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	<title>Spielverlagerung</title>
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	<description>Wo die Taktiktafel zum Leben erwacht</description>
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		<title>Women Champions League: Olympique Lyon &#8211; 1. FFC Frankfurt 2:0</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 20:00:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HW</dc:creator>
				<category><![CDATA[Frauenfußball]]></category>
		<category><![CDATA[FFC Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Olympique Lyon]]></category>
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		<description><![CDATA[Vor dem großen Champions League Finale am Samstag in der Allianz Arena kamen die Frauen im Münchner Olympia Stadion zu ihrem Recht, der 1. FFC Frankfurt traf auf den Titelverteidiger Olympique Lyon. Für Lyon ist es bereits das dritte Finale in drei Jahren, nachdem sie 2010 erst im Elfmeterschießen Turbine Potsdam unterlegen waren, gewannen sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Vor dem großen Champions League Finale am Samstag in der Allianz Arena kamen die Frauen im Münchner Olympia Stadion zu ihrem Recht, der 1. FFC Frankfurt traf auf den Titelverteidiger Olympique Lyon. <span id="more-8874"></span>Für Lyon ist es bereits das dritte Finale in drei Jahren, nachdem sie 2010 erst im Elfmeterschießen Turbine Potsdam unterlegen waren, gewannen sie im letzten Jahr, wieder gegen die Potsdamerinnen mit 2:0. Für die Frankfurterinnen, dreimaliger Titelträger des UEFA Cups der Frauen, dem Vorgänger der UEFA Women Champions League, war es das erste Finale in diesem Wettbewerb.</p>
<p>Der Titelverteidiger und frisch gebackene französische Pokalsieger, der zwar Zweiter in der Liga ist, aber noch Chancen auf den nationalen Titel hat, ging der Weg ins Finale unter anderem über Bröndby IF und Turbine Potsdam, die im Hinspiel leicht mit 5:1 besiegt wurden.</p>
<p>Der 1. FFC Frankfurt musste sich gegen Paris Saint Germain, Malmö und Arsenal durchsetzen, dabei zeigte er gerade in den Auswärtsspielen schwächen. In der Bundesliga stehen die Frankfurterinnen nur auf Platz vier und nach dem verlorenen Pokalfinale gegen die Münchner Bayern können die Frankfurterinnen eine eher verkorkste Saison mit dem großen Außenseitersieg retten.</p>
<p><strong>Formationen</strong></p>
<p>Frankfurts Trainer Sven Kahlert musste auf Lira Bajramaj verzichten. Er wählte ein 4-3-3 mit der Saki Kumagai vor der Abwehr und Sara Thunebro zurück auf der linken Seite in der Abwehrkette. Die Angriffsreihe bildeten Svenja Huth und Kerstin Garefrekes auf den Außen und Dzsenifer Marozsán im Zentrum.</p>
<div id="attachment_8875" class="wp-caption alignleft" style="width: 321px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/ol-fra_20120517.png"><img class=" wp-image-8875 " title="Olympique Lyon - FFC Frankfurt Mai 2012" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/ol-fra_20120517.png" alt="Lyon im 4-2-3-1 gegen Frankfurt im 4-3-3" width="311" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Startformationen</p></div>
<p>Die Französinnen liefen im 4-2-3-1 auf, mit Lotta Schelin als einzige Stürmerin und Louisa Necib auf der linken Seite. Hinter der Stürmerin spielte mit Camille Abily eine feste Spielmacherin. Beim FFC ließ sich Dzsenifer Marozsán dagegen aus dem Sturm fallen um besonders die Außenspielerinnen in Szene zu setzen. Marozsán agierte damit oft in der rolle der falschen Neun, während Schelin vorne vor allem auf die Flügel ausweichen konnte und eher als klassische Stürmerin agierte.</p>
<p>In den ersten Minuten übte Frankfurt Druck aus, stellte die Gegnerinnen früh zu und versuchten, den Ball zu gewinnen. Dabei sollte der Ball flach gespielt werden, weil Lyons Innenverteidigung groß gewachsen ist. Wenn Marozsán sich fallen ließ, dann sollten Smisek oder Garefrekes in den Strafraum stoßen. So erarbeitete sich der FFC in den ersten Minuten vier Eckbälle, die meisten führten, weil auf den ersten Pfosten geschlagen, gleich zum nächsten Eckball.</p>
<p><strong>Spielverlauf</strong></p>
<p>Während Frankfurt am Anfang presste und versuchte, durch das eigene Passspiel Sicherheit zu gewinnen, war Lyon darauf bedacht, schnell über Außen anzugreifen. Das führte zu einem Foulelfmeter für Lyon nach einer Viertelstunde, nachdem Behringer Cruz im Strafraum gelegt hatte. Le Sommer verwandelte zum 1:0 und Lyon übernahm danach das Spiel.</p>
<p>Frankfurts Problem war, dass einerseits die Bewegungen in der Offensive nicht immer so klappten, wie sich das Sven Kahlert vorgestellt haben dürfte. Oft standen die Spielerinnen weit auseinander ohne sich anzubieten und machten es Olympique leicht, die Passwege abzuschneiden. Die Außenverteidigerinnen spielten sehr zurückhaltend, wohl um Konter über die Flügel zu vermeiden. Diese Taktik wurde aber im Angriff bestraft, wenn die Flügelspielerinnen zu wenig Unterstützung erhielten oder der Flügel verwaiste, weil zum Beispiel Garefrekes in den Strafraum gezogen war. Anstatt die Mannschaftsteile durch offensive Außenverteidiger zu verbinden, spielte Kumagai oft weit vorne. Als Anspielstation für Rückpässe fiel sie damit aus, die gingen dafür in die Abwehrreihe. Dazu war das Sturmzentrum oft leer, wenn Marozsán sich fallen ließ. Insgesamt ging diese Strategie nicht auf.</p>
<p>Lyon dagegen wurde über die Außen immer gefährlicher. Keine Offensivspielerin konnte vom FFC aus dem Spiel genommen werden. Dazu stieß Cruz gerne nach vorne und Schelin konnte sich auf die Flügel bewegen und vorne Bälle behaupten.</p>
<p>In der 28. Minute fiel das 2:0 für Lyon. Einen langen Pass aus der Abwehr auf Schelin klärte Desirée Schumann an der Strafraumkante per Kopf. Abily nahm die Chance wahr und traf per Volley aus gut 25 Metern das leere Tor. Die Situation entstand unglücklich, die Torschützin wurde aber auch nicht eng genug gedeckt.</p>
<p>Die zweite Hälfte begann mit Frankfurt, die direkt den Weg zum Tor suchten. Aber auch die Französinnen machten Druck, um früh den Ball zu erobern. Überraschenderweise wechselte Patrice Lair Louisa Necib schon nach weniger als vier Minuten im zweiten Durchgang aus und brachte Lara Dickenmann. Ein kurioser Vorgang, denn Necib hatte in der kurzen Zeit keine Fehler gemacht, die einen sofortigen Wechsel nötig machten. Dickenmann führte sich aber gleich gut ein und stellte sicher keine Schwächung zur französischen Nationalspielerin dar. Kurz nach der 50. Minute hatte Lyon dann auch Torchancen im Minutentakt. Besonders Lotta Schelin hatte mehrmals die Möglichkeit auf 3:0 zu erhöhen, verzog aber den Abschluss oder scheiterte an Schumann.</p>
<p>Auch Frankfurt spielte jetzt im 4-2-3-1, mit Sandra Smisk als Spielmacherin. Wichtiger war aber, dass die Außenverteidigerinnen sich jetzt aktiver im Spiel nach vorne zeigten. Nach einer Stunde brachte Kahlert dann Ria Percival führ Meike Weber, ein positionstreuer Wechsel, der gleichzeitig der Versuch war, Kerstin Garefrekes auf rechts mehr Unterstützung zukommen zu lassen. Ein paar Minuten später kam auch Ana-Maria Crnogorcevic für Svenja Huth. Dieser Tausch hatte größere Auswirkungen auf die Formation. Ana-Maria unterstützte Marozsán im Sturm und gab dieser damit die Möglichkeit sich auf die zurück gezogene Position als zweite Spitze zu konzentrieren. Melanie Behringer spielte nun links im Mittelfeld.</p>
<p>Nach etwa 70 Minuten war Frankfurt dem Anschlusstor wohl so nah wie nie im Spiel. Mit mehr Unterstützung auf Außen und einer klassischen Doppelsechs spielte der FFC direkter.</p>
<p>Behringer hatte eine Möglichkeit per Kopf nach Flanke von rechts. Marozsán schoss kurz danach knapp am Tor vorbei, wieder nach einem Angriff über den rechten Flügel. Trotzdem blieben auch die Französinnen gefährlich und hatten zum Beispiel durch Abily gleich mehrere Chancen.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Olympique Lyon war auch für den FFC Frankfurt zu stark und gewann am Abend das Champions League Finale der Frauen verdient mit 2:0. Frankfurt ging mit einer auf Sicherheit bedachten Taktik ins Spiel und verlor damit die Fähigkeit, dauerhaft Druck aufzubauen.</p>
<p>Vorne rieben sich die Spielerinnen an der Abwehr auf. Dzsenifer Marozsán ist keine Stürmerin, die alleine die Zentrale Position einnehmen kann; die Aufgabe als Mittelstürmerin blieb in Halbzeit eins auf der Strecke. Der Versuch, Konter über außen zu verhindern, schnitt die Außenstürmerinnen von ihrer Unterstützung ab.</p>
<p>Das 1:0 war ein Geschenk von Melanie Behringer, die erst den Ball im Strafraum verlor und dann foul spielte. Beim 2:0 hatte man ein wenig Pech, aber Lyon hatte schon vorher bei einem Pfostentreffer die Chance zum Ausbauen der Führung.</p>
<p>Auch wenn Lyon mit einer Vielzahl von starken Spielerinnen auflief, so muss Shirley Cruz besonders erwähnt werden. Das Foul an ihr führte zum Elfmeter, die Szene zum zweiten Tor leitete sie ein, dazu war sie eine der aktivsten Spielerinnen.</p>
<p>Die Französinnen festigen ihren Status als Europas Spitzenteam mit einer verdienten Titelverteidigung. Sie wirkten nie überfordert, waren technisch überlegen und hätten auch in der zweiten Hälfte bei Bedarf noch einmal aufdrehen können.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8874&amp;md5=a06e2bb43bde74e22c10a8c66bb2e647" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>SV-Podcast Nr. 1: Von Sonderheften und Finals.</title>
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		<pubDate>Thu, 17 May 2012 05:45:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TE</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Premierenausgabe des Spielverlagerung-Podcasts enthüllen unsere Autoren Tobias, Martin und Rene das kommende Spielverlagerung-EM-Heft und unterhalten sich über die zwei Finals der Bayern und die Frage, ob man Matze Knop lustig finden darf. Nach drei mehr oder minder gelungenen Testausgaben gibt es nun die erste reguläre Ausgabe des SV-Podcasts. Einfach mit rechtsklick &#8211;> Datei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>In der Premierenausgabe des Spielverlagerung-Podcasts enthüllen unsere Autoren Tobias, Martin und Rene das kommende Spielverlagerung-EM-Heft und unterhalten sich über die zwei Finals der Bayern und die Frage, ob man Matze Knop lustig finden darf. <span id="more-8866"></span></p>
<p>Nach drei mehr oder minder gelungenen Testausgaben gibt es nun die erste reguläre Ausgabe des SV-Podcasts. Einfach mit rechtsklick &#8211;> Datei speichern auf den eigenen Rechner / MP3-Player / Tablet laden und in aller Ruhe anhören. Wir wünschen euch viel Spaß und freuen uns über jede konstruktive Kritik!</p>
<p><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Podcast-Nr.-1.mp3">Hier geht es zum Podcast.</a></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8866&amp;md5=cf7a17b1fb6ca9638ff9166751c59b93" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wer Wind sät, wird Sturm ernten</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 22:51:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TE</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Kommentar zu den Geschehnissen rund um das Relegationsspiel und wieso eine Minderheit mit solch einem Verhalten der gesamten Fanszene schadet. Disclaimer: Dieser Kommentar wurde von Spielverlagerung-Autor Tobias Escher angefertigt. Er vertritt darin seine persönliche Meinung. Diese Meinung stimmt nicht zwangsläufig mit der Sichtweise der übrigen Spielverlagerung.de-Redaktion überein. Nach diesem Abend bleibe selbst ich lustlos [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Ein Kommentar zu den Geschehnissen rund um das Relegationsspiel und wieso eine Minderheit mit solch einem Verhalten der gesamten Fanszene schadet. <span id="more-8854"></span></p>
<p><em>Disclaimer: Dieser Kommentar wurde von Spielverlagerung-Autor Tobias Escher angefertigt. Er vertritt darin seine persönliche Meinung. Diese Meinung stimmt nicht zwangsläufig mit der Sichtweise der übrigen Spielverlagerung.de-Redaktion überein.</em></p>
<div id="attachment_8864" class="wp-caption alignright" style="width: 320px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Fortuna-Hertha.png"><img class=" wp-image-8864 " title="Fortuna Hertha" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Fortuna-Hertha.png" alt="" width="310" height="431" /></a><p class="wp-caption-text">Szene aus der 95. Minute</p></div>
<p>Nach diesem Abend bleibe selbst ich lustlos zurück. Normalerweise analysiere ich sehr gerne Fußballspiele, mir bereitet jeder Artikel viel Freude. Auch dieses Spiel hätte genug Stoff für eine zünftige Taktikanalyse gegeben. Ich könnte darüber schreiben, wie sich Fortuna Düsseldorf nach dem frühen Führungstreffer zu weit zurückzog und Hertha die Initiative übernahm. Wie durch ihre tiefe Stellung und den großen Abstand zwischen Abwehr und Angriff Konter nur schwer möglich waren. Wieso Fortuna bis zur Pause eine Passgenauigkeit von 53% hatte und warum sich diese nach einigen Umstellungen in der zweiten Halbzeit wesentlich verbesserte. Nur: Selbst ich, der versucht, jedes Spiel  analytisch zu betrachten, weiß, dass das, was auf dem Platz passiert ist,  an diesem Abend von den Geschehnissen auf den Rängen überstrahlt wurde.</p>
<p>Was war passiert? In der 60. Minute fingen Hertha-Fans an, Bengalos in Richtung Eckfahne zu werfen. Wenige Sekunden zuvor fiel das 2:1 für Fortuna, eine mögliche Rettung der Hertha war dadurch in weite Ferne gerückt. Ein Ausgleich wäre allerdings immer noch möglich gewesen, gerade wenn man bedenkt, dass Hertha bis zur Halbzeit das bessere Team war. Allerdings war die Verzögerung der Fans ein Schlag ins Gesicht der eigenen Mannschaft: Sie nahmen jenen Spielern, die sie eigentlich unterstützen sollten, minutenlang die Chance, die Enttäuschung über das Gegentor in wütende Angriffe umzuwandeln. Thomas Kraft und seine Mitspieler waren zum Warten verdammt, hilflos und ohnmächtig.</p>
<p>Dass die Partie nach knapp zehn Minuten Unterbrechung weiterging, war für den Spielverlauf eigentlich egal. Die Hertha-Spieler hatten aufgesteckt, der Ausgleich war der erste vernünftige Angriff und zugleich einziger Torschuss der zweiten Halbzeit. Statt spielerischer oder kämpferischer Höhepunkte konnten die Fernsehzuschauer nur noch ein Highlight bestaunen: einen Platzsturm der Fortuna-Fans. Als diese nach einem Pfiff dachten, das Spiel sei beendet, stürmten sie den Platz – zwei Minuten vor dem Ende. Nach 20 Minuten Unterbrechung wurde das Spiel erneut angepfiffen, es war jedoch kein Wunder, dass angesichts der äußeren Umstände eine Schlussoffensive der Berliner ausblieb. Für den Aufstieg der Fortuna und den Abstieg der Herthaner interessierte sich nach der Partie so gut wie niemand.</p>
<p>In den letzten Jahren gab es mehr und mehr eine Entwicklung, nach der eine Minderheit der Stadiongänger den Ruf weiter Teile der Fankultur zerstört. Ich benutze mit Absicht das Wort „Minderheit“, da ich glaube, dass ein Großteil der übrigen Stadiongänger solch ein Verhalten ablehnt, auch innerhalb der viel gescholtenen Ultraszene. Und doch schafft es diese Minorität immer wieder, die Schlagzeilen nach dem Spiel zu diktieren.</p>
<p>Solche Aktionen schaden dabei dem Ansehen der gesamten Fanszene. Eine schlechtere PR als diesen Abend kann es gar nicht geben:  Pro Saison zeigt das Free-TV genau vier Bundesligaspiele, Hin- und Rückrundenauftakt sowie die Relegationsspiele. Nun durften Millionen Fans, die normalerweise die Bundesliga höchstens in der Sportschau sehen, live und in Farbe dabei zusehen, wie Chaoten 22 Fußballspieler daran hindern, eine den Auf- und Abstieg entscheidende Partie auszutragen. Und spätestens morgen werden die gleichen Fans, die gestern Pyros warfen und unnötigerweise bereits in der 90. Minute auf den Platz drängten, auf „den Polizeistaat“ und die „Bonzen vom DFB“ schimpfen, wenn diese drakonische Strafen, noch mehr Kontrollen und eine Abschaffung der Stehplätze fordern. Doch sie sind selber Schuld daran.</p>
<p>Spätestens diese Partie könnte eine Eigendynamik in Gang setzen, die kaum ein Stadiongänger will. Die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland englische Verhältnisse bekommt, sprich: hohe Ticketpreise und wenig Stimmung, steigt mit jedem medienwirksam inszenierten Fehltritt jener Minderheit. Je mehr sich die Bundesliga für alle Gesellschaftsschichten öffnet (und das hat sie seit der WM 2006 definitv getan), desto größer wird der Aufschrei bei Pyrotechnik und Platzstürmen. Da wird dann schnell verallgemeinert und verschiedene Gruppen in einen Topf geworfen. Die Zahl der Gelegenheitsfußballschauer, die ein undifferenziertes &#8220;Die Stadien müssen <em>mit allen Mitteln</em> von solchen Idioten gesäubert werden&#8221; rufen, steigt mit jeder solchen Aktion. Nur: Schuld daran sind nicht in erster Linie die empörte Öffentlichkeit oder die  Marktschreier der Medien oder die opportunen Funktionäre, sondern die Chaoten, die den Mist verzapfen. Wer Wind sät, wird Sturm ernten.</p>
<p>Es ist besonders schade, dass der eigentliche Mittelpunkt des Geschehens, das Spiel an sich, teilweise vollkommen in den Hintergrund tritt. Jene Fans können noch so oft behaupten, sie tuen alle ihre Aktionen aus bedingungsloser Liebe zum Fußball, doch ihre Aussagen werden nicht wahrer. Genau das Gegenteil trifft zu: Solche Aktionen zeigen ein totales Desinteresse am Sport, das, was auf dem Platz passiert, ist nur der Rahmen für Zurschaustellungen von fehlverstandener Rebellion und Überlegenheitsgehabe. Beispiel Pyrotechnik: Es gibt sicherlich Gründe, <a href="http://www.pyrotechnik-legalisieren.de">Pyrotechnik als Emotion zu respektieren und in Teilen zu legalisieren</a>, allerdings kann mir keiner erzählen, dass das Werfen von Bengalos auf den Rasen beim Kassieren eines Gegentreffers etwas anderes bezweckt als die Schädigung der Lieblingsmannschaft zugunsten der eigenen Selbstdarstellung.</p>
