Fragestunde während der fußballfreien Zeit

Der Fußball muss – wie auch alle anderen Sportarten – eine Pause einlegen und sich in diesen außergewöhnlichen Zeiten dem Gemeinwohl fügen. Aber natürlich können wir als Ablenkung weiterhin über Fußball diskutieren.

Welche Fragen habt ihr zur Bundesliga, zur Nationalmannschaft oder auch zu anderen Ligen in Europa? Stellt sie gerne im Kommentarbereich. Ich versuche so viele wie möglich demnächst in einem Video zu beantworten.

GianiDB 26. März 2020 um 10:15

Wie wäre ein Tatikexkurs „Wie hat sich der Spielaufbau durch die neue Spieleröffnungsregel geändert?“
Hab nicht alle Kommentare gelesen sorry falls es schon erwähnt wurde.

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tobit 3. April 2020 um 19:54

Mit der Änderung meinst du, dass Abschläge jetzt im Strafraum angenommen werden dürfen?
Die meisten Teams haben ja eh nur selten kurz gespielt, und daran jetzt auch nichts großartig geändert. Interessant ist es vor allem für Teams, die systematisch kurz aufbauen wollen UND viel gegen hohes Pressing spielen. Aber auch da wird es (soweit ich das überblicke) eher situativ genutzt.
Barca hatte aber meine ich mal eine interessante Variante, wo ein IV den Abschlag zum Keeper gespielt hat. Dadurch konnten sie das manndeckende Pressing des Gegners (weiß nicht mehr wer) vor offenbar unerwartete Aufgaben stellen und recht sicher die erste Linie überwinden. Funktioniert aber nur mit einem TW mit guter Übersicht, der dann auch mal den langen Ball spielt.

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Spiro 20. März 2020 um 14:08

Wie steht es um den Jugendfußball in Deutschland?

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Gaahl 20. März 2020 um 10:20

Wenn du dir aus der aktuellen Bundesliga eine erste 11 basteln könntest, wie sähe die aus?
Vielleicht auch kurz erläutern, warum du die Zusammenstellung bevorzugst. Zum Beispiel, weil du gerne Pressing sehen möchtest oder sich die Mannschaft eher zurückziehen soll.

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tobit 22. März 2020 um 21:15

Ich bin zwar nicht CE, aber ich versuche mich trotzdem mal.

Ballbesitz: http://lineupbuilder.com/?sk=v7cx9
Das übliche Spiel, wenn ich basteln darf. Dauerballbesitz und brutales Gegenpressing.
Im Aufbau versuche ich das Vorwärtsspiel über Alaba und Kimmich zu forcieren. Dafür rückt Guerreiro frühzeitig nach vorne, wodurch Sancho als zusätzlicher Passempfänger im linken Halbraum gewonnen wird. Viele Prinzipien und Strukturen funktionieren dabei ähnlich wie beim BVB unter Tuchel (https://spielverlagerung.de/2015/08/30/wieso-der-bvb-gerade-so-geil-ist/).

Pressing: http://lineupbuilder.com/?sk=v7cy2
Die Grundlage ist hier nominell ein 4-4-1-1 mit Brandt auf der Zehn und Sancho als LA, der sich aber immer wieder aus der Defensivarbeit ausklinken darf und dann a la Cristiano durch seine hervorragende Positionierung für Konter den gegnerischen RV hinten halten soll oder als zweiter Stürmer neben Volland rückt. Als Ausgleich dafür rückt Hazard sehr tief neben die etwas linkslastigen Sechser oder wird durch das Aufrücken Guerreiros zum Pseudo-Wingback. Dadurch ergibt sich meist eher ein 4-3-2-1 oder eine verschobene Rautenstaffelung mit einem leitenden Element in den Raum vor Hazard. Wird dieser Raum angespielt, rückt er aggressiv nach vorne durch und macht zusammen mit den rüberschiebenden Brandt und Volland Druck auf den Ballführenden.
Im Angriffspressing wird in der Regel im 2-3-2-3 mit Hazard neben Volland und Sancho agiert, hier lässt sich eher Volland mal zentral etwas fallen um Sabitzer und Brandt Unterstützungsbewegungen nach außen zu erlauben.

