Kurz ausgeführt: Reals Starensemble im UEFA Supercup gegen den FC Sevilla

Trotz kurzer Vorbereitungszeit setzte Real Madrids Trainer Carlo Ancelotti im Finale des UEFA Supercup gegen den FC Sevilla direkt auf alle seine Stars. Während Toni Kroos als Dirigent glänzte, Cristiano Ronaldo doppelt traf und auch Gareth Bale gute Ansätze zeigte, blieben James Rodriguez und Luka Modric vergleichsweise unauffällig.  Sie waren damit Opfer einer taktischen Ausrichtung, die insbesondere auf die Stärken der drei Erstgenannten ausgelegt war.

Grundausrichtung

Grundformation Reals

Grundformation Reals

Carlo Ancelotti stellte sein Team von der Grundausrichtung am ehesten in einem 4-3-3 auf, das situativ jedoch auch als 4-4-2 bezeichnet werden konnte. In der Abwehrkette bildeten Ramos und Pepe die Innenverteidigung, die von Coentrao und Carvajal flankiert wurde. Das Mittelfeld bestand aus Neuzugang James Rodriguez, Toni Kroos und Luka Modric. In den ersten fünf Minuten war Kroos noch deutlich auf der Sechs und Modric und James Rodriguez agierten als asymmetrische Achter. James stand dabei breiter und höher, während Modric teilweise auch eine Doppelsechs mit Kroos bildete, die aber recht schnell wieder zugunsten der 1-2-Stellung im Mittelfeld aufgelöst wurde. Im weiteren Verlauf wurde diese klare Trennung in Sechser und Achter immer mehr aufgelöst, so dass das Mittelfeld eher als drei, leicht nach links verschobene, flexibel agierende Achter charakterisiert werden kann. Damit gab es eine erkennbare Änderung gegenüber der letzten Saison, in der Xabi Alonso meist zentraler und tiefer agierte, während Modric leicht vorgeschoben aus dem rechten Halbraum brillierte. Dabei war Toni Kroos bereits die dominante Figur, welche die Bewegungen der anderen auslöste. Neben seinem Abkippen zu Beginn, mit welchem er ein raumschaffendes Vorschieben oder ein seitliches Ausweichen von James und Modric initiierte, gab es auch kurze Phasen, in der er vorgeschoben als tiefer Zehner eines 4-2-1-3 agierte. Die fehlenden Bogenläufe di Marias aus dem linken Halbraum Richtung Flügel mussten durch eine höhere Stellung Coentraos kompensiert werden. In der vorderen Reihe zeigte sich CR7 noch deutlich weiträumiger als zuletzt. Ausgehend von einer Position als leicht eingerückter Linksaußen, ging er für Linksüberladungen ins zweite Drittel zurück, rückte in den Sturm vor oder bewegte sich im Zehnerraum bis hin zur rechten Seite. Wenn er zurück- oder in der Zehnerraum ging, rückte James als Linksaußen vor. Wenn er in den Sturm ging, gab es entweder 4-4-2-Stellungen oder der nominelle Mittelstürmer Karim Benzema wich aus. Teilweise wurden so auch Rautenstellungen mit CR7 und Rechtsaußen Gareth Bale als breite Stürmer erzeugt.

Pressing in mehreren Phasen

Typische, leicht asymmetrische Stellung Reals im Pressing. Der Passweg ins Zentrum wird angeboten jedoch von Modric und Kroos belauert. In dieser Szene wurde die Falle  erkannt und mit einem langen Ball in die Arme von Casillas umgangen.

Typische, leicht asymmetrische Stellung Reals im Pressing. Der Passweg ins Zentrum wird angeboten jedoch von Modric und Kroos belauert. In dieser Szene wurde die Falle erkannt und mit einem langen Ball in die Arme von Casillas umgangen.

