Herauskippende Sechser und Leverkusener Mittelfeldpressingprobleme – FN

Am ersten Spieltag der neuen Saison unterliegt Leverkusen Hoffenheim mit 1:2. Das neu formierte Hoffenheimer Team zeigte spannende Lösungen im Ballbesitzspiel, während Leverkusen unter dem neuen Trainer ten Haag mit Problemen im Mittelfeldpressing, sowie im Bespielen des Zentrums zu kämpfen hatte

Ilzer schickte die Gäste aus Sinsheim nominell in einer 4-4-2 Grundordnung auf den Platz und setzte zum Start der Saison gleich auf sieben Neuzugänge in der Startelf. Die Viererkette vor Baumann bildeten dementsprechend von links nach rechts Bernardo, Machida, Hranac und Coufal. Die Doppelsechs davor bestand aus Avduallahu und Burger. Auf den Außenbahnen agierten Toure links und Kramaric rechts. Letzterer interpretierte seine Rolle sehr zentrumslastig und agierte in einer Zehnerrolle. Die Doppelspitze aus Asllani und Lemperle komplettierten die Startelf.

Die Leverkusener agierten nominell aus der unter Alonso bewährten 3-4-2-1 Grundordnung. Die Dreierkette vor Torhüter Flekken bildeten Hincapie, Tapsoba und Neuzugang Quansah. Auf der Doppelsechs agierte Garcia neben dem neuen Kapitän Andrich. Die Schiene besetzten Grimaldo links und Arthur rechts, während Tella und Maza hinter der einzigen Spitze Schick als Halbraumzehner aufliefen.

Wenig Lösungen gegen Manndeckung

Leverkusen hatte aus dem tiefen Aufbau speziell zu Beginn der Partie einige Probleme mit dem manndeckenden Zustellen der TSG im Angriffspressings. Die Leverkusener bauten aus einer 3-2-4-1 Struktur heraus auf. Diese wurde durch das Einrücken Girmaldos in den offensiven linken Halbraum erzeugt. Folglich gab Tella die auf der linken und der hochschiebende Flügelverteidiger Arthur auf der rechten Seite die Breite. Toure und Lemperle fungierten aus der offensiven Dreierreihe mit Asllani als rechten Part zumeist als die ersten Anläufer. Dies lag an der asymmetrischen Positionierung des Leverkusener Dreieraufbaus mit Tapsoba links von Flekken. Toure und Lemperle liefen stets im Bogen mit Deckungsschatten auf ihren direkten Gegenspieler Tapsoba beziehungsweise Quansah an, um den Ball auf eine Seite zu lenken. Das Anlaufen von Toure entstand hier häufiger spontan, während Lemperle Flekken nach Abstößen von rechts anlief. Hervorzuheben ist die Intensität dieses initialen Anlaufens. So gelang es der TSG ein mögliches Auflösen über einen der Sechser durch das verkürzte Zeitfenster für Torhüter Flekken zu erschweren.

9. Minute

Hinter der offensiven Dreierreihe agierten Burger und Kramaric, der eher eine linke Acht anstelle der nominellen Position als rechter Außenstürmer bekleidete, manndeckend gegen die Leverkusener Sechser. Die Außenverteidiger schoben konsequent gegen die Leverkusener Flügelverteidiger durch und gingen auch Grimaldos halbräumige Bewegungen mit. Situativ entstand durch die tiefe Positionierung Avdullahus gegen Maza eine Art Dreierkette.

Nicht nur aufgrund des intensiven Anlaufens von Toure und Lemperle tat sich Leverkusen schwer Zeit im tiefen Afubau zu gewinnen. Bayer agierte risikoavers und vermied zu Beginn das Spiel in den Druck über die eng markierten Sechser. Stattdessen wurde bis der Druck zu hoch wurde über die Halbverteidiger zirkuliert und diese oder Flekken den langen Ball wählen mussten. Es fehlte Leverkusen an diesem Tag an gruppentaktischen Spielzügen, um gezielt Räume im Zentrum zu öffnen und diese dann auch mutig zu bespielen. Das Positionsspiel wirkte in der Folge recht statisch. Selten verließen Spieler ihre Zone, um sich durch Überladungen und kleinräumiges Kombinationsspiel aus dem Druck zu lösen.

