Hannover 96 – 1. FC Nürnberg 3:3

Große Lücken auf beiden Seiten, zwei unterschiedliche Halbzeiten mit Abstufungen und ein dramatisches Finale. Hannovers 3:3 gegen Nürnberg bot taktisch viel Interessantes und die brutale Fortsetzung der fränkischen Sieglosigkeit.

Problemlos in große Lücken hinein

h96-fcnDie fehlende Kompaktheit bei den Hannoveranern war das wohl prägendste Element im ersten Durchgang und ermöglichte den unter Verbeek im Aufbau deutlich bewusster und konstruktiver gewordenen Nürnbergern, relativ einfach aus der Abwehrkette nach vorne in die Zwischenräume und höheren Zonen zu kommen. Gerade Kiyotake fand – unterstützt durch die raumöffnenden und durchaus weitläufigen Bewegungen seiner beiden Mittelfeldpartner – immer wieder zwischen den Linien des 4-4-2 der Niedersachsen Platz und konnte dort die Vertikalpässe erhalten, die Hannover mit einem eher mittel-intensiven Pressing nicht zu verhindern wusste.

Neben der Intensität stellte hierbei auch die Vorgehensweise mit den jeweiligen Mechanismen ein Problem dar, das ebenfalls zu den Lücken in der Defensivarbeit beitrug. So gab es häufig ein schlechtes Timing beim hohen Attackieren auf Schäfer oder die Innenverteidiger, was Nürnberg mit kürzeren oder längeren Pässen in recht klare Freiräume oder auf offene – von Hannover teilweise seltsam unbeachtete – Akteure aufgelöst werden konnte. Ein anderer Aspekt bezog sich auf die Spielweise von Plattenhardt, der bei den Gästen als Linksverteidiger im Aufbau gegebenenfalls etwas eingerückt auftrat und durch den etwas breiteren Hlousek einige diagonale Aktionen starten durfte.

Darauf reagierten die Hannoveraner schlecht und passten sich nicht ausführlich genug an, so dass der Nürnberger Nachwuchsmann einige Male recht simpel die Pressingbemühungen der gegnerischen Mannschaft aushebeln konnte. Mit diagonalen Pässen durch die Schnittstelle zwischen Schmiedebach, der gegen diese eingeschobene Stellung nicht richtig Zugriff erhielt, einen etwas längeren Bogen im Anlaufen machen musste und in der Grundpositionierung einfach nicht optimal stand, und dem jeweils ballnahen Stürmer überwand Plattenhardt die erste Linie der 96er einige Male ohne Aufwand und bediente seine Kollegen im Mittelfeld, die anschließend viel Raum und Zeit vorfanden.

Nürnberger Ambivalenz

Aus diesen Gründen mussten die Nürnberger häufig somit gar nicht auf ihr gut funktionierendes Vertikal- und Ablagespiel setzen, das Verbeek bereits sehr effektiv installiert hat. Stattdessen konnten die Bälle meist recht drucklos in die nächsthöhere Linie getragen werden, wo der jeweilige Mittelfeldmann die Kugel durch die Freiräume weiter nach vorne trieb. Allerdings zeigten sich hier auch einige Probleme der Nürnberger, die nicht zum ersten Mal im Aufbau und bei den Mittelfeldbewegungen überzeugten, daraus aber nicht die ganz klaren Abschlussszenen im letzten Drittel generieren konnten, obwohl sie dort viele Ansätze und Aktionen  hatten.

So fiel Kiyotake, der viele dieser Szenen in den freien Bereichen antrieb, gerade in der ersten Halbzeit gelegentlich durch eine schlechte Entscheidungsfindung und voreilige Aktionen auf, während seine Kollegen es ihm auch dadurch erschwerten, dass sie mit suboptimalen Staffelungen zu sehr in der letzten Linie agierten bzw. diese suchten, was nicht zum ersten Mal bei einem Verbeek-Team generell bzw. in seiner Nürnberger Zeit im Speziellen zu erkennen war. Eine halbe Stunde lang konnten die Gäste daher aus ihrer eigenen Überlegenheit und den Hannoveraner Lücken keinen Treffer erzielen.

