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	<title>Spielverlagerung</title>
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	<description>Wo die Taktiktafel zum Leben erwacht</description>
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		<title>Borussia M´Gladbach &#8211; FC Bayern München 3:4</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/05/19/borussia-monchengladbach-fc-bayern-munchen-34/</link>
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		<pubDate>Sun, 19 May 2013 17:59:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayern München]]></category>
		<category><![CDATA[Borussia M'Gladbach]]></category>

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		<description><![CDATA[Sieben Tore zum Saisonabschluss der Bayern im letzten Bundesliga-Spiel der Heynckes-Ära. Die Gladbacher beginnen furios und können frühzeitig drei Tore erzielen, verlieren aber das Spiel dennoch. Lucien Favre variiert das Pressing Das Interessanteste an diesem Spiel war wohl die Veränderung des Gladbacher Pressings in den ersten Minuten. Normalerweise pressen die Fohlen unter Favre mit einem [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Sieben Tore zum Saisonabschluss der Bayern im letzten Bundesliga-Spiel der Heynckes-Ära. Die Gladbacher beginnen furios und können frühzeitig drei Tore erzielen, verlieren aber das Spiel dennoch.<span id="more-17391"></span></p>
<p><b>Lucien Favre variiert das Pressing</b></p>
<p>Das Interessanteste an diesem Spiel war wohl die Veränderung des Gladbacher Pressings in den ersten Minuten. Normalerweise pressen die Fohlen unter Favre mit einem positionsorientierten und eher passiven 4-4-2 im hohen Abwehrpressing oder tiefen Mittelfeldpressing. Der Gegner wird durch eine vertikal und horizontal enorm kompakte Formation auf die Flügel gelockt und hat kaum Chancen auf Großchancen. Gegen die Bayern wurde diese Spielweise in der Anfangsphase etwas verändert.</p>
<p>Gladbach agierte nämlich überraschend mannorientiert und hoch pressend, wodurch sich in der Anfangsphase ein unfassbar dynamisches Spiel mit viel Hin und Her entwickelte. Bis zur ersten Führung waren es klassische lose Manndeckungen auf den Flügeln und bei den Sechsern. Beispielsweise wurden Schweinsteiger oder auch Martinez bei ihren jeweiligen Abkippbewegungen gesondert beachtet und mannorientiert verfolgt.</p>
<p>Nach der 2:0-Führung wurde wieder positionsorientiert gespielt – allerdings nicht im herkömmlichen Sinne. Dieses Mal war zwar die Deckungsweise die Gleiche wie sonst, aber die Höhe und genaue Formation wurde variiert. Statt des üblichen positionsorientierten 4-4-2-Mittelfeldpressing wurde eine Art 4-2-4-Angriffspressing mit hoher Passivität gespielt, um die Bayern tief zu halten und frühzeitig auf den Flügel zu lenken. Kamen sie dann über die Flügel, wichen die Außenspieler zurück und stellten das klassische 4-4-2 her, welches nach dem Ausgleich der Bayern wieder durchgehend praktiziert wurde, vermutlich aus Stabilisationsgründen.</p>
<div id="attachment_17396" class="wp-caption aligncenter" style="width: 377px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Gladbach-vs-Bayern-Szene-3.png"><img class=" wp-image-17396 " alt="Szene bei 08:47 - Beim Stand von 2:1 stand Gladbach im hohen Pressing in dieser Szene in dieser Anordnung." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Gladbach-vs-Bayern-Szene-3.png" width="367" height="231" /></a><p class="wp-caption-text">Szene bei 08:47 &#8211; Beim Stand von 2:1 stand Gladbach im hohen Pressing in dieser Szene in dieser Anordnung.</p></div>
<p>Vermutlich wollte Lucien Favre die Bayern mit seinen Anpassungen in dieser Anfangsphase schocken und im Pressing kurzzeitig mehr Zugriff erhalten. Obgleich die Chancen beziehungsweise die Tore nicht direkt aus beziehungsweise wegen des Pressings entstanden, waren sie doch auch eine indirekte Folge dieser Spielweise.</p>
<div id="attachment_17393" class="wp-caption aligncenter" style="width: 377px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Gladbach-vs-Bayern-Szene-1.png"><img class=" wp-image-17393 " alt="Szene bei 02:06 - Die Gladbacher orientieren sich im Sichtfeld des Ballführenden unüblich mannorientiert und generell sehr hoch." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Gladbach-vs-Bayern-Szene-1.png" width="367" height="194" /></a><p class="wp-caption-text">Szene bei 02:06 &#8211; Die Gladbacher orientieren sich im Sichtfeld des Ballführenden unüblich mannorientiert und generell sehr hoch.</p></div>
<div id="attachment_17394" class="wp-caption aligncenter" style="width: 377px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Gladbach-vs-Bayern-Szene-1b.png"><img class=" wp-image-17394 " alt="Szene bei 02:14 - Der Pass kommt dann natürlich auf die andere Seite, wohin Gladbach verschiebt und sich ebenfalls wieder mannorientiert verhält." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Gladbach-vs-Bayern-Szene-1b.png" width="367" height="198" /></a><p class="wp-caption-text">Szene bei 02:14 &#8211; Der Pass kommt dann natürlich auf die andere Seite, wohin Gladbach verschiebt und sich ebenfalls wieder <a title="Die Manndeckung" href="http://spielverlagerung.de/2012/12/31/die-manndeckung/">mannorientiert</a> verhält.</p></div>
<p><b>Die Tore der Anfangsphase</b></p>
<p>In nur zehn Minuten erzielten die Gladbacher gegen den Tabellenführer und die statistisch gesehen stärkste Abwehr der Bundesligageschichte drei Tore. Beim ersten Treffer (Tor nach einem Standard in den Strafraum) gab es zwei Schuldige, die aus einem Faktor entstanden. Die „Schuldigen“ waren der „Hauptschuldige“ Dante, der das Abseits aufhob, und wer auch immer der jeweilige Zuständige für Torschütze Martin Stranzl war.</p>
<p>Wieso diese beiden überhaupt ihren jeweiligen Fehler machten, lag schlicht und ergreifend an der fehlenden Abstimmung in dieser Szene im Herausrücken, was letztlich auch in der Natur der Sache liegt. Es kann nicht immer klappen. Beim zweiten Treffer war es ebenfalls Dante, der in die Entstehung des Treffers verwickelt war. Ein katastrophaler Fehler im Aufbauspiel sorgte für das 2:0, auf welches die Bayern schnell konterten und die gegnerische Positionsdeckung in der Tiefe aus dem Spiel nahmen.</p>
<div id="attachment_17395" class="wp-caption aligncenter" style="width: 377px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Gladbach-vs-Bayern-Szene-2.png"><img class=" wp-image-17395 " alt="Szene bei 03:58 - Gleich kommt der Fehlpass!" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Gladbach-vs-Bayern-Szene-2.png" width="367" height="219" /></a><p class="wp-caption-text">Szene bei 03:58 &#8211; Aufpassen, Dante, gleich kommt der Fehlpass!</p></div>
<p>Es war übrigens das erste Gegentor für die Bayern aus Spiel heraus mit Martinez auf dem Platz – das zweite sollte nur wenige Minuten später folgen. Zuvor erzielten aber die Münchner noch einen Treffer.</p>
<p>Auch hier waren vorrangig individual- und gruppentaktische Aspekte enorm wichtig. Bastian Schweinsteiger spielte einen präzisen Pass auf den eingerückten Ribéry, während Martinez in die Spitze stieß. Bei einer mannorientierten Spielweise wäre dies nicht so einfach gegangen: Martinez wäre schon von seinem Gegenspieler im Mittelfeld verfolgt wurden und hätte wohl mehr Druck bei seinem Vertikalsprint nach vorne gehabt.</p>
<p>Doch es lag nicht nur an der Positionsdeckung: Ribérys enorm schneller Pass, Martinez‘ hochintelligenter Lauf und seine Athletik und Technik waren ebenfalls wichtige Faktoren bei diesem Treffer. Martinez lief im Sprint nach vorne, erhielt den Ball und durchbrach einfach die enge Schnittstelle der <a title="Die Raumdeckung" href="http://spielverlagerung.de/2013/01/02/die-raumdeckung/">positionsorientierten Raumdeckung</a> der Borussen. Manchmal ist bei Passivität des Gegners das Dribbling eben doch besser als ein Pass.</p>
<p>Daraufhin konterten die Gladbacher wieder und erzielten ein taktisch enorm ästhetisches Tor. Bei diesem Tor wurden komplexe Aspekte der gegnerischen Taktik bespielt, in diesem Fall die Mannorientierungen, das Gegenpressing und eine offensive Spielweise.</p>
<p>Wie im Artikel zum <a title="Bayern Münchens Pressing im Herbst 2012 | in-depth" href="http://spielverlagerung.de/2012/12/29/bayern-munchens-pressing-im-herbst-2012-in-depth/">Münchner Pressing</a> schon erwähnt, arbeiten die Bayern defensiv mit vielen kurzzeitigen und situativen Manndeckungen. Offensiv spielen sie mit sehr offensiven Außenverteidigern und hoher Fluidität in der Sturmreihe. Dies ist normalerweise eine stabile Mischung, aber in diesem Fall reichten einzelne Fehlverhalten, um das Gegentor zu kassieren.</p>
<p>Diese wurden schon in der anfänglichen Entstehung des Gladbacher Konters begangen.</p>
<div id="attachment_17392" class="wp-caption aligncenter" style="width: 377px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Gladbach-vs-Bayern-Gegenpressingfehlverhalten.png"><img class=" wp-image-17392 " alt="Szene bei 09:23" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Gladbach-vs-Bayern-Gegenpressingfehlverhalten.png" width="367" height="309" /></a><p class="wp-caption-text">Szene bei 09:23</p></div>
<p>Lahm rückt mit Arango mit rein, wodurch auf der Seite Lahms ein Loch entsteht – sollte man meinen. Doch Hrgota ließ sich dorthin fallen und wurde von Jerome Boateng mannorientiert verfolgt. Die große Frage lautet, ob Hrgota sich instinktiv dorthin bewegte oder es von Favre bewusst gespielt wurde, um die Mannorientierungen der Bayern zu nutzen. Hätte Boateng Hrgota nicht verfolgt, so hätte Gladbach zumindest auf dem Flügel Hrgota frei gespielt. Weil aber Boateng Hrgota verfolgte und Lahm innen stand, musste Dante hinten extreme Räume covern.</p>
<p>Eventuell hätte Dante auch Hanke verfolgen können, doch es wurde nicht gemacht – das Warum ist aber verständlich, ein einfacher Doppelpass reicht dann aus, um <i>alle verbliebenen </i>Defensivspieler der Bayern zu überspielen. So rückte Schweinsteiger in die Mitte auf Hanke, welcher aber gut reagierte und den Ball prallen ließ. Gladbach bespielte sehr schnell die freien Räume, kam vor das Tor und der mitaufgerückte Havard Nordtveit erzielte das 3:1.</p>
<p><b>Flanken gegen die Positionsdeckung?</b></p>
<p>Ansonsten war es das erwartete Spiel. Nach der Anfangsphase spielte Gladbach tief und in ihrer klassischen Formation. Die Bayern pressten ebenfalls wie gewohnt hoch, aggressiv und nach der Anfangsphase auch effektiv. Nichtsdestotrotz muss erörtert werden, ob die unfassbare Anzahl an Flanken der Bayern wirklich nur an den Gladbachern lag. In Anbetracht der taktischen Folgen dieser Münchner Spielweise muss bedacht werden, dass Heynckes eventuell diese vielen Flanken nicht „in Kauf“ nahm, sondern bewusst einsetzte.</p>
<p>Sūn Wŭ schrieb in „Die Kunst des Krieges“ folgendes:</p>
<p style="text-align: center;" align="center"><i>„Deine Stärke wird am Ende zu Deiner Schwäche.“</i></p>
<div id="attachment_17397" class="wp-caption alignright" style="width: 267px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Gladbach-vs-Bayern-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-17397  " alt="Grundformationen zu Beginn" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Gladbach-vs-Bayern-Grundformationen.png" width="257" height="397" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen zu Beginn</p></div>
<p>Die Stärke der Gladbacher ist das Lenken des Gegners auf die Flanken und das Nutzen von ihrer Strafraumverteidigung und Stärke in der Luft, um die Hereingaben ineffektiv zu machen. Gleichzeitig kann der Gegner sofort noch besser ausgekontert werden, weil er durch seinen Flügelfokus oftmals breit aufgefächert steht und in gewissen Räumen Löcher offen lässt. Die Bayern sind aber nicht nur die kopfballstärkste Mannschaft der Liga, sondern normalerweise auch herausragend im Gegenpressing.</p>
<p>Würden die Bayern im Mittelfeld den Ball hin und her schieben, dann hätten sie kaum Torchancen. Gladbach stünde in ihrer positionsorientierten Deckung, würde gelegentlich Halbchancen (oder einen Martinez-Lauf) zulassen und könnte aus einer relativ hohen Stellung heraus nach wie vor gut kontern.</p>
<p>Die Bayern nutzten stattdessen die offenen Kanäle auf dem Flügel und flankten viel. Gladbach ließ sich immer wieder in den Strafraum fallen und klärte diese Flanken. Dadurch hatten die Bayern aber mehr Vorteile:</p>
<ul>
<li>Gladbach konnte zumeist nur schwierig kontern.</li>
<li>Versuchte Gladbach zu kontern, fächerten sie auf. Bayerns Gegenpressing konnte dann für Gegenkonter sorgen.</li>
<li>Bayern setzte sich weit vorne fest. Durch das Aufrücken über die Flügel kamen sie schnell ins letzte Spielfelddrittel, durch die vielen Flanken schoben sie Gladbach in den Strafraum und konnten nach Balleroberungen einfacher um den Strafraum herum kombinieren.</li>
<li>Diese drei Aspekte führten zu noch mehr Flanken.</li>
<li>Ganz so ungefährlich waren die Flanken sogar nicht.</li>
</ul>
<p>Insgesamt gab es 32 Flanken in dieser Spiel, ein Großteil über die linke Seite mit David Alaba. Ribérys Wundertor kam auch nach einer Flanke, ebenso wie der vierte Treffer Robbens. Jupp Heynckes alias der moderne Sūn Wŭ sollte also Recht behalten.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Heynckes letztes Bundesligaspiel als Trainer der Bayern (und vielleicht auch letztes insgesamt) war ein Spektakel, welches in den ersten Minuten die Erwartungen an die beiden Teams ad absurdum führte. Danach normalisierte sich das Spiel und die extreme Zahl an Flanken war das einzige, das aus dem erwarteten Rahmen brach. Bayern gewann letztlich verdient, muss sich dennoch über das eine oder andere Gegentor besonders ärgern.</p>
<p align="right"><i>In unserem nächsten Heft wird es ein detailliertes Porträt zu Jupp Heynckes geben.</i></p>
<p><img alt="" src="http://vg03.met.vgwort.de/na/d11edb24b6a6473891e841c6d3c2d000" width="1" height="1" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17391&amp;md5=95dde64342c062058b3c0073dbe714b4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>SC Freiburg &#8211; FC Schalke 04 1:2</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/05/18/sc-freiburg-fc-schalke-04-12/</link>
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		<pubDate>Sat, 18 May 2013 17:38:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[FC Schalke 04]]></category>
		<category><![CDATA[SC Freiburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit einem Auswärtssieg in Freiburg schafft der FC Schalke 04 noch die Champions-League-Qualifikation. Es war ein ausgeglichenes Spiel, doch die Gelsenkirchner passten sich vergleichsweise gut an die Freiburger an und konnten sich mit ihrer defensiven Spielweise durchsetzen. Freiburg zerstört das Schalker Kombinationsspiel Die Hausherren spielten mit einem tiefen Angriffspressing; sie pressten nur selten direkt auf [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Mit einem Auswärtssieg in Freiburg schafft der FC Schalke 04 noch die Champions-League-Qualifikation.<span id="more-17384"></span> Es war ein ausgeglichenes Spiel, doch die Gelsenkirchner passten sich vergleichsweise gut an die Freiburger an und konnten sich mit ihrer defensiven Spielweise durchsetzen.</p>
<p><b>Freiburg zerstört das Schalker Kombinationsspiel</b></p>
<p>Die Hausherren spielten mit einem tiefen Angriffspressing; sie pressten nur selten direkt auf den Torwart, standen aber ausreichend hoch, um das Aufbauspiel der Schalker noch im ersten Spielfelddrittel starten zu lassen. Schalke musste dann sehr tief aufbauen und die Freiburger Stürmer pressten die Schalker Innenverteidiger. Diese Spielweise wurde mit dem üblichen mannorientierten Zustellen der gegnerischen Innenverteidiger und dem Zwang zu langen Bällen des Torhüters verbunden. Hildebrand hatte gar die meisten Ballkontakte bei Schalke.</p>
<div id="attachment_17385" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Freiburg-vs-Schalke-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-17385 " alt="Grundformationen zu Beginn" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Freiburg-vs-Schalke-Grundformationen.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen zu Beginn</p></div>
<p>Auch der zurückfallende Sechser der Schalker wurde entweder isoliert oder manngedeckt. Ließ sich Jones zum Beispiel nach hinten fallen und versuchte abzukippen, wurde er von Cedric Makiadi weit verfolgt. Dadurch entstand aber nicht nur ein 4-1-3-2 bei den Freiburgern, sondern manchmal gar ein 4-3-3, in welchem Makiadi der am höchsten positionierte Spieler war. Dies wirkte sich auch auf Jones aus: Seine Passquote lag bei nur 59%, obgleich auch sein Partner Roman Neustädter mit 73% einer eher mäßige Erfolgsrate hatte.</p>
<p>Kamen Bälle auf die Außen, wurde auch dort von den Freiburgern sehr schnell Zugriff hergestellt. Die Flügelstürmer verschoben hervorragend auf die Außenverteidiger, kappten die Passwege gut und pressten stark. Auch hier gab es phasenweise klare Manndeckungen, um die Schalker sofort zu langen Bällen zu zwingen. Die hohe Abwehrlinie der Freiburger, die vielen situativen Mannorientierungen und eine sehr kompakte Formation sorgten letztlich dafür, dass Schalke vorrangig über schnelle Konter gefährlich werden konnte – längere Ballzirkulationen gab es nicht.</p>
<p>Allerdings waren die Freiburger nicht die Einzigen mit einem gut gewählten Pressing.</p>
<p><b>Schalkes Pressing</b></p>
<p>Nach dem Spiel sprach Freiburg-Trainer Christian Streich von der Schalker Spielausrichtung:</p>
<p align="center"><i>„Wir haben gegen Schalke 04 gespielt, sie haben sich mit 10 Mann in die eigene Hälfte gestellt. Wir sind sehr stolz darauf.“</i></p>
<p>Zugegeben, es war nicht die spektakulärste Partie der Königsblauen seit den Tagen von Fritz Szepan. Man gab einen sehr großen Teil des Ballbesitzes an die Freiburger ab (63%:37%) und hatte ein ausgeglichenes Torschussverhältnis, doch die größte Gefahr der Freiburger konnte eingedämmt werden. Die Kurzpasskombinationen durch das Zentrum gab es vorrangig im ersten und zweiten Drittel des Aufbauspiels, spätestens 20m vor dem Strafraum wurden sie auf die Außen gedrängt.</p>
<p>Oftmals lenkten die Schalker sie aber schon zuvor auf die Flügel. Dies geschah durch eine 4-2-3-1/4-4-2-Pressingformation, die allerdings sehr tief angelegt wurde. Die Schalker orientierten die Höhe ihrer Pressinglinie eher an den Sechsern als an den Innenverteidigern des Gegners. Ziel war das Zustellen aller Passoptionen im Zentrum und das Provozieren von Pässen auf die Seite oder lange Bälle, bei denen sich die Schalker überlegen sahen – und es auch waren. Sie gewannen insgesamt 56% der Kopfballduelle, die Viererkette verlor sogar keinen einzigen und auch Jones konnte 86% für sich entscheiden.</p>
<div id="attachment_17386" class="wp-caption alignleft" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Freiburg-vs-Schalke-ZW-Raum.png"><img class=" wp-image-17386 " alt="Schalke erzeugt eine Enge und Druck im Zwischenlinienraum für Freiburg &quot;schwimmende Neuneinhalber&quot;" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Freiburg-vs-Schalke-ZW-Raum.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Schalke erzeugt eine Enge und Druck im Zwischenlinienraum für Freiburg &#8220;schwimmende Neuneinhalber&#8221;</p></div>
<p>Zusätzlich gab es im Mittelfeldzentrum der Schalker situative Mannorientierungen. Neustädter, Jones und Raffael eine Ebene höher verschoben ihren Raum immer in Richtung von nahen Gegenspielern und hatten dadurch Zugriff bei den durchaus gut gespielten Schnittstellenpässen der Freiburger.</p>
<p>Dadurch konnte Freiburg zwar die vorderste Linie des Schalker Pressings überwinden, doch die Passempfänger wurden gepresst und spielten darum einige schnelle Ablagen auf die Flügel. Nichtsdestotrotz sind die Freiburger kein Team, das gut oder gerne über die Flügel kommt- auch hier war die taktische Ausrichtung Schalkes eine adäquate.</p>
<p>Auch die „falschen Neuner“ – oder schwimmenden Neuneinhalber, wie sie sich zumindest Max Kruse selbst bezeichnet – der Freiburger wurden ebenfalls in Manndeckung genommen. Sie wurden bei ihrem Zurückfallen in den Zwischenlinienraum zumeist von den Innenverteidigern verfolgt und hatten Manndecker, die sie bei Pässen bedrängten. Diese Spielweise wurde mit einem extremen Fokus auf Defensivkompaktheit bei den Schalkern vereinbart.</p>
<p>Die Mittelfeldreihe stand sehr eng an die Abwehrreihe, wodurch sie den Zwischenlinienraum komprimierten. Das mannorientierte Verfolgen der gegnerischen Mittelstürmer durch die Innenverteidiger sorgte dann für ein Doppeln, weil sich Neustädter und Jones nach hinten bewegten. Außerdem ließ sich Raffael nach hinten fallen und unterstützte das Mittelfeld.</p>
<p>Darauf reagierten die Freiburger mit einem verstärkten Bespielen der defensiven Halbräume im Aufbauspiel, was dank der defensiven Arbeit der Mittelfeldspieler und der hohen Kompaktheit letztlich nur die Wahrscheinlichkeit für einen Fehlpass im Aufbauspiel verringerte, aber kaum die offensive Durchschlagskraft veränderte.</p>
<p>Schalke stand tief, Schalke stand relativ stabil und ließ eigentlich nur Flügelangriffe und einige wenige schnelle Kombinationen ins letzte Drittel zu. Damit führten sie zur Halbzeit mit 1:0, nach einem Tor durch einen individuellen Geniestreich Draxlers nach einem Seitenwechsel.</p>
<p><b>Veränderungen in der zweiten Halbzeit</b></p>
<p>Nach dem Seitenwechsel fielen schnell zwei Tore: Jeweils bei mangelnder Konzentration der Abwehrspieler beim Herausspielen, wodurch sich beide Mannschaften einfache Tore fingen &#8211; einmal ein Konter nach einer Ecke, einmal nach einem Ballverlust im Aufbau, letzteres war gar ein Eigentor durch Julian Schuster. Auf den Rückstand reagierte Streich in Minute 64 das erste Mal.</p>
<div id="attachment_17387" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Freiburg-vs-Schalke-Stellen.png"><img class=" wp-image-17387 " alt="Freiburg im 4-3-3-artigen Pressing" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Freiburg-vs-Schalke-Stellen.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Freiburg im 4-3-3-artigen Pressing</p></div>
<p>Er brachte Ivan Santini, um mehr Präsenz im Sturmzentrum in der Luft nach langen Bällen und bei Flanken zu haben. Max Kruse wich dafür auf den linken Flügel, tauschte aber mit Schmid ein paar Mal die Seite. Mit Flum und Hedenstad für Mujdza und Schuster wurde später eigentlich nur versucht, positionsgetreu die Frische und Durchschlagskraft zu erhöhen, was aber nicht gelang.</p>
<p>Auch Jens Keller wechselte in der Schlussphase noch, um den Sieg und damit die CL-Qualifikation in sichere Gefilde zu bringen. Zuerst wurde Christian Fuchs für Jefferson Farfán eingewechselt, womit man die linke Seite zusätzlich sichern und stabilisieren wollte. Marco Höger für Julian Draxler in der 80. Minute war ein weiterer Wechsel, der die defensive Stabilität erhöhen sollte. In den Schlussminuten wurde dann mit Raffael als Mittelstürmer und Barnetta als Außenspieler eigentlich ein 4-5-1/4-6-0 gespielt.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Kein berauschendes Spiel. Freiburg hatte mehr vom Spiel, erhielt aber nur selten Zugriff auf die gefährlichen Zonen und Räume. Schalke war wie so oft unter Keller in den letzten Wochen: Effektiv, ziemlich stabil, aber ohne berauschende Offensivkraft oder gar klare Dominanz. Stattdessen beschränkten sie sich und auch den Gegner auf einzelne Aspekte, kontrollierten diese und konnten letztlich durch diese einfache, aber relativ gut umgesetzte Spielweise den Sieg erringen.</p>
<p>Damit fixiert Keller die wichtige Champions-League-Qualifikation für die Schalker, während das lässige Überraschungsteam aus Freiburg „nur“ mit der Europa League vorlieb nehmen darf. Nichtsdestotrotz war es eine hervorragende Saison der Breisgauer und ihres sympathischen Trainers, die auch bei dieser Niederlage ihren Fans einen taktisch und spielerisch mutigen und positiven Fußball zeigten.<br />
<img alt="" src="http://vg03.met.vgwort.de/na/cd2b3c43bfbe44e4a685c20c7941b203" width="1" height="1" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17384&amp;md5=8db9f43fcda86fe9301c38b370719610" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Eng am Ball, Folge 4: Champions-League-Finale</title>
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		<pubDate>Thu, 16 May 2013 15:33:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>

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		<description><![CDATA[Spielverlagerung gastierte ein zweites Mal in der Talkrunde von Hauptsache Fussball. Thema war natürlich das Spiel der Spiele. Zum Youtube-Channel von Hauptsache Fussball Website von Hauptsache Fussball &#160;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Spielverlagerung gastierte ein zweites Mal in der Talkrunde von Hauptsache Fussball. Thema war natürlich das Spiel der Spiele.<span id="more-17378"></span></p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/ZparZGQh_ec" height="315" width="560" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p><a href="http://www.youtube.com/user/HauptsacheFussball?feature=watch" target="_blank">Zum Youtube-Channel von Hauptsache Fussball</a></p>
<p><a href="http://hauptsachefussball-film.de/" target="_blank">Website von Hauptsache Fussball</a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17378&amp;md5=e9107c75c411137a2ff2e592b7fa4bb4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Benfica Lissabon &#8211; Chelsea FC 1:2</title>
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		<pubDate>Wed, 15 May 2013 22:37:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Europa League]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>

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		<description><![CDATA[Der amtierende Champions-League-Sieger holt sich die Europa League. In einem nett anzusehenden Spiel gewannen die Blues trotz einer optischen Unterlegenheit mit 1:2 und Benficas Finalfluch geht weiter. Es war das siebte Europapokalfinale hintereinander, das sie verloren. Seit den Tagen von Eusebio und Coluna 1961/62 gewannen sie keines mehr. Benfica kontrolliert das Spiel Eigentlich begann die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Der <a title="FC Bayern München – Chelsea FC 1:1 (3:4 nE) | in-depth" href="http://spielverlagerung.de/2012/05/22/fc-bayern-munchen-chelsea-fc-11-34-ne-in-depth/">amtierende Champions-League-Sieger</a> holt sich die Europa League.<span id="more-17369"></span> In einem nett anzusehenden Spiel gewannen die Blues trotz einer optischen Unterlegenheit mit 1:2 und Benficas Finalfluch geht weiter. Es war das siebte Europapokalfinale hintereinander, das sie verloren. Seit den Tagen von <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ongi9Pn061A" target="_blank">Eusebio</a> und <a href="http://www.youtube.com/watch?v=B4V8lrqVCAM" target="_blank">Coluna</a> 1961/62 gewannen sie keines mehr.</p>
<p><b>Benfica kontrolliert das Spiel</b></p>
<p>Eigentlich begann die Partie sehr vielversprechend für die Portugiesen. Von Beginn an dominierten sie das Spiel und kamen gefährlich vor das Tor. Dabei waren sie insbesondere über ihre hervorragende Bewegung um den Zwischenlinienraum herum gefährlich. Chelsea formierte sich defensiv in einem 4-4-1-1/4-4-2, in welchem Frank Lampard und David Luiz aus einer <a title="Die Raumdeckung" href="http://spielverlagerung.de/2013/01/02/die-raumdeckung/">positionsorientierten Raumdeckung</a> herausrückten und Druck im zentralen Mittelfeld entfachen sollten.</p>
<div id="attachment_17373" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Chelsea-vs-Benfica-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-17373 " alt="Grundformationen zu Beginn" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Chelsea-vs-Benfica-Grundformationen.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen zu Beginn</p></div>
<p>Doch Benfica nutzte dies schamlos aus. Enzo Perez zeigte sich hervorragend in der Raumsuche, Nemanja Matic spielte einige sehr gute Pässe in die Halbräume und konnte sich mit starken Dribblings aus engen Situationen befreien. Zusätzlich rückten die Flügelstürmer, allen voran Linksaußen Nicolas Gaitan, immer wieder hinter die Mittelfeldkette der Londoner und boten sich intelligent in engen, aber bespielbaren Räumen an. Auch der hängende Stürmer Rodrigo und situativ gar Mittelstürmer Oscar Cardozo boten sich im Zwischenlinienraum für schnelle Kurzpasskombinationen an.</p>
<p>Dadurch entstand bei Benfica aus ihrem 4-1-3-1-1/4-1-3-2 offensiv manchmal ein asymmetrisches 2-3-4-1, manchmal ein 2-4-3-1 oder verschobenes 2-3-3-2. Soll heißen: Die Portugiesen waren in der Offensive sehr beweglich und oftmals frei von ihren eigentlichen Positionen, allerdings ohne die Struktur zu verlieren. Bereits in der Anfangsphase entstanden dadurch einige gute Chancen nach schnellen Kombinationen oder über die geöffneten Räume auf der Seite, die dann zumeist von Matic oder Perez und den jeweiligen aufrückenden Außenverteidigern bespielt wurden.</p>
<p>Letztlich war Benfica aber vor dem Tor etwas verschnörkelt, teilweise wirkte es auch, als ob ihre Schnittstellenpässe mitsamt den resultierenden Angriffen über die Halbräume und Flügel Chelsea nach hinten drückten und den Engländern das Blocken von Abschlüssen in den tornahen gefährlichen Zonen erleichterten. Mehr Schüsse wurden geblockt, als Schüsse auf das Tor von Petr Cech kamen.</p>
<p><b>Benficas variables Pressing</b></p>
<p>Trotz der schwachen Angriffsverwertung war Benfica die optisch bessere Mannschaft. Sie dominierten nicht nur mit dem Ball in ihren Reihen das Spiel, sondern auch ohne. Ihr 4-1-3-2-Pressing war überaus variabel und passend. Immer wieder stellten sie mit situativen <a title="Die Manndeckung" href="http://spielverlagerung.de/2012/12/31/die-manndeckung/">Mannorientierungen</a> die beiden aufbauenden Innenverteidiger Chelseas zu, die Flügelstürmer konnten sich an den gegnerischen Außenverteidigern orientieren und Perez rückte vereinzelt mit Lampard mit auf, um diesen ebenfalls aus dem Spiel zu nehmen.</p>
<p>Gleichzeitig waren sie mit dem 4-1-3-2 in der Lage auch ein klassisches kompaktes und positionsorientiertes 4-4-2 herzustellen oder gar mit einem asymmetrischen 4-3-3 die Außenräume zu versperren. Matic machte seine Rolle in der Defensive gut, war manchmal der Balancegeber, ging aber bei Angriffen über die Außen intelligent mit auf die Seite und stellte Passwege in die Mitte zu, insbesondere auf Mata.</p>
<div id="attachment_17372" class="wp-caption alignleft" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Chelsea-vs-Benfica-4-4-2.png"><img class=" wp-image-17372 " alt="Chelseas 4-4-2" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Chelsea-vs-Benfica-4-4-2.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Chelseas 4-4-2</p></div>
<p>Ein paar Mal wurde aus dem 4-1-3-2 auch ein 4-3-1-2 bei langen Bällen, wo die Außenstürmer sich zurückfallen und eine Art breite Raute entstehen ließen. Damit standen sie in der zweiten Halbzeit bei einigen langen Bällen auf den Flügel stabil, ein paar Mal schufen sie auch ein 4-1-4-1 dabei. Dennoch war die effektivste Phase Benficas wohl die Anfangsphase mit den guten Mannorientierungen und der Vielzahl an gewonnen langen Bällen: Man war statistisch gesehen in der Luft überlegen (52% gew. Luftduelle, zur Halbzeit gar knapp bei 60%) und bei den zweiten Bällen ebenfalls.</p>
<p>Chelsea hatte durch diese variable und intelligente Spielweise, die hohe vertikale Kompaktheit, die hohe Abwehrlinie sowie der Dynamik der gegnerischen Mittelfeldakteure kaum längere Zirkulationsphasen im letzten Spielfelddrittel. Die zweiten Bälle wurden zu selten gewonnen, um die Befreiungsschläge zu nutzen und für Mata und Co. waren Raum und Zeit  bei Ballannahmen sehr begrenzt. Dennoch konnte der nominelle Favorit zu einigen Chancen kommen.</p>
<p><b>Chelsea mit Nadelstichen</b></p>
<p>Die meisten Angriffe der Engländer entstanden nach langen Bällen in die offenen Räume Benficas. Mit Torres, Mata, Oscar und Ramires hatte man bewegliche Spieler vorne, die situativ Räume nach langen Bällen zu überladen versuchten oder für die jeweiligen Mitspieler Räume öffneten. Beispielsweise zogen sowohl Oscar als auch Ramires sehr oft diagonal in die Mitte, während sich Mata auswich und in den Halbräumen Bälle erhielt, um kreativ zu wirken. Torres suchte dann entweder Anspiele oder öffnete Räume, während Lampard und Luiz absicherten.</p>
<p>Sowohl Frank Lampard als auch David Luiz gingen mehrmals mit nach vorne; zumeist war es nur einer, der andere sicherte dann ab, Luiz rückte auch zusätzlich oftmals auf den Flügel und ermöglichte Ramires und Oscar deren Einrücken. Bevorzugt wurde dabei die rechte Seite, weil dort der Außenverteidiger (Azpilicueta) offensiver agierte und Luiz diesen Raum absicherte.</p>
<p>Wirklich effektiv war dies aber nur, wenn Benfica sich in Unterzahl befand oder sich defensiv das Leben mit Konzentrations- und Stellungsfehlern selbst schwer machte. Bestes Beispiel war dabei der Lauf von Torres gegen Luisao zum zwischenzeitlichen 1:0, wo Torres im Endeffekt viel Raum vor sich hatte und dadurch in ein einfaches 1gg1, zuerst gegen Luisao, dann gegen den Torwart, kam.</p>
<p>Hier rächte sich die hohe Abwehrkette Benficas, obgleich sie alles in allem gut funktionierte. Sechs der zwölf Abschlüsse Chelseas entsprangen Standardsituationen, sieben der zwölf Schüsse kamen von außerhalb des Strafraums. Allerdings waren die Vorstöße von Lampard und Luiz, zwei sehr guten Distanzschützen, sehr gefährlich und nutzten 2mal die offenen Halbräume im 4-1-3-2 beinahe effektiv zu ihren Gunsten. Nichtsdestotrotz war es kein offensives Spektakel Chelseas: Man besann sich auf einige wenige und eher simple taktische Mittel, die am Ende zum Sieg reichen sollten.</p>
<p><strong>Chelseas 4-4-2</strong></p>
<p>Defensiv war Chelsea aber durchaus gut. Zwar wurde man in der Anfangsphase von Benficas schneller Ballzirkulation und den Schnittstellenpässen auseinandergenommen, doch mit fortschreitender Spieldauer stand man stabiler. Mit dem 4-4-1-1/4-4-2 spielten sie zwar passiv, konnten aber nach leichten Adjustierungen in der Breitenstaffelung (engere Mittelfeldkette) etwas stabiler stehen.</p>
<div id="attachment_17371" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Chelsea-vs-Benfica-4-1-3-2.png"><img class=" wp-image-17371 " alt="Benficas 4-1-3-2" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Chelsea-vs-Benfica-4-1-3-2.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Benficas 4-1-3-2</p></div>
<p>Mata versuchte sich einige Male an Matic zu orientieren und diesen quasi manndeckend zu verfolgen, doch Perez sprang dann ein und übernahm Matics Aufgaben. Durch diese intelligenten Bewegungen und die Beteiligungen der anderen Offensivspieler im Aufbauspiel konnte Chelsea im Zentrum kaum effektiv pressen und kümmerte sich deswegen um eine hohe Kompaktheit.</p>
<p>Auf den Seiten hingegen standen sie stabil, Benficas Außenverteidiger taten sich etwas schwerer in puncto offensiver Durchschlagskraft und einige Male spielte Chelsea auch mit dem klassischen Benitez-Gegenpressing; 2-3 ballnahe Spieler wurden nach Ballverlusten genutzt, um Konter zu verhindern.</p>
<p>Auch Oscar Cardozo vorne wurde relativ gut aus dem Spiel genommen. Chelsea spielte mit der „klassisch britischen“ Manndeckung gegen alleinige Mittelstürmer: Horizontal verfolgten sie ihn lose, übergaben ihn an den jeweils anderen Innenverteidiger im richtigen Moment und ließen ihn vertikal in Ruhe, wenn er sich fallen ließ, wo dann das Mittelfeld im Kollektiv nach hinten rückte. Ging Cardozo auf die Seite, wurde er durch die Kette übergeben und im Idealfall in den leeren Raum auf der Außenbahn entlassen.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Nach dem CL-Sieg letztes Jahr in München zerstört Chelsea einen weiteren Traum: Benfica muss sich trotz schön anzusehender Partie etwas unverdient geschlagen geben. Chelsea hatte aber dennoch mehr klare Chancen und konnte diese nutzen – was bekanntlich am Ende des Tages zu einem Sieg führt.</p>
<p style="text-align: right;"><i>Zu Rafael Benitez wird noch ein sehr detailliertes Porträt in unserem nächsten Heft erscheinen.</i></p>
<p style="text-align: right;">
<p style="text-align: right;"><strong>Weiterführende Links:</strong><br />
<em><a title="Chelsea FC – Benfica Lissabon 2:1" href="http://spielverlagerung.de/2012/04/06/chelsea-fc-s-l-benfica-21/" target="_blank">CL-Viertelfinale 2011/12: Chelsea FC &#8211; Benfica Lissabon 2:1</a><br />
<a title="Liverpool FC – Chelsea FC 2:2" href="http://spielverlagerung.de/2013/04/22/liverpool-fc-chelsea-fc-22/" target="_blank">April 2013: Liverpool FC &#8211; Chelsea FC 2:2</a><br />
<a title="Swanseas Pokalsieg: Halbfinaltriumph gegen Chelsea" href="http://spielverlagerung.de/2013/03/28/swanseas-pokalsieg-halbfinaltriumph-gegen-chelsea/" target="_blank">Chelseas Ausscheiden im League Cup gegen Swansea City</a><a title="Benfica Lissabon – FC Porto 2:3" href="http://spielverlagerung.de/2012/03/03/benfica-lissabon-fc-porto-23/" target="_blank"><br />
März 2012: Benfica Lissabon &#8211; FC Porto 2:3</a></em></p>
<p><img alt="" src="http://vg03.met.vgwort.de/na/7b23f2a62dfb4ca08349f4c726e6638e" width="1" height="1" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17369&amp;md5=682a30114eb0670f8a39c6cf6cd819d4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Herausrücken im Zentrum bei Manndeckungen</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/05/14/herausrucken-im-zentrum-bei-manndeckungen/</link>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 20:15:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayern München]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Taktiktheorie]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://spielverlagerung.de/?p=17334</guid>
		<description><![CDATA[Ein Artikel über individualtaktische Qualität und die Folgen einer schlechten Umsetzung. Zumindest ist dies die Intention des Artikels. Schon oft wurde von einigen Lesern gefragt, ob es möglich wäre, gruppentaktische oder individualtaktische Sachen in Verbindung mit den jeweiligen Qualitäten der ausführenden Spielern zu setzen. Vorab: Solche Artikel zu machen ist nicht ganz so einfach. Es [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Ein Artikel über individualtaktische Qualität und die Folgen einer schlechten Umsetzung. <span id="more-17334"></span>Zumindest ist dies die Intention des Artikels. Schon oft wurde von einigen Lesern gefragt, ob es möglich wäre, gruppentaktische oder individualtaktische Sachen in Verbindung mit den jeweiligen Qualitäten der ausführenden Spielern zu setzen.</p>
<p>Vorab: Solche Artikel zu machen ist nicht ganz so einfach. Es gibt nur sehr wenige taktisch analysierbare Bewegungen (eigentlich kaum welche), die nur ein einziger Spieler oder nur eine exklusive Spielergruppe macht und sonst niemand in der weiten Welt des Fußballs. Ein Artikel darüber würde wohl zu Diskussionen über die Einmaligkeit führen – darum habe ich in diesem Fall versucht, einen allgemeingültigen taktischen Aspekt zu erklären und möchte dann kurz die Verbindung zu einem praktischen Beispiel finden.</p>
<p>Die individualtaktische Bewegung bezieht sich in diesem taktiktheoretischen Artikel auf das Herausrücken bei einer <a title="Die Manndeckung" href="http://spielverlagerung.de/2012/12/31/die-manndeckung/">Manndeckung</a> im Mittelfeld. Dabei soll gezeigt werden, dass nicht nur die taktische Vorgabe, also zum Beispiel „Ihr Zwei deckt einfach eure Gegenüber!“, wichtig ist, sondern auch die Qualität der jeweiligen Spieler in dieser Disziplin.</p>
<p>Um dieser Erklärung ein praxisnahes Gesicht zu geben, werde ich gegen Ende ganz kurz <a title="FC Bayern München – FC Barcelona 4:0 | in-depth" href="http://spielverlagerung.de/2013/04/24/fc-bayern-munchen-fc-barcelona-40-in-depth/">das Spiel zwischen dem FC Bayern und dem FC Barcelona</a> als Beispiel wählen; um genauer zu sein: Javi Martínez und Bastian Schweinsteiger gegen Andrés Iniesta und Xavi. Dieser Artikel soll dennoch vorrangig zeigen, was die Grundaspekte des Herausrückens bei einer Manndeckung sind.</p>
<p><b>Die generellen Nachteile einer Manndeckung</b></p>
<p>Als Manndecker hat man nämlich einen großen Nachteil: Im Normalfall ist man der <i>reagierende</i> Spieler. Der Gegner hat dadurch logischerweise einige Vorteile.</p>
<p>1)      Der<i> individuelle sichere Informationsvorteil:</i> Der Gegner weiß, was er machen wird. Wohin bewegt er sich? Wie bietet er sich an? Wohin weicht er aus? Wie wird er den Ball annehmen? Der Manndecker kann versuchen solche Sachen zu antizipieren, aber es ist überaus schwierig.</p>
<p>2)      Der<i> kollektive sichere Informationsvorteil:</i> Der Gegner weiß (im Normalfall) auch, wie sich das Aufbauspiel seiner Mannschaft gestaltet. Wohin bewegen sich die Mitspieler? Wo werden Räume frei? Wen kann ich sofort oder gar blind anspielen, wenn ich gepresst werde? Dadurch wird der Nachteil des Reagierens auf zwei oder mehr gegnerische Spieler ausgedehnt.</p>
<p>3)      Der <i>kollektive unsichere Informationsvorteil</i>: Hier kann der Gegner wissen, wie und wann sein Mitspieler anspielt. Allerdings kann er sich dessen oft nicht sicher sein, weil die Wechselwirkungen des gegnerischen Pressings und der Bewegungen sowie die individuelle Qualität des Mitspielers (und der Gegner) hineinwirken. Wird mein Mitspieler dann abspielen, wie er es im Normalfall tut? Wird er mich ansehen oder wird er blind spielen? Wann genau soll ich mich freilaufen? Dieses „Wann“ ist auf hohem Niveau potenziell spielentscheidend – es wird oft als „Automatismus“ bezeichnet, der aber durchaus präzise trainiert werden kann. Weil dies aber nicht immer getan wird und viel von externen Faktoren abhängt, hat hier der Gegner nur „vielleicht“ einen Vorteil oder er ist dem Manndecker gleichwertig: Beide wissen es nicht ganz genau, aber können es antizipieren.</p>
<p>4)      Der <i>Geschwindigkeitsvorteil</i>:  Aus diesen drei Informationsvorteilen entsteht natürlich ein motorischer Vorteil. Der Gegner kann loslaufen und Fahrt aufnehmen und sich selbst einen kleinen Raum „freilaufen“; kommt der Ball dann im richtigen Moment mit der richtigen Stärke, wird es der Manndecker schwer haben. Selbst bei höchster Konzentration, Aufmerksamkeit, Antizipation und Reaktionsschnelligkeit wird er zumindest ein kleines bisschen Raum für einen kurzen Moment aufgeben müssen.</p>
<p>5)      Der <i>Anpassungsvorteil</i>:  Eine Konsequenz aus den ersten drei Punkten. Dank einer eigenen Analyse oder eines externen Ratschlags sowie natürlich dem Geschwindigkeitsvorteil kann sich der gegnerische Spieler an seinen Manndecker anpassen und erhält dadurch einen weiteren Vorteil gegenüber dem reagierenden Spieler.</p>
<p>Diese Aspekte sind ebenfalls Gründe, wieso eine Manndeckung selten (auf dem gesamten Platz) genutzt wird. Es reicht, wenn sich ein Spieler falsch bewegt, falsch antizipiert oder falsch attackiert, um ausgespielt zu werden. Wird er überspielt, hat der Gegner nicht nur eine Überzahl, sondern die eigene Mannschaft ein großes Problem: Wer attackiert den neuen Ballführenden? Wer lässt seinen Mann stehen und was passiert mit dem?</p>
<p>Hinzu kommen gruppentaktische Nachteile, wie das Öffnen von Räumen beim manndeckenden Verfolgen freier Gegenspieler für Pässe oder Kurzpasskombinationen, die vielen Möglichkeiten für Diagonalpässe, die oftmals hohe Effektivität von Positionswechseln und Fluidität oder gar das bewusste Erzeugen von Reizüberflutung für die Gegner, was deren Defensivbewegungen zusätzlich destabilisiert.</p>
<p><b>Die praktische Bedeutung</b></p>
<p>Um diese Nachteile zu neutralisieren, wird die Manndeckung oftmals situativ, also nur in bestimmten Fällen, verwendet. Alternativ sind es auch lose Manndeckungen – also mit Übergeben an einen anderen Manndecker –, um  das Öffnen von Löchern oder Unterzahlsituationen zu vermeiden. Die gängigste Variante sind aber nur vereinzelte Manndeckungen mit mehreren „Raumdeckern“.</p>
<p>Das Grundprinzip wurde bereits beim Libero angewendet: Ein freier <a title="Die Raumdeckung" href="http://spielverlagerung.de/2013/01/02/die-raumdeckung/">raumdeckender Akteur</a> schließt die gefährlichsten Zonen und Löcher, sichert ab oder übernimmt gar einen Gegenspieler, falls dieser sich freispielen kann. Sehr grob vereinfacht könnte man also sagen, dass es heutzutage eine große Anzahl von „Liberi“ in bestimmten Anordnungen (z.B. im gängigen 4-4-2-Defensivsystem) mit vereinzelten Manndeckern unterschiedlicher Ausprägungen auf bestimmten Positionen innerhalb dieser Formation gibt.</p>
<p>Die meisten Teams im modernen Fußball nutzen dabei Mischformen aus Mann- und Raumdeckung. Eine sehr oft praktizierte Form ist eine positions- oder mannorientierte Raumdeckung im 4-4-2 mit losen zonalen Manndeckungen bei den Innenverteidigern gegen die gegnerischen Stürmer und relativ klaren Manndeckungen auf den Außenbahnen.</p>
<p>Die Erklärung dafür ist logisch. Auf den Außenbahnen können die Außenstürmer zocken, wenn die gegnerischen Außenverteidiger nicht aufrücken. Die Außenverteidiger können die meist dribbelstarken gegnerischen Außenstürmer problemlos stellen, innen den Weg nach innen versperren und haben dann die Außenlinie als Hilfe.</p>
<p>Zusätzlich hilft der einfache Fakt, dass diese drei Positionen beziehungsweise diese fünf Spieler bei fast jedem Gegner relativ statisch besetzt sind: Klassischer Mittelstürmer, klassische, diagonale oder maximal leicht inverse Flügelstürmer und natürlich zumeist nur vertikal aufrückende Außenverteidiger. Das einfache Motto „wo kein Chaos und gefährlicher Raum, da Manndeckung akzeptabel“ kann hier also als kleine Faustregel genutzt werden.</p>
<p>Die Manndeckung ist also dank der Außenlinie, der Entfernung zum Tor (Rückwärtspressing möglich, etc.) und natürlich der Absicherung durch die jeweiligen zentralen Spieler relativ simpel zu spielen; die Innenverteidiger können die Außenverteidiger beim Attackieren des ballführenden gegnerischen Flügelstürmers im Zuge der Raumverknappung hervorragend diagonal absichern und eine 3-1-Stellung herstellen.</p>
<p>Durch die Mittelfeldspieler und eine hohe vertikale wie ballnahe Kompaktheit können Passwege in die Mitte zugesperrt werden. Dadurch reicht es oftmals, den Gegner zu stellen, ihm den Außenweg aufzumachen und ihn dort abzudrängen. Dies erfordert weder viel Antizipation noch komplexe taktische Bewegung.</p>
<p>Anders sieht es im zentralen Mittelfeld aus. Im Spiel gegen den FC Barcelona zeigten Martinez und Schweinsteiger die hohe Kunst der intelligenten und individualtaktisch qualitativ hochwertigen Manndeckung.</p>
<p><b>Das intelligente mannorientierte Herausrücken als defensive Qualität</b></p>
<p>Wie in unserer Analyse zum Spiel bereits erklärt, haben sich die beiden Münchner relativ klassisch an den spanischen Welt- und Europameistern orientiert. Thomas Müller und Mario Gomez kümmerten sich um Sergio Busquets, wodurch die formative Überzahl der Katalanen im Mittelfeld neutralisiert und ihr Ballbesitzspiel nach hinten verlagert wurde. Sehr oberflächlich gesagt: Bayern spielte nicht mit 4-4-2 gegen 4-3-3, sondern mit einem 4-4-2-0 gegen ein 4-1-2-3; also einer Überzahl im ersten und einer Gleichzahl im zweiten Mittelfeldband.</p>
<p>Doch nicht nur die Bayern haben gegen Barcelona im 4-4-2-0 gepresst. Es gab auch einige andere Teams mit diesem Ansatz, doch nicht immer war diese Spielweise ein voller Erfolg. Man sieht: Auch die individuelle Qualität ist wichtig, ebenso wie das Timing. Sehen wir uns hierzu als Erklärung drei unterschiedliche Verläufe einer beispielhaften Szene an.</p>
<div id="attachment_17335" class="wp-caption aligncenter" style="width: 230px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/BS-und-JM-vs-Barcelona-Szene1.png"><img class=" wp-image-17335  " alt="Szene 1" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/BS-und-JM-vs-Barcelona-Szene1.png" width="220" height="340" /></a><p class="wp-caption-text">Szene 1</p></div>
<p>Die Bayern stehen in ihrem 4-4-2-0, Barcelona baut in einem 2-3-2-3 das Spiel auf. Xavi ist wegen des Deckungsschattens von Thomas Müller nicht anspielbar, Sergio Busquets wird von zwei Spielern flankiert. Barcelona muss aufbauen, als ob sie von einem Angriffspressing gestört werden – die Innenverteidiger haben aber dennoch alle Zeit der Welt am Ball. Ein interessantes Paradox, mit welchem Bayern jener formativen Streckung, die Barcelona über sich ergehen lassen musste, entging. Bayern stand dennoch hoch und hatte hinter dem Ball Überzahl.</p>
<div id="attachment_17336" class="wp-caption aligncenter" style="width: 230px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/BS-und-JM-vs-Barcelona-Szene2.png"><img class=" wp-image-17336  " alt="Szene 2" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/BS-und-JM-vs-Barcelona-Szene2.png" width="220" height="340" /></a><p class="wp-caption-text">Szene 2</p></div>
<p>Xavi befreit sich aus Müllers Deckungsschatten und bietet sich für den spielaufbauenden halbrechten Innenverteidiger an. Xavis Sichtfeld beschränkt sich auf hinten; wobei man das nicht so genau nehmen sollte. Sein direktes Sichtfeld, in welches er sofortige Pässe spielen kann, ist nach hinten; sein indirektes Sichtfeld hingegen, also sein Informationsstand über die Positionierung von Mit- und Gegenspielern im Raum, ist deutlich größer. Xavi weiß, wo sich Schweinsteiger befindet und Schweinsteiger weiß, dass Xavi das weiß. Daraus ergibt sich ein schönes Dilemma.</p>
<div id="attachment_17337" class="wp-caption aligncenter" style="width: 230px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/BS-und-JM-vs-Barcelona-Szene3.png"><img class=" wp-image-17337  " alt="Szene 3" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/BS-und-JM-vs-Barcelona-Szene3.png" width="220" height="340" /></a><p class="wp-caption-text">Szene 3</p></div>
<p>Schweinsteiger reagiert nun und rückt Xavi auf die Pelle. Er verfolgt ihn mannorientiert und Xavi nimmt in der Zwischenzeit den Ball an. Martinez ist etwas eingerückt, Gomez etwas tiefer, Müller stellt Busquets zu und die Mannschaft steht in einer kaum definierbaren Formation da. Es gibt jetzt drei mögliche Verlaufswege.</p>
<div id="attachment_17338" class="wp-caption aligncenter" style="width: 230px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/BS-und-JM-vs-Barcelona-Szene3a-langsam.png"><img class=" wp-image-17338  " alt="Szene 3.1a" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/BS-und-JM-vs-Barcelona-Szene3a-langsam.png" width="220" height="340" /></a><p class="wp-caption-text">Szene 3.1a</p></div>
<p>In diesem Szenario nimmt Xavi den Ball an und Schweinsteiger war beim Verfolgen, ob aufgrund physischer Ursachen oder wegen mangelnder Aufmerksamkeit, Reaktionsschnelligkeit oder Antizipation zu langsam. Xavi kann sich drehen, bevor er gepresst wird und hat das Sichtfeld nach vorne. Ein Spieler der Klasse Xavis kann einen schnellen und präzisen Pass auf den Rechtsaußen spielen.</p>
<div id="attachment_17339" class="wp-caption aligncenter" style="width: 230px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/BS-und-JM-vs-Barcelona-Szene3a-langsam-Fortführung.png"><img class=" wp-image-17339  " alt="Szene 3.1b" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/BS-und-JM-vs-Barcelona-Szene3a-langsam-Fortführung.png" width="220" height="340" /></a><p class="wp-caption-text">Szene 3.1b</p></div>
<p>Der Rechtsaußen hat mehrere hypothetische Optionen. Ein Abpraller auf den Flügel und eine Überladung desselben ist möglich, ebenso ein Pass zu Messi oder gar ein langer flacher Pass auf Busquets. Im weiteren Spielverlauf kann die Seite gewechselt und/oder der Raum „erobert“ werden. Ein paar Kurzpässe, Bayern müsste nach  hinten weichen und auf Schweinsteiger warten. Barcelona wäre höher positioniert und würde den Ball gegen eine desorganisierte Bayern-Mannschaft laufen lassen.</p>
<div id="attachment_17340" class="wp-caption aligncenter" style="width: 230px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/BS-und-JM-vs-Barcelona-Szene3b-schnell.png"><img class=" wp-image-17340   " alt="Szene 3.2a" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/BS-und-JM-vs-Barcelona-Szene3b-schnell.png" width="220" height="340" /></a><p class="wp-caption-text">Szene 3.2a</p></div>
<p>In diesem Szenario geht Schweinsteiger nun zu schnell nach vorne. Xavi nutzt sein Wissen um die Positionierungen der jeweiligen Spieler und dreht sich einfach um Schweinsteiger. Während Xavi problemlos dank seinem Schwung durch die Drehung schnell an Fahrt aufnehmen kann, muss Schweinsteiger erst stehen bleiben, sich drehen und nach hinten starten. Xavi kann nun den Raum infiltrieren oder einen Pass spielen.</p>
<div id="attachment_17341" class="wp-caption aligncenter" style="width: 230px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/BS-und-JM-vs-Barcelona-Szene3b-schnell-Fortführung.png"><img class=" wp-image-17341  " alt="Szene 3.2b" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/BS-und-JM-vs-Barcelona-Szene3b-schnell-Fortführung.png" width="220" height="340" /></a><p class="wp-caption-text">Szene 3.2b</p></div>
<p>Xavi rückt mit Ball am Fuß nach vorne auf.  Der Rechtsaußen ist in der Schnittstelle anspielbar, die Messi erweitert, oder er öffnet Raum für Alves. Schafft Bayern es diese Probleme zu neutralisieren, so ist dennoch Xavi am Ball und kann aufrücken. Messi unterstützt ihn, Iniesta kann einrücken – es entsteht eine 3:2-Stellung im Zwischenlinienraum. Keine gute Ausgangssituation, Martinez und Dante werden im Zuge ihrer eigenen situativen Manndeckungen ebenfalls taktisch komplex gefordert.</p>
<div id="attachment_17342" class="wp-caption aligncenter" style="width: 230px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/BS-und-JM-vs-Barcelona-Szene3c-richtig.png"><img class=" wp-image-17342  " alt="Szene 3.3a" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/BS-und-JM-vs-Barcelona-Szene3c-richtig.png" width="220" height="340" /></a><p class="wp-caption-text">Szene 3.3a</p></div>
<p>Im letzten Szenario macht Schweinsteiger alles richtig. Er rückt intelligent und rechtzeitig heraus, geht nicht zu voreilig mit dem Körper in den Zweikampf, sondern lässt Xavi den Ball annehmen und bedrängt ihn dann. Dadurch hat Xavi Probleme bei der Ballverarbeitung und kann sich nicht drehen. Sein direktes Sichtfeld bleibt nach hinten beschränkt, sein indirektes Sichtfeld verliert an Aktualität.</p>
<div id="attachment_17343" class="wp-caption aligncenter" style="width: 230px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/BS-und-JM-vs-Barcelona-Szene3c-richtig-2.png"><img class=" wp-image-17343  " alt="Szene 3.3b" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/BS-und-JM-vs-Barcelona-Szene3c-richtig-2.png" width="220" height="340" /></a><p class="wp-caption-text">Szene 3.3b</p></div>
<p>Xavi muss sich eine neue Position suchen. Eine Möglichkeit ist ein direkter Rückpass, eine andere eine Körpertäuschung und die Flucht in den freien Raum hinter Dani Alves.</p>
<div id="attachment_17344" class="wp-caption aligncenter" style="width: 230px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/BS-und-JM-vs-Barcelona-Szene3c-richtig-Fortführung.png"><img class=" wp-image-17344  " alt="Szene 3.3c" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/BS-und-JM-vs-Barcelona-Szene3c-richtig-Fortführung.png" width="220" height="340" /></a><p class="wp-caption-text">Szene 3.3c</p></div>
<p>Schweinsteiger nimmt die Verfolgung im Regelfall aber nicht auf. Theoretisch ginge es – Xavi würde gepresst werden und eventuell den Ball verlieren. Praktisch war dies aber unwahrscheinlich, dafür ist er zu gewieft und ein einfacher Pass nach hinten würde ihn befreien. Theoretisch wäre es auch möglich, dass dieser Pass nach hinten einen anschließenden Vertikalpass in die Lücke nach vorne und einen Schnellangriff Barcelonas, wie bei einem Konter, einleiten würde. Praktisch war dies aber unwahrscheinlich. Eher wurden solche Situationen vermieden, um nicht zu viel Chaos zu erzeugen, die Positionen und Kompaktheit zu wahren und keine schnellen Kurzpasskombinationen in den freien Raum zu ermöglichen. Schweinsteiger zieht sich also zurück, es entsteht ein ballorientiert verschobenes 4-4-2. Müller kann sich lose an Xavi orientieren, Gomez geht Richtung Busquets.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Lose, zonale und situative Manndeckungen sind wieder in Mode. Aber nur selten gibt es sie im Kollektiv oder gar nur im Zentrum. Die Ursache dafür liegt in der gruppen- wie individualtaktischen Komplexität dieser Spielweise. Doch die Bayern zeigten gegen Barcelona, wie so etwas intelligent gespielt werden kann – doch dafür reicht nicht die alleinige Vorgabe einer solchen Spielweise, sondern auch die qualitativ hochwertige Umsetzung der Spieler und ein präziser Plan des Trainers. Jupp Heynckes selbst sprach von drei klar definierten Pressingzonen, die eingehalten werden mussten.</p>
<p>Der moderne Fußball ist so weit entwickelt, dass aufgrund der technischen Stärke der Spieler, der Analyse und der hohen Trainingszeit (Einstudieren von Automatismen, gegnerspezifischen Spielzügen, etc.) nicht nur die Offensive, sondern auch die Defensive immer komplexer wird. Ein technisch starker Spieler ohne die nötige Laufarbeit, Spielintelligenz oder Konzentration kann seine Räume oder Gegenspieler nicht kontrollieren. Ein Dauerläufer und Kämpfer benötigt ebenfalls die taktische Intelligenz, um vom Gegner nicht als Köder genutzt zu werden.</p>
<p>Auch deshalb sollte das Defensivspiel höher geschätzt werden. Das Offensivspiel wird von den meisten Fans (durchaus zu Recht) bevorzugt, weil es „schwieriger“ gilt. Es ist schöner anzusehen, weil man dafür mehr Fähigkeiten benötigt. Es sorgt für Bewunderung und Erstaunen. Doch auch im Defensivspiel gibt es solche herausragenden Fähigkeiten, die für „Oh“s und „Wow“s sorgen können.</p>
<p>Aktuell fehlt es wohl nur an der nötigen Aufmerksamkeit – obgleich Spieler wie Franco Baresi, Paolo Maldini oder Alessandro Nesta diese durchaus erfahren haben. Sie schafften den Spagat zwischen einer eleganten und von individueller Qualität geprägten Spielweise und einem destruktiven Defensivspiel. Diese Entwicklung im modernen Fußball darf gerne weitergehen; aktuell scheint das Offensivspiel vorne zu liegen.<br />
<img alt="" src="http://vg03.met.vgwort.de/na/2184d1d581904376b20e0c142c7148f9" width="1" height="1" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17334&amp;md5=942a8d739e8c8cb60315118e008162ae" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Blick über den Tellerrand &#8211; Folge 9</title>
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		<pubDate>Tue, 14 May 2013 08:22:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blick über den Tellerrand]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach langer Pause meldet sich unsere allseits beliebte Serie „Blick über den Tellerrand“ mal wieder zurück. Wir schauen auf spanische Champions-League-Aspiranten, das Südderby im Land des Weltmeisters und den Aufstiegskampf in der 3. Liga – ebenfalls mit einem Derby. Wo es gut läuft: Real Sociedad Letzte Saison mischte Marcelo Bielsas Athletic Bilbao die heimische Liga [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Nach langer Pause meldet sich unsere allseits beliebte Serie „Blick über den Tellerrand“ mal wieder zurück. Wir schauen auf spanische Champions-League-Aspiranten, das Südderby im Land des Weltmeisters und den Aufstiegskampf in der 3. Liga – ebenfalls mit einem Derby.<span id="more-17347"></span></p>
<p><b>Wo es gut läuft: Real Sociedad</b></p>
<p>Letzte Saison mischte <a href="http://spielverlagerung.de/2012/03/15/athletic-bilbao-unter-marcelo-bielsa/" target="_blank">Marcelo Bielsas Athletic Bilbao</a> die heimische Liga und auch den europäischen Fußball gehörig auf – dieses Jahr ist es die andere Kraft aus dem Baskenland, die für Überraschungen und Furore sorgt. Trotz einer kleinen Schwächephase in den letzten Partien liegt Real Sociedad de Fútbol aus der Stadt San Sebastian immer noch punktgleich mit Valencia auf dem vierten Rang und hat bei noch drei ausstehenden Spielen beste Chancen auf die CL-Qualifikation.</p>
<p><a href="http://www.abseits.at/fusball-international/spanien/die-pressingvarianten-der-underdogs-real-sociedad-unter-philippe-montanier/" target="_blank">Der Kollege AS hat sich bei abseits.at kürzlich mit den Defensivtaktiken der erfolgreichen Mannschaft von Philippe Montanier beschäftigt</a> – zu diesem Thema möchte ich auf seinen detaillierten Artikel verweisen. In diesem Beitrag soll es vor allem um den Spielaufbau und die Offensive des baskischen Traditionsvereins gehen. Dennoch zu Beginn ein kurzer Blick auf das Defensivverhalten, denn drei anpassungsfähige und flexibel verteidigende zentrale Mittelfeldspieler sind immer erfreulich zu beobachten. Besonders situative Defensivrückstöße des nominellen Zehners zum Stopfen von Löchern bei herausrückenden Bewegungen eines Hintermannes und generell disziplinierte Positionsübernahmen sind immer ein Lob wert:</p>
<div id="attachment_17348" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/blick-über-den-tellerrand-9-sociedad2.png"><img class="size-full wp-image-17348" alt="blick über den tellerrand 9 sociedad2" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/blick-über-den-tellerrand-9-sociedad2.png" width="640" height="353" /></a><p class="wp-caption-text">Die drei zentralen Akteure des 4-2-3-1 hier in einer 1-2-Stellung mit dem Zehner am unteren Bildrand.</p></div>
<p>Nun aber zu den besonderen Stärken, die Real Sociedad bei eigenem Ballbesitz auszeichnen. Dass ein defensiver oder zentraler Mittelfeldspieler für den Spielaufbau nach hinten oder auf die Seite kippt, hat man nun schon bei vielen Vereinen gesehen – auch Real Sociedad führt dieses Prinzip aus und verschiebt beide Spieler vor der Abwehr ein wenig in Richtung des Flügels, der gerade bespielt wird.</p>
<div id="attachment_17350" class="wp-caption aligncenter" style="width: 649px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/blick-über-den-tellerrand-9-sociedad5.png"><img class="size-full wp-image-17350" alt="blick über den tellerrand 9 sociedad5" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/blick-über-den-tellerrand-9-sociedad5.png" width="639" height="356" /></a><p class="wp-caption-text">Die beiden markierten Sechser schieben gut auf die Seite des Angriffs.</p></div>
<div id="attachment_17351" class="wp-caption aligncenter" style="width: 646px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/blick-über-den-tellerrand-9-sociedad1.png"><img class="size-full wp-image-17351" alt="blick über den tellerrand 9 sociedad1" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/blick-über-den-tellerrand-9-sociedad1.png" width="636" height="342" /></a><p class="wp-caption-text">Noch einmal dieser Mechanismus: Einer kippt auf die Seite heraus, der andere schiebt ebenfalls zum Halbraum ein.</p></div>
<p>Wichtiger Aspekt im System der Basken ist das weite Einrücken der beiden nominellen Flügelspieler (meistens Vela und Griezmann) des 4-2-3-1 bzw. 4-3-3 in Halbstürmerpositionen, wie sie ein wenig an die <a href="http://spielverlagerung.de/2012/11/20/leverkusens-moderne-halbraumverteidigung/" target="_blank">Spielweise von Sam und Schürrle bei Bayer Leverkusen</a> erinnern.</p>
<div id="attachment_17352" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/blick-über-den-tellerrand-9-sociedad3.png"><img class="size-full wp-image-17352" alt="blick über den tellerrand 9 sociedad3" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/blick-über-den-tellerrand-9-sociedad3.png" width="640" height="356" /></a><p class="wp-caption-text">Die beiden offensiven Außen sind in die Zentrale gerückt.</p></div>
<p>Ermöglicht werden diese Verschiebungen durch einen Zehner, der sich oftmals weit ins Mittelfeld zurückfallen lässt und dort seine Kollegen unterstützt. Wegen des zurückfallenden Zehners wiederum haben die beiden Sechser einige zusätzliche Freiheiten und können – ohne großartige Lücken zu hinterlassen – sehr flexibel und wenig ausrechenbar auf die freien Außenseiten hinaus gehen. So werden die Flügel bei Real Sociedad gerne von den Außenverteidigern, den entweder tief herauskippenden oder den offensiv heraus rochierenden Sechsern besetzt.</p>
<p>Es gibt allerdings auch alternative Wege und Aufstellungen, die in manchen Spielen zur Anwendung kommen oder zwischen denen auch innerhalb einzelner Partien gewechselt wird. So kann auch eine klarere Aufteilung zwischen den Spielern vor der Abwehr herrschen – einer übernimmt das Herauskippen, während der andere eine sehr vertikale Rolle ausführt. In diesem Fall reagiert dann der Zehner darauf und übernimmt nun seinerseits das Bespielen der offensiven Flügel, indem er sich nach außen bewegt. Unabhängig davon, welcher zentrale Mittelfeldspieler denn nun auf die Seite rochiert – die eingerückten und torgefährlichen Außen kommen von ihren zentralen Positionen dann auch gerne wieder auf die Flanken zurück, um dort mit den hinausgeschobenen Mittelfeldspielern den Raum zu überladen.</p>
<div id="attachment_17349" class="wp-caption aligncenter" style="width: 649px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/blick-über-den-tellerrand-9-sociedad6.png"><img class="size-full wp-image-17349" alt="blick über den tellerrand 9 sociedad6" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/blick-über-den-tellerrand-9-sociedad6.png" width="639" height="356" /></a><p class="wp-caption-text">Außenspieler Griezmann (am Ball),der Außenverteidiger und der eigentlich im zentralen Mittelfeld spielende Castro auf dem Flügel zum Überladen. Die Positionierungen der Spieler im Strafraum sind aber nicht ideal gestaffelt.</p></div>
<p>Insgesamt macht Real Sociedad eine sehr abwechslungsreiche Offensivspielanlage dermaßen erfolgreich. Sie verfügen über ein breites Repertoire an unterschiedlichen taktischen Mitteln und Bewegungsabläufen, die sie immer wieder neu kombinieren können – je nach eigenem Personal und Gegner. So entstehen aus dieser beweglichen Offensive viele verschiedene Modelle für das Zusammenspiel im zweiten und letzten Drittel.</p>
<div id="attachment_17353" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/blick-über-den-tellerrand-9-sociedad4überladen.png"><img class="size-full wp-image-17353" alt="blick über den tellerrand 9 sociedad4überladen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/blick-über-den-tellerrand-9-sociedad4überladen.png" width="640" height="355" /></a><p class="wp-caption-text">Hier ballen sich viele Spieler gleichzeitig und gar mal etwas ungeordnet im linken Halbraum für das Zusammenspiel.</p></div>
<p><b>Spiel der Woche: Arminia Bielefeld – VfL Osnabrück 1:0</b></p>
<p>Zwei Spieltage vor dem Ende herrschte immer noch Hochspannung im Aufstiegskampf in Liga 3. Insgesamt fünf Mannschaften waren noch im Rennen – und zwei davon trafen zum direkten Duell aufeinander, das gleichzeitig ein spannungsgeladenes Derby zwischen Bielefeld und Osnabrück darstellte. Auf der vollgepackten Bielefelder Alm hatte die Arminia sogar die Chance, mit einem Sieg den direkten Aufstieg vorzeitig klar zu machen – und das sollte gelingen.</p>
<p>In der Anfangsphase waren die Hausherren besser und hatten einige gute Ansätze. In Abwesenheit von Torjäger Klos spielte diesmal Testroet vorne, zeigte sich sehr beweglich und erzeugte eine fluide Viereroffensive mit Rahn, Hille und Schönfeld, der seit kurzer Zeit wieder dabei ist. Seine Rückkehr bringt der Arminia vieles an Spielstärke und tat ihrer Offensive auch hier sichtlich gut. Weil Osnabrück zunächst noch etwas unkompakt und recht chaotisch daherkam, fanden diese Offensivspieler einige Räume vor.</p>
<div id="attachment_17354" class="wp-caption alignleft" style="width: 280px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/blick-über-den-tellerrand-9-dsc-vflo.png"><img class=" wp-image-17354" alt="blick über den tellerrand 9 dsc-vflo" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/blick-über-den-tellerrand-9-dsc-vflo.png" width="270" height="362" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen</p></div>
<p>Etwa ab der 20. Minute änderte sich allerdings das  Bild, als die Osnabrücker ihre Linien zunehmend näher aneinander bekamen. Ihr Pressing wirkte nicht mehr so improvisiert und ungeordnet, sondern sie hatten mit 4-4-2 und 4-1-4-1 zwei defensive Grundformationen, die sie situativ annehmen konnten – hinzu kam natürlich auch, dass sie ihre vorderste Linie generell tiefer, meistens im Bereich der Bielefelder Sechser, stellten und damit Kompakt gewannen.</p>
<p>Mit diesen Voraussetzungen konnten sie die Arminia dann im Kampf um deren <a href="http://spielverlagerung.de/2012/03/17/die-lehren-des-grosen-3-liga-derbys/" target="_blank">Paradedisziplin, die zweiten Bälle</a>, häufiger ausstechen. Aus Angst vor Kontern bewegten sich die Bielefelder Außenverteidiger und Sechser nur selten mit vor, so dass zwischen den Defensivspielern und den Offensivakteuren ein kleines Loch herrschte, was zum Tragen kam, da die Arminia die langen Bälle etwa eine Linie zu weit nach vorne schlug. Wichtig war hier auch, dass die anfängliche Mannorientierung von Osnabrücks tiefstem Sechser Costa auf den äußerst beweglichen Schönfeld aufgelöst und damit die Präsenz in diesem wichtigen Raum des VfL gefestigt wurde.</p>
<p>Dass Costa bei eigenem Ballbesitz sehr vertikal agierte, war nur eines von vielen interessanten Merkmalen im Offensivkonzept der Lila-Blauen. Costas Mittelfeldpartner Staffeldt agierte deutlich spielmachender und horizontaler, bewegte sich somit nicht nur im Spielaufbau mit abkippenden Bewegungen auf die Seite, sondern rochierte auch im weiteren Angriffsverlauf gelegentlich nach rechts, wo der arbeitsame Außenstürmer Piossek sich dann sehr zentral bewegte. Dabei besetzte er entweder die Spitze für den flexiblen Mittelstürmer Zoller oder er ging weit in die Tiefe und kurbelte den Aufbau an. Als offensivster Mittelfeldspieler sollte Thiel für Anpassungsfähigkeit sorgen und in Reaktion auf seine Kollegen situativ überall mal hinlaufen, während Manno auf links die klarste Rolle hatte und als festgelegter inverser Winger (bei seltenen zurückfallenden Bewegungen) einen möglichen Fixpunkt der Angriffe bildete.</p>
<p>Mit ihren Verbesserungen konnten die Osnabrücker Bielefeld verstärkt nach hinten drücken, was zum Beispiel über die weiter vorschiebenden Außenverteidiger gelang. Dazu kamen verschiedene Abkippbewegungen der Sechser (vor allem Staffeldt), was im Spielaufbau gegen Bielefelds recht hochstehende Doppelspitze half, so dass die Bälle einfacher nach vorne zu tragen waren. Aus diesen Spielanteilen machten die Gäste aber kaum etwas, <a href="http://spielverlagerung.de/2012/11/19/blick-uber-den-tellerrand-folge-5/" target="_blank">da wie schon im Hinspiel die Nutzung der Halbräume nicht konsequent genug</a>, sondern nur mäßig gelungen war – sie wurden oft verfrüht und ungeduldig wieder verlassen oder gar komplett umspielt. Mit ihrer guten Improvisationsfähigkeiten, dem Arbeiten mit „toten“ Räumen sowie situativen Rückstößen von Schönfeld bekam Bielefeld die gegnerischen Angriffsbemühungen verteidigt. So hatte Osnabrück das Spiel zwar im Griff, aber praktisch keine Torchancen, weshalb das Remis zur Pause trotz der Dominanz der Gäste weiterhin in Ordnung ging.</p>
<p>In diesen Zustand der Ausgeglichenheit hinein fiel dann zu Anfang der zweiten Halbzeit das glückliche und spielentscheidende 1:0 für die Hausherren. Bei einem langen Ball war die Osnabrücker Innenverteidigung ziemlich verwirrt und zu riskant herausgerückt, so dass Testroet aus dem Nichts frei auf Riemann zulief. Beim Versuch, diesen auszuspielen, hätte er die Chance mit schwacher Koordination fast zerstört und ließ sich weit abdrängen, konnte die Situation mit einer guten Hereingabe auf den einköpfenden Hille aber noch retten.</p>
<p>Osnabrück warf nach dem Rückstand alles nach vorne, wurde aber mit zunehmender Spielzeit immer schwächer – Bielefeld war psychologisch im Vorteil, die Einwechslungen der Osnabrücker wirkten hingegen planlos. Mit Nagy und Jula kam frisches und qualitativ starkes Offensivpersonal, das aber nie Verbindungen fand, da die Ausrichtung nun sehr chaotisch war. So konnte Bielefeld sich etwas zurückziehen, Kompaktheit gewinnen und einige Konterchancen erspielen. Weil sich Lorenz vermehrt einschaltete, kamen sie auch einige Male über links durch, während der eingewechselte Tim Jerat enorm viel Ruhe, Spielstärke und Souveränität in engen Drucksituationen einbrachte – so rettete der DSC das 1:0 locker über die Zeit und stieg auf.</p>
<p>Ein kurzer Ausblick an dieser Stelle auf die kommende Saison: Mit Jerat und Schönfeld hat Bielefeld zwei ausgezeichnete Kandidaten für die zentralen Mittelfeldpositionen, die sicherlich gehobenes Zweitliganiveau verkörpern können. Hinzu kommt mit Tom Schütz ein sehr strategischer und organisierender Sechser, der aber zuweilen leichte Geschwindigkeitsdefizite aufweist und gelegentlich etwas überambitioniert agiert. Insgesamt ist Schütz dennoch ein guter Mann auch für die höhere Spielklasse. Auch der eher destruktive Philipp Riese ist ein akzeptabler Kandidat, der mit intelligenter Zerstörungsarbeit überzeugt und offensiv für eine gelungene Weiterleitung oder einen Distanzschuss immer fähig ist. Personell sieht es bereits aktuell sehr gut aus bei Bielefeld – ein konstanter und offensivstarker Rechtsverteidiger neben dem verletzungsanfälligen Riemer (Appiah ist eher defensiv ausgerichtet und sollte daher wohl als Innenverteidiger eingeplant werden) sowie ein dynamischer, kombinationsstarker und in die Zehnerräume ziehender Außenspieler wären als Verstärkungen wohl absolut ausreichend.</p>
<p>Die spielerische Weiterentwicklung deutete sich nach einer kämpferischen Saison – Trainer Stefan Krämer betonte mehrmals, dass man bei weitem nicht das individuell beste Team der Liga gewesen sei – zuletzt ein wenig an und sollte auch das große Ziel für nächstes Jahr sein. Natürlich darf man dabei keineswegs die Kompaktheit und das Spielen auf zweite Bälle im Gegenpressing vergessen, doch sollte man nicht dermaßen stark von dieser Strategie, die man teilweise sehr intensiv spielt, abhängen. Gerade bei diesem spielerischen Potential, das in den unterschätzten Beinen und Köpfen eines Jerat oder Schönfeld schlummert, wäre es doch schade, wenn dies nicht gelingen sollte. Bei Nutzung dieser Ressourcen könnte sicherlich eine sorgenfreie Zweitliga-Saison bevorstehen.</p>
<p><b>Und sonst so? Ausschnitte aus dem andalusischen Derby</b></p>
<p>Zum Abschluss des Spieltags trafen in La Liga die beiden großen Namen des andalusischen Fußballs aufeinander – während Málaga in der kommenden Saison aufgrund des Financial Fairplay für den internationalen Wettbewerb gesperrt, ging es nur für Sevilla um den Kampf um Europa, bei dem sie auf Stadtrivale Betis aufholen müssen.</p>
<p>Dabei taten sich die Gäste über weite Phasen der Begegnung schwer und konnten trotz einiger guter Ansätze keine wirkliche Durchschlagskraft entwickeln. Ihre Außenverteidiger rückten auf und versuchten sich effektiv zu beteiligen, die Offensivkräfte suchten den Kontakt zueinander und die Kombinationsmöglichkeiten. Allerdings bestand das Hauptproblem darin, dass Spielergruppen, die gerade für Überladebewegungen sorgten, nicht mit dem Rest verbunden waren. Das Ergebnis waren die in der unteren Szene zu erkennenden isolierten Mannschaftsgruppen:</p>
<p><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/blick-über-den-tellerrand-9-fehlende-gruppenanbindung.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-17355" alt="blick über den tellerrand 9 fehlende gruppenanbindung" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/blick-über-den-tellerrand-9-fehlende-gruppenanbindung.png" width="639" height="354" /></a></p>
<p>Mit einer disziplinierten Defensivleistung machten es die Gastgeber allerdings Sevilla auch schwer, denen keine zufälligen Lücken angeboten wurden. Die Hausherren reagierten mit leichten Umgruppierungen auf die Ansätze der Überladungen und konnten die Räume dadurch kompakt halten – weniger von Sevilla besetzte Bereiche wurden dann auch entsprechend etwas weniger intensiv abgesichert. Hinzu kamen viele Positionsübernahmen der sehr fluiden Vierer-Offensive bei Málaga, so dass entstandene Lücken immer wieder von einem Kollegen gestopft werden und im Umschaltmoment weniger Neuordnung vonnöten war. Einzelne Spieler wie Isco konnten sich dadurch auch mal ihre Pausen gönnen:</p>
<div id="attachment_17356" class="wp-caption aligncenter" style="width: 648px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/blick-über-den-tellerrand-9-baptista-übernimmt-für-isco.png"><img class="size-full wp-image-17356" alt="blick über den tellerrand 9 baptista übernimmt für isco" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/blick-über-den-tellerrand-9-baptista-übernimmt-für-isco.png" width="638" height="355" /></a><p class="wp-caption-text">Julio Baptista (gelb) übernimmt auf dem linken Flügel für Isco (weiß).</p></div>
<p>Ansonsten zeigte Isco, der unter anderem auch mit Dortmund in Verbindung gebracht wird, allerdings eine gute Leistung – und im Großen und Ganzen leistete er defensiv seinen Beitrag. Im Angriffsspiel war er erneut die zentrale Figur, suchte Verbindungen, driftete durch verschiedenste Räume und war überall zu finden. Immer wieder übernahm er in sehr tiefen Zonen auch den Spielaufbau, was allerdings eines der wiederkehrenden Probleme Málagas zur Folge hatte. Es fehlte an Aufrücken im Gegenzug, so dass bei Iscos Zurückfallen wegen der passiven Sechser und Außenverteidiger nur noch drei offensive Anspielstationen verblieben – folglich konnte auch Málaga nicht wirklich zwingende Torgefahr beschwören.</p>
<div id="attachment_17357" class="wp-caption aligncenter" style="width: 650px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/blick-über-den-tellerrand-9-isco-tief.png"><img class="size-full wp-image-17357" alt="blick über den tellerrand 9 isco tief" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/blick-über-den-tellerrand-9-isco-tief.png" width="640" height="355" /></a><p class="wp-caption-text">Isco kurbelt aus der Tiefe den Aufbau an, es fehlt aber an Aufrücken der defensiveren Spieler.</p></div>
<p><em>Ein Dankeschön an laola1.tv für das Bildmaterial!</em></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17347&amp;md5=44055df809b9eac3c4be190def12f4a8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Relegation Special: FC Augsburg</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/05/12/relegation-special-fc-augsburg/</link>
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		<pubDate>Sun, 12 May 2013 18:10:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[English]]></category>

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		<description><![CDATA[A wasted first half of the season, outstanding performances after the winter break. FC Augsburg&#8217;s inspiring tactical direction and the resulting style of play is something to marvel at. We are going to look at their chances to avoid relegation during the last two games. Original Text by TR. Translation by FI. Spielverlagerung runs a [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>A wasted first half of the season, outstanding performances after the winter break. FC Augsburg&#8217;s inspiring tactical direction and the resulting style of play is something to marvel at. We are going to look at their chances to avoid relegation during the last two games.<span id="more-17330"></span></p>
<p style="text-align: right;"><strong><i><a href="http://spielverlagerung.de/2013/05/10/abstiegskampf-special-fc-augsburg/" target="_blank">Original Text by TR</a>. Translation by FI.</i></strong></p>
<p><i>Spielverlagerung runs a special on the relegation fight in the Bundesliga. We briefly analyse the clubs threatened by relegation and predict their chances in the two remaining games. </i></p>
<p><b>Augsburg&#8217;s Development and Their Midfield</b></p>
<p>The club from Bavaria&#8217;s Swabian west bookended the table after the first half of the season, far behind the rest of the field and tied for points with Greuther Fürth. However, they had rarely been as inferior as the table suggested. They had been lacking consequence and the ability to assert themselves in contested games.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 280px"><img alt="" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/abstiegspreview-augsburg.png" width="270" height="362" /><p class="wp-caption-text">Augsburg&#8217;s basic formation during the second half of the season.</p></div>
<p>Beginning with the second half of the season, coach Markus Weinzierl made some changes and finally tapped into the potential of Augsburg&#8217;s highly interesting and richly talented squad, something that we had been hoping to see for some time. FCA played a tremendous second half of the season with a 4-3-3/4-1-4-1 formation and an exceedingly unique midfield and came close to the safe havens of the table. FCA occupying the seventh place in the second half table is no coincidence. They have already received high praise from Freiburg coach Christian Streich, who currently counts Augsburg among the six best team in the league. From this vantage point Augsburg differs from their competitors, because they are in good form and show unusually few problems for a relegation candidate.</p>
<p>The midfield we mentioned earlier is so unique, because it is formed exclusively by creative and offensively minded players. Daniel Baier, an underestimated former attacking all-rounder, who frequently played the role of winger and ten, is the sole six – with success. In combination with his current midfield partners Moravek and Ji, Augsburg can boast about one of the best midfield as far as playing ability, technique and intelligence are concerned, even though the brilliant Koo is absent due to injury. Moravek, a Czech and everything but “integrated” into the tactical concept during the first half of the season, has the environment he needs in midfield. He is not forced to act alone and strategically as active central play-maker, but can be “directed” by his highly able colleagues.</p>
<p><i>We plan a detailed analysis concerning the mechanisms and interplay as well as the general potential and problems of such a style in central midfield after the end of the season – my colleague MR will look back and sum up.</i></p>
<p><b>With Baier against Bayern</b></p>
<p>This midfield will play a crucial role during Augsburg&#8217;s next game. During the decisive days of the relegation fight, Weinzierl&#8217;s men have to take on the record champions as they are handed their trophy.</p>
<p>Still, Augsburg, with their creative and able midfield, stand a relatively good chance of playing around Munich&#8217;s brutal pressing. All three central players know how to treat the ball, are capable of resisting Bayern&#8217;s pressing-pressure, are much more able able to spot potential “dead space” within the Bayern concept than most other players in the league and could surprise Bayern and their strong anticipation with unorthodox plays. Their central defenders do not shy way from difficult passes either.</p>
<p>In defence Augsburg&#8217;s midfield might be able to cause Bayern unexpected trouble as well. The advantage of such a formation lies in the able and intelligent midfield&#8217;s ability to use their attacking “thoughts” to gain advantages in defence. Especially players like Daniel Baier are able to think like the Bayern players, guess at their attacking plays and anticipate certain actions. It becomes easier to counter Bayern&#8217;s movements and patterns the closer a team&#8217;s midfield players resemble the able Bayern players.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 280px"><img alt="" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/fcb-fca.png" width="270" height="362" /><p class="wp-caption-text">Basic formations Bayern – Augsburg 2:1, (April 2012)</p></div>
<p>Augsburg basically already showed this concept during their away game in Munich at the end of last season. Back then, their midfield of Hosogai, Baier and Koo, a composition slightly stronger in defence, made life as difficult for Bayern as barely any opponent had managed in Munich. Defensive fluidity combined with intelligent cutting of passing channels allowed the Augsburg team, then still coached by Jos Luhukay, to condemn the Champions League Finalist to a completely innocuous first half.</p>
<p>If any Bundesliga team outside of Dortmund, Leverkusen, and with some reservations Freiburg and Frankfurt, can annoy Bayern, it would probably be Augsburg. Their greatest problems in defence should be that their current midfield plays higher up the pitch schematically than the midfield last season did and that Bayern intensified the very focus on the wings Heynckes used a year ago to force a narrow victory.</p>
<p>If Bayern are able to play on the flanks and break through to the goal line (Lahm, Alaba, maybe Ribéry), so that the usual balls in front of the box become possible, Augsburg might have difficulties to move their midfield back fast enough to maintain a compact shape. In theory Baier is well suited to anticipate and clear such balls with his overview of play, his feeling for space and his anticipation, but the midfield has to return quickly enough. Augsburg did recently retreat effectively against Freiburg when their highest line had been outplayed – how well they implement this against Bayern remains to be seen.</p>
<p><b>Augsburg versus Fürth and their man orientation on the wing</b></p>
<p>From one end of the table to the other: after the game at Bayern, Augsburg face already relegated Fürth on the last game day – three points are likely a must. This game offers very different challenges. One of the key questions is how Augsburg is going to deal with the familiar man orientation by Fürth, although currently it is not employed as constantly and consequently as under Büskens.</p>
<p>Fürth&#8217;s style is unpleasant for a strong team able to play well in restricted space, but Augsburg&#8217;s attacking qualities should suffice to break the Spielvereinigung. Provided of course that they consequently finish their combinations and are not looking to finish early, an occasional negative occurrence.</p>
<p>The role of the Augsburg fullbacks could be the central aspect versus Greuther. They could open much space with a higher and more attacking basic position against the Fürth flanks. There is potential to look great against last placed Fürth if such situations are being created – if the open connected space is occupied, something Augsburg&#8217;s midfield should be well suited for.</p>
<p><b>Severing the left-sided attacking focus with collectivity</b></p>
<p>Lately the Spielvereinigung as a whole has stabilized under Frank Kramer and was able to emphasise the (belated) positive trend with well played games and two wins. The team has established a steady line-up for the final phase of the season and was able to create some well-oiled attacking mechanisms as a consequence.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 280px"><img alt="" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/abstiegspreview-augsburg2.png" width="270" height="362" /><p class="wp-caption-text">Possible formations for the Augsburg-Fürth duel, 34th match day</p></div>
<p>Geis, Fürstner and Prib form an intelligent and functional midfield able to support the attackers in different situations. Prib tends to drift persistently to the left flank, which Fürth tries to overload, as does Geis, the most defensively minded six. Fürth frequently outnumber opposition on the left with the advancing Baba, the side-switching right-outside player Klaus as well as the flexible and technically strong Djurdjic. In addition they have ceased to conclude these situations with clumsy, constant crossing – Fürth mostly covers and restores balance.</p>
<p>Supplying these attacking structures is the great problem facing Fürth, as it was during the first fixtures of the season. The defenders, with the positive exception Sobiech, build up badly and still play a lot of long balls, in many games more than 20% of all passes are long passes. Even though Fürth&#8217;s improved compactness on the left helps to gain many rebounds through counterpressing, the basis for their left-sided focus is still unstable. During their last three fixtures they benefited from relatively loose opposition formations, which meant the “Shamrock&#8217;s” problems opening play did not matter as much.</p>
<p>If Augsburg manage a defensively compact performance, they should be able to control their relegated opposition even without the ball, despite their improvements. It should be possible to prevent Fürth&#8217;s defenders from passing into midfield and to provoke long balls with the solid pressing combined with clever use of covering shadows that Weinzierl&#8217;s squad has developed. If the collective Augsburg squad adapts well to Fürth&#8217;s left-sidedness they should have less trouble (generally and fighting for rebounds) than the last teams the Franconians faced.</p>
<p><b>Prediction</b></p>
<p><i>FCA will likely win the last fixture against relegated Fürth – possibly three crucial points. Augsburg&#8217;s chances against Bayern also depend on Bayern&#8217;s line-up. Does Jupp Heynckes field “only” those players who do not play as often or does he field the protagonists of this successful season for the Meisterschalen-Handover? All in all Augsburg stands a relatively decent chance to steal at least one point from the almost overpowering record champions. FCA will have a though fight with Düsseldorf on their hands, but with a three-pointer against Fürth and maybe a bonus against Bayern they will not only avoid direct relegation,but also the play-offs. They are deserving of the 14<sup>th</sup> or 15<sup>th</sup> spot because of their style during the second half of the season.</i></p>
<p><i>Concluding remark: This text is a little shorter than the previews about Bremen and Düsseldorf, because it was not written as a team analysis concerning general aspects, but is limited to the immediate future and concrete opportunities. Concerning a general analysis I want to mention MR&#8217;s plan again. For those unwilling to wait any longer I recommend my colleague <a href="http://spielverlagerung.de/2013/05/06/sc-freiburg-fc-augsburg-20/" target="_blank">PP&#8217;s analysis of the recent Augsburg – Freiburg game</a>. He writes about some general aspects, like Augsburg&#8217;s pressing and alternative attacking strategies too, which were left out of this piece.</i></p>
<p>&nbsp;</p>
<p style="text-align: right;"><strong><i><a href="http://spielverlagerung.de/2013/05/10/abstiegskampf-special-fc-augsburg/" target="_blank">Original Text by TR</a>. Translation by FI. Wir bedanken uns für die Übersetzung der Analyse.</i></strong></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17330&amp;md5=99f6424d85838e43f6d61ced85fd8bc4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Werder Bremen &#8211; Eintracht Frankfurt 1:1</title>
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		<pubDate>Sun, 12 May 2013 16:07:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TE</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Eintracht Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[SV Werder Bremen]]></category>

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		<description><![CDATA[Bremen sichert den Klassenerhalt mit einem 1:1 gegen Eintracht Frankfurt. Es war ein Spiel dreier unterschiedlicher Phasen: Zunächst drückt Bremen, dann dominiert Frankfurt und zum Schluss spielen beide Teams die Zeit runter. Nach einer Saison voller Enttäuschungen wollte Werder Bremen am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt sichern. Trainer Thomas Schaaf schickte dieselbe Mannschaft auf das Feld, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Bremen sichert den Klassenerhalt mit einem 1:1 gegen Eintracht Frankfurt. Es war ein Spiel dreier unterschiedlicher Phasen: Zunächst drückt Bremen, dann dominiert Frankfurt und zum Schluss spielen beide Teams die Zeit runter. <span id="more-17326"></span></p>
<p><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/werder-frankfurt.png"><img class="alignleft  wp-image-17327" alt="werder frankfurt" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/werder-frankfurt.png" width="325" height="443" /></a><a href="http://spielverlagerung.de/2013/05/09/abstiegskampf-special-werder-bremen/">Nach einer Saison voller Enttäuschungen</a> wollte Werder Bremen am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt sichern. Trainer Thomas Schaaf schickte dieselbe Mannschaft auf das Feld, die bereits beim 2:2 gegen Hoffenheim begonnen hatte. Für die Gäste aus Frankfurt stand ebenfalls viel auf dem Spiel: Sie wollten die Qualifikation für die Europa League besiegeln. Armin Veh ließ sein Team im bekannten 4-2-3-1 spielen, <a href="http://spielverlagerung.de/2013/05/04/eintracht-frankfurt-fortuna-dusseldorf-31/">musste aber auf Meier verzichten</a>. Dafür agierte Inui zunächst hinter der einzigen Spitze Lakic.</p>
<p><b>Bremen presst früh</b></p>
<p>Von der ersten Minute weg agierten die Bremer aggressiv und leidenschaftlich. In ihrer 4-4-2-Ordnung schoben sie weit nach vorne, um die Frankfurter früh unter Druck zu setzen. Gerade nach Ballverlusten waren sie hellwach. Bargfrede rückte aus dem Mittelfeld heraus, um zusammen mit seinen Vorderleuten den Gegner unter Druck zu setzen. Die beiden vordersten Akteure konnten dadurch weiter aufrücken und bereits die gegnerischen Innenverteidiger im Spielaufbau stören.</p>
<p>Frankfurt setzte gegen die aggressiven Bremer in der Anfangsviertelstunde auf lange Bälle. Inui lauerte vorne an der Kante zum Abseits und hoffte, einen langen Ball hinter der Bremer Abwehr erlaufen zu können. Dieses Kalkül ging jedoch nicht auf. Entweder kamen die von den Verteidigern gespielten Bälle so ungenau, dass Bremen sie einfach erobern konnte, oder Inui stand im Abseits. Insgesamt viermal pfiff der Schiedsrichter Inui wegen einer Abseitsstellung zurück.</p>
<p>So waren es die Bremer, die das Spieltempo der ersten Minuten diktierten. <a href="http://spielverlagerung.de/2013/05/05/werder-bremen-1899-hoffenheim-22/">Anders als in der vergangenen Woche</a>, als sie viel über die Flügel angriffen, liefen die meisten ihrer Spielzüge durch das Zentrum. De Bruyne zeigte sich sehr umtriebig. Er versuchte, zwischen den Frankfurter Ketten Freiräume zu finden. Hunt und Petersen antizipierten diese Läufe de Bruynes und übernahmen seine Position auf dem rechten Flügel.</p>
<p>Frankfurt ließ sich von diesen Positionswechseln recht leicht aus der Fassung bringen. Ihre Raumdeckung funktionierte nicht, zu oft ließen sich die Mittelfeldspieler oder die Außenverteidiger aus ihren Positionen locken. Bremen bespielte diese freien Räume hinter oder zwischen den Ketten direkt und scheute sich auch nicht, halbhohe Bälle in diese Lücken zu spielen. Gerade als Frankfurt sich etwas zu fangen schien, fiel der Bremer Führungstreffer. Er war eine Kombination aus dem robusten Zweikampfverhalten von Bargfrede und der freien Positionierung de Bruynes, der das Tor von der linken Seite aus erzielte (22.).</p>
<p><b>Frankfurt findet ins Spiel</b></p>
<p>Nach dem Führungstreffer zogen sich die Bremer zurück. Das Angriffspressing stellten sie fast gänzlich ein. Stattdessen agierten sie äußerst passiv und setzten Frankfurt kaum unter Druck. Sie zogen sich früh an den eigenen Sechzehner zurück und bauten hier eine Mauer aus neun Feldspielern auf; nur Petersen blieb meist vor dem Ball.</p>
<p>Frankfurt brauchte einige Minuten, um sich auf die neuen Verhältnisse einzustellen. Sie versuchten nun, die Bremer durch eine breite Formation auseinanderzuziehen. Inui wechselte fortan gänzlich auf die linke Position, nachdem er zuvor bereits öfters mit Matmour die Positionen tauschte. Auf rechts sorgte Aigner ebenso für Breite. Beide Außenverteidiger stießen immer wieder nach vorne, um ihre Vordermänner zu unterstützen.</p>
<p>Frankfurt zeigte, was sie in dieser Saison so erfolgreich machte: Aufrückende Außenverteidiger gepaart mit großer Passsicherheit. Sie schafften es, die Kontrolle über das Spiel zu übernehmen und Ball und Gegner laufen zu lassen. Am gefährlichsten waren sie, wenn Rode im Zentrum zu Dribblings ansetzte. Sobald er zwischen Kroos und Bargfrede den Ball hatte, zog sich die Werderaner Mittelfeldreihe zusammen und öffnete Räume auf den Flügeln, die Rode anspielte. Hierbei zeigte sich auch die hohe Qualität des umworbenen Frankfurters in Punkto Ballsicherheit und Übersicht.</p>
<p>Gefährlich vor das Tor kamen die Frankfurter vor der Pause jedoch nicht. Dazu fehlte vor allem den Flanken die Genauigkeit. Mehr als einmal landete eine Hereingabe in den Händen von Mielitz. Aber auch Werder Bremen trug seinen Teil zur fehlenden Torgefahr des Gegners bei: Sie hielten das Mittelfeldzentrum geschlossen und sorgten dafür, dass Frankfurt nur über die Außen kommen konnte – von wo wiederum keinen Flanken den Weg auf Lakic‘ Kopf fanden.</p>
<p>So gelang den Frankfurtern erst nach der Pause der Ausgleichstreffer. Bremen rückte zwar jetzt etwas weiter vor, die Frankfurter behielten jedoch weiterhin die Kontrolle über das Spiel. Eine der wenigen guten Flanken fand in der Mitte Matmour, der den Ball hielt und zu Lakic weitergab (51.).</p>
<p><b>Niemand will den Sieg erzwingen</b></p>
<p>Nach dem Gegentreffer fingen sich die Bremer wieder. Schaaf brachte mit Junuzovic (62. für Kroos) einen vertikaleren Mittelfeldspieler. Nachdem Kroos und Bargfrede sich zuvor nach hinten drücken ließen, rückte Junuzovic weiter auf und sorgte für erhöhten Druck auf die Frankfurter. Sein Eifer übertrug sich auf die gesamte vordere Reihe, die jetzt wieder aktiver das Aufbauspiel der Frankfurter lenkten. Direkt nach Junuzovic‘ Einwechslung entstand daher ein Box-to-Box-Spiel: Werder nutzte seinerseits die freien Räume der aggressiv aufrückenden Frankfurter besser aus, gleichzeitig aber hinterließen sie auch Räume für Gegenstöße.</p>
<p>Spätestens ab der 70. Minute verflachte das Spiel. Beide Mannschaften brachten nicht mehr Spieler als nötig vor den Ball. Die Außenverteidiger hielten sich zurück. Mit diesem Ansatz neutralisierten sie sich im Mittelfeld. Dieser Effekt verstärkte sich noch einmal, als Schaaf Akpala (82., für Yildirim) brachte und auf ein 4-4-2 umstellte. Beide Mannschaften konnten die Verbindung zwischen Mittelfeld und Angriff nicht mehr halten, es gab keine Anspiele mehr nach vorne.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Es war ein Spiel, das sich in Drittel einteilen lässt: Die ersten 30 Minuten dominierten aggressive Bremer, die zweiten 30 Minuten spielte Frankfurt Handball um den Bremer Sechzehner. In der letzten halben Stunde waren beide Teams auf Augenhöhe und riskierten nichts mehr. Das 1:1 ist das logische Resultat des Spiels.</p>
<p>Werder Bremen hat den Klassenerhalt geschafft – etwas, was aufgrund der eigenen Ansprüche nicht allzu viel Freude bei Thomas Schaaf auslöste. Auch für Frankfurt bedeutet dieses Ergebnis kein Grund zur uneingeschränkten Freude. Sie werden am letzten Spieltag noch einmal alles abrufen müssen, um den angestrebten Europapokal-Platz zu erreichen.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17326&amp;md5=311ecff3303bf8c64ef6dc250c69f2f8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Abstiegskampf-Special: 1899 Hoffenheim</title>
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		<pubDate>Fri, 10 May 2013 19:56:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TE</dc:creator>
				<category><![CDATA[1899 Hoffenheim]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>