<p>Bei mir haben sie es jedenfalls geschafft: Ich habe keine Lust mehr, mich mit diesem an und für sich sehr interessanten Fußballspiel zu beschäftigen. Die Minderheit hat gewonnen.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8854&amp;md5=1321ce4fe62ccb9f2447bf19d7dcfd44" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Borussia Dortmund &#8211; Bayern München 5:2 &#124; das DFB-Pokalfinale</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2012/05/13/borussia-dortmund-bayern-munchen-52-das-dfb-pokalfinale/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 10:47:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayern München]]></category>
		<category><![CDATA[Borussia Dortmund]]></category>
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		<description><![CDATA[Zum Saisonabschluss des deutschen Vereinsfußballs gab es abermals das große Duell der Dortmunder gegen die Bayern. Im Gegensatz zu den Duellen in der Liga war hier ein Unentschieden nicht genug und es zählte nur der Sieg. Einige Experten erwarteten sich deswegen leichte Vorteile für die Bayern. Sie spekulierten auf eine offensivere Ausrichtung Dortmunds und demzufolge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Zum Saisonabschluss des deutschen Vereinsfußballs gab es abermals das große Duell der Dortmunder gegen die Bayern.<span id="more-8841"></span> Im Gegensatz zu den Duellen in der Liga war hier ein Unentschieden nicht genug und es zählte nur der Sieg. Einige Experten erwarteten sich deswegen leichte Vorteile für die Bayern. Sie spekulierten auf eine offensivere Ausrichtung Dortmunds und demzufolge mehr Räume für die Münchner. Außerdem hieß es, dass die Bayern „unmöglich fünf Mal in Folge gegen Dortmund verlieren könnten“. Jürgen Klopp und seine Mannschaft bewiesen jedoch das Gegenteil. Ein weiteres Mal legten sie mit der passenden Taktik die Bayern an die Kette. Doch obwohl das Ergebnis und die taktischen Ideen der Dortmunder eine andere Sprache sprechen mögen, so war dies keineswegs die stärkste Leistung der Schwarz-Gelben im Duell der Erzrivalen. Dennoch zeigten sie einige neue und hervorragende Gedanken, die zu Teilen sehr gut umgesetzt wurden. Allerdings spielten auch die Bayern leicht abgeändert.</p>
<p><strong>Die Aufstellung der Bayern und ihre Spielidee</strong></p>
<p>Die Formation der Bayern ist am ehesten als ein 4-3-3 zu bezeichnen.</p>
<div id="attachment_8846" class="wp-caption alignleft" style="width: 253px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Dortmund-vs-Bayern-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-8846  " title="Dortmund vs Bayern - Grundformationen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Dortmund-vs-Bayern-Grundformationen.png" alt="" width="243" height="325" /></a><p class="wp-caption-text">die Bayern</p></div>
<p>Kroos spielte hierbei vor Schweinsteiger versetzt, hinter diesen beiden sicherte Gustavo ab. Es gab also eine klassische Aufgabenteilung zwsichen einem Zerstörer, einen Organisator und einen kreativen Mittelfeldspieler im letzten Drittel. Mit diesen drei Spielern sorgten die Bayern für ihre hohen Spielanteile. Kroos und Schweinsteiger hatten viele offensive Aufgaben und Freiheiten, Gustavo sollte hingegen defensiv absichern und die Löcher zustellen. Insbesondere bei Aufrücken der Außenverteidiger war es wichtig, dass er diese Räume mitbewachte.</p>
<p>Da die Bayern mit drei zentralen Mittelfeldspielern mittig orientiert waren, hätten die Außenverteidiger nach vorne aufrücken müssen. Bei Alaba ist dies kein Problem, dank seiner Laufstärke und Dynamik beherrscht er diese Rolle. Anders stellt sich dies bei Philipp Lahm dar: Defensiv zeigt er sich normalerweise auf einem hohen Niveau, offensiv ist er allerdings oftmals nicht durchsetzungsfähig genug und nicht so unbekümmert wie sein österreichisches Pendant. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft konzentriert sich lieber auf die Defensive und wirkt zu Teilen ängstlich in seinen Offensivbewegungen. Dabei wäre es wichtig gewesen, wenn er sich offensiv (noch) mehr zugetraut hätte. Mit Großkreutz und Schmelzer sind die Dortmunder etwas schwächer aufgestellt, als auf der rechten Außenbahn, können allerdings dank Lahms Vorsicht Robben fast zu einfach zu zweit oder gar zu dritt attackieren.</p>
<p>Arjen Robben und Franck Ribéry waren durchgehend unter Bedrängnis, zumindest Robben reagierte darauf mit der richtigen Spielweise. Vermehrt zog er etwas enger in die Mitte oder lief frei im Spielfeld herum. Dadurch wollte er lokale Überzahlsituationen erschaffen und sich von der engen Deckung befreien. Dies gelang jedoch kaum. Die Dortmunder verengten ihre Viererkette und ihre vertikale Kompaktheit schloss die Räume zwischen den Linien ab. Wenn Robben oder auch Ribéry sich ins Zentrum bewegten, fanden sie dort keine Räume vor und wurden entweder „vom Raum gefressen“ oder auf eine ungefährliche Position abgedrängt. Wenn der Ball dann verloren wurde, konterten die Dortmunder mit dem frühen Führungstreffer im Rücken blitzschnell.</p>
<p>Klopps Spieler attackierten die geöffneten Räume bei den aufgerückten Außenverteidigern oder den eingezogenen Flügelstürmern. Der Erfolgscoach wusste das schnellere Umschalten seiner Spieler und deren Athletik zu nutzen, um die Bayern zu knacken. Die Münchner benötigen teilweise eine Sekunde zu viel, um wieder auf die Defensive umzuschalten. Nur gewisse Spieler praktizieren ein individualtaktisches Gegenpressing, im Kollektiv ist dies fast nie beobachtbar. Da die Spieler der Bayern dann teilweise zu langsam sind, gestaltet sich das Rückwärtspressing ebenfalls schwierig. Die Dortmunder Außenspieler rücken in höchstem Tempo auf und hier müssten entweder die Außenverteidiger und die Mittelfeldspieler des Rekordmeisters nachkommen. Lahm ist teilweise zu langsam dafür, Kroos und Schweinsteiger ebenfalls. Aus dem Zentrum muss also Gustavo herausrücken, was allerdings Kagawa befreit. Der Japaner nutzt diese Räume extrem gut und öffnet weitere für Lewandowski und die aufgerückten Außenstürmer auf der ballfernen Seite.</p>
<p>Die Innenverteidiger der Bayern stehen dann vor einer extrem komplexen Aufgabe: Sie besitzen einen Geschwindigkeitsnachteil und müssen auf die Seite verschieben. Kagawa nutzt dies und startet diagonal in die Räume zwischen ihnen. Beim vierten Treffer erhält er den Ball, führt ihn nach vorne und spielt den Pass auf den aufgerückten Außenspieler nach links. Daraufhin zieht er sich schnell zwischen die beiden Innenverteidiger, während sich Lewandowski nach außen bewegte. Der Pole stand somit ballfern und wurde vernachlässigt, erhielt jedoch den Ball in weiterer Folge des Angriffes und traf zum 4:1.</p>
<p>Die Münchner mussten nach dem Rückstand viele Räume offen lassen, weswegen sie nicht dieses „Raumfressen“ der Gegner praktizieren konnten – doch sie taten dies bislang ohnehin noch nie.</p>
<p><strong>Das Raumfressen Dortmunds</strong></p>
<p>Das „Raumfressen“ der Dortmunder ist nichts anderes, als dass sich der Defensivverbund noch kompakter und tiefer gestaltet. Die Räume vor diesen zwei Viererketten werden größer, sind allerdings relativ geschenkt. Die Klopp-Elf nutzt dies, um die Räume zwischen den Linien inexistent zu machen sowie die gegnerischen Flügelstürmer bei ihren Rochaden oder freien Positionsinterpretationen zu neutralisieren.</p>
<div id="attachment_8847" class="wp-caption alignright" style="width: 280px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Raumfressen.gif"><img class=" wp-image-8847 " title="Raumfressen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Raumfressen.gif" alt="" width="270" height="178" /></a><p class="wp-caption-text">das Dortmunder Raumfressen</p></div>
<p>Wenn sich Robben oder Ribéry mittig orientieren, so werden sie von einem der Sechser durch dessen frontales Anlaufen bei ihren inversen Querläufen auf die Seite abgelenkt. Weil er wegen des mitgehenden Außenverteidigers nicht Richtung Tor ziehen kann, bewegt er sich instinktiv ins Mittelfeld hinein. Der Sechser lässt ihn dann weiterhin in diese Richtung laufen, während sich die Mittelfeldviererkette der Dortmunder tiefer orientiert.</p>
<p>Aus der eigentlichen Suche nach einer Abschlussposition entsteht dann eine Situation für den ballführenden, dass er zwei kompakte Viererketten vor sich hat. Er kann nicht abschließen und findet sich weit außerhalb seiner eigenen Position wieder. Dadurch fehlt den Bayern Breite im Spiel und die Dortmunder können sich vertikal wie horizontal extrem kompakt stellen. Aufgrund der mangelnden Breite rücken die Außenverteidiger (allen voran Alaba) instinktiv noch weiter auf, was größere Lücken im Defensivverbund öffnet. Ribéry und Robben betreiben von ihrer zentralen Stellung kein Rückwärtspressing nach einem Ballverlust, da sie sich zumeist auf ihre ursprüngliche Positionierung in der Formation zurückbewegen. Der Außenverteidiger muss alleine riesige Räume im Rückwärtsgang zurücklegen, das Zentrum hingegen ist desorganisiert. Neben ihrer mangelnden Schnelligkeit gibt es zu Teilen auch eine schwache Organisation. Durch die vielen zentralen Spieler positionieren sich Schweinsteiger und Kroos manchmal weiter auseinander und dann gibt es auf der ballnahen Seite sogar nur einen Spieler, der aus dem Mittelfeld effektiv helfen kann.</p>
<p><strong>Die Bewegungen des schwarz-gelben Sturmduos</strong></p>
<p><strong></strong>Diese Schwächen nutzten Kagawa und Lewandowski äußerst effizient. Im Pressing stellten sich die beiden Spieler in einer Linie auf. Sie sperrten die Passwege ins Mittelfeld und zwangen Schweinsteiger, sich zurückfallen zu lassen. Dazu liefen sie die Innenverteidiger an und zwangen sie zu einem schnellen Aufbauspiel, was teilweise zu überhasteten Abspielen führte. Allerdings war dieses Pressing der beiden schwächer als in den letzten Spielen gegen die Bayern. Sie waren manchmal zu langsam im Attackieren oder nicht robust genug, allerdings machten sie dies mit ihrer Offensivleistung wett.</p>
<div id="attachment_8848" class="wp-caption alignleft" style="width: 280px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/das-4-1.gif"><img class=" wp-image-8848 " title="das 4-1" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/das-4-1.gif" alt="" width="270" height="176" /></a><p class="wp-caption-text">das 4:1 (ungefähr) in seiner Entstehung. Kagawa zentral, rechts Lewandowski, der breit geht und links Großkreutz, der rasend schnell mitaufrückt</p></div>
<p>Sie positionierten sich – wie Robben und Ribéry auf der gegenüberliegenden Seite – ungemein hoch. Insbesondere Lewandowski zog das Spiel in die Tiefe. Es entstanden Löcher zwischen Mittelfeld und Angriff bei den Dortmundern, wovon jedoch ihre Effizienz zu profitieren schien. Sie konterten schnell und nutzten diese großen Räume, welche ihnen die Bayern nach dem frühen Tor boten. Lewandowski bewegte sich hierbei viel, Kagawas Spielintelligenz schimmerte ebenfalls in nahezu allen Angriffen durch. Sie kreuzten, bildeten Pärchen, schoben den Ball auf die Außen und öffneten Räume für die aufrückenden Außenspieler.</p>
<p>Bei Kagawa war auffällig, dass er sich auf eine Halbposition auf die Außen zu bewegen schien, dann wieder schnell ins Zentrum zurückkam. Er versuchte sich von seinem Kettenhund Luiz Gustavo zu befreien. Indem er gestikulierte und diagonal in die Löcher schob, womit er zum Mittelstürmer wurde, lenkte er die Aufmerksamkeit der gegnerischen Verteidiger auf sich. Lewandowski konnte sich freilaufen und falls die Bayern ihn abdecken wollten, konnte ein Pass in den Lauf Kagawas als Alternative erfolgen. Es gehört zu den Stärken des Japaners, dem ballführenden Mitspieler zumeist zwei Optionen anzubieten – sich selbst in sämtlichen Kurzpassvarianten und einen Partner, für welchen er Raum schafft. Eine weitere Stärke ist, wie bei so vielen Borussen-Spielern, seine Laufarbeit. Defensiv ließ sich Kagawa hin und wieder ebenfalls zurückfallen, um die Arbeit gegen den Ball im Mittelfeld zu unterstützen.</p>
<p><strong>Schwarzgelbes Defensivkreisel im Mittelfeldpressing</strong></p>
<p>Mit Kagawa oder gar Lewandowski ließen die Dortmunder eine Fünferreihe im Mittelfeld entstehen, womit sie stärker Druck ausüben konnten. Doch auch ohne einen dieser beiden spielten sie seltener diese interessante Grundidee. Da sich Schweinsteiger im Aufbauspiel zurückfallen ließ und Zeit brauchte, bis er aufrückte, wurde er mit Gustavo früher gestellt. Einer aus Kehl oder Gündogan ging dabei nach vorne und lief sie vorsichtig an – allerdings nur, wenn der ballführende Spieler in einer Halbposition war.</p>
<div id="attachment_8849" class="wp-caption alignright" style="width: 294px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Bayern-vs-Dortmund-Mittelfeldkreisel.png"><img class=" wp-image-8849  " title="Bayern vs Dortmund - Mittelfeldkreisel" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Bayern-vs-Dortmund-Mittelfeldkreisel.png" alt="" width="284" height="232" /></a><p class="wp-caption-text">das Mittelfeldkreisel in seiner ungefähren Umsetzung</p></div>
<p>Dann kam ein Ball auf den Flügel, wohin der Sechser sofort verschob und mit dem Außenspieler gemeinsam frühzeitig attackierte. Dies hatte zur Folge, dass die Dortmunder in diesen raren Pressingaktionen mehr Druck entfachten, allerdings höheres Risiko gingen.</p>
<p>Dies war trotz der Seltenheit insofern interessant, da Klopps Mannschaft von den zwei engen Mittelfeldviererketten abwich und sich flexibler aufstellte. Ein einziger Sechser blieb direkt vor der Abwehr, der andere bewegte sich leicht versetzt vor ihm stärker ballorientiert. Der Sinn und Zweck dieser Spielweise dürfte das Einkesseln des bayrischen Mittelfelds und das Verhindern des kollektiven Aufrücken in die Dortmunder Hälfte sein. Der Ball sollte zuerst auf die Außen und danach auf die Innenverteidiger zurückgespielt werden, was zu einem neuerlichen Aufbauspiel oder gar einer Konterchance führen könnte. Das Sturmduo der Borussia spekulierte ohnehin sehr viel auf Konter und solche Ballgewinne bei riskanten Pässen der Bayern, dies war nur die offensichtlichste Ausprägung dieser Spielweise.</p>
<p><strong>Doppelung der Außenbahnen bei breiter und enger Flügelstürmerstellung</strong></p>
<p>Wie immer war es die Frage vor dem Spiel, wie die Dortmunder Arjen Robben und Franck Ribéry zur Ineffektivität verurteilen. Wenn diese sich breit positionierten, dann spielte der BVB seine klassische Variante. Der Außenverteidiger verschob gemeinsam mit dem Außenmittelfeldspieler in Richtung der Dribbelkünstler, was eine disziplinierte Leistung des Mittelfelds benötigte. Damit ist nicht nur der Außenspieler gemeint, sondern das gesamte Zentrum, welches schnell genug nachschieben muss. Hält der Flügelstürmer den Ball zu lange und wird nicht hinterlaufen, kann er dann sogar mit drei Spielern attackiert werden. Der Sechser schiebt mit hinaus und attackiert ihn, weil es im offensiven Zentrum ohnehin Überzahl gibt. Die Dortmunder spielen mit zwei Innenverteidigern und zwei Sechsern gegen einen Mittelstürmer und einen hängenden Stürmer, was ihnen dieses &#8220;Dreifachen&#8221; auf dem Flügel erlaubt.</p>
<div id="attachment_8850" class="wp-caption alignleft" style="width: 294px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Bayern-vs-Dortmund-klassische-Dreifachung.png"><img class=" wp-image-8850  " title="Bayern vs Dortmund - klassische Dreifachung" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Bayern-vs-Dortmund-klassische-Dreifachung.png" alt="" width="284" height="211" /></a><p class="wp-caption-text">eine Variante der Dreifachung mithilfe des ballnahen Sechsers</p></div>
<p>Wenn sich die Flügelstürmer enger positionierten und rochierten oder eine Seite überluden, sah dies natürlich anders aus. Es entstand eine lokale Überzahlsituation für die Bayern oder zumindest ein numerisches Patt. Dann konnte das Doppeln nicht praktiziert werden, die Dortmunder schoben dann die Viererkette in der Abwehr enger, jene des Mittelfelds etwas weiter auf außen. Dadurch waren die Schnittstellen geschlossen und die Angriffe der Münchner wurden im Idealfall auf die Flügel gelenkt. Dort konnten sie zwar auf Flanken spekulieren, insbesondere bei Alaba gingen diese jedoch ins Nichts. Die Flügelstürmer der Bayern flankten ohnehin nicht, sondern zogen ins enge Zentrum. Damit machten sie die Überzahl zunichte und der BVB konnte das „Raumfressen“ wieder praktizieren.</p>
<p>Gefährlich wurde es, wenn die Bayern drei Spieler auf einer Seite hatten und diese sich nahe aneinander bewegten. Dadurch kamen die Dortmunder in Bedrängnis und konnten nicht mehr so eng agieren. Sie mussten ihre symmetrische und kompakte Aufstellung aufgeben, was den Bayern ihre besten Chancen ermöglichte. Gomez suchte die Räume dann zwischen der zurückgebliebenen und der aufgerückten Verteidigung. Beim Pass zum Elfmeter lief er horizontal in exakt jenen Raum, als Schweinsteiger ihn bediente, wenngleich dies eher aufgrund mangelnder Kompaktheit und Konzentration der Dortmunder sowie Schweinsteigers hervorragendem Pass entstand. Dennoch sollte am Ende abermals ein Dortmunder Sieg stehen.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Dieser Sieg wird von den Medien und Experten gefeiert, doch es war weder die Qualität noch die Intensität vorheriger Duelle vorhanden. Dies lag allerdings an beiden Mannschaften. Die Bayern spielten vorne etwas flexibler und kamen durchaus zu Chancen, waren defensiv einmal mehr überfordert gegen den Dortmunder Hochgeschwindigkeitsfußball. Die Klopp-Elf spielte wie gewohnt diszipliniert und mit vielen tollen taktischen Ideen und Mitteln, kam dennoch nicht auf das Niveau vorheriger Partien. Sie ließen mehr Chancen zu, auf den Außen- und den Halbpositionen waren sie offener und die Bayern rückten auf. Das Pressing war aufgrund zu weit entfernter Mannschaftsteile bei den Dortmundern schwächer und weniger ausgeprägt als sonst, weswegen die Bayern schnell über die Außenbahn kommen konnten. Dies könnte auch an der frühen Führung der Dortmunder gelegen haben. Dennoch kann sich der Beobachter trotz der vielen Tore nur eine Steigerung zu früheren Partien hoffen. Diese glichen oftmals einem Mittelfeldgeplänkel mit wenigen Toren, zeugten aber von mehr taktischer und individueller Klasse als diese Partie.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8841&amp;md5=014d2a98153d0d5f321533f4a8f18607" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die deutschen U17-Junioren im EM-Halbfinale</title>
