Freitag, 31.10.2014

Real Madrid – Borussia Dortmund 2:2

Beinahe ein Traumabend für den deutschen Fußball in Madrid.  In einem abermals hochdynamischen Spiel haben die Dortmunder noch in letzter Minute per Freistoß von Özil den Ausgleich hinnehmen müssen und schrammten am Überraschungserfolg vorbei.

Wechselwirkungen der jeweiligen Formationen

Real Madrid begann ohne große Überraschungen in der Aufstellung: aufgrund der Verletzungssorgen in der Abwehr lief Jungstar Raphael Varane mit Pepe in der Innenverteidigung auf, während Sergio Ramos auf rechts und Alvaro Arbeloa auf links die Außenverteidigerpositionen besetzten. Davor begannen Angel di Maria und Cristiano Ronaldo auf den offensiven Flügeln.

Grundformationen zu Spielbeginn

Eine kleinere Überraschung gab es allerdings doch, denn weder Sami Khedira (verletzt) noch Mickael Essien (Bank) begannen als Sechser. Die Doppelsechs wurde von Xabi Alonso und Luka Modric gebildet, zwei enorm spielstarken Akteuren, die gemeinsam das Aufbauspiel und die Ballzirkulation organisieren sollten.

Damit wollte José Mourinho das Dortmunder Pressing ins Leere laufen lassen und im offensiven Umschaltspiel die Lücken präziser bedienen können. Hinzu kam noch Mesut Özil als weiterer kreativer Spieler hinter Mittelstürmer Gonzalo Higuain.

Die Maßnahme scheiterte aber zu weiten Teilen. Jürgen Klopp instruierte seine Mannschaft zu einem intelligenten Mittelfeldpressing mit hervorragendem Gegenpressing, welches über weite Strecken gut funktionierte. Das Dortmunder Defensivkonzept nehmen wir hierbei genauer unter die Lupe.

Das Stoppen der Real-Maschinerie

Der BVB spielte im Pressing abermals seine 4-4-2-Formation, in welcher Mario Götze von seiner Position als hängender Stürmer im 4-2-3-1 zum zweiten Mittelstürmer wurde. Nach Überspielen dieser ersten Pressingreihe von Real ließ er sich aber fallen und unterstützte das Mittelfeld, desweiteren positionierte er sich sofort als Anspielstation für Konter nach Ballgewinnen.

Auf der Doppelsechs begannen Sebastian Kehl und Ilkay Gündogan. Diese beiden hatten eine Schlüsselrolle, weil sie öfters aus der Mittefeldviererkette herausschoben oder das Fehlen eines Außenspielers absichern mussten. Zumeist organisierte sich einer der beiden tiefer und sicherte die generellen Räume in der Horizontale, während sich einer um die Passwege des Ballführenden sowie das Attackieren desselben im offensiven Mittelfeld kümmerte. Immer wieder wechselten sie zwischen der normalen und dieser verschobenen Anordnung.

in dieser animierten Grafik erkennt man die Auswirkungen einer verschobenen Stellung. Reus und Götze verdecken mögliche Pässe in die Spitze, Gündogan sichert in dem Szenario die Horizontale, Kehl kann dafür auf Modric stärker pressen – und vice versa natürlich. Bei gleicher Positionierung gibt es weniger Raum zu covern und mehr Zugriff auf Flügelstürmer

Ebenfalls etwas Interessantes gab es auf den Außenverteidigerpositionen zu entdecken, denn diese spielten mit einem starken Mannfokus auf ihr jeweiligen Gegenspieler. Durch diese manndeckungsähnliche Spielweise wollten sie die dribbelstarken Real-Flügelstürmer am Drehen und Geschwindigkeit aufnehmen hindern, außerdem konnten sie di Maria und Ronaldo dadurch schneller doppeln.

Dies war einer der wichtigsten Faktoren in diesem Spiel: das konstante Doppeln und Trippeln der Real-Flügelstürmer in der ersten Halbzeit. Hier zeigte sich die Wichtigkeit der Sechser, welche den gegnerischen Flügelstürmern die Pässe in die Mitte und dadurch schnelle Kombinationen verhinderten.

Hinzu kam der rückwärtspressende Vordermann des Außenverteidigers, welcher dank Ermangelung von Vorstößen Ramos‘ und Arbeloas einfach und effektiv nach hinten helfen konnten. Ramos und Arbeloa hielten sich im letzten Spielfelddrittel zurück, um nicht zu große Löcher zu öffnen.

Doch im Normalfall waren auch die Löcher, welche durch ihr Aufrücken ins zweite Drittel zwecks Breite entstanden, für die Dortmunder ausreichend, um zumindest schnell weite Räume im Mittelfeld überbrücken zu können. Dadurch hatte Real kaum gefährliche Angriffe über die Außenbahnen und musste einige Schnellangriffe Dortmunds fressen.

Eine weitere Mannorientierung gab es bei Dortmund auch in der letzten Linie. Sowohl Mats Hummels als auch Neven Subotic orientierten sich leicht an den Bewegungen von Higuain und Ronaldo, um deren Rochaden und insbesondere Ronaldos Freirolle bestmöglich neutralisieren zu können. Wenn Higuain und Ronaldo tauschten, orientierten sie sich leicht Richtung Mittelstürmer und bei Ballnähe verschärfte sich die Mannorientiertheit, was Real kaum aushebeln konnte.

