Real Madrids 4-2-2-2 gegen Betis Sevilla | Bildanalyse

Im ersten Ligaspiel unter Carlo Ancelotti setzte sich Real Madrid im neuen 4-2-2-2-System mit 2:1 gegen Betis Sevilla durch.

Das 4-2-2-2

Neben der Überraschung, dass er auf Iker Casillas verzichtete und Diego Lopez ins Tor stellte, präsentierte Carlo Ancelotti bei seinem Heimspieldebüt in der Liga Reals potenzielles neues Stammsystem.

Real Ancelotti 1

Reals 4-2-2-2

Im 4-2-2-2 bildeten Pepe und Ramos die Innenverteidigung, für Varane kam der Einsatz nach einer Verletzung noch zu früh. Als Linksverteidiger lief Marcelo auf, sein Pendant auf der rechten Seite war Rückkehrer Daniel Carvajal, der derzeit im Rennen gegen Arbeloa vorne liegt.

Die Außenverteidiger haben im 4-2-2-2 die wichtige Aufgabe, sich permanent offensiv einzuschalten und für die nötige Breite zu sorgen, was wohl das Hauptargument für Carvajal und gegen Arbeloa sein dürfte.

Die Doppelsechs bildeten Sami Khedira und Luka Modric, Xabi Alonso blieb nach seiner ihn die fast komplette Vorbereitung kostenden Verletzung 90 Minuten auf der Bank.

Modric agierte gewohnt umsichtig und zeigte viele intelligente Pässe, die enge Situationen auflösten. Auf typische lange Diagonalbälle á la Alonso verzichtete der Kroate jedoch, was auch daran lag, dass er sich gar nicht so weit fallen ließ wie der Spanier.

Khedira spielte etwas zurückhaltender als man es von ihm gewohnt ist, seine Läufe in die Spitze und auf die Flügel waren deutlich dosierter, dennoch nicht immer gut getimt.

Auf den offensiven Halbpositionen liefen Mesut Özil und der Neuzugang Isco auf. Beide pendelten zwischen Flügel und Zehnerraum, besonders Isco ließ sich auch mal etwas tiefer fallen und half den Sechsern im Aufbau.

Cristiano Ronaldo und Karim Benzema bildeten das Sturmduo, was ziemlich breit agierte. Ähnlich wie ihre Hintermänner Isco und Özil wechselten sie zwischen einer zentralen und sehr breiten Positionierung. Diese Bewegungen bereiten der gegnerischen Defensive naturgemäß viele Übergabemomente, was einer der wesentlichen Pluspunkte dieser Formation ist.

Probleme im neuen System

Wie erwartet lief bei Real noch nicht alles rund im neuen System. Anhand einiger Szenen möchte ich einige der Probleme kurz ausführen.

4-4-2 breit, kein zehner

Problem 1: Tiefenstaffelung und extreme Breite:
Madrid spielt in dieser Szene mit zwei sehr breiten Viererketten. Isco ließ sich hinter Marcelo fallen und forderte den Ball, Ramos entscheidet sich für den langen Pass auf Ronaldo. Özil und Benzema stehen extrem ballfern, sind folglich nicht mit im Bild und dementsprechend auch ohne echte Chance auf Einbindung ins Spiel.

benzema breit

Problem 2: Isolation der Offensivspieler
Hier stehen Reals Offensivspieler wieder sehr weit auseinander, der Zehnerraum ist verwaist, der Sechserraum nur spärlich besetzt. Die Viererkette rückte viel zu selten konsequent nach, um Anspielstationen zu schaffen – ein Problem, das noch weitere Nachteile mit sich brachte. Hier bleibt Benzema nur der Rückpass auf Carvajal.

zwischenlinienraum 1

Problem 3: Der Abstand zwischen Abwehr und Mittelfeld
Das in der vorigen Szene angesprochene Problem der langsam nachrückenden Viererkette führte nicht nur zur Isolation der Offensive, sondern brachte auch gegen den Ball Probleme mit sich. Hier presst Real nach einem Ballverlust – Ronaldo (vorne links) und Benzema (vorne rechts, nicht im Bild) schalten jedoch ab. Die Mittelfeldkette rückt im Verbund vor, dahinter entsteht jedoch ein riesiges Loch…

zwischenlinienraum 2

… in dem Nosa sich anspielen lässt. Reals Viererkette steht viel zu tief und ist nun trotz klarer Überzahl in Bedrängnis.

