Gruppe G: Belgien und ein Dreikampf

Als klarer Favorit gehen die personell verjüngten, aber weiter stark aufgestellten Belgier in die Gruppe G. Dieser Rolle wird das Team von Rudi Garcia mit hoher Wahrscheinlichkeit auch gerecht werden. Dahinter folgt ein ausgeglichener Kampf um Platz zwei. Neuseeland geht als das spielerisch kompletteste der drei anderen Teams in dieses Duell, Ägypten als die im tiefen Verteidigen widerstandsfähigste Mannschaft und der Iran als der inkonstante und am schwierigsten einzuschätzende Kandidat.

Gegen den belgischen Favoriten stehen die drei „kleineren“ Fußballnationen der Gruppe vor der Frage, ob sie es mit zwei oder drei Aufbauleuten in der ersten Linie zu tun haben werden. Belgien baut manchmal mit den zwei Innenverteidigern alleine her, aber stellt über zentrales Abkippen des Sechsers nicht selten einen Dreieraufbau her.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine naheliegende Reaktionsmöglichkeit auf diesen Dreieraufbau bestünde darin, aus dem Mittelfeldblock heraus mit den eigenen Flügelspielern die seitlichen Verteidiger zu pressen. Die Frage wäre dann, ob man von innen oder von außen anläuft. Da Belgien häufig auf links mit dem Außenverteidiger nach innen geht, mit dem Linksaußen die Breite hält und auf der anderen Seite die Aufteilung umdreht, könnte ein asymmetrisches Verhalten gut passen, welches sich vor allem an den Passwegen auf die starken Flügeldribbler des Favoriten orientiert.

Wie knackt Belgien das ägyptische Bollwerk?

Bei der belgischen Auftaktpartie gegen Ägypten stellt sich zudem die Frage, ob die Ägypter mit ihrer Fünferkette vom Afrika-Cup antreten werden oder in der 4-4-1-1-Formation, die sie seither oft gespielt haben. Ein 5-4-1 hätte den Nachteil, dass Superstar Mo Salah viel Defensivarbeit verrichten muss, aber ein 5-3-2 würde mit einer klaren Unterzahl gegen den belgischen Dreieraufbau einhergehen. Wenn sich Belgien auf die 4-4-1-1-Formation einstellt, liegt es für den Favoriten nahe, auf das Abkippen des Sechsers zu verzichten und im Zweieraufbau zu bleiben. Da die ägyptischen Flügel gegen diese Struktur oft sehr eng an oder kurz vor ihren direkten Gegenspielern hängen, könnte Belgien direkte Passwege auf die eigenen Flügeldribbler öffnen – bei doppelter Breitenbesetzung womöglich sogar über die Innenbahn hindurch nahe an die letzte Linie heran.

Mögliche Öffnung des Passweges auf der Innenbahn

Als entscheidendes Duell lässt sich in dieser Partie das Verteidigen der ägyptischen Kette plus Rückzugsbewegung gegen den schnellen Flügelangriff des Favoriten erwarten. Da die besondere Stärke des ägyptischen Teams in der aktiven und disziplinierten Strafraumverteidigung liegt, ist das für die Belgier eine Herausforderung. Ergänzt wird das Verteidigen des eigenen Sechzehners bei den Ägyptern ferner von der überdurchschnittlich zügigen Rückzugsbewegung des Mittelfelds nach hinten. Gerade die Flügel müssen wichtige Lücken stopfen. Ihre Mitarbeit wäre gerade gegen die gefährlichen Fernschüsse von Dodi Lukebakio sehr hilfreich, der mit inversen Dribblings als Rechtsaußen und Abschlüssen von außerhalb des Strafraums ansonsten die gute Boxverteidigung aushebeln könnte.

