Montag, 01.09.2014

Stürmer: Zwei-Mann-Sturm

Zwei-Mann-Sturm:

Synonyme: Doppelspitze, Sturmduo

Als Sturmduo bezeichnet man eine Partnerschaft von zwei zentralen Stürmern in einem 2-Mann-Sturm, der für gewöhnlich in einem 4-4-2 auftritt. Das klassische Standard-Duo besteht meistens aus einem großen Torjäger und einem unterstützenden, spielenden Stürmer – wie bei Bayern einst Toni und Klose.

Besonders effektiv haben sich weiterhin die Kombinationen aus einem großen und einem schnellen sowie einen spielmachenden und einem schnellen Stürmer gezeigt, da sie die gegnerische Abwehr in eine Zwickmühle bringen. Spielt man gegen erstere Gegner eine tiefe Abwehrlinie, so sind lange Bälle in den Strafraum höchst gefährlich. Spielt man eine hohe Abwehrlinie, hat man zwar den großen Zielspieler weitestgehend entschärft, doch im Rücken der Abwehr ist viel Platz für den schnellen Angreifer, was nicht minder riskant ist. Ein ähnliches Dilemma ergibt sich gegen ein Duo aus Spielmacher und schnellem Stürmer, da eine hohe Abwehrlinie wieder besagtes Risiko birgt und durch eine tiefe Abwehrlinie – um den Raum für den schnellen Stürmer zu begrenzen – dessen Partner  nun zwischen den Linien mehr Platz findet und von dort gefährliche Pässe oder Dribblings einleiten kann. Ein sehr gutes Beispiel für ein solches Duo sind Wayne Rooney und Javier Hernandez von Manchester United aus der Saison 2010/11, während Peter Crouch und Jermaine Defoe (Tottenham 2010/11) eines für erstere Partnerschaft im Sturm darstellen.

Aber nicht alle Stürmer sind für ein Sturmduo geeignet, wo sie ihre Stärken ausspielen oder vom Partner profitieren können. Andere Spieler – wie beispielsweise Fernando Torres – kommen in einem 2-Mann-Sturm überhaupt nicht zurecht. Das liegt daran, dass seine Stärken – das Lauern und Starten in Schnittstellen, die Bewegung ohne Ball und seine Schnelligkeit bei Steilpässen in den Raum – dort nicht so zum Tragen kommen. Vielmehr muss man sich für Kurzpässe anbieten, den Ball auch mal über kurze Distanzen am Fuß führen, sich fallen lassen und ohne Ball die gegnerischen Innenverteidiger unter Druck setzen. Dass er sich fallen lassen muss, kommt Spielertypen wie Torres überhaupt nicht entgegen. Nicht nur, dass dies nicht zu ihrer Spielweise passt, sondern auch, dass ihnen ihr Zuspieler, den es in einem 1-Mann-Sturm gäbe, fehlt – in Torres´ Fall Steven Gerrard – und sie diesen auch noch ersetzen müssen. Dort wo ein Torres sich am liebsten aufhalten würde, klaut ihm sein Sturmpartner bisweilen auch noch den Raum. Deswegen funktionieren Stürmer wie Torres in einem 2-Mann-Sturm nicht.