Schalke stabilsiert sich zum Auswärtssieg – FN

1:2

Schalke gewinnt das Topspiel in Elversberg in Unterzahl und festigt damit die Tabellenführung. Die Knappen überzeugten im elf gegen elf vor allem durch gute Mechanismen im Angriffspressing. Aus dieser Stabilität heraus zeigte man in einem überzeugenden Auftritt auch gefällige Ansätze mit Ball und ließ das sonst so spielstarke Elversberg kaum zur Entfaltung kommen.

Die stark ersatzgeschwächten Schalker mussten weiterhin auf die verletzten Dzeko und Katic verzichten. Zusätzlich fehlten Karaman und Ayhan gesperrt. Dementsprechend nahm Muslic einige Änderungen aus der 4-2-3-1 Grundordnung vor. Vor Torhüter Karius bildeten Kurucay und Sanchez das Innenverteidigerduo. Flankiert wurden diese von Ndiaye und Becker. Auf der Doppelsechs agierten Schallenberg und El-Faouzi. Die offensive Dreierreihe bildeten von links nach rechts Aouchiche, Ljubicic und Gomis. Den Dzeko Ersatz als einzige Spitze gab Sylla. Schalke wollte den Lauf von acht Spielen ohne Niederlage fortsetzen und sich weiter als Tabellenführer absetzen.

Für Elversberg hingegen ging es darum den Anschluss an die zuletzt formstarken Schalke und Paderborn auf den Aufstiegsplätzen zu halten. Auch Elversberg agierte aus einer 4-2-3-1 Grundordnung. Zwischen den Pfosten stand Kristof. Die Viererkette davor bildeten von links nach rechts Günther, Rohr, Pinckert und Keidel. Auf der Doppelsechs davor agierten Poreba und Conde, während Pherai den Zehner gab. Die Flügel besetzten Zimmerschied links und Petkov rechts. Als Stoßstürmer agierte Schnellbacher.

Diagonales Isolieren und Auslösemechanismen

Von Beginn an agierten die Schalker gegen den 4-2-3-1 Aufbau von Elversberg im 4-3-3 Angriffspressing sehr diszipliniert. Über Klarheit im Auslösen, Doppelrollen, gutes Verschieben im Zentrum, sowie eine hohe Intensität gelang es Schalke früh das Elversberger Ballbesitzspiel einzuschränken.

Häufig starteten diese Pressingsequenzen bei Ballbesitz des rechten Elversberger Innenverteidiger Pinckert. Dieser wurde von zunächst von Sylla vertikal aus dem Zentrum heraus angelaufen. Durch den vertikalen Pressingweg gelang es Sylla den als tiefsten Sechser im Aufbau agierenden Poreba zu isolieren. Pinckert sah sich dadurch gezwungen wiederholt den Querpass auf Rohr zu wählen. Dieser Querpass zwischen den Innenverteidigern war der Auslöser für den Zugriff der Schalker. So schob Gomis diagonal aus dem Zentrum heraus auf Rohr. Dieser nahm den Ball meist nach außen mit, um dem Anlaufen zu entgehen und diagonale Passwege ins Zentrum mit dem offenen Außenfuß zu suchen. Diese diagonalen Passwege waren durch das gute Timing von Gomis im Rausschieben jedoch weitgehend isoliert. Durch die Ballmitnahme nach außen nahm sich Rohr allerdings die Option über Pinckert wieder abzudrehen.

Sylla konnte sich so fallen lassen und nahm Poreba mannorientiert auf, was die Schalker Komapktheit im Zentrum stärkte. So blieb Rohr in den meisten Fällen nur noch der Pass in die Breite auf Günther. Dieser wurde jedoch ebenfalls diagonal aus dem Zentrum kommend von El-Faouzi angelaufen. So konnte der Zehnerraum weitgehend isoliert werden und das Durchschieben der Mittelfeldkette erfolgen. Schallenberg nahm Pherai auf und Aouchiche rückte ballfern in den Sechserraum ein. Diese engen Abstände schufen einge gute Basis, um nach Ballgewinnen möglichst direkt in kleinräumigen Überzahlen umzuschalten. Man zeigte in diesen Momenten zwar immer wieder vielversprechende Ansätze verpasste jedoch größere Durchbrüche.