In der ersten Phase des Pressings bei Ballbesitz des gegnerischen Torwarts standen die drei Angreifer breit, das Mittelfeld auf einer Linie und deutlich enger, während die Viererkette zentral in Bogenform auf das Abfangen langer Bälle wartete. Nach dem Pass zum linken Innenverteidiger, den Benzema meist systematisch frei ließ, begann die zweite Phase. Bale fiel langsam zurück ins 4-4-2, um den Pass zum Außenverteidiger zu provozieren. Benzema und Ronaldo schoben langsam und passiv nach, während das zentrale Mittelfeld aus Modric und Kroos auf die ballnahe Seite rückte. Sie belauerten damit den offenen Passweg diagonal zurück ins Zentrum. James Rodriguez blieb breiter, um Coentrao nach langen Diagonalbällen direkt helfen zu können. Konnte der Ball ausnahmsweise mal flach ins Zentrum gespielt werden oder gelang es Sevilla, einen zweiten Ball zu gewinnen, so zog sich Real in der dritten Phase weiter ins 4-4-2 bzw. 4-5-1 – je nach Lust und Laune von Ronaldo – zurück.

Toni Kroos Pressingviech

Durch dieses stark leitende Pressing konnte Toni Kroos in einer seiner bisher noch nicht ausreichend erkannten Paradedisziplinen glänzen – dem Tackling. Da die Anspiele recht früh antizipierbar waren, gelang es Kroos, mit einem sehr guten Timing aus einer abwarteten Position vorzupreschen und die Anspiele nah am Gegner abzufangen. Laut WhoScored kam er so auf 4 Tacklings, was nach Carvajal (5 Tacklings) den zweitbesten Wert darstellte.

Von individueller Qualität und fehlender Kompaktheit

Das deutsche Pass- und Tacklingwunder prägte auch den Spielaufbau im zweiten Drittel. Dort musste er sich zwar meist mit den beiden Stürmern des 4-4-2-(0)-Mittelfeldpressings des FC Sevilla auseinandersetzen, da die Mittelfeldspieler Sevillas jedoch die ausweichenden Bewegungen um Kroos verfolgten, hatte er bei einem erfolgreichen Freistehlen große Räume zwischen den Stürmern und der Mittelfeldkette vor sich, die seine Mitspieler dynamisch besetzten konnte. Auch deshalb kam er auf eine überragende Passquote von 96 Prozent.

Weitere Freiräume fanden sich im Zwischenlinienraum. Ronaldo, Benzema, Bale und James konnten sich dort nach Belieben freilaufen. Zeitweise standen sie sich dort sogar eher selbst auf den Füßen (siehe nächster Absatz) als dass sie von Gegenspielern gestört wurden. Sevilla versucht viel mehr, die Passwege zu ihnen über die Mittelfeldkette zu versperren. Aus diesem Grund verzichtete Real auf großartige gruppentaktische Mittel und versuchte diese Spieler über Halbfeldflanken und Lupfer direkt einzusetzen. Kamen die Bälle durch oder konnten die zweiten Bälle abgefangen werden, so konnten sie ihre individuelle Qualität im Passspiel und Dribbling gut ausspielen.

Die Antibiose der Superstars

In der Anfangsphase gab es klare Abstimmungsprobleme zwischen James und Cristiano, da sie den gleichen Grundraum auf der linken und halblinken Seite des Zwischenlinienraums besetzen wollten. Insgesamt musste der Kolumbianer aufgrund der Freirollen seiner beiden direkten Nebenmänner viel balancierend agieren, was ihm nicht immer gelang. Er war somit nicht gut in das Spiel eingebunden. Es war eher viel mehr eine parisitäre Bindung mit CR als Parasit und James als Wirt zu beobachten. Es gab somit im linken Halbraum viele Fehlpässe, die Sevilla zu Kontern einluden.