Beim Personal könnte man an vielen Stellen auch andere Spieler einsetzen, z.B. Lewy statt Volland oder Gnabry statt Hazard. Da habe ich mich jeweils für die individuell defensivstärkere Variante entschieden um zentral noch offensiver sein zu können.
Eine zweite Elf könnte z.B. so http://lineupbuilder.com/?sk=v7c32 aussehen. Und da fehlen dann immer noch geniale Kicker (z.B. Delaney, Witsel, Stindl, Werner, Lucas, …).

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tobit 23. März 2020 um 21:47

Für La Liga hätte ich zwei leicht verschiedene Ideen:
a) „Normal“: http://lineupbuilder.com/?sk=v7d9 Ramos als LIV, de Jong als ZM
b) „Verrückt“: http://lineupbuilder.com/?sk=v7dy8 de Jong als LIV mit Freirolle, Valverde als ZM
Diese Liga hat einfach zu viele geniale Mittelfeldspieler.
Inaki Williams als RA dürfte die einzige wirkliche Überraschung sein. An ihm gefällt mir besonders seine Athletik und Direktheit, die ihm einen fließenden Wechsel zwischen Flügel und Sturmzentrum erlauben. Klar gibt es vor allem technisch stärkere Spieler, die bieten aber weder seine Athletik, noch seine Tiefenläufe (die es mit Messi und Benzema einfach braucht), noch seine defensive Arbeitsrate.

Premier League: http://lineupbuilder.com/?sk=v7dx5
Mal ein anderer Ansatz. Deutlich defensiver und kompakter in der Grundidee, eher auf Schnellangriffe über die Wingbacks ausgerichtet.

Serie A: http://lineupbuilder.com/?sk=v7dx6
So eine Art Dunga-Raute mit zusätzlich asymmetrischen AV. Sandro bleibt im Aufbau erstmal etwas tiefer und hält die Verbindung zu den IV bevor er im späteren Verlauf des Angriffs den linken Flügel übernimmt. Cuadrado geht sofort in Flügelstürmer-Position und kommt dann eher mal situativ zurück um den Gegner vor eklige Übergabe-Entscheidungen zu stellen.
Meinen persönlichen Lieblingsspieler musste ich natürlich auch unterbringen. Mkhi spielt halblinks als sehr offensiver Rauten-Achter und tut, was er am besten kann: Strukturen verbessern, Engstellen besetzen und auflösen, Situationen vertikalisieren.

PSG (Ligue 1): http://lineupbuilder.com/?sk=v7dx7
Nur der junge Camavinga kommt nicht vom Serienmeister, dafür verzichte ich auf Neymar, dessen zwar effektive aber übermäßig selbstbezogene Spielweise mir nicht gefällt (von dem ganzen Scheiß abseits des Platzes will ich gar nicht erst anfangen). Sarabia und di Maria sind auch geniale Halbzehner. Die offensiven Spielmuster sind logischerweise quasi eins zu eins von Tuchel übernommen. Bernat hoch auf dem linken Flügel, Sarabia etwas breiter als di Maria, Verratti im rechten Halbraum, Cavani an der letzten Linie als Ablagenspieler und Mbappé irgendwo zwischen Tiefensprinter und falscher Neun.
In der Hintermannschaft gibt es aber eine Hipster-Anpassung für den am Ball noch recht ungeschliffenen Camavinga. In Ballbesitz lässt er sich viel zwischen die IV fallen und Marquinhos rückt ins Mittelfeld auf, wo er als Weigl-esker Verlagerungs- und Balancespieler dient. Es entsteht so häufig eine 3er-Kette mit Camavinga zwischen Diallo und dem erst spät nach vorne nachstoßenden Kehrer. Gegen den Ball darf Camavinga dann wieder seine Stärken im Mittelfeld ausspielen.