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		<pubDate>Sat, 12 May 2012 17:47:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Junioren]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalmannschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach einem wackeligen Auftakt mit einer schwachen ersten Halbzeit gegen Georgien spielten die DFB-U17-Junioren eine hervorragende, dominante Gruppenphase mit drei Siegen ohne Gegentor und haben sich nun zum Topfavoriten aufgeschwungen. Im ersten Spiel gegen die Georgier hatte man sich bereits in der zweiten Halbzeit steigern können und letztlich einen knappen, aber verdienten 1:0-Sieg errungen. Mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img class="alignright" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/5/5c/UEFA_U-17_European_Championship.png/120px-UEFA_U-17_European_Championship.png" alt="" width="120" height="148" />Nach einem wackeligen Auftakt mit einer schwachen ersten Halbzeit gegen Georgien spielten die DFB-U17-Junioren eine hervorragende, dominante Gruppenphase mit drei Siegen ohne Gegentor und haben sich nun zum Topfavoriten aufgeschwungen.<span id="more-8836"></span></p>
<p><a href="http://spielverlagerung.de/2012/05/05/georgien-u17-deutschland-u17-01/" target="_blank">Im ersten Spiel gegen die Georgier hatte man sich bereits in der zweiten Halbzeit steigern können und letztlich einen knappen, aber verdienten 1:0-Sieg errungen</a>. Mit dem gleichen Ergebnis bezwang man die Isländer – nach einer relativ frühen Führung spielte die deutsche Mannschaft diesen Vorsprung souverän herunter, hatte vorne noch die eine oder andere Chance, ließ aber insbesondere hinten nichts mehr zu. Dies führte dazu, dass das Team von Trainer Stefan Böger vor dem letzten Spiel gegen Frankreich sogar bereits als Gruppensieger feststand. Obwohl man somit die gelbvorbelasteten Spieler schonte und einige Male wechselte, obwohl die Franzosen noch mit den beiden anderen Teams um das Weiterkommen stritten und daher am besten einen Sieg brauchten, konnte die deutsche Mannschaft erneut ohne Gegentor auch ihr letztes Gruppenspiel gewinnen. Nach einer torlosen ersten Halbzeit konnte man mit einem Doppelschlag und einem relativ zügigen 3:0 die Weichen auf Sieg stellen, auch wenn dieser wohl etwas zu hoch ausfiel.</p>
<p><strong>Die Spiele gegen Island und Frankreich im kurzen Abriss</strong></p>
<div id="attachment_8837" class="wp-caption alignleft" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/u17ger-isl.png"><img class=" wp-image-8837" title="u17ger-isl" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/u17ger-isl.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Die Grundformationen im zweiten Gruppenspiel gegen Island (1:0)</p></div>
<p>Gegen die Isländer stand man in der Defensive erneut sicher, was besonders durch die gut aufrückende Abwehrlinie bedingt war, deren Mitglieder zudem in hohen Spielfeldbereichen immer wieder sehr gute Antizipation bewiesen und eine Reihe von gegnerischen Zuspielen mit Intelligenz und Mut abfingen, wobei Itter hier ein wenig abfiel.</p>
<p>Desweiteren kam mit Marc-Oliver Kempf ein neuer defensiver Mittelfeldspieler für den Gladbacher Nico Brandenburger in die Mannschaft. Der sehr große und auch als Innenverteidiger einsetzbare Kempf interpretierte seine Rolle dabei defensiver als Brandenburger. Während er in der Defensive einen guten Abräumer spielte, sollte er im Aufbauspiel besonders als Raumschaffer für Kapitän Goretzka fungieren, indem er sich recht hoch postierte, auf die Seite auswich und sich von seinem Partner entfernte. Wenn er aber gerade nicht diese Rolle ausfüllen sollte, bot er sich ein bisschen zu wenig aktiv an.</p>
<p>Weil die Isländer außerdem ziemlich defensiv agierten und die beiden zentralen Mittelfeldspieler des DFB-Teams mit ihren beiden Stürmern abdeckten, wurde das Offensivspiel der Böger-Truppe um einiges gehemmt. Es war nicht einfach, sich nach vorne ins letzte Drittel zu spielen. Dort zeigte man wieder eine ordentliche Leistung – es fehlte ein wenig an der letzten Durchschlagskraft, welche auch der erneut unglücklich agierende Benkarit nicht liefern konnte, aber gerade nach Konter- oder Gegenpressingsituationen hatte der deutsche Nachwuchs gute Szenen.</p>
<div id="attachment_8838" class="wp-caption alignright" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/u17ger-fra.png"><img class=" wp-image-8838" title="u17ger-fra" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/u17ger-fra.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Die Grundformationen im dritten Gruppenspiel gegen Frankreich (3:0)</p></div>
<p>Gegen die Franzosen gab es dann eine ganze Reihe von Umstellungen, während man gegen die Isländer so gespielt hatte wie in der zweiten Halbzeit gegen Georgien und einzig eben Kempf für Brandenburger ins Team gekommen war. Nun gab es vor dem eher unbedeutenden letzten Spiel vier Änderungen – die drei gelbvorbelasteten Süle, Goretzka und Stendera sowie Said Benkarit wurden diesmal nicht in der Startelf eingesetzt. Für sie kehrten Brandenburger und Dittgen ins Team zurück, während Akpoguma und Werner ihr Startelfdebüt feierten.</p>
<p>Die nicht in Bestbesetzung antretende deutsche Mannschaft lieferte sich mit den Franzosen zunächst ein Duell auf Augenhöhe. Es gelang den technisch versierten Gegnern besser als Georgien und Island, die deutsche Defensive in die eine oder andere Verlegenheit zu stürzen – wirklich viele und große Chancen konnten sich die jungen Les Bleus allerdings nicht herausspielen. Dennoch musste ein von Schnitzler gehaltener, wenn auch sehr strittiger Elfmeter dafür sorgen, dass die Serie ohne Gegentor anhielt.</p>
<p>Im Vergleich zur erfolgreichen zweiten Halbzeit gegen Georgien sowie dem Spiel gegen die Isländer spielte man nun etwas anders – der spielerisch stärkste Deutsche, Max Meyer, rückte vom Flügel wieder ins Zentrum und füllte dort die Rolle eines modernen und auf die Seite ausweichenden Zehners aus. Dort versuchte er, mit den Außenspielern Überzahlsituationen zu schaffen, wobei die Pärchen auf den Außenseiten nicht ganz ideal schienen. Schließlich hing es auch mit einem guten Gegner sowie einem anderen Stürmertypen zusammen, dass man nicht ganz so flüssig spielte wie noch z.B. in der zweiten Halbzeit gegen Georgien.</p>
<p>So entstanden die Tore auch nicht aus schnellen und dynamischen Kombinationen, sondern vor allem waren sie durch die Eroberung von zweiten Bällen oder das Erzwingen gegnerischer Ballverluste geprägt: Der erste Treffer war einzig dem genialen Außenristpass von Sarr zuzuschreiben, das zweite Tor fiel nach einer guten Pressing-Situation und einem Dribbling von Brandt, während der letzte Treffer ein Konter nach einem hervorragenden Pass von Meyer war.</p>
<p>Daraus lassen sich durchaus interessante Schlussfolgerungen ziehen – bevor diese allerdings im Fazit erläutert werden, zunächst noch ein kurzer Blick auf einige Spieler.</p>
<p><strong>Pascal Itter, Marc-Oliver Kempf und die beiden Stamm-Innenverteidiger</strong></p>
<p>Im Spiel gegen die Franzosen ersetzte Rechtsverteidiger Pascal Itter den etatmäßigen Spielführer Leon Goretzka in dessen Funktion des Kapitäns. Diese Rolle als Vize-Kapitän passt durchaus gut zum Spielertyps des Nürnbergers: Itter ist ein sehr zweikampfstarker und vor allem aggressiver sowie giftiger Spieler. Auch im Stellungsspiel zeigt er sich ordentlich, ist allerdings im Offensivspiel nicht so sauber und in Sachen Antizipation nicht so stark wie seine Kollegen in der Abwehr.</p>
<p>Dort agieren in der Innenverteidigung normalerweise Niklas Süle und Marian Sarr, die ein sehr interessantes und auch zusammenpassendes Duo verkörpern. Während Sarr enorm spielstark ist und nicht nur bei der Vorarbeit zum ersten Tor gegen die Franzosen teilweise fast schon ein wenig elegant wie die Liberi alter Schule wirkte, kommt Süle noch etwas stärker über die Physis. Er wirkt einschüchternder, kühler und ist robuster, wohingegen der dagegen mehr über die Athletik kommende Sarr neben seinem sehr konzentriert wirkenden Kollegen für eine spielerische Note mit etwas Leichtigkeit sorgt.</p>
<p>Ein weiterer Akteur, der in den beiden vorigen Spielen ebenso zur beeindruckenden Defensivstärke der Mannschaft beitrug, ist der durchaus flexibel einsetzbare Frankfurter Marc-Oliver Kempf, der in jenen zwei Spielen im defensiven Mittelfeld auflief. Mit seiner Größe von 1,86 m und seinem robusten Körper zeigt er sich als guter Abräumer, der mit einem recht guten Stellungsspiel sowie einer gewissen Präsenz zu überzeugen weiß. In manchen Bewegungsabläufen erinnert er an Kapitän Leon Goretzka, wirkt dabei aber etwas „normaler“ und ist insgesamt ein unauffälliger und sehr solider Spieler, der bei der defensiven Orientierung eine gute Balance zwischen Ball und Spielern findet.</p>
<p><strong>Max Dittgen, Julian Brandt und die beiden möglichen Mittelstürmer</strong></p>
<p>Bereits im vergangenen Artikel wurde er gelobt, doch auch diesmal sollte man ihn noch einmal positiv hervorheben, steht er doch ein wenig im Schatten des hochbegabten Max Meyer – doch Julian Brandt ist hingegen ein anderer Spielertyp, zwar auch technisch stark, doch viel mehr stechen sein schierer Zug zum Tor, seine tollen Laufwege, seine wühlende Power im Dribbling und seine Stärke in der Defensive hervor, die ihn eben zu einem ganz besonderen Spielertypen machen.</p>
<p>Wie schon zu Beginn des Georgien-Spiels wurde gegen die Franzosen als Brandts Pendant auf der anderen Seite wieder der Schalker Max Dittgen eingesetzt. Bei ihm ist sehr auffällig wie interessant, dass sich immer wieder gute mit schwachen Aktionen abwechseln und er relativ wenig Konstanz innerhalb eines Spiels zeigt. Teilweise macht er zu viele falsche Entscheidungen oder Fehler, doch gegen die Franzosen konnte er mehrheitlich seine Stärken demonstrieren – so hatte er auch viele technisch saubere Aktionen, gute Abschlüsse und gezielte Laufwege, jeweils exemplarisch bei seinem 3:0.</p>
<p>Zum Schluss noch ein kleiner Blick auf das Sturmzentrum, wo Said Benkarit, ein sehr talentierter Spieler und besonderer Spielertyp, nach unglücklichen Leistungen diesmal für den Stuttgarter Timo Werner weichen musste – dieser ist ein ganz anderer Spielertyp als der Dortmunder, dabei aber etwas „normaler“.</p>
<p>Werner hat einen enorm ausgeprägten Drang zum Tor, verfügt zudem über eine hohe Schnelligkeit, einen guten Abschluss und ist auch technisch stark. Auch wenn Letzeres ebenso auf Benkarit zutrifft und auch wenn beide es verstehen, Räume für die Mitspieler zu öffnen, ist Werner doch ein viel vertikalerer Spielertyp mit mehr Dynamik, was ihn mehr zu einem Konterstürmer macht, der sich auch gerne für Bälle hinter die Abwehr anbietet. Hier liegt schon ein großer Unterschied zu Benkarit, der viel mehr in horizontalen Richtungen arbeitet.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Mittlerweile wird der Erfolg der U17 auch medial immer stärker wahrgenommen. Dabei wird die Truppe von Stefan Böger schon zur Übermannschaft hochstilisiert und teilweise als bester Jahrgang aller Zeiten bezeichnet. Stimmt dies wirklich?</p>
<p>Trotz des souveränen Gruppensieges, trotz der dominanten Rolle, die man dabei einnahm, und trotz der beeindruckenden Serie, die diese U17 seit langer Zeit spielt, habe ich immer noch das Gefühl, dass sie spielerisch nicht ganz so stark ist wie <a href="http://spielverlagerung.de/category/junioren/" target="_blank">ihre Vorgänger aus dem letzten Jahr</a>. Dafür kommt dieser Jahrgang deutlich mehr über eine wirklich bärenstarke Defensive, weil besonders die Abwehr- und Mittelfeldspieler in dieser Disziplin sehr stark sind, und eine enorm effektive, direkte, geradlinige, funktionale und kraftvolle Offensive mit dem überragenden und eminent wichtigen Max Meyer als primärem kreativen Element, der seine Mitspieler zusammenhält. Weil zudem alle Spieler auch technisch wie spielerisch auf hohem Niveau agieren, sind es genau diese erwähnten Elemente, die das Besondere und die Stärke dieser insgesamt gut ausgebildeten Mannschaft ausmachen. Deshalb könnte man in der Symbiose vielleicht wirklich einer der besten Jahrgänge überhaupt sein, der auch mit Sicherheit einige interessante Spieler hervorbringen wird.</p>
<p>Zunächst einmal geht es aber noch um dieses Turnier: Im Halbfinale trifft man nun auf Polen, in einem möglichen Finale könnte es ein Wiedersehen mit den Georgiern oder die Neuauflage des letztjährigen Duells mit den Niederlanden geben – in diesen beiden Spielen muss die DFB-Elf ihrem Ruf noch zweimal gerecht werden.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8836&amp;md5=4d2dbeff31e76e4c33169e642e5e0c8f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hertha BSC &#8211; Fortuna Düsseldorf 1:2</title>
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		<pubDate>Fri, 11 May 2012 12:06:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit einem Doppelschlag in der zweiten Halbzeit gelang Fortuna Düsseldorf im Hinspiel der Relegation ein leicht glücklicher Sieg. Hertha BSC konnte eine gute erste Halbzeit mit einer starken linken Seite nicht konservieren und wurde vom Einsatz der Fortuna, die immer besser ins Spiel fand, bestraft. Angesichts der Tatsache, dass man erst am letzten Spieltag in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Mit einem Doppelschlag in der zweiten Halbzeit gelang Fortuna Düsseldorf im Hinspiel der Relegation ein leicht glücklicher Sieg. Hertha BSC konnte eine gute erste Halbzeit mit einer starken linken Seite nicht konservieren und wurde vom Einsatz der Fortuna, die immer besser ins Spiel fand, bestraft.<span id="more-8823"></span></p>
<p>Angesichts der Tatsache, dass man erst am letzten Spieltag in den Relegationsplatz hatte springen können, schien die Hertha einen psychologischen Vorteil zu haben und den Schub vom <a href="http://spielverlagerung.de/2012/05/05/hertha-bsc-1899-hoffenheim-31/" target="_blank">Sieg gegen Hoffenheim</a> samt den <a href="http://spielverlagerung.de/2012/05/05/1-fc-koln-fc-bayern-munchen-14/" target="_blank">gleichzeitigen Entwicklungen in Köln</a> in diese Partie gegen die formschwachen Düsseldorfer mitnehmen zu können. Andererseits war die Hertha auch mit der Favoritenrolle belastet und ließ innerhalb des zweiten Durchgangs im Gefühl der Kontrolle nach.</p>
<p>Anmerkung: <em>Kursiv gedruckte Links</em> verweisen zur bundesliga.de-Spielmatrix.</p>
<p><strong>Fortunas Formation</strong></p>
<div id="attachment_8827" class="wp-caption alignleft" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/relegation-2012-hinspiel.png"><img class=" wp-image-8827" title="relegation 2012 hinspiel" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/relegation-2012-hinspiel.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Die Grundformationen im ersten Durchgang</p></div>
<p>Die Gäste aus Düsseldorf begannen in ihrem 4-2-3-1/4-4-1-1, wobei die Interpretation dieses Systems gleichsam überraschend und interessant war. Vor der <a href="http://spielverlagerung.de/2011/12/18/fortuna-dusseldorf-sc-paderborn-23/" target="_blank">unüblich vorsichtig agierenden Viererkette</a> und den beiden zentralen Mittelfeldspielern wiesen die vier offensiveren Akteure eine interessante Rollenverteilung auf: Auf der rechten Seite im Mittelfeld spielte mit Thomas Bröker ein gelernter Mittelstürmer, der relativ hoch und durchaus breit stand und für Läufe zum Tor sowie gelegentliche Flanken sorgen sollte. Dagegen nahm Kapitän Andreas Lambertz auf der linken Seite eine gänzlich andere Rolle ein: Die Fortuna-Legende spielte tiefer und eingerückter, zeigte trotz gewisser technischer Mängel erneut einige beeindruckende Dribblings, unterstützte oftmals das zentrale Mittelfeld und konnte mit seiner Ausdauer sowohl die Seite bearbeiten als auch für gefährliche Läufe über den Platz sorgen – kaum bemerkbar streifte er ohne erkennbare Richtung quer über das Feld, war dadurch schwer aufzunehmen und tauchte an vielen Orten unvermittelt auf – so entstand auch seine Großchance in der Anfangsphase. Im Verlauf der ersten Halbezeit sowie fortwährend auch im zweiten Durchgang tauschten die beiden gelegentlich immer wieder die Seiten, behielten dabei ihre Rollen bei.</p>
<p>In der Doppelspitze liefen dann bei den Fortunen der eigentlich auf dem Flügel spielende und dribbelstarke Maximilian Beister sowie leicht hängend dahinter Ken Ilsö auf – damit hatte man ein sehr schnelles, wendiges und spielstarkes Sturmduo, welches die Innenverteidigung der Berliner vor Probleme stellen und zugleich durch ihre Bewegungen und ihre Tendenzen in tiefere Positionen für den aufrückenden Bröker die Räume im Zentrum öffnen sollte. Allerdings wirkte Beister gegen die körperlich starken Innenverteidiger verloren, während Ilsö gegen die beiden defensiven Mittelfeldspieler der Hertha sich wenig in Szene setzen konnte.</p>
<p><strong>Herthas reagierende Asymmetrie und das Überladen auf links</strong></p>
<p>Die Formation der Hertha, welche sich erneut als das typische 4-2-3-1 mit dem enorm wichtigen Raffael und einigen personellen Veränderungen darstellte, war gegen jene der Fortuna durchaus gut eingestellt. An die Düsseldorfer Asymmetrie der Flügel konnte sich die Formation der Hertha gut anpassen.</p>
<p>Auf der rechten Seite spielte der Außenverteidiger Janker etwas tiefer und enger, überließ stattdessen Patrick Ebert im rechten Mittelfeld die Aufgabe der Breite und bildete oftmals gar eine Dreierkette mit seinen beiden Innenverteidigern. Dadurch wurde der Raum auf rechts für Ebert geöffnet, der somit nach Spielverlagerungen von der engen und eingerückten Stellung Lambertz´ profitieren konnte, während Janker bei gelegentlichen Vorstößen unbemerkt durch die Mitte hätte gehen können, dies aber nicht umzusetzen wusste.</p>
