Mario Götze – Quo vadis, Jahrhunderttalent?

Wieso sitzt Mario Götze erneut auf der Ersatzbank? Weshalb wird er falsch eingesetzt? Und wie könnte die Zukunft des Stars von Borussia Dortmund aussehen?

Patrick 2. Dezember 2019 um 09:40

Könnt ihr was über die neue Aufstellung von Favre machen? Er hat jetzt ja zwei mal mit Dreierkette spielen lassen.

LG

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Phil 3. Dezember 2019 um 22:20

Wäre da auch sehr dankbar für 🙂
Insbesondere da Favre aktuell stark in der Kritik steht und ich mich frage, ob diese taktische Änderung ein Schritt in die richtige Richtung sein kann bzw. was Favre besser machen sollte.

liebe Grüße
Phil

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tobit 4. Dezember 2019 um 10:36

Für mich ist die Struktur definitiv eine Verbesserung. Ich glaube aber nicht, dass das die Absicht dahinter war.

Mein erster Schritt wäre ja, Weigl konsequent auf der Sechs zu bringen und Witsel etwas nach vorne zu ziehen (da taucht er eh schon immer wieder auf um die endlosen Zwischenlücken zu bedribbeln). Das wird Favre aber wohl kaum als Lösung ansehen.
Was Favre besser machen könnte, wäre vom Dogma „Reus auf der Zehn“ abzurücken. Damit könnte man Brandt dort einsetzen, der rein individuell geeigneter für die aktuell da bestehenden Aufgaben ist, weil er wesentlich präsenter und vorbereitender ist als Reus und auch Mal über ein ballschleppendes Dribbling Raumgewinn erzielen kann.
Eine andere Option wäre das aufgeben der permanenten doppelten Flügelbesetzung. Brandt, Guerreiro und Sancho wären als offensive Spielmacher im Halbraum sehr interessant und es gäbe mehr Raum für die sehr offensiv denkenden AV Schulz und Hakimi (die nicht umsonst öfter als breite Flügelstürmer eingesetzt wurden). Aus diesem verkappten 4-2-2-2 könnte man auch die Sechser eher tief und absichernd halten, da die Zwischenräume ja von außen gefüllt werden.
Unwahrscheinlich, aber spätestens mit einem neuen Trainer denkbar wäre auch eine Raute im Mittelfeld. Da könnte Reus als Zehner verbleiben wenn man Guerreiro und/oder Brandt auf die Halbposition(en) stellt. Diese Mittelfeldanordnung wäre auch unabhängig von der Entscheidung zwischen 3er- und 4er-Kette.

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[email protected] 5. Dezember 2019 um 01:28

Dann wäre also deine Meinung, dass Favre sein Handwerk, wie man aus Einzelspielern eine Mannschaft taktisch erstellt, nicht versteht? Ist eine ernsthafte Frage.

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Patrick Erdmann 5. Dezember 2019 um 07:29

Das habe ich mich auch schon gefragt!
Aber viel eher glaube ich, dass Favre Spieler braucht die er nicht so antreiben muss. Anders kann ich mir diese Leistungsunterschiede innerhalb eines Spiels nicht erklären.

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Koom 5. Dezember 2019 um 13:23

Was tobit meint, weiss ich nicht – aber ich denke, dass Favre eher ein Underdog-Trainer ist. Seine Spielweise funktioniert im wesentlichen erheblich besser, wenn der Gegner großes Eigeninteresse hegt, das Spiel zu gewinnen. Favres Spielweise sehe ich immer als eine Art Spinnennetz, dass viel nachgibt und an einem bestimmten Punkt dann zupackt.

Warum das bei Dortmund nicht klappt? Die Spieler sind nicht wirklich darauf ausgelegt. Der Kader ist noch von Klopp und Tuchel quasi zusammengestellt, die pflegen eine sehr proaktive Spielweise. Auch das Scouting etc. ist dafür ausgelegt.

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Patrick Erdmann 5. Dezember 2019 um 19:19

Alles klar,

das klingt plausibel… Aber warum scouten die nicht auch den Trainer?

Koom 5. Dezember 2019 um 21:46

Vielleicht nie „gelernt“? Die Scouting-Abteilung ist geprägt von Klopp und Tuchel. Generell scheint man Trainer nicht zu scouten, sondern nach Sympathie zu nehmen. Bosz war noch so ein bisserl ein Pusher, Stöger und Favre beides aber so Leute, mit denen man nen netten Abend verbringen möchte.

tobit 6. Dezember 2019 um 17:59

Koom hat schon viel richtig gesagt.

Favre denkt Ballbesitz finde ich eher reaktiv und situationsbezogen. Die Spieler sollen sich anhand weniger Prinzipien bewegen und bei einer klaren Lücke via „Steil-Klatsch“ nach vorne spielen. Diese Lücken gibt es viel öfter, wenn der Gegner mitspielt – das tut gegen Dortmund aber fast niemand, weil die das seit Jahren unter fast jedem Trainer brutal bestrafen können. Auf Basis dieser Ideen werden dann auch die Positionen besetzt. Ablegende (Alcacer, Brandt, Götze) und abschließende (Alcacer, Reus) Spieler stehen eher zentral während athletisch dynamische (Bruun Larsen, Hakimi, Hazard, Sancho, Schulz, Wolf) und vorwärts kombinierende (Guerreiro, Hakimi, Sancho) eher außen landen.
Das größte Problem ist für mich, dass Favre der erste reaktive Ballbesitztrainer seit über einem Jahrzehnt ist. Klopp, Tuchel und Bosz hatten alle sehr klare Vorstellungen von der Struktur in Ballbesitz (aus verschiedenen Motivationen heraus) und haben sehr viele Vorgaben im Bewegungsspiel gemacht um diese Strukturen zu erreichen. Sämtliche Spieler und auch viele Neuzugänge (besonders Brandt und Schulz, mit Abstrichen auch Hazard) kennen nur diese Herangehensweise. Daraus entstehen dann die oft löchrigen und starren Strukturen, über die sich hier so viel beschwert wird – den Spielern fehlen die Anhaltspunkte um sich richtig zu bewegen. Witsel (der ein eher vorgabenfreies Spiel aus Russland und China gewöhnt war), kommt damit noch am besten klar und versucht dann viele Löcher vor ihm zu stopfen – was dann natürlich Lücken hinter ihm erzeugt, die Delaney nicht immer füllen kann.

Ein weiterer Faktor ist die wesentlich offensiver und aktionsorientierter besetzte Abwehr als bei vergangenen Favre-Teams.

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tobit 7. Dezember 2019 um 11:21

Ergänzung: Der Hauptgrund für die 3er-Kette war für mich der Ausfall Weigls. Favre möchte Recht klar vier zentral defensive Spieler haben. Normalerweise sind das zwei IV und zwei Sechser. Jetzt hatte er nur noch Witsel für die Sechs, also kam ein dritter IV.

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