Abgezocktheit schlägt gute Ansätze – FN
Das Überraschungsteam Elche unterliegt Villarreal mit 1:3. Villarreal überzeugt vor allem durch eine kompakte Defensive und bestraft Fehler eiskalt. Trotz der Niederlage macht Elche nach der nervösen Anfangsphase ein gutes Spiel weiß ihr dominantes Ballbesitzspiel aufzuziehen.
Die Gäste aus Villarreal, die vor der Winterpause zuletzt drei Niederlagen in Serie einstecken mussten, agierten aus der gewohnten 4-4-2 Grundordnung heraus. Vor Torhüter Junior bildeten Navarro und Marin das Innenverteidigerduo. Flankiert wurden diese von Pedraza links und Mourino rechts. Die Doppelsechs bestand aus Parejo und Comesana, während Moleiro und Pepe auf den Außenbahnen agierten. Die Doppelspitze bildeten Perez und Mikautadze.
Das Heimteam von Trainer Eder Sarabia agierte aus einer 3-5-2 Grundformation. Im Tor stand Pena. Die Dreierkettte bestand von links nach rechts aus Bigas, Affengruber und Chust. Den Sechser davor gab Aguado, während Febas und Neto in den Halbräumen als Achter agierten. Die Außenbahn beliefen die Flügelverteidiger Valera links und Nunez rechts. Die Doppelspitze bestand aus Mir und Rodriguez.
Elche bespielt die Hybridrolle
Elche agierte im tiefen Aufbau aus einem asymmetrischen 2-4-1-3 heraus. Flügelverteidiger Valera agierte etwas tiefer als Linksverteidiger. Dadurch agierte Mir als linker Außenstürmer in einer recht eng gestaffelten offensiven Dreierreihe. Auf der anderen Seite schob Nunez in die letzte Linie, während Chust den Rechtsverteidiger gab. Im Zentrum füllte Febas immer wieder dynamisch neben Aguado auf.
Villarreal versuchte von Beginn an aktiv den Spielaufbau von Elche zu unterbinden. Dies tat man zunächst aus dem 4-3-3 Angriffspressing heraus. Man fokussierte sich zumeist auf das Zustellen der Passoptionen und lief den Torhüter nur selten an. Wenn, dann geschah dies über den zentralen Stürmer Perez. Dieser stellte initial den tief positionierten Sechser Aguado zu und schob bei längerem Ballhalten von Pena vertikal auf diesen heraus, fiel jedoch anschließend sofort wieder in die Mannorientierung auf Aguado zurück. Dieses zumeist zurückhaltende Verhalten gegenüber dem Torhüter hatte den Hintergrund, dass man in Unterzahl anlief, da man gegen Stürmer Rodriguez mit den Innenverteidigern in einer +1 Überzahl agieren wollte.
In der ersten Pressinglinie versuchte man deshalb über Pepe, der neben die Stürmer schob, auf Bigas auzulösen. Dies geschah diagonal aus einer Halbposition zwischen Innen- und Außenverteidiger mit der Intention den Passweg auf Valera über Deckungsschatten zu isolieren. Interessant war, dass Elche hauptsächlich über die linke Seite über Bigas aufbaute. Dies lag daran, dass ballfern Rechtsverteidiger Chust in den Halbraum einschob, um bei Ballverlust auf der linken Seite die Stafflung kompakt zu halten. Auf der linken Seite hingegen bot sich der spielstarke Valera wiederholt flach an, um hinter Pepe gefunden zu werden.
Elche wusste diesen Deckungsschatten von Pepe durchaus zu bespielen. So dribbelte Bigas gegen die Bewegungsrichtung von Pepe ins Zentrum an. Dies funktionierte da Pepe seine Positionierung aufgrund des Entgegenkommens von Valera immer weiter anpasste, um den Deckungsschatten zu halten. So gelang es Bigas den Bewegungsvorteil zu nutzen und einen Passweg auf Valera zu schaffen. Vermutlich wäre daher die Hybridrolle, die Pepe ausführte, an Villarreals Stelle auf der linken Seite sinnvoller gewesen. Um eine klare Mannorientierung auf Valera zu haben.
