1. FC Köln – Borussia M´Gladbach 0:3

Mit einem 3:0-Sieg im Derby beim 1.FC Köln konnten Favres Fohlen sogar für mindestens eine Nacht vorübergehend die Tabellenspitze übernehmen.

Stale Solbakken ließ seine Mannschaft im typischen System auflaufen, wobei nach Verletzungen McKenna und Geromel in die Innenverteidigung zurückkehrten. Im Mittelfeld spielte Matuschyk im Zentrum, da Pezzoni noch nicht ganz fit zu sein schien und Lanig verletzt fehlte, was auch bei Novakovic weiterhin der Fall war.

Lucien Favre lässt aufgrund von Verletzungen seit einiger Zeit Marco Reus als Mittelstürmer spielen, was auch sehr gut klappt und hier erneut praktiziert wurde – überhaupt nahm er keinerlei Veränderungen vor, hatte man doch beim überzeugenden 5:0 gegen Bremen viel Selbstvertrauen gesammelt.

Mit Solbakken und Favre trafen hier zwei sehr interessante und moderne Fußballphilosophien aufeinander – auf der einen Seite die hoch und passiv verteidigenden Kölner mit ihren schnellen Kontern nach Ballgewinnen durch gutes Verschieben, auf der anderen Seite die extrem gut organisierten und sehr risikolos spielenden Gladbacher, die über ihre Offensivleute ebenso gute, da sehr dynamische, Gegenattacken fahren können.

Gladbach zirkuliert, Köln isoliert

Nicht wenige hatten eine zähe und wenig torreiche Angelegenheit erwartet, doch die entscheidende Frage vor dem Spiel lautete nicht, welches von diesen beiden Konterteams nun notgedrungen die Initiative übernehmen würde, sondern ob Gladbach die Kölner knacken könnte – die Borussia ist nämlich viel mehr als ein Konterteam, denn sie praktiziert auch risikolosen Ballbesitzfußball, bestens erkennbar beim 4:1-Sieg gegen Wolfsburg vom Beginn der Saison.

Wie in jenem Spiel agierten die Gäste vom Niederrhein auch von Anfang weg in dieser Partie – man ließ den Ball sicher in der hinteren Reihe im Verbund mit dem hochveranlagten ter Stegen zirkulieren. Interessant hierbei, dass Dante mit 108 Ballkontakten deutlich mehr eingebunden war als Brouwers (37) und den primären Spielmacherpart aus der Tiefe als Ballverteiler ausfüllte, aber auch der Niederländer glänze, da bei seinen wenigen Pässen sehr viele gute Vertikalbälle dabei waren, wobei auf halbrechts dafür auch bessere Optionen vorhanden waren. Erkennbar ist die Unterschiedlichkeit der Innenverteidiger auch an den Zuspielen ter Stegens.

Die Kölner formierten sich ohne Ball im typischen 4-4-2 und standen dabei sehr eng, aber auch sehr hoch, wobei die beiden Stürmer die Gladbacher Sechser und die Mittelfeldreihe Hanke und Reus abdeckten und von den Kollegen durchaus erfolgreich isolierten. Immer wieder konnte man zwar sehen, wie Hanke gestikulierend den Ball zwischen den Linien forderte, doch er bekam kaum einen davon.

Mit der Zeit ließen sich dann Neustädter und Nordtveit häufiger nach hinten zu ihren Abwehrspielern fallen, um anspielbar zu werden, was allerdings das Grundproblem nicht löste, da es trotz verbesserten Passspiels aus der Tiefe weiterhin schwer war, die vorderen Spieler einzusetzen.

Arangos tiefe Position und Kölns Rochaden und Verfehlungen

Eine andere Idee der Gladbacher, um ein gefährlicheres Offensivspiel zu gewährleisten, waren weite Bälle von Juan Arango. Der Venezolaner ließ sich ebenso weit fallen, bis hinter den gesamten Kölner Defensivblock, um dann ohne Druck weite Diagonalbälle auf Mike Hanke oder die rechte Seite zu spielen, mit denen man die hohe Defensive des Gegners überlisten wollte.