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AG 24. März 2020 um 15:38

Das sieht schon ganz cool aus, aber zur Premier League habe ich ein paar Meinungen. Ich finde Dein Konstrukt vorne etwas unpassend — ich bin ein großer Fan von Firmino, aber vor allem als (mehr oder weniger) Falsche Neun, und wenn er Freiheiten genießt und sich fallen lassen kann. De Bruyne gefällt mir dann aber nicht als Balancegeber, und TAA auch nicht, da wäre ja fast nur noch Raheem Sterling vorne. Ich würde also statt Firmino Sergio Agüero (oder doch jung und Abraham?) nach vorne stellen, der spielt ja immer noch unwirklich gut als Stürmer. Damit wäre auch de Bruyne befreit.
Fabinho ist zwar toll, aber Kanté gefällt mir einen Tick besser (und tiefer sowieso), deshalb Kanté in der DM-Rolle und Naby Keïta als MC! Der gehört auf jeden Fall rein, selbst wenn er die Saison wegen Verletzungen wenig gespielt hat.
Bei Walker bin ich mir noch unsicher, habe aber auch keinen besseren Vorschlag im Moment.

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CE 19. März 2020 um 08:56

Vielen Dank für all die Fragen. Ich denke, das Video kommt am Wochenende.

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Alexander Mitterhofer 21. März 2020 um 07:09

Hätte Bayern nicht eine den idealen Kader für eine 3er Kette?

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tobit 22. März 2020 um 14:19

Prinzipiell viele geile Spieler für eine 3er-Kette, ja. In der Hinrunde fehlte durch die Ausfälle von Lucas und Süle und die Versetzung von Kimmich ein Wingback (oder Halbverteidiger, wenn man Pavard vorgezogen hätte) auf rechts und die Backups auf allen Positionen, sonst hätten wir das denke ich durchaus mal zu sehen bekommen.
Solange Süle und Lucas ausfallen, ist das Personal aber immer noch knapp und im Sommer sollen dann ja wahrscheinlich auch noch Boateng und Javi gehen. Dann müsste man erstmal wieder einen IV (z.B. Upamecano) dazuholen, wenn man nicht wieder komplett ohne Backups dastehen will.

Außerdem scheint man ja in der Führungsebene grundsätzlich einen Zehnertypen a la Coutinho haben zu wollen, der wohl das logischste „Opfer“ für einen dritten IV wäre. Klar könnte man auch 3-4-1-2 oder so spielen und Gnabry als Sturmpartner von Lewandowski aufbieten. Dann könnte man auch wunderbar noch Werner verpflichten, der in so einer Ausrichtung aktuell sein Potential sehr gut entfalten kann. Ich halte ein wirkliches Abrücken vom Konzept Flügelstürmer aber für sehr unwahrscheinlich.

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AG 18. März 2020 um 07:48

Was hat das letztjährige Ajax so gut gemacht? Also ein Blick auf die Taktik, und wie die Spieler das bis ins Halbfinale gebracht haben – und was die Spieler dieses Jahr nicht umgesetzt bekommen, so dass sie in der Gruppenphase ausgeschieden sind.

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tobit 18. März 2020 um 13:05

Ein Faktor waren da sicherlich die Abgänge von de Ligt, de Jong und Schøne. Deren Nachfolger haben bisher quasi gar nicht gezündet. Außerdem haben einige der älteren Spieler letztes Jahr wesentlich stärker gespielt als vorher zu erwarten war und spielen jetzt wieder näher an ihrem vorher bekannten Level.

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AG 18. März 2020 um 19:22

Danke, die Frage geht aber ein bisschen darüber hinaus. Was haben die drei geleistet, was jetzt nicht mehr klappt – und haben die damit das Niveau der Mannschaftskollegen gehoben oder war das bei denen mehr Glück?

Diese Frage treibt mich sowieso um, wenn ich mir z. B. Leicester in deren Meisterschaftssaison anschaue. Klar sind Kanté, Mahrez, etc. tolle Spieler, aber war das alles? Oder erlauben solche Spieler es (durch was?), eine Taktik zu spielen, die das ganze Team besser macht? Und welche ist das und könnten andere Teams das auch nutzen (oder tun es schon)? Klopps Dortmund z. B. war ja wohl eher ein Beispiel, dass ein Team mit einer verdammt guten Taktik auch ohne „einfach gute“ Spieler überlegen sein kann.