Ein Schlüsselelement für die Belgier könnten vermehrte Diagonalbälle werden, insbesondere von rechts auf die linke Seite von Jeremy Doku. Bei schnellen Flügelangriffen über links wird Ägypten vermutlich auf massives Durchschieben gegen Doku setzen. Bereits die einrückenden Vorwärtsläufe des belgischen Linksverteidigers durch den linken Halbraum könnten die ägyptische Abwehrkette beschäftigen. Noch entscheidender wären bei Ballbesitz auf der (halb)rechten Seite systematische Tiefenläufe des linken und damit ballfernen belgischen Achters. Auch wenn Ägyptens Sechser grundsätzlich stark dem 1gegen1-Verteidigen folgen, wollen sie nicht komplett in die Tiefe mitgehen und versuchen im letzten Moment an ihre Hinterleute in der Abwehrkette zu übergeben. Dies kann dazu führen, dass der jeweils ballferne Außenverteidiger besonders weit innen gebunden ist und dessen Verschiebeweg gegen einen Diagonalball sehr weit wird – eine aussichtsreiche Chance für Belgien.

Tiefenlauf aus dem Mittelfeld, um den Rechtsverteidiger innen zu binden und Diagonalbälle auf Doku zu vereinfachen

Schlechtere Aussichten für Iran und Neuseeland gegen den Favoriten

Ebenso wenig wie gegen Ägypten kann sich Belgien im zweiten Spiel gegen den Iran sicher sein, wie genau der Gegner die Verteidigungslinie besetzt. Aus einer nominellen Viererkette fällt oftmals einer der iranischen Flügelspieler frühzeitig in Fünferkettenstaffelungen zurück und füllt die hinterste Reihe auf – am häufigsten Rechtsaußen Mohammad Mohebi. Deswegen spricht nicht viel dafür, dass die Iraner einen belgischen Dreieraufbau mit drei eigenen Spielern spiegeln werden. Vielmehr scheint ein sehr tiefer Rückzug naheliegend – entweder in einem asymmetrischen 5-1-3-1 mit hohem Laufaufwand für den rechten Achter oder direkt in einem klar organisierten 5-4-1. Sollte der rechte iranische Flügel zunächst offener bleiben, geht es für Belgien darum, möglichst gute Aufbauspieler in diese Zone zu bringen. Das könnte für eine Aufstellung des defensiv wankelmütigen Arthur Theate als linkem Innenverteidiger sprechen. Herauskippende Positionen eines Mittelfeldspielers wären eine andere Überlegung, erfolgten bisher aber nur punktuell und nicht besonders sauber organisiert, am ehesten sogar umständlich über den defensiveren Sechser.

Mögliche Struktur bei belgischem Aufbau gegen die iranische Defensive: Wer würde den linken Halbraum besetzen? Ein Dreieraufbau wäre eine Möglichkeit (blau), de Bruynes Herauskippen eine andere (dunkelblau)

Generell dürfte in dieser Partie also viel von den genauen Mittelfeldrollen bei beiden Teams abhängen. Welche Aufteilung wählen die Iraner gegen den Ball? Setzt Belgier vermehrt auf Herauskippen und mit welchem Spieler? Kommen Kevin de Bruyne oder Youri Tielemans dafür in Frage? Zudem sind vermehrte Tiefenläufe von den Mittelfeldpositionen ebenso wichtig wie gegen die 4-4-1-1-Formation Ägyptens – aber weniger, um die gegnerische Abwehrkette nach innen zu ziehen, sondern mehr für Durchbrüche als solche. Die gruppentaktische Aufmerksamkeit der iranischen Defensivakteure im tiefen Block gegen Flügelangriffe und speziell auch im ballfernen Halbraum barg zuletzt größere Schwächen.

Das Pressing des neuseeländischen Teams im 4-2-3-1/4-4-1-1 stützt sich vor allem auf die cleveren Bewegungen von Zehner Sarpreet Singh. Hinter einem klaren Keilstürmer rückt er aus der zweiten Linie mit gutem, verzögerndem Timing per Deckungsschatten heraus, um dribbelnde Ballführende zu attackieren. Grundsätzlich hätte Neuseeland damit gute Chancen, ein Überdribbeln der seitlichen Verteidiger zu erschweren. Das würde genauso funktionieren, wenn Belgien den defensiveren Sechser im Mittelfeld hält und mit einem Zweieraufbau agiert.