Wirklich durchgängig wurde es nicht praktiziert und effektiv war es auch nur in Maßen, doch das Potential dieses zweifelsohne interessanten wie sinnvollen Mittels – man erinnere sich an das Spiel der anderen Borussia gegen Köln – war vorhanden, wurde allerdings von den Kölnern auch gut gekontert, indem man auf der eigenen rechten Seite den Flügelstürmer eingerückt und als zusätzlichen Block gegen Arango spielen ließ – ein wenig wie Mario Götze gegen die Bayern.

In diesem Zusammenhang sind auch die Wechsel zwischen Clemens, Matuschyk und Jajalo zu sehen, deren Rochaden auch defensive Zwecke hatten. Durch die über 70 % Ballbesitz für die Gladbacher wollten die Kölner selbst aktiver werden, um sich nicht selbst einzuschnüren, und durch die tieferen Sechser der Gladbacher wurden Kölns Stürmer nun stärker an- und damit vom Rest des Teams weggelockt, was aufgrund der schwachen Art und Weise, wie jene das Pressing angingen, für mehr Räume für die Gäste sorgte, dann aber Solbakken dazu veranlasste, ein frühes Pressing kollektiv zu organisieren – die Flügelstürmer der Kölner, welche bisher ihre Gladbacher Pendants gedoppelt und zugestellt hatten, liefen die gegnerischen Außenverteidiger nun also konsequent an, wenn diese in Ballbesitz kamen, woraufhin die hängende Spitze der Kölner häufig sich fallen ließ, um ein wenig Sicherung zu geben. Hatte man den Rückpass forciert, konnte man dann situativ einen kompletten Positionstausch zwischen den beiden Spielern durchführen, was den Vorteil hatte, dass ihre Laufwege fortsetzen konnten und Lücken beim Verschieben verringert wurden. Im Vergleich zu den laufstärksten Kölnern Jajalo und Clemens, wobei vor allem Letzterer famos agierte und in allen Laufdisziplinen Bestwerte mit Abstand markierte (27 Sprints (2. Brecko: 17), 74 intensive Läufe (2. Eichner: 51)), fiel Matuschyk allerdings deutlich ab.

So gut die Kölner über weite Strecken auch standen und so ausgeglichen das Spiel war – immer wieder konnten die Gäste das nicht ideale Pressing der Hausherren umspielen und mit ihrer Dynamik Angriffe spielen, Mitte der ersten Halbzeit wurde dann Favre für seine Aktivität belohnt, indem er den Schlüssel fand, wie man den Gegner konstant aufreißen und bezwingen konnte: Überzahlbildung und Überladen.

Borussia Mönchengladbach 2011: Dynamisches Kombinationsspiel erster Klasse

In der passiven Verteidigungsstrategie der Kölner wird die defensive Grundordnung sehr diszipliniert gehalten und selten gedoppelt, was allerdings dafür sorgt, dass die Spieler im Zweikampf oft alleine gelassen werden, was bereits die Hertha effektiv ausnutzte. Favre nutzte diese Schwäche nun mit zweierlei Schachzügen aus. Zum einen standen Hanke und Reus nun näher beieinander und waren dadurch besser und effektiver eingebunden als noch in den ersten gut 25 Minuten. Zum anderen wurden auch die beiden erneut sehr laufstarken (einzigen Spieler mit über 12 km) zentralen Mittelfeldspieler abwechselnd, wie schon gegen Bremen angedeutet, sowie Tony Jantschke immer offensiver (man vergleiche die Pässe der Mittelfeldspieler und von Jantschke im Angriffsdrittel bis zur 25. und nach der 25. Minute, so dass man Überzahlen bilden und den Gegner überladen konnte, was das erste Tor, wenn auch nach einem Einwurf von der linken Seite, durchaus nachzeichnete.

