Real Madrid – FC Barcelona 2:2

Abermals erwartet uns ein El Clásico. Zum Hinspiel des Supercopa empfing Real Madrid den Meister aus Barcelona im Santiago Bernabeu und José Mourinho wollte trotz des eher geringen Ansehens dieses Pokals unbedingt den ersten Sieg gegen den Erzrivalen erzielen.

Pep Guardiola und seine Mannschaft hatten deutlich weniger Zeit in der Vorbereitung, doch psychologisch war es nichtsdestotrotz ein wichtiges Spiel.

Wechselwirkung der jeweiligen Formationen

Grundformationen

Real Madrid trat mit ihrer bewährten Formation aus der letzten Saison an, mit einem 4-2-3-1, doch die Ausrichtung war eine gänzlich andere als in den letzten Spielen gegen Barcelona.

Der spanische Rekordmeister unternahm einige Änderungen, am stärksten ins Auge fiel das höhere Pressing und das weite Aufrücken in die gegnerische Hälfte. Mit Xabi Alonso und Khedira spielte das gleiche Duo im zentralen Mittelfeld wie letztes Jahr, doch in den Clásicos hatte man stets mit einem dichteren Mittelfeld agiert, was gestern nicht der Fall war. Xabi Alonso spielte zwar weiterhin als deeplying-playmaker, doch er teilte sich das Mittelfeld überraschend deutlich mit Khedira auf, jeder beackerte seine Seite defensiv und unterstützte seine Mitspieler beim Pressing.

Links hatte Marcelo, der letztes Jahr eine herausragende Saison spielte, seinen Stammplatz behalten und spielte mit Ricardo Carvalho und Pepé neben Ramos in der Viererkette. In der Sturmreihe erhielt Di Maria den Vorzug vor seinen Konkurrenten und spielte mit Cristiano Ronaldo auf den Flügeln. Interessant war die veränderte Rolle der beiden, sie übernahmen sowohl die Rolle als klassischer Flügelstürmer als auch als inverser Winger. Der Argentinier agierte jedoch wie gewohnt etwas defensiver als Ronaldo.

Als Spielgestalter in der Offensive lief wie erwartet der deutsche Nationalspieler Mesut Özil auf, welcher die Aufgabe hatte, Mittelstürmer Karim Benzema und Cristiano Ronaldo mit Pässen zu füttern.

Bei Barcelona fehlten mit Xavi und Sergi Busquets jene Spieler, welche die Hauptaufgabe beim Ballbesitzspiel übernahmen. Stattdessen lief vor der Viererkette, wo Adriano auf links neben Abidal, Mascherano und dem Rechtsverteidiger Alves spielen durfte, der Ivorer Keita  auf. Seydou Keita kam in der letzten Saison selten von Beginn an zu Einsatz und noch seltener agierte erauf der Sechser-Position. Diese taktische Maßnahme Pep Guardiolas dürfte wohl auf die Fabregas-Verpflichtung zurückzuführen sein, denn es gilt als gemeinhin bekannt, dass Keita einer der Lieblingsspieler des Barca-Trainers ist und er ihm deshalb einen neuen Platz in der Mannschaft finden möchte.

Neben Keita agierte Andrés Iniesta im halblinken Mittelfeld, während der junge Thiago Alcantara die Position des rechten Achters im 4-3-3 Barcelonas übernahm. Bereits nach einigen Minuten fiel auf, dass Iniesta etwas tiefer agierte, um Thiago beim Spielaufbau zu unterstützten.  Das Talent Thiago  wird oft als Nachfolger Xavis bezeichnet, doch man vergisst, dass man für eine solche Rolle sehr viel an Ausdauer, Erfahrung und Konstanz mitbringen muss, was in diesem Alter nahezu unmöglich ist. Deshalb stellte Pep Guardiola seiner Nachwuchshoffnung Iniesta zur Seite, da das alleinige Spielmachen, wie es Xavi macht, für Thiago nicht zu bewältigen wäre.