0-1a

Hier noch einmal aus anderer Perspektive: Der Abstand ist zu groß, Nosa könnte bei einem guten Laufweg von Molina einfach eine Schnittstelle zum Durchstecken aussuchen.

0-1b

Nosa entscheidet sich jedoch anders und treibt den Ball weit in die gegnerische Hälfte. Reals Viererkette verpasst es, sich weiter zusammenzuziehen, um Druck auf den Ballführenden ausüben zu können. Nosa spaziert immer weiter, setzt sich am Strafraum dann mühelos gegen Ramos durch und legt quer auf Molina, der zum 0:1 trifft.

Das Problem der mangelnden Tiefenstaffelung und dem zu langsamen oder teilweise nicht existierendem Aufrücken der Viererkette machte sich nach dem Rückstand noch stärker bemerkbar.

Gegen den Ball konnte Real nur selten Druck ausüben, Betis gelang es im 4-4-1-1 immer wieder, zwischen die Linien zu kommen.

Die Gäste aus Sevilla konnten teilweise sogar extrem lange Ballbesitzphasen verbuchen, da Real einfach viel zu tief stand.

tiefe ketten, kein druck, zocken ms

Problem 4: Tiefe Viererketten und zockende Stürmer
Real stand tief und konnte keinen Druck auf den Ball ausüben. Die beiden klaren Viererketten im Defensivspiel agierten häufig zu breit, zudem waren die Stürmer offensichtlich von jeglicher Defensivarbeit befreit. Dies führte jedoch dazu, dass Betis immer wieder problemlos in den Sechserraum zurückspielen konnte, wenn sie einmal in Drucksituationen gerieten.

Fehlende Geduld im Ballbesitz, Flankenfokus zum Ende des Spiels

Bei allen Problemen hatte das 4-2-2-2 auch Potenziale, die jedoch zu selten ausgeschöpft wurden. Rückten Özil und Isco ein, konnten die Madrilenen Überzahlsituationen im Zentrum erzeugen.

4-2-2-2 eng, özil isco halb. cr benze breit

Mögliche Überzahlen im Zentrum durch die einrückenden Özil und Isco wurden zu selten genutzt. Häufig fehlte es Real an Geduld und auch Qualität im Passspiel, um die Räume zu finden, in denen eine Überzahl möglich wäre. Hier spielt Carvajal einen recht aussichtslosen Pass auf den isolierten Benzema. Über einen Querpass zu Modric hätte Real die potenzielle Überzahlzone – das Viereck Modric-Özil-Khedira-Isco – eigentlich einfach finden können.

Am gefährlichsten wurde Real, wenn Marcelo sich einschaltete. Isco zog häufig ins Zentrum, erzeugte bewusste enge Situationen, um so den Raum auf dem Flügel zu öffnen.

chancenerarbeitung-a

Hier ging Isco mit Ball in die Mitte und zog die Betis-Defensive zusammen. Bevor die Gäste jedoch Zugriff erhalten konnten, legte er ab auf Özil, der seine Position verlassen hatte. Özil konnte auf den startenden Marcelo durchstecken, der dank Iscos Bewegungen viel Raum vor sich hatte.
Auffällig: Benzema und Ronaldo zockten oft im Abseits, um dann bei einem Durchbruch über die Flügel den entscheidenden Vorsprung zu haben.

Gegen Ende des Spiels stand Betis Sevilla deutlich tiefer als noch in der ersten Halbzeit. Real nutzte dies und fokussierte sich auf Flanken – gerne auch aus dem Halbfeld. Genau aus einer solchen Halbfeldflanke resultierte auch das Siegtor.

2-1a

Das Siegtor: Der für Özil eingewechselte di Maria gibt die Breite, Marcelo agiert wie schon in den Minuten zuvor sehr diagonal. Durch Betis´ tiefere Stellung konnte Real problemlos Flanke um Flanke in den Strafraum bringen. Hier geht Marcelo noch ein paar Meter und findet Isco per Halbfeldflanke am langen Pfosten – 2:1.