Von mehr Ballkontakten profitierte Reus auch individuell erheblich – die schwierigste Hürde war für ihn, den Ball in halbwegs aussichtsreichen Positionen zu bekommen, denn die dynamischen Folgeaktionen wie vor dem 0:1 waren gegen die passiven, abwartenden und verzögernden Kölner enorm effektiv, wie besonders die beiden großen Reus-Chancen in Halbzeit zwei zeigten, als er sich einmal spielend gegen die komplette Defensive durchsetzte und an Rensing scheiterte und einmal nach Herrmanns Zuspiel vergab, der vorher in Ruhe bis zum Strafraum andribbeln und dann spielen konnte. Nachteilig war nur, dass Podolski die Räume hinter dem aufgerückten Jantschke attackieren konnte, doch er war zu unaufmerksam und wurde von der geschickten Gladbacher Abwehr ins Abseits (9 Abseitspositionen für den FC) gestellt.

Enttäuschende Kölner Offensive

Nach dem 0:2 durch einen Freistoß von Arango (30.) erfuhr das Spiel eine Vorentscheidung, denn es schien nicht so, als ob die Kölner noch einmal zurückfinden würden. Zwar zeigen sie sich seit Saisonbeginn spielerisch verbessert, doch bis zur Vollendung des Systems ist es noch ein weiter Weg. Zudem hat Gladbach unter Favre eine beeindruckende Defensivstärke an den Tag gelegt und ließ kaum etwas zu, stand je nach Situation richtigerweise tief oder hoch, presste vorne oder nicht. Und drittens ließ auch die Körpersprache der Domstädter nicht an eine Wende glauben, wofür Rensing nach dem Spiel überraschend deutliche Worte fand, was sicherlich noch einige Diskussionen und Spekulationen nach sich ziehen dürfte:

Ich kann mittlerweile sagen, dass immer, wenn wir in eine schwierige Situation geraten, es uns teilweise an Qualität fehlt und wir keine Eier in der Hose haben. Wir haben auch nicht die mentale Stärke, etwas entgegenzusetzen, sondern brechen dann auseinander. Man kann schlechte Tage haben und verlieren, aber gerade bei einem Derby, was allein schon Ansporn genug sein muss, geht das so nicht.

Die einzige Kölner Gefahr ging von den beiden Außenverteidigern und ihren Vorstößen aus, welche allerdings bis auf den Pass von Eichner auf Podolski (34.) wenig Produktives leisten konnten. Interessant in diesem Zusammenhang ist die Rolle der beiden Kölner Flügelspieler, welche sehr hoch standen, um die Vorteile des asymmetrischen Verschiebens der Gladbacher zu neutralisieren. Einziger gelungener Effekt waren allerdings die Freiheiten für die Außenverteidiger, welche man nämlich mit einem hohen Preis bezahlte, da die Flügel aufgrund ihrer hohen schematischen Position wenig eingebunden und sofort unter Druck waren, was sich in ihren Statistiken niederschlägt: Peszko spielte nur 10 Pässe und brachte nur 6 an den Mann, er gewann nur 5 von 19 Zweikämpfen, Clemens nur 4 von 16.

Endgültig alles klar machte Hanke dann kurz nach Wiederbeginn, was zum einen psychologisch die Kölner komplett konsternierte, aber zum anderen von ihnen nach einer eigenen Ecke auch höchst naiv verteidigt worden war. Dennoch sollten die Kölner nicht zu zweifeln beginnen, sondern sich am Beispiel der Entwicklung ihres Gegners, wenn es auch der Rivale ist, hochziehen.

Fazit

Am Ende war es wirklich eine klare Angelegenheit in einem Derby, in dem die Kölner nur im ersten Viertel mithalten konnten, dann aber von bestens eingespielten, taktisch, technisch und spielerisch auf extrem hohen Niveau agierenden Gladbachern und derem Markenzeichen überrollt wurden – geduldiges und risikoloses Ballbesitzspiel, Tempowechsel, dynamisches und spielintelligentes Kombinationsspiel.

