aufbau von hinten, besser gewesen – dann wäre man nicht so in die Konter gelaufen (wobei wir gestern 2-3 sehr gefährliche Konteransätze hatten, die aber mangels Qualität von Isreal nicht ausgespielt worden sind) – mit unserer kreativen Spitze vom Samstag hätten wir aber mehrere Möglichkeiten gehabt Löcher in die Abwehr zu reißen, sowie Lahm und Schmelzer, als gelernten Rechts bzw. Linksfuß wären besser für die Flanken geeignet gewesen.

Vorne wurde selten rochiert – was bei so einer Defensive aber von Nöten gewesen wäre.

Warum es in der 2ten Halbzeit, nach der 60ten besser geworden ist, lag m.M.n. besonders an dem Wechsel Gomez – Klose. Klose hatte die feste Abwehrreihe mehr ausgehebelt, wodurch alle offensiven Spieler profitiert haben. Gomez ist für das derzeitige deutsche System nicht so geeignet wie ein Klose der Löcher in die Abwehrreihen zieht. Dadurch können Özil, Müller und teilweise Podolski mehr Offensivaktionen einleiten.

Auch wenn Löw meint, er wird kaum umstellen, sollte er überlegen, ob man nicht versucht 2 verschiedene Systeme mit 2 veränderrten Mannschaft zu spielen.

Das System von gestern ist zu starr und könnte durch gute Einzelaktionen von Nani oder Ronaldo ausgehoben werden. Eine etwas höhere Ausrichtung mit mehr Druck aufs Def. Mittelfeld wäre hier gegen Portugal wahrscheinlich gut geeignet.
Wenn das System von Gestern gegen Portugal auflaufen sollte, spielen wir damit Portugal in die Karten, da wir kaum über Schnelligkeit kommen (außer wir führen) und man ist sehr anfällig wenn Portugal anfangen würde ihre Außen einzusetzen.

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elroy 1. Juni 2012 um 21:58

Für mich ist die zentrale Frage, ob das Spiel zeigt, dass die Nationalmannschaft auf dem Weg der Besserung ist oder ob das Spiel gegen Israel eine Kapitulationserklärung Löws war. Meine Position ist: Das Spiel ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass Löw aufgegeben hat, bei dieser EM taktisch anspruchsvollen Fußball spielen zu lassen. Äußerlich könnte man das auf den defensiven Gegner schieben. Mir scheint der Grund in der Einstellung von Löw zu liegen. O.K. Die Ansätze des Gegenpressings waren interessant, aber weit von einem internationalen Standard entfernt. Der sture Versuch, über außen zu kommen, erinnerte an Ottos beste Phase bei Werder. Und die eingestreuten langen Diagonalpässe habe ich als hilflosen Versuch empfunden, ein taktisches Überraschungsmoment zu kreieren, dass nicht Fisch noch Fleisch war.
Ich befürchte, Löw ist klar geworden, dass eine anspruchsvollere taktische Spielweise, wie er sie sich ursprünglich gewünscht hat, an den Realitäten scheitert: Nachdem Hoeneß ihm mit seinem Starrsinn in der Kompensationsfrage Robben nur eine extrem kurze Vorbereitungszeit gewährt hat, lässt diese nach seiner Einschätzung offensichtlich komplexere taktische Systeme nicht zu. Also hat sich Löw gegen seinen Traum entschieden, eine EM mit einer hoch-innovativen Spielweise zu gewinnen und die Spanier gewissermaßen links zu überholen, und hat statt dessen die konservative Variante gewählt: Dazu setzt er auf einen eingespielten Bayernblock von individuell stärkeren Spielern und meidet Spieler und Spielweisen, die nur durch langes Training iin ein taktisch anspruchsvolles Spiel zu integrieren sind. Die Verlierer dieser Weichenstellung sind v.a. die BVB-Spieler. Dabei finde ich es besonders ärgerlich, dass er nicht nur deren Qualitäten nicht zu integrieren versucht, sondern sie geradezu demontiert: Hummels darf keine langen Pässe spielen – Tabu, Tabu ruft Löw dann aufgeregt am Rand. Aber Kheidira soll das im Israelspiel machen (ist auch nur ein langer Diagonalpass angekommen?). In der Konsequenz beraubt er Hummels einer seiner größten Stärken und verunsichert ihn so systematisch. Wenn er Schmelzer gegen die Schweiz offensiv spielen lässt, hätte er Podolski dazu sagen sollen, dass er auf die Lücken hinter sich achten muss. Gündogan hätte Schweinsteiger zumindest im Schweizspiel probehalter systemkonform ersetzen können. Statt dessen ändert er nicht nur notgedrungen das Personal, sondern auch die taktische Grundordnung und lässt den box-to-box-Spieler Kheidira in einem 4-1-4-1 den zentralen defensiven Mittelfeldspieler spielen. Und zu allem Überfluß lässt er Götze statt ihn auf einer seiner starken Positionen spielen zu lassen, zwischen der 6 und der 8 mit einem viel zu offensiven Kheidira verhungern. In der Einzelkritik haben einige von euch darauf verwiesen, dass dies alles der fehlenden individuellen Klasse der BVBler geschuldet sei. Nur bei Hummels scheint es hier noch eine gewisse Uneinigkeit zu geben. Mir scheint das alles mehr die zwangsläufige Folge dessen zu sein, dass Löw sich entschieden hat, lieber den vergleichsweise konservativen und taktisch wenig voraussetzungsreichen Bayernstil spielen zu lassen, als mit einem anspruchsvollen Konzept in der Vorrunde zu scheitern, weil er nicht genug Zeit hat, die dafür notwendigen Routinen einzustudieren. Das halte ich für einen taktischen Rückschritt. Und ich finde es schade, dass das gerade in dem Jahr passiert, in dem Klopp bewiesen hat, dass taktisch abspruchsvoller Fußball erfolgreich sein kann.