Linksüberladungen und Bale-Durchbrüche

Entstehung des 2:0

Entstehung des 2:0

Wenn es einmal gruppentaktisch abgestimmte Bewegungen zu bewundern gab, dann bei Überladungen der linker Seite im zweiten Drittel. In den Momenten, wo das Zurückfallen von Ronaldo mit den ausweichenden Bewegungen von James und den unterstützenden Läufen Coentraos synchronisiert war, konnte ansehnlich kombinativ durchgespielt werden – wie zum Beispiel beim 2:0 zu bewundern. Kroos positionierte sich in den Situationen unterstützend und absichernd im Halbraum, ergänzte somit die Überladungen und hielt die Verbindung der Mannschaftsteile aufrecht. Aus dieser Stellung konnte er auch bei Ablagen, die Engen mit Diagonalbällen auf den breit und hoch stehenden Bale auflösen. Dieser hatte dann aufgrund der asymmetrischen Aufteilung der Spieler große Räume, in die mit seiner einzigartigen Dynamik vorpreschen konnte.

Fazit

Real zeigte bereits in Ansätzen, dass die Integration von Kroos und James Rodriguez gelingen kann. Insbesondere im Pressing werden die bestehenden Asymmetrien bereits gewinnbringend genutzt. Während Kroos bereits jetzt immanente Dominanz im Spielaufbau jedoch Modric noch etwas einschränkt, leidet James unter einer Tendenz zu den Grundräumen Ronaldos. Diese muss er jedoch vorerst ablegen, da Ancelotti ihn momentan wohl eher in der balancierenden Rolle di Marias aus dem Vorjahr sieht. Es wird spannend, zu beobachten, ob der Kolumbianer diese Rolle ausfüllen kann und will.

AL 15. August 2014 um 11:26

ich würde gerne mal wissen, welche spieler es gibt die eurer meinung nach extremst pressingresistent sind? eine kleine topliste wäre schön

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*Er 15. August 2014 um 11:27

Busquets- Wilshere- Neuer 🙂

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DominikL 21. August 2014 um 13:39

Wilshere? Wilshere? Bitte nicht Wilshere hier hinschreiben! Der ist einfach mal sowas von NICHT pressingresistent. Aber Busquets ist wohl die NR 1 in Sachen Pressingresistenz, da sei dir das verziehen 😉

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CF 21. August 2014 um 15:12

Ne hast recht der ist ja mal gar nicht pressingresistent.
http://youtu.be/DP_pCG9Cmio

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blub 21. August 2014 um 15:26

trolololol. Wilshere nicht pressingresistent? Bestimmt. Und Busquets ist 100m sprinter im Nebenjob.

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Isco 15. August 2014 um 12:13

Ever Banega 😉

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blub 15. August 2014 um 18:10

Iniesta, Modric,Hummels, Kagawa wenn man das in den hohen regionen zählen kann.
Messi auch noch (*lol*)

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Todti 17. August 2014 um 16:46

Rein theoretisch auch gündogan, obwohl das natürlich schwer zu beurteilen ist.

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loswollos 19. August 2014 um 14:45

Jonas Hector

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blub 19. August 2014 um 17:02

not sure if trolling or UBERhipster

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Isco 19. August 2014 um 17:40

Ups, hat noch niemand Roman Neustädter erwähnt? 🙂

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Isco 14. August 2014 um 12:10

Laut Ancelotti wird Xabi diese Saison noch eine wichtige Rolle spielen, das heißt dann vermutlich, dass das 4-3-3 weiter bestehen bleibt, wahrscheinlich mit der Doppelacht Kroos-Modric. Glaubt ihr denn, dass das aufgehen kann?
Außerdem kam mir noch eine Idee: In der WM Vorschau habt ihr James als präsent ballfordernd durch die Halbräume driftend und kombinationsstark beschrieben; wäre ein Aufstellung als false-9 vielleicht möglich?

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blub 14. August 2014 um 12:16

geht schon, nur wie sinnvoll ist es einen falsche 9 zu haben wenn der nominelle fokusspieler Als Außenstürmer aufgestellt wird und nciht gerade für die qulität seiner unterstützenden bewegungen bekannt ist.
Vor allem kann Benzema durchaus spielmachend agieren wenn man ihn ließe.

doppel 8 kroos modric klingt geil. am besten illramendi dazu und dann gogogogo. mit xabi heißt das das er sich ein stück weit von seinem diagonalball-fokus lösen muss da er nun 2 gute zirkulatoren vor sich hat.