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		<description><![CDATA[1899 Hoffenheim hat ein Albtraumjahr hinter sich. Kann Markus Gisdol den positiven Trend fortsetzen und das Team noch retten? Spielverlagerung beleuchtet in einem Special den Abstiegskampf der Bundesliga. Wir analysieren kurz die im Abstiegskampf steckenden Teams und prognostizieren ihre Chancen in den verbleibenden zwei Spielen. Die übrigen Teile erscheinen noch vor dem 33. Spieltag am [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>1899 Hoffenheim hat ein Albtraumjahr hinter sich. Kann Markus Gisdol den positiven Trend fortsetzen und das Team noch retten? <span id="more-17313"></span></p>
<p><i>Spielverlagerung beleuchtet in einem Special den Abstiegskampf der Bundesliga. Wir analysieren kurz die im Abstiegskampf steckenden Teams und prognostizieren ihre Chancen in den verbleibenden zwei Spielen. Die übrigen Teile erscheinen noch vor dem 33. Spieltag am kommenden Samstag.</i></p>
<p>In Hoffenheim versprachen sich die Fans und Verantwortlichen einiges von dieser Saison. Viel Geld gab der Klub für neue Spieler aus. Trainer Markus Babbel äußerte gegenüber jedem freien Mikrophon, wie gern er doch international spielen würde. Nichts von den Versprechungen wurde gehalten.</p>
<p><b>Wie kam Hoffenheim in diese missliche Lage?</b></p>
<p>In einer Analyse über die Hoffenheimer kommt man nicht umher, sich mit ihrer Transferpolitik zu beschäftigen. Bis 2006 lautete in Hoffenheim das Motto: Wir setzen auf junge, deutsche Talente. Als Rangnick das Ruder übernahm, strich man das „deutsche“ und setzt fortan nur noch auf junge Talente. Mit Babbel beerdigte Hoffenheim das Motto gänzlich und kaufte einfach nur noch ein.</p>
<p>Das Problem: Die Transferpolitik ging nicht auf. Es ist ein Armutszeugnis für einen Verein, wenn am drittletzten Spieltag nur einer von achtzehn Neuzugängen in der Startaufstellung stellt. Der Kader ist gefüllt mit Spielern, die sich von ihrem Transfer viel versprochen haben und bitter enttäuscht wurden. Dementsprechend viele interne Querelen kommen ans Tageslicht. Vor allem <a href="http://www.zeit.de/sport/2013-03/tim-wiese-bild-depp-image-wittmann-hoffenheim" target="_blank">Tim Wiese</a> sorgte für Schlagzeilen.</p>
<p>Es folgt eine Albtraumsaison: Im Pokal schied Hoffenheim mit 0:4 gegen einen Viertligisten aus, in der Liga reihte sich Niederlage an Niederlage und ein Transfer nach dem nächsten entpuppte sich als Fehleinkauf. Drei Trainer, zig Wintertransfers und zahllose Ernüchterungen später gibt es noch einen Funken Resthoffnung auf den Klassenerhalt. Und dieser Funken heißt Markus Gisdol.</p>
<p>Gisdol versuchte dem Verein mit einer interessanten Strategie neues Leben einzuhauchen. Er verzichtet gänzlich auf die übliche Abstiegskampf-Rhetorik. Stattdessen betonte er immer wieder, er verschreibe sich voll und ganz dem mittelfristigem Umbau der Mannschaft. Das erlaubte ihm, auf junge Spieler zu setzen und fehlgeschlagene Einkäufe außen vor zu lassen.</p>
<p>Was bei Gisdol positiv stimmt: Er hat Mut und Ideen. Nicht immer sind diese Ideen gut. <a href="http://spielverlagerung.de/2013/05/05/werder-bremen-1899-hoffenheim-22/">Der Ausgleich gegen Bremen</a> war beispielsweise sehr glücklich und hatte wenig mit Gisdols Wechseln zu tun. Jedoch wagt er etwas und scheut nicht vor Experimenten zurück. Ein Spiel ohne klassischen Stürmer? Erfolgreich ausprobiert! Fluide Mittelfeldreihen ohne feste Positionen? Ehrensache! Einsetzen junger Spieler mitten im Abstiegskampf? Immer doch!</p>
<div id="attachment_16765" class="wp-caption alignleft" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/kurz-ausgeführt-hoffenheims-raute.png"><img class=" wp-image-16765 " alt="Hoffenheims Raute im Spiel gegen Düsseldorf: Polanski kippte ab, das Mittelfeld bot zugleich viel Kreativität. Insgesamt waren die Mannschaftsteile wesentlich besser verbunden als in den Spielen vor Gisdol." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/kurz-ausgeführt-hoffenheims-raute.png" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Hoffenheims Raute im Spiel gegen Düsseldorf: Polanski kippte ab, das Mittelfeld bot zugleich viel Kreativität. Insgesamt waren die Mannschaftsteile wesentlich besser verbunden als in den Spielen vor Gisdol.</p></div>
<p><b>Spielaufbau mit Problemen</b></p>
<p>So stellte Gisdol vor allem die Viererkette um. Hier schlummerte das wohl größte Problem des Teams: Die mangelhafte Kreativität und Sicherheit im Spielaufbau. Hoffenheim verfügt an und für sich über kreative Spieler: Salihovic, Firmino und mit Abstrichen Rudy und Joselu fallen in diese Kategorie. Allerdings fehlten ihnen Verteidiger, welche die Bälle zu den Spielmachern bringen konnten. <a href="http://spielverlagerung.de/2013/05/09/abstiegskampf-special-werder-bremen/">Ähnlich wie bei Werder Bremen</a> sieht die Bilanz gegen die fünf Teams mit dem stärksten Angriffspressing (Bayern, Dortmund, Augsburg, Freiburg und Frankfurt) mit vier Punkten und 9:19 Toren miserabel aus. So mangelte es ständig an Verbindungen zwischen der passsicheren und fluid agierenden Offensive und der eher konservativen Verteidigung.</p>
<p>Babbel und Kurz versuchten, dies mit schnellen Kontern und langen Bällen zu kompensieren. In manchen Spielen unter Kurz wurde jeder fünfte oder gar vierte Pass hoch und weit gespielt. Das mag zu Sturmtank Derdiyok gepasst haben, zu allen anderen Spielern jedoch nicht. Babbel und Kurz konnten nie das kreative Potenzial erwecken, das bei Hoffenheim schlummert.</p>
<div id="attachment_17259" class="wp-caption alignright" style="width: 298px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/werder-hoffenheim-erste-halbzeit.png"><img class=" wp-image-17259  " alt="4-4-2 mit abkippenden Stürmern gegen Werder Bremen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/werder-hoffenheim-erste-halbzeit.png" width="288" height="394" /></a><p class="wp-caption-text">4-4-2 mit abkippenden Stürmern gegen Werder Bremen</p></div>
<p>Unter Gisdol haben die Hoffenheimer einen kleinen, aber merkbaren Fortschritt in diesem Punkt gemacht. Zunächst ließ er <a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/06/kurz-ausgefuhrt-hoffenheims-raute/">Polanski als abkippenden Spielmacher in einer Raute</a> agieren. Dies gab Beck und dem als Außenverteidiger eingesetzten Johnson mehr Freiheiten. Beide konnten ihre Dynamik im Spiel nach vorne besser einsetzen. In den letzten beiden Spielen vertraute Gisdol im Spielaufbau auf junge, spielstarke Talente. Thesker und Vestergaard haben unter ihm einen Stammplatz.</p>
<p>Die Folge: Die Zahl der langen Bälle hat sich klar verringert und die offensiven Akteure werden in ihren freien Bewegungen besser eingesetzt. Natürlich gibt es in diesem Bereich immer noch Schwierigkeiten, wie das Spiel gegen Bremen am Wochenende zeigte. Einen komplett reaktiv spielenden Gegner können sie nur schwer knacken und auch ihrem Pressing fehlt es an Wucht und Konstanz, um einen Gegner in dessen Hälfte einzuschnüren. Doch sie lassen den Ball wesentlich sicherer laufen und können ihr Mittelfeld besser zur Geltung lassen als über weite Strecken der Saison.</p>
<p><b>Chancen in den verbleibenden Spielen</b></p>
<p>Auch defensiv stehen die Hoffenheimer mittlerweile sicherer als in der Hinrunde. Damals funktionierte ihr wenig aggressives Mittelfeldpressing nur selten, weil sie schnell zurückwichen und dem Gegner dadurch zu viele Räume im Mittelfeld gaben. <a href="http://spielverlagerung.de/2013/01/20/hoffenheims-erstes-spiel-unter-marco-kurz/">Marco Kurz hat sich vor allem der Verteidigung angenommen</a> und ein besser funktionierendes Mittelfeldpressing etabliert. Unter Kurz halbierte sich daher die Anzahl der Gegentore (dafür zeigte sich die Mannschaft offensiv bieder).</p>
<div id="attachment_17315" class="wp-caption aligncenter" style="width: 497px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Statistiken-Hoffenheimn.png"><img class="size-full wp-image-17315" alt="Die Statistik zeigt die Unterschiede der drei Trainer. Unter Babbel litt vor allem die Defensive. Kurz stabilisierte die Verteidigung, das Offensivspiel unter ihm war jedoch ungenau und geprägt von langen Bällen. Gisdol hat die Mannschaft zu mehr Kreativität und Passgenauigkeit geführt - und damit doppelt so viele Punkte pro Spiel wie seine Vorgänger eingeheimst. Alle Statistiken wurden aus Daten von whoscored.com berechnet." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Statistiken-Hoffenheimn.png" width="487" height="150" /></a><p class="wp-caption-text">Die Statistik zeigt die Unterschiede der drei Trainer. Unter Babbel litt vor allem die Defensive. Kurz stabilisierte die Verteidigung, das Offensivspiel unter ihm war jedoch ungenau und geprägt von langen Bällen. Gisdol hat die Mannschaft zu mehr Kreativität und Passgenauigkeit geführt &#8211; und damit doppelt so viele Punkte pro Spiel wie seine Vorgänger eingeheimst. Alle Statistiken wurden aus Daten von <a href="http://www.whoscored.com" target="_blank">Whoscored.com</a> berechnet.</p></div>
<p>Die Verbesserungen in der Defensive könnten Hoffenheim jedoch in den verbleibenden Saisonspielen helfen. Gegen den BVB wird eine stabile Verteidigung gefragt sein. Hier wird sich zeigen, wie sehr sich die Kompaktheit unter Kurz mit der fluiden und offensiveren Spielweise unter Gisdol verträgt.</p>
<p>Gegen Hamburg dürfte Gisdol auf eine Raute oder zumindest auf ein enges Mittelfeld setzen. Hierbei sollten sie möglichst viel Druck auf Hamburgs zentrale Spieler, van der Vaart und vor allem Badelj, ausüben – etwas, das ihnen bereits bei der <a href="http://spielverlagerung.de/2012/12/08/hamburger-sv-1899-hoffenheim-20-2/">0:2-Niederlage im Hinspiel</a> gelang. Der HSV sah in dieser Saison selten gut aus gegen enge und kompakte Mittelfeldreihen. Sie beginnen, das Spiel komplett in die Breite zu ziehen, strahlen aber von dort nur wenig Gefahr aus, wenn der Gegner Flanken gut verteidigt. Gleichzeitig bieten sich Konterräume auf den Flügeln, die Hoffenheim mit dem schnellen Johnson nutzen kann.</p>
<p>Ebenso bietet sich Hoffenheim die Chance, ihre kreativen Spieler einzusetzen. Der HSV zeigte diese Saison nur selten ein konstantes Pressing. Sollte Hoffenheim erneut mit Salihovic und Firmino im offensiven Zentrum agieren, könnten diese beiden abkippen und das Gleichgewicht in Hamburgs Zentrale durcheinanderbringen. Vestergaard und Rudy könnten genügend Platz erhalten, um ihre Vorderleute einzusetzen. Volland dürfte versuchen, mit inversen Läufen in die Schnittstelen neben die eher langsamen Hamburger Innenverteidiger zu gelangen.</p>
<p>Solch eine gegnerorientierte Strategie pass zu Gisdol. Er ist ein Trainer, der sich für jedes Spiel eine individuelle Strategie einfallen lässt und auch gerne während Spielen seine Formation ändert. Ob dies reicht, um die nötigen Punkte aus den kommenden Spielen zu holen? Fakt ist auch, dass Hoffenheim im Spielaufbau noch weit weg von der gehobenen Bundesligaklasse ist. Es dürfte ihnen schwerfallen, im Zweifel ein Tor zu erzwingen.</p>
<p><b>Prognose</b></p>
<p><em>Hoffenheim hat die schwierigste Ausgangsposition im Abstiegskampf &#8211; und das nicht nur wegen ihrer zwei Punkte Rückstand auf Augsburg und Düsseldorf. Sie brauchen mindestens vier, bestenfalls gar sechs Punkte aus zwei Spielen. Gegen den HSV mag ein Sieg möglich sein, gegen den BVB haben sie im letzten Spiel jedoch nur eine Chance auf einen Punktgewinn, wenn sie nicht das Spiel machen müssen. Selbst wenn der BVB mit der zweiten Garde antritt, ist die Spielanlage der Hoffenheimer nicht reif genug, eine kompakte Mannschaft vom Schlage der Borussia auseinanderzuspielen.</em></p>
<p><em>Demnach brauchen die Hoffenheimer eine Ausgangslage, bei der sie im letzten Spiel keinen Sieg erzwingen müssen. Solch eine Konstellation gäbe es jedoch nur, wenn sie am Wochenende gegen den HSV gewinnen und <a href="http://spielverlagerung.de/2013/05/10/abstiegskampf-special-fc-augsburg/">Augsburg</a> und <a href="http://spielverlagerung.de/2013/05/10/abstiegskampf-special-fc-augsburg/">Düsseldorf</a> zur selben Zeit verlieren würden. Ein wenig viel hätte, würde und könnte im Abstiegskampf. Langfristig könnte Markus Gisdol jedoch ein Glücksgriff für die TSG sein.</em></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17313&amp;md5=ead42352cde825c016bebb53a4da9f91" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Abstiegskampf-Special: FC Augsburg</title>
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		<pubDate>Fri, 10 May 2013 09:35:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[FC Augsburg]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesgeschäft]]></category>

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		<description><![CDATA[Ganz schwache Hinrunde, herausragende Leistungen nach der Winterpause. Der FC Augsburg begeistert aktuell mit seiner taktischen Ausrichtung und dem daraus resultierenden Spielstil. Wir untersuchen ihre Chancen im Abstiegskampf für die letzten beiden Spieltage. Spielverlagerung beleuchtet in einem Special den Abstiegskampf der Bundesliga. Wir analysieren kurz die im Abstiegskampf steckenden Teams und prognostizieren ihre Chancen in [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Ganz schwache Hinrunde, herausragende Leistungen nach der Winterpause. Der FC Augsburg begeistert aktuell mit seiner taktischen Ausrichtung und dem daraus resultierenden Spielstil. Wir untersuchen ihre Chancen im Abstiegskampf für die letzten beiden Spieltage.<span id="more-17301"></span></p>
<p><em>Spielverlagerung beleuchtet in einem Special den Abstiegskampf der Bundesliga. Wir analysieren kurz die im Abstiegskampf steckenden Teams und prognostizieren ihre Chancen in den verbleibenden zwei Spielen. Die übrigen Teile erscheinen noch vor dem 33. Spieltag am kommenden Samstag.</em></p>
<p><b>Die Augsburger Entwicklung und ihr Mittelfeld</b></p>
<p>Nach der Hinserie lagen die bayerischen Schwaben noch punktgleich mit Greuther Fürth ziemlich abgeschlagen am Tabellenende. Sie waren aber nur in ganz seltenen Fällen so eindeutig unterlegen gewesen, wie es die Tabellensituation suggerierte. Es fehlte besonders an Konsequenz und Durchsetzungsvermögen in engen Spielen.</p>
<div id="attachment_17306" class="wp-caption alignleft" style="width: 280px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/abstiegspreview-augsburg.png"><img class=" wp-image-17306" alt="abstiegspreview augsburg" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/abstiegspreview-augsburg.png" width="270" height="362" /></a><p class="wp-caption-text">Augsburger Grundformation in der Rückrunde</p></div>
<p>Zur Rückrunde nahm Trainer Markus Weinzierl dann einige Veränderungen vor und schöpfte damit endlich jenes <a href="http://spielverlagerung.de/2012/11/27/sv-podcast-nr-11-von-potenzialnutzern-und-verschwendern/" target="_blank">Potential aus dem hochinteressanten und –veranlagten Augsburger Kader, das wir schon manches Mal begeistert zu sehen erhofft hatten</a>. Mit einer 4-3-3/4-1-4-1-Formation und einem ganz besonderen Mittelfeld spielte der FCA dann eine hervorragende Rückrunde und kämpfte sich schnell an das rettende Ufer heran – der siebte Platz in der Tabelle der Rückserie ist kein Zufall und wurde von Freiburgs Trainer Christian Streich mit einem beachtlichen Lob bedacht, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=3oplzFrzfcw" target="_blank">der Augsburg derzeit zu den sechs besten Teams der Liga zählt</a>. Von daher ist es bei Augsburg ein etwas anderer Fall als bei ihren Konkurrenten, da sie sehr gut in Form sind und für einen Abstiegskandidaten ungewohnt wenige Probleme haben.</p>
<p>Das angesprochene ganz besondere Mittelfeld ist vor allem deshalb so ungewöhnlich, weil es ausschließlich von kreativen Akteuren mit offensivem Naturell besetzt wird. Mit Daniel Baier agiert ein unterschätzter ehemaliger Offensivallrounder, der oft als Flügelstürmer oder Zehner eingesetzt worden ist, als alleiniger Sechser – und das mit Erfolg. In Kombination mit seinen aktuellen Mittelfeldpartnern Moravek und Ji haben die Augsburger somit selbst in verletzungsbedingter Abwesenheit des genialen Koo eines der besten Mittelfelder, wenn es um Spielstärke, Technik und Spielintelligenz geht. Hier findet der Tscheche <a href="http://spielverlagerung.de/2012/12/11/adventskalender-turchen-11-jan-moravek/" target="_blank">Moravek, in der Hinrunde noch das genaue Gegenteil von „integriert“ ins taktische Konzept</a>, genau jene Umgebung, in denen er von spielstarken Kollegen „geleitet“ werden kann und nicht gezwungen ist, als zentraler Spielmacher aktiv und alleine strategisch zu wirken.</p>
<p><i>Eine genaue Analyse der Mechanismen und Wechselwirkungen, aber auch der allgemeinen Potentiale und Probleme einer solchen Spielweise in der Mittelfeldzentrale ist für die Zeit unmittelbar nach dem Saisonende geplant – Kollege MR wird dann Revue passieren lassen und bilanzieren.</i></p>
<p><b>Mit Baier gegen Bayern</b></p>
<p>Dieses Mittelfeld wird auch im nächsten Spiel der Augsburger eine enorm wichtige Rolle spielen – denn Weinzierls Mannen müssen in diesen entscheidenden Tagen des Abstiegskampfes ausgerechnet zum Rekordmeister reisen, wenn dieser seine Meisterschale überreicht bekommt.</p>
<p>Doch mit ihrer kreativen und spielstarken Mittelfeldbesetzung haben die Augsburger verhältnismäßig gute Chancen, das brutale <a href="http://spielverlagerung.de/2012/12/29/bayern-munchens-pressing-im-herbst-2012-in-depth/" target="_blank">Pressing der Münchner</a> zu umspielen. Alle drei zentralen Akteure bringen Ballsicherheit und Pressingresistenz gegen Bayerns Druck mit, können mögliche „tote Räume“ im Konzept der Münchner viel besser anvisieren als die meisten anderen Spieler der Liga und mit einer unorthodoxen Aktion die stark antizipierenden Bayern auch mal überraschen. Hinzu kommt, dass ihre Innenverteidiger sich auch vor schwierigen Passwegen nicht scheuen.</p>
<p>Defensiv wäre es ebenfalls möglich, dass die Augsburger Mittelfeldzentrale den Bayern unerwartetes Paroli bieten kann. Der Vorteil einer solchen Aufstellung liegt nämlich daran, dass ein besonders spielstarkes und spielintelligentes Mittelfeld sein offensives „Denken“ für defensive Vorteile einsetzen kann. Denn gerade solche Spieler wie Daniel Baier können sich in die Akteure der Münchner hineinversetzen, deren Angriffsspielzüge vorausahnen und bestimmte Aktionen antizipieren. Je ähnlicher die eigenen Mittefeldspieler vom Spielertyp her den spielstarken Bayern-Akteuren sind, desto leichter wissen sie deren Bewegungen und Muster zu kontern. <a href="http://www.zdfsport.de/Schnelle-Fl%C3%BCgelangriffe-und-Kontrolle-als-probate-Mittel-27024360.html" target="_blank"><br />
</a></p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 280px"><a href="http://spielverlagerung.de/2012/04/07/bayern-munchen-fc-augsburg-21/" target="_blank"><img alt="" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/fcb-fca.png" width="270" height="362" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen Bayern &#8211; Augsburg (2:1), April 2012</p></div>
<p><a href="http://spielverlagerung.de/2012/04/07/bayern-munchen-fc-augsburg-21/" target="_blank">Grundsätzlich machten die Augsburger zum Ende der vergangenen Saison beim Gastspiel in der Allianz-Arena dieses Prinzip schon einmal vor</a>. Mit einer damals leicht defensivstärkeren Besetzung aus Hosogai, Baier und Koo erschwerten sie den Bayern das Leben, wie es kaum ein anderer Gegner in München geschafft hatte. Die defensive Fluidität und die intelligente Passwegszusperrung im Verbund erlaubten es der zu jenem Zeitpunkt noch von Jos Luhukay trainierten Augsburger Mannschaft, den CL-Finalisten über eine Halbzeit lang fast zur kompletten Harmlosigkeit zu verdammen.</p>
<p>Wenn eine Bundesliga-Mannschaft außer Dortmund, Leverkusen und mit Abstrichen Freiburg und Frankfurt die Bayern in diesen Wochen ärgern kann, dann sind es wohl die Augsburger. Das größte Problem in der Defensive dürfte dabei tatsächlich noch sein, dass ihr aktuelles Mittelfeld schematisch etwas höher steht als obige Besetzung vom Ende der letzten Saison und dass die Bayern jenen Flügelfokus intensiviert haben, mit dem Heynckes dann beim Aufeinandertreffen vor einem Jahr den knappen Sieg erzwang.</p>
<p>Kann Bayern sich also über die Seiten durchspielen und zur Grundlinie durchbrechen (Lahm, Alaba, eventuell auch Ribéry), so dass die typischen Ablagen in den Rückraum des Strafraums möglich sind, wird es für die Augsburger hier eventuell schwierig, mit ihrem Mittelfeld schnell genug kompakt nachzuschieben. Vom Prinzip her hat zum Beispiel Baier mit seiner Übersicht, seinem Raumgefühl und seiner Antizipation gute Voraussetzungen, um solche Zuspiele zu erahnen und klären zu können, doch müssen die Mittelfeldspieler erst einmal schnell genug zurückkommen. <a href="http://spielverlagerung.de/2013/05/06/sc-freiburg-fc-augsburg-20/" target="_blank">In Freiburg</a> zogen sich die Augsburger zuletzt effektiv zurück, wenn ihre vorderen Linie überspielt waren &#8211; mal sehen, wie gut sie dies gegen Bayern umsetzen können.</p>
<p><b>Augsburg gegen Fürths Flügelmannorientierungen </b></p>
<p>Von einen Extrem ins andere: Nach der Partie bei den Bayern steht für Augsburg am letzten Spieltag der bereits abgestiegene Tabellenletzte aus Fürth als Gegner auf dem Programm – drei Punkte sind wohl Pflicht. In jener Partie werden ganz andere Anforderungen zu bewältigen sein und es wird beispielsweise um die Frage gehen, wie Augsburg die bekannten Fürther Mannorientierungen zu knacken vermag, wenngleich diese aktuell nicht mehr so konstant und konsequent auftreten wie beispielsweise noch unter Büskens.</p>
<p>Für eine spielstarke Mannschaft, die auch enge Räume gut bespielen kann, ist diese Spielweise der Fürther nicht wirklich angenehm, doch sollten die Offensivqualitäten der Augsburger ausreichen, um die Spielvereinigung zu knacken. Voraussetzung ist natürlich, dass sie generell ihre Kombinationsmöglichkeiten konsequent ausspielen und nicht überfrühe Abschlüsse suchen, wie es gelegentlich negativ auffällt.</p>
<p>Zentraler Aspekt gegen die Greuther könnten die Rollen der eigenen Außenverteidiger werden, die mit einer höheren und offensiveren Grundstellung viel Raum gegen die Fürther Flügel freischieben könnten. Bei der Erzeugung solcher Situationen kann man gegen den Tabellenletzten eigentlich sehr gut aussehen – wenn man die geöffneten Verbindungsräume besetzt, wofür Augsburgs Mittelfeld allerdings prädestiniert sein sollte.</p>
<p><b>Mit Kollektivität die Anbindung zur offensiven Linkslastigkeit abtrennen</b></p>
<p>Unter Frank Kramer hat sich die Spielvereinigung zuletzt insgesamt stabilisiert und diesen (zu späten) Aufwärtstrend mit guten Spielen und auch zwei Siegen unterstreichen können. Personell hat die Mannschaft eine feste Aufstellung für den Saisonendspurt gefunden und basierend darauf auch einige gute Offensivmechanismen einstudieren können.</p>
<div id="attachment_17307" class="wp-caption alignleft" style="width: 280px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/abstiegspreview-augsburg2.png"><img class="wp-image-17307 " alt="abstiegspreview augsburg2" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/abstiegspreview-augsburg2.png" width="270" height="362" /></a><p class="wp-caption-text">Mögliche Formationen für das Augsburger Duell mit Fürth am 34. Spieltag</p></div>
<p>Mit Geis, Fürstner und Prib gibt es ein spielintelligentes und funktionales Mittelfeld, das die Offensivakteure in verschiedenen Situationen mit Anpassungsfähigkeit unterstützen kann. Gerade Prib, aber auch der als defensivster Sechser spielende Geis tendieren immer wieder enorm stark auf die linke Seite, welche die Fürther überladen wollen. Mit dem aufrückenden Baba, dem immer wieder herüber kommenden Rechtsaußen Klaus sowie dem beweglichen und spielstarken Djurdjic lassen sich hier viele Überzahlen herstellen, die zudem auch nicht mehr so plump mit konstanten Flanken abgeschlossen werden – Fürstner sichert meistens ab und sorgt für Balance.</p>
<p>Doch das große Problem der Fürther ist ähnlich wie in den allerersten Spieltagen der Saison die Versorgung dieser guten Offensivstrukturen. Die Verteidiger sind ziemlich spielschwach (mit Sobiech als positiver Ausnahme) und greifen daher immer noch sehr häufig zum langen Ball (in vielen Spielen mehr als 20 % aller Pässe lang). Auch wenn Fürth durch verbesserte Kompaktheit auf halblinks viele Abpraller im Gegenpressing erobern kann, ist das Fundament ihres Linksfokus doch wackelig. Bei ihren jüngsten Begegnungen profitierten sie gegen alle drei Gegner auch davon, dass diese verhältnismäßig unkompakt agierten und sich die Aufbauprobleme in erster Instanz der „Kleeblätter“ nicht dermaßen auswirkten.</p>
<p>Gelingt Augsburg also eine kompakte Defensivleistung, sollten sie den Absteiger trotz dessen Verbesserungen auch bei gegnerischem Ballbesitz klar kontrollieren können. Mit ihrem soliden Pressing samt geschickter Nutzung des Deckungsschattens, das die Weinzierl-Elf entwickelt hat, sollte es möglich sein, Fürths Abwehrspieler von Pässen ins Mittelfeld abzuhalten und lange Zuspiele zu provozieren. Wenn sich die kollektiven Augsburger gut auf die Fürther Linkslastigkeit einstellen, sollten sie weniger Probleme (allgemein und im Kampf um die zweiten Bälle) haben als die letzten Gegner der Franken.</p>
<p><b>Prognose</b></p>
<p><i>Von daher wird der FCA die letzte Partie gegen den Absteiger wohl gewinnen – es könnten drei enorm wichtige Punkte sein. Ob die Augsburger gegen die Bayern etwas holen können, wird auch von der Aufstellung der Münchner abhängen – schickt Jupp Heynckes erneut &#8220;nur&#8221; jene Akteure aufs Feld, die normalerweise  nicht so oft zum Einsatz kommen, oder dürfen zur Meisterschalen-Übergabe wieder die Protagonisten dieser erfolgreichen Spielzeit ran? Augsburg hat insgesamt noch verhältnismäßig gute Chancen, beim fast übermächtigen Rekordmeister zumindest einen Punkt zu entführen. Mit einem Dreier gegen Fürth und eventuell einem Bonus gegen die Bayern wird der FCA sich einen knappen Kampf mit Düsseldorf liefern und am Ende nicht nur den direkten Abstieg, sondern auch die Relegation vermeiden. Rang 14 oder 15 wären für ihre Ausrichtung in der Rückrunde verdient.</i></p>
<p><i>Anmerkung zum Abschluss: Dieser Text ist etwas kürzer als beispielsweise die Previews zu <a href="http://spielverlagerung.de/2013/05/09/abstiegskampf-special-werder-bremen/" target="_blank">Bremen</a> oder <a href="http://spielverlagerung.de/2013/05/09/abstiegskampf-special-fortuna-dusseldorf/" target="_blank">Düsseldorf</a>, da er nicht im Stile einer Teamanalyse auf allgemeine Aspekte eingeht, sondern sich auf den Ausblick und die konkreten Augsburger Chancen beschränkt. Hinsichtlich einer allgemeinen Analyse verweise ich noch einmal auf MRs Planungen. Wer nicht länger warten kann, dem lege ich die <a href="http://spielverlagerung.de/2013/05/06/sc-freiburg-fc-augsburg-20/" target="_blank">detaillierte Spielanalyse des Kollegen PP zum jüngsten Augsburger Spiel in Freiburg</a> ans Herz. Dort werden auch einige allgemeine Aspekte wie beispielsweise die Augsburger Pressingmechanismen oder offensive Alternativstrategien seziert, die in diesem Beitrag nicht vorkommen.</i></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17301&amp;md5=542819acc52b760b46d054510dc9a47e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Abstiegskampf-Special: Fortuna Düsseldorf</title>
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		<pubDate>Thu, 09 May 2013 13:30:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Fortuna Düsseldorf]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesgeschäft]]></category>

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		<description><![CDATA[Lange Zeit galten sie als Überraschungsaufsteiger fernab von Abstiegssorgen. Noch am 22. Spieltag lagen die Fortunen dann 11 Zähler vor einem Relegationsplatz – diesen Vorsprung haben sie mittlerweile eingebüßt und sind mittendrin im Abstiegskampf. Spielverlagerung beleuchtet in einem Special den Abstiegskampf der Bundesliga. Wir analysieren kurz die im Abstiegskampf steckenden Teams und prognostizieren ihre Chancen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Lange Zeit galten sie als Überraschungsaufsteiger fernab von Abstiegssorgen. Noch am 22. Spieltag lagen die Fortunen dann 11 Zähler vor einem Relegationsplatz – diesen Vorsprung haben sie mittlerweile eingebüßt und sind mittendrin im Abstiegskampf.<span id="more-17291"></span></p>
<p><em>Spielverlagerung beleuchtet in einem Special den Abstiegskampf der Bundesliga. Wir analysieren kurz die im Abstiegskampf steckenden Teams und prognostizieren ihre Chancen in den verbleibenden zwei Spielen. Die übrigen Teile erscheinen noch vor dem 33. Spieltag am kommenden Samstag.</em></p>
<p>Nach einer erneuten Niederlage, <a href="http://spielverlagerung.de/2013/05/04/eintracht-frankfurt-fortuna-dusseldorf-31/" target="_blank">dem 1:3 in Frankfurt</a>, stehen die Düsseldorfer weiterhin punktgleich mit den auf Rang 16 befindlichen Augsburgern. In den beiden letzten entscheidenden Spielen trifft die Mannschaft von Norbert Meier auf Nürnberg und Hannover, zwei Mannschaften aus dem Mittelfeld, die in dieser Saison nur noch wenige Ambitionen haben. Dies hört sich auf den ersten Blick sehr aussichtsreich für die Düsseldorfer an, da es für die beiden Gegner „um nichts mehr geht“, doch greift diese Argumentation zu kurz. Wie stehen aus taktischer Sicht die Chancen für einen Klassenerhalt der Fortuna?</p>
<p>Wenn man aus den Tabellensituationen der beiden gegnerischen Mannschaften überhaupt etwas ableiten kann, dann eher die Tatsache, dass diese nicht wirklich gezwungen sind, das Spiel zu machen. Im sicheren Mittelfeld liegend können sie eine Begegnung etwas abwartender und passiver angehen und stattdessen aus dieser Haltung heraus auf Konter spielen. Für Düsseldorf könnte dies ein Problem werden, denn sie werden wohl etwas mehr in die aktive Spielgestaltung investieren müssen – und der konstruktive Spielaufbau war bei ihnen über weite Teile der Saison eine große Schwierigkeit.</p>
<p><b>Fortuna mag keine Mannorientierungen</b></p>
<div id="attachment_17293" class="wp-caption alignleft" style="width: 280px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/abstiegspreview-düsseldorf.png"><img class=" wp-image-17293" alt="abstiegspreview düsseldorf" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/abstiegspreview-düsseldorf.png" width="270" height="362" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen Frankfurt &#8211; Düsseldorf 3:1</p></div>
<p>Gegen Frankfurt kamen die Düsseldorfer aus dem Aufbau heraus kaum einmal in gefährliche Bereiche. Ihre spielschwachen Innen- und Außenverteidiger sowie die verhältnismäßig wenig kreative Zentrale im defensiven Mittelfeld konnten die Bälle selten geordnet nach vorne tragen. Mit einer passenden Spielweise erschwerten die Frankfurter der Fortuna den Aufbau sogar noch zusätzlich.</p>
<p>Durch eine 4-4-2-Grundformation mit vielen Mannorientierungen wurden sowohl die Innenverteidiger unter direktem Druck gesetzt als auch zurückfallende Mittelfeldspieler verfolgt, wenn diese helfen wollten. Letztlich fanden die Gäste damit im Aufbauspiel kaum einmal jene Zeit am Ball, die sie benötigen.</p>
<p>So kommt es der Fortuna eher ungelegen, dass der nächste Gegner aus Nürnberg defensiv eine durchaus ähnliche Spielweise an den Tag legen kann, wie es die Frankfurter taten. Auch wenn die Mannschaft von Michael Wiesinger wohl nicht unbedingt mit einer 4-4-2-Defensivformation auflaufen wird, könnten allerdings die <a href="http://spielverlagerung.de/2013/03/20/1-fc-nurnberg-fc-schalke-04-30/" target="_blank">typischen Mannorientierungen</a> des „Clubs“ den Düsseldorfern Probleme bereiten &#8211; <a title="SV BuLi Kompakt: 16. Spieltag" href="http://spielverlagerung.de/2012/12/14/sv-buli-kompakt-16-spieltag/" target="_blank">wie schon beim Hinspiel</a>.</p>
<p>Denn für ihre Innenverteidiger wird es wohl schwierig werden, konstant anspielbare Optionen im Mittelfeld  oder seitlich die Linie entlang zu finden – besonders, weil Nürnbergs Achter direkten Zugriff auf die Düsseldorfer Sechser herstellen können und auch die offensiven Außenspieler der Franken defensiv zu den am besten mitarbeitenden Akteure der Liga zählen.</p>
<p><b>Hannover als „Glücksgegner“?</b></p>
<p>Bessere Chancen im Offensivspiel könnten sich für Düsseldorf eher im letzten Saisonspiel ergeben, wenn man in einem möglicherweise entscheidenden Abstiegsspiel auf Hannover 96 trifft. Zwar agieren die Niedersachsen mit einer Doppelspitze und können daher theoretisch ebenso frühen Druck auf Fortunas Innenverteidigung machen, doch werden sie aufgrund ihrer etwas unorthodoxen Ausführung der eigenen Formation schnell mal unkompakt.</p>
<p>Mit teilweise vier nominellen, recht hochstehenden und aggressiv agierenden Stürmern in der Aufstellung sowie eher langsamen Innenverteidigern sind die Hannoveraner Linien oftmals verhältnismäßig gestreckt. Selbst eher spielschwache Teams können dagegen mit langen Bällen und am besten dazugehörigem Gegenpressing auf die Abpraller durchaus viele Chancen kreieren. Von daher kommt Hannover als letzter Gegner für die Fortuna durchaus gelegen, die eine gute Chance darauf hat, wie schon in der Hinrunde einen Dreier gegen die Niedersachsen einzufahren.</p>
<p><b>Wo Bereiche mit offensivem Steigerungspotential liegen</b></p>
<p>Darauf sollte sich die Fortuna allerdings nicht verlassen. Auch im Hinblick auf ein mögliches Relegationsspiel gegen den Zweitliga-Dritten müssten eigentlich einige Verbesserungen im Spielaufbau her – das kann man auch kurzfristig bewerkstelligen. Eine Möglichkeit dafür wäre es, beispielsweise mit Adam Bodzek einen der Sechser in der Innenverteidigung einzusetzen.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 280px"><img alt="" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/12/d%C3%BCsseldorf-frankfurt.png" width="270" height="362" /><p class="wp-caption-text">Grundformationen aus dem Frankfurt-Hinspiel mit Bodzek als Innenverteidiger</p></div>
<p>Natürlich ist Bodzek kein wirklicher Spielgestalter und alles andere als ein absoluter Quantensprung, aber verglichen mit einem Innenverteidiger ist er in der Spieleröffnung zumindest mehr als solide und kann in den passenden Situationen auch einige ambitionierte Vertikalpässe anbringen. Beim vielleicht besten Düsseldorfer Saisonspiel im offensiv-konstruktiven Sinne, <a href="http://spielverlagerung.de/2012/12/01/fortuna-dusseldorf-eintracht-frankfurt-40/" target="_blank">dem 4:0 gegen Frankfurt aus der Hinserie</a>, funktionierte diese – damals eher aus der Not geborene – Personalmaßnahme ziemlich effektiv.</p>
<p>In jener Begegnung fuhren die Düsseldorfer ausgehend von dem als halbrechten Innenverteidiger spielenden Bodzek dann den Großteil ihrer Angriffe über diese rechte Flanke, die sie immer wieder überluden. Möglicherweise wäre es für die letzten Saisonspiele eine Option, zu einer solchen Rechtslastigkeit des Angriffsspiels zurückzukehren, nachdem der zuletzt oftmals sehr ausgeglichene Flügelfokus (mit leichtem Übergewicht links) nur noch wenig eingebracht hatte. Wenn man sich auf eine Seite konzentriert, kann dies zwar eventuell etwas ausrechenbarer werden, doch sind die Strukturen dann klarer und festgelegter, was dem einen oder anderen Spieler entgegenkommen könnte. In einer solchen Saisonphase kann man ein wenig Flexibilität zugunsten von der so wichtigen Konsequenz opfern.</p>
<p><b>Düsseldorfs Defensivschwachstellen und ihre Relevanz I</b></p>
<p>Lange Zeit war sie das absolute Prunkstück der Düsseldorfer Mannschaft, sorgte in der Anfangsphase der Spielzeit gar für eine sensationelle Spanne gegentorloser Spiele, doch mittlerweile hat das Defensivbollwerk merkliche Risse bekommen. Selbstredend muss die Fortuna hieran im Allgemeinen arbeiten, doch die wesentlich interessante Frage lautet, wie wahrscheinlich die beiden letzten Gegner die wunden Punkte der Düsseldorfer Defensive finden und ausnutzen können. Frankfurt machte am vergangenen Wochenende vor, wie es geht, und attackierte die zwei zentrale Schwachstellen der Düsseldorfer Defensivstrategie.</p>
<p>Zum einen sind da die Nachteile der vielen Mannorientierungen zu nennen, die die Fortuna besonders in der eigenen Viererkette anwendet. Besonders auf der linken Defensivseite wurde dies deutlich, wo der gelernte Innenverteidiger Juanan unsicher wirkte und sich von Aigner immer wieder in die Zentrale oder ins Mittelfeld ziehen ließ, was dann große Räume für den nachstoßenden Sebastian Jung öffnete, den selbst Bellinghausen nur mühevoll kontrollieren konnte.</p>
<p>Mit Balitsch bzw. Sakai haben die beiden folgenden Düsseldorfer Gegner nicht ganz so offensivstarke Außenverteidiger. Gut für die Fortuna ist dabei aber vor allem, dass diese beiden Akteure einen anderen Stil pflegen als der deutsche Junioren-Nationalspieler, der gerne mit Tempo aus der Tiefe freigeschobene Räume nach einer Verlagerung attackiert. Dagegen spielen Nürnberg und Hannover die Flügelüberladungen anders, brechen meistens auf derselben Seite durch, über die der Angriff bis dahin auch aufgebaut wurde.</p>
<p>Von daher dürfte diese Schwachstelle auf der linken Abwehrseite in den letzten beiden Spielen nicht ganz so deutlich entblößt werden, wozu auch eine Rückkehr des zuletzt verletzten Johannes van der Bergh beitragen könnte, wenngleich der zukünftige Herthaner auch nicht immer so souverän agierte.</p>
<p>Doch die Mannorientierungen beschränken sich nicht nur auf diesen Feldbereich – die Nachteile tauchen auch allgemein immer mal wieder auf. In Frankfurt waren sie auch entscheidend für ein Gegentor – darauf sollte die Fortuna aufpassen und die Ausführungen der Mannorientierungen im letzten Drittel vielleicht ein wenig einschränken. Sonst kommt es wieder zu solchen Szenen:</p>
<div id="attachment_17296" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/abstiegspreview-düsseldorf2.png"><img class="size-full wp-image-17296" alt="abstiegspreview düsseldorf2" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/abstiegspreview-düsseldorf2.png" width="600" height="366" /></a><p class="wp-caption-text">Das 1:0 für Frankfurt. Kurzfristig hatten hier Meier und Inui ihre Positionen getauscht, der Japaner also als beweglicher Zehner und Meier als nach innen ziehender linker Flügel. Düsseldorf mit einigen Mannorientierungen (Bellinghausen auf Jung, Malezas gegen die &#8220;2. Spitze&#8221; Inui). Auch Juanan war zunächst enorm weit gegen Aigner herausgerückt, übergab diesen allerdings an Fink und begab sich auf den Rückweg nach hinten. Fink wird dadurch auf die Seite gezogen und niemand kann den Pass von Jung auf Russ verhindern. Dieser ist überraschend mit vorgestoßen, wird nicht aufgenommen und kann so die riesigen Räume bespielen, die Fortunas mannorientiert herausgerückten Abwehrspieler hinterließen. Russ leitet dann auf Lakic durch, der noch an Giefer scheitert, ehe Meier den Abpraller verwertet.</p></div>
<p><b>Düsseldorfs Defensivschwachstellen und ihre Relevanz II</b></p>
<p>Zum anderen konnte die Eintracht auch einige Male geschickt das zentrale Mittelfeld der Düsseldorfer und dessen etwas seltsame Mischung aus einem passiven und einem wilden Spielstil ausmanövrieren. Aktuell lassen die Fortunen zu viel Raum zwischen den Linien und erhalten hier nicht schnell genug Zugriff, wenn dort ein Gegner angespielt wird. Das situative Herausrücken eines Sechsers gegen bestimmte Schlüsselspieler des Gegners oder in spontane 4-1-4-1-Anordnungen ist ziemlich riskant.</p>
<p>So kann Düsseldorf Pässe in den Zehnerraum nicht vollaktiv unterbinden, weshalb gegnerische Offensivspieler sich in diesem durchaus großen Bereich zu einfach positionieren und ausbreiten können. Über die immer wieder riskant herausrückenden Innenverteidiger soll den Gegner dann zwar zu überhektischem Spiel in diesem Freiraum verleitet werden. Agiert dieser allerdings bedacht und versiert in den Zwischenräumen, wird es oftmals sehr gefährlich für das Tor von Giefer.</p>
<p>Die nicht mit den herausstechenden Zwischenraumspielern gesegneten Nürnberger und Hannoveraner sind nicht unbedingt prädestiniert, das auszunutzen, doch sind sie auch keine dankbaren Mannschaften, die mit hoher Wahrscheinlichkeit an Fortunas Verteidigung scheitern werden. Schnelle und dribbelstarke Akteure wie Kiyotake oder Esswein, aber auch die über ihre Offensivpräsenz kommende Stürmergilde von Hannover kann solche Situationen ebenfalls schonungslos ausspielen.</p>
<p><b>Die vergessenen Defensivrückstöße</b></p>
<p>In diesem Kontext der zugelassenen Defensivfreiräume sollte möglicherweise ein weiteres Detail erwähnt werden, dass den Düsseldorfern im Verlaufe der Saison bzw. der Rückrunde ein wenig ihrer Stabilität beraubt hat: Die Abnahme von Rückstößen in der Phase des Defensivpiels. Sowohl die Innenverteidiger als auch die Sechser arbeiten in bestimmten Phasen und Situationen mit herausrückenden Vorstößen, um Räume abzudecken oder Gegner zu attackieren. In vielen Spielen der Hinrunde wurde dies in verschiedenen Ausführungen mit zurückfallenden Bewegungen kombiniert, die meistens vom hängenden Stürmer geliefert wurden und gewisse Freiräume noch absichern konnten.</p>
<p>Aktuell fehlt es entweder generell an solchen Bewegungen oder an deren durchschlagender Effektivität. In Frankfurt agierte der junge Japaner Omae als hängende Spitze neben Robbie Kruse und zeigte einige Male etwas unorthodoxe, aber von der Idee doch ansprechende Ansätze von Rückwärtspressing. Damit unterstützte er den auf Rode herausrückenden Oliver Fink, konnte somit einige Male Überzahlen gegen den Frankfurter Mittelfeldmotor herstellen und in der Folge die Angriffe zumindest verzögern.</p>
<p>Wegen seiner recht hohen Grundstellung im defensiven 4-4-2 der Fortuna und seiner konstant rechtsseitigen Position war es für ihn aber nicht möglich, darüber hinaus auch situativ mal in von Fink gelassene Lücken zurückzufallen, diesen auch abzusichern statt nur zu unterstützen und damit den weiteren Angriffsverlauf zu blockieren statt nur zu verlangsamen. Die Wege waren schlicht sehr weit und von halbrechts auch praktisch durch Fink selbst blockiert. Wäre seine Grundposition etwas tiefer oder in der Horizontale flexibler angelegt gewesen, dann hätte er sein Engagement noch effektiver einbringen können.</p>
<p>Wenn Düsseldorf generell das Mittel der Defensivrückstöße, das in einigen Spielen der Hinrunde erfolgreiche Dienste leistete, wieder intensivieren könnte, wäre das schon einmal ein wichtiger Schritt, der die Chancen im Abstiegskampf erheblich verbessern könnte. Darüber hinaus sind Nürnberg und Hannover durchaus machbare Gegner – für die Ausnutzung von Düsseldorfs Schwächen nicht unbedingt prädestiniert, umgekehrt für die Fortuna aber durchaus zu knacken.</p>
<p><strong>Prognose</strong></p>
<p><i>Die Fortuna gewinnt eines ihrer beiden letzten Spiele und vermeidet auf diese Weise zumindest den direkten Abstieg. Alles andere hängt auch stark von der Qualität der Konkurrenz (<a href="http://spielverlagerung.de/2013/05/09/abstiegskampf-special-werder-bremen/" target="_blank">Bremen</a>, Augsburg) ab.</i></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17291&amp;md5=43b686496ef5286fb640be0f65932609" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Abstiegskampf-Special: Werder Bremen</title>
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		<pubDate>Thu, 09 May 2013 08:45:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TE</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Noch zwei Spieltage bis zum Ende der Saison und Werder muss zittern und bangen. In unserem Abstiegsspecial suchen wir nach Gründen, wieso Werder diese Saison so weit unten steht, und prognostizieren ihre Chancen im Abstiegskampf. Spielverlagerung beleuchtet in einem Special den Abstiegskampf der Bundesliga. Wir analysieren kurz die im Abstiegskampf steckenden Teams und prognostizieren ihre [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Noch zwei Spieltage bis zum Ende der Saison und Werder muss zittern und bangen. In unserem Abstiegsspecial suchen wir nach Gründen, wieso Werder diese Saison so weit unten steht, und prognostizieren ihre Chancen im Abstiegskampf. <span id="more-17282"></span></p>
<p><i>Spielverlagerung beleuchtet in einem Special den Abstiegskampf der Bundesliga. Wir analysieren kurz die im Abstiegskampf steckenden Teams und prognostizieren ihre Chancen in den verbleibenden zwei Spielen. Die übrigen Teile erscheinen noch vor dem 33. Spieltag am kommenden Samstag.</i></p>
<p><b>Werder Bremen</b></p>
<p>Dass Werder Bremen zwei Spieltage vor Schluss noch nicht gerettet ist, hätten vor der Saison nur wenige gedacht. Schwierige Saison nach dem Umbruch? Ja. Aber akute Abstiegsangst? Noch immer ist es nur schwer verständlich, wie Schaafs Mannschaft derart tief ins Schlamassel rutschen konnte.</p>
<p>Werders Saison war geprägt von Pleiten, Pech und Pannen. Mehr als nur einmal haben sie nach taktisch soliden Leistungen Punkte liegen lassen, weil sie hinten gepatzt oder vorne ihre Chancen nicht genutzt haben. Bremen hat in 20 ihrer 32 Saisonspiele mehr Torschüsse abgegeben als der Gegner. Sie haben am fünfthäufigsten aufs gegnerische Tor geschossen, und nur Bayern, Dortmund und Schalke haben weniger Schüsse zugelassen als die Bremer.</p>
<p>Dementsprechend ist die Geschichte der Bremer Saison nicht in erster Linie eine Geschichte des Versagens. Ihre Leistungen waren selten unterirdisch. Und doch gibt es merkliche, taktische Defizite, die ihren Teil zur aktuellen Situation beigetragen haben &#8211; und die in den verbleibenden Spielen gegen Frankfurt und Nürnberg zum Problem werden könnten.</p>
<p><b>Und periodisch grüßt das Murmeltier                        </b></p>
<p>Die große Frage bei Werder lautet natürlich, wie sie überhaupt in den Abstiegsstrudel hineingeraten konnten. Seit Jahren fällt bei Werder Bremen auf, dass sich dieselben Fehler wiederholen. Es lässt sich ein klares Muster erkennen: Es gibt einen Fehler, der Bremen Punkte kostet. Dieser Fehler wird abgestellt. Einige Wochen oder Monate später taucht er wieder auf.</p>
<p>Das beste Beispiel hierfür ist das Pressing. Schaaf war einer der ersten Trainer, der ein kollektives Angriffspressing nach Deutschland gebracht hat. Nur vollends funktioniert hat es so gut wie nie. Mal steht die Abwehrreihe extrem hoch, aber die Angreifer arbeiten nicht stark genug gegen den Ball; einfache Schnittstellenpässe für den Gegner sind die Folge. Dann wieder rackert die vordere Reihe ausdauernd gegen den Ball, die Viererkette rückt jedoch nicht nach. Oder die Bremer erhalten keinen Zugriff auf den Flügel.</p>
<p>Kaum ist einer dieser Fehler gebannt, tut sich jedoch eine neue Baustelle auf. In den vergangenen drei Jahren war es selten der Fall, dass alles bei Bremen funktionierte; irgendwo hakte es immer. Und wenn man glaubte, dass eine Baustelle vollends weg war, tat sie sich nur wenige Spiele später erneut auf.</p>
<div id="attachment_17285" class="wp-caption alignleft" style="width: 298px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/werder-4-3-3.png"><img class=" wp-image-17285  " alt="Bremens 4-3-3. Defensiv wurde es oft zu einem 4-1-4-1." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/werder-4-3-3.png" width="288" height="394" /></a><p class="wp-caption-text">Bremens 4-3-3. Defensiv wurde es oft zu einem 4-1-4-1.</p></div>
<p><b>Zu offensiv im 4-3-3</b></p>
<p>So ist der wohl am häufigsten geäußerte Kritikpunkte an Schaaf, er denke zu offensiv. Einige Beobachter werfen ihm vor, dass er seine Mannschaft zu offensiv einstellt. Dieses Urteil teile ich persönlich nicht. Aus meiner Sicht ist Schaafs Problem eher, dass er nicht die richtige Balance zwischen Offensive und Defensive findet. Entweder das Team übt zu wenig Druck auf das gegnerische Tor aus – oder sie lassen zu viele Torchancen zu. Fast schon periodisch wechseln sich diese Schwächen miteinander ab.</p>
<p>In dieser Saison lässt sich dieses Problem an den verschiedenen Systemen festmachen: Die erste Saisonhälfte bestritt Bremen in einem 4-3-3/4-1-4-1. Dieses war extrem offensiv ausgerichtet. Mit Arnautovic, Elia und Petersen hatte man vorne drei Angreifer, die sich fast immer vor dem Ball positionieren (sowohl bei eigenem als auch bei gegnerischem Ballbesitz). Dahinter agierten mit Junuzovic, de Bruyne und Hunt drei Mittelfeldspieler, die eher vertikal denn absichernd agieren.</p>
<p>In der ersten Halbserie war das größte Problem von Werder die fehlende Absicherung im Mittelfeld. <a href="http://spielverlagerung.de/2012/09/25/kurz-ausgefuhrt-bremens-halbraume/">Die Folge waren Löcher in den Halbräumen, welche clevere Gegner effektiv bespielen konnten</a>. Es gab einige Spiele, in denen der Gegner mit schnellen Kontern in diesen Bereich kam und Werders komplettes Konzept aushebeln konnte. Gleichzeitig produzierten die offensiven Akteure nicht genügend Chancen, um die defensiven Schwächen zu kompensieren.</p>
<p><b>Zu defensiv im 4-2-3-1</b></p>
<div id="attachment_17284" class="wp-caption alignright" style="width: 298px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/werder-4-2-3-1.png"><img class=" wp-image-17284  " alt="Werders 4-2-3-1, wie sie es im Spiel gegen Hoffenheim praktizierten." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/werder-4-2-3-1.png" width="288" height="394" /></a><p class="wp-caption-text">Werders 4-2-3-1, wie sie es im Spiel gegen Hoffenheim praktizierten.</p></div>
<p>In der Rückrunde vollzog sich bei Werder ein Wandel. Thomas Schaaf sprach in Interviews öfter davon, die Defensive stabilisieren zu wollen. Aktuell spielt Werder aus diesem Grund ein 4-2-3-1-System. Besonders die Doppelsechs ist hier wesentlich konservativer besetzt als das Mittelfeld im 4-3-3. Mit Fritz oder Felix Kroos neben Bargfrede kann Werder die Zentrale kontrollieren.</p>
<p>Unstrittig ist, dass diese Maßnahme die Defensive verbesserte. In den vergangenen Spielen gegen Leverkusen (0:1) und gegen Hoffenheim (2:2) ließ Bremen praktisch kaum Torchancen zu. Bargfrede und sein Mittelfeldpartner verrichten viel Arbeit, damit der Gegner nicht durch das Zentrum kommen kann. Überhaupt hält Werder die eigene 4-4-2-Ordnung sehr diszipliniert – in den vergangenen Wochen stand offensichtlich ballnahes Verschieben auf der Tagesordnung.</p>
<p>Diesem System fehlt jedoch gänzlich die Kreativität aus dem Zentrum. Teilweise versuchte de Bruyne dies durch starkes Zurückfallen zu kompensieren, zuletzt agierte er jedoch auf den Außen und musste dort stärker seine Position halten. Diese fehlende Kreativität war vor allem <a href="http://spielverlagerung.de/2013/03/16/werder-bremen-greuther-furth-22/">in der ersten Halbzeit gegen Greuther Fürth</a> augenfällig. Werder war ein zweigeteiltes Team, vertikales Ballgeschiebe um den Mittelkreis die Folge.</p>
<p>Die fehlende Balance könnte in den zwei kommenden Spielen zu enormen Problemen führen. Das zuletzt eingesetzte 4-2-3-1 eignet sich nicht, um ein Tor zu erzwingen oder um defensiv agierende Gegner auseinanderzuspielen. Genau dies dürfte allerdings gefordert sein: Frankfurt reicht ein Punkt für Europa und agierte in der Rückrunde ohnehin recht kontrolliert. Dementsprechend wenig Risiko dürften sie im Spiel gegen Bremen gehen. Und am letzten Spieltag warten die ohnehin konterlastigen Nürnberger, die nichts mehr zu verlieren oder zu gewinnen haben. Die Frage wird sein, wie Schaaf dieses Dilemma löst: Abwartend agieren? Oder ein offensiveres System wagen, das wiederum Räume für Konter öffnet – und das ausgerechnet gegen zwei konterstarke Teams?</p>
<div id="attachment_17283" class="wp-caption aligncenter" style="width: 409px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/bremen-statistiken.png"><img class="size-full wp-image-17283 " alt="Die Hin- und die Rückrunde der Bremer im statistischen Vergleich. In der Rückrunde waren sie passiver, hatten weniger Ballbesitz und ließen weniger Torschüsse des Gegners zu." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/bremen-statistiken.png" width="399" height="149" /></a><p class="wp-caption-text">Die Hin- und die Rückrunde der Bremer im statistischen Vergleich. In der Rückrunde waren sie passiver, hatten weniger Ballbesitz und ließen weniger Torschüsse des Gegners zu. Diese Statistiken sowie alle anderen Statistiken des Textes stammen von <a href="http://www.whoscored.com" target="_blank">Whoscored</a> bzw wurden eigenständig aus den dortigen Statistiken berechnet.</p></div>
<p><b>Arnautovic und Elia</b></p>
<p>Selbst wenn Schaaf offensiver spielen möchte, sind seine Möglichkeiten begrenzt. Schuld ist eine nächtliche Spritztour auf der Autobahn, aufgrund welcher der Verein <a href="http://90minuten.at/index.php/magazin/reportage/20377-marko-arnautovic-der-unbelehrbare" target="_blank">Marko Arnautovic und Eljero Elia suspendierte</a>.</p>
<p>In der Startelf kann Werder ohne die beiden auskommen, wie die vergangenen Spiele bewiesen. In der Hinrunde war ein großes Problem, dass Werder sich aufgrund der Rolle der beiden zu oft auf den Flügel festnageln ließ. Als klassische Flügelstürmer hielten die beiden ihre Positionen und machten das Spiel breit. Wenn sie jedoch den Ball auf dem Flügel bekamen, waren sie meist isoliert von ihren Mitspielern. Dass sich die Außenverteidiger oft zurückhielten, erschwerte die Situation für die Beiden. Werders breites Spiel ging nur selten auf. Zwar schlug Bremen mehr Flanken als jedes andere Bundesliga-Team – die Anzahl ihrer Tore nach hohen Hereingaben ist jedoch nur knapp über dem Ligaschnitt.</p>
<p>So zeigte sich in den vergangenen Wochen ohne die beiden eine leichte Verbesserung. Yildirim kann individuell zwar nicht mit den beiden Stars mithalten, arbeitet aber extrem gewissenhaft nach hinten. Seine Rolle erlaubt es de Bruyne, auf dem anderen Flügel etwas weiter vorne zu spielen und öfter in die Mitte zu ziehen. Insgesamt harmoniert das neue Duo auf den Flügeln, auch weil sie von Hunt gut unterstützt werden.</p>
<p>Problematisch dürfte es hingegen werden, sobald Werder einen Rückstand aufholen muss. Die offensiven Optionen auf der Bank sind ohne Elia und Arnautovic enorm limitiert. Joseph Akpala ist noch die namhafteste Alternative, wobei er auf gerade einmal einen Treffer bei 17 Einwechslungen kommt.  Auch nimmt sich Werder die Möglichkeit, die extrem breite Formation der Hinrunde zu spielen &#8211; gerade gegen Nürnbergs eher inverse Flügelspieler wäre dies eine Option. So ist die Suspendierung zwar disziplinarisch richtig, aber auch eine derbe Hypothek im Abstiegskampf.</p>
<p><b>Die Viererkette </b></p>
<p>Eine der großen Problemzonen Bremens ist die Viererkette. In der Defensive sind Bremens Verteidiger zu fehleranfällig. Das müssen nicht unbedingt kollektive Fehler sein, oft sind es einfache, individuelle Aussetzer. Mal rückt ein Innenverteidiger falsch heraus, mal unterläuft ein Außenverteidiger den Ball, mal geht ein Außenverteidiger nach vorne, wenn er eigentlich hinten bleiben sollte. Über die Saison häufen sich die Fehler von Lukimya und seinen Kollegen allerdings zu stark – es gibt kaum ein Werder-Gegentor, das nicht relativ einfach hätte verhindert werden können.</p>
<p>Auch im Spielaufbau mangelt es in Werders Viererkette an Qualität. Dieser läuft seit Jahren hauptsächlich über die Außenverteidiger-Positionen. Hier hat Werder jedoch nicht nur mit den durchschnittlichen Fähigkeiten ihrer Spieler zu kämpfen, sondern auch mit Verletzungssorgen. Das sorgt dafür, dass die Flügelspieler mit ihren Vordermänner selten eingespielt waren. Auch kommen hier die Probleme im Mittelfeldzentrum zum Tragen: Im 4-2-3-1 fehlt die kreative Unterstützung, im 4-3-3 stehen die Mittelfeldspieler oft zu hoch, um Anspielpartner im Spielaufbau zu sein.</p>
<p>Bremen tut sich mit diesem Spielaufbau vor allem gegen hoch pressende Gegner schwer. Es ist zwar löblich, dass sie stets am Kurzpassspiel festhalten, das Schaaf favorisiert – kein Team schlägt weniger lange Bälle als Bremen. Allerdings werden sie dadurch auch ausrechenbar. Zu oft lassen sie sich in die Pressingfallen des Gegners locken, was besonders in Kombination mit den isolierten Außenstürmern zu Problemen führt.</p>
<p>In diesem Zusammenhang fallen die schwachen Ergebnisse gegen Teams mit einem starken Pressing ins Auge. <a href="http://spielverlagerung.de/2013/02/26/fc-bayern-munchen-sv-werder-bremen-61/">Gegen die Bayern</a> und <a href="http://spielverlagerung.de/2013/01/19/sv-werder-bremen-borussia-dortmund-05/">gegen den BVB</a> gab es zwei Debakel, auch gegen Freiburg hatten sie herbe Probleme und gewannen das Hinspiel nur durch eine gehörige Portion Glück. <a href="http://spielverlagerung.de/2013/02/16/werder-bremen-sc-freiburg-23/">Das Rückspiel verloren sie mit 2:3</a>. Hinzu kommen <a href="http://spielverlagerung.de/2012/10/05/fc-augsburg-sv-werder-bremen-31/">zwei Niederlagen gegen die in diesem Punkt starken Augsburger</a> und <a href="http://spielverlagerung.de/2012/12/08/eintracht-frankfurt-sv-werder-bremen-41/" target="_blank">ein 1:4 gegen Frankfurt</a>. Gerade diesen Punkt könnte Vehs Elf am Wochenende ausnutzen, schließlich haben sie defensiv in der Rückrunde nochmal einen Sprung nach vorne gemacht.</p>
<p>Dieses Porträt konzentrierte sich stark auf die Schwächen des Bremer Spiels. Last but not least möchte ich aber noch einmal unterstreichen, dass ich persönlich die Saison von Werder nicht als volle Katastrophe einstufe. Individuelle Fehler und teilweise auch Pech trugen ihren Teil zur jetzigen Situation bei. <a href="http://spielverlagerung.de/2013/05/05/werder-bremen-1899-hoffenheim-22/" target="_blank">Das Spiel gegen Hoffenheim</a> steht für mich sinnbildlich für die gesamte Saison: 85 Minuten zeigt Werder eine solide, aber nicht überragende Leistung. Dann reißen sie in den letzten 5 Minuten durch Unkonzentriertheiten das ein, was sie zuvor aufgebaut haben.</p>
<p><b>Prognose</b></p>
<p><em>Werder Bremen dürfte den Nichtabstieg schaffen. Von den anderen Teams müssten mindestens zwei mehr als drei Punkte aus den verbliebenen Spielen holen – und dazu sind die Düsseldorfer zu formschwach und die Aufgaben von Augsburg und Hoffenheim zu schwer (Auswärtsspiele gegen Bayern bzw. BVB). Summa summarum müsste den Bremern ein Punkt reichen – und den dürften sie spätestens gegen Nürnberg holen.</em><img src="http://vg06.met.vgwort.de/na/84b69f24f18f418eab13b3af53e37fc5" width="1" height="1" alt=""></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17282&amp;md5=2e88199e951bf8a84a842e4e39cdf5f6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>SC Freiburg &#8211; FC Augsburg 2:0</title>
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		<pubDate>Sun, 05 May 2013 23:43:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>PP</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[FC Augsburg]]></category>
		<category><![CDATA[SC Freiburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Freiburg gewann aufgrund starken Anpassungen an den Gegner gegen Augsburg. Nachdem Augsburg in der Anfangsphase die Chancen nicht nutzte, schlug Freiburg zu und entschied das Spiel somit. Freiburg begann im 4-4-2 mit den schwimmenden Neuneinhalbern Rosenthal und Kruse in vorderster Linie. In der Innenverteidigung behielt Höhn seinen Platz neben Diagne, im Zentrum lief Makiadi neben [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Freiburg gewann aufgrund starken Anpassungen an den Gegner gegen Augsburg. Nachdem Augsburg in der Anfangsphase die Chancen nicht nutzte, schlug Freiburg zu und entschied das Spiel somit. <span id="more-17252"></span></p>
<p>Freiburg begann im 4-4-2 mit den <a href="http://www.11freunde.de/artikel/freiburg-duesseldorf-der-spielanalyse">schwimmenden Neuneinhalbern Rosenthal und Kruse</a> in vorderster Linie. In der Innenverteidigung behielt Höhn seinen Platz neben Diagne, im Zentrum lief Makiadi neben Schuster auf.</p>
<p>Weinzierls Augsburger agierten im gewohnten 4-1-4-1 mit dem Kreativzentrum bestehend aus Baier, Ji und Moravek, der gesperrte Linksverteidiger Ostrzolek wurde von de Jong vertreten.</p>
<p><strong>Augsburgs Pressing und Freiburgs Gegenmittel</strong></p>
<p>Die Augsburger zeigten sich im Pressing äußerst variabel und ambitioniert. In der Regel formierten sie sich gegen den Ball im 4-4-2 mit Ji neben Mölders, welche die Freiburger Innenverteidiger zustellen sollten. Da Freiburg selten lange Bälle von hinten heraus schlägt, waren Pässe von Torhüter Baumann auf die Außenverteidiger Sorg und Mujdza die logische Folge.</p>
<p>Bahnte sich ein solcher Pass an, rückte der jeweilige Flügelspieler der Augsburger sofort aggressiv vor und attackierte Sorg bzw. Mujdza im besten Fall schon bei der Ballannahme. Freiburgs Außenverteidiger gingen kein Risiko und ließen den Ball wieder zurück zu Baumann prallen.</p>
<div id="attachment_17270" class="wp-caption aligncenter" style="width: 463px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/augsburg-pressing.png"><img class="size-full wp-image-17270" alt="Mölders und Ji stellten die Innenverteidiger zu. Bahnte sich ein Pass auf Mujdza an, lief Werner diesen sofort an. Schuster suchte die Räume hinter Mujdza, wenn er aufrückte. Moravek folgte ihm wiederum." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/augsburg-pressing.png" width="453" height="674" /></a><p class="wp-caption-text">Mölders und Ji stellten die Innenverteidiger zu. Bahnte sich ein Pass auf Mujdza an, lief Werner diesen sofort an. Schuster suchte die Räume hinter Mujdza, wenn er aufrückte. Moravek folgte ihm wiederum. Durch Rosenthals und Kruses umtriebige Bewegungen konnte Freiburg dennoch Anspielstationen im Zentrum und in den Halbräumen schaffen.</p></div>
<p>Dieser wurde von Mölders und Ji allerdings selten angelaufen &#8211; Priorität hatten die Innenverteidiger &#8211; sodass der Freiburger Torwart relativ viel Zeit am Ball hatte. Doch wohin damit?</p>
<p>Freiburgs Gegenmittel war das Abkippen Schusters in Verbindung mit einem weiten Aufrücken der Außenverteidiger: Zumeist schob Mujdza weit vor und drückte Werner somit zurück. Schuster orientierte sich dann oft in den großen Raum auf der eigenen rechten Seite. Alternativ wartete er den passenden Moment ab, um sich zwischen Mölders und Ji und anspielbar zu machen.</p>
<p>Die Gegenmaßnahme der Augsburger ließ nicht lange auf sich warten: Jan Moravek rückte immer wieder vor und presste Schuster. Dadurch wurden dann Räume neben Daniel Baier frei, in die Freiburgs Spitzen Rosenthal und Kruse drifteten.</p>
<p>Freiburg spielte über Baumann und die Innenverteidiger einige sehr gute harte, flache Pässe durch das Zentrum in jene Räume, wo Rosenthal und Kruse dank ihrer Technik wenige Probleme mit der Verarbeitung hatten.</p>
<p><strong>Freiburgs Pressing und Augsburgs Gegenmittel</strong></p>
<p>Auch auf der anderen Seite gab es interessante Wechselwirkungen: Freiburg presste trotz nomineller Unterzahl im Zentrum &#8211; Makiadi und Schuster gegen Baier, Ji und Moravek &#8211; im gewohnten 4-4-2. Warum das funktionierte? Rosenthal und Kruse sind mittlerweile Meister im Abkappen der gegnerischen Sechser. Die beiden haben ihre Anlaufbewegungen der gegnerischen Innenverteidiger im Laufe der Saison so gut aneinander angepasst, dass Pässe ins Mittelfeld kaum möglich sind.</p>
<p>Sie lassen nur eine extrem kleine Lücke zwischen sich, was die meisten Innenverteidiger abschreckt. Somit provozieren sie Pässe auf die Außenverteidiger, die sofort von Caliguri und Schmid unter Druck gesetzt werden.</p>
<p>Wer wie die Augsburger jedoch nur mit spielgestaltenden Akteuren im zentralen Mittelfeld agiert und das Wort Abstiegs&#8221;kampf&#8221; mit einer ballbesitzorientierten Spielweise ad absurdum führt, schlägt jedoch nicht permanent lange Bälle hinten heraus, nur weil die Freiburger Pressingmonster kommen. Callsen-Bracker und Klavan trauten sich mehrere Male, scharfe Bälle zwischen Rosenthal und Kruse hindurch ins Mittelfeld zu spielen.</p>
<p>Baier war hierbei meistens die erste Anspielstation, hin und wieder ließ sich auch Moravek fallen. Wegen ihrer Pressingresistenz lief der situativ herausrückende Makiadi hierbei gleich mehrere Male ins Leere. Natürlich konnte Augsburg diese Spielweise nicht die ganze Zeit durchziehen &#8211; irgendwann wäre es ja auch arg vorhersehbar geworden &#8211; weswegen sie auch einen Plan B hatten:</p>
<p>Mölders wich auf die rechte Seite auf, wo er lange Bälle gegen den körperlich unterlegenen Sorg festmachen sollte. Dies funktionierte mehrere Male, sodass Christian Streich seinen Innenverteidiger Diagne anwies, bei diesen Bällen herauszurücken. Es entwickelten sich mehrere umkämpfte Zweikämpfe zwischen den beiden robusten Akteuren, bei denen Diagne früh Gelb sah und folgerichtig zur Halbzeit ausgewechselt wurde. Bei den langen Bällen auf Mölders lauerte Hahn auf Verlängerungen hinter Sorg, Verhaegh, Ji und Moravek positionierten sich um Mölders herum für zweite Bälle.</p>
<div id="attachment_17271" class="wp-caption aligncenter" style="width: 463px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/augsburg-aufbau.png"><img class="size-full wp-image-17271" alt="Obwohl Rosenthal und Kruse wie üblich gut zusammen arbeiteten, um die Passwege ins Zentrum zuzustellen, gelangen den Augsburgern einige technisch anspruchsvolle Pässe zwischen den beiden hindurch. Baier und manchmal Moravek verarbeiteten diese Bälle. Plan B im Aufbau war der lange Ball auf den nach rechts rückenden Mölders. Dort versuchte der bullige Stürmer, in Kopfballduelle mit dem unterlegenen Sorg zu kommen. Diagne schaute sich das nicht lange mit an und half seinem Außenverteidiger, während Höhn absicherte." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/augsburg-aufbau.png" width="453" height="674" /></a><p class="wp-caption-text">Obwohl Rosenthal und Kruse wie üblich gut zusammen arbeiteten, um die Passwege ins Zentrum zuzustellen, gelangen den Augsburgern einige technisch anspruchsvolle Pässe zwischen den beiden hindurch. Baier und manchmal Moravek verarbeiteten diese Bälle. Makiadi rückte aus Freiburgs 4-4-2 situativ in ein 4-1-3-2 vor, lief aber häufiger ins Leere. Plan B der Augsburger im Aufbau war der lange Ball auf den nach rechts rückenden Mölders. Dort versuchte der bullige Stürmer, in Kopfballduelle mit dem unterlegenen Sorg zu kommen. Diagne schaute sich das nicht lange mit an und half seinem Außenverteidiger, während Höhn absicherte.</p></div>
<p>Jan Moravek verdient an dieser Stelle ein Sonderlob, da er im Aufbau erkennen musste, ob er nun kurz kommen sollte oder aber den weiten Weg nach vorne macht, um dort zweite Bälle aufzusammeln. Mit 12,6 Kilometern lief der Tscheche die größte Distanz aller Akteure, in der Kategorie &#8220;Intensive Läufe&#8221; war er mit 68 Spitzenreiter im eigenen Team.</p>
<p>Christian Streich beorderte seine Elf nach ungefähr 20 Minuten weiter nach vorne, damit die Kopfballduelle mit Mölders möglichst weit weg vom eigenen Tor stattfinden. Freiburg konnte diese hohe Stellung problemlos halten, da seitens der Augsburger wenig Gefahr in Sachen Schnelligkeit ausging.</p>
<p><strong>Tiefe Stellung nach Überspielen der ersten Pressingwelle</strong></p>
<p>Dass ein hoher gegenseitiger Respekt vorherrschte, merkte man daran, dass beide Teams alles daran setzten, nach der ersten Pressingwelle mit möglichst allen Spielern hinter den Ball zu kommen.</p>
<p>Funktionierte Augsburgs anpassungsfähiges Pressing in erster Linie nicht, eilten die Offensivakteure zurück und formierten mit dem Rest des Teams ein tiefes 4-1-4-1 mit Baier vor der Abwehr. Ji und Moravek rückten aus den Halbpositionen immer wieder heraus, um die Freiburger Ballzirkulation zu stören.</p>
<p>Die Breisgauer taten sich schwer, zwischen die Linien zu kommen und probierten es folglich häufig über die Flügel. Da das klassische Flügelspiel mit Flanken aber nicht zu den größten Stärken des Streich-Teams gehört, entstand hier nicht viel Gefahr.</p>
<p>In der Defensive stellte Freiburg auf ein 4-2-4-0 bzw. 4-4-2-0 um, sobald Rosenthal und Kruse erstmals überspielt wurden. Sie ließen den Freiburger Innenverteidigern und Baier dann viel Zeit am Ball.</p>
<p>An dieser Stelle sollte auf jeden Fall positiv herausgehoben werden, dass beide Mannschaften auch dann konstruktive Lösungen suchten, um die tief stehende Defensivvariante des Gegners zu knacken und nicht ins Bolzen verfielen &#8211; im Merseyside-Derby am frühen Nachmittag habe ich da andere Ansätze gesehen.</p>
<p><strong>Ein gutes Spiel &#8211; mit vielen Halbchancen</strong></p>
<p>Es entwickelte sich ein technisch und taktisch gutes Spiel, sowohl das Pressing, als auch die Lösungen gegen Selbiges waren in der Regel anspruchsvoll und ansehlich.</p>
<div id="attachment_17269" class="wp-caption alignright" style="width: 319px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/start.png"><img class=" wp-image-17269 " alt="Grundformationen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/start.png" width="309" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen</p></div>
<p>Dass es kaum klare Torchancen gab, lag eher an Kleinigkeiten. Auf Augsburger Seite ist das teilweise verfrühte Abschließen der Angriffe anzuführen, obwohl noch weitere Kombinationsmöglichkeiten bestanden.</p>
<p>Freiburg hingegen verpasste es, das Spiel im letzten Drittel noch einmal zu verlagern, wenn sie die Augsburger auf eine Seite gelockt hatten. Gerade Mujdza sprintete einige Male in Piszczek-Manier in den freien Raum, erhielt aber keine Anspiele.</p>
<p>Die Folge waren viele Distanzschüsse, mal mehr, mal weniger gefährlich. Doch es gab auch &#8211; wenige &#8211; gute Torchancen:</p>
<p>In der zehnten Minute eroberte Moravek im Gegenpressing den Ball von Diagne und bediente Mölders, der aber zu unplaziert abschloss. Nach 23 Minuten gab es dann eine typische Augsburger Strafraumszene zu sehen.</p>
<p>Werner, nicht gerade der typische technisch starke Flügeldribbler, knallte den Ball mit vollem Risiko von der linken Seite in den Strafraum. Mölders verarbeitete diesen Ball irgendwie und legte auf Ji ab. Der umworbene Südkoreaner zeigte am Sechzehner seine technische Klasse und vernaschte die Freiburger Verteidiger auf engem Raum. In Bedrängnis konnte er dann aber nicht gut genug abschließen.</p>
<p>In der 30. Minute erzielten die Gastgeber aus Freiburg dann mit ihrem ersten zu Ende gespielten Spielzug das Führungstor. Makiadi brachte in jener Szene eine der vorher ausbleibenden Verlagerungen auf Mujdza auf den rechten Flügel (ironischerweise war er in dieser Szene im Gegensatz zu den vorherigen Angriffen eigentlich überhaupt nicht frei). Mujdza konnte sich mit einem guten Rückpass auf Rosenthal aus der Augsburger Dopplung befreien.</p>
<p>Hier zahlte sich Freiburgs flexible Spielweise aus: Rosenthal, der den Ball nicht gerade in Stürmerposition erhielt, leitete mit dem ersten Kontakt weiter auf den eingerückten Schmid. Dieser brachte den Ball extrem scharf vors Tor von Manninger. Der Österreicher konnte den Ball nur abklatschen lassen &#8211; in die Füße des in die Spitze gerückten Makiadi.</p>
<p><strong>Freiburg nach Führungstor kompakter und kombinationsfreudiger</strong></p>
<p>Das Führungstor fiel überraschend und war aufgrund der Spielanteile bis dahin leicht unverdient. Freiburg konnte sich nun noch mehr auf das eigene Pressing konzentrieren, was ihnen sichtlich gut tat.</p>
<p>Sie wählten nun einen Mittelweg aus der hohen Verteidigungslinie, die den langen Bällen auf Mölders entgegen wirken sollte, und der tiefen Stellung nach Überspielen der ersten Pressinglinie. Rosenthal und Kruse fielen etwas zurück, sodass Freiburg im 4-2-4-0/4-4-2-0 presste. Durch den kompakten Block im Zentrum machten sie es Augsburg extrem schwer, Pässe ins Zentrum zu den kreativen Akteuren zu spielen.</p>
<p>Die noch kompaktere Stellung der Freiburger zahlte sich auch in Ballbesitz aus. Ihre Ballzirkulationsphasen waren nun länger, das Kurzpassspiel wegen der kürzeren Wege flüssiger.</p>
<p>Kruse und Rosenthal gelang es nun häufier, zwischen die Linien der Augsburger zu kommen, besonders in die Räume neben Baier. In der 41. Minute konnten sie Manninger dann noch zu einer starken Parade zwingen, nachdem Schmid nach einer guten Kombination per Flanke bedient wurde.</p>
<p><strong>Ginter für Diagne</strong></p>
<p>Zur zweiten Halbzeit blieb der mit Gelb vorbelastete Diagne in der Kabine, Ginter kam für ihn in die Partie. Im Gegensatz zu Diagne ließ er sich erst gar nicht auf die klassischen Mölders-Zweikämpfe ein, sondern agierte im Verbund mit Immanuel Höhn sehr clever gegen Augsburg Spitze.</p>
<p>Sowohl Ginter als auch Höhn vermieden, dass Mölders seinen wuchtigen Körper zwischen sie und den Ball stellen konnte, indem sie stark antizipierten und häufig vor ihm am Ball waren. Da Augsburg nur mit einer Spitze spielte &#8211; Ji rückte erst recht spät im Angriffsverlauf ins Sturmzentrum &#8211; konnte einer der beiden neben Mölders stehen, um den Ball vor ihm wegzuspitzeln, während der andere leicht versetzt dahinter absichern konnte. Vergleichbar war das in etwa mit <a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Bayern-vs-Chelsea-Drogbadeckung.png">Tymoschchuks und Boatengs Umgang mit Drogba im letzten Champions League Finale</a>.</p>
<div id="attachment_17272" class="wp-caption aligncenter" style="width: 463px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/freiburg-tief.png"><img class="size-full wp-image-17272" alt="In der zweiten Halbzeit formierte sich Freiburg häufig im 4-2-4-0 und verschloss so das Zentrum. Auch auf den Flügeln hatten sie durch diese extrem kompakte Stellung Überzahl, zumal Verhaegh und de Jong offensiv sehr zurückhaltend waren. Ginter und Höhn verteidigten Mölders nicht mit Körper, sondern mit Köpfchen." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/freiburg-tief.png" width="453" height="674" /></a><p class="wp-caption-text">In der zweiten Halbzeit formierte sich Freiburg häufig im 4-2-4-0 und verschloss so das Zentrum. Auch auf den Flügeln hatten sie durch diese extrem kompakte Stellung Überzahl, zumal Verhaegh und de Jong offensiv sehr zurückhaltend waren. Ginter und Höhn verteidigten Mölders nicht mit Körper, sondern mit Köpfchen.</p></div>
<p>Die starke Leistung des 19-jährigen Ginters schlägt sich auch in Zahlen nieder: Er gewann acht von neun Zweikämpfen (88,9%) und brachte 16 seiner 17 Pässe an den Mann (94,1%) &#8211; die meisten davon waren sogar nach vorne statt quer zu Höhn.</p>
<p><strong>Freiburg hält den Ball, Augsburg bekommt keinen Zugriff</strong></p>
<p>In der zweiten Hälfte hatte Augsburg im Pressing weniger Zugriff, nicht zuletzt dank der guten Pässe von Ginter, und hatte auch offensiv kaum etwas entgegenzusetzen.</p>
<p>Die Freiburger adaptierten ihre Passmuster im Laufe der Partie sehr gut an das Augsburger Pressing an und umspielten es. Schuster wich auf die Seiten aus, Makiadi gab den dynmaschinen, gerne auch mal vertikalen Dauerläufer und Kruse holte sich die Bälle in den Halbräumen.</p>
<p>Kurios: Kruse hatte die meisten Ballkontakte aller Freiburger (71), insgesamt war nur Baier (78) häufiger am Ball. Mit sechs Torschüssen und sechs Torschussvorlagen war Kruse an 12 von 17 Torschüssen der Gastgeber direkt beteiligt, an allen anderen jedoch auch als vorletzter oder drittletzter Passgeber.</p>
<p>Die Offensivrochaden der Freiburger waren für sichtlich müder werdende Augsburger dann auch nicht mehr so gut zu verteidigen. Bestes Beispiel dafür: Das Tor zum 2:0 durch Schmid.</p>
<p>Kruse ließ sich aus dem Sturmzentrum zurückfallen und wurde von Rechtsaußen Schmid angespielt. Kruse lief mit Ball ein paar Schritte vom Tor weg, während Schmid von der rechten Seite um Kruse herum ins Sturmzentrum startete und von Kruse per Schnittstellenpass mustergültig bedient wurde. Bei Augsburg stimmten hier die Übergabemechanismen nicht, gegen den Geschwindigkeitsvorteil von Schmid ließ sich dann in letzter Konsequenz nichts mehr machen.</p>
<p><strong>Weinzierl wechselt offensiv, verfehlt damit aber den erhofften Effekt</strong></p>
<p>Sofort nach dem 2:0 wechselte Weinzierl offensiv und brachte Oehrl für Werner. Oehrl ging neben Mölders in die Spitze, Ji für Werner auf den linken Flügel. Augsburg agierte nun also im 4-4-2, das vor der Viererkette mit ausschließlich offensiv denkenden Spielern besetzt war.</p>
<p>Problematisch am 4-4-2 war, dass die Außenspieler häufig zu hoch standen, sodass ein 4-2-4 entstand. Freiburg konnte so leicht die Verbindungen kappen und provozierte lange Bälle auf die Flügel, die nicht zu erlaufen waren.</p>
<p>Defensiv fehlte Augsburg nun völlig die Stabilität, Freiburg durfte sich zwischen den Linien austoben. Makiadi und Schuster (später auch Flum) glichen das Zurückfallen von Kruse mit intelligenten Ausweichbewegungen aus und kreierten somit stets genug Anspielstationen.</p>
<p>Augsburg konnte Freiburg nicht mehr ernsthaft gefährden, auch der Wechsel Hain für Mölders brachte nichts mehr ein.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>In der ersten Halbzeit sah man in den ersten 20-25 Minuten ein Bundesligaspiel auf hohem Niveau. Beide Teams pressten gut und intensiv, die Reaktionen auf das gegnerische Pressing waren ebenso intelligent und technisch hochwertig umgesetzt.</p>
<p>Augsburg hatte in der Anfangsphase Vorteile und hätte in Führung gehen müssen. Dass Freiburg mit dem ersten richtig guten Angriff vorlegte, war etwas glücklich.</p>
<p>Wie die Freiburger sich mittlerweile im Verlaufe eines Spiels auf den Gegner einstellen können, ist schon ganz großes Kino. Ihre Arbeit gegen den Ball ist sowieso schon extrem gut, mit dem Ball finden sie immer wieder neue, kreative Lösungen.</p>
<p>Ein Sonderlob von mir geht an Matthias Ginter, der mit seiner intelligenten Zweikampfführung gegen Mölders Augsburgs Fixpunkt neutralisierte und selber mit guter Ballverteilung glänzte. <img src="http://vg02.met.vgwort.de/na/0b75630da64c45879e1934585372fc25" width="1" height="1" alt=""></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17252&amp;md5=86c4be23dce72339734f9c91e216897f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Werder Bremen &#8211; 1899 Hoffenheim 2:2</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/05/05/werder-bremen-1899-hoffenheim-22/</link>
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		<pubDate>Sun, 05 May 2013 16:14:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TE</dc:creator>
				<category><![CDATA[1899 Hoffenheim]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[SV Werder Bremen]]></category>

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		<description><![CDATA[Werder Bremen und die TSG Hoffenheim teilen sich im Duell um den Nichtabstieg die Punkte. Bremen vermasselt in der Schlussphase den Sieg, nachdem sie 85 Minuten lang Hoffenheim neutralisierten. Nur wenige hätten vor der Saison erwartet, dass sich Bremen und Hoffenheim drei Spieltage vor Saisonende ein waschechtes Kellerduell liefern. Und doch war die Ausgangsposition klar: [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Werder Bremen und die TSG Hoffenheim teilen sich im Duell um den Nichtabstieg die Punkte. Bremen vermasselt in der Schlussphase den Sieg, nachdem sie 85 Minuten lang Hoffenheim neutralisierten.<span id="more-17256"></span></p>
<div id="attachment_17259" class="wp-caption alignleft" style="width: 298px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/werder-hoffenheim-erste-halbzeit.png"><img class=" wp-image-17259  " alt="Grundformationen in Halbzeit Eins." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/werder-hoffenheim-erste-halbzeit.png" width="288" height="394" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen in Halbzeit Eins.</p></div>
<p>Nur wenige hätten vor der Saison erwartet, dass sich Bremen und Hoffenheim drei Spieltage vor Saisonende ein waschechtes Kellerduell liefern. Und doch war die Ausgangsposition klar: Beide Teams brauchten einen Sieg. Thomas Schaaf schickte seine Mannschaft in einem 4-2-3-1 auf das Feld, das defensiv zu einem 4-4-2 wurde. <a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/06/kurz-ausgefuhrt-hoffenheims-raute/">Markus Gisdol</a> ließ mit demselben System spielen.</p>
<p>Ein früher Treffer prägte das Spiel: Bereits in der zweiten Minute verwandelte Hunt einen Elfmeter. Mit der Führung im Rücken konnte Bremen eine reaktive, abwartende Strategie angehen. Kern ihres Spiels war ihre enge 4-4-2-Formation gegen den Ball. Die beiden vordersten Akteure postierten sich derart eng, dass sie zu jeder Zeit die vertikalen Passwege im gegnerischen Spielaufbau schlossen.</p>
<p><b>Duelle auf dem Flügel</b></p>
<p>Hoffenheim konnte sich zwar ungestört mit Vestergaard, Abraham und dem leicht abkippenden Rudy die Bälle zuspielen – das vertikale Spiel war jedoch blockiert. Dieses ist jedoch ihre große Stärke. Unter Gisdol setzen sie auf schnelle Spielzüge durch das Zentrum, wo sie die spielerischen Qualitäten von Salihovic und Firmino einsetzen wollen. Auch ihre Außenstürmer Johnson und Volland sind nicht auf ein klassisches Flügelspiel geeicht, sondern sprinten oft in die Schnittstellen zwischen gegnerischem Außen- und Innenverteidiger.</p>
<div id="attachment_17257" class="wp-caption alignright" style="width: 298px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/werder-hoffenheim-kompaktheit-im-zentrum.png"><img class=" wp-image-17257" alt="werder hoffenheim kompaktheit im zentrum" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/werder-hoffenheim-kompaktheit-im-zentrum.png" width="288" height="394" /></a><p class="wp-caption-text">Bremens kompakte Verteidigung verhinderte Zuspiele der Hoffenheimer ins Zentrum.</p></div>
<p>Dadurch dass Bremen das Zentrum mit vier Spielern dicht machte, war Hoffenheim zum Spiel über die Flügel gezwungen. Dies kam ihnen wenig entgegen: Die Außenverteidiger taten sich mit dem Spielaufbau merklich schwer. Salihovic musste weit abkippen, um überhaupt den Ball zu bekommen – und wenn er ihn hatte, dann nur in peripheren Räumen, von wo aus er keine gefährlichen Schnittstellenpässe spielen konnte. Weder Johnson noch Volland konnten ihre Geschwindigkeit einsetzen. Auch lange Bälle hinter die Viererkette von Bremen, die weit aufrückten, waren mangels Zielspieler keine Option. Nur in zwei, drei Umschaltsituationen konnte Hoffenheim zu ihrem schnellen Vertikalspiel ansetzen. Ansonsten war Bremen immer schnell genug hinter dem Ball.</p>
<p>Bremen spielte dieses flügellastige Spiel in die Karten. Sie waren auf beiden Seiten individuell überlegen. Auch ihre eigenen Angriffe fuhren sie fast ausschließlich über die Flügel. Hunt zog praktisch in jeder Offensivsituation nach links oder nach rechts. Selbst Petersen unterstützte seine Kollegen auf der Seite. Bremen stellte klug Überzahlen auf einem Flügel her und zog Hoffenheim dorthin. Dann verlagerten sie das Spiel auf die freie Flanke und liefen zügig auf das gegnerische Tor zu. In der ersten Halbzeit erzwang Bremen die entscheidenden Duelle auf dem Flügel – und gewann sie. Ihre beiden Tore fielen nach Angriffen über die Seiten.</p>
<p><b>Wechsel nach der Pause</b></p>
<p>Gisdol steuerte in der Pause entgegen: Er brachte mit Andreas Ludwig für Fabian Johnson einen geradlinigeren Flügelspieler. Er agierte fortan auf der rechten Seite, Linksfuß Volland ging nach links. Hoffenheim nahm nun das Spiel über die Flügel stärker an und versuchte ihrerseits, sich über die Seiten in das Zentrum zu kombinieren. Bremen stand allerdings weiterhin kompakt und konzentrierte sich auf die richtigen Abstände in ihrem 4-4-2-System. Gegen die konzentriert verteidigenden Werderaner gab es für Hoffenheim kein Durchkommen. Zugegeben: Sie glänzten nicht mit kreativen Ideen oder ausgefeilten Spielzügen.</p>
<p>Werder hatte in dieser Phase die besseren Chancen. Nadelstichartig setzten sie ihre Konter. De Bruyne agierte dabei etwas offensiver als Yildirim und zockte manches Mal bei gegnerischem Ballbesitz, sprich: er blieb vorne. Zwei-, dreimal konnte Bremen ihn hinter dem aufrückenden Theske freispielen. Er zog in die Mitte und kam zu Abschlüssen, ein Tor gelang ihm jedoch nicht.</p>
<p>Gisdol versuchte seinem Team mit weiteren Wechseln neuen Offensivgeist einzuhauchen. Nach und nach nahm er die beiden Sechser raus und brachte Angreifer. Zunächst kam Schipplock für Weis (66.) und übernahm die Stürmerposition. Hoffenheim pendelte nun zwischen einer 4-1-4-1-Formation und einer Raute, in der Volland neben Schipplock in den Sturm ging.</p>
<div id="attachment_17258" class="wp-caption alignleft" style="width: 298px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/werder-hoffenheim-schlussminuten.png"><img class="wp-image-17258 " alt="Hoffenheim warf in der Schlussphase alles nach vorne. Die Positionen interpretierten sie dabei sehr frei, sodass die Grafik hier nur eine etwaige Orientierung gibt." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/werder-hoffenheim-schlussminuten.png" width="288" height="394" /></a><p class="wp-caption-text">Hoffenheim warf in der Schlussphase alles nach vorne. Die Positionen interpretierten sie dabei sehr frei, sodass die Grafik hier nur eine etwaige Orientierung gibt.</p></div>
<p><b>Verrückte Schlussphase</b></p>
<p>Als kurze Zeit später auch noch de Camargo für Rudy kam (76.), war die totale Offensive komplett. Salihovic verteilte als einziger Sechser die Bälle aus dem Zentrum. De Camargo pendelte zwischen eigenem und gegnerischem Sechzehner. Seine Rolle war wohl das Erobern und Halten von zweiten Bällen. Firmino ging etwas tiefer. Dennoch konnte Hoffenheim weiter keine nennenswerten Angriffe durch das Zentrum fahren – zwischen der 61. und der 85. Minute schossen sie kein einziges Mal auf das gegnerische Tor.</p>
<p>Am Ende schaffte Hoffenheim den Ausgleich nicht unbedingt aufgrund ihrer mutigen Wechsel, sondern aufgrund Bremer Unkonzentriertheiten: Die Werderaner wirkte in der Schlussphase komplett ausgelaugt, sie hatten sich 80 Minuten lang im Spiel gegen den Ball verausgabt. Dies sorgte auch dafür, dass sie keine eigenen Konter mehr setzen konnten – und das, obwohl Hoffenheim praktisch nur mit den beiden Innenverteidigern absicherte. Doch Bremen bolzte die Bälle dem Gegner in die Füße. Der Ballbesitz ging meiste sofort wieder auf die Hoffenheimer über.</p>
<p>Zudem mussten Schaaf zwei seiner defensiv dominantesten Spieler vom Feld nehmen: Fritz hatte die rechte Seite unter Kontrolle, musste aber gelb-rot gefährdet raus. Kroos plagten Krämpfe, er konnte ebenfalls nicht weiterspielen. Direkt nach seiner Auswechslung taten sich erstmals Lücken im Zentrum auf, die Hoffenheim eiskalt ausnutzte. Nur wenige Minuten später kam Hoffenheim erneut durch die Mitte – es waren ihre einzigen zwei Angriffe durch das Zentrum, die durchkamen, und beide wurden mit einem Tor belohnt. Am Ende jubelten die Hoffenheimer über den späten Punktgewinn.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Wirklich schlau werde ich aus diesem Spiel nicht, obwohl ich mir die Schlussphase dreimal angeschaut habe. Eigentlich hatte Werder die Partie 85 Minuten lang im Griff. In ihrem engen, kompakten 4-4-2 zeigten sie eine <a href="http://spielverlagerung.de/category/buli/werder/">ihrer stärksten Defensivleistungen dieser Saison</a>. Besonders in der zweiten Halbzeit neutralisierten sie Hoffenheim. Von diesen war bis auf zwei, drei Chancen vor der Pause nichts zu sehen. Ihre große Schwachstelle dieser Saison machte sich bemerkbar: Sie können mit ihrem Spielaufbau keinen Gegner knacken, der defensiv sicher steht.</p>
<p>Und dann kamen die Schlussminuten, die das komplette Spiel auf den Kopf stellte. Werder passte nur zweimal im Zentrum nicht auf – und schon waren zwei Punkte weg. Im Abstiegskampf wird es nun noch einmal richtig eng. Hoffenheim darf nach den Niederlagen von Augsburg und <a href="http://spielverlagerung.de/2013/05/04/eintracht-frankfurt-fortuna-dusseldorf-31/">Düsseldorf</a> wieder hoffen. Bremen muss weiter um den Klassenerhalt zittern.<img alt="" src="http://vg01.met.vgwort.de/na/10ecaba7419c40128c434e51219bccec" width="1" height="1" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17256&amp;md5=1687725de492bfa55841c36d2dcc178b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Eintracht Frankfurt &#8211; Fortuna Düsseldorf 3:1</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/05/04/eintracht-frankfurt-fortuna-dusseldorf-31/</link>
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		<pubDate>Sat, 04 May 2013 15:42:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eintracht Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Fortuna Düsseldorf]]></category>

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		<description><![CDATA[Der freie Fall der Fortuna geht weiter. Auswärts in Frankfurt verloren sie mit 1:3 gegen die Eintracht. Die Veh-Elf zeigte eine starke Partie und bleibt weiter in den EL-Plätzen – mit einer weiterhin vorhandenen Chance auf Platz 4. Intensität als Schlüssel Zu Saisonbeginn waren die Düsseldorfer lange Zeit ungeschlagen und ohne Gegentor gewesen. Neben dem [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Der freie Fall der Fortuna geht weiter. Auswärts in Frankfurt verloren sie mit 1:3 gegen die Eintracht. Die Veh-Elf zeigte eine starke Partie und bleibt weiter in den EL-Plätzen – mit einer weiterhin vorhandenen Chance auf Platz 4.<span id="more-17238"></span></p>
<p><b>Intensität als Schlüssel</b></p>
<p>Zu Saisonbeginn waren die Düsseldorfer lange Zeit ungeschlagen und ohne Gegentor gewesen. Neben dem hervorragenden Fabien Giefer im Tor war auch die Defensivtaktik dafür verantwortlich; doch an diese Spielweise haben sich die Gegner angepasst. Ein Beispiel dafür waren die Frankfurter am heutigen Nachmittag.</p>
<div id="attachment_17239" class="wp-caption alignright" style="width: 267px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Eintracht-Frankfurt-vs-Fortuna-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-17239  " alt="Grundformationen zu Beginn" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Eintracht-Frankfurt-vs-Fortuna-Grundformationen.png" width="257" height="397" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen zu Beginn</p></div>
<p>Im Aufbauspiel ließ sich Sebastian Rode immer wieder nach hinten abkippen und bildete eine Dreierkette mit den beiden Innenverteidigern. Das tiefe 4-4-2-Mittelfeldpressing der Düsseldorfer wurde damit neutralisiert. Sie erhielten kaum Zugriff auf die Innenverteidiger und Frankfurt konnte den Ball sehr stabil zirkulieren lassen. Zusätzlich bewegten sich vor dieser Dreierkette alle Spieler enorm intensiv und intelligent.</p>
<p>Die Außenverteidiger machten das Spiel breit und agierten überaus hoch, während Russ, Inui und Aigner sich immer wieder in die Halbräume und den Zwischenlinienraum bewegten. Besonders Inui hatte eine spezielle Rolle in diesem flexiblen und laufintensiven Aufbausystem. Er ließ sich mehrmals nach hinten fallen und unterstützte die spielaufbauende Dreierkette. Dadurch brachte Frankfurt einen zusätzlichen Spieler nach hinten und konnte das Mittelfeld überbrücken.</p>
<p>Wenn dies geschehen war, rückte auch Rode nach und verließ die Dreierabwehr. Er war dann ein zusätzlicher Spieler und wohl der auffälligste Akteur auf dem Platz. Durchgehend baute er das Spiel auf, trug es nach vorne und bot sich danach auch im letzten Drittel wieder an. Mehrmals verlagerte er das Spiel sehr gut auf die Flügel oder bediente die Stürmer auch in engen Räumen gut.</p>
<p>Auffällig war dabei das Ausnutzen der Schnittstellen und der positionsorientierten Spielweise der Düsseldorfer. Diese orientieren sich zwar situativ mannorientiert und auf dem Flügel öfters in einer klassischen Manndeckung, stehen im Prinzip aber in einer 4-4-2-Ordnung und verschieben ballorientiert.</p>
<p>Diese 4-4-2-Ordnung und den hohen Fokus auf raumdeckende Defensivarbeit bespielte die Veh-Elf gut. Alex Meier als hängender Stürmer bot sich im zentralen Abschnitt des Zwischenlinienraums vor der gegnerischen Viererkette an, Aigner und Inui rückten immer wieder in die Halbräume. Sie konnten durch die Schnittstellen zwischen Sechsern und Außenspielern oder zwischen den beiden Sechsern angespielt werden; öfters ließen sie den Ball dann einfach prallen und gingen gar nicht ins Dribbling, sondern wollten einfach nur für Raumgewinn sorgen und die Mittelfeldkette der Düsseldorfer zurückdrängen.</p>
<p>Einige Male versuchte Düsseldorf dagegen mit einer engeren Stellung vorzugehen – Frankfurt, insbesondere in Person von Rode, zeigte strategisches Geschick und verlagerte den Ball dann auf den Flügel oder bespielte mit schnellen Kombinationen die Schnittstellen der gegnerischen Abwehrreihe. Sowohl Jung als auch Ozcipka konnten dadurch in Nähe des Sechzehners nach diagonalen Läufen angespielt werden. Besonders Juanan hatte in der Anfangsphase als Linksverteidiger Probleme mit den gegnerischen Überladungen auf der Außenbahn.</p>
<div id="attachment_17240" class="wp-caption alignleft" style="width: 267px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Eintracht-Frankfurt-vs-Fortuna-Pressing.png"><img class=" wp-image-17240  " alt="Eintrachts Pressing" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Eintracht-Frankfurt-vs-Fortuna-Pressing.png" width="257" height="397" /></a><p class="wp-caption-text">Eintrachts Pressing</p></div>
<p>Neben dem bewegungsfreudigen und strategisch geschickt gewähltem Offensivspiel überzeugte auch Frankfurts Pressing. Besonders in der Anfangsphase dominierten sie die Partie dank eines hervorragenden Spiels ohne Ball, sie formierten sich dabei im 4-4-2 mit Mannorientierungen auf die jeweiligen Gegenspieler. Die Außenstürmer rückten außerdem ab und zu ein und unterstützten in der Mitte, weil die gegnerischen Außenverteidiger kaum gefährlich nach vorne gingen. Letztlich konnte Düsseldorf das Spiel in der Anfangsphase kaum aufbauen; die Innenverteidiger waren zugestellt, zurückfallende Sechser wurden verfolgt und die Außen wurden ebenfalls durch Mannorientierungen gut versperrt.</p>
<p>Zusätzlich hatte Frankfurt ein konzentriertes Spiel gegen die zweiten Bälle und praktizierte in der ersten Halbzeit auch ein kollektiv gutes Gegenpressing. Dadurch konnten sie auch einige Lochpässe versuchen und sich stark bewegen; Konter fanden kaum statt. Diese Spielweise der Eintracht flaute allerdings im Spielverlauf ab und war in der zweiten Hälfte kaum noch zu sehen.</p>
<p>Wieso sie hier nachließen, ist unklar. Waren es taktische Gründe nach der Führung? Waren es körperliche Ursachen? Eine Wechselwirkung mit dem Gegner, der sich darauf besser einstellte? Letztlich verloren die Frankfurter zwar mit fortschreitender Spielzeit diese extrem hohe Intensität der Anfangsphase, waren allerdings trotzdem die taktisch besser angepasste und spielerisch überlegene Mannschaft, wodurch sie das Spiel souverän kontrollieren konnten. Da sollte sich aber in der zweiten Hälfte Stück für Stück ändern.</p>
<p><b>Düsseldorf erhöht das Pressing</b></p>
<p>Nach dem Rückstand veränderte die Fortuna ihre Spielweise. Sie pressten höher und aggressiver, schoben sowohl das Mittelfeld als auch die Abwehrlinie höher und wollten die Frankfurter verstärkt stören. Letztlich wollte Eintracht-Trainer Armin Veh aber dies zu seinen Vorteilen nutzen: Frankfurt stellte sich tiefer auf und wollte nun mehr über Konter nach vorne kommen.</p>
<div id="attachment_17241" class="wp-caption alignright" style="width: 267px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Eintracht-Frankfurt-vs-Fortuna-Pressing2.png"><img class=" wp-image-17241  " alt="Düsseldorfs Pressing" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Eintracht-Frankfurt-vs-Fortuna-Pressing2.png" width="257" height="397" /></a><p class="wp-caption-text">Düsseldorfs Pressing</p></div>
<p>Dieser Schachzug als solcher war eigentlich sehr gut gewählt. In dieser Saison war die Fortuna in der Offensive nur selten überzeugend gewesen, auffällig war hierbei eigentlich nur die Effizienz ihrer Unterzahlkonter und generell das offensive Umschaltspiel, auch wenn dieses im zweiten Saisonabschnitt nachließ – in Teilen der ersten und zweiten Hälfte dieser Partie wirkte Axel Bellinghausen passend dazu wie der einzige durchschlagskräftige Offensivspieler.</p>
<p>Doch die Fortuna machte ihre Sache relativ gut. Sie hatten mehr vom Ballbesitz, griffen immer wieder an und pressten mit ihrem 4-4-2 aggressiver. Es gab ein schnelleres Herausrücken auf den gegnerischen Ballführenden und einige Mannorientierungen, wodurch sie die Frankfurter am Offensivspiel der ersten Viertelstunde hindern konnten. Die Einwechslungen von Dani Schachin und Andreas Lambertz nach circa einer Stunde sorgten für eine ähnliche Formation, aber eine etwas freiere und offensivere Rollenverteilung.</p>
<p>Man versuchte gegen die nun in einem kompakten 4-4-2-verteidigenden Frankfurter mit schnellen Kombinationen, die Außenverteidiger rückten mit nach vorne auf und Dribblingversuchen. Veh brachte zur Entlastung den schnellen und frischen Stendera für Inui, was eine Erhöhung der Kontergefahr bedeuten sollte. Doch letztlich war es die Fortuna, die nach einem schnellen Konter über den eingewechselten Schachin zum 2:1 kommen konnte, was das Spiel nach dem zwischenzeitlichen 2:0 der Frankfurter wieder spannender machte.</p>
<p>Jetzt war wieder die Eintracht am Zug: Die Gastgeber gingen wieder nach vorne, versuchten weniger zu kontern und den Ball stärker zirkulieren zu lassen. Am Ende war es dann ein Traumtor von Alex Meier, das die Entscheidung brachte.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Die Eintracht zeigte eine gute Offensivspielweise und intelligente Mannorientierungen im Pressing, mit der sie den Düsseldorfern besonders in der Anfangsphase den Garaus machten. Interessant: Obwohl die Fortuna fünf Kilometer mehr lief, hatten sie weniger Sprints (182:156) und intensive Läufe (572:554). Düsseldorf kam nach der Halbzeitpause zurück, spielte höher und konnte den Ballbesitz erobern, doch nach einem Tor Schahins wurde die Aufholjagd von abermals veränderten Frankfurtern und Alex Meier in der 87. Minute beendet.<br />
<img alt="" src="http://vg03.met.vgwort.de/na/723ec2c713cd49dcacc237cd7511db7a" width="1" height="1" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17238&amp;md5=208787ad559b043667f863ac41a151c5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>FC Barcelona &#8211; FC Bayern München 0:3</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/05/03/fc-barcelona-fc-bayern-munchen-03/</link>
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		<pubDate>Fri, 03 May 2013 16:47:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayern München]]></category>
		<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>