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Grasnarbe 2. Juni 2012 um 15:46

die situation, elroy, hast du gut dargelegt.
die aufstellung im schweiz-spiel ist auch für mich nicht einleuchtend.

allerdings kann man löw die taktische stagnation, so es eine werden wird, schlecht vorwerfen: du listest ja die gründe, warums organisatorisch nicht klappt.

da das bei anderen mannschaften ähnlich ist, wirft das wie immer vor einer em/wm die frage nach der prioritätensetzung verein vs nationalmannschaft auf. darüber kann man unterschiedlicher meinung sein. gewichtet man durch hohe spieleanzahl und kurzer vorbereitungszeit den vereinsfussball deutlich höher, muss man sich darüber im klaren sein, bei em/wm müde oder halbfitte spieler zu sehen, die in taktisch wenig anspruchsvollen systemen hinter vereinsleistungen zurückbleiben.

dass rein zeitlich gesehen in der trainingsarbeit vereine immer die nase vorn haben werden, ist klar, und kommt auch deutlich im interview mit cox (im sv.de em-heft) zur sprache.

nur wird bei steigender informiertheit der fussballfans (solcher blogs wie dieser sei dank) deren anspruch an nationalmannschaftsspiele steigen. entweder man reagiert darauf oder muss unzufriedene em/wm-konsumenten wohl in kauf nehmen – in der meiner ansicht nach vagen hoffnung, dass nationalmannschaftsspiele weiterhin unabhängig von der leistung geschaut werden.

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Pseu 2. Juni 2012 um 17:04

„nur wird bei steigender informiertheit der fussballfans (solcher blogs wie dieser sei dank) deren anspruch an nationalmannschaftsspiele steigen.“

wie kommst du darauf? sind „wir“ doch jetzt informiert und wissen dementsprechend, dass wir keine taktischen revolutionen erwarten können.

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Grasnarbe 3. Juni 2012 um 12:04

vielleicht fällt die enttäuschung kleiner aus, falls man sich grosse hoffnungen auf taktisch hochklassige partien a la „das leistungsstärkste turnier der welt“ machte. auf lange sicht aber stimme ich dem tenor des interviews im sv.de-heft zu, dass die vereinsmannschaften der nationalmannschaft den rang ablaufen, oder es schon getan haben.

taktisch völlig unbeleckten zuschauern wird das relativ egal sein (obwohl man krasse unterschiede sicherlich auch als laie sieht). denn gerade nationalmannschaften schaut man trotzdem.

unendlich weit hält (lokal-)patriotismus aber nicht: wenn man nicht mit haut und haaren einem verein/mannschaft verschrieben ist, macht spielstärke einen unterschied: ich sehe mir meinen heimatverein aus der jugend (aktuell in der kreisliga) niemals an, ausländische top-mannschaften dagegen gerne.

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kurt 2. Juni 2012 um 18:38

Ja teile ich absolut diese Einschätzung.
Das ist doch der Spielstil von Bayern 1:1 kopiert, erinnerte mich stark ans CL Finale. Der Gegner steht tief und macht das Zentrum um den 16er herum dicht. Der Ball wird von links nach rechts geschoben und wieder zurück und am Ende kommt dann ein Weitschuss aus 30 Metern oder ne Flanke.
So wie ich das sehe orientiert sich Löw immer mehr an diesem Ballbesitzspiel. Damit kopiert er aber auch die eklatanten Schwächen, die dafür gesorgt haben, dass Bayern drei mal nur Zweiter wurde.

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Solid Snake 1. Juni 2012 um 13:03

Oh die Sicherheitsfrage hat wieder zugeschlagen xD

Erstmal vorweg ich hab gestern ein gutes Spiel gesehen und so langsam bekomme ich echt den Durchblick und schaue mir die Spiele ganz anders an.Danke Spielverlagerung ihr bildet echt einen wohltuenden Gegenpol zu der sonst grausamen Berichterstattung.

Es fehlt bei mir bald echt nur noch das ich mit einem Stift und Block vor dem TV sitze um mir Notizen zu machen.

Die Mannschaft hat genau so gespielt wie ich es erwartet hatte sogar die Auswechslungen wusste ich schon vorher.Diese verdeutlichen in meinen Augen auch die Hierarchie in der Mannschaft.

1.Schürrle
2.Reus
3.Götze

Aber der wahre Gewinner von gestern Abend ist wohl Toni Kroos ich muss sagen ich war sehr angetan von ihm auf der sechs.Auch wenn er natürlich von Steffen Simon gescholten wurde, muss man sehen das er das Deutsche Spiel diktiert hat.