Zumeist griffen sie über das hart umkämpfte Zentrum an, wo sich Özil, Modric und sogar der mitaufrückende Xabi Alonso gegen Gündogan, Kehl und den gelegentlich unterstützenden Götze tummelten. Es entstand eine enorme Intensivität und abermals ein schnelles Spiel, welches erst in den letzten dreißig Minuten verflachte. Bis dahin sah man unzählige versuchte Aktionen und Richtungswechsel.

Offensivflexibilität, Gegenpressing und Konter

Ein großer Faktor waren die zahlreichen Bewegungen der Offensivspieler, welche insbesondere im Konter dynamisch und frei ausgeführt wurden. Auf beiden Seiten attackierten Spieler situationsbedingt, doch am stärksten – auch weil sie deutlich mehr Konter spielten – sah man das bei den Dortmundern.

Gelegentlich rückten Schmelzer oder Piszczek mit auf, Reus bewegte sich diagonal oder vertikal, rückte teilweise sogar stark Richtung Sturmmitte auf und Götze bewegte sich ohnehin überall. Desweiteren öffneten die Flügelstürmer mit ihren intelligenten Bewegungen Löcher für die Sechser, welche dann lange Pässe auf Götze oder Lewandowski spielen konnten.

Sie starteten kurz nach innen, dann abrupt auf Außen und drehten sich nach vorne – dadurch zogen sie die ballnahen Gegenspieler mit, öffneten Zentrum oder Halbraum, und konnten sofort mit Lewandowski als Wandspieler oder mit Götze als Kombinationspartner harmonieren. Auch Götze tat dies oft, um ähnliche Räume auf die Flügel zu öffnen.

Bei Ballverlusten gab es dann – besonders stark ausgeprägt in der ersten Halbzeit – ein starkes Gegenpressing, um ähnliche Aktionen auf Seiten Reals zu unterbinden. Diese konnten nicht so schnell umschalten und kamen stärker über Kurzpässe nach vorne. Im Normalfall liegt der Anteil an langen Bällen bei ungefähr 14% oder gar weniger; im Spiel Schalke gegen Arsenal hatten beide Teams z.B. 11%. Dortmund hatte aber 16,5%, während Real bei 12% (im Hinspiel 11%) lag, selbst gegen Zaragoza am Wochenende hatten sie deutlich mehr.

Durch das starke Gegenpressing hatte Dortmund also einmal mehr Real von deren Spielweise abgebracht, auch wenn sie einige Chancen zuließen. Diese kamen unter anderem nach ruhenden Bällen, so wie es letztlich auch beide Tore waren: beim ersten Tor war es die Nachwehe einer Ecke, wo Pepe noch vorne blieb und gegen Schmelzer im Luft“duell“ gewann, beim zweiten Treffer ein direkt verwandelter Freistoß. Doch dies waren nicht die einzigen Situationen, wo Real gefährlich wurde.

Mourinhos Wechsel

Zur Halbzeit gab es bei Real gleich einen Doppelwechsel. Für Luka Modric wurde Mickael Essien gebracht, während Gonzalo Higuain für Jose Callejon weichen musste. Dadurch erhielt Ronaldo eine stärkere Freirolle, Callejon beackerte die Außenbahn und zog immer wieder stark in die Mitte. Man erhöhte die Dynamik, womit Dortmund in der Anfangsphase der zweiten Hälfte Probleme hatte, verdeutlicht am abgepfiffenen Abseitstor Callejons.

Dortmund passte sich jedoch an und stellte sich tiefer, wodurch Real den Ball noch stärker dominierte und auch das Spiel schlussendlich an sich riss. Das hohe Gegenpressing bei Dortmund konnte aufgrund weniger Konter nicht mehr gefahren werden, was für Real eine enorme Entlastung bedeutete. Sie kombinierten nun in der Hälfte Dortmunds, was letztlich für die größte Gefahr in Dortmunds Abwehrreihe sorgte: Kombinationen auf engem Raum mit hereinstartenden Flügeln.

die nutzbaren Löcher für Dortmund bei Reals Spielweise in der ersten Hälfte. Özil und Modric bieten sich an, doch Cristiano fehlt die Passmöglichkeit nach vorne oder quer. Piszczek kann dann den Ball auf Gündogan spielen, welcher sofort die langen Bälle sucht – darum auch unter 70% Passgenauigkeit. Lewandowski sucht Raum hinter Pepe, damit dieser nicht auf Reus schieben kann; Reus sucht die Laufduelle hinter Arbeloa, Götze geht ins Zentrum und zieht Xabi weg; ballfern kann Großkreutz oder gar Schmelzer aufrücken, abhängig von Ramos’ Stellung, welche in solchen Situationen oft tiefer und ballnäher war. Wegen solcher Situationen kam Essien für Modric und Callejon für Higuain. Mehr Bewegung vorne, mehr Stabilität hinten.

Ramos und Arbeloa spielten höher, es gab verstärkte Bewegungen in den Halbräumen und Essien sicherte die Defensive stärker, als es Modric zuvor getan hatte.

Real Madrid spielte somit ohne Modric mit einer geringeren Verbindung zwischen den Mannschaftsteilen, denn Mourinho teilte seine Elf stärker in ihre Glieder auf. Die Defensive kümmerte sich mannorientiert um die Stabilität, wurde dabei vom Mittelfeld und besonders von Essien sehr unterstützt.

Gleichzeitig war das Mittelfeld als Kombinationszone inexistent, es wurde in gewisser Weise von sich selbst mit schnellem Spiel auf die Angreifer überbrückt. Diese waren dann in ihren Bewegungen frei, was den Effekt von Callejon und Ronaldos noch freierer Spielweise verstärkte. Sie variierten und bewegten sich vorne frei, erhielten dafür auch eine stärkere Basis in Mittelfeld und Abwehr, was in Dortmunds offensiver Neutralisation nach dem Seitenwechsel mündete.