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		<description><![CDATA[Viele erwarteten einen Sturmlauf des FC Barcelona in der zweiten Partie. Zustande gekommen ist er nicht. Auch in der zweiten Partie dominierten die Münchner das Spiel und konnten abermals klar gewinnen. „Ein ungutes Gefühl“ Warum spielte Lionel Messi nicht? Fehlte es ihm an der Fitness? Eigentlich war spekuliert worden, der vierfache Weltfußballer würde relativ sicher [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Viele erwarteten einen Sturmlauf des FC Barcelona in der zweiten Partie. Zustande gekommen ist er nicht. <span id="more-17225"></span>Auch in der zweiten Partie dominierten die Münchner das Spiel und konnten abermals klar gewinnen.</p>
<p><b>„Ein ungutes Gefühl“</b></p>
<p>Warum spielte Lionel Messi nicht? Fehlte es ihm an der Fitness? Eigentlich war spekuliert worden, der vierfache Weltfußballer würde relativ sicher auflaufen. Die Frage war eher, wie viel Prozent seiner Topleistung er abrufen könne. Doch am Ende fand sich La Pulga auf der Bank wieder. Angeblich soll er selbst gesagt haben, er wolle nicht spielen. Zu groß die Angst vor einer Verletzung – er habe ein „ungutes Gefühl“.</p>
<p>Darum rückte Cesc Fabregas einmal mehr in die Mannschaft und spielte auf der Position der „falschen Neun“. Das ist zwar  nominell eine Verschlechterung, aber eigentlich könnte man mit dem Sturmpersonal auch eine Weltklassemannschaft problemlos füllen: Fabregas ist 77facher Nationalspieler, wurde einst zum besten Spieler der Premier League gewählt und kostete immerhin 35 Millionen €. Sturmpartner David Villa kostete sogar noch fünf Millionen mehr.  Wie würde die Abhängigkeit Messis sich auswirken, wenn nicht der Argentinier gesucht und dann im Stich gelassen wird, sondern eben gar nicht spielt?</p>
<div id="attachment_17233" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Barcelona-vs-Bayern-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-17233 " alt="Grundformationen zu Beginn" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Barcelona-vs-Bayern-Grundformationen.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen zu Beginn</p></div>
<p>Fabregas interpretierte seine Rolle ähnlich wie Messi. Er ließ sich immer wieder nach hinten fallen, zeigte aber dabei eine gute Balance in der Wahl seines Timings und hielt oft gut die Verbindung nach vorne. David Villa als Rechtsaußen zog wie im Milan-Spiel nach innen und fungierte als „Blocker“, während Pedro auf Linksaußen das Spiel breit machen sollte. Diese breite-gebende Aufgabe übernahm auf rechts Dani Alves, der hoch nach vorne schob und dort zu einigen Flanken kam.</p>
<p>Alles in allem erhielt Barcelona mehr Zugriff auf die Offensive, als es im Hinspiel der Fall war. Dies lag an einer veränderten Defensivspielweise der Münchner.</p>
<p><b>Tiefe und Pressing</b></p>
<p>Wegen einer Erkältung fiel Bayerns Abwehrchef Dante aus. Eventuell war dies auch der Grund für die etwas veränderte und unorthodoxe Spielweise der Münchner. Eigentlich pressten die Bayern nämlich höher und aggressiver, als im Hinspiel. Gleichzeitig agierte die Abwehrlinie etwas tiefer. Theoretisch ist es möglich, dass man damit Dantes Fehlen Tribut zollte und sich an Daniel Van Buyten anpasste. Mit einer tieferen Abwehrreihe können kaum Pässe in den Raum gespielt werden. Eventuell hätte man auch mit Dante so gespielt, weil man eine direktere und offensivere Spielweise der Katalanen vermutete.</p>
<p>Alternativ war es vielleicht sogar gewollt, um im Umschaltspiel viel Raum zu öffnen. Indem Barcelona gepresst wurde, orientierten sich die Sechser und besonders die Innenverteidiger stärker Richtung eigenem Torwart. Gleichzeitig öffnete das Herausrücken der bayrischen Mittelfeldreihe und Angreifer bei gleichzeitigem Zurückfallen oder Stehen-Bleiben der Abwehrlinie eine große freie Zone im Zwischenlinienraum. Bayerns Innenverteidiger konnten nun situativ herausweichen und Fabregas, Villa oder auch Iniesta dort pressen, alternativ wichen sie einfach zurück und stellten sich in Nähe des Sechzehners auf.</p>
<p>Barcelona wurde dadurch zu vielen Schüssen aus der Distanz eingeladen. Kamen diese nicht, mussten sie oft auf den Flügel ausweichen – in der ersten Halbzeit alleine führte dies zu zehn Flanken der Katalanen, die meisten kamen dabei von Dani Alves, der mit 107 Ballkontakten auch die meisten in der Partie hatte. Um die Flanken einigermaßen gefährlich zu machen, versuchte man Fabregas und Villa in den Strafraum zu bringen, was allerdings nur selten klappte – letztlich war es aber doch ein Kopfball Villas, der an den Pfosten ging und einem Treffer am nächsten kam.</p>
<p>Wie erwähnt erhofften sich die Bayern durch ihre Spielweise vermutlich auch Raum für Konter und den wichtigen Auswärtstreffer. Mit den nun loseren und weniger intensiven Manndeckungen, einer positionsorientierten Raumdeckung und dem schon erwähnten Herausrücken des Mittelfelds provozierten sie Pässe womöglich bewusst hinter sich. Danach zwangen sie die Katalanen zu ungefährlichen Abschlüssen aus der Distanz auf Neuers Tor oder Flanken; einige Male wurde versucht, diese schnellstmöglich nach vorne zu treiben und eventuelle Lücken in Barcelonas Offensivformation schnell zu bespielen.</p>
<div id="attachment_17232" class="wp-caption alignleft" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Barcelona-vs-Bayern-ZW-Raum.png"><img class=" wp-image-17232 " alt="Beispielhafte Pressinganordnung der Bayern" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Barcelona-vs-Bayern-ZW-Raum.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Beispielhafte Pressinganordnung der Bayern</p></div>
<p>Besonders Robben auf rechts profitierte hiervon, er stand wegen dem defensiveren Adriano einige Male hoch auf dem rechten Flügel und im rechten Halbraum, wodurch er mit Geschwindigkeit zu seinen Dribblings ansetzen konnte.  Ohnehin war Robbens Rolle im Pressing und Defensivspiel interessant; er konnte sich tiefer fallen lassen und gegen Pedro unterstützen, orientierte sich mannorientiert an Adriano bei dessen Vorstößen oder stand oft eng an der Mittelfeldlinie, um im Pressing helfen zu können. Einige Ballgewinne hatte er dabei im rechten Halbraum und konnte direkt mit Ball am Fuß nach vorne marschieren.</p>
<p>Im offensiven Teil hatten die Bayern dadurch eine hohe Kompaktheit und konnten Barcelona einige Male zu weiten Befreiungsschlägen oder Fehlpässen zwingen, lediglich über links offenbarten sich hinter Ribéry Lücken, die bespielt werden konnten. Doch Alaba machte seine Rolle gut, orientierte sich zumeist eng an Villa und schob zur Innenverteidigung, während Alves offen gelassen wurde. Ribéry arbeitet dann in der Rückwärtsbewegung gut mit und konnte Alves rechtzeitig stellen.</p>
<p>Außerdem wollte man womöglich Schweinsteiger und Martinez damit in der Defensivbewegung freier machen und sie gleichzeitig vor gelben Karten nach schnellen Attacken gegen ihre jeweiligen Gegenspieler schützen. Im Hinspiel mussten sie früh und aggressiv attackieren, erhielten aber hier ein paar Mal Fouls gegen sich, weil sich Iniesta und Co. schnell mit Ball drehten oder diesen aus dem Sicht- und Angriffsfeld der bayrischen Sechser brachten. Dadurch schirmten sie die Attacke mit ihrem Körper ab und konnten Fouls provozieren.</p>
<p>Die  Münchner pressten mit ihrem 4-2-3-1/4-4-2 also relativ hoch, damit waren sie aber nicht alleine.</p>
<p><b>Barcelonas Pressing</b></p>
<p>Ein weiteres Mal pressten die Katalanen hoch und agierten im Angriffspressing. Sie versuchten ihr auch ihr Gegenpressing aufzuziehen, was aber selten klappte. Die Münchner umspielten das meistens gekonnt mit kurzen Pässen, wobei sich hierbei besonders Alaba, Schweinsteiger und Ribéry profilieren konnten. Über rechts gab es das Pärchen Lahm und Robben, das mit guten Läufen mit Ball am Fuß und von den Raumöffnern Mandzukic und Müller unterstützt wurde.</p>
<p>Boateng und Van Buyten zeigten sich ebenfalls stabil: Sie wechselten zwischen langen Befreiungsschlägen, präzisen Pässen in die Mitte und sicheren Rückpässen zu Neuer ab, der dann lange Bälle strategisch in gute Zonen für den Kampf um zweite Bälle verteilte.</p>
<p>Eine besonders schöne Aktion gab es dann, als Lahm, der Pedro hervorragend aus dem Spiel nahm und sich immer wieder sehr intelligent verhielt, beinahe zum Abschluss gekommen wäre.</p>
<div id="attachment_17226" class="wp-caption aligncenter" style="width: 255px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Barcelona-vs-Bayern-Szene.png"><img class=" wp-image-17226 " alt="Szene #1" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Barcelona-vs-Bayern-Szene.png" width="245" height="378" /></a><p class="wp-caption-text">Szene #1</p></div>
<p>Fabregas spielte aus der Tiefe einen Ball auf den gestarteten Villa, der sich nicht gegen Boateng und van Buyten durchsetzen kann. Boateng leitet lässig auf Lahm weiter.</p>
<div id="attachment_17227" class="wp-caption aligncenter" style="width: 255px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Barcelona-vs-Bayern-Szene-2.png"><img class=" wp-image-17227 " alt="Szene #2" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Barcelona-vs-Bayern-Szene-2.png" width="245" height="378" /></a><p class="wp-caption-text">Szene #2</p></div>
<p>Barcelona geht ins Gegenpressing über, Lahm bespielt aber die Schnittstelle. Ein bogenartiger und verzögernder Lauf von Xavi und Pedro hätte dem eventuell Abhilfe schaffen können.</p>
<div id="attachment_17228" class="wp-caption aligncenter" style="width: 255px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Barcelona-vs-Bayern-Szene-3.png"><img class=" wp-image-17228 " alt="Szene #3" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Barcelona-vs-Bayern-Szene-3.png" width="245" height="378" /></a><p class="wp-caption-text">Szene #3</p></div>
<p>Fabregas und Iniesta gegenpressen nun Schweinsteiger, doch dieser löst die Situation denkbar lässig. Er spielt einfach einen Pass in den freien Raum.</p>
<div id="attachment_17229" class="wp-caption aligncenter" style="width: 255px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Barcelona-vs-Bayern-Szene-4.png"><img class=" wp-image-17229 " alt="Szene #4" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Barcelona-vs-Bayern-Szene-4.png" width="245" height="378" /></a><p class="wp-caption-text">Szene #4</p></div>
<p>Schweinsteiger spielte auf den einrückenden Robben &#8211; wäre der Niederländer im offensiven Umschaltspiel breit gestanden und dort geblieben, hätte entweder Song sich den Ball geholt oder Schweinsteiger beim Versuch einer Ballbehauptung wäre extrem stark gepresst worden. Durch ein minimales Einrücken eröffnete Robben nicht nur Schweinsteiger eine Option, sondern auch dem Angriff als solchem: Lahm konnte seinen sehr intelligenten aufrückenden Lauf fortsetzen, Pedro kam wegen des Geschwindigkeitsnachteils der Ausgangssituation schon nicht mehr hinterher.</p>
<div id="attachment_17230" class="wp-caption aligncenter" style="width: 255px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Barcelona-vs-Bayern-Szene-5.png"><img class=" wp-image-17230 " alt="Szene #5" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Barcelona-vs-Bayern-Szene-5.png" width="245" height="378" /></a><p class="wp-caption-text">Szene #5</p></div>
<p>Robben leitet, Schweinsteiger-like, ebenfalls nach vorne. Adriano orientierte sich mannorientiert an Robben, der &#8211; wie erwähnt, Lahm den Raum öffnete. Müller zieht Pique raus und muss nur auf Lahm tropfen lassen, der auf der Außenbahn frei ist.</p>
<div id="attachment_17231" class="wp-caption aligncenter" style="width: 255px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Barcelona-vs-Bayern-Szene-6.png"><img class=" wp-image-17231 " alt="Szene #6" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/05/Barcelona-vs-Bayern-Szene-6.png" width="245" height="189" /></a><p class="wp-caption-text">Szene #6</p></div>
<p>Ein paar Sekunden später sieht es so aus. Lahm hat den Ball, Robben ist in der Mitte, Müller setzte nach seinem Pass auf Lahm seinen Lauf auf die Seite aus. Pique verhält sich den Umständen entsprechend, aber dafür ziemlich gut: Er verfolgt Müller zwar, aber nicht zu intensiv. Song lässt sich zurückfallen, Bayern rückt auf, Mandzukic versucht die Abwehrkette zu verbreitern. Letztlich kann Lahm aufrücken und kommt nach einem Dribbling zum Abschluss, doch Pique blockt den Schuss.</p>
<p>Ein paar Mal bespielten die Münchner auf solche Art und Weise das (Gegen-)Pressing der Katalanen, die ihre Probleme im Angriffspressing erkannt haben und sich später sehr oft tief positionierten oder ein tiefes Mittelfeldpressing praktizierten. Dadurch verloren sie zwar weniger zweite Bälle und standen in der Mitte noch solider, doch sie hatten weniger Ballbesitz (phasenweise sogar weniger als Bayern, zu Spielende waren es knapp 60%) und bekamen über die Flügel viele Angriffe – nur 18% der Münchner Angriffe kamen über die Mitte.</p>
<p>Bayern überlud aber nicht nur mit den Außenverteidigern und Flügelstürmern die Außenbahnen, sondern wurde von den Sechsern (besonders Schweinsteiger) hervorragend unterstützt und auch die beiden zentralen Stürmer zeigten sich fast perfekt im Stellungsspiel. Hier ist auch die Bedeutung Mandzukics hervorzuheben.</p>
<p>Der Kroate ging wie Thomas Müller extrem oft auf die Seite und bot sich breit an, um als Wandspieler für die Flügelstürmer zu dienen. Gleichzeitig konnten sich Ribéry und Robben auch einige Male in die Mitte orientieren. Piqué hatte hier einen schweren Stand, weil er Mandzukic einige Male mannorientiert folgte, aber danach gegen die einrückenden Flügelstürmer Lücken schließen muss. Trotz seines Eigentors war der Innenverteidiger, zumindest für mich, bester Mann der Katalanen und konnte einige Angriffe und Abschlüsse der Bayern hervorragend und 3mal sogar in letzter Instanz unterbinden.</p>
<p><b>Fazit zur Leistung der Katalanen und zu Bayerns Weiterkommen</b></p>
<p>Letztlich kamen die Münchner verdient weiter. Waren bei manchem noch nach der ersten Partie wegen regelwidriger Tore Zweifel ob der bayrischen Überlegenheit aufgekommen, so waren die Bayern in der zweiten Partie nicht mehr ganz so kompakt und gallig, aber konnten trotzdem auf andere Art und Weise dominieren. Letztlich sind sie seit einer gefühlten Ewigkeit das erste Team in der Champions League, welches im Camp Nou dem FC Barcelona die Stirn bieten konnte; allerdings einem Team ohne Busquets und Messi, denen diese offenere Spielweise der Münchner durchaus gefallen hätte können.</p>
<p>Die Katalanen werden in nächster Zeit auf die Rückkehr von hervorragenden taktischen Abläufen, weniger Verletzungspech und vielleicht auch die eine oder andere personelle Veränderungen hoffen müssen. E s wäre dennoch verfrüht, einen Untergang herbei zu schreiben. Die Probleme sind nicht unlösbar und mit einem gesunden Vilanova können sicherlich auch eine Vielzahl der taktischen Probleme neutralisiert werden. Die Ergebnisse darf man dann hoffentlich in der nächsten Spielzeit beobachten.<br />
<img alt="" src="http://vg03.met.vgwort.de/na/723ec2c713cd49dcacc237cd7511db7a" width="1" height="1" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17225&amp;md5=1eefc5f257b25945916579aaa60db5cd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Borussia Dortmund &#8211; Real Madrid 4:1 &#124; In-depth Bildanalyse</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Apr 2013 01:26:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[In-depth-Analysen]]></category>

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		<description><![CDATA[Dortmunds Hinspielerfolg in seine Einzelteile zerlegt. Aufbauend auf der Basisanalyse des Spiels widmen wir uns nun den taktischen Feinheiten des ersten Champions-League-Halbfinals zwischen dem BVB und Real Madrid, die anhand konkreter Spielszenen diskutiert werden. Die Analyse gliedert sich in drei Teile: Den Spielaufbau von Real, das Angriffsspiel von Real und das Umschaltspiel von Dortmund. Aufgrund [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Dortmunds Hinspielerfolg in seine Einzelteile zerlegt.<span id="more-17152"></span></p>
<p>Aufbauend<a title="Borussia Dortmund – Real Madrid 4:1 | Basisanalyse" href="http://spielverlagerung.de/2013/04/25/borussia-dortmund-real-madrid-41-basisanalyse/" target="_blank"> auf der Basisanalyse des Spiels</a> widmen wir uns nun den taktischen Feinheiten des ersten Champions-League-Halbfinals zwischen dem BVB und Real Madrid, die anhand konkreter Spielszenen diskutiert werden. Die Analyse gliedert sich in drei Teile: Den Spielaufbau von Real, das Angriffsspiel von Real und das Umschaltspiel von Dortmund. Aufgrund des anstehenden Spiels, in dem vor allem Real unter Zugzwang steht, fokussieren wir uns auf diese Punkte.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Teil 1: Reals Spielaufbau und die Alonso-Isolation<br />
</strong></p>
<p>Wie so oft bei der Elf von Jürgen Klopp war das Spiel gegen den Ball die absolute Grundlage des Erfolges. Real Madrid fand wie in den Gruppenspielen kaum Wege durch die erste Linie und konnte Xabi Alonso als wichtigsten Spielmacher selten einbinden. Sobald es in die höheren Zonen ging, fanden sie sich unlösbaren Unterzahlsituationen gegenüber. Die wesentlichsten Probleme der Königlichen: Schlecht abgestimmte Bewegungen im Zentrum, fehlende Verbindungen zwischen den Offensivkräften und dadurch kaum Zusammenspiel im Mittelfeld.</p>
<p><strong>Der Spielmacher-Käfig</strong></p>
<p>Die Wurzel allen Übels für die Madrilenen war die völlig fehlende spielerische Präsenz im eigenen Sechserraum. Das erreichte die Borussia mit einer sehr intelligenten Umsetzung der mehrfach schon angesprochenen Isolierung Alonsos. So spielte der Zehner (meistens Götze) eine Mannorientierung auf Alonso, die aber keine ganz klassische Manndeckung war; er stand ihm nicht auf den Füßen. Stattdessen behielt er ihn im Deckungsschatten oder Zugriffsradius, doch bewegte sich dabei positions- oder raumorientiert. Zum Fixpunkt Alonso kamen noch die Orientierungspunkte Lewandowski, Ballposition und Mittelfeldkompaktheit.</p>
<p>So war Alonso oft eingekesselt von Götze und Lewandowski, was mehrere Vorteile zu einer reinen Mannorientierung hatte:</p>
<ul>
<li>Götze und Lewandowski versperrten gleichzeitig als flexible Doppelspitze die Passwege für die Innenverteidiger.</li>
<li>Wenn Götze gegen den Ball herausrückte, konnte Lewandowski nachrückend übernehmen.</li>
<li>Alonso konnte sich in den zentralen Räumen in keine Richtung effektiv absetzen.</li>
<li>Alonso konnte Götze nicht einfach aus der Formation rausziehen und damit Lücken öffnen.</li>
<li>Bei einem Zurückfallen von Alonso konnten sich Götze und Lewandowski leicht in eine positionsorientierte, kompaktere Grundordnung begeben, sodass Dortmund dann bequem die zentrale 4-gegen-2-Überzahl nutzen konnte. (Stichwort Lokalkompaktheiten, siehe unten.)</li>
</ul>
<p>Vor allem bei Abkippbewegungen von Alonso oder, wenn er mal durch Ablagen aus den höheren Zonen ins Spiel kam, überzeugte Götze individualtaktisch: Einige Male nutzte er sehr effektiv Alonsos schwachen linken Fuß gegen ihn, indem er einen Pass mit links einfach offen ließ und stattdessen die Drehung auf den rechten Fuß anlief. Da Alonso meist Pässe von der linken Seite bekommt, steht er dann oft nach links gedreht und hat das Feld erst mal &#8220;auf dem linken Fuß&#8221;, was Götze dann bestrafte. Dadurch konnte Alonso auch ein paar potentiell gefährliche Szenen nicht nutzen, in denen er ausnahmsweise ein wenig Platz im Sechserraum hatte.</p>
<p>Diese intelligente, dynamische Form der Mannorientierung bekam Real trotz vielfältiger Versuche nicht effektiv aufgestemmt. Teils lag das einfach an Alonsos selber, zudem fehlte aber auch die Abstimmung im Madrider System.</p>
<div id="attachment_17156" class="wp-caption aligncenter" style="width: 490px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min30a.png"><img class=" wp-image-17156" alt="BVB Real Min30a" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min30a.png" width="480" height="260" /></a><p class="wp-caption-text">Situation nach einem verlorenen langen Ball der Borussia. Modric hat den Ball einmal in einer Aufbauzone und es besteht ein Loch im Dortmunder Mittelfeld. Xabi Alonso wird direkt wieder in einen improvisierten Käfig gesperrt. Anstatt sich aus der Szene fernzuhalten und zu versuchen, den Weg in die Mitte aufzuschieben, läuft Alonso nun einfach zum Ball. So zieht er Lewandowski in den Passweg und Kuba noch etwas auf Modric, der sich dann grad noch über ein Rückspiel auf Coentrao befreien kann. Khedira bekommt nicht die Gelegenheit, den Freiraum anzulaufen, sondern muss den ballfernen Halbraum für Alonso sichern.</p></div>
<p><strong>Xabi zu ballfordernd und fehlende Abstimmung des 4-3-3</strong></p>
<p>Das 4-3-3 war &#8211; zumindest in dieser Form &#8211; etwas zusammengewürfelt, da Real selten so spielt und dann eher mit starker Ausrichtung auf die linke Seite. Der Linksverteidiger schiebt dann frühzeitig vor und Modric gibt den Verbindungsspieler aus dem Halbraum. Hier lief das Spiel aber vermehrt über rechts und Coentrao hatte die tiefere Rolle der Außenverteidiger. Reals Versuche, so ins Zentrum zu stoßen, wirkten daher unabgestimmt und etwas hektisch.</p>
<div id="attachment_17157" class="wp-caption alignright" style="width: 384px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min30b.png"><img class=" wp-image-17157" alt="BVB Real Min30b" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min30b.png" width="374" height="239" /></a><p class="wp-caption-text">Nach einem klugen Lauf von Modric kann Real aus der obigen Szene nun mal eine gute Überzahlsituation im Aufbau schaffen. Varane, Khedira und Modric könnten sich im Dreieck mit viel Raum ins Mittelfeld spielen. Xabi Alonso aber&#8230;</p></div>
<p>Alonsos Fehler war dabei, dass er sich oft zu stark zum Ball orientierte. Durch die Mannorientierung auf ihn zog er dadurch Götze in Richtung der ballnahen Räume und erhöhte somit die Kompaktheit des Gegners. Ein geplantes offen lassen einer Lücke für Rückstöße von Modric gab es selten, bewusstes Raumschaffen durch Vorwärtsläufe überhaupt nicht.</p>
<p>Khedira und Modric agierten vor diesem hektischen Ballfordern ziemlich orientierungslos und konnten in keine Richtung effektive Verbindungen aufbauen. Die Räume um Alonso waren meist so kompakt, dass sie dort keine Bälle abholen konnten. Da die Ballzirkulation aber oft nicht einmal in die Sechserräume hineinkam, gab es auch kaum Möglichkeiten, sich in den darüber liegenden Räumen sinnvoll anzubieten. So entstanden etwas wirre Bewegungsmuster ohne wirkliche kollektive Wechselwirkung.</p>
<div id="attachment_17158" class="wp-caption aligncenter" style="width: 387px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min30c.png" target="_blank"><img class="wp-image-17158  " alt="BVB Real Min30c" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min30c.png" width="377" height="295" /></a><p class="wp-caption-text">&#8230;will sich lieber wieder selber beteiligen und rennt in den komfortabel besetzten Raum rein. So verengt sich diese Zone, Modric muss sich etwas enger freilaufen und kann sich nicht so simpel nach hinten von Reus wegdrehen, da Lewandowski schon in seine Richtung unterwegs ist. Bender und Götze rücken clever heraus und verknappen die Anspielzone. Nachdem Reus schon Modrics hektischen Pass abfälschen kann, holt Bender das Leder.</p></div>
<p>Khedira ging gelegentlich für Özil auf den rechten Flügel, war dort aber isoliert. Modric suchte teilweise die Zehnerräume, um als Verbindungsspieler aktiv zu werden, wurde dort aber von Dortmunds Kompaktheit verschluckt wie Özil in den Gruppenspielen. Zueinander fanden die beiden auch nicht, da wegen Alonsos Spiel die ballfernen Halbseiten besetzt bleiben mussten und die beiden daher die ganze Zeit relativ breit im Zentrum standen (siehe erste Grafik zu Minute 30). Diese Zertrennung des Madrilener Zentrums fixierte der BVB dann sehr geschickt für Balleroberungen.</p>
<p><b>Passwegbegrenzungen und proaktive Lokalkompaktheiten</b></p>
<p>Bam! Gleich drei abgedrehte Wörter in einer Teilüberschrift. Aber das ist auch ein wirklich cooles Element, das Dortmund im Laufe der Rückrunde entwickelt hat. Wenn die Borussen es schaffen, ihren Gegner im Sechserbereich aus dem Zentrum herauszudrängen, laufen sie oft semi-intensiv seitlich an, manchmal sogar mit leichtem Bogen nach <em>hinten</em>. So wird ein ganz großer Bereich (Zentrum und ballferne Seite) effektiv kaltgestellt, teilweise wird auch der Pass nach hinten noch vom Stürmer abgeschnitten. Der Gegner wird zu einem Vertikalpass gedrängt, hat dabei aber nur einen ganz kleinen Zielbereich zur Verfügung.</p>
<p>Da der BVB sehr frühzeitig und kollektiv die Situationen erkennt, in denen diese leitende &#8220;Passwegbegrenzung&#8221; möglich ist, können sie sich entsprechend früh in diesem Zielbereich zusammenziehen. Das erfolgt weniger mechanisch als das kollektive Verschieben mit gleichmäßigen Abständen bei normalem &#8220;Keilpressing&#8221; nach außen. Die Abstände werden dynamischer verändert: Einige Spieler komprimieren den wichtigen  Raum ganz extrem und lassen höhere Abstände in die umliegenden Räume, wenn diese nicht besetzt sind.</p>
<div id="attachment_17162" class="wp-caption aligncenter" style="width: 538px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min-18.png" target="_blank"><img class=" wp-image-17162" alt="BVB Real Min 18" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min-18.png" width="528" height="309" /></a><p class="wp-caption-text">Alonso ist nach links aus seinem &#8220;Käfig&#8221; geflüchtet, sodass die Mitte verwaist ist. Götze läuft ihn nun seitlich an; mit Zick-Zack-Bewegungen belauert er nicht nur Pässe in oder über die Mitte, sondern auch ansatzweise den Weg nach hinten, so wird Alonso der Vertikalpass suggeriert. Gündogan und Bender (Abstand zu Reus!) haben sich bereits im Zielraum zusammengezogen, auch Piszczek ist etwas in diese Richtung herausgerückt. Alonso lässt sich zum fast unmöglichen Passversuch auf Modric hinreißen, den Gündogan locker abfängt.</p></div>
<p>Mit dieser Maßnahme kann Dortmund enorm intensiv den Raum kontrollieren, sobald der Gegner in der Ballzirkulation wichtige Verbindungen verliert. Besonders <a title="Leverkusens moderne Halbraumverteidigung" href="http://spielverlagerung.de/2012/11/20/leverkusens-moderne-halbraumverteidigung/" target="_blank">die wichtigen Halbräume</a> werden zementiert. So werden auch Überladungen verhindert: In der obigen Szene hätte Özil bei einer normalen Positionierung von Bender den Raum um Gündogan besetzen können, sodass dieser zwei Anspielstationen zu verteidigen gehabt hätte. Stattdessen steht Özil hinter einem Ring massiver Deckungsschatten und kann sich eigentlich in keine Richtung sinnvoll bewegen &#8211; zumindest nicht schnell genug, um effektiv auf die dynamische Raumkomprimierung zu reagieren.</p>
<p>Zudem können die Borussen sich in der Lokalkompaktheit noch riskanter, antizipativer bewegen. Eine kleinere Schwäche in der Positionierung wird nicht sofort bestraft, da die eng stehenden Mitspieler direkt eingreifen können. So bewegte sich Gündogan in der obigen Szene sogar leicht aus dem Modric-Passweg heraus. So provozierte er Xabis Pass. Dieses Risiko kann er nicht gehen, wenn Bender nicht gleichzeitig sicherstellt, dass auch der durchrutschende Pass sofort attackiert werden kann.</p>
<p><strong>Verbindungsräume und Diagonalspiel von Madrid</strong></p>
<p>Ein Mittel um dieses provozierte Vertikalspiel entlang der Halbseite zu vermeiden, ist die Verlagerung nach außen. Da auf diese das weitere Verschieben auf die Seite erfolgt, hätten die Außenverteidiger dann die wichtige Verantwortung gehabt, das Spiel wieder zu verlagern oder diagonale Pässe hinter die Kompaktheiten zu spielen. Doch dieses Diagonalspiel war bei Real ganz schwach ausgeprägt.</p>
<p>Dabei hätte es das wichtigste Mittel werden müssen: Der Aufbau über rechts mit dem vorschiebenden Ramos hätte im Optimalfall dazu führen können, dass Real sich dort in die Mittelfeldräume kombinieren kann, um dann zu verlagern. Diese Strategie fixierten sie aber nicht ordentlich. Zum einen lag das auch am Bewegungsspiel der zentralen Mittelfeldspieler und Dortmunds proaktivem Verschieben. Dadurch waren die flügelnahen Verbindungsräume selten gut besetzt.</p>
<div id="attachment_17154" class="wp-caption alignright" style="width: 297px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min-59.png"><img class="wp-image-17154 " alt="BVB Real Min 59" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min-59.png" width="287" height="262" /></a><p class="wp-caption-text">Coentraos Sichtfeld (das offene Kreissegment) ist nach vorne gerichtet. Daher übersieht er Özil, der sich sehr klug im Alonso-Loch freigelaufen hat. Es kommt ein aussichtsloser langer Ball auf Higuain, der diesen in krasser Unterzahl auch nicht ablegen kann.</p></div>
<p>Aber auch die Orientierung der äußeren Spieler war oft einfach nicht zum Zentrum ausgerichtet. So wurden auch einige Verlagerungsmöglichkeiten übersehen und besonders Reals Außenverteidiger suchten unsinnig frühe Bälle in die Spitze oder den Flügel entlang. Dabei sind diese langen Bälle entlang der Seitenlinie sogar oft ein Problem für den BVB &#8211; wenn sie denn aggressiv gespielt werden, wie beispielsweise von Düsseldorf am Wochenende. Real fokussierte dieses Mittel aber nicht, sondern wählte es eher aus Verlegenheit. Daher warteten sie zu lang und gaben Dortmund die Möglichkeit, vor den Pässen bis nach außen durchzuschieben.</p>
<p><strong>Ramos unpassende Rolle</strong></p>
<p>Ein wesentlicher Faktor für das problematische Diagonalspiel war auch die Besetzung der ausgedünnten Rechtsverteidigerposition. Der mittlerweile zum Innenverteidiger umgeschulte Spanier musste dort aushelfen und zeigte, dass er seine ehemalige Hauptposition nicht mehr mit dem nötigen taktischen Feingefühl umsetzen kann.</p>
<div id="attachment_17155" class="wp-caption alignleft" style="width: 321px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min12.png" target="_blank"><img class=" wp-image-17155  " alt="BVB Real Min12" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min12.png" width="311" height="307" /></a><p class="wp-caption-text">Lewandowski schneidet Ramos den Rückwärtspass ab. Nach vorne geht im Grunde nichts wegen der Bewegungen von Real. Ronaldo &#8211; gerade mal ausnahmsweise nach rechts rochiert &#8211; und Xabi laufen den gleichen Raum an und ziehen die Gegenspieler mit dorthin. Özil, Modric und Khedira stehen in ballfernen Deckungsschatten. Ramos schlägt einen vertikalen Ball ins nichts.</p></div>
<p>Zum einen orientierte er sich am Ball zu vertikal, ähnlich seiner aufbauenden Rolle als Innenverteidiger. Das war ein Grund für die schwach gespielten Bälle entlang der Linie. Zum anderen ging er in aufgerückter Position nicht mehr ins Dribbling wie er das früher gerne getan hat. Stattdessen brachte er einige verfrühte Flanken aus dem tiefen Halbfeld in die Spitze, die keinerlei Gefahr austrahlten.</p>
<p>Und auch im Spiel ohne Ball interpretierte er seine Rolle etwas seltsam. Oft schob er in seltsamen Situationen nach vorne, in denen (Spielaufbau rechts) Schmelzer ihn leicht übernehmen konnte oder (Spielaufbau links) Verlagerungen gar nicht sinnvoll oder notwendig waren. So fehlte er dann entweder als Kombinationsmöglichkeit entlang der rechten Seite, da er zu hoch und in Reus Deckungsschatten stand, oder er sorgte dafür, dass Coentrao nicht befreit aufrücken konnte. Da Varane und Pepe hinter Ramos nach rechts zu schieben hatten, stand Real oft in einer Dreierkette, in der der portugiesische Linksverteidiger nicht einfach so die ganze Seite öffnen durfte.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Teil 2: Reals Angriffsspiel gegen Dortmunds Defensivkompaktheit<br />
</strong></p>
<p><strong>Özil versauert im Nirgendwo</strong></p>
<p>Größter leidtragender von Madrids Aufbauproblemen war Mesut Özil, der sich in seiner Rolle am rechten Flügel trotz großen Engagements nur selten einbringen konnte. Auf dem Papier sollte er durch Ramos&#8217; hohe Rolle entlastet werden und sich frei durch die zentralen Mittelfeldbereiche bewegen, doch aufgrund der fehlenden Abstimmung entfaltete sich dieses Konzept nicht.</p>
<div id="attachment_17193" class="wp-caption alignright" style="width: 328px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min-10.png" target="_blank"><img class=" wp-image-17193" alt="BVB Real Min 10" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min-10.png" width="318" height="283" /></a><p class="wp-caption-text">Hier sieht man die völlig fehlende Struktur entlang Madrids rechter Seite. Ramos steht in einer effektlosen Position, Khedira steht Özil de facto im Weg. Varane spielt stark durch die enge Lücke, aber Schmelzer kann diesen einzig möglichen Pass antizipieren und drückt den Ball im Zweikampf zu Gündogan.</p></div>
<p>Durch Ramos Positionsspiel bei Angriffen über rechts verstopften sich die Verbindungsräume noch stärker. Özil war hinter den komprimierten Dortmundern nicht anspielbar und hatte in Ramos keinen tauglichen Kombinationspartner. Da Khedira sich eher nach vorne orientierte, standen er und Özil sich außerdem etwas auf den Füßen und erlaubten der Borussia noch krassere Kompaktheit.</p>
<p>Durch das Zentrum konnte Madrid fast nie aufbauen, sodass der deutsche Spielmacher auch über diese Räume nicht angespielt werden konnte. Es blieb eine Einbindung über die ferne linke Seite, über die er naturgemäß am schlechtesten zu finden war. Wenn er aber mal über diesen Bereich eingebunden werden konnte, war Real tendenziell am gefährlichsten. Dann hatte Özil in den zentraleren Position nämlich auch Anspielstationen in der Tiefe, die ihm auf der rechten Seite fehlten.</p>
<p><strong>Linke Seite stark vereinzelt und vereinzelt stark</strong></p>
<p>Doch die linke Seite war nicht wesentlich unproblematischer als der Spielaufbau über rechts. Dadurch, dass Coentrao hier wegen Ramos&#8217; Rolle zur Zurückhaltung gezwungen war, war Ronaldo oft auf sich alleine gestellt, oder wurde zusammen mit Modric von einer Überzahl gestellt.</p>
<div id="attachment_17183" class="wp-caption aligncenter" style="width: 489px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min-38.png" target="_blank"><img class=" wp-image-17183" alt="BVB Real  Min 38" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min-38.png" width="479" height="278" /></a><p class="wp-caption-text">Alonsos Abkippen führt zu nix, Real muss den aufbauenden Pass auf außen spielen. Dort werden Ronaldo und Modric nun von vier Gegnern bedrängt. Coentrao kann nicht unterstützen, denn er ist hinten &#8220;festgepinnt&#8221;, weil Ramos auf rechts die Abwehr zur Seite gezogen hat. Doch die Breite die er gibt ist nicht anspielbar, genau wie Özil, dessen eingeräumte Freiheiten daher nichts nützen.</p></div>
<p>Higuain orientierte sich vereinzelt noch auf diese Seite, wurde dann aber meistens von Subotic verfolgt und verengte nur die Räume. Da Özil sich ins Mittelfeld orientierte, besetzte in diesen Szenen dann niemand die Spitze, die der BVB dann relativ ungeschützt lassen konnte &#8211; ohnehin eine Stärke der Borussia, solche Situationen zu erkennen.</p>
<p>So rannte sich Madrid auch auf dieser Seite meistens fest. Nur ganz vereinzelt konnte Ronaldo mal ansatzweise Dribblings aufziehen. Dennoch entstanden Reals beste Spielzüge über diese Seite &#8211; wenn die Verbindungsräume mal besser besetzt waren.</p>
<p><strong>Was hätte passieren können, wenn&#8230;</strong></p>
<p>War nämlich Özil bis auf den linken Flügel herübergewichen und Real hatte ausgewogenere numerische Verhältnisse, so konnten sie auch ihre Klasse ausspielen. Dann konnte Modric auch eine Verbindungs- und Absicherungsposition einnehmen und Coentrao sich stärker einschalten. Das passierte aber wirklich nur ganz vereinzelt. Die folgende Szene aus der 40. Minute demonstriert aber das Potential.</p>
<div id="attachment_17197" class="wp-caption aligncenter" style="width: 491px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min-40a1.png" target="_blank"><img class=" wp-image-17197" alt="BVB Real Min 40a" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min-40a1.png" width="481" height="264" /></a><p class="wp-caption-text">Ausgangsposition: Bei einem Einwurf links hat sich Özil mal bis auf diesen Flügel herüber bewegt. Er legt auf Coentrao ab und erkennt sofort den Raum, der durch Gündogans Herausrücken entstanden ist. Modric bindet Bender &#8211; sowas geht in einer Gleichzahl.</p></div>
<div id="attachment_17198" class="wp-caption aligncenter" style="width: 242px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min-40b1.png"><img class=" wp-image-17198 " alt="BVB Real Min 40b" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min-40b1.png" width="232" height="325" /></a><p class="wp-caption-text">Schnelle Kombination entlang der linken Seite: Coentrao spielt auf Ronaldo, der gleich wieder ablegt. Coentrao überrascht den ausgerückten Piszczek mit einem knappen Pass auf den vorgestoßenen Özil. Mit dem aufgebauten Tempo kann er Piszczek auch direkt überlaufen und Özil lässt wieder für ihn prallen.</p></div>
<div id="attachment_17199" class="wp-caption aligncenter" style="width: 269px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min-40c1.png" target="_blank"><img class=" wp-image-17199" alt="BVB Real Min 40c" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min-40c1.png" width="259" height="281" /></a><p class="wp-caption-text">Direkt noch ein Doppelpass Coentrao-Özil-Coentrao, nach dem auch Subotic ausgespielt ist.</p></div>
<p><strong>Erneut ist Reals Anspruch zu hoch</strong></p>
<div id="attachment_17200" class="wp-caption alignright" style="width: 317px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min-40d1.png"><img class=" wp-image-17200 " alt="Resultierende Szene: Coentrao könnte nun die Flanke auf Higuain setzen, versucht diesen anspruchsvollen Ball aber nicht. Er zieht zurück, will die Situation verbessern, sieht sich dann aber auch noch Subotic gegenüber und flankt dann doch &quot;panisch&quot; hinters Tor." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min-40d1.png" width="307" height="220" /></a><p class="wp-caption-text">Resultierende Szene: Coentrao könnte nun die Flanke auf Higuain setzen, versucht diesen anspruchsvollen Ball aber nicht. Er zieht zurück, will die Situation verbessern, sieht sich dann aber auch noch Subotic gegenüber und flankt dann doch &#8220;panisch&#8221; hinters Tor.</p></div>
<p>Was sich ungesagt durch die Analyse zieht, wird an eben dieser sehr stark gespielten Szene letztendlich überdeutlich: Madrid versuchte Dortmund zu nachdrücklich auszuspielen. Wie bereits im ersten Auswärtsspiel nutzten sie nicht Flanken- und Abschlusspositionen, die sich ihnen boten, um das Glück zu erzwingen. Sie wollten den Gegner wieder ausspielen, wie hier Coentrao.</p>
<p>Diese Ansatz ist normalerweise der hochwertigere. Also normalerweise im Sinne von: Dann, wenn man das spielerische Potential dazu hat. Aber Real war im ganzen Kollektivverhalten zu unterlegen für solch hohe Ambitionen. Wenn sie versuchten, ordentliche Situationen zu sehr guten zu verwandeln, wurden sie meistens von den nachrückenden Borussen aufgefangen, abgebremst und in der Enge &#8220;aufgefressen&#8221;.</p>
<p>Eine Lehre, die sich beinahe ausnahmslos durch die letzten Jahre der Borussen zieht: Je &#8220;plumper&#8221; der Gegner spielt, umso stärker geraten sie ins Wackeln. Real wollte aber mehr als ein Wackeln, sie wollten, dass der BVB umfällt. Wieder fiel er nicht.</p>
<p><strong>Dortmunder Restkompaktheit &#8211; und noch mal Coentrao/Ramos</strong></p>
<p>Dieser Punkt galt nicht nur für Durchbrüche auf den Flügeln, sondern generell für positive Aktionen von Madrid. Dadurch kamen nicht nur selten in die höheren Zonen, sie hatten dann oft auch in diesen noch immense Probleme. Der BVB blieb auch stabil, wenn die erste Linie einmal überbrückt wurde. Dann blieben üblicherweise noch acht oder zumindest sieben Spieler als torseitiger Block über, der Reals Spiel aus den ganz entscheidenden Zonen herausdrängen konnte. Das leitende und dabei verhältnismäßig tief lauernde Pressing bringt dies als weiteren Vorteil mit sich: Wer den Ball nach einem Pass in die Tiefe erobern will, steht auch nach einem erfolgreichen Pass in die Tiefe noch kompakt in Ballnähe.</p>
<div id="attachment_17196" class="wp-caption aligncenter" style="width: 490px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min-25.png" target="_blank"><img class=" wp-image-17196 " alt="" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min-25.png" width="480" height="325" /></a><p class="wp-caption-text">Eine der besten Aufbausituationen von Real. Varane hat einen tollen Pass zwischen Götze und Lewandowski durch, an Alonso vorbei auf Modric gespielt, der nun einmal das Mittelfeld vor sich hat. Mit einem angetäuschten Pass verlädt der Kroate Gegenspieler Gündogan und kann zwischen die Sechser dribbeln. Dennoch eine klare Überzahl für den BVB! Und es fehlt Real an Breite: Links kann sich Dortmund krass zusammenziehen, sodass Higuain und Ronaldo &#8220;weggefressen&#8221; werden. Auf der anderen Seite hält Khedira gerade die Breite für Özil. Modric spielt den Pass gut durch die Gasse, aber dann findet sich Khedira 1-gegen-2 mit Schmelzer und dem nachrückenden Reus und scheitert mit einer hektischen Hereingabe an Schmelzer.</p></div>
<p>Dabei verpasste Real besonders in diesen Szenen dann auch effektiv die Breite mitzunehmen. Es gab in ihrem Spiel kaum Verlagerungen auf die Flügel. Eventuell war es ein psychologischer Faktor, dass sie gerade nach den seltenen Durchbrüchen das langsamere Spiel über Außen ignorierten und zu hektisch in die Spitze wollten, nach dem Motto: Wenn wir schon mal eine Situation haben, dann müssen wir sie auch schnell nutzen.</p>
<p>Coentrao und Ramos hatten aber auch nicht das Timing und den Vorwärtsdrang, um in den richtigen Momenten auch die Bälle in der Breite zu fordern. Dieses Problem schließt Reals großes Problemkapitel &#8220;Außenverteidiger&#8221; ab. Dass ausgerechnet auf dieser Position kaum etwas richtig lief bei Mourinhos Elf war wirklich verwunderlich, denn offensive Außenverteidiger sind das Mittel, mit dem der BVB wohl am häufigsten ernste Probleme bekommt.</p>
<p><strong>Die Wichtigkeit der Kompaktheit</strong></p>
<p>Nicht nur das Potential, welches ein Real mit guten Verbindungen hat, sondern auch das Problempotential eines unkompakten BVBs soll noch einmal am Beispiel demonstriert werden.</p>
<div id="attachment_17161" class="wp-caption aligncenter" style="width: 490px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min-11-Özil.png"><img class=" wp-image-17161" alt="BVB Real Min 11 Özil" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min-11-Özil.png" width="480" height="269" /></a><p class="wp-caption-text">Ebenfalls nach einem Einwurf entstanden, den Khedira von links hinten stark ins Mittelfeld spielte: Real in einer relativ zufällig entstandenen Rautenordnung mit hohen Außenverteidigern. Gündogan war beim Einwurf in einen Zweikampf verwickelt und kann die Lücke nicht schnell genug schließen. Sofort findet Özil das Loch und leitet Modrics Anspiel mit einem anspruchsvollen Kontakt weiter, Ronaldo geht gut in die Spitze. Es fehlen nur ein paar Meter Präzision, weswegen Weidenfeller die mögliche Riesenchance knapp vor Ronaldo verhindern kann.</p></div>
<p>Allein diese Szene zeigt, wie wenig die Individualkünstler von Real brauchen um gefährlich zu werden. Das ist auf der einen Seite eine Warnung an den BVB für das Rückspiel, auf der anderen Seite ein Lob bezüglich der bisherigen Spiele. Die Borussen agierten phasenweise sehr nah an der Perfektion und darauf waren sie auch angewiesen.</p>
<p>Zum anderen wirft diese Szene eine andere Frage auf: Kann Madrid vielleicht <a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/24/borussia-dortmund-real-madrid-funf-fragen/#comment-35575" target="_blank">mit einer Raute überraschen</a>? In der unbalancierteren Grundsituation mit der überladenen Mitte, die viel mehr verbindende Passwinkel erzeugt, könnten sich die Madrilenen eventuell besser zurechtfinden als der BVB. Irgendein Risiko müssen sie ja eingehen&#8230;</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Teil 3: Dortmunds Gegenpressing</strong></p>
<p>Neben den ganzen Problematiken im Spiel mit dem Ball, hatte Real auch nach hinten immense Probleme. Mehr oder weniger nach hinten zumindest &#8211; auch für diese Richtung war Dortmunds Spiel <em>gegen</em> den Ball entscheidend. In den eigenen Ballbesitzphasen dominierten sie vor allem über die Ballrückeroberung. Die ersten drei Tore fielen allesamt nach Gegenpressing-Momenten.</p>
<p><strong>Die Überspielung von Özils Defensivzone</strong></p>
<p>Interessant war Özils Rolle im Defensivspiel, die sich von der Ronaldos auf der anderen Seite etwas unterschied. Er hielt den Flügel nicht so sehr, sondern verteidigte etwas eingerückt. Möglicherweise war das nur seinem zentral-orientierten Spielcharakter geschuldet, möglicherweise sollte das Spiel so aber auch bewusst auf Marcel Schmelzer geleitet werden, der sich schon oft als spielerischer Schwachpunkt der Borussia dargestellt hat.</p>
<p>Dortmund wusste diesen Kniff aber zu kontern. Was mache ich, wenn ich mehr Raum hab, als ich eigentlich will? Ich schiebe so weit vor, dass ich den Raum nicht mehr habe! Klingt erst mal nur bedingt schlüssig, war aber im Grunde wirklich das Konzept von Dortmund. Um Schmelzers mangelnde Kreativität zu kompensieren, schob er noch weiter in die Offensive.</p>
<p>Auf diese Weise etstand nämlich die Überladung des linken Flügels hinter Özil. In dieser Überzahlzone konnte Schmelzer dann mit simplen Pässen seine Nebenmänner einsetzen und musste keine anspruchsvollen Aktionen bringen. Er agierte lediglich als Breitengeber, Umschaltspieler und &#8220;Ablagefläche&#8221; für Götze und Reus &#8211; dass er vor dem 1:0 den Ball einfach durchlassen konnte für Götze war symptomatisch für seine gut passende Rolle.</p>
<div id="attachment_17208" class="wp-caption alignright" style="width: 252px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min8a.png"><img class=" wp-image-17208  " alt="BVB Real Min8a" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min8a.png" width="242" height="258" /></a><p class="wp-caption-text">Entstehung des ersten Treffers: Schmelzer rückt riskant auf, weshalb sich Ramos von Götze weg orientiert. Der kann deshalb den Pass von Hummels fordern. Bender zieht Khedira dabei in die Tiefe, der sich deshalb nicht um Hummels&#8217; Passweg kümmern kann.</p></div>
<p>Da Schmelzer dabei nicht zu früh nach vorne schob, sorgte er zumindest für eine halbwegs breite Positionierung von Özil. Deshalb konnten Hummels und Gündogan auch zuverlässig die Lücken um Khedira und Özil bespielen und die hohen Zonen einsetzen, die dann von Schmelzers weiterem Aufrücken unterstützt wurden. Aus der entstehenden Überzahl wurde dann der Strafraum attackiert.</p>
<p><strong>Ein Spiel für Sven Bender</strong></p>
<p>In einem der wohl besten Spiele seiner Karriere avancierte besonders Dortmunds Abräumer im Mittelfeld zu einem der wichtigsten Akteure auf dem Feld. Als linksseitiger Sechser konnte er sich voll auf defensive Aufgaben konzentrieren, da seine umliegenden Bereiche so spielstark besetzt waren und die Struktur aus mehreren Gründen perfekt passte:</p>
<ul>
<li>Bender war in der Ballungszone von Khedira und Özil positioniert. Diese war ohnehin so dicht, dass sie eher überspielt als angespielt wurde. Mit seiner etwas ausweichenden, passiven Positionierung konnte er dabei Khedira auch einige Male wegziehen, um die Passwege entsprechend zu öffnen.</li>
<li>
<div id="attachment_17209" class="wp-caption alignright" style="width: 293px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min8b.png" target="_blank"><img class=" wp-image-17209" alt="BVB Real Min8b" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min8b.png" width="283" height="278" /></a><p class="wp-caption-text">Khedira gewinnt dafür den Ball von Götze, nach einem Ballkontakt kann Alonso direkt in die Spitze spielen. Trotz der minimalen Ballbesitz-Zeit von Real, steht der BVB perfekt: Bender und Reus haben ihre Gegenspieler im Deckungsschatten, Higuain ist eng umstellt. Daher kann Gündogan aggressiv in den Pass gehen und somit das 1:0 einleiten.</p></div>
<p>Neben dem vorstoßenden Schmelzer musste er  Özil als Umschaltspieler absichern. Dessen eingerückte Rolle machte die Wege für Bender dabei kurz: Er hatte im Gegenpressing tendenziell Zugriff auf Khedira und gleichzeitig auch Özil.</li>
</ul>
<ul>
<li>Da Real ein beweglicher Zehner in Benders Rücken fehlte, konnte er sich aggressiv nach vorne orientieren. Dass er manchmal dazu neigt, die Gefahr in seinem Rücken zu unterschätzen, spielte hier keine Rolle. Subotic und Hummels konnten Higuain kontrollieren, der gelegentlich zockende Ronaldo war nicht in seinem Aufgabenbereich.</li>
<li>Gündogans Rolle als vor die Abwehr fallender Spielmacher wurde durch Benders höhere Position unterstützt, ebenso wie Hummels Möglichkeiten. Khedira konnte wegen Bender nicht herausrücken, was dem deutschen Nationalspieler einer seiner größten Qualitäten beraubte.</li>
<li>Da links die Ballungszone der Borussen war, wurde er meist nur angespielt, wenn er leichte, kurze Möglichkeiten zur Weiterleitung des Balles hatte. Er musste also selbst in Ballbesitz keine kreativen Aufgaben übernehmen.</li>
</ul>
<div id="attachment_17210" class="wp-caption aligncenter" style="width: 484px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min39-Bender.png"><img class=" wp-image-17210" alt="BVB Real Min39 Bender" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min39-Bender.png" width="474" height="248" /></a><p class="wp-caption-text">Durch eine leicht seitliche Positionierung erreicht Bender zwei wichtige Punkte: Er sichert gleichzeitig zwei Gegenspieler im Umschaltmoment ab und einen zieht er zudem aus dem Zentrum. So entsteht Raum, in den Hummels stoßen kann, um den Ball nach vorne zu verteilen.</p></div>
<p>In dieser fokussierten Rolle konnte er viele Angriffe von Real ersticken oder entscheidend entschleunigen und stabilisierte das um ihn herum zirkulierende Kreativspiel ganz enorm.</p>
<p><strong>Orientierung, System, Pressingresistenz: Reals Umschaltproblem</strong></p>
<p>Darüber hinaus kam auch Reals Spielanlage der Borussia im Umschaltverhalten sehr entgegen. Ihr 4-1-4-1-Defensivsystem hatte aus mehreren Gründen massive Probleme nach Balleroberungen.</p>
<p>Ein Punkt war das System an sich: Durch die flache Anordnung der Achter, die sich gerade bei Real oft sehr weit mit zurückziehen müssen, fehlt es an Dreiecken im Umschalten. Das System hat nur einen Zielspieler im Stürmer. Bei der obigen Szene, die zum 1:0 führte, zeigte sich wie problematisch das sein kann. Bei nur einer öffnenden Station, ist der umschaltende Pass sehr viel leichte zu antizipieren und daher zu verhindern. So verlor Real viele eroberte Bälle durch den überfrühten Pass nach vorne.</p>
<p>Dieses Problem kann man theoretisch dadurch ausgleichen, sich klein-klein hinten herauszukombinieren, um dann mit mehreren nachstoßenden Spielern ins offensive Mittelfeld zu kontern. Das gelang aber Real aus den weiteren Gründen nicht. Erstens fehlte eben die Eingespieltheit und Struktur, welche die Mannschaft in ihrem 4-2-3-1 gewohnt ist. Die Umschaltmomente waren völlig improvisiert, auch weil Ronaldo nicht so stark zockte wie gewohnt.</p>
<p>Zweitens wurde diese Improvisation durch Reals relativ chaotische Defensive noch erhöht. Alonso und die Achter agierten wie im Spielaufbau eher getrennt voneinander, während Özil und Ronaldo immer mal etwas schlampig agierten, was die Nebenmänner dann kompensieren mussten. Außerdem garnierte Real sein Pressing gelegentlich mit kurzzeitigen Mannorientierungen, weswegen die Grundordnung außeinander gezogen wurde. Daher fehlten den Madrilenen die festen Orientierungspunkte.</p>
<p>Drittens haben sie nicht die pressingresistentesten Spieler. Khedira und vor allem Alonso können beide tolle Pässe spielen, brauchen dafür aber ein wenig Raum und Zeit am Ball. Sie sind nicht so arg beweglich, um sich aus Engstellen zu befreien und haben nicht das überragende gruppentaktische Gespür, um den Ball in Busquets-Manier mit einem Kontakt genial aus der Drucksituation weiterzuleiten. Beide verloren im Umschaltmoment Bälle, die andere Sechser auf diesem Niveau hätten verarbeiten können.</p>
<p>Modric hingegen ist natürlich das genaue Gegenteil und er konnte mit seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten am Ball auch ein paar Konteransätze erzeugen. Letztlich läuft ein Konter aber über mehrere Stationen und die weiteren Faktoren kamen dann eben auch noch hinzu. Außerdem spielte der BVB in beiden Hälften hauptsächlich über die Modric-ferne Seite. Als der Angriffsflügel in der Pause von links auf rechts gewechselt wurde, wurde Modric von Reals linker Achter- auf die rechte Flügelposition befördert. Dementsprechend selten war er in die ersten Umschaltmomente involviert.</p>
<p><strong>Die Wichtigkeit der Laufstärke<br />
</strong></p>
<p>Eine weitere Basis für Dortmunds Stabilität war der höhere Aufwand, den die Borussia im Vergleich betrieb. Wenn Real dann doch mal zu &#8220;leichten&#8221; Balleroberungen kam, hatten sie einen deutlich höheren Sprintanteil im Umschalten und kamen deutlich schneller wieder in eine kompakte Ordnung als Madrid.</p>
<div id="attachment_17159" class="wp-caption aligncenter" style="width: 490px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min12-a.png" target="_blank"><img class=" wp-image-17159" alt="BVB-Real Min12 a" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min12-a.png" width="480" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Hier gab es einmal einen der wenigen frühen Ballverluste von Dortmund. Gündogan hatte Hummels&#8217; etwas schlampigen Pass nicht erreichen können. Nun hat Real zum Tor hin eine 3-gegen-2- bzw. 4-gegen-4-Situation auf großem Raum. Aber Dortmund reagiert.</p></div>
<div id="attachment_17160" class="wp-caption aligncenter" style="width: 466px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min12-b.png"><img class=" wp-image-17160" alt="BVB-Real Min12 b" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Real-Min12-b.png" width="456" height="174" /></a><p class="wp-caption-text">Ronaldo findet kein Anspiel, wird von Gündogan, Subotic und Bender vom Tor weggeleitet. Schmelzer und Piszczek gehen ganz weite Wege im Sprint und stabilisieren die Situation. Reus kommt mit Geschwindigkeitsüberschuss und kann Ronaldos Pass auf Modric weggrätschen. Özil kommt noch einmal ran, aber hat in der nun entstandenen 5-gegen-7-Unterzahl keine Chance.</p></div>
<p>Besonders im Umschaltverhalten zeigen sich auf diese Weise immer wieder die &#8220;klassischen Tugenden&#8221;. Die Laufstärke und der Wille, diese Meter im Sprint zu machen. Der entscheidende Unterschied ist auch der, ob die Spieler dabei nur die unmittelbare Verantwortung wahrnehmen, oder diesen Aufwand &#8220;aus Prinzip&#8221; betreiben, sprich: Ob sie auch zurücklaufen, um die Kompaktheit herzustellen, oder ob sie die Wege nur gehen, wenn de facto Gegenspieler frei sind. Die Wege für die Kompaktheit sind eben öfter unnötig und daher psychologisch anspruchsvoller. Doch von x unnötigen Läufen ist dann eben immer mal ein notwendiger dabei und diese summieren sich.</p>
<p>Ähnliches gilt auch im Pressing, welches bei Real eben viel stärker an der unmittelbaren Gefahr ausgerichtet ist. Anstatt kollektive Wege in die ballnahe Überzahl zu gehen wie der BVB, gehen meist nur einzelne Spieler aktiv in die Balleroberung, während die umstehenden eher passiv umherschieben. Dieser Faktor war ein wesentlichr dafür, dass Dortmund in viel besser lösbare gruppentaktische Situationen kam und kaum gefährliche, saubere, erzwungene Ballverluste zu beklagen hatte. Reals Balleroberungen waren meistens mühsam und &#8220;gerade so&#8221;. Die entstehenden unsauberen Situationen lassen sich immer leichter unter Druck setzen als zum Beispiel ein konkret abgefangener Pass.</p>
<p style="text-align: center;"><strong>Teil 4 bis 10: Fallen leider aus</strong></p>
<p>Über derartige Fußballspiele kann man so unglaublich viel schreiben, aber irgendwann muss auch mal Schluss sein. Ich könnte noch einige Punkte der Basisanalyse wie das 4-2-4, das Dortmunder Konterspiel oder die Rolle von Blaszczykowski näher ausführen können und den gleichen Analyseumfang auf die Phase von Reals 4-2-3-1 schreiben, doch ich beschränke mich in diesem Fall auf die wesentlichsten und interessantesten Faktoren der Startaufstellungen, welche ja die &#8220;Hauptpläne&#8221; der Trainer darstellen.</p>
<p>Ich vermute, dass diese Analyse extrem Real-kritisch klingt, noch deutlich kritischer, als sie sein müsste. Dazu sei gesagt: Real war natürlich nicht so tödlich unterlegen, wie die vielen negativen Punkte suggerieren mögen. Es war lediglich so, dass die Schwächen der Königlichen  &#8211; das Bewegungsspiel, die Abstimmung, die gruppentaktischen Abläufe &#8211; die komplexeren und eher taktisch bedingten waren, während bei den Borussen eher die Stärken taktische Brisanz hatten. Die größten Stärken von Real &#8211; immense Dynamik im defensiven Umschalten, das Tempo von Ronaldo, die physische Stärke bei Standards &#8211; sind einfach nur eher nichts für eine Bildanalyse und ähnliches gilt für Dortmunds Schwächen &#8211; inkonsequente Entscheidungen im Konterspiel, vereinzelt überaggressive Pressingbewegungen und phasenweise Hektik.</p>
<p>Das Rückspiel eröffnet nun immens viele Möglichkeiten für Mourinho, der sich mal so richtig etwas einfallen lassen müsste. Wir besprechen das unklare Spiel in der Vorschau bei <a href="http://www.bettingexpert.com/de/blog/taktische-vorschau-cl-halbfinale-real-bvb" target="_blank">bettingexpert</a> und in den <a href="http://www.ruhrnachrichten.de/sport/bvb/Taktik-Vorschau-So-wird-Mourinho-versuchen-den-BVB-zu-knacken;art11635,1986644" target="_blank">Ruhr Nachrichten</a>.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17152&amp;md5=0091cf9ed91e348241bcfde8015e3144" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Ballnahe Seite &#8211; das Spielverlagerung-Magazin, Ausgabe Null</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 18:05:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TE</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ballnahe Seite Magazin]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesgeschäft]]></category>

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		<description><![CDATA[Spielverlagerung bringt ein eigenes E-Magazin heraus. Die Pilotausgabe gibt es gratis als PDF-Download. In den Kommentaren und unseren Podcasts haben wir es bereits angedeutet: Ab Ende Mai wird es ein digitales Spielverlagerung-Magazin geben. Als kleine Vorschau bringen wir die Pilotausgabe kostenlos unter das Volk. Diese Ausgabe enthält fünf Artikel: RM nimmt die Probleme von Barcelona [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Spielverlagerung bringt ein eigenes E-Magazin heraus. Die Pilotausgabe gibt es gratis als PDF-Download. <span id="more-17167"></span></p>
<p>In den Kommentaren und unseren Podcasts haben wir es bereits angedeutet: Ab Ende Mai wird es ein digitales Spielverlagerung-Magazin geben. Als kleine Vorschau bringen wir die Pilotausgabe kostenlos unter das Volk. Diese Ausgabe enthält fünf Artikel: RM nimmt die Probleme von Barcelona auseinander, TR steuert drei knackige Problemprotokolle bei (Arsenal, Milan, Real) und TE reist in das Jahr 1954 und analysiert das Wunder von Bern live (inkl. Statistiken!). Hinzu kommen zwei Essays von MR und RM über Fußballtaktik, den unmodernen Trainer und die Frage, was dieses Thema mit Kunst zu tun haben könnte.</p>
<h2><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Ballnahe-Seite-das-Spielverlagerung-Magazin-Ausgabe-Null-final.pdf">Hier gibt es das PDF</a></h2>
<p><strong>Werden alle Ausgaben wie diese aussehen?</strong></p>
<p>Vom Design her: ja. Von der inhaltlichen Marschrichtung her: ja. Von der Länge: nein. Im eigentlichen Heft wollen wir auf rund zehn Texte kommen, die allesamt die typische Spielverlagerung-Länge haben sollen. Dementsprechend dürfte das Heft ungefähr doppelt so dick werden wie dieses.</p>
<p><strong>Wann erscheint die erste reguläre Ausgabe und wie kann man diese beziehen?</strong></p>
<p>Die erste reguläre Ausgabe erscheint in der Woche des Champions-League-Finales. Wir werden rechtzeitig vorher einen Online-Shop eröffnen, über welchen man die E-Magazine einzeln oder per Abbonement bestellen kann. Danach erscheinen die Hefte in unregelmäßigen Abständen.</p>
<p><strong>Wie teuer wird das Heft?</strong></p>
<p>Einen genauen Preis haben wir noch nicht berechnet, er dürfte aber nicht allzu hoch sein. Zudem wird es zwei Abonnement-Modelle geben: Ein billiges Standard-Modell plus ein Supporter-Modell. Letzteres bietet exklusive Prämien.</p>
<p><strong>Wird es auch eine Printausgabe geben?</strong></p>
<p>Ein Druck beinhaltet finanzielle Risiken, die wir als Kleinstverleger nicht ohne Weiteres stemmen können. Erst einmal möchten wir sehen, wie das Heft bei unseren Lesern ankommt. In mittlerer Zukunft können wir uns einen solchen Druck vorstellen.</p>
<p><strong>Diese Ausgabe ist ja ganz nett, aber Geld bezahlen würde ich dafür nicht. Dafür stört mich Fehler XY zu sehr.</strong></p>
<p>Ein angenehmer Nebeneffekt eines solchen Gratisheftes: Wir können uns eurer Kritik annehmen und noch vor der eigentlichen Erstausgabe gegensteuern. Dementsprechend froh sind wir über Ratschläge und Tipps.</p>
<p><strong>Führt ihr damit durch die Hintertür eine Bezahlschranke ein?</strong></p>
<p>Ganz klares nein! Wir werden im Heft keine Analysen zu aktuellen Spielen, Vorschauen oder kürzere Kommentare posten. Diese werden weiterhin kostenlos auf unserer Seite angeboten. Es braucht also niemand Angst zu haben, dass wir plötzlich für die Analyse des Champions-League-Finales abkassieren. In das Heft gelangen ausschließlich arbeitsintensive Artikel, die nicht in den normalen Spielverlagerung-Alltag gehören.</p>
<p><strong>Erst die Werbung, jetzt das Heft&#8230; Ihr würdet doch auch eure Oma an Felix Magath verkaufen, wenn er nur genug Geld böte!</strong></p>
<p>Erstens ist Felix Magath nicht so schlimm wie sein Ruf und zweitens haben wir keineswegs vor, unsere Seele zu verkaufen. Nach dem gelungenen Experiment <a href="http://spielverlagerung.de/2012/05/26/unsere-em-vorschau-nun-erhaltlich/">EM-Vorschau</a> sehen wir ein solches E-Magazin als Chance, uns selber zu finanzieren und somit unabhängig zu bleiben. Manch unserer Artikel sind extrem zeitaufwendig und daher ohne feste Einnahmequelle nur schwer zu realisieren. Dieses Heft ist Teil unserer Anstrengungen, Spielverlagerung eine solide finanzielle Basis zu geben. Außerdem zwingen wir niemanden dazu, sich unser Heft zu kaufen. Wer es nicht tun möchte, kann sich weiterhin an den Analysen erfreuen.</p>
<p><strong>Was werdet ihr &#8211; ausgehend von der Kritik an der Ausgabe Null &#8211; im ersten &#8220;richtigen&#8221; Heft anders machen?</strong></p>
<p>Wir sind dankbar für die vielen konstruktiven Kommentaren zum Heft. Ausgehend von den Kritikpunkten werden wir die Erstausgabe in den folgenden Punkten ändern:</p>
<ul>
<li>Die Schriftarten werden wir bis zur Erstausgabe ändern. Wenn ein Leser sich in diesem Bereich auskennt: Wir freuen uns über jede Hilfe, per Kommentar oder per Mail an info(at)spielverlagerung.de!</li>
<li>Das A4-Format werden wir trotz einiger Kritik beibehalten. So ist es für uns leichter, in mittlerer Zukunft den Druck des Heftes zu realisieren und eventuell Nachdrucke der ersten Ausgaben zu erstellen. Wen das A4-Format stört: Wir bieten die Erstausgabe auch im E-Book-Format an. Für Abonnenten werden wir zudem eine Möglichkeit schaffen, die Artikel auch online zu lesen.</li>
<li>Die Erstausgabe wird ein Editorial beinhalten. Wir werden außerdem das Inhaltsverzeichnis vor dem Erscheinen veröffentlichen.</li>
<li>Die Grafiken werden im ersten Heft besser aussehen. Wir werden zukünftig mit einer einheitlichen Grafikvorlage arbeiten, die wir beschriften und als Vektorgrafik einfügen.</li>
<li>Wir werden die Erstausgabe besser feinjustieren, Stichwort: Position der Grafiken, Beseitigung von Layout-Fehlern etc.</li>
<li>Über den Titel werden wir intern noch einmal diskutieren.</li>
</ul>
<p><strong>Wir wünschen allen Lesern viel Spaß mit der Pilotausgabe!</strong></p>
<p>Bildernachweis:<br />
Titelseite: ©marfis75 on flickr<br />
Inhaltsverzeichnis ©vramak on flickr</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17167&amp;md5=09300fd1a35ddbd48fa09e33b3f9ca6d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>FSV Mainz 05 &#8211; Eintracht Frankfurt 0:0</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/04/29/fsv-mainz-05-eintracht-frankfurt-00/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Apr 2013 09:37:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Eintracht Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[FSV Mainz 05]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Derby zwischen Mainz und Frankfurt war aus taktischer Sicht ein sehr ausgewogen geführtes Spiel. Im Verlauf des Spiels gingen die Trainer unterschiedliche, gegensätzliche Wege bei der weiteren Entwicklung ihrer Offensivstrategien. Seit einigen Jahren ist Thomas Tuchel dafür bekannt, von Spiel zu Spiel ständig sein Personal sowie seine Formation ändern zu können. In dieser Partie [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Das Derby zwischen Mainz und Frankfurt war aus taktischer Sicht ein sehr ausgewogen geführtes Spiel. Im Verlauf des Spiels gingen die Trainer unterschiedliche, gegensätzliche Wege bei der weiteren Entwicklung ihrer Offensivstrategien.<span id="more-17142"></span></p>
<p>Seit einigen Jahren ist Thomas Tuchel dafür bekannt, von Spiel zu Spiel ständig sein Personal sowie seine Formation ändern zu können. In dieser Partie entpuppte sich seine Aufstellung, mit der auch eine Rautenformation möglich gewesen wäre, als ein etwas asymmetrisches 4-4-1-1, in dem Ivanschitz im Defensivspiel praktisch neben Shawn Parker agierte. Auf Seiten der Frankfurter wurde diesmal Alex Meier anstelle von Matmour als zentrale Spitze eingesetzt, während <a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/20/eintracht-frankfurt-fc-schalke-04-10/" target="_blank">Stendera auf der Zehnerposition verblieb</a> und Jung neben Sebastian Rode im Mittelfeld spielte.</p>
<p><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/mainz-frankfurt.png"><img class="alignleft  wp-image-17144" alt="mainz-frankfurt" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/mainz-frankfurt.png" width="270" height="362" /></a>Durch die Tatsache, dass sich somit beide Mannschaften in relativ ähnlichen 4-4-1-1/4-4-2-Formation präsentierten, entstand hinsichtlich der Kräfteverhältnisse eine ausgewogene Begegnung ohne besonders auffällige Aspekte und ohne viele durchschlagende Offensivszenen. In der Realität schlug sich diese Ausgeglichenheit allerdings weniger in einem Langweiler, sondern vielmehr in einer sehr intensiven Partie mit vielen direkten Duellen, Ballverlusten und daraus resultierenden Wechseln der Spielrichtung nieder. Verstärkt durch die jeweils eng interpretierten Formationen fuhr sich das Spiel gerade in der Anfangsphase ein wenig im gegenseitigen Gegenpressing, das nach einem Ballverlust unmittelbar einen neuen in die andere Richtung provozierte, fest und konnte sich nicht konstant aus den Mittelfeldräumen lösen – ausgenommen bei den vielen entstehenden Freistößen.</p>
<p>Zwei prägende Elemente des Spiels, die beide auch zu obiger Situation beitrugen, waren die durch die Formationen naheliegenden Mannorientierungen auf beiden Seiten sowie die auch daraus resultierenden langen Bälle samt anschließendem Gegenpressing. Beide Aspekte wurden von den Mannschaften jeweils etwas anders ausgeführt.</p>
<p><b>Unterschiedliche Arten der Mannorientierungen</b></p>
<div id="attachment_17147" class="wp-caption alignright" style="width: 280px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/mainz-frankfurt3.png"><img class=" wp-image-17147" alt="mainz-frankfurt3" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/mainz-frankfurt3.png" width="270" height="362" /></a><p class="wp-caption-text">Mainzer Pressing gegen Frankfurts Rechtsfokus bei Verlagerung von Russ auf Celozzi. Ivanschitz arbeitet mit dem Deckungsschatten gegen Jung und kann diesen anschließend übernommen. Situative Mannorientierungen von Soto auf Stendera und dem eingerückten Müller auf Rode. Deswegen kann Baumgartlinger tief bleiben und als absichernder Überzahlspieler agieren oder situativ auf Inui achten.</p></div>
<p>Bei den Mainzern wurden gegen die beweglichen zentralen Mittelfeldspieler der Eintracht relativ anpassungsfähige und situative Mannorientierungen gewählt, deren Zuteilungen mit neuen Spielszenen oder über bestimmte Phasen stärker wechseln konnten. In dieser Methodik wurden auch die äußeren Mittelfeldspieler eingebunden: Wenn Frankfurt also beispielsweise über Russ, Jung und Celozzi auf ihrer bevorzugten rechten Seite aufbaute, rückte der ballferne Nicolai Müller in eine enge Position ein und orientierte sich übergangsweise an Rode.</p>
<p>Dagegen setzten die Gäste eher auf klare und konstant gleichbleibende Zuordnungen: Jung kümmerte sich meistens um Ivanschitz, Rode behielt Baumgartlinger im Auge und der junge Stendera orientierte sich lose an Elkin Soto. Dieser kippte allerdings mit zunehmender Spieldauer immer häufiger nach hinten zu den Innenverteidigern ab und entzog sich dieser Bewachung, um den Aufbau anzukurbeln. Nachdem Baumgartlinger diese Rolle noch kurzzeitig übernommen hatte und Soto eher situativ hinter Zabavnik herausgekippt war, <em><a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2012/index.php?bmi=138472&amp;reiter=a&amp;tag=31&amp;reiter=g&amp;bmi=138472#/match:138472/filter:pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:33448/minutes:1,90/area:-1,-1,1,1" target="_blank">fiel er spätestens ab Mitte des ersten Durchgangs konstant zwischen Svensson und Noveski zurück.</a></em></p>
<p><b>Unterschiedliche Arten der langen Bälle</b></p>
<p>Diese Rolle von Soto wirkte sich auch auf die weitere Spieleröffnung der Mainzer aus, denn damit generierten sie nach dem allgemein hektischen Start der Partie Ballkontrolle und Sicherheit, kamen allerdings kaum wirklich nach vorne ins Offensivdrittel. Aus dem Aufbau folgte mangels Optionen irgendwann der lange Ball (insgesamt 89 spielten die 05er in 90 Minuten), den sie aber nicht effektiv zwischen den Linien der Eintracht platzieren konnten. Nachdem diese zunächst noch gestreckter gestanden hatten als Mainz, zog sich ihre vorderste Linie rasch zurück, als Soto die Initiative übernahm.</p>
<p>Ohne einen Zielspieler vom Schlage des verletzten Szalai oder wie ihn die Frankfurter in Alex Meier hatten und ohne ausreichendes Nachrücken auf die Abpraller in der Vertikalen brachten diese Zuspiele dem FSV kaum etwas ein. Dass die Innenverteidiger recht ungenau agierten, kam ebenso hinzu wie die Tatsache, dass die abkippenden Bewegungen von Soto und gelegentlich Baumgartlinger die Kompaktheit auf die zweiten Bälle zusätzlich verringerten.</p>
<p>Hier hatten die Frankfurter nicht nur wegen Alex Meier in der Sturmspitze Vorteile. Vor allem wurden die gelegentlichen langen Bälle der Eintracht in ein kompakteres Areal hinein geschlagen. Die gesamte Formation rückte geschlossener und höher auf, während vor allem die vertikal und kampfstark ausgerichteten Sechser Jung und Rode im Kampf um die zweiten Bälle effektiver waren als ihre abkippenden Mainzer Pendants. Zwar sorgten die Mannorientierungen der Heimmannschaft dafür, dass Frankfurt aus dieser guten Ausrichtung nicht viel machen konnte, doch tendenziell hatte die Eintracht in dieser Kategorie mehr Potential und strahlte mehr Gefahr aus. Die beste Mainzer Chance vor der Halbzeit, ein Heber von Nicolai Müller, entstand dann aus einer der wenigen Szenen, in denen auch die 05er mal kollektiv in höheren Zonen auf einen Abpraller gingen.</p>
<p><b>Mainzer Verbesserungen im Angriffsspiel – dennoch ohne Durchschlagskraft</b></p>
<p>In der letzten Viertelstunde vor der Pause kamen die Mainzer dann generell besser in die Begegnung und hatten ihre beste Phase – allerdings weniger über die zweiten Bälle, sondern eher aus der verbesserten Nutzung ihrer abkippenden Bewegungen im Mittelfeld. Sie schoben ihre Abwehrlinie weiter vor, rückten kollektiv auf und postierten auch die Außenverteidiger konsequent höher. Mit dieser Maßnahme in Kombination mit Soto und Baumgartlinger konnte Frankfurt nach hinten gedrückt und zusehends dominiert werden.</p>
<p>Ausgehend von Sotos leichter Linkstendenz zogen sie die weiteren Angriffe über diese Bereiche auf. Immer häufiger agierte Caligiuri als Räume öffnender Balancespieler, der es den Mainzern nun das eine oder andere Mal ermöglichte, von der Seite diagonal in den Zehnerraum hinein zu spielen. Mit dem ausweichenden Parker, Ivanschitz und gelegentlich dem einrückenden Müller konnten sie hier einige Male hinter das etwas wilde Frankfurter Mittelfeld – Jung und Rode agierten nicht so konsequent, kooperativ und abschirmend wie das Duo Baumgartlinger-Soto – kommen, wussten dann aber häufig nicht, wie sie diese Situationen weiter ausspielen sollten. Gegen die zurückeilenden Frankfurter Mittelfeldspieler fehlte es hier an Strukturen und schnellen Ideen. Meistens versuchten die Hausherren dann den rechten Flügel freizuschieben und diagonal dorthin zu verlagern – doch Frankfurt verzögerte dies geschickt. Weil Inui ohne Ball weniger einrückte, als Müller und Caligiuri bei Mainz, konnte er ebenso seinen Teil dazu  beizutragen, Pospech auszubremsen.</p>
<p><b>Zweite Halbzeit</b></p>
<p>Nach dem Seitenwechsel ging es für Mainz in etwa so weiter. Sie waren die überlegene Mannschaft, hatten mehr vom Spiel und kamen besser in den Zehnerraum. Dadurch entstanden zentral im Bereich des Strafraums nun auch einige vielversprechende Situationen gegen die etwas chaotische Frankfurter Viererkette, die aber aufgrund von schlechten Entscheidungsfindungen und technischer Probleme trotz guter Ansätze (Parkers Chip für Ivanschitz) vergeben wurden.</p>
<p>Insgesamt öffnete sich das Spiel deutlich mehr und so gab es verstärkt saubere Konterszenen in sauberen Räumen, weil nicht nur die Frankfurter Sechser freie Bereiche hinterließen, sondern auch der häufiger weit aufrückende Baumgartlinger. Diese Konterszenen wurden aber auf beiden Seiten selten gut ausgespielt.</p>
<p>Auch die Frankfurter trugen ihren Teil zum offeneren Spiel bei. Obwohl die Mainzer Spielanteile und deren Ballbesitz zunahmen, wurde die Eintracht offensiver, weil sie bei den Angriffen, die sie hatten, gerade im letzten Drittel mutiger auftraten. So war nun auch eines der <a href="http://spielverlagerung.de/category/buli/eintracht-frankfurt/" target="_blank">Frankfurter Kennzeichen der Saison</a> zu beobachten – ihre sehr offensiven und stets vorschiebenden Außenverteidiger. In Abwesenheit der etatmäßigen Besetzung hatten sich die beiden seitlichen Verteidiger der Gäste bisher zurückgehalten, doch gerade Djakpa schob nun deutlich mehr mit vor und belebte die linke Frankfurter Seite.</p>
<p>Auf dieser Basis kamen die Gäste dann häufiger zu den Flanken, über die sie in dieser Spielzeit immer wieder haben Gefahr heraufbeschwören können. Neben Djakpa auf links waren es besonders Hereingaben im Anschluss an Flügelüberladungen auf der dominanten rechten Seite, die hier hervorstachen. Bereits im ersten Durchgang war die beste Frankfurter Gelegenheit entstanden, als Rode hinter Zabavnik in die Tiefe gegangen war und für Meier serviert hatte. Neben Aigner und Stendera unterstützten hier jetzt auch Jung sowie Celozzi konstanter.</p>
<p><b>Armin Vehs Auswechslungen und Veränderungen</b></p>
<div id="attachment_17146" class="wp-caption alignleft" style="width: 275px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/mainz-frankfurt21.png"><img class=" wp-image-17146 " alt="mainz-frankfurt2" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/mainz-frankfurt21.png" width="265" height="362" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen in der Schlussviertelstunde</p></div>
<p>Mitte des zweiten Durchgangs reagierte Armin Veh dann auf den größer werdenden Druck des FSV und brachte mit Occean und Lakic zwei neue Stürmer für Aigner und Inui. Die beiden zentralen Angreifer sollten als Zielspieler für lange Bälle und Flanken von den Seiten dienen – damit ging Veh im Vergleich mit Tuchel den umgekehrten Weg und intensivierte die Charakteristik des engen, umkämpften Spiels aus der Anfangsphase.</p>
<p>Nachdem in den ersten Minuten nach dem Wechsel Meier und Stendera als Hybride aus offensiven und äußeren Mittelfeldspielern agiert hatten, stellte Veh anschließend auch die Formation um und setzte von nun an auf eine Mischung aus 4-3-1-2 und 4-1-3-2. Im Zentrum sollte somit dem Mainzer Spiel mehr Paroli geboten werden und offensiv die Chance auf Abpraller nach Zuspielen auf die Stürmer bestehen. Der offensivstarke Jung wurde aus dem Zentrum auf die Rechtsverteidiger-Position geschoben, um Breite und Flanken zu liefern. Tatsächlich entstanden nach Hereingaben von rechts zwei Kopfballszenen für Occean, doch zu mehr reichte es nicht. Auch Mainz tat sich mit dem zusätzlich verdichteten Zentrum schwer. Ihre Alternativstrategie mit dem beweglichen und nach außen rochierenden Halbstürmer Ede die Flügel zu überladen funktionierte nicht, so dass in den letzten Minuten beiden Teams die Durchschlagskraft abging.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Kein besonders berauschendes Spiel, das in der Tabelle wenig Bewegung brachte, wenngleich die in der <a href="http://spielverlagerung.de/2012/11/27/eintracht-frankfurt-fsv-mainz-05-13/" target="_blank">„Derby-Gesamtwertung“ vorne liegenden Mainzer</a> nun wohl ihre Chancen auf Europa begraben müssen. Aus taktischer und spielerischer Sicht gab es aber wenige neue Erkenntnisse in dieser ausgewogenen Begegnung. Am ehesten wäre hier noch zu nennen, wie die Mainzer sich mit zunehmender Spieldauer besser in den Zehnerraum hinein arbeiten konnten und kombinativ wertvolle Ansätze zeigten. Dagegen ging die Eintracht eher den umgekehrten Weg und fokussierte in Person von Armin Veh in der Schlussphase die radikale Version der Spielcharakteristik, die gerade das erste Spieldrittel geprägt hatte, während die Mainzer sich immer weiter davon wegbewegen wollten, je länger das Spiel dauerte.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17142&amp;md5=9b581622265ff9854ceec34758735d02" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Bayern Munich &#8211; FC Barcelona 4:0 &#124; in-depth</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/04/27/bayern-munich-fc-barcelona-in-depth/</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Apr 2013 21:27:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayern München]]></category>
		<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[English]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>

