Demontage der Fohlen

borussia dortmund4:0gladbach

Es war ein Einstand nach Maß für Thomas Tuchel. Im vierten Pflichtspiel und zugleich in der ersten Bundesligapartie mit Borussia Dortmund wurde die Borussia aus Mönchengladbach mit 4:0 überrollt.

2015-08-15_Dortmund-Gladbach_Grundformation

Grundformationen

Grundformationen

Der BVB begann wie erwartet in einer 4-1-4-1-Grundformation, wobei im Vergleich zum Pokalspiel in Chemnitz Julian Weigl auf die Sechserposition zurückkehrte. Auch Shinji Kagawa erhielt im offensiven Mittelfeld das Vertrauen, wodurch Neuzugang Gonzalo Castro auf der Bank Platz nehmen musste. Ansonsten war die Aufstellung eher unspektakulär. Über die Außen kamen Henrikh Mkhitaryan und Marco Reus. Beide wechselten hin und wieder die Flügel, aber Mkhitaryan war zumeist auf der linken Außenbahn, wo er zusammen mit Marcel Schmelzer viele Angriffe ins letzte Drittel führte.

Beim Gegner aus Gladbach vertraute Cheftrainer Lucien Favre dem jungen Innenverteidigerduo bestehend aus Marvin Schulz und Andreas Christensen. Da sowohl Martin Stranzl als auch Álvaro Domínguez fehlten, wagte Favre diesen Schritt. Der Rest der Startelf hielt keine Überraschungen bereit. An der Seite von Granit Xhaka spielte nun Lars Stindl auf der Doppelsechs. Im Angriff war es Josip Drmić, der den abgewanderten Max Kruse ersetzen sollte. Favre-typisch kamen über die offensiven Flügel mit Fabian Johnson und Ibrahima Traoré zwei pfeilschnelle Akteure – die aber nur selten die Möglichkeit zum Sprint in freie Räume hatten.

Spielaufbau von Dortmund

Denn der BVB dominierte von Beginn an und ließ so nur sehr selten Gladbacher Konter zu. Die Schwarzgelben schoben den frühen Aufbau gegen die passiven Fohlen meist bis zur Mittellinie oder sie spielten die ersten Pässe sehr weiträumig nach vorn. Anfangs pendelten İlkay Gündoğan und Julian Weigl noch, wenn es ums Abkippen zwischen die Innenverteidiger ging. Zumeist lief Weigl halblinks etwas nach vorn, sobald sich sein Mittelfeldkollege nach hinten fallen ließ.

Mit zunehmender Spielzeit positionierten sich beide allerdings eher auf einer Höhe vor Mats Hummels und Sokratis. Dabei versuchten sie sich häufig direkt um Drmić und Raffael, dem ersten Gladbacher Block, zu positionieren und so diese Linie zu umspielen. Weigl variierte seine Läufe, sodass er durch breitere Stellungen Räume für Hummels öffnete oder sich als kurze Ausweichoption für den ballführenden Dortmunder Kapitän anbot.

Eine weitere Auffälligkeit im Spielaufbau des BVB waren die hochschiebenden Außenverteidiger, die aber in der Regel asymmetrisch standen. Łukasz Piszczek blieb etwas tiefer als Pendant Schmelzer. Der Pole sollte dabei als kurze Anspielstation von Gündoğan fungieren, da dieser über halbrechts die erste Aufbauphase übernahm. Nachdem man Gladbach durch diese engere Passzirkulation auf die rechte Seite lockte, wurde vermehrt schnell über die Innenverteidigung auf den anderen Flügel gespielt. Dort stand Schmelzer sehr hoch, wobei sich selbst Mkhitaryan teilweise hinter ihm aufhielt. In jedem Fall hatte Hummels zumeist freie Passoptionen, um die Verlagerung nach links fortzuführen.

Gündoğan zog in dieser Szene zwei Gegenspieler kurzzeitig auf sich, weil sich Xhaka von seiner Grundposition entfernte und herausrückte. Sokratis verlagerte mit einem scharfen Pass auf Hummels, wodurch dieser jede Menge Freiraum in Richtung Schmelzer vorfand. Der enge erste Block Gladbachs sowie die stark verschiebende Mittelfeldreihe wurden in dieser Form ausgehebelt.

Bei den ersten beiden Dortmunder Treffern wurde diese Variante erfolgreich umgesetzt. Vor dem 1:0 baute der BVB sehr geduldig am rechten Flügel über Gündoğan und Piszczek auf, bevor über Sokratis das Spielgerät sehr schnell bei Hummels landete. Dieser deutete kurz mit der Hand in Richtung Kagawa. Sein direkter Bewacher Stindl schob derweil etwas nach außen, um den vermeintlich offensichtlichen Passweg zu Mkhitaryan zu schließen. Hummels erreichte mit seinem Diagonalpass in den Zehnerraum aber jenen Kagawa, auf den Xhaka keinen Zugriff mehr bekommen konnte. Die Kugel wurde anschließend direkt zu Marco Reus weitergeleitet, der den Ball ins kurze Eck hämmerte.

2015-08-15_Dortmund-Gladbach_BVB-Aufbau

Das Grundschema im Aufbau vor dem Treffer des BVB.

Beim 2:0 war es erneut eine schnelle Verlagerung auf Hummels, die den finalen Vorgang des Angriffs einleitete. Hummels spielte sofort steil auf Schmelzer, der unweit von Mkhitaryan am linken Flügel sehr frei stand. Die Schmelzer-Flanke fand direkt Pierre-Emerick Aubameyangs Kopf und der Ball schlussendlich das Netz von Yann Sommers Tor.

Verteidigung von Gladbach

Einmal mehr agierten die Fohlen gegen den Ball in ihrem gewohnten 4-4-2 mit zwei vertikal kompakten Viererketten sowie einem stärker verschiebenden Zweierblock davor. Allerdings konnten die beiden Angreifer durch die breite Auffächerung der Dortmunder nur selten überhaupt Zugriff erhalten. Der BVB spielte sauber durch die Linie und band zudem Weigl und Gündoğan ein. Durch die bereits erwähnten klugen Positionierungen der beiden zentralen Mittelfeldspieler umkurvten sie quasi die vordersten Gladbacher.

Die Fohlen hatten aber noch andere Probleme in der Defensive: Zum einen wurde die Gladbach-typische horizontale Kompaktheit von Dortmund sehr bewusst bespielt. Was bedeutet das? Der jeweils ballferne Flügelspieler in der Mittelfeldkette rückt normalerweise sehr stark nach innen, um im ballfernen Halbraum keine Lücke aufreißen zu lassen. Wenn allerdings der BVB schnell über die hinteren Reihen auf die andere Seite verlagerte, musste Gladbach rasch in diese Richtung verschieben. Normalerweise sucht der dann ballnahe Außenspieler aber nicht direkt den Zweikampf, sondern fühlt sich schon damit wohl, in eine Verteidigungshaltung zu gelangen und die offensichtlichen Passwege ins Zentrum zu bewachen. Da die Dortmunder jedoch vornehmlich die linke Seite geschickt überluden und die Flanken oder flachen Diagonalzuspiele sehr schnell ausführten, wurden die Fohlen mehr oder weniger überrumpelt. Sie boten wie gewohnt den Freiraum an und er wurde von Dortmund genutzt.

2015-08-15_Dortmund-Gladbach_BVB-Aufbau2

Xhaka und Stindl ließen sich nicht selten etwas herauslocken. Ihre situativen mannorientierten Herausrückbewegungen destabilisierten die zweite Reihe gegen den Ball. Nicht selten standen sie kurzzeitig höher als die beiden Flügelspieler. Zudem wirkte der Abstand zwischen Drmić und Raffael teilweise zu gering. Denn so konnten sie selten Zugriff auf die breiten Innenverteidiger entwickeln, wenn sich zudem noch wie hier Torwart Roman Bürki einschaltete. Xhaka und Stindl verfolgten die Intention, die beiden Dortmunder Zentralspieler zu bewachen. Warum also ließen die beiden Angreifer der Fohlen nicht einer größere Lücke im Zentrum, um so zumindest hin und wieder Druck auf Sokratis und Hummels ausüben zu können?