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Isco 14. August 2014 um 12:27

Es war auch nur eine Idee, wie man ihn doch noch irgendwie sinnvoll einbinden könnte, weil sonst sehe ich ihn im 4-3-3 auf jeder Position gegen seine Konkurrenten den kürzeren ziehend, speziell wenn Di Maria doch noch bleiben sollte. Dass bei der Verpflichtung das Sportliche nicht im Vordergrund stand, ist ohnehin leicht zu erkennen.

Xabi wird auf seine alten Tage kein Busquets mehr, aber eigentlich fand ich ihn im letzten Jahr doch solider, als ich es erwartet hätte; Illarra sehe ich da aber auch als besseren Partner für Kroos/Modric.

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Koom 14. August 2014 um 14:36

Natürlich sollte man bedenken, dass jeder Trainer, aber gerade Ancelotti, keinen Spieler auf den Müll wirft. Und gerade Xabi Alonso hat ein sehr hohes Standing (und nach wie vor unbestrittene Qualitäten) und Real Madrid mehr als genug Spiele, wo er Einsatzzeiten bekommen wird.

Das er vermutlich trotzdem nicht in der ersten Wunschelf stehen könnte, ist recht wahrscheinlich.

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fluxkompensator 14. August 2014 um 02:24

die pressing-szene ist gutes anschauungsmaterial für nach innen gelenktes pressing; wenngleich ich mit dem autor nicht ganz d’accord gehe, was die position von rodriguez in dieser situation angeht: meiner ansicht nach müsste er etwas höher (beinahe mit kroos auf einer linie), coentraos flanke ist in dieser stellung nicht wirklich bedroht; zudem hätten benzema und vor allem cr7 etwas nachrücken können.

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HW 14. August 2014 um 08:38

Wenn auch kein Pass in die Mitte abgefangen werden konnte, so wurde dennoch der Ball erobert weil Sevilla keine gute Passoption gesehen hat und den Ball zum Gegner schlägt.
Für Real wäre es zwar besser wenn Kroos oder Modric schnell die Stürmer einsetzen können. Aber gegen einen leichten Ballgewinn des Torwarts hat wohl niemand etwas.

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TW 14. August 2014 um 09:56

Es handelt sich bei Szene ja um eine Momentaufnahme des Spieles. Der Autor hat hier wenig Einfluss auf die Stellungen der Spieler ;-). Ich habe die Szene ausgewählt, weil die Asymmetrie der Flügel und das Lenken ins Zentrum hier gut zu erkennen sind, nicht weil ich denke, dass die Stellung perfekt ist. Insbesondere der Deckungsschatten Benzemas zeigt dies deutlich.

Wenn das Ziel aber wie beschrieben die Provokation eines Passes ins Zentrum ist, dann machen die Stellungen von James und die passive Herangehensweise von Ronaldo und Benzema durchaus Sinn. Wäre der Spieler im Zentrum durch eine höhere Stellung James stärker bedrängt, so würde der Pass noch riskanter und somit unwahrscheinlicher. Ein hoher Druck auf den Ballführenden resultiert eher in langen Bällen und somit einem tieferen Ballgewinn.

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HW 14. August 2014 um 10:40

Ich denke auch, dass die Stürmer schon für den schnellen Pass in die Spitze positioniert sind. Außerdem ist es keine Falle, wenn der Raum total zugedeckt ist.

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fluxkompensator 14. August 2014 um 13:49

ideal (aus sicht von real madrid) wäre wohl der pass auf den 6er zwischen modric und kroos gewesen. spielte man es perfekt, müsste dieser gegenspieler also nur lose gepresst werden, damit ihr eine (vermeintliche) anspielstation darstellt.

weshalb ich das anspreche, ist schlicht, weil die antizipation auf den pass zum ballfernen 6er zwar in dieser szene gelungen ist, in dieser stellung real madrids aber schwer zu verteidigen ist, sobald kroos in nicht abfangen kann.

my two cents! etwas theoretisch, tut mir leid.