El-Faouzis Rolle ist in dieser Pressingauslösung noch einmal hervorzuheben. Gerade sein sehr gutes Timing sowie seine hohe Intensität stachen in diesen Momenten heraus. So wählte dieser bei Herausschieben von Gomis stets den richtigen Moment, um das Tempo des Anlaufens zu beschleunigen. So konnte das Vertikalspiel in den Halbraum von Rohr gegen das eigene Momentum unterbunden werden. Durch seine hohe Intensität und Tempo im Anlaufen gelang es El-Fouzi trotz des weiten Pressingwegs bereits bei Ballannahme von Günther unmittelbaren Gegnerdruck auszuüben. Günther tat sich dadurch schwer nach dem Aufdrehen in eine sinnvolle Anschlussaktion zu kommen. So war El-Faouzi teilweise so eng im Anlaufen, dass er bereits den ohnehin suboptimalen Vertikalpass auf Zimmerschied unterband.

Auf der linken Seite setzten sich diese Prinzipien weiter fort. So wählte Pinckert nach Anlaufen von Sylla gelegentlich auch den Pass in die Breite auf den flach positionierten Rechtsverteidiger Keidel. Dies war der Auslöser für Ljubicic diagonal auf diesen herauszuschieben. Auch hier wurde Poreba im Zentrum durch den diagonalen Anlaufwinkel isoliert, bevor Sylla diesen mannorientiert aufnahm. Durch seine höhere Startposition und den weiten Pressingweg nach außen agierte Ljubicic jedoch in einem flacheren Pressingwinkel als El-Faouzi auf der anderen Seite. Daher gelang es Keidel mehrfach einen offenen Außenfuß zu bekommen. Elversberg tat sich jedoch schwer für diesen flache Anschlussoptionen zu schaffen.

Entscheidend hierfür waren die Rollen von Aouchiche und Schallenberg. Diese wechselten nach Zugriff nicht in einen direkten Mannbezug. Stattdessen agierten diese im Raum. Aouchiche schuf so eine Überzahl in der Breite, wodurch man sich schwertat, Petkov flach entgegenkommend anzuspielen. Deshalb suchte dieser hauptsächlich die Tiefe, was in mehrfachen langen Bällen von Keidel hinter die Kette Schalkes resultierte. Die Knappen hatten jedoch wenig Mühe diese langen Bälle in der +1 Verteidigung abzulaufen.

Schallenberg agierte mehr im Raum zwischen Conde und Pherai und war so in der Lage die möglichen Diagonalbälle in die letzte Linie abzufangen, während El-Faouzi ballfern auf Pherai durchschob. Entscheidend war, dass Schallenberg und Aouchiche beide im Zugriffsbereich von Conde agierten, wodurch dieser erhebliche Probleme hatte ins Spiel zu finden.

Elversberger Statikprobleme

Elversberg agierte generell zu sehr aus der Struktur heraus und es fehlte an Rhythmuswechseln sowie klaren Lösungen gegen das Schalker Anlaufen. Unter Trainer Wagner nutzt Elversberg häufig die diagonalen Verbindungen ins Zentrum als Katalysatoren, um das Tempo im Offensivspiel aus der Aufbauzone in kleinräumigere Ablagen hinein zu beschleunigen.  Gerade dadurch, dass die diagonalen Verbindungen von Schalke erfolgreich isoliert wurden, tat man sich schwer diese Dynamik zu erzeugen, wodurch das eigene Spiel schnell statisch wirken konnte.

Dies lag auch an der fehlenden Mobilität der Sechser. So agierte Poreba meist als zentrale Sechs vor der Viererkette während Conde leicht höhenversetzt nach rechts agierte. Zehner Pherai bespielte dann meist den linken Halbraum aus der letzten Linie abkippend. Speziell von Conde wären mehr Ausweichbewegungen in die Breite wünschenswert gewesen. Generell verpasste man es über Verbindungsspieler und etwas höher schiebende Außenverteidiger für Verbindungen hinter bzw in die verschiebende Mittelfeldkette Schalkes zu sorgen. Häufig waren die Lösungen um den Block zu vorhersehbar, wodurch Schalke nie mehrere Passwinkel verteidigen musste und so auch keine Bruchstellen in den Zuständigkeiten entstanden.

Eine Möglichkeit wäre es beispielsweise gewesen Conde in die Breite rauskippen zu lassen und über den höher positionierten Keidel in den Zehnerraum zu kommen beziehungsweise diesen dynamisch über Läufe von Petkov, sowie Abkippen von Schnellbacher zu besetzen. Elversberg ließ solche Lösungen jedoch im ersten Durchgang vermissen wodurch Schalke gerade auch durch den Druck die frühe Führung Elversbergs aus der vierten Minute nach einem Konter zu egalisieren zunehmend spieldominanter wurde.