Dies bedeutete für Real letztlich, dass die Sechserzonen Dortmunds überbrückt wurden, die Viererkette wurde vereinzelt und die individuelle Qualität Reals kam stärker ins Spiel. Doch der Ausgleich für die Madrilenen wollte dennoch nicht fallen und es gab weitere Umstellungen.

Jürgen Klopp brachte mit Sven Bender statt Marco Reus einen Abräumer als “hängenden Stürmer”, Mario Götze wechselte auf die rechte Außenbahn. Dadurch sollte das Zentrum verdichtet werden und der Ball bei Real tiefer zirkuliert werden müssen.

Kurz darauf brachte Mourinho einen weiteren Spieler, nämlich Kaká statt Alvaro Arbeloa. Nun schob sich Essien noch stärker nach hinten als quasi-Innenverteidiger, Pepe übernahm eine Hybridrolle als Innen- und Außenverteidiger und rückte bis weit vor die Mittellinie und linksseitig auf. Kaká sollte die Halbräume überladen und einen weiteren zentralen Spieler stellen.

Klopp reagierte daraufhin mit Perisics Einwechslung in der 80. Minute, welcher mit seiner hervorragenden Schussstärke und seiner Vertikalität womöglich noch eine gewisse neue Dimension im Konterspiel mitbringen sollte, außerdem als frischer Pressingspieler die Führung über die Zeit bringen sollte.

Letztlich war die Verflachung des Spiels in der Schlussphase noch die merklichste Veränderung in der Partie. Bis zur 89. Minute sollte wenig passieren, als dann Özil die Dortmunder Siegträume begrub.

Fazit

In einer starken Partie waren die Dortmunder überlegen, doch Mourinho und Real reagierten richtig und kamen besser aus der Kabine. Die Madrilenen waren nun ebenbürtig und sogar die stärkere Mannschaft, was mit dem Ausgleich belohnt wurde. Alles in allem dennoch ein großer Erfolg für Klopp und seine hervorragende Mannschaft.

Diese kamen über ihre Konter schnell nach vorne, hatten gute Chancen, mussten aber in der zweiten Hälfte weit nach hinten weichen. Real hatte nun die besseren Angriffe über Lochpässe, bis sich Dortmund fing und im Mittelfeldband wieder stabiler wurde. Daraufhin war das Spiel weniger dynamisch, denn Real ließ weniger Konter zu und Dortmund weniger Angriffe.

Uwe 12. November 2012 um 00:49

Treffend analysiert. Leider erst heute gefunden. Fussball im Herbst ist immer so schnelllebig!

Antworten

max 7. November 2012 um 17:52

zu dem vermeintlich regulären tor von callejon:

http://futbol.as.com/futbol/2012/11/06/champions/1352235470_233867.html

es war abseits, minimal, aber abseits.

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Felix 7. November 2012 um 20:10

Da wär ich mir nicht zu sicher. Fürs Abseits zählen glaube ich nur Körperteile, mit denen man ein Tor erzielen kann. Und auf dem Bild sieht man nur den Arm im Abseits. Wobei da schon die Dicke der Linie auf dem Bild für Probleme sorgt. Die Entscheidung ist so knapp, dass man dort “im Zweifel für den Angreifer” hätte entscheiden müssen.

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blub 7. November 2012 um 20:25

um mal kleinkariert zu sein:
der kopf zähl und der ist auch genau auf der linie.
bzw die linie geht durch den kopf.
diese linie ist näher zum tor als schmerlzers fuß, die gelbe linie.
ergo abseits.

bowohl es dem sport vermutlich besser täte wenn man tatsächlich im zweifel für den angreifer entscheidet.

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DLPilger 8. November 2012 um 09:31

“Im Zweifel für den Angreifer” ist zwar nett gemeint, aber sind wir doch mal ehrlich: Ein gegebenes Abseitstor verursacht immer viel mehr Kritik als ein Abseitspfiff, bei dem man das Spiel auch hätte laufen lassen können. Daher verstehe ich die Schiedsrichter, wenn sie lieber einmal zu viel pfeifen als einmal zu wenig.

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marCus 8. November 2012 um 13:28

Um noch kleinkarierter zu sein: Die Schulter (!= Arm) ist auf dem Bild noch ein ganzes Stück vor dem Kopf. Grundsätzlich ist das hier aber eher müßig.

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Felix 8. November 2012 um 13:50

Die Bundesliga-Schiris wurden angehalten in solchen Situationen weiterlaufen zu lassen. Theoretisch kann man mit der Schulter auch das Tor erzielen, wenn die Linie “durch” den Kopf geht wäre das aber eher gleiche Höhe.
Aber sowas ist sowieso unglaublich schwer zu sehen, weil man ja genau in dem Moment wo der Pass gespielt wird genau beurteilen muss, ob es Abseits war oder nicht. In einigen Situationen vertuen sich die Linienrichter selbst bei 0,5m Abseits, andere male “sehen” sie auch ein Abseits wenn es nur 5cm sind.
Die Abseitsentscheidung wird ohne Videobeweis kaum wirklich gerecht zu treffen sein und selbst mit Bildbeweis ist es manchmal nicht eindeutig. Deshalb ist da die Entscheidung des Schiris schon ok, sollte aber im Zweifelsfall eben zu Gunsten des Angreifers getroffen werden.

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Felice 7. November 2012 um 17:00

Wie immer sehr feine Analyse.

Aaaber: “Es entstand eine enorme Intensivität” – please check your Vocabulary!