Sobald sie allerdings in den letzten und entscheidenden Bereichen eine bessere Balance fanden, kam es sofort zu einer rapiden Steigerung der Torgefahr, so dass Hannover mit drei Gegentoren in nur 11 Minuten bestraft wurde. Diese Treffer waren aus Nürnberger Sicht die Belohnung für die Stärken im Aufbau, in den Mittelfeldbewegungen und den grundsätzlichen Mechanismen in den Schnellangriffen mit Ablagen. Dieser eigentliche Stil der Franken blitzte auch in dieser Partie gelegentlich immer mal wieder auf und deutete in jenen Fällen dann an, dass die Nürnberger hier am stärksten sind sowie äußerst gefällig und anspruchsvoll in der Dynamik zu kombinieren wissen.

Wenn die Offensive unter Problemen des Gegners leidet

Doch es waren gerade Hannovers Probleme, die diese Aktionen in der Häufigkeit ihres Auftretens verhinderten. Durch die Unkompaktheiten des Gegners ließ sich der Club ein wenig aus dem gewohnten Spiel herausdrängen und setzte stattdessen auf simplere Angriffe durch die großen Räume, die bis in die letzten Zonen weitgehend funktionierten, dort dann allerdings die letzten Mechanismen und Eingespieltheiten vermissen ließen. Zwar muss man dazu sagen, dass die Nürnberger auch sonst in diesem Punkt ihre größten Probleme in der Offensive haben und die Abschlussstrukturen nach dem schnellen Vorkombinieren in die hohen Bereiche generell ein bisschen zu unscharf sind, doch entsteht hier meistens durch die Seitenüberladungen schon mehr Gefahr als bei den Angriffen der ersten halben Stunde.

Als die Gäste dieses Mittel dann konsequenter auf die etwas veränderten Vorrückmuster und die Hannoveraner Löcher anwendeten, kam in der Phase vor der Halbzeit schließlich auch die Torflut zustande. Gerade der erste Treffer durch Hlousek war dabei maßgeblich auf dieses Mittel zurückzuführen, als Hannover – unter konsequenter Mithilfe des Mittelfelds – auf rechts gelockt wurde, um anschließend ballfern auf den Tschechen verlagern zu können. Ein interessanter Aspekt war hierbei die Tatsache, dass die Einzelspieler individuell auch gerne einen Linksfokus zeigten – symbolisch der Doppelpass von Kiyotake und Ginczek kurz vor der Halbzeit – und sich dort ebenfalls tummelten, die gefährlichsten und durchschlagskräftigsten Szenen allerdings durch die Überladungen von der anderen Seite zustande kamen. Hier zeigte sich Hasebe sehr balanciert und traf viele gute Entscheidungen, während Drmic nicht allein offene Lücken bespielte und als Abnehmer für Kombinationen oder Pässe auftrat, sondern auch beim Raumöffnen überzeugte.

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Die Entstehung des 0:1: Hannover presst vorne ungünstig, da Nürnberg sich über Frantz und die Überzahl durch die Distanz hinter den Stürmern problemlos befreien kann (blau). Anschließend spielt dieser – nicht ohne Risiko – auf Hasebe, den Hannover wieder nicht kompakt verteidigt bekommt. Trotz den Bemühungen von Stindl und Huszti kann er dann in den riesigen Freiraum ziehen (rot). Dank der Läufe von Drmic, Ginczek und Kiyotake wird Hlousek auf dem anderen Flügel frei und kann von Hasebe bedient werden.

Dagegen war das 0:2 nicht ganz so eindrücklich, allerdings insoweit ein anschaulicher Treffer, als sich hier die verbesserte Balance beim Abschließen der Angriffe generell illustrierte. Diesmal fand der im Zwischenlinienraum angespielte Kiyotake in etwas zum Halbraum versetzter Position mit seinem Pass einen Abnehmer in Drmic. Dieser zeigte gutes Verständnis mit Ginczek und brach durch die Kombination von Laufwegen nicht nur Hannovers Defensive, sondern symbolisch auch die zuvor einige Male aufgetretenen eigenen Staffelungsprobleme aufbrach. Dabei muss man allerdings dazu sagen, dass die Synergie zwischen diesen beiden noch am wenigsten für jene anfänglichen Schwierigkeiten verantwortlich waren, da sie relativ konstant funktionierten. Schließlich erhöhte Per Nilsson kurz vor der Pause per Kopf nach einer Ecke noch auf 0:3.