Zusammen natürlich mit Lahm der praktisch das Spiel von hinten angeschoben hat.Wobei ich zur linken Seite kommen möchte und TANK absolut rechtgebe.
Poldi hat seine Stärken ganz klar im Konterspiel mit vielen Räumen so wie es die N11 noch vor nicht allzu langer Zeit gespielt hat.

Aber mittlerweile agieren die Teams immer defensiver und tiefer gegen uns da finde ich auch passt er nicht so gut.Speziell was die Ballsicherheit betrifft finde ich ihn zu risikoreich was mit einem aufgerückten Lahm ins Auge gehen kann.
Gab sogar gestern eine Szene als er bei eigenem Eckball und aufgerückter IV versucht vertikal in den 16er zu spielen und einen Konter einleitet.

Nach aktuellem Stand würde ich Kroos vorziehn und evtl Özil auf links aussen.

Die Abwehr habe ich mir auch genau angeschaut speziell Merte und bin mir zu 100% sicher das er gegen Portugal nicht spielen wird.Merte agierte praktisch als Libero und ging jedem Zweikampf aus dem Weg.Badstuber etwas davor klärte eigentlich alle langen Bälle wobei Merte nur die Absicherung gab.Auch den Spielaufbau von hinten machte Badstuber und wie oben erwähnt Lahm.
Boateng fand ich ok wenig Risiko bisschen tiefer als Lahm auf links aber sehr solide.

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Fußballnarr 1. Juni 2012 um 13:28

Deine Einschätzung bezüglich Badstuber vs. Merte sehe ich ähnlich. Badstuber bekam die meisten Bälle zugeschoben und dann eröffnete er das Spiel.
Aber defensiv war Merte präsent, als es das einemal brannte (lange Grätsche), mitgedacht und schnell genug. Deine 100% kann ich da nicht nachvollziehen.

Boateng: Dito. Hat mir recht gut gefallen, ein paar mal war Müller rechts vorne komplett allein in HZ1, aber das ist der IV in ihm, den es hinter der Mittellinie hält. Wird schon.

Das Kroos Bashing allenthalben (in den Medien, nicht hier) verstehe ich auch nicht recht. 2 oder 3 Fehlpässe und ein Fehlschuß (und es war nass….), dafür vermutlich Aufgaben getreu als Ballverteiler links/rechts unterwegs. Hab keine Statisik, aber er war m.E. mit Abstand der Spieler mit den meisten Ballkontakten.

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TTh 1. Juni 2012 um 14:26

Ich glaube, dass es normal ist, dass die Strategen nicht wirklich besonders gut wegkommen in den Medien. Kroos ist DER Ballverteiler in der deutschen Mannschaft. Özil viel da gestern gegen ab, obwohl er genau die gleichen Aufgaben bei Real übernehmen muss. Kroos hat 2 Fehlpässe aus Konzentrationsmangel gespielt, die bei ihm halt immer besonders auffallen, weil er der Spielmacher ist. Die 95 anderen, teilweise grandios guten Flankenwechsel und Pässe in die Spitze fallen dann durch das Wahrnehmungsraster, besonders durch das des Herrn Simon. Ich glaube, dass Löw sehr viel von Kroos hält, weil der in der Lage ist, bei dicht gestaffelten Abwehrblöcken den entscheidenden Pass in die Schnittstellen zu geben. Im DFB-Pokalfinale hat er das auch ziemlich gut gemacht. Kroos ist ein Spieler, der das Spiel dominieren will, gestalten will und deshalb sehr oft den Ball fordert. Dadurch schiebt er sich sehr in den Mittelpunkt. Sobald dann etwas nicht gelingt, fällt das mehr auf, als wenn ein Özil sich beispielsweise 89 Minuten sehr bedeckt hält.
Man darf bei aller Kritik an Kroos nicht vergessen, dass er erst 22 ist und in dem Alter als Spielmacher der Bayern ins Champions-League-Finale eingezogen ist. Frank Lampard hat übrigens gesagt, dass Bayern mit Schweinsteiger und Kroos zwei der besten Mittelfeldspieler der Welt habe. Und hier hacken sie auf ihm rum, weil er 2 Fehlpässe spielt. Kaum zu glauben.

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Pseu 1. Juni 2012 um 14:50

Sehe ich auch anders: für mich ist klar, dass Merte und Badstuber bei der EM beginnen werden. Sonst hätte er Hummels/Badstuber doch zumindest eine Halbzeit getestet.

Ich denke, dass die 4er-Kette genau so gegen Portugal beginnen wird. Und auch sonst war das gestern die Mannschaft, die spielen wird: mit Ausnahme von Schweinsteger (Kroos) und vermutlich Klose (Gomez)

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erichbr 1. Juni 2012 um 15:17

Hummels wird Löw nur spielen lassen wenn es nicht anders geht. Mertesacker müsste wahrscheinlich schon zu Löw sagen das er sich nicht fit fühlt.

Hummels wird oft gelobt in den Medien und er ist mit Sicherheit einer der besten IV der Bundesliga.
Bloß wenn man ihn mit Badstuber vergleicht bleibt meiner Meinung nach ein Aspekt immer völlig aus Betracht:
Der BVB verteidigt als gesamte Mannschaft sehr gut und die doppel 6 beim BVB ist „taktisch“ defensiv sehr geprägt, was bedeutet das Hummels / Subotic selten in 1:1 Situationen kommen, was bei Bayern mit Badstuber/Boateng häufiger der Fall ist, aufgrund der offensiveren Ausrichtung vor allem mit Kroos auf der Doppel-6.