Mögliche Struktur bei Aufbau Belgiens gegen das Pressing Neuseelands

Die Frage für Neuseeland bleibt aber, wie sich die Flügelstürmer verhalten sollen: innen oder außen schließen? Besondere Probleme haben die neuseeländischen Flügel, wenn gegnerische Außen- oder Flügelverteidiger sich auf halber Höhe zwischen den Defensivreihen positionieren. Dies könnte sich Belgien gerade auf der rechten Seite zunutze machen. Links wäre es eine Möglichkeit, Doku auf halbe Höhe entgegen kommen zu lassen, um anschließend gegen das Mittelfeld anzudribbeln.

Vermehrtes Angriffspressing als Schlüsselfaktor

Gerade für ein etwaiges Angriffspressing gegen den Favoriten könnte die Rolle von Neuseelands Zehner Singh gegen die Abstoßstruktur mit zwei belgischen Innenverteidigern zentral werden. Im Vergleich mit den beiden anderen Teams der Gruppe gehörte das hohe Anlaufen bei den Neuseeländern bisher am klarsten zum strategischen Repertoire. Für Ägypten und – wegen der häufigen Fünferkettenphasen mit geringer Entlastung – noch mehr für den Iran wäre situatives Angriffspressing also ein bedenkenswerter Überraschungszug in den jeweiligen Partien gegen Belgien. Beim Afrika-Cup hatte das ballseitige Durchpendeln der ägyptischen Flügelverteidiger aus dem 5-2-1-2 noch manche Probleme mit den genauen Abständen in der gegnerischen Hälfte.

Genauso könnte in den direkten Duellen der drei „kleineren“ Fußballnationen untereinander die vermehrte Nutzung des Angriffspressings ebenfalls ein Schlüssel werden. Besonders die Neuseeländer wären die Leidtragenden einer solchen Entwicklung, weil sie trotz ihrer Spielstärke strukturell gegen hohes Anlaufen nicht so gut aussehen. Sie stützen sich bisher zu stark auf eine 4-1-Anordnung, in der sowohl Zehner Singh als auch der offensivere Sechser Marko Stamenić zu hoch agieren – also ihre beiden unter Druck besten Einzelspieler, die daher kaum in Situationen kommen, um diese für ihr Team zu lösen. Dass die drei Angreifer sich vorne kompakt bewegen und dadurch manch gute Staffelungen für zweite Bälle herstellen, ist in diesem Kontext ein schwacher Trost. Ausgerechnet gegen Belgien könnten sowohl Neuseeland als auch der Iran aber womöglich von 4-2-4-Angriffspressingversuchen des Favoriten profitieren, wenn einer der belgischen Stürmer sich zu stark auf den gegnerischen Sechser konzentrieren muss.

Belgische Probleme im hohen Anlaufen

Im Allgemeinen könnte Neuseeland seine spielerischen Qualitäten gegen Mittelfeld- oder Abwehrblöcke deutlich besser einbringen, vielleicht gerade gegen das Zurückfallen eines iranischen Flügelspielers in eine Fünferkette. Für Stamenić und den einrückenden neuseeländischen Linksaußen Matt Garbett wäre ein geöffneter Halbraum eine aussichtsreiche Umgebung im Auftaktspiel. Es bliebe nur die Frage, ob das bisher recht passive Nachrückverhalten der Neuseeländer für genügend Optionen vor dem Ball sorgt, um den Iranern auch wirklich gefährlich werden zu können. Gerade die Quantität von Tiefenläufen droht dafür letztlich zu gering zu sein – insbesondere im ballfernen Halbraum, wo die iranische Defensive nicht allzu aufmerksam agiert und die innere Linie vernachlässigt. Zumindest sollte Neuseeland eine ordentliche Absicherung ihres Ballbesitzes erreichen, da die Verteidiger bisher meist sauber vordeckten.