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		<description><![CDATA[Bayern defeated Barcelona 4-0. This game will probably go down in history for two reasons, as we might have witnessed the fall of one great team and the rise of another. Rarely has such a highly anticipated meeting of more or less equals been so clearly decided. It’s almost paradox in nature, for most people [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Bayern defeated Barcelona 4-0. This game will probably go down in history for two reasons, as we might have witnessed the fall of one great team and the rise of another. <span id="more-17131"></span>Rarely has such a highly anticipated meeting of more or less equals been so clearly decided. It’s almost paradox in nature, for most people would have attributed Barcelona with an individual superiority.</p>
<p>The tactical preparations of both teams may of course be decisive in such a game. Bayern played without Mandzukic and Kroos, while Puyol and Adriano were missing for Barcelona. Thus, several changes were forced on the teams. They were dealt with in different ways, with different tactical backgrounds.</p>
<p><b>Alexis Sanchez and Pedro</b></p>
<p>Unlike in the game against AC Milan, Barcelona featured Sanchez (on the left) and Pedro (on the right) as wingers instead of Villa and Pedro. In this setup Alexis was probably supposed to provide width. Due to his dribbling skills, he’s better moving into the centre from the side when Alba remains in a deep position. When Alba pushed out, Alexis remained as pressing resistant open man in left half space. There, he was supposed to support Andrés Iniesta, who had to move deeper as expected due to Munich’s pressing.</p>
<div id="attachment_17070" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Grundformationen1.png"><img class=" wp-image-17070 " alt="Basic formations at the beginning" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Grundformationen1.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Basic formations at the beginning</p></div>
<p>Pedro was placed on the right to support Alves’ forward movement in defensive <i>transition play </i>(reaction to the moment of a game on the break). After ball losses Pedro repeatedly sprinted back to cover for Alves.</p>
<p>They probably had identified Munich&#8217;s left side with David Alaba and Franck Ribery as the more dynamic in <i>transition play (“Umschaltspiel” in German)</i>, of course especially because of Alaba playing as fullback. Pedro was a logical choice on the right and quite a good idea of Tito Vilanovas to deal with Munich’s style of play.</p>
<p><b>Bartra as half-right central defender</b></p>
<p>The second question concerned central defense. Would Vilanova choose Eric Abidal or young homegrown Bartra? Bartra’s appearaence in the line-up seemed likely, seeing that Abidal had just returned from a long injury break after a grave illness – and Bartra ultimately played.</p>
<p>The Spaniard was used as a half-right central defender, while Piqué went to the left. Again, it was probably an adaptation to the opponent&#8217;s left side.</p>
<p>Munich’s left wing featured Ribéry and Alaba, two extremely dynamic players strong in <i>transition play</i>. There was also a larger formative hole in the offensive line-up there, as Alves moved up higher and earlier. Barca wanted to place their faster player there, and against Ribéry,</p>
<p>Bartra moved out tremendously well a few times. Piqué remained in the centre. Due to his superior passing skills he was the better safety option.</p>
<p><b>Mario Gomez and Jerome Boateng</b></p>
<p>At Bayern, however, there were also two questions: Who would play in central defense alongside Dante, and who would feature as centre forward?</p>
<p>In defense, Heynckes opted for Jerome Boateng as Dante&#8217;s partner in central defense. The idea was simple: Boateng is faster and thus more variable in the height of the pressing employed, without being unstable against Barcelona’s fast wingers pushing into space.</p>
<p>Van Buyten was preferred in many games, as he is generally more stable. You could probably put it like this: Van Buyten is better able to control a given specific space, while Boateng is able to dominate more space.</p>
<p>This capability can be extremely important against Barcelona, in a potentially chaotic game due to many situational man-markings. In such a situation you need athletics and dynamic bridging of open space. Choosing Boateng was therefore the right adaptation to the game and its events.</p>
<p>In Gomez’ case, it’s more difficult. He wasn’t employed like Drogba was against the Catalans, with many long balls directed at him up in front. His muscularity was not used directly as well. Situationally it came into play, as did clearences directed towards him, but not as a primary tactical style. Instead, it was probably Gomez’ backwards pressing which was decisive in choosing the German international striker instead of competitor Claudio Pizarro.</p>
<p>Again and again we saw Gomez orientated backwards, with much physical exertion. His pressing priorities were Busquets or the two Eights. At several times he looked for individual victims in half-space (like Messi).  He sometimes found himself even on a level with the midfielders, as well as Thomas Müller did. Thus, the Bavarian playing style also differed fundamentally from the defensive orientation of the Catalans, as described in the next paragraph.</p>
<p><b>Barcelona pressing</b></p>
<p>In world football, Barcelona’s pressing was one of the most variable in recent years. A position-oriented 4-1-4-1 with midfield pressing was as possible as a 4-2-4 or 4-3-3 in attack pressing. In this game, they resorted to a specific version of their 4-1-4-1. In pressing like this, one of the Eights situtationally orientates himself forwards and supports centre forward Lionel Messi in pressing. They often play even higher than Messi and even replace him entirely in pressing.</p>
<p>Against Bayern Munich, for example, there was a scene where Messi trotted to the right wing and stayed there. The intelligent strong runner Pedro moved to the centre, while both Iniesta and Xavi pushed forward and constructed an asymmetric 4-3-3. Otherwise it was mostly a 4-1-3-2 (as a variant of a 4-4-2) instead of a 4-3-3,</p>
<p>This was created from the 4-1-4-1. In many games Barcelona presses in a 4-3-3. Here, the wingers of the 4-1-4-1 are positioned higher and help Messi press. In the 4-1-3-2 variant, the wingers remain deeper, and the Eights situationally push out to press the central defenders with Messi.</p>
<div id="attachment_17073" class="wp-caption alignleft" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Torwartkette.png"><img class=" wp-image-17073 " alt="Barcelona presses in a 4-1-3-2/4-1-4-1; Iniesta pushes forward." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Torwartkette.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Barcelona presses in a 4-1-3-2/4-1-4-1; Iniesta pushes forward.</p></div>
<p>Normally, this works exceptionally well because the Eight puts one of the opponent&#8217;s build-up players in covering shadow. He then runs dynamically at the central defender in charge of the ball. At the same time Messi blocks the passing route to the other one. Often, this leads to a pass back to the goalkeeper, and both his passing options are covered.</p>
<p>Barcelona pushes further forward and presses the goalkeeper. The oncoming attacker puts the previously covered centreback in covering shadow and prevents a pass. The Catalans wanted to employ this way of playing against Bayern. In addition, wingers positioned deeper were supposed to largely isolate Munich’s dangerous forward movement on the wings (employing movement to create supercharging, and a tilting Six). But there were several problems, making Barcelona’s pressing ineffective.</p>
<p><b>Bayern avoides Barcelona’s pressing</b></p>
<p>An important factor was Manuel Neuer, who is difficult to press. He is able to play precise passes through narrow spaces, or to deliver clearances directly. If Barcelona pressed him, then he played good passes to the retreating fullbacks, into open space in midfield, or long balls far forward. There, Bayern won the bulk of aerial duels, and in their physical superiority they were clearly stronger in collecting the resulting second balls. Thus, they conquered space easily and quickly.</p>
<p>If Neuer was not attacked, he remained calm and waited until his central defenders had spread. Together they often formed a bank, circumventing Barcelona&#8217;s pressing. Due to the very wide positioning of the centrebacks Barcelona’s two strikers were pulled apart, and sooner or later a Bavarian player could free himself: either one of the central defenders, or in defensive midfield where Bayern had superior numbers against Barca’s lone Eight, made possible (especially in the first half) by the freewheeling Ribéry falling back, the agile Double Six, and Thomas Müller.</p>
<p>Bayern circumvented the problem of a pressed central defender in a classic manner: A Six drops back, gets the ball from Neuer and bounces it on to the centreback – the pressing striker’s covering shadow is bypassed. The central defenders’ deep and wide positioning stretched Barcelona’s pressing formation and expanded these spaces even further. The centerline became practically the boundary for offsides and did the rest.</p>
<div id="attachment_17074" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Torwartkette2.png"><img class=" wp-image-17074 " alt="Neuer can play the pass back into open space. Bayern controls second balls." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Torwartkette2.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Neuer can play the pass back into open space. Bayern controls second balls.</p></div>
<p>While Bayern had mostly vertical distances of five to 15 meters per line and a maximum of 25 meters of distance between defense and attack in their pressing, Barcelona had to be content with a total of 40 meters. The defensive line remained at the centerline, Busquets providing security in front of it. The wingers often orientated themselves in man-marking towards the Bavarian fullbacks pushing out. But the strikers had to press far forward, into Munich’s box, which of course opened up large space in midfield.</p>
<p>Manuel Neuer and the defensive players used this space, Thomas Müller moved exceptionally. Physical superiority, dynamics in <i>transition play</i>, and good positioning in build-up play resulted in won second balls. In the first half, Ribery also fell back several times and acted fluidely in his positioning. He also moved into central midfield or to the right in order to pick up the ball.</p>
<p>Thus, Heynckes probably wanted to bring more creativity into the game, more stability into build-up play, and to increase numerical inferiority in Barcelona’s pressing formation. It was a success. Ribéry was also able to dodge covering shadows. He is technically strong enough to profit even from difficult passes.</p>
<p>Interestingly, Barcelona had their best short pressing phases when Alves reacted strongly to Ribéry’s falling back. The Brazilian then moved to the front and pushed out because he had no opponent. He increased pressure. But these individual scenes fade in hindsight, and Ribéry’s decreasing backward movement made sure that probably no one remembers these situations because they could not decide the game.</p>
<p>Another factor in overcoming Barcelona’s pressing concerned the forward movement on the wings.</p>
<p><b>Bayern on the wings</b></p>
<p>The formative stretching of the Catalan pressing formation by the bank of three formed by the goalkeeper and the central defenders was the determining factor in nullifying the by no means weak pressing of Barcelona. The second major factor was the Bayern’s forward movement on the wings, where they used the large holes in the opponent’s pressing. This was particularly noticeable in Thomas Müller’s actions.</p>
<p>When Bayern had the ball, the nominal Ten shuttled repeatedly from right to left and connected with the players on the wings. This allowed the newly crowned German champion to take advantage of the space between the opponent’s fullback and winger, as Müller (and Gomez) played fast rebounds to the side.</p>
<div id="attachment_17075" class="wp-caption alignleft" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Torwartkette3.png"><img class=" wp-image-17075 " alt="If Iniesta presses the goalkeeper, Neuer can also play back to Boateng, who is freed when a bank of three is formed." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Torwartkette3.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">If Iniesta presses the goalkeeper, Neuer can also play back to Boateng, who is freed when a bank of three is formed.</p></div>
<p>In addition, Bayern have of course the ideal team for such a style of playing. Schweinsteiger and Martinez can offer themselves in half-spaces and secure them at the same time. Both also went forward, did not secure the centre but supported the offensive play in half-spaces and through vertical sprints, which had several effects.</p>
<p>On one hand, they could make the game more deep and offer themselves. Their sprints from depth destroyed all attempts by Barcelona to use position-oriented zonal marking. ​​Even in the early stages Martinez’ breakthrough created a great opportunity for Robben, but the Dutchman failed to score. Their forward movement provided depth and extended the space between the lines. If they did not push out, Thomas Müller took over with many vertical and diagonal runs after rebounds.</p>
<p>In addition, Bayern has extremely intelligent, pressing-resistant and technically strong wingers: Ribéry, Robben and the fullbacks. Both Alaba and Lahm can also play diagonally, making Bayern more flexible in the occupation of the wings. Both the fullback and the winger can provide more width to the game in the final third of the pitch. Especially in the final phase you could see at several times that Lahm diagonally attacked open half-spaces in the opponent’s formation while Robben remained wide.</p>
<p>Bayern was thus able to play some crosses and, with fast combinations, could overcome a lot of space in a short time. They did not aim for high crosses, but rather for precise passes into the box or, situationally, corners. Again and again, FC Barcelona’s aerial inferiority in standard situations has been identified as their biggest flaw. In recent years, all experts have emphasized that Barcelona can be hurt with good old crosses, long balls, free kicks and corners.</p>
<p>This is the gist of the matter, but only indirectly. Getting long balls to a centre forward is a difficult matter. There is only one Drogba in the world – and against Piqué and Puyol, many good tacklers lose in quite a number of their attacks. But even in case of successful ball handling there is no further support if your team has been pushed back too far as a collective. And many clearances do not come through, due to counter-pressing, but often end up with the nice man with the bobble hat in row 14 of 7B.</p>
<p>There is a similar problem with standards. Normally, most teams may rejoice in case of a corner gained against Barcelona, as they are very rare. In counterattacking most teams also aim towards the goal and want to use space, where they often fail in defensive duels. This results in a throw-in and a ball loss in pressing. Corners are hard to get, and free kicks from a good position as well – also because of the really high pressing.</p>
<div id="attachment_17076" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Torwartkette4.png"><img class=" wp-image-17076 " alt="If Iniesta concentrates on Boateng, space opens up in the centre." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Torwartkette4.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">If Iniesta concentrates on Boateng, space opens up in the centre.</p></div>
<p>Bayern could get these corners because of their fast movement through space and combinations on the wings. Instead of playing crosses (while still running) to Gomez, Müller, and probably one of the Sixes (weakly secured and outnumbered), they created clearer situations through corners.</p>
<p>Behavior in standard situations may be analyzed; Barcelona, ​​for example, plays with a clearly analyzable zonal defense at corners. The defensive strategy in these standards may also be organized almost perfectly. A static ball may be aimed with more precision, and there is also the possibility for complex tactical group movements in the centre, with a larger specific individual quality, in this case concerning headers. Heynckes&#8217; men could use Dante&#8217;s aerial capabilities, which would have been impossible otherwise – he would have perished in defending against counterattacks.</p>
<p>It is more than appropriate to praise Heynckes and his team – it’s easy to demand dangerous set pieces against a team that’s weak in the air. Its implementation is another matter, especially against a pressing team with lots of ball possession. Bayern solved this task excellently, and in combination with the overloads on the wings it was the second major factor in this historic victory.</p>
<p>A final factor concerns the individual tactical approach concerning clearances.</p>
<p><b>Bayern resurrects dead space</b></p>
<p>The Catalan pressing was, at least under Pep Guardiola, that strong because they could “kill” open space in impressive fashion. They used their covering shadow and the psychological and tactical factor of high pressure in order to make space unplayable. The covering shadows complemented each other, blended into one another, and certain zones were isolated from others. Simply put: The opponent was chased from one closed down area into another until he lost the ball.</p>
<p>This “killing” of space has been lost a bit since Guardiola&#8217;s departure. Nevertheless it exists, and Bayern could neutralize this killing of space surprisingly well, especially in individual counter pressing attempts from Barcelona players. To this end Bayern employed a risky play combining short and long passes.</p>
<p>Instead of working with blind high balls, they tried at several times to play long, flat and very sharply played balls through the middle. A flat ball is easier to handle. Because of its sharpness it can hardly be effectively absorbed in counter-pressing. If it is received by a teammate, a counterattack starts immediately. If it is intercepted, the collective could at least not yet react with a premature forward movement. Besides the opponent is disorganized due the attempted counter-pressing and has to rearrange in his offensive formation.</p>
<div id="attachment_17072" class="wp-caption alignleft" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Pässe-hinter-Dante.png"><img class=" wp-image-17072 " alt="If Dante moves out, Barcelona can play passes into space for Alves, Sanchez or Pedro. Boateng is supposed to prevent that, f.e. by employing his dynamic abilities" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Pässe-hinter-Dante.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">If Dante moves out, Barcelona can play passes into space for Alves, Sanchez or Pedro. Boateng is supposed to prevent that, f.e. by employing his dynamic abilities</p></div>
<p>Of course there were a few clearances besides these passes and balls along the line, but these did not seem &#8220;rather random&#8221; but to have been more deliberately played balls. The classical clearances (responding to pressure) were increasingly replaced by very sharp flat semi-high balls. A few times those balls passed the opponents so closely that to play them almost seemed insane.</p>
<p>Thus Bayern had more stability in their style of play, and there were no really dangerous counter-pressing scenes from Barcelona. Bayern almost perfectly neutralized Barcelona in all respects, even in their offensive.</p>
<p><b>Bayern’s pressing &#8211; A kingdom for Xavi, a cage for Messi</b></p>
<p>Jupp Heynckes chose to press in a 4-4-2-0, and it was the right decision. With Gomez and Müller close to midfield, Xavi and Busquets were taken care of as well. Xavi often drops deep next to Busquets while Iniesta provides connection to Messi in front. The 4-4-2-0 pressing let the opposing central defenders be, and the compactness of this formation made many situational man-markings possible.</p>
<p>Some were employed very frequently. In the first half, Schweinsteiger was orientated himself often towards Xavi while Thomas Mueller and Mario Gomez took turns in checking Busquets. Javi Martinez took care of Iniesta, who had to drop deep a lot due to Munich’s compact formation and the control exerted on Busquets and Xavi.</p>
<p>The advantage of these situational forms of man-marking in a maximally compact formation (formed as high as possible and based on a positionally orientated 4-4-2-0) is obvious. Its tightness facilitates man-markings where physical advantages may be employed. This forces Barcelona’s players to look for free space, but these exist only in the defensive areas of their own formation.</p>
<p>Therefore, Xavi and Busquets dropped again and again into safe space. They were then positioned in front of Gomez and Müller who only occasionally pursued them further back. They abandoned the Catalans to the playing vacuum of the defensive structure space and then went mostly back to their position if possible. Then they had a horizontally and vertically enormously compact 4-4-2-0-position into which dangerous passes were hardly possible.</p>
<p>Xavi had so much room. He could actually do whatever he wanted to in his own half of the pitch. But it had no effect. Does the reader know Shakespeare’s &#8220;Hamlet&#8221;? The following is written in the second scene of the second act:</p>
<p style="text-align: right;"><i>“O God, I could be bounded in a nutshell and count myself a king of infinite space, were it not that I have bad dreams.”</i></p>
<p><i></i>This is exactly what happened to Xavi when he played against Bayern. He could have gone to the corner flag or tilted back between the central defendera – he had all the space, time and ball contacts he might have needed. Barcelona had, after all, ball possession beyond 60%.</p>
<div id="attachment_17069" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Bayern-Pressing.png"><img class=" wp-image-17069 " alt="Bayern’s pressing formation with Schweinsteiger pushed out. Thanks to the deep strikers, Messi can’t be reached, except with high balls. But if there is something Messi cannot win, it’s an aerial duel with Dante." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Bayern-Pressing.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Bayern’s pressing formation with Schweinsteiger pushed out. Thanks to the deep strikers, Messi can’t be reached, except with high balls. But if there is something Messi cannot win, it’s an aerial duel with Dante.</p></div>
<p>But Xavi was bound in a nutshell. His real area of impact was small. His &#8220;bad dreams&#8221; were the compactness and physical superiority of Munich, for all passes to Barcelona players within this Bayern block looked like passes to man-marked players because of the tightness of space – and thus they were almost direct passes to the opponents.</p>
<p>In contrast to Andrés Iniesta, Xavi cannot outplay a Bavarian bull in a nutshell, and consequently he was totally taken out of the game. The king could not rule. If he did not drop deep, the central defenders had to take over build-up play but had no open players in reach. This resulted in balls long and lost.</p>
<p>Even the king&#8217;s best servant could not save the day. Lionel Messi played from the beginning, but all of his actions lacked effectiveness. Bayern had crafted a cage for the four-time world footballer. Position coverage and situational man-markings kept him apart from his team. The compactness and the midfielders’ backward pressing provided immediate distress in space between the lines.</p>
<p>Dante completed the rest. At several times, the Brazilian moved very far out along with Messi, if there was no possibility to hand him over in closed-down space. Mostly, Dante moved with Messi until the latter was caught in a dead zone. In this dead zone, he could either not be played at, or he couldn’t process received balls any further.</p>
<p>In a scene where Bayern’s order had come into some disarray Dante followed Messi for almost 20 meters. It rarely lasted that long until Messi was in a dead zone again, thanks to the excellent team effort. Positioning cover and the situational variability of Alaba and Lahm as markers of both zones and men  ensured that Pedro (moving inside for Messi) could also be taken out of the game if needed – but the FC Barcelona seldomly took it that far.</p>
<p>Position-orientated zonal marking and situational man-marking interacted positively. Thanks to positioning cover the team could quickly organize and stand compactly, the situational man-markings were possible because of the tightness and thus a stable performance; thanks to situational man-marking passes into the formation were less dangerous, which in turn made the positioning cover more effective.</p>
<p>This meant that only 24% of Barcelona’s attacks came through the middle, as it was constantly shut down. Normally, this value is far above that of the attacks carried out on the wings. It also forced Barcelona to play many diagonal balls that were supposed to overturn Bayern’s compact block and strong horizontal indentation.</p>
<p>However, this failed. Alaba and Ribéry just like Robben and Lahm showed that they were capable of excellent shifts. And there was another factor.</p>
<p><b>Water on the pitch</b></p>
<p>In the centre of the field there was a lot of water, even though the day was quite warm – according to the commentator. He claimed that the pitch had been watered intentionally before the game, with the aim of restricting Barcelona’s ball possession game. There are other possible explanations for this, but it had an effect on the game – and effects, as it is well known, do not really care whether they were intentionally caused or not.</p>
<p>The focus on different attacking directions was certainly an advantage for Bayern. Bayern relies much on the wings and half-spaces, while Barcelona dominates the middle. They use half-space only in the last third of the pitch. Therefore, a puddle in the middle would do the Catalans more harm than it would do to the Bavarians, especially if Barcelona used a higher build-up formation as expected – and that’s the way it was.</p>
<p>Busquets and Xavi sometimes seemed to be a little overwhelmed. Especially Busquets got stuck in the water. Fast dripping balls under pressure were more difficult. Another factor concerned diagonal balls from the centre to the sides. Xavi plays these passes best and can thereby shift the game. But this was problematic, as the middle seemed to be quite watered, and the sides less so.</p>
<p>Xavi had a hard time playing the soaked ball with precision from the deeper ground. In the air, the ball lost weight and came on faster. Precise passes were possible, but not perfect and easily processible ones – the attack was delayed. Bayern could shift and gain access to the opponent. Long balls from one side to the other are harder to play anyway and remain much longer in the air, which let Bayern shift better.</p>
<p>An additional factor was psychological. As playing across the centre was hard, and as there were no real passing options anyway, the Catalans orientated towards the wings – which Bayern, secure in positioning cover, liked to offer. They collectively moved to the side, engaged strongly and pressed. Balls won were the result, the consequence a counterattack. If the Catalans actually ventured to the front it could be dealt with as well: without Bartra and Piqué they are not dangerous enough to profit from crosses. Only set pieces created some danger.</p>
<p><b>Flat diagonal passes?</b></p>
<p>We have already discussed high long diagonal balls &#8211; but what did Bayern do against flat diagonal passes from the middle into half-space?</p>
<p>Bayern defended well against flat diagonal passes supposed to generate through balls – even without a watered pitch. In position-orientated zonal marking, they acted in a tight formation with the fullback on the far side of the ball. If a pass was played through this interface, the winger could simply move vertically to the rear.</p>
<div id="attachment_17068" class="wp-caption alignleft" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Bayern-Pressing-4-5-1.png"><img class=" wp-image-17068 " alt="Bayern sometimes in a casual 4-5-1." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Bayern-Pressing-4-5-1.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Bayern sometimes in a casual 4-5-1.</p></div>
<p>Ideally, he intercepts the pass or deflects it towards the fullback behind him. In the worst case he takes the position of the fullback who in turn can push out and press. &#8211; Note: Here, the worst case is still a good one. But other options are possible. A few times, Ribéry moved to the back from this engaged position and used his covering shadow to cover both the interface and the opposing winger. The ball was then played with delay to the fullback. Barcelona was again on the wings instead of half-space and thus isolated from their usual style of play.</p>
<p>Also, Bayern had two other tactical factors on their side.</p>
<p><b>Bayern in a situational 4-5-1 (-0)</b></p>
<p>From a 4-4-2-0, Bayern again and again formed a 4-5-1-0 which was extremely variably designed. Sometimes it was Gomez whose backward pressing created strange effects and put him on a line with Martinez and Schweinsteiger. No problem here: There were less interfaces, and Müller took care of things in front. Then again it was Müller as well who fell back and created a 4-5-1.</p>
<p>Müller orientated himself also towards Xavi or Iniesta if needed. It was mostly due to Iniesta’s falling back. Müller then took over Martinez&#8217;s role and followed him back for stability. In a 4-5-1-0, Bayern could freely move from the formation without creating any gaps but generating new tactical problems for Barcelona to solve.</p>
<p>At the same the wingers were positioned wide but still with consistent, narrow interfaces. Space was tightened even more (bordering on the extreme) on the horizontal plane through isolations on the wings. In shifting, there were less open players for Barcelona. The Bavarian fullbacks then could continuously push out (otherwise it was &#8220;only&#8221; very often) and focus on the wingers.</p>
<p>The second factor in tactical defensive play was the way in which Bayern seemed to plan pressing moments.</p>
<p><b>Framing and Hunting</b></p>
<p>Despite the position-orientated zonal marking, comparatively little ball possession and the 4-4-2-0, Bayern was anything but a purely destructive and passive team. They used the 4-4-2-0 to close down the centre and shifted back and forth. But if Barcelona came into this block (positioned up high), they were pressed out of there.</p>
<p>Bayern framed the Catalans with their movements, kept them in certain areas and pressed them out. If a ball came through into the middle, the network of surrounding players closed in, and Barcelona had to pass backwards. Bayern formed again. If the pass was inaccurate or sharp, they moved along and started to press. Barcelona then usually continued to play further back, albeit with many long balls to the front as well when pressure was too hard.</p>
<div id="attachment_17066" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Bayern-Jagen.png"><img class=" wp-image-17066 " alt="Ball on the side; Bayern starts hunting and engages. Ribéry presses, Alves plays back, Ribéry chases the ball." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Bayern-Jagen.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Ball on the side; Bayern starts hunting and engages. Ribéry presses, Alves plays back, Ribéry chases the ball.</p></div>
<p>Bayern successively gained space and remained in a 4-4-2-0. They forced Barcelona back by pressing the ball and the Catalan game out of their formation and sooner or later on to the wings. There they pressed, the Bayern defense block moved in horizontally and produced a lot of pressure – here again, passing backwards was a common Catalan practice.</p>
<p>On the hunt they pursued the ball a little while to actually force Barcelona back to the rear. Aborting a run is counterproductive &#8211; a loose pressing is not enough because Baracelona’s players are far too resistant to pressing. They would note declining pressure and turn. A pass may already have been played before the engaged hunter has reached his position. He must therefore hunt his “prey” until the end. Only in the event of a pass backwards the hunt is over – the basic position can be taken again safely.</p>
<p>In this, Bayern had almost perfect balance in pressing. They were successful in the counter-pressing as well, just because they practiced it less than on their best days. In contrast to normal pressing, one cannot create tight man-marking in counter-pressing. Counter-pressing takes place after losing possession, and thus space is inevitably available. A continous collective counter-pressing would have been exaggerated and too unstable against Barcelona. Surely they are too strong for that in their spatial anticipation, movement and pressing resistance.</p>
<p>Therefore, the Bavarian counter-pressing was less aggressive and dynamic. They rather focused on using it situationally and usually on returning to their basic positions to maintain stability as well as possible.</p>
<p><b>What did Barcelona do?</b></p>
<p>One might expect that Barcelona, with their individual quality and tactical group movements, would have found ways to counter Munich’s playing style, but they could not do it. Iniesta reacted to Xavi’s covering by falling back, but it did not yield any results. Pedro’s sporadic falling back in build-up play almost bordered on a joke – he was handed over in space and was completely harmless.</p>
<p>Messi received no balls in front. He was followed when he fell back into right offensive half-space and put into a cage. In right defensive half-space he was handed over in space and isolated on the wing. Alba’s pushing out and Sanchez’ engagement were handled as it was done on the right wing. An individually very strong defensive performance by Robben and Lahm&#8217;s general defensive perfection in positioning did the rest. There were only three changes in Barcelona’s play ​​which were reasonably effective.</p>
<p>Semi-high passes and lobs were employed to circumvent Bayern’s hunting endeavours. In one scene the ball was simply lobbed over Ribéry, and the ball landed in his actual covering shadow and was received by the opponent’s teammate. But besides securing ball possession under pressure this created no added value, as it simply was not applicable to longer distances.</p>
<div id="attachment_17067" class="wp-caption alignleft" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Bayern-Jagen2.png"><img class=" wp-image-17067 " alt="Ribéry puts Alves into covering shadow, Schweinsteiger fills the hole, Müller covers Xavi. Gomez runs at Busquets and tries to block the connection to the central defender if possible. But if Ribéry presses neatly, this isn’t even necessary. The ball goes to Valdes, and NOW Ribéry goes back to his position." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Bayern-Jagen2.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Ribéry puts Alves into covering shadow, Schweinsteiger fills the hole, Müller covers Xavi. Gomez runs at Busquets and tries to block the connection to the central defender if possible. But if Ribéry presses neatly, this isn’t even necessary. The ball goes to Valdes, and NOW Ribéry goes back to his position.</p></div>
<p>The second change concerned the forward movement of the centrebacks, as they had paths opened up for them. Piqué once ventured almost into the last third of the field without getting hassled. But even this tactical instrument was hardly used effectively, just as the increased fluidity of central Alexis and Pedro’s switch to the left wing.</p>
<p>Bayern’s adjustments were more interesting. Luiz Gustavo came in for Gomez and facilitated some gambling by Ribéry. They were also more flexible in switching to a 4-5-1-0, although the 4-4-2-0 with Schweinsteiger and Müller remained the standard version. Bayern countered more, played balls along the lines – and ultimately won.</p>
<p><b>Conclusion</b></p>
<p>What can I say about this game? I will not mention the performance of the referees. Other media will get riled about whether denied penalties outweigh more or less irregular goals. In my opinion, Müller’s action was probably the most intelligent and most effective foul in football history. Nevertheless, it was a foul. You cannot change it anyway. In my opinion, Barcelona was not as weak as they were in the first game against Milan, but not as good as they were in the second.</p>
<p>Bayern had better games than this, but very few. Tactically, Bayern was much better adjusted. Individually, they showed themselves to be at least Barcelona’s equals. Martinez, Schweinsteiger, Müller and all the others performed excellently &#8230;. What can I say about this game?<br />
<img alt="" src="http://vg03.met.vgwort.de/na/bba7239e832249569e9eb87483814c42" width="1" height="1" /></p>
<p style="text-align: right;"><em>The article was written by RM, you can find the German original here. The article was translated by PF, one of our loyal serv&#8230; translators. We can&#8217;t thank him (and the other translators) enough for his/their outstanding work.</em></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17131&amp;md5=f74d012001c73d769d48bbbb5a81e9f4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>English: Borussia Dortmund &#8211; Real Madrid 4:1</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/04/26/english-borussia-dortmund-real-madrid-41/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Apr 2013 17:31:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Borussia Dortmund]]></category>
		<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[English]]></category>

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		<description><![CDATA[Germany 8, Spain 1. Borussia Dortmund dominates the “greatest club in the world.” This analysis summarizes the game tactically and serves as a basis for the more detailed pictorial analysis. Zur Analyse auf Deutsch. It was a game of chasing for the great Real Madrid. Tactically, Mourinho was desperately looking for the right responses to [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Germany 8, Spain 1. Borussia Dortmund dominates the “greatest club in the world.”<span id="more-17119"></span></p>
<p><i>This</i><i> </i><i>analysis</i><i> </i><i>summarizes</i><i> </i><i>the</i><i> </i><i>game</i><i> </i><i>tactically</i><i> </i><i>and</i><i> </i><i>serves</i><i> </i><i>as</i><i> </i><i>a</i><i> </i><i>basis</i><i> </i><a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/30/borussia-dortmund-real-madrid-41-in-depth-bildanalyse/" target="_blank"><i>for</i><i> </i><i>the </i><i></i><i>more</i><i> </i><i>detailed</i><i> </i><i>pictorial</i><i> </i><i>analysis</i></a><i>.</i></p>
<p style="text-align: right;"><a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/25/borussia-dortmund-real-madrid-41-basisanalyse/" target="_blank"><strong><em>Zur Analyse auf Deutsch.</em></strong></a></p>
<p>It was a game of chasing for the great Real Madrid. Tactically, Mourinho was desperately looking for the right responses to Borussia&#8217;s collective game, on the field his charges got no grip on the game and chased Dortmund&#8217;s moves. In the end Real had to chase a deficit almost the whole game long, even though Mourinho had wanted to be one step ahead even with his starting formation.</p>
<p><b>Boing:</b><b> </b><b>4-3-3</b><b> </b><b>with</b><b> </b><b>Modric</b></p>
<p><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-4-1-Real-Startformationen.png" target="_blank"><img class="alignright  wp-image-17109" alt="BVB 4-1 Real Startformationen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-4-1-Real-Startformationen.png" width="354" height="482" /></a>“The Special One” had announced his line-up before the game, with the caveat that Angel di Maria might not be able to play for emotional reasons. Our hunch that this might be a bluff, to divert attention from the possibility of a 4-3-3 with the hurt Modric, was proven with the official announcement. Mourinho wanted to relieve Xabi Alonso with this system and Real was supposed to be more compact against Dortmund&#8217;s long balls. Both did not work properly and in turn, a whole host of other problems were apparent.</p>
<p>Real&#8217;s players were not used to the formation without a ten. The flat midfield formation could not be pushed higher up the field with intelligent movement to connect the team in its width. Modric and Khedira moved mostly as individuals and quite independently from Alonso at their back, with and without the ball. Dortmund consequently found space within Madrid&#8217;s pressing formation.</p>
<p><b>Dortmund</b><b> </b><b>is</b><b> </b><b>Allowed</b><b> </b><b>Possession</b></p>
<p>This pressing formation was a 4-1-4-1 with Ronaldo and Özil moving at the same height as the eights. Özil also positioned himself a bit closer to the centre of the pitch. Probably Real was looking to exploit Schmelzer&#8217;s offensive weaknesses this way. He pushed up further than Piszczek, which opened up much space on the left defensive side, into which Hummels could evade. This is why our prediction of 4-3-3 was only partially correct, because of the deeper outside players it was rather a 4-1-4-1:</p>
<p align="RIGHT">“<i>Real</i><i> </i><i>naturally</i><i> </i><i>would</i><i> </i><i>have</i><i> </i><i>one</i><i> </i><i>more</i><i> </i><i>player</i><i> </i><i>against</i><i> </i><i>rebounds</i><i> </i><i>with</i><i> </i><i>a</i><i> </i><i>4-3-3</i><i> </i><i>and</i><i> </i><i>the</i><i> </i><i>three</i><i> </i><i>highest</i><i> </i><i>players</i><i> </i><i>would</i><i> </i><i>be</i><i> </i><i>able</i><i> </i><i>to</i><i> </i><i>generate</i><i> </i><i>similar</i><i> </i><i>pressure.</i><i> </i><i>The</i><i> </i><i>question</i><i> </i><i>would</i><i> </i><i>then</i><i> </i><i>be</i><i> </i><i>how</i><i> </i><i>well</i><i> </i><i>Dortmund</i><i> </i><i>manages</i><i> </i><i>to</i><i> </i><i>involve</i><i> </i><i>their</i><i> </i><i>double</i><i> </i><i>six</i><i> </i><i>and</i><i> </i><i>how</i><i> </i><i>they</i><i> </i><i>react</i><i> </i><i>against</i><i> </i><i>advances</i><i> </i><i>by</i><i> </i><i>Real&#8217;s</i><i> </i><i>eights</i><i> – </i><i>Gündogan</i><i> </i><i>or</i><i> </i><i>Khedira</i><i> </i><i>could</i><i> </i><i>play</i><i> </i><i>the</i><i> </i><i>decisive</i><i> </i><i>part.</i><i>”</i></p>
<p>Real&#8217;s basic pressure was not constant, so that Dortmund had more time to actively direct play, especially during the first minutes. Hummels and Subotic could and had to circulate the ball calmly and on the ground. The last point was right anyway: Dortmund&#8217;s double six had to prove themselves and Gündogan proved decisive.</p>
<p>He dropped a bit from his right-side position and demanded the ball from the centre backs. Although Higuain showed good pressing movement, he was unable to pressure the flexible triangle Subotic, Hummels and Gündogan. Dortmund&#8217;s play-maker then distributed the ball calmly towards areas higher up the pitch.</p>
<p><b>Götze</b><b> </b><b>Overloading</b><b> </b><b>and</b><b> </b><b>Real&#8217;s</b><b> </b><b>Weak</b><b> </b><b>Half-Spaces</b></p>
<p>It was there that Real&#8217;s lack of unity proved the decisive problem, because they rarely managed to be compact close to the ball. They were always a little bit too late, especially on the wings, because they did not conduct themselves well with regards to their group tactics. Ronaldo and Özil were not aggressive enough when defending their zones, where Dortmund were frequently able to free themselves easily.</p>
<p>Dortmund uncovered this weakness most clearly on Özil&#8217;s flank, where Götze moved outside a lot to combine with Reus. In his advanced position Schmelzer could often be involved as an easy passing option. Lewandowski, playing towards the left as usual, took part in some combinations and caused chaos in the half-space behind Khedira.</p>
<p>This half-space was the epicentre of Real&#8217;s lack of grip, because they could not close it down without leaving gaps elsewhere. Khedira had to help out on the right against Götze constantly. Xabi Alonso had to cover a lot of space alone and was occupied by Lewandowski dropping. If Modric helped Alonso in front of defence, Real lost any presence in offensive midfield, where Bender and Gündogan were able to do as they pleased.</p>
<p>Appropriately, Dortmund pulled ahead after a cross by Götze from the left flank. Schmelzer had tied up Ramos and cleverly let Gündogan&#8217;s pass slide by. Gündogan had also initiated this scene – by dispossessing the opposition with counterpressing.</p>
<p><b>A</b><b> </b><b>Victory</b><b> </b><b>of</b><b> </b><b>Counterpressing</b></p>
<p>This was probably the most important difference between the teams. Dortmund had rarely executed their pressing, their domain, this brilliantly. Their defensive transition game was pitch perfect.</p>
<p>As usual the basis was the great distribution across space in possession, especially Sven Bender&#8217;s role fit perfectly. With his advanced basic position he could be bypassed without problems in possession and was able to access all important areas immediately during transition. More details will be discussed in the pictorial analysis.</p>
<p>Real also had problems defensively and during their breaks. The supporting pillars of their quick vertical play were missing, having been ripped out of their usual system: Özil, the first option in transition, was missing in the middle and because Ronaldo did not gamble, quick freeing plays via long balls to the left were impossible. “Hunters” Gündogan and Bender were able to direct their attention forwards without compromise and to rush into tackles with speed, because there was no threat of a ten in their back.</p>
<p>Khedira and Modric were seldom able to attack those high areas either, having to patch up their defence all the time. Additionally Real rarely won the ball in a controlled fashion during overloaded defensive situations. They had to kick, tackle and head away much, so that concise breaks were difficult to come by and Dortmund easily regained control.</p>
<p><b>Alonso</b><b> </b><b>Isolated</b><b> </b><b>or</b><b> </b><b>Ignored</b></p>
<p>Their opposition Real never found a stable formation in possession. Play-maker Alonso was crucial for this problem. As in the group stage, Dortmund focused their pressing efforts on this central building block of Real&#8217;s system. He did not get many opportunities to play dangerous passes, although he was supposed to be supported by Modric as a second play-maker.</p>
<p>If Alonso moved around his basic position, Götze cut him off or handed him over to Lewandowski temporarily. If he dropped into defense, Dortmund&#8217;s pressing spearhead positioned itself more compactly in front of midfield in a passive and relatively broad 4-4-2 formation.</p>
<p>They rather easily prevented Alonso from having too many passing options vailable this way. There were ten Dortmund players to cover five passing options, sometimes six if one of the fullbacks advanced. The passing distance to the wing was too great for Alonso to attempt his well-known diagonal passes, because he mainly dropped centrally: Dortmund had width and would have had plenty of time to disrupt play when the ball arrived. Real was lacking interplay between its midfield parts.</p>
<p><b>Mourinho</b><b> </b><b>Aims</b><b> </b><b>Too</b><b> </b><b>High</b></p>
<p>Those were destroyed by lacking familiarity with the 4-3-3 as well. Mourinho did not let them play the system in their usual style either. Madrid mostly built up via the right flank, instead of overloading the left wing with Modric then establishing connections to the middle. Mourinho&#8217;s idea was probably to get into the midfield areas from there, so that Dortmund would have to shift and open the left flank for Coentrao. At best Real could have combined the flexibility of the 4-3-3 with the power of the left flank.</p>
<p>They never even got that far. Real rarely penetrated midfield, making the shift a hypothetical situation. Real&#8217;s build-up was too disconnected to put Dortmund under serious pressure.</p>
<p>Play along the right side was too slow, enabling Reus and Bender to check Khedira and Ramos, whob did not find a solution, again and again. Ramos had a bad day in general. He did not establish a connection to Özil and frequently played hectic vertical passes instead of looking for space in midfield diagonally.</p>
<p><b>The</b><b> </b><b>Royal</b><b> </b><b>Disconnect</b></p>
<p>The movements of Madrid&#8217;s central midfielders were completely uncoordinated and individual, same as against the ball. It was easy for Dortmund to separate them from each other. For example Khedira received the ball with his back to the attack, with Modric on the far side and Alonso in Götze&#8217;s covering shadow, so that he had no opportunity to free himself from Dortmund&#8217;s grasp.</p>
<p>Modric and Khedira even played well individually, but collectively nothing seemed to work. The missing anchor on the ten ruined Real&#8217;s whole distribution across space and there was barely any interplay. Özil did not find into the game, Modric was on his own too often and consequently Ronaldo did not receive any service.</p>
<p>The BVB was able to show its full quality in pressing. Time and again they created situations that enabled them to isolate the player in possession. They left the innocuous spaces alone and made the dangerous ones extremely tight. Especially impressive was their ability to cut off all passing options when Real intruded in the middle and how they forced their opponents into being badly outnumbered. Sometimes Real was even directed towards goal instead of away from it – brave, aggressive and handy.</p>
<p><b>BVB</b><b> </b><b>Breaks</b><b> </b><b>Through</b><b> </b><b>the</b><b> </b><b>Gaps</b></p>
<p>Borussia was able to break often because of the many clean dispossessions in Dortmund&#8217;s midfield and the gaps between the isolated Madrilenians. In contrast to Real they also had two flexible players up front, who enabled them to free themselves vertically.</p>
<p>Götze in particular was looking for free space very attentively and found it behind Ramos on the left several times. As if in possession Reus and Götze combined there and played through the left half-space towards the box with pressure.</p>
<p>The simple advantage in running that the Borussia is able to exploit so often showed there as well. If Real was able to break the counterpressing line after dispossessing Dortmund, the home team swiftly retreated into a compact numerical superiority. Real took much longer, because the players away from the ball moved up less intesively, in both directions.</p>
<p>Dortmund did not exploit the occasionally huge space in an optimal fashion though. As against Malaga, they became fidgety without pressure on the ball – interesting paradox of the Dortmund team. Instead of using the holes on the flank consistently, they sought combinations through the middle, which were too playful. So Real&#8217;s extremely dynamic defenders were able to stop most breaks – or Higuain cleared in his own six yard box. Borussia did not reward themselves for the great advantages in transition.</p>
<p><b>Real</b><b> </b><b>Find</b><b> </b><b>Their</b><b> </b><b>Game</b><b> </b><b>Through</b><b> </b><b>Pressing</b></p>
<p>This problem and mounting aggression in Real&#8217;s play prevented a half-time lead by Dortmund. As the first half progressed Real was more often able to pressure the centre backs. Higuain&#8217;s pressing movement was very strong while Modric supported him more frequently.</p>
<p>The Croat, and sometimes Khedira, increasingly moved up and blocked the first passing option of Dortmund. With the lead in the bag Dortmund was too keen on security during this phase and did not make freeing runs consequently enough in build-up any more. Both together meant they had to play long balls more frequently. Although they still threatened via rebounds, they did not maintain the level of the first minutes.</p>
<p>Real was able to find their stride, but it did not lead to more scoring opportunities. The black-yellow defence was still very stable. Real equalised after a throw-in curious fashion. Apt for this phase of the game, Modric handled the ball ingeniously and Higuain cashed in on Hummels&#8217; mistake. Ronaldo&#8217;s speed meant that Weidenfeller did not get a chance for a one-on-one and Ronaldo just had to touch it home. The goal was Real&#8217;s first scoring opportunity in the penalty area.</p>
<p><b>Mourinho</b><b> </b><b>Drops</b><b> </b><b>the</b><b> </b><b>4-3-3</b></p>
<div id="attachment_17108" class="wp-caption alignright" style="width: 328px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-4-1-Real-Hz2.png" target="_blank"><img class=" wp-image-17108 " alt="BVB 4-1 Real Hz2" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-4-1-Real-Hz2.png" width="318" height="434" /></a><p class="wp-caption-text">Formations after the half time break</p></div>
<p>Real&#8217;s manager did not rate the first half at all, in spite of the acceptable score, and changed to his usual 4-2-3-1. Özil returned to his standard position and Modric occupied the right wing. He played towards the middle of the pitch while Ramos was supposed to advance even more. Varane moved far outside behind him. The build-up on the right was supposed to be even more focused this way.</p>
<p>Yet, this idea too was doomed by group-tactical details, which destroyed Real&#8217;s entire game this evening. Modric and Özil did not move harmoniously and could not combine. Ramos positioned himself nonsensically towards the middle, so that Dortmund was able to easily contract space in the left half-space around Bender. Even Schmelzer dared to tackle in the sixes&#8217; area, because there was no danger on the outside.</p>
<p><b>Dortmund</b><b> Finds the Right Wing</b></p>
<p>Real pressed more aggressively in their usual formation and Özil, together with Higuain, was able to provoke long balls more constantly now, but Dortmund still monopolized second balls. From those they generated spells of possession, allowing them to calm down more as the second half went on. Real&#8217;s aggressiveness in midfield waned. Before the 2:1 they defended with all ten field players in their own third, but remained so passive, that Dortmund was able to cross anyway and then got the rebound.</p>
<p>Notable was that the BVB now focused on the other wing, where all three midfielders helped overload the flank at times. This way they evaded Modric&#8217;s strong pressing on the other side and exploited Ronaldo&#8217;s total passivity.</p>
<p>Real “panicked” a little when defending the penalty area, because they could not control the game, and concentrated disproportionately in the box, which Mourinho criticized explicitly after the game. The 3:1 was par for the course: Schmelzer was able to hoof a rebound back into the box, because Modric had dropped back to the penalty spot. Lewandowski&#8217;s brilliant finish concluded that scene and his genius must not go unmentioned.</p>
<p>The penalty leading to the 4:1 was caused after a break following a corned by Real, who lacked the willingness to run back quickly. This problem became more apparent towards the end of the game and Dortmund might have created more clear-cut chances if they had exploited their breaks more consequently.</p>
<p><b>Real More Offensively-Minded – and Less Structured</b></p>
<div id="attachment_17107" class="wp-caption alignright" style="width: 328px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-4-1-Real-Endphase.png" target="_blank"><img class=" wp-image-17107  " alt="BVB 4-1 Real Endphase" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-4-1-Real-Endphase.png" width="318" height="434" /></a><p class="wp-caption-text">Formations after the 71th minute</p></div>
<p>Three goals down Mourinho was looking for the simple, aggressive play forwards, which had signified a strong spell during the group-phase return match. Di Maria replaced Modric after all and occupied the left wing to cross from there. Within the 4-2-4-like attacking formation Özil moved to the right again and Ronaldo occupied the forward positions with Benzema, who is more technically able than Higuain. At times Özil and Ronaldo switched positions.</p>
<p>Madrid was now more dangerous than earlier. Özil pushed his team forward with risky passes into the back of defence. With a bit of luck a few situations could have resulted in an important second away goal, but they were less frequent than in the earlier game.</p>
<p>The second time around, Real did not execute this strategy with as much pressure and discipline as in the Santiago Bernabeu. At times they lacked speed going forwards and were seduced by slow dribblings into the ten-space, where Dortmund&#8217;s double six easily got a grip. Real also focused on the penalty box too much, which caused the wingers to stray too far inside. Dortmund&#8217;s back four were able to disrupt Real&#8217;s flow as soon as the wingers received the ball.</p>
<p>Dortmund behaved more cleverly as well. After long balls they did not look to dispossess immediately. Often they remained passive for a short time and retreated to their own box so that the midfielders were able to return, preventing one-on-one situations.</p>
<p>As Kaka replaced Alonso, Real&#8217;s attacking play finally descended into chaos. They still threatened occasionally and got a few corners, one of which Varane almost nodded in. Still, Real were still unable to keep pressure up constantly.</p>
<p>Dortmund&#8217;s substitutions prevented this as well: Großkreutz completed some important passes under Madrid&#8217;s pressure as a right-back and initiated some liberating breaks. In these situations Kehl added calmness to the game and Borussia were sometimes able to keep possession in Real&#8217;s half. They maintained their lead in a more confident fashion for the rest of the game, whereas in Madrid they had conceded a second goal shortly before the end of the game.</p>
<p><b>Conclusion</b></p>
<p>Before the game we were hoping for an entry into the tactics history books – which is not quite what happened. Still, for Real Madrid and Jose Mourinho especially, this duel might have historical dimensions on the tactical level too. The “Royals” and “The Special One” had to look on as Dortmund demonstrated how great the superiority of the collective over the individual can become.</p>
<p>Borussia Dortmund proved unperturbed by external noise, shoved the Götze transfer out of the way and showed a typical BVB performance. It was the essence of the “Full-Throttle-Performances” Jürgen Kloppp had promised when he took over in 2008. Less than five years later his team was able to lay an extremely solid foundation to build their dreams of the Champions League final on. <img alt="" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/e6149b2bae024db49eb2fb76d6530f7f" width="1" height="1" /></p>
<p>A few statistics at the end: the number of tackles by both midfields. Borussia&#8217;s players managed 6, 5, 4, 4 and 3 in this defensive category. Real&#8217;s managed 6, 2, 0, 0 and 0. There is no less compact way to summarize this game.</p>
<p style="text-align: right;"><em><a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/25/borussia-dortmund-real-madrid-41-basisanalyse/" target="_blank">Original Text by MR.</a> <strong>Translation by FI.</strong></em></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17119&amp;md5=0b8e0c231ee1bac5dde6f153519a6aef" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Eng am Ball, Folge 3: Stärke der Bundesliga</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/04/26/eng-am-ball-folge-3-starke-der-bundesliga/</link>
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		<pubDate>Fri, 26 Apr 2013 10:23:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Videos]]></category>

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		<description><![CDATA[MR war zu Gast bei der Talkrunde von Hauptsache Fussball. Diskutiert wurde die Stärke der Bundesliga im internationalen Vergleich. Zum Youtube-Channel von Hauptsache Fussball Website von Hauptsache Fussball]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>MR war zu Gast bei der Talkrunde von Hauptsache Fussball. Diskutiert wurde die Stärke der Bundesliga im internationalen Vergleich.<span id="more-17115"></span></p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/0u3EeQRfBos" height="315" width="560" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p><a href="http://www.youtube.com/user/HauptsacheFussball?feature=watch" target="_blank">Zum Youtube-Channel von Hauptsache Fussball</a></p>
<p><a href="http://hauptsachefussball-film.de/" target="_blank">Website von Hauptsache Fussball</a></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17115&amp;md5=6f3a38d757340d0778cc1867fc4377dd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Borussia Dortmund &#8211; Real Madrid 4:1 &#124; Basisanalyse</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/04/25/borussia-dortmund-real-madrid-41-basisanalyse/</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Apr 2013 15:47:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Borussia Dortmund]]></category>
		<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>

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		<description><![CDATA[Deutschland 8, Spanien 1. Borussia Dortmund dominiert den „größten Verein der Welt“. Diese Analyse dient als taktische Zusammenfassung des Spiels und als Basis für die detailliertere Bildanalyse! Für das große Real Madrid war es ein Spiel des Hinterherlaufens. Taktisch suchte Mourinho verzweifelt nach den richtigen Antworten auf das Kollektivspiel der Borussen, auf dem Feld fanden [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Deutschland 8, Spanien 1. Borussia Dortmund dominiert den „größten Verein der Welt“.<span id="more-17106"></span></p>
<p><i>Diese Analyse dient als taktische Zusammenfassung des Spiels und als Basis <a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/30/borussia-dortmund-real-madrid-41-in-depth-bildanalyse/" target="_blank">für die detailliertere Bildanalyse</a>!</i></p>
<p>Für das große Real Madrid war es ein Spiel des Hinterherlaufens. Taktisch suchte Mourinho verzweifelt nach den richtigen Antworten auf das Kollektivspiel der Borussen, auf dem Feld fanden seine Schützlinge keinen Zugriff und rannten den Dortmunder Spielzügen nur hinterher und letztlich mussten die Königlichen fast über die gesamte Spielzeit einem Rückstand nachlaufen. Dabei wollte Mourinho schon mit seiner Startformation einen Schritt voraus sein.</p>
<p><b>Boing: 4-3-3 mit Modric</b></p>
<p><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-4-1-Real-Startformationen.png" target="_blank"><img class="alignright  wp-image-17109" alt="BVB 4-1 Real Startformationen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-4-1-Real-Startformationen.png" width="354" height="482" /></a>„The Special One“ verkündete bereits vor dem Spiel seine Aufstellung, mit der Einschränkung, dass Angel di Maria möglicherweise aus emotionalen Gründen nicht auflaufen könnte. Doch mit der offiziellen Bekanntgabe der Aufstellungen bestätigte sich<a title="Borussia Dortmund – Real Madrid: Fünf Fragen" href="http://spielverlagerung.de/2013/04/24/borussia-dortmund-real-madrid-funf-fragen/" target="_blank"> unsere Vermutung, dass dies nur ein Bluff sein könnte</a>, um von der Möglichkeit eines 4-3-3s mit dem angeschlagenen Luka Modric abzulenken. In diesem wollte Mourinho für eine Entlastung Xabi Alonsos sorgen und außerdem kompakter gegen Dortmunds lange Bälle stehen. Beides funktionierte allerdings nur ansatzweise und entfachte dafür eine ganze Reihe weiterer Krisenherde.</p>
<p>So zeigte sich das System ohne Zehner in der Offensive uneingespielt. Die flache Ordnung des Mittelfelds konnte nicht durch intelligente Verschiebungen hochgezogen werden, um die Mannschaft in der Breite zu verbinden. Modric und Khedira agierten sehr gelöst von Hintermann Alonso und bewegten sich mit und gegen den Ball hauptsächlich individuell. Daher ergaben sich für Dortmund immer wieder Zwischenräume in der Madrilener Pressingformation.</p>
<p><b>Dortmund darf Ballbesitz</b></p>
<p>Diese Pressingformation gestaltete sich als 4-1-4-1, in dem sich Ronaldo und Özil auf Höhe der Achter bewegten. Özil positionierte sich außerdem ein wenig eingerückt; vermutlich wollte Real auf diese Weise die Offensivschwäche von Schmelzer ausnutzen. Der schob dementsprechend weiter nach vorne als Piszczek, wodurch aber vor allem links hinten viel Raum aufging, in den sich Hummels lösen konnte. Daher passte unsere Vorhersage zum 4-3-3 nur zum Teil, da es wegen der tieferen Flügel eben ein 4-1-4-1 war:</p>
<p align="RIGHT">„<i>Im 4-3-3 hätte Real naturgemäß einen Spieler mehr gegen die zweiten Bälle und die vorderen drei könnten ähnlichen Grunddruck erzeugen. Die Frage wäre dann, wie gut Dortmund die Sechser einbinden kann und wie sich diese gegen das Herausrücken von Reals Achtern bewähren – hier könnten Gündogan oder Khedira die entscheidenden Akteure werden.“ </i></p>
<p>Der Grunddruck von Real war also nicht der gleiche, sondern Dortmund bekam vor allem in der Anfangsphase mehr Zeit, das Spiel aktiv zu gestalten. Hummels und Subotic konnten und mussten den Ball ruhig und flach zirkulieren lassen. Letzterer Punkt stellte sich aber als richtig heraus: Dortmunds Sechser mussten sich bewähren und Gündogan wurde der entscheidende Akteur dabei.</p>
<p>So fiel er aus seiner rechtsseitigen Grundposition etwas zurück und forderte die Bälle von den Innenverteidigern. Obwohl Higuain gute Pressingbewegungen zeigte, konnte er das bewegliche Dreieck aus Subotic, Hummels und Gündogan nicht unter Druck setzen und Dortmunds Spielmacher verteilte die Bälle dann ruhig in die höheren Räume.</p>
<p><b>Götzes Überladung und Reals schwache Halbräume</b></p>
<p>Dort zeigte sich die mangelnde Geschlossenheit von Real als entscheidendes Problem, da es ihnen kaum gelang in Ballnähe kompakt zu werden. Besonders auf den Flügeln kamen sie immer ein bisschen zu spät, weil sie sich gruppentaktisch nicht gut verhielten. Ronaldo und Özil fehlte die Aggressivität im Verteidigen ihrer Zonen, wo sich die Dortmunder immer wieder leicht lösen konnten.</p>
<p>Besonders auf Özils Seite legte Dortmund diese Schwachstelle offen, wo Götze sich viel nach außen bewegte, um gemeinsam mit Reus Kombinationen aufzuziehen. Schmelzer konnte in seiner hochgeschobenen Position immer wieder für leichte Ablagen mitgenommen werden. Auch Lewandowski, der wie üblich linksorientiert spielte, schaltete sich vereinzelt in die Kombinationen mit ein und sorgte im Halbraum hinter Khedira für Unordnung.</p>
<p>Dieser Halbraum war das Epizentrum von Reals fehlender Griffigkeit, da sie diesen nicht schließen konnten, ohne an anderen Stellen Lücken zu lassen. Khedira musste ständig auf rechts gegen Götze helfen. Xabi Alonso hatte daher viel Raum alleine abzudecken und wurde durch Lewandowskis Rückstöße beschäftigt. Wenn Modric seinen Hintermann vor der Abwehr unterstützte, verlor Real jegliche Präsenz im offensiven Mittelfeld, wo Bender und Gündogan dann völlig ungestört schalten konnten.</p>
<p>Passend dazu fiel der Dortmunder Führungstreffer nach einer Götze-Flanke von links. Schmelzer hatte Ramos gebunden und Gündogans Pass clever durchgelassen. Gündogan hatte die Szene übrigens auch eingeleitet – durch einen Ballgewinn im Gegenpressing.</p>
<p><b>Ein Sieg des Gegenpressings</b></p>
<p>Dieses war wohl der wichtigste Unterschied zwischen den Mannschaften. In ihrer Königdisziplin glänzten die Dortmunder wie selten zuvor und lieferten eine unglaubliche Bilderbuchvorstellung im defensiven Umschaltspiel.</p>
<p>Basis dafür war wie üblich die sehr gute Raumaufteilung in Ballbesitz, wobei besonders die Rolle von Sven Bender genial ins Gesamtgefüge passte. In einer höheren Grundposition konnte er bei Ballbesitz recht problemlos überspielt werden und hatte im Umschalten schnellen Zugriff auf alle wesentlichen Räume; genaueres dazu in der Detailanalyse.</p>
<p>Hinzu kamen Reals Probleme im Defensiv- und Konterspiel. Aus ihrem Stammsystem gerissen fehlten die wesentlichen Säulen ihres schnellen Vertikalspiels: Die erste Umschaltstation Özil fehlte im Zentrum und da Ronaldo nicht zockte, waren kein schnelles Befreien über lange Bälle nach links möglich. Ohne die Bedrohung eines Zehners im Rücken, konnten sich die „Jäger“ Gündogan und Bender daher gnadenlos nach vorne orientieren und mit Tempo in die Zweikämpfe rauschen.</p>
<p>Weil Khedira und Modric außerdem ständig defensiv reparieren mussten, konnten auch diese beiden nur selten die hohen Räume attackieren. Zudem kam Real in den überladenen Defensivsituationen kaum zu kontrollierten Balleroberungen. Sie mussten vieles wegschlagen, -grätschen oder -köpfen, sodass gezielte Konteraktionen schwierig waren und Dortmund leicht Zugriff fand.</p>
<p><b>Alonso wird isoliert oder ignoriert</b></p>
<p>Real bildete hingegen den kompletten Kontrast und fand keine stabile Ordnung in Ballbesitz. Ankerpunkt dieser Problematik war Spielmacher Alonso. Wie bereits in den Gruppenspielen fokussierten sich Dortmunds Pressingbemühungen sehr erfolgreich auf diesen zentralen Baustein des Real-Systems. Obwohl er von Modric als zweitem Spielmacher entlastet werden sollte, gab es für ihn fast nie die Möglichkeit, gefährliche Pässe zu schlagen.</p>
<p>Wenn er sich um seine Stammposition bewegte, schaltete ihn Götze aus oder übergab ihn kurzzeitig an Lewandowski. Kippte er in die Abwehrreihe zurück, positionierte sich Dortmunds Pressingspitze kompakter vor dem Mittelfeld in einer passiven und relativ breiten 4-4-2-Ordnung.</p>
<p>So verhinderten sie ziemlich simpel, dass Alonso Anspielmöglichkeiten bekam. Zu zehnt hatten sie im wesentlichen fünf Anspielmöglichkeiten abzudecken, eventuell sechs, wenn ein Außenverteidiger aufrückte. Da Alonso hauptsächlich zentral abkippte, waren außerdem die Passwege auf den Flügel so weit, dass er seine bekannten Diagonalpässe nicht anbringen konnte: Dortmund stand recht breit und hätte dann locker genug Zeit gehabt, um schon bei der Ballannahme zu stören. Real fehlten hier die spielerischen Wechselwirkungen zwischen den Mittelfeldbereichen.</p>
<p><b>Mourinho will zu viel</b></p>
<p>Auch diese wurden von der fehlenden Eingespieltheit im 4-3-3 zerstört, zumal Mourinho das System nicht im gewohnten Stil spielen ließ. Anstatt den linken Flügel zu überladen, wo Modric dann den Verbindungsgeber in die Mitte gibt, bauten die Madrilenen verstärkt über die rechte Seite auf. Vermutlich war es Mourinhos Idee, von dort in die Mittelfeldräume zu kommen, sodass Dortmund verschieben muss und die linke Seite für Coentrao öffnet. Im Optimalfall hätte Real auf diese Weise die Flexibilität des 4-3-3 mit der Durchschlagskraft der linken Seite kombiniert.</p>
<p>Allein es kam nicht dazu. Der BVB ließ Real kaum einmal ins Mittelfeld eindringen, sodass Madrid gar nicht in die Verlagerungssituationen kam. Der ganze Spielaufbau von Real war zu unzusammenhängend, um Dortmund ernsthaft „aus der Reserve zu locken“.</p>
<p>Das Spiel entlang der rechten Seite war zu behäbig, sodass Khedira und Ramos immer wieder von Bender und Reus gestellt wurden und keine Lösungen fanden. Generell machte Ramos ein schwaches Spiel, fand keine Verbindung zu Özil und spielte immer wieder zu hektisch vertikal in die Spitze, anstatt diagonal die Mittelfeldräume zu suchen.</p>
<p><b>Königliche Unverbundenheit</b></p>
<p>Wie gegen den Ball bewegten sich Madrids zentrale Mittelfeldspieler außerdem völlig unabgestimmt und individuell, sodass es für Dortmund ein leichtes war, sie voneinander zu trennen. Beispielsweise wurde Khedira dann mit dem Rücken zur Offensive angespielt, mit Modric auf der fernen Seite und Alonso in Götzes Deckungsschatten, sodass er überhaupt keine Möglichkeiten hatte, sich aus Dortmunds Umklammerung zu lösen.</p>
<p>Dabei machten gerade Modric und Khedira individuell sogar ein gutes Spiel, nur kollektiv lief nichts zusammen. Der fehlende Fixpunkt auf der Zehnerposition ruinierte die gesamte Raumaufteilung bei Real und es entstanden kaum irgendwelche Wechselwirkungen. Özil fand nicht ins Spiel, Modric war zu oft auf sich gestellt und bei Ronaldo kam daher kaum etwas an.</p>
<p>So konnte der BVB seine ganze Qualität im Pressing zeigen. Sie fanden immer wieder die Situationen, in denen sie den Ballführenden isolieren konnten. Sie ließen die ungefährlichen Räume offen und verengten die gefährlichen ganz extrem. Besonders eindrucksvoll war, wie sie bei einem Eindringen von Real ins Zentrum alle möglichen Passwege versperren konnten und die Gegner in üble Unterzahlsituationen drängten. Teilweise wurde Real dabei sogar zum Tor hin geleitet anstatt davon weg &#8211; mutig, aggressiv und sehr griffig.</p>
<p><b>BVB kontert durch die Lücken</b></p>
<p>Durch die vielen sauberen Balleroberungen in Dortmunds Mittelfeld und die Lücken zwischen den isolierten Madrilenen konnten die Borussen dann auch immer wieder Konter fahren. Im Gegensatz zu Real hatten sie dafür auch zwei bewegliche Spieler in der Spitze, über die sie sich vertikal befreien konnten.</p>
<p>Besonders Götze suchte sehr aufmerksam die Freiräume und fand sie mehrfach links hinter Ramos. Wie aus dem eigenen Ballbesitz heraus konnten Reus und Götze dort miteinander kombinieren und druckvoll durch den linken Halbraum zum Strafraum spielen.</p>
<p>Dabei zeigte sich auch der simple läuferische Vorteil, den die Borussia so oft ausspielen kann. Wenn Real einmal nach einer Balleroberung die Gegenpressing-Linie durchbrechen konnte, hatten sich die Hausherren sehr schnell wieder in eine kompakte Überzahl zusammengezogen. Bei Real dauerte das viel länger, da die ballfernen Spieler viel weniger intensiv nachrückten, in beide Richtungen.</p>
<p>Mit den gelegentlich riesigen Räumen gingen die Borussen aber nicht optimal um. Wie schon in Malaga wurden sie ohne Druck auf den Ball zu unruhig – interessantes Paradoxon des Dortmunder Teams &#8211; und suchten zu verspielte Kombinationen durch das Zentrum, anstatt die Lücken auf außen konsequent mitzunehmen. Daher konnten die extrem dynamischen Verteidiger von Real die meisten Konter abfangen – oder Higuain klärte im eigenen Fünfer. Der BVB belohnte sich jedenfalls nicht für die großen Vorteile im Umschaltspiel.</p>
<p><b>Reals kommt durch Pressing ins Spiel</b></p>
<p>Dieses Problem und zunehmende Aggressivität in Reals Spiel verhinderten dann auch eine Halbzeitführung der Borussen. Im Laufe der ersten Halbzeit gelang es Madrid öfter, Druck auf die Innenverteidiger zu bringen. Higuain bewegte sich dabei sehr stark im Pressing, während vor allem Modric ihn vermehrt unterstützte.</p>
<p>Der Kroate und vereinzelt auch Khedira rückten zunehmend heraus und blockierten so die erste Anspielstation von Dortmund. In dieser Phase waren die Borussen mit der Führung im Rücken auch etwas zu sehr auf Sicherheit bedacht und liefen sich im Aufbauspiel nicht mehr konsequent genug frei. Beides zusammen führte dazu, dass sie immer öfter zum langen Ball greifen mussten. Zwar konnten sie über zweite Bälle weiterhin halbwegs präsent bleiben, hielten aber nicht das Niveau der Anfangsphase.</p>
<p>So kam Real besser ins Spiel, auch wenn das kaum zu mehr Torgefahr führte; die schwarzgelbe Defensive stand weiterhin sehr stabil. Den Ausgleich schaffte Real dann auf kuriose Weise nach einem Einwurf. Passend zu dieser Phase des Spiels leitete Modric den Ball genial weiter und Higuain profitierte von Hummels Patzer. Die Geschwindigkeit von Ronaldo sorgte dafür, dass Weidenfeller keine Chance auf ein 1-gegen-1 bekam und er simpel einschieben konnte. Das Tor war Reals erster Abschlussversuch im Strafraum.</p>
<p><b>Mourinho verwirft das 4-3-3</b></p>
<div id="attachment_17108" class="wp-caption alignright" style="width: 328px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-4-1-Real-Hz2.png" target="_blank"><img class=" wp-image-17108" alt="BVB 4-1 Real Hz2" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-4-1-Real-Hz2.png" width="318" height="434" /></a><p class="wp-caption-text">Formationen nach der Halbzeitpause</p></div>
<p>Von daher bewertete Reals Trainer die erste Halbzeit trotz des ordentlichen Ergebnisses keineswegs positiv und stellte auf sein standardmäßiges 4-2-3-1 um. Özil ging auf seine Stammposition zurück und Modric besetzte den rechten Flügel. Dabei interpretierte er diese Rolle sehr eng, während Ramos noch stärker aufrücken sollte. Varane rückte hinter ihm weit nach außen. So sollte der Aufbau über rechts noch stärker fokussiert werden.</p>
<p>Doch auch dieser Ansatz scheiterte an gruppentaktischen Details, die Real an diesem Abend das ganze Spiel zerstörten. Modric und Özil bewegten sich unpassend zueinander und konnten nicht kombinieren. Ramos positionierte sich öfters unsinning eng, sodass sich Dortmund im linken Halbraum um Bender extrem kompakt zusammenziehen konnte; sogar Schmelzer konnte Zweikämpfe in den Sechserräumen eingehen, da außen keine Gefahr herrschte.</p>
<p><b>Dortmund findet den rechten Flügel</b></p>
<p>Das Pressing von Real wurde in der gewohnten Formation zwar aggressiver und Özil konnte mit Higuain nun noch konstanter lange Bälle provozieren, aber so hatte Dortmund wiederum das Monopol auf die zweiten Bälle. Aus denen generierten sie wieder Ballbesitzphasen, in denen sie im Laufe der Halbzeit immer mehr Ruhe bekamen. Die Aggressivität im Mittelfeld von Real ließ immer stärker nach. So verteidigten sie vor dem 2:1 mit allen zehn Feldspielern im eigenen Drittel, aber blieben so passiv, dass Dortmund trotzdem zum Flanken kam und dann den zweiten Ball holte.</p>
<p>Wichtig dafür war auch, dass sich der BVB jetzt auf den anderen Flügel konzentrierte, wo teilweise alle drei offensiven Mittelfeldspieler beim Überladen halfen. So gingen sie Modrics Pressingstärke auf der anderen Seite aus dem Weg und nutzten Ronaldos völlige Passivität aus.</p>
<p>Auch wegen des fehlenden Zugriffs wurde Real ein wenig „panisch“ bei der Strafraumverteidigung und zog sich übertrieben im Sechzehner zusammen, was Mourinho nach dem Spiel auch ausdrücklich kritisierte. So fiel dann auch das 3:1 aus einem zweiten Ball, den Schmelzer in die Box zurück dreschen konnte, weil Modric bis zum Elfmeterpunkt eingerückt war. Lewandowskis Genialität erledigte den Rest und darf bei diesem Spiel natürlich nicht unerwähnt bleiben.</p>
<p>Der Efmeter zum 4:1 entstand durch einen Konter nach einer Ecke von Real, bei dem ihnen wieder die Laufbereitschaft in der Rückzugsbewegung fehlte. Dieses Problem wurde zum Spielende hin auch immer massiver und Dortmund hätte bei konsequenterem Ausspielen der Konterräume wohl noch mehr Großchancen erspielen können.</p>
<p><b>Real wird immer offensiver – und unstrukturierter</b></p>
<div id="attachment_17107" class="wp-caption alignright" style="width: 328px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-4-1-Real-Endphase.png" target="_blank"><img class=" wp-image-17107" alt="BVB 4-1 Real Endphase" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-4-1-Real-Endphase.png" width="318" height="434" /></a><p class="wp-caption-text">Formationen ab der 71. Minute</p></div>
<p>Mit drei Toren Rückstand vor der Brust, suchte Mourinho das simple, aggressive Spiel nach vorne, welches schon im Gruppen-Rückspiel eine starke Phase brachte. Für Modric kam nun doch di Maria und besetzte den linken Flügel, um von dort Flanken zu schlagen. In einer 4-2-4-artigen Offensivordnung besetzte Özil wieder die rechte Seite und Ronaldo ging mit dem spielerischer veranlagten Stürmer Benzema in die Sturmspitze. Teilweise tauschten Özil und Ronaldo auch.</p>
<p>Dadurch wurde Madrid gefährlicher als im bisherigen Spiel, wobei besonders Özil seine Mannschaft mit riskanten Pässen hinter die Abwehr nach vorne trieb. Ein paar Situationen hätten mit etwas mehr Abschlussglück ein wichtiges zweites Auswärtstor bringen können, aber diese waren nicht so zahlreich wie noch vorhergehenden Spiel.</p>
<p>Real spielte diese Strategie beim zweiten Mal nicht so druckvoll und diszipliniert aus, wie im Santiago Bernabeu. Teilweise fehlte ihnen das Tempo in die Spitze und sie ließen sich zu langsamen Dribblings in die Zehnerräume verleiten, wo Dortmunds Sechser dann Zugriff bekamen. Zudem waren sie zu fixiert auf den Strafraum, weswegen die Flügelspieler zu eng standen und schon bei der Ballannahme von Dortmunds enger Viererkette gestört werden konnten.</p>
<p>Dortmund verhielt sich auch cleverer, indem sie nach langen Bällen nicht immer den sofortigen Zugriff suchten. Oft blieben sie kurzzeitig passiv, zogen sich zum eigenen Strafraum zurück, sodass die Mittelfeldspieler nachrücken konnten und 1-gegen-1-Situationen verhindern.</p>
<p>Als noch Kaka für Alonso eingewechselt wurde, entstand endgültig ein sehr chaotisches Angriffsspiel von Real. Dieses war weiterhin vereinzelt gefährlich und holte noch ein paar Ecken heraus, von denen Varane eine fast verwandelt hätte. Einen Dauerdruck erzeugten die Königlichen trotzdem nicht.</p>
<p>Das verhinderten auch Dortmunds Wechsel: Großkreutz konnte als Rechtsverteidiger ein paar wichtige Pässe aus Madrids Umklammerung spielen und leitete entlastende Konter ein. Kehl brachte in diesen Situationen Ruhe ins Spiel und die Borussia hatte immer wieder vereinzelt, etwas längeren Ballbesitz in Madrids Hälfte. So konnten sie den Vorsprung souveräner über die Zeit bringen als in Madrid, als sie kurz vor Schluss noch ein zweites Tor kassiert hatten.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Ein Duell für die Taktik-Geschichtsbücher erhofften wir uns vor dem Spiel – das wurde es nicht wirklich. Doch besonders für Real Madrid und Jose Mourinho mag dieses Duell auch auf der taktischen Ebene ein historisches Ausmaß haben. Den „Königlichen“ und „The Special One“ wurde demonstriert, was die Überlegenheit des Kollektivs über dem Individuum für Dimensionen annehmen kann.</p>
<p>Borussia Dortmund zeigte sich abermals unbeeindruckt von externen Störgeräuschen, wischte den Götze-Wechsel einfach vom Tisch und zeigte ein typisches BVB-Spiel. Es war die Reinform der „Vollgasveranstaltungen“, die Jürgen Klopp 2008 bei Amtsantritt verkündete. Keine fünf Jahre später kann seine Elf auf diese Weise ein sehr solides Fundament für den Einzug ins Finale der Champions League legen.</p>
<p>Zum Schluss eine kleine Statistik: <a href="http://www.whoscored.com/Matches/709897/LiveStatistics/Europe-UEFA-Champions-League-2012-2013-Borussia-Dortmund-Real-Madrid#live-player-home-defensive" target="_blank">Die Verteilung der „Tackles“ innerhalb der Teams.</a> In dieser Defensivkategorie haben die Mittelfeld-Akteure der Borussia: 6, 5, 4, 4, 3 Stück. Bei Real hingegen: 6, 2, 0, 0, 0. Kompakter kann man das Spiel nicht zusammenfassen.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17106&amp;md5=3524ebc14b592ec96f57e5cd4e4a89c5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Borussia Dortmund &#8211; Real Madrid: Fünf Fragen</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Apr 2013 15:07:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Borussia Dortmund]]></category>
		<category><![CDATA[Champions League]]></category>

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		<description><![CDATA[Wieder BVB gegen Real &#8211; ein Taktikduell für die Geschichtsbücher? Der zweite Deutschland-Spanien-Clash im Halbfinale der Königsklasse verspricht das Gegenstück zum FCB-Duell zu werden: Im Kontrast zu den beiden Ballbesitz-Mannschaften aus Bayern und Katalonien treffen hier zwei Teams aufeinander, die sich besonders über das schnelle Umschalten und direktes Spiel in die Spitze definieren. Link: Der [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Wieder BVB gegen Real &#8211; ein Taktikduell für die Geschichtsbücher?<span id="more-17082"></span></p>
<p>Der zweite Deutschland-Spanien-Clash im Halbfinale der Königsklasse verspricht das Gegenstück zum FCB-Duell zu werden: Im Kontrast zu den beiden Ballbesitz-Mannschaften aus Bayern und Katalonien treffen hier zwei Teams aufeinander, die sich besonders über das schnelle Umschalten und direktes Spiel in die Spitze definieren.</p>
<p style="text-align: right;"><a title="Guide BVB – Real Madrid" href="http://spielverlagerung.de/2013/04/22/guide-bvb-real-madrid/" target="_blank"><strong><em>Link: Der Guide zum Spiel</em></strong></a></p>
<p>Zudem ist das Duell durch den Schatten der Gruppenphase geprägt. Dort konnte sich der BVB als Erster vor den Königlichen durchsetzen und erreichte dabei ein überzeugendes 2:1 im heimischen Stadion und kassierte im Santiago Bernabeu erst kurz vor Schluss das 2:2. Dabei gestalteten die Westfalen drei Halbzeiten relativ überlegen, doch in den jüngsten 45 Minuten des Duells schlug Real zurück eindrucksvoll zurück.</p>
<p>Beide Mannschaften demonstrierten also schon das Potential zur Dominanz. Die Frage wird sein, wer seine bisher erfolgreichen Spielelemente wieder effektiv nutzen kann, und, wie sich die Entwicklungen der letzten Monate auf das Kräfteverhältnis auswirken.</p>
<ul>
<li><span style="font-size: large;"><b>Kann Dortmund erneut Xabi Alonso ausschalten?</b></span></li>
</ul>
<p>Dortmunds größter taktischer Vorteil betraf dabei das Pressing gegen Madrids wichtigsten Spielmacher Xabi Alonso. Der konnte besonders beim Hinspiel-Sieg hervorragend isoliert werden, wie in unserer Analyse dazu beleuchtet:</p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: small;"><i>&#8220;Bereits vor dem Spiel hatte Klopp einen zentralen Schauplatz des Spiels angekündigt: Vor allen anderen spanischen Starspielern nannte er Spielmacher Xabi Alonso als die wichtige Schaltzentrale Reals, den es aus dem Spiel zu nehmen galt.</i></span></p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: small;"><i>(…) so brachte Klopps Elf dann auch eine ihrer größten Stärken nachhaltig in das Duell ein: Die Isolierung der gegnerischen Sechser über das Zustellen der Passwege und das flexible Anlaufen der gegnerischen Innenverteidigung. Götze bewegte sich clever im Dunstkreis von Alonso und schnitt ihn dadurch von Pepe ab.</i></span></p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: small;"><i>(…) das, was Dortmund im Pressing so besonders macht: Die hohe Kollektivität, die enorm intelligente und flexible Arbeit mit Passwegen, Deckungsschatten und Bewegungsmustern im Zentrum und die Positionierung im Raum für das schnelle Umschalten. Über diese Faktoren konnte der BVB in unterschiedlichen Anordnungen gegen Xabi Alonso vorgehen, der viel umherdriftete, um doch irgendwie die Bälle zu fordern. Real fand dabei aber kaum Sicherheit und letztlich auch kein Mittel, um Alonso im Mittelfeld anspielen zu können.</i></span></p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: small;"><i>Erst als Alonso vermehrt begann, sich nach links hinter Essien oder in die Mitte zwischen die Innenverteidiger zurückfallen zu lassen, bekam er Bälle in den Fuß. Allerdings blockierten Götze und Lewandowski nun ohne große Probleme, die flachen Wege ins Mittelfeld, da Real auch nicht konsequent mit den Innenverteidigern auffächerte. Das spanische Aufbauspiel blieb daher vom Mittelfeld meist abgeschnitten, wo nun auch meist Unterzahl für Madrid herrschte. Die langen Bälle von Alonso mussten über zwei Reihen gespielt werden, wodurch Dortmund zusätzliche Zeit zum Verschieben kam.&#8221;</i></span></p>
<p>Der Borussia ist prinzipiell zuzutrauen, diese Leistung zu wiederholen, zumal sich gerade die Kompaktheit zwischen offensivem und defensivem Mittelfeld in der Rückrunde stabilisiert hat. Doch ein Mourinho lässt sich erfahrungsgemäß nicht auf der Nase herumtanzen. „The Special One“ weiß nun genau um diese Dortmunder Qualität und wird seine Mannschaft in irgendeiner Form darauf vorbereiten.</p>
<p><b>Mourinho, der Schelm</b></p>
<div id="attachment_17086" class="wp-caption alignright" style="width: 364px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-gg-Real-Vorschau.png" target="_blank"><img class=" wp-image-17086 " alt="Mourinhos angekündigte Personalwahl  mit taktischer Standardformation." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-gg-Real-Vorschau.png" width="354" height="482" /></a><p class="wp-caption-text">Mourinhos angekündigte Personalwahl mit taktischer Standardformation.</p></div>
<p>Passend dazu: Auf unsere Nachfrage bei der Pressekonferenz zum Spiel (<a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1888140/Mourinho-Ich-habe-keinen-Druck#/beitrag/video/1888140/Mourinho-Ich-habe-keinen-Druck" target="_blank">ab 19:05</a>), wo Mourinho denn die Besonderheiten des BVB-Pressings sähe, wollte er keine Antwort geben, um taktische Überlegungen nicht offen zu legen; er bestätigte nur, dass er Dortmunds Stärken auch im Pressing sieht. Nun hat es mich zwar gefreut, dass er meine Frage als eine sehr gute bezeichnete, aber ich hatte doch vermutet, wenigstens ein paar Grundcharakteristiken aus seinem Mund beschrieben zu bekommen. Dass er nicht das kleinste Zugeständnis machte, zeigt, dass er dieses Thema sehr genau nimmt. Wie er seine Mannschaft aufzustellen gedenke, verriet er hingegen freizügig, obwohl der nachfragende Kollege nur nach der Torwart-Position fragte. Man darf also spekulieren, dass sich Mourinho ein paar eher überraschende taktische Feinheiten überlegt hat.</p>
<p>Dafür gibt es verschiedene Varianten, die der Borussia trotz der weitestgehend gleichen Personalwahl vom Sieg aus dem ersten Gruppenspiel Probleme bereiten können. Abgesehen von der veränderten, offensiveren Besetzung von Reals Linksverteidiger-Position betreffen diese vor allem diverse gruppentaktische Details.</p>
<p><b>Özils Rolle</b></p>
<p>Zum einen könnte sich Mesut Özil tiefer positionieren, um mehr Zugriff auf das Spiel zu bekommen. Im enorm stark verteidigten Mittelfeldzentrum von Dortmund haben es die gegnerischen Zehner öfter schwer Bälle zu bekommen und selbst Raumsucher Özil fand in den Gruppenspielen kaum Lücken – oder zumindest keine, in denen er anspielbar gewesen wäre.</p>
<p>Daher ist gut vorstellbar, dass er vermehrt ins Sichtfeld der Dortmunder Sechser zurückfällt, eventuell auch gezielt in den Rücken von Götze. So könnte sich entweder der Zehner des BVB nicht mehr so sauber an Alonso orientieren, oder die Sechser werden zum Herausrücken provoziert. Nun könnten sich entweder Freiräume für Khediras Vorstöße und einrückende Läufe der Flügelspieler öffnen, oder Alonso würde kleine Freiheiten bekommen – im Optimalfall beides.</p>
<p><b>Dreierkette im Aufbau?</b></p>
<p>Damit kombinierbar wäre eine Umpositionierung der aufbauenden Spieler. Die Viererkette könnte sich mit dem vorstoßenden Coentrao stärker auffächern als gewöhnlich und eine breite Dreierkette bilden, die Lewandowski nicht mehr effektiv stören kann. Die äußeren Verteidiger könnten dann relativ ungestört diagonal ins Mittelfeld spielen, gerade auf der überladenen linke Seite gäbe es diverse Möglichkeiten.</p>
<p>Daher ist auch gut möglich, dass Varane und Pepe die Positionen tauschen, sodass Varane seine starken Vertikalpässe ungestört von links spielen kann. Pepe, welcher beim 2:1 der spielerische Schwachpunkt war, auf den das Aufbauspiel im geleitet wurde, könnte sich auf simples seitlich umherschieben konzentrieren.</p>
<p>Rechts könnte dadurch auch Dortmunds linker Mittelfeldspieler weggezogen werden, um Ramos zu pressen. So könnte di Maria nach simplen Pässen entlang der Seitenlinie nicht sofort gedoppelt werden und vermehrt seine starken Dribblings anbringen, die der Borussia in den bisherigen Spielen mit die größten Schwierigkeiten machten.</p>
<p><b>Alonsos Grundposition</b></p>
<p>Mit diesen Maßnahmen könnten Alonsos Aufbau-Impulse ersetzt werden, oder der Spielmacher würde selber freikommen, wenn Dortmunds Offensivspieler im Pressing reagieren. In der Konsequenz wird Alonsos Positionierung entscheidend.</p>
<p>Prinzipiell könnte es sein, dass Real einfach eine zusätzliche „Ecke“ in den Spielaufbau integriert: Alonso wird nicht mehr direkt gesucht, sondern bewusst wird erst mal von ihm weggespielt. So könnte man die Dortmunder eventuell zu einer Reaktion zu verleiten, mit der sie Alonso „stehen lassen“. Alonso läuft sich währenddessen in ballfern entstehenden Räumen frei und mit schneller Zirkulation durch die Abwehr, wird er dann gefunden.</p>
<p>Zudem ist auch möglich, dass Alonso einfach seine Grundposition mit Khedira tauscht, wie zum Beispiel schon gegen Galatasary. Das würde zum einen dazu führen, dass Dortmund grundlegend umjustieren muss: Normalerweise spielt Lewandowski gerne etwas linksseitig, Götze rechts, nun müssten sie tauschen. Zudem wäre der Spielaufbau dann eher auf Varane gezogen, anstatt auf Pepe, sodass Dortmunds diagonales 1-1 in der Spitze nicht mehr so effektiv wäre. (Gleicher Effekt natürlich, wenn Varane und Alonso zusammen linksseitig stehen.) Da Özil lieber halbrechts zurückfällt, um dann mit seinem linken diagonal zur Mitte zu spielen, ergäbe so ein Positionswechsel auch eine bessere Raumaufteilung mit Khedira, der diese rechtsseitigen Räume nicht mehr „verstopfen“ würde.</p>
<p><b>Das 4-3-3 als Clown aus der Box?</b></p>
<p>Zudem hat Mourinho auch formative Möglichkeiten, seiner Mannschaft neues Pulver zu verleihen. Angesichts seiner bereits bekanntgegebenen Personalwahl, wäre das auch die größte und damit vielleicht effektivste Überraschung.</p>
<p>Das könnte er auch damit verbinden, die Aufstellung doch noch einmal zu variieren: Er kündigte nämlich an, dass Angel di Maria aufgrund der Geburt seines Kindes möglicherweise aus emotionalen Gründen doch nicht zur Verfügung stehe. Denkbar, dass er gar nicht wirklich mit dem Argentinier plant und diese Anmerkung nur Strategie war, um die angekündigte Aufstellung doch noch zu verändern, ohne sich „lächerlich“ zu machen.</p>
<p>Di Maria wäre nämlich ohnehin das nahliegendste Bauernopfer, falls Real sein Ausweichsystem 4-3-3 auspackt. In diesem würde Luka Modric neben Khedira eine Doppelacht aufziehen, die Alonso auf andere Weise entlasten könnte. Beim 3:0-Sieg gegen das manndeckende Athletic Bilbao baute Real viel über die linke Seite auf, wo Modric dann den zurückfallenden Verbindungsspieler im Halbraum gab. Er löste so Drucksituationen und konnte vereinzelt auf den dadurch freigeschobenen Alonso verlagern oder selber ins offensive Mittelfeld spielen, wo Ronaldo und di Maria von den Flügeln einrückten.</p>
<p>Problem bei der Geschichte: Modric hat sich am Wochenende verletzt. Die Verletzung ist aber nicht schwerwiegend, weshalb seine Einsatzmöglichkeit unklar ist. Beim öffentlichen Training im Signal-Iduna-Park war das kroatische Genie zumindest dabei, aber beschäftigte sich damit, Ronaldo und Varane beim jonglieren zuzuschauen. Auch das muss aber nichts heißen; je überraschender seine Aufstellung wäre, umso schwerer könnten sich die Dortmunder noch darauf einstellen – von daher ist hier durchaus etwas Spielraum für kleine, taktische Verschwörungstheorien. Falls diese daneben liegen, gilt die Überlegung jedenfalls für das Rückspiel.</p>
<ul>
<li><span style="font-size: large;"><b>Holt Mourinho die „Brücke“ raus und kann Klopp reagieren?</b></span></li>
</ul>
<div id="attachment_17090" class="wp-caption alignright" style="width: 363px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-gg-Real-Brücke.png" target="_blank"><img class=" wp-image-17090 " alt="So könnte Mourinho wieder Dortmunds Sechser überbrücken." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-gg-Real-Brücke.png" width="353" height="482" /></a><p class="wp-caption-text">So könnte Mourinho wieder Dortmunds Sechser überbrücken.</p></div>
<p>Darüber hinaus bietet sich Mourinho eine zweite, grundlegend andere Herangehensweise an das Spiel, mit welcher er auch die bisher stärkste Phase gegen die Borussia heraufbeschwören konnte. Im Rückspiel wechselte er in der Pause auf eine Art 4-2-0-4, in der seine Mannschaft nicht mehr versuchte das schwer zugängliche offensive Mittelfeld zu bespielen. Stattdessen wurde es aggressiv mit langen Bällen überbrückt und anschließend gingen die vier Dribbler in der Offensive – di Maria, Callejon, Ronaldo als Mittelstürmer, Özil rechts – direkt eins gegen eins mit den physisch unterlegenen Dortmunder Abwehrspielern.</p>
<p>Durch diese Isolationsstratgie mit einer „Brücke“ über Dortmunds stärksten Bereich, gelangen die Borussen eine Zeit lang so stark ins Wanken wie fast (?) nie in den letzten zwei, drei Jahren und hätten in 20 Minuten mehrere Gegentreffer kassieren können. Von daher ist anzunehmen, dass beide Trainer ein Augenmerk auf diesen Ansatz haben.</p>
<p><b>Rhythmusfrage für Mourinho</b></p>
<p>Für Mourinho wird dabei entscheidend sein, wie stark er diesen Ansatz ausreizen kann, ohne dass er sich abnutzt. Bereits im letzten Spiel beruhigte sich das Spiel nach rund 20 Minuten wieder etwas, da die anfangs überraschten Borussen sich besser anpassten. Anfangs hielten sie etwas zu stark ihre Positionen und versuchten noch, irgendwie Überzahlen herzustellen. Später gingen sie aggressiver gegen die Ballannahmen der Angriffsspieler vor und antizipierten das extrem schnelle Weiterspielen in die Spitze besser.</p>
<p>Mourinho muss daher dosieren, um den Überraschungseffekt dieser ganz anderen Spieldynamik möglichst effizient zu nutzen und zu verhindern, dass Dortmund sich so einschleift, dass sie die ungedeckten Sechserräume für Konter nutzen können. Die erzeugte Hektik und Reals Offensivpräsenz verhinderten letzteres beim 2:2 noch.</p>
<p><b>Auftrennung der Doppelsechs</b></p>
<p>Die logische schwarzgelbe Antwort auf diese Aufgabenstellung wäre eine „Gegenisolation“: Die absichtliche Isolation der gegnerischen Mannschaftsteile wird duch eine Trennung der eigenen Defensive gekontert. Der tote Bereich im defensiven Mittelfeld wird etwas leergeräumt – wobei man aufpassen muss, das man keine zu konstanten Löcher lässt, die der Gegner dann wieder durch fluide Umpositionierungen ausnutzen kann.</p>
<p>Im Hinspiel versuchte Klopp dieses Problem so zu lösen, dass Bender neben Kehl eingewechselt wurde und Gündogan die Zehnerposition etwas linksseitiger übernahm. Bender spielte dann sehr aggressiv aufrückend und unterstützte Gündogan im offensiven Mittelfeld, während sich Kehl eher tief vor der Abwehr positionierte und die Viererkette dann unterstützen konnte. Zudem waren auch die Flügelspieler tiefer, um schneller doppeln zu können. So erzeugte Dortmund fluid eine Art 4-3-2-1 mit breiter „3“ und konnte die Isolation der eigenen Doppelsechs ansatzweise kompensieren.</p>
<p>So richtig stabil wurde Dortmund dadurch allerdings auch nicht, weil Bender beim Herausrücken öfter zu spät kam und Kehl nicht in der ganzen Breite unterstützen könnte. Am Ende konnte Real dann verdientermaßen auch noch ausgleichen. So muss Klopp die Auftrennung vielleicht noch konsequenter vornehmen, falls Mourinho wieder zur „Brücke“ greift.</p>
<p><b>5-4-1 als temporäre Lösung?</b></p>
<p>Eine logische Lösung des Problems wäre eigentlich ein 5-4-1-System, beziehungsweise eine Art 5-0-4-1, um die Bezeichnung 4-2-0-4 aufzugreifen. Darin wäre eine Überzahl gegen die vier Offensivspieler garantiert und würde sogar in der Breite bestehen; Dortmund könnte also entlang der ganzen Defensive gut absichern und doppeln.</p>
<div id="attachment_17091" class="wp-caption alignleft" style="width: 328px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-gg-Real-5-4-1.png"><img class="wp-image-17091 " alt="BVB gg Real 5-4-1" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-gg-Real-5-4-1.png" width="318" height="434" /></a><p class="wp-caption-text">So könnte Klopp antworten. Der blaue Freiraum wird antizipativ und flexibel besetzt.</p></div>
<p>Durch den zusätzlichen Verteidiger könnten die Abwehrspieler auch noch früher und riskanter herausrücken, was ohnehin eine Stärke der Dortmunder Defensive ist. So könnten der „tote“ Bereich im defensiven Mittelfeld intelligent flexibel besetzt werden, ohne dass dort konstant positionierte Spieler isoliert werden können.</p>
<p>Die Sechser könnten sich wegen dieser herausrückenden Defensive höher positionieren und hätten direkteren Zugriff auf die gegnerischen Sechser, auch die Flügelspieler könnten höhere Positionen halten, da die gegnerischen Flügelstürmer aus der Mitte heraus gedoppelt werden. Die 4-1-Offensive hat sich übrigens schon bewährt; gegen Frankfurt und Hamburg stand Dortmund trotz Unterzahl sehr kompakt, da die Sechser sich im 4-4-1 sehr intelligent bewegten.</p>
<p>So könnten sie im 5-4-1 zum einen die langen Bälle besser verhinden und zum anderen das besser verteidigen, was dann noch durchrutscht. Außerdem könnten die Abwehrspieler nach Balleroberungen mit Gesicht zum Feld in die Lücke des Sechserraumes vorstoßen, sodass das potentiell problematische Gegenpressing Reals in dieser Formation konsequenter ausgehebelt werden kann.</p>
<p>Personell wäre das für die Borussen relativ leicht zu machen, auch aus dem laufenden Spiel heraus: Blaszczykowski und Großkreutz brachten in der laufenden Saison bereits gute Leistungen in der Außenverteidigung und könnten einfach zurückgezogen werden mit Götze außen. Schmelzer und Piszczek sollten beide keine großen Probleme haben, eine etwas eingerücktere Stellung in einer verlängerten Kette einzunehmen. Schmelzer ist ohnehin Spezialist für das Einrücken, was er als Absicherung für Hummels&#8217; Herausrücken regelmäßig demonstriert.</p>
<p>Diese radikale Umstellung mag so kurzfristig unwahrscheinlich erscheinen, doch Klopp bewies in der Saison schon den Mut zu schwerwiegenden Änderungen: Im Ruhrpott-Derby stellte er kurz vor dem Spiel überraschend auf eine Dreierkette um. Dass dieses einmalige Scheitern die grundlegende Philosophie des Dortmunder Trainerteams ins Wanken gebracht haben könnte, ist nicht anzunehmen; zumal ein ähnlich plötzlicher Systemwechsel auf ein 4-5-1 gegen Manchester City durchschlagend funktionierte.</p>
<p><b>Taktische Schachzüge mit zwei Spielern</b></p>
<p>Da beide Mannschaften also aus dem laufenden Spiel variieren können, ist es möglich, dass gleich mehrere Systemmöglichkeiten vorbereitet werden und diese nur in kurzen Phasen hin- und zurückgewechselt werden; potentiell eine der spektakulärsten taktischen Storys der Fußballgeschichte.</p>
<p>Weiter gedacht, könnte Mourinho sich sogar eine Gegenmaßnahme auf die Gegenmaßnahme überlegt haben, denn er hat ja Klopps Reaktion im Rückspiel bereits beobachtet. Es könnte dadurch ein Schachspiel zwischen den Trainerbänken entstehen &#8211; wie bereits im Hinspiel leise angedeutet. Dort reagierte der BVB ganz schnell auf einen Positionstausch Ronaldos und negierte ihn dadurch:</p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: small;"><i>&#8220;Besonders spannend waren die Außenbahnen zwischen der 10. und 20. Minute, als es dort vier aufeinanderfolgende Umstellungen gab, die möglicherweise ein ganz wichtiges und übersehenes Trainerduell darstellten. So tauschten beide Teams ihre Flügelspieler hin und zurück: In Minute zehn ging Ronaldo auf die rechte Seite von Schmelzer, zwei Minuten später folgte ihm Reus auf diesen Flügel. Zwar geschah zweiteres nach einer Ecke, die Reus von dort hereinbrachte, aber er blieb dort auch in den folgenden Minuten. In der 17. Minuten ging Ronaldo dann zurück auf seine Stammposition – und erneut folgte zwei Minuten danach der Wechsel von Reus und Großkreutz. Reus folgte also Ronaldo.</i></span></p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: small;"><i>(…)</i></span></p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: small;"><i>Dass es jeweils nur zwei Minuten brauchte, bis Dortmund auf diesen Kniff reagierte, lässt vermuten, dass Klopp sich dieser Gefahr bewusst und darauf vorbereitet war. In der Phase mit Reus links kamen die Borussen dann auch vermehrt über diese Seite und konterten Mourinho damit konsequent. Dieser zog seine entschärfte Waffe zurück und ließ sein Team in der gewohnten Konstellation zu Ende spielen. Gut vorstellbar, dass das Spiel bei einer weniger vorausschauenden Trainerleistung auf Dortmunder Seite anders verlaufen wäre.&#8221;</i></span></p>
<p>Man darf gespannt sein. Zumal es auch fernab dieser Überlegung allerhand Variationsmöglichkeiten gibt.</p>
<ul>
<li><span style="font-size: large;"><b>Provoziert Coentrao das Dortmunder 4-3-3?</b></span></li>
</ul>
<p>Die grundlegendste Änderung des Spiels betrifft den linken Flügel Reals, wo Fabio Coentrao hinter Ronaldo auflaufen wird. Mit offensiven Außenverteidigern hat der BVB „traditionell“ Probleme und Real ist außergewöhnlich stark darin, diese auf der linken Seite zu nutzen.</p>
<p>Dabei wäre wohl der Spielaufbau entlang der linken Seite nicht das große Problem. Wenn Real frühzeitig nach links spielt und dann einfach den Flügel runterspielt, kann der BVB früh verschieben und dort Überzahl herstellen. Problematisch sind vor allem Seitenwechseln.</p>
<p><b>Die bösen Kinder der Raumverknappung</b></p>
<p>So offenbarte sich schon in den Gruppenspielen ein potentielles Problem, wenn Real über die rechte Seite angriff.</p>
<p><span style="font-size: small;">Über das Zusammenspiel von di Maria, Özil und Khedira bzw. Modric konnten sie ein paar Mal durch den halbrechten Raum Momentum aufbauen und einige Dortmunder aussteigen lassen und di Maria zeigte besonders in der Endphase einige gelungene Dribblings.</span></p>
<p><span style="font-size: small;">Die kollektiv agierenden Dortmunder sichern sich in solchen Situationen ab, sodass meist nicht der Weg zum Tor offen wird, allerdings dafür die ballfernen Räume, da die Formation auf den dribbelnden Spieler nachschieben muss. Real erkannte diese potentielle Schwachstelle oft und verlagerte in den richtigen Momenten, was den BVB arg ins Wackeln hätte bringen können &#8211; wenn Real dann konsequent weitergespielt hätte. </span></p>
<p><span style="font-size: small;">Gerade Essien verhielt sich aber oft zu defensiv in diesen Szenen: Anstatt konsequent zu hinterlaufen oder frei am Ball kreativ zu werden, verschleppte er das Tempo und rückte in einigen Szenen auf seinen rechten Fuß ein. So wurde Ronaldo, der ebenfalls über rechts nach innen ziehen will, von ihm eher behindert als unterstützt und Piszczek konnte die Szenen verzögern, sodass die weggezogenen Dortmunder Zeit bekamen um wieder zurückzuschieben.</span></p>
<p>Doch Coentrao ist nicht nur Linksfuß, er ist besonders für diese Verlagerungssituationen ein absoluter Spezialist – <a title="Wie das flache 4-5-1 die Euro entscheiden könnte" href="http://spielverlagerung.de/2012/06/27/wie-das-flache-4-5-1-die-euro-entscheiden-konnte/" target="_blank">das war sogar ein entscheidender Punkt für Portugals Halbfinal-Einzug bei der EM</a>.</p>
<p>Dementsprechend muss der BVB diese Situationen unbedingt in den Griff bekommen, sonst könnten sie dicke Probleme bekommen. Die nahliegende Lösung: <a href="http://www.zdfsport.de/Klopps-brillanter-Systemwechsel-24616874.html" target="_blank">Das 4-3-3 bzw. 4-5-1, mit dem Dortmund gerne auf sehr offensive Außenverteidiger reagiert</a> und außerdem mehr Beweglichkeit im Zentrum erzeugt.</p>
<p><b>Spezialsystem?</b></p>
<div id="attachment_17093" class="wp-caption alignright" style="width: 364px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-gg-Real-Mischsystem.png"><img class=" wp-image-17093" alt="BVB gg Real Mischsystem" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-gg-Real-Mischsystem.png" width="354" height="482" /></a><p class="wp-caption-text">Falls Dortmund tatsächlich so spielt, verlange ich, dass man mir eine Statue baut! (Die muss auch gar nicht groß sein.)</p></div>
<p>Dadurch würde aber der so wichtige Zehner im Pressing fehlen. So könnte Reals zentral-defensivem Mittelfeld viel mehr Platz für Xabi Alonso entstehen, was die herausrückenden Achter wohl zu langsam kompensieren würden. Daher scheint das 4-5-1 ebenso große Probleme zu bekommen wie das 4-2-3-1.</p>
<p>Vielleicht zeigt das Dortmunder Trainerteam deswegen besonderes Geschick und lässt eine Art Mischsystem spielen. Da Reals Rechtsverteidiger meist deutlich zurückhaltender spielt, könnte Dortmund auf dieser Seite eher auf die Breite verzichten. So wäre eine lose Manndeckung auf Coentrao möglich, während Götze etwas tiefer steht oder die Mittelfeldspieler einrücken.</p>
<p><b>Lange Bälle hinter Piszczek</b></p>
<p>Bei allen Varianten muss Dortmund auf einen Spielzug enorm aufpassen, den Real sehr stark spielen kann. Gegen hohe Abwehrreihen – wozu die des BVB ja zu zählen ist – schlagen sie auch gerne vom linken Flügel weite Bälle in die Tiefe. Die schnellen Stürmer sprinten diese früh an und sind dann kaum noch zu halten von den Verteidigern.</p>
<p>Dortmund hat in der Rückrunde besonders mit Bällen entlang der rechten Seite Probleme, was Real fokussieren könnte. Entweder Varane oder Coentrao könnten diese Bälle stark bringen und Real kann sie auf verschiedene durchschlagskräfte Arten anlaufen: Özil kann aus der Mitte ausweichen und dann mit seinem linken Fuß direkt zur Grundlinie gehen. Ronaldo positioniert sich neben dem aufrückenden Linksverteidiger vermehrt in den Halbräumen und kann von dort unterschiedliche Wege in die Spitze nehmen und seine wahnsinnige Dynamik dann aus vollem Lauf ausspielen. Auch die Stürmer können ausweichen, was Higuain in den Gruppenspielen zwar erfolglos versuchte, aber auch nicht mit dem richtigen Timing. Wenn er dabei vermehrt diagonal hinter Piszczek geht anstatt zur Seitenlinie, könnte ein weiterer Gefahrenherd entstehen.</p>
<ul>
<li><span style="font-size: large;"><b>Dominiert der BVB noch einmal die zweiten Bälle und wie presst Real?</b></span></li>
</ul>
<p>Doch nachdem der BVB in der Gruppe vier Tore erzielte, muss sich auch Real sehr in acht nehmen. Mourinho betonte zwar auf der Pressekonferenz individuelle Fehler seiner Spieler, aber ist sicher bewusst, dass beispielsweise Pepes Fehlpass zum 1:0 im Hinspiel eine logische Folge von Dortmunds Pressing war und die Vertikalangriffe der Borussen regelmäßig Gefahr erzeugten.</p>
<p><b>Reals Pressinghöhe</b></p>
<p>Entscheidendes Element dabei ist die Kompaktheit Reals, die nicht immer optimal ist. Die vier Offensiven gehen normalerweise separat ins Angriffspressing und kommen relativ langsam zurück. Dortmund nutzte diese Charakteristik für eine sehr fokussierte Nutzung langer Bälle:</p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: small;"><i>&#8220;Letzteres war wohl das zweite Kernelement der Borussen, die sehr konsequent in der Vermeidung von frühen Ballverlusten gegen Reals Pressing waren. Dieses ist zwar ähnlich aggressiv wie das der Dortmunder, aber nicht ebenso kompakt. Besonders die Flügelspieler stehen aufgerückter und der Stürmer agiert aus höherer Grundposition, wodurch die gegnerische Viererkette direkter unter Druck gesetzt werden kann, aber das Mittelfeld ist nicht so dicht, wie dies auf Dortmunder Seite der Fall ist.</i></span></p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: small;"><i>Diesen Faktor nutzte der BVB zusammen mit der Überzahl, die seine Innenverteidiger gegen Higuain hatten. Anstatt (wie beim Dortmunder Pressing) die Wege ins Mittelfeld zu blockieren, steht der Stürmer bei Real eher zwischen den Innenverteidigern und läuft sie seitlich an, um horizontale Ballzirkulation zu verhindern. Daher hatten Hummels und Subotic zwar nicht viel Zeit am Ball, aber doch genug Raum um einen schnellen ungestörten Pass zu spielen und dabei ein freies Sichtfeld ins Mittelfeld. Auf diese Situation waren sie offenbar vorbereitet und spielten sehr konsequent vorwärts, ohne den Ball vorher innerhalb der Viererkette laufen zu lassen.</i></span></p>
<p style="text-align: right;"><span style="font-size: small;"><i>Da Subotic mittlerweile ebenfalls ein sehr hohes Level bei seinen langen Bällen erreicht hat, konnten beide zuverlässig die Pässe verteilen. Je nach Situation schlugen sie diese auf den Flügel, wo Dortmund dann die angesprochenen Überladungen auspackte, oder sie spielten zwischen die Linien in Richtung Lewandowski, der ablegen sollte. Hier konnte Dortmund die zweikampfstarke Doppelsechs und die kompaktere Grundstellung ausspielen, um einen großen Anteil der zweiten Bälle zu sichern. Götze konnte die engen Szenen dann oft auflösen und so überführte die Borussia die langen Bälle in kontrollierte Spielsituationen – die zweite Säule des Dortmunder Offensivpotentials, über welche die Königlichen ihre angestrebte Überlegenheit einbüßten.&#8221;</i></span></p>
<p>Um dieses Element zu vermeiden hat Real zwei wesentliche Möglichkeiten: Noch höher stehen, um die langen Bälle direkt zu ersticken bzw. weniger präzise zu machen, oder kompakter stehen, um gegen die zweiten Bälle besser auszusehen.</p>
<p>Mögliche Umsetungen sind ein tieferes und dann situativ aufrückendes 4-2-3-1, wie es Real teilweise gegen Barcelona spielte. So könnte Dortmund überfallartig überrascht werden, sodass sie vielleicht Bälle überambitioniert verlieren oder in falsche Räume nach vorne schlagen. Gegen solche Überraschungsmomente ist Dortmund aber normalerweise relativ stabil, da die „geistige Verbindung“ in die Spitze immer besteht als Sicherungsnetz.</p>
<p>Auch ein 4-4-2 oder gar ein 4-2-4-0 wäre möglich. Malaga hatte damit ja im Rückspiel eine durchaus stabile Ordnung, Real könnte die Konterstärke beibehalten, bei höherer Grundkompaktheit. Zudem würden sie Dortmund den Spielaufbau verstärkt aufdrängen, eventuell würden dann die schwarzgelben Sechser auch zurückfallen und die Präsenz auf die zweiten Bälle ein wenig verlieren.</p>
<p>Im 4-3-3 hätte Real naturgemäß einen Spieler mehr gegen die zweiten Bälle und die vorderen drei könnten ähnlichen Grunddruck erzeugen. Die Frage wäre dann, wie gut Dortmund die Sechser einbinden kann und wie sich diese gegen das Herausrücken von Reals Achtern bewähren – hier könnten Gündogan oder Khedira die entscheidenden Akteure werden.</p>
<p><b>Zwischen Druck und Hektik: Der Rhythmus des Vertikalspiels</b></p>
<p>Aus Dortmunds Erfolgen in der Gruppenphase könnte sich außerdem ein kleines psychologisches Moment ergeben: Reals Defensivspieler könnten nach zweimaliger Demonstration des Dortmunder Umschaltspiels ein wenig vorsichtiger werden, eher zurückweichen und die Dortmunder Angriffe vermehrt ausbremsen.</p>
<p>Umgekehrt wäre auch denkbar, dass die Borussen wegen gesteigerten Selbstbewusstseins das notwendige Risiko im Direktspiel leicht zurückschrauben, in der Überzeugung, den Gegner auch etwas kontrollierter knacken zu können – so, wie es ihnen in den letzten Ligaspielen auch gut gelang. Das könnte dann aber wiederum auch gut passen, wenn Real sich tatsächlich stärker auf die Verteidigung des direkten Vertikalspiels fokussiert. Von daher stellen wir hier die psychologische Kristallkugel zurück in den Schrank und halten einfach fest, dass solche Kleinigkeiten den Spielrhythmus entscheidend beeinflussen könnten – in beide Richtungen.</p>
<p>Taktisch gesehen ist jedenfalls gerade das Thema der Dortmunder Fähigkeiten in Ballbesitz sehr interessant, welches eng mit der Frage nach dem richtigen Rhythmus verknüpft ist. Tatsächlich hatten die Borussen nämlich selbst bei ihrem Sieg nicht immer den richtigen Gang im Getriebe, wenn es um das Spiel aus dem Mittelfeld in die Spitze ging.</p>
<p>Manchmal fehlte ihnen das Tempo in der horizontalen Ballzirkulation, sodass sie Reals Lücken in den ballfernen Halbräumen nicht schnell genug nutzen konnten und somit das Zocken von Ronaldo unbestraft ließen. In anderen Momenten versuchten sie überfrühte Steilpässe in Laufduelle gegen die unheimlich schnellen Verteidiger Madrids, wobei vor allem Pepe einige vielversprechende Angriffe dann einfach ablaufen konnte. Mit klareren Laufwegen und besserer Entscheidungsfindung (Tagesform) könnte Dortmund in diesem Punkt sogar noch einiges an Luft nach oben erschließen. Dabei wird auch die Personalwahl entscheidend werden.</p>
<ul>
<li><span style="font-size: large;"><b>Kann Sahin Nutznießer der Ronaldo-Freiräume werden?</b></span></li>
</ul>
<p>Personelle Änderungen könnten auch defensiv relevant wären für Real, bei denen Ronaldos bekanntes Zocken auf der linken Seite ein großes Problem des Hinspiels war. Dortmund nutzte die entstehenden Lücken aber auch nicht konstant gut. In diesem Punkt haben also beide Mannschaften Luft nach oben.</p>
<p><strong>Bleibt Mourinho beim Risiko?</strong></p>
<p>Grundlegend stellt sich die Frage, ob Ronaldo überhaupt zocken darf. Angesichts Higuains Aufstellung erscheint es all zu wahrscheinlich – umso merkwürdiger wirkt wiederum Mourinhos Bekanntgabe der Aufstellung. Es gibt aber durchaus auch andere Möglichkeiten.</p>
<p>So wäre ein 4-4-2 möglich, in dem Ronaldo eine defensiv unanspruchsvolle Rolle neben Higuain übernimmt und offensiv wie im Umschaltspiel die Lücken auf außen sucht. Özil und di Maria könnten hingegen einrücken und Dortmund hätte schwierige Übergabemomente, viel Gefahr von Kontern und keine fest bespielbaren Räume im Zentrum.</p>
<p>Auch ein 4-2-3-1 mit Higuain als pressendem Zehner wäre denkbar. So könnte sich Real nach langen Bällen in ein 4-4-1-1 zurückziehen und Ronaldo kann von vorne ausweichen und die Konterlücken suchen. Higuain würde mit Tempo in die Spitze nachstoßen – ein System, was für Dortmund sehr unangenehm abzusichern wäre.</p>
<p>Und dann gibt’s natürlich noch die simple Möglichkeit, dass sich Ronaldo einfach stärker am Defensivspiel beteiligt. Es gab ja auch schon Clasicos, bei denen er gegen Alves eine durchaus gute Figur machte und konstant zurückarbeitete. Die Laufstärke hat er im Prinzip.</p>
<p><strong>Die richtige Nutzung der Räume</strong></p>
<p>Ob Dortmund die Freiräume auf rechts findet, oder nicht, enorm wichtig wird sein, wie sie das Spiel von den Sechserpositionen gestalten, wenn der Ball dort ist. Bei Angriffen über rechts ist die rechte Sechserposition die wichtigste Verbindungsstation, falls Real tiefer steht, müssen die Sechser intelligent reagieren und versuchen, sich im Aufbauspiel einzuschalten.</p>
<p>In den Gruppenspielen fehlte auf dieser Position zuweilen der richtige Angriffsinstinkt, um die Bälle von dort auch gefährlich zu machen. Dortmund ließ den Ball zwar gut durch die Freiräume zirkulieren, aber fand die entstehenden Lücken bei Real gelegentlich zu langsam oder zu unpräzise. Bender und Kehl fehlte die letzte Passstärke, während Gündogan für diese Rolle nicht so gemacht ist. Dortmunds wohl wichtigster Akteur agiert lieber ruhig und kurz unter Druck, entscheidende Angriffspässe aus größeren Freiräumen zu spielen ist nicht seine ganz große Qualität.</p>
<p><strong>Nuri Sahin als Joker</strong></p>
<p>Entscheidend für Dortmund könnte daher die Leihe von Real werden. Nuri Sahin ist besonders für diese entscheidenden Pässe der Spieler schlechthin. Er überzeugte auch in den vergangenen beiden Ligaspielen, ein Mal hinter und ein Mal neben Gündogan. Beide taktische Varianten könnten eine Reaktion auf ein verändertes Pressing bei Real sein.</p>
<div id="attachment_17097" class="wp-caption alignright" style="width: 363px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-gg-Real-4-4-2-und-Sahin.png" target="_blank"><img class=" wp-image-17097 " alt="BVB gg Real 4-4-2 und Sahin" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-gg-Real-4-4-2-und-Sahin.png" width="353" height="482" /></a><p class="wp-caption-text">Passive 4-4-2-Variante bei Real und mögliche Reaktion Dortmunds als Variation des Fürth-Systems.</p></div>
<p>Falls Real tief steht, kann das Zurückfallen eines Sechsers entscheidend für den Spielaufbau werden, während dann der Zehner klug zurückfallen müsste, um die Verbindung nach vorne herzustellen und das Zentrum abzusichern – <a title="Systemanalyse: Dortmunds 5:0-Halbzeit" href="http://spielverlagerung.de/2013/04/19/dortmunds-systementwicklung-und-die-50-halbzeit/" target="_blank">wie gegen Fürth demonstriert, käme vor allem zweitere Rolle Gündogan eher entgegen</a> als Götze, welcher dann wiederum seine Kombinationsstärke auf rechts vermehrt einbringen könnte.</p>
<p>In einem Extremfall wäre es sogar denkbar, dass Klopp tatsächlich die spielerische Doppelsechs auspackt, die gegen Mainz ohnehin das erste Mal gut balanciert wirkte. Wenn der BVB so gar keine Kontrolle ins Spiel bekommt, wäre dieses Risiko vielleicht ein notwendiges, um auch die Defensive über die Offensive zu stabilisieren.</p>
<p><strong>Individuelle Klasse gegen „grüppische“ Klasse</strong></p>
<p>Dabei wird in jedem Fall wichtig, dass sich die Borussen gruppentaktisch clever verhalten und sich nicht separieren und zu Einzelaktionen drängen lassen. Dortmund ist vor allem (oder sogar nur) dann auf Topniveau, wenn ihr Zusammenspiel stimmt, sie schnell kombinieren und die Räume ausreichend geduldig ausspielen.</p>
<p>Wenn sie gegen die brutal dynamische Viererkette von Real wieder verfrühte Pässe in die tiefe Spielen oder in unnötige Einzelaktionen gehen, lassen sie Potential liegen. Falls es ihnen aber gelingt, konstant den richtigen Rhythmus einzuschlagen und bestimmte Zonen mit drei, vier Mann zu überladen und durchzukombinieren, dann können die Madrilenen ihre physische Überlegenheit nicht einbringen und Dortmund könnte noch gefährlicher werden als in den bisherigen Spielen. Dass das Siegtor im ersten Heimspiel nach einer gut getimeten Überladung der rechten Seite fiel, steht symbolisch für diesen wichtigen Aspekt.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Was soll man noch sagen? Es gibt so viele interessante Elemente in diesem Spiel, dass man sich kaum entscheiden kann, worauf man besonders gespannt ist. Das Spiel kann sich in viele Richtungen entwickeln, ein Haufen Akteure können zu Schlüsselspielern werden und die Trainer könnten enormen Einfluss nehmen.</p>
<p>Wir freuen uns auf ein Spiel, das eines für die Ewigkeit werden kann. Auf dass der Fußball die kindischen Transferstreitereien dieser Tage vergessen machen möge. <img alt="" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/f0a4e6e995f2439e9a0252f4bc8c1024" width="1" height="1" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17082&amp;md5=349c56aa1ef1be4fec2a3b6df9e75d23" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>FC Bayern München &#8211; FC Barcelona 4:0 &#124; in-depth</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Apr 2013 01:38:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayern München]]></category>
		<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>