Bei Deutschland ist das ähnlich. Kroos auf der Doppel-6 ist offensiv geprägt und Khedira alles andere als ein „Staubsauger“.

Selbst wenn Schweinsteiger und Khedira auf der Doppel-6 spielen ist das alles andere als defensiv geprägt.
Ich vermute sogar das Löw von der Spielanlage es provoziert das die IV 1:1 gehen müssen – und da hat Hummels m.M. nach Schwächen.

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Solid Snake 9. Juni 2012 um 20:14

Da leute ich habe es euch Prophezeit zu 100%!!!

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vonChrismarck 1. Juni 2012 um 12:33

Sah alles doch schon recht ordentlich aus. Ein paar viele Fehlpässe und vergebene Chancen.

Das Gegenpressing war leider nicht sehr ausgereift. Vor allem nicht im Vergleich zu dem, was die Spanier mit einer Rmpfmannschaft gegen Südkorea gezeigt haben.
Zudem ging beim kontrollierten Pressing aus dem 4-4-2 heraus teilweise der Kontakt zur Viererkette etwas verloren (so entstand auch Mertesackers Rutschattacke).

Gut gefallen haben mir die präzisen hohen Bälle auf die offensiven Außen.

Im Übrigen bin ich der Meinung Lahm sollte rechts spielen (sorry, Mehmet!). Er treibt das Spiel von hinten enorm an und ich denke das könnte er mit Müller und Özil („natürlicher Rechtsdrang“) viel besser als auf links (Podolski bleibt an der Linie, Lahm zieht nach Innen: wow, Überraschung).

Nicht ganz klar ist mir, warum Özil durchspielte (durchspielen musste?) und warum Löw Götze scheinbar unbedingt irgendwie in die Doppel-6 stecken möchte. Ein Versuch die beiden zusammen aufs Feld zu bekommen?

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Rudelbildung 1. Juni 2012 um 12:59

vonChrismarck:

Sorry für copypaste, hatte es oben schon einmal geschrieben, aber wollte die Frage bezüglich Götze auf der 6 noch einmal aufgreifen.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass ein Spieler wie Götze im DM/ZM für den Ernstfall getestet wird, indem man gegen einen Gegner auftritt der wirklich fast 10 Mann im eigenen Strafraum positioniert und/oder das Mittelfeld sehr kompakt zustellt.

Da könnte Götze einen Vorteil haben. Zwei “6er” braucht man dann nicht zwingend und was Kreativität (auch wenn es ein schwammiger Begriff ist), Dribblings und auch das Kombinationsspiel angeht hat Götze da denke ich einen Vorteil. Man könnte ihn sozusagen eine “False 6″ nennen.

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Solid Snake 1. Juni 2012 um 13:19

Ich glaube das bedeutet eher das Götze nicht spielen wird.
Ich meine du hast Schürrle für links,Reus für rechts,Gomez für Klose,Hummels für Merte.

Aber Götze ist hinter Khedira,Schweini und Kroos die Nr.4

Was ich richtig und nachvollziehbar finde um den etablierten ein bisschen Druck zu geben.

Ich meine wir haben die Quali alle gesehen und das Team hat funktioniert.Glaube nicht das selbst wenn es nicht direkt so laufen sollte er dort rumexperimentiert.Löw baut auf seine Spieler das wissen wir alle und er hat immer richtig damit gelegen.

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pb 1. Juni 2012 um 13:29

Liegt mMn eher am körperlichen Zustand Götzes. Momentan kommt der doch nichtmal an einer regungslos in der Sonne liegenden Schildkröte vorbei, auf seinen gewohnten Positionen in der Offensive kann ihn der Trainer in „richtigen“ Spielen einfach nicht bringen.

Die Tests in der Zentrale scheinen mir deswegen wie ein Versuch, ihn doch noch irgendwie unterzubringen, wenigstens als Option zum Einwechseln. Die nötige Ballsicherheit und Robustheit für so eine Rolle hat er mit den zusätzlichen Pfunden ja 😉

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fussballdisapora 1. Juni 2012 um 16:33

Ja – Gegenpressing habe ich auch so wahrgenommen, das war z.T. gar nichts. Und umgekehrt – wie oben schon erwähnt – fehlte es an durchgespielten Kontern.

So etwas muss man nicht an einzelnen Personen festmachen, allerdings habe ich einen Podolski deutlich negativer wahrgenommen als viele andere.

Und bei Lahm bin ich auch bei dir. 🙂 Stattdessen würde ich immer noch Schmelzer links spielen lassen, allerdings mit anderem Vordermann.

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Trippy G 1. Juni 2012 um 12:25

Nachdem man gegen die Schweiz sehr viel kombiniert hat, könnte ich mir vorstellen, dass Löw gestern eine direktere Variante mit viel Flügelspiel und Gomez im Strafraum ausprobieren wollte, was in festgefahrenen Spielen ein Mittel sein könnte. Müller und Podolski haben sich meiner Meinung nach breiter aufgestellt als sonst und hatten Rollen auszufüllen, die nicht unbedingt ihrem Naturell entsprechen.