<p><em><a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=135894&amp;reiter=a&amp;tag=35&amp;reiter=g&amp;bmi=135894#/match:135894/filter:attempt_other,attempt_saved,sprint,attempt_offpost,attempt_blocked,attempt_missed,cross_failed,cross_completed,pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short,attempt_bodyfoot,attempt_head/player:27912,45951/minutes:1,45/area:-1,-1,1,1" target="_blank">Dagegen spielte auf der linken Seite der Berliner der Linksverteidiger Fabian Holland höher und offensiver ausgerichtet als sein Pendant Janker</a></em>, womit man den gefährlichen Bröker nach hinten drängen bzw. dessen offensive Ausrichtung ausnutzen wollte. Kam es bei den Düsseldorfern zu einem Seitentausch der Außenspieler, blieben die Berliner immer noch gut dagegen eingestellt: Während es nun Holland war, der gelegentlich durch Lambertz´ Unterstützung des Zentrums auf außen frei wurde, konnte der tiefere und vorsichtigere Janker sich um den offensiveren Bröker kümmern und absichern. In beiden Varianten hatte die Hertha also gegen die verkappte Doppelspitze der Düsseldorfer mit dem aufrückenden Bröker eine verkappte Dreierkette zur Abdeckung.</p>
<p>Vor dieser Dreierkette teilten sich im defensiven Mittelfeld als Doppel-Sechs Perdedaj (halbrechts) und Kobiashvili (halblinks) die Aufgaben, wobei Erstgenannter den offensiveren Part übernahm und mit nach vorne stoßen konnte, während der georgische Kapitän gerade im ersten Durchgang praktisch nur absicherte, <em><a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=135894&amp;reiter=a&amp;tag=35&amp;reiter=g&amp;bmi=135894#/match:135894/filter:pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:13054/minutes:1,90/area:-1,-1,1,1" target="_blank">teilweise in den Raum hinter Holland zurückfiel</a></em> und als Anker vor der Dreierkette für die Ballverteilung sorgte. In der Offensive sollten der bewegliche Mittelstürmer Ramos, der nach innen kommende linke Außenspieler Ben-Hatira sowie Raffael als moderner Zehner die Kreativität ins letzte Spielfelddrittel bringen.</p>
<p>In Punkto Spielniveau zeigte die Hertha in der Tat deutliche Verbesserungen zu vielen vorigen Spielen – angetrieben von Raffael, der einmal mehr die Schlüsselfigur darstellte, konnte man einige gute Kombinationen zeigen und es war wohl noch nicht einmal Übertreibung, sondern eher gar passende Wortwahl, wenn der ARD-Kommentator Tom Bartels von einem spielerischen Quantensprung sprach.</p>
<p>Federführend tat sich hier – wie bereits erwähnt – Raffael hervor, <em><a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=135894&amp;reiter=a&amp;tag=35&amp;reiter=g&amp;bmi=135894#/match:135894/filter:pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:33764/minutes:1,90/area:-1,-1,1,1" target="_blank">der von seiner nominellen Position im Zentrum immer wieder auf die Flügel rochierte</a></em> und als wichtigster Spielmacher des Teams stetig horizontal zum Ball verschob. Zwar wirkte dies oftmals wie ein Sicherheitsprinzip, da Raffael als einer der vier Offensivspieler bisweilen weit zurückfiel und man dadurch etwas an Präsenz in der Spielfeldmitte einbüßte, doch in anderen Szenen führte es zu lichten Momenten und schönen Angriffen.</p>
<p>Gerade auf der linken Seite mit dem aus dem Sturmzentrum abkippenden Adrian Ramos, der viele Bälle als Prellbock gut ablegen konnte, dem nach innen kommenden und spielstarken Ben-Hatira sowie dem vorstoßenden Holland initiierte Raffael oft das Überladen der Düsseldorfer, die auch aufgrund der hohen Stellung Brökers sowie der zentralen Mittelfeldspieler im linken Halbraum zwischen den Linien in manche Unterzahlsituation gerieten. Allerdings wurde auch deutlich, dass die Berliner etwas derartiges bisher eher selten praktiziert hatten – spielerisch und taktisch war das Überladen der linken Flanke gut anzuschauen, doch fehlte zu oft noch eine Richtung, um dieses Mittel zielbringend einzusetzen und den konsequenten Weg zu den Torchancen zu finden.</p>
<p><strong>Düsseldorf hat Probleme, steigert sich dann, dreht das Spiel und spielt den Sieg mit Selbstvertrauen herunter</strong></p>
<p>Nicht nur in der Defensive, sondern hat auch in der Offensive hatte die Fortuna gewisse Probleme. Ermöglicht durch die relativ wenige aufrückende und nur gering gestaffelte Viererkette der Düsseldorfer deckte die Hertha im Spielaufbau durch sehr kurze Abstände zwischen den beiden Stürmern und den beiden Außenspielern die Räume neben den Stürmern zu, in die sich Bodzek und Fink bevorzugt fallen lassen wollten – nun wurde ihnen aber der Raum genommen.</p>
<p>Somit wurden die beiden zentralen Mittelfeldspieler für die Viererkette, die sich durch vier schematische recht hohe Gegner konstantem Druck ausgesetzt sah, kaum mehr im Sechseck zwischen den sechs offensiveren Berliner Spielern anspielbar, da diese sehr engagiert verschieben und die Passwege zustellten, was dadurch begünstigt wurde, dass die Düsseldorfer Außenverteidiger in jener Konstellation einen schlechten Passwinkel zu Bodzek und Fink hatten.</p>
<p>Im zweiten Durchgang konnte dieser taktische Vorteil für die Berliner allerdings leicht gesprengt werden, da die Düsseldorfer Außenverteidiger nun weiter vorrückten und die Berliner in der Qualität ihrer Defensivarbeit nachließen.</p>
<p>Insgesamt waren die Düsseldorfer nach dem Seitenwechsel verbessert, was auch mit personellen Änderungen zusammenhing. Zunächst tauschte Norbert Meyer Beister und Bröker miteinander, weil sich Erstgenannter vorne ziemlich wirkungslos aufrieb und man stattdessen einen kräftigeren Stürmer zum Ballhalten brauchte. Nach einiger Zeit erkannte Meyer allerdings, dass Brökers Qualitäten ebenso auf dem Flügel gebraucht würden und so ersetzte er den talentierten, aber erneut unter seiner schwachen Form leidenden Beister durch den physisch starken Mittelstürmer Jovanovic und zog Bröker wieder auf rechts.</p>
<p>Beide Maßnahmen sollten sich bezahlt machen: <em><a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=135894&amp;reiter=a&amp;tag=35&amp;reiter=g&amp;bmi=135894#/match:135894/filter:tackle_loose,tackle_win,tackle_ground,tackle_air,pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short,tackle_all/player:24626/minutes:1,90/area:5.2,0.5,326,447.65" target="_blank">Während Jovanovic einige Bälle behaupten konnte</a></em>, sorgte Bröker weiterhin auf dem Flügel für Dampf. Nach etwas mehr als einer Stunde war er es, der sich mit einem schieren Lauf des Willens auf halbrechts durch die gesamte Abwehr tankte und den etwas überraschenden Ausgleich markierte (64.). Wichtig bei diesem Tor waren auch seine Mitspieler, <em><a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=135894&amp;reiter=a&amp;tag=35&amp;reiter=g&amp;bmi=135894#/match:135894/filter:pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:25976/minutes:46,90/area:-1,-1,1,1" target="_blank">die im Kollektiv nun deutlich besser nachrückten und für mehr Unterstützung sorgten</a></em> – in diesem Fall zogen Levels und Fink einige Gegenspieler und Aufmerksamkeit auf sich und öffneten damit Bröker den Weg durch die Mitte.</p>
<p>Spätestens als wenige Minuten später Ramos einen Freistoß ins eigene Tor verlängerte (72.), lag das Momentum endgültig auf Seiten der Gäste – dass es ein Eigentor war, steigerte diese psychologische Wirkung wohl noch, denn Hertha wirkte völlig konsterniert und frustriert. Ganz anders die Düsseldorfer, die immer besser ins Spiel gekommen waren, sich gesteigert hatten und nun enormes Selbstvertrauen bekamen. Lange Zeit hatte man große Probleme gehabt, nun zeigte man in den Schlussminuten gar einige ansehnliche Ballstafetten im Mittelfeld. Somit war eigentlich nach 75 oder 80 Minuten klar, dass Hertha an diesem Tag kein Tor mehr gelingen würde.</p>
<p>Mit der Einwechslung von Matuschyk für Ilsö machte Meyer dann die Tür für die Hauptstädter endgültig zu. Der polnische Nationalspieler zeigte eine gute Leistung, brachte zusätzliche Defensivstärke ein, überzeugte im technischen Bereich, variierte das Tempo geschickt und sorgte auch in den engen Räumen für hohe Ballsicherheit. Damit war seine Einwechslung die nochmalige Steigerung der kollektiven Düsseldorfer Defensiv-Verbesserung in der zweiten Halbzeit: Besonders das Mittelfeldzentrum hatte man durch eine angepasste und tiefere Stellung der beiden zentralen Akteure <em><a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=135894&amp;reiter=a&amp;tag=35&amp;reiter=g&amp;bmi=135894#/match:135894/filter:tackle_loose,tackle_win,tackle_ground,tackle_air/player:30974,25976/minutes:46,90/area:192.2,3.5,473,443" target="_blank">viel besser geschlossen</a></em>, was die Räume für die Berliner zum Überladen erheblich beschränkte. Durch deren sehr tiefen Spielaufbau ließ man sich nun nicht mehr locken und auseinanderziehen, sondern hielt die eigenen Linien kompakt – dadurch erstarb das Herthaner Offensivspiel großteils und mit der Einwechslung Matuschyks dann endgültig.</p>
<p>Als letzter Punkt spielten dabei auch die Berliner selbst eine Rolle, die sich im zweiten Durchgang scheinbar zu stark auf diese linke Seite konzentrierten. Dies äußerte sich zu Beginn in einer fast schon flutartig daher kommenden Anzahl Vorstößen von Kobiashvili, der für zusätzliche Überlegenheit auf links sorgen wollte – doch letztlich übertrieb man es hier. Auch Raffael schien zu fest auf diesen Raum eingeschossen und vernachlässigte sein horizontales Verschieben zum Ball. Ohne ihren Spielmacher, der normalerweise für Ordnung und Fluss sorgt, wirkten die Berliner allerdings unsicher und verloren – es gelang ihnen kaum mehr, sich überhaupt spielerisch nach vorne zu spielen und gar in diese Räume zum Überladen zu kommen. Erst mit der Einwechslung Ronnys schien sich das ein wenig zu bessern, der von den Bewegungen sehr ähnlich zu Raffael agierte und auch auf beiden Seiten half – von seinem teilweise als Satellit, nur eine Ebene dahinter, agierenden Bruder wurde Raffael noch einmal angetrieben, doch es reichte nicht mehr.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Ein etwas schmeichelhafter Sieg für die Düsseldorfer, die fast eine Stunde lang vieles schuldig blieben und einige Probleme hatten. Hertha BSC muss sich vorwerfen, aus der ersten Halbzeit zu wenig gemacht zu haben – hier spielte man selbst solide, während der Gegner noch unsicher und defensiv anfällig war. Diese Situation hätte man besser ausnutzen müssen.</p>
<p>Nun steht im Rückspiel vor vollbesetztem Haus in Düsseldorf eine schwierige Aufgabe an. Es ist schwer vorstellbar, dass sich die Fortuna im eigenen Stadion den Aufstieg noch nehmen lässt. Diesen Vorsprung, der sogar eine 0:1-Niederlage zum Aufstieg erlaubt, sollte man gegen die Berliner mit einer fehlerfreien und disziplinierten Defensivleistung halten können. Die Hertha sollte versuchen, am Überladen auf links festzuhalten. Für eine Mannschaft, die zuletzt nur über Standards, Kampf und Raffael kam, könnte dies bei besserer Balance und zielgerichteterem Spiel eine wichtige Option sein – es wird interessant sein, wie stark man sich hier innerhalb von 5 Tagen noch steigern kann.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8823&amp;md5=5f69802a2a2c91ebf5556a65279a4ec6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Atletico Madrid &#8211; Athletic Bilbao 3:0</title>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2012 08:41:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Europa League]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit einem etwas zu hoch ausgefallenen 3:0 gewann eine gut eingestellte Mannschaft von Atletico Madrid das Finale der Europa League dennoch verdient gegen Athletic Bilbao. Der Austragungsort des Finals war fest in spanischer bzw. spanisch-baskischer Hand – zwei der besten Teams des Landes trafen hier aufeinander, mit unterschiedlichen Geschichten, wenn auch ursprünglich mit den gleichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Mit einem etwas zu hoch ausgefallenen 3:0 gewann eine gut eingestellte Mannschaft von Atletico Madrid das Finale der Europa League dennoch verdient gegen Athletic Bilbao.<span id="more-8812"></span></p>
<p>Der Austragungsort des Finals war fest in spanischer bzw. spanisch-baskischer Hand – zwei der besten Teams des Landes trafen hier aufeinander, mit unterschiedlichen Geschichten, wenn auch ursprünglich mit den gleichen Wurzeln. Auf der einen Seite Atletico Madrid, seit jeher die zweite Kraft in der Hauptstadt, die nach dem gewonnen Titel von 2010 so viele Probleme hatten und nun wieder in die Erfolgsspur zurückwollen – nicht ohne Genugtuung wäre ein Sieg, bedenkt man Real Madrids Champions-League-Aus gegen die Bayern. Auf der anderen Seite der verrückte baskische Klub, der nur Spieler mit einheimischen Wurzeln in seinem Team und mit dem ebenso verrückten Trainer Marcelo Bielsa eine durchaus beachtliche Saison hingelegt hat – der erste Titel seit vielen, vielen Jahren wäre für die komplette Region etwas ganz besonderes.</p>
<p>Und schließlich gibt es doch noch eine Gemeinsamkeit: Man kommt nicht darum herum zu sagen, dass hier die beiden besten Teams des Wettbewerbs verdientermaßen im Finale aufeinandertrafen. Während Atletico Madrid souverän Lazio Rom besiegte, sich verdient gegen Überraschungsteam Hannover durchsetzte und zuletzt den Ligakonkurrenten Valencia klar beherrschte, schaltete Bilbao mit teilweise berauschenden Vorstellungen Top-Favoriten wie Manchester United oder Schalke aus, ehe man im Halbfinale nach einem Herzschlagfinale gegen Sporting sich ins Endspiel kämpfen konnte.</p>
<p>Beide Trainer konnten für dieses wichtige Spiel aus dem Vollen schöpfen und ihre jeweiligen Topteams nominieren – das enge und laut Co-Kommentator Mirko Slomka technisch überlegene 4-2-3-1 von Atletico Madrid gegen das offensive 4-3-3/3-4-3 Bilbaos mit vielen vertikalen Aktionen und aufrückenden Außenverteidigern.</p>
<p><strong>Die Enge des Systems und das Pressing</strong></p>
<p>In der Anfangsphase waren es klar die Mannen aus der Hauptstadt, welche das Spiel diktierten. Dazu trug besonders ihr offensives und forsches Pressing bei, mit dem sie den Spielaufbau der Basken früh unterbanden und diese damit in die eigene Hälfte drückten.</p>
<div id="attachment_8820" class="wp-caption alignleft" style="width: 363px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/el-finale-2012-pressing.png"><img class=" wp-image-8820 " title="el-finale 2012 pressing" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/el-finale-2012-pressing.png" alt="" width="353" height="267" /></a><p class="wp-caption-text">Imaginäre, repräsentative Pressingsituation der Anfangsphase bei Ballbesitz des rechten Innenverteidigers</p></div>
<p>Das Geheimnis dieses Pressings lag gewissermaßen in seiner Enge, mit der es ausgeführt wurde und welche es erlaubte, das Zentrum zu verdichten und zu kontrollieren. Gerade Arda Turan stand auf der linken Seite ziemlich eng und machte die Spielfeldmitte zusätzlich dicht.</p>
<p>Dabei versuchte man im Pressing, die beiden Innenverteidiger durch das Anlaufen Falcaos voneinander abzuschneiden und anschließend Bilbao in den tiefen Halbräumen einzuengen. Entweder Diego oder der ballnahe Außenspieler postierten sich im Passweg des Innenverteidigers zu seinem Außenverteidiger, während Falcao den anderen Innenverteidiger in den Deckungsschatten stellte. Zwischen diesen beiden hätte der Innenverteidiger auf Iturraspe spielen können, doch hätte man diesen dann von drei Seiten pressen oder seinen erwartungsgemäßen Pass auf den Außenverteidiger antizipieren können. Folglich wurde Athletic zu vielen frühen Ballverlusten oder unkontrollierten und hastigen Pässen gezwungen.</p>
<p>Unmittelbare Folge der überlegenen Anfangsphase Atleticos war dann auch der enorm frühe Führungstreffer durch Falcao (7.) – eingeleitet wurde das Tor nach einem exemplarischen Ballverlust Bilbaos im Mittelfeld, wurde dann aber enorm schwach verteidigt, von Falcao hingegen hervorragend gemacht. Die frühe Führung spielte den Madrilenen natürlich in die Karten, konnten sie sich doch nun weiter zurückziehen und auf Konter warten.</p>
<p><strong>Bilbaos Reaktion – doch Atletico findet erneut die richtige Antwort</strong></p>
<div id="attachment_8815" class="wp-caption alignright" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/el-finale-2012-1.png"><img class=" wp-image-8815" title="el-finale 2012 1" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/el-finale-2012-1.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen 1. Halbzeit</p></div>
<p>Es dauerte einige Zeit, bis sich Bilbao von diesem Nackenschlag erholt hatte und konstruktiv anfing, dem Rückstand hinterherzulaufen. Dabei verbuchte man gegen die disziplinierten und tiefstehenden Madrilenen zeitweise bis zu 70 % Ballbesitz, kam aber kaum zu Torchancen.</p>
<p>Eine erste taktische Reaktion der Mannschaft von Marcelo Bielsa betraf die Interpretation der Rolle von Ander Iturraspe im defensiven Mittelfeld. Während er zu Spielbeginn mit seiner relativ statischen Position als zurückfallender Sechser leicht vor seinen Innenverteidigern für das gegnerische Pressing gut zu kontern gewesen war, bewegte er sich nun deutlich mehr und fiel auf immer andere Positionen zurück.</p>
<p>Dies eröffnete bei jedem Angriff neue Passmuster und zudem das Mittelfeldzentrum stärker für die anderen Offensivspieler der Basken, so dass diese allmählich besser ins Spiel kamen. Von dieser Erlangung der effektiven Spielkontrolle ausgehend gelang es ihnen nun auch besser, ihre gefährlichen Flügelspieler in Szene zu setzen. In der Phase um die 20. Minute gab es für die nach vorne stürmenden Iraola und Aurtenetxe gegen die eng verteidigenden Atletico-Viererketten einige gute Chancen nach Seitenwechseln. Dazu trugen auch die beiden zentralen Mittelfeldspieler Bilbaos bei, die wie schon in manchen anderen Spielen auf die Seiten auswichen und dort Überzahlen herzustellen wussten.</p>