“das konstante Doppeln und Trippeln der Real-Flügelstürmer” – dito: Trippeln, laut Duden = kleine, schnelle Schritte machen.

Solche Unsauberkeiten mindern für mich etwas den Lesespaß. Ich weiß: Jammern auf allerhöchstem Niveau…

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V 7. November 2012 um 20:14

“please check your Vocabulary!”

“vocabulary” wird natürlich klein geschrieben. Ich habe extra nachgeschaut.
Dein Kommentar ist sonst super

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Strafraumauthist 8. November 2012 um 11:23

Es gibt mehr Worte als im Duden stehen und mache Worte haben mehr als eine Bedeutung, oder bekommen mit der Zeit eine neue. Das Wort »trippeln« hat sich nun einmal durchgesetzt, um, neben seiner alten Bedeutung, auch das zu beschreiben, was der Autor sagen will.

Sprache lebt, Sprache verändert sich, Sprache bewegt sich und der Duden ist immer einen Schritt hinterher.

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RP 7. November 2012 um 14:44

Ich werde hier auch kurz meine Meinung zum gestrigen Spiel schreiben. Für meine Begriffe hat Dortmund ein taktisch sehr starkes Spiel gemacht. Sie sind sehr kompakt gestanden, und besonders Dortmunds Gegenpressing ist für mich absolute Weltklasse.
Der Unterschiede zwischen den beiden Mannschaften waren mMn die höhere individuelle Qualität von Real, im positiven wie auch im negativen Sinne, und die Motivation von Dortmund. Es war gestern ganz klar zu sehen, dass Real fast 11 Weltklassespieler aufstellt. Ihr Status ist vorallem den Offensivspielern von Real aber auch bewusst, und deshalb fehlt vielleicht auch die letzte Bereitschaft und Konzentration um wirklich 100 Prozent im Umschaltspiel zu geben. Bei Dortmund hingegen muss ich einen Großkreutz, Schmelzer oder Piszeck nicht mehr motivieren.

Letztlich hat für mich also gestern Abend, die mangelnde letzte Bereitschaft von Reals Spielern gefehlt, um das Spiel zu gewinnen. Hier merkt man den Unterschied, dass diese Spiele für Dortmund die Jahres Highlights waren, und für Real eben nicht.

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dajayjay 7. November 2012 um 16:48

Du schneidest einen, für mich, interessanten Punkt an. Real hat 11 super Spieler auf dem Platz, die sich ihres Statuses bewußt sind.

Ich habe gestern einmal mehr den Eindruck gewonnen, das Real ein bißchen der Teamgeist fehlt, vor allem im Offensivspiel. Dabei beziehe ich mich auf die Art und Weise wie sie ihre Chancen ausspielen. Es ist unheimlich oft zu beobachten, das vor allem Ronaldo und di Maria zu oft selber den Abschluss suchen, um mit ihrer individuellen Klasse ein Weitschuss-Tor zu erzielen. Kombinationen in Strafraumnähe und eine geduldige Ballzirkulation um den gegnerischen Strafraum herum, das sieht man nur sehr selten. Lediglich beim nicht gegebenen Abseitstor von Callejon hat Ronaldo mal einen schönen Pass zwischen die IV hindurch gespielt – schaut man sich aber die vorhandene Klasse der Mittelfeldspieler an, dann passiert so etwas viel zu selten. Ich habe immer den Eindruck das alle Offensivspieler (Özil mal ausgenommen) sobald sie 25m vorm Tor den Ball haben fast nur noch daran denken wie sie selber jetzt das Tor schiessen könnten – und nicht wie man sich durchkombinieren könnte um evtl. bessere Chancen auf ein Tor zu haben. Ob das nun an der Bereitschaft, dem Teamgeist oder an den großen Egos der Stars liegt, kann ich nicht endgültig beurteilen.
Auffällig ist es meiner Meinung nach aber schon. Während man Barca gelengentlich vorwerfen kann, dass sie zu verspielt sind und nicht oft genug den Abschluss suchen (Kritik auf sehr hohem Niveau) – so fällt mir bei Real oftmals auf, das sie zu schnell den Abschluss suchen und “wild” aufs Tor ballern (was bei der ind. Klasse ja auch oft gut geht).

Anderes Gegenbeispiel: Lewandowski hatte gestern keine nenneswerte individuelle Torchance (zumindest kann ich mich an keine erinneren) – trotzdem hat er ein super Spiel gemacht. Wie der Schlaks die Bälle hält bzw. verteidigt, fast jedes Kopfballduell gewinnt und dabei noch die Bälle verteilt bzw. weiterleitet – das war ganz großes Tennis ;-) Erinnerte mich ein bißchen an Ibrahimovic beim Spiel Milan gegen Arsenal 2011, als dieser fast jeden Ball annehmen und sinnvoll weiterleiten konnte und sich die Verteidiger die Zähne an ihm ausbissen.

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RP 7. November 2012 um 17:13

So hab ich das gestern auch gesehen. Vorallem Di Maria hat gestern sehr viele Möglichkeiten leichtfertig vergeben und zu schnell den Abschluss gesucht.
Mir ist das auch schon beim Halbfinale Bayern-Real aufgefallen, das Real teilweise zu schnell den Abschluss sucht und manchmal langsamer spielen könnte/sollte. Ich könnte mir vorstellen, dass Real, wenn sie das ganze ein bisschen ruhiger angehen würden, noch stärker werden. Natürlich will man in keinen Konter laufen und Mourinho will auch keine 70 prozent Ballbesitz wie Barca oder Bayern, aber ich denke manchmal sollten sie das Spiel mehr an sich reißen, wie sie es auch gestern teilweise in der 2.HZ getan haben.