Teilweise überspielte Elche die Auslösung auch direkt vom Anstoß weg. Dies geschah über Bigas, der als Innenverteidiger den Abstoß nicht wie so häufig auf den Torhüter ausführte, sondern den direkten Pass auf Valera wählte. Dadurch, dass Pepe vor dem ersten Anspiel noch an der Strafraumkante lauerte um seine Valera isolierende Positionierung in der Box einzunehmen überspielte man so auf direktem Weg die erste Pressinglinie.
Valera konnte nun im offenen Raum die erste Pressinglinie überdribbeln. Villarreal versuchte nicht über Springen von Mourino den Druck hochzuhalten, was in der Regel eine Folge an Bewegungsnachteilen erzeugt hätte. Stattdessen zog man sich kollektiv in ein kompaktes Mittelfeldpressing zurück. Generell agierten die Außenverteidiger Villarreals stark auf das Sichern der Tiefe fokussiert und schoben kaum aus der Position. Dies zog sich auch im tieferen Verteidigen weiter durch.
Zwar gelang es Elche über das Finden von Valera und dessen Überdribbeln das Angriffspressing zu überspielen, jedoch verpasste man es in diesen Momenten mehr Dynamik zu erzeugen und die gewonnene Überzahl im Mittelfeld gewinnbringend zu nutzen. Mehrfach war es Comensana, der als Reaktion auf Valeras Überdribbeln die Mannorientierung auf Febas löste und nach außen schob. In diesen Momenten hätte sich Febas deutlich progressiver in Richtung Valera orientieren können. Über das Ausspielen dieser 2gg1 Situation hätte man durchaus Dynamik nach vorne entwickeln können. Manchmal war es auch Valera, der zu schnell das Tempo rausnahm und nicht konsequent andribbelte, um mit Febas dieses 2gg1 zu erzeugen.
Nervosität trotz Lösungen
In der Anfangsphase zeigte sich Villarreal aus dem Mittelfeldpressing sehr aktiv und man ließ kaum Zirkulation in der Kette Elches zu. Gerade Rückpässe von Bigas auf Zentralverteidiger Affengruber dienten als Auslöser, um den direkten Übergang ins Angriffspressing zu suchen.
Perez löste seine Mannorientierung auf Aguado und isolierte diesen im Deckungsschatten, um Affengruber in einem vertikalen Pressingwinkel anzulaufen. Zeitgleich schob Pepe auf Bigas durch. Dadurch, dass Chust asymmetrisch – in den rechten Halbraum vorgeschoben agierte, befand sich dieser stets im Zugriffsbereich von Moleiro. Zudem entstanden durch die Positionierung im Halbraum zu große Abstände, wodurch sich Affengruber schwer tat eine direkte Verbindung herzustellen und aus dem Druck auf Chust durch die Kette zu verlagern. Affengruber war so dazu gezwungen unter dem Druck von Perez abzudrehen und den Rückpass auf Pena zu wählen.
Villarreal löst so zwar mehrfach gut aus und erzwang einen Höhengewinn, jedoch zeigten sich mehrfach strukturellere Probleme im Nachschieben. Diese entstanden, nachdem Elche über Pena auf Chust verlagerte. Diese Lücken in der Horizontalverschiebung entstanden daraus, dass Villarreal sehr darauf fokussiert war die 4gg3 Überzahl in der letzten Linie zu halten. Dadurch, dass die Viererkette nach Verlagerung auf Chust nicht direkt durchschob war Moleiro weiterhin gegen den entgegenkommenden Nunez gebunden. Moleiro konnte so nicht direkt auf Chust herausspringen, wodurch dieser frei auf die Kette andribbelte.