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		<description><![CDATA[Der FC Bayern besiegt den FC Barcelona mit 4:0. Dieses Spiel könnte wohl als der Untergang und der Beginn einer großen Mannschaft in die Geschichte eingehen. Selten wurde in einem so hoch erwarteten und nominell fast gleich besetzten Aufeinandertreffen ein Spiel so klar entschieden; fast schon paradox wirkt, dass es eigentlich Barcelona ist, denen die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Der FC Bayern besiegt den FC Barcelona mit 4:0. <span id="more-17065"></span>Dieses Spiel könnte wohl als der Untergang und der Beginn einer großen Mannschaft in die Geschichte eingehen. Selten wurde in einem so hoch erwarteten und nominell fast gleich besetzten Aufeinandertreffen ein Spiel so klar entschieden; fast schon paradox wirkt, dass es eigentlich Barcelona ist, denen die meisten eine individuelle Überlegenheit zuschreiben würden.</p>
<p>Die taktischen Voreinstellungen beider Mannschaften können in einem solchen Spiel natürlich mitentscheidend sein; Bayern trat ohne Mandzukic und Kroos auf, während Barcelona auf Puyol und Adriano verzichten musste. Es gab also mehrere erzwungene Veränderungen, die auf unterschiedliche Art und Weise gelöst werden konnten; jeweils mit unterschiedlichen taktischen Hintergründen.</p>
<p><b>Alexis Sanchez und Pedro</b></p>
<p>Die Flügelzange hieß nicht wie in der Partie gegen den AC Milan Villa und Pedro, sondern Sanchez und Pedro. Dabei spielte Pedro auf der rechten Außenbahn und Alexis Sanchez auf dem linken Flügel. Diese Aufstellung sollte vermutlich Alexis als Breitengeber nutzen, der aber durch sein Dribbling besser von der Seite in die Mitte zieht, wenn Alba tief steht. Wenn Alba aufrückte, hatten sie Alexis als pressingresistente Anspielstation im linken Halbraum. Er sollte dort Andrés Iniesta entlasten, der sich wie erwartet wegen des Pressings der Münchner tiefer positionieren musste.</p>
<div id="attachment_17070" class="wp-caption alignright" style="width: 255px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Grundformationen1.png"><img class=" wp-image-17070 " alt="Grundformationen zu Beginn" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Grundformationen1.png" width="245" height="378" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen zu Beginn</p></div>
<p>Pedro war außerdem auf rechts aufgestellt, um Alves‘ Aufrücken im defensiven Umschaltspiel zu unterstützen. Immer wieder sprintete Pedro nach Ballverlusten statt Alves nach hinten, um den Brasilianer abzusichern. Die linke Seite der Münchner mit David Alaba und Franck Ribéry wurde wohl als die im Umschaltspiel dynamischere identifiziert, insbesondere natürlich wegen Alaba als Außenverteidiger. Darum war Pedro auf rechts die logische Wahl und eine durchaus gute Anpassung Tito Vilanovas an das Münchner Spiel.</p>
<p><b>Bartra als halbrechter Innenverteidiger</b></p>
<p>Die zweite Frage betraf die Innenverteidigung. Würde Eric Abidal oder das junge Eigengewächs Bartra spielen? Bartras Aufstellung schien wahrscheinlich, Abidal war erst nach schwerer Krankheit aus einer langen Verletzungspause zurückgekehrt – Bartra spielte letztlich auch. Dabei wurde der Spanier als halbrechter Innenverteidiger eingesetzt, während Pique auf links ging. Auch hier war es womöglich eine Anpassung an die gegnerische linke Seite.</p>
<p>Auf der linken Außenbahn der Münchner gab es mit Ribéry und Alaba zwei umschaltstarke und extrem dynamische Akteure, außerdem befand sich dort mit dem höheren und früher aufrückenden Alves‘ ein größeres formatives Loch in der Offensivformation. Mit Bartra, der einige Male enorm gut gegen Ribéry herausrückte, wollten sie dort den schnelleren Spieler platzieren, während Piqué im Zentrum als passsicherer und wohl im Absichern stärkerer Spieler blieb.</p>
<p><b>Mario Gomez und Jerome Boateng</b></p>
<p>Bei den Bayern hingegen gab es ebenfalls zwei Fragen: Wer würde neben Dante in der Innenverteidigung spielen und wer würde als Mittelstürmer auflaufen?</p>
<p>In der Abwehr entschied sich Heynckes für Jerome Boateng als Dantes Partner in der Innenverteidigung. Die Überlegung war eine einfache: Boateng ist schneller und man ist dadurch variabler bei der Pressinghöhe, ohne gegen die schnellen in den Raum startenden Flügelstürmer Barcelonas instabil zu werden. Van Buyten wurde in vielen Spielen bevorzugt, weil er in seiner Spielanlage stabiler ist. Man könnte sagen: Van Buyten ist im Stande einen bestimmten Raum besser zu kontrollieren, während Boateng im Stande ist mehr Raum zu beherrschen.</p>
<div id="attachment_17071" class="wp-caption alignleft" style="width: 255px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Konter-Bartra.png"><img class=" wp-image-17071 " alt="Eine potenzielle Konter-Szene aus unserem &quot;Fünf Fragen&quot;-Artikel - im Spiel war letztlich Bartra rechts, weil er motorisch schneller herausrücken kann." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Konter-Bartra.png" width="245" height="378" /></a><p class="wp-caption-text">Eine potenzielle Konter-Szene aus unserem &#8220;Fünf Fragen&#8221;-Artikel &#8211; im Spiel war letztlich Bartra rechts, weil er motorisch schneller herausrücken kann.</p></div>
<p>Gegen Barcelona in einem durch die vielen situativen Mannorientierungen potenziell sehr chaotischen Spiel, wo es auch um die Athletik und das dynamische Überbrücken offener Räume geht, kann diese Fähigkeit enorm wichtig werden. Boatengs Wahl war also auch hier die richtige Voranpassung an das Spiel und seine Begebenheiten.</p>
<p>Bei Gomez‘ ist dies nicht so eindeutig zu sagen. Das Spiel auf einen bestimmten Zielspieler mit vielen langen Bällen gab es in der Variante, wie man es mit Drogba gegen die Katalanen sah, nicht. Auch seine Bulligkeit als solche wurde nicht direkt genutzt; sie ergab sich, wie auch Befreiungsschläge auf Gomez, situativ, war aber nicht das primäre taktische Stilmittel. Stattdessen war es wohl Gomez‘ Rückwärtspressing, welches den Ausschlag für den deutschen Nationalstürmer gegenüber Konkurrent Claudio Pizarro gab.</p>
<p>Immer wieder sah man, wie sich Gomez mit viel Körpereinsatz nach hinten orientierte. Dabei presste er zwar vorrangig auf Busquets oder die beiden Achter, einige Male suchte er sich auch einzelne Opfer in den Halbräumen (wie z.B. Messi) und fand sich mehrmals sogar auf einer Höhe mit den Mittelfeldspielern; wie auch Thomas Müller es tat. Damit unterschied sich Bayerns Spielweise auch grundlegend von der Defensivausrichtung der Katalanen, wie im nächsten Absatz beschrieben.</p>
<p><b>Barcelonas Pressing</b></p>
<p>Das Pressing der Katalanen gehörte in den letzten Jahren zum variabelsten im Weltfußball. Ein positionsorientiertes 4-1-4-1 mit Mittelfeldpressing war ebenso möglich wie ein 4-2-4 oder 4-3-3 im Angriffspressing. In dieser Partie griffen sie auf eine bestimmte Variante ihres 4-1-4-1 zurück. Bei dieser Pressingspielweise orientiert sich einer der Achter situativ nach vorne und unterstützt Mittelstürmer Lionel Messi beim Pressing. Oftmals spielen sie sogar höher als Messi und lösen diesen sogar aus dem Pressing gänzlich ab.</p>
<p>Gegen die Bayern gab es zum Beispiel eine Szene, wo Messi auf dem rechten Flügel trabte und dort blieb. Der spielintelligente und laufstarke Pedro rückte in dieser Szene in die Mitte, während sowohl Iniesta als auch Xavi nach vorne schoben und dadurch ein asymmetrisches 4-3-3 herstellten. Ansonsten war es aber meistens kein 4-3-3, sondern ein 4-1-3-2 als Variante des 4-4-2.</p>
<p>Dieses wurde aus dem 4-1-4-1 heraus geschaffen. In vielen Spielen presst Barcelona im 4-3-3; im Endeffekt sind hier die Flügelstürmer des 4-1-4-1 höher postiert und unterstützen Messi im Pressing, um es vereinfacht auszudrücken. Bei der 4-1-3-2-Variante bleiben die Flügelstürmer aber tiefer und die Achter rückten situativ heraus, um die Innenverteidiger mit Messi zu pressen.</p>
<div id="attachment_17073" class="wp-caption alignright" style="width: 255px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Torwartkette.png"><img class=" wp-image-17073 " alt="Barcelona presst im 4-1-3-2/4-1-4-1; Iniesta rückt heraus." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Torwartkette.png" width="245" height="378" /></a><p class="wp-caption-text">Barcelona presst im 4-1-3-2/4-1-4-1; Iniesta rückt heraus.</p></div>
<p>Normalerweise funktioniert diese Spielweise außerordentlich gut, weil der Achter einen der gegnerischen Aufbauspieler des Mittelfelds in seinen Deckungsschatten nimmt und mit Dynamik auf den ballführenden Innenverteidiger geht; gleichzeitig stellt Messi den anderen zu. Oftmals kommt dann der Pass zurück zum Torwart und für diesen sind beide Anspieloptionen zugestellt.</p>
<p>Barcelona schiebt weiter nach vorne und presst den Torwart, während der anlaufende Spieler den vorher gedeckten Innenverteidiger in den Deckungsschatten nimmt und dadurch Pässe verhindert. Diese Spielweise wollten die Katalanen auch gegen die Bayern spielen; außerdem wollten sie mit den tieferen Flügelstürmer das gefährliche Aufrücken der Münchner über die Flügel mit Überladungsbewegungen und das Herauskippen eines Sechsers weitestgehend isolieren. Aber es gab mehrere Probleme, welche das Pressing Barcelonas ineffektiv machten.</p>
<p><b>Wie die Bayern es umgingen</b></p>
<p>Ein wichtiger Faktor war Manuel Neuer, der schwierig zu pressen ist, weil er auch durch enge Räume präzise Pässe spielen oder seine Befreiungsschläge in die richtigen Räume schlagen kann. Drückte Barcelona auf ihn, kamen dann gute Pässe auf die zurückfallenden Außenverteidiger, in freie Räume im Mittelfeld oder lange Bälle in die Spitze. Bayern gewann hier das Gros der Kopfballduelle und war mit ihrer physischen Überlegenheit klar stärker bei den anfallenden zweiten Bällen, wodurch sie Räume leicht und schnell eroberten.</p>
<p>Wurde Neuer nicht attackiert, dann blieb er ruhig und wartete auf das Auffächern seiner Innenverteidiger. Sie formierten oft eine Torwartkette, welche Barcelonas Pressing aushebelte. Durch die sehr breite Positionierung der Innenverteidiger wurden die beiden Stürmer Barcelonas auseinandergezogen und ließen früher oder später einen Spieler frei.</p>
<p>Sei es im defensiven Mittelfeld, wo die Bayern mit dem in der ersten Hälfte zurückfallenden und sehr frei agierenden Ribéry, der beweglichen Doppelsechs und Thomas Müller gegen den im Mittelfeld alleine stehenden verbliebenen Achter Barcelonas Überzahl kreierten oder eben bei einem der Innenverteidiger.</p>
<p>Die Bayern umgingen das Problem eines zugestellten Innenverteidigers also in klassischer Manier: Sechser lässt sich zurückfallen, erhält Pass von Neuer und lässt auf Innenverteidiger prallen – der Deckungsschatten des pressenden Stürmers wird umgangen. Durch die Streckung der Pressingformation Barcelonas mit den tiefen und breiten Innenverteidigern wurden diese Räume noch erweitert. Die Mittellinie als Grenze für das Abseits tat ihr Übriges.</p>
<div id="attachment_17074" class="wp-caption alignleft" style="width: 255px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Torwartkette2.png"><img class=" wp-image-17074 " alt="Neuer kann den Rückpass in offene Räume spielen, Bayern hat bei den zweiten Bällen die Oberhand." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Torwartkette2.png" width="245" height="378" /></a><p class="wp-caption-text">Neuer kann den Rückpass in offene Räume spielen, Bayern hat bei den zweiten Bällen die Oberhand.</p></div>
<p>Während die Bayern in ihrem Pressing meistens Vertikalabstände von fünf bis maximal 15 Metern pro Linie und insgesamt maximal 25 Metern Distanz zwischen Abwehr und Angriff hatten, musste Barcelona in ihrem Pressing mit insgesamt 40 Metern vorlieb nehmen. Die Abwehrlinie blieb an der Mittellinie, Busquets sicherte davor, die Außenstürmer orientierten sich oft mannorientiert an den hoch schiebenden bayrischen Außenverteidigern. Die Stürmer mussten aber bis in den Münchner Strafraum pressen, was natürlich gewaltige Räume im Mittelfeld eröffnete.</p>
<p>Manuel Neuer und die Defensivspieler bespielten diese, Thomas Müller bewegte sich außerordentlich und die physische Überlegenheit, Dynamik im Umschaltspiel und Positionierung im Aufbauspiel sorgten für die gewonnen zweiten Bälle. In der ersten Hälfte ließ sich außerdem Ribéry mehrmals zurückfallen und zeigte sich in seinem Positionsspiel fluide; er ging auch auf rechts oder war im zentralen Mittelfeld, um sich den Ball abzuholen.</p>
<p>Damit wollte Heynckes wohl mehr Kreativität ins Spielgeschehen bringen, mehr Stabilität ins Aufbauspiel und die numerische Unterlegenheit innerhalb Barcelonas Pressingformation verschärfen, was auch gelang. Ribéry konnte außerdem den Deckungsschatten ausweichen und ist technisch stark genug, um auch schwierige Anspiele zu verwerten.</p>
<p>Interessanterweise hatte Barcelona ihre besten kurzen Pressingphasen, als Alves auf Ribérys Zurückfallen stark reagierte. Der Brasilianer wich dann einfach nach vorne und rückte heraus, weil er keinen Gegenspieler hatte, wodurch er den Druck erhöhte. Doch diese Einzelszenen verblassen im Nachhinein und Ribérys vermindertes Zurückfallen im Spielverlauf sorgte dafür, dass sich wohl auch keiner an diese Situationen erinnert, weil sie nicht spielentscheidend werden konnten.</p>
<p>Ein weiterer Faktor der Überwindung von Barcelonas Pressing betraf das Aufrücken über die Außen.</p>
<p><b>Bayern bespielt die Seiten</b></p>
<p>Die formative Streckung der katalanischen Pressingformation durch die Torwartkette war zwar der bestimmende Faktor, um das von der Idee her keineswegs schwache Pressing Barcelonas ins Leere laufen zu lassen. Der zweite große Faktor war das Aufrücken über die Flügel bei den Bayern, wo sie die großen Löcher des gegnerischen Pressings nutzten. Besonders auffällig war dies bei Thomas Müller.</p>
<p>Der nominelle Zehner pendelte immer wieder von rechts nach links, wenn Bayern den Ball hatte und suchte dort die Verbindungen zu den Außenspielern. Dadurch konnte der frisch gekürte deutsche Meister mit schnellen Ablagen Müllers (und auch Gomez‘) auf die Seite den Raum zwischen den gegnerischem Außenverteidiger und Außenstürmer ausnutzen.</p>
<div id="attachment_17075" class="wp-caption alignright" style="width: 255px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Torwartkette3.png"><img class=" wp-image-17075 " alt="Falls Iniesta ihn presst, kann Neuer aber auch zurück auf Boateng spielen, der bei Bildung einer Torwartkette frei wird." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Torwartkette3.png" width="245" height="378" /></a><p class="wp-caption-text">Falls Iniesta ihn presst, kann Neuer aber auch zurück auf Boateng spielen, der bei Bildung einer Torwartkette frei wird.</p></div>
<p>Zusätzlich hat Bayern natürlich die ideale Mannschaft für eine solche Spielweise. Schweinsteiger und Martinez können sich in den Halbräumen anbieten und gleichzeitig absichern; beide gingen auch viel mit nach vorne und hielten nicht die Mitte, sondern unterstützten das Offensivspiel in den Halbräumen und durch Vertikalsprints, was mehrere Auswirkungen hatte.</p>
<p>Einerseits konnten sie das Spiel tief machen und sich selbst anbieten. Mit ihren Läufen aus der Tiefe zerschlugen sie sämtliche Ansätze einer positionsorientierten Raumdeckung bei Barcelona; schon in der Anfangsphase gab es durch Martinez‘ Durchbrechen eine große Chance für Robben, die der Niederländer vergab. Ihr Aufrücken gab dem Spiel Tiefe und erweiterte den Raum zwischen den Linien. Rückten sie nicht auf, übernahm Thomas Müller mit vielen vertikalen und diagonalen Laufwegen nach seinen Ablagen diese Aufgabe.</p>
<p>Zusätzlich hat Bayern mit Robben und Ribéry sowie den Außenverteidigern extrem intelligente, pressingresistente und technisch starke Außenspieler. Alaba und Lahm können außerdem beide diagonal agieren, was die Bayern in der Flügelbesetzung flexibler macht. Sowohl der Außenverteidiger als auch der Flügelstürmer kann dem Spiel im letzten Spielfelddrittel die Breite geben. Insbesondere in der Schlussphase sah man Lahm mehrmals diagonal die offenen Halbräume der gegnerischen Formation attackieren und Robben blieb dabei breit.</p>
<p>Bayern kam dadurch zu einigen Flanken und konnte mit schnellen Kombinationen viel Raum in kurzer Zeit überbrücken. Die hohen Flanken waren dabei gar nicht das Ziel – die präzisen Hereingaben oder situativ eben die Ecken waren es. Immer und immer wieder wurde die Kopfballschwäche des FC Barcelona bei Standards als ihr größter Makel ausgemacht. Alle Experten der letzten Jahre schrieben schon davon, dass man Barcelona durch die guten alten Flanken, langen Bälle, Freistöße und Ecken knacken kann.</p>
<p>Das trifft des Pudels Kern aber nur indirekt. Lange Bälle auf Zielspieler sind eine schwierige Angelegenheit. Einen Drogba gibt es nur einmal – und gegen Piqué und Puyol verlieren viele gute Zweikämpfer eine Vielzahl ihrer Angriffe. Aber auch bei erfolgreicher Ballverarbeitung fehlt die Anspielstation, falls man sich im Kollektiv zu weit zurückdrängen lässt. Und viele Befreiungsschläge kommen wegen des Gegenpressingdrucks gar nicht zum Zielspieler, sondern landen oft bei dem netten Herrn mit der Pudelmütze in der 14ten Reihe auf Tribüne 7B.</p>
<p>Ein ähnliches Problem gibt es bei Standards. Die meisten Mannschaften dürfen sich im Normalfall über eine Ecke gegen den FC Barcelona extrem freuen, denn sie sehr selten. Im Konterspiel gehen auch die meisten Mannschaften Richtung Tor und wollen den Raum bespielen, wo sie oft im defensiven Zweikampf scheitern; ein Einwurf und Verlust im Pressing sind dann die Folge. Ecken sind schwer zu bekommen, Freistöße aus guter Position wegen des eigentlich sehr hohen Pressings ebenfalls.</p>
<div id="attachment_17076" class="wp-caption alignleft" style="width: 255px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Torwartkette4.png"><img class=" wp-image-17076 " alt="Geht Iniesta auf Boateng, dann tuen sich in der Mitte Räume auf. Wer errät, wieso ich Robben und Ribéry und Müller in den Grafiken ebenfalls bewegt habe?" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Torwartkette4.png" width="245" height="378" /></a><p class="wp-caption-text">Geht Iniesta auf Boateng, dann tuen sich in der Mitte Räume auf. Wer errät, wieso ich Robben und Ribéry und Müller in den Grafiken ebenfalls bewegt habe?</p></div>
<p>Die Bayern konnten durch ihre schnelle Raumüberbrückung und die Kombinationen auf den Flügeln diese Ecken bekommen. Anstatt nun aus dem Lauf schwierige Flanken auf Gomez, Müller und maximal noch einen der Sechser bei schwächerer Absicherung in Unterzahl zu spielen, stellten sie durch die Ecken eine klarere Situation her.</p>
<p>Verhalten bei Standards kann man analysieren; Barcelona spielt beispielsweise mit einer klar analysierbaren Raumdeckung bei Ecken. Das Absichern bei diesen Standards kann man ebenfalls nahezu perfekt organisieren. Einen ruhenden Ball kann man präziser anbringen und es sind auch komplexe gruppentaktische Bewegungen in der Mitte bei größerer spezifischer individueller Qualität, in diesem Fall dem Kopfball, möglich. So konnten Heynckes‘ Männer Dantes Kopf- bzw. Afroballstärke nutzen, was ansonsten unmöglich gewesen wäre – der Wuschelkopf wäre im Verteidigen von Gegenkontern untergegangen.</p>
<p>Ein Lob für Heynckes und seine Mannschaft ist also mehr als angebracht – die Forderung nach gefährlichen Standards gegen eine kopfballschwache Mannschaft ist nämlich einfach, die Umsetzung gegen eine pressende Ballbesitzmannschaft ist es nicht. Die Bayern lösten diese Aufgabe hervorragend und es war im Verbund mit den Flügelüberladungen der zweite große Faktor bei diesem historischen Sieg.</p>
<p>Ein letzter Faktor betraf das individualtaktische Vorgehen bei Befreiungsschlägen, falls man diese so nennen möchte.</p>
<p><b>Bayern erweckt tote Räume wieder zum Leben</b></p>
<p>Das Pressing der Katalanen war, zumindest noch unter Pep Guardiola, auch deswegen so stark, weil sie offene Räume in beeindruckender Manier abtöten konnten. Sie nutzten ihre Deckungsschatten und den psychischen und taktischen Faktor des hohen Drucks, um Räume nicht bespielbar zu machen. Die Deckungsschatten ergänzten sich dabei bei Abläufen so, dass sie ineinander übergingen und bestimmte Zonen von anderen isolierten. Auf Deutsch: In einem zugestellten Raum wurde man in einen anderen zugestellten Raum gejagt, bis man den Ball verlor.</p>
<p>Dieses Abtöten von Räumen ist etwas abhanden gekommen, seitdem Guardiola weg ist. Dennoch ist es vorhanden und die Bayern konnten dieses Abtöten von Räumen, besonders bei einzelnen Gegenpressingansätzen Barcelonas, überraschend stark neutralisieren. Sie nutzten dafür ein riskantes Kurz- und Langpassspiel.</p>
<p>Anstatt mit hohen blinden Bällen zu agieren, versuchten sie mehrmals lange flache und sehr scharf gespielte Bälle durch die Mitte zu spielen. Ein flacher Ball ist einfacher zu verarbeiten, wegen seiner Schärfe kann er kaum im Gegenpressing effektiv abgefangen werden; kommt er zu einem Mitspieler, geht der Konter sofort los. Kommt er zu einem Gegenspieler, konnte das eigene Kollektiv zumindest noch nicht mit einem verfrühten Aufrücken reagieren, desweiteren steht der Gegner wegen des versuchten Gegenpressings desorganisiert und muss sich in seiner Offensivformation neu ordnen.</p>
<div id="attachment_17072" class="wp-caption alignright" style="width: 255px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Pässe-hinter-Dante.png"><img class="wp-image-17072 " alt="Rückt Dante heraus, kann Barcelona eventuell Laufpässe in den Raum auf Alves, Sanchez oder Pedro spielen. Boateng soll u.a. das mit seiner Dynamik verhindern." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Pässe-hinter-Dante.png" width="245" height="378" /></a><p class="wp-caption-text">Rückt Dante heraus, kann Barcelona eventuell Laufpässe in den Raum auf Alves, Sanchez oder Pedro spielen. Boateng soll u.a. das mit seiner Dynamik verhindern.</p></div>
<p>Natürlich gab es neben diesen Pässen ein paar Befreiungsschläge und Bälle entlang der Linie, doch diese schienen nicht die „zufälligeren“, sondern die bewusster gespielten Bälle gewesen zu sein. Der klassische Befreiungsschlag als Reaktion auf Druck wurde aber verstärkt durch sehr scharfe flache und halbhohe Bälle ersetzt, die ein paar Mal so knapp an Gegnern vorbeischrammten, dass sie beinahe wahnwitzig wirkten.</p>
<p>Damit hatten die Münchner mehr Stabilität in ihrer Spielweise und wirklich gefährliche Gegenpressingszenen gab es von Barcelona nicht zu sehen. Auch sonst schalteten die Bayern Barcelona in allen Belangen fast perfekt aus, auch in deren Offensive.</p>
<p><b>Bayerns Pressing – Ein Königreich für Xavi, ein Käfig für Messi</b></p>
<p>Ein Pressing im 4-4-2-0 wurde von Jupp Heynckes gewählt – es war die richtige Entscheidung. Mit Gomez und Müller nahe am Mittelfeld konnten Busquets und Xavi zusätzlich in die Mangel genommen worden. Xavi lässt sich oft neben Busquets fallen, während Iniesta mit Messi die Verbindung nach vorne schafft. Durch das 4-4-2-0 ließen sie die gegnerischen Innenverteidiger in Ruhe und konnten dank der Kompaktheit ihrer Formation viele situative Mannorientierungen eingehen.</p>
<p>Einige kamen dabei sehr häufig vor. Schweinsteiger orientierte sich in der ersten Hälfte oft an Xavi, während Thomas Müller und Mario Gomez sich beim Zustellen von Busquets abwechselten. Javi Martinez kümmerte sich um Iniesta, der wegen der kompakten Formation der Münchner und den zugestellten Busquets und Xavi viel zurückfallen musste.</p>
<p>Der Vorteil dieser situativen Mannorientierungen in einem möglichst hohen und maximal kompakten auf Basis eines positionsorientierten 4-4-2-0 liegt auf der Hand. Durch die Enge kann man die Manndeckungen herstellen, in der man wiederum die physischen Vorteile ausspielen kann. Dies zwingt Barcelonas Spieler dazu, sich freie Räume zu suchen, die aber nur in den defensiven Räumen ihrer eigenen Formation existieren.</p>
<p>Darum fielen Xavi und Busquets immer wieder in ungefährliche Räume. Sie standen dann vor Gomez, Müller und Gomez, die sie nur gelegentlich weiter verfolgten. Sie überließen sie in das spielerische Vakuum der defensiven Aufbauräume und gingen zumeist wieder in die Positionsdeckung über, wenn es möglich war. Dann hatten sie eine horizontal wie vertikal enorm kompakte 4-4-2-0-Stellung, in die kaum ungefährliche Pässe möglich waren.</p>
<p>Xavi hatte also viel Raum; er konnte über die eigene Hälfte eigentlich schalten und walten, wie er möchte. Einen Effekt hatte es nicht. Kennen die Leser das Werk „Hamlet“ von William Shakespeare? In der zweiten Szene des zweiten Aktes steht Folgendes geschrieben:</p>
<p style="text-align: center;" align="center"><i>„O Gott, ich könnte in eine Nußschale eingesperrt sein und mich für einen König von unermeßlichem Gebiet halten, wenn nur meine bösen Träume nicht wären.“</i></p>
<p style="text-align: left;">Genau so erging es Xavi gegen Bayern. Er hätte sich zur Eckfahne stellen können oder zwischen die Innenverteidiger abkippen können – Raum, Zeit und Ballkontakte hätte er unglaublich viele gehabt. Hätte? Hat. Barcelona kam ja immerhin auf einen Ballbesitzwert jenseits der 60%.</p>
<div id="attachment_17069" class="wp-caption alignleft" style="width: 255px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Bayern-Pressing.png"><img class=" wp-image-17069 " alt="Bayerns Pressingformation mit einem herausgerückten Schweinsteiger. Dank den tiefen Stürmern ist Messi nicht bespielbar. Außer mit hohen Bällen. Aber wenn Messi eines nicht gewinnen kann, dann Kopfballduelle mit Dante." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Bayern-Pressing.png" width="245" height="378" /></a><p class="wp-caption-text">Bayerns Pressingformation mit einem herausgerückten Schweinsteiger. Dank den tiefen Stürmern ist Messi nicht bespielbar. Außer mit hohen Bällen. Aber wenn Messi eines nicht gewinnen kann, dann Kopfballduelle mit Dante.</p></div>
<p>Doch Xavi war in einer Nussschale eingesperrt. Sein reeller Wirkungsbereich war gering. Seine „bösen Träume“ waren die Kompaktheit und physische Überlegenheit der Münchner, denn alle Pässe zu Barcelona-Spielern innerhalb dieses Blocks wirkten dabei wegen der Enge fast schon wie Pässe zu manngedeckten Spielern und somit zu den Gegnern.</p>
<p>Im Gegensatz zu Andrés Iniesta kann aber Xavi keinen der bayrischen Bullen auf einem Bierdeckel respektive in einer Nussschale ausspielen, wodurch er total aus dem Spiel genommen wurde. Der König verlor die Herrschaft. Ließ er sich nämlich nicht fallen, mussten die Innenverteidiger den Spielaufbau übernehmen, hatten aber keine Anspielstationen. Lange Bälle und Ballverluste waren die Folge.</p>
<p>Auch des Königs bester Diener blieb blass. Lionel Messi spielte von Beginn an, doch sämtliche Aktionen von ihm blieben ohne die Effektivität. Der FC Bayern hatte seinen eigenen Käfig für den vierfachen Weltfußballer gebastelt. Die Positionsdeckung und die situativen Manndeckungen schnürten ihn von seinen Mitspielern ab. Die Kompaktheit und das Rückwärtspressing der Mittelfeldspieler sorgten für sofortige Bedrängnis im Zwischenlinienraum.</p>
<p>Den Rest erledigte Dante. Der Brasilianer rückte einige Male sehr weit mit Messi mit, wenn es keine Möglichkeit gab, ihn in versperrte Räume zu übergeben. Meistens bewegte sich Dante mit Messi solange mit, bis dieser in einer toten Zone gefangen war. In dieser toten Zone konnte er entweder nicht angespielt werden oder Anspiele nicht weiter verarbeiten.</p>
<p>In einer Szene verfolgte Dante, als die Münchner Ordnung nicht völlig gegeben war, Messi fast 20 Meter; ansonsten dauerte es dank der herausragenden mannschaftlichen Leistung nur selten länger, bis Messi sich in einer toten Zone befand. Dank der Positionsdeckung und der situativen Variabilität von Alaba und Lahm zwischen Raum- und Manndeckern konnte der für Messi einrückende Pedro ebenfalls aus dem Spiel genommen werden, falls es nötig war – soweit kam es aber beim FC Barcelona zumeist gar nicht.</p>
<p>Die positionsorientierte Raumdeckung und die situativen Manndeckung waren also positiv wechselwirkend. Dank der Positionsdeckung konnte man sich schnell organisieren und kompakt stehen, die situativen Manndeckungen waren wegen der Enge möglich und erfolgsstabiler, dank der situativen Manndeckung wiederum waren Anspiele in die Formation weniger gefährlich, was die Positionsdeckung wiederum effektiver machte.</p>
<p>Dies hatte beispielsweise zur Folge, dass Barcelona nur 24% ihrer Angriffe über die Mitte aufziehen konnte, weil diese konstant zugestellt war; dieser Wert liegt ansonsten weit über dem der Flügel. Es zwang Barcelona auch zu vielen Diagonalbällen, die den kompakten Block und das starke horizontale Einrücken Bayerns aushebeln sollten.</p>
<p>Dies scheiterte aber. Ribéry und Alaba zeigten sich ebenso wie Robben und Lahm hervorragend im Verschieben, nebenbei gab es einen weiteren Faktor.</p>
<p><b>Wasser auf dem Platz</b></p>
<p>In der Mitte des Feldes lag viel Wasser, obwohl der Tag eigentlich warm war – so der Reporter. Der Platz wurde laut dessen Auskunft absichtlich vor dem Spiel gewässert, mit dem Ziel das Ballbesitzspiel des FC Barcelona einzuschränken. Doch es gibt auch andere mögliche Erklärungen für dieses Einwässern, die womöglich gar nicht bewusst bedacht wurden, aber im Spielverlauf letztlich ihre Wirkung entfalteten – den Wirkungen ist bekanntlich egal, ob man sie bedacht hat oder nicht.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Nachtrag: Es  scheint doch keine Absicht gewesen zu sein, auch wenn der österreichische Kommentator und die Experten sich sicher waren, sondern anscheinend ein Fehler des  Platzwartes.  Der Satz &#8220;Wirkungen ist bekanntlich egal, ob man sie bedacht hat oder nicht&#8221; darf also noch ernster genommen werden.</em></p>
<p>Ein Vorteil für die Bayern war sicherlich die unterschiedliche Fokussierung der Angriffsrichtungen. Bayern kommt viel über den Flügel und die Halbräume, während Barcelona die Mitte dominiert und erst im letzten Spielfelddrittel die Halbräume wirklich einsetzt. Ein riesiger Wasserfleck in der Mitte würde deswegen und neben der zu erwartenden höheren Aufbauformation Barcelonas den Katalanen mehr schaden als den Bayern; wie es auch der Fall war.</p>
<p>Busquets und Xavi wirkten einige Male etwas überfordert, besonders Busquets blieb im Wasser hängen. Schnelle tropfende Bälle unter Druck waren dadurch schwieriger. Ein anderer Faktor war aber auch das Schlagen von Diagonalbällen von der Mitte auf die Seite. Xavi kann diese Pässe am besten spielen und dadurch das Spiel verlagern. Indem aber die Mitte sehr und die Außen leicht gewässert waren (wirkten), gab es aber ein Problem.</p>
<p>Xavi tat sich schwer den getränkten Ball aus dem tieferen Boden präzise zu spielen, in der Luft verlor der Ball sein Gewicht und kam schneller auf. Präzise Pässe waren möglich, perfekte und leicht zu verarbeitende aber nicht – der Angriff würde sich verzögern, Bayern kann verschieben und sich Zugriff auf den Gegner zu verschaffen. Bei langen Bällen von einer Seite zur anderen sind die Bälle ohnehin schwerer zu spielen und sind länger in der Luft, wodurch Bayern besser verschieben kann.</p>
<p>Ein zusätzlicher Faktor war psychologischer Natur. Weil das Spielen über die Mitte schwer war und es ohnehin keine wirklichen Passmöglichkeiten gab, orientierten sich die Katalanen auf die Flügel –die ihnen die Bayern mit ihrer Positionsdeckung gerne anboten. Sie verschoben dann im Kollektiv auf die Seite, konnten stark einrücken und pressen. Ballgewinne waren die Folge, Konter die Konsequenz. Kamen die Katalanen über die Seite nach vorne, war auch dies nicht weiter schlimm. Über Flanken sind sie ohne Bartra und Pique vorne zu ungefährlich, auch bei Barcelona waren die Hereingaben nur nach ruhenden Bällen gefährlich und kaum aus dem Spiel heraus.</p>
<p><b>Was tun bei flachen Diagonalpässen?</b></p>
<p>Die hohen langen Diagonalbälle haben wir schon abgehandelt – doch was taten die Münchner gegen flache Diagonalpässe aus der Mitte in die Halbräume?</p>
<p>Das generelle Bespielen von Schnittstellen mit diesen flachen diagonalen Pässen verteidigten die Bayern auch ohne Wasser gut. Bei der positionsorientierten Raumdeckung stehen sie mit dem ballfernen Außenstürmer relativ eng; kommt ein Pass durch diese Schnittstelle, kann sich der Flügelstürmer einfach vertikal nach hinten bewegen.</p>
<div id="attachment_17068" class="wp-caption alignright" style="width: 255px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Bayern-Pressing-4-5-1.png"><img class=" wp-image-17068 " alt="Bayern stand manchmal auch ganz lässig im 4-5-1 da." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Bayern-Pressing-4-5-1.png" width="245" height="378" /></a><p class="wp-caption-text">Bayern stand manchmal auch ganz lässig im 4-5-1 da.</p></div>
<p>Im Idealfall fängt er den Pass ab oder kann ihn so ablenken, dass er zum Außenverteidiger hinter ihm geht. Im schlechtesten Fall übernimmt er die Position des Außenverteidigers, der herausrücken und pressen kann – Notiz: Hier ist der schlechteste Fall trotzdem ein guter. Aber auch andere Möglichkeiten sind möglich. Ribéry rückte ein paar Mal in dieser eingerückten Position nach hinten und nutzte seinen Deckungsschatten, um sowohl die Schnittstelle als auch den gegnerischen Flügelstürmer abzudecken. Der Ball kam dann mit Verzögerung auf den Außenverteidiger, Barcelona war wieder auf Außen statt im Halbraum und isoliert von ihrer üblichen Spielweise.</p>
<p>Außerdem hatten die Bayern zwei weitere, taktische Faktoren auf ihrer Seite.</p>
<p><b>Bayern im situativen 4-5-1(-0)</b></p>
<p>Aus ihrem 4-4-2-0 formten die Bayern immer wieder ein 4-5-1-0, welches aber überaus variabel gestaltet wurde. Manchmal war es Gomez, dessen Rückwärtspressing merkwürdige Blüten trieb und ihn auf eine Linie mit Martinez und Schweinsteiger schob. Kein Problem: Geringere Schnittstellen und Müller macht das vorne schon. Oft war es aber auch jener Müller, der sich zurückfallen ließ und ein 4-5-1 schuf.</p>
<p>Situativ orientierte sich Müller auch an Xavi oder Iniesta, wenn es nötig war. Meistens war es ein weites Zurückfallen Iniestas, wo Müller dann Martinez‘ Rolle übernahm und ihn aus Stabilitätsgründen wieder etwas nach hinten verfolgte. Mit dem 4-5-1-0 konnten die Münchner sehr viel aus der Formation rücken, ohne Lücken zu reißen und stellten Barcelona vor neue gruppentaktische Probleme.</p>
<p>Gleichzeitig standen die Flügelstürmer breiter bei gleichbleibenden, engen Schnittstellen. Beim Isolieren auf dem Flügel konnte noch extremer in der Horizontale raumverknappt werden, beim Verschieben gab es weniger Anspielstationen für Barcelona und die bayrischen Außenverteidiger konnten dann sogar durchgehend (ansonsten war es „nur“ sehr oft) herausrücken und sich an den Flügelstürmern orientieren.</p>
<p>Der zweite taktische Faktor im Defensivspiel, war, wie Bayern die Pressingmomente zu planen schien.</p>
<p><b>Stellen und Jagen</b></p>
<p>Trotz der positionsorientierten Raumdeckung, des geringen Ballbesitzes und des 4-4-2-0 war Bayern alles andere als eine rein destruktive und passive Mannschaft. Sie schlossen einfach im 4-4-2-0 die Mitte ab und verschoben hin und her. Falls aber Barcelona in diesen durchaus hoch stehenden Block kam, dann wurden sie von dort wieder herausgepresst.</p>
<p>Bayern stellte sich die Katalanen mit ihren Bewegungen also in bestimmte Räume und presste sie heraus. Kam ein Ball in die Mitte, schloss sich das Netz der umgebenden Spieler zu und dieser musste einen Pass nach hinten spielen. Bayern formierte sich wieder. War der Pass ungenau oder scharf, dann rückten sie einfach nach und gingen ins Pressing über. Barcelona spielte dann meistens weiter nach hinten, wenn auch mit üblich vielen langen Bällen nach vorne, wo der Druck zu groß wurde.</p>
<div id="attachment_17066" class="wp-caption alignleft" style="width: 255px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Bayern-Jagen.png"><img class=" wp-image-17066 " alt="Ball auf Außen; Bayern startet die Jagd und rückt ein. Ribéry presst, Alves spielt zurück, Ribéry jagt dem Ball hinterher." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Bayern-Jagen.png" width="245" height="378" /></a><p class="wp-caption-text">Ball auf Außen; Bayern startet die Jagd und rückt ein. Ribéry presst, Alves spielt zurück, Ribéry jagt dem Ball hinterher.</p></div>
<p>Bayern gewann dadurch sukzessiv den Raum und blieb wieder in ihrem 4-4-2-0. Mit diesem Herausdrücken des Balles und des katalanischen Spiels aus ihrer Formation zwangen sie Barcelona zurück und früher oder später auf die Außen. Dort wurde gepresst, der Bayern-Defensivblock rückte horizontal weit ein und erzeugte viel Druck – auch hier waren Rückpässe dann Gang und Gäbe bei Barcelona.</p>
<p>Beim Jagen verfolgten sie dabei den Ball etwas, um Barcelona auch wirklich nach hinten zu zwingen. Ein Abbruch des Laufes ist kontraproduktiv – ein loses Pressen reicht nicht, weil die Spieler Barcelonas dafür zu pressingresistent sind. Aufhörenden Druck würden sie bemerken und sich drehen; bis der herausgerückte Jäger an seiner Position ist, kann der Pass schon erfolgen. Er muss darum bis zum Ende jagen, um seine Beute zu erlegen. Erst wenn der Pass nach hinten kommt, ist die Jagd beendet – die Grundposition kann risikolos wieder eingenommen werden.</p>
<p>Diese Balance hatte Bayern im Pressing fast perfekt. Auch im Gegenpressing waren sie gut; eben weil sie es weniger stark praktizierten, als in ihren besten Tagen. Im Gegensatz zum normalen Pressing kann man im Gegenpressing keine enge Manndeckung erstellen. Das Gegenpressing erfolgt nach Ballverlust und dadurch sind unweigerlich Räume vorhanden. Ein durchgehendes kollektives Gegenpressing wäre gegen Barcelona wohl übertrieben und zu instabil gewesen; dafür sind sie zu stark in der räumlichen Antizipation, ihrer Bewegung und der Pressingresistenz.</p>
<p>Darum wurde das bayrische Gegenpressing weniger aggressiv und dynamisch aufgezogen, man konzentrierte sich lieber situativ darauf und im Regelfall auf das Zurückkehren auf die Grundpositionen, um die Stabilität möglichst groß zu halten.</p>
<p><b>Was tat Barcelona?</b></p>
<p>Eigentlich würde man erwarten, dass Barcelona mit ihrer individuellen Qualität und gruppentaktischen Bewegungen die Spielweise der Münchner kontert; sie konnten aber nicht. Iniesta konterte zwar Xavis Deckung mit seinem Zurückfallen, es brachte aber nichts. Pedros vereinzeltes Zurückfallen im Aufbauspiel schien fast wie ein Witz anzumuten; er wurde in den Raum übergeben und war absolut ungefährlich.</p>
<p>Messi erhielt vorne keine Bälle, wurde beim Zurückfallen in den rechten offensiven Halbraum verfolgt und eingekerkert, im rechten defensiven Halbraum in den Raum übergeben und auf dem Flügel isoliert. Albas höheres Aufrücken und Sanchez Einrücken wurden wie auf rechts gehandhabt, Robbens individuell sehr starke Defensivleistung und Lahms generelle defensive Perfektion im Stellungsspiel taten ihr Übriges. Es gab eigentlich nur drei Veränderungen bei Barcelona, die halbwegs effektiv waren.</p>
<p>Eine Sachen waren die halbhohen Pässe und Lupfer, womit sie das Jagen der Bayern überspielen wollten. In einer Szene wurde einfach neben Ribéry vorbeigelupft und der Ball landete in seinem eigentlichen Deckungsschatten bei einem Mitspieler. Außer Ballbesitzsicherung unter Druck gab es aber auch dadurch keinen Mehrwert; es war auf längere Distanzen schlicht nicht anwendbar.</p>
<div id="attachment_17067" class="wp-caption alignright" style="width: 255px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Bayern-Jagen2.png"><img class=" wp-image-17067 " alt="Ribéry hat dadurch Alves im Deckungsschatten, Schweinsteiger füllt das Loch, Müller geht auf Xavi. Gomez macht sich nun an Busquets ran, kappt aber die Verbindung zum Innenverteidiger, wenn möglich. Presst Ribéry aber ordentlich, ist es nicht einmal nötig. Der Ball geht auf Valdes, Ribéry geht auf seine Position. Bliebe er davor stehen, hätte Bartra auf Xavi spielen können, der mit einem 1-Kontakt-Pass hinter Ribéry auf Alves gespielt hätte, bevor Schweinsteiger absichern konnte. " src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Bayern-Jagen2.png" width="245" height="378" /></a><p class="wp-caption-text">Ribéry hat dadurch Alves im Deckungsschatten, Schweinsteiger füllt das Loch, Müller geht auf Xavi. Gomez macht sich nun an Busquets ran, kappt aber die Verbindung zum Innenverteidiger, wenn möglich. Presst Ribéry aber ordentlich, ist es nicht einmal nötig. Der Ball geht auf Valdes, Ribéry geht JETZT zurück auf seine Position.</p></div>
<p>Die zweite Veränderung war das Aufrücken der Innenverteidiger, denen Bahnen geöffnet wurden. Pique kam dabei einmal beinahe bis ins letzte Spielfelddrittel, ohne wirklich gestört zu werden. Aber auch dieses taktische Mittel wurde kaum effektiv genutzt, ebenso wenig wie die erhöhte Fluidität mit dem mittigen Alexis und dem Wechsel Pedros auf die linke Außenbahn.</p>
<p>Bayerns Anpassungen waren hier schon interessanter. Luiz Gustavo kam für Gomez und konnte Ribéry ein Zocken ermöglichen, außerdem waren sie freier im Umschalten auf ein 4-5-1-0; obgleich das 4-4-2-0 mit Schweinsteiger und Müller weiterhin die Standardvariante blieb. Bayern konterte mehr, spielte Bälle entlang der Linie und gewann letztlich.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Was soll man über das Spiel sagen? Die Schiedsrichterleistung will ich nicht erwähnen. Es sollen sich doch bitte andere Medien darüber echauffieren, ob sich nicht gegebene Elfmeter mit mehr oder weniger irregulären Toren aufwiegen. Für mich war Müllers Aktion womöglich das intelligenteste und effektivste Foul der Fußballgeschichte. Nichtsdestotrotz war es ein Foul. Ändern kann man es trotzdem nicht mehr. Barcelona war meiner Meinung nicht so schwach wie im ersten Spiel gegen Milan, aber nicht so gut wie im zweiten.</p>
<p>Bayern hatte schon bessere Spiele als dieses, aber nur sehr wenige. Der FC Bayern war taktisch deutlich besser eingestellt und zeigte auch individuell mindestens Ebenbürtigkeit. Martinez, Schweinsteiger, Müller und auch alle anderen zeigten eine hervorragende Leistung…. Was soll man schon über das Spiel sagen?<br />
<img alt="" src="http://vg03.met.vgwort.de/na/8976809fea3141658a2e91ae54753f2a" width="1" height="1" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17065&amp;md5=4e9d838bee652dd3a6de87b53249bb55" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>SV Podcast Nr. 13: Tattoos von Sergio Busquets</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Apr 2013 12:28:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[Spielverlagerung.de Podcast]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor den Champions-League-Halbfinals treffen sich drei unserer Autoren zum Plausch über die beiden Spiele &#8211; bis eine Transfermeldung in die Aufnahme platzt. Tim (TR), Rene (RM) und der moderierende Martin (MR) unterhielten sich über die beiden Halbfinals. Mitten in der Aufzeichnung wurde die Nachricht von Mario Götzes Vereinswechsel publik. Wir haben auch hierüber kurz gesprochen. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Vor den Champions-League-Halbfinals treffen sich drei unserer Autoren zum Plausch über die beiden Spiele &#8211; bis eine Transfermeldung in die Aufnahme platzt.<span id="more-17051"></span></p>
<p>Tim (TR), Rene (RM) und der moderierende Martin (MR) unterhielten sich über die beiden Halbfinals. Mitten in der Aufzeichnung wurde die Nachricht von Mario Götzes Vereinswechsel publik. Wir haben auch hierüber kurz gesprochen.</p>
<p>Kleiner Hinweis noch vorne weg: Zur ausführlichen, inhaltlichen Einstimmung auf die Spiele empfehlen wir hauptsächlich die Artikel zu <a title="Guide BVB – Real Madrid" href="http://spielverlagerung.de/2013/04/22/guide-bvb-real-madrid/" target="_blank">Real</a> und <a title="Ein Guide zum FC Barcelona" href="http://spielverlagerung.de/2013/04/18/ein-guide-zum-fc-barcelona/" target="_blank">Barca</a> und <a title="Fünf Fragen zu Bayern gegen Barcelona" href="http://spielverlagerung.de/2013/04/19/funf-fragen-zu-bayern-gegen-barcelona/" target="_blank">die fünf Fragen zum Spiel</a>. Der Podcast gestaltete sich ein wenig chaotisch, aber beinhaltet dabei ein paar weiterführende Diskussionen zu diversen Punkten aus den Artikeln und hoffentlich auch einen gewissen Unterhaltungswert.</p>
<p><iframe src="https://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F89145633" height="166" width="100%" frameborder="no" scrolling="no"></iframe></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Spielverlagerung-Podcast-Nummer-13.mp3" target="_blank">Hier den Podcast runterladen!</a></strong></p>
<p>&nbsp;</p>
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<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17051&amp;md5=4dc1c4364c83d06a055e88eb0bb38da6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Real Madrid 2012/13</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Apr 2013 09:50:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TE</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Mittwoch muss Real Madrid im Champions-League-Halbfinale gegen Borussia Dortmund ran. Wir porträtieren das Team von Erfolgstrainer Jose Mourinho. Von Jose Mourinhos Engagement bei Real hat vor allem eine Berufsgruppe profitiert: Die Boulevard-Redakteure. Kein Tag vergeht ohne ein neues Gerücht. Mourinho habe sich mit dem Team zerstritten, Mourinho habe einen Reporter bedroht, Mourinho wolle seinen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Am Mittwoch muss Real Madrid im Champions-League-Halbfinale gegen Borussia Dortmund ran. Wir porträtieren das Team von Erfolgstrainer Jose Mourinho.<span id="more-17022"></span></p>
<p>Von Jose Mourinhos Engagement bei Real hat vor allem eine Berufsgruppe profitiert: Die Boulevard-Redakteure. Kein Tag vergeht ohne ein neues Gerücht. Mourinho habe sich mit dem Team zerstritten, <a href="http://www.welt.de/sport/fussball/internationale-ligen/article112082179/Die-skurrilen-Mafia-Methoden-des-Jose-Mourinho.html" target="_blank">Mourinho habe einen Reporter bedroht</a>, <a href="http://www.focus.de/sport/fussball/spanien-spekulationen-um-mourinho-abgang-aus-madrid_aid_964116.html" target="_blank">Mourinho wolle seinen Vertrag auflösen</a>. Aktueller Gerüchtestand: <a href="http://de.eurosport.yahoo.com/news/liga-meuterei-gegen-mourinho-102814751.html" target="_blank">Mehrere Spieler haben sich angeblich für einen Rausschmiss des zweimaligen Champions-League-Siegers starkgemacht</a>.</p>
<div id="attachment_17044" class="wp-caption alignleft" style="width: 298px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/real-madrid-4-2-3-1.png"><img class=" wp-image-17044  " alt="Real Madrids Standardsystem: Das 4-2-3-1" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/real-madrid-4-2-3-1.png" width="288" height="394" /></a><p class="wp-caption-text">Real Madrids Standardsystem: Das 4-2-3-1</p></div>
<p>Wegen seiner Außenwirkung ist Mourinho in Madrid nie so richtig angekommen. Seine Querelen mit Schiedsrichtern, Journalisten und Spielern überschatten seine Erfolge. Und die gibt es in der Tat: Mourinho hat den Verein nach einer Durststrecke in den Nuller Jahren zurück an die europäische Spitze geführt. In diesem Jahr hat das Team das dritte Champions-League-Halbfinale in Folge erreicht.</p>
<p>Jose Mourinhos hat den Fußball in Madrid modernisiert. Er lässt ein 4-2-3-1-System spielen, das er auf die Rollen seiner Spieler zugeschnitten hat. Real Madrid kombiniert somit die Tradition der Superstars (‚die Galaktischen‘) mit einer neuen, taktischeren Ausrichtung. Wer Mourinhos Madrid verstehen will, der muss die einzelnen Spieler und die Wechselwirkungen zwischen ihnen verstehen.</p>
<p><b>Alle Wege führen zu Ronaldo</b></p>
<p>Cristiano Ronaldo ist der Megastar unter den Madrider Superstars. Der Dribbelkünstler spaltet die öffentliche Meinung: Die einen halten ihn für den besten Spieler der Welt, andere sehen ihn als arroganten Schnösel. Fakt ist: Ronaldo schoss in dieser Saison mehr als ein Tor pro Spiel (51 Tore in 49 Pflichtspielen) – eine Fabelquote, die auf einem Niveau mit Gerd Müller in seinen besten Zeiten liegt.</p>
<p>Bei Real bekommt er alle Freiheiten, die er haben möchte. Meistens spielt er in seiner Paraderolle auf dem linken Flügel. Von dort aus startet er zu seinen berühmt-berüchtigten Dribblings in die Mitte, die er mit seinem rechten Fuß abschließt. Ronaldo schießt aus allen Lagen. 7 Schüsse gibt er durchschnittlich pro Partie ab. In der Primera Division schoss er diese Saison 216mal in Richtung Tor. Der zweitbestplatzierte Madrid-Spieler, Karim Benzema, liegt bei 50.</p>
<p>Gleichzeitig gönnt er sich <a href="http://www.guardian.co.uk/sport/blog/2012/nov/28/cristiano-ronaldo-strength-weakness" target="_blank">Auszeiten im Spiel gegen den Ball</a>. Reals Spiel hat mit Ronaldo eine natürliche Asymmetrie:  Er ‚zockt‘ bei gegnerischem Ballbesitz und bleibt auf Höhe der gegnerischen Viererkette. Angel di Maria auf der anderen Seite gleicht dies durch seine verstärkte Arbeit nach hinten aus. Ronaldos fehlende Defensivarbeit hat zum Irrglauben geführt, dass er schwach in Defensivzweikämpfen sei. Er kann jedoch sehr wohl Bälle erobern, grätschen und mit nach hinten sprinten – wenn er denn möchte. Seine Zeit in England hat ihn die nötige körperliche Robustheit und Zweikampfhärte gelehrt. So zeigte er in den Clasicos gegen Barcelonas Dani Alves, dass er zu aufreibender Defensivarbeit fähig ist. Allerdings kommt diese Seite an ihm nur selten zum Vorschein.</p>
<p>Dieser Abschnitt zu Ronaldo mag redundant erscheinen. Die meisten Fußballfans wissen diese Dinge über ihn, und doch sind sie elementar, um Real Madrid zu durchdringen. Real Madrids Offensive ist Cristiano Ronaldo. Alle Wechselwirkungen sind auf ihn ausgerichtet.</p>
<p><b>Di Maria </b></p>
<div id="attachment_17045" class="wp-caption alignright" style="width: 298px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/real-madrid-4-3-stellung.png"><img class=" wp-image-17045  " alt="Reals 4-3-Stellung, wenn Ronaldo zockt und di Maria nach hinten eilt." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/real-madrid-4-3-stellung.png" width="288" height="394" /></a><p class="wp-caption-text">Reals 4-3-Stellung, wenn Ronaldo zockt und di Maria nach hinten eilt.</p></div>
<p>Angel di Marias Rolle ist das beste Beispiel hierfür. Er steht seit jeher im Schatten von Ronaldo. Er hat auf der rechten Seite die undankbare Rolle, einen Ausgleich zu Ronaldo zu schaffen. Er muss die Angreifer mit Bällen füttern. Mit seinen verspielten Dribblings versucht er, sich Freiräume zu erschaffen. Oft zieht er mit seinem starken linken Fuß in die Mitte, um von hier seine Mitspieler einzusetzen. Im Vergleich zu Ronaldo sucht er eher selten den Abschluss. Hier obffenbart sich eine Asymmetrie zwischen ihm als eher kombinierenden Flügelspieler und dem invers agierenden Ronaldo.</p>
<p>Zudem muss di Maria jene Lücken in der Defensive stopfen, die Ronaldo offen lässt. Oftmals agiert er dabei fast schon als „dritter Sechser“ neben Xabi Alonso und Sami Khedira. In schnellen Umschaltsituationen kehrt er im Rückwärtspressing schnell zurück, sodass Khedira etwas weiter nach links einrücken kann. Sollte der Gegner über einen einfachen Pass oder eine Verlagerung über Reals linke Seite spielen, kann Khedira weit einrücken, ohne dass Real sich dadurch im Zentrum vollständig entblößt.</p>
<p><b>Mesut Özil: Der falsche Zehner</b></p>
<p>Zwischen Ronaldo und di Maria spielt mit Mesut Özil der Prototyp des modernen Zehners. Während klassische Zehner wie Diego oder auch Rafael van der Vaart ballorientiert agieren und viel Freiheiten für starke Leistungen benötigen, ist Mesut Özil ein Raumdenker. Er sucht die Löcher im gegnerischen System, bietet sich an und lenkt von dort das Spiel seines Teams.</p>
<p>Auch im eigenen System stopft er Löcher, nämlich jene, welche die beiden Flügelspieler bei ihren Dribblings hinterlassen. Wenn di Maria und Ronaldo nach innen ziehen, übernimmt er ihre Positionen auf Außen. Besonders rechts fühlt er sich wohl. Özil hat ein besonderes Gespür dafür, wo er wann zu sein hat. Es ist die richtige Mischung aus teamorientierter Zurückhaltung und forschen Fordern des Balles, was ihn so wertvoll macht.</p>
<p><b>Das undankbare Leben eines Real-Stürmers</b></p>
<p>Vor dem Mittelfeld-Trio, das in wichtigen Spielen gesetzt ist, wechselt Mourinho zwischen zwei Optionen: Karim Benzema ist etwas spielgestaltener und stärker im Konter als sein Konkurrent Higuain, der dafür im Strafraum punkten kann. Beide haben sie gemeinsam, dass sie bei Real Madrid nicht vorrangig die Rolle als Torjäger einnehmen sollen. Dies klingt bei einem Stürmer zunächst ungewohnt, ist aufgrund des enormen Tordranges von Ronaldo aber verständlich.</p>
<p>Vielmehr müssen die Stürmer mit ausweichenden Bewegungen Räume für den Superstar öffnen. Einerseits funktioniert dies, indem sie gegnerische Innenverteidiger binden. Ronaldo und teilweise auch di Maria starten gerne diagonal, wenn der Stürmer den Innenverteidiger ablenkt. Beide Stürmer weichen aber auch oft auf die Flügel aus, wenn Ronaldo ins Zentrum geht.</p>
<p>Letzteres ist gerade dann ein Stilmittel, wenn der Gegner sich auf dem Flügel eine ausgeklügelte Deckung gegen Ronaldo ausgedacht hat. Im Spiel gegen Manchester United ging der Portugiese immer wieder in den Sturm, während der nominelle Angreifer nach rechts oder nach links rückte – je nachdem, wo sich Özil und di Maria gerade befanden. Sie sind damit Teil des Wechselspiels, das sich durch Ronaldos Bewegungen ergibt. Real agiert dementsprechend nicht frei-fluide, wie es beispielsweise Manchester United vor einigen Jahren mit Rooney und Ronaldo tat. Vielmehr sind die Positionswechsel von Özil und den Stürmern Reaktionen darauf, wie sich di Maria und besonders Ronaldo bewegen – eine abgeschwächte Form der Fluidität, sozusagend.</p>
<p><strong>Kombinationen der vier Angreifer</strong></p>
<p>Die wohl größte Stärke von Reals Offensive sind die Wechselwirkungen der vier Angreifer. Die vier völlig unterschiedlichen Spielertypen ergänzen sich dabei bestens. Özil und di Maria sind äußerst kreativ und bringen kombinierende Elemente ins Spiel. Benzema und Higuain können einen Ball abschirmen und prallen lassen. Ronaldo kommt mit all seiner Wucht vom linken Flügel.</p>
<p>Die vier Angreifer funktionieren demnach nicht nur als einzelne Elemente, sondern auch im komplexen Zusammenspiel. Gerade Özil schafft es als verbindendes Element, dass die individuellen Stärken seiner Mitspieler zum Vorschein kommen. Die Positionswechsel sind dabei ein wichtiges Element: Mal überlädt Real mit di Maria, Ronaldo und Özil die Mitte, dann wieder schafft Özil oder auch der nach links rückende di Maria Überzahlsituationen auf dem Flügel. Auch Ronaldo ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Überladungen, wenn er vom linken Flügel in die Mitte zieht; selbiges gilt für Stürmer, wenn sie auf die Flügel weichen. Durch die hohe Beweglichkeit aller Angreifer gelingt es Real sehr gut, situtive Überzahlen zu schaffen und dadurch den Ballbesitz zu sichern und sich in aussichtsreiche Positionen zu kombinieren.</p>
<p>Ein interessantes Detail bei diesen Positionswechsel: Alle Angreifer dribbeln und fintieren komplett unterschiedlich. Di Maria ist sehr verspielt und baut viele Tricks ein. Özil führt den Ball eng am Körper und reagiert sehr stark auf die Bewegungen seines Gegenübers. Ronaldo ist der explosive Typ, der sich einen Ball auch mal ein paar Meter vorlegt. Dies erschwert den Verteidigern enorm die Arbeit, die sich teilweise in Abständen von wenigen Sekunden auf einen komplett anderen Stil des Gegenspielers einstellen müssen.</p>
<p><b>Die klassische Doppelsechs</b></p>
<p>Hinter den vier offensiven Kräften hat Jose Mourinho eine klare Präferenz auf der Doppelsechs: In wichtigen Spielen stellt er dort Sami Khedira und Xabi Alonso auf. Auf den ersten Blick ist die Doppelsechs mit den beiden klassisch besetzt: Ein vertikaler Box-to-Box-Runner läuft, kämpft und verbindet die Mannschaftsteile, während ein tief agierender Spielmacher die Bälle aus der Tiefe verteilt. Khedira startet viele vertikale Sprints, während sich Alonso meistens horizontal an der Mittellinie bewegt.</p>
<p>Alonso ist dabei das Herz und die Seele der Real-Mannschaft. Fast alle Pässe gehen zu ihm. Er entscheidet, ob das Spiel mit diagonalen Bällen auf die Außen oder mit vertikalen Flachpässen ins Zentrum geöffnet wird. Dementsprechend spielt kein Real-Spieler derart viele Pässe pro Spiel. Khedira entlastet ihn im Spielaufbau eher selten, das ist aber auch nicht seine Aufgabe. Er soll sich für vertikale Anspiele anbieten oder als Ablagestation, wenn Alonso einen Angreifer in der Spitze anspielt. So zieht Khedira vor allem in die Halbräume.</p>
<p>Die gewaltige Präsenz von Alonso kann bei Real zum Schwachpunkt werden. Manche Gegner haben es geschafft, ihn durch kluge Arbeit im Pressing aus dem Spiel zu nehmen. <a href="http://spielverlagerung.de/2012/11/06/borussia-dortmund-real-madrid-21-das-hinspiel/">Vor allem dem BVB gelang dies</a>. Alonso kann sich zwar durch seine starke Ballbehauptung aus Drucksituationen befreien, allerdings benötigt er für seine langen Bälle Raum und Zeit. Wenn er diese nicht bekommt, haben vor allem in der vergangenen Saison bei Real die Verbindungen zwischen Defensive und Offensive gefehlt. Khedira kann diesen Mangel naturgemäß nicht wettmachen.</p>
<p>In diesem Zusammenhang ist die Entwicklung von Alonsos Rolle interessant zu beobachten: In den vergangenen Jahren hat er sich im Spielaufbau immer weiter zurückgezogen. Mittlerweile kippt er in nahezu jedem Spiel ab, mal zwischen die Innenverteidiger, <a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/04/real-madrid-galatasaray-30/">oft auf die Außenverteidigerpositionen</a>. Diese tiefere Rolle scheint eine Reaktion auf das stärker werdende Pressing der Gegner zu sein. Reals Gegner werden durch die tiefere Rolle Alonsos weiter auseinandergezogen. Gleichzeitig hat sich sein Anteil an hohen Bällen, vor allem diagonal auf Ronaldo, merklich erhöht.</p>
<p><b>Die Viererkette</b></p>
<p>Dennoch: Die Abhängigkeit von Alonso war lange Zeit ein großes Problem. Dies erklärt zu Teilen, warum das Innenverteidiger-Talent Varane von Kritikern und Fans derart gefeiert wird. Seitdem er sich in der ersten Elf festspielen konnte, ist Real variabler und weniger ausrechenbar geworden. Gegen Pepe, Ramos und Alonso reichte es oft, Alonso zu pressen und dessen Passweg zu Ramos zu verschließen. Der Spielaufbau wurde so zu Pepe geleitet, der Schwächen im Passspiel aufweist.</p>
<p>Varane hat Real variabler gemacht. Er überzeugt mit tollen vertikalen Pässen, welche die für Real sehr wichtige Geschwindigkeit in den Spielaufbau bringen. Im Zusammenspiel mit Sergio Ramos hilft er, den Druck von Alonso zu nehmen. So musste Pepe in letzter Zeit öfters auf der Bank sitzen. Selbst ein Verteidiger-Duo Pepe-Varane passt immer noch besser zum vertikalen Spiel Reals, da Varane den risikoreicheren und schnelleren Weg nach vorne sucht als Ramos.</p>
<p>Die Linksverteidiger-Position ist bei Real ebenfalls eine immens wichtige: Dieser muss die fehlende Defensivarbeit von Ronaldo ausgleichen, gleichzeitig aber auch den Superstar offensiv unterstützen. Da dieser häufig in die Mitte zieht, muss jemand auf dem linken Flügel für die Breite sorgen – meist der Linksverteidiger. Zudem kann er bei Vorstößen den Druck auf Ronaldo verringern, indem er Gegenspieler auf sich zieht.</p>
<p>Die Position ist jedoch ein Sorgenkind Reals in dieser Spielzeit. Marcelo, der offensiv mit Ronaldo harmoniert, fiel lange Zeit aus. Erst am Wochenende verletzte er sich gegen Betis Sevilla erneut. Die meisten Spiele machte Coentrao, der allerdings nicht so perfekt mit Ronaldo harmoniert wie Marcelo. Dafür ist er von seinen Anlagen her defensiv etwas sicherer als Marcelo, auch wenn er dies in der aktuellen Spielzeit mangels Form nicht immer beweisen konnte.</p>
<p>Auch auf der Rechtsverteidiger-Position hat Mourinho mehrere Optionen. Arbeloa ist Stammaußenverteidiger. Sergio Ramos, etatmäßiger Innenverteidiger, ersetzt ihn, wenn er ausfällt oder mehr defensive Stabilität gefragt ist. Eine dritte Option ist Essien, den Mourinho besonders dann aufstellt, wenn der Spielaufbau vermehrt über die rechte Seite laufen soll.</p>
<p><b>Torhüter</b></p>
<p>Nicht unerwähnt bleiben soll das Hickhack um die Torhüter-Position. <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/real-madrid-jose-mourinho-provoziert-iker-casillas-a-874535.html" target="_blank">Mourinho warf Real-Legende Iker Casillas aus der Stammelf und setzt mittlerweile auf Diego Lopez</a>. Taktisch hat der Wechsel wenig Einfluss auf das Spiel der Mannschaft. Beide gehören nicht zu den spielstärksten Keepern der Welt, sind aber auch keine große Schwachstelle. Vielmehr ist der Konflikt Casillas-Mourinho ein Beleg für die Schwierigkeiten, die Mourinho mit der Mannschaft und dem Umfeld hat. Spanische Medien spekulieren, er habe sich mit Casillas überworfen. Nur wenige Fans verstehen diesen Torhüter-Wechsel – Casillas ist eine Madrider Institution. Da wir hier jedoch nicht bei Boulevardverlagerung sind, wollen wir uns wieder um die Taktik der Madrilenen kümmern.</p>
<p><b>Vertikalität</b></p>
<p>Wer über Mourinho-Mannschaften redet, kommt am Thema „vertikales Spiel“ nicht vorbei. Ob es sein Chelsea-Team oder seine Inter-Mannschaft ist: Mannschaften von Mourinho überzeugten stets  mit überfallartigen Angriffen und schnellen Kontern. Bei Real Madrid ist dies nicht anders. Hier ist Xabi Alonso der Ausgangspunkt der vertikalen Angriffe.</p>
<p>Madrid ist dann am stärksten, wenn das Spiel schnell von Strafraum zu Strafraum läuft. Xabi Alonso kann formidabel Konter einleiten. Von ihm führt der Weg entweder diagonal zu Ronaldo, der in Kontergelegenheiten den Raum hat, den er braucht. Oder aber Alonso setzt di Maria oder Özil ein, die schnell in das gegnerische Zentrum stoßen und versuchen, den startenden Ronaldo einzusetzen.</p>
<p>Real ist zwar kein reines Konterteam; sie können mit ihren passstarken Spielern den Ball behaupten und im Zweifelsfall durch die eigene Verteidigung laufen lassen. Sie lieben es aber, nach Führungen oder gegen große Teams das Spiel schnell machen zu können. Der unbedingte Wille, eine Situation durch einen vertikalen und nicht durch einen Rückpass lösen zu wollen, zeichnet sie in solchen Situationen aus. Dementsprechend sind ein gutes Gegen- und Rückwärtspressing gegen Real unabdingbar, damit diese nicht in ihr schnelles Vertikalspiel finden können.</p>
<div id="attachment_17025" class="wp-caption alignleft" style="width: 298px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/real-madrid-4-3-3.png"><img class=" wp-image-17025  " alt="Real Madrids 4-3-3 mit Ronaldo auf Linksaußen. Alternativ kann er auch als Stürmer agieren." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/real-madrid-4-3-3.png" width="288" height="394" /></a><p class="wp-caption-text">Real Madrids 4-3-3 mit Ronaldo auf Linksaußen. Alternativ kann er auch als Stürmer agieren.</p></div>
<p><b>Alternativformation: 4-3-3/4-1-4-1<br />
</b></p>
<p>Neben dem standardmäßigen 4-2-3-1 hat Real Madrid ein Alternativsystem: ein Mischmasch aus einem 4-1-4-1 und einem 4-3-3. Im Zentrum agiert ein tiefer Spielmacher, meist Alonso. Vor ihm sichern zwei Spieler ab. Auf den Flügeln spielt Ronaldo gewohnt invers, der Flügelspieler auf der anderen Seite ebenfalls. Für die Breite sind hier die Außenverteidiger zuständig.</p>
<p>Diese Variante spielt Mourinho gerne mit <a href="http://spielverlagerung.de/2012/06/05/luka-modric-ein-zweiter-durchbruch-bei-dieser-em/">Luka Modric</a>. Der wohl bedachteste Mittelfeldspieler dieses Planeten hatte lange Zeit keinen Platz im Real-System gefunden. In einem Team, das in den Automatismen perfekt abgestimmt ist, konnte in den sehr klar definierten Rollen im 4-2-3-1 nicht an seinen eingespielten Konkurrenten vorbeikommen. Xabi Alonso ist der unangefochtene Ballverteiler. Für die Rolle neben dem Spanier fehlt ihm die Dynamik eines Khediras, für die Rolle auf der Zehn das Geniale eines Özils. In diesem System kann er als Achter für die Balance sorgen und sowohl mit seinen Offensiv- als auch mit seinen Defensivqualitäten punkten.</p>
<p>Aus dem 4-1-4-1/4-3-3 lässt sich ebenfalls schnell ein 4-5-1 formen, das Mourinho gerne nutzt, um das Zentrum zu kontrollieren und Führungen abzusichern. So wechselt Mourinho gerne Spieler wie Modric oder Pepe ein, um im Mittelfeldzentrum defensiv sicherer zu stehen.</p>
<p>Als weitere, taktische Alternative kann Ronaldo auch als zentraler Stürmer agieren. In diesem kann Real viel Gefahr über Flanken ausstrahlen. So parkt Real Ronaldo als kopfballstarken Spieler im gegnerischen Sechzehner. Auf dem Flügel spielt hierbei oft Callejon, der etwas flankenorientierter agiert. Gleichzeitig überlaufen die Außenverteidiger, um Flanken auf Ronaldo schlagen zu können. Allerdings fehlt in diesem System Ronaldos Dribbelstärke – er kann nur peripher genutzt werden, viel ist abhängig von den Flanken der Flügelspieler. Dieses System ist jedoch besonders in Schlussphasen effektiv, wenn Real mit hohen Bällen einen Treffer erzwingen möchte, oder wenn der Gegner durch eine Manndeckung bzw. durch Doppeln oder Trippeln auf dem Flügel Ronaldo aus dem Spiel nimmt.</p>
<p><b>Das Pressing</b></p>
<p>Ein Schlüsselelement Madrids in dieser Saison ist das Pressing. Die Veränderung in der Intensität und Höhe des Pressings lassen sich am besten an den Clasicos nachvollziehen: In der ersten Saison unter Mourinho agierte Real praktisch über 90 Minuten hinweg destruktiv und setzten auf ein <a href="http://spielverlagerung.de/2012/04/22/fc-barcelona-real-madrid-12-tiefenanalyse/">reaktives Abwehr- bzw. Mittelfeldpressing</a>. <a href="http://spielverlagerung.de/2013/02/26/fc-barcelona-real-madrid-13/">In den letzten Clasicos</a> spielte Real jedoch ein hohes Angriffspressing und setzte Barcelona bereits in deren Hälfte unter Druck.</p>
<div id="attachment_17029" class="wp-caption aligncenter" style="width: 508px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/real-madrid-pressing.png"><img class=" wp-image-17029 " alt="Reals Angriffspressing: Mit viel Dynamik und Wucht laufen sie den ballführenden Gegenspieler an. Dabei rücken sie weit auf einen Flügel ein und agieren mannorientiert." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/real-madrid-pressing.png" width="498" height="414" /></a><p class="wp-caption-text">Reals Angriffspressing: Mit viel Dynamik und Wucht laufen sie den ballführenden Gegenspieler an. Dabei rücken sie weit auf einen Flügel ein und agieren mannorientiert.</p></div>
<p>Anders als bei Barcelona oder Dortmund ist das Pressing nicht so stark kollektiv ausgeprägt, sondern vielmehr individuell angelegt. Die Madrilenen laufen den ballführenden Gegner mit großem Abstand vertikal an, um ihn zu einer Entscheidung zu zwingen. Anders gesagt: Sie sprinten ihre Gegner über den Haufen. Gerade technisch wenig versierte Gegenspieler haben ihre Probleme, wenn ein Real-Spieler in vollem Sprint auf sie zuläuft.</p>
<p>Das Ziel dieses Pressings ist es, das Spiel hektisch zu gestalten. So wird auch die darauf folgende Anspielstation mannorientiert unter Druck gesetzt. Real setzt dabei auf ihre enorme Dynamik gepaart mit ihrer individuellen Klasse: Der Gegner wird von Hochgeschwindigkeits-Zweikampf zu Hochgeschwindigkeits-Zweikampf getrieben und soll unter diesem Druck den entscheidenden Fehler machen. Ob dies eine schlechte Annahme, ein Fehlpass oder einfach nur ein lang geschlagener Ball nach vorne ist, ist für Real dabei zweitrangig. Mindestens ebenso wichtig ist die psychische Komponente, keine Ruhe ins Spiel bringen zu können.</p>
<p>Diesen Effekt nutzen sie auch, wenn sie einen Flügel im Pressing stark überladen. So führen sie ihr Angriffspressing oft in einem 4-2-4 aus. Wenn der Gegner den Ball auf den Rechtsverteidiger spielt, rückt das ganze Madrider Offensivquartett weit ein. Der Außenstürmer presst nun. Wenn der gegnerische Verteidiger den Ball nach Außen weiterleitet, wird dieser Außenspieler sofort vom Außenverteidiger angegangen. Dabei ist er komplett isoliert von seinen Mannschaftskollegen durch das weite Einrücken von Madrid.</p>
<div id="attachment_17027" class="wp-caption alignleft" style="width: 298px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/real-madrid-4-4-1-1-pressingvariante.png"><img class=" wp-image-17027  " alt="Das 4-4-1-1-Mittelfeldpressing: Özil und der Stürmer postieren sich zwischen den zentralen Gegenspielern, um ein horizontales Ballbesitzspiel des Gegners zu verhindern." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/real-madrid-4-4-1-1-pressingvariante.png" width="288" height="394" /></a><p class="wp-caption-text">Das 4-4-1-1-Mittelfeldpressing: Özil und der Stürmer postieren sich zwischen den zentralen Gegenspielern, um ein horizontales Ballbesitzspiel des Gegners zu verhindern.</p></div>
<p><b>Das 4-4-1-1-Mittelfeldpressing</b></p>
<p>Wenn Real nicht in der vordersten Linie presst, greifen sie auf ein 4-4-1-1 zurück. Dabei wollen sie nicht in erster Linie den Ball gewinnen, sondern dem Gegner den Passweg aufzwingen: Der Stürmer postiert sich zwischen den Innenverteidigern und läuft diese bogenförmig an. Er versperrt ihnen so den Passweg zu ihrem Nebenmann. Der Gegner wird damit zu einem Pass nach Außen oder &#8211; für Real noch besser &#8211; zu einem Dribbling oder Pass nach vorne gezwungen.</p>
<p>Mit dieser Form des gelenkten Spielaufbaus zwingt Real ihren Gegnern ein schnelles Spiel auf. Je vertikaler und hektischer das Spiel ist, umso besser für Real. Ihre technisch starken Spieler und ihre Konterstärke sorgen dafür, dass sie bei schnellen Spielen von Strafraum zu Strafraum die Oberhand behalten.</p>
<p>Das 4-4-1-1 ist zwar Reals Standardvariante, sie können aber ebenso gut im 4-4-2 mit Özil neben dem Angreifer, im 4-1-4-1 oder im 4-3-3 verteidigen. Dies hängt ganz vom Gegner und der jeweiligen Aufstellung ab. So ist Real extrem variabel gegen den Ball: Zwischen einem hohen 4-2-4 mit viel Druck und einem tiefen 4-1-4-1 beherrschen sie alle möglichen Defensivvarianten.</p>
<p><b>Stilmittel: Gegenspieler übergeben und Mannorientierungen</b></p>
<p>Oftmals ist in Gesprächen über Mourinho zu hören, dass er „ein Auge für Details“ habe. Was genau dies bedeutet, bleibt meist offen. Ein möglicher Erklärungsansatz ist das gruppentaktische Verhalten von Mourinhos Teams in der Defensive. Besonders kleine Details wie das Übergeben der Gegenspieler funktioniert bei seinen Mannschaften stets gut. Hierin steckt viel Detailarbeit, denn ein zu spät oder zu früh übergebener Gegenspieler kann großes Unheil bedeuten.</p>
<p>Bereits im Abschnitt zum Pressing habe ich erwähnt, dass Real relativ mannorientiert spielt. Dies bedeutet, dass die Gegner in den jeweiligen Zonen von den Real-Spielern verfolgt werden. Der Kontrapunkt hierzu ist eine <a href="http://spielverlagerung.de/2013/01/02/die-raumdeckung/">positionsorientierte Verteidigung</a>, in der die Spieler vorrangig ihren eigenen Raum decken. Mourinhos Real orientiert sich stark am Gegner, die Verteidiger bleiben aber meist in ihren Zonen und übergeben die Gegenspieler zur richtigen Zeit an Hinter- oder Vorderleute. Das ist bei Real dank dem Zocken von Ronaldo auch dringend nötig, denn mit der oftmals entstehenden 4-3-Ordnung reicht ein kleiner Freiraum für einen Gegenspieler aus, um großen Schaden zu verrichten.</p>
<p>Bereits mehrere Male verzichtete Mourinho diese Saison auf das Übergeben und setzte auf totale Mannorientierungen.  Dies bedeutet, dass ein Verteidiger seinen Gegenspieler nicht an seinen Mitspieler hinter oder neben sich übergibt, sondern ihn weiterverfolgt. Vor allem gegen Barcelona wendete Real eine solche Strategie an. In diesem Video ist es sehr gut erkennbar: Di Maria übergibt nicht an seinen Hintermann, sondern verfolgt ihn in die eigene Hälfte.</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/3NTviyHyr90" height="315" width="560" allowfullscreen="" frameborder="0"></iframe></p>
<p><b>Ronaldos Lücke auf links</b></p>
<div id="attachment_17046" class="wp-caption alignright" style="width: 298px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/real-madrid-lücke-links.png"><img class=" wp-image-17046  " alt="Real Madrids Loch, wenn Ronaldo nicht nach hinten mitarbeitet." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/real-madrid-lücke-links.png" width="288" height="394" /></a><p class="wp-caption-text">Real Madrids Loch, wenn Ronaldo nicht nach hinten mitarbeitet.</p></div>
<p>Zum Abschluss möchte ich noch einmal auf einen Punkt zurückgreifen, den ich bereits mehrfach erwähnt habe: Ronaldos Rückwärtsarbeit. Die Asymmetrie in der Defensive ist selbst für Taktiklaien leicht erkennbar. Auf dem Papier lässt sich schlussfolgern: Hinter Ronaldo ist eine Lücke, also sollte man versuchen, mit einem offensiven Spieler in diese Lücke zu stoßen.</p>
<p>Nur leider funktioniert Fußball nicht so einfach. Real weiß natürlich, dass Ronaldo im Zweifelsfall weiter vorne bleibt, und rückt dementsprechend mit dem Mittelfeld nach links. Vor allem Khedira, aber auch Xabi Alonso leistet hier viel Arbeit. Des Weiteren hat Ronaldos Zocken eine taktische Funktion: Er bindet einen gegnerischen Außenverteidiger, der nicht nach vorne rücken kann, ohne Lücken für Konter zu lassen. Ein Überladen der Flanke ist demnach nur schwer möglich.</p>
<p>Das eigentliche Problem durch Ronaldos fehlende Defensivarbeit ist ein anderes: Real kann nie vollkommen kompakt hinter dem Ball stehen. Besonders bei Spielverlagerungen kann dies negative Auswirkungen haben. Beispiel: Ein Team spielt einen Spieler hinter Ronaldo an, Real rückt ein und wird bei der anschließenden Spielverlagerung offen gelegt.</p>
<p>Außerdem erhöht sich die Gefahr, dass der Gegner die Räume zwischen Abwehr und Mittelfeld bespielt. Ein vertikal versetztes Spiel im Mittelfeldzentrum ist bei Real nicht ohne Weiteres möglich. Reals Mittelfeldspieler müssen die horizontale Kompaktheit stärker beachten denn die vertikale Kompaktheit. Zugleich müssen sie allzeit bereit sein, herauszurücken und einen Gegenspieler aufzunehmen, der hinter Ronaldo freigespielt wird. Deshalb sieht man bei Real auch oft einen Innenverteidiger herausrücken, wenn ein Gegenspieler zwischen Verteidigung und Mittelfeld angespielt wird. Fakt ist jedoch auch: Reals Offensivspiel ist Ronaldo, und wenn man ihn neutralisieren bzw. seine Defensivlethargie nutzen kann, hat man einen wichtigen Eckpfeiler für einen möglichen Sieg gegen Real gelegt.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Real Madrid ist in der Spielanlage ein typisches Jose-Mourinho-Team: Sie kontern, beißen und taktieren auf höchstem Niveau. Die Säulen der Mannschaft sind eindeutig Cristiano Ronaldo und Xabi Alonso. Der Kader hat aber auch genug personelle wie taktische Alternativen, um auf verschiedene Spielverläufe und Gegner reagieren zu können.</p>
<p>Dennoch unterscheidet sich Mourinhos Real von Mourinhos Porto, Mourinhos Chelsea und Mourinhos Inter. Bei jenen Teams hatte man das Gefühl, eine verschworene Einheit tritt auf den Platz, allzeit bereit, für ihren Trainer alles zu geben. Bei Real fehlt dieses Mourinho-Etwas. Es lässt sich nicht statistisch erfassen, es ist kaum taktisch greifbar, ich kann es nicht einmal richtig beschreiben und doch – irgendwie ist dieser Makel da. Vielleicht kann Borussia Dortmund dieses fehlende, kollektive Puzzlestück im <a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/22/guide-bvb-real-madrid/">Champions-League-Halbfinale</a> erneut ausnutzen, wie sie es bereits in der Gruppenphase taten.<img alt="" src="http://vg06.met.vgwort.de/na/80ce67f5e95b46f195a2c0a2c7bbc9ce" width="1" height="1" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17022&amp;md5=4b12f6edfa784e35c52e42bddb63dcf0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Guide BVB &#8211; Real Madrid</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Apr 2013 18:30:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TE</dc:creator>
				<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor dem Halbfinale der Champions League bieten wir Leseempfehlungen für die Partie zwischen Borussia Dortmund und Real Madrid. Ganz Fußballdeutschland fiebert dem Halbfinale der Champions League entgegen (vielleicht mit Ausnahme von Uli Hoeneß, der dürfte andere Sorgen haben). Wer bestens informiert in die Partien gehen will, kann sich mithilfe unserer Leseempfehlungen schlaumachen. Für das Halbfinale [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Vor dem Halbfinale der Champions League bieten wir Leseempfehlungen für die Partie zwischen Borussia Dortmund und Real Madrid. <span id="more-17014"></span></p>
<p>Ganz Fußballdeutschland fiebert dem Halbfinale der Champions League entgegen (vielleicht mit Ausnahme von Uli Hoeneß, der dürfte andere Sorgen haben). Wer bestens informiert in die Partien gehen will, kann sich mithilfe unserer Leseempfehlungen schlaumachen. Für das Halbfinale zwischen Bayern und Barcelona gibt es ebenfalls <a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/18/ein-guide-zum-fc-barcelona/">einen Guide</a>.</p>
<p>Als erstes fällt naturgemäß der Blick auf die Gruppenphase. Hier standen sich Dortmund und Real zweimal gegenüber. <a href="http://spielverlagerung.de/2012/11/06/borussia-dortmund-real-madrid-21-das-hinspiel/">Das Hinspiel gewannen die Borussen mit 2:1</a>. Im Pressing stellten sie dabei Alonso konsequent zu. Im Rückspiel konnten sie die erste Halbzeit ebenso dominieren, hatten aber nach der Pause enorme Schwierigkeiten mit der Vertikalität Madrids. <a href="http://spielverlagerung.de/2012/11/07/real-madrid-borussia-dortmund-22/">RM hat damals das 2:2 analysiert</a>.</p>
<p>Auf Spielverlagerung.de gibt es passend zum Spiel <a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/23/real-madrid-201213/">eine Mannschaftsanalyse von Real Madrid</a>. Ich schaue darin auf die Taktik von Jose Mourinho und die Wechselwirkungen der einzelnen Superstars. Außerdem planen wir ein &#8220;Fünf Punkte zum Spiel&#8221;. Sobald es erscheint, werde ich es hier verlinken. </p>
<p>Empfehlenswert ist es immer, die Analysen kürzlicher Spiele beider Teams zu lesen (im Übrigen bereiten wir uns Spielverlagerung-Autoren so gerne auf Teams vor, die wir nicht bzw. kaum kennen). Auf BVB-Seite ist die Analyse zur <a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/19/dortmunds-systementwicklung-und-die-50-halbzeit/">ersten Halbzeit gegen Fürth</a> und jene zum <a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/10/borussia-dortmund-malaga-c-f-32/">Last-Minute-Triumph</a><a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/10/borussia-dortmund-malaga-c-f-32/"> über Malaga</a> interessant. Über Real verraten die Siege über <a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/04/real-madrid-galatasaray-30/">Galatasaray</a>, <a href="http://spielverlagerung.de/2013/02/26/fc-barcelona-real-madrid-13/">Barcelona</a> und <a href="http://spielverlagerung.de/2013/03/05/manchester-united-real-madrid-12/">Manchester United</a> einiges.</p>
<p>Eine mögliche taktische Variante könnte das 4-3-3 bzw. 4-5-1 der Dortmunder werden, <a href="http://www.zdfsport.de/Klopps-brillanter-Systemwechsel-24616874.html" target="_blank">welches sie beim CL-Spiel in Manchester das erste Mal überraschend auspackten</a>. Auch <a title="Bayern München – Borussia Dortmund 1:1" href="http://spielverlagerung.de/2012/12/02/bayern-munchen-borussia-dortmund-11/" target="_blank">gegen Bayern</a> spielten sie es <a title="FC Bayern München – Borussia Dortmund 1:0" href="http://spielverlagerung.de/2013/02/28/fc-bayern-munchen-borussia-dortmund-10/" target="_blank">zwei Mal</a>, während <a title="1899 Hoffenheim – Borussia Dortmund 1:3" href="http://spielverlagerung.de/2012/12/16/1899-hoffenheim-borussia-dortmund-13/" target="_blank">gegen Hoffenheim</a> die Offensivprobleme des Systems aufgedeckt wurden.</p>
<p>Mit Jose Mourinho und Jürgen Klopp stehen sich zwei begnadete Fußballtrainer gegenüber. Beide sind gar nicht so unterschiedlich, wie unsere (mittlerweile etwas betagten) Porträts zeigen. MB beschreibt Jürgen Klopp als <a href="http://spielverlagerung.de/2011/08/05/jurgen-klopp-der-menschenfanger/">einen emotionalen &#8220;Menschenfänger&#8221;</a>. RM porträtierte Jose Mourinho als einen <a href="http://spielverlagerung.de/2011/07/29/jose-mourinho-der-mann-mit-den-zwei-gesichtern/">&#8220;Mann mit zwei Gesichtern&#8221;</a>. Zu Mourinhos taktisch wohl größtem Kunststück, den Halbfinalsieg über Barcelona mit Inter aus dem Jahre 2010, haben wir <a href="http://spielverlagerung.de/2012/12/25/barcelona-inter-10-in-depth-28-04-2010/" target="_blank">eine Retroanalyse</a>.</p>
<p>Weitere Porträts haben wir zu ein paar Personalien, die das Spiel innerhalb der Feldmarkierungen (mit)entscheiden könnten: <a title="Adventskalender Türchen 23: Marco Reus" href="http://spielverlagerung.de/2012/12/23/adventskalender-turchen-23-marco-reus/" target="_blank">Marco Reus&#8217; Qualitäten</a> brachten dem BVB entscheidende Punkte, während der <a title="Nuri Sahins Rückkehr – Potentiale und Probleme" href="http://spielverlagerung.de/2013/01/18/nuri-sahins-ruckkehr-potentiale-und-probleme/" target="_blank">aus Madrid zurückgekehrte Nuri Sahin</a> jederzeit neue Facetten ins Spiel bringen könnte. Ähnliches gilt auf der anderen Seite für <a title="Luka Modrić – ein zweiter Durchbruch bei dieser EM?" href="http://spielverlagerung.de/2012/06/05/luka-modric-ein-zweiter-durchbruch-bei-dieser-em/" target="_blank">Alleskönner Luka Modric</a>, den Madrid in den letzten Monaten immer besser einbinden konnte.</p>
<p>Etwas älter, aber doch irgendwie brandaktuell: <a href="http://www.guardian.co.uk/sport/blog/2012/nov/28/cristiano-ronaldo-strength-weakness" target="_blank">Jonathan Wilson</a> sinniert im Guardian über die Frage, ob Cristiano Ronaldo die Stärke oder die Schwachstelle seines Teams ist.</p>
<p><a href="http://www.goalimpact.com/2013/04/borussia-dortmund-vs-real-madrid.html" target="_blank">GoalImpact</a> vergleicht die Stärken und Schwächen der Teams anhand eines statistischen Modells.</p>
<p>Zusätzlich zu den genannten Links werden wir mehrere Previews für unsere Partnerseiten anfertigen. Diese werden wir hier verlinken, sobald sie am kommenden Mittwoch erscheinen.</p>
<p>Solltet ihr weitere Leseempfehlungen haben, würden wir uns über einen Kommentar freuen. Wir werden den Artikel laufend aktualisieren.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17014&amp;md5=130f5f0a94a37bdcd69eb2010b2dc2d6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>VfB Stuttgart &#8211; SC Freiburg 2:1</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/04/22/vfb-stuttgart-sc-freiburg-21-2/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Apr 2013 14:01:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[SC Freiburg]]></category>
		<category><![CDATA[VfB Stuttgart]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach dem Pokal-Halbfinale vom Mittwoch trafen der VfB Stuttgart und der SC Freiburg in der Mercedes-Benz-Arena schon wieder aufeinander. Taktisch gesehen war es ein ganz anderes und doch ähnliches Spiel. Während Bruno Labbadia bei den Stuttgartern kaum etwas veränderte und mit der gleichen Aufstellung und im Großen und Ganzen dem gleichen Spielansatz antrat, wartete Christian [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Nach dem <a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/18/vfb-stuttgart-sc-freiburg-21/" target="_blank">Pokal-Halbfinale vom Mittwoch</a> trafen der VfB Stuttgart und der SC Freiburg in der Mercedes-Benz-Arena schon wieder aufeinander. Taktisch gesehen war es ein ganz anderes und doch ähnliches Spiel.<span id="more-17006"></span></p>
<p>Während Bruno Labbadia bei den Stuttgartern kaum etwas veränderte und mit der gleichen Aufstellung und im Großen und Ganzen dem gleichen Spielansatz antrat, wartete Christian Streich mit einigen Veränderungen im <a href="http://spielverlagerung.de/2012/12/18/der-sc-freiburg-unter-streich/" target="_blank">gewohnten Freiburger 4-4-2 </a>auf. Auf der Linksverteidiger-Position ersetzte der junge Christian Günter Oliver Sorg und in der Offensive wurde einiges umgestellt. So mussten Caligiuri und Rosenthal, die beide nicht im Kader standen, aus der Mannschaft weichen – dafür kamen Makiadi und Guédé ins Team. Diese beiden agierten dann auch als das Freiburger Sturmduo, wobei Makiadi etwas hängender spielte, während Kruse von der Spitze auf die rechte Seite geschoben wurde und Jonathan Schmid die Flanke wechselte.</p>
<div id="attachment_17008" class="wp-caption alignleft" style="width: 280px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/vfb-scf.png"><img class=" wp-image-17008" alt="vfb-scf" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/vfb-scf.png" width="270" height="362" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen</p></div>
<p><strong>Freiburgs offensive Spielanlage</strong></p>
<p>Am Mittwoch im Pokal hatte sich Matthias Ginter als tiefster Freiburger Sechser noch häufig auf die rechte Verteidigerposition hinter Mujdza fallen gelassen – diesmal kippte der deutsche Junioren-Nationalspieler zentral nach hinten zwischen seine beiden auffächernden Innenverteidiger ab und bildete mit diesen beiden eine übergangsweise Dreierkette. Weil auch Julian Schuster entweder zusätzlich auf die linke Seite herauskippte oder aber sehr viel auf dem linken Flügel unterwegs war, fehlte dem Sportclub somit die Präsenz in den zentralen Sechser- und Achterräumen.</p>
<p>Somit musste das neue Sturmduo aus eigentlichen Mittelfeldspielern diese Bereiche besetzen und die entstehende Verbindungslosigkeit durch das Loch im Mittelfeld kompensieren. Gerade Makiadi fiel immer wieder zurück und agierte dauerhaft eher wie ein zentraler Mittelfeldspieler denn hängender Angreifer. Die Aufstellung von Makiadi und Guédé sollte also das vermehrte Abkippen von Schuster und Ginter erlauben, doch wirkten deren Rollen etwas übertrieben, so dass einige Male ineffektive flache Ketten von vielen Spielern ohne gute Staffelung entstanden.</p>
<p>Da das Zurückfallen der beiden Stürmer aber auch durch einrückende Bewegungen Max Kruses ergänzt wurde, funktionierte das Aufbau- und Angriffsspiel der Breisgauer gar nicht so schlecht. Dabei passte sich Kruse gerne an die Bewegungen der beiden Stürmer an und stimmte sein eigenes Offensivverhalten entsprechend darauf ab: Entweder rückte er ebenfalls ins Mittelfeld ein, suchte sich Lücken in den teilweise unkompakten Strukturen des VfB und fiel gelegentlich gar selbst bis in die Abwehrreihe zurück, um das Spiel zu gestalten. Bei besonders weitem Zurückfallen der Stürmer ging aber stattdessen er in die vorderste Linie und versuchte, die dort freigewordenen Bereiche zu bespielen.</p>
<p>Besonders bei Angriffen über die linke Seite und die direkten Günter und Schmid, die von Schuster unterstützt wurden, lief Kruse immer wieder die vorderen Räume an und attackierte mit intelligenten diagonalen Laufwegen die verschiedenen Schnittstellen des Stuttgarter Defensivverbunds – einmal scheiterte er an Ulreich, zweimal in halblinker Position im Strafraum an der eigenen Ballweiterverarbeitung.</p>
<p><b>Fehlende Reife im letzten Drittel</b></p>
<p>Eines der Probleme der Freiburger bestand also darin, dass sie sich selbst erarbeitete Chancen und Strukturen ein wenig selbst zerstörten. Ob mit den schnellen Flügeldurchbrüchen auf der linken Flanke, Kruses diagonalen Läufen in die Schnittstellen oder den Vorstößen Mujdzas auf der von diesem geöffneten rechten Seite – immer wieder hatten sie einige durchaus vielversprechende Positionen und Situationen, die sie dann allerdings schwach ausspielten und nicht gut nutzten.</p>
<p>Einige Male waren überhastete Hereingaben oder vorschnelle Entscheidungen dafür verantwortlich, aber auch die vielen vorwärtsgerichteten Läufe waren hier nicht förderlich. Generell fehlt es den Freiburgern noch etwas an Reife in den Positionierungen, wenn sie ins letzte Drittel hineinspielen. Zu oft gehen dann die meisten Akteure einfach Richtung Strafraum, was dann zu flachen Anordnungen führt und das weitere Zusammenspiel erschwert.</p>
<p><b>Spielatmosphäre und Pressing</b></p>
<p>Dass die Freiburger in erster Instanz zu viele Räume vorfanden, um die Angriffe erst einmal bis ins letzte Drittel zu tragen, hing teilweise auch mit dem Defensivansatz der Stuttgarter zusammen, der sich recht variabel darstellte. Gegen den Ball setzten Labbadias Mannen auf einen Wechsel aus sehr ruhigen und sehr jagenden Phasen – ohne wirkliche Zwischenstufen.</p>
<p>Natürlich lag es auch an den abkippenden Bewegungen von Ginter und Schuster, doch der VfB zog sich in manchen Spielphasen beim Freiburger Aufbauspiel passiv zurück und ließ die Gäste machen. Von Zeit zu Zeit wechselten sie dann aber plötzlich auf eine andere Vorgehensweise, die sich an ihrem engagierten Gegenpressing orientierte: Mit situativen Mannorientierungen auf dem Flügel und viel Aufrücken aus dem Mittelfeld pressten sie recht wild und teilweise hektisch mit spontanen und situativen 4-2-4- oder gar 4-1-5-Formationen.</p>
<p>Dafür mussten sie natürlich einige Löcher im Mittelfeld zurücklassen und Distanzen zwischen der vordersten und hintersten Reihe in Kauf nehmen – doch dies konnte sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. Entweder fanden die Freiburger die Löcher und Freiräume und nutzten sie für ihre Angriffe oder sie machten gegen die aggressive erste Stuttgarter Welle Fehler und erlaubten diesen gute Balleroberungen – wie beim 2:0. Insgesamt war dieses riskante Vorgehen aus VfB aber eher von Erfolg gekrönt – was auch daran lag, dass die Freiburger eben einige Situationen nicht gut ausspielten.</p>
<p>Generell schwankte nicht nur das Pressing der Stuttgarter, sondern die gesamte Spielatmosphäre – es gab also keinen wirklich konstanten und gleichbleibenden Spielrhythmus – zwischen einigen chaotischen, zerfahrenen Phasen, die sich dann mit sehr ruhigen und teilweise gemächlichen Abschnitten mit wenig Action abwechselten. Letztere Phasen bezogen sich beispielsweise auch auf den Spielaufbau des VfB.</p>
<p>Wie schon im Pokal pressten die Freiburger nicht ganz so aggressiv, nutzten aber dennoch gewisse Mannorientierungen auf die Stuttgarter Außenverteidiger und Achter und stellten mit ihrer Doppelspitze die Innenverteidiger des VfB zumindest zu. Dies führte dazu, dass sich Rüdiger und Niedermeier aus nahen Optionen die Bälle zusammen mit Ulreich am eigenen Strafraum zuspielten – bis meistens der Keeper das Leder aus diesem Mangel an Optionen (und nicht aus Druck) lang nach vorne schlug.</p>
<p><b>Stuttgarter Angriffe, Stuttgarter Tore und Freiburger Comeback-Versuche</b></p>
<p><a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2012/index.php?bmi=138375&amp;reiter=a&amp;tag=30&amp;reiter=g&amp;bmi=138375#/match:138375/filter:pass_long/player:33669/minutes:1,90/area:-1,-1,1,1" target="_blank"><em>Auffällig war dabei, dass Ulreich stets auf den rechten Flügel zielte</em></a>, wo Harnik, Gentner und der hochstehende Sakai viel Präsenz auf die zweiten Bälle generieren sollten. Auch wenn dies nicht der entscheidende Punkt des Spiels war, so erkannte man hieran doch den Flügelfokus des Stuttgarter Angriffspiels.</p>
<p>In den vergangenen Wochen und Monaten hat Labbadia die Ausrichtung seiner Mannschaft etwas umgestellt. Zum einen konzentriert man sich angesichts der <a href="http://spielverlagerung.de/2012/09/21/kurz-ausgefuhrt-stuttgarts-fehlende-offensivkompaktheit/" target="_blank">Problematiken im Spielaufbau</a> etwas besser darauf, Abpraller nach zweiten Bällen zu erhalten und damit lange Pässe aus den hinteren Reihen besser sichern zu können. Zum anderen wurde eben die Konzentration auf das Flügelspiel mit den beiden schnellen Harnik und Traoré als Fixpunkten erhöht.</p>
<p>Durch die situativ nach außen weichenden Gentner (rechts und auch links) sowie Boka (vor allem links) erhalten die beiden Außenspieler damit ebenso Unterstützung wie von ihren offensiven Hintermännern Sakai und Molinaro. Zudem schlüpft Maxim immer häufiger in die Rolle des nach außen rochierenden Zehners <a href="http://spielverlagerung.de/2012/04/10/paris-st-germain-olympique-marseille-21/" target="_blank">wie ihn beispielsweise Valbuena bei Marseille verkörpert</a>. Dass der VfB in dieser Partie 83 % seiner Angriffe über die Außenbahnen spielte, ist ein deutlicher Beleg für die Konsequenz dieser Strategie.</p>
<p>Diese war gegen die Freiburger auch durchaus gut geeignet, wie sich beispielsweise beim Führungstor der Schwaben erkennen ließ.</p>
<div id="attachment_17009" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/vfb-scf2.png"><img class="size-full wp-image-17009" alt="vfb-scf2" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/vfb-scf2.png" width="600" height="345" /></a><p class="wp-caption-text">Das 1:0: Freiburg ohne Präsenz im Rückraum. Ginter geht zunächst mit Harnik in die letzte Reihe zurück, kommt dann aber nicht mehr konsequent hin, als dieser leicht zurückfällt. Makiadi verfolgt Gentners Lauf nicht konsequent, so dass dieser hinter Ginter durchlaufen und einnetzen kann.</p></div>
<p>Durch den extrem offensiven Vorstoß von Sakai wurde zunächst einmal Schmid aufgrund der Freiburger Mannorientierungen in eine Fünferkette gezogen. Durch Maxims geschickten Lauf auf den Flügel verließ auch Schuster das Zentrum, während Ginter durch Harnik nach hinten gezogen wurde, weil dieser sich dank Sakai in seiner typischen Rolle als „Quasi-Zweite-Spitze“ zentral zu Ibisevic nach vorne gesellen durfte. Somit standen die Gäste in einer Art flacher 7er-Kette ohne jegliche Präsenz im Rückraum dar – Harnik nutzte das aus, indem er sich nur leicht in den Freiraum zurückfallen ließ und den startenden Gentner per Chip bediente.</p>
<p>Nach der Pause musste Freiburg dann einem Rückstand von zwei Toren hinterher laufen, bekam von den Stuttgartern aber nicht mehr so viele Räume und hatte immer noch mit jenen Problemen zu kämpfen, die auch schon im ersten Durchgang vorhanden gewesen waren. Nach der Einwechslung von Santini gab es einige lange Bälle auf den Stoßstürmer – entweder sollte er diese verarbeiten oder die Reihe dahinter (Kruse, Schmid, Makiadi) auf die zweiten Bälle gehen. Einen kurzzeitigen Fünfersturm mit drei beweglichen zentralen Akteuren zwischen zwei Breite haltenden Außen wie in der Endphase des Pokalspiels gab es daher nicht zu sehen, doch belohnten sich die Freiburger noch mit einem mehr als verdienten Anschlusstreffer für ihr Engagement.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Beide Mannschaften mit einigen guten Ideen und vielen positiven Ansätzen, aber andererseits auch mit Problemen und Fehlern. Weil die Stuttgarter diese Fehler wie bei den beiden Toren gnadenloser ausnutzen konnten und nicht wie die Freiburger vielversprechende Szenen schlecht ausspielten, gewann der VfB ein enges und recht ausgeglichenes Spiel letztlich knapp, aber nicht unverdient. Freiburgs Spielansatz mit den vielen abkippenden Bewegungen wirkte etwas überkompliziert &#8211; Stuttgarts klarer und funktionaler Flügelfokus war erfolgreicher. Drei Heimsiege in Folge bestätigen die von Labbadia initiierten Veränderungen nach der <a href="http://spielverlagerung.de/2013/03/07/vfb-stuttgart-lazio-02/" target="_blank">Krise der letzten Wochen und Monate</a>, während die Freiburger immer noch beste Chancen auf das internationale Geschäft haben.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=17006&amp;md5=7f174497a14e9290df85623e6d2ba9ab" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Liverpool FC &#8211; Chelsea FC 2:2</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/04/22/liverpool-fc-chelsea-fc-22/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Apr 2013 13:22:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Premier League]]></category>