Ungenügende Pressingwinkel und zweite Bälle

Diese zunehmende Spieldominanz der Schalker lag auch am fehlenden Zugriff Elversbergs im Angriffspressing. So sah sich Schalke durch die vermehrten langen Bälle immer wieder im eigenen Aufbau wieder. Elversberg presste den Schalker 4-2-3-1 Aufbau im 3-2-3-2 Unterzahlpressing im Angriffsdrittel. Zehner Pherai kontrollierte beide Sechser. Die ersten Auslöser waren die Stürmer Zimmerschied und Schnellbacher. Letzterer lief dabei zumeist Karius im Bogen an und versuchte über seinen Bogenlauf Sanchez zu isolieren. Schnellbacher blieb meist etwas tiefer im Zugriffsbereich von El-Faouzi und löste erst bei Pass auf Kurucay aus. So konnte Pherai ballseitig seinen Mannbezug auf Schallenberg verstärken.

Der Bogenlauf von Schnellbacher war jedoch mehrfach zu steil angesetzt, wodurch Karius diesen flach auf Sanchez überspielen konnte. Der Argentinier konnte anschließend mit einem progressiven ersten Kontakt, der in manchen Situationen auch technisch deutlich besser ausgeführt werden können, Schnellbacher überdribbeln. Elversberg gelang dadurch keine direkte Auslösung. So fiel man immer häufiger kollektiv ins Mittelfeldpressing zurück.

Bei erfolgreichem Anlaufen von Schnellbacher wählte Schalke mehrfach den langen Ball. Man verzichtete strikt darauf die Sechser im Druck anzuspielen und über diese auf die Innenverteidiger abzulegen. Teilweise hatte El-Faouzi bei längerem Verzögern von Karius auch genug Raum und Zeit, um sich direkt aufzudrehen. Jedoch nahm Karius diese Möglichkeiten nicht wahr.

Schalke zeigte beim langen Schlag von Karius immer wieder gute freiziehende Elemente. Der lange Ball war meist Richtung Sylla gerichtet. Dieser hatte allerdings vorhersehbare Probleme in der Luft gegen Pinckert, wodurch der erste Ball bei Elversberg landete. Entscheidend im Gewinnen des zweiten Balles war die enge zentrumsorientierte Positionierung der offensiven Dreierreihe Schalkes. Aus dieser eingerückten Position heraus starteten Gomis und Ljubicic mehrfach mit Tiefenläufen in den Raum hinter Sylla. Dadurch band man zum einen die beiden Sechser Elversbergs, die die Läufe mannorientiert mitgingen, zum anderen gelang es die zweite Ball Zone freizuziehen. Über die nachrückenden Sechser, sowie Becker sammelte Schalke ein ums andere Mal die zweiten Bälle auf. Dies führte zu teilweise vielversprechenden Offensivaktionen. Diese wurden jedoch zumeist nicht sauber zu Ende gespielt, wodurch wenig Zählbares dabei heraussprang.

Anschlussprobleme im Zentrum

Nachdem es in den ersten zehn Minuten der Partie noch einiges an Stückwerk im Schalker Ballbesitzspiel zu sehen gab, zeigte man scnschließend einige interessante Ansätze aus dem hohen Aufbau heraus. Schalke baute gegen das 4-2-4 Mittelfeldpressing von Elverbsberg aus einem 2+3 heraus auf. Auffällig in der Schalker Struktur war vor allem der hohe Zentrumsfokus. Die Außenstürmer rückten weit ins Zentrum ein. Gomis agierte mehr als eine Art Tiefe gebender Schattenstürmer neben/hinter Sylla, Aouchihche hingegen bildete mit Ljubicic und dem im Block sehr umtriebigen El-Faouzi eine hohe Zentrumspräsenz. Die Außenverteidiger agierten auf mittlerer Höhe als Exit Optionen aus dem Block heraus und boten sich auch immer wieder flach an. Auf echte Breitengeber in der letzten Linie verzichtete man.

Die Intention Elversberg war es durch die Viererreihe in der ersten Pressinglinie den Zugang über außen in den Block abzuschneiden und direkte Passwege von den Innenverteidigern in den Zehnerraum zu blocken. Dies ging in der Praxis jedoch nur bedingt auf. So hatten die zentralen Spieler Pherai und Schnellbacher große Probleme die Abstände im Verschieben zu halten. Dies lag auch daran, dass einer der beiden sich immer wieder zu stark an Schallenberg orientierte, beziehungsweise Pherai seine Aufmerksamkeit auf das Pendeln von El-Faouzi zwischen Sechserraum und Zehnerraum lenkte und so die Abstände aus den Augen verlor. Die sich öffnenden Lücken in der Horizontalstafflung bespielte Kurucay mehrfach gut mit linienbrechenden diagonalen Pässen in den Block auf Ljubicic.