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tobit 18. März 2020 um 20:06

Dass die Frage weitergeht, war mir bewusst. So viel habe ich von Ajax aber nicht gesehen (diese Saison noch weniger als letzte), dass ich das wirklich qualifiziert beurteilen könnte.

De Jong würde ich vom individuellen Level her als stärksten Spieler des letztjährigen Ajax ansehen. Dazu noch der Hauptspielmacher in allen Zonen und ein spezieller, sehr eigenartiger Spielertyp. Wenn er nicht so unheimlich stark in der Auswahl und konstant in der Ausführung seiner Aktionen wäre, würden wir über ihn als reinen Offensivspieler reden. In vielen Momenten verhält er sich nämlich wie einer und versucht die maximal effektive Lösung für jede Situation zu finden. Die ist aber oft zu riskant um von individuell schwächeren Spielern so konstant erkannt und ausgespielt zu werden. Der Adventskalenderbeitrag zu Brandt beschreibt das viel besser als ich das kann. Aus diesen dann häufig(er) erfolgreichen Situationen (Unterzahldribblings, sehr scharfe Pässe, …) ergeben sich für die eigentlichen Offensiven dann bessere Durchbruchs- und Abschlussgelegenheiten, weil der halbe Durchbruch schon vorher von de Jong bewerkstelligt wurde.

Individuell herausragende Spieler ermöglichen oft eine viel fokussiertere Einbindung der Stärken aller Spieler um sie herum.
Bei Ajax würde mir da die kombinative aber manchmal etwas hölzerne Spielweise Blinds einfallen, die von de Jong auf ein neues Level gehoben und passend mit der manchmal wirren Spielweise von Tagliafico verbunden wurde. Oder die sehr vorwärtsorientierte Raumblocker-Rolle von van de Beek, die ohne die individuelle Präsenz von de Jong so nicht weitergespielt werden kann, was dann die Fluidität der anderen Offensiven beschränkt.
Auch Klopp ist nicht mit lauter Zweitligakickern Meister geworden. Da waren auch damals schon Spieler dabei, deren Fähigkeiten besonders waren. Zum Beispiel Kagawas Bewegungen im Pressing, die mehr Raum abdeckten als das andere gekonnt hätten und dadurch ein noch weiträumigeres Zugriffsspiel der Sechser erlaubte. Oder Lewandowskis Spielmacheransätze aus der Spitze, die Reus und den „Außen“ eher unpräsente Schattenstürmerrollen ermöglichte.

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AG 19. März 2020 um 10:00

Danke, das hilft schon mal viel 🙂 Also letztlich hat De Jong mit seiner doch sehr ungewöhnlichen Spielweise und perfekt eingesetzt das Team auf ein neues Level gehoben (die anderen guten Spieler haben natürlich geholfen!). Umso schlimmer, wie unpassend De Jong bei Barcelona eingesetzt wird – auch wenn ich ihn da nicht viel gesehen habe.

Und das mit Dortmund ist natürlich relativ gemeint. Mindestens Lewandowski, teilweise Gündogan und vielleicht noch Reus sind schon Weltklasse, aber die Spieler, die Klopp davor zur Verfügung hatte, sind nach Wechseln nicht mehr auf das Level gekommen, wie sie es in Dortmund einnehmen konnten durch die Taktik, oder?