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		<description><![CDATA[4 kleine taktische Lehren zum Klassiker zwischen dem Liverpool FC und dem Chelsea FC. In einem Duell vieler ehemaliger Bekannter kehrte Noch-Chelsea-Coach Rafa Benitez zurück an die alte Wirkungsstätte. Während der Spanier die Champions-League-Qualifikation für die „Blues“ sichern muss, hatten Liverpool und Brendan Rodgers die Möglichkeit, mit einem Sieg bis auf drei Punkte an Lokalrivale [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>4 kleine taktische Lehren zum Klassiker zwischen dem Liverpool FC und dem Chelsea FC.<span id="more-16999"></span></p>
<p>In einem Duell vieler ehemaliger Bekannter kehrte Noch-Chelsea-Coach Rafa Benitez zurück an die alte Wirkungsstätte. Während der Spanier die Champions-League-Qualifikation für die „Blues“ sichern muss, hatten Liverpool und Brendan Rodgers die Möglichkeit, mit einem Sieg bis auf drei Punkte an Lokalrivale Everton auf dem EL-Platz heranzurücken.</p>
<p><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/liverpool-chelsea.png"><img class="alignleft  wp-image-17001" alt="liverpool-chelsea" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/liverpool-chelsea.png" width="270" height="362" /></a>Liverpool begann in der bekannten 4-3-3-Formation mit Gerrard und Henderson als Achter vor dem etwas defensiveren Lucas. Neben dem beweglichen Starstürmer Suárez wurde der Angriff von Stewart Downing auf rechts in einer recht normalen Flügelrolle sowie dem wendigen, tieferen und eingerückten Coutinho auf links gebildet. Auf der Gegenseite stützte sich Chelsea besonders auf seine enorm kreative und spielstarke offensive Dreierreihe aus Mata, Hazard und Oscar, die vom mitspielenden und Räume öffnenden Ex-Liverpool-Stürmer Torres sowie dem aufrückenden Ramires als Achter neben Mikel ergänzt wurden.</p>
<p><b>1. Liverpool und das Aufrücken</b></p>
<p>Schon einige Male hat es in dieser Saison Kritik an Liverpools fehlender Durchschlagskraft im letzten Drittel und ihrer Abhängigkeit von Torjäger Suárez gegeben. Dabei muss man allerdings auch betrachten, dass sie trotz hoher Ballbesitzwerte bereits ein Problem haben, konstant in das letzte Drittel hinein zu kommen.</p>
<p>Auch in dieser Partie hatten die „Reds“ einige Schwierigkeiten beim Aufrücken. Wieder einmal konnte beispielsweise Gerrard nur wenige Akzente nach vorne setzen, brachte seine Gefährlichkeit und seine Vorstöße im letzten Drittel selten ein, sondern wurde vermehrt in verschiedenen abkippenden Rollen in tieferen Zonen „verschwendet“. Seine defensiven Kollegen aus der Abwehrreihe verpassten es dann allerdings, dafür nach vorne aufzurücken und beispielsweise Räume für den Kapitän freizuschieben.</p>
<p>Wenn Liverpool die eigenen Angriffe also nach vorne trug, fehlte es ihnen dort an Präsenz und an Optionen. Da Chelsea in manchen Phasen und gerade in zentralen Bereichen, immer mal wieder allerdings auch auf dem Flügel, mit situativen Mannorientierungen agierte, hatten die in Unterzahl stehenden Offensivspieler der Hausherren Probleme, die Bälle zu halten. Gegen einen passiveren Gegner ist diese erste Übergangsphase des Angriffsspiels einfacher zu bewältigen, weil die Offensivkräfte in freien Zwischenräumen „warten“ können. Solange sie daraus nichts Gefährliches einleiten können und numerisch ohnehin eher unterlegen sind, wird der Gegner dies zulassen.</p>
<p>Ein körperbetonterer und aggressiver Gegner, der enger am Mann ist, macht es dann allerdings schwierig, die Bälle für nachrückende Kollegen zu sichern. So hatte Liverpool trotz einiger längerer Ballbesitzphasen Schwierigkeiten, diese Dominanz und Ballkontrolle auch in die höheren Zonen hineinzutragen, und kam lange Zeit nur knapp über 50 % Ballbesitz. Das große Hauptproblem ihrer Saison griff dann erst später.</p>
<p><b>2. Liverpools Probleme mit der Durchschlagskraft dauern an</b></p>
<p>Erst wenn das Aufrücken nach ganz vorne gelungen war, zeigte sich die zentrale Schwäche der Mannen von der Merseyside, die in dieser Spielzeit bereits einige Male zu torlosen Remis trotz viel Ballbesitz und vieler Abschlussversuche geführt hat. Die meisten dieser Schüsse werden dabei aber aus ungünstigen Positionen und Winkeln abgegeben, weshalb nur ein Bruchteil davon auch auf das Tor geht – geringe Chancenqualität als Indiz für die fehlende Durchschlagskraft.</p>
<p>Ein entscheidender Grund für dieses Problem liegt auch in den Spielertypen der Mannschaft begründet. Wenn Suárez sich als kompletter Neuner zurückfallen lässt, Bälle in den Halbräumen hält und das Zusammenspiel im Mittelfeld und auf den Flügeln unterstützt, fehlt es an der Nutzung der dadurch geschaffenen Räume. Weder von den Achtern noch von den beiden anderen äußeren Stürmern kommen raumnutzende Vertikalsprints wie sie beispielsweise der einlaufende Pedro bei <a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/18/ein-guide-zum-fc-barcelona/" target="_blank">Barcelona</a> zeigt.</p>
<p>Während Downing nicht der Typ dafür ist, sucht Coutinho, der sich insgesamt als deutliche Bereicherung entpuppt hat, eher den Weg des kombinativen Durchbruchs, wobei er aber dann aber aufgrund des zu geringen Aufrückens nicht genügend Spielpartner hat. Passenderweise war es ein diagonaler Vorstoß von Rechtsverteidiger Glen Johnson, der in einer Szene die raumöffnenden Bewegungen Suárez´ im ersten Durchgang am besten ausnutzte, als er nach Weiterleitungen von selbigem sowie von Henderson frei vor Cech auftauchte. <a href="http://spielverlagerung.de/2012/02/12/manchester-united-liverpool-fc-21/" target="_blank">Es ist nicht das erste Mal</a>, dass Johnson mit diesen diagonalen Läufen auffällt. Insgesamt liegt hier noch großes Potential für Liverpool, das ausgeschöpft werden kann – aber eher für den Spielaufbau und das Knacken von Pressingstrukturen und nur in zweiter Instanz für den endgültigen Durchbruch zum Tor. Primär sind dafür noch die Offensivspieler hauptverantwortlich.</p>
<p>Genau dies ist der Mehrwert von Daniel Sturridge, der im Winter von der Stamford Bridge nach Liverpool kam und sich bereits als effektiver Neuzugang erwiesen hat – auch in dieser Partie demonstrierte er dies mit dem wichtigen 1:1-Ausgleichstor kurz nach seiner Einwechslung zur zweiten Halbzeit. Als gelernter Stürmer kann Sturridge einerseits die Schnittstellen attackieren und tödliche Räume anbieten, aber mit seinem starken Abschluss aus der Distanz überdies die Probleme der fehlenden Durchschlagskraft kaschieren, da er auch aus dem Zehnerraum treffen kann, ohne dass man die letzte Linie überspielt bekommt.</p>
<p><b>3. Chelseas Verbesserungen im Gegenpressing</b></p>
<p>Schon einige Punktverluste mussten die Londoner in dieser Spielzeit aufgrund schwacher Defensivarbeit ihres Offensivtrios hinnehmen, die nicht kompakt mit nach hinten arbeiteten und dadurch den Rückraum entblößten – sei es im <a href="http://spielverlagerung.de/2012/12/17/blick-uber-den-tellerrand-folge-7/" target="_blank">Finale der Klub-WM gegen die Corinthians</a> oder bei der <a href="http://spielverlagerung.de/2012/12/01/kurz-ausgefuhrt-chelseas-krise/" target="_blank">Derby-Niederlage gegen West Ham</a>.</p>
<p>In dieser Begegnung zeigten Hazard, Oscar und Co. allerdings deutliche Fortschritte und eroberten immer wieder Bälle in sehr engagiertem Gegenpressing, wenn Liverpool im Umschaltmoment nach vorne spielen wollte. Dabei antizipierten sie bei ihren Bewegungen die bevorzugten Passwege von Lucas, Gerrard und Henderson sehr geschickt, die den Ball normalerweise immer wieder auf die Flügelspieler tragen, welche dann das Spiel wieder ins Zentrum bringen sollen. Darauf schienen Chelseas Offensivspieler vorbereitet und fingen die Zuspiele einige Male ab.</p>
<p><b>4. Noch nicht ganz überwundene Zweiteilung bei den „Blues“</b></p>
<p>Offensiv zeigten sie natürlich ebenfalls gute Leistungen und einige nett anzuschauende Kombinationen, hätten in der Phase vor dem Halbzeitpfiff sogar auf 0:2 erhöhen können. Mit einer tiefstehenden Abwehrkette und <a href="http://spielverlagerung.de/2011/09/19/tottenham-liverpool-fc-40/" target="_blank">Carraghers Geschwindigkeitsproblemen</a> musste Liverpool einige Freiheiten im Zwischenlinienraum gewähren, was Chelsea entgegen kam. Dennoch waren die Spielzüge nicht vollends ausgereift und es kam oft noch irgendwo ein Fuß dazwischen oder zu Ungenauigkeiten beim letzten Pass</p>
<p>Dies rührte teilweise auch daher, dass die defensiveren Spieler nach Ballgewinnen und schnelleren Angriffen nicht gut genug nachschoben, weshalb es den Offensivkräften dann an Unterstützung fehlte. Gerade die beiden Außenverteidiger lieferten nur durchschnittlichen Support und konnten nicht effektiv genug für Breite sorgen, so dass Liverpool sich einfacher zusammenziehen konnte. Falls es nach eigenem Ballgewinn durch Pressing oder Gegenpressing im folgenden Angriff zu einem Ballverlust kam, gab es überdies Lücken im Mittelfeld und das erneute Gegenpressing war in der nun höheren Ballposition nicht mehr ganz so kompakt.</p>
<p>In diesem Punkt liegt also auch aus defensiver Hinsicht noch Verbesserungspotential für die „Blues“ – auch bei Schnellangriffen nach eigenen Ballgewinnen müssen sie als Block noch schneller nachschieben und die Kompaktheit erhalten. Wenn sie dann phasenweise auch sehr hoch und kollektiv ins Gegenpressing gingen, war ihre Spielanlage als Ganzes wesentlich stabiler und effektiver.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Auch beim letzten Duell zwischen diesen Mannschaften in der <a href="http://spielverlagerung.de/2012/11/12/chelsea-fc-liverpool-fc/" target="_blank">Hinserie war das geringe Aufrücken beiderseits ein zentraler Kritikpunkt des 1:1-Remis</a>. Dieses Problem begleitet die beiden Teams immer noch und vor allem Liverpool hat weiterhin einige offensive Schwierigkeiten, die sie seit Saisonbeginn herumschleppen. Dennoch ist einiges bereits verbessert worden – das Ballbesitzspiel und die Mannschaftszusammenstellung sind stabiler und konstanter, Sturridge hat sich bereits gut eingefügt und stellt eine deutliche Bereicherung dar. Auf Seiten von Chelsea hat sich das Offensivtrio weiterentwickelt und die Verbindungen zwischen den Mannschaftsteilen sind etwas sicherer, wenngleich noch nicht völlig stabil – damit dürfte Benitez seinem Nachfolger im Sommer eine ordentliche Basis liefern.</p>
<p><i>Für alle Interessenten gibt es in unserem bald erscheinen „E-Book“ einen detaillierten Artikel von RM über den Trainer Benitez und auch seine Chelsea-Zeit.</i></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=16999&amp;md5=688083fa0a15ed26b30639253569bcc9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>English: Borussia Dortmund &#8211; Malaga C.F. 3:2</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Apr 2013 15:40:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Borussia Dortmund]]></category>
		<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[English]]></category>

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		<description><![CDATA[The madness dissected. (Zur originalen Analyse auf Deutsch) The game started out slow, grew more hectic as time went on and exploded at the end. Borussia was superior and could have killed the tie several times, but made tactical mistakes and did not finish well, as in the first game. In the end they forced [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>The madness dissected.<span id="more-16988"></span></p>
<p style="text-align: center;"><a title="Borussia Dortmund – Malaga C.F. 3:2" href="http://spielverlagerung.de/2013/04/10/borussia-dortmund-malaga-c-f-32/" target="_blank">(<em><strong>Zur originalen Analyse auf Deutsch)</strong></em></a></p>
<p>The game started out slow, grew more hectic as time went on and exploded at the end. Borussia was superior and could have killed the tie several times, but made tactical mistakes and did not finish well, as in the first game. In the end they forced what could not be achieved with play. Tactically it went down as follows.</p>
<p><strong>Malaga arranges tightly</strong></p>
<p><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Malaga-Grundformationen.png" target="_blank"><img class="alignright  wp-image-16825" alt="BVB-Malaga Grundformationen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Malaga-Grundformationen.png" width="353" height="482" /></a>From the beginning it was a different game than the first leg, because both coaches adjusted. The most important change was the away team&#8217;s, where Pellegrini managed to stabilize his defence.</p>
<p>Malaga&#8217;s four attacking players, usually somewhat separated from the deeper group of six, abstained from pressing high up the pitch. They positioned themselves in a flat line in front of the double pivot, so that a kind of 4-2-4-0 defensive formation arose. Due to this tighter formation the Andalusians succeeded at pushing the BVB build-up out of central midfield, an area in which the Germans were allowed to do anything they wanted during the first leg.</p>
<p>Especially the positioning of the two nominal forwards Joaquin and Baptista was remarkable. Mostly they did not block the connections towards Dortmund&#8217;s two players on the six, but lurked close by. They left space for the pass, but were so close, that the pass was just risky enough for Dortmund not to play it. They virtually created a threefold covering-shadow cone, because they were not only able to cover the space behind, but also between themselves. Malaga exploited the technical weaknesses of Subotic and Santana this way. The two were extremely keen on avoiding bad passes and breaks.</p>
<div id="attachment_16820" class="wp-caption aligncenter" style="width: 484px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Aufbau-1.png" target="_blank"><img class=" wp-image-16820  " alt="Malaga defending" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Aufbau-1.png" width="474" height="284" /></a><p class="wp-caption-text">Joaquin and Baptista do not close the channel, but Santana does not want to risk the pass into the pocket of space. Toulalan and Camacho are able to adapt to the movements of the badly staggered Dortmund attack.</p></div>
<p>Camacho and Toulalan played fairly freely behind this first line and adapted an option-based man coverage against Borussia&#8217;s movements. Mainly they watched spaces in front of defence and made areas overcrowded by Dortmund players tighter. If necessary they also advanced anticipatorily. Often they denied Dortmund&#8217;s midfielders the opportunity to turn toward the pitch and forced direct back passes into defence.</p>
<div id="attachment_16821" class="wp-caption aligncenter" style="width: 484px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Aufbau-2.png" target="_blank"><img class=" wp-image-16821 " alt="Malaga defending 2" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Aufbau-2.png" width="474" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Gündogan accepts the ball from the side from Subotic. Toulalan predicts the situation early and Gündogan, surrounded by four men, can&#8217;t turn and work with the ball. As a result he returns the ball to Subotic who plays a weak long ball.</p></div>
<p><strong>Dortmund&#8217;s weak occupation of the linking spaces</strong></p>
<p>In possession Dortmund&#8217;s defence consisted of a bank of three, because Bender or Gündogan supported the centre backs and dropped towards the middle or to the left. The fullbacks in turn advanced earlier than usual, probably to exploit the high positioning of Malaga&#8217;s outside players. With Götze moving freely through midfield a 3-4-3 formation resulted, within which the central positions and the third defensive position were occupied by different players at different times. The BVB did not play this formation well though.</p>
<p style="text-align: right;"><em>“Today we played our worst Champions-League game, end of story.”</em><br />
<em> (Jürgen Klopp during the press conference after the game, following citations as well)</em></p>
<p>For example, Gündogan&#8217;s swerving to the side was not as effective as is often the case against 4-4-2 formations. One reason was that Malaga was fielding a 4-2-4 rather than 4-4-2. The wing-players were closer to the forwards and were able to cover the diagonal passing options. Similarly the forwards covered the vertical options.</p>
<p>Another reason was Dortmund&#8217;s weak advances into the second and third line. Reus, Lewandowski and Blaszczykowski took up positions far to the side and very high up the pitch. Götze, too, was not constantly present, because he moved impatiently and let the central spaces lie barren time and again.</p>
<div id="attachment_16819" class="wp-caption aligncenter" style="width: 484px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Malaga-Min5.png"><img class=" wp-image-16819 " alt="Positioning Dortmund" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Malaga-Min5.png" width="474" height="318" /></a><p class="wp-caption-text">Santana manages to pass the ball through the channel, but Toulalan immediately pressures Bender. Camacho has no problems taking care of Götze. Reus und Blaszczykowski have no impact. Reus could have received the ball into half-space, but Duda intercepts it instead.</p></div>
<p>Symptomatic: Gündogan completed 17 passes in the Dortmund half during the first 45 minutes. Although they were all successful, not a single one of them (!) was played forward. Götze also dropped deep during longer spells of possession and even had eleven passes from the left fullback area, but they too were all to the side or backwards, with the exception of one long ball out of play behind the goal-line.</p>
<p style="text-align: right;"><em>“We occupied the first line too quickly. Four, five men, without dropping into the half-spaces.”</em></p>
<p>Malaga cut off the opening pass well. Even if it reached its player, there were barely any opportunities to continue play in defensive midfield. Too rarely did the men in yellow carry play into the central attacking spaces and so they were neither able to exploit the high position of their fullbacks nor the relatively aggressive positioning of the wingers.</p>
<p>Dortmund&#8217;s main threat were long balls to Lewandowski, whose ball retention was world class. In that situation Malaga&#8217;s relatively high defense was susceptible to quick passing, especially because Dortmund was more active hunting second balls and anticipated them better. The results were meagre anyway. During the first 30 minutes Dortmund managed only one attempt on goal.</p>
<p><strong>Stability Through Dynamics</strong></p>
<p>The same was true for Malaga, even though the Spaniards scored immediately on their first try. With the exception of a free kick it remained the sole attempt by the away team, who were actually threatening even less than Dortmund.</p>
<p>One of the reasons was that few of Malaga&#8217;s players advanced in possession. Antunes and Gámez were more cautious than during the first leg and Malagas double six is very defensively minded anyway. Dortmund&#8217;s quality pressing was rarely needed. Isolated shifts of play to Gámez when Reus was pressing were slightly dangerous, but the movements of the “fake” pair of forwards (Joaquin winger, Baptista ten) did not impact the run of play much. Malaga was clearly defending against breaks first and foremost, they wanted to create scoring opportunities after dispossessing Dortmund.</p>
<p>Dortmund coped well this element, mostly because of the focus of the double six. Because of their backwards movements Dortmund was always covering the way to their goal with four players. Gündogan and Bender were able to show their dynamism in transition. Bender was especially important, because he intelligently positioned himself to cover when Dortmund was still in possession. Malaga&#8217;s advanced wingers could have found space behind Dortmund&#8217;s advanced fullbacks more often, if not for Bender. However, the fullbacks did not advance too far, but played a disciplined game and returned quickly.</p>
<p>Dortmund was able to use their sixers&#8217; “hunter mentality” effectively this way. Playing Bender seemed to be a good choice, but Malaga&#8217;s go-ahead goal was influenced decisively by this aspect. Bender advanced too aggressively towards a second ball and Gündogan did not cover determindely. Joaquin&#8217;s shot came out of the the resulting space and he scored.</p>
<p><strong>4-3-3 For Half an Hour</strong></p>
<div id="attachment_16822" class="wp-caption alignright" style="width: 328px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Malaga-4-3-3.png" target="_blank"><img class=" wp-image-16822  " alt="Formations between minutes 30 and 62." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Malaga-4-3-3.png" width="318" height="434" /></a><p class="wp-caption-text">Formations between minutes 30 and 62.</p></div>
<p>After 30 minutes Jürgen Klopp changed formation. His team was supposed to develop more central presence within a 4-3-3. Blaszczykowski occupied the right side of the double eight and Götze occupied the right wing, from where he orientated himself more towards the middle than the Pole had done.</p>
<p>At first the impact was not exactly great. Götze and Gündogan were now seperated and Dortmund&#8217;s basic formation was a bit more stretched. Camacho and Toulalan were able to react well due to their free interpretation of their position. In addition Blaszczykowski had an off day and was the bottleneck at the centre of the 4-3-3. During the first half he only managed to get a miserable 7 of 21 passes to his team-mates, three of those on the left flank backwards.</p>
<p>Dortmund distributed themselves slightly better across space than before and combined a bit better. Especially the right flank, not important up to this point, was now more alert and initiated the equaliser in the end, but it was the product of marvellous skill and had little to do with tactical factors.</p>
<p style="text-align: right;"><em>“We showed scenes on video, how we manage the build-up and how we close spaces with our own passivity.”</em></p>
<p>Real improvement could be seen after the break, when Dortmund&#8217;s players began to position themselves in centre and the half-spaces more consciously and intelligently. After a mere 90 seconds they were able combine through the overloaded left half-space and Lewandowski had a decent attempt.</p>
<p>Following that, the forward dropped more frequently, Götze and Blaszczykowski were overloading the left flank and Dortmund seemed to control the game. The first fifteen minutes of the second half was the best spell by Dortmund from a tactical perspective, but they could not exploit it continually, because of growing impatience in possession. The quiet ball circulation without passing options in the beginning had been replaced by more and more passing options, which were passed on unnecessarily for speed. A few early long balls by the Dortmund centre backs gave away a lot of potential during this phase.</p>
<div id="attachment_16818" class="wp-caption aligncenter" style="width: 423px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Malaga-Min-58.png"><img class=" wp-image-16818 " alt="Blaszczykowski und Gündogan laufen gerade die zentralen Räume an, wo sie mit Piszczek eine Überzahl haben, Bender sichert den Rechtsverteidiger ab. Subotic wartet aber die saubere Situation nicht ab, sondern schickt Götze steil - ohne Erfolg, ein verschenkter Ball." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Malaga-Min-58.png" width="413" height="386" /></a><p class="wp-caption-text">Blaszczykowski and Gündogan run at the central spaces, where they outnumber the opposition with Psizczek. Bender covers for the right-back. Subotic does not wait for a clean pass, but sends Götze – without success, a wasted ball.</p></div>
<p><strong>Return to the Old Formation Too Early</strong></p>
<p>Klopp returned to 4-2-3-1 in the 62nd minute. Later he justified the change with not wanting to introduce Sahin into the 4-3-3. Because of Schieber, introduced as the much more offensively minded alternative to Blaszczykowski, an option for the second eight was missing as well.</p>
<p>The change did not bear fruit for the time being and until Sahin was introduced ten minutes later, Dortmund did not have another shot on goal. Lewandowski&#8217;s offside goal happened during this spell, but it was piecemeal, not possible without the advantage of being offside. The game entered a hectic phase with lots of back and forth without major advantages or longer spells of possession.</p>
<p>Dortmund only got back into the game with Sahin. After only three minutes the play-maker directed one of his infamous diagonal passes towards Reus, who missed a sitter. In that moment Dortmund was able to exploit the advanced position of the fullbacks, Piszczek had run past Isco away from the ball. Another five minutes and Götze had a great opportunity, initiated by Gündogan, now playing higher up the pitch.</p>
<p><strong>Relief Attacks Against Dortmund&#8217;s Rhythm</strong></p>
<p>Borussia was not able to control the game at all times during this phase, because Malaga fought back. They did not allow Dortmund to press them into their own half, instead they used their strong individual skill in attack to create relief attacks. They forced the home team to continually build up play from their own box this way and they ran down the clock.</p>
<p>In addition the Andalusians dominated set pieces in both directions. While Joaquin missed two promising headers, they were able to partially use Dortmund&#8217;s free kicks and corners, which were now more frequent. After defended set pieces they focused play deep down the flanks and were able to create the odd chance on the break. During spells of possession they used simple long balls in behind the fullbacks to bind and push back as many Dortmund defenders as possible.</p>
<p>As a consequence the game became more and more hectic and frayed, denying Dortmund the chance to find a dominant rhythm. Due to the time pressure they made more mistakes in build-up instead, making a few counter-attacks for Malaga possible. One of these opportunities, initiated by Isco, who played a strong second half, led to the 1:2. Borussia was hectic in defence during this scene, trying naively and desperately to regain control of the situation instead of slowing the attack down – a mistake often made by Borussia, especially in nervous moments.</p>
<p><strong>Hummels Kicks for the Win</strong></p>
<div id="attachment_16823" class="wp-caption alignright" style="width: 328px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Malaga-Endphase.png" target="_blank"><img class=" wp-image-16823  " alt="Approximate formations after the 87th minute." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Malaga-Endphase.png" width="318" height="434" /></a><p class="wp-caption-text">Approximate formations after the 87th minute.</p></div>
<p>With a few minutes left on the clock and two goals needed, Klopp grabbed for the crowbar. The black-yellow crowbar was of course Mats Hummels. He was introduced to play long balls from the back, which Santana was supposed to retain up front. Even Subotic sometimes advanced as well.</p>
<p>This crowbar tactic was not demanding, but at least Dortmund interpreted it exceedingly well. Of course Sahin and Hummels can play those long balls as well as anyone in the world, a good basis for this approach.</p>
<p>Dortmund&#8217;s formation did not dissolve into complete chaos either, as they maintained a good distribution for the second balls. Pisczcek and Schmelzer secured the flanks, Lewandowski and Götze speculated on ricocheting balls from Santana. Schieber and Reus went towards bouncing balls as well or passed directly.</p>
<p>Malaga&#8217;s defensive centre and its surroundings were basically swamped, leaving Malaga unable to defend effectively against the rather simplistic kicking. Pellegrini tried to react with a formation change to 4-4-1-1 with Santa Cruz advanced to deny long balls directly, but Sahin and Hummels had too much space to dodge for that to work.</p>
<p>Further developments due to this last-minute plan are already a fix part of football history. A kind of black-yellow mass hysteria, collective adrenaline rush, a singular moment for eternity. Football madness.</p>
<p><strong>Conclusion</strong></p>
<p>What did we learn from this game? Even madness on a historical scale can still be analysed! Even the seemingly unexplainable can be explained. Be that as it may, maybe the most fitting analysis is the text message I received in the stands after the final whistle:</p>
<p><em>„Hammerwanmerdrammergammerlammer wooooopaddieee Ring dingedingdingediiiiii“</em></p>
<p>The BVB advances to the semi-finals. <img alt="" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/3d94f8f9a3ae48a6a1f38f97d4e18cb8" width="1" height="1" /></p>
<p style="text-align: center;"><em><a title="Borussia Dortmund – Malaga C.F. 3:2" href="http://spielverlagerung.de/2013/04/10/borussia-dortmund-malaga-c-f-32/" target="_blank">Original Text by MR</a> &#8211; </em><strong><em>Translation by FI</em></strong></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=16988&amp;md5=94f7b1c85292985c860ef4eb8342d9e6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>English: Eintracht Frankfurt &#8211; Schalke 04 1:0</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/04/21/english-eintracht-frankfurt-schalke-04-10/</link>
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		<pubDate>Sun, 21 Apr 2013 12:19:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Eintracht Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[English]]></category>
		<category><![CDATA[FC Schalke 04]]></category>

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		<description><![CDATA[A Frankfurt team in crisis met Schalke 04 in a fight for the fourth Champions-League berth. Eintracht won three potentially crucial points in a game of differing flank usage. Schalke&#8217;s Direction Much has been said about Jens Keller in recent weeks and months. There was criticism and there was praise. During the last few weeks [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>A Frankfurt team in crisis met Schalke 04 in a fight for the fourth Champions-League berth. Eintracht won three potentially crucial points in a game of differing flank usage.<span id="more-16984"></span></p>
<p><b>Schalke&#8217;s</b><b> Direction</b></p>
<p>Much has been said about Jens Keller in recent weeks and months. There was criticism and there was praise. During the last few weeks Schalke had numerous good performances after a long dry spell and was able to recoup some lost credit with the fans. Schalke&#8217;s way of playing, by now typical, was well visible during long stretches of this game: simple, fairly stable and putting the focus on just a few aspects.</p>
<p>Most interesting is probably Raffael&#8217;s way of playing as nominal ten. Once again he was varying pressing. Instead of the expected 4-4-2 pressing against the Frankfurt centre backs, Schalke used a 4-4-1-1, in which Raffael was conspicuously often adapting to central midfield. He aimed at improving central compactness and defensive stability. The interplay with Höger made this way of playing interesting.</p>
<p>Höger frequently tilted to the right to cover Uchida. The Japanese can then advance and overload the flank, while Bastos as right winger drifts infield. In addition, either Raffael or centre forward Marica moved to the right, opening space for Bastos in the process.</p>
<div id="attachment_16975" class="wp-caption alignright" style="width: 267px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Eintracht-Frankfurt-vs-Schalke-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-16975   " alt="Basic formations at the start" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Eintracht-Frankfurt-vs-Schalke-Grundformationen.png" width="257" height="397" /></a><p class="wp-caption-text">Basic formations at the start</p></div>
<p>On the other hand, nothing much happens on the left flank. Julian Draxler is the sole source of entertainment here, looking for scoring opportunities coming down the left flank and running towards the middle. Keller heightens the attacking potential by allowing Kolasinac to advance, but against Frankfurt this was not particularly effective.</p>
<p>Eintracht had had a reserved six in Russ, Aigner and Inui are similarly capable defenders and Rode returns reasonably swiftly. The middle was rarely open to Schalke, who had to finish most of their attacks by playing on the flanks, creating a few opportunities, but only rarely quality chances.</p>
<p>Schalke was lacking connections in the centre. Raffael had a tough time against Russ and Rode, the former man marked him, depending on the situation. Höger mostly tilted right and Neustädter had to cover a huge area in middle alone. The Eintracht was well adapted to Schalke and Neustädter in particular.</p>
<p><b>Frankfurt&#8217;s</b><b> Pressing</b><b> and</b><b> Attacking</b><b> Play</b></p>
<p>Even though Eintracht employed a 4-4-2 pressing, they did not press the centre backs either. Stendera and Matmour positioned themselves next to Neustädter instead, the latter slightly higher up the pitch. Höger could often be found in the right defensive half-space, where Inui got between Uchida and Höger. As a consequence Schalke&#8217;s build-up suffered.</p>
<p>Neustädter never had much space to make good, strategic passes. Höger received many balls, but was well run at. In the end Schalke advanced with passes to the right flank and attacks from there. Raffael had problems with being outnumbered in the centre, as has already been mentioned.</p>
<p>Besides, Rode frequently moved up a bit during pressing while Russ stayed deep. Frankfurt created more pressure that way and was relatively safe, die to a lack of movement in the centre and the occasional man marking of the Schalke wingers and Marica. Due to their superior scaling, Frankfurt was collectively stronger when fighting for second balls, even if Schalke tackled better at the start of the game and was able to deny a few attacks, mainly through the very active Inui.</p>
<p>Eintracht presented themselves well offensively, too. Passing was strong and fluent. The very young Stendera (born December 1995) performed as well. His chief purpose was to open spaces in the middle and to aid combinations. His technique and running were convincing and his set pieces were frequently dangerous. Changing the way to play in attack, with fewer long balls, made Alex Meier&#8217;s absence inconspicuous.</p>
<div id="attachment_16976" class="wp-caption alignleft" style="width: 267px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Eintracht-Frankfurt-vs-Schalke-Pressing-Frankfurt.png"><img class="wp-image-16976 " alt="Frankfurt's pressing." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Eintracht-Frankfurt-vs-Schalke-Pressing-Frankfurt.png" width="257" height="397" /></a><p class="wp-caption-text">Frankfurt&#8217;s pressing.</p></div>
<p>Additionally a slight asymetry could be seen on the wings. Celozzi and Aigner were overloading the right flank, the former making a number of interesting diagonal runs and exploiting the space behind the fluid Draxler. On the left Ozcipka ran past Inui, who was also supported by Stendera and the drifting Matmour. Frankfurt lacked precision a number of times, but the Eintracht&#8217;s play and tactics were superior, at the latest during the final part of the first half and after Rode started to advance more frequently.</p>
<p><b>Changes</b><b> During</b><b> the</b><b> Second</b><b> Half</b></p>
<p>Jens Keller and his men were trailing again and in need of a comeback, a situation which they had successfully solved against Bayer 04 Leverkusen. After the break there were some quick changes again: Kolasinac advanced far more frequently and used his impressive athleticism in backwards pressing to avoid a major impact on stability. Bastos and Draxler switched sides a few times and there was more Schalke fluidity in the half-spaces in general.</p>
<p>In Minute 64 Keller substituted Neustädter for Jones, enabling more mobility: Jones tilted sometimes, advanced frequently and even drifted to the flanks. The intention was clearly to improve Schalke&#8217;s offensive potential. Barnetta was introduced for Bastos on the right as a strong dribbler.</p>
<p>None of the measures were genuinely effective. Schalke had more play and more opportunities, but all in all creativity in the centre was still lacking and the substitutions did not repair the damage. Frankfurt was pushed back however and mainly threatened on the break.</p>
<p>Celozzi, who advanced continually, and Stendera, who showed a few good shifts of play, were convincing. In general the Eintracht had the more complete game and took to crosses and short passing combinations more frequently in order to reach their goal. Lakic for Matmour was supposed to make this way of playing even more effective, but it did not. Höwedes going forward during the final minutes seemed like an act of desperation on the part of Schalke.</p>
<p><b>Conclusion</b></p>
<p>The game as such gathered pace after the break and was interesting, in spite of the sole goal, even if there were no changes tactically. The most interesting interplay was probably the effect of Frankfurt&#8217;s game plan on Schalke&#8217;s centre and the players&#8217; reaction to the changing rhythm. From time to time Frankfurt was pressing, sometimes Schalke, but only Eintracht achieved a clear superiority during the final part of the first half. Schalke was lacking creativity and diversity of ideas in attack.</p>
<p style="text-align: right;">Original Text by RM. Translation by FI.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Spielverlagerung thanks FI for  his again outstanding work. There are probably more mistakes in my  thanking than in his translation.</em></p>
<p><img alt="" src="http://vg03.met.vgwort.de/na/adbf6afc31f946f1a4e0e7bf2998781d" width="1" height="1" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=16984&amp;md5=3b57ff3e4cfc049c17f44522d95d30de" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Montpellier HSC &#8211; Olympique Lyon 1:2</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/04/20/montpellier-hsc-olympique-lyon-12/</link>
		<comments>http://spielverlagerung.de/2013/04/20/montpellier-hsc-olympique-lyon-12/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 20 Apr 2013 16:17:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ligue 1]]></category>
		<category><![CDATA[Trainerporträts]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir analysieren das Spitzenspiel der Ligue 1 zwischen Montpellier und Lyon und philosophieren dabei auch allgemeintaktisch ein wenig über die Psychologie und Gruppendynamik vorrückender Innenverteidiger. Nach dem Meistertitel in der vergangenen Saison erlebte Montpellier nun eine sehr durchwachsene Spielzeit, hatte gerade in den ersten Monaten große Probleme und konnte sich erst kürzlich wieder in die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Wir analysieren das Spitzenspiel der Ligue 1 zwischen Montpellier und Lyon und philosophieren dabei auch allgemeintaktisch ein wenig über die Psychologie und Gruppendynamik vorrückender Innenverteidiger.<span id="more-16971"></span></p>
<p>Nach dem Meistertitel in der vergangenen Saison erlebte Montpellier nun eine sehr durchwachsene Spielzeit, hatte gerade in den ersten Monaten große Probleme und konnte sich erst kürzlich wieder in die oberen Ränge hinein kämpfen. Mit einem Sieg gegen den Tabellendritten aus Lyon wäre sogar noch einmal ein Angriff auf die CL-Plätze möglich gewesen.</p>
<p><b>Lyons Formationswechsel und situative Mannorientierungen</b></p>
<div id="attachment_16972" class="wp-caption alignleft" style="width: 280px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/montpellier-lyon.png"><img class=" wp-image-16972" alt="montpellier-lyon" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/montpellier-lyon.png" width="270" height="362" /></a><p class="wp-caption-text">Die Grundformationen</p></div>
<p>Hatte Lyon beispielsweise im <a href="http://spielverlagerung.de/2013/03/11/olympique-lyon-olympique-marseille-00/" target="_blank">Topspiel gegen Marseille vor gut einem Monat</a> noch aus viel Ballbesitz wenig machen können, schlüpften sie gegen das dominant angelegte Positionsspiel der Hausherren aus Montpellier nun selbst in die abwartende Rolle. Aus ihrer grundsätzlichen 4-4-2-Defensivformation heraus verwendeten sie aber einige Kniffe und Anpassungen, um die auf Kontrolle ausgerichteten Gastgeber zu neutralisieren.</p>
<p>Durch die Flexibilität von Steed Malbranque, der defensiv tendenziell als halbrechter Stürmer neben Lisandro agierte, konnte Lyon immer wieder situativ in flache und angepasste 4-5-1-Ordnungen wechseln, um gegen die breiten Außenverteidiger und die hochstehende Spielanlage der Hausherren mehr Stabilität zu haben. Dies war besonders deshalb wichtig, weil Clement Grenier als halblinker Sechser/Achter häufig verschiedene situative Manndeckungen in seinem Raum übernahm – meistens auf Montpelliers Zehner Younes Belhanda oder den von rechts einrückenden und fast ebenso spielstarken Remy Cabella. Deren Bespielen der Zwischenräume konnte Lyon somit gut eindämmen, was aber nur dank der flexiblen Grundformation samt zurückfallendem Malbranque abgesichert werden konnte.</p>
<p><b>Fluch und Segen des aufrückenden Innenverteidigers</b></p>
<p>Montpelliers alternative Lösung dagegen sah so aus, dass einer der beiden Innenverteidiger immer wieder mit nach vorne stieß. Ganz besonders wurde dies auf halbrechts von Kapitän Hilton praktiziert, der sehr mutig immer wieder an Lisandro vorbeimarschierte, wenn dieser ihn passiv auf die Seite lenken sollte. Wegen Greniers Mannorientierungen in den Bereichen unmittelbar vor ihm und Stamboulis Spielintelligenz fand Hilton auch Freiheiten vor und konnte einige Angriffe mit direkten Pässen gut einleiten.</p>
<p>Häufig wurden diese nach anfangs langen und geduldigen Ballbesitz-Phasen mit dem Vorstoß des Innenverteidigers sehr direkt beendet. Mit einem längeren und direkten Vertikalpass hinter die Abwehr auf Mounier leitete Hilton die – abgesehen von den Toren – vielleicht beste Chance des Spiels ein, doch ansonsten konnte Montpellier nicht allzu viel aus ihrem Ballbesitz machen – es sprangen nicht einmal Halbchancen heraus.</p>
<p>Hier zeigte sich, dass das Aufrücken des eigenen Innenverteidigers gegen situative Mannorientierungen – <a href="http://spielverlagerung.de/2012/03/30/fc-schalke-04-athletic-bilbao-24/" target="_blank">normalerweise ein enorm sinnvolles Mittel</a> – aus psychologischen Gründen auch ein zweischneidiges Schwert sein kann, wenn die Spieler „richtig“ über die Situation und die Spieldynamik nachdenken und die Maßnahme dann „zu gut“ ausführen wollen. Wenn Hilton mit Ball vorstieß und damit einen zusätzlichen, freien Spieler im Mittelfeldbereich generierte, versuchten Belhanda und Cabella zu andauernd durch ausweichende Läufe Räume zu öffnen und den Vorstoß zu erleichtern.</p>
<p>Gelegentlich hätten sie auch mal sich näher zum ballführenden Hilton bewegen und dann eine Kombination initiieren müssen, da sie so lokal Überzahl herstellen und auf diesem Wege neue Freiräume beim vorwärtsgerichteten Zusammenspiel hätten erzeugen können. Da Hilton bereits „frei“ vorstieß, wären auch zum Ball gerichtete Läufe gegen die situativen Manndeckungen effektiv gewesen. So allerdings orientierten sich Belhanda und Cabella zu strikt an der Idee des Raumschaffens und entfernten sich zu weit vom Spielgeschehen.</p>
<p><b>Ineffektive und isolierte Fluidität</b></p>
<p>Überhaupt wurde Montpelliers Offensive durch die weglaufenden Bewegungen und den entstehenden Zwang, die Angriffe im letzten Drittel dermaßen direkt zu Ende zu spielen, zu flach, vorwärtsgerichtet und vorschnell. Gerade nach dem Herausspielen aus engen, äußeren Situationen und einer folgenden Verlagerung (zum Beispiel von Stambouli auf El-Kaoutari) auf die andere Spielfeldseite wurden die Positionen an der Abseitslinie nicht neu sortiert. Besonders bei Verlagerungen von rechts nach halblinks boten sich die Offensivspieler kaum in Anpassung an die veränderte Spielsituation an, sondern schienen schlicht Gegenspieler in dem „alten“ Raum der vorherigen Szene  binden zu wollen.</p>
<p>Alles in allem konnte die offensive Fluidität Montpelliers kaum zum Tragen kommen. Auch die ausweichenden Bewegungen von Mittelstürmer Camara, der sich immer wieder auf seine angestammte rechte Seite fallen ließ, um diesen Raum zu besetzen und die Mitte für seine spielstarken Partner zu öffnen, brachten den Hausherren nichts ein. Zum einen natürlich aufgrund der Tatsache, dass die selbst häufig ausweichenden Belhanda und Cabella nicht effektiv genug zueinander fanden und die von Camara geöffneten Räume nicht koordiniert bespielen konnten.</p>
<p>Zum anderen war es aber auch wieder einmal die Defensivarbeit Lyons, die eine gute Antwort auf Camara parat hatte. Dank einer asymmetrischen Dreierkettenbildung konnte der halblinke Innenverteidiger Umtiti Camara immer wieder mannorientiert verfolgen – der eng stehende Linksverteidiger Dabo nahm dann im Zuge einer Defensivrochade die vakante Stelle ein. Möglich wurde dies, weil beide Akteure zentral sowie außen verteidigen und auch Hybridrollen als Halbverteidiger in einer Dreierkette bekleiden können.</p>
<p><b>Lyons Offensivspiel</b></p>
<p>Im Gegensatz zu Montpellier konnte sich Lyon in der Offensive mehr Chancen erspielen und hatte eine Reihe an Torabschlüssen. In Lisandro besaßen sie einen ebenfalls beweglichen Stürmer, der vorne präsent war, sich aber gelegentlich auch tiefer mit einband und vom hochaufrückenden Briand unterstützt wurde. Dieser agierte in seiner vorgeschobenen Position oftmals gar wie eine zweite Spitze, wodurch er den gegnerischen Linksverteidiger nach innen und hinten drücken sollte.</p>
<p>Somit entstand Raum auf der Außenbahn, den aber nicht nur der deutlich offensivere der beiden Außenverteidiger, Fofana, bespielte, sondern häufig auch Steed Malbranque, der als halbrechter Achter immer wieder hinter Briand auf die Seite rochierte und diesen praktisch hinterlief – <a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/01/vfl-wolfsburg-1-fc-nurnberg-22/" target="_blank">ähnlich wie es gelegentlich im System des 1. FC Nürnberg vorgesehen ist</a>.</p>
<p>Mit dem von links in den Achter- und Zehnerraum einrückenden Spielmacher Gourcuff hatte Lyon dann einen Akteur, der seine Mitspieler auch passend in Szene setzen konnte. Bei einem typischen Angriff zog der ehemalige Nationalspieler von halblinks zur Mitte, spielte einen Doppelpass mit dem ausweichenden Lisandro und verlagerte das Spiel dann diagonal auf Malbranque und Fofana, die rechts im Rücken des eingerückten Briand vorstießen.</p>
<p>Hinzu kamen dann noch die bei Hereingaben gefährlichen Vertikalvorstöße von Clement Grenier, der sich alternativ auch mal mit Gourcuff auf halblinks durch kombinierte. Grenier war es dann auch, der nach einer halben Stunde Lyons Führung vorbereitete, als er einmal das rechts vorkommende Muster auf halblinks anwendete, hinter dem zentral postierten Gourcuff die geöffnete Außenbahn anlief und Lisandro mit einer Flanke bediente.</p>
<p>Insgesamt war es also trotz der vielen geduldigen Ballbesitz-Phasen Montpelliers, deren Mangel an Torabschlüssen sowie den klar abgesteckten Rollen der beiden Teams eine flotte und unterhaltsame Begegnung – mit vorschnellem Spiel der Hausherren im letzten Drittel und einer Reihe an guten Tormöglichkeiten und Halbchancen auf der anderen Seite.</p>
<p><b>Montpelliers Probleme auf außen</b></p>
<p>Verglichen mit dem aktiven Fofana fehlte es Montpellier auch an durchschlagskräftigen Außenverteidiger. Zwar brachten sich Congré und Bedimo im Ballbesitzspiel sehr gut ein und schoben zu Beginn auch gut vor, doch im letzten Drittel kam von ihnen kaum mehr etwas. Hier agierten sie in letzter Instanz zu zögerlich und waren bei ihren wenigen Aktionen auch zu ineffektiv. Hilton versuchte einige Male lange Diagonalbälle auf seine Außenverteidiger, die allesamt nichts einbrachten, was auch an der Aufmerksamkeit von Fofana und Dabo lag, die ihre Vordermänner zu entlasten wussten.</p>
<p>Lyons Außenspieler verhielten sich gegen die vielen Positionsverschiebungen der Gastgeber aber auch geschickt und ließen sich gerade auf den Außen nur selten in ungünstige Bereiche und Situationen ziehen. So neutralisierten sie vor allem die herauskippenden Bewegungen von Stambouli und Bryan Dabo, die immer wieder mit auf die Seite gingen und dort Angriffe einleiten sollten. Gerade Stambouli wollte somit auch Raum für Hilton öffnen, doch letztlich konnten die Sechser in ihren äußeren Positionen keine Verbindungen in der Zentrale herstellen.</p>
<p>Von außen konnten sie zwar weiterhin als organisierende Kräfte wirken und Verlagerungen oder Seitenwechsel spielen, doch fanden sie keine Freiräume vor, wie sie sie durch das Herauskippen gerne kreiert hätten. Stattdessen verhielten sich die Außenspieler Lyons gegen diese Bewegungen positionsorientiert und übernahmen die neuen Gegenspieler – Briand und Gourcuff waren in der Nähe der Sechser, die Außenverteidiger konnten bei Bedarf ihre Pendants abfangen.</p>
<p>Weil Lyon bei eigenem Ballbesitz eine provisorische Dreierkette errichtete sowie Linksverteidiger Dabo gegenüber dem viel offensiveren Fofana konstant absichern ließ und darüber hinaus auch geschickt auf Camaras Bewegungen reagierte, fehlten Montpellier die Konterräume als Alternative zu ihrem Ballbesitzspiel – was doch durchkam, entschärfte der umsichtige Gonalons, der mit seiner Spielintelligenz große Räume schließen konnte, bis er von seinen beiden energischen offensiveren Mittelfeldpartnern Hilfe erhielt.</p>
<p><b>Verbesserungen nach dem Gegentor und in der Schlussphase</b></p>
<p>Somit kam Montpellier erst zum Ende des ersten Durchgangs besser ins Spiel – und zwar dadurch, dass sich Belhanda und Cabella langsam aber sicher doch tendenziell besser in den Zehnerräumen postierten und die Probleme der fehlenden Verbindungen etwas verringerten. Kurz vor der Pause sorgten die beiden mit einer Koproduktion für den Ausgleich, als sie einmal den linken Flügel überluden – allerdings konnte der Treffer auch nur fallen, weil Belhanda nach dem Zusammenspiel noch mit großer individueller Klasse mehrere Gegenspieler ausdribbelte.</p>
<p>Dennoch war nach dem Seitenwechsel eher Montpellier die bessere und gefährlichere Mannschaft. Auch wenn die Verbesserungen keinesfalls konstant oder durchschlagend waren, so konnten sie durch besseres Zusammenspiel im Zehnerraum doch die eine oder andere gute Abschlussposition erarbeiten. Durch die verbesserte Präsenz im Zentrum fand Lyon auch nicht mehr ganz so viele Räume, um in erster Instanz überhaupt schnell nach vorne zu kommen, um dort dann ihre Spielzüge aufziehen zu können.</p>
<p>Wirkliche, greifbare taktische Änderungen gab es dann für die letzten 20 Minuten durch Montpelliers Trainer René Girard. Mit Charbonnier kam ein „echter“ Mittelstürmer anstelle von Mounier ins Spiel. Cabella wechselte die Seite und übernahm dessen Position, während Camara auf den angestammten rechten Flügel rutschte.</p>
<p>Dadurch verbesserte sich die Spielbalance bei den Hausherren merklich, da sie nun viel weniger auf den rechten Raum fokussiert waren, in dem sich ihr Spiel durch die Tendenzen von Belhanda und Cabella, die ausweichenden Läufe Camaras, die Dominanz Stamboulis im Aufbau und die Vorwärtssprints Hilton bisher geballt hatte. Wegen Mouniers hoher Stellung und Bryan Dabos seitlicher Position hatten sie im linken Halbraum bis dahin keinerlei Präsenz gehabt – doch nun waren Cabella und Belhanda genau dort vermehrt unterwegs und machten dem für Malbranque gekommenen Martial Probleme.</p>
<p>Insgesamt war die Raumaufteilung bei Montpellier viel gestreuter und natürlicher, weshalb das gesamte Angriffsspiel flüssiger lief. Weil sie aber mehrere gut herauskombinierte Chancen teilweise fahrlässig liegen ließen, konnte Lyon mit einem der wenigen Entlastungsangriffe in der Nachspielzeit noch eine Ecke erzwingen – und Grenier verwandelte den Abpraller nach dieser Standardsituation mit einem Sonntagsschuss zum 1:2.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>In letzter Instanz war es ein glücklicher Sieg für Lyon, der auch glücklich zustande kam – in einem Spiel, das lange Remis stand, war am Ende Montpellier eigentlich näher am Siegtreffer. Betrachtet man allerdings die gesamten 90 Minuten, muss man auch sagen, dass die Hausherren fast 50 % der Spielzeit kaum gefährlich waren. In dieser Zeit überzeugte Lyon dagegen sowohl offensiv als auch defensiv. Von daher ist der Dreier in der Gesamtbewertung zumindest nicht unverdient. Für Montpellier sind die CL-Hoffnungen damit natürlich dahin, während Lyon auch den Konkurrenten aus Marseille um die direkte Qualifikation für die Königsklasse unter Druck setzt.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=16971&amp;md5=f6c3c58b30c03419c8129ca4e220aa28" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Eintracht Frankfurt &#8211; FC Schalke 04 1:0</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Apr 2013 15:45:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Eintracht Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[FC Schalke 04]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Kampf um den vierten Champions-League-Platz trafen die kriselnden Frankfurter auf Schalke 04. In einem Spiel der unterschiedlichen Flügelnutzungen errang die Eintracht die womöglich enorm wichtigen drei Punkte. Schalkes Ausrichtung Über Jens Keller wurde in den letzten Wochen und Monaten viel geredet. Es gab Kritik und Lob, in den letzten Wochen zeigten die Schalker nach [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Im Kampf um den vierten Champions-League-Platz trafen die kriselnden Frankfurter auf Schalke 04. In einem Spiel der unterschiedlichen Flügelnutzungen errang die Eintracht die womöglich enorm wichtigen drei Punkte.<span id="more-16974"></span></p>
<p><b>Schalkes Ausrichtung</b></p>
<p>Über Jens Keller wurde in den letzten Wochen und Monaten viel geredet. Es gab Kritik und Lob, in den letzten Wochen zeigten die Schalker nach einer längeren Durststrecke zahlreiche gute Leistungen und konnten sich etwas von ihrem aufgebrauchten Kredit bei den Fans wieder zurückholen. Die typisch gewordene Spielweise der Schalker sah man in dieser Partie über weite Strecken sehr gut: Sie ist simpel, relativ stabil und fokussiert sich auf einige wenige Aspekte.</p>
<div id="attachment_16975" class="wp-caption alignright" style="width: 377px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Eintracht-Frankfurt-vs-Schalke-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-16975 " alt="Grundformationen zu Beginn" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Eintracht-Frankfurt-vs-Schalke-Grundformationen.png" width="367" height="567" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen zu Beginn</p></div>
<p>Das Interessanteste dürfte Raffaels Spielweise als nomineller Zehner sein. Einmal mehr war er es, der das Pressing variierte; statt dem erwarteten 4-4-2-Pressing gegen die Innenverteidiger Frankfurts wurde mit einem 4-4-1-1 gespielt, in welchem sich Raffael auffällig oft an das zentrale Mittelfeld orientierte. Er wollte dabei die Kompaktheit in der Mitte und die defensive Stabilität erhöhen. Außerdem war es eine Wechselwirkung mit Höger, die diese Spielweise interessant machte.</p>
<p>Höger kippt oft nach rechts ab, um dort für Uchida abzusichern. Der Japaner kann dann nach vorne gehen und die Seite überladen, während Bastos als Rechtsaußen in  die Mitte schiebt. Zusätzlich bewegt sich entweder Raffael oder Mittelstürmer Marica immer wieder auf die rechte Seite, wodurch Bastos Räume in der Mitte geöffnet werden.</p>
<p>Über die linke Seite geht hingegen eher wenig. Hier spielt zumeist Julian Draxler den Alleinunterhalter, immer wieder kommt er über links in die Mitte und sucht den Abschluss. Die offensive Durchschlagskraft erhöht Keller dabei durch Kolasinac aufrücken. Gegen Frankfurt war diese Spielweise aber nicht allzu durchschlagskräftig.</p>
<p>Die Eintracht hat mit Russ einen zurückhaltenden Sechser gehabt, Aigner und Inui sind ebenfalls gut im Defensivspiel und auch Rode kommt ausreichend schnell zurück. Die Mitte wurde für Schalke nur selten geöffnet, die meisten Angriffe mussten sie über die Seite zu Ende spielen und hatten dadurch einige Abschlüsse, aber nur wenige Großchancen.</p>
<p>Zentral fehlten den Schalkern die Verbindungen. Raffael tat sich gegen Russ, der sich öfters situativ als Manndecker betätigte, und Rode schwer. Höger kippte meistens nach rechts und Neustädter musste weite Räume in der Mitte alleine sichern. Ohnehin war die Eintracht auf Schalke und insbesondere Neustädter sehr gut eingestellt.</p>
<p><b>Frankfurts Pressing und Offensivspielweise</b></p>
<p>Die Eintracht stellte die Innenverteidiger des Gegners trotz eines 4-4-2-Pressings ebenfalls nicht zu. Stattdessen postierten sich Stendera und Matmour (dieser etwas höher) neben Neustädter. Höger befand sich oft im rechten defensiven Halbraum, wo Inui sich oft zwischen Uchida und Höger positionierte. Schalkes Aufbauspiel litt dadurch unter gewissen Problemen.</p>
<p>Neustädter hatte nie viel Raum, um strategisch gute Pässe zu spielen. Höger erhielt zwar viele Bälle, wurde dann aber gut angelaufen und letztlich waren es vorrangig Pässe auf den rechten Flügel und Angriffe von dort, mit denen Schalke nach vorne kam. Im Zentrum hatte Raffael wie schon erwähnt Probleme mit der gegnerischen Überzahl.</p>
<p>Außerdem rückte Rode im Pressing öfters etwas nach vorne und Russ blieb tiefer. Dadurch erzeugte Frankfurt mehr Druck und stand wegen der mangelnden Bewegung im Zentrum sowie einzelnen mannorientierten Verfolgungen der Schalker Außenstürmer und Maricas relativ sicher. Sie waren wegen der besseren Staffelung auch stärker im kollektiven Spiel um die zweiten Bälle, auch wenn Schalke in der Anfangsphase in den Zweikämpfen selbst überlegen war und einige Angriffe, vorrangig über den sehr aktiven Inui, abwürgen konnte.</p>
<div id="attachment_16976" class="wp-caption alignleft" style="width: 377px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Eintracht-Frankfurt-vs-Schalke-Pressing-Frankfurt.png"><img class=" wp-image-16976 " alt="Frankfurts Pressing" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Eintracht-Frankfurt-vs-Schalke-Pressing-Frankfurt.png" width="367" height="567" /></a><p class="wp-caption-text">Frankfurts Pressing</p></div>
<p>Offensiv zeigte sich die Eintracht ebenfalls gut. Das Passspiel war stark und flüssig, der sehr junge Stendera (Dezember 1995 geboren) zeigte ebenfalls eine gute Leistung. Er diente vorrangig als dynamischer Raumöffner in der Mitte und als Kombinationsspieler. Sowohl technisch als auch läuferisch überzeugte er und auch seine Standards sorgen immer wieder für Gefahr. Alex Meiers‘ Fehlen wurde also durch eine veränderte Spielweise im Offensivspiel mit weniger langen Bällen vergessen gemacht.</p>
<p>Auf den Flügeln gab es eine zusätzliche leichte Asymmetrie. Über rechts überluden Celozzi, der sich einige Male sehr interessant diagonal bewegte und die Räume hinter dem fluiden Draxler nutzte, und Aigner die Seite. Auf links wurde Inui von Ozcipka hinterlaufen sowie von Stendera und dem ausweichenden Matmour unterstützt. Frankfurt fehlte es einige Male in der Präzision beim Beenden von Angriffen, aber spätestens in der Schlussphase der ersten Hälfte und nach Rodes vermehrtem Aufrücken in die Offensive war die Eintracht spielerisch und taktisch überlegen.</p>
<p><b>Veränderungen in der zweiten Spielhälfte</b></p>
<p>Abermals mussten Jens Keller und seine Mannen also einem Rückstand hinterherlaufen, wie schon gegen Bayer 04 Leverkusen, wo sie das erfolgreich gestalteten. Nach der Halbzeit gab es ein weiteres Mal schnelle Umstellungen: Kolasinac rückte deutlich öfter mit nach vorne auf und nutzte seine beeindruckende Athletik im Rückwärtspressing, um die Stabilität möglichst wenig darunter leiden zu lassen. Bastos und Draxler tauschten ein paar Mal die Seiten und generell gab es mehr Fluidität in den Halbräumen bei Schalke.</p>
<p>Zur 64. Minute brachte Keller Jones für Neustädter. Damit wurde die Beweglichkeit weiter erhöht: Jones kippte manchmal ab, ging oft nach vorne oder wich gar auf den Flügel aus. Ziel war eindeutig das Erhöhen der Durchschlagskraft in der Offensive und zusätzlich wurde Barnetta als dribbelstarker Akteur für rechts statt Bastos eingewechselt.</p>
<p>Wirklich effektiv war dies alles nicht. Zwar hatte Schalke mehr vom Spiel und mehr Chancen, aber alles in allem fehlte es weiterhin an der nötigen Kreativität aus der Mitte heraus, die auch die Einwechslungen nicht beheben konnten.  Frankfurt ließ sich allerdings deutlich weiter zurückdrängen und kam vorrangig über Konter nach vorne.</p>
<p>Hier überzeugten Celozzi, der unaufhörlich nach vorne mitging, und Stendera, der einige gute Seitenwechsel zeigte. Generell war die Eintracht in ihrer Spielanlage kompletter und griff öfter zu Flanken oder Kurzpasskombinationen zurück, um ihr Ziel zu erreichen. Lakic statt Matmour sollte die Effektivität dieser Spielweise noch erhöhen, tat es aber nicht. Höwedes Aufrücken in der Schlussphase wirkte dann wie eine Verzweiflungstat der Schalker.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Das Spiel als solches nahm nach den Wechseln an Fahrt auf und war wohl trotz nur einem Tor eine interessante Partie, auch wenn sich aus taktischer Sicht keine besonderen Veränderungen zeigten. Die interessantesten Wechselwirkungen betrafen vermutlich die Auswirkung der Frankfurter Spielweise auf Schalkes Zentrum und die Reaktionen der Spieler auf die veränderten Spielrhythmen; ab und zu war Frankfurt am Drücker, manchmal war es Schalke, eine klare Dominanz gab es aber wohl nur in der Schlussphase der ersten Hälfte durch die Eintracht. Schalke mangelte es an Kreativität und Ideenvielfalt im Offensivspiel.<br />
<img alt="" src="http://vg03.met.vgwort.de/na/47b393478fe047ab9aa8a1706c7fcb3a" width="1" height="1" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=16974&amp;md5=c452aa7daef985d011dcf60c23805be7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Systemanalyse: Dortmunds 5:0-Halbzeit</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/04/19/dortmunds-systementwicklung-und-die-50-halbzeit/</link>
		<comments>http://spielverlagerung.de/2013/04/19/dortmunds-systementwicklung-und-die-50-halbzeit/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 19 Apr 2013 13:25:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Borussia Dortmund]]></category>
		<category><![CDATA[Greuther Fürth]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit Gündogan auf der Zehn kreiert der BVB ein neues System und vernichtet Fürth in 45 Minuten. Im Auswärtsspiel gegen die sehr defensiv ausgerichtete Spielvereinigung aus Fürth passte sich das Dortmunder Trainerteam ausführlich an den Gegner an und formierte ein durchschlagskräftiges Ballbesitzsystem, das sich trotz üblicher 4-2-3-1-Grundordnung sehr stark vom Standardsystem der Borussen unterschied. Die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Mit Gündogan auf der Zehn kreiert der BVB ein neues System und vernichtet Fürth in 45 Minuten.<span id="more-16953"></span></p>
<p>Im Auswärtsspiel gegen die sehr defensiv ausgerichtete Spielvereinigung aus Fürth passte sich das Dortmunder Trainerteam ausführlich an den Gegner an und formierte ein durchschlagskräftiges Ballbesitzsystem, das sich trotz üblicher 4-2-3-1-Grundordnung sehr stark vom Standardsystem der Borussen unterschied. Die offensive Ordnung war eher eine Art 3-1-5-1.</p>
<p><strong>Asymmetrie im Aufbau</strong></p>
<div id="attachment_16955" class="wp-caption alignright" style="width: 363px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Dortmund-gegen-Fürth.png" target="_blank"><img class=" wp-image-16955 " alt="Anordnung bei Ballbesitz Dortmund" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Dortmund-gegen-Fürth.png" width="353" height="482" /></a><p class="wp-caption-text">Anordnung bei Ballbesitz Dortmund</p></div>
<p>Die Änderungen betrafen vor allem das Spiel mit dem Ball, welches schon in erster Linie stark an die veränderte Besetzung angepasst wurde. Diese wurde sehr asymmetrisch über die rechte Seite aufgezogen, wo <a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2012/index.php?tag=29&amp;reiter=g&amp;bmi=138431#/match:138431/filter:pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:35470/minutes:1,45/area:-1,-1,1,1" target="_blank"><em>Lukasz Piszczek früh nach vorne schob</em></a> und alle offensiven Freiheiten genoss.</p>
<p>Dahinter ging <a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2012/index.php?tag=29&amp;reiter=g&amp;bmi=138431#/match:138431/filter:pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:38027/minutes:1,45/area:-1,-1,1,1" target="_blank"><em>Santana nach außen</em></a>, sodass Piszczek von einem relativ schnellen Spieler abgesichert wurde. Desweiteren entzog sich der staksige Brasilianer dadurch dem Druck von Fürths Stürmern, während Hummels zentral blieb und seine Ballsicherheit dort einbringen konnte.</p>
<p><a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2012/index.php?tag=29&amp;reiter=g&amp;bmi=138431#/match:138431/filter:pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:31438/minutes:1,45/area:-1,-1,1,1" target="_blank"><em>Nuri Sahin bewegte sich als Spieleröffner</em></a> um Santana herum, sodass dieser zum einen simple, kurze Abspielstationen hatte und zum anderen die Verantwortung für die anspruchsvollen Aufbaupässe abgeben konnte. Sahin konnte somit in den tiefen Positionen seine große Passstärke perfekt einbringen.</p>
<p><strong>Zentrumsbesetzung von vorne</strong></p>
<p>Dabei war Sahin zwar auf dem Papier im Mittelfeld aktiv, aber bewegte sich so tief darin, dass er de facto wenig Präsenz in den zentralen Räumen hatte. Diese wurden stattdessen von Gündogan, Kehl und Blaszczykowski flexibel besetzt.</p>
<p><a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2012/index.php?tag=29&amp;reiter=g&amp;bmi=138431#/match:138431/filter:pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:13849/minutes:1,45/area:-1,-1,1,1" target="_blank"><em>Kehl bewegte sich dabei horizontal</em></a> in der Mitte der Formation und fungierte als zentraler Balancegeber des gesamten Spiels. So konnte er seine Übersicht und Antizipation optimal einbringen, ohne technisch all zu anspruchsvolle Aufgaben übernehmen zu müssen. Er hielt Kontakt zu den vielen umliegenden Spielern und verteilte die Pässe simpel und effektiv.</p>
<p>Blaszczykowski konnte die Freiheiten nutzen, die ihm Piszczeks hochgeschobene Rolle einbrachte und war der Balancegeber in den höheren Bereichen. So spannte er mit Kehl ein flexibel absicherndes Gerüst um Gündogan herum, welcher sich darin sehr frei bewegen durfte.</p>
<p><strong>Gündogan als freier Verbindungsspieler</strong></p>
<p>Die Rolle des jungen Nationalspielsers war dabei die entscheidende Änderung zum üblichen 4-2-3-1, in dem Götze als eher attackierender Zehner fungiert. Gündogan interpretierte die Rolle strategischer und verbindender, wozu er <em><a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2012/index.php?tag=29&amp;reiter=g&amp;bmi=138431#/match:138431/filter:pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:37636/minutes:1,45/area:-1,-1,1,1" target="_blank">beständig durch die Achterräume driftete</a></em>.</p>
<p>Im Laufe der Saison sollte Götze seine Rolle schon vermehrt auf diese Weise interpretieren, da die Borussen mehrfach Probleme im Spielaufbau bekamen, wenn dieser extrem auf Gündogan lastete. Das kam ihm aber <a title="Borussia Dortmund – Malaga C.F. 3:2" href="http://spielverlagerung.de/2013/04/10/borussia-dortmund-malaga-c-f-32/" target="_blank">wie beispielsweise gegen Malaga</a> nicht so recht entgegen. Er konnte seine herausragenden Qualitäten im Angriffsdrittel dadurch weniger einbringen und für das strategische Spiel im defensiven Mittelfeld fehlt es ihm phasenweise an Geduld und spielerischer Reichweite. Ihm liegt das schnelle, riskante Spiel in den engen Räumen der Offensive mehr als die ruhige Ballverteilung aus größeren Löchern.</p>
<p>Gündogan hingegen war eine optimale Besetzung für den zurückfallenden Zehner. Als defensiver Spielmacher mit außergewöhnlicher Kombinationsstärke und Ballsicherheit konnte er perfekt die Aufgaben im Angriffs- und Aufbauspiel verbinden. Zudem untermauerte er seine Fortschritte beim Spiel in den Strafraum, die er schon <a title="Deutschland – Kasachstan 4:1" href="http://spielverlagerung.de/2013/03/27/deutschland-kasachstan-41/" target="_blank">beim DFB gegen Kasachstan</a> andeuten konnte. Mit zwei Treffern verdoppelte er sein Torkonto dieser Saison.</p>
<p>Durch diese veränderte Zehnerrolle hatte Dortmund effektiv einen zusätzlichen Spieler in den zentralen Räumen, ähnlich den Bayern mit Kroos. So entwickelte sich ein stabileres Aufbauspiel mit mehr Bewegungsfreiheiten für alle zentralen Spieler, ohne dass die Absicherung darunter litt.</p>
<p><strong>Großkreutz und Götze</strong></p>
<p>Interessant war dabei auch die Rolle von Kevin Großkreutz, der neben den nach rechts schiebenden Innenverteidigern die linke Seite abzusichern hatte. So stand der BVB anfangs meist in einer Dreierkette, wobei Großkreutz sich teilweise sogar sehr eng neben Hummels platzierte, wenn sich beispielsweise ein mögliches Durchbrechen von Sararer erahnen ließ. Er nahm also schon in Ballbesitz aktiv Defensivpositionen ein, was der Stabilität gut tat und Hummels entlastete.</p>
<p>Mit seiner außergewöhnlichen Spielintelligenz gelang es Großkreutz trotzdem, in der Offensive kaum zu fehlen. Er antizipierte die Dortmunder Ballzirkulation und ging weite Wege nach vorne, wenn das Mittelfeld unterstützende Breite auf links benötigte. Im Angriffsspiel agierte er dann mit seinem stärkeren rechten Fuß öfters diagonal, was sich wiederum gut mit der Rolle von Götze ergänzte.</p>
<p>Dieser agierte meistens recht weit außen mit großem Fokus auf das Angriffsspiel und Dribblings. So brachte er dauerhaft Breite ins Spiel und Zog die Fürther Viererkette aus dem Ballungsraum halbrechts. Nach schnellem Durchspielen auf links oder Ballrückeroberungen im Gegenpressing, konnte er dann 1-gegen-1 gehen oder mit Großkreutz und Lewandowski kombinieren. Dadurch, dass er kaum Aufbauarbeit zu übernehmen hatte, war er in Tornähe präsenter als sonst und demonstrierte seine Qualitäten in diesem Bereich mit zwei Treffern und einer Vorlage.</p>
<p><strong>Vielfältige Durchschlagskraft</strong></p>
<p>Neben Götze konnte gleich eine ganze Phalanx von Spielern in den Strafraum stoßen, sodass Dortmund aus der Dominanz im Zentrum vielfältig in die Spitze spielen konnte. Blaszczykowski konnte aus seinen „Balancepositionen“ ausbrechen und mit Tempo die kurzen Wege hinter die Abwehrlinie gehen, Gündogan positionierte sich gelegentlich in höheren Positionen und Piszczek zeigte seine typischen Tiefensprints von rechts. Auch Großkreutz lief bei seinen nachstoßenden Läufen vereinzelt durch.</p>
<p>Für diese Läufe riss außerdem Lewandowski Lücken, denn auch der Torjäger hatte natürlich eine passende Rolle. Wie üblich ließ er sich vereinzelt zurückfallen und half im Kombinationsspiel, wobei sich sein üblicher Fokus auf den halblinken Raum gut in die taktische Umgebung einfügte. Dort konnte er simple Abspielmöglichkeiten für Kehl bieten und hatte mit Götze, Blaszczykowski, Gündogan und teils Großkreutz viele Kombinationsmöglichkeiten.</p>
<div id="attachment_16954" class="wp-caption aligncenter" style="width: 490px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Min-15.png"><img class=" wp-image-16954 " alt="Dortmunds 2:0" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Min-15.png" width="480" height="337" /></a><p class="wp-caption-text">Zustandekommen des zweiten Tores: Man sieht wie Kehl und Gündogan das Zentrum umstellen. Hummels stößt vor, da Sararer Sahin attackiert. Kuba und Lewandowski kombinieren dann schnell, erster geht dabei in die Lücke die Lewandowskis Rückstoß erzeugt. Gündogan bricht dann aus dem Zentrum aus und schiebt am Ende Kubas Hereingabe am langen Pfosten ins leere Tor.</p></div>
<p><strong>Bewertung des Spiels</strong></p>
<p>Solche hohen Ergebnisse werden naturgemäß gerne mit dem schwachen Gegner relativiert und natürlich machte Fürth kein gutes Spiel. Das relativ positionsorientierte 4-4-2 machte es den Borussen besonders im Zentrum relativ leicht. Gegen diese Ordnung sehen die Borussen mit ihren beweglichen Zwischenraumspielern oft gut aus. Zudem traten die Fürth-typischen Mannorientierungen vor allem auf den Flügeln vereinzelt auf, was durch die starke Asymmetrie und die vielen Rück- und Vorstoßbewegungen der Dortmunder komplett ausgehebelt wurde.</p>
<p>Dennoch war Fürths Defensivspiel an sich nicht wirklich schlecht, sondern „nur“ sehr unpassend zum Gegner. (Das belegt auch die relativ ausgeglichene zweite Halbzeit.) Dermaßen Debakulös, wie die Greuther-Defensive aussah, sah sie aus, weil der BVB die perfekten Gegenmaßnahmen hatte und diese außergewöhnlich gut ausspielte. Bisher erreichte übrigens nur Gladbach mehr als drei Tore gegen Fürth &#8211; durch einen Last-Minute-Elfmeter nach 78 Minuten Überzahl.</p>
<p>Fünf Tore in der ersten Halbzeit und auf diese Weise sind umso sensationeller, denn üblicherweise kommen solche hohen Spielstände durch den Spielverlauf zustande. In diesem Fall waren es aber eben keine Kontertore hinten heraus gegen panisches Anrennen und auch kein Abschießen eines nachlassenden Gegners, eher bauten die Borussen nach dem 0:4 ab. Es waren auch keine glücklichen Standardsituationen oder geschenkte Elfmeter, sondern ganz einfach fünf herausgespielte Tore in 45 Minuten. Nur wegen etwas Abschlussglück (drei Tore aus etwa 16 Metern) muss das Ergebnis ein wenig relativiert werden. Im Sinne des Offensivsystems muss man auch noch erwähnen, dass ein Tor aus dem Pressing heraus fielen; zwei weitere Konter entstanden aus dem Gegenpressing, das aber eben auf der guten Raumaufteilung der Offensive basiert.</p>
<p>In der Pause ging Götze dann für Bittencourt raus, der sich vermehrt ins Zentrum einschaltete. Zudem ließen die Läufe in die Tiefe stark nach und die Dortmunder spielten das Ergebnis sichtlich herunter, sodass die Torgefahr abnahm. Nachdem erst Kehl (61.) und dann Gündogan (68.) das Feld verließen, war die ursprüngliche Rollenverteilung ohnehin nicht mehr präsent, weshalb die zweite Halbzeit keine weiteren Schlüsse zulässt.</p>
<p><strong>Fazit und Ausblick</strong></p>
<p>Für das erste Spiel in diesem System kamen unglaublich viele passende Mechanismen zusammen, bei denen die Stärken von allen Spielern sehr gut genutzt wurden. Ohne große Eingespieltheit fanden sich die Borussen daher problemlos zurecht und lieferten eine der stärksten Halbzeiten der Saison.</p>
<p>Dabei behoben sie viele der Probleme, die für ihre eher zerfahrene Bundesliga-Saison verantwortlich sind. Besonders das Aufbauspiel wurde durch die veränderte Rollenverteilung und den zurückfallenden Zehner stark verbessert. Die zukünftige Entwicklung des BVB wird sich also vermutlich an dieser ersten Halbzeit orientieren. In dem Kontext ist es auch nicht verwunderlich, dass die Borussia Gerüchten zufolge an Kevin de Bruyne interessiert ist; der Belgier dürfte für die Rolle als „verbindender Zehner“ einer der weltweit vielversprechendsten Spieler sein.</p>
<p>Wegen der etwas niedrigeren Dynamik, die dieses System bietet, ist es aber als ein wenig konter- und defensivschwächer zu beurteilen als das standardmäßige 4-2-3-1 und wird daher in den anstehenden Champions-League-Spielen wohl eher keine Rolle spielen. In erster Linie ist diese angedeutete Entwicklung im Spiel gegen defensiv orientierte, eher unterlegene Teams interessant. (Oder vielleicht noch auch für Mannschaften mit besonders starken Pressing – wie dem FC Bayern?) <img alt="" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/17b2a4ded4c44b708f57f1542b19682e" width="1" height="1" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=16953&amp;md5=0011fa47355b64eaf4139bbb6046c123" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Fünf Fragen zu Bayern gegen Barcelona</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/04/19/funf-fragen-zu-bayern-gegen-barcelona/</link>
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		<pubDate>Fri, 19 Apr 2013 12:18:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayern München]]></category>
		<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie schon vor dem Spiel gegen Juventus widmen wir uns fünf eventuell spielentscheidenden Fragen des Gigantenduells zwischen dem FC Bayern München und dem FC Barcelona. 1) Wie wird die Ausrichtung des FC Bayern und die Spielintensität des FC Barcelona sein? Vor jeder Partie fragt man sich, wie hoch die beiden Mannschaften pressen werden – in [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Wie schon <a title="Fünf Fragen zu Bayern gegen Juventus" href="http://spielverlagerung.de/2013/04/02/funf-fragen-zu-bayern-gegen-juventus/">vor dem Spiel gegen Juventus</a> widmen wir uns fünf eventuell spielentscheidenden Fragen des Gigantenduells zwischen dem FC Bayern München und dem FC Barcelona.<span id="more-16932"></span></p>
<p><b>1) Wie wird die Ausrichtung des FC Bayern und die Spielintensität des FC Barcelona sein?</b></p>
<p>Vor jeder Partie fragt man sich, wie hoch die beiden Mannschaften pressen werden – in dieser ganz besonders. Die größte Frage hierbei wird wohl die Pressinghöhe der Münchner betreffen. Im Hinspiel genießen sie Heimrecht und nachdem die Bayern diese Saison mit einem herausragenden <a href="http://spielverlagerung.de/angriffspressing/">(Angriffs-)Pressing</a> gespielt haben, dürften sie voraussichtlich auch vor eigenem Publikum damit aufwarten.</p>
<div id="attachment_16943" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-16943 " alt="Mögliche Aufstellungen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Grundformationen.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Mögliche Aufstellungen. Shaqiri als Zehner, eine spielstärkere Neun, Gustavo als zusätzlicher Mittelfeldspieler (im 4-5-1 oder Schweinsteiger auf die Zehn) oder Boateng statt van Buyten wären ebenfalls Möglichkeiten. Bei Barcelona könnte Alexis statt Villa ins Team kommen.</p></div>
<p>Wie genau das Pressing aufgezogen wird, dürfte spannend werden. <a title="Bayern München – Juventus Turin 2:0" href="http://spielverlagerung.de/2013/04/02/bayern-munchen-juventus-turin-20/">Gegen Juventus</a> presste man im 4-2-3-1/4-3-3 – die Flügelstürmer gingen mit dem Mittelstürmer also auf die Innenverteidiger, während sich der hängender Stürmer an Pirlo orientierte.</p>
<p>Juventus‘ Formation war allerdings für eine solche Spielweise prädestiniert. Gegen die Katalanen dürfte es deutlich schwieriger werden. Der FC Barcelona baut meistens mit zwei möglichst spielstarken Innenverteidigern auf, während die Mittelfeldspieler davor sich viel freilaufen.</p>
<p>Die Außenverteidiger gehen nach vorne, Xavi und Busquets suchen andauernd nach Räumen und kippen ab oder heraus, desweiteren sind Iniesta und Messi auch mit langen scharfen Pässen in engen Räumen wegen ihrer Pressingresistenz anspielbar.</p>
<p>Ein klassisches Pressing ist dagegen kaum möglich; eventuell wird also auf ein 4-5-1 zurückgegriffen, wenn sich die beiden Außenstürmer mannorientiert mit den gegnerischen Außenverteidigern mitbewegen. Der hängende Stürmer bliebe dann vor dem Mittelfeld und versucht Xavi oder Busquets zuzustellen. Die perfekte Aufgabe für <a href="http://www.guardian.co.uk/football/blog/2013/apr/04/playmaker-toni-kroos-mesut-ozil" target="_blank">Toni Kroos</a>, der allerdings verletzungsbedingt ausfällt. Mario Gomez könnte in einer solchen Formation als Zielspieler ganz vorne agieren.</p>
<p>Eine offensivere Alternative wäre ein 4-4-2 mit viel Rückwärtspressing der vorderen Akteure auf das gegnerische defensive Mittelfeld – ob das auch ohne Mandzukic gelingt, ist trotz des dynamischen Thomas Müller, der voraussichtlich als hängender Stürmer auflaufen wird, fraglich.</p>
<p>Die vielleicht sogar realistischste Variante ist also ein 4-4-2-0/4-2-4-0. Barcelonas Innenverteidiger könnten dann den Ball ohne hohen Druck und intensives Pressing annehmen, dafür stünde Bayern kompakter und könnte in einem hohen Mittelfeldpressing gezielt Xavi und Busquets attackieren.</p>
<p>So oder so – Bayerns Ausrichtung verspricht viel Spannung und normalerweise auch viel Druck gegen Barcelona. Sollten die Bayern eine ihrer besten Pressingleistungen der Saison abliefern, dann wird es auch extrem interessant, wie die Stars des FC Barcelona darauf reagieren.</p>
<div id="attachment_16946" class="wp-caption alignleft" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Pressing-im-4-4-2.png"><img class=" wp-image-16946 " alt="Bayern könnte im 4-4-2/4-4-1-1 pressen. Müller würde dabei Busquets in seinen Deckungsschatten nehmen, wenn er sich von ihm loslöst und Bartra attackiert. Gomez manndeckt den spielstärkeren Pique." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Pressing-im-4-4-2.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Bayern könnte im 4-4-2/4-4-1-1 pressen. Müller würde dabei Busquets in seinen Deckungsschatten nehmen, wenn er sich von ihm loslöst und Bartra attackiert. Gomez manndeckt den spielstärkeren Pique. Alternativ könnte Pizarro statt Gomez spielen oder Shaqiri statt Müller, der dann als Mittel- oder Flügelstürmer eine Option wäre. Statt Bartra könnte Tito Vilanova überraschend auf Eric Abidal zurückgreifen.</p></div>
<p>Normalerweise sinken ihre Passquoten trotz des Pressings nur leicht ab. Selbst bei der 2:1-Niederlage gegen Arsenal in London in der Saison 2010/11 hatten sie eine unfassbare 92%ige Erfolgsquote. <a title="Wie Rayo dem FC Barcelona den Ballbesitz streitig machte" href="http://spielverlagerung.de/2012/10/31/wie-rayo-dem-fc-barcelona-den-ballbesitz-streitig-machte/" target="_blank">Gegen Rayo Vallecanos Chaospressing in dieser Saison lagen sie immerhin noch bei 83%</a>.</p>
<p>Doch die Bayern haben zusätzlich zu ihrem Pressing noch eine körperliche Qualität – übertrieben veranschaulicht verbinden sie das Pressing des BVB (liebe Grüße an <a href="http://www.ran.de/de/fussball/bundesliga/1303/News/ist-der-fc-bayern-muenchen-nur-ein-plagiat-von-borussia-dortmund.html" target="_blank">Jürgen Klopps Plagiatsvorwurf</a>) mit der Robustheit Chelseas aus der Saison 2008/09. Individualtaktisch gehören die Bayern wohl in der Zweikampfführung mit Manchester United und Juventus Turin zu den besten Teams Europas.</p>
<p>Ob durch die Verbindung dieser beiden Stärken Barcelonas Pressingresistenz aber verringert werden kann, bleibt für den Feldversuch abzuwarten. Eventuell laufen die Spieler des FC Bayern gegen <a title="in-depth-Spieleranalyse: Lionel Messi" href="http://spielverlagerung.de/2012/10/19/spieleranalyse-lionel-messi/" target="_blank">Messi</a>, Busquets, Xavi und Iniesta öfter ins Leere, als sie in die Zweikämpfe kommen. Allesamt gehören zu den pressingresistentesten Akteuren der Welt.</p>
<p>Iniesta und Messi sind herausragend im Dribbling, haben einen guten Antritt und finden sich koordinativ in Engen zurecht. Busquets spielt Bälle meistens so schnell weiter, dass der Gegner selbst bei größter Kompaktheit kaum Zugriff erhält; Xavi arbeitet vornehmlich über Raumkontrolle und positioniert sich immer in freien Räumen.</p>
<p>Klappt dies nicht, spielt er eine Mischung aus Iniesta und Busquets. Soll heißen: In Topform schafft er es sich mit schnellen Drehungen zu befreien und spielt dann die Stabilität fördernde Pässe in offene Räume, die im Zuge des gegnerischen Pressings und der Raumverknappung entstehen.</p>
<p>Außerdem sind die Spieler des FC Barcelona selbst ebenfalls hervorragend im Pressing, auch wenn diese Stärke nicht mehr auf dem extremen Niveau von 2011 ist. Dennoch ist ihr Gegenpressing und Angriffspressing nach wie vor hervorragend, wenn sie mit der passenden Aufstellung agieren und es psychologisch konstant umsetzen.</p>
<p>Auch hier wird es eine interessante Wechselwirkung geben: Wie reagieren die Bayern auf Barcelonas Pressing, welches in Topform seinesgleichen sucht? Können sie mit einer solchen Erfolgsstabilität im Passspiel auftreten, wie es Barcelona in den vergangenen Jahren tat?</p>
<div id="attachment_16945" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Pressing-im-4-4-2-und-Valdes.png"><img class=" wp-image-16945 " alt="Allerdings kann Barcelona Valdes auch unter Druck anspielen. Busquets läuft sich mittig frei und das Pressing ist überwunden. Im Mittelfeld geht die Bewegung auch los, Messi sucht sich den Raum hinter Xavi." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Pressing-im-4-4-2-und-Valdes.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Allerdings kann Barcelona Valdes auch unter Druck anspielen. Busquets läuft sich mittig frei und das Pressing ist überwunden. Im Mittelfeld geht die Bewegung auch los, Messi sucht sich den Raum hinter Xavi.</p></div>
<p>Die Partien gegen den BVB und Juventus zeigten, dass die Bayern auch unter Druck stabil agieren können. Allerdings waren sie dabei nicht auf dem Niveau des FC Barcelona in den Vorjahren und gegen die quirligeren und im Pressing weniger über Zweikämpfe kommenden Katalanen könnten sie unter Umständen noch größere Probleme bekommen.</p>
<p><b>2) Wie wird Barcelonas asymmetrische Raute im Zentrum gegen die Bayern spielen und was machen die Münchner gegen die asymmetrische Raute?</b></p>
<p>Ein weiterer Faktor wird das Mittelfeld des FC Barcelona sein. Hier ein Auszug <a title="Der FC Barcelona in der Saison 2012/13" href="http://spielverlagerung.de/2013/04/18/der-fc-barcelona-in-der-saison-201213/">aus unserem Mannschaftsporträt</a> zur asymmetrischen Raute der Katalanen:</p>
<p style="text-align: right;" align="right"><i>&#8220;Messi muss bei eigenem Ballbesitz oft zum Mittelfeld dazu gezählt werden, weil er sich als tiefe spielmachende Neun immer wieder weit zurückfallen lässt und einen vierten pressingresistenten Mittelfeldakteur darstellt. </i></p>
<p style="text-align: right;" align="right"><i>Weil er und Iniesta sich die Halbräume leicht versetzt aufteilen und Xavi sich fallen lässt, entsteht eine asymmetrische Raute. Alleine in dieser gibt es schon eine interessante gruppentaktische Dynamik. Durch Xavis Zurückfallen geht Busquets sehr oft leicht nach halblinks. </i></p>
<p style="text-align: right;" align="right"><i>Gibt es einen Gegenspieler bei Busquets, wird dieser aus der Pressingformation gezogen und Busquets öffnet Raum für Xavi. Wird Xavi mannorientiert verfolgt, dann wird die gegnerische Pressingformation noch stärker zerrissen.&#8221;</i></p>
<p>Gehen wir in einem Gedankenexperiment davon aus, dass Barcelona gegen eine Mannschaft in einem 4-1-4-1 spielt, die sich <a title="Die Manndeckung" href="http://spielverlagerung.de/2012/12/31/die-manndeckung/" target="_blank">mannorientiert</a> verhalten. In diesem Fall würde in diesem 4-1-4-1 beispielsweise der halblinke Sechser herausweichen, um Xavi zu pressen – wodurch im rechten Halbraum Platz für Messi frei wird. Eine eher unangenehme Situation, möchte man meinen.</p>
<p>Dies kann mit einem Manndecker auf Messi, beispielsweise ein Sechser in einem 4-1-4-1(-0) oder einem herausrückenden Innenverteidiger, umgangen werden, doch das Problem wird letztlich nur verlagert, obgleich eine solche Spielweise bei den Bayern gegen Barcelona durchaus Sinn machen könnte. Die Bayern könnten nämlich bei richtigen Bewegungen und einem hohen Pressing Barcelonas Aufbauspiel soweit vom Tor fern halten, dass lange Bälle schwierig wären; falls sie denn kommen, hätten die Münchner mit Antizipationstorwart Manuel Neuer den perfekten Schlussmann dagegen.</p>
<div id="attachment_16944" class="wp-caption alignleft" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Pressing-im-4-1-4-1.png"><img class=" wp-image-16944 " alt="Ein 4-1-4-1-Pressing wäre ebenfalls möglich. Gomez würde Busquets abdecken und immer wieder den ballführenden Innenverteidiger anlaufen. Martinez könnte sich dann an Messi orientieren." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Pressing-im-4-1-4-1.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Ein 4-1-4-1-Pressing wäre ebenfalls möglich. Gomez würde Busquets abdecken und immer wieder den ballführenden Innenverteidiger anlaufen. Martinez könnte sich dann an Messi orientieren.</p></div>
<p>Allerdings hat der FC Barcelona auch gegen diese Mittelfeldmannorientierungen seine Schutzmechanismen. Zumeist läuft es über die Bewegung dieser vier Akteure und das Raumöffnen der Außenspieler. Die Außenverteidiger stehen sehr hoch und breit; das Mittelfeld hat also ohnehin etwas breitere Schnittstellen.</p>
<p>Diese Schnittstellen werden mit scharfen Flachpässen bespielt, die dann schnell prallen gelassen werden können. Alternativ werden sie von den Nadelspielern Messi und Iniesta angenommen und auch unter Druck behauptet, wodurch Barcelona räumlich aufrücken und den Raum erobern kann.</p>
<p>Das Herausrücken des gegnerischen Innenverteidigers wird außerdem oft durch einen nach innen-ziehenden und hinter die Abwehr startenden Außenstürmer verhindert, wodurch Messi Raum und Barcelona eine numerische Überzahl erhält.</p>
<p><a title="FC Barcelona – AC Mailand 4:0" href="http://spielverlagerung.de/2013/03/13/fc-barcelona-ac-mailand-40/" target="_blank">Gegen Milan</a> war es zum Beispiel David Villa, der sich an Mexes orientierte und diesen „blockte“. Alexis Sanchez und Pedro Rodriguez hingegen ziehen immer wieder hinter die Abwehr. An guten Tagen hindern sie die gesamte gegnerische Abwehrlinie am Aufrücken oder erhalten Lochpässe.</p>
<p>Die Schutzmechanismen der Katalanen gehen aber noch weiter. Oft wird zusätzlich noch die Komplexität im gegnerischen Defensivspiel erhöht. Beispielsweise kann Xavi einen Pass auf Messi spielen und den Argentinier hinterlaufen. Für den Gegner stellen sich folgende Kernfragen:</p>
<ul>
<li>Wer verfolgt Xavi? Verfolgt ihn der halblinke Sechser, ist es eigentlich positiv; doch was passiert dann mit Messi? Bleibt dieser ungedeckt oder wird er weiterhin mannorientiert verfolgt? Daraus resultiert dann die nächste Frage.</li>
<li>Wie weit darf der Innenverteidiger herausrücken? Wenn er Messi nicht weiter verfolgt, kann der Argentinier auf Xavi spielen oder sich drehen und selbst das entstandene Loch bespielen. Verfolgt er Messi weiter,  kann der Argentinier die Innenverteidiger anspielen, sich drehen und der Innenverteidiger findet sich am falschen Ende der Formation wieder. Das Tauschen von Xavi und Messi als Gegenspieler ist ebenfalls kaum möglich, weil im Übergabemoment naturgemäß Löcher entstehen, die Barcelona mit ihrem Tiqui Taca, dem genialen Busquets und Nadelspieler Iniesta herausragend bespielen kann.</li>
</ul>
<p>Eine mannorientierte Spielweise, welcher Art auch immer, ist also wegen des strategischen Geschicks und der technischen Qualitäten der Barcelona-Spieler mit enorm viel Risiko verbunden. Bei einer <a title="Die Raumdeckung" href="http://spielverlagerung.de/2013/01/02/die-raumdeckung/" target="_blank">positionsorientierten Spielweise</a> gäbe es also mehr Kompaktheit und Stabilität, allerdings erhält man deutlich schwieriger Zugriff und auch hier reicht ein Pass, um das Kollektiv durchzuspielen.</p>
<div id="attachment_16942" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Bayern-im-4-5-1.png"><img class=" wp-image-16942 " alt="Eine neue Variante: Das 4-5-1. Das System könnte sich bei gleichbleibender Formation verändern, je nachdem, wer auf dem Flügel oder als Mittelstürmer spielt." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Bayern-im-4-5-1.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Eine neue Variante: Das 4-5-1. Das System könnte sich bei gleichbleibender Formation verändern, je nachdem, wer auf dem Flügel oder als Mittelstürmer spielt.</p></div>
<p>Was könnten die Münchner also machen? Die Bayern stehen normalerweise im 4-4-2/4-4-1-1 da, in welchem sie aus einer positionsorientierten Raumdeckung den Zugriff suchen. Timen sie ihre Herausrückbewegungen ordentlich und harmonisch, dann könnten sie Barcelona enorm gefährlich werden. Der Zwischenlinienraum ist hierbei kompakt versperrt, dennoch könnte Druck ausgeübt werden – das richtige Timing wird aber das Schwierige.</p>
<p>Mit Kroos hätte eventuell ein 4-4-1-1 als Variante eines 4-5-1 mit fluider Dreifachsechs gespielt werden können, doch ohne ihn scheint diese Spielweise unwahrscheinlich. Auch der Ausfall von Mario Mandzukic wiegt schwer. Mario Gomez kann zwar hervorragend rückwärtspressen und ist bei Kontern womöglich ohnehin die effektivere Wahl, doch manchmal macht auch die Quantität den Unterschied – Mandzukic ist im Rückwärtspressing deutlich aktiver, variabler in der Positionsbesetzung (heißt: Er übernimmt öfter die Position anderer Spieler im Defensivverhalten) und bewegt sich im Angriffspressing besser.</p>
<p>Wie Jupp Heynckes die gegnerische numerische Überzahl in der Mitte gegen die strategisch und spielerisch beste Mannschaft der Welt in Ballbesitz unterbinden will, könnte also <i>die</i> entscheidende Frage dieser Partie werden.</p>
<p><b>3) Nutzt der FC Barcelona ihre Flügelasymmetrie und was bedeutet das für die Bayern?</b></p>
<p>Eine weitere, zumindest für mich als Taktikfetischisten, höchst interessante Frage betrifft die Gruppendynamik des FC Barcelona. In den letzten Wochen kehrten der FC Barcelona zu ihrer asymmetrischen Ausrichtung der letzten Jahre zurück; Jordi Alba übernahm die Rolle als etwas tieferer und situativ aufrückender Außenverteidiger, die vor ihm Eric Abidal innehatte. Dadurch entsteht eine Asymmetrie in der Offensivformation, welche wir ebenfalls im Mannschaftsporträt angeschnitten haben.</p>
<p>Dadurch kann Villa als „Blocker“ agieren, Pedro und Alves bilden den Flügelsturm und Messi erhält Raum. Das bedeutet aber auch, dass Bayerns Defensivformation womöglich asymmetrisiert werden wird. Bei einer mannorientierten Verfolgung auf Außen, wie sie oft praktiziert wird, würde Ribéry mit Alves mitgehen und enorm tief stehen, während Alaba eng mit Villa mitgehen würde. Die Frage ist, ob dies die ideale Lösung ist.</p>
<div id="attachment_16941" class="wp-caption alignleft" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Asymmetrische-Raute.png"><img class=" wp-image-16941 " alt="Barcelonas asymmetrische Raute. Was macht Bayern dagegen? Hier würden sich die Flügelstürmer positionsorientiert verhalten und die Außenverteidiger mannorientiert." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Asymmetrische-Raute.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Barcelonas asymmetrische Raute. Was macht Bayern dagegen? Hier würden sich die Flügelstürmer positionsorientiert verhalten und die Außenverteidiger mannorientiert.</p></div>
<p>Wenn Alaba nach innen geht und Ribéry zurückkommt, gibt es unter Umständen große Probleme im Umschaltspiel nach vorne und dem Zugriff im Pressing generell. Bleibt Alaba Außen und Ribéry steht höher, hat der Franzose aber keinen Gegenspieler und könnte unter Umständen im luftleeren Raum hängen. Gleichzeitig könnte Barcelona hinter ihm den Raum überladen. Außerdem würde Villa als Blocker noch stärker zum Tragen kommen, ein Herausweichen Dantes gegen Messi wäre nahezu unmöglich.</p>
<p>Die positionsorientierte Raumdeckung ermöglicht allerdings mehr Kompaktheit – eine Manndeckung Messis, wie sie zum Beispiel Otto Rehhagel einst als passende Antitaktik beschrieb und bei der WM 2010 spielen ließ, wäre dann ohnehin obsolet. Eine generelle Manndeckung auf vielen Positionen kann zwar funktionieren, aber gegen Barcelona macht oftmals das strategische Geschick der Katalanen den Unterschied; gegen Manndeckung laufen sie dabei gerne zur Hochform auf.</p>
<p>Bei der Positionsdeckung könnte der deutsche Rekordmeister also kompakter spielen, aber hätte neben dem Zugriff eben das Problem der gegnerischen Asymmetrie. Zwei Spieler geben dem Offensivspiel die Breite, während sich die restlichen Spieler in der Mitte und den Halbräumen tümmeln. Villa kümmert sich um Messis Freiräume und das Geben von Tiefe, alle anderen haben als Ziel die Sicherung des Ballbesitzes und das Herausspielen von Angriffen.</p>
<p>Hier kommt der Nachteil ins Spiel: Bei der Positionsdeckung ist man wegen den zwei in der Defensive relativ ungenützten Flügelstürmern im zentralen Mittelfeld numerisch klar unterlegen. Doch Nachteile können auch Vorteile sein.</p>
<p>Theoretisch ist eine so disziplinierte Bewegung und vertikale Kompaktheit der Bayern möglich und könnte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die „obsoleten“ Flügelstürmer verdichten durch eine enge Positionierung die Mitte zusätzlich, bei Pässen auf die Außen gehen sie ins Pressing über. Offensiv wären sie zum Umschalten anspielbereit und könnten sofort in die offenen Räume hinter Alves stoßen; würde auch Alba höher spielen und wäre Barcelona symmetrischer, könnte dieser Effekt natürlich noch stärker sein.</p>
<p>Besonders Abfangjäger Busquets dürfte also nach Ballverlusten eine Schlüsselrolle bei den Katalanen spielen. Der zweite Vorteil der Positionsdeckung betrifft Superstar Lionel Messi.</p>
<p><b>4) Was machen Jupp Heynckes und seine Mannen gegen Lionel Messi?</b></p>
<p>Vierfacher Weltfußballer, viermaliger Torschützenkönig der Champions League und 76 Scorerpunkte in 49 Spielen. Messi ist so gut, dass seine Leistungen fast schon als selbstverständlich gesehen werden. Doch wenn es um Duelle auf Augenhöhe geht, sind die Meinungen gespalten.</p>
<div id="attachment_16937" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Asymmetrische-Raute-und-die-Flügel-2.png"><img class=" wp-image-16937 " alt="Hier würden sich die Außenverteidiger sehr stark mannorientiert an den Flügelstürmern verhalten, das Mittelfeld aber ebenfalls." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Asymmetrische-Raute-und-die-Flügel-2.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Hier würden sich die Außenverteidiger sehr stark mannorientiert an den Flügelstürmern verhalten, das Mittelfeld aber ebenfalls. Robben stünde im leeren Raum, Ribéry enorm tief.</p></div>
<p>Für die einen ist die Abhängigkeit von Messi kontraproduktiv und vereinzelt konnte Lionel Messi ausgeschaltet werden, was oft zu einem Totalausfall der offensiven Effektivität führte. Für die anderen ist Messi der Einzige im Kader des FC Barcelona, der Kreativität und Effizienz in sich vereint und einem sehr guten Team eine zusätzliche Dimension gibt – oder anders gesagt: Keiner kann wie Lionel Messi sowohl den Ballbesitz sichern, als auch den Ballbesitz effektiv gestalten. Dass es nicht immer klappt, ist nur allzu menschlich.</p>
<p>Wie auch immer man zu dieser Debatte stehen mag, so geht es trotzdem in jedem Spiel gegen Barcelona darum, wie der „Messi-Faktor“ in den Griff zu kriegen ist. <a title="Taktische Mittel gegen die falsche Neun" href="http://spielverlagerung.de/2012/10/11/taktische-mittel-gegen-die-falsche-neun/" target="_blank">In unserem Artikel zu Varianten gegen die falsche Neun gibt es einige mögliche Beispiele dafür</a>. Eine raumorientierte Manndeckung mit leicht herausrückenden Innenverteidigern und verschiebenden Sechsern wäre möglich; hierfür wäre Schweinsteiger als Achter/Zehner hilfreich.</p>
<p>Eine Manndeckung wäre ebenfalls möglich, sollte aber situativ praktiziert werden, wie es Milan gemacht hat. Die klassische Variante der Manndeckung sollte allerdings nicht genutzt werden, dafür lässt sich Messi zu tief fallen und die gruppentaktischen Mechanismen, die bei Frage 2 geschildert werden, greifen wieder.</p>
<p>Eine andere Alternative nannten wir in oben verlinktem Artikel „Isolation &amp; Pressing“. Im Endeffekt ist diese Variante ein Aspekt jener Spielweise, die einer unserer Leser als „Messi in the cage“ (Messi im Käfig) bezeichnet. Dabei wird Messi in der grundlegenden Formation von seinen Mitspielern isoliert. Durch situative Manndeckungen wird allerdings der Zugriff auf Messi bei sämtlichen Bewegungen aufrechterhalten, wodurch der Argentinier bei Ballannahmen sofort gepresst wird.</p>
<p>Wegen der Isolation kann er keinen einfachen Doppelpass spielen oder einen Positionswechsel vornehmen. Dank der Bedrängnis durch die Mannorientierung wird er sofort zu einer Aktion gezwungen und muss meistens in Dribbling gehen, welches in für Messi ungünstige Räume geleitet wird. Mourinhos Inter spielte eine solche Variante bereits, als Messi noch auf Rechtsaußen auflief.</p>
<p>In der <a title="Barcelona – Inter 1:0 | in-depth, 28-04-2010" href="http://spielverlagerung.de/2012/12/25/barcelona-inter-10-in-depth-28-04-2010/" target="_blank">Retroanalyse zum 1:0-Barcelonas gegen Inter 2010</a> wurde diese Spielweise im Absatz „Die Lösung des Problems Messi“ erörtert. Allerdings muss hierbei differenziert werden: Eine solche Spielweise ist aktuell nur in einer anderen Art und Weise möglich, denn Messi ist kein Rechtsaußen mehr, sondern ein zurückfallender Mittelstürmer. Dies erhöht seinen Raumzugriff und seine Freiheit, wodurch diese Antitaktik (noch) komplexer wird.</p>
<div id="attachment_16940" class="wp-caption alignleft" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Asymmetrische-Raute-und-Robbens-Zocken.png"><img class=" wp-image-16940 " alt="Darum könnte Robben sich mannorientiert an Alba orientieren und gleichzeitig zocken. Iniestas Ausweichen auf den Flügel würde dann aber womöglich für Gefahr sorgen." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Asymmetrische-Raute-und-Robbens-Zocken.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Darum könnte Robben sich mannorientiert an Alba orientieren und gleichzeitig zocken. Iniestas Ausweichen auf den Flügel würde dann aber womöglich für Gefahr sorgen.</p></div>
<p>Ein <a title="Und wieder 4-5-1 gegen Bayern…" href="http://spielverlagerung.de/2013/01/23/und-wieder-4-5-1-gegen-bayern/" target="_blank">4-5-1</a> mit einer nach rechts verschobenen Mittelfeldkette, mit einer Positionsdeckung und situativen Manndeckungen wäre allerdings interessant. Messis Ausweichräume sind bekannt. Er geht auf den rechten Flügel, in die Tiefe und in den rechten Halbraum. Durch eine hohe vertikale Kompaktheit in den ersten zwei oder drei Bändern kann man „La Pulga“ aus dem effektiven Spielraum drängen.</p>
<p>Messis Ballkontakte wären dann kein Problem, weil er sie im Idealfall vor zwei Viererketten oder bei einem hypothetischen 4-1-4-1 gar vor neun gegnerischen Feldspielern hätte. Erhält er den Ball zwischen den Linien, wird er sofort gepresst.  Im Zwischenlinienraum gibt es also durch die Enge viel Zugriff und situative Mannorientierungen sind möglich.</p>
<p>Wegen der verschobenen Mittelfeldreihe kann der Linksaußenstürmer auf Alves gehen, der halblinke Achter wird von einem leicht nach links verschobenen Sechser unterstützt, der halbrechte Achter spielt gegen Iniesta. Idealerweise würde man gar mit einer anderen Rollenverteilung spielen; der halblinke Achter wäre der tiefste Spieler und die zwei Spieler neben ihm würden auf einer Linie agieren.</p>
<p>Zusätzlich wurde der Rechtsaußen eng an die Mittelfeldkette spielen, er könnte dadurch im Umschaltspiel helfen und übernimmt zusätzlich situativ Alba bei dessen Vorstößen.</p>
<p>Messi kann also vom halblinken Innenverteidiger an den „Sechser“ (bzw. halblinken Mittelfeldspieler) übergeben werden, die beiden Achter rücken aus einer tiefen Position situativ Richtung Xavi und Iniesta und dadurch wird ein kompakter Käfig in den wichtigen Räumen auf Messi hergestellt. Rückt der halblinke Akteur mit Messi mit nach vorne, lässt sich der zentrale fallen und es entsteht ein 4-1-4-1.</p>
<p>Dieses Grundprinzip ist auch auf andere Formationen anwendbar, obwohl die Umsetzung aus gruppentaktischen Dynamiken dann natürlich anders aussehen müsste.</p>
<p>Die letzte, aber mit den vorherigen Möglichkeiten durchaus vereinbare Variante wäre es, dass man Messi primär seiner Mitspieler beraubt. Messi kann alles am Ball – aber ohne Ball bringt es ihm nichts. Er kann jeden Gegner spielerisch aus- und jeden Mitspieler perfekt anspielen, aber ohne den nötigen Raum und die taktische Unterstützung ist er dennoch ineffektiv.</p>
<div id="attachment_16939" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Asymmetrische-Raute-und-Gomez-Zocken.png"><img class=" wp-image-16939 " alt="Darum könnte sich auch Gomez an Alba orientieren und Robben an Iniesta. Dies wäre eine interessante Asymmetrie mit vielen situativen Mannorientierungen in der Mitte." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Asymmetrische-Raute-und-Gomez-Zocken.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Darum könnte sich auch Gomez an Alba orientieren und Robben an Iniesta. Dies wäre eine interessante Asymmetrie mit vielen situativen Mannorientierungen in der Mitte. Alternativ könnte der schnellere Boateng für Van Buyten auflaufen, um diesen entstehenden Raum besser zu sichern.</p></div>
<p>Darum ist ein Pressing auf Busquets, Xavi und Iniesta interessant. Ideal wäre eine taktisch intelligente Weiterleitung in effektive und isolierte Räume oder in Pressingfallen. Wirklich konstant zu Ballverlusten zwingbar sind Busquets, Xavi und Iniesta oder bekanntlich nicht; in diesem Aspekt sind sie wohl sogar Lionel Messi (und jedem anderen Fußballer) überlegen.</p>
<p>Unter Druck machen sie also kaum Fehler, aber durch ein Pressing zwingt man sie zu Pässen – diese landen wiederum bei Spielern, die durchaus konstant erfolgreich pressbar sind. Pressingfallen könnten dabei auf Pedro, Alves oder gar die Innenverteidiger aufgebaut werden, obwohl die letzte Möglichkeit aus Gründen der Kompaktheit und der dazugehörigen Wechselwirkung mit dem Mittelfeldtrio wohl kaum praktikabel ist.</p>
<p>Fazit: Barcelonas Offensivarsenal ist im Kollektiv kaum zu stoppen, Lionel Messis Effektivität schon, allerdings auch nur in Ausnahmesituationen. Die Bayern könnten mit einer intelligenten Anpassung, ihrer Vielzahl an defensiv- und zweikampfstarken Akteuren sowie der hohen Spielintelligenz ihrer Akteure erfolgreich sein. Eine Garantie gibt es allerdings nie. Doch man kann gegen Barcelona auch gewinnen, wenn man ein Tor erhält, indem man einfach mehr erzielt &#8211; was zurzeit durchaus möglich ist.</p>
<p><b>5) Wie sieht Bayerns offensiver Spielmoment aus und was macht der FC Barcelona dagegen?</b></p>
<p>Die Defensivprobleme Barcelonas in dieser Saison haben wir bereits im Mannschaftsporträt erläutert, sowohl taktisch als auch statistisch. Sie liegen vorrangig am abgenommenen Pressing. Viele Fehler wurden aber auch wegen Problemen im klassischen Defensivverhalten, individual- und gruppentaktisch, begangen.</p>
<p>Eine Möglichkeit für Bayern dies auszunutzen wären lange Bälle auf Gomez oder Pizarro und Weiterleitungen auf die schnellen Stürmer der Dreierreihe im 4-2-3-1, wie sie in den letzten Wochen gespielt wurde. Robben, Ribéry und Müller könnten sich frei bewegen, miteinander kombinieren und der Rest der Mannschaft würde sich offensiv zurückhalten, um nicht in Gegenkonter zu kommen. Auch hier wäre Mandzukic Gold wert.</p>
<p>Doch gehen wir davon aus, dass die Bayern ihr übliches Spielchen betreiben. Einer unserer Leser forderte eine Analyse, wie Barcelona denn die Bayern schlagen kann und nicht umgekehrt. Unrecht hat er nicht. Wenn Barcelona kein ordentliches Pressing abliefert, dann werden die Bayern womöglich ihr übliches Ballbesitzspiel mit den altbekannten fluiden <a title="Überladen" href="http://spielverlagerung.de/uberladen/" target="_blank">Überladungsbewegungen</a> an den Tag legen.</p>
<div id="attachment_16938" class="wp-caption alignleft" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Asymmetrische-Raute-und-die-Flügel-3.png"><img class="wp-image-16938 " alt="Hier spielt man mit einer engen Viererkette und hoher Positionsdeckung. Im schlechtesten Fall drückt Barcelona Bayern nach hinten und bespielt die Außen, wodurch sich die Schnittstellen öffnen. Früher oder später finden sie eine Lücke. Im besten Fall steht Bayern in dieser Formation hoch, Barcelona zirkuliert den Ball im ersten Spielfelddrittel und verliert ihn irgendwann in der gegnerischen Kompaktheit." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Asymmetrische-Raute-und-die-Flügel-3.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Hier spielt man mit einer engen Viererkette und hoher Positionsdeckung. Im schlechtesten Fall drückt Barcelona Bayern nach hinten und bespielt die Außen, wodurch sich die Schnittstellen öffnen. Früher oder später finden sie eine Lücke. Im besten Fall steht Bayern in dieser Formation hoch, Barcelona zirkuliert den Ball im ersten Spielfelddrittel und verliert ihn irgendwann in der gegnerischen Kompaktheit.</p></div>
<p>Barcelona würde sich entweder in ihrem 4-3-3 oder in einer  4-1-4-1-Defensivformation positionieren. Letzteres wird öfters gespielt, aus dieser Formation gehen sie dann in ein 4-3-3-Pressing über oder in ein 4-4-2, in welchem sich Xavi oder Iniesta situativ nach vorne orientieren und Messi unterstützen.</p>
<p>Interessant wäre es, wenn Bayern Barcelona durch längere Ballbesitzzeiten und die spielstarken Innenverteidiger (allen voran Dante) weit nach hinten drängt. Die Flügelstürmer Bayerns würden nach vorne gehen, die Außenverteidiger ebenfalls aufrücken. Wie stark sind Sanchez und Pedro dann im Defensivspiel? Würden sie unterstützen?</p>
<p>Ich vermute, dass Barcelona eher positionsorientiert spielen <em>würde</em>. Ribéry und Robben könnten sich wie Müller frei bewegen und Barcelona würde dagegen mit Kompaktheit vorgehen. Aus den hohen Ballbesitzzeiten des FC Barcelona jenseits der 65% könnte sich ein ähnlicher Wert wie 2009 im CL-Finale ergeben, als Manchester United zumindest auf über 40% kam.</p>
<p>Gehen wir wirklich von einer erzwungenen tiefen Formation Barcelonas aus, dann wäre Schweinsteiger als Zehner womöglich kontraproduktiv. Mit Gustavo gegen die herausrückenden Iniesta und Xavi oder ein überfallartiges Pressing im 4-3-3 wäre Bayern womöglich nur suboptimal für diese Spielweise geeignet.</p>
<p>Shaqiri als spielstarker Zehner oder eine kombinierende Neun wie Arjen Robben (oder <a title="Bayern München – Hamburger SV 9:2" href="http://spielverlagerung.de/2013/03/30/bayern-munchen-hamburger-sv-92/" target="_blank">Pizarro, sh. HSV-Spiel</a>) oder gar Thomas Müller als ausweichender Mittelstürmer wären dann interessante Optionen; insbesondere Shaqiri zeigte in den letzten Wochen starke Leistungen und würde sich als dribbelstarke, dynamische und sich taktisch gut verhaltende Option sowohl auf der Zehn als auch auf der Außenbahn anbieten.</p>
<p>Voraussichtlich wird aber Gomez als abschlussstarker und Tiefe gebender Mittelstürmer auflaufen. Er soll dann die Schnittstellenpässe der Hintermänner verwerten oder Raum für Abschlüsse mit kurzen Tiefensprints öffnen. Auch die diagonalen Außenverteidiger, allen voran Philipp Lahm, könnten Barcelona Probleme bereiten. Mit einer solchen Spielweise wurden sie bislang nicht wirklich konfrontiert und insbesondere Lahm befindet sich in der Form seines Lebens; er könnte immer wieder gefährlich in den defensiven linken Halbraum des katalanischen 4-1-4-1 stoßen und von dort aus Pässe spielen.</p>
<p><a title="FC Bayern München – OSC Lille 6:1" href="http://spielverlagerung.de/2012/11/08/fc-bayern-munchen-osc-lille-61/" target="_blank">Das Kreisel im Aufbauspiel</a> mit Ribérys Zurückfallen und den Verschiebungen auf Außen sowie Schweinsteigers Herauskippen könnten Barcelonas Pressing ebenfalls erschweren. Allerdings könnte Barcelona darauf mit ihrem 4-3-3-Pressing gut reagieren; inwiefern ein Abkippen sinnig ist, bleibt also im Spielverlauf abzuwarten. Dennoch könnten die Münchner dem FC Barcelona offensiv sehr gefährlich werden – und das nicht nur über Konter und Schnellangriffe, sondern das Ballbesitz- und Positionsspiel. Sollten die Bayern über Konter kommen, sind Standards mit ihrer Vielzahl an kopfballstarken Akteuren sowie lange Bälle durch Neuer eine Möglichkeit.</p>
<p>Barcelonas Anpassungen dagegen könnten ebenfalls von Bedeutung werden. Sollten sie den Ballbesitz (klar) dominieren, wird das defensive Umschaltspiel nach Ballverlusten bzw. das Gegenpressing, seine Intensität und die Positionierung eine Rolle spielen, wie schon bei Frage 1) ausgeführt wurde.</p>
<p>Die Bayern haben mit Ribéry, Gomez, Robben, Shaqiri, Müller und den Außenverteidigern eine nominell herausragende Kontermannschaft mit einer stabilen Absicherung im defensiven Mittelfeld. Barcelona könnte also über Schnellangriffe und Konter zu knacken sein. Wie gehen die Katalanen aber dagegen vor, wie sichern sie sich ab? Die bereits erwähnte Asymmetrie der katalanischen Außenverteidiger könnte hierbei eine überaus wichtige Rolle spielen.</p>
<div id="attachment_16967" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Konter.png"><img class=" wp-image-16967 " alt="Schweinsteiger erobert den Ball und spielt einen langen Pass auf den sofort nach vorne gerückten Ribéry. Alves presst rückwärts, Piqué verhält sich passiv und versucht Zeit zu schinden. Busquets sichert Pässe in die Mitte ab, würde sich bei einem freilaufenden Gomez nach hinten fallen lassen. Auch wie Xavi, Iniesta und Pedro sich verhalten, kann wichtig werden, weil die Bayern mit vier Stürmern kommen. Alabas Entscheidung über ein Aufrücken kann ebenfalls die Offensivgefahr, aber auch die defensive Instabilität dramatisch erhöhen." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Konter.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Schweinsteiger erobert den Ball und spielt einen langen Pass auf den sofort nach vorne gerückten Ribéry. Alves presst rückwärts, Piqué verhält sich passiv und versucht Zeit zu schinden. Busquets sichert Pässe in die Mitte ab, würde sich bei einem freilaufenden Gomez nach hinten fallen lassen. Auch wie Xavi, Iniesta und Pedro sich verhalten, kann wichtig werden, weil die Bayern mit vier Stürmern kommen. Alabas Entscheidung über ein Aufrücken kann ebenfalls die Offensivgefahr, aber auch die defensive Instabilität dramatisch erhöhen.</p></div>
<p>Bleibt Alba tiefer, darf Busquets höher spielen, früher pressen und als Abfangjäger vor der Abwehr agieren. Diese Spielweise würde das Gegenpressing Barcelonas unheimlich verstärken. Der spanische Nationalspieler ist der wohl weltbeste Akteur in puncto Antizipation und individueltaktischem Positionsspiel. Er wählt fast immer die richtige Option und kann entweder den Ball sofort hoch erobern oder für einen anderen, den Ball im Gegenpressing erobernden Mitspieler absichern. Alternativ kann er sich auch nach hinten fallen lassen und eine kurzzeitige Viererkette herstellen.</p>
<p>Der halbrechte Innenverteidiger hat dann meist die Aufgabe in den Raum hinter Alves zu gehen und dort den gegnerischen Linksaußen zu stellen (in diesem Fall Ribéry). Busquets sichert leicht in die Höhe versetzt die Mitte, während der halblinke Innenverteidiger für den halbrechten absichert. Alves hingegen geht normalerweise sofort ins Rückwärtspressing und erzeugt Druck von hinten auf den Ballführenden. Zentral sichert also Busquets, noch unterstützt von Xavi, den Raum.</p>
<p>Auf Außen hilft der halbrechte Innenverteidiger aus, bis Alves aus der Offensive zurückkehrt, was der Brasilianer nach wie vor sehr gut macht. Auf links hält sich Alba bei der asymmetrischen Außenverteidigerausrichtung ohnehin tiefer, wodurch man konstant eine Dreierkette mit Alves als zurückkehrendem Akteur für die Viererkette und Busquets als Unterstützer hat.</p>
<p>Spielen sie ohne die erwähnte Asymmetrie, hätte Bayern insbesondere im Zwischenlinienraum viele Möglichkeiten. Busquets könnte nicht höher agieren und wäre zumeist auf einer Linie mit den beiden Innenverteidigern. Xavi kann die Mitte nicht so stark sichern wie Busquets und außerdem fehlt hier zumeist eine Unterstützung; werden die Konter schnell beendet, könnte also Thomas Müller in der Mitte &#8220;raumdeuten&#8221; statt auf der Außenbahn, wie er es in dieser Saison gewohnt ist.</p>
<p>Bei sehr langen Bällen in den Raum hinter der Abwehr könnte auch Valdes eine Schlüsselrolle haben; er ist ein toller Antizipationskeeper und abseits der Linie wohl einer der besten seiner Zunft. Sein Herauskommen ist meistens gut getimet und verteilt die Bälle auch überaus gut.</p>
<div id="attachment_16969" class="wp-caption alignleft" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Konter2.png"><img class=" wp-image-16969 " alt="Spielt Busquets tiefer und Alba höher, ist Barcelonas Formation gegen besonders schnelle Konter deutlich instabiler." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Bayern-vs-Barcelona-Konter2.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Spielt Busquets tiefer und Alba höher, ist Barcelonas Formation gegen besonders schnelle Konter deutlich instabiler.</p></div>
<p>Falls es zu diesen Kontern kommen wird, ist außerdem die zentrale Achse der Münchner sehr interessant. Van Buyten und Boateng spielen gute schnelle lange Bälle aus der Abwehr heraus, Dante macht das sogar sehr gut und bei Bastian Schweinsteiger ist das die Paradedisziplin. Auch das Gegenpressing im letzten Spielfelddrittel könnte durch Rückpässe auf Neuer und lange Bälle vom bayrischen Torhüter umgangen werden; im Idealfall käme der Ball auf Neuer so schnell, dass Alves noch nicht zurückkehren kann.</p>
<p>Noch idealer wäre es, wenn Alaba genauso schnell umschaltet wie Alves (oder schneller) und sich sofort nach vorne aufmacht. Dadurch hätte Alves und somit auch Barcelona ein Problem, Ribéry die Unterstützung und es gäbe mehr Breite im Konterspiel. Allerdings ist es ein zweischneidiges Schwert: Kommt das Aufrücken Alabas zu spät, dann verliert Bayern womöglich trotzdem den Ball und hat außerdem ein Loch in der Abwehr. Kommt es zu früh, dann hat Barcelona vielleicht schon den Ball im Gegenpressing erobert und Alaba steht irgendwo herum.</p>
<p>Taktische Fouls im Rückwärtsgang könnten gefährlich werden, Barcelona sollte sie eher vorne machen, weil dann keine gefährlichen Bälle in den Strafraum kommen können. Mit Gomez/Pizarro, Schweinsteiger, van Buyten, Martinez, Dante und mit Abstrichen noch Müller hat der deutsche Rekordmeister eine Vielzahl kopfballstarker Akteure. Gegen Barcelonas Raumdeckung bei Standards könnten sie bei guter Voranalyse mit viel Dynamik in offene Räume der Formation bei Defensivstandards kommen und gefährlich werden.</p>
<p>Fouls im Gegenpressing möglichst hoch auf dem Feld wären für Barcelona also hilfreich, um die langen Bälle der Bayern frühzeitig zu verhindern. Ergo könnte auch der Schiedsrichter auf beiden Seiten eine entscheidende Rolle spielen: Wie unterbindet er Gegenpressingfouls beider Teams und wie reagiert er auf  die körperliche Robustheit der Bayern gegen die Katalanen?</p>
<p>Als letzten Punkt gäbe es noch die von vielen für unwahrscheinlich gehaltene Dominanz des Ballbesitzes für die Bayern. Dann könnten die Bayern wie schon erwähnt über die variablen Außenverteidiger, die Flügelstürmer und eine hohe Fluidität mit Überladungen gefährlich werden. Barcelona könnte darauf mit der üblichen und schon erwähnten positionsorientierten Raumdeckung und hoher Kompaktheit agieren; Gefahr über Konter nach Balleroberungen geht vom FC Barcelona in der Regel selten aus, obwohl sie es gegen hoch agierende und gegenpressende Teams durchaus spielen können, wie es im <a title="FC Barcelona – Rayo Vallecano 3:1 | Bildanalyse" href="http://spielverlagerung.de/2013/03/18/fc-barcelona-rayo-vallecano-31-bildanalyse/">Rückspiel gegen Rayo Vallecano</a> der Fall war.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Diese Partie verspricht eine Vielzahl taktischer Möglichkeiten. Es sind so viele Szenarien möglich, dass eine Vorhersage des Spielverlaufs kaum möglich ist. Im Idealfall wird es eine Pressing- und <a title="Unterschiede und Deckungsarten im Gegenpressing" href="http://spielverlagerung.de/2013/01/04/unterschiede-und-deckungsarten-im-gegenpressing/" target="_blank">Gegenpressing</a>schlacht, welche sich schon im <a title="Juventus FC – FC Bayern München 0:2" href="http://spielverlagerung.de/2013/04/10/juventus-fc-fc-bayern-munchen-02/" target="_blank">Viertelfinal-Rückspiel der Bayern gegen Juventus</a> andeutete – doch der FC Barcelona in Form  ist Juventus im Pressing noch eine Stufe überlegen und im Ballbesitzspiel noch deutlich stärker.</p>
<p>Bayern besitzt die realistische Chance, die erste Mannschaft seit 2008 zu sein, die Barcelona über 50% Ballbesitz abtrotzt, auch wenn das nicht allzu wahrscheinlich ist. Sollte Barcelona aber einen schwächeren Tag erwischen, von denen sie in den letzten Wochen ein paar hatten, wäre es im Rahmen des Möglichen. Falls Barcelona in Topform sein wird, dann muss Bayern seine hervorragende Stärke im Umschaltspiel nutzen.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Ich lege jedem Leser unseren <a title="Ein Guide zum FC Barcelona" href="http://spielverlagerung.de/2013/04/18/ein-guide-zum-fc-barcelona/" target="_blank">Guide</a> und die allgemeinen Artikel zur <a title="Die Raumdeckung" href="http://spielverlagerung.de/2013/01/02/die-raumdeckung/" target="_blank">Raumdeckung</a>, zur <a title="Die Manndeckung" href="http://spielverlagerung.de/2012/12/31/die-manndeckung/" target="_blank">Manndeckung</a>, zum <a title="Unterschiede und Deckungsarten im Gegenpressing" href="http://spielverlagerung.de/2013/01/04/unterschiede-und-deckungsarten-im-gegenpressing/" target="_blank">Gegenpressing</a> und zum <a title="Bayern Münchens Pressing im Herbst 2012 | in-depth" href="http://spielverlagerung.de/2012/12/29/bayern-munchens-pressing-im-herbst-2012-in-depth/" target="_blank">Münchner Pressing</a> aus Verständnisgründen nahe.</em><br />
<img alt="" src="http://vg03.met.vgwort.de/na/7703d29c6640478da0cc802f4814b944" width="1" height="1" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=16932&amp;md5=be76390f6332f2059758445c37d73659" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ein Guide zum FC Barcelona</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Apr 2013 17:04:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>