Die Mittelfeldkette orientierte sich in diesem Fall ballnah, wodurch Parejo seine Mannorientierung auf den ballfernen Achter Febas löste. Chust konnte frei die Verlagerung in den Rücken von Pepe und Parejo schlagen. Dort ergab sich ballfern eine dynamische 2gg1 Situation für Valera und Febas gegen Rechtsverteidiger Mourino.
In der Anfangsphase agierte Elche in diesen Situationen häufig noch zu nervös. Gerade im Progressionsspiel der Halbverteidiger auf die Achter, sowie Flügelverteidger fehlte es in den ersten zehn Minuten an Präzision und Kommunikation. Zudem dribbelte man sich mehrfach auf den Flügeln fest. Dies führte zu vermeidbaren Ballverlusten in der Vorwärtsbewegung, wodurch Villarreal in aussichtsreiche Kontersiutationen kam.
Aus einem dieser Ballgewinne erzielte Villarreal auch das 0:1 in der 7. Minute. Elche wirkte in dieser Anfangsphase fast etwas nervös und trotz eigentlich guter Mittel gegen das Pressing von Villarreal etwas überrascht von der hohen Intensität. Hinzu kam die hohe Bereitschaft Villarreal im Rückwärtspressing. Gerade hier gelang es ihnen regelmäßig in der Vorwärtsbewegung Elches Ballgewinne zu erzielen.
Villarreal setzt auf lange Bälle
Auch im eigenen Ballbesitz spiegelte sich der auf das Spiel gegen den Ball ausgerichtete Matchplan Villarreals wider. Der Fokus lag darauf das Spiel über Intensität und Pressing-Gegenpressing Momente zu dominieren. Dementsprechend griff Villarreal nach Abstoß gegen das manndeckende Angriffspressing Elches auf lange Bälle zurück.
Elche stellte gegen den 4-2-4 Aufbau Villarreals aus einem manndeckenden Fünferkettenpressing zu. Die Flügelverteidiger liefen die Außenverteidiger an, während die Achter die Sechser im Zentrum markierten. Aguado ließ sich dadurch bis in die eigne Kette fallen und nahm den zum Abkippen neigenden Perez auf.
Die langen Bälle bereitete Villarreal stets mit einem klaren Plan vor. Hierbei setzte man auf Pärchenbildung in der letzten Linie. So agierten die Stürmer etwas breiter. Dadurch öffneten sich Räume im Zentrum vor der Kette. Diese konnten nach Gewinn des zweiten Balls sofort für Dribblings auf die Kette genutzt werden, um Schnellangriffe zu initiieren.
Auf der linken Seite war das Ziel Mikautadze in ein isoliertes Kopfballduell gegen Affengruber zu bekommen. Dafür kippte Moleiro aus der Breite in den linken Halbraum ab. Dieser hatte so einen kürzeren Weg in die Ablagezone im Zentrum. Mikautadze schob vor dem langen Ball etwas in die Breite, um das Duell weiter zu isolieren. Auch wenn Mikautadze in der Luft nicht die beste Quote gegen Affengruber aufwies, rückte Villarreal immer wieder gut kollektiv nach und gewann nach verlorenem Kopballduell den zweiten Ball um anschließend über Mikautadze und Moleiro den offenen Raum vor der Kette zu attackieren. Villarreal zeigte sich nach diesen Mustern wie vor dem Tor zum 0:2 brandgefährlich und hätte mit einer besseren Chancenverwertung in den ersten 20 Minuten auch schon auf 0:3 stellen können.
Auch auf der rechten Seite setzte Villarreal auf ähnliche gegengleiche Bewegungen. So kippte Perez mehrfach in den Halbraum und band dadurch Aguado. Zielspieler war hier Pepe, der in der Breite die letzte Linie band. Interessant war, dass man hier zumeist den Ball in Pepes Fuß wählt, um über dessen Fähigkeiten im Dribbling gepaart mit Perez unterstützenden Tiefenläufen das 2gg2 aufzulösen.
