Die Phrasendrescher, Folge 8: Den Kampf annehmen

Es wird Zeit, den Kampf anzunehmen: Die Phrasendrescher-Crew debatiert den Kampf im Fußball im Allgemeinen sowie den Abstiegskampf im Speziellen.

Was sind moderne Fußballphrasen? Wie sind sie entstanden? Und wie erkennt man sie? Im neuen Podcast „Die Phrasendrescher“ debatieren Sportjournalist Tobias Escher (Spielverlagerung-Autor TE), Trainer Martin Rafelt (MR) und Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Simon Meier-Vieracker die Tücken der Fußballsprache. In jeder Ausgabe analysieren sie eine neue Fußballphrase, aus fußballanalytischer, sprachlicher wie journalistischer Sicht. Dabei soll es nicht in erster Linie um klassische Phrasen gehen, sondern um Begriffe aus der modernen Fußballanalytik, die mehr und mehr zu Phrasen verkommen.

Wir stellen uns diese Woche einer neuen Phase und gleichzeitig dem Kampf! In vielfältiger Form wird im Fußball der Kampf angenommen, vom ganz allgemeinen Kampf über den Zweikampf bis hin zum Abstiegskampf. Aber warum eigentlich? Darüber debattiert in dieser Woche die „Phrasendrescher“-Crew! Prof. Dr. Simon Meier-Vieracker weiht die Runde ein in die sprachlichen Tücken dieser Phrase, während Tobias Escher und Martin Rafelt ihre Schwierigkeiten mit dem Konzept des Kämpfens im Fußball zu Protokoll geben.

Wir möchten an dieser Stelle die zweiwöchige Wartezeit entschuldigen. Tobias lag flach und konnte daher in der vergangenen Woche den Podcast nicht schneiden. Fortan geht es (hoffentlich) im gewohnten wöchentlichen Abstand weiter.

Der Podcast ist zunächst auf zehn Ausgaben angelegt. Jeden Dienstag soll eine neue Ausgabe erscheinen; aber nagelt uns nicht darauf fest. „Die Phrasendrescher“ ist ein Freizeitprojekt, das wir unentgeltlich neben unserer eigentlichen Arbeit durchführen. Trotzdem wollen wir versuchen, den wöchentlichen Rhythmus einzuhalten. Auf Ideen und Feedback eurerseits freuen wir uns sehr!

Rechtsklick speichern unter

ITunes-Feed
Spotify-Feed
RSS-Feed

savona 19. Mai 2021 um 14:53

„Wir wollen euch kämpfen sehen“, „sie müssen Gras fressen“, „sie gaben keinen Zentimeter Boden preis“, „er war der Turm in der Schlacht“, etc. Dann die ewigen Debatten um Typen, Körpersprache (Özil als Prototyp für fehlende): zum Glück sind das ja hier nicht die gültigen Koordinaten, siehe MRs vorzügliche Analyse der großartigen Leistung Özils im WM-Finale vom 2014. Aus meiner Sicht geht es bei all diesen Sprech-, Fühl- und Denkmustern rund um das Thema „Kampf“ immer noch sehr zentral um Bilder und (Selbst-)Vergewisserung von Männlichkeit. Empfehlenswerte Lektüre hierzu: „Männerphantasien“ von Klaus Theweleit; immer noch aktuell. Auch was die Bedrohung durch Weiblichkeit betrifft. Ganz aktuell gab es in einem bekannten Fußball-Blog wütende Proteste dagegen, dass im dazugehörigen Podcast auch der Frauenfußball behandelt wird. Vom Betreiber wurde in wütendem Tonfall verlangt, endlich mit dieser Unsitte aufzuhören. Mit Phrasen wie derjenigen vom anzunehmenden bzw. angenommenen Kampf wird – häufig sicher unbewusst – genau diese Gefühlsebene beim immer noch überwiegend männlichen und gerade heute auch in seinem Rollenbild verunsicherten Publikum angesprochen.

Antworten

[email protected] 18. Mai 2021 um 17:26

Also ich verstehe unter der Phrase Defizite im taktischen/spielerischen Bereich durch höhere Intensität auszugleichen, also mehr Räume zulaufen, weniger Abstand zu den Gegenspielern in der Defensive und natürlich im körperlichen Zweikampf sich nicht abkochen lassen, sondern physisch gegenhalten – Klassiker sind da ja Laufduelle mit Körpereinsatz.

Antworten

studdi 18. Mai 2021 um 09:58

Ich finde hier die verschiedenen ansichten und herangehensweisen der drei Podcaster sehr interesannt.
Gerade der Aspekt das die sprache aus dem Militärischen kommt und es auch darum geht schlichtweg ein Duell bzw. eine Herausforderung anzunehmen.
Vielleicht wurde das Wort mit der Zeit auch einfach anders interpretiert. Also jemand der heute aufwächst und das Wort Kampf hört denkt in erster Linie an das Physiche Kämpfen und daher auch an diesen „Kampffussball“ im Abstiegskamp und gar nicht unbedingt das es darum geht eine Herausforderung anunehmen. Vielleicht hat sich die Phrase und das Bild das wir damit verbinden deshalb so entwickelt.

Wenn man es anders Formuliert würde es ja duchaus Sinn machen und nicht auf eine spezielle Spielweise hindeuten. Man könnte ja sagen mann muss die Herausforderung annehmen die uns der Gegner stellt. Das würde ja dan passen des kann dann zum beispiel sein das man in diesem spiel eher lange Bälle und zweite Bälle vereidigen muss was dann zu einem Physicheren spiel führt.
Genau so könnteman auch sagen wir müssen jetzt die Herausforderung annhemen gegen den Abstieg zu spielen. Das kann ja eine Psychische komponente hanem gerade wenn eine Mannschaft in Absteigsnot gerät die eher das Ziel hatte weiter oben mit zu spielen.

Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*