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tobit 19. März 2020 um 14:20

Barca fehlt halt ein Typ Schöne, der als zweiter Sechser viele der aggressiven Bewegungen von de Jong balanciert hat. Rakitic könnte da vielleicht reinpassen, spielt aber nicht flexibel genug, sondern ist entweder Solosechser oder rennt überall hin. Arthur könnte sich da vielleicht mal hin entwickeln, aber das wäre mir bei Barca und der da vorherrschenden Arbeitsrate der Stürmer defensiv auch noch zu luftig.
Außerdem müsste dafür Solosechser und Vizekapitän Busquets, der als Aufbauspieler ähnlich stark fokussiert wird wie de Jong bei Ajax (nur halt mit eher umspielenden/kontrollierenden als durchbrechenden Aktionen), draußen bleiben. De Jong ist der wesentlich flexiblere Spieler und wird deswegen erstmal offensiver eingesetzt, wo ja aktuell der Schuh noch mehr drückt als ohnehin schon. Das war auch erstmal zu erwarten, dass Barca nicht für de Jong sofort alles umschmeißt. Valverde war sowieso nicht der Typ um de Jongs Direktheit aus dem Aufbau zu fokussieren und Setien ist ein Busquets-Fanboy.

Die Dortmunder Abgänge sind aber auch oft sehr große Schritte (in Konkurrenzkampf mit sehr starken Spielern) nach recht kurzen Erfolgsphasen gegangen. Sahin nach einem Jahr zu Real, Kagawa nach einem Jahr (davor 7 Monate verletzt) zu United, Mkhi nach 15 Monaten auch zu United (da kam dann noch einiges an psychologischen Komponenten hinzu). Klar war da auch taktisch so einiges problematisch, da der BVB sowohl unter Klopp als auch unter Tuchel recht speziell gespielt hat und dabei die Stärken dieser Spieler als Grundlage massiv fokussiert hat. Zum Beispiel Kagawas sehr besondere diagonale Pressingbewegungen, die ihm erlauben sehr viel Raum zu versperren, waren in der PL kaum sinnvoll einzubinden, da die eigene und gegnerische Ausrichtung eher auf die Kontrolle direkter langer Bälle statt flachem Einleitungsspiel abzielte. Entweder kam er gar nicht in diese Bewegungen oder konnte dank mangelnder Mitarbeit der Kollegen leicht umspielt werden. Aber auch Götze wurde ein bisschen Opfer von Guardiolas System, das einen Struktur-Improvisateur beim Übergang ins letzte Drittel nicht so brauchte wie der BVB – und war dann viel verletzt.
Lewy, Gündogan, Hummels und Auba sind unter ganz anderen Vorraussetzungen als etablierte Weltklassespieler gewechselt UND wurden bei ihren neuen Klubs sehr viel passender eingebunden als die vorher genannten. Kleinerer Schritt in passenderes Umfeld ist erfolgreicher, wer hätte das gedacht 😉


ArafatsSohn 17. März 2020 um 21:37

Woran liegt es, dass Werder dieses Saison so schlecht ist?

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AG 18. März 2020 um 19:23

Pech, dann Panik (siehe auch Köln letzte Saison)? 😉

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tobit 18. März 2020 um 20:21

Verletzungen, Kruse nicht genug (gar nicht) ersetzt, schlechter Lauf.

Mittlerweile wirkt die Mannschaft (in dem bisschen, was ich gesehen habe) auch irgendwie blutleer, nicht mehr überzeugt. Trotzdem hält man in der Führungsetage bedingungslos zum Trainer (und alten Freund). Ich halte ja normalerweise wenig von Trainerwechseln in der laufenden Saison, aber hier könnte der viel beschworene „neue Impuls“ tatsächlich mal genau das Richtige sein.

Wirklich schwach ist der Kader ja nicht, aber halt auch nicht wirklich überdurchschnittlich. Es fehlt halt ein Kruse, der vorne die Kreativität hat um die anderen einzusetzen. Sowohl Rashica als auch Osako sind damit überfordert und würden von einem kreativen Fixpunkt profitieren.

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Santiago 17. März 2020 um 19:15

Die kürzlichen Fanproteste gegen die Kommerzialisierung brachten mich auf eine (vielleicht weit herheholte, naive) Frage: Sind die Fans ein relevanter Faktor für den Erfolg einer Taktik? Sollte die Art der Fans (eher unruhig oder geduldig etc.) bei der Taktikauswahl berücksichtigt werden und falls ja wie hoch würdest du diesen Faktor einschätzen?