Die Lehren des Spiels

  • Ronaldo im letzten Drittel weiterhin extrem dominant: 11 der 20 Torversuche gab der Portugiese ab. Problematisch: Er versucht es noch immer viel zu häufig aus völlig aussichtslosen Positionen. Dennoch verzeichnete er zwei Aluminium-Treffer und zeigte einige gute Freilaufbewegungen bei Durchbrüchen über die Flügel.
  • Isco war sofort eine Verstärkung. Das Erzeugen und Auflösen von Engen ist ein neuer Impuls, der Real weiterbringen wird. Der spanische Neuzugang wurde zehnmal gefoult – Topwert.
  • Real ballbesitzorientierter: Während unter Mourinho noch ganz klar das Umschaltspiel im Vordergrund stand, bauten die Madrilenen gegen Betis deutlich langsamer und kontrollierter auf.
  • Zockende Stürmer: Ronaldo und Benzema sind von den Defensivaufgaben offenbar entbunden. Gegen viele Gegner wird dieses Zocken reichen und bei den eingestreuten Kontern für Tore sorgen. Interessant wird die Rolle der Stürmer gegen den Ball jedoch sicherlich gegen spielstarke Teams wie Barcelona oder Valencia.
  • Flügellastigkeit: Wie oben in den Szenen angesprochen fehlte Real oft die Geduld in der Ballzirkulation. Die Möglichkeit der Zentrumsüberladung wurde zu häufig ignoriert, statt einem Neuaufbau folgte immer wieder der Ball auf einen der breit stehenden Stürmer. Folge: 71% der Angriffe kamen über die Flügel, dort waren Benzema oder Ronaldo aber häufig isoliert und rannten sich fest.

 

Herzlichen Dank an laola1.tv für das Bildmaterial!

ode. 23. August 2013 um 00:45

Ich finde es eher ziemlich erschreckend, dass es offenbar Mode wird, die Abseitsregel zu nutzen, denn sie ist himmelschreiend ungerecht. Reals System scheint im Ansatz darauf ausgelegt eng zu erzeugen, die dann von den vorstoßenden AVs aufgelöst wird. Wie beschrieben in der einen Szene mit Marcello. Und dann stehen da gleich 2 Stürmer, die zwar im Abseits standen, die Abwehr dann über Außen umspielt wurde und nun ein Pass auf die Stürmer quasi wieder eine neue Situation ist. Und dann stehen die Jungs nicht mehr im Abseits, obwohl sie sich in der vorherigen Situation (nach meinem Gerechtigkeitsempfinden) einen irregulären Vorteil erspielt haben. Denn aus ihrer vorhergehenden Abseitsstellung haben sie einen Vorteil gezogen.

Das scheint bei Bayern der Herr Mandzukic auch zu praktizieren. Und in Leverkusen ist gegen Freiburg auch so ein Tor gefallen (gemeint ist die Bude von Son – zwar dann für mein Team, aber ich find’s trotzdem scheiße…)

Wird das jetzt Mode absichtlich solche Situationen zu erzeugen und das dann auszunutzen? Das Verhalten von Reals Stürmern scheint das anzudeuten…

ode.

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MR 23. August 2013 um 00:56

Ich finde nicht, dass das unfair ist. Der Vorteil, den sich die Stürmer „einfach so“ herausziehen, muss ja vom Passgeber „überspielt“ werden. So haben zwar die Stürmer nicht die „Abseitslinie ausgespielt“, aber der Passgeber hat sie ja noch stärker ausgespielt, denn er muss den Pass ja aus einer höheren Position spielen als die Stürmer.

Oder anders gesagt: Wenn der Außenverteidiger den Stürmer überlaufen kann, dann hat auch die Abwehr eine faire Chance, den Stürmer wieder einzuholen und somit den Abseitsvorteil zu egalisieren.

Wenn ihnen das nicht gelingt, ist es fehlerhaftes Abwehrverhalten und damit ein reguläres Tor. Zumal auch einfach das Durchbrechen der Abseitslinie verteidigt werden kann (durch die effektive Überzahl sogar einfacher).