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		<description><![CDATA[In diesem Guide stellen wir den FC Barcelona im Zuge des Halbfinals gegen den FC Bayern München genauer vor. Dazu verweisen wir vornehmlich auf unterschiedliche Artikel unserer Seite, die ein möglichst komplettes Bild der Katalanen geben sollen. Zu jedem Artikel gibt es darunter zusätzlich eine Erklärung, worauf zu achten ist und inwiefern dies für das [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>In diesem Guide stellen wir den FC Barcelona im Zuge des Halbfinals gegen den FC Bayern München genauer vor.<span id="more-16882"></span></p>
<p>Dazu verweisen wir vornehmlich auf unterschiedliche Artikel unserer Seite, die ein möglichst komplettes Bild der Katalanen geben sollen. Zu jedem Artikel gibt es darunter zusätzlich eine Erklärung, worauf zu achten ist und inwiefern dies für das Halbfinale relevant ist.</p>
<p>- <a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/18/der-fc-barcelona-in-der-saison-201213/">Ein Mannschaftsporträt von Barcelona 2012/13</a>. Hierbei handelt es sich um kein gänzlich komplettes Porträt, weil den FC Barcelona in den vergangenen Jahren wohl jeder Fußballfan grundlegend kennengelernt hat. Spielphilosophische oder grundlegende Aspekte wurden weitestgehend ausgeklammert, es ist eher eine Aktualisierung einzelner Aspekte des Mannschaftsporträts von 2011.</p>
<p>- <a href="http://spielverlagerung.de/2011/08/12/fc-barcelona-2010-11-%E2%80%93-die-beste-mannschaft-aller-zeiten/">Das Mannschaftsporträt 2011.</a> Es kann als passable Vorlektüre, insbesondere für Neueinsteiger, dienen, um ein paar Basiskenntnisse über die Katalanen aufzufrischen. Gleichzeitig sollte man beachten, dass es vor zwei Jahren geschrieben wurde, die Qualität also unter dem aktuellen SV-Standard liegen kann oder sich einige Begrifflichkeiten nach Diskurs mit meinen Kollegen anders lauten. Alles in allem zeigt es einen Einblick in grundlegende Aspekte und die Spielphilosophie.</p>
<p>- <a title="Fünf Fragen zu Bayern gegen Barcelona" href="http://spielverlagerung.de/2013/04/19/funf-fragen-zu-bayern-gegen-barcelona/">&#8220;Fünf Fragen zu Bayern gegen Barcelona&#8221;</a>. Der SV-eigene Vorbericht in Form von fünf Fragen, wie es beim Spiel zwischen Bayern und Juventus gemacht wurde, wird spätestens morgen Abend erscheinen.</p>
<p>- <a href="http://spielverlagerung.de/2013/02/03/fc-valencia-fc-barcelona-11/">Im letzten Spiel zwischen Valencia und Barcelona</a> gab es ein knappes Unentschieden. Die Valencianer spielten mit pressingresistenten Akteuren und einer interessanten Manndeckung auf Lionel Messi, wodurch der Floh einige Probleme hatte. Diese Analyse erklärt auch kurz, wie Barcelona gegen sehr pressingresistente Spieler reagiert, die ihr Barcelonas Pressing überwinden können. Zusätzlich gibt es einen kleinen Exkurs zum &#8220;Mini-Zocken&#8221; gegen Barcelona und der gruppentaktischen Befreiung Messis aus einer Manndeckung.</p>
<p>- <a href="http://spielverlagerung.de/2012/08/30/supercopa-2012-real-madrid-fc-barcelona-21/">Im Supercopa 2012</a> ging es vorrangig um Prestige &#8211; Real Madrid gewann es. Mit langen Bällen hebelten sie das Gegenpressing aus, welches sie gegen die Kurzpass-affinen Katalanen selbst auf hohem Niveau gestalteten. Später dominierte Barcelona zwar zu zehnt, das Spiel war aber schon vorentschieden. Stammuser Tank beschrieb es wie folgt:</p>
<p style="text-align: right;"><em>Dieses Spiel war für mich als Barcelona-Fan ein einschneidendes Erlebnis. Das erste Mal seit 2008 hat Barcelona ein Spiel verloren, weil der Gegner ohne Wenn und Aber besser war. Nun mag man einwenden, dass das Ergebnis doch recht knapp war und Barca mit einem Mann mehr wohlmöglich hätten ausgleichen oder gar gewinnen können, aber der Spielverlauf würde vermutlich ein 5:1 oder 6:1 für Real rechtfertigen und die rote Karte war kein doofes Missgeschick von Adriano, sondern folgerichtiges Produkt der Anfangsphase. Alles in allem also eine klare, verdiente Niederlage.</em></p>
<p style="text-align: right;"><em>Real Madrid hat in diesem Spiel die Pressing-Taktik gegen Barcelona zu ihrem bisherigen Höhepunkt geführt.</em></p>
<p>- In dieser Saison zeigte José Mourinho mit einem <a href="http://spielverlagerung.de/2013/02/26/fc-barcelona-real-madrid-13/">1:3-Sieg im Camp Nou eine weitere Blaupause</a> zum Sieg gegen Barcelona. Hier waren es situative Mannorientierungen und in Kauf genommene Asymmetrien (u.a. das Entstehen eines 5-3-2) und der Verzicht auf eine Abseitsfalle bei hohem Pressing, welche den Sieg brachten.</p>
<p>- In aller Munde wird auch Lionel Messi sein. Vor einigen Monaten wurde er von mir in einer<a href="http://spielverlagerung.de/2012/10/19/spieleranalyse-lionel-messi/"> in-depth-Analyse individualtaktisch</a> seziert. Dabei werden auch allgemeine und gruppentaktische Aspekte gecovert.</p>
<p>- Für alle Historiker und Freunde des schönen taktischen Spiels gibt es auch den Rohentwurf des 4-3-3 à la Pep zu lesen: <a href="http://spielverlagerung.de/2012/10/18/retroanalyse-real-madrid-fc-barcelona-26-2009/">Als Barcelona mit 2:6 im Santiago Bernabeu gewann</a>. Bis heute ist dieses Spiel das Fundament, auf welchem das aktuelle System aufbaut.</p>
<p>- Das womöglich beste Spiel des FC Barcelona gab es gegen Osasuna. Zwar spielten die Katalanen damals mit einer Dreierkette, doch in der <a href="http://spielverlagerung.de/2011/09/18/in-depth-analyse-des-fc-barcelona/">in-depth-Analyse</a> werden viele allgemeine Aspekte gecovert. Ab Mitte des Artikels ist zum Beispiel vom &#8220;Sicherheitspassstern&#8221;, dem &#8220;Barcelona-Kreisel&#8221; oder auch von Passkommunikation und taktischen Pressingfouls die Rede.</p>
<p>- Wir Tratschtanten haben uns es auch nicht nehmen lassen, über Barcelona zu reden statt nur zu schreiben. Vor einiger  Zeit haben wir in einem Podcast <a href="http://spielverlagerung.de/2013/01/30/sv-podcast-nr-115-barcelonas-erste-hinrunde-nach-guardiola/">die Hinrunde unter Tito</a> Revue passieren lassen, nachdem wir Monate zuvor schon <a href="http://spielverlagerung.de/2012/09/06/sv-podcast-nr-75-barcelonas-ruckschritt/">erste Unterschiede zur Spielweise unter Guardiola</a> bemerkten.</p>
<p>- Apropos Guardiola. Zu dem haben wir auch zwei Artikel. In einem führen wir aus, <a href="http://spielverlagerung.de/2012/10/14/guardiolas-dreisturmersysteme-und-die-fluide-neun/">wie Guardiola seine Flügelstürmer veränderte</a>; diese Variationsmöglichkeiten gibt es bis heute im Spiel der Katalanen und könnten gegen die Bayern variabel eingesetzt werden. Und wer mag, kann im <a href="http://spielverlagerung.de/2013/01/16/trainerportrat-josep-guardiola-i-sala-der-moderne-visionar/">Trainerporträt zu Guardiola</a> noch einmal dessen Erfolge bei Barcelona nachlesen.</p>
<p>- Was tun gegen Messi? Diese Frage stellt sich die ganze Welt. Ein paar <a href="http://spielverlagerung.de/2012/10/11/taktische-mittel-gegen-die-falsche-neun/">trockene theoretische Ansätze haben wir in einem allgemeinen Artikel</a> angeschnitten.</p>
<p>- Wer einen frischen Eindruck vom Barcelona der letzten Woche möchte, hat zwischen drei Spielanalysen die Wahl. Hinter Tor 1 verbirgt sich ein hilf- und kreativitätsloser Katalane, der <a href="http://spielverlagerung.de/2013/02/21/ac-mailand-fc-barcelona-20/">am liebsten im Mittelfeld spazieren</a> geht.<br />
Hinter Tor 2 ist das Heißblut aus Katalonien mit starkem argentinischen Einschlag, der an guten Tagen auch <a href="http://spielverlagerung.de/2013/03/13/fc-barcelona-ac-mailand-40/">vier Mal mit dem Torwart</a> ins Bett springt.<br />
Hinter Tor 3 steht ein Katalonier mit französischen Wurzeln, dessen Lieblingsessen <a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/03/paris-st-germain-fc-barcelona-22/">weder Fisch noch Fleisch</a> ist.</p>
<p>Im Gegensatz zur Show Herzblatt darf der Kandidaten aber alle drei Tore öffnen. Und auch alle anderen Links.</p>
<p>- Bei Zonalmarking gibt es außerdem eine Analyse zum <a href="http://www.zonalmarking.net/2013/04/11/barcelona-1-1-psg-ancelotti-replicates-first-leg-tactics-but-messi-fit-enough-to-have-an-impact/" target="_blank">Rückspiel zwischen Barcelona und dem PSG</a>.</p>
<p>- In den<a href="http://www.guardian.co.uk/football/blog/2012/dec/18/football-tactical-trends-of-2012" target="_blank"> Taktiktrends von 2012</a> wirft Jonathan Wilson im Guardian auch auf einen Blick auf Ballbesitz, Passspiel, Pressing und die falsche Neun. Also alles, womit der FC Barcelona ins Auge sticht.</p>
<p>- <a href="http://www.guardian.co.uk/football/blog/2012/jan/10/three-year-rule-barcelona" target="_blank">In einem anderen Artikel</a> fragt sich Wilson, ob die 3-Jahres-Regel (so lange dauert laut Trainerlegende Bela Guttmann die Zeit, wie lange eine Mannschaft ganz oben bleiben kann) bei stark auf Pressing ausgelegten Mannschaften besonders gilt.</p>
<p>- Auf dem <a href="http://allasfcb.blogspot.co.at/" target="_blank">Blog von AllasFCB</a> findet man zahllose Artikel zu einzelnen Aspekten des FC Barcelona, wie z.B. den <a href="http://allasfcb.blogspot.co.at/2013/04/tito-vilanovas-game-changing-tactics.html" target="_blank">Veränderungen der Mannschaft durch Tito Vilanovas Wechsel</a>.</p>
<p>- Ein <a href="http://www.guardian.co.uk/football/2011/feb/11/xavi-barcelona-spain-interview" target="_blank">Interview mit Xavi</a> zur Spielphilosophie des FC Barcelona gibt es im Guardian auch.</p>
<p>- Ein Blogger hat eine <a href="http://doppelpacker.blogspot.de/2013/03/mittwoch-abend-gegen-2300-uhr-stand-so.html" target="_blank">statistische Kurzanalyse zum FC Barcelona</a> geschrieben, die einen kurzen Überblick der groben Veränderungen in Zahlen wiedergibt.</p>
<p>- Weil es immer zwei Teams und ein Spiel gibt, legen wir auch die Artikel zu <a title="Bayern Münchens Pressing im Herbst 2012 | in-depth" href="http://spielverlagerung.de/2012/12/29/bayern-munchens-pressing-im-herbst-2012-in-depth/" target="_blank">Bayerns Pressing</a>, der <a title="Die Manndeckung" href="http://spielverlagerung.de/2012/12/31/die-manndeckung/" target="_blank">Mann-</a> und der <a title="Die Raumdeckung" href="http://spielverlagerung.de/2013/01/02/die-raumdeckung/" target="_blank">Raumdeckung</a> nahe.</p>
<p>- <a href="http://www.goalimpact.com/2013/04/in-depth-preview-fc-bayern-munchen-vs.html">Bei Goalimpact.com gibt es eine top-down-Leistungsanalyse der beiden Teams bzw. ihrer Spieler.</a></p>
<p>Wir hoffen, dass der Guide zu gefallen weiß, zu Real Madrid wird es auch einen geben.<br />
<img alt="" src="http://vg03.met.vgwort.de/na/fed98159ea2146d4862e4c46488bb013" width="1" height="1" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=16882&amp;md5=102ef3b016781a16b63aff195fd0dece" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der FC Barcelona in der Saison 2012/13</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Apr 2013 15:21:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuelle Teams]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Jahr Eins nach der Ära Pep Guardiola. Letzten Sommer legte der katalanische Erfolgstrainer sein Amt nieder und gönnte sich eine Auszeit – sein Co-Trainer Tito Vilanova übernahm. Große Veränderungen gab es nicht, doch einige kleine Aspekte wandelten sich dennoch. In diesem eher kompakten Bericht geben wir einen kleinen Einblick in die generelle Spielphilosophie des [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Das Jahr Eins nach der Ära <a title="Josep Guardiola i Sala, der moderne Visionär" href="http://spielverlagerung.de/2013/01/16/trainerportrat-josep-guardiola-i-sala-der-moderne-visionar/">Pep Guardiola</a>.<span id="more-16898"></span> Letzten Sommer legte der katalanische Erfolgstrainer sein Amt nieder und gönnte sich eine Auszeit – sein Co-Trainer Tito Vilanova übernahm. Große Veränderungen gab es nicht, doch einige kleine Aspekte wandelten sich dennoch. In diesem eher kompakten Bericht geben wir einen kleinen Einblick in die generelle Spielphilosophie des FC Barcelona, ein paar präzisierte taktische Elemente und danach gewisse Veränderungen seit 2012 beziehungsweise seit 2011.</p>
<p>In der vergangenen Saison probierten die Katalanen mehrmals eine <a title="Barcelona – Villarreal 5:0" href="http://spielverlagerung.de/2011/08/30/barcelona-villareal-50/">3-4-3/3-3-4-Formation</a> aus. Dieses Experiment wurde von uns unter anderem mit einer <a title="in-depth-Analyse des FC Barcelona – am Beispiel des 8:0 gegen CA Osasuna" href="http://spielverlagerung.de/2011/09/18/in-depth-analyse-des-fc-barcelona/">in-depth-Analyse beim 8:0 gegen Osasuna</a> gewürdigt. Dennoch gab es gewisse Probleme in der Stabilität, welche an vielen komplexen Faktoren (veränderte Gegenpressingabläufe, mangelnde Breite im Defensivspiel, etc.) lagen. Auch darum wurde das lange Zeit eigentlich erfolgsversprechende System ad acta gelegt. Unter Tito Vilanova gab es <a title="Barcelonas 3-1-3-3-Formation, ein Für und Wider" href="http://spielverlagerung.de/2012/11/15/barcelonas-3-1-3-3-formation-ein-fur-und-wider/">in einer einzigen Partie von Beginn an (und auch da nur für eine Halbzeit) diese Spielweise</a>, ansonsten kam man zum <a title="FC Barcelona 2010/11 – die beste Mannschaft aller Zeiten?" href="http://spielverlagerung.de/2011/08/12/fc-barcelona-2010-11-%e2%80%93-die-beste-mannschaft-aller-zeiten/">klassischen 4-3-3 der letzten Jahre</a> zurück.</p>
<p><b>Von der Asymmetrie zur Symmetrie und wieder zurück</b></p>
<p>Dieses sollte allerdings durchaus etwas modifiziert werden. Nach der abermaligen Erkrankung Eric Abidals und der Verpflichtung Jordi Albas als Linksverteidiger wollten sie die Asymmetrie der Außenverteidiger vollends ausgleichen. Diese schieben im Aufbauspiel bei Barcelona weit nach vorne und agieren breit; sie öffnen Räume in der Mitte und müssen insbesondere im Angriffsspiel die Breite fast alleine geben. Dani Alves beherrschte in seiner besten Zeit beispielsweise die gesamte Außenbahn alleine, offensiv <i>und</i> defensiv.</p>
<div id="attachment_16900" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Barcelona-Grundformation.png"><img class=" wp-image-16900 " alt="Die ursprüngliche Grundformation und Stammaufstellung in dieser Saison (mit Puyol statt Mascherano, wenn fit)." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Barcelona-Grundformation.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Die ursprüngliche Grundformation und Stammaufstellung in dieser Saison (mit Puyol statt Mascherano, wenn fit).</p></div>
<p>Diese Saison gab es passenderweise eigentlich nur offensiv orientierte Akteure auf der Außenbahn: Adriano und Montoya sind die beiden Ersatzspieler für Alves und Alba. Um dieses hohe und breite Auffächern zu ermöglichen sowie bei Kontern stabiler zu stehen, wurde Sergio Busquets nun in allen Spielphasen tiefer positioniert. Er sichert dadurch tiefer ab, positioniert sich direkt vor oder gar zwischen den Innenverteidigern und fungiert als klar tiefster Mittelfeldspieler in der Arbeit gegen den Ball.</p>
<p>Allerdings gab es in den letzten Wochen eine Veränderung. Insbesondere in den CL-Partien hielt sich Jordi Alba aufmerksam zurück und bildete mit den beiden Innenverteidigern eine Dreierreihe. Dadurch konnte Busquets höher spielen, das Spiel war in der Mitte stabiler und das (Gegen-)Pressing funktionierte besser. Anders gesagt: Spielt Busquets höher, erobert Barcelona den Ball höher. Spielt Busquets tiefer, kommt der Gegner weiter, Xavis und Iniestas Probleme im klassischen Rückwärtsgang sowie die jenes der Fluidität werden entblößt.</p>
<p>Diese Asymmetrie erinnerte an die Saison 2010/11, wo Abidal den Linksverteidiger spielte und ebenfalls nur situativ ins letzte Angriffsdrittel vorstieß. Um diese defensiv wie offensiv stabilere Spielweise ideal umzusetzen, benötigt man aber auch die passenden Flügelstürmer und den richtigen Mittelstürmer.</p>
<p><b>Der Faktor Messi – oder: Von Raumöffnern und Raumnutzern</b></p>
<p>Die Abhängigkeit von <a title="in-depth-Spieleranalyse: Lionel Messi" href="http://spielverlagerung.de/2012/10/19/spieleranalyse-lionel-messi/">Lionel Messi</a> hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker gesteigert. Diese Saison ist sie so groß, dass sie fast zum Problem wird. Gegen Paris St. Germain wirkte Barcelona ohne Messi denkbar harm- und ideenlos, einzig Iniesta schien offensiv noch Kreativität zu versprühen. Messis Rolle als tiefe spielmachende Neun ist aber im Normalfall eine positive für den FC Barcelona: Sie können Messis Genialität und spielerische Komplettheit maximal nutzen. Er kann sich seine Position situativ und frei aussuchen, wodurch er nicht nur auf einen Faktor begrenzt wird.</p>
<p>Darum ist er von gegnerischen Mannschaften kaum greifbar &#8211; das Konzept der falschen Neun dient dazu, dass sich der Mittelstürmer vorne zurückfallen lässt und dadurch schwierig zu bespielen ist. Weil Messi sich seine Position frei aussuchen kann (und dies sehr gut macht), kann er sich strategisch richtig in offenen Räumen positionieren. Gleichzeitig kann er nach seinem Zurückfallen mit Dynamik in die Spitze stoßen und dadurch im Strafraum zum Abschluss kommen. Linksfuß Messi weicht auch immer wieder nach rechts aus und sucht dort freie Räume, von wo aus er Fahrt aufnehmen und wie ein inverser Flügelstürmer durch Läufe nach innen zum Abschluss kommen kann.</p>
<p>Vereinzelt wurde er gar als moderner, vertikaler Zehner bei Rückstand eingesetzt, der als Nadelspieler und Spielgestalter agierte und drei Stürmer vor sich hatte. <a href="http://allasfcb.blogspot.co.at/2013/04/tito-vilanovas-game-changing-tactics.html">Bei AllasFCB gibt es hierzu eine Auswahl von Spielen, wo dies nach Rückstand praktiziert wurde</a>. Damit wollte Vilanova die Durchschlagskraft erhöhen, eröffnete Messi mehr Raum aus der Tiefe und löste die Stabilität weitgehend auf. Diese Spielweise hat allerdings natürliche Probleme: Messi hat zwar am Ball mehr Raum und Zeit, ist aber in seiner Positionsfindung nicht mehr so frei.</p>
<p>Als klassischer Zehner könnte er nur eine Rolle spielen, nämlich als Taktgeber in einer Mannschaft, die mit Xavi einen der dominantesten Spielgestalter und mit Iniesta und Busquets zwei geniale Unterstützer hat. Als klassische Neun könnte er dieses Trio nicht zusätzlich unterstützen, von ihren Synergien profitieren oder seine herausragenden Pässe aus der Tiefe spielen. Als <a title="Moderne Varianten des Mittelstürmers" href="http://spielverlagerung.de/2012/10/10/moderne-varianten-des-mittelsturmers/">tiefe spielmachende Neun</a> wechselt er immer wieder zwischen seiner Position als Mittelstürmer und einem Spielgestalter, wodurch seine Fähigkeiten ideal eingesetzt werden. Gleichzeitig kann er der notorischen Abschlussschwäche einer so sehr auf Ballbesitz ausgelegten Mannschaft mit seiner Schusstechnik entgegenwirken.</p>
<div id="attachment_16899" class="wp-caption alignleft" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Barcelona-Grundformation-neu.png"><img class=" wp-image-16899 " alt="Aktuell liest sich die Aufstellung aber so, wodurch es auch taktische Veränderungen gibt." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Barcelona-Grundformation-neu.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Aktuell liest sich die Aufstellung aber so, wodurch es auch taktische Veränderungen gibt.</p></div>
<p>Die Flügelstürmer sollen dabei situativ in die Spitze stoßen und Tore erzielen, um den Anschein zu erwecken, dass sie das auch können – überspitzt gesagt. Im Idealfall geben sie dem Spiel die Breite (vorrangig auf links) und fungieren als „Blocker“ für Messi, wie es Villa (als Rechtsaußen) im <a title="FC Barcelona – AC Mailand 4:0" href="http://spielverlagerung.de/2013/03/13/fc-barcelona-ac-mailand-40/">Rückspiel gegen Milan</a> tat. Letztlich entsteht offensiv eine neue Dreierreihe, die aus dem Linksaußen, dem Rechtsaußen als halbrechtem Stürmer und Alves als neuem Rechtsaußen besteht. Währenddessen bilden Iniesta und Messi die „Doppelzehn“ (mit unterschiedlichen Rollenverteilungen) dahinter.</p>
<p><b>Barcelonas asymmetrische Raute</b></p>
<p>Durch diese situative „Doppelzehn“ und die beiden zentralen defensiven Mittelfeldspieler entsteht dann eine interessante Anordnung. Nominell spielt Barcelona wie schon erwähnt in einem 4-1-2-3; drei Stürmer, zwei davon auf dem Flügel und drei Spieler im Zentrum mit unterschiedlichen Aufgaben.</p>
<p>Busquets ist hierbei der tiefste Akteur und der Stabilisator. Bei gegnerischem Ballbesitz sichert er ab, sammelt Bälle ein oder stellt Räume zu, bei eigenem Ballbesitz dient er als sichere Anspielstation, pressingresistenter Ballzirkulator und Notlösung in sämtlichen Situationen.</p>
<p>Xavi ist der Organisator – defensiv teilt er die Spieler vor ihm ein, kommuniziert viel und presst bei Möglichkeit auch hoch mit. Offensiv ist er das Metronom und der Taktgeber der Mannschaft, welcher so viele Bälle wie möglich fordert und sie in strategisch wichtige Räume spielt.</p>
<p>Der dritte Akteur ist Iniesta. Er schafft Räume, nutzt sie, spielt kreative Pässe nach vorne und ist Nadelspieler in Engen – Barcelona hatte mit ihm auf dem Flügel immer wieder gewisse Probleme, weil Fabregas diese Rolle als Nadelspieler nicht spielen konnte. In unserem bald kommenden E-Book gibt es einen Artikel zu Barcelonas (Mini-)Krise diese Saison, wo es diesbezüglich auch um „strategische Raumeroberung“ geht.</p>
<p>Diese betreibt Iniesta nämlich als <a title="Nadelspieler" href="http://spielverlagerung.de/taktische-mittel/nadelspieler/">Nadelspieler</a> und kreativer Akteur auf allerhöchstem Niveau. Formativ gesehen hat Barcelona also ein zentrales Mittelfeld mit drei sehr passstarken Akteuren, doch ganz so einfach ist es nicht. Messi muss bei eigenem Ballbesitz oft zum Mittelfeld dazu gezählt werden, weil er sich als tiefe spielmachende Neun immer wieder weit zurückfallen lässt und einen vierten pressingresistenten Mittelfeldakteur darstellt.</p>
<div id="attachment_16903" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Barcelona-Raute-im-Aufbauspiel.png"><img class=" wp-image-16903 " alt="Dadurch entsteht im Spielaufbau diese asymmetrische Raute im Mittelfeld." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Barcelona-Raute-im-Aufbauspiel.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Dadurch entsteht im Spielaufbau diese asymmetrische Raute im Mittelfeld.</p></div>
<p>Weil er und Iniesta sich die Halbräume (die Bereiche zwischen Mitte und Flügel) leicht versetzt aufteilen und Xavi sich fallen lässt, entsteht eine asymmetrische Raute. Alleine in dieser gibt es schon eine interessante gruppentaktische Dynamik. Durch Xavis Zurückfallen geht Busquets sehr oft leicht nach halblinks.</p>
<p>Gibt es einen Gegenspieler bei Busquets, wird dieser aus der Pressingformation gezogen und Busquets öffnet Raum für Xavi. Wird Xavi mannorientiert verfolgt, dann wird die gegnerische Pressingformation noch stärker zerrissen. Ein Pressing ist wegen des mangelnden Zugriffs also kaum zu erreichen. Doch diese kaum greifbare Stärke ging in dieser Saison beinahe verloren.</p>
<p><b>Andrés Iniesta – von der Mitte auf den Flügel und wieder zurück</b></p>
<p>Nach seinem Amtsantritt kündigte Tito Vilanova an, er würde Iniesta weiterhin als offensiven Achter bzw. nicht als Flügelstürmer aufbieten. Diesem Versprechen blieb er nicht treu – stattdessen zeigte Iniesta auf dem linken Flügel gute Leistungen und viele Scorerpunkte, während Fabregas seine Position übernahm. Vilanova versuchte dadurch mehr Durchschlagskraft im Zentrum zu erhalten und Messi stärker zu unterstützen; durch direkte Zuarbeit anstatt durch taktische Raumöffnung.</p>
<p>So gab es zu Beginn der Saison weniger Fluidität zu beobachten und eine deutlich stärker erkennbare Organisation – wenn man will, könnte man sagen, dass Vilanova die von Guardiola aufgebaute Offensivfluidität abschaffte und sie schrittweise selbst aufbauen wollte, um ein größeres und eigenes Verständnis davon zu haben. Soll heißen: Die <a title="Fluidität" href="http://spielverlagerung.de/fluiditat/">Fluidität</a> wurde Stück für Stück neu aufgebaut.</p>
<p>Zu Saisonbeginn gab es eine kontrolliertere Spielanlage; Messi ließ sich im Aufbauspiel zumeist dann fallen, wenn Xavi das erste Mal um die Mittellinie herum den Ball erhielt und der Argentinier suchte währenddessen noch den Blickkontakt mit Fabregas, der statt ihm aufrückte. Später wurde diese organisierte und kontrollierbare Fluidität wieder ad acta gelegt und das Wechselspielchen deutlich stärker den Spielern in einem abgesteckten Rahmen anvertraut.</p>
<p>Allerdings gab es hierbei Probleme: Vilanova fehlte wegen seiner Krankheit, gleichzeitig offenbarten sich Mängel in der neuen Mittelfeldbesetzung. Fabregas erwies sich in den größten Spielen bzw. gegen die kompaktesten Gegner als unpassend, weil er in der Umsetzungsgeschwindigkeit nicht so stark ist, wie Iniesta. Als Nadelspieler taugt Fabregas also eher weniger, aktuell scheint er eher der Ersatz für Lionel Messi als Mittelstürmer zu sein.</p>
<div id="attachment_16902" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Barcelona-Offensivformation.png"><img class="wp-image-16902 " alt="Die Offensivformation der eigentlichen Grundformation sieht so aus; Busquets sichert durchgehend ab, Xavi ist im Mittelfeld der Alleinorganisator, vorne hat man viel Durchschlagskraft und Effektivität, aber weniger Bewegungsraum." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Barcelona-Offensivformation.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Die Offensivformation der eigentlichen Grundformation sieht so aus; Busquets sichert durchgehend ab, Xavi ist im Mittelfeld der Alleinorganisator, vorne hat man viel Durchschlagskraft und Effektivität, aber weniger Bewegungsraum.</p></div>
<p>Mit Iniesta zurück in der Mitte kehrt Barcelona also zurück zu seinem Standardsystem; auf links wird sich im Normalfall ein breiter Flügelstürmer finden, zentral spielen sich wieder Busquets, Iniesta, Xavi und Messi die Bälle zu. Der verkappte Brite (alternativ: falscher Spanier) Fabregas darf sich zurzeit wieder etwas kontinentalisieren.</p>
<p><b>Der stärkste Kader der Welt mit Kaderproblemen</b></p>
<p>Eigentlich scheint diese Aussage fast undenkbar, insbesondere wenn man die vorherigen Absätze gelesen hat. Im Sturm können auf den Flügeln unterschiedliche Spielertypen variieren, die allesamt in ihrer jeweiligen Stärke hochklassig sind:</p>
<ul>
<li>David Villa ist der Rekordtorschütze der spanischen Nationalelf, schnell und ungemein abschlussstark.</li>
<li>Alexis Sanchez ist ein toller Dribbler, defensivstark und hervorragend im Öffnen von Räumen.</li>
<li>Pedro ist beidfüßig, laufstark, spielintelligent und ist (war?) einer der abschlussstärksten Flügelstürmer der Welt, der in seiner Debütsaison Thierry Henry aus der Mannschaft verdrängte.</li>
<li>Cristian Tello ist unglaublich schnell und kann auch aus einer breiten Position schnell in die Mitte oder hinter die Abwehr kommen.</li>
<li>Andrés Iniesta kann, wie schon erwähnt, als enorm kreativer inverser Spielgestalter von der Außenbahn dienen.</li>
</ul>
<p>Selbst für Messi hat Barcelona mit Villa und Fabregas zwei hochklassige Mittelfeldspieler. Der für viel Geld gekaufte Alexandre Song dient als Back-Up für die Sechser-Position und auch aus der Jugend kommen zumindest ein paar vielversprechende Talente nach. Eine solche Auswahl und Variabilität würde sich wohl jede Mannschaft der Welt wünschen.</p>
<p>Doch in dieser Saison wurden auch die Probleme deutlich. Wenn man viele unterschiedliche Spieler für eine Position hat, muss man sich vor Spielen auf eine Spielweise festlegen – ist einer verletzt, außer Form oder leidet unter der gesamtmannschaftlichen Ausrichtung, kann es allerdings Probleme geben. Taktisch idealen Ersatz gibt es bei einer solchen Verteilung nicht.</p>
<div id="attachment_16901" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Barcelona-Offensivformation-neu.png"><img class=" wp-image-16901 " alt="Aktuell sieht es eher so aus; Pedro bleibt breit, Villa dient als Blocker und öffnet Messi Räume, während Iniesta als Nadelspieler fungiert. Busquets wird vorne besser genutzt und Alba rückt nur situativ oder in speziellen taktischen Schemen nach vorne auf." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Barcelona-Offensivformation-neu.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Aktuell sieht es eher so aus; Pedro bleibt breit, Villa dient als Blocker und öffnet Messi Räume, während Iniesta als Nadelspieler fungiert. Busquets wird vorne besser genutzt und Alba rückt nur situativ oder in speziellen taktischen Schemen nach vorne auf.</p></div>
<p>Andererseits reicht es oft auch nicht, wenn man Spezialisten besitzt; beim FC Barcelona muss man am besten alles können, alles gleichzeitig können und es soll bitte auch zur Spielphilosophie passen. Spieler wie Iniesta und Messi, die zeitgleich eigentlich drei Positionen bzw. Rollen problemlos spielen können, gibt es aber kaum. Ohne ein hervorragend ausgerichtetes taktisches Korsett ist es aber auch für diese beiden enorm schwierig.</p>
<p>Zusätzlich gibt es andere, ebenfalls komplexere Probleme. Fabregas, Thiago und Iniesta können zwar Pässe spielen wie Xavi, aber sie können sich nicht so konstant und durchgehend an den Spielrhythmus anpassen. Wirklichen Ersatz für Xavi gibt es nicht, Busquets muss dann vermehrt Arbeit im Spielaufbau leisten, wodurch allerdings die Stabilität und Kreativität manchmal etwas leiden. Xavi befindet sich allerdings im Altern; wie lange kann er noch über 50 Spiele pro Saison auf höchstem Niveau machen?</p>
<p>Die Kaderprobleme gibt es auch auf anderen Positionen. Weder Villa noch Fabregas oder Thiago können Messi als Nadelspieler ersetzen; Iniesta sowieso nicht. Die Kaderdecke für eine erste Elf auf höchstem Niveau ist denkbar dünn und insbesondere die Innenverteidigung leidet darunter; aufgrund einer Vielzahl von Ausfällen gibt es hier keine Stammbesetzung, worunter in dieser Saison das Defensivspiel und das Linienspiel (also das Abseits-Stellen und Positionsspiel der Abwehrkette) gelitten haben.</p>
<p>Eine Stamminnenverteidigung gibt es nicht – acht Akteure wurden schon in der Innenverteidigung eingesetzt und es wurde ein Haufen verschiedener Kombinationen ausprobiert. Dies sorgte auch für einen Negativrekord der Katalanen in dieser Saison, als sie in 13 Spielen hintereinander ein Gegentor erhielten; eine solche Serie gab es bei den Blaugrana seit der Saison 1961/62 nicht.</p>
<p>Im letzten Ligaspiel waren es zum Beispiel Adriano und Bartra, die zentral in der Abwehrkette agierten. Davor hatten Pique und Mascherano regelmäßige Einsätze (immerhin drei Mal in den letzten sieben Ligapartien zusammen gespielt), nach Mascheranos Verletzung erhielt der junge und unerfahrene Bartra seine Chance. Mascherano selbst war allerdings auch erst in die Mannschaft gerückt, als sich Carles Puyol verletzt hatte. Auch Adriano laboriert immer wieder an Verletzungen, ist aber ohnehin kein gelernter Innenverteidiger.</p>
<p>Spieler wie Song und Busquets erhielten ebenfalls Einsätze, sind aber in der Innenverteidigung nur suboptimal aufgehoben. Song litt auch lange Zeit unter Eingewöhnungsschwierigkeiten, die sich aber in den letzten Wochen gelegt haben; aktuell wirkt er wie ein grundsolider Ersatz für Busquets‘ Position im Mittelfeld der Katalanen. Obwohl sich im Mittelfeld und Angriff das Lazarett zu lichten scheint, leidet die Innenverteidigung weiterhin massiv unter Verletzungsproblemen und daraus resultierenden Formschwächen sowie mangelnder Eingespieltheit.</p>
<p>Außerdem werden die Abwehrspieler von ihren eigenen Offensivspielern auch weniger geschützt. Der dritte große Erfolgsfaktor neben der Ballbesitzphilosophie und der individuellen Klasse hat nämlich ebenfalls gelitten.</p>
<p><b>Von Pressing und Spielintensität</b></p>
<p>Der Ballbesitzwert ist nur ein Indiz für Dominanz – legt man ihn zugrunde, dann würde Barcelona diese Saison in 69,3% der Spielzeit in der Primera Division ihren Gegner „dominieren“. Eine solche Betrachtungsweise entspricht zwar wohl dem gängigen Bewertungsschema, ist aber oftmals unzureichend. Ziel muss es sein, den Gegner immer zu dominieren, auch wenn dieser den Ball hat.</p>
<p>Früher geschah dies über ein extrem aggressives und intensives Pressing, viel <a title="Unterschiede und Deckungsarten im Gegenpressing" href="http://spielverlagerung.de/2013/01/04/unterschiede-und-deckungsarten-im-gegenpressing/">Gegenpressing</a> und eine möglichst schnelle Ballrückeroberung. Diese Stärke ist etwas zurückgegangen, auch wenn sie nach wie vor auf hohem Niveau praktiziert wird. Die große Frage bei Fans und Vereinsfunktionären lautete in den letzten Wochen, wieso es zurückgegangen ist – tja, wenn wir das wüssten…</p>
<p>Es gibt viele mögliche Erklärungen. Ein Faktor ist sicherlich psychologischer Natur. Die Mannschaft gewann so viele Titel und Spiele in den letzten Monaten, dass es vermutlich auch Akteure gibt, die davon ausgehen, es geht auch ohne Pressing; macht man doch einfach zwei Tore mehr, anstatt herumzupressen!</p>
<p>Aber solche psychologischen Punkte erzählen selten die ganze Wahrheit – und oftmals nicht einmal die halbe. Barcelona formiert sich taktisch anders. In einem anderen, allgemeinen Artikel führten wir schon kurz aus, dass die kollektive Stellung beim Ballverlust, das Bewusstsein der potenziellen Verlustzeitpunkte und die Kenntnis der kollektiven Reaktion darauf eklatant wichtig für das Gegenpressing sind. Ein blindes Gegenpressing kann zwar zum Erfolg führen, ist aber instabiler als eine ordentliche Umsetzung.</p>
<p>Auch im normalen Pressing gibt es taktische Differenzen zur Paradesaison 2010/11. Die Einstellung auf den Gegner ist unpassender, was zu optisch „schwächerem“ und weniger bissigem Pressing führt; oftmals ist es einfach eine größere Distanz, welche dafür sorgt, dass man nicht ins Pressing übergeht oder keinen Zugriff erhält.</p>
<p>Hierzu gibt es auch interessante Zahlen. Seit Einführung einer konstanten tiefen spielmachenden Neun im Jahre 2010/11 hat Barcelona in jeder Saison über 69% Ballbesitz gehabt. Den wenigsten haben sie in dieser Saison – aktuell liegen sie laut whoscored.com auf 69,3% bei einer Passquote von 89,6%. Dazu habe ich zwei kleine Statistiken inkl. zweier neuer Werte entworfen:</p>
<div id="attachment_16907" class="wp-caption aligncenter" style="width: 951px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/PG-und-BB.png"><img class="size-full wp-image-16907" alt="Statistik 1 befasst sich mit der Passgenauigkeit und dem Ballbesitz" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/PG-und-BB.png" width="941" height="318" /></a><p class="wp-caption-text">Statistik 1 befasst sich mit der Passgenauigkeit und dem Ballbesitz</p></div>
<p>Hier sehen wir, dass die aktuelle Saison der letzten in puncto Ballbesitz und Passgenauigkeit überlegen ist, aber der Saison 2010/11 in beiden Punkten hinterherhinkt. Aus der Differenz zwischen Passgenauigkeit und Ballbesitz kann man einen hypothetischen Dominanzwert errechnen. Die Berechnung ist genauso banal wie der Wert als solcher: Wir multiplizieren den Ballbesitz mit der Passgenauigkeit, wodurch sich folgende Werte ergeben.</p>
<div id="attachment_16905" class="wp-caption aligncenter" style="width: 951px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Dominanzwert.png"><img class="size-full wp-image-16905" alt="Statistik 2 zeigt den hypothetischen Dominanzwert" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Dominanzwert.png" width="941" height="318" /></a><p class="wp-caption-text">Statistik 2 zeigt den hypothetischen Dominanzwert</p></div>
<p>80% wäre wohl das absolute Maximum, 40% würde ungefähr dem Durchschnitt entsprechen. Das heutige Barcelona ist viel weiter weg vom 2010/11er-Team, als sie es von der als erfolglos geltenden letzten Saison ist. Die Ursache dafür liegt im Defensivverhalten begründet, was sich ebenfalls statistisch zeigen lässt.</p>
<div id="attachment_16906" class="wp-caption aligncenter" style="width: 853px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/I-und-T.png"><img class="size-full wp-image-16906" alt="Statistik 3 zeigt die Interceptions und Tackles pro Spiel" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/I-und-T.png" width="843" height="318" /></a><p class="wp-caption-text">Statistik 3 zeigt die Interceptions und Tackles pro Spiel</p></div>
<p>Auf den ersten Blick wirkt es, als ob die letzte Saison gar die beste war, diese Saison hinkt aber ziemlich klar nach; allerdings muss man hierbei Statistik den Ballbesitz relativieren, was in dieser Statistik geschieht.</p>
<div id="attachment_16904" class="wp-caption aligncenter" style="width: 990px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/DefAktionenGBB.png"><img class="size-full wp-image-16904" alt="Statistik 4: Defensive Aktionen pro gegnerischem Ballbesitz" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/DefAktionenGBB.png" width="980" height="318" /></a><p class="wp-caption-text">Statistik 4: Defensive Aktionen pro gegnerischem Ballbesitz</p></div>
<p>Hier sieht man, wie viele defensive Aktionen es im Schnitt pro Prozentpunkt gegnerischen Ballbesitzes gab. Die aktuelle Saison ist die schwächste, während 2010/11 das Maß der Dinge darstellt.</p>
<p>Erschwerend kommt hinzu, dass in dieser Saison von allen drei die wenigsten Lochpässe gespielt wurden und es prozentuell die wenigsten Kombinationen im letzten Spielfelddrittel gab. Man ließ außerdem 9,5 Schüsse des Gegners zu, sogar mehr als 2009/10, und schoss im Schnitt nur 6,4mal aufs Tor des Gegners, ebenfalls ein schlechterer Wert als 2009/10.</p>
<p>Diese Aspekte gehen weitgehend auf die Schwäche im Gegenpressing und Pressing zurück, welche bekanntlich auch als gute Spielmacher fungieren. Gegen Milan wurde dieses Mittel lange Zeit wieder erfolgreich mit etwas schwächerer taktischer Anordnung praktiziert, bis es in der Schlussphase wieder zurückging – ob hierbei psychische, taktische oder körperliche Gründe vorlagen, ist schwer zu sagen.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Barcelona ist nach wie vor das Maß aller Dinge – aber nicht mehr in allem. 2010/11 war das noch anders, wirkliche Kritikpunkte zu jener Mannschaft sind kaum zu finden. Das Pressing, das Ballbesitzspiel, die taktischen Anpassungen und die Umsetzung der Ideen Guardiolas waren über eine gesamte Saison hinweg beeindruckend. Zurzeit ist es vorrangig das Ballbesitzspiel, welches unantastbar ist, auch wenn sogar dieses wegen phasenweiser zu hoher Horizontalität durchaus kritisiert werden kann.</p>
<p>Trotzdem wäre es vermessen zu sagen, Barcelona wäre keine Topmannschaft mehr. Die individuelle Klasse ihrer Spieler, die Umsetzung gewisser taktischer Aspekte und ihre Spielausrichtung als solche machen sie weiterhin zu einer der besten Mannschaften der Welt; sie erfüllen lediglich nicht mehr konstant die Ansprüche, welche sie in den letzten Jahren durch ihre Leistungen selbst geweckt haben. Ein CL-Titel ist ihnen nach der souveränen Rückeroberung der spanischen Liga also absolut zuzutrauen.</p>
<p>Neben der Mannschaft möchte ich mich abschließend noch kurz dem Porträt als solchem widmen. Dieses Porträt ist wegen der Popularität des FC Barcelona und der schier unendlichen Fülle an ihr gewidmeten Taktikanalysen etwas weniger komplett, aber dafür in einzelnen Bereichen etwas abstrakter aufgebaut. Die Analyse des 2011er-Teams auf unserer Seite kann deswegen als aufbauende Vorlektüre dienen, um dieses Porträt abzurunden und einen besseren Einblick zu geben; allerdings darf man nicht vergessen, dass dieses zwar die gleiche Philosophie beschreibt, aber nur eine ähnliche Mannschaft.</p>
<p>Zur aktuelleren Vervollständigung des Wissens um diese Mannschaft gibt es einige interessante in-depth-Analysen oder auch allgemeine Artikel, die wir in unserem Guide verlinken werden. Darum soll dieses Porträt nicht als das komplette Paket dienen und angesehen werden, sondern als Teil eines Ganzen.</p>
<p>Zusätzlich wird in den nächsten Tagen oder maximal Wochen ein E-Book erscheinen, welches sich detaillierter mit den hier kurz angerissenen, aber auch anderen Problemen Barcelonas in dieser Saison und der Lösungsfindung derselben beschäftigt. Hoffentlich habe ich dem Leser mit den Artikeln auf dieser Seite nicht den Wind aus den Segeln genommen, das E-Book und den dazugehörigen Artikel zu lesen&#8230;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em><strong>Weiterführend gibt es bei uns auch zwei </strong></em><strong><em>Podcasts zu Barcelonas Entwicklung:</em> </strong></p>
<ul>
<li><strong><a title="SV Podcast Nr. 7,5: Barcelonas Rückschritt" href="http://spielverlagerung.de/2012/09/06/sv-podcast-nr-75-barcelonas-ruckschritt/" target="_blank">Teil 1 (September)</a> </strong></li>
<li><strong><a title="SV Podcast Nr. 11,5: Barcelonas erste Hinrunde nach Guardiola" href="http://spielverlagerung.de/2013/01/30/sv-podcast-nr-115-barcelonas-erste-hinrunde-nach-guardiola/" target="_blank">Teil 2 (Januar)</a></strong></li>
</ul>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=16898&amp;md5=24631be8aa8031001b888f1a1ae09348" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>VfB Stuttgart &#8211; SC Freiburg 2:1</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/04/18/vfb-stuttgart-sc-freiburg-21/</link>
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		<pubDate>Thu, 18 Apr 2013 09:37:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TE</dc:creator>
				<category><![CDATA[SC Freiburg]]></category>
		<category><![CDATA[VfB Stuttgart]]></category>

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		<description><![CDATA[Viele Zweikämpfe und eine hohe Fehlpassquote: Der VfB Stuttgart und der SC Freiburg liefern sich im DFB-Pokal ein hektisches Gefecht. Am Mittwochabend stritten sich der VfB Stuttgart und der SC Freiburg um den Einzug in das DFB-Pokalfinale und um ein Ticket in die Europa League. Der VfB Stuttgart trat im gewohnten 4-2-3-1-System an. Auch Christian [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Viele Zweikämpfe und eine hohe Fehlpassquote: Der VfB Stuttgart und der SC Freiburg liefern sich im DFB-Pokal ein hektisches Gefecht. <span id="more-16888"></span></p>
<p>Am Mittwochabend stritten sich der VfB Stuttgart und der SC Freiburg um den Einzug in das DFB-Pokalfinale und um ein Ticket in die Europa League. Der VfB Stuttgart trat im gewohnten 4-2-3-1-System an. Auch Christian Streich wählte sein Standardsystem. Im Freiburger 4-4-2 spielte erneut Ginter neben Schuster auf der Doppelsechs. Die Breisgauer spielten wie immer mit ihrer Pressingvariante, die wir <a href="http://spielverlagerung.de/2012/12/18/der-sc-freiburg-unter-streich/">an dieser Stelle</a> ausführlich erklärt haben.</p>
<p><b>Zu weit vom Gegenspieler</b></p>
<div id="attachment_16889" class="wp-caption alignleft" style="width: 335px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/stuttgart-freiburg-pokal.png"><img class=" wp-image-16889  " alt="Grundformationen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/stuttgart-freiburg-pokal.png" width="325" height="443" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen</p></div>
<p>In den Anfangsminuten waren die Freiburger dabei nicht so nah am Mann wie gewohnt. Sie zogen sich im Mittelfeld etwas weiter zurück und liefen die Stuttgarter mit etwas mehr Abstand an. Sakai und Molinaro bekamen zu Beginn mehr Zeit am Ball als es <a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/13/sc-freiburg-hannover-96-31/">gegen Freiburg üblich ist</a>. Sie nutzten dies aus, um ein direktes Vertikalspiel aufzuziehen. Entweder spielten sie lange Bälle Richtung Spitze oder sie suchten die vor ihnen spielenden Außenstürmer mit vertikalen Pässen. Letzteres tat vor allem Molinaro, der mit Traore harmonierte.</p>
<p>Die langen Bälle waren gegen Freiburgs aufgerückte Viererkette wirkungsvoll. Durch das zögerliche Pressing konnte Freiburg nicht den nötigen Druck erzeugen, um die präzisen Bälle hinter die Viererkette zu verhindern. Harnik „zockte“ auf der rechten Seite. Er stand sehr hoch und startete bei langen Bällen in die Schnittstelle zwischen gegnerischem Innen- und Außenverteidiger. Sorg hatte seine liebe Mühe mit den diagonalen Sprints des Österreichers. So hatte Harnik die ersten großen Chancen des Spiels.</p>
<p>Der Führungstreffer fiel genau in eine Phase, als die Freiburger versuchten, früher Druck zu erzeugen. Stuttgart zeigte jedoch mit einem Bilderbuchangriff, wie man ein solches Pressing umspielen kann: Ibisevic ließ sich tief fallen und zog einen Gegenspieler mit sich, den Pass von Molinaro legte er mit dem Rücken zum Gegner auf Traore weiter. Dieser konnte auf dem freien linken Flügel durchstarten. Durch das schnelle Ein-Kontakt-Spiel Ibisevic&#8217; erhielt Freiburg keinen Zugriff mit ihrer mannorientierten Spielweise. Stattdessen öffneten sie Lücken, in die Stuttgart intelligent stieß – erst in Form von Traore, dann im Strafraum in Form von Boka, der das Tor erzielte (9.).</p>
<p><b>Hektisches Spiel</b></p>
<p>Der Freiburger Ausgleichstreffer wenige Minuten später war ebenso ein Beispiel, wie schneller Ein-Kontakt-Fußball ein mannorientiertes Pressing umspielen kann. Bei den Breisgauern war ohnehin auffällig, dass sie nach Ballgewinnen noch zielstrebiger als sonst den Weg zum gegnerischen Tor suchten – Ungenauigkeiten inklusive. Der Ausgleich war der erste (und auf lange Zeit einzige) Angriff, bei dem das schnelle Spiel funktionierte. Rosenthal konnte nach einer schnellen Kombination hinter die hoch stehende Stuttgarter Viererkette geschickt werden (14.).</p>
<p>Nach den beiden Treffern wurde das Spiel recht hektisch. Beide Teams liefen früh an, ließen mit ihrer Mannorientierung jedoch Lücken im Raum. Diese Lücken sowie die hochstehenden Abwehrreihen luden die Teams ein, es mit einem schnellen und riskanten Spielaufbau zu versuchen. Dieser blieb allerdings selten von Erfolg gekrönt. Ballverluste kennzeichneten das Spiel. Zudem liefen die Angreifer bei den langen Bällen oft in die gegnerische Abseitsfalle; in der ersten Halbzeit gab es zig Abseitsentscheidungen gegen die Angreifer beider Teams.</p>
<p>Nur zwischen der 20. und der 30. Minute konnte der SC Freiburg so etwas wie eine Feldhoheit aufbauen. Sie ließen den Ball besser zirkulieren. Ihnen half die Asymmetrie der Stuttgarter: Da Traore wesentlich tiefer stand als Harnik, konnte Ginter auf die rechte Verteidigerposition abkippen und von dort das Spiel aufbauen. Mit Flügelwechseln suchte er die gegenüberliegende Flanke. Insgesamt war Freiburgs Spielanlage reifer, sobald sie im zweiten Drittel ankamen, wurde das Spiel jedoch zu hektisch. Dass ihr zweites Gegentor geradewegs in ihre sicherste Phase fiel und von zahlreichen individuellen Unzulänglichkeiten geprägt war (28.), passte zu dieser Partie.</p>
<p>Nach dem Führungstreffer tauschten Harnik und Traore die Seiten. Dieses verbesserte nicht unbedingt das Angriffsspiel, da Mujdza besser mit Harnik zurechtkam als Sorg. Im Pressing bekamen sie jedoch wieder mehr Zugriff auf die Freiburger. Diese konnten nicht mehr über die eigene rechte Seite aufbauen und mussten öfter auf links ausweichen. Dort erwischten Caligiuri und der nach links rückende Kruse nicht ihren besten Tag. Sie verloren einige Bälle in der Hektik der Stuttgarter Pressingbewegungen.</p>
<p><b>Viele Fouls</b></p>
<p>Nach der Pause nahm die Hektik im Spiel beider Teams nicht ab, im Gegenteil. Es gab weiterhin viele Eins-gegen-Eins-Duelle, die jetzt aber zunehmend über Fouls gelöst wurden. 31 Fouls begingen beide Teams in Halbzeit Zwei – ein flüssiges Spiel kam kaum mehr zustande. Vor allem in der Anfangsviertelstunde ließen sich die Freiburger von der Hektik der Stuttgarter anstecken und spielten sehr früh den riskanten Pass nach vorne anstatt ihre Stärke im Spielaufbau auszunutzen. Kruse und Rosenthal waren zudem nicht körperlich präsent genug, um die häufigen langen Bälle zu gewinnen.</p>
<p>Mit der Einwechslung von Santini (58. für Sorg) wollte Streich einen Fixpunkt für die hohen Bälle bringen. Kruse spielte fortan als Rechtsaußen vor dem neuen Rechtsverteidiger Schmid. Die rechte Seite war dementsprechend offensiver besetzt als die linke. Da Traore und Harnik jedoch bereits kurz nach der Pause wieder in ihre ursprüngliche Position zurückkehrten, konnte Stuttgart Angriffe über diese Seite mit Molinaro und Traore neutralisieren.</p>
<p>Erst in der Schlussviertelstunde zogen sich die müder wirkenden Stuttgarter etwas zurück. Sie vermochten es nun nicht mehr, die Freiburger zu frühen langen Bällen und Fehlpässen zu zwingen. Mit der Einwechslung Makiadis (84. für Caligiuri) wollte Streich wohl die Ballkontrolle noch etwas verbessern. Jedoch fehlte den ebenfalls müde wirkenden Freiburgern in der Schlussviertelstunde der Punch. Zu selten kombinierten sie sich in das gegnerische Drittel, zu oft suchten sie die frühe Flanke, die Stuttgart abfing. Diese ließen wiederum durch Ungenauigkeiten gute Konterchancen liegen. Es blieb beim 2:1.</p>
<p><b>Die Regie</b></p>
<p>Eine kleine Anmerkung zum Schluss: Wir Spielverlagerung-Autoren werden oft gefragt, ob sich Fußballspiele am Fernseher überhaupt analysieren lassen. Im Stadion funktioniert es natürlich einfacher, da man das gesamte Spielfeld im Blick hat. Aber auch am Fernseher lässt sich vieles erkennen, besonders was die Offensivbewegungen beider Teams angeht. Das Ganze funktioniert allerdings nur, wenn die Regie mitspielt und möglichst viel vom Spiel zeigt, am besten in einer weit entfernten Totalen (richtig optimal wäre eine Hintertorkamera – aber das ist ein anderes Thema).</p>
<p>Und hiermit kommen wir zum gestrigen Abend: Aus Analystensicht war die Regie eine Katastrophe. Ständig wurden Zeitlupen eingeblendet, obwohl das Spiel bereits wieder lief. Es war nur schwer möglich, den geregelten Spielaufbau beider Teams zu bewerten. Bis jetzt ist für mich unklar, wie die Stuttgarter das 1:0 eingeleitet haben – <a href="http://www.sportschau.de/fussball/dfbpokal/videostuttgartsiegtimpokalhalbfinaledietore100.html" target="_blank">die Regie musste ja unbedingt eine 10sekündige Zeitlupe einer Drittelchance zeigen</a>, obwohl das Spiel längst wieder lief. Für Analysten ist solch eine Regie nervig – und ich glaube, auch der normale Fan möchte im Zweifelsfall lieber das laufende Spiel sehen als Christian Streich in Superzeitlupe.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Der SC Freiburg überzeugt erneut mit großem Kampf, allerdings war ihre Spielanlage über weite Strecken zu hektisch. Stuttgart legte mit großem Laufeinsatz kleinere technische Schwächen der Freiburger offen. Gegen eng am Mann agierende Verteidiger verloren die Freiburger zu viele direkte Duelle. So kamen sie nur selten in den gegnerischen Strafraum und verhedderten sich oft im Mittelfeld.</p>
<p>Stuttgart scheint das <a href="http://spielverlagerung.de/2013/03/07/vfb-stuttgart-lazio-02/">Ausscheiden aus der Europa League</a> neue Kräfte verliehen zu haben. Bereits am Wochenende gegen Gladbach war ihr neues, aggressiveres Pressing zu erkennen. Auch in dieser Partie gingen sie weite Wege und zwangen Freiburg zu einem hektischem Aufbauspiel. Am Ende war es ein verdienter Sieg. Mit der Qualifikation zur Europa League hat Bruno Labbadia zudem eine eher maue Saison gerettet.<img alt="" width="" height="" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=16888&amp;md5=7f174497a14e9290df85623e6d2ba9ab" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>English: Juventus FC – FC Bayern Munich 0:2</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/04/13/english-juventus-fc-fc-bayern-munich-02/</link>
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		<pubDate>Sat, 13 Apr 2013 21:18:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayern München]]></category>
		<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[English]]></category>
		<category><![CDATA[Serie A]]></category>

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		<description><![CDATA[Antonio Conte&#8217;s announced war led to another lost battle. Bayern survived the first attacking waves, came back with a strong performance and won. The pressing battle Juventus rectified the errors they made in the first leg in an interesting way. On one hand, they found a supporter for Andrea Pirlo. Paul Pogba dropped into right [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Antonio Conte&#8217;s announced war led to another lost battle. Bayern survived the first attacking waves, came back with a strong performance and won.<span id="more-16873"></span></p>
<p><strong>The pressing battle</strong></p>
<p>Juventus rectified the errors they made in the first leg in an interesting way. On one hand, they found a supporter for Andrea Pirlo. Paul Pogba dropped into right half-space again and again, offering himself as an open man for the defensive line. In addition, he situationally advanced to the centre into space opened by Pirlo when Thomas Mueller and Mario Mandzukic closed in on the latter.</p>
<p>Bayern’s 4-4-1-1/4-3-3 pressing did not really work out, and they had less access than in the first leg. Juventus&#8217; central defenders were better supported which benefitted the Italians’ forward movement. Bayern formed their usual 4-4-1-1/4-4-2 in midfield and defensive pressing. Here, Toni Kroos was somewhat missed.</p>
<p><a href="http://spielverlagerung.de/2012/12/29/bayern-munchens-pressing-im-herbst-2012-in-depth/">Munich’s pressing</a> was nevertheless anything but weak. Because of their opponents’ pressure, Pirlo and Co. still played some bad passes, just like in the first leg. But this time, they were not alone. Bayern also had problems in their ball possession game and could not instigate many attacks. The Italians had changed their pressing a bit.</p>
<div id="attachment_16836" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Juventus-vs-Bayern-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-16836 " alt="Start formations" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Juventus-vs-Bayern-Grundformationen.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Start formations</p></div>
<p>Last week, the Italian pressing was neutralized by Bastian Schweinsteiger’s tilting to the side. This week, however, Schweinsteiger kept to the right and tilted to the centre, for whatever reason –there are various possibilities (to supercharge space behind the more offensive Italian wing back, to cover forArjen Robben, etc.). This tilting to the centre was usually followed by Claudio Marchisio, which is why Bayern could not build up their play as effectively as they did in the last game.</p>
<p>Thus, balls passed into the centre meant immediate pressure on build-up play which shifted Munich’s offensive game further away from their opponent&#8217;s goal. Bayern of course tried to counteract this negative effect. Franck Ribery fell back again and again into left defensive half space, as he wanted to take over Schweinsteiger’s play-making role from there. But this was not possible because Juventus were also prepared for this approach.</p>
<p><strong>Man marking and fluidity</strong></p>
<p>Juventus applied some <a href="http://spielverlagerung.de/2012/12/31/die-manndeckung/">situational man marking</a>, especially near the ball. This concerned all parts of the team, though with different interpretations. In the initial phase we could see man marking centre forwards covering the Bavarian central defenders. Later, they moved back slightly, kept some distance and only then pressed aggressively. There was similar marking even in midfield, such as the concentration on Schweinsteiger we already mentioned.</p>
<p>However, this strategy was most striking in defense. The half-backs Giorgio Chiellini and Andrea Barzagli pursued Franck Ribery, Mario Mandzukic and ArjenRobben in zonal man marking. They pushed out far in the vertical and pressed the respective striker who received the ball. As a result, there were often long periods when Bayern could circulate the ball either in the first or the last third of the pitch &#8211; but in the second third, they had significantly less time and space to do so.</p>
<p>Bayern employed extremely fluid play to counteract this effect as much as possible.Ribéry did not just fall back to the rear, but also moved to the offensive right wing, in space between lines, or on his usual position on the left wing. Robben also moved a few times to the centre or into right half-space, even if he did not move horizontally as much as Ribery did. Mostly, Robben took over the centre forward position in his free runs and was replaced by Mandzukic’s outward movement.</p>
<p>Bayern were thus very stable even when they lost the ball. They tried to negate Juventus&#8217; man marking and were able to employ Robben as a gambling counter attacking player, even if it ultimately did not yield any significant results. Müller also moved to the right or tried to establish connections, but you could see a clear difference to Kroos’ play. Although Müller probably was a little more of a threat in front of the goal and moved more dynamically, he offered less connection in forward movement and less stability in the defensive.</p>
<p>Juventus used another special sort of man marking on the wing. Most teams that usually play with a back four and double positioning on the wings have clear allocations there. With Juventus, it was interesting to see the reverse: although there were also situational man markings, the wing backs often employed <a href="http://spielverlagerung.de/2013/01/02/die-raumdeckung/">zonal marking.</a></p>
<p>The reason was simple: If the situation warranted it, they consciously moved back early to assist the bank of three in defence. This bank of five or “oscillating” bank of fourwas significantly more often employed than in the first leg. Juventus’ wings were therefore less vulnerable &#8211; it almost seemed to be the opposite.</p>
<div id="attachment_16837" class="wp-caption alignleft" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Juventus-vs-Bayern-zonale-Manndeckung.png"><img class=" wp-image-16837 " alt="Juventus’ half-backs and their situational man-marking zones" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Juventus-vs-Bayern-zonale-Manndeckung.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Juventus’ half-backs and their situational man-marking zones</p></div>
<p>David Alaba should have created offensive pressure, while Lahm consciously stayed deeper and acted as a “conductor” from the back or from defensive half space. Lahm repeatedly moved forward as a diagonal full back, tried to use space between centre and wing backs, and also served as a safe open man for the Sixes when Juventus pressed.</p>
<p>But the Bavarians employed a few (situational) man markings as well, although these were used less often and with more distance. Its only continuous application took place in the constant rotating man marking of Pirlo, mostly by Müller, but sometimes by Mandzukic. Simultaneously, the Bavarian central defenders shadowed Juventus’ centre forwards when those fell back, and tried to harass them.</p>
<p>In addition, Ribery and Robben pressed of course on the opposing half-backs while Lahm and Alaba took over the wing backs. However, this practice was less intense than in the first leg: Juventus closed down potential gateways better with Pogba than with Arturo Vidal, and they offensively supercharged the offensive half-spaces with their Eights. This is another reason why the Bavarian full-backs had more to do than in the first leg, as they had to react to the wide Eights or even wing backs (Asamoah) moving in.</p>
<p>Later on, the full-backs played a little deeper, with more moderation and a tiny bit wider, resolving this mismatch to a large extent even with a positive impact on the offensive performance.</p>
<p><strong><a href="http://spielverlagerung.de/2013/01/04/unterschiede-und-deckungsarten-im-gegenpressing/">Counter pressing</a> everywhere</strong></p>
<p>Another factor that contributed to the high intensity and rapidity of the game (up to half time or up to the first goal) was of course the employed counter pressing, which was practiced intensively by both teams. It’s quite impossible to really analyse it, of course. After ball losses, Juventus&#8217; players moved in close formation and collectively towards the ball, just as Bayern did.</p>
<p>However, this counter pressing as tactical factor showed the beauty of tactics and their impact on football &#8211; there were always tremendously tight situations to observe where a spectator had to wonder how they could possibly be resolved. The players’ individual class as well as intelligent collective movement on both sides made it possible that they freed themselves from such situations at a few times, with wonderful combination play in confined space.</p>
<p>They combined all the important basic aspects: technical quality, high athleticism and tactically smart movement, which led to the incredibly contested and exciting first half.</p>
<p><strong>Otherwise?</strong></p>
<p>There were many other interesting minor aspects, as it is usual in such high-class games, including new answers to the <a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/02/funf-fragen-zu-bayern-gegen-juventus/">five questions</a> I posed before the first leg.</p>
<p>For example, the more vertical of the two Italian strikers, MirkoVucinic, tried to rotate quickly when falling back, instead of stopping the ball. A couple of times he was thus able to neutralize the outward movement of the Bavarian centre backs or even to receive a foul.</p>
<p>Another Juventus player showed something interesting as well: in the beginning of the match, Chiellini– as main central defender – moved forward a few times and was backed by the other two defenders, as it is common practice in a bank of four. Maybe Conte tried to shock Heynckes–Chiellini twice came forward well, but he could not benefit from this forward movement in the shadow of the wing backs and stopped doing it.</p>
<div id="attachment_16835" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Juventus-vs-Bayern-Grundformationen-gegen-Ende.png"><img class=" wp-image-16835 " alt="Main formations at final whistle)" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Juventus-vs-Bayern-Grundformationen-gegen-Ende.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Main formations at final whistle</p></div>
<p><a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/01/mannschaftsportrat-juventus-turin-201213/">Juventus</a> also played some long balls to switch sides to free themselves and to punish Bayern’s strong indention. The strikers’ movement in pressing was also interesting. They usually stuck to their positions in a 3-5-2. When the ball was played to a wing, the striker farther away from the ball dropped into midfield and moved closer to the ball.</p>
<p>This prevented the full-back from passing back, but Juventus had an extra player in midfield. This player was then able to press Bayern’s Six from behind and outside his field of vision. But this move had to be shelved as well. The Bavarians had no problems with twisting under pressure, switches to the other side with long balls or attacks along the wings. The latter in particular was not a problem at all, as there was no double cover available for Robben and Ribery in a wide position, Juventus notably having only one pure wide player per side. They were also supported by the full-backs.</p>
<p>The attack through the centre was more of a problem for Bayern. Here again there was an interesting tactical variant to observe. The newly crowned German champions repeatedly tried to play astute interface passes into the centre. The passes were immediately passed on to the outside. Because of the speed of these passes could hardly be intercepted. At the same time, the forwarding of these passes was very easily and safely facilitated. As a result, Bayern played passes in open spaces in the centre, Juventus moved together, and Robben or Ribery were free to receive passes on the wings.</p>
<p>The substitutions offered nothing spectacular &#8211; Conte substituted Quagliarella for Matri (more punch), Isla for Padoin (more punch), and Giaccherini for Marchisio (more dynamics and dribbling) without changing the system, while Heynckes, had to field Jerome Boateng because of the injury of Van Buyten. His other two substitutes were Gustavo for Ribéryin the final phase of the game (Schweinsteiger on the Ten, stable Double-Six), and Pizarro for Mandzukic.</p>
<p><strong>Conclusion</strong></p>
<p>It was a great game and a football feast – for those interested in tactics and everyone else. Even if the game increasingly levelled off in the second half, it was a decent display worthy of a top game and Champions League quarter-finals. In closing I would like to quote two of my colleagues, TE and MR, from their live analysis written for ZDF-Sport.de (<a href="http://liveticker.zdf.de/mobile/?id=146">read it here!</a>):</p>
<p style="text-align: right;"><i>Inspite of Juventus’ strict surveillance, Schweinsteiger’s statistics were ultimately impressive. He won 75% of his tackles &#8211; best odds on the field. He had over 103 ball contacts &#8211; most in the field. His assist to the final goal was the crowning achievement of his influential performance, especially in the second half.</i></p>
<p style="text-align: right;"><i>Andrea Pirlo could hardly make his influence felt in these two games,as he was isolated by Bayerns’ pressing. Whenever he received a pass he came under great pressure. Again, his pass completion rate wasn’t great (78%), his long balls were barely received, and his team’s offensive starved for long periods. (&#8230;)Bayern revealed thus mercilessly the problems and the predictability of a concept relying on only one playmaker.</i></p>
<p>I’d like to give additional special praise to Manuel Neuer, Franck Ribery, Javi Martinez and Mario Mandzukic. And of course to PF, who translated this piece for us. I can&#8217;t thank you as much as you deserve.<br />
<img alt="" src="http://vg03.met.vgwort.de/na/edebef072acb4ac0ba79fa86c1f97314" width="1" height="1" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=16873&amp;md5=2525bf5f42042ddf907231f147054efd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>FC Schalke 04 &#8211; Bayer 04 Leverkusen 2:2</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Apr 2013 21:03:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayer Leverkusen]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[FC Schalke 04]]></category>