<p>Auf diese stärkste Phase Bilbaos fand allerdings Atletico Madrid in Person von Trainer Diego Simeone die richtige Antwort. Nun wechselte man immer häufiger zum 4-1-4-1 als defensive Grundformation, die sich teilweise gar wie ein recht flaches 4-5-1 darstellte. Somit konnte der ballferne Außenspieler gefahrlos wesentlich breiter bleiben und die Wirkung der baskischen Außenbahnen erheblich einschränken. Auch die von Bilbao auf den Flügeln oftmals benutzten Z-Kombinationen, bei denen man den Ball zwischen den überladenden Spielern immer abwechselnd von innen nach außen und von außen nach innen spielt, wurden nun besser verteidigt – offenbar benötigten die Spieler eine kleine Anlaufphase, in denen sie sich intuitiv an die Abläufe auf dem Platz gewöhnen und diese nachempfinden mussten, um die dahin gehenden Instruktionen ihres Trainers, die ziemlich detailliert und passend gewesen sein müssen, endgültig umsetzen zu können.</p>
<p><strong>Athletic Bilbao findet nicht zu seinem Spiel</strong></p>
<p>Mitten hinein in die meistens fruchtbaren Angriffe der Basken fiel praktisch aus dem Nichts das 2:0 für die Madrilenen, die sich nach ihrer Führung zurückgezogen und kaum mehr offensiven Aufwand betrieben hatten: Nach einem Eckball konnte Bilbao die Situation nicht vernünftig klären, Amorebieta vertendelte den Ball am eigenen Strafraum und nach guter Vorarbeit demonstrierte Falcao seine Klasse im Sechzehner erneut eindrucksvoll (34.).</p>
<p>Dieser zweite Treffer war bereits etwas wie eine Vorentscheidung, denn lange Zeit wirkte es nicht so, als ob Bilbao noch einmal zurückkommen würde. Diese fanden praktisch zu keiner Zeit des Spiels wirklich zu der Balance zwischen Außenbahnen und Spielfeldzentrum sowie zwischen Außenverteidigern und Außenstürmern, welche sie in anderen Spielen so stark gemacht hatte.</p>
<p>In manchen Szenen konzentrierte man sich jeweils zu stark auf die Seiten und ließ das Zentrum verwaisen, in anderen Szenen bewegten sich die beiden Außenstürmer enorm weit nach innen, um dort den Gegner zu überladen, während die Außenverteidiger unpassend dazu aus Angst vor Kontern eher reserviert blieben – es fehlte diesmal an Stimmigkeit im Mannschaftskonstrukt.</p>
<p>Dazu trug auch die Grundformation des Gegners bei, der durch seine teilweise sehr flache Staffelung im Mittelfeld ganz besonders die von Bilbao bevorzugten Halbräume verschließen konnte, so dass diese entweder mehr auf die Außen oder mehr in die Mitte auswichen, sich aber dann in dieser fehlenden Orientierung verloren. Die besondere Abdeckung der Halbräume war ein entscheidender taktischer Zug von Diego Simeone.</p>
<p>Die fehlende Balance brachte im Grunde genommen die gesamte offensive Spielanlage Bilbaos zum Einsturz: Angesichts des bereits zwei Tore betragenden Rückstandes wurde die Mannschaft in ihrem Spiel zunehmend ungeduldiger und folglich ungenauer. Dies äußerte sich auch darin, dass gerade die beiden zentralen Mittelfeldspieler Ander und de Marcos nun in deutlich größerem Maße als gewöhnlich sehr früh zu aggressiven vertikalen Läufen nach vorne ansetzten.</p>
<p>Dadurch sollten Lücken für schnelle Steilpässe provoziert werden – das ungeduldige Spiel in Zusammenhang mit den zu früh startenden Läufen und den fehlenden weiteren Anspielstationen in der Mitte führte dazu, dass diese Situationen für Atletico Madrid zu einfach zu verteidigen waren. Insbesondere der im 4-1-4-1 als tiefster Sechser agierende Mario tat sich als guter Abräumer und Abfangjäger von gegnerischen Pässen hervor.</p>
<p>Mit der Zeit erkannte Bilbao die Ineffektivität dieses allzu verfrühten vertikalen Spiels und versuchte stattdessen, mit den vertikalen Laufwegen für Raum zwischen den Linien zu sorgen, indem man dadurch die gegnerische Abwehrkette in die Tiefe zog. Dies funktionierte auch zunächst einmal gut, doch aufgrund der erwähnten Desbalance des Teamkonstrukts konnte man sich nicht in die richtigen Positionen bringen, um aus diesen geschaffenen Räumen mit den eigentlich typischen überladenden Überzahlkombinationen etwas zu machen.</p>
<p>Folglich wurden in der Verzweiflung der baskischen Spieler schon im Verlauf der ersten, spätestens dann aber in der zweiten Halbzeit die langen Bälle oder Flanken aus dem Halbfeld auf den großgewachsenen Fernando Llorente immer häufiger. Noch in der vergangenen Saison hatte dieses Mittel zum Standardrepertoire gehört, weshalb man es immer noch gelegentlich einstreut. In diesem Spiel wusste man sich ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr anders zu helfen – nach den richtigen Umstellungen wurde dies allerdings gar zu einer echten und dann durchaus ordentlich funktionierenden Strategie.</p>
<div id="attachment_8814" class="wp-caption alignleft" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/el-finale-2012-2.png"><img class=" wp-image-8814" title="el-finale 2012 2" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/el-finale-2012-2.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Nach den ersten beiden Auswechslungen - später kam dann Toquero für Ander und spielte als leicht hängende Spitze, während Muniain eine Ebene und nach halblinks zurückrutschte, aber dennoch sehr offensiv agierte.</p></div>
<p>Mit den stark nachschiebenden zentralen Mittelfeldspielern, dem konstanten Besetzen der Räume für abgewehrte Bälle sowie einer erneut erhöhten schematischen Grundstellung auch durch die offensiven Wechsel zur Halbzeitpause und nicht zuletzt durch die Überlegenheit der eigenen Spieler in der Luft konnte Bilbao den Gegner immer mehr nach hinten drücken und gar für einige gute Chancen sorgen. Weiterhin zeigte sich der nach dem Seitenwechsel ins Zentrum gewechselte Muniain bei seinen Rochaden auf die Außenbahnen, deutlich sauberer im Zusammenspiel, so dass man zumindest auf den Flügeln das Überladen etwas besser ausgespielt bekam und anschließend Flankenmöglichkeiten erhielt.</p>
<p>Allerdings scheiterte man an der eigenen Hektik, die zu vielen Flüchtigkeitsfehlern führte, dem großgewachsenen und hochtalentierten Madrider Keeper Courtouis und dessen einmal mehr hervorragender Leistung  sowie einer guten taktischen Maßnahme des Gegners.</p>
<p>Deren Trainer Diego Simeone bewies einmal mehr eine schnelle Verarbeitungs- und Reaktionszeit und machte sich die Ausrechenbarkeit von langen Bällen oder Halbfeldflanken zunutze. Da diese – im Gegensatz zu Flanken nach Kombinationen von außen, wie sie Bilbao ebenso, aber noch zu wenig zeigte – im Vorhinein oftmals leicht zu erwarten und zu antizipieren sind, hat man noch genug Zeit, sich ausreichend zu positionieren, ehe der Ball angekommen ist. Wenn sich eine hohe Hereingabe abzeichnete, ließ sich Mario Suárez blitzschnell aus dem defensiven Mittelfeld nach hinten in die Viererkette fallen und sorgte als zusätzlicher Mann für eine weitere defensive Absicherung.</p>
<p><strong>Konterspiel</strong></p>
<p>Einen weiteren wichtigen taktischen Aspekt bildete das Konterspiel, auf welches sich Atletico Madrid nach der frühen Führung praktisch das ganze Spiel über beschränkte. Mit Superstar Falcao hatte man im Sturmzentrum einen gleichermaßen schnellen wie ballsicheren Akteur, der Angriffe abschließen oder die Bälle für Nachrücker abschirmen konnte – obendrein war seine individuelle Klasse ohnehin eine stete Torgefahr.</p>
<p>Auch Diego, der eine sehr starke Partie ablieferte, und die etwas weniger auffälligen, aber dennoch starken Flügelspieler trugen ihren Teil zu den starken Konterangriffen der Madrilenen bei. Neben den sich oftmals treffenden Laufwegen von Diego und Arda Turan, die zusammen einige gute Kombinationen zeigten, sowie den geschickten Laufwegen Adrians, der als Gegengewicht dazu bei Kontern einen zweiten und asymmetrisch aufrückenden Stürmer gab, waren die defensiven Schwächen Bilbaos der Hauptgrund für die effektiven Konter des späteren Siegers.</p>
<p>Diese Schwächen betrafen nicht nur die individuellen Probleme der beiden Innenverteidiger sowie von Linksverteidiger Aurtenetxe, die diesmal keinen guten Tag erwischten, sondern ganz besonders die großen Räume, die man in zu großer Zahl anbot. Im Mittelfeld boten sich durch die offensiven Achter und den sehr beweglich spielenden Iturraspe immer wieder perfekt für Diego geeignete Löcher – hier zahlte Bilbao den Preis für ihre offensiven Bemühungen. Dies war auch der Grund, wieso man Iturraspe nicht noch offensiver hatte  spielen und als eine Art Libero weiter aufrücken lassen wollte, was noch im Halbfinale ein Schlüssel zum Sieg gewesen war.</p>
<p>Auch auf den Außenbahnen konnte Atletico die Räume hinter den weit aufgerückten gegnerischen Außenverteidigern sehr gut attackieren. Nach dem Seitenwechsel wurden diese Risiken durch die offensiven Auswechslungen auf Seiten der Basken dann doch bewusst verstärkt in Kauf genommen wären – mit Perez auf der Sechs und de Marcos als Linksverteidiger spielte man bereits enorm offensiv.</p>
<p>Und so war es kein Wunder, dass es schon während der zweiten Halbzeit immer wieder zu regelmäßigen Konterchancen für Atletico gekommen war, die schließlich im 3:0 durch Diego als Höhepunkt gipfelten (85.).</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Alles in allem gewann Atletico Madrid das Finale zwar etwas zu hoch, aber doch am Ende verdient. Das in so vielen anderen Spielen so starke Athletic Bilbao fand nie wirklich zu seinem Spiel und machte auch zu viele simple Fehler. Dafür war allerdings auch Atleticos hervorragende taktische Einstellung entscheidend, welche dieses schwache Spiel des starken Gegners provozierte – sei es mit einem guten Pressing zu Spielbeginn, als Bilbao sich ebenso wie Barcelona leicht aus dem Konzept bringen ließ, sei es mit dem Abdecken der Halbräume, sei es mit der Rolle Marios oder mit guten Reaktionen auf mikrotaktische Veränderungen vonseiten Bilbaos.</p>
<p>Hinzu kam natürlich auf ganz entscheidendem Wege, dass Falcao letztlich den Unterschied ausmachte, da er gegnerische Fehler eiskalt bestrafte – aus diesen Fehlern sorgte er für Chancen und aus diesen Chancen machte er dann mit einer außergewöhnlichen Klasse seine Tore. Auch Diego zeigte eine in vielen Bereichen sehr gelungene Leistung und führte seine Mannschaft zum Titel.</p>
<p>Zweifelsohne standen die beiden besten Teams des Wettbewerbs sich am Ende in einem stimmungsvollen Finale in Bukarest gegenüber – letztlich waren es Tagesform und Taktik, die das eine Team vom anderen abhoben und damit zum verdienten Sieger machten.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8812&amp;md5=6cb148a0903f78c7fd3922c0a0ec7680" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Inter &#8211; AC Milan 4:2</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 15:47:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Serie A]]></category>

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		<description><![CDATA[Inter gewann dank einer taktisch starken Leistung und vor allem einer hervorragenden ersten Halbzeit verdient das Stadtderby gegen Milan – auch, wenn diese sich im Laufe des Spiels steigerten. Für beide Mannschaften ging es in diesem Duell noch um einiges: Inter konnte nach dem Sieg Udines vom Nachmittag zwar nicht mehr den CL-Qualifikationsplatz drei erreichen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Inter gewann dank einer taktisch starken Leistung und vor allem einer hervorragenden ersten Halbzeit verdient das Stadtderby gegen Milan – auch, wenn diese sich im Laufe des Spiels steigerten.<span id="more-8804"></span></p>
<p>Für beide Mannschaften ging es in diesem Duell noch um einiges: Inter konnte nach dem Sieg Udines vom Nachmittag zwar nicht mehr den CL-Qualifikationsplatz drei erreichen, doch wollte man einen möglichst hohen EL-Platz erkämpfen und ganz besonders natürlich hatte man das Ziel, zu verhindern, dass der Stadtrivale sein Ziel würde erreichen können. Dieser kämpfte nämlich im Fernduell mit Juventus Turin um die Meisterschaft – für Inter ging es hier also um die Ehre, darum, dem Stadtrivalen die Meisterschaft zu vermasseln.</p>
<p>Milan stellte im Meisterkampf in ihrem üblichen 4-3-1-2 dazu auch ihre fast bestmögliche Mannschaft auf. Die drei Offensivkräfte sowie die beiden Halbspieler wurden allesamt mit dem Stammpersonal bestückt. Auch Mark van Bommel kehrte im defensiven Mittelfeld wieder einmal in die Mannschaft zurück. Einzig in der Viererkette hatten die Gäste einige Probleme. Mit dem Kolumbianer Mario Yepes spielte ein weiterer Altstar neben Nesta in der Innenverteidigung, während auch mit Bonera nicht wirklich die Ideallösung als Linksverteidiger auflief. Problematisch für Milan war, dass man eben jenen Bonera sowie Torhüter Abbiati jeweils aufgrund von Verletzungen relativ früh austauschen musste, was im weiteren Spielverlauf kaum mehr Optionen hinsichtlich Auswechslungen offen ließ. Auf der anderen Seite nominierte der neue, erst 36-jährige Inter-Trainer Andrea Stramaccioni, der sich mit dem Gewinn der U19-Champions-League als Trainer der ersten Mannschaft empfahl, eine sehr interessante und asymmetrische 4-4-1-1-Formation.</p>
<p><strong>Inters Überladen auf links und das kraftvolle Tandem auf rechts</strong></p>
<div id="attachment_8806" class="wp-caption alignleft" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/inter-4-2-milan.png"><img class=" wp-image-8806" title="inter 4-2 milan" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/inter-4-2-milan.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen 1. Halbzeit</p></div>
<p>Ein Aspekt, der an dieser Formation ganz besonders interessant war, war ihr starker Linksdrang, der letztlich dafür sorgte, dass Inter insgesamt 46 % seiner Angriffe über die linke Seite spielte. Hervorgerufen wurde diese Asymmetrie durch die besondere Rolle vom linken Mittelfeldspieler Ricardo Alvarez, der höher stand als seine drei Mittelfeld-Kollegen und dabei recht stark zur Mitte tendierte. Gleichzeitig zog es den als hängende Spitze spielenden Sneijder auf seine bevorzugte linke Seite, so dass die beiden teilweise wie eine nach links verschobene Doppel-Zehn eines asymmetrischen 4-3-2-1 agierten.</p>
<p>Auch der sehr energische und kraftvolle Freddy Guarín driftete als halblinker Mittelfeldspieler immer wieder recht weit auf die Seite ab, um dort zu unterstützen – später führte der eingewechselte Obi, oftmals auch als Außenverteidiger eingesetzt, diese besondere Rolle fort. Als Linksverteidiger agierte diesmal Yuto Nagatomo, der sehr weit mit aufrückte und ebenfalls in diesem Bereich agierte, wobei seine Rolle eine etwas andere war: Während die drei erstgenannten Spieler immer wieder im linken Halbfeld zusammenkamen, dort folglich eine lokale Überzahlsituation gegen Milan herstellten und diese dort mit schnellen Kurzpasskombinationen überladen konnten, band sich Nagatomo eher sporadisch in diese Kombinationen ein. Vielmehr rückte er enorm weit und vor allem enorm breit auf, um für zusätzlichen Raum in der Mitte zu sorgen, Milan auseinander zu ziehen und natürlich deren Rechtsverteidiger Abate zu binden – da Nagatomo selbst keinen direkten Gegenspieler hatte, konnte er hier Abate okkupieren und ihn praktisch aus der Defensivarbeit isolieren.</p>
<p>Um die Vorteile Inters, die man in diesem Spielfeldbereich durch die geschickte taktische Ausrichtung heraufbeschworen hatte, auf die Spitze zu treiben, tendierte auch Mittelstürmer Diego Milito eher zur linken Seite und gab einen hervorragenden Wandspieler, der immer wieder ganz leicht zurückfiel und Vorstöße aus dem Mittelfeld heraus hervorragend möglich machte. Nicht nur als Vollstrecker und dreifacher Torschütze war er also ein enorm wichtiger Mann auf dem Platz. Gerade den Elfmeter, den er zum 2:2 verwandelte, leitete er selbst durch eine solche Aktion ein, als er sich in eine Kombination auf halblinks einschaltete und Alvarez´ Zuspiel klatschen ließ.</p>
<p>Nicht immer spielte man sich nach dem Überladen auf der linken Seite dann allerdings in diesem Halbraum bis zum Strafraum durch – oftmals verlagerte man nämlich auch auf die rechte Seite, wo Maicon als extrem offensiver Rechtsverteidiger immer wieder mit nach vorne marschierte und derartige Seitenverlagerungen aufnahm. Unterstützt wurde er dabei von Javier Zanetti, der ebenso auf der rechten Seite mit aufrückte, wobei interessant war, dass die beiden Altstars sich wechselseitig hinterlaufen konnten. So bildeten die beiden ein sehr kraftvolles Tandem, das auf der ballfernen Seite in die freien Räume attackierte und auf das dann der Ball von links verlagert wurde.</p>
<p>In diesem Zusammenhang ist noch ein weiterer wichtiger Punkt für die besondere Effektivität der Inter-Angriffe zu nennen: Begünstigt wurden sowohl die Überzahlbildung Inters auf der linken Seite als auch die Freiheiten für Maicon und Zanetti auf der anderen Flanke durch die Tatsache, dass das Offensivtrio Milans praktisch kaum Defensivarbeit verrichtete, sondern vorne auf Konter lauerte. Daher konnten die Mitspieler sich der lokalen Inter-Überzahl auf links nicht entgegenstellen und waren anfällig gegen die Verlagerungen, da die drei verbleibenden Mittelfeldspieler sehr eng stehen und weit einrücken mussten, so dass der rechte Inter-Flügel frei wurde und Zanetti und Maicon dort in Überzahl gegen Milans Linksverteidiger kamen.</p>
<p>Abgesichert wurde die gesamte Offensive der Schwarzblauen dabei von ihrem Sechser, Esteban Cambiasso – der Argentinier spielte eine enorm starke Partie und verschob aus seiner Sechserposition überragend, um die Seiten für die aufgerückten Außenverteidiger zu verschließen (die so entstehenden kleinen Löcher im Zentrum konnte Milan nie konsequent genug nutzen). Während dies auf links etwas kollektiver gemacht werden konnte, musste er besonders rechts absichern, wo er gerade Boateng, der sich in diesem Bereich hinter Maicon und Zanetti für Konter anbot, in seiner Wirkung neutralisierte. Damit sind wir schon beim nächsten Punkt: Inters Defensive, die den AC Milan fast eine ganze Halbzeit lang praktisch überhaupt nicht zur Geltung kommen ließ.</p>
<p><strong>Inters geschickte Defensivordnung und die Thematik der Breite</strong></p>
<p>Auch in der Defensive erfüllte das asymmetrische 4-4-1-1, das teilweise die Aufgabenverteilungen eines asymmetrischen 4-3-2-1 annahm, seinen Zweck sehr gut. Auf diese Weise konnte man nämlich die Schwachstellen in Milans Offensive ausnutzen, indem man teilweise gar eine Art temporäre Manndeckung anwendete.</p>