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schumja 7. November 2012 um 17:50

Aber hat nicht Ronaldo gerade nicht sher mannschaftsdienlich gespielt gestern? Ich habe keine Statistik, aber für seine Verhältnisse ist er auch viel mit zuück gegangen (wenn auch meist etwas spät) und hat mindestens 2x aus guten Situationen, wo er hätte schießen können auch nochmal versucht querzulegen.

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morph0se 7. November 2012 um 18:11

Ohne Real Madrids offensive Spielweise generell zu kennen: Dass Madrids Spieler aus etwa 25 Meter Torentfernung den Abscluss suchten, war möglicherweise zu einem nicht unerheblichen Maße dadurch bedingt, dass Dortmund in der Defensive kaum Raum und Zeit für ein gepflegtes Kombinationsspiel seitens Real Madrids bot. In der ersten Halbzeit ist es Real – abgesehen vom 1:1 und von der vorangegangenen Torchance von Ronaldo auf Pass von Higuain – kaum, wenn nicht gar nicht gelungen, überhaupt in die Nähe des 16-Meter-Raums zu gelangen. Dortmund hatte hier sehr kompakt gestanden und flexibel umgeschaltet bzw. verschoben.

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RP 7. November 2012 um 21:49

Du hast natürlich recht, Dortmund hat vorallem in Halbzeit eins stark verteidigt, aber ich kann mich schon an ein paar Aktionen erinnern, wo speziell di maria viel Platz hatte, und leichtfertig vergibt.

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dajayjay 7. November 2012 um 23:36

Da hast du natürlich Recht, morph0se. Ich wollte auch nicht die defensive Leistung des BVB schmälern. Meine Kritik bezieht sich auch eher generell auf die Spielweise von Real, nicht nur auf das Spiels gestern.

Ich gehe da absolut konform mit der Sichtweise von RP. Egal ob jetzt das Halbfinale gegen Bayern oder manches Spiel in der Liga – ich habe persönlich immer den Eindruck, das Real zu wenig aus seinen Möglichkeiten bzw. der individuellen Klasse macht.
Das Kombinationsspiel steht und fällt mit Özil. Wenn Özil eher unauffällig und formschwach spielt, was derzeit ja der Fall ist, dann merkt man das er einer der wenigen ist, der das Kombinationsspiel voran treibt und selbstlos versucht die Mitspieler in Szene zu setzen.

Das Real einen eher englischen Stil pflegt, mit schnellen Aktionen bzw. Kontern nach vorne, das ist mir klar. Wenn sie aber cleverer und geduldiger spielen würden, dann glaube ich, dass sie den BVB gestern hätten besiegen können (was ich mir natürlich nicht wünsche). Vor allem wenn man Ballbesitzwerte von geschätzten 60 – 65 % erreicht, dann muss man auch etwas geduldiger spielen, das Tempo variieren und vor allem kombinieren, um ein Abwehrbollwerk zu knacken.

Ansonsten verlässt man sich mMn zu sehr auf das Schussglück der Individualisten.

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BVB3000 7. November 2012 um 14:43

Fussball der Zukunft? Ballbesitzfußball oder Umschaltfußball? Die Frage nach reaktivem und proaktivem Fussball ist doch fast so alt wie der Sport selbst. Nach Barca unter Pep sollte diese Frage eigentlich ein für alle mal geklärt sein! Für alle anderen Teams ist reaktiver Fussball vermutlich die beste Wahl. Die Diskussion ist aber schon einige Jahre her. Roma unter Spalletti waren da Mitte der 90 schon sehr weit mit Ihrer Kontertaktik. Ebenso United 2006-2009. Sir Alex hatte sich ja extra Carlos Queiroz als Co eingekauft um auf das Roma-System umzustellen. Die Tore aus der Zeit sind immer noch eine Wucht, wie z.B.:
http://www.youtube.com/watch?v=t-b2We0-gKQ

Irgendwann ist er dann davon abgefallen. Geht eigentlich nur mit sehr jungen laufbereiten Spielern, zu grosse Verletzungsanfälligkeit der Spieler (siehe auch jetzt wieder Dortmund), Überlastung durch lange Saison etc.
Irgendwann erkannten die Gegner auch die Taktik und stellten sich besser drauf ein. Aber die Tore von beiden Teams aus der Zeit sind immer noch der Hammer.
Wie American Football, alle Mann volle Attacke über das Feld, Adrenalin pur.

Naja und dann kam Barca und hat United im CL Endspiel wie eine Schultruppe aussehen lassen. Mal schauen wie es weitergeht.
Tippe mal Spalletti oder Kloppo trainieren in 3 Jahren United und Pep Chelsea. Dann gehts in die nächste Runde.

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Daniel 7. November 2012 um 15:55

Ich finde man kann den modernen Pressingfußball nicht mehr mit Konterfußball der früheren Zeit vergleichen. Zwar stimmen die Argumente, die du hier teilweise nennst, aber die Einteilung in “reaktiver Fußball” erscheint mir so gar nicht passend.

1. Kontermannschaften stehen wesentlich kompakter in der Defensive, und riskieren normalerweise auch den Ballbesitz des Gegners in gefährlichen Zonen

2. Kontermannschaften schwärmen bei eigenem Ballbesitz aus, um die Räume zu nutzen. Klassisch eng verteidigen und breit angreifen.