Im Sturm kam Neuzugang Alexis Sanchez auf der rechten Außenbahn zu seinem Pflichtspieldebüt und bildete mit Messi und David Villa die Sturmreihe. Der Chilene lebte sich sehr schnell ein und war der auffälligste Akteur beim FC Barcelona, doch er agierte hängender und  weiter auf der Seite als es Pedro normalerweise auf dieser Position tat. Dies zeigte sich auch am Laufweg Dani Alves‘, welcher konstant in die Mitte zog und nicht wie üblich mit dynamischen Diagonalläufen über die Außen kam. Ein weiterer Grund für diese veränderte Rolle war Alves‘ war jedoch sicherlich ebenso, dass Thiago in der Mitte dem Spiel nicht seinen Stempel aufdrücken konnte und Dani Alves ihn zu unterstützen versuchte.

Es war wohl eine Mischung sämtlicher Faktoren – die fehlende Erholung im Sommer (Leo Messi soll sich angeblich in der Halbzeitpause übergeben haben), das Fehlen von Xavi und Busquets, die veränderten Rollen von Iniesta und Alves –, welche verantwortlich für die Leistung Barcelonas in der ersten Halbzeit waren, doch man muss auch die Madridista loben. Mit einer engagierten Spielweise, aggressiver Raumdeckung und mutigem Offensivspiel schaffte man das, was viele für unmöglich hielten: man war den Katalanen spielerisch überlegen. In den gesamten neunzig Minuten hatte Barcelona vier Schüsse, davon zwei aufs Tor – beide Torschüsse gingen jedoch auch ins Tor. Die anderen beiden Schüsse waren jedoch ein Armutszeugnis für die spielerische Qualität Barcelonas an diesem Abend, ein Schuss von Sanchez wurde abgelockt, der letzte Torversuch war ein Freistoß Messis in der zweiten Halbzeit.

Zuerst wird das Spiel der anderen Mannschaft auf Außen gedrängt. Ab 0:20 erkennt man, wie der ballführende Gegner angegriffen und gepresst wird. Man versperrt Pass- und Laufwege und erobert den Ball, schaltet schnell um und Di Marias starker Pass auf den sehr beweglichen und gut spielenden Benzema leitet das Tor ein. Karim Benzema zeigte im gesamten Spiel eine gute Leistung, rochierte sehr gut nach links und öffnete Räume in der Mitte – wie bei diesem Tor perfekt dargestellt. Von hinten sticht Mesut Özil in den Strafraum und verwertet den guten Pass Benzemas nach einem schönen Dribbling gegen den unsicher wirkenden Abidal.

ab Minute 60

Bis zur Halbzeit war Real die stärkere Mannschaft und ließ sich trotz eines Traumtores von David Villa, der vom Sechzehnereck mit seinem starken rechten Fuß abzog und Casillas überlistete, nicht aus der Fassung bringen.  Real war weiterhin die proaktive Mannschaft und nur mit Pech und eigenem Unvermögen konnte man die zahlreichen Chancen nicht nutzen. Nach den ersten 45 Minuten hatte man 13 Torversuche – aber man lag 1:2 hinten. Lionel Messi, der das gesamte Spiel unter seinen Möglichkeiten blieb, erzielte mit etwas Glück und einem überragenden Antritt in der 46. den schmeichelhaften Führungstreffer.

Zwar lagen die Katalanen nun vorne, aber sie zeigten wohl ihre schwächste Leistung der letzten Monate, wenn nicht Jahre. Besonders bemerkbar machte sich dies in der Königsdisziplin der Blau-Roten, der Ballbesitzstatistik. Seit Pep Guardiola Trainer ist, hatte man nie weniger Ballbesitz als der Gegner, aber in diesen ersten 45 Minuten hatte man nach dem Halbzeitpfiff nur 46% Ballbesitz.

Die zweite Halbzeit begann ähnlich wie die erste, Real war am Drücker und bei Barcelona konnten nur Sanchez und Mascherano konstant positiv auffallen, obwohl sich aufgrund der leichten Führung und des Momentums, welches nun bei Barcelona lag, der Ballbesitz zugunsten der Katalanen verschob. Die Mnanschaft Mourinhos wirkte etwas hektisch und ab der 60. Minute, wo Pique und Xavi in die Mannschaft kamen, stand Guardiolas Mannschaft zumindest defensiv sicher. Der Ball wurde nun verstärkt in den eigenen Reihen gehalten und man ließ weniger Chancen zu – herausspielen konnte man sich aber auch keine.

