Musiala, Wirtz, Moukoko u.a. – Der Talentecheck

Talent ist nicht gleich Talent. In der Bundesliga tummeln sich viele hochveranlagte Spieler. Aber die Erwartungshaltung ist oft ganz unterschiedlich. Anhand einiger Namen werden in diesem Video Kategorien für Bundesliga-Talente definiert. Von Supertalent Musiala bis hin zu DFB-Musterschüler Dárdai.

AG 3. September 2021 um 13:32

Kann mir jemand erklären, warum der U21-Trainer Stefan Kuntz meint, dass Moukoko in einer schwierigen Phase sei? Sicher, die Medien übertreiben die Berichterstattung und sollten chillen. Aber er bekommt erste Einsatzzeiten als 16-Jähriger, und schiesst dann sogar Tore! Das sollte doch eigentlich schon der Optimalfall sein für sein Alter und seine Entwicklung. Dann schaue ich aber mal bei FBRef und sehe dann, dass er für die Einsatzzeit hervorragende Leistungen bringt! Fast 0,6 Tore pro 90 Minuten ist fantastisch, und der xG-Wert ist sogar noch höher! Er schiesst fast 4 Mal pro Spiel – das ist Top 5% aller Stürmer mit 16! Und obendrauf kommen auch noch Dribblings etc.

Natürlich, das ist eine kleine Probe mit nur 478 Minuten, also alles sehr vorläufig. Trotzdem ist das verdammt aufregend, und alles, was Moukoko machen muss, ist weiter Spielzeit bekommen und hart arbeiten / dran bleiben.

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tobit 3. September 2021 um 15:33

Das Zitat ist komplett aus dem Zusammenhang gerissen. Soweit ich es mitbekommen habe ging es eher um den medial aufgebauten Druck, direkt auch bei den Profis an seine Fabelleistungen aus der Jugend anzuknüpfen, der sich seit seinem Debüt für Dortmund nochmal verschärft hat.

Statistisch sieht das schon verdammt gut aus. Im Spiel sieht man aber auch noch sehr klar, dass er eben noch ein Jugendspieler ist. Er hat immer wieder Schwierigkeiten bei der Ballannahme, weil die Pässe viel schärfer kommen und auch die Entscheidungs- und Positionsfindung dauert oft noch zu lange bzw ist zu inkonstant. Das sind halt die ganz normalen Probleme, die außer einigen wenigen (Pulisic z.B.) alle Jugendspieler beim Wechsel zu den Profis haben. Ein Passlack kämpft damit teilweise bis heute.

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Stefan 24. August 2021 um 09:22

Wie siehst du denn die deutschen Torwarttalente in der Bundesliga? Der U21-Torwart Finn Dahmen sitzt hinter Robin Zentner bei Mainz auf der Bank. Grill ist in Leverkusen nur die Nummer 3 (?). Markus Schubert ist bei Vitesse Arnheim. Florian Müller ist zwar ein etablierter Bundesligatorwart, aber im Dunstkreis der Nationalmannschaft ist er auch noch nicht.

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CE 24. August 2021 um 12:00

Da sieht es nicht sooo gut aus. Mit 24 kein Talent mehr, aber Nübel würde ich nicht abschreiben. Grill und Unbehaun müssten sich wohl in absehbarer Zeit nach Teams umschauen, in denen sie die Nummer eins werden können. Köhn tendiert zur Schweiz.

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tobit 23. August 2021 um 22:32

Was ich fast schon ironisch finde: Mit Löws Abtritt kommen jetzt endlich mal ein paar Halbraumzehner für sein 4-2-3-1 aus der Jugend. Das wird noch interessant, wie man in Zukunft Havertz, Wirtz und Musiala möglichst alle zusammen auf den Platz bringt … noch ein Argument Havertz als Neuner zu spezialisieren.

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Splesch 23. August 2021 um 13:32

Bei Moukoko ist die Bezeichnung schon sehr passend. Er ist ein absoluter Rohdiamant, der theoretisch den Weg eines Weltklassespielers nehmen kann. Sofern er einfach genügend Zeit bekommt sich an das Tempo, den Druck und die nötige Präzision zu gewöhnen, wird er ein toller Spieler. Gesundheit, Trainer und der Ehrgeiz des Spielers, werden entscheiden wohin der Weg führt.

Mit Haaland und Malen hat Moukoko zwei super Mentoren, von denen er sich in dem nächsten Jahr viel abgucken kann. Zudem ist die Konstellation sehr klar. Moukoko ist bereits jetzt Stürmer 3 und wird seine Einsätze bekommem, da man in allen drei Wettbewerben spielt. Nutzt er dieses Jahr gut, dann ist es sehr gut möglich, dass man im nächsten Sommer keinen Haaland Nachfolger verpflichtet und mit Moukoko und Malen in die Saison geht. Zu Beginn der kommenden Saison wäre Moukoko dann als noch 17 Jähriger ein echter wichitger Bestandteil in einer nationalen Top-Mannschaft. Die Voraussetzungen, die der BVB schafft sind also herausragend. Man darf auch nicht die Rolle von Otto Addo vergessen, der den Dortmunder Top-Talenten die nötige Demut mitgibt.