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fluxkompensator 14. August 2014 um 13:50

sorry, der pass auf den ballfernen 6er ist nicht erfolgt, aber theoretisch wäre er eine option gewesen.

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TW 14. August 2014 um 14:03

Naja, es geht immer um Wahrscheinlichkeiten und Erwartungswerte. Der besagte Pass zum ballfernen 6er hätte sowohl von Modric (sagen wir mit ca. 20 %) als auch von Kroos (mit ca. 60 %) abgefangen werden können. Damit ist die Gesamtwahrscheinlichkeit dafür, dass der Pass ankommt, 1 – 0.2 – (1-0.2)*0.6 = 0.32, also deutlich niedriger als 50 % (hehe, hab ich mir die Wahrscheinlichkeiten schön konstruiert ;-)). Außerdem ist die eigene Gefahr nach einem Ballgewinn (3 Leute hinter dem Ball) deutlich größer als die Sevillas nach einem erfolgreichen Pass (6 Leute hinter dem Ball). Das Risiko wird also bewusst in Kauf genommen, um den riskanten Pass attraktiver zu machen.

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fluxkompensator 14. August 2014 um 14:31

mein eigentlicher gedanke war der, dass es schön ist, nach innen gelenktes pressing so veranschaulicht zu bekommen. an nuancen muss halt nocht getüftelt werden, um es zu perfektionieren.

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blub 14. August 2014 um 00:08

Auch dieses Jahr gilt wieder: wenn man Ronaldo rausschmeißt kann man da ne echt geile Mannschaft auf den Platz stellen. 😉

Es war sehr gut zu sehen welche spieler da in den fokus gerückt wurden.
Haben sogar die durchschnittsmedien erkannt aka „Ronaldo und Kroos geil, Modric und James nicht so.“

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HW 14. August 2014 um 08:32

So gut Ronaldo als Einzelspieler ist, es wundert mich, dass er noch nicht ins Krankenhaus getreten wurde. Wenn der Tritt gegen Knie oder Schienbein nicht klappt, dann landet halt irgendwann der Ellbogen am Kinn. Diese arrogant anmutenden Bewegungen würden mich als Verteidiger austicken lassen. Wäre mir dann auch egal ob ich gesperrt werde, wenn der Spieler auf her Trage vom Feld geht. Kein anderer Spieler lässt mich an sowas denken. Kein Dribbling von Messi und keine Schwalbe von Robben, nur Ronaldos Auftritte.

Reals Mittelfeld ist die Bombe. Da haben die mal alles richtig gemacht (man denke an die Optionen auf der Bank). Im Sturm gefällt mir eigentlich Benzema am besten, aber das Trio scheint gut zu funktionieren, da kann man wenig kritisieren.
In der Abwehr hat sich seit Jahren nicht viel getan. Wenn die Form stimmt ist das auch kein Problem.

Sevilla hat sich aber auch vornehm als Außenseiter zurückgehalten.

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S 14. August 2014 um 09:11

Warum er noch nicht ins Krankenhaus getreten wurde? Nun, im Gegensatz zu dir sind seine Gegenspieler nicht geistig und moralisch minderbemittelt.

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HW 14. August 2014 um 10:38

Als wenn alle Verteidiger Kinder von Traurigkeit wären. Elbogeneinsätze oder die späte Bratsche sieht man nicht so selten. (wie lange würde Pepe gegen Ronaldo auf dem Feld stehen?)
Und es soll auch Trainer geben, die nichts dagegen haben wenn ein Spiel über die Physis „kontrolliert“ wird.