Alles in allem find ich nicht, dass das Toreschießen einfacher wird, indem man einen Stürmer im Abseits parkt. Deswegen machen es ja auch wenige Mannschaften (zumindest nicht regelmäßig). Es ist in manchen Situationen ein sinnvolles taktisches Mittel, das man aber genau so leicht oder schwer verteidigen kann wie alles andere auch.

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JTF 23. August 2013 um 14:16

Nach meiner persönlichen Regelauslegung schon.

Wenn sich kein Spieler im Abseits befindet, muss ein Abwehrspieler einen Spielfeldausschnitt von Höhe vorletzter Spieler bis zur gegnerischen Torauslinie im Auge haben. Wenn er andererseits einen Spieler im Abseits mit beobachten muss, erweitert sich das mehr oder weniger auf das ganze Spielfeld. Ca. 180 Grad lassen sich wohl mit dem menschlichen Sichtfeld deutlich leichter boachten als 360 Grad. Für den Stürmer ergeben sich eine Vielzahl von neuen Möglichkeiten, sich vom Verteidiger „wegzuschleichen“.

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten:
a) der Verteidiger lässt den Stürmer aus den Augen, muss sich aber im Moment des Überspielens der Abwehr neu orientieren und den vorher im Abseits stehenden Spieler nicht nur vertikal, sondern auch horizontal einholen. Meiner Meinung nach zieht der Angreifer hierdruch einen Vorteil aus seiner Absseitsstellung -> ein Vergehen laut Regelwerk
b) der Verteidiger lässt den Angreifer nicht aus dem Auge, muss also mehr Spielfeldfläche beobachten und sich gegebenenfalls anders positionieren. Damit wird er durch den im Abseits stehenden Angreifer beeinflußt -> ein Vergehen laut Regelwerk

JTF

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MR 23. August 2013 um 14:48

Im Regelwerk ist ja aber genau definiert, dass solche Dinge nicht mit dem Vorteil gemeint sind. Der Unterschied zwischen solchen Vorteilen und den Vorteilen, die gemeint sind, ist der, ob ich als Stürmer durch das Abseits vorteilhaft positioniert bin, oder ob ich dem Gegner nur neue Aufgaben stelle, wie ich es auch ohne Abseits tue. Um dem Abwehrspieler ein unangenehmes Sichtfeld aufzudiktieren, muss ich ja zum Beispiel nicht ins Abseits laufen. Da kann ich mich auch einfach ballfern positionieren, wenn das Spiel grad auf einer Flanke abläuft. Das ist dann ja aber auch nicht illegal, sondern das sind halt die Probleme, die ein Abwehrspieler so zu lösen hat. Vielleicht sollte „Vorteil“ im Regelwerk durch „positionellen Vorteil“ oder so ersetzt werden?

So oder so: Deine beiden Faktoren treffen ja auch dann zu, wenn überhaupt nicht die oben diskutierte Situation eintritt. Wenn sich der Stürmer völlig ballfern im Abseits bewegt, hat der Verteidiger immer diese Probleme, auch wenn gar kein Pass in die Tiefe kommt.

Insofern müsste man mit dieser Argumentation ja konsequenterweise jegliche Bewegung im Abseits verbieten. Man kann aber nicht Abseits pfeiffen, während eine Mannschaft an der Mittellinie Querpässe schiebt, das wäre ja Irrsinn. Daher kann man das Argument nicht anwenden, denk ich.

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datschge 23. August 2013 um 01:18

Seh’s mal andersherum: Spieler, die so weit im Abseits stehen, sind komplett vom Spielgeschehen abgemeldet, sollte die eigene Mannschaft den Ball verlieren. Daraus kann die gegnerische Mannschaft eine entscheidenden Vorteil durch laufende Überzahlsituationen bekommen, wenn sie den Ball schneller ausspielen, als der freiwillig abseitsstehende Gegner wieder zur Mannschaft zurückkommen kann.

Anders ausgedrückt: Wie auch andere Ansätze ist dieser mit einer Risikoabwägung verbunden, ob der Vorteil das Risiko eines Nachteils überwiegt oder nicht, und das sowohl für den bewusst Abseitsstehenden wie auch der/die für ihn zuständigen Gegenspieler.