3. Kontermannschaften können das Spiel nicht selbst “machen”, sie haben normalerweise nicht die Automatismen dafür. Das Ergebnis ist ein langer Ball in Überzahlräume des Gegners (Es dürften Überzahlräume sein, weil man ja zu kompakt steht ) Normalerweise zeichnen sich Konterspieler durch ein schwaches Passspiel, aber eine hohe Athletik aus.

1.a) Pressingmannschaften versuchen den Gegner durch Zustellen der Passwege in einer Situation zu bringen in der er den Ball verlieren MUSS. Statt mit Ball den Lösungsweg zu suchen, sucht man die Schwachstelle für die Pässe des Gegners. Man könnte sagen: Pressing ist gelenktes Passspiel.

2.a) Pressingmannschaften bleiben bei Ballgewinn kompakt um nicht in einen Gegenkonter zu laufen. Das hat den Vorteil, dass sie nach dem Ballgewinn ihre Position nicht verlassen müssen. Der Gegner aber auch nicht, weswegen diese Ballgewinne technisch im Grunde keine Konter sind. Dafür benötigt man aber unglaubliche Ballkontrolle. Wenn eine Ballbesitzmannschaft wie Barca plötzlich den Vertikalpass spielt, ist der Gegner ja auch ungeordnet. Pressingmannschaften spielen auch diesen Pass, nur eben aus dem Ballgewinn statt aus dem horizontalen Spiel. Man könnte sagen Pressingmannschaften komprimieren den Ballbesitz.

3.a) Da Pressingmannschaften eben am Ball extrem starke Spieler haben, sind sie auch in der Lage selbst das Spiel zu spielen, um dem Gegner nicht den plötzlichen Ballgewinn zu ermöglichen. Das hat man gut bei der Einwechselung von Gündogan im Hinspiel gesehen, der bewusst Passmöglichkeiten hat verstreichen lassen. Dass Dortmund diesen Aspekt noch nicht gänzlich beherrscht, liegt ja nicht an ihrem Spielermaterial, sondern an der Erfahrung der Spieler. die Fertigkeiten dazu haben sie.

Was die Nachteile eines solchen Spiels angeht, hast du sicherlich schon die Richtigen aufgezählt. Wobei man dazu sagen muss, das Dortmund bei richtigem Spiel im Grunde wenig Zweikämpfe riskiert. Man spekuliert ja auf den Fehlpass und nicht auf die Zweikampfschwäche des Gegners. Das sieht man auch an der Statistik an Fouls und Gelben Karten.
Die Vorteile liegen aber darin, dass man IMMER den Gegner unter Druck setzen kann, was bei einem kompakten Gegner bei Ballbesitzfußball manchmal nicht möglich ist.

Es ist also immer eine Grundsatzentscheidung. Was absolut nicht der Fall ist, dass Ballbesitzfußbal komplexer oder schwieriger zu spielen sei. Das trifft wohl auf einfachen Konterfußball zu, nicht jedoch auf Fußball à la Dortmund.

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Raúl 7. November 2012 um 19:39

“2. Kontermannschaften schwärmen bei eigenem Ballbesitz aus, um die Räume zu nutzen. Klassisch eng verteidigen und breit angreifen.”

“2.a) Pressingmannschaften bleiben bei Ballgewinn kompakt um nicht in einen Gegenkonter zu laufen.”

Wie jetzt? :-)

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Daniel 7. November 2012 um 21:36

ich sehe da keinen widerspruch

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marCus 8. November 2012 um 13:24

Da ist auch keiner.

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Flow 7. November 2012 um 14:05

Kann es nicht auch sein,dass Dortmund für die sehr temporeiche erste Hälfte Tribut gezollt hat?
Ich hatte das Gefühl, dass der BVB jederzeit umfallen könnte, wenn Real den Ausgleichstreffer früher macht.
Ich verstehe auch nicht ganz warum der BVB 10 km mehr läuft und in der zweiten Hälfte dennoch so wenig Zugriff auf den Ball bekommen hat.

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Tank 7. November 2012 um 13:32

Sehr passende und aberwitzig fixe Analyse.

Wir hatten hier vor einigen Wochen mal eine Diskussion über den Fußball der Zukunft und ob der von Ballbesitzfußball oder Umschaltfußball geprägt sein wird. Ich habe damals für einen Siegeszug des Umschaltfußballs plädiert, habe aber kein konkretes Beispiel für ein Spiel genannt, dass als Beispiel herhalten kann.

Das kann ich jetzt nachholen und die beiden Dortmund-Real Spiele als ziemlich präzise Beispiele des Fußballs der Zukunft, so wie ich ihn mir vorstelle, präsentieren. Super Pressing, schnelles Umschalten, technisch hochbeschlagene und megafitte Spieler, taktisch greift bei beiden Teams ein Rad ins Andere, Mischung aus kurzen und langen Bällen.

Für jemand wie mich, der die Borussia selten über 90 Min in der Bundesliga sieht, waren die bisherigen CL-Spiele ein echter Augenöffner. Sowohl die Dortmunder als auch ihre Gegner haben in allen vier Spielen in allen Belangen großartigen, sehr sehr hochwertigen Fußball gezeigt.

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Pepe 7. November 2012 um 13:27

Wie ich bereits bei dem Spiel Leverkusen gegen Bayern gesagt habe. Wenn man gegen eine sehr starke Mannschaft die immer mehr Druck aufbaut und offensiver wechselt das Ergebnis halten möchte, wechselt und spielt man nunmal defensiv. Bender für Reus, Perisic für Gündogan, hier ganz normal und taktische Rafinesse. Aber wenn Leverkusen sowas gegen Bayern macht, dann ist es unfähiges Mauern um 3 unverdiente Punke zu klauen.