Übrigens ähnliches galt im Zusammenhang mit Gladbachs passivem Zurückziehen. Normalerweise sind sie dafür bekannt, den Gegner recht nah an den eigenen Sechzehner vorrücken zu lassen, um dann aber eben den Strafraum diszipliniert mit der gewohnten Kompaktheit zu verriegeln. In dieser Begegnung boten sie auch den Hausherren wieder jede Menge Raumgewinn an. Dummerweise konnte der neue BVB diese Zonen auch nutzen. Durch geduldige Kombinationen über die ballsicheren Gündoğan, Kagawa, Aubameyang und Co. sowie einer etwas merkwürdigen Mischung aus Mannorientierungen und gleichzeitiger Treue zu Kettenmechanismen auf Gladbachs Seite, bekamen die Gäste nie wirklich Zugriff in der sonst so hermetisch verschlossenen Spielfeldmitte.

Ein Beispiel: Xhaka verfolgte vermehrt Gündoğan, sobald dieser seitlich nach hinten kippte. Im Zentrum wurden kurz Lücken gerissen, die zudem nun Stindl bewachen musste. Die Niederlage gegen den BVB offenbarte nochmals, wie wichtig Christoph Kramer in der Vergangenheit war, was man aber nun keinesfalls Stindl anlasten sollte. Denn vor allem die Position neben Xhaka ist enorm anspruchsvoll.

Spielaufbau von Gladbach

Sofern die Fohlen überhaupt einmal geordnet aus der eigenen Abwehr aufbauen durften und konnten, leitete der BVB mit seiner Defensivformation den Spielaufbau gekonnt nach außen. Die Ausgangsformation der Dortmunder war ein 4-1-4-1, was allerdings zumeist zu einem 4-1-3-2 oder 4-4-2 wurde. In der Regel rückte Kagawa an die Seite von Aubameyang. Beide bewachten Xhaka, der sich oftmals vor den beiden Innenverteidigern aufhielt. Der weiter vorn positionierte Stindl wurde nicht selten über entsprechende Deckungsschatten aus dem Spiel genommen. Oder Weigl unternahm kurze Vorstöße, um Stindl direkt zu bewachen.

2015-08-15_Dortmund-Gladbach_Gladbach-Aufbau

Keine offene Anspielstation für Schulz. Kagawa und Aubameyang positionierten sich hier um Xhaka. Und auch Dortmunds Mittelfeldspieler dahinter konnten die Aufteilung der Fohlen recht simpel neutralisieren.

Favres Team wurde nur gefährlich, wenn sie im Mittelfeld einen knappen Zweikampf gewinnen konnten und Dortmund anschließend mit einer dünnen Restfeldverteidigung erwischten. Nur dann kam das Tempo von zum Beispiel Johnson zum Tragen. Drmić lauerte häufig an der Abseitsgrenze, während Raffael auf der Suche nach den Verbindungen zum Rest der Mannschaft war. Seine Ausweichbewegungen auf die rechte Seite im Verlauf der ersten Halbzeit waren die verzweifelten Versuche, mehr Ballkontakte zu erhalten.

Der BVB hingegen nutzte auch die eigenen Stärken im Gegenpressing sehr gut. Durch ihre raumorientierte Verhaltensweise nach Ballverlusten konnten sie mit guter Nutzung der Deckungsschatten auf die nahen Anspielstationen einige Male schnelle Rückeroberungen forcieren. Grundvoraussetzung war selbstverständlich das zuvor sehr intensive ballorientierte Verschieben von größeren Teilen der Mannschaft.

Weiterer Spielverlauf

Nach knapp einer halben Stunde erhöhten die Dortmunder Borussen auf 3:0. In diesem Fall verlor Stindl infolge eines Eckballs in der gegnerischen Hälfte den Ball. Weigls Eroberung mündete in einen langen Gündoğan-Steilpass auf Aubameyang, der im Sprint selbstverständlich nicht zu halten war. Am Ende legte er noch quer auf Mkhitaryan.

Zur Halbzeitpause verbuchte der BVB insgesamt zwölf Torschüsse, die Gladbacher unterdessen nur drei. Und obwohl die Hausherren in der ersten Viertelstunde nach dem Pausentee etwas unpräziser und ungeordneter wirkten, trafen sie bereits nach 50 Minuten zum letztlich finalen 4:0. In diesem Fall war es ein schneller Angriff über rechts, den Kagawa direkt auf Reus weiterleitete. Dieser sprintete bis zur Grundlinie und legte auf Mkhitaryan zurück, vor dem sich Aubameyang noch auf den Hosenboden setzte. Das war bestimmt als kleine Showeinlage gedacht.
Nach gut einer Stunde Spielzeit schaltete Tuchels Team mindestens zwei Gänge zurück und ließ den Ball zumeist ruhig zirkulieren, ohne große Risiken einzugehen. Auch die Wechsel von beiden Trainern erfolgten positionsgetreu. Die Partie war entschieden.

Fazit

Was sind die Folgen dieser Partie? Man wird die Entscheidung Favres, einen 19- und einen 20-jährigen Innenverteidiger aufzustellen, kritisch hinterfragen. Allerdings absolvierte gerade Schulz eine ordentliche Partie und insgesamt befanden sich beide nur am bitteren Ende einer schwachen Defensivvorstellung. Ob ein Roel Brouwers dort Besserung gebracht hätte – wohl kaum.

Ein weiteres Diskussionsthema ist jetzt schon Messias Tuchel, den heute bereits manche Fans über den Phoenix-See laufen sehen wollen. Natürlich waren der ruhige Spielaufbau und auch die durchdachten Angriffsstrukturen eine eindeutige Verbesserung im Vergleich zur Vorsaison. Allerdings blieb Gladbach im Spiel gegen den Ball ungewohnt weich und unkonkret, sodass dieses Ergebnis am Ende nicht einmal überraschend auf die Anzeigetafel gebracht wurde.

Und zu guter Letzt sei bei aller aufkommenden Klopp-Kritik gesagt: Die letzten zwei Jahre verliefen eher durchwachsen und waren das Ergebnis einer taktischen Stagnation. Aber Klopp war dafür verantwortlich, dass Tuchel gestern drei Akteure einwechselte und immer noch ein Spieler wie Gonzalo Castro auf der Bank saß. Diesen Kader beziehungsweise die notwendigen Finanzen hat der alte Trainer durch seine Erfolge maßgeblich mit generiert. Tuchel arbeitet nun im Sportlichen an den Stellen, die womöglich in der jüngeren Vergangenheit vernachlässigt wurden.

Koom 21. August 2015 um 10:08

Interessanter Auftritt gestern der Dortmunder. Sicherlich Pech, weil jeder Schuss des Gegners auch gleich drin war, aber man hat das ja auch durchaus ermöglicht, indem man etwas zu passiv war. Eine Analyse erspar ich mir mangels Fähigkeiten.

Psychologisch aber interessant. Wenn man das Positive herausziehen will: Tuchel hat Argumente gegen die Ersatzbänkler (Castro, Ginter), die sich so haben überrumpeln lassen. Entweder, weil sie nicht in Form sind oder sich aus anderen Gründen hängen lassen. Und die Umstellungen Tuchels haben gefruchtet und man drehte das noch zu einem Sieg. Auch das kann wertvoll sein.

Natürlich kann man sowas auch immer umkehren: Warum sind Castro, Ginter und andere nicht leistungstechnisch näher an der ersten Elf? Gerade Castro war ja durchaus aus Verstärkung des Kaders angedacht, fällt aktuell aber hinten runter. Auch andere wie Kuba finden gerade nicht statt. Da sind schon ein paar Baustellen im Kader.

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HK 21. August 2015 um 11:44

Wat nu?
Also noch ein so ein Ding und ich möchte Schlagzeilen lesen wie:

– System Tuchel schon geknackt?
– Der BVB offiziell untrainierbar!
– Wir wollen wieder Vollgasfußball!
– Was soll eigentlich schlecht sein an Sahnesauce??