Elche wird besser
Nach dem frühen Doppelschlag von Villarreal und der für Elche durchaus schwierigen Anfangsphase drehte sich das Momentum nach dem 0:2. Elche wurde mit zunehmender Spieldauer immer mutiger. Man agierte detulich sicherer gegen den Pressingübergang Villarreals, wodurch man eine bessere Zirkulation etablierte und die Fehler in der Vorwärtsbewegung zunehmend abstellte. Dadurch zog sich Villarreal, sicher auch spielstandbedingt etwas tiefer ins Mittelfeldpressing zurückzog.
Villarreal agierte im Mittelfeldpressing nun eher reaktiv blockend. Perez agierte weiterhin mit mit Mannbezug auf Aguado und stellte diesen im Zentrum zu, löste aber nicht mehr so aktiv auf Affengruber aus. Pepe und Mikautadze agierten weiterhin auf Auslösung lauernd und isolierten Passwege in den Halbraum. Dadurch entstand schnell ein gewisser Flügelfokus auf Seiten von Elche.
Die Flügelverteidiger agierten in der Höhenstafflung sehr flexibel und kamen wiederholt entgegen, um sich Bälle kurz abzuholen. Die Achter hatten eine eher Tiefe gebende Funktion. Durch das Entgegenkommen der Flügelverteidiger sollte eine Reaktion des Außenverteidigers provoziert werden. Diese blieb jedoch aus, da diese sehr stark auf das Sichern der Tiefe fokussiert waren. In diesen Situationen schob Moleiro in die Breite und nahm Nunez auf. Villarreal konnte so immer wieder Mehrkampfsituationen auf dem Flügel herstellen. Ballnahe Bewegunge von Neto nahm Parejo auf, der in diesen Momenten seien Mannorientierung enger fasste. Bei Läufen in die Tiefe funktionierte das Übergeben auf Pedraza sehr gut, sodass Parejo anschließend ein 2gg1 gegen Nunez herstellen konnte. Nunez und Neto zeigten sich kombinaitonsfreudig. Gerade das Vorderlaufen des Achters in Richtung Auslinie war in diesem Spiel charakteristisch für Elche. Letztlich taten sie sich jedoch trotz guter Ansätze schwer konstant diese Unterzahlsituationen aufzulösen. Es fehlte mehrfach an Unterstützungsbewegungen von Stürmer Rodriguez. Diesem fehlte es etwas an Gespür für diese Situationen. So kippte er zentral in den Deckungsschatten von Parejo ab, anstatt sich diagonal im Halbraum anzubieten oder auf den Flügel auszuweichen.
Auf der linken Seite gelang es deutlich besser diese Durchbrüche auf dem Flügel zu erzielen. Dies lag daran zum einen daran, dass sich Valera mehrfach im 1gg1 gegen Pepe durchsetzen konnte. Dies ist auf die Dribblingstärke Valeras, aber auch die zum Teil zu hohe Positionierung Pepes zurückzuführen, wodurch dieser einen unvorteilhaften zu flachen Pressingwinkel im Verschieben hatte.
Dadurch musste Mourino reaktiv aus der Kette auf Valera springen und die Tiefensicherung aufgeben. Diese Tiefe bleib Febas mit einem Lauf Richtung Auslinie um parrelel zu dieser in die Tiefe angespielt zu werden. Febas nutzte seinen Bewegungsvorteil wodurch Comesana und Navarro diesen Lauf nur reaktiv verteidigen konnten. Außerdem agierte der linke Stürmer Mir deutlich aktiver in den Unterstüztungsbewegungen als sein Sturmpartner. Dadurch entstanden mehrstufige Passketten entlang der Auslinie. Elche kam so mehrfach in die Tiefe und zu Flanken, die jedoch keinen Abnehmer fanden.