Falsche Dynamik bei Hannover

Gegen die typischen Nürnberger Mannorientierungen offenbarte Hannover, deren Offensivleistungen in der unmittelbaren Vergangenheit generell von gewissen Problemen geprägt worden waren, einige Schwierigkeiten. Dabei gab es sowohl grundlegende Aspekte als auch spezielle Punkte im Hinblick auf den besonderen Nürnberger Stil. So war Schmiedebach trotz einiger individuell ordentlicher Ansätze nicht gut genug eingebunden und Husztis Freirolle nicht optimal angelegt. Durch die beiden situativ zur Mitte ziehenden Flügel gab es zwar tendenziell mehr zentrale Präsenz als in einigen anderen Partien, doch wurde diese nicht gut genug genutzt. So rückte Huszti zwar gerne ein, suchte dabei aber meistens nur die etwas tieferen Zonen und fokussierte sich bei diesen Bewegungen zu sehr darauf, die Flanke für den nachstoßenden Prib zu öffnen, anstatt aus diesen Gegebenheiten im Zentrum auch konsequentes Zusammenspiel in jenen Räumen einzuleiten.

Das grundsätzlich lineare Spiel, das die Aktionen der Slomka-Truppe seit jeher prägt und das sich auch in den erwähnten Läufen von Prib äußerte, war gegen die Nürnberger keineswegs eine unpassende oder generell zum Scheitern verurteilte Variante. In guter Ausführung können simple Angriffe mit konsequenten Bewegungen zwischen Halbraum und Außenbahn einer Mannorientierung ganz besonders gefährlich werden. Mit den beiden häufig nach außen weichenden Sechsern Andreasen und Stindl hatten die Niedersachen hierfür theoretisch auch gute Anlagen, allerdings spielten sie diese nicht mit der richtigen Dynamik an. Beispielsweise wurden die nach außen ziehenden Bewegungen der Achter – Stindl ging situativ auf beide Seiten, Andreasen lief sich einige Male weit vorne rechts frei – nicht während des Laufes bedient, um die Freiräume innerhalb von Rochaden anzuvisieren. Stattdessen kam das Zuspiel meistens erst, nachdem die Positionsveränderung bereits abgeschlossen war und der Mittelfeldspieler seinen neuen seitlichen Raum schon besetzt hatte. Weder Andreasens Ansätze noch Stindls Herauskippen, das er zu häufig und nicht strategisch genug eher in die tieferen Bereiche ausführte, hatten daher wirklichen Effekt.

Deutliche Steigerung und beste 96-Phase nach der Pause

Nach der Halbzeit funktionierte dies deutlich besser, was nicht nur an verfeinerter Balance in den Dynamiken, sondern auch an zwei wichtigen Änderungen Slomkas lag. Zum einen ließ er Stindl in den Offensivaktionen nun deutlich häufiger die rechte Seite unterstützten, wo dieser effektiver wirkte und einige starke Szenen hatte. Zum anderen kam Bittencourt für Schmiedebach in die Partie, woraufhin Hannovers Coach die Positionen der beiden offensiven Außenspieler anders ausrichtete und diese auch im letzten Drittel in die Mitte ziehen ließ. Bei diesem Einrücken zeigten sich die zwei sehr kombinativ und kurbelten zusätzlich zu den Flügelaktionen einige starke Angriffe durch die Mitte an, bei denen Sobiech mit seinem Timing im Zurückfallen und seinen Ablagen auch in engen Räumen beeindruckte.

Eine dieser Aktionen führte zu einer hervorragend herausgespielten Chance, bei der Sobiech das Zuspiel von Bittencourt nach halbrechts in den Strafraum zu Huszti weiterleitete, der nach 53 Minuten allerdings an Schäfer scheiterte. Eingeleitet worden war das Ganze von einer Flügelunterstützung Stindls, der Nürnberg herüberlockte und dann zusammen mit Sakai Bittencourt freispielte, so dass dieser einlaufen konnte. Einige Minuten später fiel dann das weniger ansehnliche und etwas glücklich eingeleitete 1:3, als Bittencourt die Einzelaktion von Huszti vollendete. Allerdings zeigte sich bei diesem Treffer das leichte Ausweichen von Diouf – diesmal nach halblinks – zur Seite, das nach der Pause balancierter umgesetzt, gewissenhafter praktiziert und besser – unter anderem mit längeren Zuspielen – bedient wurde.