Dieser positionierte sich immer wieder klug zwischen den beiden Sechsern. Conde positionierte sich zunächst halb-halb zwischen Halbraumspieler Aouchiche, während sich Poreba etwas mehr in den Halbraum zwischen El-Faouzi und Gomis orientierte. Die Außenstürmer befanden sich aufgrund ihrer hohen und breiten Positionierung außerhalb des erweiterten Zugriffsbereichs. Die Sechser mussten sich deshalb in diesen Unterzahlsituationen zentral Richtung Ball orientieren, wodurch es schwer wurde die Bewegungen im Halbraum in ihren Rücken hinein zu kontrollieren. Conde, der den direkten Druck auf Ljubicic suchte, machte dabei noch einen sehr ordentlichen Job.

Ljubicic traf im Anschluss jedoch häufig die falsche Entscheidung. So drehte sich der Österreicher beispielsweise nach links in Conde hinein auf mit der Intention Aouchiche im linken Halbraum zu bedienen. Mehrfach verpasste Ljubicic die direkte Ablage auf Schallenberg gegen das Momentum der Elversberger Sechser. Dieser war hinter der ersten Pressinglinie in den offenen Fuß anspielbar und hätte die Halbraumspieler einsetzen können.

Die schlechte Entscheidungsfindung Ljubicics war teilweise auch ein Symptom von mangelndem Scanning. Schattenspiel in den eigenen Deckungsschatten wurde kaum wahrgenommen, obwohl sich sowohl Aouchiche als auch Gomis immer wieder gut auf Ablage bewegten. Dieses Schattenspiel hätte ebenfalls das Momentum der Elversberger Sechser gebrochen und hätte geholfen die Zentrumsüberzahl effektiver zu nutzen. Generell machte Schalke zu wenig aus diesen doch vielversprechenden Ansätzen und vor allem sehr guten Bällen von Kurucay. Man ließ sich viel zu oft nach außen abdrängen beziehungsweise verlor den Ball direkt noch bei der Ablage. So kam man kaum zu Dribblings auf die letzte Linie.

Aouchiche fordert den Ball

Neben dem Denken ins Zentrum war die Aktivität von Aouchiche ein weiteres belebendes Element des Schalker Ballbesitzspiels. So holte sich der Franzose wiederholt die Bälle tief ab und konnte durch die Kreativität und Zielstrebigkeit in seinen Aktionen wiederholt für Tempowechsel aus der Zirkulation heraus sorgen.

Linksverteidiger Ndiaye schob in diesen Momenten etwas höher, wodurch Aouchiche als Verbindungsspieler in die Breite agierte. Dies sorgte dafür, dass Petkov durchschob, um auf das aktive Andribbeln von Aouchiche zu reagieren. Elversberg zeigte sich in diesen Momenten etwas zu passiv im Durchschieben. Gerade durch das Überladen durch El-Faouzi tat man sich schwer für klare Zuordnungen zu sorgen. So war Conde nach dem Abkippen von Aouchiche zu stark an Ljubicic orientiert und verpasste es El-Faouzi aufzunehmen. Dadurch geriet Keidel temporär in eine 1gg2 Unterzahl und wurde auf halbem Wege beim Rausschieben erwischt.

Diese gute Gegnerbindung über das Zentrum durch die Achter/Zehner war generell eines der Schalker Merkmale in diesem Spiel. Über die numerische Zentrumsüberlegenheit gelang es mehrfach über Ablagen einen freien Fuß für Nidaye zu bekommen. Durch Tiefenläufe gerade von El-Faouzi und Ljubicic gelang es wie vor dem Tor zum 1:1 Conde tief zu binden, sodass Ndiaye in die Dynamik des Nachrückens von Aouchiche in den Block spielen konnte.

Schalke spielte den anschließenden Dynamikvorteil im kleinräumigen 4gg4 dann sehr gut aus. Sylla kam gegenläufig zu Gomis Vorstoßen in die Spitze entgegen und bot eine Möglichkeit hinter Conde und Poreba auf Aouchiche und El-Faouzi abzulegen. Dadurch, dass Elversberg in diesem Chaosmoment mit Blickrichtung zum eigenen Tor verteidigen muss, öffnen sich immer wieder neue Ablagen, wodurch Ljubicic schließlich einen Freien Abschluss bekommt. Aus diesem entsteht dann die Flanke zum sehenswerten Ausgleichstreffer durch El-Faouzi.