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MyNameIsMud 7. November 2012 um 17:01

Der Sieg von Leverkusen war sicherlich glücklich und der Erfolg war auch nach dem Spielverlauf ein wenig überraschend. Aus meiner Sicht hat Leverkusen damals viel zu viel Platz abgeschenkt.

Klopp sagte vor dem Hinspiel gegen Madrid, dass viele Mannschaften bei Gegnern mit starken Einzelspielern den Fehler machten, diesen Spielern zu viele Freiheiten zu schenken und zu wenig Druck auszuüben. Ein Spieler mit vielen Möglichkeiten darf nicht Raum und Zeit bekommen. Den muss man ständig unter Druck halten, wenn er den Ball bekommt. Oder versuchen, dass er gar nicht den Ball bekommt. Dies hat Leverkusen ja nur arg verhalten gemacht.

Zurück zum Spiel gegen Madrid: Die Mannschaft und der Trainer konnten natürlich die Umstellung in der Halbzeit nicht ahnen. Es war keineswegs das Ziel sich hinten rein zu stellen. Klopp hat auf der PK nach dem Spiel noch mal erklärt, dass man auf diese Umstellung schlecht reagieren konnte, weil man die Mannschaft als solches nur schwer erreichen kann. Es war ihm wichtig, dass die Jungs nicht zu tief stehen. Dies hat man aber erst nach und nach geschafft.

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boRp 7. November 2012 um 13:02

Nachtrag: Vielen Dank für eine wie immer scharfe Beobachtung, geliefert in schier unmenschlichem Tempo!

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boRp 7. November 2012 um 12:59

Bonjour! 2 Dinge, die mir noch aufgefallen sind:

1) Özils Tor war der zweite Freistoß aus der gefährlichen Zone in der Schlussphase – etwas, was gegen Ronaldo-Teams eigentlich unbedingt vermieden werden sollte. Konzentrationsschwäche? Von Real provoziert?

2) Die Auswechslung von Reus hat mMn Real erst die Möglichkeit gegeben, derart anzurennen (s. Einwechslung Kaka für Arbeloa keine 5 Minuten später). Einer der furchteinflößendsten Konterspieler der letzten BuLi-Saison für einen eher haltenden Spieler. Insofern ist der nochmals erhöhte Druck von Real in den letzten 15 Minuten ein ganz kleiner dunkelweißer Fleck auf einer ansonsten hervorragenden Leistung.

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Tank 7. November 2012 um 13:23

zu 1) Ach, Ronaldo ist als Freistoßschütze ziemlich überbewertet. Besonders die letzten 1-2 Jahre. Wenn dem ersten gefährlichen Freistoß, also den, den Ronaldo in die Mauer gehauen hat, eine Konzentrationsschwäche voraus ging, dann muss diese recht weit vorne stattgefunden haben. Das Foul selbst war ja nur eine Reaktion darauf, dass Ronaldo ab der Mittellinie Fahrt aufnehmen konnte.

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Garrona 7. November 2012 um 14:12

Zu 1) Also ich habe mir die Szene nochmal 3x angeschaut. Ich würde das zu 90% als provozierten Freistoß sehen, als dass Bender da richtig foult – daher würde ich Manni keine großen Vorwürfe machen – es waren nur noch 2-3 Minuten zu spielen und er wollte auf jeden Fall den Ball kriegen. Nur lässt sich Callejon bewusst fallen und provoziert wohl in der Hitze des Gefechts den Freistoß. Besonders tragisch ist es finde ich, dass der Schiri die ganze Partie gepfiffen hat ohne das Spiel viel zu unterbrechen. Daher war das eigentlich kein richtiger Freistoß für den man einen Vorwurf geltend machen könnte.

Die erste Freistoßszene von Ronaldo war meiner Meinung nach sogar noch außerhalb der gefährdeten Zone.

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BVB3000 7. November 2012 um 12:26

Man kann viel drüber diskutieren was Dortmund in der 2ten Halbzeit besser hätte machen können aber Mou lässt zusammen mit Bielsa vermutlich das beste Pressing/Gegenpressing im Fussball spielen (Barca/Pep mal ausgenommen). Hat er schon bei Porto, Chelsea und Inter gezeigt. Ob Dortmund/Klopp in diesem Bereich schon ganz oben angekommen sind würd ich die Saison nochmal abwarten, aber das Defensivkonzept ist schon schwer beeindruckend.

Was man auch nicht unterschätzen darf ist Mou’s Lernkurve bezüglich des Gegners. Er kann einfach sehr gut analysieren und sich den Gegner ausgucken. Hat er bei Chelsea oft in der Liga gezeigt bei Vor-/Rückrundenduellen gegen United, Liverpool und Arsenal.
Von daher muss man auch die gegnerische Klasse/Choaching mal anerkennen.

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Holger 7. November 2012 um 13:22

Ist das Spiel bzw. die erste Halbzeit vor diesem Hintergrund nicht noch höher zu bewerten? Ich hatte gedacht, es würde wegen Mourinhos Lernfähigkeit deutlich schwerer für Dortmund als noch im Hinspiel – aber das war dann erst in den zweiten 45 Min. der Fall. Also scheint Mourinhos Coaching in der ersten Halbzeit, wie im Artikel auch beschrieben, an Klopps Konzept/Reaktion gescheitert zu sein, oder?

Und: Klasse Artikel – danke auch für die hohe Geschwindigkeit!

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schumja 7. November 2012 um 11:36

Ich fände es interessant mal zu folgender These Kommentare zu hören:
Hätte Klopp früher reagiert und Bender für Kehl und Leitner/Perisic für Großkreutz gebracht, hätte das die Ballsicherheit bei den DOrtmundern erhöht.