Favre hat in seiner kurzen Amtszeit einiges bewirkt und kann an dieser Stelle gar nicht oft genug gelobt werden. Borussia Mönchengladbach ist in dieser Saison glasklarer Kandidat für einen internationalen Startplatz.

Max 7. Dezember 2011 um 09:43

Gegen Stuttgart hat Solbakken ausnahmsweise mal mit Freis versucht und prompt hat Freis die Vorlage für Podolski gegeben.
Podolski kann tatsächlich noch viel mehr aufblühen, wenn er vorne eine Anspielstation hat, die den Ball prallen lässt. Dann kann er mit hoher Geschwindigkeit und Schwung in den Sechzehner und selber treffen oder ablegen. Insofern fehlt in der Offensive Novakovic sehr. Aber wenn Solbakken die Nachwuchskräfte (Freis, Uth, Weiser, Roshi) nicht aufstellt, wird das schon einen Grund haben – nicht gut trainiert, nicht in Top-Form?

Antworten

Denis 7. Dezember 2011 um 10:49

Da Solbakken Uth auch gegen Ausgburg – beim Stand von 3-0 für den FC – nicht gebracht hat, sehe ich da gar keine Chancen mehr für den jungen Mann.

Freis (der sicherlich bereits über den Status einer „Nachwuchskraft“ hinaus ist…) spielen zu lassen hätte auch taktische Vorteile: Podolski könnte wieder hängend spielen und Jajalo dafür neben Riether auf die Doppelsechs rutschen, von wo aus er das Spiel aus der Tiefe gestalten kann. Denn die bisherigen Sechser sind alle eher defensiv orientiert und nicht gerade die Besten im Spielaufbau (am ehesten noch Matuschyk, aber der hatte das Pech, immer bei den Klatschen auf dem Platz zu stehen).
Ich glaube sogar, dass ein Läufer und Arbeiter wie Freis gut in Solbakkens System passen würde – und bislang hat der als Sturmspitze immer ordentlich gespielt (meistens musste er in Köln allerdings als RA ran, das lag ihm gar nicht). Aber Solbakken hat hoffentlich gute Gründe, Freis trotzdem weitestgehend zu ignorieren. Dabei würde ich ihn gegen Mainz gerne in der Startelf sehen.

Antworten

Max 9. Dezember 2011 um 15:11

Ich bin auf jeden Fall mal gespannt wie es weitergeht. Auf der Sechs bin ich voll bei dir, da gefiele mir Jajalo besser als Lanig, der vertändelt bei Kontern ein wenig zu häufig den Ball. Da hätte man Riether eher horizontal und Jajalo eher vertikal. Bei Matuschyk bin ich mir nicht sicher ob er das Pech hatte bei den Klatschen zu spielen oder ob er da nicht auch einen guten Teil selbst dazu beigetragen hat.

Antworten

Lafayette 6. Dezember 2011 um 16:19

Kritikpunkt zum Trainer:

sehe ich genauso wie Berni. Ich warte auch schon lange darauf, dass er Uth mal spielen lässt. Und zu Weiser hat er selber vor kurzem noch gesagt, das man seine Qualität nur einschätzen kann, wenn man ihn ins eiskalte Bundesliga Wasser schmeisst. Zum Teufel dann soll er es auch tun. Und Roshi statt Clemens mal von Anfang an bringen. Der Clemens bringt seit Spielen überhaupt nichts zu stande.

Quelle zu Weiser

Antworten

typed 7. Dezember 2011 um 03:57

Zur Einwechselung von Uth:

Ich denke es wäre nicht gut einen jungen Spieler in ein Derby bei nem Stand von 3-0 einzuwechseln. Das Kölner Publikum ist leider nicht grade sparsam mit Pfiffen und einen Uth dann zu bringen, wäre schade. Abgesehen davon, dass es sein Debüt gewesen wäre.

Zu Roshi statt Clemens:

Da denke ich ähnlich und ich denke auch der Trainer wird sich nach den letzten Spielen so seine Gedanken machen. Ich hätte nichts dagegen, wenn gegen Freiburg Roshi in der Startformation wäre und Clemens von der Bank kommen würde.