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Hubert089 18. August 2015 um 19:40

Der BVB war bereits letztes Jahr die beste Mannschaft Deutschlands; hat aber einfach unglaublich viel Pech gehabt:
http://www.welt.de/sport/fussball/internationale-ligen/article142177657/Dieser-blasse-Physiker-ist-Tuchels-BVB-Inspiration.html
Nachdem bei Sportarten, in denen wenig Tore fallen der Zufallsfaktor eine grosse Rolle spielt (ist auch erwiesen; darum gibt es z.B. beim Handball so wenig Überraschungen) kann man einfach auch mal einen Negativlauf haben; und das ist letzte Saison passiert.
Unabhängig davon minimiert der Guardiola Ballbesitzfussball den Glücksfall und bringt die Qualität der besseren Einzelspieler besser zurGeltung. Daher macht es Sinn, dass jetzt auch Dortmund verstärkt darauf setzt.

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SMR 18. August 2015 um 22:46

Das mit den wenig Toren im Vergleich zum Handball kann ich noch verstehen: Je weniger Tore in einer Ballsportart fallen, desto größer ist die Chance für die nominell schwächere und/oder sogar unterlegende Mannschaft das Spiel mit vlt. einer Aktion zu entscheiden.
Aber den ersten Satz meinst Du doch nicht wirklich ernst, oder? 😉
Über die Hinrunde 14/15 muss nicht viel gesagt werden und selbst in der punktemäßig guten Rückrunde gab es Spiele wie z.B.:
http://spielverlagerung.de/2015/05/02/highlights-und-wenig-qualitaet/
http://spielverlagerung.de/2015/03/17/szenenanalyse-dortmund-hasst-dreiecke/
http://spielverlagerung.de/2015/03/09/kurz-ausgefuehrt-limitierte-torlosigkeit-in-hamburg/
usw.
Mit Pech alleine und auch mit einem Negativlauf war das Seuchenjahr alleine nicht zu erklären.

Zustimmung aber dazu, dass Dortmund mit Ballbesitz besser umgehen muss als zuletzt und da hat Tuchel ja angesetzt, was man am Wochenende gegen Gladbach auch schon sehen konnte.

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Martin01 18. August 2015 um 17:04

Ich fand das Aufbauspiel der Dortmunder sehr gut und auch sehr flexibel, Weigl besetzte immer das Zentrum und bewegte sich gut und Gladbach wollte diesen Raum zu stellen, jedoch gab es oftmals auch die abkippenden Bewegungen von Gündogan und teilweise auch Kagawas. Verbunden mit den hochstehenden AV’s sah es so aus als hatten die Gladbacher hierbei sehr große Probleme im Herausrücken, Übergeben und Verschieben.
Auch das Pressing war sehr gut und selbst Sommer konnte nicht wirklich zu einem ruhigen Spielaufbau beitragen, da sogar er oftmals unter Druck gesetzt wurde.

Die einzige Szene in der der BVB sehr ungeordnet stand, war die fast Chance von Drmic in HZ1, hier fand ich auch die Herausrückbewegung von Sokratis schlecht, mMn hätte er im Zentrum bleiben sollen anstatt nach rechts rauszugehen und zu versuchen dort den Zweikampf zu führen.

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CE 18. August 2015 um 18:31

Ja, Sokratis hatte zwei oder drei Szenen, wo sein Herausrücken nicht so passend war. Das scheint bei ihm schlichtweg dazuzugehören. Kumpel von mir hatte die entsprechenden Screenshots getwittert: https://twitter.com/luc_bvb/status/633318965972987904?s=07

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Izi 18. August 2015 um 14:17

Ein schöner Artikel, der sich gut lesen lässt, und auf viele Aspekte auch im Umfeld und Hintergrund eingeht. Ich teile die Einschätzung des Autors, dass Tuchel zwar gute Arbeit macht, aber ihm Klopp auch eine gute Basis hinterlassen hat. Und ein 4:0 gegen Gladbach ist toll, aber nicht zwangsläufig das Resultat der kommenden Spiele (ohne euphorisierte Fans jetzt zu sehr enttäuschen zu wollen 😉 )…

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Lea 18. August 2015 um 17:03

Das wird jetzt bestimmt auch wieder ein paar Spiele „Ich ruh mich jetzt erstmal auf meinen Lorbeeren aus“-Spiele geben – keine Frage – bin gespannt, ob der Fokus auf der Bundesliga wirklich bestehen bleiben kann. Helfen hier die Europapokalspiele der zweiten Reihe die Gefährlichkeit einzuimpfen, die der BVB aus der zweiten Spielerreihe benötigt? Glaube eher der BVB wird noch einige Male richtig schön niedergekämpft und wird Mühe haben sich da oben wirklich zu etablieren. Das werden Minimum 20 Punkte auf die Bayern – der BVB ist einfach nicht gefestigt genug. Da wird die Defensive wirklich der Gradmesser. Man verliere nur 2-3 Spieler im Offensivbereich und schon stellt sich die Frage, wer soll dann die Zielstrebigkeit vorne liefern? Ein Ramos? Ein Hofmann? Viele Spieler, tolles Potential – wenn Tuchel es schafft die Breite zu stärken, wird der BVB wirklich wieder konkurrenfähig. Alles andere ist leider überhöht.

Außerdem freue ich mich auf die ganz ganz junge Garde – vielleicht ja dann auch mal im Europapokal.

Allein Ingolstadt oder die Bayern im direkten Vergleich werden leider wieder für Tatsachen sorgen.

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Chris 17. August 2015 um 17:17

Ich hab auch Kagawa ziemlich stark gesehen. Ich hab den Eindruck, dass er mittlerweile eine deutlich defensivere Rolle im Team spielt als noch früher in seiner ersten Ära beim BVB.
Kagawa ist mehr der Verbindungsspieler zwischen Mittelfeld und „el tridente“ vorne. Daher ist er auch nicht so auffällig wie die Drei Offensiven (Reus, Mkhitaryan, Aubameyang) aber seine Ballsicherheit, Passgenauigkeit, Übersicht & Gedankenschnelligkeit waren gegen Gladbach sehr hilfreich für den BVB.

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fs984 17. August 2015 um 15:18

Kompliment an MR, die Taktikvorschau im Video in den Ruhrnachrichten war exzellent. Die Dortmunder haben es perfekt 1×1 umgesetzt. 😉 Beeindruckend fand ich die Intensität und Beharrlichkeit im Dortmunder Spiel. Die Kunst ist sicherlich hierin eine Konstanz zu entwickeln. Der breite Kader kann hierbei nützlich sein, den Druck auf den Einzelnen hoch zu halten. Das zu moderieren wird mM die Hauptaufgabe und der Gradmesser für Erfolg sein für Thomas Tuchel.

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em es 17. August 2015 um 16:35

wo gibts denn da ein video?
wärest du so nett den link zu posten ?

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Hase 17. August 2015 um 22:59

Richtig gute Analyse an der Taktiktafel. Ich lese zwar auch gerne Artikel hier auf der Seite aber finde Videos besser um die Bewegungen der Mannschaft zu zeigen. Gibt es jetzt mehr Videos von MR bei den Ruhrnachrichten? Gibt es hier auf der Seite nicht vielleicht auch die Möglichkeit solche Analysen zu zeigen? Vielleicht könnte man auch animierte Gif’s in Analysen mit einbinden (sind nicht so kompliziert zu erstellen. (auch wenn gerade bei der schnelligkeit mit der hier Artikel erscheinen das nicht so gut zu machen ist))

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a_me 18. August 2015 um 16:12

Klasse Video. Gibt’s da sowas öfters? Dann müsste ich da nämlich öfters reinschauen

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Izi 19. August 2015 um 07:48

Man könnte fast meinen, Tuchel hätte sich das Video angeguckt… 😉

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Gh 17. August 2015 um 14:50

Dietmar Hamann sagt, Gladbach werde es in dieser Saison schwer haben…. soll ich doch noch ein paar Euro auf Gladbach Meister setzen? Jedenfalls, wenn Gladbach Meister wird darf keiner sagen, dass hätte man nicht ahnen können.

