Geordnetes Positionsspiel beim Riera Debüt
Eintracht Frankfurt gewinnt beim Debüt von Riera erneut nicht. In einer einseitigen Partie hat die Eintracht zwar viel vom Ball und zeigt bereits klare Prinzipien unter dem neuen Trainer. Jedoch tut man sich gerade im letzten Drittel noch schwer. Wir werfen einen Blick auf die Gründe dafür.
Riera agierte in Berlin nominell aus einer 4-2-3-1 Grundordnung. Vor Torhüter Santos bildeten Theate und Koch das Innenverteidigerduo. Flankierte wurden diese von Brown links und Kristensen rechts. Das Zentrum setzte sich aus Larsson und Hojlund als Sechser und Götze als Zehner davor zusammen. Chaibi besetzte nominell den linken Flügel, während Doan auf der rechten Seite die Breite gab. Für die Frankfurter galt es nach zuletzt zahlreichen schlechten Ergebnissen unter dem neuen Trainer den Turnaround zu schaffen und bereits einige spielerische Elemente zu zeigen.
Auch Union Berlin befindet sich mit noch keinem Sieg im Jahr 2026 zurzeit in einer schwierigen Phase. Deshalb nahm Baumgart im Vergleich zur Niederlage gegen Hoffenheim gleich vier Änderungen in der Startelf vor. Die Gastgeber starteten aus einer 5-3-2 Grundordnung in die Partie. Rönnow stand wie gewohnt zwischen den Pfosten. Davor bildeten Doekhi, Querfeld und Nsoki die Dreierkette. Die Flügelverteidiger wurden mit Trimmel und Köhn neu besetzt. Auf der Sechs agierte wie gewohnt Khedira. Die Achter davor gaben Schäfer und Kemlein, während Jeong und Ansah die Doppelspitze bildeten.
Positionsspiel gegen 5-3-2
Von Beginn an zeichnete sich die Richtung des Spiels klar ab. Union agierte hauptsächlich aus dem 5-3-2 Mittelfeldpressing heraus, während Frankfurt im Aufbau ein sehr geordnetes Positionsspiel im 3-2-4-1 aufzog. Über einen strukturierten Aufbau versuchte man sich mit Rotationen und Zirkulation positionelle Vorteile in Zielräumen zu erspielen.
In den ersten Minuten war die Eintracht sehr stark darauf fokussiert die Zirkulation zu stabilisieren und dadurch schnell ein hohes Maß an Ballkontrolle zu erzielen. Dies geschah hauptsächlich über die auskippenden Zehner. Diese bildeten Götze und Chaibi, der eine zentralere Rolle einnahm während Brown die Funktion als Breitengeber übernahm. Götze und Chaibi kippten dabei außerhalb des Blocks und nahmen eine Verbindungsrolle zwischen den Halbverteidigern und Breitengebern ein. Durch diese Verbindungen war es für Union schwer in einen klaren Zugriff zu kommen, so agierten die Berliner meist blockend. Über diese Verbindungen um den Block gelang es Frankfurt den Ball um den Block zu zirkulieren und einen Spielrhythmus vorzugeben. Dadurch war das Spiel allerdings sehr risikoarm, wodurch das Spiel gerade in der Anfangsphase etwas behäbig wirken konnte.
Die Sechser der Eintracht agieren meist etwas rechtsorientiert. Während Larsson vermehrt den zentralen Sechser gab wich auch Hojlund im Wechsel mit Götze in die Breite aus. Die Doppelspitze Unions orientierte sich dementsprechend beidseitig von Larsson. Dahinter agierte Khedira mannorientiert gegen Larsson, um ein direktes Aufdrehen des Sechsers bei Anspiel zwischen den Stürmern Unions zu unterbinden.
Bei Anspiel auf Halbverteidiger Kristensen schob Ansah horizontal aus, während Jeong Khediras Mannorientierung gegen Larsson übernahm. Kemlein schob in diesen Momenten sehr gut aus seiner Achterrolle auf Hojlund in einem diagonalen Pressingwinkel aus. Dadurch wurde der diagonale Passweg in den Block erfolgreich isoliert. Die Intention der Eintracht war dabei früh klar. Über die herauskippenden Achter sollte wie so oft im Positionsspiel gegen Mittelfeldpressing im 5-3-2 die Mittelfeldkette horizontal auseinandergezogen werden. Dies geschah mit dem Ziel den Gegner vor positionelle Entscheidungen zu stellen und Fehler in den Übergaben zu provozieren, um diese anschließend zu bespielen.