Antworten

Berni 29. November 2011 um 12:28

Huhu,

ich mache die Niederlage am Verletzungspech fest. An jedem Spieltag eine andere 4er-Kette. Das hat Bayern letzte Saison shcon das Genick gebrochen, warum sollte es gerade bei Köln anders sein. Dazu fehlt Novakovic. Ich halte von ihm als Stürmer nicht sonderlich viel, da er selber kaum Torchancen kreiert und nur die Dinger macht, die auch jeder andere machen kann. Aber durch sein Fehlen verliert Köln die Anspielstation im äußeren Mittelfeld. Durch seine Fähigkeiten fungierte Podolski immer als Bindeglied zwischen Abwehr und Sturm, da er einen Ball halten kann, 1gg1 gehen kann und auch gute Pässe spielen kann. Genau das geht den Kölnern gerade ab, besonders gegen kompakt stehende Gegner, die gut verschieben. Momentan bekommt Podolski in der Spitze garkein Ball, weil die 6er schlecht im Spielaufbau sind, und die AV oder äußeren Mittelfeldspieler nicht die Traute oder Qualität haben, sich auf Außen durchzusetzen.

Ich habe einen Kritikpunkt zum Trainer:
Ich kann es beim besten Willen überhaupt nicht verstehen, dass er in der momentanen Lage keinem Stürmer aus dem Nachwuchsbereich (Uth) die Chance gibt, nichtmal bei 0-3 im Derby. Total unverständlich. Meine Auswechslungen am Freitag wären in der HZ gewesen: Uth, Roshi, Weiser für Clemens, Pezko und Brecko. Dann Poldi wieder auf links, Weiser und Roshi auf rechts.
Damit hätte man auf beiden Flanken viel mehr Offensivpotential gehabt, und immernoch einen Abnehmer im Zentrum. Außerdem wäre es ein Zeichen für das Team gewesen.
Natürlich wäre das defensiv ein Risiko gewesen, aber bei 0-2 im Derby muss man das eingehen. Das ist man den Fans schuldig.

Antworten

AlanS 28. November 2011 um 17:47

Sehr gute Analyse, wie immer. Ich kenne diese Seite noch nicht lange und bin sofort ein regelrechter Fan geworden.
Eine Anrregung hätte ich allerdings auch gleich, von der ich mir allerdings gleich auch vorstellen kann, dass sie möglicherweise hier den Rahmen sprengt:
Mich würden sehr Einzelkritiken über die Spieler interessieren. Die Spielanalysen hier sind so genial komplex, dass eine Spielerkritik um so interessanter wird.
Ansonsten weiter so (von mir aus macht ihr das dann auch nur bei den Spielern von Gladbach, denn die interessieren mich 😉

Antworten

Max 28. November 2011 um 15:56

Lag es jetzt also am System das Solbakken spielen lässt? Ich bin mir nicht sicher. Das 0:1 fällt nach einem groben Schnitzer von Geromel, davor war Köln gar nicht schlecht im Spiel. Das kann man kaum dem System anlasten, ebensowenig das 0:2.
Danach wird es schwer für den FC, da die Mannschaft derzeit nicht über die spielerischen Mittel verfügt, um eine stabile Defensive wie die der Gladbacher unter Druck zu setzen.
Mir scheint die Kölner Problematik aktuell eher im Verletzungspech zu liegen, denn im System das Solbakken spielen lässt. Matuschyk ist auf der Sechserposition sicherlich nicht erste Wahl, Geromel ist nach der Verletzung scheinbar noch nicht zu 100% auf der Höhe. Wie sähe es im Sturm aus, wenn Podolski mit Novakovic agieren könnte?
Was denkt Ihr?