Wir hatten beim Gucken gestern abend den EIndruck, dass in HZ2 bei Kehl und Großkreutz kaum Ballsicherheit vorhanden war, da sie dort viel stärker und Druck gesetzt worden sind (v.a. Kehl) bzw. weniger Freiräume hatten (v.a. Großkreutz).

Ich denke das Bender deutlich ballsicherer ist als Kehl und weniger Fehlpässe (v.a. welche die zum direkten Konter führen) spielt und auch Großkreutz hat sicherlich bessere Qualitäten als Ballbehauptung und sichere Ballverteilung.

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telecustom 7. November 2012 um 13:14

ich hatte eher gündogan in der 2. HZ als schwachpunkt ausgemacht. der wirkte untypischerweise gedanklich irgendwie abwesend der gute, war ganz schön anstrengend dem zuzukucken. aber ansonsten sehe ich das ähnlich, ich vermisse bei klopp und übrigens auch löw extrem die bereitschaft konsequenter und früher zu wechseln. vor der 70. passiert da selten was…

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RP 7. November 2012 um 14:54

Ich denke du unterschätzt da Kehl ein bisschen…
Er hat gestern defensiv ein starkes Spiel gemacht und auch viele Pässe abgefangen. Für mich war eher Gündogan enttäuschend, er hätte in der starken Real Phase das Spiel mehr an sich reißen müssen.

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schumja 7. November 2012 um 17:54

Ich gebe dir Recht, dass er viel Pässe abgefangen hat, aber die Frage ist ja, wie es mit den gewonnen Bällen weitergeht. Und da sehe ich Bender eindeutig stärker als Kehl und defensiv ist Bender mMn nicht nur eine Klasse besser als Kehl, wenn ich auch zugeben muss, dass Kehl im Moment in der Form seines Lebens ist und auhc auf einem hohen Niveau spielt.
Gündogan ist mir nicht so wegen direkten Fehlern aufgefallen, wobei auch nur jemand Fehler machen kann, wenn er am/in der Nähe vom Ball ist.

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MyNameIsMud 7. November 2012 um 11:14

Schöne Analyse.. was ich mich frage, was hätte der BVB machen können, damit man Real in HZ 2 nicht so überlegen gewesen wäre. Musste man wirklich so tief stehen und sich auf das Glücksspiel im Kurzpassspiel von Madrid einlassen? Hätte man taktisch nicht anders reagieren können?

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schumja 7. November 2012 um 11:31

Ich denke, dass sie es schon versucht haben zu reagieren. Ich meine mich zu erinnern, dass Götze in der 2. HZ sich die Bälle viel tiefer geholt hat und so als weitere Anspielstation gedient hat.
Real hat mit den vier Offensiven die Dortmunder Abwehrreihe viel stärker angerannt als noch in HZ 1 und die 6er wurden auch von Essien und Alonso stärker beackert.
Götze stand dann teilweise zwischen den IV aber wurde auch gut gepresst.

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RP 7. November 2012 um 14:28

Ich denke auch, dass der stärkere Druck und das höhere Risiko von Real für die starke 2. HZ war.

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RP 7. November 2012 um 14:29

Entschuldigung,…der Grund für die starke zweite Halbzeit war.

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BVB3000 7. November 2012 um 10:36

Naja, Real hat schon irre viel Druck aufgebaut die letzten 20 min. Von einer Verflachung würd ich da nicht sprechen. Hätte Dortmund den Sieg gegönnt, aber im englischen TV war man sie über eine gerechte Punkteteilung einig und das würd ich auch unterschreiben.

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Jorge Valdano 8. November 2012 um 19:17

Kann deine Meinung nur teilen. Erstmal herzliche Glückwünsche an euch Dortmunder. Ich als Langzeit-Realfan kann euch nur ein großes Kompliment aussprechen, denn zwei mal eine sehr gute Leistung gegen Real aufzubieten, zeigt dem BVB nur auf welch hohem taktischen Niveau sie aktuell spielen. Meines Erachtens hat Kloppo eine universel anzuwendende Grundtaktik gegen nominell “bessere” Gegener konzipiert, die in fast allen Spielen greift.
Real hat ein relativ schlechtes Spiel gemacht. Dies war der, im Gegensatz zum BVB, fehlenden Leidenschaft. Hier ist meiner Meinung nach die BuLi Weltspitze (zumindest in der Breite).
Allerdings muss ich auch die analytischen Fähigkeiten von Mou loben ( wobei dei menschlichen massiv kritisiert werden müssen), sodass Real aufgrund von Umstellungen nach der Halbzeit besser ins Spiel kam, und in den letzten 20 min. enormen Druck auf Weidenfellers Tor ausüben konnte. Diese Fähigkeiten konnte der Betrachter auch im Spiel gegen ManCity feststellen, als Real diesen bis zur 60 min. keine Chance lies (25:0 Torchancen). Dennoch müssen wir uns mit einem leistungsgerechten Unentschieden deutlich zufrieden geben.

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AlexF 7. November 2012 um 09:20

Also ein Punkt den man nicht nennen muss, der mir persönlichgestern aber sehr ins Auge sprang, ist wie Pressingresistent der Modric ist. Den juckt das ja gar nicht, wenn ihn einer angreift.

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Miguel Tellarini 7. November 2012 um 00:56

Herzlichen Dank – gute Analyse!

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MachetOtze 7. November 2012 um 00:41

Wow. Das war schnell. Vielen Dank!

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