Sehe dementsprechend überhaupt kein Problem mit der Regel.

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André 21. August 2013 um 14:46

MMn passt das System gar nicht zum vorhandenen Spielermaterial. Will man ein südamerikanisches 4:4:2 spielen und das sollte glaube ich eine derartige Interpretation werden, so müssen die beiden 6er den Raum hinter den AV’s absichern und sich nicht zur selben Zeit noch vertikal bewegen. Ich denke das Khedira, den ich ohnehin für überwertet halte, für ein solches System der völlig falsche Mann ist und auch einen Modric bzw. Alonso kann ich mir nicht als verkappte Außenverteidiger vorstellen. Kann mir nicht vorstellen, dass Ancelotti an der Idee festhalten wird bzw, dass er so besonders lang im Amt sein wird. Auch das Wechselverhalten zwischen 10ern und Stürmern schienen diese so gar nicht begriffen zu haben. Oftmals bewegten sie sich in exakt der selben Linie und blockierten sich so gegenseitig. Glaube auch nicht, dass Ronaldo, Özil solch taktisch anspruchsvolle Aufgaben lösen können. Einer von Beiden mag passen, aber Beide zusammen geht gar nicht in der Konstellation. Sind doch eher Instinktfußballer, die sich gar nicht um taktische Balance scheren und wenn dann eher widerwillig.

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Albertino 20. August 2013 um 17:50

Tolle Analyse! Mich würde es nur freuen wenn auch jemand einen Artikel über Barcelonas System unter Tata Martino gegen Levante schreiben würde. Wäre echt top, weil Barca auch teilweie anders als unter Tito Vilanova gespielt hatte 😀

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Wolfsmond 20. August 2013 um 18:35

Ich glaub Barca lohnt erst nach einem halbwegs ebenbürtigen Gegner 🙂 Levante hat ja praktisch jedesmal ein Tor kassiert wenn Barca mal das Tempo angezogen hat.
Persönlich war mir Real jetzt auch wichtiger weil ich aus dem Spiel überhaupt nicht schlau geworden bin beim zuschaun und ganz dringend auf eine Analyse hier gehofft hatte^^

btw: ich find des super dass laola1.tv Bildrechte zur Verfügung stellt. Die Analysen sind für mich dann immer richtige Highlights

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SF 20. August 2013 um 17:15

passt zwar nicht direkt zum Artikel aber bei mir ist es seit einiger zeit so dass nicht mehr die vollständigen Kommentare zu sehen sind und ich somit immer auf „more“ klicken muss um die Kommentare zu lesen.
könnte man das nicht wieder ändern?

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Wolfsmond 20. August 2013 um 18:29

rechts auf „Expand all comments“ klicken.
Ich finds so übersichtlicher wenn ich die meisten Kommentare schon gelesen hab und nur gezielt die Neuen öffne anstatt wie früher ewig scrollen zu müssen

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Foxtrott 21. August 2013 um 15:57

Ich finde die neuen Kommentare doof 😉

Ganze ehrlich finde ich es ziemlich Gewöhnugsbedürftig von „unten nach oben“ die „Hauptkommentare“ zu lesen, und dann von „oben nach unten“ die Antworten darauf. Vorher fand ich das besser 😉

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datschge 21. August 2013 um 16:07

„Reverse order“ rechts über dem ersten Kommentar. 😉

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sharpe 20. August 2013 um 16:09

ich halte diese Zahlenreihen bei den Taktikbesprechungen inzwischen meist für undeutlich. Mann braucht sich nur das Taktikbild am Anfang anschauen und drunter steht 4,2,2,2, richtig wäre aber an Hand des Bildes doch eher 2,4,2,2.
Zudem muss man ja trennen zwischen eigenen Ballbesitz und Ballbesitz des Gegners. Bei Ballbesitz des Gegners wird Real wohl kaum im 4,2,2,2 verteidigen und auch nicht im 2,4,2,2.
Ähnlich gehts mir bei Bayern, wo meist 4,1,4,1 geschrieben wird, aber bei eigenen Ballbesitz haben sie hinten eigentlich eine 3er Kette und alle anderen Spieler bewegen sich so variabel, dass es sich in Zahlen gar nicht ausdrücken lässt.
Ich hab zwar keine Patentlösung, wie man es besser machen kann, aber evtl. fällt ja jemand anders was ein.