Ich wage mal den Vergleich mit dem Unvergleichlichen und meine Lieblingstalent:

Messi (17 Jahre) 04/05:
9 Spiele 1 Tor 238 Minuten

Moukoko (16 Jahre) 20/21:
15 Spiele 3 Tore 442 Minuten

Bojan Krkic (17 Jahre) 07/08:
48 Spiele 12 Tore 6 Assists 2197 Minuten

Am Ende des Tages waren die Leistungen in der Jugend von Moukoko und Krkic viel spektakulärer als von Messi. Gerade Krkic hat als 15 Jähriger die U-17 EM zusammen mit einem gewissen E. Hazazrd dominiert. Aber vor allem die Gesundheit war am Ende das entscheidende Kriterium. Man kann Moukoko also einfach nur wünschen, dass sein Körper die Belaastungen aushält. Das vorhandene Talent reicht aus um eine Weltkarriere hinzulegen.

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PeterVincent 22. August 2021 um 14:00

Bei Musiala fällt auf, dass er relativ wenig Assists liefert. Seine Aktionen (zw. den Linien warten, aufdrehen, dribbeln, Abschluss) sind (noch) eher isoliert. Er erinnert mich da etwas an Coutinho. Der ist auch individuell überragend, aber mannschaftstaktisch eher Individualist als Kombinationsspieler. Ich sehe ihn nicht im ZM (8), sondern möglichst nah am gegn. Tor und rund um einen mitspielenden MS am stärksten. Daher passt der Vergleich mit Müller zumindest auf die Position bezogen. Während Müller über ein hohes Prozessverständnis kommt, Abläufe (Räume) antizipiert und „einfache“ Pässe spielt, kommt Musiala eher über das Dribbling auf engen Raum und die darauf folgende eigene Abschlussaktion. Das ist spannend, weil er ein anderer Spielertyp ist als Müller, aber auch als Ribery oder Robben es waren bzw. Sané, Gnabry und Coman es sind. Ich würde also versuchen, Musiala möglichst oft in Situationen zu bringen, wo er nah am gegn. Tor ins 1 vs. 1 gehen und dann abschließen kann. Für mich hat er als dribbelstarker Abschlussstürmer das größte Potential und das größte Alleinstellungsmerkmal im Top-Fußball.

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CE 23. August 2021 um 13:23

Gute Punkte. Ich wollte auch andeuten, dass Müller und Musiala sehr unterschiedliche Spielertypen sind, auch wenn die generelle Position für beide eine ähnliche sein müsste. Musiala ist mehr Raumöffner als Raumdeuter. Und er kann auch ein guter Vorbereiter sein, wie gestern beim 1:0 für Bayern zu sehen – er konnte deinen Kommentar nicht so auf sich sitzen lassen 😉

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AG 23. August 2021 um 13:48

Eine interessante Idee, ich bin aber nicht sicher, dass er dafür konsistent die Tore liefern wird. Sein xG-Wert pro 90 Minuten ist um 1/4 pro Spiel, das ist dann doch nicht so berauschend. Und überhaupt: er ist 18, da ist die Hoffnung berechtigt, dass er noch einen Schritt nach vorne macht, und die Vorlagen dazukommen.

Tatsächlich gibt es sogar einen Hinweis darauf, woran die geringen Vorlagen liegen: seine Passquote ist sehr hoch, mit 85% im 97% Perzentil für vergleichbare Offensivspieler (per FBRef). Soll er also nicht auf die 8 zurückgezogen werden, könnte Nagelsmann ihm eine einfache Sache empfehlen: spiel mehr Risikopässe! Die Absicherung und das Gegenpressing der Bayern ist gegen die meisten Teams sowieso hervorragend, und er könnte im Vergleich zu anderen mehr Bälle verlieren.

Außerdem finde ich beeindruckend, dass Musiala so wie auch Müller ein sehr aktiver Verteidiger ist.

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PeterVincent 4. September 2021 um 16:10

Ich glaube schon, dass Musiala eine Scoringmaschine werden kann. Gerade der Abschluss gehört aus meiner Sicht klar zu seinen Stärken. Mir ist gerade ein Zitat von ihm eingefallen (weiß leider das YT-Video dazu nicht mehr). Da sagte er sinngemäß, dass er in der Jugend „einfach rumgelaufen ist und Tore geschossen“ hat. Dazu hat Nagelsmann gesagt, seine Aufgabe sei es, dass Musiala seine Bolzplatz-Mentalität behält. Musiala sollte meines Erachtens seine Veranlagung auf Dribblings und Abschlussaktionen beibehalten. Wenn man sieht, wie intuitiv er Gegenspieler kurz auswackelt und dann abschließt – das ist bei dem Tempo seiner Aktionen für jeden Gegenspieler extrem schwer zu verteidigen. Von so einem offensiven Top-Talent werden wir natürlich viele Vorlagen sehen. Wenn es um seine größte Stärke geht, würde ich ihn schon mehr als Abschlussspieler (vgl. Coutinho), denn als Vorlagengeber (vgl. Ribery) sehen.

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tobit 23. August 2021 um 22:27

Ein anderer Punkt ist, dass seine defensiven Statistiken echt krass aussehen für einen 18-Jährigen Engstellenlöser. Wo hat er denn diese Ballgewinne, vorne im Pressing oder auch im sortierten Verteidigen (habe Bayern letztes Jahr kaum gesehen) und sind das überhaupt wirklich auffällig viele?

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[email protected] 21. August 2021 um 11:19

Vielen Dank für die Änderung der Beleuchtung: es sieht sehr gut aus so!

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CE 23. August 2021 um 13:23

Merci.

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