Bigas schaltet sich ein
Im Verlauf der ersten Halbzeit schaltete sich der linke Halbverteidiger Bigas gegen das zunehmend tiefere Verteidigen Villarreals mehrfach proaktiv in die Angriffsbemühungen mit ein. Bigas agierte teilweise weit hochgeschoben in der Breite. Dieser glich dadurch die Unterzahl auf dem Flügel aus. Die nun kürzeren Abstände im Angriffsdrittel halfen, die Gleichzahl kleinräumig auszuspielen.
Durch sein weites Andribbeln zwang Bigas wiederholt Pepe dazu aus seiner stark an Valera orientierten Positionierung herauszuschieben und Bigas anzulaufen. Über gute Gegnerbindung gelang es Elche anschließend den Raum hinter Pepe zu bespielen und Raum für Valera zu erzeugen. Febas band Comesana im Zentrum, während Mir aus seiner Stürmerposition ausschob und Navarro leicht abkippend band. Villarreal verpasste es hier konsequent in der Kette durchzuschieben, sodass Navarro weiterhin Mir verfolgte und Mourino auf Valera durchschob. Dadurch, dass Pepe meist von außen auf Bigas schob, isolierte dieser zwar den Pass in den Fuß auf Valera, jedoch nicht den Tiefenball. Durch das Binden von Mir war Valera in der Lage eine freie Flanke auf Stürmer Rodriguez zu schlagen. Diese wurden mit zunehmender Spieldauer auch gefährlicher und Elche entwickelte immer mehr Druck.
Durch das Einschalten von Bigas verlor Villarreal auch immer weiter an Höhe, wodurch Raum in Zone 14 für die Achter Elches entstand. Bigas lockte erneut durch über Andribbeln das Herausspringen von Pepe. Über eine gute Gegenbewegung gelang es Febas und Mir im Halbraum gleich drei Gegenspieler zu binden. Febas belief die Tiefe. Diesen Lauf nahm Mourino in seiner Tiefe sichernden Funktion auf. Gleichzeitig kippte Mir diagonal aus der Box heraus und band den ballnahen Sechser Comesana aber auch den weit rübergeschobenen ballfernen Sechser Parejo.
Durch die sowieso stark ballorientiert verschobene Positionierung von Parejo hätte Comesana den Tiefenlauf von Febas durchaus verfolgen können, sodass Mourino auf Valeras herausverteidigen hätte können. Die Tiefe hätte in jedem Fall durch den Deckungschatten von Pepe nur schwer bespielt werden können. Bigas konnte so nach Klatschspiel auf Mir Pepe weiter herausziehen und den freien Valera finden.
Über eine wieder herauskippende Bewegung von Febas im Rücken Mourinos gelang es eine Verbindung in den Rückraum auf den ballfernen Achter Neto herzustellen. Durch die gegengleiche Bewegung von Mir, der durch einen Tiefenlauf mit Parejo und dem ballnahen Sechser erneut zwei Spieler band, hatte Comesana Schwierigkeiten sich in der Rückwärtsbewegung auf Febas umzuorientieren. Dadurch entstand ein Bewegungsvorteil für Febas, den dieser nutzte, um die Verbindung ins Zentrum auf Neto herzustellen. Aus dieser Situation erzielte Neto letztlich auch den 1:2 Anschlusstreffer.
Diese offensive Positionierung von Bigas sicherte Aguado ab. Dieser agierte nun sehr konservativ und ordnete sich abhängig von dem Verhalten von Perez teilweise neben Anffengruber in einer 2gg2 Restverteidigung ein. Der ballferne Halbverteigier Chust agierte dagegen weniger konservativ und rückte wie schon im Aufbau im Halbraum offensiv in den Halbraum ein. Elche priorisierte ein direktes Gegenpressing gegenüber einer Absicherung in Überzahl. Aufgrund der von links kommenden Durchbrüche und Flanken macht dieses Verhalten hochgeschobene Positionierung durchaus Sinn, um die Abstände im Zentrum zu verkürzen und bessere Gegenpressingwege zu schaffen.