<div id="attachment_8807" class="wp-caption alignright" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/inter-4-2-milan-defensiv.png"><img class=" wp-image-8807" title="inter 4-2 milan defensiv" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/inter-4-2-milan-defensiv.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Grobe Pressingsituation bei Ballbesitz Abate auf der rechten Seite (wie häufig): Die direkten Zuteilungen der Außenmittelfeldspieler (dunkel), die Freiräume für Robinho (rot) und Milans Fehler, die Freiräume des zu tief stehenden Außenverteidigers nicht genutzt zu haben (grün)</p></div>
<p>Man versuchte im Normalfall, den gegnerischen Aufbau auf die Außenverteidiger zu lenken und dort zu pressen. Dieser wurde dann vom ballnahen Außenmittelfeldspieler angelaufen, während der ballferne Außenmittelfeldspieler bis zum ballfernen Halbspieler Milans einrückte und diesen abdeckte. Die beiden anderen offensiveren Mittelfeldspieler Milans wurden durch Raumdeckung bewacht, wobei auch die beiden Inter-Sechser ein Auge auf sie behielten. In Verbindung mit einem frühen Pressing war diese Methode sehr effektiv und ließ Milan kaum zu einem konstruktiven Angriffsspiel kommen.</p>
<p>Durch eine gewisse Rechtslastigkeit des Aufbauspiels der Rotschwarzen wurde das Prinzip zudem noch einmal effektiver, da Inter weniger verschieben brauchte und sich stärker auf die Gegenspieler einstellen konnte, die man die meiste Zeit über haben würde. Die besondere Schwachstelle war hier Milans Linksverteidiger Daniele Bonera – ein gelernter Innenverteidiger, der zu defensiv agierte und den Raum vor sich nicht ausnutzte. So konnte Inter ihn meistens ohne Sorge freilassen, was das Defensivspiel und das Pressing auf links erheblich vereinfachte. Mit der Einwechslung des jungen de Sciglios für den verletzten Bonera wurde dies immerhin etwas besser.</p>
<p>Das einzig wirkliche Problem für Inter waren in der ersten Halbzeit nur die Seitenwechsel auf Robinho, der nominell als halblinker Stürmer agierte, dabei zwar allgemein recht beweglich war, aber sehr oft eine Position enorm weit und breit auf dem linken Flügel einnahm. Weil die Formation Inters jene Tendenzen zu einem 4-3-2-1 aufwies und Zanetti deshalb ein wenig mehr als normal einrücken musste, traten gelegentlich bei Inter die gleichen Probleme auf wie bei Milan – durch dieses Einrücken bekam der sehr breite Robinho einige Freiheiten nach Spielverlagerungen und konnte für einige lichte Momente im ansonsten schwachen Angriffsspiel des Tabellenzweiten sorgen. Es war kein Zufall, dass Robinho den (allerdings wohl unberechtigten) Elfmeter herausholte, den Ibrahimovic unmittelbar vor der Pause zum überraschenden 1:1 verwandelte (44.).</p>
<p><strong>Milans Verbesserungen und Inters Reaktion in der Schlussphase</strong></p>
<p>Nach dem Seitenwechsel intensivierte Milan dann diesen Spielstil und sorgte generell für mehr Breite. Robinho rochierte nun auch stärker auf die rechte Seite, um dort die Räume hinter Nagatomo und Guarín anzulaufen.</p>
<p>Insgesamt spielten die Mannen von Massimiliano Allegri nun stärker: Dies lag zunächst einmal an den offensiveren Außenverteidigern, die weiter aufrückten und für mehr Breite sorgten. In dieser Partie war dies aus zwei Gründen besonders wichtig: Einmal konnten sich dadurch Robinho und Boateng auch wieder mehr ins Zentrum orientieren. Desweiteren spielte Inters Viererkette relativ eng, während das Mittelfeld phasenweise recht breit agierte. Dadurch wurde Inter im defensiven Mittelfeld etwas geschwächt und offenbarte einige Lücken vor dem eigenen Strafraum, welche Milan nur durch ein beidseitig konstant breit gehaltenes Spielfeld genügend aufdecken konnte.</p>
<p>Hinzu kam, dass das gesamte Kollektiv der Gästemannschaft weiter aufrückte, was zu mehr Bindungen zwischen den sieben defensiven und den drei offensiven Spielern führte sowie für mehr Optionen im letzten Spielfelddrittel durch diese erhöhte personelle Präsenz sorgte. Auch Zlatan Ibrahimovic hatte nach der Pause entscheidenden Anteil an einer verbesserten Milan-Mannschaft: Zunächst hatte er unerklärlich passiv und teilweise gar statisch agiert, doch nun ließ er sich immer mehr fallen und schlüpfte in jene Spielmacher-Rolle, die ihn in den letzten Wochen auszeichnete.</p>
<p>Ibrahimovic war es auch, der Milan umgehend nach Wiederanpfiff in Führung brachte. Dennoch versäumte es die Mannschaft, in dieser Phase des Spiels, als die Partie klar zu ihren Gunsten gekippt war, Inter zwar tief stand, aber dennoch keine defensive Ordnung im eigenen Drittel aufbauen konnte, aus den Räumen vor deren Strafraum und den daraus resultierenden Chancen mehr zu machen – so kam Inter durch das erwähnte 2:2 schnell wieder ins Spiel zurück (52.).</p>
<p>Durch diesen Treffer fand Inter zumindest offensiv auch wieder deutlich besser zu seiner Linie zurück, berappelte sich auch defensiv zumindest ein wenig. Dennoch war es etwa ab diesem Zeitpunkt ein ausgeglichenes, vor allem aber sehr offenes Spiel, das hin und her wogte. Es sollte schließlich die Inter-Spieler sein, die das vorentscheidende 3:2 markieren konnten – durch einen Elfmeter (78.).</p>
<p>Danach schien Milan ein wenig den Glauben verloren zu haben, noch zwei Tore zu schießen, um die Meisterschaft wenigstens noch spannend halten zu können. Zudem nahm Stramaccioni den Rotschwarzen mit einer klugen Auswechslung den Wind aus den offensiven Segeln: Mit Cordoba, der seine Abschiedsvorstellung gab, für Sneijder stellte er auf ein 5-3-2 um (Pazzini war bereits für Alvarez gekommen, weshalb man zunächst auf eine Art 4-3-1-2 gewechselt hatte). Die Fünferkette stand nun sehr breit, die drei defensiven Mittelfeldspieler davor sehr eng. Da man einzig aufgrund der eher engen Abwehrkette bis dahin anfällig gewesen war, dies aber nun behob, und da man vorher teilweise Lücken im Zentrum aufgewiesen hatte, diese aber ebenso abschloss, entstand keine Gefahr mehr. Stattdessen sorgte der auf halbrechts völlig frei laufende Maicon mit einem Traumtor für die Entscheidung (87.).</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Damit ist Inters Ziel erreicht – Milan hat die Meisterschaft durch diese Niederlage verloren und muss bei Juventus Turin gratulieren, <a href="http://spielverlagerung.de/2012/02/26/juventus-turin-unter-antonio-conte-starke-saison-schwaches-11-bei-milan/" target="_blank">wobei die noch ungeschlagene Alte Dame wohl der auf jeden Fall verdiente Titelträger dieser Spielzeit geworden ist</a>. Für Inter findet die Saison immerhin doch noch ein gutes Ende, so dass der junge und vielversprechende Stramaccioni gute Chancen hat, auch nächstes Jahr das Inter-Team zu coachen.</p>
<p>Verdient war der Sieg aber allemal: Der Hybrid aus asymmetrischem 4-4-1-1 und verschobenem 4-3-2-1, das Überladen auf links, die enorm offensiven Außenverteidiger, das interessante Tandem auf der rechten Seite und das Pressingsystem waren schlagfertige Gründe für ihre Überlegenheit, während Milan zu lange jene Probleme offenbarte, die sie schon die gesamte Saison über immer wieder mit sich herumschleppten und die daher berechtigterweise auch den Meistertitel verhinderten.</p>
<p>Auf der anderen Seite hat Inter mit Andrea Stramaccioni scheinbar einen Trainer gefunden, der taktisch stark ist und die Mannschaft möglicherweise wieder nach oben bringen kann.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8804&amp;md5=98e1b7a5e1a75f91901409467d987bb0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Manchester United &#8211; Swansea City 2:0</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2012/05/07/manchester-united-swansea-city-20/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 00:43:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Premier League]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Duell zweier mutiger Offensivmannschaften, welches am Ende durch kluge Spielerwechsel entschieden wurde. Wichtige Personalentscheidungen Beide Mannschaften liefen in ihren üblichen Formationen auf, jedoch war die Personalwahl der Trainer an zwei Stellen überraschend. Die Waliser, die das Überraschungsteam dieser Premier League-Saison sind, spielten in ihrem Hybridsystem zwischen 4-2-3-1 und 4-3-3. Trainer Brendan Rodgers verzichtete aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Ein Duell zweier mutiger Offensivmannschaften, welches am Ende durch kluge Spielerwechsel entschieden wurde.<span id="more-8789"></span><br />
<strong></strong><br />
<strong><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/ManU-Swansea-2-0.png"><img class="alignleft  wp-image-8790" title="ManU-Swansea 2-0" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/ManU-Swansea-2-0.png" alt="" width="353" height="482" /></a></strong><strong>Wichtige Personalentscheidungen</strong></p>
<p>Beide Mannschaften liefen in ihren üblichen Formationen auf, jedoch war die Personalwahl der Trainer an zwei Stellen überraschend.</p>
<p>Die Waliser,<a title="Als schwaches Team spielerisch siegen: Swansea schlägt Manchester City" href="http://spielverlagerung.de/2012/03/14/als-schwaches-team-spielerisch-siegen-swansea-schlagt-manchester-city/" target="_blank"> die das Überraschungsteam dieser Premier League-Saison sind, spielten in ihrem Hybridsystem zwischen 4-2-3-1 und 4-3-3</a>. Trainer Brendan Rodgers verzichtete aber auf den wichtigen Spielmacher Leon Britton und brachte stattdessen Marc Gower auf der tiefsten der drei Zentralpositionen. Der 33-jährige spielte eine defensivere Rolle als der ballsichere Britton und wurde nicht im gleichen Maße ins Aufbauspiel einbezogen. Offenbar wollte man Wayne Rooney zwischen den Linien mit einem physischeren Gegenspieler begegnen (Leon Britton 1,69m, Marc Gower 1,80m).</p>
<p>Manchester United begann wie gewohnt in der 4-4-2-Ordnung, die durch Rooneys ständige Bewegungen zum 4-2-3-1 wird. Ferguson setzte dabei auf die zwei dribbelnden Flügelspieler Young und Valencia, Scholes und Carrick bildeten eine sehr passstarke Doppelsechs. Pressingspieler Park und der höher agierende Spielmacher Giggs nahmen auf der Bank platz. Manchester setzte also auf ein breites, schnelles und extrem druckreiches Offensivspiel, von Flügel zu Flügel.</p>
<p><strong>United mit Breite und Dribblings</strong></p>
<p>Gegen Swanseas sehr breites Ballbesitzspiel hätte man erwarten können, dass sich der schottische Sir auf eine andere Kernkompetenz seines Teams fokussiert und das Konterspiel durch die großen Räume der gegnerischen Aufbauformation sucht. Stattdessen suchten die Red Devils die Kontrolle in der Offensive und verbuchten am Ende 60% Ballbesitz, was auf der anderen Seite einer der niedrigsten Werte für Swanseas Saison bedeutet.</p>
<p>Zentrales Angriffsmittel von Manchester waren dabei schnelle Verlagerungen mit anschließenden Dribblings. Die individuell überlegenen Tabellenzweiten suchten mit viel Druck die Situationen, in denen ihre Einzelspieler ihre Stärken ausspielen konnten. Fletcher und Scholes verteilten die Bälle schnell auf Rooney oder zu den Flügeln. Diese versuchten ihre Gegenspieler zu schlagen und zum Strafraum zu kommen.</p>
<p>Insbesondere die linke Seite Manchesters zeigte sich dabei sehr stark. Mit Evra war die linke Außenverteidigerposition deutlich spielstärker besetzt als die rechte Position, wo der Defensivallrounder Phil Jones auflief. Young bewegte sich variabler als Gegenpart Valencia, der hauptsächlich zur Grundlinie startete. Rooney bewegte sich zudem hauptsächlich im halblinken Zehnerraum und unterstützte Young und Evra. Zu dritt dribbelten und kombinierten sie immer wieder diagonal in die Halbräume vor Swanseas Abwehrreihe und suchten nach Lücken in der Abwehrreihe.</p>
<p><strong>Swansea steht gut&#8230;</strong></p>
<p>Dagegen verteidigten die Schwäne äußerst arbeitsam und konzentriert in ihrer sehr variablen 4-2-3-1-Ordnung. Die Flügelspieler Dyer und Sinclar verfolgten Manchesters Außenverteidiger sehr diszipliniert und doppelten ihre Hintermänner oft. Gower, Allen und Sigurdsson bewegten sich dazwischen viel und versuchten zu dritt als liquide Einheit die Mittelfeldräume zu schließen.</p>
<p>Dies gelang ihnen ordentlich und Manchester bekam keine Zeit in diesen wichtigen Zonen, selbst wenn Evra oder Young mehrere Gegner schlugen. Auffällig war, dass die „verbliebenen“ Spieler sehr aufmerksam verhinderten, dass die dribbelnden Spieler Anbindung an ihre Mitspieler fanden. So verteidigte beispielsweise Allen oft nicht zum Tor hin, wenn Young an Gower vorbei in die Mitte gegangen war, sondern lief ihn seitlich so an, dass Young nicht zum rechten Flügel verlagern konnte. Auf diese Weise nahm Swansea selbst in schwierigen Situation oft den direkten Zug aus Manchesters Angriffen.</p>
<p>Wichtig war dabei auch, dass Swanseas Viererkette sehr aufmerksam spielte. Die beiden Innenverteidiger hatten den beweglichen Chicharito gut unter Kontrolle. Da sie nah am eigenen Sechzehner standen, konnte er seinen schnellen Antritt nicht ausspielen.</p>
<p><strong>&#8230;bleibt aber ohne Zugriff</strong></p>
<p>Somit kam Manchester kaum sauber durch. Allerdings verbrachten sie viel Zeit in Strafraumnähe und hatten das Spiel unter Kontrolle, es gab kaum gefährliche Ballverluste. Durch Distanzschütze und Flanken strahlten sie stets Gefahr aus.</p>
<p>Dass Swansea keinen richtigen Zugriff auf das gegnerische Aufbauspiel bekam, lag zum einen natürlich am schnellen und sauberen Aufbau, der es jedem Gegner dieser ManU-Maschinerie schwer macht, kompakt zu bleiben, wenn Rooney mit zwei dribbelstarken, breit agierenden Flügelspielern gepaart wird. Allerdings lag es auch an Swansea. Zum einen wichen sie oft etwas zu gutmütig zurück und verpassten Gelegenheiten um wieder herauszurücken aus der defensiven Stellung am eigenen Strafraum, zum anderen bekam Stürmer Graham zu wenig Unterstützung im Pressing.</p>
<p>Ferdinand und Smalling sind zwei sehr ballsichere Verteidiger, die durch den alleinigen Stürmer nicht unter Druck zu setzen waren, da die Passwege zu den Sechsern stets offen standen. Carrick und Scholes hatten dadurch ebenfalls ständige Sicherungsoptionen und konnten daherauch nicht effektiv gepresst werden. Außerdem konnten die beiden durch Zurückweichen in die Halbräume neben Graham mehr Zeit am Ball finden.</p>
<p>Diese Mechanismen demonstrierten gut, weshalb zunehmend viele Teams (wie z.B. Gladbach oder Dortmund) wieder auf drei Ketten und zwei Stürmer im Defensivverbund setzen. Die Halbräume vor dem Mittelfeld können in dieser Ordnung besser geschlossen werden, als es ein alleiniger Stürmer zu tun vermag.</p>
<p>Als sich Swanseas Mittelfeld im Laufe der ersten Halbzeit langsam begann zurechtzufinden und in einen besseren Rhythmus zu kommen schien, starteten Ferdinand und vor allem der starke Smalling auch zunehmend Vorstöße ins defensive Mittelfeld. Auf diese Weise kreierten sie neue Freiräume für ihre Vordermänner und brachten ihr Team nach einer ausgeglicheneren Phase wieder ins Oberwasser.</p>
<p><strong>Manchesters hohes Pressing mit Manndeckungen</strong></p>
<p>In den fast berüchtigten Aufbausituationen von Swansea City, spielten die Red Devils ebenso mutig wie im eigenen Ballbesitz. Sie pressten meist über den gesamten Platz und versuchten jede Kontrolle der Schwäne im Ansatz zu ersticken.</p>
<p>Dabei spielten sie im Mittelfeld in vielen Szenen sehr mannorientiert um zu verhindern, dass sich Swanseas Spieler in den großen Mittelfeldräumen freilaufen konnten. Besonders auffällig war dies zwischen Michael Carrick und Joe Allen.</p>
<p>In Abwesenheit seines kongenialen Partners Britton, lastete viel kreative Not auf dem jungen Allen, der nun hauptverantwortlich die wichtigen Pässe in Swanseas Aufbauspiel verteilen sollte. Er bewegte sich dabei auch gut und flexibel, forderte in verschiedenen Räumen den Ball, aber Carricks zähe Manndeckung war eine große Barriere für sein Spiel.</p>
<p>Besonders gut verhielten sich Manchesters Pressingspieler dabei, wenn der Ball auf einen der walisischen Außenverteidiger kam. Sie antizipierten deren Standardpässe ins Mittelfeld sehr gut und verzeichneten dadurch viele Ballgewinne.</p>
<p>Somit bekam Swansea keine Spielkontrolle in ihr Raumspiel. Das lag aber auch an der Personalentscheidung Gower. Dieser bewegte sich als Füllspieler in geöffnete Räume, riss das Spiel aber nicht annähernd so an sich, wie man es von Leon Britton kennt. Rooney konnte sich deshalb im Pressing freier bewegen und hatte es leichter, Pässe auf den zentralen Sechser des Gegners zu verhindern und gleichzeitig aktiv auf den Ballführenden zu reagieren. Swansea war in der ersten Hälfte nicht die gleiche Passmaschine, die man früher in der Saison schon sehen konnte.</p>
<p><strong>Swanseas Defizite</strong></p>
<p>Neben diesen anpassungsbedingten Schwierigkeiten, förderte Manchesters Spielweise auch wieder die bekannten Schwächen von Swansea zutage. Gerade das mangelhafte Umschaltverhalten auf Offensive wurde zum Problem. Zwar erzielten die Waliser nur wenige brauchbare Ballgewinne, aber in diesen Momenten hätte man die großen Räume in Manchesters Aufbauformation nutzen können. Dafür schaltete man aber zu langsam, weshalb Ferguson dieses Risiko ohne große Probleme in Kauf nehmen konnte.</p>
<p>Zudem fehlte es teilweise an nachrückenden und überraschenden Vorstößen, individueller Klasse und Automatismen im letzten Drittel, was Swansea im Laufe der Saison trotz des vielen Ballbesitzes zu einer der niedrigsten Schussbilanzen der Liga führte. Gerade weil Manchester so hoch, demzufolge also vertikal sehr gestreckt presste, bekamen die Außenstürmer und Graham zu spät Unterstützung, wenn Swansea einmal den Ball nach vorne bringen konnte.</p>
<p>Verstärkt wurden diese Probleme von Nathan Dyers schwacher Tagesform. Der Dribbler bekam mehrere Gelegenheiten, sich nach Diagonalpässen aus dem Zentrum im 1-gegen-1 mit Evra (oder vereinzelt Ferdinand) zu beweisen, was entscheidende Gefahr verursacht hätte. Er scheiterte aber ein ums andere Mal. Auch hier gelang es Manchester wieder, ihre individuelle Qualität gewinnbringend zu nutzen: Das sehr hohe Pressing der der gegnerischen Außenverteidiger führte dazu, dass Swanseas Flügelspieler kaum zu doppeln waren, was aber durch Evras starke Leistung nicht relevant wurde.</p>
<p><strong>Leon Britton bringt Swansea zurück</strong></p>