Im ersten Teil dieser GIF sieht man die Gesamtzahl an Torversuchen, im zweiten Teil jenen Anteil an Chancen, welche es in der zweiten Halbzeit gab. Real Madrid konnte somit nur sieben Mal in den zweiten 45 Minuten aufs Tor schießen und sämtliche Versuche kamen von der linken Seite. Dies hatte einen taktischen Hintergrund, denn der eingewechselte Callejon, dem Mourinho scheinbar keine wirkliche Chance gegen Abidal zutraute, spielte sehr mittig und versuchte mit Özil und Ronaldo zu kombinieren. Für Khedira kam der Portugiese Coentrao ins Spiel, der eine gute Leistung ablieferte und trotz der ungewohnten Position im zentralen Mittelfeld in diesen wenigen Minuten bewies, dass er das hohe Niveau solcher Spiele mitgehen kann.

Nach einer Ecke dann das verdiente 2:2 für Real, als Xabi Alonso einen Pass in den Rücken der Abwehr flach ins Tor platziert. Bis zum Ende des Spiels sollte es keine großen Ausrufezeichen mehr geben, was nicht einmal der Wechsel Pedros für Villa ändern konnte.

Die Ursachen für den Unterschied zu bisherigen Duellen

Im Gegensatz zu den letzten Aufeinandertreffen spielte Real höher, aggressiver und offener. Dadurch konnten sie einen hohen Ballbesitz gegen den FC Barcelona verzeichnen, doch man sollte nicht vorschnelle Rückschlüsse auf die Saison ziehen. Die Katalanen agierten ohne Neuzugang Fabregas, dessen Wechsel im Laufe des Spiels verkündet wurde, sie spielten ohne Xavi und Busquets, welche hauptverantwortlich für den Ballbesitz im ersten und zweiten Drittel sind und andere Spieler wie Messi oder Dani Alves wirkten, als ob sie etwas überspielt sind. Pep Guardiola wird seine Mannschaft so schnell wie möglich regenerieren müssen, denn durch diese Erschöpfung fehlt der letzte Tick Laufbereitschaft und Handlungsschnelligkeit beim Pressing wie beim Kurzpassspiel.

Am Ende des Spiels hatte Barcelona zwar mit 60% mehr Ballbesitz, doch aufgrund der hohe Zahl an Fouls (26mal wurde ein Barcelonaspieler gefoult) liegt der effektive Ballbesitz bei diesem Spiel bei 54%, von welchem Barcelona 28% hatte. Hochgerechnet auf die Gesamtzahl an effektivem Ballbesitz (Ball im Spiel) hatte Barcelona somit „nur“ 52% des gesamten Ballbesitzes im Spiel.

Der Hauptgrund dafür war das –im Gegensatz zu früheren Spielen- umgekehrte Verhältnis von eroberten Bällen, denn zum ersten Mal in diesen Duellen lag Real mit 64:46 vorne. Insbesondere Sanchez mit 15 Ballverlusten zeichnete sich hier negativ aus, was jedoch ein „Verdienst“ der gesamten Mannschaft war. Alexis Sanchez zeigte eine gute Partie, war allerdings auf dem Flügel oft alleine gestellt und musste Alleingänge versuchen, was zu dieser exorbitant hohen Zahl an verlorenen Bällen führte. Bei Real war Rekordhalter an verlorenen Bällen der Innenverteidiger Pepé, welcher oftmals versuchte, sich in die Offensive einzuschalten – sein Partner Carvalho bspw. verlor nur einen Ball. Sinnbildlich für die Leistung Barcelonas dürfte wohl der Fakt sein, dass abgesehen von Mascherano, Keita und Adriano alle mehr Ballverluste als Ballgewinne hatten; sogar Iniesta und Xavi.