Zudem könnte man vielleicht sogar sagen, dass Israel gewisse Analogien zu den Niederländern aufweist: Eine tiefe Abwehr, kleingewachsene Innenverteidiger und schwache Außenverteidiger könnten Faktoren dafür sein, dass die gestrige Taktik auch gegen die Niederande angewandt wird.

Eine Frage, die ich mir zudem stelle ist, warum Khedira, der mir sehr gut gefallen hat, insbesondere in der ersten Halbzeit hohe Diagonalpässe spielen „durfte“, während das für die Innenverteidiger eher nicht vorgesehen war. Vielleicht ist Hummels auch deshalb nicht obenauf im Konkurrenzlkampf in der Abwehr.

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drumsMalta 1. Juni 2012 um 12:13

Brillante Analyse. Endlich mal jemand, der das Spiel versteht und deutlich macht, wieviel Taktik und Umsetzung modernen Spiels in der Mannschaft betrieben wird und wie dieses System offensichtlich über lange Zeit erarbeitet wurde.

Gerade angesichts des Getöses von Seiten der vielen Löw-Kritiker und vor allem der Medien (die es eigentlich besser wissen müssten) über schwache Abwehr, zerrüttete Vorbereitung, Bayern-Depresion, konditonelle Probleme etcpp. ist es sehr erfrischend, endlich einen Text zu lesen, dessern Verfasser weiss, wovon er spricht und uns Fans dieser Mannschaft und dieses Systems mehr Informationen und fachlich begründeten Optimusmus schenkt. Vor allem der gesunde Realismus erfrischt angesichts dieses verzweifelten Suchens der Medien nach einer Katastrophe, die es gar nicht gibt. Selbst das journalistische Credo „bad news is good news“ entschuldigt nicht den Unsinn, der derzeit in der deutschen Medienlandschaft verzapft wird.

Greets from the rock

drums Malata

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vinophil 1. Juni 2012 um 12:11

Es ist wirklich sehr wohltuend die Analysen hier zu lesen, da diese sachlich und aus taktischer Sicht erfolgen und damit die Intention des Trainers verdeutlichen.
Die sonst fast überall ablaufende Diskussion ist einfach nur populistisch und kenntnislos. Dass hier auch Leute wie Scholl in diese Kerbe hauen finde ich zwar enttäuschend, aber wenig überraschend.
Natürlich ist die Mannschaft noch nicht so weit, wie man es sich wünschen würde und die Form von Özil, Klose, Schweinsteiger, Mertesacker, Kroos und Götze ist noch deutlich von 100% entfernt, aber das hat alles seine Gründe, die man auch klar äußern kann. Und Löw versucht halt seine wichtigsten Spieler in Form zu bringen und Taktiken sowie Automatismen einzuschleifen, aber halt nicht ein möglichst gutes Testspiel für die Medien hinzulegen.
Das Hauptproblem welches ich im Moment sehe ist die knappe Zeit. Wenn ich es recht verstanden habe, ist bis Montag ja schon wieder Pause mit Training und die Nagelprobe für die Abwehr wird Portugal. Löw wird auf seine Wunschspieler setzen, aber ob sie bis dahin in der notwenigen Form sind ist völlig offen. Am meisten Sorgen macht mir hier Özil, weil er mit seiner Kreativität nicht zu ersetzen ist. Er scheint nach den viel Spielen für Real recht müde.

Unter den Gesichtspunkten wird die Gruppenphase schwerer als erwartet und eine Niederlage gegen Portugal kann man nicht ausschließen und dann wird’s schwer. Aber ich habe Vertrauen ins Team, das wird schon.

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Fußballnarr 1. Juni 2012 um 13:08

Ich möchte hier mal ne Lanze für den Scholli brechen. Der hat gestern zwar von einer relativ entäuschenden ersten HZ gesprochen, aber sofort eingeschränkt, er wisse nicht, welche Vorgaben JL den einzelnen Spielern gemacht habe und er könne sich gut vorstellen, dass die Vorgabe war, jeden Ball erst mal über aussen zu spielen. Nach HZ 2 wurde er positiver, und schränkte lediglich ein, daß das noch besser werden muss. Für die kurze Sprechzeit eigentlich gar nicht so schlecht…..
😉

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Tank 1. Juni 2012 um 12:09

Schöne Analyse.

Habe Podolski gar nicht mal so an seiner Auslinie klebend gesehen. Er hat doch viele Läufe nach innen gemacht, um Raum für Lahms Vorstöße zu machen. Ändert aber an sich nichts an der Einschätzung, dass viele seiner Aktionen taktischen Wert hatten. Nichtsdestotrotz sehe ich seine Aufstellung zunehmend kritisch. Taktische Aufgaben könne auch andere erfüllen, die besser ins Kurzpassspiel der deutschen Mannschaft passen. Will Löw diesen Weg konsequent weitergehen, so kann ich mir vorstellen, dass Podolski seinen Stammplatz bald nach der EM verlieren wird. So oder so wird nach der EM der zweite Moment der Wahrheit in seiner Karriere kommen.