<p>In der Halbzeitpause blieb Marc Gower mit einer Passquote unter 80% in der Kabine. Leon Britton kam für ihn und spielte 45 Minuten lang keinen einzigen Fehlpass. Schon diese beiden Werte belegen, welchen Qualitätszuwachs Swansea durch den kleinen Britton im defensiven Mittelfeld erhält.</p>
<p>Mit ihm spielten sie ihr Ballbesitzspiel nun konsequenter, die Innenverteidiger wichen stärker zur Seite, Britton forderte die Bälle und kreierte das Spiel gemeinsam mit Allen. In der Anfangsphase der zweiten Halbzeit erreichten sie so einen Ballbesitzwert von 63% und sorgten für mehrere gefährliche Strafraumszenen, in denen sich David De Gea auszeichnen konnte. Insbesondere Gylfi Sigurdsson konnte sich nun öfter auszeichnen und zeigte einige seiner hochgefährlichen Distanzschüsse, die er in der ersten Halbzeit nicht anbringen konnte.</p>
<p>Manchester zog sich nun auch punktuell zu weit zurück und ging nicht mutig genug ins offensive Pressing um weiterhin Stress bei Swansea zu erzeugen. Gleichzeitig schalteten sie in ein paar Szenen nach Balleroberungen nicht konsequent genug um. Sie wirkten etwas beeindruckt vom Comeback der Waliser und hatten in dieser Phase auch ein wenig Glück, dass sie den Vorsprung auf zwei Toren halten konnten.</p>
<p><strong>Luke Moore und Tom Cleverley beruhigen das Spiel</strong></p>
<p>Zwei personelle Wechsel waren es aber auch, die die Balance des Spiels wieder zurückdrehten. Der erfolglose Dyer wurde für den gelernten Stürmer Luke Moore ausgewechselt, der sich nun auf dem rechten Flügel beweisen musste (71. Minute).</p>
<p>Moore zog es aber oft schon sehr früh ins Zentrum, weshalb der rechte Flügel von Swansea etwas verwaiste. Sigurdsson schien sich unsicher, ob er ein Ausweichen in diesen Raum in seine Rolle integrieren sollte oder nicht. Jedenfalls verlor er an Vorwärtsgang in die nun dichter besetzte Zentrale, wodurch Swanseas Balance nicht mehr so gut passte. Die Anbindung zwischen Mittelfeld und Offensive funktionierte schlechter.</p>
<p>Wichtiger war aber Fergusons äußerst kluger Wechsel in der 68. Minute, als Scholes für Tom Cleverley das Feld räumen musste. Ein auf den ersten Blick verwirrender Wechsel, wenn man darauf ist, die Spielkontrolle zurückzuerobern. Schließlich ist Scholes ein extremst ruhiger, konzentrierter Passspieler, der im Normalfall mehr Dominanz verspricht als der dynamischere, aggressivere Cleverley.</p>
<p>Umso beeindruckender, dass die Idee voll und ganz aufging. Cleverly spielte fortan die vertikalere Rolle, die vorher Carrick innehatte. Der spielte nun etwas tiefer und übernahm in etwa Scholes&#8217; Rolle im Spielaufbau. Dadurch wurde der versetzt höher spielende Sigurdsson weiter nach hinten gedrückt, wodurch der tiefere Sechser und die Innenverteidiger wieder mehr Zeit am Ball bekamen. Außerdem wurde der halblinke Offensivraum noch konsequenter überladen, weshalb Swansea wieder an Zugriff verlor und seltener zu Aufbausituationen kam.</p>
<p>Zudem gestaltete sich ManUs Pressing nun natürlich etwas effektiver durch die erhöhte physische Präsenz im Mittelfeld. Um den Raum hinter dem oft aggressiv aufrückenden Cleverley zu schließen, stieß manchmal sogar Ferdinand aus der Viererkette nach vorne und ManU formte kurzzeitig ein loses 3-1-4-2 um Swansea vom Tor wegzuhalten.</p>
<p>Auf diese Weise beruhigte sich das Spiel wieder und trudelte letztlich ohne viel Dramatik aus.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Die vielen genannten positiven Aspekte von Manchesters Spiel sollen nicht suggerieren, dass die Red Devils ihren schwächeren Gegner hier an die Wand spielten. Zugrundeliegend ist viel mehr das Zugeständnis an Swansea City, dass ein Gegner viel richtig machen muss und sich klug auf das starke Kollektivspiel einstellen muss, um zu einem sicheren Sieg zu kommen; selbst wenn der Gegner der amtierende englische Meister im eigenen Stadion ist.</p>
<p>De facto unternahm ManU doppelt so viele Schussversuche (28:13), aber schoss nur ein einziges Mal öfter auf den Kasten (7:6). Angesichts der auf dem Papier riesigen Stärkeunterschiede zwischen den Mannschaftskadern könnte man Swansea also gar ein Kompliment aussprechen, sich relativ nah an den Gegner herangearbeitet zu haben.</p>
<p>Taktisch war das Spiel ein interessantes. Es zeigte ein Aufeinandertreffen von David gegen Goliath, in dem der sehr clever agierende David seine taktischen Kniffe nicht vollends zur Geltung bringen konnte, da sich der Goliath mit äußerster Konsequenz seiner Stärken bediente. Ferguson demonstrierte ein weiteres Mal seine Fähigkeit, die individuellen Überlegenheiten seiner Spieler gnadenlos zu fokussieren.</p>
<p>Außerdem spielte die Personalwahl eine entscheidende Rolle. Rodgers Kniff, Rooney einen robusteren Gegenspieler entgegenzustellen ging nicht auf. Die Rückkehr zur mutigen, spielerischen Variante brachte eine große Verbesserung. Diese konnte Ferguson aber durch einen klugen Wechsel wieder egalisieren.</p>
<p>Somit bleibt die Meisterfrage in England bis zum letzten Spieltag offen. Im Manchester-internen Fernduell hofft United dabei am kommenden Sonntag auf Schützenhilfe der Queens Park Rangers. Aus eigener Kraft dürften die 8 Tore Rückstand auf den Stadtrivalen kaum aufzuholen sein, auch wenn es für Gegner Sunderland um nichts mehr geht.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8789&amp;md5=83318848f6055bb62f076e83609d7197" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Nominierung polyvalenter Spieler zugunsten von Spezialisten &#8211; mögliche Überraschungskandidaten</title>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 16:54:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>PP</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[DFB-Team]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalmannschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[Montag wird Joachim Löw den vorläufigen Kader für die EM bekannt geben. Warum nicht einen Spezialisten für bestimmte Spielsituationen mitnehmen wie Odonkor 2006? Hier einige Kandidaten mit Außenseiterchancen auf eine Nominierung. Das Grundgerüst der Nationalmannschaft steht, deshalb sind bei der Bekanntgabe des vorläufigen EM-Kaders nicht viele Überraschungen zu erwarten. Doch die Redaktion von spielverlagerung.de hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Montag wird Joachim Löw den vorläufigen Kader für die EM bekannt geben. Warum nicht einen Spezialisten für bestimmte Spielsituationen mitnehmen wie Odonkor 2006? Hier einige Kandidaten mit Außenseiterchancen auf eine Nominierung.<span id="more-8703"></span><img title="More..." src="http://spielverlagerung.de/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" alt="" /></p>
<div id="attachment_8783" class="wp-caption alignright" style="width: 225px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/DFB-Logo1.png"><img class=" wp-image-8783 " title="DFB Logo" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/DFB-Logo1.png" alt="" width="215" height="251" /></a><p class="wp-caption-text">Wer wird dieses Jahr die Überraschung im Kader von Jogi Löw?</p></div>
<p>Das Grundgerüst der Nationalmannschaft steht, deshalb sind bei der Bekanntgabe des vorläufigen EM-Kaders nicht viele Überraschungen zu erwarten. Doch die Redaktion von spielverlagerung.de hat sich einmal gewagt, ein paar Kandidaten kurz unter die Lupe zu nehmen, die der Mannschaft von Joachim Löw in bestimmten Konstellationen weiterhelfen könnten.</p>
<p>Vorab möchte ich noch kurz auf die Frage eingehen, ob die gängige Art und Weise der Nominierung eigentlich sinnvoll ist, oder ob man mit vielseitigen Spielern nicht lieber ein paar Plätze &#8220;spart&#8221; und somit Platz für ausgewiesene Spezialisten macht.</p>
<p><strong>3+8+8+4, die gängige Nominierungspraxis:</strong></p>
<p>Bei einem 23-köpfigen Turnierkader wird seit Jahren zumeist auf folgende Zusammensetzung vertraut: 3 Torhüter, 8 Verteidiger, 8 bzw. 9 Mittelfeldspieler und 3 bzw. 4 Stürmer. Grund dafür ist wohl das viele Jahre als Standardsystem gespielte 4-4-2, in dem bei der Variante 3+8+8+4 alle Positionen doppelt besetzt werden können.<strong></strong></p>
<p>Nach dem Vormarsch der Ein- bzw. Dreistürmersysteme ist eine kleine Abweichung vom alten Schema nicht unüblich: Es wird dann einfach ein Stürmer zugunsten eines weiteren Mittelfeldspielers geopfert.</p>
<p>Die Annahme, dass es gut ist, wenn jede Position doppelt besetzt ist, sollte man jedoch einmal genauer beleuchten. Mittlerweile erkennen viel Trainer die Chance, Spezialisten in den Kader zu berufen, wie es zum Beispiel beim American Football der Fall ist. Auch wenn dort öfter ein- und ausgewechselt werden kann, ist die Theorie im Prinzip die selbe.</p>
<p><strong>Plätze sparen durch flexibel einsetzbare Spieler &#8211; die Chance für Spezialisten?</strong></p>
<p>Spieler, die viele Positionen bekleiden können, sind der Traum eines jeden Trainers. Man kann auf fast alle erdenklichen Verletzungsprobleme und Platzverweise reagieren, auch ohne zwingend Einwechslungen vorzunehmen. Auch die taktische Flexibilität wird durch polyvalente Spieler erhöht. Gute Mannschaften können ihr Spielsystem während des Spiels wechseln und dem Gegner somit Probleme bereiten. Im heutigen Informationszeitalter wissen Scouts alles über jede Mannschaft, egal wo sie in der Weltrangliste steht. Daher ist es nur allzu sinnvoll, als Trainer auf polyvalente und spezialisierte Spieler zurückzugreifen, denn Ausrechenbarkeit darf kein Merkmal einer Spitzenmannschaft sein.</p>
<p>Dass man bei einem einmonatigen Turnier mal auf mehr als fünf Spieler gleichzeitig verzichten muss, ist äußerst selten, daher ist es möglich, durch eine clevere Nominierungsstrategie vielen eventuellen Situationen vorzubeugen.</p>
<p>Nimmt man nun also beispielsweise neben seinen ersten 13 oder 14 Feldspielern noch 4 Spieler wie Gonzalo Castro mit, die viele Positionen bekleiden können, so &#8220;spart&#8221; man 3 bzw. 4 Plätze und kann so trotzdem alle Positionen für alle Eventualitäten abdecken. Die freien Plätze können dann von Spezialisten für bestimmte Spielsituationen besetzt werden &#8211; wie eben David Odonkor 2006.</p>
<p>Neben taktischer Flexibilität ist es nämlich auch wichtig, einen Gegner mit personellen Entscheidungen mal so richtig durcheinander zu bringen. In manchen Spielen eignet sich dann zum Beispiel ein Standard-Experte zusammen mit einem hochaufgeschossenen Kopfballungeheuer perfekt, um ein gegnerisches Abwehrbollwerk zu knacken, vor allem wenn die gegnerische Mannschaft nicht die größte ist. Man denke doch mal beispielsweise daran, wie wenig Barcelona in einem Spiel gegen Stoke Rory Delaps langen Einwürfe auf Crouch und die aufrückenden Verteidiger schmecken würde.</p>
<p>Seien es weite Einwürfe, gute Standardsituationen, überdurchschnittliche Geschwindigkeit, Kopfballstärke oder einfach nur eine völlig unkonventionelle Spielweise: Die Möglichkeiten, den Gegner mit bestimmten Spezialisten zu überraschen sind schier unendlich und in Löws modernen Team sicher Teil der Überlegungen für eine Kadernominierung.</p>
<p>Im Folgenden nun eine Übersicht von Spielern, die mehrere Positionen auf einmal abdecken würden und im Anschluss ein paar Spezialisten, die in bestimmten Situationen wichtig werden könnten.</p>
<p><strong>Polyvalente Spieler:</strong></p>
<p><strong>Jan Kirchhoff:</strong> Der 21-Jährige wird nicht umsonst von vielen großen Clubs gejagt: Zweikampfstärke, das Auge und die Technik für den von Löw geschätzten vertikalen Flachpass und eine unheimliche Präsenz auf dem Spielfeld sind die Stärken des Mainzers. Er kann sowohl in der Innenverteidigung als auch im defensiven Mittelfeld agieren, was einen situationsbedingten Wechsel zwischen Dreier- und Viererkette ermöglichen kann.</p>
<p><strong>Tony Jantschke:</strong> Als gelernter Sechser bringt Jantschke ein gutes Auge und ein sicheres Passspiel mit – nicht die schlechtesten Voraussetzungen für einen modernen Außenverteidiger. Er ist sehr klar in seinen Aktionen, scheut das Risiko und spielt dementsprechend wenige Fehlpässe. Eine gute Zweikampfquote von durchschnittlich 61% gepaart mit seinem taktischen Verständnis – der detailverliebte Favre hat ihm hier zu einem enormen Leistungssprung geholfen – prädestinieren ihn für die Rolle eines Backups für Philipp Lahm. Seine starken Leistung auch gegen den seit Monaten formstarken Franck Ribery sind Jogi Löw mit Sicherheit nicht verborgen geblieben.</p>
<p><strong>Lewis Holtby: </strong>In fast jedem Spiel der Schalker gehört Holtby zu den Top 3 in Sachen Laufleistung. Zusammen mit seinem Passspiel, was je nach Position und Ausrichtung zwischen sicher/beruhigend und kreativ/riskant variieren kann, könnte Holtby einem Spiel neue Impulse geben. Linksaußen, Rechtsaußen, Sechser, Achter, Zehner: Der junge Schalker ist sehr variabel einsetzbar. Körperlich hat Holtby in den letzten Jahren stark zugelegt, technisch ist er ohnehin schon auf einem hohen Niveau.</p>
<p><strong>Luiz Gustavo: </strong>Er wäre wohl die größte Überraschung. Da er noch kein Pflichtspiel für die brasilianische Auswahl absolviert hat &#8211; es stehen lediglich zwei Freundschaftsspiele zu Buche &#8211; und er nun schon lange in Deutschland lebt, wären eine Einbürgerung und eine Spielberechtigung für die deutsche Nationalmannschaft keine großen Hindernisse. Davon ausgehend, dass die Formalitäten in einem Eilverfahren geregelt werden würden, brächte Gustavo dem deutschen Spiel ein paar neue Elemente. Die körperbetonte Spielweise des drahtigen Brasilianers hat schon einigen Zehnern dieser Welt  viel an Spielfreude gekostet. Anpassungsprobleme dürfte es kaum geben, da ja ohnehin ein recht großer Bayernblock spielen wird. Neben der Tatsache, dass er gut mit Schweinsteiger, Kroos und Co. harmoniert, bringt auch er den Vorteil mit, dass er vielseitig einsetzbar ist: Sechser, Innenverteidiger und Linksverteidiger sind die Positionen, die er schon häufig bekleidet hat.</p>
<p><strong>Gonzalo Castro:</strong> Für viele ist es ein Rätsel, warum der wohl vielseitigste Spieler der Bundesliga bisher keine Chance in der Nationalmannschaft bekommen hat. Technisch sowie läuferisch ist er sehr gut, auch das taktische Verständnis ist bei ihm gegeben. Seine Flexibilität kann ein großer Trumpf sein, wenn man zum Beispiel in die Situation gerät, nach einem Platzverweis und bereits drei Auswechslungen noch einmal umstellen zu müssen.</p>
<div>
<p><strong>Moritz Leitner:</strong> Der junge Dortmunder hat sich prächtig entwickelt und ist mittlerweile sehr sicher am Ball und stets um kreative Lösungen im Passspiel bemüht. Beim BVB lernte er viel im Pressing- und Umschaltverhalten, legte körperlich etwas zu und tankte mit jedem Einsatz Selbstbewusstsein. Eine Nominierung würde ihm und seiner Entwicklung sicher noch einen Schub geben auf seinem Weg zum Topspieler.</p>
<p><strong>Spezialisten für besondere Situationen:</strong></p>
<p>Wenn also theoretisch einige der obigen Spieler nominiert werden, sorgen sie mit ihrer Polyvalenz dafür, dass weitere Kaderplätze frei werden. Hier können dann Spieler mitgenommen werden, die verschiedene Stärken einbringen, die in gewissen Situationen besonders wertvoll sein können. Es folgt eine kurze Beschreibung von einigen Spezialisten:</p>
<div id="attachment_8786" class="wp-caption alignleft" style="width: 370px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/euro-em-logo-20121.jpg"><img class=" wp-image-8786 " title="euro-em-logo-2012" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/euro-em-logo-20121.jpg" alt="" width="360" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Einen Spezialisten als Ass im Ärmel für bestimmte Spielsituationen?</p></div>
<p><strong>Robert Huth:</strong> Vorstellbar, dass der Hüne eine Rolle im deutschen Kader spielen könnte. Er ist physisch unheimlich stark, stellt eine permanente Gefahr bei eigenen Standards dar und scheut sich nicht, dem Gegner auch einmal weh zu tun. Sollten Mertesacker und Klose ausfallen bzw. nicht spielfit sein, hat man nicht gerade viel offensive Kopfballstärke auf dem Feld – Hummels, Boateng und Badstuber erzielten insgesamt nur 1 Tor in dieser Bundesligasaison. Huth hingegen gehört zu den Spielern mit den meisten Kopfballchancen in der Premier League, was allerdings auch an den Einwürfen von Rory Delap liegt.</p>
<p><strong>Axel Bellinghausen:</strong> Der Augsburger Linksfuß ist ein wahres Arbeitstier. Er gibt nie auf und stellt die Gegner mit seiner unkonventionellen Spielweise häufig vor Probleme. Manchmal wirkt er sehr überhastet und man glaubt, er weiß nicht, was er tut. Dennoch bringt er viele Flanken, hält auch mal aus unmöglichen Winkeln drauf und wirft sich in jeden Zweikampf. Spielt Lahm bei Löw nun wieder rechts, ist die Frage nach dem linken Außenverteidiger noch nicht geklärt. Angesichts der wenigen überzeugenden Auftritte von Aogo darf Bellinghausen sich vielleicht Außenseiterchancen ausrechnen. Zudem ist er einer der wenigen Spieler, der sich in einem &#8211; zugegeben unwahrscheinlichen &#8211; System mit Dreierkette für die Außenposition im Mittelfeld anbietet.</p>
</div>
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<p><strong>Patrick Herrmann:</strong> Bis zu seiner Verletzung vielleicht der Shootingstar dieser Bundesligasaison. Starker Antritt, hohe Endgeschwindigkeit und eine gewisse Unbekümmertheit stehen bei Herrmann auf der Habenseite. Er könnte bei einem knappen Vorsprung als Einwechselspieler zusammen mit Reus für gefährliche Konter sorgen, für die er nicht nur wegen seiner läuferischen Fähigkeiten geeignet ist, sondern auch wegen seines Talents im Finden und Anlaufen von wichtigen Räumen.</p>
<p><strong>Patrick Helmes:</strong> Nach seiner Achterbahnfahrt der Gefühle unter Magath sieht man nun wieder häufiger den alten Helmes, der sich durch seine Schnelligkeit und Coolness vor dem Tor auszeichnet. Als idealer Konterstürmer könnte er in gewissen Konstellationen helfen, außerdem stellt er noch einmal einen anderen Stürmertypus als Gomez und Klose dar. Was man ebenfalls nicht vernachlässigen sollte, ist die Tatsache, dass der Mann einfach einen Lauf hat &#8211; dies ist zwar unmöglich zu messen, aber ein Stürmer mit viel Selbstbewusstsein könnte mehr Wert sein als der formschwache Cacau.</p>