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HK 17. August 2015 um 14:56

Frag mal Effe und Matthäus. Wenn beide zustimmen, ist die Wette ne Bank!

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L 17. August 2015 um 20:05

😀

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Gerry 16. August 2015 um 21:08

Nicht alleine Brouwers wäre eine Alternative gewesen. Jantschke hat auf der IV-Position sehr starke Spiele abgeliefert. Mutig, aber vielleicht etwas zu viel (unnötiges) Risiko von Favre. Bei so einem schweren Auftakt hätte der Einsatz eines der beiden unerfahrenen Jungs gereicht. Sollte Stranzl bis zum Mainz-Spiel nicht zurückkommen, wird hier bald die Korrektur erfolgen müssen, und das mit der Personalie Jantschke.

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HK 17. August 2015 um 14:58

Hat mich auch extrem gewundert Jantschke nicht als IV zu sehen. Im Pokal o.k, aber gegen den BVB??

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Hase 16. August 2015 um 17:32

Wie man in diesem Spiel gesehen hat ist die Verbindung von Stindl neben Xhaka noch nicht so stark. Gibt es Spieler im Kader von Gladbach, die diese Rolle (neben Xhaka) besser ausfüllen könnten? Glaubt ihr, dass es hier noch zu Verstärkungen kommt? Würde ein Neustädter (Vertrag bis 2016) in diese Rolle passen? (auch wenn Schalke ihn nach der Verletzung wahrscheinlich nicht mehr abgeben wird). Funktioniert Gladbach vorne auch mit Stindl und Raffael (an Stelle von Drimic)?

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Isco 16. August 2015 um 16:22

Wäre Castro eigentlich nicht eine interessante Alternative für die rechte Seite? Ich weiß, dass er das nicht spielen will, aber das sollte keine allzu große Rolle spielen 😉

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bude 16. August 2015 um 21:02

Er wäre die beste Alternative.

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Bernhard 16. August 2015 um 21:32

Schließe mich euch an. Castro als RV wäre ziemlich cool. Ich bin ehrlich gesagt davon ausgegangen, dass Bayern ihn kaufen würde.

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Ron 16. August 2015 um 13:50

Wurden die Gladbacher Schwächen gezielt bespielt oder war die Kompaktheit schlechter als zuvor und deswegen war etwas zum bespielen da?

Was mit der Taktik nicht zu erklären ist, waren die vielen unsauberen Abspiele Gladbachs ohne Druck durch den Gegner. Das war letzte Saison in Dortmund auch schon so, wo die schlechteste Saisonleistung abgelegt wurde und man sich fragte ob das denn die gleiche Mannschaft war, die vorher auf dem Platz stand. Nur hat Dortmund damals das Tor nicht getroffen sonst wäre das Ergebnis ähnlich ausgefallen.

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Koom 16. August 2015 um 17:08

Die Frage habe ich mir auch gestellt. Wobei ja nicht eine Gladbacher Schwäche bespielt wurde, sondern eine gedachte Falle von ihnen „überrannt“ wurde. Aber die Frage ist sehr ähnlich: Spielte man zu schnell oder reagierte Gladbach zu langsam? Vermutlich von beidem etwas.

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Ron 16. August 2015 um 20:03

Wenn die Verteidigung darauf ausgelegt ist Weitschüsse und Flanken zuzulassen, dann müssen die Schützen unter Druck gesetzt werden und die Staffelung in der IV stimmen. War gestern beides nicht der Fall.

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Koom 17. August 2015 um 09:55

SV erklärte es damit, dass der BVB sehr schnell diese Angriffe ausführte. Wenn der Gegner das 10% schneller macht als „üblich“ und man selbst es 10% schlechter macht – dann kann das schon so scheiße aussehen, wie es das tat. Ich denke aber mal, dass nur wenige Gegner in der Bundesliga das so präzise ausführen können und bei Gladbach werden die Mechanismen besser (oder Favre wird diese Falle künftig weglassen).

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Jan 17. August 2015 um 00:46

Die vielen Fehlpässe ohne Druck entspringen aber denke ich auch, dass vielleicht kein aktiver Druck gegen den Ball vorlag, jedoch grundsätzlich die eigene Hälfte der Gladbacher gut durch Dortmunder besetzt war und nie wirklich Raum zum Freispielen vorhanden war. Das klingt vielleicht etwas allgemein, jedoch lässt sich durch etwaige Statistiken sehr gut belegen, dass Gladbach insbesondere im ersten Spieldrittel extrem viele Ballkontakte hat und Pässe spielt und im Spielaufbau lange selektiert, wo konkrete Angriffe initiiert werden. Gegen Dortmund hat man diese Zeit aber eigentlich nie und deshalb wurde denke ich überhektisch (auch aus der Verunsicherung durch die frühen Gegentore und Großchancen Dortmunds) versucht, etwas zu forcieren, was im Allgemeinen nicht der eindoktrinierten Spielweise Gladbachs entspricht. Klassische Todesspirale.

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L 16. August 2015 um 13:20

Wie seht ihr die zukünftigen Rollen von Gonzalo Castro und Sven Bender im Team? In der Euro-League-Quali werden sie sich bestimmt nochmal präsentieren können, aber wie können die beiden sich, in den wichtigen Spielen, trotzdem integrieren?

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hatkeinplan 16. August 2015 um 16:42

ich denke Bender wird nur als Teil einer Doppelsechs auflaufen, bleibt abzuwarten, wie oft Tuchel darauf zurückgreifen wird. Für die Position als alleiniger Sechser im 4-1-4-1 ist Weigl einfach besser geeignet, das wird sich auch nicht ändern. Castro kann ja prinzipiell überall spielen(Sechser/Achter/Rechtsverteidiger, theorethisch auch Rechtsaußen), kann gut sein das Tuchel bewusst erstmal Castros Rolle offen lässt, um flexibler sein zu können. Gerade bei möglichen Verletzungen ist Castro natürlich Gold wert.

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Koom 17. August 2015 um 09:58

Saison hat gerade bekommen und es gibt genügend Spiele. Mal abwarten, wer sich wo eingliedern wird. Gerade Castro hat sehr viele Optionen, irgendwo ins Team zu rutschen als Allrounder. Zudem hat er Tuchel als Trainer, der ja auch die Aufstellung verändert, obwohl sie zuvor gut zusammengespielt hat. Und gerade Castro dürfte da ein hochinteressanter Spielstein sein.

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Dr. Acula 16. August 2015 um 13:13

ob manch trainer wohl SV kennt? für die wärs bestimmt interessant mal etwas fernab der plakativen BILD-ähnlichen presse zu lesen

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L 16. August 2015 um 13:23

Ich meine doch SV hat im Auftrag von Thomas Tuchel Analysen über Gegner geschrieben, oder nicht?

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a_me 16. August 2015 um 12:41

Habt ihr noch einen Satz zu Julian Weigl? Was veranlasst Tuchel eurer Meinung nach einen (überspitzt formuliert) hageren 19jährigen spielen zu lassen und international erfahrene, gute Leute wie Bender und Castro für ihn herauszulassen. (Ich persönlich schaue ihm auch gerne zu, dennoch bin ich immer noch überrascht und hätte gedacht, dass spätestens zum BL-Start einer der „etablierten“ in der ersten Elf stehen würde)

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CE 16. August 2015 um 12:54

Er ist richtig stark, wenn es um Dinge wie Balancegebung und Raumbesetzung geht. Und in dieser Hybridrolle zwischen Solosechser und Ausweichspieler neben Gündoğan braucht es solche Fähigkeiten. Im Vergleich zu Bender ist Weigl einfach viel selbstbewusster am Ball und viel konstanter im Passspiel. Sehr wahrscheinlich wird er noch Schwächephasen in dieser Saison erleben, aber sein grundsätzliches Potenzial ist krass. Das war es natürlich bei 1860 München auch schon, wo er es an der Seite von Bülow u.a. andeutete, aber im Wirrwarr bei den Löwen fast etwas unterging.

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a_me 16. August 2015 um 13:03

Vielen Dank, mein grundsätzlicher Eindruck (Balance, Positionierung, Passspiel) war ähnlich.