Antworten

peterle 27. November 2011 um 23:12

Das kann doch kein Mensch in einem Zug lesen:
Das folgende ist genau ein einziger Satz:

„Durch die über 70 % Ballbesitz für die Gladbacher wollten die Kölner selbst aktiver werden, um sich nicht selbst einzuschnüren, und durch die tieferen Sechser der Gladbacher wurden Kölns Stürmer nun stärker an- und damit vom Rest des Teams weggelockt, was aufgrund der schwachen Art und Weise, wie jene das Pressing angingen, für mehr Räume für die Gäste sorgte, dann aber Solbakken dazu veranlasste, ein frühes Pressing kollektiv zu organisieren – die Flügelstürmer der Kölner, welche bisher ihre Gladbacher Pendants gedoppelt und zugestellt hatten, liefen die gegnerischen Außenverteidiger nun also konsequent an, wenn diese in Ballbesitz kamen, woraufhin die hängende Spitze der Kölner häufig sich fallen ließ, um ein wenig Sicherung zu geben.“

Antworten

AlanS 28. November 2011 um 17:50

Passt doch – alles schön chronologisch aneinandergereiht …

Antworten

Torsten 27. November 2011 um 20:16

Ich bin mir nicht sicher, ob mein Eindruck täuscht, aber kann es sein, dass Rensing nicht in der Lage ist, mit Abschlägen und weiten Abwürfen Offensivaktionen zu starten? Gefühlt landet fast jeder seiner Spieleröffnungen beim Gegner und ich frage mich, ob die Schuld da nur beim Angespielten liegt.

Antworten

laterookie58 26. November 2011 um 18:19

@TR: jetzt habe ich auch was vom Spiel „gesehen“-Danke. @Denis: ich stimme Dir mit der Psychologie der Kölner zu. Warum dann aber immer wieder die „intelligenten“ Spiele als Ausrutscher? Eventuell ist nicht nur die sehr dünne Spieler- Decke allein schuld; Verweigerung dem Trainer gegenüber?

Antworten

Denis 27. November 2011 um 18:01

@laterookie58
„Verweigerung dem Trainer gegenüber?“

Mag ich nicht dran glauben. Solche Spiele gab es unter Daum, Soldo und jetzt wieder unter Solbakken und selbst unter dem frenetisch gefeiertem Frank Schaefer (z.B. das letzte Rheinderby).
Christoph Daum hat mal gesagt, dass die Mannschaft „schwer zu emotionalisieren sei“, vielleicht liegt da der Kern des Problems.

Antworten

Max 28. November 2011 um 15:48

Auch mir scheint es nicht am Trainer zu liegen. Letzte Saison unter Schäfer war die Aufteilung sehr stark nach Heim- und Auswärtsspielen. in der Auswärtstabelle war Köln letzter, auf der Heimtabelle fünfter, oder ähnlich.
Letztlich sind diese Schwankungen für mich unerklärlich.

Antworten

Duelp 26. November 2011 um 18:06

Was ich nicht verstanden habe: Solbakken lässt nie (oder so gut wie nie) Pressing spielen. Ausgerechnet gestern tat er es. Warum? Schon Bremen tat in der letzten Woche gegen Gladbach nicht gut daran.

Antworten

Denis 26. November 2011 um 16:40

Sehr schöner Artikel, wie immer. Auch wenn auch er keine Erklärungsansätze liefern kann, warum Köln jetzt schon zum 5. Mal in dieser Saison völlig eingeknickt ist und kaum Torchancen generiert, wenn man erstmal in Rückstand ist. Aber um das zu erklären, müsste man wohl eher in den Bereich der Psychologie und nicht der Taktik eintauchen.

Mich hätte nur noch eine Analyse von Solbakkens Wechseln in der 2. HZ interessiert. Roshi ist selbsterklärend (und sollte für seinen Einsatz lobend erwähnt werden), aber Pezzoni und Makino klingen schon nach Schadensbegrenzung.

Allerdings noch eine kleine Korrektur: Lanig war nicht verletzt, sondern gesperrt (5. Gelbe, die er eigentlich gg. Mainz hätte absitzen müssen).

Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*