In Zeiten in denen sich (Stadion-)Fans immer weniger relevant fühlen, wie ich finde eine intessante Frage. Mich würde hier auch die Meinung der hier Lesenden interessieren 🙂

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Christian 21. März 2020 um 10:49

Spannende Frage!

Grundsätzlich würde ich es aber eher so sehen, dass Stadionfans bzw Ultras sich selbst für sogar sehr relevant halten, aber von den Vereinen und Funktionären nicht in dem Maße gewertschätzt fühlen, wie sie das nach eigener Ansicht verdient haben.

Ich glaube die Relevanz fürs Spiel ist sehr schwierig einzuschätzen. Die in Deutschland ja üblichen relativ stark vom konkreten Spiel abgekoppelten Gesänge haben glaub ich wenig Einfluss auf das konkrete Spiel. Ich habe da oft das Gefühl, dass sich die Ultras da vor allem selbst feiern. Aber kann natürlich trotzdem sein, dass die Spieler sich psychologisch besser fühlen, wenn da ein positives Hintergrundrauschen ist.

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fluxkompensator 17. März 2020 um 16:23

Ein paar spieler der champions-league, die man gesehen haben muss und kurze analyse, was sie so besonders macht.

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formergreat 17. März 2020 um 03:02

The last big, overarching tactical revolutions were Pep at Barca (possession / positional play) and Klopp at Dortmund – (gegen-) pressing.

Most teams these days play a combination of both.

If you had to guess, what could the next big tactical revolution be / look like in the future? Where is there room for a tactical revolution to occur?

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Raphael 17. März 2020 um 21:17

Ich würde eine ausführliche Analyse zu Barcelona wirklich zu schätzen wissen. Barca war ja einige Jahre lang der „Lieblingsschüler“ auf dieser Seite und ich in letzter Zeit ein wenig aus dem Fokus gerückt.

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Felix 15. März 2020 um 18:38

Wen könntest du dir gut als Nationaltrainer vorstellen nach der Ära Löw? Können ruhig derzeit noch Vereine trainieren etc.

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Conor Murphy 15. März 2020 um 15:46

Hallo, Können wir eine Mannschaftenanalysen für Lazio haben?

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Phil 15. März 2020 um 03:08

Hallo Constantin,
Welcher (halbwegs realistische) Trainer würde gut zu Dortmund passen? Und welche Meisterchancen würdest du der Dortmunder Mannschaft mit diesem Trainer einräumen und warum?

liebe Grüße,
Phil

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tobit 18. März 2020 um 13:10

Medial wird zuletzt vor allem Erik Ten Hag von Ajax gehandelt. Er galt ja auch lange als Favorit auf den Bayern-Job, die wollen jetzt aber wohl mit Glück weitermachen.

Mein Favorit wäre Tim Walter, der bisher bei jeder seiner Stationen innerhalb kürzester Zeit erfolgreichen und ästhetischen Fussball etabliert hat. Viele seiner Ideen sind sicherlich ungewöhnlich und durchaus riskant, haben sich aber immer ausgezahlt. Was ich an ihm besonders schätze: er scheint klare Bewegungsvorgaben einzutrainieren, was dem Dortmunder Kader denke ich sehr entgegenkommen würde.

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tobit 18. März 2020 um 13:11

Glück = Flick

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tobit 14. März 2020 um 19:11

Mich würde ja eine genauere Betrachtung von Marcel Sabitzer interessieren. Scheint sich ja zu Nagelsmann neuem Lieblingsschüler und Allzweckwaffe zu entwickeln.

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savona 14. März 2020 um 16:55

Liverpools überraschendes Ausscheiden gegen Atletico ist sicher nicht nur einem Fehlpass des Ersatztorhüters zuzuschreiben. Welche weiteren Gründe gibt es (habe das Spiel nicht gesehen)?