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Todti 16. August 2015 um 13:56

Weigl hat mich gestern direkt an RM’s Artikel zum Umblickverhalten und Schulterblick erinnert. Mich würde interessieren, welche Schulterblick/Minute-Rate Weigl im Vergleich zu Xavi hatte.^^
Der Junge ist einfach so gut in den fundamentalen Sachen. Wie du schon gesagt hast, Positionierung und Balancegebung, simples, aber konstantes Passspiel. Da spielt die Physiognomie überhaupt keine Rolle (Busquets lässt grüßen^^).

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Chris 18. August 2015 um 00:29

Der König des Schulterblicks ist für mich ganz klar Joshua Kimmich 🙂

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LB 16. August 2015 um 12:15

bis auf das fazit, ein toller artikel.

als kleiner tipp, der seitenhieb an die tuchelmania gehört in so einen fachlich hochwertigen artikel nicht rein. es ist eine gruppe in einen forum, die du ansprichst. genauso gut gibt es auch andere gruppen z.B. die, die einen tuchel kritisch sehen (medienpräsenz, mainztheater, unsymphat usw) oder die, die einen klopp immernoch hinter trauern…. monentan ist nur die tuchelgruppe im aufwand weil er nunmal gestern geliefert hat.

trotz allen hat tuchel im gestrigen spiel, nur !1spiel!, gezeigt das er lösungen und werkzeuge für das team anbietet, die klopp 2 jahre nicht liefern konnte. seinen einfluss darf man nicht schmälern und das sieht man ein mkhitaryans spielweise schon sehr stark.

weshalb gladbach sich im angriff bei bvb ballbesitz nicht so breit aufstellte: favre wollte das zentrum dicht machen und hat wohl in weigl/gündogan die besseren aufbauspieler gesehen als sokratis/hummels…. der bürki-faktor war zudem auch nicht so abzusehen für favre….bzw hatte er für diese variante kein gegenmittel.

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Yilde 16. August 2015 um 15:35

Das ist ja weniger ein Seitenhieb, als eher eine Mahnung an alle, die in Tuchel nach einem guten Spiel den Messias sehen. Dass es sich dabei um eine kleine Randgruppe handelt, glaube ich kaum. Schau dir nur mal die Kommentarseiten bei Spox und Sport1 an 😉

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Chris 17. August 2015 um 18:30

Ich weiß nicht, inwiefern man bei Tuchel von „einem Spiel“ sprechen kann.
Ein Spiel beim BVB vielleicht, aber Tuchel hat seine Qualität schon mehr als genug anderswo nachgewiesen. Wer 5 Jahre lang Mainz trainiert und in diesem halben Jahrzehnt zusammengefasst tabellarisch die Nr. 5 der Bundesliga ist (noch vor Clubs wie Wolfsburg und Mönchengladbach), der hat zwangsläufig ganz besondere Fähigkeiten.

Zu seinen Zeiten bei Mainz war ich der Meinung, dass Tuchel zusammen mit Klopp Deutschlands bester Trainer ist. Da sagten (und sagen immer noch) dann viele zwar immer, wieso, der hat doch noch keine Titel gewonnen, aber daran kann man in dem Fall auch nicht seine Qualität festmachen.

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HW 18. August 2015 um 08:20

Ein Ligaspiel mit dem BVB. Oder vier Pflichtspiele mit dem BVB.
Niemand zweifelt hier an den Fähigkeiten von Tuchel, aber ob die Kombination Tuchel und BVB so produktiv ist wie angenommen, wird sich noch zeigen. Im Moment sieht es danach aus als wenn es vom ersten Tag gut funktioniert, aber es hätte auch Anlaufschwierigkeiten geben können. Und auch Thomas Tuchel wird irgendwann mal ein paar schlechte Spiele haben, egal wie seine Reputation ist.
Nach nur einem Ligaspiel die Erwartungen etwas zu bremsen, egal wie der Trainer heißt, ist doch so normal wie nicht gleich in Panik zu verfallen nach einer Niederlage. – Ach Moment, gesunder Menschenverstand ist nicht gerade normal in der Fußballkultur. Ich nehme alles zurück, lass uns einen Altar für den Erlöser bauen.

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LuckyLuke 16. August 2015 um 16:07

Wieso gehört der da nicht rein? Wenn der Autor der Meinung ist, dass dieser Kommentar wichtig ist und er diesen gerne loswerden möchte, dann gehört der auch genau da hin…
Persönlich kannst du das gerne unnötig finden oder was auch immer, aber ich finde es etwas anmaßend beurteilen zu wollen was wo hingehört und was nicht…

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HW 17. August 2015 um 08:45

Ich persönlich war etwas verwundert im Fazit etwas über Klopp zu lesen. Wie gesagt es war ein Spiel, da muss man noch nichts zurechtrücken oder in einen Kontext setzen. Natürlichen ist kein Trainer der Messias nach einem Spiel. Aber genauso muss man die Diskussion um die Bedeutung des Vorgängers nicht schon nach einem Spiel bedienen. Verliert Dortmund jetzt zwei Spiele ist dann Klopp schuld oder Tuchel?
Aus dem Grund hätte ich das weg gelassen. Es hat nichts mit dem Spiel zu tun.

Dazu muss man einfach sagen, dass es doch durchaus möglich ist zwei Trainer zu haben die beide unterschiedliche aber gute Arbeit leisten. Nach sieben Jahren war Klopp natürlich in einer ganz anderen Situation als Tuchel und er hat andere Methoden die in dieser Situation vielleicht nicht mehr die richtigen waren.
Trotzdem ist es unnötig Klopp diesen Sieg extra zuzusprechen. In Dortmund hatten auch andere Personen Anteil am Erfolg, gerade am wirtschaftlichen. Und Klopp hat die Spieler nicht auf die Saison vorbereitet. Warum sollte er also für die Form oder Fitness der Einwechselspieler verantwortlich sein?

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CE 17. August 2015 um 08:59

Wo steht das denn? Es geht darum, dass Klopp zumindest mitverantwortlich ist, dass Tuchel jetzt mit diesem breiten Kader arbeiten kann. Wo steht denn, dass er für die Form und Fitness von Castro und Co. verantwortlich sein soll?
Und an sich war das Fazit wohl doch wichtig, was ich an den vielen Reaktionen von BVB-Fans und Beobachtern, die ich seit der Veröffentlichung erhalten habe, sehen kann. (Und der Twitter-Account des BVB selbst hat zumindest den Artikel retweetet.)
Man kann in jedes gut frequentierte Forum schauen: Tuchel wird im Moment von vielen Anhängern zum Heilsbringer gemacht. Ich bin auch ein großer Fan seiner Arbeit, aber wenn er so in den Himmel gelobt wird, könnten die negativen Reaktionen nach möglichen Niederlagen demnächst umso heftiger ausfallen.

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Koom 17. August 2015 um 09:53

Ich fand das Fazit in Inhalt und Länge absolut in Ordnung. Einerseits, dass man das Spiel nicht überhöhen soll, weil Gladbach nicht vergleichbar war mit der Vorsaison. Andererseits auch, dass man Tuchels sichtbare Verbesserungen nicht alleinstehend betrachten sollte, weil die Mannschaft auch immer noch sehr gute Basics von Klopp intus hat (was manchmal auch kontraproduktiv sein kann – in diesem Spiel aber definitiv nicht).

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HW 17. August 2015 um 10:10

Das habe ich so nicht gesagt.

„Aber Klopp war dafür verantwortlich, dass Tuchel gestern drei Akteure einwechselte und immer noch ein Spieler wie Gonzalo Castro auf der Bank saß.“

Das sagt doch aus, dass Klopp für den Kader verantwortlich ist, zumindest in der Breite. Das ist vielleicht teilweise richtig (Zorc ist genauso verantwortlich), aber für die vorgenommenen Einwechslungen nur nebensächlich (und sehr vereinfacht betrachtet). Die Form der Spieler, egal ob nun in diesem Sommer verpflichtet oder nicht, liegt in der Verantwortung der aktuellen Trainer. Tuchel sorgt dafür, dass (möglichst) alle seine Spieler einsatzbereit sind und er entscheidet im Spiel wer eingewechselt wird. Es liegt also hauptsächlich an Tuchel ob er eine große Auswahl an Einwechselspieler hat und wen er bringt.