Der lange Ball war ein vorbereitetes Mittel der Werkself. So kippte Schick unmittelbar vor dem langen Ball kurz in den Zwischenlinienraum, um Machida aus der Kette herauszuziehen. Die durch das Mitgehen von Machida geöffnete Tiefe belief Tella diagonal aus der Breite startend. Ziel war dessen Tempovorteile im Laufduell gegen Hranac zu nutzen und über die Diagonalität des Laufs direkten Zug zum Tor zu entwickeln. Jedoch war das Timing von Schick in diesen Situationen ein Problem. Dieser entschied sich mehrfach zu spät für die Abkippbewegung, wodurch Machida nicht weit genug aus der Zugriffszone herausgezogen wurde. Dieser konnte sich erfolgreich absetzten und Hranac noch bevor es zum Laufduell kam, unterstützen.

Im Laufe der ersten Halbzeit verbesserte sich das Spiel in den Druck im tiefen Aufbau etwas. Andrich und Garcia forderten mehr Bälle, wodurch Leverkusen über den Dritten auflösen konnte. So gelang es mehrfach Tapsoba/Quansah im Deckungsschatten des ersten Hoffenheimer Anläufer zu finden. Dies löste den Druck jedoch nur temporär, da Lemperle/Toure sich sehr engagiert im Rückwärtspressen zeigten. Es fehlte in diesen Momenten trotz des offenen Fuß des freigespielten Innenverteidigers an Anschlussoptionen. So gelang es nur selten über einen Vertikalpass in den offensiven Halbraum zu kommen. Hoffenheim verteidigte diese Pässe zudem in der Manndeckung sehr eng und ließ keinen Raum zum Aufdrehen.

Garcia bricht aus

Die Probleme des risikoaversen Spiels zogen sich auch in den höheren Leverkusener Aufbau. Durch das Vermeiden des Spiel ins Zentrum und Priorisieren der Zirkulation um den Block brach Garcia mehrfach aus dem Zentrum nach rechts aus und erzeugte so eine Zwischenebene zwischen Breitengeber Arthur in der letzten Linie und Halbverteidiger Quansah.

Die TSG verteidigte dies aus einem 4-3-3 Mittelfeldpressing heraus. Hoffenheim war jedoch stets darauf bedacht den Pressingübergang möglichst zügig zu forcieren. Dies unterstrichen auch die linienübergreifenden Mannorientierungen von Burger gegen Andrich und Kramaric gegen Garcia. Die Außenstürmer lauerten in einer engen ersten Pressinglinie auf das Auslösen durch Lemperle, um im Falle dessen auf die Halbverteidiger zu springen. Lemperle agierte zunächst abwartend als zusätzliche Überzahl im Leverkusener Sechserraum. Im richtigen Moment sprang dieser im Bogen von rechts nach links pressend auf Tapsoba und löste das Umschalten in die Manndeckung aus. Die Viererkette agierte im Mittelfeldpressing tiefensichernd. Dies sorgte für eine 1gg2 Unterzahl Avdullahus gegen die Halbraumspieler Grimaldo und Maza, da zunächst weder Hranac noch Coufal aus der Kette herausverteidigten.

5. Minute

Nach Pass in die Breite auf Garcia schob Kramaric dementsprechend diagonal aus dem Zentrum heraus und blockte ein direktes Bespielen des Zentrums. Garcia gelang es so Kramaric aus dem Zentrum zu ziehen und die Stafflung etwas zu lockern. Über einen Pass in die Breite auf Arthur konnte Leverkusen anschließend Maza im Zwischenlinienraum finden. Dieser orientierte sich zuvor ballnah und konnte so einen Zeitvorteil gegenüber Avdullahu erzeugen. Dieser war gezwungen aus seiner Positionierung zwischen Maza und Grimaldo durch horizontales Verschieben zu reagieren. Maza und der ebenfalls ballnah orientierte Grimaldo konnten so das 2gg1 gegen Avdullahu ausspielen. Dies mündete in der Entstehung des Freistoßes zum 1:0.

Maza presst zu zentrumsorientiert

Gegen den Ball agierte Bayer in der ersten Halbzeit aus einem 5-2-3 Mittelfeldpressing. Dieses wies gerade im Auslösen des Zugriffs Schwächen auf. Gegen den Hoffenheimer 3+1 Aufbau blockte die erste Pressinglinie zentrumsorientiert und hielt die Abstände sehr eng. Schick orientierte sich als erster Anläufer zunächst an Sechser Avdullahu, während die Sechser manndeckend gegen die Hoffenheimer Achter agierten. Leverkusen nutzte im Auslösen vor allem Rückpässe der Hoffenheimer. Schick schob aus seiner Mannorientiertung heraus und lief Machida im leichten Bogen von links nach rechts an. So konnte der Ball auf eine Seite gelenkt werden. Dadurch, dass Bayer mit -1 in der ersten Linie anlief hielten die Halbraumzehner Maza und Tella die enge Positionierung möglichst lange, um das Spiel in den Sechserraum auf Avdullahu zu unterbinden. Das finale Auslösen erfolgte beim Pass von Machida auf Bernardo.