Fazit

Ein unterhaltsames Spiel, welches überraschend gut für die Madrilenen lief, konnte man gestern Abend beobachten. Das wohl größte Duell in der Fußballwelt hatte zwar mehr Prestigecharakter, was man in der Spielweise Barcelonas gut erkennen konnte, als einen reellen Wert, doch für José Mourinho war es wie üblich ein wichtiges Spiel – so wichtig sogar, dass er sich aufgrund der Schiedsrichterleistung (es gab einige strittige Szenen im Strafraum) durch seinen Co-Trainer Aitor Karanka vertreten ließ.

Das Spiel selbst war trotz des hohen Niveaus keine wirkliche Standortbestimmung und es ist zu erwarten, dass Barcelona frühestens im Rückspiel sein wahres Gesicht zeigt – allerdings darf sich Real Madrid bis dahin mit dieser starken Leistung rühmen.

Niklas 17. August 2011 um 20:35

Hier übrigens ein Artikel dazu wie Real Madrid in den direkten Duellen gegen Barca überlegen sein z.B. auch wie man auf die False Nine von Barca reagiert. Der entscheidende Mann dazu ist Fabio Coentrao aber lest selbst!
http://www.halamadrid.at/2011/08/die-anti-barca-formation-man-muss-nicht-mauern/

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44² 17. August 2011 um 22:17

Die Grundidee davon ist die gleiche die ich auch im Kopf habe – Alves aus zentraler Position heraus aufnehmen, anstatt sich dauerhaft am Flügel binden zu lassen.

Daher nochmal die Frage, hat mal jemand in der vergangenen Saison 4-3-2-1 gespielt?

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RM 16. August 2011 um 17:40

„Ihr solltet euch davon abheben, und sachlich erklären, warum Mannschaft A gegen Mannschaft B Vorteile/Nachteile hatte.“

-> Hatte Barcelona eben nicht aufgrund des Fehlens gewisser Spieler und einer de facto kürzeren Vorbereitung so wie einem Messi, der sich in der Halbzeit angeblich (und laut Youtube während des Spiels) übergab, nicht einen Nachteil? Sollte man das nicht erwähnen dürfen? Desweiteren schreibe ich doch, dass Real eine sehr starke Leistung zeigte und etwas für unmöglich Gehaltenes schaffte. In meinen Augen ist das ein Lob.

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Berni 16. August 2011 um 18:00

Versteht mich nicht falsch, ich weiss das Barca besser spielen kann und auch wieder wird, aber sowas hat meiner Meinung nach in einer Spielanalyse nichts zu suchen, da es Mutmaßungen sind. Genauso wie die Frage, wie ernst ein Team ein Spiel nimmt.
Lediglich die Nichtaufstellung von Xavi und Pique würde ich als schwerwiegend bezüglich der Chancen gegen Madrid einordnen und als eine Art Entschuldigung für die schwache Leistung sehen.
Und wenn Messi so schlecht dran war, hätte Pep Pedro auch für ihn bringen können, aber anscheinend war er immernoch besser als ein Villa in guter Form.

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HW 16. August 2011 um 20:13

Ich finde es legitim darauf zu verweisen, dass eine Mannschaft nicht in Bestbesetzung aufgelaufen ist.
Für mich war das Spiel aber zu einem gewissen Teil ein Testspiel. Pepe hat es natürlich ernst genommen.
Dazu finde ich es überraschend, dass ein schwaches Barca immernoch besser als viele gute Mannschaften gegen Real ist.

Messi und Villa zu vergleichen geht irgendwie an deren Spielweisen vorbei. Ob Messi irgendwie angeschlagen war kann ich nicht beurteilen. Ich denke mal es war nichts ernstes. Schwere Beine und ein schwerer Kopf vielleicht. Trotzdem haben beide, Messi und Villa, ihren Job gemacht und Barca im Spiel gehalten.
Ich würde mir bei Barca in den nächsten Jahren eher Gedanken über die Ersatzleute in der Defensive machen. Puyol scheint dauerverletzt, und Mittelfeldspieler können dauerhaft nicht die Lösung sein. Busquets ist kein Schrank, Mascherano kein Riese.