Ein übergeordnetes Kernmerkmal, das sowohl bei der tollen Chance für Huszti als auch beim Tor eine Rolle spielte und schließlich auch die weiteren Minuten der Partie prägen sollte, war die generell fehlende Defensivkompaktheit der Nürnberger. Diese zogen nicht nur ihre Mannorientierungen weniger konsequent durch, sondern offenbarten einfach in der Grundstellung vermehrt Lücken. Vor allem Kiyotake agierte meistens viel zu hoch, was zwischen den Linien und in den Mittelfeldbereichen teilweise enorme Löcher öffnete, die Bittencourt und Huszti das Einrücken ermöglichten und in doppelter Hinsicht auch beim ersten Gegentor bestraft worden waren – Dioufs Kopfball landete bei Huszti, dessen Hereingabe dann vor allem deshalb so gefährlich wurde, weil die Franken den Rückraum nicht gesichert bekamen. Gerade in dieser Hinsicht wirkte das gelegentlich auftretende passive Doppeln auf den Flügeln, als eine Art Ergänzungsmaßnahme zur grundlegend mannorientierten Spielweise, eher destabilisierend.

Einschnitt, Ausgleich, Fazit

Als die Partie in dieser Phase zugunsten der Hausherren zu kippen drohte, beging Slomka einen Fehler und riss die verbesserte Ausrichtung seines Teams selbst teilweise ein, indem er den starken Sobiech auswechselte, der bis hierhin eine wichtige Rolle beim ersten Teil der Aufholjagd gespielt hatte. Für ihn kam der erst 17-jährige Nachwuchsmann Sulejmani, der alles in allem spielerisch wohl stärker einzuschätzen sein dürfte als der polnische Mittelstürmer, aber nicht ideal in die Spieldynamik und den Rhythmus passte. Seine starken Weiterleitungen waren im Gegensatz zu Sobiechs Ablagen unter den situativen Umständen der eigenen Aktionen und des Gegners etwas schwieriger einzubinden.

So hatte Slomka etwas Glück, dass eine dieser Weiterleitungen beim 2:3 gelang und den Treffer vorbereitete. Allerdings muss die deutliche Abseitsposition als Relativierung der Szene genannt werden, die wohl auch nicht so passiert wäre, wenn Nürnberg kurz zuvor bei einer ihrer zahlreichen Konterszenen nicht schon wieder im Pech – Marcelo stolperte Kiyotakes Querpass auf den einschussbereiten Pekhart an den Pfosten – gewesen wäre. Zudem sollte bei diesem Tor nicht in den Hintergrund rücken, dass es ein Innenverteidiger-Vorstoß – insgesamt ein sehr sinnvolles Mittel gegen mannorientierte Tendenzen, wenngleich hier recht spontan angewandt – war, der die gesamte Szene überhaupt erst ermöglichte.

Nach dem späten Anschlusstreffer warf Hannover noch einmal alles nach vorne, Verbeek traf mit der Einwechslung von Mak für Frantz vielleicht psychologisch nicht die ideale Wahl und der Ausgleich nach einer Standardsituation wurde von Glück, Zufall und Gewalt unterstützt, wenngleich immerhin der nach rechts gewichene Stindl den Freistoß herausgeholt hatte. Dass Slomka mit diesem 3:3 doch noch den Lohn für seine grundsätzlich guten Halbzeitumstellungen einfahren durfte, war letztlich nach dem Bruch um die 65. Minute keineswegs logisch, sondern überraschend – von den insgesamt 21 Abschlüssen der Hausherren gab es nach der Auswechslung Sobiechs nur noch die beiden erzwungenen Tore, einen Weitschuss von Bittencourt und einen Sané-Kopfball nach einer Standardsituation. Die vielen schnellen Nürnberger Konter, die auf beiden Seiten durch die Kompaktheitsprobleme getragen wurden und diese jeweils weiter anstachelten, hätten die Begegnung normalerweise deutlich früher entscheiden können, doch gingen die Gäste nicht zum ersten Mal schlecht mit ihren Chancen um. Mit ihren üblichen Mechanismen – zum Beispiel Hasebes Unterstützung der rechten Flanke – leiteten sie diese Aktionen ein, vergaben aber das meiste fahrlässig oder hatten Pech mit Ginczeks Aluminiumtreffer.