Der Plan war, dass Maza in diesem Moment die sturkturorientierte Zentrumspositionierung auflöst und diagonal nach vorne auf Bernardo springt. Maza agierte in diesen Momenten allerdings zu lange strukturorientiert und verpasste den Moment des Herausspringens. Zusätzlich hätte Tella als ballferner Halbraumzehner von dessen Seite der Ball weggelenkt wird sich etwas ballnäher orientieren können, um Avdullahu zuzustellen. Hoffenheim wusste den Rausspringmechanismus von Maza sehr gut zu bespielen. So schob Bernardo während des Auslösens durch Schick in der Breite in eine etwas höhere Position. Dadurch war Maza gezwungen in einem flachen Pressingwinkel horizontal oder gar diagonal rückwärts auf Bernardo zu springen. Dies verschaffte Bernardo einen Zeitvorteil wodurch dieser ohne unmittelbaren Gegnerdruck mit offenem Fuß für eine progressive Spielfortsetzung sorgen konnte.

13. Minute

Maza verpasste es im Lauf der ersten Halbzeit seine Höhe an Bernardo anzupassen. Mit der Zeit wirkte dieser etwas verunsichert und agierte zu Beginn bereits etwas breiter auf dem Sprung. Dies gab allerdings Machida oder dem herauskippenden Avdullahu die Möglichkeit linienbrechend den Zwischenlinienraum vertikal zu bespielen.

Für Bernardo boten sich im Anschluss diverse Fortsetzungsmöglichkeiten. Ein wiederkehrendes Muster waren diagonale Pässe in den Halbraum. Das Sturmduo aus Asllani und Lemperle ergänzte sich hier hervorragend in ihren Bewegungen. Wiederholt setzten beide zum Tiefenlauf an, bevor der ballnahe Stürmer abkippte und eine Anspielstation im Zwischenlinienraum bot. Der abkippende Stürmer fungierte als eine Art Verbindungsspieler und initierte das Kombinationsspiel über Toure in der Breite und die nachrückenden Achter. Das Abbrechen des Laufs zog den ballnahen Halbverteidiger aus der Kette, was nach Ablage die Tiefe hinter diesem öffnete. Dieser Raum konnte nun vom den Tiefenlauf durchziehenden Stürmer diagonal belaufen werden. Auch wenn die Verarbeitung der „insdie diagonals“ nicht immer optimal war gelangte Hoffenheim so wiederholt gefährlich in den Zwischenlinienraum.

Eine weitere Möglichkeit war das Auflösen über „Spiel und Geh“ Muster mit Toure. Bernardo wählte den Pass auf den in der Breite kurz kommenden Toure. Unmittelbar nach Spielen des Pass bewegte sich Bernardo in den Rücken des zu spät kommenden Maza. Dadurch konnte Bernardo seinen Gegenspieler hinter sich lassen und die Ablage von Toure im Halbraum empfangen. So konnte aus der Tiefe des Raumes heraus sehr gut Dynamik erzeugt werden

Durch die fehlende Breitenstafflung der Leverkusener Mittelfeldlinie und das tiefe Binden von Arthur durch Toure bot sich für Bernardo auch die Möglichkeit direkt das Zentrum zu bespielen. Speziell Kramaric bewegte sich sehr gut aus dem Deckungsschatten Garcias und konnte in tieferen zentralen Räumen gefunden werden. Durch den offenen Fuß Bernardos agierte Garcia zunächst torsichernd und fiel in der Höhe. Zudem agierte er ballorientiert und blockte zum Ball gerichtet den Zwischenlinienraum. Kramaric konnte aufgrund dieses Ballfokus im Fallen gut aus dem ins Zentrum gerichteten Deckungsschatten Garcias rauskippen und so eine diagonale Anspielstation ins Zentrum vor der Leverkusener Mittelfeldlinie bieten.