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44² 16. August 2011 um 21:36

Hast zwar Recht, wenn man es als reine Spielanalyse ansieht, aber insbesondere zu diesem Zeitpunkt der Saison und bei diesem Match-Up (welches die nächste La Liga Saison ja zweifelsohne prägen wird) geht es denk ich weniger darum, das zu beurteilen, was passiert ist, sondern es geht vorallem auch darum „was passieren wird“. Also darum, das Spiel im Kontext der maximalen Leistungsfähigkeit und der Entwicklung beider Teams einzuordnen. Um daraus dann eben Prognosen für die wirklich wichtigen Spiele abzuleiten.

Von daher find ich den etwas verschobenen Fokus in diesem Fall angemessen. Insbesondere weil man eben doch sehr deutlich gemerkt hat, dass Barcelona das Spiel als Vorbereitungsmatch interpretiert.

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AL 16. August 2011 um 17:37

sorry, ich meinte nicht „verlieren“, sondern wollte natürlich „unentscheiden spielen“ schreiben! 😉

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Berni 16. August 2011 um 13:54

Hm, ich finde das Ergebnis wird zu sehr durch Mutmaßungen erklärt, wie es hätte laufen können, wenn Barca bei 100% mit allen Spielern gespielt hätte.
Und meiner Meinung nach gehört das zwar in die Analyse rein, aber lediglich als Randnotiz in einem Nebensatz. Beim lesen der Analyse hatte ich zu sehr den Eindruck, dass sie von einem Barca-Fan stammt, der das Ergebnis entschuldigen will. Und das kann ich auf den herkömmlichen Seiten schon genug lesen. Ihr solltet euch davon abheben, und sachlich erklären, warum Mannschaft A gegen Mannschaft B Vorteile/Nachteile hatte. Und zwar rein auf taktischer und spielerischer Ebene. Denn diese Ebenen sind es, die man sehen und fassen kann. Was da in den Köpfen der Spieler vorgeht, oder mit „was wäre wenn“ kann man meiner Meinung nach nur wenig bis garnichts anfangen.

Denn um den Artikel mal weiter zu spinnen und aus Madrid-Sicht zu schildern: Wer sagt denn, dass Madrid schon alles gezeigt hat? Vielleicht waren auch sie erst bei 70-80%?
Und wenn ihr nun darüber nachdenkt, werdet ihr evtl. wissen worauf ich hinaus will…..man kann es nicht wissen. Weder aus der Sicht von Madrid wie von mir geschildert, noch aus der Sicht Barcas wie im Artikel dargelegt. Deshalb soll man das analysieren was man aktuell gesehen hat und nicht das Madrid von Sonntag mit dem Barca aus den CL-Clasicos.

PS: Ist überhaupt nicht böse gemeint. Auch ich mag das Barca der Vorsaison. Aber am Sonntag war es mist. Und das kann und darf man nicht damit erklären, dass 2Leute fehlten oder die Einstellung nicht stimmt. Damit tut man den Madrilenen unrecht, die ein sehr gutes Spiel gemacht haben. Auch die Vorbereitung darf da nicht herhalten. Für beide gehts kommendes Wochenende richtig los, und da muss man sie auf einer Stufe begutachten was die Fitness angeht.

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AL 16. August 2011 um 17:36

Hallo,
aus der Madrid Perskeptive kann ich deine Enttäuschung natürlich nachvollziehen: trotz einer akzeptablen Leistung gegen eine formschwächere Mannschaft zu verlieren, ist bitter. Real zog ein super Pressing durch, keine Frage. Aber das hielten sie aber keine 30 Minuten durch, und der Umstand, dass 4 essentielle Barcelona Stammspieler nicht dabei waren, sollte trotzdem nicht ausser Acht gelassen werden.

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j4g0 16. August 2011 um 13:26

Sehr gelungene Analyse aber wurde Pedro nicht für Villa eingewechselt?

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RM 16. August 2011 um 18:04

Oh, Gedankenfehler, danke für die Aufmerksamkeit und Korrektur!