Es wundert mich nur, dass da noch keine ausgeflippt ist. Dass ich damit nicht gerade ein Vorbild wäre, ist mir auch klar. Aber immerhin gestehe ich mir ein, dass ich gegen diesen Spieler vielleicht einen solchen Fehler begehen würde. Es ist auch egal ob ich damit als geistig minderbemittelten bezeichnet werde. Es ändert nicht meine Einschätzung, dass Ronaldo ein provozierender Spieler ist. Nicht durch unfaires Spiel, sondern in dem er versucht seine Gegenspieler auf arrogante Art auszuspielen. Was mMn relativ selten klappt. Seine guten Szenen hat er für mich wenn er sowas bleiben lässt.
Dabei soll Ronaldo privat ein netter Kerl sein. Andere Spieler sind wahrscheinlich viel arroganter, aber auf dem Feld fällt mir immer wieder Ronaldo auf. Es geht mir nicht darum, dass ich Ronaldo was schlechtes will. Aber wenn ein Spieler in so übertriebener Art und Weise seine Tricks im 1vs1 macht, dann wird der normalerweise irgendwie auf den Boden der Tatsachen geholt. Tatsache ist wohl, dass Ronaldo einfach zu gut für solche „Lektionen“ ist.

Antworten

HW 14. August 2014 um 10:42

S* Autokorrektur: Bratsche anstatt Grätsche.

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mk 14. August 2014 um 10:55

Ich glaube das liegt hauptsächlich daran, dass Pepe ja immer mit Ronaldo zusammenspielt. Obwohl es ihm zuzutrauen wäre, irgendwann auch mal den eigenen Mitspieler umzunieten.

Antworten

mk 14. August 2014 um 10:57

Ach, du hast das mit Pepe ja schon selber geschrieben. Dann ist mein Witz-Versuch ja armselig gescheitert…

blub 14. August 2014 um 11:23

Die überflüssigen übersteiger haben mich am fernseher wahnisinnig gemacht.
Bestimmt 10 mal erste Halbzeit: Sprint->übersteiger(ohne ganzkörperbewegung)->dribbling in den toten raum. *kotz*

Antworten

HW 14. August 2014 um 11:35

Wahrscheinlich beruhigt es die Verteidiger, wenn Ronaldo nach dem Übersteiger wieder etwas sinnloses macht.

blub 14. August 2014 um 12:17

Für Ronaldo gilt quasi das Gegenteil wie für Schmelzer: Der ist so schlecht obwohl er eigentlich so gut ist.

HW 14. August 2014 um 14:49

Naja, schlecht kann er nicht wirklich sein. Er ist regelmäßig Torschützenkönig, er ist aktuell Champions League Sieger und hat diverse andere Titel mit dem Verein gewonnen. Er ist dazu als Person sehr bekannt, eine Marke, und er wurde zum Weltfußballer gewählt (so unsinnig dieser Titel auch sein mag). Er ist sehr erfolgreich mit der Art wie er die Dinge macht.
Er ist eben auch ein Pfau, der sein prächtiges Federkleid vorführen muss. Das ist Teil seines Erfolgs, aber auch Grund für den Spott, den er ab und an bekommt.
Wäre er immer der Raubvogel, der er sein kann, würde ich ihn wohl mehr schätzen. Er hätte vielleicht sogar mehr Titel gewonnen. Er wäre aber auch nicht so gut zu vermarkten.

Manchmal wünsche ich mir einfach, dass dieser Pfau von nem Tiger gefressen wird. Mehr nicht.

blub 14. August 2014 um 15:23

Bezog sich auf einen alten Podcast-bonmot von MR, von dem ich dachte das du es (er)kennst:
Schmelzer ist so gut(gruppentaktisch), das ist ne kunst, weil der ja eigentlich so schlecht ist(Fähigkeiten am Ball).

Schade. Ichd achte da kann ich mal nen insider bringen, wenn wir eh schon am ranten sind.

LM 14. August 2014 um 16:14

Falls es dich freut, blub: ich hab ihn verstanden 😉

HW 14. August 2014 um 16:53

Hab schon gewusst, wie es gemeint war.

Koom 14. August 2014 um 22:32

Auch verstanden. 😉

Ronaldo ist ein Spieler, der eine Mannschaft nur anhand seiner eigenen Qualitäten verbessert, aber keine Mitspieler besser macht (teilweise sie eher sogar verschlechtert). Seine eigene Qualität gleicht das aber durchaus aus.

