Kommentar: Zentrumsfokussierung mindert Zentrumseffektivität – ND

Nach dem Tobi Strobl in Verl mit dessen Spielidee/ bzw umsetzungs der verler phil stand nun der auf Takt gegen den FC Kaiserslautern, die sich vor allem durch ihren eher defensiv fokussierten Ansatz hierbei agieren sie entweder tiefer in einem 541/532 Block und in Pressingphasen sehr mannfokussiert

Im Spiel gegen den FCK ließ sich eine teils andere Dynamik im Spiel gegen einen gegnerischen Block erkennen, dabei muss zunächst klargestellt werden, dass es sich bisher um das erste Pflichtspiel handelt, nachdem er vor knapp sechs Wochen übernommen hat, der Kader einen extreme transformation durchlaufen hat sowie dass die verbliebenen Spieler in den letzten Jahren beim VfL keinen Trainer hatten, der einen spielerischen Ansatz verfolgt hat. Dennoch hat sich eine Dynamik gezeigt, die im Spiel gegen tiefblockende Gegner nicht so effektiv ist und sich vom letztjährigen Ansatz unterscheidet.

Dort waren 1212 Überladungen auf dem Flügel der Key gegen solche Ansätze, der VfL setzt heute jedoch vermerht auf das Überladen von zentralen Räumen.

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Szenen wie diese traten häufig auf: Der Fokus lag darauf, sich durchs Zentrum zu kombinieren, durch viele Spieler in diesem. Ihnen gelingt es in dieser Szene und einigen anderen auch immer wieder, die erste Blocklinie zu überspielen, sowohl durchs Überdribbeln als auch durch linienbrechende Pässe. Doch die meisten Anschlussaktionen danach waren wieder Rückpässe oder Bälle nach außen vor den Block. Durch die hohe Zentrumspräsenz konnte Lautern das Zentrum extrem verdichten, dadurch war es ihnen sehr gut möglich, sofort Druck auf den Empfänger auszuüben. Hinzu kommt, dass es im Block einfacher ist, das Zentrum zu schützen, der Winkel ist meist vertikal und es geht nur darum, die Vertikale zu schließen, Bälle nach außen sind ob der Torentfernung nicht dramatisch.

Ähnliches gilt, wenn es den Wolfsburgern mal gelang, durch gute Positionierungen auf Lücke, Spiel-und-Geh-Dynamiken auch hinter die zweite Blocklinie zu kommen: hohe Dichte im Zentrum, einfaches und schnelles Rückwärtspressing für die überspielten Spieler, da sie meist nur vertikal fallen müssen, um wieder zwischen Ball und eigenes Tor zu kommen. Ebenso ist die Orientierung und Positionierung der Innenverteidiger erleichtert durch die zentrale Progression, sie stehen meist gut verteilt vor dem eigenen Tor, sowie die Tatsache, dass sie primär nur die Vertikale verteidigen müssen. Diese beiden Tatsachen sorgten dafür, dass Wolfsburg in solchen Situationen kaum Torgefahr entwickeln konnte und wiederholte Male aus dieser Ebene außerhalb vom Sechzehner Distanzschüsse suchte.

Dennoch zeigen die Wolfsburger auch ein paar Szenen, in denen sie eher den Flügel überladen gehabt haben und sie dadurch eine höhere Gefahr im Zentrum entfalten konnten. In dieser Situation besetzen sie beispielsweise die ballnahe Außen- und Halbspur mit fünf Spielern:

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Sprich, der Kaiserslauterer 5-4-1-Block muss durchschieben. Betrachtet man nun die Verteidigungswinkel, die sie verteidigen müssen, so gilt es, alle drei Winkel zu verteidigen, insbesondere den diagonalen Winkel, jedoch auch horizontal und vertikal, da sie dadurch auch näher an das eigene Tor kommen, anders als in der vorherigen Dynamik. Dadurch müssen sie in einer diagonalen Körperstellung verteidigen und auch angepasst zurückfallen, um nach dem Überspielen wieder zwischen Ball und Tor zu kommen.

Des Weiteren sorgt das ballorientierte Durchschieben dafür, dass in Ballnähe eine hohe Dichte und Kompaktheit entsteht, dafür das Zentrum etwas loser ist. In der ersten Dynamik konnten diese beiden Kriterien parallel erfüllt werden. Nun aber nicht mehr: Gelingt es der angreifenden Mannschaft nun, die Blocklinie zu durchbrechen, insbesondere schnell über die diagonale Achse, so kann diese Zentrumsoffenheit in einen effektiven Zentrumsangriff umgewandelt werden. In dieser Situation verpufft das Momentum, da der den Doppelpass vollendende Klatschball von Glatzel Damar in den Fuß gespielt wird und nicht eher leicht vor ihm in den Raum, damit er mit Dynamik in ihn reinlaufen und sofort Druck auf den ZIV des Lauterer 5-4-1-Blocks ausüben kann.

Fazit

Eine höhere Zentrumsfokussierung garantiert keineswegs eine höhere Durchschlagskraft im Zentrum selbst. Ganz im Gegenteil: Die wirklich verheißungsvollen Angriffsdynamiken entstehen meist erst dann, wenn man den Gegner zunächst an ganz anderer Stelle locken, bedroht und von dort aus die vulnerabelen Bereiche attackiert

Unabhängig von dieser Systematik zeigt der VfL Wolfsburg phasenübergreifend bereits viele vielversprechende Ansätze unter Neutrainer Strobl. Da die Saison jedoch gerade erst in den Kinderschuhen steckt, verlangt der momentane Stand keineswegs nach einer Überreaktion. Es bleibt spannend zu beobachten, wie die Weiterentwicklung in den kommenden Wochen und Monaten voranschreitet und ob Strobl wieder mehr zur Verler 1212 Staffelung auf dem Flügel zurückkehrt oder ob er neue Dynamiken gemeinsam mit der Mannschaft entwickelt

ND

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