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Niklas 15. August 2011 um 22:13

Habe mich gestern wirklich sehr geärgert, dass wir (Madrid) nicht gewonnen haben durch , obwohl wir klar überlegen waren durch die oben perfekt beschriebenen Faktoren, aber das Problem war, dass um den Strafraum bzw. im Strafraum selbst die Nerven versagt haben, es wurde zu schnell abgespielt oder bestes Beispiel war als Ronaldo mit Übereifer aufs Tor zurannte, ihm aber dabei der Ball versprang.
Insgesamt gefiel mir der Auftritt von Madrid sehr gut, auch mit dem Ball. Denn die Passgeschwindigkeit war hoch und gleichzeitig wechselte man ab und zu die Position, indem sich z.B. Benzema mal auf Außen fallen ließ und Özil die Sturmspitze inne hatte. Wer mir aber bei Madrid leider zu oft untergeht, ist Xabi Alonso, denn das was Xavi für Barca ist, ist er für den spanischen Rekordmeister. Seine Aufgabe ist es aus einer etwas tiefen Position heraus auf halblinks das Spiel zu dirigieren und das gelingt ihm mehr als gut. Der Vorteil für seine halblinke Position liegt in der Linkslastigkeit des Madrider Offensivspiel begründet. Denn die Blancos waren nicht nur gestern nach der Einwechslung von Callejon meist auf links, sondern sie sind es sonst meistens auch wegen der offensiven Fähigkeiten von Marcelo und Ronaldo. Zurück zu Alonso: Denn dadurch das er aus der Tiefe seine präzisen und weiten, raumgewinnende Pässe schlägt, können Marcelo, Ronaldo oder ein anderer Akteur zu ihm zurückspielen und er kann das Spiel durch weite Bälle verlagern und dies geschieht eben auch in einem sehr hohem Tempo. Ein weiterer Vorteil von Alonsos halblinker Position findet man in der Defensive, denn durch seine etwas tiefe Postion, kann Marcelo Ronaldo in der Offensive unterstützen z.B. durch Hinterlaufen und Alonso sichert den Brasilianer ab. Schlussendlich ist Xabi Alonso ein eminent wichtiger Spieler für Madrid wegen seinen Fähigkeiten (s.o., kann herausragend das Tempo wechseln, gute Tacklings) und Mourinho hat eine exellente Position für ihn gefunden. Wie wichtig Alonso für Madrid ist, erkennt man auch daran, wenn man sich mal sich die Spiele und dessen Resultate (z.B. 0:1 Niederlage in Osasuna oder daheim gegen Gijon) anschaut.
Dadurch, das Ronaldo sowohl ein inverser Winger als auch ein Flügelmann ist, und Marcelo ihn oft hinterläuft wirkt das Madrider Offensivspiel längst nicht durchsichtig. Des Weiteren klappt auch das Zusammenspiel zwichen Özil und Ronaldo gut, die beide, wie eigentlich die gesamte Offensive sich flexibel bewegen und auch oft durch geschickte Bewegungen anspielbar sind.

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AL 15. August 2011 um 18:57

Ein sehr interessanter Bericht, danke 🙂
Ich war beim Audi Cup dabei und sah wie Barca sich bei beiden Spielen geschlagen hat. Die Mannschaft kann man, genauso wie beim gestrigen Supercup Auftritt, als B-11 bezeichnen. Xavi, Busquets, Pique und Puyol sind nunmal die Basis des Spielaufbaus. Thiago spielt spitze, aber ihm fehlt die Erfahrung. Sanchez hat sich tapfer geschlagen, leider viel zu oft allein (die Verpflichtung Cesc rückt hier in ein ganz anderes Licht). Messi fiel so wenig auf, dass ich mich erst fragte ob er überhaupt spielt.
Mal sehen ob sie sich in 3 Tagen steigern können, zumindest das Zusammenspiel muss besser klappen – und, falls ein Ballverlust eintritt – sollte der Ball wieder in unter 7 Sekunden in den eigenen Reihen wiederzufinden sein 🙂

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Sammer Riether 15. August 2011 um 18:51

Also ich hab das Spiel gesehen und ich finde Barca hätte auch locker 2-5 verlieren können. Hätte Madrid auch nur annähernd seine Chancen genutz wie Barca es tat, wäre das ein Debakel geworden. Das kommt ein bisschen zu kurz im Artikel…

Fast schon traditionel kommt Barca erst schwer in die Saison rein… ;D

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44² 15. August 2011 um 18:03

Hab nach 10 Minuten kaum noch hingesehen. Sehr uninteressantes Duell in dieser Form.