NanLei 15. August 2014 um 15:13

Angeblich ist Ronaldo Traningsweltmeister und trainiert und trainiert. Er solle ein richtiger Traningsstreber sein. Das sagt aus, dass man dann als Gegenspieler die gleiche Trainingszeiteinheit mit Überstunden auf dem Trainingsplatz verbringen müsse, um ihn zu stoppen. Einerseits ist Ronaldo relativ sensibel, was man bei seinen verschossenen Elfmeter sieht im Finale für ManUnited gegen Chelsea und verschossen gegen Neuer im Halbfinale Real Bayern andererseits das Ritual beim Freistoß: aber so richtig viele gute Freistöße ist ihm auch nicht gelungen. Selten geht ab und zu mal ein Freistoß von ihm rein. Ein paar Freistöße gehen ins Tor nicht zu viele. Sein Tempogeschwindigkeit ist bemerkenswert im Sprint wenn er Platz Raum und Zeit hat mit einem harten Schuss zum Abschluss, zudem Kopfballstark. Ronaldo ist ohne Defensivaufgaben im Gegensatz zu Mandzukic. Mandzukic arbeitet wie Olic immer nach hinten. Ronaldo bleibt vorne stehen wartet und lauert. Mittlerweile ist es nicht dringend notwendig ihn kaputt zu treten. Bei der WM hat Deutschland und USA; Portugal mit Ronaldo auch so in der Gruppe hinter sich gelassen und nächstes Jahr in der Champions League kann Dortmund oder Bayern oder andere Chelsea und sonstige Real auch so schlagen und stoppen ohne brachial Gewalt. Ronaldo wid auch sehr oft vom Schiedsrichter beschützt weil Real Lobby ausübt für ihn an den Schiedsrichter.

blub 15. August 2014 um 18:14

Das er ein Trainignstier ist ist ja bekannt.
Man kann aber sehr schön sehen das fast sämtliche seiner in der Kritik stehenden Eigenschaften sich dadurch auszeichnen, das sie nicht mit Einzeltraining zu beheben sind.
z.B. die Freistoßtechnik kann fast jeder mit genügend Talent und trainingsaufwand erlernen.

HW 16. August 2014 um 09:28

Trainingsweltmeister sagt nicht so viel aus (siehe Tim Wiese). Es gibt auch Athleten, die relativ wenig aber sehr intensiv trainieren.
Dass er extra Freistoßtraining macht, sollte bei einem regelmäßigen Schützen normal sein.

Seine Abläufe vorm Freistoß stören mich nicht. Viele Sportler haben Automatismen, die einen bestimmten Vorgang einleiten (siehe Tennisspieler beim Aufschlag oder Leichtathleten beim Anlauf). Für mich ist das ein professionelles Verhalten. Er visualisiert sich wahrscheinlich den Bewegungsablauf. Die Pistolero-Pose finde ich auch nicht provozierend.
Trotzdem habe auch ich den Eindruck, dass er früher häufiger Freistoßtore erzielt hat. (Ich glaube es es gab einen generellen Trend bei Freistößen.) Vielleicht sind Direktschüsse bei 30 Metern einfach ineffektiv. Freistöße aus 20 Metern sind ein anderes Thema.

Isco 14. August 2014 um 10:15

Aber pass auf, dass du dir an seinem durchtrainierten Kinn nicht den Ellbogen luxierst 😉

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DH 15. August 2014 um 23:52

Da mit CR7 maximal 9 Feldspieler gegen den Ball agieren, würde ich den als Gegner auch nicht vom Platz treten – inzwischen haben doch alle Topmannschaften raus, wie man den verteidigt, weshalb speziell Portugal nie viel reißt. Und auch im CL-Finale hat Ronaldo die größte Duftmarke mit der unronaldoischten Aktion seiner ganzen Karriere gesetzt (Ballgewinn im eigenen ersten Drittel). Der Elfer war da nur Makulatur.

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HW 16. August 2014 um 09:36

Ist wahrscheinlich so. Ronaldo „muss“ nicht, wie andere Spieler, mit Sonderbewachern ausgeschaltet werden. Andererseits leisten sich auch andere Teams ihren Stürmer ohne echte Defensivaufgaben.

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