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Pseu 1. Juni 2012 um 14:45

„Taktische Aufgaben könne auch andere erfüllen…“

eben. und bitte Personen die auch mit dem schwachen Fuß den Ball spielen können. Wobei „schwacher Fuß“ bei Podolski ja eine absolute Übertreibung ist. Da passt der Spruch „der hat den nur, damit er nicht umfällt“ zu 100%.

Ich kann ihn auf links wirklich nicht mehr sehen. Mag sein, dass er bei Köln wichtig war, aber Köln hat keinen Schürle, keinen Götze,… und dort spielt er im Sturm.

Das schlimme ist: er macht nocht nicht einmal die Dinger rein, die er 2 Meter vor dem Tor auf links liegen hat.

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Jericho 1. Juni 2012 um 10:58

Hey,

super Analyse und sehr interessant. Ich fand das Spiel unter taktischen Gesichtspunkten nämlich sehr unterhaltsam und hab mich bemüht die von euch in einem anderen Artikel beschriebenen Varianten zu finden und hab dann dabei wie jetzt in diesem Artikel von euch erklärt auch einiges wiedererkannt. Welchen Aussagewert dieses Spiel hat, wird man dann in einer Woche sehen. Offensiv finde ich macht es Mut, weil hier auf jeden Fall mehr Variabilität ins deutsche Spiel kommt. Defensiv teile ich die Fragen von „fussballdiaspora“ und würde mich freuen, wenn hier noch eine Analyse von Jogi’s Defensivkonzept präsentiert werden könnte, auch im Hinblick auf die jeweiligen Spielsystem die möglich wären.

Im großen und ganzen teile ich nicht die Ansicht von Mehmet Scholl und generell nervt mich die Berichterstattung der Medien in den letzten Wochen. Was bei mir eher ungewöhnlich ist, da mir die Medien meistens eher egal sind…

Klar werden die Bayernspieler das Champions League Finale nicht verarbeitet haben und es wid ihnen nachhängen, aber ich schätze, dass sie aktuell in der Lage sind es zu verdrängen, wenn nun aber jeder Journalist sie bei jedem Interview da fragt, ist das auch nicht so wirklich hilfreich. Man hat das Gefühl fast, dass die Presse am liebsten es sehen würde, wenn ein Schweinsteiger zerbricht, nur weil man dann sich selber auf die Schulter klopfen kann, weil man es ja immer schon geahnt hat. Auch das ewige darauf herumreiten mit den Standards. Da scheint man ja was gemacht zu haben, denn sowohl Kroos als auch Özil glaub ich, haben für mich zwei nicht sehr konventionelle Eckbälle geschlagen, weit außerhalb des Strafraums.

Und ansonsten hätte ich noch eine Frage zu Eckbällen, die mir seit Jahren auf den Fingern brennt und ich das Gefühl habe, dass hier die geeigneten Menschen mit Fachwissen sind. Ich hoffe ich kann in Worten beschreiben, was ich meine. Viele Eckbälle die ich beobachtet habe, zB wenn sie von links kommen fallen oftmals dann in den Bereich rechte Strafraumecke. Also gegenüberliegend von der Eckfahne. Und oftmals ist diese Fläche von einem Offensiven oer Defensiven Spieler ungedeckt und der Ball trudelt dann noch gut zehn oder fünfzehn Meter und für mich ist man dann oft nicht in der Lage den Druck als Angreifer wieder zu erhöhen. Aber da ich das so oft sehe, muss da doch ein taktische Überlegung dahinter sein, wieso man diese Fläche sehr selten besetzt?

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die Tante Jensen 1. Juni 2012 um 12:16

Ich hab ja echt keine Ahnung, aber ich versuch’s mal. Ich nehm‘ an, bei Eckbällen ist absolut die oberste Priorität, sich keine Konter zu fangen. Darum stehen wohl die Leute im Zentrum, um das zu verhindern. Und um gleichzeitig zu versuchen, den flach geschlagenen Ball einzubuchten.

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HW 1. Juni 2012 um 13:14

Oft sind die Eckbälle auf den kurzen Pfosten schwer zu verteidigen. Da kommt der Torwart dann nicht dran. Warum der lange Pfosten frei gelassen wird? Schwierig, eigentlich sollte der Torwart den langen Ball haben oder die Abwehr sich entsprechend umorientieren. Gefährlich sind besonders verlängerte Ecken (wobei Ecken an sich nicht so erfolgsversprechend sind wie man oft meint).
Es spielt da sicher noch mehr rein: Wird die Ecke vom Tor weg oder zum Tor hin gedreht? Beides hat Vorteile (beim Kopfball, Umgehung der Reichweite des Torwarts). An den langen Pfosten schleichen sich auch oft Spieler, sowas sollte aber durch Deckung des Gegenspielers verhindert werden und niemand muss einen ansonsten freien Raum decken. Auf dem entfernten Flügel (am Rand des Strafraums) steht aber eher niemand, auch weil man noch Leute zur absicherung braucht und Bälle dorthin erlaufen werden können (bzw. durch Verschiebung neu verteidigt werden).

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Tobias 1. Juni 2012 um 17:45

Zum Defensivkonzept von Löw. Auf der Webseite der NM findet sich unter Spielphilosophie die folgende Abbildung:
http://team.dfb.de/cache_images/DE/4/847/760.jpg?1264066173.