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RM 15. August 2011 um 18:16

Spielerisch oder taktisch?

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44² 16. August 2011 um 16:39

Spielerisch und dadurch auch taktisch. 😉

Ich denk halt, dass Real das, was sie da gemacht haben, so nicht hätten machen können, wenn Barca hundert Prozent spielt. Von daher war’s in meinen Augen wenig relevant.

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44² 16. August 2011 um 16:43

Klingt jetzt im Kontext so unfreundlich – trotzdem natürlich eine sehr gute Analyse! 😉

War nur so mein Gedanke zum Spiel.

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YNWA 15. August 2011 um 17:59

Hallo,
danke für die treffene Analyse. Dazu noch folgende Anmerkungen:
Keita ist einer der Lieblingsspieler?
Warum hat Pique nicht gespielt?
Warum sollte Callejon eingwechselt werden, wenn ihm kein Stich gegen Abidal zugetraut wird?
Hat Coentrao in den lezten Jahren jemals im Mittelfeld gespielt?
Und wenn man sich „average position real“ ansieht: Hat Real ggfs. mit einer Dreierkette gespielt? Besonders Marcelo hat sich ja diverse Ausflüge nach vorne geleistet…

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RM 15. August 2011 um 18:16

Hallo,
danke für das Lob.

Ja, Keita gilt als einer der Lieblinge Peps.
Angeblich weil er den Wechsel von Cescs auf seiner Twitter-Seite zu früh veröffentlichte.
Entweder: man traute kaum einem Spieler zu, dass er sich konstant über die defensive linke Seite durchsetzte – Oder: man wollte Callejon testen und ohnehin zentraler agieren aufgrund CR7 – Oder: Callejon spielte ohne Anweisung des Trainerstabes so.
Er war zu Beginn seiner Karriere ZOM.
Nein, beide AVs waren offensiv.

Antworten

YNWA 15. August 2011 um 21:26

Herzlichen Dank für die prompten Antworten!

Antworten

Sandro 15. August 2011 um 17:46

Man hätte noch anmerken können, dass mit Pique und Puyol, die eigentliche Stammformation in der Innenverteidigung gefehlt hat, was natürlich auch zur fehlenden Stabilität in der Abwehr beigetragen hat. Ansonsten tadellose Analyse.

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False9 15. August 2011 um 16:15

Barca hat nicht wirklich den Eindruck gemacht, dass man das Spiel zu 100% ernst genommen hat. Sah eher nach müdem Sommerkick aus. Ich habe Zweifel, dass das bis Mittwoch besser wird. In der regulären Saison werden sie wohl nicht ganz so entspannt über den Platz traben.
@RM
Wie immer, eine Analyse, der man komplett zustimmen kann, allerdings finde ich den häufigen Einsatz von „welcher“ am Anfang von Nebensaätzen ein wenig störend, irgendwie fühlt sich das wie ein (unnötiger) Versuch, hochtrabend zu sein, an. Ist natürlich Geschmacksache.

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RM 15. August 2011 um 16:52

Oh, ist nicht meine Intention. Viel mehr kommt mir persönlich während des Schreibens der Gebrauch von Bindewörtern zu oft vor und ich versuche dann, daraus Nebensätze zu machen. Mein Fehler, werde das nächste Mal darauf achten.
Danke für die konstruktive und ehrliche Kritik.

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False9 15. August 2011 um 20:33

Ich meinte auch eher, dass man statt „welcher“ zumindest in der Alltagssprache eher „der“ sagen würde, hier im Rheinland zumindest. Gegen Nebensätze hab ich natürlich nichts 🙂 deswegen meinte ich auch, welches Wort man nimmt, ist halt Geschmackssache.

Antworten

Pseu 15. August 2011 um 16:08

Ich habe nur ca. 45 Minuten gesehen, sehe es aber ähnlich: Barca war weit von 100% entfernt.
Auffällig fand ich nur, dass Real bei eigenem Ballbesitz mit sehr offensiven Außenverteidigern und vielen weiten Bällen gespielt hat.

Ich bin gespannt, wie es im Ernstfall dieses Jahr aussieht.

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