Ich finde das Fazit hat mit dem Spiel weniger als mit angeblichen Reaktionen von Fans oder Beobachtern zu tun, ist also mehr Medienkritik als Zusammenfassung oder Fazit des Artikels, bzw. des Spiels. Diese Aspekt hat mich im Fazit überrascht.

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CE 17. August 2015 um 10:31

Das Beispiel mit Castro sollte nur verdeutlichen, dass selbst ein so guter Spieler beim BVB nur Ersatz ist. Da könnte man genauso Kampl, Hofmann, Ramos u.a. nennen. Tuchel trägt natürlich die jetzige Verantwortung, dass der Kader fit ist und es auch weniger Verletzte als noch zuletzt gibt. Aber dass der Kader so breit ist, das hat in erster Linie Klopp mit seinem Team in Zusammenarbeit mit Watzke und Zorc geschaffen.

HW 17. August 2015 um 10:51

Genaugenommen hast du in deinem letzten Absatz Klopp sogar kritisiert anstatt der Kritik zu widersprechen.

Du schreibt in der jüngeren Vergangenheit wurde im sportlichen Bereich etwas vernachlässigt. Das wäre Klopps Aufgabenbereich. Transfers und Kaderplanung sind Teamarbeit: Scouts, Trainer, Management. Und nicht jeder Transfer hat zuletzt funktioniert, ohne dass ich da irgendwem die alleinige Verantwortung gebe. Aber eben darum kann Klopp nicht alleine für den Kader verantwortlich sein.
Dass es sportlich nicht lief war dagegen Klopps Verantwortung und er hat deswegen auch die Konsequenzen gezogen. Niemand sonst wollte sie ziehen.
Dass kein Trainer einen Verein ohne vorhandenen Kader, ohne (positive und negative) Altlasten übernimmt, ist logisch. Gut, Klopp hat die Kassen voll gemacht, aber Klopp hat auch ein nicht mehr gut funktionierendes Team hinterlassen. Diese ganze Diskussion ist völlig überflüssig und eine Kritik von überflüssiger und ungerechtigter Kritik an Klopp oder an einem Tuchel Hype ist für SV genauso überflüssig.

Eine sachliche Kritik an Klopps Zeit beim BVB oder eine Analyse von Tuchels BVB nach mehr als vier Spielen fände ich dagegen gut.

Hätte der Artikel sich mit den Veränderungen von Tuchel zu Klopp beschäftigt, hätte ich das Fazit verstanden. So ging es aber die ganze Zeit um das Spiel bevor im Fazit das Thema gewechselt wurde.

CE 17. August 2015 um 10:56

„Genaugenommen hast du in deinem letzten Absatz Klopp sogar kritisiert anstatt der Kritik zu widersprechen.“ – Aber natürlich, das auch sehr offensichtlich und nicht irgendwie unterschwellig. Man muss ihn für den Stillstand kritisieren. Genauso darf man ihn loben, dass er die Jahre zuvor die Erfolge ermöglicht hat. (Übrigens steht der Trainer immer stellvertretend für ein Team.) Diese Erfolge brachten dem BVB neues Geld und neues Ansehen. Diese Erfolge ermöglichten die Verbesserung des Kaders, der nun in Qualität und Quantität wohl der zweitbeste in der Bundesliga ist und sich auch international nicht verstecken braucht.

„Diese ganze Diskussion ist völlig überflüssig und eine Kritik von überflüssiger und ungerechtigter Kritik an Klopp oder an einem Tuchel Hype ist für SV genauso überflüssig.“ – Es darf noch uns überlassen werden, was hier überflüssig ist und was nicht.

Schorsch 17. August 2015 um 10:52

Durch die nachfolgenden Sätze wird die Intention des möglicherweise missverständlichen zitierten Satz mMn klar: „Diesen Kader beziehungsweise die notwendigen Finanzen hat der alte Trainer durch seine Erfolge maßgeblich mit generiert. Tuchel arbeitet nun im Sportlichen an den Stellen, die womöglich in der jüngeren Vergangenheit vernachlässigt wurden.“

Ich persönlich finde es auch nach der Diskussion im Kommentarbereich nach wie vor richtig, dass CE die mMn sehr stimmigen Aussagen in seinem Artikel plaziert hat. Puristisch gesehen haben solche Inhalte sicherlich nichts mit einem ‚Fazit‘ zu tun, dass sich konkret auf das analysierte Spiel bezieht. Es wär möglicherweise korrekter gewesen (kann man eigentlich ‚korrekt‘ steigern?;-) ), diese Aussagen unter einer gesonderten Überschrift zu treffen. Mit dem deutlichen Hinweis, dass dies losgelöst von der reinen Spielanalyse erfolgt. Wobei ein indirekter Zusammenhang auf jeden Fall vorhanden ist. Ohne dieses Spiel mit einem Verlauf und seinem Ergebnis würde es keine ‚Messias‘-Diskussion geben.

Aber was soll’s. Form ist das eine, Inhalt das andere. Ich kann nur bestätigen, dass ‚rund um den BVB‘ relativierende Stimmen sehr notwendig erscheinen und auch begrüßt werden. Tuchel selbst hat mit seinem Statement sehr viel dazu beigetragen, dass die Dinge richtig eingeschätzt werden. Und Aussagen wie die von CE tun es auch. Hat mit einer reinen Taktikdiskussion natürlich überhaupt nichts zu tun, aber betrachten wir es doch einfach als ‚Kollateralnutzen’…

HW 17. August 2015 um 11:12

Alleine aufgrund des Wortes ‚Kollateralnutzen‘ muss ich zustimmen.

LB 17. August 2015 um 11:25

wie schon gesagt wurde, es hat nicht viel mit dem fazit von diesem spiel zu tun. man hätte dieses thema im artikel gesondert betrachten können, unter einer extra überschrift abgetrennt vom spielbericht bzw. taktikanalyse. oder ein extra artikel über tuchel und dem hype, der tiefgründig darauf eingeht weshalb die euphorie so hoch ist, die unterschiede zu klopp, unterschiedliche spielsystem, aufbauspiel usw.

auch finde ich: der hinweis auf eine tuchelmania viel zu verfrüht. in bestimmten foren drehen zwar viele user genau jetzt am zeiger. übertreiben natürlich völlig. ich war am samstag im stadion und kann dieses bild auf meinen personenkreis der bvb-fans NICHT spiegeln. in gewissen foren wird oft übertrieben, nachdem 1:0 in wolfsberg…. selbst nachdem 2:1 in bochum…. beides ohne aussagekraft! wurde in selbigen foren genau die gegenteilige meinung publiziert. bewusst überspitzt: da war weltuntergangsstimmung. sowas dann in diesen exzellenten artikeln miteinfliessen zu lassen, finde ich einfach nur schade.

es ist nur meine meinung, aber der artikel ist auf einen sehr hohen niveau geschrieben. um dann am ende sich an user in bestimmten foren zu beziehen? foren die immer zu schnelllebig und dramatisch urteilen… da fehlt mir die seriösität, die im restlichen artikel mehr als nur vorhanden ist. das passt nicht zusammen.

bringe diese kritik auch nur, weil ich sehr viel vom autor und seinen artikeln halte. und ich mir nichts weiter wünsche, das der autor weiter an dem niveau des artikels anknüpfen kann. versuche hier nur konstruktiv zu kritisieren.

tuchel selbst hat nachdem spiel gesagt, vieles wäre ohne klopp nicht möglich. damit sollte dieses thema auch erledigt sein. jeder laie erkennt aber auch, das der bvb sich anders präsentiert als unter klopp. ob schlechter oder besser werden wir erst über die saison beurteilen können.

