Donnerstag, 02.10.2014

Raumdeckung

Raumdeckung:

Oftmals wird für die Raumdeckung das Synonym “ballorientierte Deckungsarbeit” verwendet, wobei dieses nicht die Raumdeckung als solche beschreibt. Vielmehr beschreibt es den aktuellen Defensivstandard der Raumdeckung, inkl. Pressing und Raumverknappung.

Die Raumdeckung ist nur ein Teil der “ballorientierten Raumdeckung”, wie sie in den Lehrbüchern beschrieben wird – eine kurze aufklärende Diskussion darüber findet sich in diesen Kommentaren wieder. Die Funktionsweise und die unterschiedlichen Spielweisen der Raumdeckung führen wir in diesem Artikel aus.

Meist wird die Raumdeckung in einer Formation mit Dreier- oder Viererabwehrkette praktiziert. Heutzutage ist die Raumdeckung zum Standard im internationalen Fußball geworden, früher galt die Manndeckung als die am öftesten genutzt Methode. Bei der Raumdeckung geht es weniger darum, den Gegner zu kontrollieren, als vielmehr den von diesem bespielbaren Raum.

Schon ab den fünfziger Jahren brachten verschiedene Trainer immer wieder Veränderungen in die Richtung eines mehr raum- und ballorientierten Spiels, doch richtig Fahrt nahm die Entwicklung erst mit dem Totaalvoetbal Ajax Amsterdams und der niederländischen Nationalmannschaft an. Doch auch durch die erfolgreiche Verwendung des raumorientierten Konzeptes von Rinus Michels setzte sich die Raumdeckung nicht vollends durch, sodass Arrigo Sacchi als Trainer vom AC Mailand der Raumdeckung und dem Pressing mithilfe der Raumverknappung schließlich zum Durchbruch verhalf.

Er schaffte den Libero komplett ab und stellte auf Viererkette mit klarem Linienspiel und Verschiebemechanismen um. Damit erteilte er in weiterer Folge europaweit kostenlose Lehrstunden in Sachen moderner Defensivarbeit, die von den Gegnern kopiert wurden und für den Siegeszug des “modernen Fußballs” beziehungsweise seiner defensiven Umsetzung sorgten.