In den letzten Spielen der NM fallen mir dabei besonders die Punkte 2 und 3 auf. Es ist tatsächlich so, dass immer jemand sofort anläuft sobald ein Gegner den Ball empfängt. Dabei werden oft abgedeckte Spieler rücksichtslos stehen gelassen. Es muss also eine Kette von Übergaben stattfinden, damit dieses System funktioniert. Eine perfekte Abstimmung muss herrschen. In den bisherigen Testspielen war dies noch nicht optimal. So kamen bspw. auch die Torchancen von Israel zu Stande. Ich hoffe Jogi bekommt das bis zum 9. August noch mit der Mannschaft gut hin.

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fussballdiaspora 1. Juni 2012 um 09:45

Danke für die gewohnt interessante Einschätzung.

Offen bleibt, ob dieses Spiel wirklich eine Aussagekraft hat, angesichts solcher Einschätzungen über den Gegner: „mangelnder Qualität im Passspiel“ und der daraus nicht folgenden „quasi nicht vorhandenen Bedrängnis“. Die Begegnung hatte was von DFB-Pokal, viertklassige Kicker gegen Bundesliga-Spitze.

Vor diesem Hintergrund fand ich vor allem zwei Dinge erstaunlich.

1. Der Gegner kam tatsächlich zu Torabschlüssen, wenngleich aus der zweiten Reihe; die möglichen Vorstöße in den Strafraum haben die Israelis gekonnt durch Unvermögen selbst vereitelt.

2. Die extem schlecht gespielten Konter, die sich aus diesen Situationen ergaben. Das Umschaltspiel ist in meinen Augen eine Katastrophe gewesen.

Bleibt zu hoffen, dass wirklich „Müdigkeit“ im Spiel war, bei oben genannten Dingen, wie auch bei allen anderen Dingen.

Ich bezweifele auch, dass man wirklich eine Einschätzung auf der Basis dieses Spiels (wie auch aus umgekehrten Gründen des Schweiz-Spiels) zu den einzelnen Spielern geben kann.

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Tank 1. Juni 2012 um 12:03

Sehe die Tatsache, dass Israel zum ein oder anderen Abschluss gekommen ist eher wenig dramatisch. Es handelte sich ja größtenteils um ungefährliche Versuche aus der zweiten Reihe, die man einfach nicht unterbinden kann, wenn man nun nicht grade alle Kräfte darauf ansetzt, was wiederum aufgrund der geringen Gefahr sinnlos ist. Mit Manuel Neuer im Tor kann man einen israelischen Spieler schon mal aus 30 Metern abziehen lassen, das ist im Endeffekt nicht viel mehr als ein eigener Ballgewinn, um es mal etwas zugespitzt zu sagen. Steffen Simon hat es diesbezüglich, wie auch sonst, mit seiner Kritik an der deutschen Mannschaft mal wieder deutlich übertrieben.

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erichbr 1. Juni 2012 um 12:43

Den Reporter des ZDF fand ich persönlich gestern unter aller Kanone. Ich kenne seinen Werdegang nicht und weiß nicht was für ein Fachwissen er mitbringt, aber die Aussagen waren unfassbar unsachlich und populistisch.

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Eckenbauer 1. Juni 2012 um 12:51

ARD, Steffen Simon. Aber oberflächlich und populistisch sind
die Fussballreporter der Öffentlich-rechtlichen zumeist.
Vor allem das ZDF mit den Fussballexperten Béla Rethy, Gerd Gottlob und Thomas Wark.

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vinophil 1. Juni 2012 um 13:08

Oh, ein ganz böses Kapitel! Ich weiß garnicht, ob es noch irgendeinen Kommentator gibt, den man einigermaßen ertragen kann. Das Problem ist doch, dass teilweise nicht mal in der Lage sind optisch zu erkennen, was auf dem Platz gerade passiert ist…

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Jericho 1. Juni 2012 um 14:00

Die Kommentatoren sind mir echt ein Wunder…

Béla Rethy ist für mich noch einer der „besseren“, aber auch nur auf Grund von wenig berauschender Konkurrenz. Und gestern Steffen Simon, keine Ahnung, ich fand ihn schwach und hat mich zeitweilig echt dazu verleitet gänzlich auf Ton verzichten zu wollen. Aber Kommentar gehört doch zum Fußball dazu…

Ich weiß dass Faßbender und Rubenbauer oftmals kritisiert worden sind und als furchtbar empfunden worden sind, aber ich hab mir in den letzten Wochen immer wieder mal Zusammenfassungen von Spielen aus den 90ern angeschaut und da waren halt Auszüge von ihnen dabei. Ich fand das alles besser, als das was aktuell so produziert wird.

Auch ein Marcel Reif wird immer sehr sehr kritisch beäugt, aber so furchtbar schlecht ist er meiner Meinung nach nicht. Aber ich krieg von ihm auch nicht so oft was zu hören…

Und dann stellt sich mir auch eh die Frage, was macht einen guten Kommentar aus? Muss er einem das Spiel nahebringen können, selbst wenn man die Augen zu macht, oder trägt er nur seine Meinung dazu vor, was er meint wahrgenommen zu haben?