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Schlicke 16. August 2015 um 12:00

Meine Beobachtungen:
1) Personal: Kramer, Kruse weg, dazu noch Stranzl und Herrmann nicht fit für die Startelf. Erinnert ein wenig an die Anpassungsschwierigkeiten, als man Neustädter, Dante und Reus ersetzen musste. Der Artikel betont sehr gut, wie man die zweite Viererkette um Xhaka und Stindl bespielen kann.
Tuchel hatte auch die nötigen Voraussetzungen: Der BVB konnte erstmals seit Jahren mit Ausnahme von Sahin personell zufriedenstellend in eine Vorbereitung gehen (was war das letztes Jahr für ein Fragment in der Vorbereitung). Mit dem Vorsprung von 2 Pflichtspielen war Gladbach von daher der perfekte Gegner (auch hier wieder der krasse Gegensatz zur Leverkusen-Partie im letzten Jahr).
2) Mir hat Schulz auch ganz gut gefallen, Christensen hingegen hat beim 2:0 und 3:0 schlechte Entscheidungen getroffen. Das Gladbacher Spiel beruht halt auf seiner sehr konsequenten Verteidigung gerade im letzten Drittel (siehe statsbomb-Artikel), wenn da die Staffelungen ausgehebelt werden und nicht eingespielt sind, ist der Spielstil schwer durchzuziehen. Man hat nur ein paarmal in Ansätzen gesehen, wie sie nach Ballgewinn mit schnellen Pässen nach vorne spielen können.
3) Großes Lob an Schmelle. Von vielen immer wieder gescholten, präsentiert er sich offensiv wie defensiv extrem stark. Die Flanken kommen besser, er positioniert sich klug und harmoniert mit Micky. Über Weigl muss ich nicht viel sagen. Kluge, klare Pässe, klasse Ballmitnahme, enormes Gefühl für den Raum und das Spiel, dazu die selbstbewusste Körpersprache bei dem schlaksigen Körperbau, fast eine Art „Thomas Müller auf der 6“.
4) Der größte Fortschritt ist die Unberechenbarkeit für den Gegner. Letzte Saison haben in der Rückrunde ja sogar die Bayern den BVB das Spiel machen lassen. Stellst du dich hinten rein und setzt auf Konter, drückt dir der BVB sein neues Ballbesitzspiel auf, gehst du mutig nach vorne, ist da das Umschaltspiel mit Reus und Auba.

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Daniel_D 16. August 2015 um 12:45

Ich habe gerade wieder den SV Adventskalender zu Schmelzer gelesen. Gerade die Verbindung mit einem extrem defensivstarken und weiträumigen Halbflügelspieler wie Großkreutz hat ihn so stark gemacht. Mit Reus hat er defensiv nie so gut harmoniert.
Jetzt hat er mit Heno den ultimativen KG Ersatz. Defensiv vielleicht sogar noch besser und dabei natürlich noch ein Weltklasse Flügelstürmer, (Halbfelddribbler, HS, wie auch immer man ihn bezeichnen mag)
Er hat nach Gündogan, Weigl und Hummels die meisten Pässe gespielt. Hat mich im Passspiel an eines seiner besten Spiele erinnert, das 4-1 gegen Madrid, als er desöfteren Ramos auspielte und tolle Longline pässe zum Mitspieler brachte.
Wir bestimmt sogar noch besser mit ihm.

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Justin 16. August 2015 um 11:49

Ich finde es inhaltlich ganz toll und habe keine weiteren Anmerkungen. Eure Seite ist die beste Taktik-Domain im Netz und es ist erstaunlich, wie ihr das Niveau konstant hochhaltet. Dennoch drei sprachliche Anmerkungen an den Verfasser: „im Endeffekt“ und „schlussendlich“ sind keine schönen Worte sondern Bläh-Sprache. Und, wenn ihr mit dem Hinweis noch gestattet, das Gegenteil von konkret ist nicht unkonktet, sondern abstrakt. Herzliche Grüße von Justin.

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CE 16. August 2015 um 12:03

http://www.duden.de/rechtschreibung/unkonkret

Vielen Dank trotzdem.

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sid 17. August 2015 um 01:13

im duden stehen auch so lustige dinge wie ‚frägezeichen’… nur weil manches falsches viel benutzt wird, ist trotzdem nicht richtig; der duden gibt die sprachentwicklung wider, aber sicher nicht zwingend korrektes deutsch.

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knorke 17. August 2015 um 07:07

Und eben weil Sprache sich ändert, ändert sich aus was korrekt oder falschempfunden wird. Würdest du „TROTZDEM“ noch, eigentlich korrekt, mit Dativ verwenden, oder kommt Dir der Genitiv auch viel natürlicher vor? Rate mal was sich durchsetzt: Das, was sich natürlich anhört, oder was formal richtig ist. Abseits der Zeit und des Deutschunterrichts jedenfalls. In kurz: formal korrekte Sprache entwickelt sich, und der Lesbarkeit eines Artikels muss es nicht zwingend abträglich sein, wenn man schreibt wie man spricht. Ich kenne zum Beispeil keinen aussheralb der psychologischen Fachschaft, der das eigentlich korrekte Wort „extravertiert“ verwendet statt „extrobertiert“.
Ups, hier geht’s ja um Fussball Oo

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CE 17. August 2015 um 08:58

Und wer legt fest, was richtig und was falsch ist? Du nicht. Und ich auch nicht. 😉

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Anonymouse 16. August 2015 um 14:25

Justin, rede doch nicht über Sprache, wenn du keine Ahnung davon hast. „Bläh-Sprache“ ist ein unheimlich dummes Konzept:

Selbst innerhalb des (völlig falschen) Sprachverständnisses, von dem du offensichtlich ausgehst (~Worte haben eine Bedeutung und Sätze sind schlichtweg die Summe derer, weswegen „im Endeffekt“ oder „schlussendlich“, die nichts zur Satzbedeutung beitragen, redundant sind und die Sprache nur „aufblähen“), redest du Unsinn, da beiden Begriffen auf die gleiche Art wie den „sinntragenden“ Worten sehr wohl eine eigenständige Bedeutung zugeordnet werden kann – wenn etwas „nichts gebracht hat“ vs. „schlussendlich nichts gebracht hat“, so kann es (in meinem Verständis zumindest; das Problem bei dieser Art der Sprachwissenschaft ist ihre Subjektivität) in letzterem Fall sehr wohl einen positiven, wenngleich nichts am Endergebnis ändernden, also vorübergehenden Effekt gehabt haben.

Viel wichtiger ist aber, dass Sprache so schlichtweg nicht funktioniert. Sprache ist nur das Werkzeug um dem Rezipienten zu helfen, zunehmend besser zu verstehen, was sein Gegenüber ihm mitteilen möchte (vgl. 0 und 1), die Bedeutung selbst kann aber niemals in den Worten selbst enthalten sein, weil sie erlernt ist und schlichtweg zu complex (vgl. 2 und 3). Ob die tatsächlichen sprachlichen Äußerungen eine (undefinierbare, vgl. 4 und 5) zugängliche Bedeutung haben oder nicht, spielt dabei demnach keine Rolle. Wenn ich sage „Äh… wie bitte?“ dann ist damit etwas anderes (und im Zweifel klarer) ausgedrückt, als wenn ich das „Äh…“ weglasse. Das macht auch die Idee des Gegenteils eines Ausdrucks unsinnig, aber, erneut, selbst in deinem Sprachmodell irrst du dich, nicht nur aufgrund der Existenz des Begriffs im Duden (der nun auch nicht wirklich über die Existenz eines Begriffs entscheidet, aber gut), sondern auch dadurch, dass unkonkret, was hier wohl im Sinne von schwammig oder unscharf gemeint ist, eher nicht mit abstrakt auszudrücken ist.

Und wenn du mit sowas schon deine Zeit und die anderer verschwenden musst, dann verwende doch wenigstens nicht Modifikatoren wie „ganz“, die nach diesem Verständis genausowenig zu deiner Aussage beitragen.

(Schimpftirade ex.)