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CHR4 16. März 2020 um 23:52

laut Klopp’s Aussage im Interview:
Die Kombination aus psychologischen und physichen Ursachen. Sonst natürlich bezogen auf den Fehlpass (den Klopp als technischen Fehler evt. in Kombination mit zunehmender Ermüdung einordnet: “ … er hatte drei mögliche Anspielstationen, wollte den Ball aber weghauen, was auch mal ok ist – wenn der Ball hoch und weit weggeht passiert null“), etwas das Matchglück.
Taktisch war Liverpool gut eingestellt und hat die richtige Mischung gefunden, gegen Atletico gibt es nunmal wenige Chancen und man muss die Konter gut sichern, das ist Liverpool gelungen!
Man hat geduldig gespielt. Das 1:0 brachte die Verlängerung, ab da war der Spielstand ausgeglichen, aber man spielte ja zu Hause. Mit dem 2:0 war man vorne und Atletico eigentlich gezwungen etwas mehr Risiko zu gehen. Alles voll im Plan. Allerdings ließen beide Teams natürlich in der Verlängerung mit zunehmender Zeit immer mehr Körner.
Bis zum Fehler ist Atletico zweifach im Nachteil (mehr Risiko gehen, ein Tor erzielen zu müssen, trotz zunehmender Ermüdung). Nach dem Fehler sieht es genau anders herum aus. Und genau diesen „Wechsel des Momentums“ sprach Klopp im Interview als entscheidend an. Denn dadurch wurden gefühlt die Beine der Reds noch schwerer als ohnehin schon, die der Atletista gefühlt leichter und es viel ihnen leichter nochmal alle Reserven reinzuhauen.

Insofern für mich von Liverpool bis zum Fehler taktisch alles richtig gemacht, danach lässt sich streiten, ob es zuviel Risiko und zu wenig Restkonzentration war – aber im Normalfall geht das sonst auch 2:1 aus und Atletico ist auch weiter. Als Trainer wünscht man sich sicher, dass man mit noch 20min. auf der Uhr etwas anders zu Werke geht und hier werden wohl auch die Lehren aus diesem Spiel gezogen werden.

Den einzigen Vorwurf, den man den Reds machen kann, ist dass nach dem Fehler die vorherige Taktik nicht komplett durchgezogen wurde und die Intensität etwas stärker als bei Atletico nachließ, weil man im Kopf nicht „hart“ genug war. Aber wie schon gesagt: Auch wenn das alles gestimmt hätte, scheidet man dann in der Mehrzahl der Fälle trotzdem mit 2:1 aus …

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savona 17. März 2020 um 21:47

Genau wie Bayern anno 2016 mit Guardiola. Auch die haben damals fast alles richtig gemacht, es war eines ihrer besten Spiele …

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CHR4 17. März 2020 um 22:54

Denke Liverpool hat das sogar weit besser gemacht. Damals war’s zur Pause zwar insgesamt ausgeglichen nach einer bärenstarken 1. Hälfte von Bayern. Nach der Pause fiel aber schon das Tor für Atletico nach einer Phase, in der die Münchner erst einmal keine Antwort auf Simeones Umstellung hatten. Ab da lag man dann insgesamt schon „hinten …

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CHR4 17. März 2020 um 22:57

PS: wenn schon würde ich das eher mit dem Finale 2012 vergleichen, sowohl von der Leistung, als auch von der zeitlichen Abfolge und der Psychologie dahinter

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Christian 21. März 2020 um 10:51

Allgemein: wie spielt man am besten gegen Athletico? Was sind ihre Schwächen? Welche Teams der aktuellen CL Saison sollten aufgrund ihrer eigenen Ausrichtung, ihrer Stärken und Schwächen besonders stark oder besonders schwach gegen Athletico aussehen?

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tobit 21. März 2020 um 13:09

Atletico ist generell unangenehm, so wirklich schwach sind sie eigentlich nirgendwo. Aber durch die eher tiefe und breite Einbindung von Koke und Saúl fehlt ihnen aber immer wieder die Pressingresistenz sich mal länger vorne festzusetzen und den tiefen Block zu brechen. Diese Einbindung der beiden Spielmacher ist aber aktuell defensiv unabkömmlich um die sehr aggressiv aufrückenden AV abzusichern, hinter die man sonst leicht kontern könnte. Außerdem ist das Bewegungsspiel der Offensiven in längeren Angriffsphasen nicht so stark wie bei Schnellangriffen oder Kontern. Sie bewegen sich da quasi genauso, nur dass die angelaufenen Räume im geordneten Spiel längst nicht so gut zu bespielen sind.
Insgesamt werden ihre Angriffe dadurch zu schablonenhaft. Das Problem hatten sie in den letzten jahren zwar auch schon, es wurde da aber durch Griezmanns individuelle Genialität etwas besser übertüncht.