Als letzten Punkt noch. Vor der WM 2006 gabs ein Interview mit Beckmann, der meinte, dass die Deutsche Fernsehlandschaft noch nicht bereit wäre einen Co-Kommentator zu haben, wie es üblich ist in anderen Ländern. Aber das ist doch absoluter Schwachsinn, denn wenn ich mich nicht täusche war der Rehhagel sowohl ’86 wie auch ’90 Co-Kommentar beim ZDF und der Rummenigge auf jeden Fall ’90 und ’92. Wieso man davon dann wieder abgegangen ist?

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geco87 1. Juni 2012 um 16:07

Ist zwar off-topic, aber Folgendes kann ich nicht stehen lassen:

„Béla Rethy ist für mich noch einer der “besseren”, aber auch nur auf Grund von wenig berauschender Konkurrenz.“
Husthust… Béla Rethy hat das Pokalfinale verkommentiert. Er hat Dortmund vor allem im ersten Durchgang besser gemacht, als sie waren und seine Kritik auf Schweinsteiger konzentriert. Zudem versucht er sich an polemischen Äußerungen auf BLÖD-Niveau.
Stefan Simon ist zwar generell kein besonders guter Kommentator, aber gegenüber Rethy war das gestern stark kommentiert. Ich habe generell das Gefühl, dass die Kommentatoren vom Bezahlsender besser, angenehmer, fachkundlicher sind, sehen wir von einigen Ausnahmen und davon ab, dass Marcel R. zu Unrecht dieses Standing hat.

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Fußballnarr 1. Juni 2012 um 09:00

Vielen Dank! Sehr schöner Artikel. Und ich freue mich jedes mal, wenn die Rolle von Müller entsprechend gewürdigt wird. Das entgeht den vielen Beobachtern leider öfter.
Ich teile Eure SIchtweise, daß das „penetrante“ Spiel über die Aussen gewollt war. Flanken in die Mitte, wo sich die Verteidiger auf gomez konzentrieren und dann läuft Khedira im Schatten ohne Deckung in die Bälle. Einige Male versucht, einmal hätte es fast (Flanke Müller) geklappt.

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HW 1. Juni 2012 um 11:02

Angelehnt an die Rolle von Khedira grübel ich immernoch über die Position von Götze nach die er bei Löw einnimmt.

Götze ist die offensivste Alternative für das zentrale / defensive Mittelfeld. Aber ist es nicht eine kleine Verschwendung Götze in dieser Position aufzubieten (die Khedira, Kroos oder ein anderer ZM besser bekleiden müssten) und ihn nicht als Ersatz für Özil oder auf dem Flügel zu testen?

Ich will damit nicht sagen, dass Götze das nicht kann. Aber ist es für ihn heute die beste Position?

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fussballdiaspora 1. Juni 2012 um 11:29

Ja – Götze wirkt für die Position auch aus meiner Sicht verschenkt; allerdings ist ebenfalls die Position an sich verschenkt, wenn man nicht jemand anderen dort spielen lässt, wobei ich da eher an Gündogan denken würde, denn an Kroos (oder gar Khedira).

Allerdings bin ich völlig subjektiv, denn ich „mag“ das vertikale Spiel sehr viel lieber als das, was Kroos gestern gespielt hat (Götze letztlich auch).

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HW 1. Juni 2012 um 11:35

Gündogan ist natürlich eine weitere Option.
Ist jetz die Frage was Löw will. Einen Spielmacher wie Xavi, eher einen Spielertyp Nr. 7.
Götze wäre für mich ein Angreifer der im Mittelfeld spielen muss. die ganzen anderen Optionen (wen nauch unterschiedliche Typen) wären einfach Mittelfeldspieler.

Özil würde ich auch nicht ins DM stellen, und wie gesagt: Wer ist Özil Ersatz? In der Vergangenheit hat Löw dann mehr auf Stürmer gesetzt, ich würde aber auch Götze oder Kroos in der Position sehen.

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Rudelbildung 1. Juni 2012 um 12:55

Ich könnte mir gut vorstellen, dass ein Spieler wie Götze im DM/ZM für den Ernstfall getestet wird, indem man gegen einen Gegner auftritt der wirklich fast 10 Mann im eigenen Strafraum positioniert und/oder das Mittelfeld sehr kompakt zustellt.

Da könnte Götze einen Vorteil haben. Zwei „6er“ braucht man dann nicht zwingend und was Kreativität (auch wenn es ein schwammiger Begriff ist), Dribblings und auch das Kombinationsspiel angeht hat Götze da denke ich einen Vorteil. Man könnte ihn sozusagen eine „False 6“ nennen.

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Kappe 1. Juni 2012 um 13:35

Ich vermute der Grund dafür ist auch in Götzes Fitnesszustand zu sehen. Er dürfte nur dann spielen, wenn man ein Spiel in den letzten Minuten noch drehen muss. Einen Stürmer wird Löw dafür nicht auswechseln, Özil zu ersetzen wenn man auf einen Geniestreich hofft, wäre ebenfalls albern. Auf den Außenbahnen verfügt Löw gleichzeitig über vier vollkommen fitte Spieler, von dennen sowohl Reus als auch Schürle schon Torgefährlich sind. Insofern brauch man Götze eigentlich nicht als 10er oder La/Ra testen, denn 90 Minuten kann er diese Rolle ohnehin noch nicht ausfüllen und temporär wäre er nicht die erste Alternative.

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