Zum Nachlesen:
0: http://journal.frontiersin.org/article/10.3389/fpsyg.2013.00233/full
1: Garod et Pickering – The interactive alignment model (2004)
2: http://www.colorado.edu/linguistics/courses/LAM5430/5430e_reserves/Conduit_Metaphor.pdf
3: https://en.wikipedia.org/wiki/Data_compression
4: Wittgenstein, L. – Philosophische Untersuchungen (1953)
5: Quine, W. – Word and Object (1960)

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Ein Zuschauer 16. August 2015 um 20:40

Wenn ich das richtig verstehe belegst du das Wort „undefinierbare“ mit Wittgensteins „Philosophischen Untersuchungen“. Das wäre witzig.

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sid 17. August 2015 um 01:15

es gibt zumindest noch fussball fans unter den germanisten/linguisten… aber sehr amüsant

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osch@d 17. August 2015 um 06:35

Ich glaube, dass sich die erste Kritik auf unscharfe Bedeutungen bezog, die vom Leser aufwendiger korrekt zu bestimmen sind.

Auch wenn Stottern und Pausen eine Bedeutung haben, so ist ihr Einsatz im geschriebenen Wort durch die Möglichkeit präzisere Beschreibungen wählen zu können im Gegensatz zum gesprochenem Wort, bei dem das Problem der beständigen Eile besteht, weniger sinnvoll.

Andererseits auf Regeln herumzureiten macht gerade Deutschen viel Spaß, wie man an deinem und dem Vorgängerbeitag sieht. Spätestens jetzt sollte jemand OT schreien, der nächste Sprachdebatten generell zensieren und ein Vierter das Abschaffen der Kommentarfunktion ohne Anmeldung fordern, während ein Fünfter meine Mathematikkenntnisse in Frage stellt. Ach, was sind wir ein lustiges Volk.

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HW 17. August 2015 um 10:17

OT

Obwohl ich jedem zur Seite springe, der sich für gut lesbare Texte stark macht.

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Izi 18. August 2015 um 14:14

Ich weiß nicht, ob das immer noch so ist, aber zu meiner Schul- und Studienzeit wurde uns beigebracht, dass diese „Bläh-Sprache“ — gut dosiert, wohlgemerkt — ein Ausdruck guten Stils sei, und einerseits die eigene Position, andererseits den eigenen Bildungsgrad unterstreiche…

Empfehlenswert finde ich in diesem Zusammenhang: Cicero, De oratore, z.B. von Reclam. 🙂

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Koom 16. August 2015 um 11:21

Die Handschrift Tuchels kann man auf jeden Fall schon erkennen. Diese Variabilität, aber auch gerade die Analyse des Gegners und seiner Schwächen sind sehr typisch für ihn. Und mit diesem Kader hat er ein hochklassiges Arsenal an Waffen für genau solche Fälle.

Ungewöhnlich gut war dabei die Analyse des ASS gestern nacht. Die große Änderung zu Klopp dürfte vor allem sein, dass man nicht mehr auf Teufel komm raus vertikal spielt, sondern auch mal intelligent zirkulieren lässt, um dann doch wieder schnell vertikal zuzuschlagen. Und die ganzen Feinarbeiten, die etwas verloren gegangene Stärken wieder freilegt (Hummels, Schmelzer, Kagawa, MHKYTARIAN).

Natürlich ist ein Spiel noch kein finales Testament für die Zukunft, aber es zeigte vieles gut auf.

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Schorsch 16. August 2015 um 11:02

Ausgezeichnete Analyse. Die auch die Begünstigung des durchaus beeindruckenden BVB-Sieges durch die Defizite im Gladbacher Mittelfeld sehr anschaulich aufzeigt.

Beeindruckend finde ich das Zusammenspiel von Mkhitaryan und Schmelzer auf der linken Seite. Beide Spiler profitieren wohl am meisten von den Veränderungen Tuchels. Das hätte ich noch in der Rückrunde der letzten Saison so nicht gedacht. Gut, dass Tuchel für bzgl. eines Verkaufs von Mkhitaryan sein Veto eingelegt hat.

Was die Gladbacher anbelangt, so wird man Kramer noch länger schmerzlich vermissen. Genauso wie Stranzl, der in der IV einfach nicht zu ersetzen ist.

Sehr schön finde ich das Fazit des Artikels. Sehr gute und richtige Relativierungen und auch der Verweis auf Klopp ist stimmig. Tuchel hat sich ja ähnlich geäußert. Ebenso finde ich es richtig, die beiden jungen Gladbacher IV in Schutz zu nehmen.

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Daniel_D 16. August 2015 um 11:00

Ich bin ja der Ansicht, das situative, etwas wilde Herausrücken von Xhaka wurde vorher beobachtet, Tuchel hat vermutet, dass Stirndl (den ich eher höher im Spielaubau sehe) nicht die Weiträumigkeit von Kramer erreicht um man hat diese Schwäche bewusst bespielt. Ich weiß nicht ob diese Hummels Pässe mit einem Kramer im Mittelfeld möglich gewesen wären.

Finds super, dass duauf die klassischen Stammtischargumente eingehst. Hatte die IV nicht so schlecht gesehen, den einen oder anderen vielversprechenden Spielzug von Dortmund haben sie ganz gut vereitelt.

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CE 16. August 2015 um 12:05

In Bezug auf Gladbach war es zu befürchten, dass Stindl neben Xhaka, der nun mal nicht immer optimal im Raum steht, nicht so viel ausbügeln kann, wie es Kramer früher tat. Das hat sich gestern sehr beeindruckend bewahrheitet.

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Ron 19. August 2015 um 10:37

In dem Kontext ist interessant, dass Gladbach alle letzten drei Siege gegen Dortmund mit der Doppel-6 Xhaka/Nordtveit erzielte. Wäre interessant zu wissen, warum das so war. Spielbestimmend, zumindest vom optischen Eindruck, war Dortmund in allen Partien.

Auch hätte mich interessiert ob Favre Nordtveit aufgestellt hätte, wäre er nicht gesperrt gewesen.

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Ron 19. August 2015 um 10:42

Ups, einmal war es Kramer/Nordtveit. Aber eben nicht Xhaka/Kramer.

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Martin Winter 16. August 2015 um 10:42

Für mich waren zwei Punkte beim BVB klar anders unter Tuchel, das klarere Passspiel und das strukturierte aufbauen, was mir eher fast wie Gladbach rüberkam mit dem Verschieben und über die Aussen über asymmetrische Staffelungen und um somit über den Aufbau hinter die Abwehr zu kommen. Dies führte dann auch zu den Chancen, welche BVB extrem effizient ausnützte.

Den Fehler den Gladbach machte liegt meiner Meinung nach weniger in der wie sie auf den BVB reagierten, dort entstanden durch Anpassungsfehler die Tore, welche bei der noch nicht kompletten Eingespieltheit mit Stindl, Kramer und den jungen Innenverteidigern zu erklären ist.
Sondern das Gladbach direkt in den Spielaufbau gegangen war und BVB zu Beginn zu diszipliniert und taktische zu sauber eingestellt war. Gladbach hätte den Ball die ersten 30 Minuten nur zirkulieren lassen sollen, Es war zu erkennen, dass das Pressing am Anfang vom BVB da war, aber Gladbach, meiner Meinung nach, nicht so stark beeinflusste davon war, wie zu Klopp’s Zeiten wo das Pressing noch viel intensiver geführt wurde. Dies hätte BVB in seiner Konzentration und Motivation geschwächt und somit hätte der gute taktische Plan von Tuchel nicht mehr so klar umgesetzt werden können und die einzelnen Lücken welche da waren wenn es Gladbach durch das Mittelfeld schaffte grösser gewesen.

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Patrick 16. August 2015 um 10:35

Hi,

ein Kommentar zur „Klopp-Kritik“. Fußballtrainer ist ein Beruf und warum kann bei 7 Jahren im Verein nicht auch eine gewisse Betriebsblindheit einstellen?

Für mich ist Klopp unweigerlich mit der BVB Zukunft verbunden, er hat mittelmäßige Spieler weiterentwickelt und aus dem Kinderriegel die beste Abwehr der Liga gemacht. Und letzendlich drei Wunderschöne Titel und das CL Finale erreicht. Ohne Klopp wäre der BVB heute immernoch maximal Mittelmaß.

Toller Artikel und schön das du auch auf diese Dinge eingehst.

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