Union war allerdings gerade in diesen Übergabemomenten trotz der durch das Herauskippen gerissenen großen Lücken im Verschieben der Mittelfeldkette sehr gut. So ließ sich Khedira bei Ballspiel auf Kristensen und weiter auf den herausgekipptem Hojlund/Götze in den Sechserraum fallen, um dort zu verdichten. Dies geschah mit dem Rausschieben von Kemlein, wodurch dieser enger in der Mannorientierung agieren konnte. Gleichzeitig verteidigte Nsoki wiederholt sehr eng auf Götze aus der Kette heraus und lockerte dadurch die Tiefensicherung. Bei erzwungenem Rückpass schob Khedira wieder auf Larsson heraus. In diesen Momenten des Höhengewinns wäre aus Unioner Sicht ein etwas aktiveres Verhalten wünschenswert gewesen. So hätte sich Jeong bei Rausschieben von Khedira auf Koch orientieren und diesen zustellen können, wodurch man die rechte Spielfeldseite abgeschnitten hätte. Jeong agierte jedoch meist zu passiv und schob in seine Ursprungsposition.
Die hinter Nsoki geöffnete Tiefe bespielte die Eintracht in der Anfangsphase noch nicht umfänglich. Gerade nach Rückpässen gegen die vertikale Verschieberichtung des Unioner Blocks hätte es sich durchaus angeboten den diagonal einlaufenden Doan zu suchen. Doan hing generell etwas in der Luft. Bei Anspiel in der Breite wurde dieser eng von Köhn markiert und tat sich daher schwer sich aufzudrehen, um das Dribbling zu suchen. Das durch das Herauskippen von Hojlund/Götze verursachte Rausschieben von Kemlein oder Nsoki kam dem Japaner dabei nicht zugute. So konnte er nicht per erstem Kontakt ins Zentrum direkt das Dribbling suchen. Außerdem mangelte es dadurch an Optionen, um per Ablage Dynamik im Dribbling aufzunehmen.
Beim Herauskippen von Götze gestaltete sich die Dynamik ähnlich. Bei langsamer Verlagerung in die Breite gelang es wie bereits thematisiert über Kemlein den diagonalen Passweg in den Block zu isolieren und über Fallenlassen von Khedira Hojlund aufzunehmen. Bei schnellerer Zirkulation der Frankfurter musste Nsoki seine Mannorientierung auf Götze enger fassen und ging den weiten Weg in die Breite mit. Mehrfach kippten auch Götze und Hojlund zusammen in die Breite, wodurch Kemlein und Nsoki herausverteidigten.
Ein Hauptproblem der Eintracht im Herauskippen war, dass die Bewegungen meist recht tief stattfanden. Dadurch limitierte man Kristensen etwas in den Optionen. So suchte dieser kaum das Andribbeln auf den Block um einen Passwinkel in den Sechser- oder Zehnerraum zu bekommen. Noch ein Grund, warum sich Union so leicht tat das Ausweichen von Hojlund/Götze aufzunehmen.
Fehlende Optionen
Bei Anspiel des linken Halbverteidigers Theate öffneten sich weitaus mehr Räume. Dies lag zum einen an der deutlich engeren Mannorientierung von Schäfer gegen Chaibi, zum anderen kippte Chaibi etwas höher aus dem Block heraus. Dadurch kam Theate im Gegensatz zu Kristensen deutlich häufiger ins Andribbeln auf den Block. Dies lag auch am progressiven ersten Kontakt des Belgiers, wodurch dieser diagonal nach außen das horizontale Ausschieben des ballnahen Stürmers Unions überdribbeln konnte. Dadurch hatte Theate wiederholt einen offenen Fuß im Aufbau. Über die höher ausgekippte Positionierung von Chaibi öffnete sich ein diagonaler Passweg in den Block in Richtung Kalimuendo. Dadurch, dass Chaibi die Auskippbewegung zudem dynamischer aus dem Zentrum kommend setzte und Brown Trimmel in der Breite band, war schob Doekhi bei schneller Zirkulation schon früh aus der Kette auf Chaibi. Dies öffnete weitere Räume im Zentrum.