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		<description><![CDATA[Schalke erringt ein Unentschieden durch eine interessante Umstellung von 4-2-3-1/4-4-2 auf ein 4-1-4-1. Leverkusens Defensivsystem und die Wechselwirkung mit Schalke Das Pressing und Defensivspiel der Leverkusener wurde schon oft diskutiert. Sie variieren ihr Pressing zwischen einem 4-5-1 und einem 4-3-3, doch sehr oft lassen sie Andre Schürrle zocken und spielen dadurch ein 4-4-1-1. Schürrle steht [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Schalke erringt ein Unentschieden durch eine interessante Umstellung von 4-2-3-1/4-4-2 auf ein 4-1-4-1.<span id="more-16865"></span></p>
<p><b><a title="Leverkusens moderne Halbraumverteidigung" href="http://spielverlagerung.de/2012/11/20/leverkusens-moderne-halbraumverteidigung/">Leverkusens Defensivsystem</a> und die Wechselwirkung mit Schalke</b></p>
<p>Das Pressing und Defensivspiel der Leverkusener wurde schon oft diskutiert. Sie variieren ihr Pressing zwischen einem 4-5-1 und einem 4-3-3, doch sehr oft lassen sie Andre Schürrle zocken und spielen dadurch ein 4-4-1-1. Schürrle steht dann höher als die Mittelfeldreihe und der gegenüberspielende Flügelstürmer, allerdings etwas tiefer als Kießling, welcher sich meistens nach wie vor im Pressing wie ein alleiniger zentraler Stürmer bewegte.</p>
<div id="attachment_16868" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Schalke-vs-Leverkusen-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-16868 " alt="Zu Beginn" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Schalke-vs-Leverkusen-Grundformationen.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Zu Beginn</p></div>
<p>Dieses 4-4-1-1 mit einer asymmetrischen Vierer<a title="Kettenverteidigung" href="http://spielverlagerung.de/kettenverteidigung/">kette</a> im Mittelfeld ist an sich eine interessante Idee, um eine Pressingfalle auf dem Flügel herzustellen und das Konterspiel zu verstärken. Durch Schürrle gibt es eine hochgefährliche Anspielstation vorne und man wird im offensiven Umschaltspiel deutlich raumgreifender. Allerdings kann diese Asymmetrie auch für die eigene Mannschaft enorm gefährlich werden, wenn die formative Pressingfalle nicht greifen kann.</p>
<p>Gegen Schalke gab es eine solche Problematik. Die Königsblauen überladen sehr stark auf der rechten Seite; Höger kippt im Aufbauspiel nach rechts ab, baut das Spiel von dort mit auf und schiebt Rechtsverteidiger Atsudo Uchida nach vorne, den er dadurch auch absichert. Gleichzeitig kann Höger bei dieser Positionierung immer wieder mit Ball am Fuß in den rechten Halbraum rücken.</p>
<p>Schalke überlud dann mit Höger, dem extrem hohen Uchida und Außenstürmer Michel Bastos die rechte Seite. Schürrles defensives Fehlen wirkte sich dadurch deutlich stärker und prägnanter aus, das Einrücken der Viererkette konnte dieses Loch nur unzureichend stopfen. Bevor Leverkusen Zugriff erhielt, konnte sich Schalke befreien oder nach vorne aufrücken.</p>
<p>Bastos rochierte dabei immer wieder in die Mitte, während sich Höger wie erwartet sehr intelligent bewegte und nach vorne zog; Christoph Moritz sicherte das Spiel mit seinen horizontalen Bewegungen ab.</p>
<p>Über die linke Seite ging bei Schalke allerdings nur wenig. Zwar konnte Draxler mit seinen Einzelaktionen einige Male nach vorne kommen und Kolasinac hinterlief ihn gut, aber diese Seite wurde von Leverkusen durch den starken Bender und auch dem tieferen Flügelstürmer gut gesichert. Auch Moritz konnte hier nur selten Akzente setzen, obwohl er eine ordentliche Leistung ablieferte.</p>
<p>Zusätzlich gab es zwei weitere Faktoren in dieser Partie. Ein Aspekt war Schürrles mittiges Einrücken, wo er sich immer wieder in zentralen Räumen freilief, während Kießling die gegnerischen Verteidiger auf die linke Seite der Leverkusener zog. Dies sorgte für ein paar Abschlüsse Schürrles aus guter Position. Auch deswegen griff Leverkusen vorrangig über die rechte Seite an.</p>
<div id="attachment_16866" class="wp-caption alignleft" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/LeverkusenGIF.gif"><img class=" wp-image-16866 " alt="Gegen Wolfsburg sah man schon das asymmetrische 4-4-1-1 als auch das übliche 4-3-3 bei Leverkusen." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/LeverkusenGIF.gif" width="315" height="486" /></a><p class="wp-caption-text">Gegen Wolfsburg sah man schon das asymmetrische 4-4-1-1 als auch das übliche 4-3-3 bei Leverkusen.</p></div>
<p>Dort hatten sie mit Carvajal einen ebenfalls fast schon als Flügelstürmer agierenden Außenverteidiger, der weit nach vorne ging. Auch Bender als zusätzlicher vertikaler und technisch starker Spieler agierte dort. Bender und Castro dienten im Aufbauspiel meist nur als Anspielstationen für Kurzpässe und kippten nicht wie Höger bei Schalke zwischen Außen- und Innenverteidiger heraus.</p>
<p>Bei Leverkusen gab es aber keinen de facto ab- oder <a title="Die Spielzüge des Jahres: Dortmunds herauskippender Sechser" href="http://spielverlagerung.de/2012/12/29/die-spielzuge-des-jahres-dortmunds-herauskippender-sechser/">herauskippenden Spieler im Aufbau</a>. Rolfes bildete mit den breiten Innenverteidigern und Torwart Leno durch ein leichtes Zurückfallen eine Art Raute, die das Leverkusener Aufbauspiel schwierig zu pressen machte und ihre Angriffe gut absicherte. Konstante Kontermöglichkeiten gab es für Schalke keine, Leverkusen machte seine Rolle im Pressing und Defensivspiel über einen langen Zeitraum sehr gut. Kadlec rückte ebenfalls situativ weit nach vorne auf und sorgte mit gutem Timing für eine hohe Defensivstabilität.</p>
<p>Der zweite große Faktor betraf wiederum die Gastgeber. Schalke hatte mit Raffael einen horizontal agierenden Verbindungsspieler, der sich immer wieder in den Halbräumen als Anspielstation für die Flügelspieler oder auch die Sechser anbot. Dadurch konnte Raffael das Konterspiel der Schalker mehrmals gut auf die Flügel leiten und die Schalker lieferten ihr typisches Flankenspiel ab, aus welchem sie dann in der Endphase der Angriffe in die Mitte kommen wollen. Raffael ließ sich auch im Pressing immer wieder nach hinten fallen – dadurch wurde wegen ihm das 4-4-1-1/4-4-2 immer wieder zu einem 4-4-1-1/4-5-1.</p>
<p><b>Jens Kellers Veränderung</b></p>
<p>Nach dem unglücklichen Rückstand Schalkes stellte Keller in der zweiten Hälfte um. Zur 66. Minute, acht Minuten nach dem Tor Kießlings zum 0:2, gab es einen Doppelwechsel. Schalke stellte auf ein 4-1-4-1 um, Sead Kolasinac sicherte dabei als einziger wirklicher Sechser die Räume. Passenderweise driftete er immer wieder leicht nach links ab und korrigierte dadurch die Angriffsasymmetrie durch Raffael und Draxler vor ihm. Kolasinacs Position als Linksverteidiger übernahm der offensivere Christian Fuchs, der für Moritz kam. Im Sturm spielte Pukki nun statt Marica.</p>
<div id="attachment_16867" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Schalke-vs-Leverkusen-Grundformationen-66.-Minute.png"><img class=" wp-image-16867 " alt="Schalkes Doppelwechsel" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Schalke-vs-Leverkusen-Grundformationen-66.-Minute.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Schalkes Doppelwechsel</p></div>
<p>Mit diesem 4-1-4-1 übte Schalke im Pressing viel mehr Druck aus, bewegte sich stark nach vorne und überlud die Flügel noch stärker. Darauf musste Leverkusen natürlich reagieren, was Sascha Lewandowski und Sami Hyypiä auf interessante Art und Weise taten. Gegen Schalkes 4-1-4-1 konterten sie mit einer mannorientierteren Spielweise und einem asymmetrischem 4-3-2-1, wo es gar eine <a title="Die Manndeckung" href="http://spielverlagerung.de/2012/12/31/die-manndeckung/">fixe Mannorientierung</a> des eingewechselten Jens Hegeler auf Schalkes Rechtsverteidiger Uchida gab.</p>
<p>Der eigentliche Flügelstürmer Hegeler verfolgte Uchida als Manndecker und agierte dadurch naturgemäß sehr breit und tief. Schürrle wechselte nach rechts – eventuell wäre dieser Seitenwechsel schon vor der Partie interessant gewesen, um die Leverkusener Asymmetrie umzukehren, ihrerseits die rechte Seite zu überladen und den Schalkern dieses Mittel gleichzeitig zu verwehren. In der Schlussphase gab es eine solche Überladung mit Schürrle nicht mehr, weil Schalke hier durch Kolasinacs Rolle und Bewegung relativ gut stand.</p>
<p>Bei Bayer gab es auch andere Probleme. Gonzalo Castro als halblinker Achter orientierte sich wegen Hegelers Rolle manchmal nach vorne und presste sehr hoch, während Rolfes und Bender ihn absicherten. Anstatt stärker über die rechte Seite zu kommen, war Bender in seinem Offensivgang etwas eingeschränkt und Castro stand defensiv mehrmals in durch Hegelers Rolle geöffneten Räumen.</p>
<p>Leverkusen spielte zusätzlich noch mit vielen kleinen situativen Mannorientierungen beziehungsweise <a title="Die Raumdeckung" href="http://spielverlagerung.de/2013/01/02/die-raumdeckung/">mannorientierter Raumdeckung</a>; in einer Szene wich zum Beispiel der Innenverteidiger ein paar Meter aus der Kette, um Raffael im Zwischenlinienraum zu decken. Später brachte Lewandowski Hosogai statt Castro, stellte Hegeler in die Mitte und versuchte die Manndeckung auf rechts aufzupeppen.</p>
<div id="attachment_16870" class="wp-caption alignleft" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Schalke-vs-Leverkusen-Hegelers-Manndeckung1.png"><img class=" wp-image-16870 " alt="Hegeler als Manndecker" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Schalke-vs-Leverkusen-Hegelers-Manndeckung1.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Hegeler als Manndecker</p></div>
<p>Dennoch kippte das Spiel gegen Ende vollends zugunsten Schalkes. Leverkusen hatte mit ihrer Spielweise und dem kollektiven Aufrücken nun viel mehr Probleme als über weite Strecken der Partie und Toprak wurde gar die rote Karte wegen einer Notbremse gegeben. Zu zehnt und mit dem 2:2 durch den resultierenden Elfmeter im Rücken übte Schalke riesigen Druck aus, Leverkusen konnte aber das Unentschieden noch über die Zeit bringen. Hierzu kam Schwaab für Schürrle und Bayer agierte im 4-4-1 – Hosogai und Hegeler waren dabei die beiden Flügelstürmer.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Eines der spannendsten Spiele in dieser Saison. Schalke begann etwas überraschend ohne Jones, während Leverkusen über rechts mit Carvajal und Bender sowie Schürrles Zocken und dessen Einrücken zum Erfolg kommen sollten. In einer wohl heftig diskutierten Szene erzielten sie das 0:1 und legten per Freistoß nach, doch Keller reagierte richtig.</p>
<p>Seine Umstellung auf 4-1-4-1 erzeugte viel Druck, die Schalker kamen zurück ins Spiel und hätten sich – wenn man nur die Endphase betrachtet – wohl sogar den Sieg verdient gehabt. In der ersten Halbzeit fanden sie aber kaum effektive Mittel gegen Leverkusen, die über einzelne Aktionen hinausgingen.<br />
<img alt="" src="http://vg03.met.vgwort.de/na/6644285a66874ce6945f93fbc78278a1" width="1" height="1" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=16865&amp;md5=6cb65233336e82eeda8fe9fd062f1c01" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>FSV Mainz 05 &#8211; Hamburger SV 1:2</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/04/13/fsv-mainz-05-hamburger-sv-12/</link>
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		<pubDate>Sat, 13 Apr 2013 17:22:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TE</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[FSV Mainz 05]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburger SV]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Duell zwischen dem FSV Mainz 05 und dem Hamburger SV will keins der beiden Teams so recht angreifen. Am Ende entscheidet ein Taktikwechsel von Tuchel das Spiel. Eigentlich kann derzeit für die Hälfte aller Bundesliga-Spiele dieselbe Einleitung kopieren und einfügen. In fast jedem Match geht es um die Qualifikation für Europa, so auch beim [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><div id="attachment_16857" class="wp-caption alignleft" style="width: 335px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/mainz-hamburg-hz1.png"><img class=" wp-image-16857  " alt="Grundformationen erste Halbzeit" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/mainz-hamburg-hz1.png" width="325" height="443" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen erste Halbzeit</p></div>
<p>Im Duell zwischen dem FSV Mainz 05 und dem Hamburger SV will keins der beiden Teams so recht angreifen. Am Ende entscheidet ein Taktikwechsel von Tuchel das Spiel. <span id="more-16856"></span></p>
<p>Eigentlich kann derzeit <a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/13/sc-freiburg-hannover-96-31/">für die Hälfte aller Bundesliga-Spiele</a> dieselbe Einleitung kopieren und einfügen. In fast jedem Match geht es um die Qualifikation für Europa, so auch beim Aufeinandertreffen zwischen Mainz und dem HSV. Beide Trainer schickten ihre Teams in einer 4-2-3-1/4-4-2-Mischformation auf das Feld. Der nominelle Zehner (Ivanschitz bzw. van der Vaart) arbeitete bei Ballbesitz hinter dem Stürmer und schob sich bei gegnerischen Ballbesitz neben ihn. Thorsten Fink verabschiedete sich mit dieser Startelf von der Idee, <a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/08/kurz-ausgefuhrt-hamburgs-flache-vier-gegen-freiburg/">van der Vaart auf der Sechs aufzustellen</a>.</p>
<p><b>Vorsicht ist die Mutter des 0:0</b></p>
<p>Die erste Halbzeit war vor allem eins: zäh. Die Grundidee beider Teams war sich recht ähnlich: Mit Schnittstellenpässen wollten sie ihre schnellen Angreifer einsetzen. Szalai und Son lauerten an der Abseitsgrenze und hofften auf Zuspiele. Das Problem an diesem Ansatz: Bei beiden Teams hatte die Defensive oberste Priorität.</p>
<p>Der HSV besann sich nach den Misserfolgen in den vergangenen Spielen auf ein klassisches 4-4-2-Pressing mit einer hohen Abwehrlinie. Die Sechser Arslan und Badelj verrichteten hierbei viel vertikale Arbeit. Meistens ließen sie die Mainzer jenseits der Mittellinie in Ruhe und suchten erst in der gegnerischen Hälfte den Zugriff. Ab und an ließen sie eine Pressingattacke einfließen, bei der Badelj weit nach vorne verschob und einen der gegnerischen Sechser angriff.</p>
<p>Die Mainzer konnten diese Pressingattacken jedoch gut abwehren. Ihre beiden Sechser agierten recht tief, sodass der attackierte Sechser im Zweifelsfall zu seinem Nebenmann passen konnte. Mainz hatte so in der ersten Halbzeit mehr vom Ball, konnte dies aber nicht wirklich in gefährliche Angriffe ummünzen. Auf den Flügeln hielten sich die Außenverteidiger zurück, während die Außenstürmer etwas einrückten. Gleichzeitig fehlte durch die tiefe Rolle der Sechser und die hohe Rolle von Ivanschitz die Bindung zwischen Abwehr und Angriff. Die Folge: Mainz setzte auf lange Bälle, um diese Lücke zu überspielen. Diese verteidigte Hamburg jedoch stark.</p>
<p>Die Hamburger hatten ebenso wie die Mainzer arge Probleme mit dem ruhigen Spielaufbau. Wie eh und je mieden die Hamburger das Zentrum und versuchten, die Mainzer über die Außen zu knacken (<a href="http://www.whoscored.com/Matches/621393/MatchReport/Germany-Bundesliga-2012-2013-Mainz-05-Hamburger-SV" target="_blank">nur 16% ihrer Angriffe liefen durch das Zentrum!</a>). Hierzu kippte ein Sechser ab und die Außenverteidiger rückten vor. Die Außenstürmer rückten wiederum etwas ein. Ein klassischer HSV-Angriff beinhaltet in dieser Saison einen Pass auf den Außenverteidiger, der versucht, den eingerückten Außenstürmer an die Grundlinie zu schicken. Gegen Mainz war dieses Mittel jedoch nicht von Erfolg gekrönt, da sich deren Außenverteidiger zurückhielten und daher nie bespielbare Lücken hinter ihnen entstanden.</p>
<div id="attachment_16859" class="wp-caption aligncenter" style="width: 372px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/mainz-hamburg-angriff-über-die-außen.png"><img class="size-full wp-image-16859" alt="Klassischer HSV-Spielzug: Der Außenverteidiger rückt auf und steht breit. Er zieht den gegnerischen Außenverteidiger auf sich. Wenn er den Ball erhält, schickt er sofort den eingerückten Außenstürmer an die Grundlinie (schwarzer Pfeil)." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/mainz-hamburg-angriff-über-die-außen.png" width="362" height="573" /></a><p class="wp-caption-text">Klassischer HSV-Spielzug: Der Außenverteidiger rückt auf und steht breit. Er zieht den gegnerischen Außenverteidiger auf sich. Wenn er den Ball erhält, schickt er sofort den eingerückten Außenstürmer an die Grundlinie (schwarzer Pfeil).</p></div>
<p><b>Tuchel tut das, was ein Tuchel so tut</b></p>
<div id="attachment_16858" class="wp-caption alignright" style="width: 335px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/mainz-hamburg-hz2.png"><img class=" wp-image-16858  " alt="Grundformation zweite Halbzeit" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/mainz-hamburg-hz2.png" width="325" height="443" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformation zweite Halbzeit</p></div>
<p>Nach 45 extrem zähen Minuten mit nur einer Handvoll Strafraumszenen änderte Thomas Tuchel seine Formation. Er wechselte Kirchoff (für Svensson) und Zimling (für Risse) ein und stellte auf eine Mittelfeldraute um. Baumgartlinger war nun alleiniger Sechser in einem 4-1-3-2. Er kippte bei Ballbesitz zwischen die Innenverteidiger, während die Außenverteidiger vorschoben. Mainz wollte hiermit wohl den Druck erhöhen und die eigene Dominanz in die gegnerische Hälfte verschieben.</p>
<p>Die neue Mainzer Formation spielte aber eher den Hamburgern in die Karten. Diesen gelang es fortan mit ihren zwei Viererketten noch besser, die Mainzer Mannschaftsteile voneinander zu isolieren. Ivanschitz und Zimling agierten recht hoch und waren im Spielaufbau selten eine saubere Abspielstation. So musste Mainz oft auf lange Bälle oder auf Pässe auf die Außen zurückgreifen.</p>
<p>Zugleich erleichterte die neue Formation den Hamburgern das Pressing. Badeljs Vorrücken war gegen nur einen gegnerischen Sechser noch effektiver. Der HSV baute in einigen Situationen hohen Druck auf, indem Badelj Baumgartlinger aufnahm und die beiden Stürmer die Innenverteidiger anliefen. So fiel auch der Führungstreffer nach einer Pressingsituation, in der Badelj den Ball tief in der gegnerischen Hälfte eroberte (61.). Ob seine Grätsche ein Foul war oder nicht, mögen andere beurteilen. Fakt ist: Der Treffer war durch Hamburgs 4-3-3-ähnliches Pressing folgerichtig.</p>
<p>Auch nach dem Führungstreffer änderte sich zunächst wenig am Spiel. Die Mainzer waren immer noch ideen- und verbindungslos gegen eine Hamburger Elf, die sich auf das Verteidigen beschränkte. Erst als die Hamburger in der Schlussphase begannen, früh an den eigenen Sechzehner zurückzuweichen, verschob sich die Mainzer Dominanz in die gegnerische Hälfte. Das 2:0 fiel gerade rechtzeitig, bevor Mainz daraus hätte Kapital schlagen können. Erneut leitete Badelj mit einem sehenswerten Schnittstellenpass den Treffer ein (80.). Sons Qualitäten als Stoßstürmer kamen hier endlich zum Tragen. Das 2:1 nach einer Flanke von der linken Seite war nur noch Ergebniskosmetik (86.). Die Hamburger gewannen am Ende verdient.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Thomas Tuchel hat nach dem Spiel eine Mainzer Elf gesehen, welche die Zweikämpfe nicht richtig angenommen hat. Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere ist, dass <a href="http://spielverlagerung.de/2013/03/30/fsv-mainz-werder-bremen-11/">Mainz spielerische Defizite hat</a>. Sie tun sich schwer damit, Torchancen aus einem ruhigen Spielaufbau herauszuspielen. Dies wiegt umso schwerer, als dass viele gegnerische Teams mittlerweile denken: „Wir lassen die Mainzer mal machen.“ Dieses Defizit könnte am Ende der Saison zwischen ihnen und dem Europa-League-Rang stehen.</p>
<p>Der Hamburger SV überzeugten zwar nicht spielerisch, zeigt aber immerhin in der Defensive eine starke Leistung. Ob sie damit wieder ein Kandidat für die Europa-League-Teilnahme sind, ist eine andere Frage. Grundsätzlich sehe ich drei Probleme beim HSV: Sie machen sich durch ihr flüggellastiges Spiel zu abhängig von den eigenen Außenverteidigern, obwohl diese außer Form sind (Jansens Passgenauigkeit lag bei 58%!). Fink hat immer noch keine passende Rolle für van der Vaart in seinem System gefunden (in dieser Partie nur die sechst meisten Ballkontakte und Pässe). Und last but not least haben sie große Probleme damit, das Spiel zu machen. Gerade im letzten Punkt müssen sie sich bis zum kommenden Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf verbessern – diese werden sicher nicht den Ballbesitz fordern.<img src=""http://vg07.met.vgwort.de/na/886ea78657aa4928b98d8ff611753d43"" width=""1"" height=""1"" alt=""""></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=16856&amp;md5=050d65646b61abfc6a301e0423345b7a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>SC Freiburg &#8211; Hannover 96 3:1</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Apr 2013 12:16:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TE</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Hannover 96]]></category>
		<category><![CDATA[SC Freiburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Der SC Freiburg zeigt sein dominantes Gesicht und besiegt Hannover 96 mit 3:1. Christian Streichs Team baut auf ihr ureigenes Pressing und nimmt das Hannoveraner 4-4-2 auseinander. Am Freitagabend trafen mit Freiburg und Hannover zwei Europa-League-Aspiranten aufeinander. Beide Trainer schickten ihre Teams in einem 4-4-2 auf das Feld. Auch in der Wahl der taktischen Mittel [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><div id="attachment_16851" class="wp-caption alignleft" style="width: 335px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/freiburg-hannover.png"><img class=" wp-image-16851  " alt="Grundformationen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/freiburg-hannover.png" width="325" height="443" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen</p></div>
<p>Der SC Freiburg zeigt sein dominantes Gesicht und besiegt Hannover 96 mit 3:1. Christian Streichs Team baut auf ihr ureigenes Pressing und nimmt das Hannoveraner 4-4-2 auseinander. <span id="more-16850"></span></p>
<p>Am Freitagabend trafen mit Freiburg und Hannover zwei Europa-League-Aspiranten aufeinander. Beide Trainer schickten ihre Teams in einem 4-4-2 auf das Feld. Auch in der Wahl der taktischen Mittel agierten beide Teams recht ähnlich: Ein Mittelfeldspieler kippte jeweils ab, wodurch die Außenverteidiger weiter aufrücken konnten. Auf Hannoveraner Seite war dies Hoffmann, bei Freiburg wechselten sich Schuster und Ginter ab. Im Sturm gab es bei beiden Teams eine Aufteilung zwischen einem weiter vorne postierten Zielspieler (Santini und Diouf) und einem mobileren und zurückfallenden Angreifer (Kruse und Schlaudraff).</p>
<p><b>Pressing</b></p>
<p>Der größte Unterschied der beiden Teams war die Höhe des Pressings: Während die Hannoveraner den Zugriff erst in der eigenen Hälfte suchten, störten die Freiburger früh. Sie setzten dabei auf <a href="http://spielverlagerung.de/2012/12/18/der-sc-freiburg-unter-streich/">ihr gewohntes, mannorientiertes Pressing</a>: Sobald der Pass auf die Außenverteidiger kam, wurden sie von den Außenstürmern attackiert. Gleichzeitig verfolgten Schuster und Ginter im Mittelfeld die gegnerischen Sechser Stindl und Hoffmann bis weit in deren Hälfte.</p>
<p>Hannover fand gegen das gegnerische Pressing nie zum gewollten Vertikalspiel. Sie versuchten zwar, nach Ballgewinnen den zurückfallenden Schlaudraff mit vertikalen Pässen einzusetzen. Freiburg verhinderte diese Zuspiele mit dem eigenen Pressing jedoch bereits im Ansatz. Auch im ruhigen Spielaufbau hatten die Hannoveraner viele Probleme. Dieser läuft normalerweise über ihre Außenverteidiger – ein gefundenes Fressen für das Freiburger Pressing. Unter dem hohen Druck des Gegners bolzte Hannover ungewohnt viele Bälle nach vorne, welche die Freiburger Innenverteidiger einfach nur aufzusammeln brauchten. Freiburg konnte somit weit mehr Ballgewinne erzielen als die Hannoveraner.</p>
<p>Bei Ballbesitz ließen die Freiburger die Kugel laufen. Slomka bemängelte nach dem Spiel gegenüber dem TV-Sender sky, sein Team sei vor der Pause „nicht weit genug vorgerückt bis zur Mittellinie“. Die vergleichweise tiefe Stellung der Hannoveraner sorgte dafür, dass Freiburg bis zur Pause zwei Drittel des Ballbesitzes verbuchen konnte. Vor allem die Freiburger Sechser sahen sich keines Drucks der Hannoveraner ausgesetzt. Ein Sechser kippte in die Abwehr ab, während der Zweite sich davor horizontal bewegte. Ginter hatte am Ende des Spiels 96 Ballkontakte, Schuster gar 106.</p>
<p><b>Von Dreiecken und kreativen Standards</b></p>
<p>Freiburg konnte daher den Spielaufbau aus der eigenen Hälfte ruhig angehen lassen und auf die entscheidende Lücke warten. Sie setzten dabei auf das klassische Dreieckspiel. Über die freien Sechser konnten die Freiburger viele Dreiecke herstellen, mit denen sie die Gegner aus den Positionen zogen. Ein klassisches Beispiel hierfür war das Spiel mit den aufrückenden Außenverteidigern: Beim Aufrücken zogen sie leicht diagonal in die Mitte, sodass sie die gegnerischen Außenspieler in die Mitte zogen. Wenn sie angespielt wurden, passten sie den den Ball zurück zum in der Mitte wartenden Mitspieler, der wiederum den breit gebliebenen Außenstürmer einsetzte. So kam Freiburg relativ oft auf den Außen an die Grundlinie.</p>
<p>Ebenfalls erfolgsversprechend waren Angriffe über den zurückfallenden Kruse. Hannovers Mittelfeld operierte mit der <a href="http://spielverlagerung.de/2013/03/04/borussia-dortmund-hannover-96-31/">von ihnen gewohnten Tiefenstaffelung</a>, was bedeutet, dass ein Sechser tiefer agiert als sein Nebenmann. Stindl war meist der höher postierte Sechser. Kruse schlich sich in den Raum hinter ihm. Wenn er angespielt wurde, musste ein Innenverteidiger oder Außenverteidiger rausrücken, um ihm aufzunehmen. Die übrigen Abwehrspieler reagierten, indem sie zusammenrückten. Kruse nutzte dies, um die breit wartenden Außenstürmer einzusetzen.</p>
<p>Auch wenn Freiburgs flügellastiges Spiel nur wenige Torchancen kreierte, holten sie doch zumindest einige Standards raus – eine Kategorie, die Freiburg beherrscht. Kein Team zeigt sich derart kreativ, wenn es um die Anwendung von kurzen Varianten bei Ecken und Freistößen geht. Das 1:0 war hierfür ein gutes Beispiel, als Freiburg über eine Dreieckskombination den Eckenschützen Schmid freispielte. Schulz stolperte den Ball ins eigene Tor (24.). Das 2:1 fiel &#8211; Freiburgs Strategie entsprechend – nach einer Hereingabe von links, Schmid hatte hier eine Überzahlsituation geschaffen. Kruse verwertete, obwohl drei Gegenspieler zwischen ihm und dem Tor standen (44.). Zwischenzeitlich hatte Hannover ausgeglichen – wohlgemerkt nach einem krassen Fehler der Freiburger, nicht nach einem eigenen Angriff (36.).</p>
<p><b>Zweite Halbzeit</b></p>
<p>Bis zur Halbzeitpause waren die Freiburger absolut dominant und spielbestimmend. Hannover versuchte nach der Pause, etwas weiter vorzuschieben und das Pressing früher anzugehen. Gleichzeitig rückten die Außenverteidiger bei eigenen Angriffen weiter auf. Die Hannoveraner versuchten nun ebenfalls, den Gegner über die Flügel zu knacken. Gegen Freiburgs Pressing und die abkippenden Sechser hatten sie jedoch noch immer keine Antwort gefunden, sodass Freiburg weiterhin den Ballbesitz dominieren konnte. Selbst wenn Hannover jetzt früh störte, konnten sie sich über lange Bälle auf den Zielspieler Santini befreien.</p>
<p>Erst mit der Einwechslung Pintos (63. für Stindl) verbesserte sich das Hannoveraner Spiel merklich. Einerseits stand er als Sechser beim gegnerischen Ballbesitz höher und presste die gegnerischen Sechser intensiver. Gerade den Druck auf Schuster erhöhte er. Freiburg konnte nicht mehr in das eigene Dreiecksspiel finden, das sie in Halbzeit Eins auszeichnete. Andererseits bereicherte er das eigene Aufbauspiel mit seiner Präsenz. Er zeigte sich sehr beweglich und wich der gegnerischen Mannorientierung aus. Mal baute er das Spiel aus der eigenen Abwehr auf, dann wieder stieß er vor in den Sturm. Er behob damit auch das Manko, dass Schlaudraff nicht weit abkippen konnte, ohne vorne eine große Lücke zu hinterlassen. Nach Pintos Einwechslung ging Schlaudraff wesentlich tiefer. So bereitete er die große Chance von Diouf aus der eigenen Hälfte vor (73.).</p>
<p>Durch die höhere Positionierung der gesamten Mannschaften wurde Hannover im Gegenzug anfälliger für Konter. Gerade in ihre stärkste Phase platzte ein schneller Gegenstoß der Freiburger, der gespickt war mit Hannoveraner Flüchtigkeitsfehlern. Schmid erzielte das 3:1 (73.). Dieses beendete das Spiel praktisch. Hannover warf nun alles nach vorne. Slomka brachte Abdellaoue (75. für Ya Konan) und Sobiech (77. für Pocognoli) und spielte nun effektiv mit vier Spitzen, die allesamt recht hoch standen. Ihnen fehlte die Verbindung zwischen Mittelfeld und Sturm, die sie nur mit langen Bällen herstellen konnte – eine leichte Beute für die Freiburger Verteidiger. Diese nutzten ihrerseits klug das Loch auf rechts aus, das in Ermangelung eines Hannoveraner Rechtsaußen entstand. Freiburg konnte das 3:1 bis zum Abpfiff verwalten.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Dieses Spiel bewies, dass man gegen Freiburg mit einem klassischen 4-4-2 kaum gewinnen kann. Hannover lief in jede Pressingfalle des Gegners und konnte mangels eigenem Angriffspressing die Dominanz der Freiburger nie brechen. Einzig nach der Einwechslung Pintos hatten sie eine starke Phase.</p>
<p>Die Hannoveraner waren nicht die Ersten in dieser Saison, die mit einem 4-4-2 gegen Freiburg untergingen. Es verwundert, dass mittlerweile noch Trainer mit einer derartigen Formation gegen Freiburg antreten – <a href="http://spielverlagerung.de/2013/04/08/kurz-ausgefuhrt-hamburgs-flache-vier-gegen-freiburg/">einfacher kann man es Streichs Truppe kaum machen</a>. Diese überzeugten abermals mit einem extrem ballsicheren Mittelfeld (Schuster! Ginter!!) und einem leidenschaftlichen Pressing. Mal schauen, ob der VfB Stuttgart es nächste Woche im Pokal-Halbfinale besser macht.<img alt="" width="" height="" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=16850&amp;md5=207eef25f72daf5aef692c761568e472" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Live-Hangout: CL-Halbfinal-Auslosung</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/04/12/live-podcast-cl-halbfinal-auslosung/</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Apr 2013 09:54:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Tagesgeschäft]]></category>

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		<description><![CDATA[RM, MR und TE trafen sich zum spontanen Live-&#8221;Podcast&#8221; über die Champions-League-Auslosung. /Der Hangout ist beendet und nicht mehr abrufbar. Der Beitrag bleibt da, damit in den Kommentaren diskutiert werden kann!]]></description>
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<p><em><strong>/Der Hangout ist beendet und nicht mehr abrufbar.<br />
</strong></em></p>
<p>Der Beitrag bleibt da, damit in den Kommentaren diskutiert werden kann!</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=16841&amp;md5=09e7bb63a59a99991c6dcaae31896b9b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Juventus FC &#8211; FC Bayern München 0:2</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/04/10/juventus-fc-fc-bayern-munchen-02/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Apr 2013 21:36:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayern München]]></category>
		<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Serie A]]></category>

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		<description><![CDATA[Antonio Contes angekündeter Krieg führte zu einer weiteren verlorenen Schlacht. Die Bayern überstanden die erste Angriffswelle und konnten sich danach mit einer starken Leistung zurück- und zum Sieg arbeiten. Die Pressingschlacht Dabei korrigierte Juventus die Fehler aus dem Hinspiel auf interessante Art und Weise. Einerseits stellten sie Andrea Pirlo einen Unterstützer an die Seite. Paul [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Antonio Contes angekündeter Krieg führte zu einer weiteren verlorenen Schlacht.<span id="more-16834"></span> Die Bayern überstanden die erste Angriffswelle und konnten sich danach mit einer starken Leistung zurück- und zum Sieg arbeiten.</p>
<p><b>Die Pressingschlacht</b></p>
<p>Dabei korrigierte Juventus die Fehler aus dem <a title="Bayern München – Juventus Turin 2:0" href="http://spielverlagerung.de/2013/04/02/bayern-munchen-juventus-turin-20/">Hinspiel</a> auf interessante Art und Weise. Einerseits stellten sie Andrea Pirlo einen Unterstützer an die Seite. <a href="http://www.abseits.at/fusball-international/die-grosten-nachwuchstalente-der-welt-6-pogba-morrison-suso/" target="_blank">Paul Pogba</a> ließ sich immer wieder in den rechten Halbraum fallen und bot sich dort als Anspielstation für die Abwehrreihe an. Zusätzlich rückte er situativ in die Mitte, wo ihm Pirlo Räume öffnete, wenn Thomas Müller oder Mario Mandzukic ihn eng zustellten.</p>
<div id="attachment_16836" class="wp-caption alignright" style="width: 280px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Juventus-vs-Bayern-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-16836  " alt="Grundformationen zu Beginn" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Juventus-vs-Bayern-Grundformationen.png" width="270" height="416" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen zu Beginn</p></div>
<p>Bayerns 4-4-1-1/4-3-3-Pressing kam also nicht wirklich zum Tragen und sie erhielten weniger Zugriff als im Hinspiel. Die Innenverteidiger Juventus‘ wurden besser unterstützt und Juventus konnte ihr Spiel besser nach vorne bringen, wodurch Bayern sich im Mittelfeld- und Abwehrpressing in ihrem üblichen 4-4-1-1/4-4-2 formierte. Hier fehlte ihnen Toni Kroos dann durchaus etwas.</p>
<p>Dennoch war <a title="Bayern Münchens Pressing im Herbst 2012 | in-depth" href="http://spielverlagerung.de/2012/12/29/bayern-munchens-pressing-im-herbst-2012-in-depth/" target="_blank">das Pressing der Münchner</a> alles andere als schwach. Pirlo und Co. spielten wie im Hinspiel weiterhin einige Fehlpässe wegen des gegnerischen Drucks. Dieses Mal waren sie aber nicht die einzigen. Auch die Bayern hatten Probleme in ihrem Ballbesitzspiel und konnten viele Angriffe nicht anbringen. Die Italiener hatten dabei ihr Pressing etwas verändert.</p>
<p>Letzte Woche wurde das Pressing der Italiener durch das Herauskippen Bastian Schweinsteigers neutralisiert. Diese Woche spielte Schweinsteiger allerdings halbrechts und kippte zentral ab; aus welchen Gründen auch immer, welche natürlich vielfältig sein können (Überladung hinter dem offensiveren Flügelverteidiger Juventus, Absicherung Arjen Robbens, etc.). Dieses zentrale Abkippen wurde zumeist von Claudio Marchisio verfolgt, weswegen die Bayern den Spielaufbau nicht so dermaßen effektiv wie im letzten Spiel betreiben konnten.</p>
<p>Bälle ins Zentrum bedeuteten also auch sofortigen Druck im Aufbauspiel und verlagerten das Münchner Offensivspiel weiter weg vom gegnerischen Tor. Die Bayern versuchten diese negative Wechselwirkung natürlich zu bekämpfen. Franck Ribéry ließ sich immer wieder in den linken defensiven Halbraum zurückfallen und wollte von dort aus die Rolle Schweinsteigers als Aufbauspieler übernehmen. Doch dies gelang nicht, weil die Turiner auch dafür gewappnet waren.</p>
<p><b>Von Mannorientierungen und Fluidität</b></p>
<p>Bei Juventus gab es einige <a title="Die Manndeckung" href="http://spielverlagerung.de/2012/12/31/die-manndeckung/">situative Manndeckungen</a>, insbesondere in Ballnähe. Dies zog sich durch alle Mannschaftsteile und war dort auch jeweils anders aufgebaut. In der Anfangsphase gab es beispielsweise mannorientiert spielende Mittelstürmer, welche die bayrischen Innenverteidiger abdeckten. Später zogen sie sich leicht zurück, hielten etwas Abstand und pressten dann erst aggressiv auf sie. Auch im Mittelfeld gab es solche Deckungen, wie zum Beispiel schon die erwähnte Orientierung auf den zurückfallenden Schweinsteiger.</p>
<p>Am Auffälligsten war dies allerdings in der Abwehr. Die Halbverteidiger Giorgio Chiellini und Andrea Barzagli verfolgten Franck Ribéry, Mario Mandzukic und Arjen Robben in einer zonalen Manndeckung; sie wichen in der Vertikale weit nach vorne und bedrängten den jeweiligen Stürmer bei der Ballannahme. Dadurch gab es oftmals längere Phasen bei den Bayern, wo sie den Ball entweder im ersten oder im letzten Spielfelddrittel zirkulieren lassen konnten – aber im zweiten Spielfelddrittel hatten sie deutlich seltener die Zeit und den Platz dazu.</p>
<p>Um diesem Effekt möglichst stark entgegenzuwirken, spielte Bayern extrem fluide. Ribéry ließ sich nicht nur nach hinten zurückfallen, sondern bewegte sich auch auf dem offensiven rechten Flügel, im Zwischenlinienraum oder eben auf seiner Stammposition auf Linksaußen. Auch Robben ging einige Male in die Mitte oder in den rechten Halbraum, auch wenn er sich nicht so stark in der Horizontale bewegte, wie Ribéry. Zumeist übernahm Robben in seinen freien Läufen die Mittelstürmerposition und wurde dort vom ausweichenden Mandzukic ersetzt.</p>
<p>Bayern blieb dadurch auch nach Ballverlusten sehr stabil, versuchte die Manndeckungen Juventus‘ zu negieren und konnte Robben als zockenden Konterspieler nutzen, auch wenn dies letztlich zu keinem signifikanten Ereignis führte. Auch Müller wich immer wieder nach rechts aus oder versuchte Verbindungen zu schaffen, doch man sah einen klaren Unterschied zum fehlenden Kroos; auch wenn Müller wohl etwas mehr Torgefahr versprühte und sich dynamischer bewegte, brachte er weniger Verbindung nach vorne und Stabilität in der Defensive in die Partie.</p>
<div id="attachment_16837" class="wp-caption alignleft" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Juventus-vs-Bayern-zonale-Manndeckung.png"><img class=" wp-image-16837 " alt="Hier sieht man die situativen Manndeckungszonen der Halbverteidiger Juventus'." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Juventus-vs-Bayern-zonale-Manndeckung.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Hier sieht man die situativen Manndeckungszonen der Halbverteidiger Juventus&#8217;.</p></div>
<p>Eine weitere Mannorientierung der besonderen Sorte gab es bei Juventus auf dem Flügel. Die meisten Mannschaften, die bekanntlich auch im Normalfall mit Viererkette und doppelter Flügelbesetzung spielen, haben eigentlich hier ihre klaren Mannorientierungen. Bei Juventus war es interessanterweise umgekehrt; hier gab es zwar ebenfalls situative Mannorientierungen, doch oft spielten die Flügelverteidiger als „<a title="Die Raumdeckung" href="http://spielverlagerung.de/2013/01/02/die-raumdeckung/">Raumdecker</a>“.</p>
<p>Der Grund war einfach: Wenn die Situation nicht passte, ließen sie sich früh und bewusst zurückfallen, um in der Defensive schnell die Dreierkette zu unterstützen. Die Fünferkette bzw. gependelte Viererkette sah man deutlich öfter als im Hinspiel und die Flügel bei Juventus waren dadurch weniger anfällig. Fast schon wirkte es gegenteilig.</p>
<p>David Alaba hätte eigentlich offensiv Druck machen sollen, während Lahm sich bewusst tiefer hielt und als Taktgeber aus der Tiefe beziehungsweise aus dem defensiven Halbraum fungierte. Lahm rückte immer wieder als diagonaler Außenverteidiger nach vorne, versuchte die Räume zwischen Innen- und Flügelverteidigern zu bespielen und diente auch als sichere Anspielstation für die Sechser bei Pressing Juventus‘.</p>
<p>Aber auch die Bayern hatten ein paar (situative) Mannorientierungen, wenngleich diese seltener und distanzierter gespielt wurden. Die einzig durchgehende Manndeckung war die wechselnde Übernahme Pirlos, der zumeist von Müller, manchmal aber auch von Mandzukic übernommen wurde. Gleichzeitig gingen die Innenverteidiger Bayerns beim Zurückfallen der Mittelstürmer Juventus‘ mit ihnen mit und versuchten sie bei Ballannahmen zu bedrängen.</p>
<p>Zusätzlich suchten sich Ribéry und Robben im Pressing natürlich die gegnerischen Halbverteidiger, während Lahm und Alaba die Flügelverteidiger übernahmen. Allerdings wurde dies weniger intensiv als im Hinspiel praktiziert, weil Juventus die Engen mit Pogba statt Arturo Vidal besser auflöste und die offensiven Halbräume mit den Achtern offensiv sehr stark überlud. Auch darum hatten die Münchner Außenverteidiger mehr zu tun als im Hinspiel, wo sie immer wieder auf die breiten Achter oder gar hineinziehende Flügelverteidiger (Asamoah) reagieren mussten.</p>
<p>Später spielten sie etwas tiefer, gemäßigter und minimal breiter, wodurch dieses Missmatch zu weiten Teilen behoben wurde, was sich sogar positiv auf die Offensivleistung auswirkte.</p>
<p><b><a title="Unterschiede und Deckungsarten im Gegenpressing" href="http://spielverlagerung.de/2013/01/04/unterschiede-und-deckungsarten-im-gegenpressing/">Gegenpressing</a>, Gegenpressing, wohin man auch schaut!</b></p>
<p>Ein weiterer Faktor für das hochintensive und schnelle Spiel (bis zur Halbzeit beziehungsweise bis zum 0:1) war natürlich das Gegenpressing, welches von beiden Mannschaften sehr intensiv praktiziert wurde. Wirklich analysieren kann man das natürlich nicht; Juventus‘ Spieler bewegten sich nach Ballverlusten ebenso kompakt und kollektiv zum Ball, wie die Münchner.</p>
<p>Allerdings zeigte dieses Gegenpressing als taktischer Faktor die Schönheit der Taktik und ihre Auswirkungen auf den Fußball – immer wieder gab es enorm engen Situationen, wo man sich als Zuschauer fragte, wie diese denn gelöst werden können. Und die individuelle Klasse sowie intelligente kollektive Bewegung der beiden Mannschaften sorgte dafür, dass sie sich einige Male auch mit wunderbarem Kombinationsspiel auf engstem Raum spielerisch aus solchen Situationen befreien konnten.</p>
<p>Somit verbanden sie sämtliche wichtigen Grundaspekte: Spielerische Qualität, hohe Athletik und taktisch intelligente Bewegung, welche zu der unfassbar knappen und mitreißenden ersten Hälfte führten.</p>
<p><b>Ansonsten? </b></p>
<p>Wie meistens in solchen rassigen und hochklassigen Partien gab es viele interessante Mini-Aspekte, unter anderem auch neue Antworten zu den <a title="Fünf Fragen zu Bayern gegen Juventus" href="http://spielverlagerung.de/2013/04/02/funf-fragen-zu-bayern-gegen-juventus/">fünf Fragen</a>, die ich vor der ersten Partie gestellt habe.</p>
<div id="attachment_16835" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Juventus-vs-Bayern-Grundformationen-gegen-Ende.png"><img class=" wp-image-16835 " alt="Grundformationen bei Schlusspfiff" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Juventus-vs-Bayern-Grundformationen-gegen-Ende.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen bei Schlusspfiff</p></div>
<p>Beispielsweise versuchte der vertikalere der beiden Juventus-Stürmer, Mirko Vucinic, sich beim Zurückfallen schnell zu drehen, statt den Ball zu stoppen. Ein paar Mal konnte er dadurch das Herausrücken der bayrischen Innenverteidiger neutralisieren oder erhielt gar ein Foul.</p>
<p>Auch ein anderer Spieler Juventus zeigte was Interessantes: Chiellini rückte als eigentlicher Innenverteidiger in der Anfangsphase ein paar Mal nach vorne und wurde von den anderen zwei Verteidigern abgesichert; wie es in einer Viererkette Gang und Gäbe ist. Womöglich wollte Conte damit Heynckes schocken – Chiellini kam zwei Mal gut nach vorne, aber dieses Aufrücken im Schatten der Flügelverteidiger konnte er nicht verwerten und ließ es dann auch wieder sein.</p>
<p><a title="Mannschaftsporträt: Juventus Turin 2012/13" href="http://spielverlagerung.de/2013/04/01/mannschaftsportrat-juventus-turin-201213/">Juventus</a> spielte außerdem einige lange Seitenwechsel, um sich aus Engen zu befreien und gleichzeitig das starke Einrücken Bayerns zu bestrafen. Im Pressing bewegten sich die Stürmer ebenfalls interessant. Normalerweise standen sie im 3-5-2 da; dann kam der Ball auf einen Flügel und der ballferne Mittelstürmer ließ sich ins Mittelfeld und etwas Richtung Ball fallen.</p>
<p>Dadurch blieb für den Außenverteidiger der Passweg zurück versperrt, aber Juventus hatte einen zusätzlichen Spieler im Mittelfeld. Dieser konnte dann den Sechser der Bayern rückwärtspressen und ihn außerhalb seines Sichtfelds pressen. Aber auch dieser Schachzug musste wieder ad acta gelegt werden. Die Bayern hatten mit Drehungen unter Druck, langen Seitenwechseln oder Angriffen entlang des Flügels keine Probleme. Insbesondere Letzteres war ja kein Problem, weil Robben und Ribéry bei einer breiten Positionierung nicht gedoppelt werden konnten, weil Juventus bekanntlich nur einen reinen Außenspieler hat. Außerdem wurden sie von den Außenverteidigern unterstützt.</p>
<p>Problematischer für die Bayern war also der Angriffsvortrag über die Mitte. Hier gab es aber wiederum eine interessante gruppentaktische Variante. Der frisch gebackene deutsche Meister suchte immer wieder scharfe Schnittstellenpässe in die Mitte, auf welche sofortige Weiterleitungen auf Außen folgten. Wegen der Schärfe dieser Anspiele konnten die Pässe kaum abgefangen werden, gleichzeitig funktionierte das direkte Weiterleiten sehr einfach und sicher. Dadurch spielten sie Pässe in eigentlich offene Räume in die Mitte, Juventus rückte zusammen und Robben oder Ribéry wurden auf der Seite frei angespielt.</p>
<p>Bei den Ein- und Auswechslungen gab es nichts wirklich Spektakuläres – Conte wechselte mit Matri für Quagliarella (mehr Durchschlagskraft), Isla für Padoin (mehr Durchschlagskraft) und Giaccherini für Marchisio (mehr Dynamik und Dribbling) positionsgetreu, während Heynckes Jerome Boateng wegen der Verletzung Van Buytens in die Partie einwechseln musste.</p>
<p>Seine anderen beiden Wechsel waren Gustavo in der Schlussphase für Ribéry (Schweinsteiger auf die Zehn, stabilere Doppelsechs) und Pizarro für Mandzukic (ein Schulterklopf-Wechsel mit Joker-Tor).</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Es war ein tolles Spiel und ein Fußballfest für Fußball- wie Taktikfans. Auch wenn das Spiel in der zweiten Halbzeit zusehends verflachte, war es eine ansehnliche Partie und im Verbund mit dem Hinspiel eine Partie, welche dem Begriff „Topspiel“ und dem Anspruch eines Champions-League-Viertelfinals durchaus gerecht wurde. Abschließend noch zwei Zitate meiner Kollegen TE und MR, welche auf ZDF-Sport.de eine Liveanalyse (<a href="http://liveticker.zdf.de/mobile/?id=146" target="_blank">hier nachlesbar!</a>) zum Spiel verfassten:</p>
<p style="text-align: right;" align="right"><i>Trotz der strengen Bewachung von Juventus konnte Schweinsteiger zum Schluss ein ganz starkes Datenblatt ablegen. Er gewann 75% seiner Zweikämpfe &#8211; beste Quote auf dem Feld. Er hatte 103 Ballkontakte &#8211; die meisten auf dem Feld. Seine Vorlage zum finalen Tor krönte seine Leistung, mit der er vor allem die zweite Halbzeit positiv gestalten konnte.</i></p>
<p style="text-align: right;" align="right"><i>Andrea Pirlo konnte zwei Spiele lang kaum Akzente setzen, da Bayerns starkes Pressing ihn oft isolierte und immer schon bei der Ballannahme unter großen Druck setzte. Erneut erreicht er keine gute Passquote (78%), seine langen Bälle kamen kaum an und die Offensive seiner Mannschaft verhungerte über weite Phasen. (…) Bayern deckte damit auch gnadenlos die Probleme und die Vorhersehbarkeit des Ein-Spielmacher-Konzeptes auf.</i></p>
<p style="text-align: right;">Zusätzliches Sonderlob von mir gibt es für Manuel Neuer, Franck Ribéry, Javi Martinez und Mario Mandzukic.</p>
<p><img alt="" src="http://vg03.met.vgwort.de/na/642b937093854e1bb03e4138c976dc8e" width="1" height="1" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=16834&amp;md5=0f37eb013a2b50e5399eca613020e986" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Borussia Dortmund &#8211; Malaga C.F. 3:2</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Apr 2013 14:38:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Borussia Dortmund]]></category>
		<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Wahnsinn seziert. Es war ein Spiel, welches träge startete, zunehmend hektisch wurde und am Ende explodierte. Der BVB war überlegen und hätte den Sack mehrfach zuschnüren können, aber machte verschiedene taktische Fehler und nutzt wie schon im Hinspiel gute Chancen nicht. Doch was spielerisch nicht funktionieren wollte, wurde am Ende erzwungen. Taktisch sah das [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Der Wahnsinn seziert.<span id="more-16817"></span></p>
<p>Es war ein Spiel, welches träge startete, zunehmend hektisch wurde und am Ende explodierte. Der BVB war überlegen und hätte den Sack mehrfach zuschnüren können, aber machte verschiedene taktische Fehler und nutzt wie schon im Hinspiel gute Chancen nicht. Doch was spielerisch nicht funktionieren wollte, wurde am Ende erzwungen. Taktisch sah das folgendermaßen aus.</p>
<p><strong>Malaga findet die Kompaktheit</strong></p>
<p>Es war von Beginn an ein anderes Spiel als <a title="Malaga C.F. – Borussia Dortmund 0:0" href="http://spielverlagerung.de/2013/04/04/cf-malaga-borussia-dortmund-00/" target="_blank">das erste Aufeinandertreffen</a>, da beide Trainer justiert hatten. Bei den Gästen gab es die wesentlichste Änderung, durch die Pellegrini seine Defensive stabilisieren konnte.</p>
<p><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Malaga-Grundformationen.png" target="_blank"><img class="alignright  wp-image-16825" alt="BVB-Malaga Grundformationen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Malaga-Grundformationen.png" width="353" height="482" /></a>Die vier Offensivspieler, die bei Malaga üblicherweise etwas getrennt vom hinteren Sechserblock agieren, verzichteten auf ein hohes Pressing. Sie positionierten sich flach vor den Sechsern, sodass eine Art 4-2-4-0-Defensivformation entstand. In dieser kompakteren Ordnung gelang es den Andalusiern sehr gut, das Aufbauspiel des BVB aus dem zentralen Mittelfeld heraus zu drängen, wo die Dortmunder im Hinspiel noch machen konnten, was sie wollten.</p>
<p>Besonders bemerkenswert war die Positionierung der beiden nominellen Stürmer Joaquin und Baptista, welche die Passwege zu Dortmunds Sechsern meist nicht sauber zustellten, sondern eng belauerten. Sie ließen den Passweg also auf, positionierten sich aber so eng daneben, dass der Pass gerade riskant genug gemacht wurde, dass die Borussen ihn nicht spielen wollten. Dadurch erzeugten die beiden quasi einen dreifachen Deckungsschatten, da sie nicht nur den Raum hinter sich, sondern auch zwischen sich abdecken konnten. Auf diese Weise nutzte Malaga die technischen Mängel von Subotic und Santana aus, die sehr darauf bedacht waren Fehlpässe und Konter zu vermeiden.</p>
<div id="attachment_16820" class="wp-caption aligncenter" style="width: 484px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Aufbau-1.png" target="_blank"><img class=" wp-image-16820 " alt="Joaquin und Batista lassen die Gasse auf, aber Santana traut sich den Pass nicht zu. Damit decken die beiden Stürmer das gesamte Zentrum ab. Die Sechser können sich dahinter an die Bewegungen von Dortmunds Offensivspielern anpassen, die schlecht gestaffelt stehen." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Aufbau-1.png" width="474" height="284" /></a><p class="wp-caption-text">Joaquin und Baptista lassen die Gasse auf, aber Santana will den Pass durch die Enge nicht riskieren. Damit decken die beiden Stürmer das gesamte Zentrum ab. Die Sechser können sich dahinter an die Bewegungen von Dortmunds Offensivspielern anpassen, die schlecht gestaffelt stehen.</p></div>
<p>Hinter dieser ersten Linie agierten Camacho und Toulalan recht frei und <a title="Die Spielzüge des Jahres: Laudrups elegante Schwäne" href="http://spielverlagerung.de/2013/01/03/die-spielzuge-des-jahres-laudrups-elegante-schwane/" target="_blank">passten sich optionsorientiert an die Bewegungen</a> der Borussia an. So sicherten sie vor allem Räume vor der Abwehr und verengten Ballungszonen der Dortmunder, aber bei Notwendigkeit rückten sie auch sehr vorausschauend heraus. So konnten sie Dortmunds Mittelfeldspieler oft daran hindern, sich ins Feld zu drehen und erzwangen direkte Rückspiele in die Abwehr.</p>
<div id="attachment_16821" class="wp-caption aligncenter" style="width: 484px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Aufbau-2.png" target="_blank"><img class=" wp-image-16821 " alt="Gündogan holt sich den Ball dann seitlich von Subotic ab." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Aufbau-2.png" width="474" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Gündogan holt sich den Ball dann seitlich von Subotic ab. Toulalan erkennt die Situation frühzeitig und von vier Leuten umstellt, kann Gündogan sich nicht drehen und den Ball nicht verarbeiten. Es folgt der Rückpass auf Subotic und ein schwacher langer Ball.</p></div>
<p><strong>Dortmunds besetzt die Verbindungsräume schlecht</strong></p>
<p>Dabei bestand die Abwehr der Borussia bei Ballbesitz meist aus einer Dreierreihe, da die Innenverteidiger von Bender oder Gündogan unterstützt wurden, die sich mittig oder nach links zurückfallen ließen. Die Außenverteidiger schoben dafür etwas früher hoch als üblich, wohl um die hohe Stellung von Malagas Flügelspielern auszunutzen. Mit Götze, der sich frei durch das Mittelfeld bewegte, entstand eine Art 3-4-3-Systematik, bei der die zentralen Positionen und die dritte Abwehrposition wechselnd besetzt wurden. Das spielte der BVB aber nicht gut aus.</p>
<p style="text-align: right;"><em>„Heute haben wir das schlechteste Champions-League-Spiel gemacht, fertig.“<br />
(Jürgen Klopp auf der PK nach dem Spielende, folgende Zitate ebenfalls.)<br />
</em></p>
<p>So war beispielsweise das seitliche Herauskippen von Gündogan nicht so wirkungsvoll, wie das gegen 4-4-2-Ordnungen oft der Fall ist. Das lag zum einen daran, dass Malaga eben eher ein 4-2-4 als ein 4-4-2 aufreihte. So hatten die Flügelspieler kompaktere Positionen zu den Stürmern und konnten mit ihnen die diagonalen Passwege zustellen, ähnlich wie es die Stürmer mit den vertikalen Passwegen taten.</p>
<p>Zum anderen bewegte sich der BVB schwach in die zweite und dritte Linie. Reus, Lewandowski und Blaszczykowski postierten sich hauptsächlich weit außen und sehr hoch in der Spitze. Auch Götze war nur unkonstant präsent, da er sich ungeduldig bewegte und die zentralen Räume immer wieder verwaisen ließ.</p>
<div id="attachment_16819" class="wp-caption aligncenter" style="width: 484px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Malaga-Min5.png" target="_blank"><img class=" wp-image-16819 " alt="Bender wird sofort von Toulalan unter Druck gesetzt, Camacho kann sich zudem problemlos um Götze kümmern. Reus und Blaszczykowski haben keinen Einfluss. Im Halbraum hätte Reus den Ball bekommen können, stattdessen fängt Duda ihn ab." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Malaga-Min5.png" width="474" height="318" /></a><p class="wp-caption-text">Santana bekommt den Ball mal durch die Gasse gespielt. Bender wird jedoch sofort von Toulalan unter Druck gesetzt, Camacho kann sich zudem problemlos um Götze kümmern. Reus und Blaszczykowski haben keinen Einfluss. Im Halbraum hätte Reus den Ball bekommen können, stattdessen fängt Duda ihn ab.</p></div>
<p>Symptomatisch: Gündogan spielte in den ersten 45 Minuten 17 Pässe in der eigenen Hälfte, die zwar alle ankamen, von denen er aber keinen einzigen (!) nach vorne spielen konnte. Auch Götze ließ sich bei längeren Ballbesitzphasen weit zurückfallen und spielte sogar elf Pässe aus dem Linksverteidiger-Raum, aber bis auf einen langen Ball ins Toraus spielte er diese ebenfalls nur seitlich oder nach hinten.</p>
<p style="text-align: right;"><em>„Wir waren zu früh in der ersten Linie; vier, fünf Mann, ohne uns noch mal zu lösen in die Halbräume.“</em></p>
<p>Malaga schnürte also den eröffnenden Pass gut ab und selbst, wenn dieser einmal gelang, gab es für den Empfänger im Sechserraum kaum Möglichkeiten weiterzuspielen. Die Dortmunder kamen viel zu selten in die zentralen Offensivräume und konnten daher weder die höhere Position ihrer Außenverteidiger, noch die relativ aggressive Positionierung der Flügelstürmer ausnutzen.</p>
<p>Die Hauptgefahrenquelle Dortmunds waren daher lange Bälle auf Lewandowski, der in der Ballbehauptung ein Weltklasse-Spiel machte. Malagas relativ hohe Abwehrlinie war dann anfällig für schnelle Weiterleitungen, zumal Dortmund deutlich aktiver und vorausschauender auf die zweiten Bälle spekulierte. Viel kam allerdings auch dabei nicht heraus, in den ersten 30 Minuten gelang den Borussen nur ein einziger Schussversuch.</p>
<p><strong>Stabilität durch Dynamik</strong></p>
<p>Letzteres gilt allerdings auch für Malaga, auch wenn die Spanier mit ihrem ersten Versuch gleich das Tor trafen. Bis zu einem Freistoß direkt vor der Pause blieb das auch der einzige Schussversuch der Gäste, die aus dem Spiel eigentlich noch ungefährlicher waren als der BVB.</p>
<p>Das lag zum einen daran, dass sie bei Ballbesitz wenig Spieler nach vorne brachten. Antunes und Gámez agierten deutlich zurückhaltender als im Hinspiel und Malagas Sechser sind ohnehin sehr defensiv orientiert, sodass Dortmunds gewohnt gutes Pressing kaum gefordert wurde. Nur mit vereinzelten Verlagerungen auf Gámez, wenn Reus im Pressing eingerückt war, konnten sie etwas Gefahr ausstrahlen, dennoch blieben die ausweichenden Bewegungen des „falschen“ Sturmduos (Joaquin Flügelspieler, Baptista Zehner) ohne großen Einfluss. Die Absicherung gegen Konter war Malaga sichtlich am wichtigsten, die Torgefahr wollten sie aus eigenen Balleroberungen erzeugen.</p>
<p>Dieses Element hatte der BVB aber gut im Griff, was vor allem an der Ausrichtung der Doppelsechs lag. Durch deren nach hinten gerichtete Bewegungen waren die Borussen stets torseitig mit vier Spielern abgesichert. Gündogan und Bender konnten dann im Umschalten ihre Dynamik einbringen, wobei besonders Bender wichtig war, der sich schon bei Ballbesitz intelligent in absichernde Positionen brachte. Das war besonders wegen der hochstehenden Flügelspieler Malagas wichtig, die sonst hinter den aufgerückten Außenverteidigern öfter Raum gefunden hätten. Diese rückten allerdings auch nicht fatal weit auf, sondern spielten diszipliniert und kamen schnell in ihre Positionen zurück.</p>
<p>Auf diese Weise konnte Dortmund <a title="Nuri Sahins Rückkehr – Potentiale und Probleme" href="http://spielverlagerung.de/2013/01/18/nuri-sahins-ruckkehr-potentiale-und-probleme/" target="_blank">die „Jäger“-Natur der beiden Sechser</a> effektiv nutzen und Benders Einsatz schien eine gute Wahl. Malagas Führungstreffer wurde dann aber maßgeblich von diesem Faktor beeinflusst. Bender war zu aggressiv auf einen zweiten Ball herausgerückt und Gündogan sicherte nicht konsequent ab. Joaquin traf aus dem resultierenden Raum.</p>
<p><strong>Eine halbe Stunde 4-3-3</strong></p>
<div id="attachment_16822" class="wp-caption alignright" style="width: 328px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Malaga-4-3-3.png" target="_blank"><img class=" wp-image-16822" alt="BVB-Malaga 4-3-3" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Malaga-4-3-3.png" width="318" height="434" /></a><p class="wp-caption-text">Die Formationen von 30. bis 62. Minute.</p></div>
<p>In der 30. Minute stellte Jürgen Klopp daher um. Im 4-3-3-System sollte seine Elf mehr Präsenz in den zentralen Räumen entwickeln. Blaszczykowski wurde ins Zentrum auf die halbrechte Achterposition beordert und Götze nach rechts außen, von wo aus er sich stärker in Richtung Mitte orientierte als der Pole zuvor.</p>
<p>Das hatte erst mal nicht den ganz großen Effekt, da Götze und Gündogan nun voneinander getrennt wurden und Dortmunds Grundordnung etwas gestreckter war. Camacho und Toulalan konnten in ihrer freien Positionsinterpretation außerdem gut reagieren. Zudem erwischte Blaszczykowski einen ganz schlechten Tag und wirkte im Zentrum des 4-3-3-Systems als Flaschenhals; in Hälfe eins spielte er nur miserable 7 von 21 Pässen zum Mitspieler, drei davon auf dem linken Flügel nach hinten.</p>
<p>Dennoch hatte der BVB eine etwas bessere Raumaufteilung als zuvor und fand etwas stärker zum Zusammenspiel. Besonders die rechte Seite, die zuvor keine große Rolle gespielt hatte, war nun präsenter, wodurch letztlich auch der Ausgleichstreffer eingeleitet wurde. Der war allerdings das Produkt einer spielerischen Glanzleistung, die wenig mit den taktischen Umständen zu tun hatte.</p>
<p style="text-align: right;"><em>„Wir haben Videoszenen gezeigt, wie wir aufbauen und durch unsere eigene Passivität Räume schließen.“</em></p>
<p>Wirkliche Verbesserungen gab es dann erst nach der Halbzeitpause, als die Dortmunder begannen, sich deutlich bewusster und intelligenter im Zentrum und den Halbräumen zu positionieren. Schon nach 90 Sekunden konnten sie sich durch den überladenen linken Halbraum kombinieren und Lewandowski kam zu einem ordentlichen Abschluss.</p>
<p>In der Folge ließ sich der Stürmer vermehrt zurückfallen, Götze und Blaszczykowski überluden wechselnd die linke Seite und Dortmund schien das Spiel in der Hand zu haben. So war die erste Viertelstunde der zweiten Halbzeit taktisch gesehen die beste Phase des BVB, was sie aber wegen aufkommender Ungeduld am Ball nicht konstant ausnutzen konnten. Wo sie zu Beginn eine ruhige Ballzirkulation ohne Anspielstationen hatten, ergaben sich nun vermehrt Anspielstationen, die aber unnötig hektisch überspielt wurden. Mit einigen verfrühten langen Bällen schenkten die Dortmunder Innenverteidiger in dieser Phase viel Potential her.</p>
<div id="attachment_16818" class="wp-caption aligncenter" style="width: 423px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Malaga-Min-58.png" target="_blank"><img class=" wp-image-16818 " alt="Blaszczykowski und Gündogan laufen gerade die zentralen Räume an, wo sie mit Piszczek eine Überzahl haben, Bender sichert den Rechtsverteidiger ab. Subotic wartet aber die saubere Situation nicht ab, sondern schickt Götze steil - ohne Erfolg, ein verschenkter Ball." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Malaga-Min-58.png" width="413" height="386" /></a><p class="wp-caption-text">Blaszczykowski und Gündogan laufen gerade die zentralen Räume an, wo sie mit Piszczek eine Überzahl haben, Bender sichert den Rechtsverteidiger ab. Subotic wartet aber die saubere Situation nicht ab, sondern schickt Götze steil &#8211; ohne Erfolg; ein verschenkter Ball.</p></div>
<p><strong>Zu frühe Rückumstellung</strong></p>
<p>In der 62. Minute stellte Klopp dann zurück auf das 4-2-3-1, was er nachher damit begründete, Sahin nicht in das 4-3-3 einwechseln zu wollen. Zudem fehlte wegen Schieber, der als deutlich offensivere Alternative zu Blaszczykowski kam, auch die Option für die zweite Achterposition.</p>
<p>Diese Änderung fruchtete aber erst mal nicht und bis zu Sahins Einwechslung zehn Minuten später kamen die Dortmunder zu keinem weiteren Torschuss. Lewandowskis Abseitstor fiel zwar in diese Phase, war aber auch nur Stückwerk, welches ohne den Abseitsvorteil nicht möglich gewesen wäre. Das Spiel ging durch eine sehr hektische Phase mit viel hin und her, ohne größere Feldvorteile oder längere Ballbesitzphasen.</p>
<p>Erst mit Sahin kam Dortmund wieder etwas besser ins Spiel. Nach drei Minuten leitete der Spielmacher bereits mit einem seiner berüchtigten Diagonalpässe eine vergebene Riesenchance von Reus ein. In dieser Szene konnte Dortmund einmal die vorgeschobene Position der Außenverteidiger ausnutzen, Piszczek hatte ballfern Isco überlaufen. Nach weiteren fünf Minuten folgte eine Großchance von Götze, die Gündogan aus seiner nun höheren Position einleiten konnte.</p>
<p><strong>Entlastungsangriffe gegen Dortmunds Rhythmus</strong></p>
<p>Ganz konsequentes Powerplay konnten die Borussen jedoch auch in dieser Phase nicht aufziehen, da sich Malaga sehr stark wehrte. Sie ließen sich nicht komplett hinten reindrängen, sondern fuhren immer wieder Entlastungsangriffe über ihre starken Individualisten in der Offensive, besonders Isco glänzte. So zwangen sie die Hausherren, ihre Angriffe ständig wieder vom eigenen Strafraum aufzubauen und spielten außerdem Zeit herunter.</p>
<p>Zudem dominierten die Andalusier die Standardsituationen in beide Richtungen. Während Joaquin zwei Mal aus guten Kopfballpositionen vergab, konnten sie auch die Dortmunder Freistöße und Ecken, die sie nun vermehrt verschuldeten, teilweise für sich nutzen. So spielten sie nach abgewehrten ruhenden Bällen fokussiert den Flügel entlang in die Tiefe und konnten so vereinzelte Gegenstöße herausholen. Auch in Ballbesitzphasen nutzten sie lange Bälle in den Rücken der Außenverteidiger, um auf simple Weise viele Dortmunder Defensivspieler zu binden und zurückzudrängen.</p>
<p>Dadurch entstand zunehmend eine Hektik und Zerfahrenheit im Spiel, die Dortmund daran hinderte zu einem drückenden Rhythmus zu finden. Stattdessen machten sie unter dem Zeitdruck vermehrt Fehler im Aufbau und Malaga kam nun auch vereinzelt zu Kontersituationen. Mit einer dieser Gelegenheiten konnte Isco, der eine starke zweite Hälfte spielte, dann das 1:2 einleiten. Auch bei der Verteidigung dieser Szene stellten sich die Borussen hektisch an, indem sie naiv und krampfhaft versuchten, den verlorenen Zugriff auf die Situation zurückzuerlangen, anstatt den Angriff nur zu verzögern – ein Fehler, der dem BVB öfter unterläuft, gerade in nervösen Phasen.</p>
<p><strong>Hummels erbolzt den Sieg</strong></p>
<div id="attachment_16823" class="wp-caption alignright" style="width: 328px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Malaga-Endphase.png" target="_blank"><img class=" wp-image-16823  " alt="Ab der 87. Minute." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/BVB-Malaga-Endphase.png" width="318" height="434" /></a><p class="wp-caption-text">Ungefähre Ordnungen ab der 87. Minute.</p></div>
<p>Mit wenigen Minuten auf der Uhr und zwei zu erzielenden Toren, holte Klopp dann die Brechstange raus. Und die trug bei den Schwarzgelben einen Namen: Mats Hummels. Der kam für lange Bälle von hinten, die Santana in der Spitze behaupten sollte. Teilweise ging auch Subotic noch mit nach vorne.</p>
<p>Diese Brechstangenmethode war nicht anspruchsvoll, aber zumindest sehr gut interpretiert von den Borussen. Zum einen können Sahin und Hummels die langen Bälle natürlich auf Weltklasse-Niveau bringen, was eine gute Basis für diesen Ansatz war.</p>
<p>Zum anderen wurden die Borussen nicht vollkommen chaotisch, sondern behielten eine relativ gute Staffelung für die zweiten Bälle. Piszczek und Schmelzer sicherten die Breite, Lewandowski und Götze spekulierten auf die Abpraller von Santana. Schieber und Reus gingen ebenfalls auf die Abpraller oder die direkte Weiterleitung.</p>
<p>So wurde Malaga quasi im Abwehrzentrum und drumherum überladen und konnte sich gegen das simple Gebolze nicht so recht wehren. Pellegrini versuchte mit einer Umstellung auf ein 4-4-1-1 zu reagieren, wobei Santa Cruz vorgeschoben die langen Bälle direkt verhindern sollte, aber dafür hatten Sahin und Hummels zu viel Platz zum Ausweichen.</p>
<p>Was sich aus diesem Last-Minute-Plan entwickeln sollte, ist heute bereits ein fester Teil der Fußballgeschichte. Eine Art schwarzgelbe Massenhysterie, kollektiver Adrenalinrausch, ein einmaliges Ereignis für die Ewigkeit. Fußballwahnsinn.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Erkenntnisse aus dem Spiel? Selbst so einen historischen Irrsinn kann man noch analysieren! Selbst das unerklärlichste ist im Fußball noch erklärbar. Aber die treffendste Analyse ist vielleicht trotzdem die SMS, die ich gestern im Stadion direkt nach dem Abpfiff bekommen habe:</p>
<p><em>„Hammerwanmerdrammergammerlammer wooooopaddieee Ring dingedingdingediiiiii“</em></p>
<p>Der BVB steht im Halbfinale.</p>
<p><img alt="" src="http://vg08.met.vgwort.de/na/df08de7c49934ed4983e83878a4ed414" width="1" height="1" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=16817&amp;md5=e9a1df5c90cf1f426d4ff6c1e07645f8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Hertha BSC &#8211; Eintracht Braunschweig 3:0</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/04/09/hertha-bsc-eintracht-braunschweig-30/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Apr 2013 22:07:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TE</dc:creator>
				<category><![CDATA[2. Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Hertha BSC Berlin]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Spitzenspiel der zweiten Bundesliga dominieren die Defensivreihen von Hertha BSC und Eintracht Braunschweig. Am Ende machen die individuelle Klasse und die Aggressivität der Herthaner den Unterschied. Der Montagabend bot ein waschechtes Spitzenspiel in der zweiten Liga: Hertha BSC und Eintracht Braunschweig spielten um den ersten Platz in der Tabelle. Beide Teams überzeugten in dieser [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Im Spitzenspiel der zweiten Bundesliga dominieren die Defensivreihen von Hertha BSC und Eintracht Braunschweig. Am Ende machen die individuelle Klasse und die Aggressivität der Herthaner den Unterschied. <span id="more-16810"></span></p>
<p>Der Montagabend bot ein waschechtes Spitzenspiel in der zweiten Liga: Hertha BSC und Eintracht Braunschweig spielten um den ersten Platz in der Tabelle. Beide Teams überzeugten in dieser Saison mit defensiver Klasse und hoher Disziplin. So war es auch kein Wunder, dass dieses Topspiel arm an Torchancen, dafür aber reich an taktischer Finesse war.</p>
<p><b>Braunschweigs Defensivkonzept: Den Raum beherrschen</b></p>
<div id="attachment_16812" class="wp-caption alignright" style="width: 335px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/hertha-braunschweig.png"><img class=" wp-image-16812  " alt="Grundformationen." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/hertha-braunschweig.png" width="325" height="443" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen.</p></div>
<p>Eintracht Braunschweig trat in einem 4-1-4-1-System an. Ihre vordere Viererkette stand dabei recht zentral und sehr eng. Das Kalkül war klar: Sie wollten das gegnerische Spiel auf die Außen lenken. Damit wollten sie die kreative Schaltzentrale der Berliner aus dem Spiel heraushalten. Vor allem vor Ronny hatten sie großen Respekt. Pfitzner agierte zwischen den Linien als Quasi-Manndecker des Berliner Spielmachers.</p>
<p>Mit dieser Herangehensweise lenkte die Eintracht das Aufbauspiel der Hertha auf die Flügel. Sie ließen die Herthaner Innenverteidiger in Ruhe und attackierten erst, wenn der Ball auf die Außen kam. Hier versuchten sie, die gegnerischen Außenspieler durch Doppeln bzw. Trippeln zu isolieren. Auch wenn nicht immer Ballgewinne dabei heraussprangen, konnten sie die Hertha meist zum Rückpass zwingen. Braunschweig kehrte dann sofort in die 4-1-4-1-Ordnung zurück. So lenkten sie das gegnerische Aufbauspiel und konnten immer passend verschieben.</p>
<p><b>Berlins Defensivkonzept: Zweikämpfe erzwingen</b></p>
<p>Die Hertha auf der anderen Seite wählte ein weniger raum-, sondern mannorientiertes Defensivkonzept: Im 4-1-3-2 setzten sie die Braunschweiger bei deren Spielaufbau unter Druck. Kluge rückte aus der Doppelsechs heraus, um den Gegner früh unter Druck zu setzen. So konnte die Hertha in den aggressiven Phasen den Gegner im Spielaufbau matt stellen: Kluge ging auf Pfitzner, die vorderen vier Akteure übernahmen die Viererkette. Hierdurch konnten die Berliner die gegnerischen Innenverteidiger oft zu langen Bällen zwingen, welche ihre Innenverteidiger gegen Kumbela leicht verteidigen konnten. In ruhigeren Phasen setzten die Berliner auf ein 4-4-2 mit Ronny neben Ramos; hierbei übernahmen sie die Mannorientierungen im Mittelfeld gegen Braunschweigs Viererreihe.</p>
<p>Wenn Braunschweig versuchte, sich mit schnellen Kurz- und Doppelpässen aus der Defensive zu befreien, hielten die Berliner aggressiv dagegen. Sie orientierten sich in der Offensive klar zum gegnerischen Mann, so wie man es von Luhukay-Teams gewohnt ist. Die Folge: Braunschweig musste in viele Eins-gegen-Eins Duelle gehen, in welchen sie recht klare individuelle Nachteile hatten. Zudem fehlte ihnen im Mittelfeld die Ball- und Passsicherheit, um das gegnerische Pressing zu umspielen.</p>
<p>Selbst wenn die Braunschweiger sich in die theoretischen Freiräume neben dem alleinigen Sechser Morales (früh für den verletzten Niemeyer gekommen) kombinierten, rückte ein Herthaner Innenverteidiger heraus und stellten den Gegenspieler. Sie hinterließen dabei keine Lücken, da die Mittelfeldspieler von Braunschweig in diesen Situationen nicht nach vorne stießen; so konnte der übrig gebliebene Innenverteidiger Kumbela aufnehmen. Insgesamt agierten die Braunschweiger in der Offensive recht zögerlich und rückten weder mit den Außenstürmern noch den -außenverteidigern nach. So konnten sie in der gegnerischen Hälfte nie in ein schnelles Kombinationsspiel finden, was gegen die enge Mannorientierung der Berliner vonnöten gewesen wäre.</p>
<p><b>Individuelle Stärken und Schwächen</b></p>
<p>In der ersten Halbzeit neutralisierten sich beide Teams weitestgehend mit ihren defensiven Ansätzen. Auch wenn die Hertha mit ihren Außenverteidigern etwas forscher aufrückte, verfingen sie sich an der engen Ordnung der Braunschweiger. So waren es nicht die Offensivreihen, die dem Gegner das Spiel aufzwangen, sondern die beiden Defensivreihen, welche dem Gegner die Passwege aufzwangen.</p>
<p>Dieses enge Spiel wurde in der Folge durch die individuelle Klasse entschieden. So überzeugte Ausnahmekünstler Ronny trotz Manndeckung. Er entzog sich immer wieder seinem Gegenspieler Pfitzner. Ihm kam zugute, dass dieser bereits nach 15 Minuten eine gelbe Karte sah und sich in der Folge merklich zurückhielt. Ebenso wichtig war, dass Ronny in manchen Situationen Pfitzner auf die ballferne Seite zog und dabei uneigennützig auf Ballbesitz verzichtete. Er wich einige Male nach rechts, während der Spielaufbau seiner Mannschaft über links läuft. Dadurch konnte Hertha den Ball auf dem linken Flügel besser laufen lassen, wodurch sie dominanter wurden.</p>
<p>Der zweite, große Unterschied lag in der Zweikampfführung beider Teams. Die Berliner agierten hier zugleich aggressiver und sauberer. Bei den Braunschweiger Verteidigern passierte es in ihrer Raumdeckung häufiger, dass sie zwei bis drei Meter vom Gegner entfernt standen. Zu oft konnten sie sich nur mit einem Foul retten. Dies ist naturgemäß eine der schlechtesten Optionen gegen eine Mannschaft, die derart stark bei Standards ist wie die Hertha. So fielen das 1:0 (34.) wie auch das 3:0 (76.) durch direkte Freistöße von Ronny. Zugleich kassierten die Innenverteidiger früh gelbe Karten. Das 2:0 wäre sicherlich nicht in dieser Form gefallen, wenn Dogan einen Trikotzupfer gegen den an ihm vorbeistürmenden Ramos hätte wagen können (55.).</p>
<p><b>Braunschweigs Raute führt sie nicht ins Spiel zurück</b></p>
<div id="attachment_16811" class="wp-caption alignright" style="width: 335px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/hertha-braunschweig-ab-60.png"><img class=" wp-image-16811  " alt="Grundformationen ab der 60." src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/hertha-braunschweig-ab-60.png" width="325" height="443" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen ab der 60.</p></div>
<p>Nach dem Rückstand wurde deutlich, dass die Eintracht mit ihrem System zwar große Torchancen des Gegners verhinderte, allerdings selbst keine herausspielen konnte. Kumbela hing im Sturm in der Luft und bekam keine Zuspiele vom eher kreativarmen Mittelfeld. Gleichzeitig konnte Braunschweig mit nur einem Spieler in der vordersten Linie nicht den Druck auf die gegnerischen Innenverteidiger erhöhen. Hertha konnte so nach dem Führungstreffer mit einer Kombination aus hohem Pressing und Ballzirkulation in den ersten zwei Dritteln das Spiel dominieren. Zwischen der 45. und der 60. Minute fanden die Braunschweiger überhaupt nicht ins Spiel.</p>
<p>Nach dem 2:0 stellte Lieberknecht sein Team um. Er brachte Ademi für Pfitzner und Zhang für Petersch (57.). Braunschweig spielte nun in einem 4-1-3-2 inklusive einer klassischen Mittelfeldraute. Zudem rückten die Außenverteidiger weiter auf.</p>
<p>Trotz höherem Risiko kamen sie jedoch kaum vor das gegnerische Tor. Berlin verteidigte fortan durchgehend in einem 4-4-2. Hierbei überzeugte vor allem die Tiefenstaffelung im Mittelfeld: Dadurch dass Morales merklich tiefer stand als Kluge, konnten sie auf die Aufteilung zwischen Zehner und Achter des Gegners reagieren. Morales nahm den Zehner Zhang auf, die Außenstürmer rückten ein und machten zusammen mit Kluge Druck auf den ballnahen Achter. Die Eintracht fand mangels Aggressivität und Kreativität kein Mittel gegen die Defensive des Gegners. Es blieb beim 3:0.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Die Berliner untermauern mit dem deutlichen 3:0-Sieg ihre individuelle wie auch taktische Ausnahmestellung in der zweiten Liga. Luhukays Team kombiniert eine technische wie spielerische Überlegenheit mit hoher Aggressivität und viel Leidenschaft. Mit den aktuellen Leistungen und der Verlängerung von Ronny im Rücken kann die Hertha entspannt auf das kommende Jahr in der Bundesliga blicken.</p>
<p>Die Eintracht aus Braunschweig überzeugte wie so oft in dieser Saison defensiv, ließ aber offensiv Witz und Finesse vermissen. Gerade aus dem Mittelfeld kamen keine Ideen, um die engen Mannorientierungen der Herthaner zu knacken. So fanden sie nach dem Rückstand nie wirklich in das Spiel zurück.<img alt="" width="" height="" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=16810&amp;md5=4e41ecd83110758460b8392416c9eb98" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hamburgs flache Vier gegen Freiburg</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/04/08/kurz-ausgefuhrt-hamburgs-flache-vier-gegen-freiburg/</link>
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		<pubDate>Mon, 08 Apr 2013 08:14:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>PP</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hamburger SV]]></category>
		<category><![CDATA[SC Freiburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Fink greift gegen Freiburg daneben und verliert. Thorsten Fink spiegelte das Freiburger System und ließ gegen das Team von Christian Streich im 4-4-2 agieren. Während das 4-2-3-1 und die Raute diese Saison häufiger zum Einsatz kommen, ist das flache Vier im Mittelfeld für die HSV-Akteure eher ungewohntes Terrain. Besonders interessant war nicht unbedingt die Formation [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Fink greift gegen Freiburg daneben und verliert. <span id="more-16801"></span></p>
<p>Thorsten Fink spiegelte das Freiburger System und ließ gegen das Team von Christian Streich im 4-4-2 agieren. Während das 4-2-3-1 und die Raute diese Saison häufiger zum Einsatz kommen, ist das flache Vier im Mittelfeld für die HSV-Akteure eher ungewohntes Terrain.</p>
<div id="attachment_16803" class="wp-caption alignright" style="width: 319px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/HSV-FREIBURG.png"><img class=" wp-image-16803" alt="HSV FREIBURG" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/HSV-FREIBURG.png" width="309" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Fink spiegelte Freiburgs System</p></div>
<p>Besonders interessant war nicht unbedingt die Formation an sich, sondern viel mehr die Personalwahl. Auf den Außenbahnen spielten Aogo und Skjelbred. Beide überzeugten im 4-3-1-2 auf den Halbpositionen, lebten dabei aber sehr stark von den extrem aufrückenden Außenverteidigern.</p>
<p>Da Aogo und Skjelbred eher kombinative Typen sind, lag ihnen die eingerücktere Position deutlich besser als die Rollen in den Jahren zuvor – gerade Skjelbred wurde zu Beginn seiner Zeit in Hamburg nach einigen Einsätzen als offensiver Außenspieler mangels Schnelligkeit schon von einigen als Fehleinkauf abgestempelt.</p>
<p>Im Zentrum gab es ebenfalls eine ungewöhnliche Besetzung: Tolgay Arslan spielte neben Rafael van der Vaart. Während Arslan seine Stärken am besten als offensiver Part einer Doppelsechs ausspielen kann, ist van der Vaart ein klarer, abschlussorientierter Zehner.</p>
<p><strong>Westermann läuft ohne Unterstützung in die Freiburger Falle</strong></p>
<p>Mit dieser Besetzung im Mittelfeld bekamen die Hamburger große Probleme im Spielaufbau gegen die wie gewohnt hoch pressenden Freiburger. Normalerweise baut der HSV unter Fink mit einer breit aufgefächerten Dreierkette auf. Sechser Milan Badelj lässt sich dabei zwischen die Innenverteidiger fallen und dient als primärer Aufbauspieler. Diekmeier und Jansen schieben extrem weit vor und geben die Breite, während man mit Aogo, Skjelbred und van der Vaart drei zentrale Spieler hinter den Stürmern hat.</p>
<p>Da alle potenziellen abkippende Sechser der Hamburger auf der Bank saßen – auch Kacar und Rincon können diese Rolle spielen – fehlte den Gastgebern ein wichtiges Element im Aufbau. Anfangs versuchten Mancienne und Westermann die Spieleröffnung alleine zu bewerkstelligen. Rosenthal und Kruse setzten die beiden Innenverteidiger aber sofort unter Druck, die Schwächen der beiden HSV-Akteure im Aufbau wurden sofort deutlich.</p>
<p>Michael Mancienne ist ohnehin nicht der beste Passspieler und wirkte zudem stark verunsichert. Er spielte 61 erfolgreiche Pässe – 22 davon allerdings zu Rene Adler! Heiko Westermann machte es sich nicht so einfach. Häufig rückte er mit Ball vor und versuchte sich mit seiner Dynamik etwas Raum zu schaffen, um gute Pässe spielen zu können.</p>
<p>Die Freiburger waren allerdings wohl genau auf diese Vorstöße aus: Kruse und Rosenthal leiteten den Ball im Aufbau immer wieder auf Westermann und boten ihm den Weg nach vorne an. Nahm er diesen, verfolgten ihn die Freiburger Stürmer von schräg hinten, sodass Westermann immer weiter vor getrieben wurde. Früher oder später war er dann dazu gezwungen, schwierige Pässe aus der Bewegung mit seinem schwachen Fuß zu spielen – nicht gerade vielversprechend.</p>
<p><strong>Fehlende Verbindungen</strong></p>
<p>Rafael van der Vaart erkannte dies recht früh und ließ sich häufiger zu den Innenverteidigern fallen, um ihnen im Spielaufbau zu helfen. Dies brachte jedoch gleich mehrere Probleme mit sich:</p>
<div id="attachment_16802" class="wp-caption aligncenter" style="width: 486px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/kurz-ausgeführt.png"><img class=" wp-image-16802 " alt="kurz ausgeführt" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/kurz-ausgeführt.png" width="476" height="377" /></a><p class="wp-caption-text">Freiburg lockte Westermann in den roten Raum und Zwang ihn zu langen Bällen mit seinem schwachen Fuß. Kippte van der Vaart ab, war Arslan aufgrund der (zu) breiten und hohen Stellung der Flügelspieler im Zentrum allein auf weiter Flur.</p></div>
<p style="text-align: left;">Jansen und Diekmeier rückten auf den Außenbahnen zwar weit vor, wurden in ihren Räumen aber von ihren nun breiter stehenden Vordermännern Aogo und Skjelbred beschränkt – ein klarer Nachteil der flachen Vier. Viel schlimmer war jedoch, dass Hamburg im Zentrum eigentlich überhaupt nicht präsent war. Wie denn auch? Aogo und Skjelbred spielten viel breiter als sonst, van der Vaart suchte Bälle im ersten Dritte. Der bedauernswerte Arslan war in vielen Situationen tatsächlich Hamburgs einziger Spieler im zentralen Mittelfeld.</p>
<p style="text-align: left;">Van der Vaart blieben von hinten heraus also nur lange Bälle, worauf die Freiburger gut eingestellt waren. Der Niederländer hatte zwar am Ende des Spiels die höchste Laufdistanz zurückgelegt (12,47 km) und hatte die meisten Ballkontakte (89), war letztendlich jedoch ohne Einfluss auf das Spiel.</p>
<p>Den Hamburgern fehlten Verbindungsspieler in allen Ebenen: Van der Vaart spielt die abkippende Sechs nicht so souverän und geduldig wie Badelj, sodass viel zu früh lange Bälle kamen. Da die eigentlichen Achter Aogo und Skjelbred zu weit auf den Flügeln spielten, fehlte in den Hamburgern die Präsenz und Anbindung in den Halbräumen, was letztlich dazu führte, dass der Zehnerraum komplett verwaist war.</p>
<p>Genau aus jenem Raum wurden die einzigen beiden guten Angriffe der Hamburger initiiert, einmal vergab Son, das andere Mal zwang der Koreaner Krmas beinahe zu einem Eigentor. Von van der Vaarts 56 Pässen gingen letztendlich ganze vier auf die Stürmer Rudnevs und Son – die Distanz war schlichtweg zu groß, van der Vaart war im Aufbau verschwendet.</p>
<p>Freiburg hingegen zeigte sich im 4-4-2 wie gewohnt sehr kombinationssicher, lauffreudig und deswegen kompakt. In den sich überall auf dem Platz ergebenen direkten Duellen hatten die Breisgauer klare Vorteile. Dort, wo die direkten Duelle für Freiburg gefährlich werden konnten, kam der Ball nur selten hin – zumeist dann auch noch hoch. Im Aufbau war das Risiko in direkten Duellen für die Hamburger größer als für Christian Streichs Team, sodass sie Dribblings verständlicherweise unterließen. Freiburgs Führungstor entschied das Spiel im Prinzip, da sie nun endgültig auf Fehler der Hamburger warten konnten. Diese passierten zwar recht häufig, Freiburg konnte gegen die in der offensive weiterhin harmlosen Hamburger jedoch nicht nachlegen.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Betrachtet man das Hamburger Spielermaterial, muss Thorsten Fink eigentlich die Raute spielen lassen. Milan Badejl befindet sich gerade zwar – wie fast sämtliche HSV-Spieler – im Formtief, kann die abkippende Sechs an guten Tagen allerdings so spielen wie kaum ein anderer in der Liga. Aogo und Skjelbred sind als kombinationsstarke, aber wenig dynamische Spieler auf den Halbpositionen besser aufgehoben als auf den Flügeln, wo sie zudem die Vorstöße ihrer Hintermänner in gewisser Weise einbremsen. Van der Vaart ist hinter den Spitzen am wertvollsten, da das Risiko im Passspiel dort nicht nur erwünscht, sondern auch erforderlich ist, zudem kann er selbst den Abschluss suchen.</p>
<p>Für eine Formation mit nur drei Linien, wie es das 4-4-2 gegen Freiburg beispielsweise war, fehlen dem HSV die dynamischen Verbindungsspieler. In der Raute sind die Abstände kleiner und die Passswege kürzer. Die einzigen Spieler, die hauptsächlich über ihre Dynamik kommen, sind Diekmeier und Jansen, welche bei einer Raute auch den nötigen Raum dafür bekommen.</p>
<p>Erst als Fink Kacar und Badelj brachte und auf Raute umstellte, bekam der HSV den Aufbau besser in den Griff. Da allerdings nur noch zwanzig Minuten zu spielen waren und Freiburg nun natürlich eine hervorragende Ausgangslage hatte, wirkte sich die Umstellung kaum mehr aus.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=16801&amp;md5=96a23c601ad152b73c95fc4879a15865" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>SV Werder Bremen &#8211; FC Schalke 04 0:2</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2013/04/07/sv-werder-bremen-fc-schalke-04-02/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Apr 2013 21:20:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[FC Schalke 04]]></category>
		<category><![CDATA[SV Werder Bremen]]></category>

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		<description><![CDATA[Werder Bremen verliert zuhause gegen Schalke 04. Mit dieser neuerlichen Niederlage muss Thomas Schaaf seine Mannschaftstaktik weiterhin überdenken, obwohl es einige interessante kleine Anpassungen gab. Bremens 4-1-4-1 und eine Veränderung der Mechanismen Das 4-1-4-1 der Bremer wurde in dieser Saison am öftesten verwendet. Zumeist pressten sie dann auch in einem 4-1-4-1/4-3-3, außerdem rückten sehr oft [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Werder Bremen verliert zuhause gegen Schalke 04.<span id="more-16793"></span> Mit dieser neuerlichen Niederlage muss Thomas Schaaf seine Mannschaftstaktik weiterhin überdenken, obwohl es einige interessante kleine Anpassungen gab.</p>
<p><b>Bremens 4-1-4-1 und eine Veränderung der Mechanismen</b></p>
<p>Das 4-1-4-1 der Bremer wurde in dieser Saison am öftesten verwendet. Zumeist pressten sie dann auch in einem 4-1-4-1/4-3-3, außerdem rückten sehr oft sowohl Aaron Hunt als auch Kevin de Bruyne heraus. Im Offensivspiel beteiligten sich die Achter ebenfalls sehr hoch. Diese Rollenverteilung wurde etwas verändert. Normalerweise war es nur de Bruyne, der mit nach vorne ging; Hunt beteiligte sich zwar situativ, sollte aber mit Tom Trybull absichern.</p>
<div id="attachment_16796" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Werder-vs-Schalke-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-16796 " alt="Grundformationen zu Beginn" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Werder-vs-Schalke-Grundformationen.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen zu Beginn</p></div>
<p>Die Außenverteidiger der Bremer waren mit Rechtsfuß Aleksander Ignjovski auf links und dem eigentlichen Innenverteidiger Sokratis auf rechts eher defensiv besetzt. Damit wollte man Angriffe und insbesondere Konter über die gefährlichen Flügelstürmer Schalkes verhindern und nach Ballverlusten stabiler stehen. Diese Suche nach Stabilität durch gruppentaktische Faktoren zog sich durch alle Mannschaftsteile.</p>
<p>Auch im Pressing zeigte sich dies. De Bruyne orientierte sich als zweiter Stürmer neben Nils Petersen und bildete dadurch ein 4-4-1-1. Die Flügelstürmer hingegen ließen sich weit nach hinten schieben und orientierten sich als Manndecker an den gegnerischen Außenverteidigern, um deren Einfluss zu neutralisieren. Zusätzlich orientierte sich De Bruyne immer wieder an Roman Neustädter; was allerdings keine Manndeckung war, sondern eine logische Konsequenz des Schalker Aufbauspiels und Bremer Pressings.</p>
<p>De Bruyne spielte nämlich als vertikaler Akteur, während Höger oftmals nach vorne ging und dort die Offensivspieler unterstützte. Darum versuchte de Bruyne die einzige Anspielstation der Schalker Innenverteidiger zu versperren. Bremen presste nämlich nicht besonders aggressiv auf diese, sondern versuchte sie zu Fehlpässen animieren und versperrte das Zentrum.</p>
<p>Kamen dann Pässe in die Mitte, ließ sich de Bruyne zurückfallen. Er stellte somit die übliche Rollenverteilung von drei zentralen Mittelfeldspielern her und entfachte Druck in der Mitte. Doch Schalke kam mit dieser lokalen Kompaktheit relativ gut klar.</p>
<p><b>Schalkes Offensivspiel </b></p>
<p>Die Elf von Jens Keller spielte wieder mit einem 4-2-3-1/4-4-1-1, in dem Julian Draxler die Position des nominellen Zehners übernahm. Dabei bewegte sich Draxler sehr horizontal und bot sich in den Schnittstellen an. Mit seiner Technik und Antrittsschnelligkeit konnte er trotz vieler Ballannahmen in Engen den Ball meist gut behaupten.</p>
<p>Zwar konnte er wegen des gegnerischen Drucks selten zum Abschluss kommen und war offensiv eher unspektakulär, erfüllte aber aus taktischer Sicht seine Rolle sehr ordentlich. Sein Passspiel blieb genau und dadurch konnte Schalke Raumgewinn erzielen, was zu einer Entlastung der Defensive führte.</p>
<p>In der Anfangsphase war es nämlich Werder, die mehr Abschlüsse hatten; obwohl diese in den meisten Fällen eher ungefährlich waren. Werder konnte einige Male in die Räume hinter dem aufrückenden Höger kommen, der auch im Aufbauspiel vereinzelt herauskippte und generell die Offensive mit seiner Umtriebigkeit unterstützte. Schalke hingegen konnte solche Schnittstellen selten bespielen, passte aber bewusst in enge Räume und ließ die Bälle prallen. Außerdem versuchten sie mit schnellen Lochpässen hinter die hohe Abwehr Werders kommen.</p>
<div id="attachment_16794" class="wp-caption alignleft" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Werder-vs-Schalke-Grundformationen-2HZ.png"><img class=" wp-image-16794 " alt="Grundformationen zur zweiten Halbzeit" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Werder-vs-Schalke-Grundformationen-2HZ.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen zur zweiten Halbzeit</p></div>
<p>Die Außenverteidiger bei Schalke rückten weit nach vorne, die Flügelstürmer rückten in Richtung Mitte und suchten die jeweiligen Halbräume, zusätzlich bewegte sich Marica in die Halbräume und in Richtung Mittelfeld. Damit wollten sie die in der Defensive etwas mannorientiert spielenden Akteure mit ziehen und dann schnelle Pässe in den Raum spielen. Einen großen Effekt gab es aber nicht und in der Halbzeit stellte Jens Keller auch etwas um.</p>
<p><b>Eine neue Dynamik im Offensivspiel</b></p>
<p>Wie schon oft erwähnt: Auch wenn eine Mannschaft nicht viele klare Chancen hat, kann sie über die Quantität der Halbchancen, Hereingaben und Abschlüsse früher oder später zu Toren kommen. Ohne die gute Leistung Timo Hildebrands wäre es sogar schon in der ersten Halbzeit fast so weit gewesen. Nach dem Seitenwechsel stellte Keller also um und brachte Raffael für Bastos. Raffael sollte die Verbindungen nach vorne geben und zeigte dabei eine gute Leistung, gleichzeitig schob dieser Wechsel Draxler auf die linke Außenbahn.</p>
<p>Von dort sollte Draxler mehr Durchschlagskraft und Torgefahr ins Spiel bringen, außerdem hatte Bastos gewisse Probleme mit dem durchaus gut spielenden Sokratis. Farfan auf der gegenüberliegenden Seite zeigte ebenfalls eine gute Leistung und konnte sich vorbeidribbeln, auch wenn die Tore letztlich nach individuellen Fehlern der Bremer entstanden – ein fast schon typischer Faktor für die Bremer in dieser Saison und auch in den letzten Jahren.</p>
<p>Bei Bremen gab es ebenfalls einige gruppentaktische Anpassungen. Zwar gab es in der ersten Hälfte eine interessante Wechselwirkung auf Außen durch die eher defensiven Außenverteidiger, weil Arnautovic und Elia mehr Zeit bei Ballannahmen hatten. Wieso? Die Flügelstürmer Schalkes orientierten sich eher mannorientiert an den gegnerischen Außenverteidigern, wodurch Farfan und Bastos eher hoch blieben. Werders Außenstürmer konnten sich dadurch also den Ball nach hinten stoppen und konnten schwer von den beiden Außen des Geg</p>
<div id="attachment_16795" class="wp-caption alignright" style="width: 296px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Werder-vs-Schalke-Grundformationen-am-Ende.png"><img class=" wp-image-16795 " alt="Grundformationen am Ende" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/Werder-vs-Schalke-Grundformationen-am-Ende.png" width="286" height="441" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen am Ende</p></div>
<p>ners gedoppelt werden.</p>
<p>Allerdings konnte Werder bei „normalen“ Angriffen aus dem Aufbauspiel heraus nur selten zum Abschluss kommen, weil Höger und Neustädter die Mitte dicht machten und die Abwehr stabil stand. Die Kompaktheit in der Mitte war hoch und die Vertikalsprints de Bruynes fanden nur selten Anspiele. Elia und Arnautovic waren zu breit positioniert, wodurch sie kaum Verbindung zueinander hatten – ein Problem, welches es ebenfalls schon öfter bei den Bremern zu sehen gab.</p>
<p>Dies wollte Thomas Schaaf mit mehr Offensive bei den Außenverteidigern und den Wechseln herbeiführen. Yildirim für Elia brachte einen weiteren Kreativspieler ins Spiel und Stevanovic für Ignjovski in der Schlussphase sollten letztlich für mehr Offensive und eventuell einen Anschlusstreffer sorgen; eine signifikante Veränderung gab es aber nicht.</p>
<p><b>Fazit</b></p>
<p>Die Bremer wurden von Schalkes Zentrale und ihrer eigenen Spielanlage auf die Seiten gelenkt und daraus entwickelte sich ein typisches Spiel für zwei Mannschaften mit einem eher flügellastigen Systemen und beweglichen Zehnern; wenn auch die genauen Formationen sich voneinander unterschieden. Dazu passen auch die Statistiken: 32% der Angriffe Werders gingen über links, 46% der Angriffe über die rechte Seite. Auch bei Schalke wurde die rechte Seite mit Farfan und Uchida naturgemäß bevorzugt: 40% waren es hier. Wegen der Spielanlage der Schalker mit dem eher defensiven Kolasinac auf links und der besseren Werder-Absicherung durch Hunt und natürlich Sokratis als Rechtsverteidiger  waren es auf dem Flügel nur 26%; mit Draxler als Linksaußen wurde es besser, seine Stärke liegt auch darin, dass er selbst als Rechtsfuß auf links Richtung Grundlinie marschieren und scharfe Hereingaben bringen kann.</p>
<p>Letztlich gewann Schalke verdient. Bremen kam in der zweiten Halbzeit ins Schwimmen und war nach dem Seitenwechsel die schwächere Mannschaft. Die individuellen Fehler taten ihr Übriges.<br />
<img alt="" src="http://vg03.met.vgwort.de/na/baf8a70f8fdc4ab599379b8ed52815bc" width="1" height="1" /></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=16793&amp;md5=aaf3ad0fbfa00de009d121461c2c77f3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kurz ausgeführt: Hoffenheims Raute</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Apr 2013 20:49:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[1899 Hoffenheim]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Kurz ausgeführt]]></category>

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		<description><![CDATA[Markus Gisdols Debüt als Trainer von 1899 Hoffeheim lief mit einem 3:0 gegen Fortuna Düsseldorf erfolgreich. Wir beleuchten die Haupt-Umstellung, die der neue Coach in der taktischen Ausrichtung seiner Mannschaft vornahm. Der Gegensatz zwischen Problemen im Spielaufbau und einer sehr fluiden, beweglichen Offensive hat Hoffenheim über weite Teile dieser Saison begleitet. Ihre Innenverteidiger und besonders [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><script type="text/javascript" language="javascript" src="http://www2.glam.com/app/site/affiliate/viewChannelModule.act?mName=viewAdJs&affiliateId=1660803696&adSize=728x90"></script></p><p>Markus Gisdols Debüt als Trainer von 1899 Hoffeheim lief mit einem 3:0 gegen Fortuna Düsseldorf erfolgreich. Wir beleuchten die Haupt-Umstellung, die der neue Coach in der taktischen Ausrichtung seiner Mannschaft vornahm.<span id="more-16762"></span></p>
<p>Der Gegensatz zwischen Problemen im Spielaufbau und einer sehr fluiden, beweglichen Offensive hat Hoffenheim über weite Teile dieser Saison begleitet. Ihre Innenverteidiger und besonders ihre Mittelfeldspieler vor der Abwehr waren zu spielschwach, um die gerade so spielstarken und kreativen Offensivspieler konstant genug einsetzen zu können – <a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/01/Spielverlagerung-Spezial-Podcast-Hinrunde-Teil-1.mp3" target="_blank">diese verhungerten oftmals an mangelnder Unterstützung</a>.</p>
<p>Dies dürfte einer der Gründe gewesen sein, warum Markus Gisdol, der mittlerweile vierte Hoffenheimer Coach in dieser Saison, zu seinem Debüt auf eine Rautenformation umstellte. Durch die vier zentralen Mittelfeldspieler und den auf der Zehn spielenden Firmino sollten die Präsenz und Optionen im zentralen Mittelfeld erhöht und die Verbindungen nach vorne vereinfacht werden.</p>
<p><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/kurz-ausgeführt-hoffenheims-raute.png"><img class=" wp-image-16765 alignleft" alt="kurz ausgeführt hoffenheims raute" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2013/04/kurz-ausgeführt-hoffenheims-raute.png" width="270" height="362" /></a></p>
<p><strong>Gute Ansätze im Offensivspiel</strong></p>
<p>Insgesamt wirkten die Hoffenheimer in ihren Bewegungen dabei zwar noch etwas zu chaotisch und das Freilaufverhalten der beiden eher balancierend eingestellten Halbspieler auf die Flügel nicht gänzlich ausgewogen, doch es waren bereits einige gute Ansätze und Strukturen zu erkennen. So agierte Schipplock auf halbrechts als sehr arbeitsame und raumschaffende Sturmspitze, der mit seinen ausweichenden Bewegungen die Mitte öffnete.</p>
<p>Hier waren der als Zehner agierende Firmino sowie der deutlich höher stehende Volland die klar dominanten Personen – die beiden spielstarken Offensivkräfte suchten immer wieder die Bindung zueinander, was durch die zentraler angelegte Formation erleichtert wurde, und konnten einige ansehnliche Kombinationen initiieren.</p>
<p>Auch bei Kontersituationen machte sich die Rautenformation durchaus bezahlt: In der Zentrale konnte Firmino als Verbindungsspieler wirken und die Bälle schnell in die Offensive transferieren, wo Volland die äußeren Räume – vor allem links hinter dem aufrückenden Balogun – attackieren oder sich in den zentralen Räumen in den Gegenstoß einbinden konnte. Gleichzeitig wechselte Schipplock zwischen einer ausweichenden Rolle mit horizontalen Laufwegen zum Reißen von Lücken und einem mitspielenderen Part.</p>
<p><b>Wo noch das Feintuning fehlte</b></p>
<p>Gänzlich wohl fühlten sich die Hoffenheimer Spieler in dieser neuen Umgebung noch nicht und so verhinderte der eine oder andere alte Mechanismus noch die Nutzung neuer Strukturen. Gerade in der Anfangsphase der Partie wurde der Spielaufbau durch die beiden Düsseldorfer Stürmer zu einfach auf die Außenseiten gelenkt, wo Johnson und vor allem Beck keine vertikalen Optionen an der Linie hatten, sondern den diagonalen Pass in die Mitte wählen mussten. Aus dieser ungünstigen Ausgangslage ist dies aber durchaus anspruchsvoll, weshalb sie die Zuspiele nur inkonstant anbrachten.</p>
<p>Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit zog sich dann Polanski von der Sechs häufiger zu den Innenverteidigern zurück, so dass in dieser situativen Dreierkette den beiden Spitzen der Fortuna besser ausgewichen werden konnte. Im Gegenzug konnten Beck und Johnson deutlich weiter aufrücken und nutzen dies auch mit entsprechend hohem Vorschieben, doch es fehlte die konstante Nutzung der aufgezogenen Halbräume. In den Phasen, in denen dies so gespielt wurde, war Firmino noch am geschicktesten darin, diese Bereiche anzulaufen und zu bespielen, doch musste er dafür weite Rückwärtswege gehen, die von den Mittelfeldkollegen nur vage kompensiert wurden. Insgesamt nutzte Hoffenheim die Raute also noch nicht gut genug aus.</p>
<p><b>Hoffenheim in der Defensive</b></p>
<p>Auf den ersten Blick scheint es fragwürdig, eine enge Rautenformation gegen das starke Düsseldorfer Flügelspiel aufzustellen – doch Hoffenheim machte sich auch defensiv gut, hielt in der grundlegenden 4-3-Stellung das Zentrum dicht und fing über diesen Weg auch die nachstoßenden Spieler bei den Düsseldorfer Hereingaben auf. Zwar durfte die Fortuna ihre fast 40 Flanken recht ungestört in die Mitte bringen, doch abgesehen von gelegentlichen Läufen Lambertz´ fanden sie dabei kaum einen Abnehmer. Überhaupt wirkte Hoffenheim stabil und konnte auch Düsseldorfs kurzzeitige Radikalumstellung auf Zentrumsspiel mit einer spontan und recht eigenverantwortlich gespielten Defensivstrategie verteidigen.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 319px"><img alt="" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/12/hamburg-hoffenheim-pressing-av.png" width="309" height="274" /><p class="wp-caption-text">Hoffenheims Defensivkonzept mit der Raute unter Frank Kramer im Dezember beim HSV</p></div>
<p>Das Defensivspiel war bereits gut, aber nicht die Ursache für die Umstellung auf eine Raute, die eher aus offensivtaktischen Punkten heraus motiviert war. Hier liegt genau der Unterschied zur Intention Frank Kramers, der als Hoffenheims Übergangstrainer zum Ende der Hinrunde <a href="http://spielverlagerung.de/2012/12/08/hamburger-sv-1899-hoffenheim-20-2/" target="_blank">in seinem ersten Spiel ebenfalls das 4-3-1-2</a> mit Firmino auf der Zehn, Volland im Angriff und Salihovic als linkem Halbspieler gewählt hatte. Damals war es vor allem darum gegangen, das Ballbesitzspiel des HSV einzudämmen (was einfallsreich konstruiert wurde und auch zu Beginn ordentlich funktionierte) – eine aggressivere Defensivstrategie nach dem Rückstand und ein schlüssiges Offensivkonzept hatten aber gefehlt. Für letzteren Punkt kann Gisdol bei seinem Debüt durchaus ein Lob einstreichen.</p>
<p><b>Fazit und Ausblick</b></p>
<p>Das führt zur Frage nach der weiteren Entwicklung der TSG. Bereits die erste Begegnung unter Gisdol zeigte gute Ansätze und Strukturen, die ordentlich umgesetzt wurden, aber natürlich auch noch weiter entwickelt werden können. Sollte der Versuch mit der Raute kein Einzelfall gewesen sein und die inneren Werte dieser Zahlenkombination ausgebaut werden, dann birgt diese Umstellung große Potentiale – sei es der vereinfachte Spielaufbau durch das Zentrum, die dort erleichterten Kombinationsmöglichkeiten für Synergien zwischen Firmino und Volland oder Schipplocks ausweichende Bewegungen zum Raumschaffen.</p>
<p>Entscheidend wird sein, wie nachhaltig das bisherige Problem des ineffektiven Spielaufbaus gelöst und wie konstant die Offensivspieler an den Rest des Teams angebunden werden können. Weitere flexible Abkippbewegungen der zentralen Mittelfeldspieler wären beispielsweise ein Punkt, an dem die Entwicklung angesetzt werden könnte. Um Entwicklung scheint es diesmal auch wirklich zu gehen. Der wenig visionäre Ansatz von Marco Kurz hat nicht funktioniert, Gisdols Aussagen gehen da deutlich in eine andere Richtung: <a href="http://www.sky.de/web/cms/de/videos-bundesliga.jsp?bctid=2280229072001" target="_blank"><i>„Ich orientiere mich nicht am Ziel Klassenerhalt jetzt. Es ist schön, wenn wir das zusätzlich schaffen, aber in erster Linie wollen wir unseren Fußball wieder entwickeln“</i></a></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=16762&amp;md5=05c9237f2254edba005c09b2e01c6f1b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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