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Peda 21. August 2013 um 10:49

Gott sei Dank ist der Fußball nicht so einfach, dass sich die Spielweise eines Teams mit vier Ziffern umfassend beschreiben lässt! 😉

Aber generell denke ich, dass die Zahlenreihen für ihre Simplizität sehr aussagekräftig sind, wenn man nicht fälschlicherweise annimmt, dass sich die Akteure auf dem Platz in diesem starren Muster über den Platz schieben (wenn man sich bei CL-Begegnungen auf der UEFA-Homepage die durchschnittlichen Positionen der Spieler ansieht, kommen diese aber trotzdem sehr nahe an die Zahlenreihen ran).
Denn dass Außenverteidiger in der Offensive weit vor die (zumindest) zweite Reihe schieben, muss denke ich nirgends mehr extra erwähnt werden. Aber ob die Mannschaft in einem 4-2-3-1, 4-3-3 defensiv/offensiv oder 4-1-4-1 aufläuft, erzählt mir persönlich zumindest schon einiges über die generellen Aufgaben der Mittelfeldakteure.

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TW 20. August 2013 um 14:39

Danke für die Analyse. Ich habe seit Sonntagabend darauf gewartet.

Ich persönlich war von dem Spiel, insbesondere der ersten Halbzeit, ziemlich entsetzt. Es waren ja nicht nur Ronaldo und Benzema vom Pressing befreit. Auch Özil hat seine Teilnahme auf ein Minimum beschränkt. Viele sprache ja sogar im Nachhinein von einem 4-3-3, wobei ich ich selbst das System am Sonntag bereits als 4-2-2-2 bezeichnet habe.

Ein generelles Problem des 4-2-2-2 ist es ja, im Umschaltmoment die Breite abgedeckt zu bekommen. Da Özil und Isco bei Ballbesitz meist in den Halbräumen gespielt und nur widerwillig auf Defensive umgeschaltet haben, reagierten Khedira und Modric bei Ballverlusten in zentraleren Positionen häufig mit irren Vertikalsprints, so dass die Formation zu einem 4-1-3-2 wurde. Im schlimmsten Fall rannten sogar beide los (so wie in dem Bild zu Problem 3). So haben sie wohl versucht, den Ballgewinner zu überraschen und zum Abdrehen zu bewegen, um Zeit für die Organisation zu finden. Blieb Sevilla jedoch ruhig, dann brannte es sofort lichterloh, da die improvisierte Dreier- bzw. Viererreihe leicht umspielt werden konnte und dahinter, wie im Artikel beschrieben, riesige Freiräume herrschten.

Auch offensiv war Real nicht wirklich prickelnd. Das System ist zwar extrem fluid, da der Sechser- und Zehnerraum wechselnd von Özil, Isco und Modric besetzt wurde, während Khedira auch mal auf die Flügel auswich. Die ganzen Bewegungen wirkten aber wenig abgestimmt. Carvajal war häufig damit überfordet, die richtige Höhe in diesem variablen Wechselspiel zu finden. Nur Marcelo schaffte es auf links, halbwegs die Balance zu halten.

Ein weiteres Problem war die fehlende zentrale Spitze. Da Ronaldo und Benzema, wie im Artikel gezeigt, häufig sehr breit positioniert waren, gab es keinen, der bei diagonalen Läufen der beiden mit ausweichenden Bewegungen Räume freiziehen konnte. Das ist eigentlich etwas, was Ronaldo dringend benötigt. So schoss er einfach häufig in eine Mauer aus seinem AV und den beiden IV hinein.

Diese fehlende Abstimmung konnte man bei der Übertragung auch sehr gut an den Gesten der Spieler erkennen. Modric gab häufig strategische Anweisungen, die dann nicht umgesetzt wurden. Auch Özil winkte bei den Einzelaktionen Ronaldos ein paar Mal frustiert ab.