Der Clip zum Ausgleichstreffer, da die Dynamik dieser Sequenz schwer in 2D nachstellbar ist

 Schalke in Unterzahl

Elversberg reagierte in der Halbzeitpause personell auf die Unterlegenheit in der ersten Halbzeit. Mokwa ersetzte Schnellbacher im Sturmzentrum. Generell kam Elversberg mit einer guten Energie aus der Pause. In den ersten Minuten deutete sich bereits eine vielversprechende Änderung an. So kippte Sechser Conde mehrmals vor den Pressingwall, um sich dort die Bälle abzuholen. Dadurch gelang es die Schalker Pressingauslösung etwas zu verzögern, wodurch die Knappen das Ballspiel Elversbergs nicht mehr gezielt lenken konnten wie in der ersten Halbzeit.

Aufgrund der strittigen roten Karte von Ndiaye in der 51. Minute blieb es allerdings nur bei Ansätzen. Die Unterzahl der Schalker veränderte die Dynamik des Spiels maßgeblich. Zusätzlich erzielte Schalke unmittelbar nach der gelb-roten Karte über einen Konter durch Sylt den Führungstreffer. Muslic reagierte auf den Platzverweis sowohl personell als auch strukturell. So kam Vitalie Becker für Gomis in die Partie und Schalke agierte fortan gegen den Ball aus einem 5-3-1 Mittelfeld-/Abwehrpressing. Timo Becker gab den rechten Halbververteidiger, während Ljubicic auf die rechte Schiene rückte.

Der Fokus der Elversberger lag nun mehr darauf möglichst die Tiefe hinter den Schalker Halbverteidigern zu bespielen. Über mehrere aufeinanderfolgende abkippende Bewegungen im Halbraum versuchte man die Tiefe freizuziehen. Gerade der eingerückte Zimmerschied und Zehner Pherai kippten mehrfach aus der letzten Linie in den Zehnerraum. Die Halbverteidiger Schalkes gingen diese Wege konsequent mit. Dies lag vor allem daran, dass die äußeren Mittelfeldspieler Aouchiche und El-Faouzi immer wieder in Richtung der andribbelnden Innenverteidiger Elversbergs ausschieben mussten. Sechser Schallenberg war in diesen Situationen meist durch Pherai gebunden. Durch dieses aggressive Rausverteidigen der Halbverteidiger versuchte Schalke die fehlende Präsenz im Zentrum im Aufnehmen der Abkippbewegungen zu kompensieren. Die geöffnete Tiefe belief meist Linksverteidiger Günther. Dieser agierte aus der Breite und stieß immer wieder diagonal in den Raum hinter Becker. Die anschließenden Flanken brachten nur wenig Ertrag. Der Hauptgrund dafür ist die leidenschaftliche Boxverteidigung, sowie die physische Überlegenheit Schalkes.

Mit zunehmender Spieldauer wurde Elversberg ungeduldiger und man fokussierte sich fast etwas zu sehr auf diese Chipbälle hinter die letzte Linie Schalkes. Diese sind an sich kein schlechtes Mittel gegen Teams, die in Unterzahl in einer Fünferkette verteidigen. Jedoch wurde das Spiel mit der Zeit zu eindimensional und die Schalker stellten sich indivdiualtaktisch immer besser auf dieses Muster ein.

Elversberg fehlte gegen tiefstehende Schalker vor allem auch an Tempo in der Zirkulation, um gegen das Verschiebemomentum der dezimierten Mittelfeldkette Schalkes in den gut besetzten Zehnerraum zu kommen. Dafür fehlte es zudem an einer konstanteren Besetzung der Bruchstelle zwischen äußerem Schalker Mittelfelspieler und Sylla oder an Mut im Andribbeln der Innenverteidiger. Aus dem Spiel heraus kam Elversberg so in der zweiten Halbzeit kaum zu Tormöglichkeiten. Diese entstanden hauptsächlich nach Standardsituationen. Dies lag auch daran, dass man durch die hohe Flankenfrequenz, sowie das ständige Bespielen der Tiefe, zu einer hohen Anzahl an Ecken und Freistößen kam.

Fazit

Letztlich gewinnt Schalke das Spiel verdient mit 2:1. Auch vor dem Platzverweis zeigte Schalke eine sehr ordentliche Leistung. Aus einer stabilen sehr gut organisierten Defensive heraus erlangte man die Spielkontrolle und überzeugte immer wieder mit guten Ansätzen mit Ball, die jedoch gerade in der Spielfortsetzung noch an Feinschliff benötigen. Von den sonst so spielstarken Elversbergern kam gerade nach dem Platzverweis deutlich zu wenig in puncto Offensivbemühungen. Aber auch in der ersten Halbzeit tat man sich gerade gegen das hohe Anlaufen der Schalker schon schwer Lösungen zu finden.

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