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Emmanuel 14. März 2020 um 15:50

Let’s end the debate: Kimmich- Right back or midfield?

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CHR4 17. März 2020 um 00:03

as long as there are Pavard and Odriozola as Right back and Bayern hasn’t either Rodri or Busquets:
defenisive Midfield

for N11: same procedure, as long as there is no other real 6 (Weigl, Demme, Rudy …)

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tobit 18. März 2020 um 13:13

I would add another point: Kimmich could even play as a slightly more advanced CM alongside a real No.6 as long as there are good options at RB.

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CHR4 20. März 2020 um 03:00

agreed tobit! – sounds like a perfect dream … but I doubt we would see it in Munich, as long as Thiago (and others) is (are) there to play this CM position – may be sometime in the future in the N11 …

and why I call that a perfect dream? – because it would mean, that there will be very good other defensive midfielders and RBs … (ah, getting sentimental … and missing Lahms tacklings …)

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Emmanuel 14. März 2020 um 15:49

What is your assessment of Sarri at Juventus?

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Christian 14. März 2020 um 13:46

Wie siehst du Hansi Flick als Trainer? Sowohl hinsichtlich der taktischen Ausrichtung, der Personal-/Menschenführung (soweit beurteilbar) aber auch spezifischen Themen wie Ingamecoaching etc? Und: würdest du als FC Bayern seinen Vertrag verlängern? Wer wäre aus deiner Sicht ebenfalls ein geeigneter Trainer für die Bayern? Sowohl im Umgang und Ausrichtung der Spieler die da sind als auch der zuletzt praktizierten Spielphilosphie (Dominanz durch Ballbesitz)? Und wer würde als Person in diesen (Spieler-)Verein mit dieser Führung überhaupt passen als Trainer?

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rum 15. März 2020 um 11:46

Die Frage, würde mich auch ínteressieren. Vielleicht kannst du auch noch was zu Flicks Rolle in der Nationalmannschaft sagen. Könnte es sein, dass die stabil abrufbaren Kombinationen der Nationalmannschaft bis zum WM-Titel mit der Tätigkeit Flicks zu tun haben? Sehen wir das jetzt bei Bayern?

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CHR4 17. März 2020 um 00:18

– sehr gut, vor allem Gegenpressing und Besetzung der Räume funktionieren
– Personal-/Menschenführung: hervorragend! zumindest nach den zur Verfügung stehenden öffentlichen Informationen – sehr einfacher Vergleich: wieviel Negatives dringt den von unzufriedenen Spielern nach außen? – und wieviel war’s vorher? …
– ja, Vertrag verlängern
– Julian Nagelsmann, wenn das Projekt Leipzig für ihn irgendwann beendet ist

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schwerti 17. März 2020 um 10:05

Überperformt Gladbach aktuell oder kann Marco Rose die Mannschaft dauerhaft „da oben“ etablieren?

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tobit 18. März 2020 um 13:20

Aktuell spielen sie denke ich etwas über ihrem Level, langfristig traue ich ihnen aber durchaus eine Etablierung im Kampf um die Top4 zu. Die ersten drei Plätze dürften erstmal Recht klar an Bayern, Leipzig und Dortmund vergeben sein. Der Abstand zu Leverkusen und Schalke (die alternieren ja sowieso jedes Jahr zwischen CL und Abstiegskampf) ist auch finanziell nicht mehr so groß, dass die zwingend favorisiert wären.
Alle anderen sind aktuell schon schwächer als Gladbach. Bremen, Hoffenheim, Frankfurt und Wolfsburg könnten aber mit ein paar richtigen Entscheidungen schnell dazustoßen.

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