Avdullahu kippt raus und Hoffenheim spielt vertikal

Ein zentrales Element im Hoffenheimer Ballbesitzspiel war das Herauskippen Avdullahus vor den Pressingwall. Dieser riss wiederholt das Spiel an sich und kontrollierte in längeren Hoffenheimer Ballbesitphasen den Spielrhythmus, um im richtigen Moment das Tempo zu beschleunigen. Avdullahu gelang es auf diese Weise den Zugriff der Leverkusener verfrüht auszulösen, da Schick die Abkippbewegungen verfolgte. Hoffenheim nutze dieses Locken, um über eine Neubesetzung des Sechserraums Dynamik zu erzeugen. Häufig war es der ballferne Achter Burger der Avdullahus initiale Positionierung auffüllte. Dieser fungierte als Klatsch Option für die erste Aufbaulinie im Druck. Um ein Aufdrehen Burgers zu unterbinden, waren die Leverkusener Halbraumzehner dazu gezwungen eine enge Positionierung zu halten. Ein hochschiebender Sechser hätte in diesem Fall den Druck auf Burger erhöhen können und den Halbraumzehnern ein besseres Rausschieben auf die Halbverteidiger ermöglicht. So gelang es der TSG mehrfach Leverkusen durch den Pass in den Druck zu locken und anschließend in höherem Tempo über Avdullahu auf den freien Fuß der Halbverteidiger zu verlagern.

Bei längeren Ballbesitzphasen und Abkippen Avdullahus schob Bernardo als Folge der halblinken Positionierung des Sechsers hoch in die letzte Linie. So gelang es eine statische Zirkulation zu vermeiden und für neue Zuordnungen in der Leverkusener Kette zu sorgen. Bernardo bot so eine diagonale Anspielstation für Bernardo und konnte durch die kurzen Abstände zu Toure die bereits angesprochenen „Spiel und Geh“ Muster nutzen.

Avdullahu kippte zumeist zwischen Machida und den Halbverteidigern vor den Pressingwall. Diese Positionierung bot durch das strukturorientierte Verteidigen der Leverkusener, sowie das seitliche Anlaufen Schicks, gute Passwinkel vertikal in den Zwischenlinienraum. Ein Problem der Leverkusener im Blocken war vor allem die Abstände und Kommunikation der Sechser. So gelang es Avdullahu mehrfach die kurz abkippenden Stürmer im Zwischenlinienraum für Ablagen zu finden. Auffällig war das tiefensichernde und fast schon zögerliche Abwehrverhalten der Leverkusener Halbverteidiger. Diese verteidigten nur selten aus der Kette heraus auf die abkippenden Stürmer, was in Kombination mit den großen Abständen der Sechser für Zugriffsprobleme im Zwischenlinienraum sorgte.

25. Minute

Die Ablagen waren im Vorfeld sehr gut vorbereitet und wirkten einstudiert. So positionierten sich die Achter auf der blinden Seite der Leverkusener Sechser. Speziell Kramaric bewegte sich wiederholt intelligent in den Rücken Garcias, um von Ablagen der Stürmer zu profitieren. Dies geschah auch vor dem 1:1 durch Asllani als Toure nach einer Ablage von Lemperle auf Kramaric in der Breite isoliert werden konnte.

Leverkusen wird balldominanter

In der Folge des 1:1 gewann Leverkusen an Spielanteilen und konnte ein geordnetes Positionsspiel aufziehen. Ein Faktor dafür war die veränderte Rolle Grimaldos. Dieser agierte nun etwas flexibler in seinen Positionierungen und kippte aus seiner Halbraumzehnerrolle wiederholt in die Breite, sowie tiefere Positionierungen im Halbraum. Dies sorgte für Zuordnungsprobleme im Hoffenheimer Mittelfeldpressing. Coufal und Hranac agierten zumeist tiefensichernd beziehungsweise auf Tella in der Breite fokussiert. Dadurch war Asllani als rechter Part der ersten Pressinglinie gezwungen in der Höhe zu fallen und die Bewegungen Grimaldos aufzunehmen. Durch das Fehlen Asllanis in der ersten Pressinglinie gelang es den Leverkusenern für längere Zirkulationsphasen zu sorgen und Hoffenheim kam seltener in den Pressingübergang.