In die Gegenrichtung könnte es für die Neuseeländer interessant sein, eher auf Mittelfeldhöhe zu verteidigen statt vorne anzulaufen – also umgekehrt zur Konstellation aus iranischer Sicht. Passive Defensiven haben die Iraner oft fahrig und ungeduldig bespielt. Ihre grundsätzliche Ballbesitzstruktur basiert meistens auf einem 4-2-Aufbau, aus dem gerade viele der Verteidiger zu vorschnellen longline-Pässen oder Diagonalbällen neigen. Ein mögliches Herauskippen, das vor allem Sechser Saeid Ezatolahi häufiger einbringt, könnte Neuseeland abfedern, da ihre eigenen Sechser darauf geschickt reagieren und beim diagonalen Herausrücken ein kluges Timing finden. Besonders gut funktioniert dies auf der linken neuseeländischen Defensivseite, nicht ganz so stark auf ihrer rechten – für den Iran also immerhin dort, wo das Herauskippen wahrscheinlicher vorkäme.

Eine Gruppe mit unerwartetem Unterhaltungswert?

Sollten die Neuseeländer dagegen hoch anlaufen, läge der Vorteil eher auf iranischer Seite – hauptsächlich auf Grund der hochwertigen Zurückfallbewegungen von Mehdi Taremi als offensivstem der drei Mittelfeldspieler, der häufig aus dem hohen Zwischenlinienraum startet. Bei schnellem Vorwärtsspiel unter Druck unterstützt er gut für Steil-Klatsch-Möglichkeiten innerhalb des zweiten Drittels. So wäre Taremi für die Doppel-Sechs schwierig aufzunehmen. Währenddessen zögern die neuseeländischen Innenverteidiger mitunter, Bewegungen in den Zwischenlinienraum zu verfolgen, und sind dadurch zu spät – wenn auch abhängig vom Personal. Insgesamt erscheint es gut möglich, dass beide Mannschaften im ersten Spiel nicht das letzte Risiko gehen wollen, einen strategischen Mittelweg wählen, die unterschiedlichen Vorteile beider Seiten sich gegenseitig aufwiegen und in einem Remis münden.

Mögliche Struktur bei Anlaufen Neuseelands gegen Abstoß Ägyptens

Im Vergleich mit dem Iran könnte sich Ägypten für die Partie gegen Neuseeland komfortabler auf ein tiefes Verteidigen einlassen. Vermutlich hätten es die Neuseeländer gegen die gute Kompaktheit des ägyptischen 5-4-1, 5-3-2 oder 4-4-1-1 und die schnelle Rückzugsbewegung schwer, selbst bei größeren Spielanteilen aus gefälligen Kombinationen in Strafraumnähe zwingend durchzubrechen. Umso wichtiger wäre für Neuseeland vor diesem Hintergrund das eigene hohe Pressing – deutlich wichtiger als in der vorigen Begegnung mit dem Iran, wo es eher ein potentielles Risiko darstellt. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Ägypten nach einer vorsichtigen Herangehensweise des Belgien-Spiels gegen die kleineren Neuseeländer versucht, mehr herauszuspielen – zumal ihre nominelle Überzahl im Sechserraum gegen den Zehner der 4-2-3-1-Ausgangsstruktur dafür spräche. Die Versuche des flachen Herausspielens könnten aber wegen der mitunter zu hohen Positionen der ägyptischen Außen- bzw. Flügelverteidiger letztlich auch nach hinten losgehen und in gefährlichen Ballverlusten münden. Gegen Angriffspressing kommen die Außenverteidiger oft sehr spät zum Ball und laufen sich als nachträgliche Optionen frei. Mit ungünstiger Körperstellung ist ihre Spielfortsetzung aber erschwert, auch wenn beispielsweise Ahmed El-Fotouh auf links noch manche kreative Lösung findet.

Dementsprechend hat Neuseeland vor allem auf diesem Wege über hohe Ballgewinne Aussichten auf Torchancen. Gleichzeitig ist die neuseeländische Defensive mit ihrem unsteten Kettenverhalten stets gefährdet gegen lange Bälle auf Marmoush und eventuell Salah. Das gilt noch mehr für jegliche Umschaltszenen. Von daher könnte die Begegnung zwischen Ägypten und Neuseeland etwas offener und instabiler werden als die zwischen dem Iran und Neuseeland.