Kalimuendo agierte in der Anfangsphase jedoch häufig zu sehr ballfern bindend und bot kaum flache Anspielstationen in den Block. Bei flachem Anbieten für den diagonalen Pass von Theate tat sich Kalimuendo zudem schwer aus dem Wandspiel heraus Dynamik zu entwickeln. Er behauptete den Ball zwar gut gegen Zentralverteidiger Querfeld, fand jedoch kaum Ablagen. Dies lag an den fehlenden Anschlussoptionen der Eintracht. Das entzerrte Zentrum wurde kaum dynamisch belaufen und man bot Kalimuendo keine Ablageoptionen. So tat man sich zunächst schwer das Potential des offenen Fuß von Theate zu nutzen. Dieser wählte daraufhin mehrfach die hohe Verlagerung auf die rechte Seite, wodurch Union mehrmals vor Entscheidungsprobleme gestellt wurde und man ins letzte Drittel vordrang.
Nach der mehrminütigen Pyro-Unterbrechung nahm die Eintracht Änderungen struktureller Natur vor. Larsson und Hojlund agierten nun höhenversetzt im Zentrum, wobei Hojlund den Zehner gab. Ziel war es dadurch eine Anspielstation im Block zu schaffen beziehungsweise über geschicktes Binden für Zuordnungsprobleme zu sorgen. Gerade die von Theate und Chaibi ausgehenden offenen Diagonalpasswege auf der linken Seite boten sich dabei an. So gelang es der Eintracht in dieser Phase immer besser in die Zielräume im Unioner Block zu gelangen. Hojlund startete aus dem Zentrum und konnte durch die Diagonalität des Passes in einer offenen Haltung im offensiven Halbraum empfangen. Teilweise band der Zehner auch Khedira und Theate konnte den diagonalen Pass auf Larsson in den Rücken der Stürmer suchen. Von dort aus entstand anschließend ein 2gg1, wodurch man den Zehner ins Aufdrehen brachte. Doch auch in diesen Fällen fehlte es an Anschlussoptionen. Außer Kalimuendo bot kaum ein Spieler in diesen Momenten Tiefe und auch das Nachrücken der Zehner als Kombinationsspieler war ausbaufähig. Deshalb tat man sich weiterhin schwer klare Torchancen zu kreieren, was in der ersten Halbzeit in einem xgoals Wert von 0,02 resultierte.
Zudem war Union durch die offensivere Positionierung von Hojlund gepaart mit dem Auskippen der Zehner mehrfach dazu gezwungen einen der Halbverteidiger oder Querfeld aus der Kette heraus auf Hojlund abzustellen. Dies sorgte für zunehmende Probleme in der Tiefensicherung. Über eine erhöhte Mobilität von Kalimuendo konnte man durch dessen Tiefenläufe mehrfach gut in der Halbspur über Chipbälle in die Tiefe kommen.
Ein weiterer Grund für die stärker werdende Eintracht waren Veränderungen in der Zirkulation. Nachdem man zuvor hauptsächlich auf Zirkulation um den Block setzte und klassisch positionell über schnelle Zirkulation durch die Kette Verschiebefehler des Gegners erzwingen wollte, setzte man um die 30. Minute herum vermehrt auch auf Anspiele auf Larsson. Dadurch zog sich Union weiter zusammen und es gelang besser über Verlagerungen aus dem Druck ballfern ohne direkten Gegnerdruck zu agieren.
Union stellt um
Union reagierte zügig auf die Veränderungen der Eintracht. Gerade die sich anbahnenden Lösungen über Theate standen dabei im Fokus. Ziel war es den Zugriff auf Theate zu erhöhen und den Halbraum effektiver zu isolieren. Dadurch griff man vermehrt auf Durchschieben zurück. So schob Doekhi auf Brown, während Trimmel auf Chaibi herausschob. Dadurch agierte Achter Schäfer von nun an etwas eingerückter den Halbraum isolierend. Bei schneller Zirkulation der Eintracht klappten diese Übergaben jedoch nicht immer einwandfrei, weshalb Doekhi vermehrt aggressiv aus der Kette auf Chaibi herausverteidigen musste.
Dennoch war Frankfurt sehr gut auf jene Situationen vorbereitet. So suchte gerade Zentralverteidiger Koch nun vermehrt den langen Ball hinter Doekhi. Die Tiefe gab erneut Kalimuendo, der aus dem Zentrum in der Halbspur tief ging. Das Erhöhen des Drucks durch Schäfer ging für Union durch das Durchschieben zwangsläufig mit dem Lockern der Tiefensicherung einher. Jedoch hat hatte die Umstellung grundlegend einen positiven Effekt. Gerade in einer Phase, in der die Eintracht an Stärke gewann, schaffte man es die Kompaktheit im Zentrum zu verstärken. Außerdem konnten die langen Bälle immer noch von Querfeld oder Torhüter Rönnow abgelaufen werden.