Willibert 5. Januar 2014 um 21:58

m.E. liegt das Problem von Hannover wie folgt: Man spricht vom teuersten Kader der Vereinsgeschichte. Das mag ja auch so sein, aber hierbei sollte man nicht vergessen, daß 3 Spieler so viel verdienen wie der Rest der Mannschaft. Die Spieler sind Zieler,Huzsti und Diouf. Um diese Spieler halten zu können, wurde der Rest der Mannschaft „ausgedünnt“.Eine Mannschaft besteht aber auf dem Platz aus 11 Spielern. Auch dachte man, diese drei könnten sogenannte Eckpfeiler sein. Das trifft m.E. nur auf Zieler zu. Huzsti macht im Monat höchstens 1 gutes Spiel und das auch im Heimspiel.Auswärts ruht er sich aus oder er ist verletzt.Dasselbe gilt für Diouf. Die spielen nur für die Galerie zu Hause. Das erklärt auch die Auswärtsschwäche. Schmadtke wollte diese Entwicklung bestimmt nicht, Kind aber wohl. Slomka schlug sich auf die Seite von Kind (einem „anerkannten Fußballfachmann“) um seinen Job zu retten. Darum hatten Schmadtke und Slomka auch ständig Zoff. Eine ähnliche Entwicklung gab es damals bei Alemannia Aachen.Das Ergebnis ist ja bekannt. Wenn Hannover diese Entwicklung nicht baldmöglichst stoppt, landen sie, egal mit welchem Trainer in der 2.Liga. !!!

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CF 5. Januar 2014 um 23:14

Für mich waren klare taktische Mängel erkennbar. Ich glaube Korkut wird aus dem selben Kader noch eine Menge machen. Die Rolle des Trainers wird total unterschätzt. Für mich haben viele Spieler das Potenzial Welklasse zu sein aber die Trainer binden sie falsch ein. Falsche Strukturen werden um die Spieler gebaut die interessanten Bewegungsmuster werden verschwendet oder nicht gut genug genutz solche Sachen sind meistens Ausschlag gebend für Erfolg oder Misserfolg. Manche Spieler waren schlicht nicht gut genug genutzt siehe Bittencourt aus meiner Sicht hatte Hannover durchaus das Potenzial 11 taktisch wie technisch gute Spieler auf den Platz zu bringen.

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CF 3. Januar 2014 um 12:22

Mit Hannover kann es ja noch was werden. Höre mir gerade die Pressekonferenz von Korkut an. Sehr interessant spricht auch von seinen Ideen es fallen Wörter wie agieren, Offensive, geschlossen Verteidigen und Ballbesitz.
Könnte echt interessant werden, da er wie es mir scheint eine sehr gute Philosophie hat die auch ganz gut aufs Team passt.

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RM 3. Januar 2014 um 12:52

Klingt interessant. Hoffe, die wird später auf YT hochgeladen. Oder Stephan greift unter die Arme.

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Guergen 3. Januar 2014 um 17:19

Ist jetzt auf Youtube. Klingt auf jeden Fall ganz interessant. Er hält sich einerseits zurück, macht aber doch Andeutungen zu seinen Vorstellungen von Fußball.
Freilich habe ich ihn nicht im Jugend- und Amateurbereich beobachtet, wenn man den Aufstellungen und Daten von tm.de trauen kann (was ich eigentlich bezweifle) hat Korkut in seinem halben Jahr bei Stuttgartregelmäßig ein 3-5-2 spielen lassen.

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Sofalaie 3. Januar 2014 um 19:26

Kann man auch nicht. War damals so weit ich weiß ein normales 4-4-2.

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CF 3. Januar 2014 um 21:51

Hast du ein paar Spiele oder weißt du wo man welche sehen kann von der damaligen u19?

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Sofalaie 3. Januar 2014 um 22:42

Weder noch, sorry.


Alexander | Clubfans United 19. Dezember 2013 um 12:47

Vorweg: Danke für die Analyse! Wie immer sehr bereichernd!

Mir kommt allerdings der Einfluß des Schiedsrichters bei der Analyse mit Blick auf das Ergebnis diesmal etwas zu kurz. Hätte der Schiedsrichter einfach das offensichtliche Abseits gepfiffen (eine in der Form einfach krasse Fehlleistung), wären alle Umstellungen Slomkas am Ende „für die Katz“ gewesen und das Fazit wäre wohl auch etwas anders ausgefallen, da schlicht „wirkungslos“.