Für das letzte Gruppenspiel der Neuseeländer gegen die dann vermutlich bereits qualifizierten Belgier ist dies ebenfalls gut möglich. Trotz der hohen Wahrscheinlichkeit eines vorzeitigen belgischen Weiterkommens dürfte Neuseeland aber kaum von einer etwaigen Personalrotation des Favoriten profitieren, da Belgiens Kader sich ausgeglichen darstellt und bisher keine allzu klare Stammelf besteht. Dementsprechend würde eine Vielzahl personeller Wechsel im Vergleich zu den beiden vorigen Spieltagen nicht so viel ausmachen. Am ehesten dürfte den Neuseeländern in die Karten spielen, dass die strategische Vorsicht bei Belgien sich im Angesicht eines feststehenden Weiterkommens reduzieren könnte. Wenn Neuseeland selbst munter mitspielt, könnte sich damit die spielerisch unterhaltsamste Partie dieser Gruppe entwickeln.

Kurzfristige iranische Anpassungen?

Parallel dazu kommt es zwischen Ägypten und dem Iran sehr stark auf die strategische Ausgangslage an – je nachdem, wer noch wie viele Punkte braucht. Grundsätzlich agieren die beiden Kontrahenten einigermaßen auf Augenhöhe. Ob eines der beiden Teams vor dem letzten Spieltag stärker unter Druck steht als das andere, könnte die Konstellation erheblich verändern. Ein potentieller Vorteil für Ägypten ist das geschickte Lauern von Marmoush auf gegnerische Rückpässe in Flügelzonen. Auch die anderen ägyptischen Offensivspieler reagieren recht aggressiv auf solche Momente, um wieder Höhe aus dem Defensivblock zu gewinnen und den Gegner an der Seite zu isolieren.

Das schnelle Tiefenspiel der Iraner könnte aber dafür sorgen, dass diese Momente ohnehin selten vorkommen, sofern sie selbst kaum mit Rückpässen operieren. So würde der Iran den defensivstarken Gegner quantitativ häufig zum Verteidigen zwingen und dadurch mit etwas Glück zermürben können. Eine potentielle Schlüsselfrage wäre dann, welches der beiden Teams bei zweiten Bällen die Vorteile auf seine Seite zu ziehen vermag. In dieser Disziplin ist Ägypten grundsätzlich die etwas stabilere und konstantere Mannschaft, während der Iran mehr Intensität im Gegenpressing und mehr Offensivpotential mitbringt – zumindest kollektiv, angesichts der Einzelspielerqualität von Salah und Marmoush auf der Gegenseite.

Während Ägypten und Neuseeland in ihren mannschaftlichen Strukturen recht eingespielt und gefestigt daherkommen, bietet das iranische Team am ehesten noch kurzfristiges Überraschungspotential, das sich im Laufe der unmittelbaren Turniervorbereitung entfalten könnte. Beim Kantersieg im Test gegen Costa Rica Ende März deuteten sich verstärkte Seitenüberladungen als neues Angriffsmittel an. Dies setzte sich in den letzten Vorbereitungspartien fort. Die Iraner starteten aus einem 2-1-Aufbau und ergänzten diesen über einen asymmetrischen Außenverteidiger oder einen links herauskippenden Sechser situativ um einen dritten Mann, während meist drei der Offensivakteure sich vorne überladend formierten. Mit dem jungen Ariya Yousefi kam sogar ein Kreativmann als Rechtsverteidiger zum Einsatz. Kurz vor Turnierstart scheint das iranische Offensivspiel gänzlich neue Facetten zu erhalten. Dies könnte die Kräfteverhältnisse innerhalb der Gruppe erheblich verändern, zu Gunsten der Iraner gegenüber den beiden „direkten“ Kontrahenten Ägypten und Neuseeland.

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