Zudem wurde durch die langen Bälle das Spiel zwangsläufig wilder, was Union zugutekam. Gegen Ende der ersten Halbzeit waren deshalb auf beiden Seiten viele lange Bälle und Kampf um den zweiten Ball zu beobachten. Der Spielrhythmus der Eintracht litt dadurch etwas.
Unions Angriffspressing
Diese langen Bälle Unions resultierten auch in mehreren Abstößen. Nach diesen stellte Union auch hoch zu. Dabei agierte man in einer Manndeckung. Die Flügelverteidiger liefen die Außenverteidiger der Eintracht an, während Khedira Larsson zustellte. Schäfer und Kemlein verfolgten dagegen die Bewegungen von Hojlund und Götze eng.
Über geschickte Rotationen fand die Eintracht jedoch schnell Lösungen gegen die Unioner Manndeckung. Dies geschah vor allem über die rechte Frankfurter Seite. So rückte Kristensen nach Anspiel auf Koch, was das Springen von Köhn auf Kristensen auslöste, in den Sechserraum neben Larsson. Dadurch öffnete sich der direkte Passweg von Koch auf den in der Breite entgegenkommenden Doan. Dieser agierte als freier Spieler und konnte sich in diesen Situationen problemlos aufdrehen. Dies lag an der starken Gegnerbindung von Götze. Dieser kippte mehrfach weit in die Breite und band dadurch seinen Gegenspieler Kemlein. Das Auskippen erfolgte in den Pressingweg Nsokis, wodurch dieser das Sichern des Raumes priorisierte und sein Anlaufen auf Doan unterbrach.
In den dadurch entstehenden Überzahlsituationen wusste sich die Eintracht sehr gut zu lösen. Gerade über die horizontale Anbindung durch Hojlund und Kristensen schuf man Kombinationsmöglichkeiten für Doan. Zusätzlich sorgten Kalimuendo und Götze mit entgegenkommenden Bewegungen für eine sehr gute Gegnerbindung, wodurch sich die Tiefe öffnete. Diese wusste man durch die deutlich größeren Räume, sowie die zuvor geschaffenen lokalen numerischen Vorteile zu nutzen.
In der Folge passte sich Union jedoch schnell an die Muster der Eintracht an. Nsoki und Kemlein wurden durch gute Übergabezeitpunkte klarer in ihren Zuordnungen, wodurch die Eintracht nicht mehr Doan als freien Spieler finden konnte. In der Folge wählte die Eintracht deshalb vermehrt den langen Ball nach Abstoß, was die etwas wildere Phase Ende der ersten Halbzeit bedingte.
Verbesserte Mobilität in Halbzeit zwei
Die Statik der ersten Halbzeit setzte sich auch nach der Pause fort. Die Eintracht agierte weiterhin spieldominant, während Union im Mittelfeldpressing verteidigte. Riera nutzte die Pause für einige Anpassungen im Frankfurter Spiel. So agierte Hojlund nun wieder vermehrt neben Larsson. Der Däne besetzte die Position jedoch nicht statisch, sondern stellte den Unioner Block mit seinen Läufen und ausweichenden Bewegungen vor Aufgaben.
Ein großer Vorteil der Startposition neben Larsson im 3-2 Aufbau war das Anspiel der Sechser in den Druck. So tat sich Union schwer in der Verlagerung bei Ballspiel von Koch den Passweg auf die Sechser zu isolieren. Hojlund konnte so bei Anspiel von Koch über Klatschspiel aus dem Druck auf Kristensen verlagern. Dies sorgte dafür, dass sich Jeong während der Verlagerung auf die rechte Frankfurter Seite gegen die Verschieberichtung auf Hojlund orientierte. Dadurch entstanden zunehmend große Räume für Kristensen im rechten Halbraum.
Außerdem sorgte die tiefere Positionierung von Hojlund teilweise für Zuordnungsprobleme. So orientierte sich Kemlein bei ballfernem Ballbesitz der Eintracht im Dreieraufbau etwas mehr ins Zentrum in die Nähe von Hojlund. Dadurch bot sich für Koch die Möglichkeit über einen hohen Diagonalball Götze und Doan in eine 2gg2 Situation gegen Köhn und Nsoki zu schicken.