38. Minute

Leverkusen wusste diesen strukturellen Vorteil jedoch nicht regelmäßig zu bespielen. Statt die Freiheiten Hincapies durch Andribbeln zu nutzen und eine Reaktion des Hoffenheimer Mittelfeldpressing zu provozieren war es häufig Tapsoba der als zentraler Part des Dreieraufbaus andribbelte. Durch den hohen Mannbezug der Hoffenheimer Achter gegen die Sechser und Lemperles initiale Positionierung im Sechserraum konnte nur schwer eine Reaktion provoziert werden. Tapsoba wählte folglich wiederholt nach weitem Andribbeln den Rückpass auf einen der tiefer positionierteren Halbverteidiger, was Hoffenheim die Möglichkeit gab über kollektives Rausschieben einen Höhengewinn zu erzielen und den Halbverteidiger direkt unter Druck zu setzen, was in unkontrollierten Vertikalpässen mündete. Speziell der Rückpass auf Quansah spielte dem Auslösen des Hoffenheimer Zugriffs in die Karten. So konnte Lemperle Tapsoba im Bogen anlaufen und einen weiteren Rückpass forcieren, ohne dass Asllani den weiten Weg aus seiner tieferen Positionierung auf Hincapie gehen musste.

Leverkusen verpasste es zudem die strukturellen Probleme des Hoffenheimer Mittelfeldpressing gegen die Bewegungen Grimaldos konstanter zu bespielen. Grimaldo fehlte es in tieferen Räumen häufig an Anschlussoptionen im Kombinationsspiel. Auch konnte Grimaldo zu selten weit ins Zentrum aus dem Zugriffsbereich Asllanis heraus einrückend gefunden werden. Diese Überladungen des Zwischenlinienraums gegen Avdullahu konnten nur selten von den Halbverteidigern vertikal bespielt werden. Trotz dessen konnte dieser durch geschickte Bewegungen in den Zwischenlinienraum, sowie Überlaufen Tellas für seltene Dynamikwechsel sorgen. Leverkusen nutze diese Qualität allerdings zu selten.

Umstellung auf Manndeckung

Zur zweiten Halbzeit reagierte ten Haag auf die anhaltenden Probleme im Mittelfeldpressing und stellte auf ein manndeckendes Angriffspressing um. Diese Umstellung trug maßgeblich zu den erhöhten Leverkusener Spielanteilen im zweiten Durchgang bei.

Ten Haag löste dadurch auch die Probleme Mazas in der Raumverteidigung. Dieser agierte nun in einer engen Manndeckung gegen Avdullahu, was Mazas Rolle enorm vereinfachte. Die Zuteilungen waren aus einem 4-3-3 Angriffspressing gegen den tiefen 4-2-3-1 Aufbau der Hoffenheimer rechts klar. Garcia gab den Sechser gegen Kramaric, während Poku aufgrund des asymmetrischen Aufbaus der TSG in der ersten Pressinglinie agierte. Der erste Anläfuer war in diesem Fall Tella, welcher Baumann im Bogen anlief.

48. Minute

Der TSG gelang es mehrfach den eingewechselten Chaves im Deckungsschatten Tellas zu finden. Doch spätestens nach diesem kurzfristigen Auflösen fehlte es den Hoffenheimern an gruppentaktischen Elementen, um gegen eine Manndeckung Lösungen zu finden. Folglich wählt man wiederholt den langen Ball auf das Sturmduo aus Lemperle und Asllani. Diesen gelang es in Teilen durch ihr sehr gutes Verständnis füreinander Bälle über Ablagen festzumachen. Im Verlauf der zweiten Halbzeit zeigten die beiden jedoch Probleme gegen die hohe individuelle Qualität der Leverkusener Dreierkette. Diese fehlende Entlastung resultierte in sehr wenig Hoffenheimer Spielanteilen in der zweiten Hälfte.

Fazit

Die TSG startet aufgrund eines aggressiven Pressings, einem geordneten Mittelfeldpressing sowie einer vielversprechenden Spielanlage mit Ball erfolgreich in die neue Saison. Es bleibt abzuwarten inwiefern die TSG diese starke Leistung sowie die guten Vorbereitungsergebnisse bestätigt. Auch wenn im Bespielen der Manndeckung noch Verbesserungsbedarf besteht, zeigte Hoffenheim eine deutliche Steigerung zur vergangenen Saison und meldet Ansprüche in höheren Tabellenregionen an.

Leverkusen hingegen startete enttäuschend in die neue Saison. Trotz vielversprechenden Ansätzen wie dem Herauskippen Garcias und der erfolgreichen Pressingumstellung im zweiten Durchgang, tat Bayer sich schwer aus dem geordneten Ballbesitz für Dynamikwechsel zu sorgen, sowie ein kompaktes Mittelfeldpressing aufzustellen. Leverkusen besitzt dementsprechend einiges an Luft nach oben und braucht Zeit, um nach größeren Kaderumbruch die Spielidee des neuen Trainers ten Haag zu implementieren.

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