Zweite Halbzeit
Villarreal kam aktiv aus der Pause und setzte wie schon zu Beginn der ersten Halbzeit auf ein aktives Angriffspressing. Pepe setzte nun nicht mehr auf eine halb-halb Poositionierung zwischen Valera und Bigas, um den Passweg zu isolieren. Stattdessen agierte er nun im hohen Anlaufen schon deutlich früher in engem Mannbezug auf Bigas in einer Pressingraute mit Perez und Mikautadze. Jedoch schob Villarreal weiterhin nicht effektiv nach, da man die Überzahl in der letzten Linie halten wollte. Dadurch agierte Valera weiterhin als freier Mann.
Elche wurde nun direkter im Bespielen des freien Manns. Beide Stürmer orientierten sich ballnah. Mir positionierte sich zwischen Mourino und Navarro und band diesse. Währenddessen schob Rodriguez weit auf die Seite, um Navarro zu binden. Dadurch entstand nach langem Ball von Torhüter Pena eine 3gg2 Überzahlsituation auf dem Flügel.
Elche erstickte so die Bemühungen Villarreals nach der Pause. Insgesamt setzte sich dadurch in der zweiten Halbzeit die Dynamik der ersten 45 Minuten fort. Elche agierte balldominant und sicher in der Zirkulation, während Villarreal in einem immer tieferen 4-4-2 Mittelfeldpressing verteidigte. Elche setzte nach wie vor einen starken Fokus auf die bereits beschriebenen Muster im Flügelspiel, nahm jedoch kleinere Änderungen im Vergleich zur ersten Halbzeit vor.
Chust agierte nun ballnah ähnlich aktiv wie sein Gegenüber Bigas und unterstützte durch hohes Andribbeln die Bemühungen von Neto und Nunez. Ebenso kompensierte man die fehlenden ballnahen Bewegungen von Rodriguez dadurch, dass Febas nun deutlich häufiger die rechte Seite überlud. Dieser bot nach Tiefenläufen von Neto meist eine Anspielstation im Halbraum. Febas gelang es so mehrfach den ballnahen Achter Parejo herauszuziehen und erneut die Tiefe auf Nunez oder Neto zu suchen. Auch Halbfeldflanken waren ein mehrmals gesehenes Mittel aus diesen Situationen.
Allerdings hätte Febas diese Pässe aus der breite noch häufiger offen ins Zentrum mitnehmen können, um das Dribbling oder einen eigenen Abschluss zu suchen. So wirkte das Spiel Elches sehr flügelfokussiert und man kam hauptsächlich über Flanken zu Tormöglichkeiten. Diese Flanken waren meist auf den zweiten Pfosten ausgelegt, wo Rodriguez und Mir sich absetzten. Dennoch fehlte es Elche teilweise an der Wahrnehmung direkt ins Zentrum zu kombinieren anstatt gegen ein tiefstehendes Villarreal erneut die Tiefe zu suchen.
Villarreal beschränkte sich hauptsächlich auf das tiefe Verteidigen und kam bis auf eine Chance von Mikautadze nach einem Standard kaum noch zu Abschlüssen. Die defensive Herangehensweise spiegelte sich auch in den Einwechslungen wider. So brachte man Außenverteidiger Cardona für Pepe. Linksverteidiger Pedraza agierte nun als linker Flügelspieler und erzielte schließlich nach einem langen Ball das 1:3.
Fazit
Das Spiel verlor Elche in den ersten 15 Minuten. Bis auf die nervöse Anfangsphase kann sich die Heimmannschaft in diesem Spiel wenig vorwerfen. Man agierte balldominant und überzeugte offensiv durch ein gutes Flügelspiel. Teilweise war man in der zweiten Halbzeit gerade im letzten Drittel jedoch zu flügelfokussiert, wodurch es an klaren Torchancen mangelte. Villarreal zeigte eine abgezockte Vorstellung. Zu Beginn der Partie bestrafte man die Fehler Elches eiskalt, während man im Verlaufe des Spiels über eine kompakte Defensive zu überzeugen wusste und über Konter Entlastung suchte.








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