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96er 16. Dezember 2013 um 08:17

Symptomatisches Spiel für Hannovers Probleme in dieser (und der letzten) Saison.

Mein Eindruck ist immer wieder, dass 96 eigentlich eine gute Mannschaft hat, es aber an Raffinesse im Coaching fehlt. Zuweilen sind die Spieler nicht optimal eingesetzt, oft fehlt es an einem spezifischen Plan gegen den Gegner — und häufig werden gegen taktisch disziplinierte Teams die Spiele in der 2. Hälfte verloren, wenn der Gegner sich eingestellt hat.

Oder ist das, wie die „Experten“ sagen, doch eine Art mentales Problem? Es fällt schon auch auf, dass gerade das Gegen- bzw. das Rückwärtspressing von sehr unterschiedlicher Qualität ist.

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CF 16. Dezember 2013 um 23:04

Würde eher sagen es liegt am Coaching von Slomka. Ich nenn es mal das Schaaf-Syndrome, weil das was in Hannover gerade passiert auch schonmal bei Werder passiert ist. Das vor ein paar Jahren noch taktisch befriedigendes System ist nun überholt, da die Entwicklung ausgeblieben ist. Der Kader ist jetzt aber auch nicht überragend.

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TR 17. Dezember 2013 um 00:02

Also das Coaching als solches sehe ich bei Hannover gar nicht mal als das Hauptproblem. Die Anpassungen innerhalb von Spielen sind ja teilweise weitreichend und in einer Reihe von Fällen – beispielsweise in dieser Begegnung oder einmal bei einem 4:2 in Stuttgart ( http://spielverlagerung.de/2012/11/13/vfb-stuttgart-hannover-96-24/ ) – auch sehr erfolgreich. Dass man sich gelegentlich mal verzockt, kann immer vorkommen und gegnerische Anpassungen sind teilweise dann auch mal besser. Als Hauptproblem würde ich das keinesfalls klassifizieren – die liegen meiner Meinung nach eher in einigen Aspekten der grundlegenden Ausrichtungen und den Überlegungen, die vor den Partien als Vorbereitung getroffen werden. Der erste Teil dieser Aussage von 96er („Zuweilen sind die Spieler nicht optimal eingesetzt, oft fehlt es an einem spezifischen Plan gegen den Gegner“) passt daher wohl besser als der zweite Teil.

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96er 17. Dezember 2013 um 09:43

Naja,

ich komme da auch nur drauf, weil die Halbzeiten so unterschiedlich sind. In den BL-Partien dieser Saison hat Hannover so ausgesehen:

1. HL: 13:14 Tore
2. HL: 7:13 Tore

Sogar inklusive des Nürnberg-Spiels scheint da eine Tendenz zu stärkeren ersten Halbzeiten sichtbar zu sein — vor dem Spiel dieses Wochenendes sah das natürlich noch sehr viel deutlicher aus, da hatte 96 in 13 2. Halbzeiten nur 4 Treffer erzielt, versus 13 Tore in der gleichen Anzahl 1. Halbzeiten.

In Hannover wird ja auch diskutiert, ob’s nicht an mangelnder Fitness liegen können, dass das Team immer so einbricht.

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mk 17. Dezember 2013 um 15:23

Die ganze Fitnessdiskussion ist in meinen Augen Blödsinn. Es kann mir doch keiner erzählen, dass ein Bundesligaspieler, der professionell jeden Tag trainiert wird, nicht in der Lage sein soll, auch nach 80 Minuten noch einen Sprint anzusetzen. Außerdem ist es bezeichnend, dass die ganze Thematik durch diese waaahnsinnig aussagekräftigen Team-Laufstatistiken aufgekommen ist. Die sagt ja eigentlich original nichts aus.
Und ich finde auch nicht, dass die Spieler auf falschen Positionen eingesetzt werden. Das einzige Beispiel dafür wäre Huszti auf der 10, aber das hat Slomka ja nach zwei Versuchen drangegeben. Schmiedebach ist einfach im Moment die einzig verlässliche und laufstarke Alternative fürs RM gewesen. Weil Stindl ja 6er üben und spielen muss, wie wir schon lesen durften 😉
Im Moment ist unser ganzes System einfach durch den personellen und teilweise taktischen Umbruch labil und dann können kleine Ereignisse große Räume aufreißen. Leider. Wenn man das abstellen kann, läufts auch wieder rund (meine und hoffe ich).

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