Der klare Fokus der Umstellungen lag jedoch darauf den rechten Halbraum freizuziehen und die durch die breite Mittelfeldstafflung Unions gegebenen Räume zu bespielen. Entscheidend hierfür war die veränderte Funktion von Götze. Dieser agierte nun klarer als rechter Halbraumzehner und sollte im Gegensatz zur ersten Halbzeit nicht mehr über frühes Auskippen die Zirkulation um den Block stabilisieren. Stattdessen erfolgten die Auskippbewegungen nun deutlich dynamischer mit dem Ziel Gegner zu binden und die Vertikalpasswege für Kristensen in den Halbraum freizuziehen. Ein Nebeneffekt des nicht dauerhaften Auskippens war die direkte Verbindung von Kristensen auf Doan. Dadurch gelang es dem Japaner nun teilweise seine Dribblingstärke auszuspielen.
Ein entscheidender Vorteil im Freispielen von Kristensen war das Herausziehen von Kemlein. Dieser wollte zunächst den vertikalen Passweg in den Halbraum isolieren und Druck auf Kristensen ausüben. Götze bewegte sich jedoch mehrfach sehr gut aus dessen Deckungsschatten in die Breite heraus. Dadurch konnten Kristensen und Götze das Anlaufen Kemleins positionell ausspielen. Dies führte dazu, dass Nsoki improvisiert verspätet aus der Kette auf Götze herausverteidigen musste. Dadurch öffneten sich große Lücken in der Tiefensicherung. Diese bespielte die Eintracht über Chipbälle von Doan oder Götze auf den Tiefe gebenden Kalimuendo. Unterstützt wurde dieser durch die nachschiebenden Läufe von Hojlund, der nach Verlagerung nach rechts aktiv blieb und wiederholt offene Räume attackierte. Durch diese Läufe gelang es im Laufe der zweiten Halbzeit auch immer besser den Halbraum vertikal von Kristensen aus zu bespielen. Gerade die Ablagenspiele über Kalimuendo funktionierten immer besser.
Die Eintracht wurde so mit zunehmender Spieldauer immer gefährlicher, jedoch fehlte es gerade nach Freispielen eines offenen Fuß an der richtigen Entscheidung, um die Situationen zielstrebig zu Ende zu spielen. Dennoch ging man in der 84. Minute nach einem Dribbling des eingewechselten Amaimouni durch einen Distanzschuss von Brown in Führung. Union glich jedoch anschließend nach einem Foulelfmeter zum 1:1 Endstand aus.
Fazit und Einordnung
Riera setzte bei seinem Debüt auf ein klares Positionsspiel. Die Idee war von Beginn an zu erkennen. So wollte man über die ausgekippten Zehner die Zirkulation stabilisieren und die Mittelfeldkette Unions auseinanderziehen. Durch geschicktes Binden der Gegner und Öffnen des Zentrums wollte man in den Zielräumen vor der Kette, sowie hinter den Halbverteidigern Unions einen positionellen Vorteil erzeugen. Die Eintracht tat sich in der ersten Halbzeit jedoch, auch aufgrund von Anpassungen Unions schwer direkte Wege in den Block zu finden. So konnte das Ballbesitzspiel schnell behäbig werden. Es fehlte generell an durchbrechenden Lösungen und auch Schlüsselspieler wie Doan oder Kalimuendo, die mit ihren Dribblings mit einem entscheidenden Moment für den Unterschied sorgen konnten taten sich schwer in die Partie zu finden.
Dennoch zeigte Riera neben einem nachvollziehbaren Matchplan einige gute Anpassungen in der zweiten Halbzeit. Auch wenn man sich in der Chancenkreation immer noch schwertat, belebten diese Anpassungen das Spiel der Eintracht. Riera betonte im Interview nach dem Spiel mehrmals, wie wichtig es für seine Mannschaft gewesen sei sich wieder wie der Boss auf dem Feld zu fühlen. Dies ist zwar auch dem eher defensiv denkenden Gegner geschuldet, jedoch zeigt dies gut aus welcher schwierigen Phase die Eintracht kommt und, dass Riera deshalb vermutlich vorerst auf ein simples auf Ballkontrolle ausgerichtetes Positionsspiel setzte. Auch deshalb ist es trotz eines durchaus spannenden ersten Spiels, aus dem man viel mitnehmen konnte noch zu früh für ein Urteil. Es bleibt daher spannend die Entwicklung der Eintracht unter Riera in den nächsten Wochen zu beobachten. Entscheidend wird sicherlich, wie das Positionsspiel weiterentwickelt wird.








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