Dass Real dieses Spiel überhaupt gewonnen hat, lag daran, dass sie mit Modric, Isco, Özil und dem eingerückten Marcelo im Zentrum quasi unpressbar sind. Wie diese Spieler sich aus Engen herauswinden ist einfach eine Augenweide. Damit es gegen die großen Gegner reicht, müssen zu diesen individuellen Elementen aber auch noch mehr gruppen- und mannschaftstaktische Maßnahmen kommen.

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woody10 20. August 2013 um 14:35

Danke für diesen Artikel zu Reals neuem System. Bin größtenteils komplett deiner Meinung, nur muss ich zwei deiner aufgedeckten Problemzonen etwas relativieren.

Zum einen finde ich, dass Özil doch sehr oft eingerückt ist (für meinen Geschmack sogar etwas zu häufig) und es eigentlich nur selten eine weit in die Breite gesteckte Formation war. Problematisch war mMn eher die Anbindung zwischen dem linken Halbraum (den sie mit Modric, Isco, Marcelo und tlw. Ronaldo überluden/überladen wollten, was ohnehin aufrund noch fehlender Abstimmung nur relativ selten gelang) und dem rechten Halbraum um Özil. Dennoch kam Real einige Male auch dann gut durch wenn Özil gar noch weiter einrückte und zentral oder gar halblinks zu finden war. (siehe wegen Abseits nicht gegebene Eigentore von Betis in der Anfangsphase).
Zusammenfassend: Offensiv hat Real mit dieser Spielweise mMn dennoch ein größeres Potenzial als das Real unter Mourinho. Wenn Özil konstant aus dem rechten Halbraum startet und nur situativ auf den Flügel, in den Zehnerraum oder gar nach halblinks geht, könnte Real ein ziemlich ausgewogenes und trotzdem nur schwer zu verteidigendes Offensivspiel aufziehen. Spielt dann noch Illaramendi offensiv als Balancespieler aus dem rechten Sechserraum und defensiv als Raumsicherer und kann Real noch besser getimte Diagonalbälle auf Carvajal, der sich noch einfinden muss, einstreuen oder mit Kurzpasskombinationen aus dem linken Halbraum gefährlich werden, ja dann wäre aus der Kontermannschaft ein Offensivmonster geworden 😉

Der zweite Punkt, den ich relativieren würde betrifft die Bilderfolge zu „Problem 3“. Ich habe ja schon oben geschrieben, dass Illara als Raumsicherer agieren sollte, da diese Eigenschaft einfach nicht zu Khediras Stärken gehört und seinem Naturell widerspricht. Ich gebe dir recht, dass der Abstand zwischen Abwehr und MF oftmals zu groß war, ich finde jedoch nicht, dass die Abwehr die Hauptschuld daran trug sondern das MF. Khedira und teilweise gar Modric stürmten beinahe manchmal aus ihrer sichernden 6erposition heraus um Druck zu erzeugen, wurden dann aber leicht umspielt und Verdu oder Nosa waren im Zwischenlinienraum komplett frei. Wenn man sieht, dass die beiden Stürmer defensiv nicht mitarbeiten, darf man als 6er in so hohen Zonen nicht derart aggressiv herausrücken sondern muss viel mehr auf die Kompaktheit innerhalb des verbliebenen Achterblocks achten. Und das erste Bild zu „Problem 3: zu großer Abstand zwischen den Ketten“ muss man auch im Spielkontext sehen. Auch hier attackieren die 4 Mittelfeldspieler Reals für meinen Geschmack etwas zu hoch und ungestaffelt und die Abwehr muss sich fallen lassen, da Betis mit Cedrick über einen extrem schnellen Spieler verfügt, der Carvajal mehrmals Probleme bereitete. Auch Molina und Juanfran sind ziemlich schnell und so musste die Abwehr Reals zurückweichen.

Ich hoffe, dass meine Formulierungen in erster Linie nachvollziehbar sind. Wenn sie dann auch inhaltlich korrekt sind, würde ich mich über ein kurzes Feedback freuen. Ich will mich schließlich auch kontinuierlich in der Fußballanalyse weiterentwickeln. 😀

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Flo 20. August 2013 um 13:01

btw: Da ist ein Tippfehler in der Überschrift und der URL: „Beits“ statt „Betis“ #korrektur

Antworten

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