<div>
<p><strong>Christian Pander: </strong>Als Herr der ruhenden Bälle kann er ein Mann für die ganz entscheidenden Momente werden. Egal ob Flanke oder Schuss, wenn Pander einen Freistoß oder eine Ecke tritt, wird es so gut wie immer gefährlich. Dass Pander noch mehr kann als gute Standardsituationen, zeigt er nun relativ konstant bei Hannover, was auch daran liegt, dass er nicht mehr ganz so viel Verletzungspech hat wie früher. Da Lahm wohl für rechts eingeplant wird und eigentlich kein anderer Spieler als Linksverteidiger vollends überzeugen konnte, besitzt auch Pander Außenseiterchancen.</p>
<p><strong>Maximilian Beister: </strong>Der zukünftige Hamburger startet als Linksfuß meistens auf dem rechten Flügel, um von dort nach innen zu ziehen und den Abschluss zu suchen. Seine Distanzschüsse sind gut, genauso wie seine Dribblings. Da in der Nationalmannschaft im vorderen Bereich nur Podolski und Özil mit einem starken linken Fuß gesegnet sind, diese aber beide eher keine Kandidaten für die rechte Seite sind, könnte Beister mit seinem selbstbewussten Auftreten für neuen Schwung in festgefahrenen Partien sorgen.</p>
<p><strong>Mike Hanke: </strong>Viele hatten schon im Test gegen Frankreich mit seiner Nominierung gerechnet, jedoch entschied sich Löw für den diese Saison eher enttäuschenden Cacau. In Gladbach hat Hanke fußballerisch und taktisch einen großen Schritt gemacht und ist nun alles andere als der klassische Strafraumstürmer wie zu Beginn seiner Karriere. Bälle halten und auf nachrückende Spieler ablegen ist eine Stärke von ihm, ebenso das Verhalten im Kombinationsspiel. Beispielhaft für seine diesjährige Form und seine Entwicklung ist das Tor nach doppeltem Doppelpass im Rückrundenspiel gegen Schalke. Neben den angesprochenen Aspekten bringt Hanke auch noch Kopfballstärke mit, die auch in der Defensive bei Standards wichtig sein kann.</p>
<p><strong>Ilkay Gündogan:</strong> Sicherlich einer der Spieler, der sich im Verlaufe der Saison am meisten steigerte. Als Sechser übernimmt er beim BVB viele Aufgaben im Spielaufbau, vor allem wenn Hummels wieder einmal vom Spielgeschehen abgeschnitten wird. Sein Fallenlassen in die Räume hinter den aufrückenden Außenverteidigern beherrschen nicht viele Spieler in seiner Position so gut wie er. Sollte Jogi Löw das Mittel des abkippenden Sechsers also verstärkt in das Spiel der Nationalelf einbauen, wäre Gündogan ein passender Spieler hierfür.</p>
<div>
<p><strong>Jan Schlaudraff:</strong> Der als gescheitertes Talent abgestempelte Hannoveraner ist immer wieder gut für die besonderen Momente: Lupfer, Hackentricks, listige Freistöße oder Traumpässe &#8211; all dies konnte man diese Saison schon von ihm sehen. Als sehr kreativer Spieler mit Mut zum Risiko ist auch er ein Spieler, der gegen tiefstehende Gegner ein Schlüsselspieler sein kann.</p>
<p><strong>Sidney Sam:</strong> Er ist wohl derjenige, der am meisten an David Odonkor 2006 erinnert &#8211; auch wenn man ihm damit vielleicht ein bisschen unrecht tut. Sam gehört zu den schnellsten Spielern in der Bundesliga und besitzt zudem einen starken linken Fuß, mit dem er gerne als rechter Flügelspieler zum Abschluss kommt. Ähnlich wie bei Beister kommt es ihm zu Gute, dass er es als Linksfuß gewohnt ist, von rechts zu starten. Seine Distanzschüsse sind gefährlich, seine Dribblings überraschend und auch seine Fähigkeiten im Pressing und Gegenpressing sind Argumente für ein Last-Minute-Ticket nach Osteuropa.</p>
<p><strong>Morgen werden wir Klarheit haben: Schafft es einer der Außenseiter tatsächlich in den Kader?</strong></p>
<p>Es wäre sicherlich interessant &#8211; auch im Hinblick auf die Zukunft &#8211; einige dieser Spezialisten einzubauen, um die eigene Spielweise noch weniger ausrechenbar zu machen.</p>
<div>Viele der oben genannten Spieler werden wir wohl nicht im Kader finden, zumindest nicht im endgültigen. Vielleicht bekommt aber der eine oder andere Spieler aus unserem Überraschungskader ein Last-Minute-Ticket für die EURO. Oder Jogi Löw überrascht uns alle und nominiert jemanden, der hier gar nicht auftaucht. Man darf gespannt sein, der Countdown läuft.</div>
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<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8703&amp;md5=c0c647e3669409bdd610b855f74dc5bd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Chelsea F.C. &#8211; Liverpool F.C. 2:1</title>
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		<pubDate>Sat, 05 May 2012 22:22:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Premier League]]></category>

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		<description><![CDATA[Gegen einen Gegner, der über die ersten 60 Minuten zahnlos agierte, genügten Chelsea eine solide und disziplinierte Defensivleistung mit einigen guten taktischen Ideen sowie ein wenig Glück in der letzten halben Stunde zu einem 2:1-Sieg und damit dem Gewinn des FA-Cups 2012. Bei Kenny Dalglish stellt sich immer die Frage, welche Grundformation er wählt – [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img class="alignright" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/thumb/a/aa/Thefacup-logo.png/130px-Thefacup-logo.png" alt="" width="130" height="221" />Gegen einen Gegner, der über die ersten 60 Minuten zahnlos agierte, genügten Chelsea eine solide und disziplinierte Defensivleistung mit einigen guten taktischen Ideen sowie ein wenig Glück in der letzten halben Stunde zu einem 2:1-Sieg und damit dem Gewinn des FA-Cups 2012.<span id="more-8772"></span></p>
<p>Bei Kenny Dalglish stellt sich immer die Frage, welche Grundformation er wählt – mit gleichem Personal kann diese mehr ein 4-4-2 und ebenso mehr ein leicht asymmetrisches 4-3-3 darstellen. Für dieses Spiel wählte die schottische Liverpool-Legende letztere Variante aus – mit Gerrard und Henderson auf den Achterpositionen, Downing und Bellamy auf Außen sowie Suarez als beweglichem und zurückfallendem Stürmer.</p>
<p>Auf der Gegenseite wartete Roberto di Matteo mit einer kleinen Überraschung auf: In Anbetracht der bloßen Aufstellung hatte man das unter ihm übliche gewordene 4-1-4-1-System erwarten können, doch agierte man stattdessen in einem 4-2-3-1, in welchem Mata als hängende Spitze und Ramires auf der rechten Seite anstatt als Achter aufliefen. Auf diese Weise konnte man im Mittelfeldzentrum die Formation des Gegners spiegeln, was zu mehr defensiver Sicherheit vor der Viererkette und dem Blocken der Vorstöße Gerrards und Hendersons dienen sollte.</p>
<p>Über weite Strecken funktionierte das Defensivkonzept der Londoner einmal mehr sehr gut, so dass Liverpool gegen die recht tiefstehende Chelsea-Defensive kaum zu Torchancen kam. Dies lag allerdings nicht nur an einer disziplinierten und guten Abwehrleistung der Blues, sondern auch zu großen Teilen an Liverpool selbst, denen wie schon so häufig die Durchschlagskraft nach vorne fehlte, was an üblichen Problemen lag.</p>
<p><strong>Was Liverpool im Spielaufbau fehlte</strong></p>
<div id="attachment_8775" class="wp-caption alignleft" style="width: 326px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/fa-cup-finale-2012-1.png"><img class=" wp-image-8775" title="fa-cup-finale-2012-1" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/fa-cup-finale-2012-1.png" alt="" width="316" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen 1. Halbzeit</p></div>
<p>Ein ganz zentrales Problem hierbei war die zu große Lücke zwischen Suárez und den drei zentralen Mittelfeldspielern. Meistens ließ sich Gerrard im Spielaufbau neben Spearing fallen, um die Ballverteilung mit zu organisieren, während auch Henderson sich eher tief positionierte. Dadurch fehlten allerdings Anspielstationen in der Tiefe und man konnte kaum hinter die Mittelfeld-Viererkette Chelseas kommen, was auch dadurch verstärkt wurde, dass die beiden Außenspieler relativ breit standen.</p>
<p>Der Grund für diese Ausrichtung war zum einen die Fokussierung auf ein Flügelspiel und zum anderen die Tatsache, dass man auf diese Weise den Raum zwischen den Linien ganz für Suárez freihalten wollte, der als vorderster Spieler viele Freiheiten genoss. Allerdings hatte er, wenn er sich fallen ließ, um Zuspiele anzunehmen, kaum Anspielstationen in seiner unmittelbaren Nähe. Stattdessen konnte er von einem Innenverteidiger gefahrlos verfolgt und bedrängt werden, da niemand die entstehenden Räume in der Tiefe attackierte. Gleichzeitig war Suárez auch von der anderen Seite durch eine Viererkette, nämlich jene im Mittelfeld, eingekesselt und wurde von dieser beengt. Insofern war es also<a href="http://spielverlagerung.de/2012/05/03/city-gegen-united-das-manchester-derby-in-der-in-depth-analyse/" target="_blank"> jenes Problem, unter dem auch Rooney im Manchester-Derby litt</a>, welches besonders durch den fehlenden Support der Mittelfeldspieler im Aufbauspiel entstand.</p>
<p><strong>Was Liverpool im letzten Spielfelddrittel fehlte</strong></p>
<p>Auch im Angriffsdrittel, wenn man einen Angriff weiter nach vorne spielen konnte, hatte Liverpool große Schwierigkeiten, diesen weiterzuführen und mit einem Abschluss zu vollenden. Ursächlich war hier wiederum die fehlende Unterstützung der Spieler untereinander, da es zwischen ihnen zu wenige  Verbindungen gab.</p>
<p>Praktisch hatte man nur die beiden Pärchen auf den Flügeln, die jeweils von Außenverteidiger und Außenspieler gebildet und gelegentlich immerhin von Suárez unterstützt wurden. Zu Beginn funktionierte allerdings selbst dies kaum, was dann durch eine mutigere Ausrichtung der Außenverteidiger behoben werden konnte. Dennoch trug das augenscheinliche Ziel, aus diesem klar auf die Flügel fokussierten Angriffsspiel zum Tor zu kommen, zu wenige Früchte.</p>
<p>Erstens wurde man zu ausrechenbar, da man nach relativ ähnlichen Mustern und fast ausschließlich über die Flügel angriff, wenngleich Chelsea ein wenig Probleme hatte, diese sehr direkten und konsequenten Flügelangriffe zu verteidigen. Zweitens, und dies war deutlich bedeutender, fehlte es allerdings an einem Abnehmer im Strafraum. Wenn man sich schon derart auf ein solches Spielkonzept festlegt, sollte es für die Flanken wenigstens einen Abnehmer geben, doch Suárez alleine konnte sich kaum durchsetzen, wobei er oftmals noch nicht einmal im Strafraum stand. Als man im Verlauf der ersten Halbzeit mehr auf ein 4-4-2/4-4-1-1 umstellte, wurde dies etwas besser, da Henderson als rechter Mittelfeldspieler einige Male im Sechzehner auftauchte und Bellamy als beweglicher zweiter Stürmer Downings Flankenläufe unterstützte – doch die ersten Ansätze von Verbindungen reichten noch nicht zu wirklicher Torgefahr aus.</p>
<p><strong>Chelseas Konter und Liverpools fehlende Kompaktheit im Mittelfeld</strong></p>
<p>Konstant gefährlich war zwar auch Chelsea nicht, doch genügte es zumindest für einen Treffer, der bereits nach elf Minuten durch einen stark vorgetragenen Konter fiel. Auch in der Offensive profitierte der Champions-League-Finalist dabei von den Problemen ihrer Gegner, welche zu keiner Kompaktheit im Mittelfeld fanden.</p>
<p>Zwar hatte Kenny Dalglish den alternden Veteran Jamie Carragher auf der Bank gelassen, um mit der Abwehrreihe höher agieren zu können, doch dennoch konnte man die Räume vor der Viererkette nicht eng machen. Als alleiniger Sechser konnte Jay Spearing beim Abdecken der Räume einmal mehr nicht wirklich überzeugen und wurde wie schon manches Mal überladen, wenngleich er auch zu wenig Unterstützung durch seine Kollegen erhielt.</p>
<p>Dabei zogen die beiden Außenspieler Chelseas mehr oder weniger stark in die Mitte, während Drogba und Mata nach zwei unterschiedlichen Mustern rochierten. Entweder gingen die beiden Offensivkräfte ein wenig aus dem Zentrum heraus, um ihre Gegenspieler wegzulocken und den Raum für die einlaufenden Außenspieler oder den vorstoßenden Lampard zu öffnen. Oder es war Drogba, der sich nach hinten fallen ließ, um mit seiner körperlichen Wucht Spearing zusätzlich zu okkupieren und damit Mata ins Spiel zu bringen, der somit deutlich mehr eingebunden war, als zuletzt bei seinen Einsätzen auf der Außenseiten. Aus einer solchen Szene fiel dann auch der besagte Treffer, als Spearing Mata aus den Augen verlor, dieser sehr große Räume zwischen den Linien vorfand und Ramires einsetzen konnte, welcher wiederum José Enrique stehen ließ und traf.Zumindest im ersten Durchgang trug der Brasilianer, der den Spanier offensiv wie defensiv dominierte, sehr viel zu Chelseas Überlegenheit bei.</p>
<p>Dadurch, dass die Außenverteidiger Liverpools im Laufe der ersten Halbzeit offensiver wurden, konnten Mata und Drogba auch öfters auf die Außenbahnen rochieren, um dort die entstandenen Läufe anzulaufen, was allerdings nicht so effektiv war wie in der freien Mitte.</p>
<p>Das endgültig perfekte Beispiel für diese Schwachstelle der Reds stellte dann das 2:0 kurz nach Wiederbeginn dar – Mata war auf die Außenbahn gegangen und hatte die Mitte für Lampard überlassen, welcher dem klasse abschließenden Drogba das Tor auflegte. Erschreckend aus Sicht der Liverpool-Defensive: Eine kleine Körpertäuschung im Mittelfeld reichte und Lampard stand bis zum Strafraum das gesamte Feld offen.</p>
<p>Angesichts dieses Spielstandes und einer enttäuschenden ersten Stunde musste Kenny Dalglish reagieren. Alle Fans der Reds <a href="http://spielverlagerung.de/2012/04/14/liverpool-fc-everton-fc-21/" target="_blank">hofften nun auf eine ähnliche Wende wie im Halbfinale, als man im Derby gegen Everton nach ebenfalls sechzig schwachen Minuten aus einem 0:1 noch einen Sieg machte</a>. Um diesmal gar noch zwei Treffer an Rückstand aufzuholen, setzte Dalglish auf einen sehr riskanten Wechsel und brachte mit Carroll einen Zielstürmer für die vielen Flanken anstelle von Spearing.</p>
<p>Zunächst zahlte man aber fast den Preis für das praktisch völlig inexistente defensive Mittelfeld. Da man nun einen offensiven Achter, der sich nun verstärkt mit nach vorne einschaltete und die zentralen Räume im letzten Drittel mit bearbeitete, sowie einen Hybrid aus Achter und Außenbahnspieler hatte, ergaben sich für Mata, Drogba und Co. sehr viele Räume zwischen den Linien (und nicht dahinter, weshalb Torres überhaupt nicht spielte) – ihre Menge an Chancen konnte Chelsea in dieser Phase allerdings nicht verwerten und verpasste damit die Entscheidung.</p>
<p><strong>Liverpools „Beinahe-Comeback“</strong></p>
<div id="attachment_8776" class="wp-caption alignright" style="width: 326px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/fa-cup-finale-2012-2.png"><img class=" wp-image-8776" title="fa-cup-finale-2012-2" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/fa-cup-finale-2012-2.png" alt="" width="316" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen nach der Einwechslung Carrolls</p></div>
<p>Mit Andy Carroll in der Mitte hatte man nun einen vernünftigen Abnehmer für die zahlreichen Flanken, was sich auch bezahlt machen sollte. Gerade die beiden auf der linken Seite agierenden Spieler setzten nun auf eine brutale Pärchenbildung, wobei sie gelegentlich noch von mutigen Vorstößen Aggers unterstützt wurden, und auch wenn es immer ein relativ ähnlicher Spielzug war, so kamen die beiden doch zu vielen Flankenmöglichkeiten:</p>
<p>Mit guten Verlagerungen setzten Henderson und Gerrard die Außenspieler ein, welche anschließend sofort und mit viel Aggressivität den Weg entlang der Linie suchten. Aufgrund der sehr engen Stellung des Chelsea-Kollektivs konnte Liverpool mit dieser Kombination häufig außen am gegnerischen Defensivblock vorbei spielen und fand daher durchaus Räume auf dem Flügel. Aus diesen Flanken resultierten einige gute Chancen für Carroll, der immer näher an seine Top-Form aus alten Newcastle-Tagen herankommt. Auch sein schneller Anschlusstreffer (64.) war sehr gut gemacht und wurde ursprünglich ebenso durch die Pärchenbildung auf der linken Seite eingeleitet – ironischerweise fiel der Treffer nur, weil der Spielzug so offensichtlich war, abgefangen wurde und Bosingwa dann den individuellen Fehler beging.</p>
<p>Neben der Einwechslung Carrolls waren auch die Vorstöße der zentralen Mittelfeldspieler ein wichtiger Aspekt, der bei Liverpool in Halbzeit zwei verbessert war. Längere Bälle wurden vom Zielspieler sehr gut ablegt, wodurch einige gefährliche Weitschussmöglichkeiten für Henderson und Gerrard entstanden.</p>
<p>Überhaupt bekamen die Reds das Spielfeldzentrum auch im letzten Drittel nun immer besser unter Kontrolle. Durch Carrolls Präsenz erhaschte Suárez mehr Freiheiten, wurde nicht mehr so stark bewacht und konnte daher mit dem aufrückenden Gerrarrd teilweise gar eine Doppel-Zehn bilden. Diese beiden initiierten dann auch den schönsten Spielzug der Partie, indem nun sie das Zentrum überluden. Letztlich kam ein Chip auf Carroll dabei heraus, der eine Art zweites „Wembley-Tor“ produzierte – Liverpool war dem Ausgleich ganz nahe. Erwähnenswert noch, dass dieser Angriff letztlich über die rechte Seite kam, wo Johnson im zweiten Durchgang deutlich aktiver agierte und außerdem auch sehr gut die Halbräume anlief – dies ist eine besondere Stärke des Rechtsverteidigers, die fast belohnt worden wäre. Verstärkt ermöglicht wurde diese leicht angepasste Rolle durch die Einwechslung Kuyts, der sich noch einmal besser an Johnson anzupassen wusste als Bellamy und zudem auch einige gute zweite Bälle gewann.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Eine Stunde lang hatte es Chelsea ziemlich einfach – man führte früh durch einen starken Konterangriff, profitierte defensiv von einem offensivtaktisch schwachen Gegner sowie im Angriffsspiel von den Räumen, die hinter Gerrard und Henderson klafften, und hatte folglich zunächst mit einer soliden Leistung einen ruhigen Abend.</p>
<p>Erst die Einwechslung Carrolls, die angepassten Rollen der Außenverteidiger sowie die vermehrten Vorstöße der zentralen Mittelfeldspieler veränderten die Partie und Chelsea bekam Probleme mit den vielen Flanken auf Liverpools Carroll. Für alle Fans des FC Bayern dürfte es durchaus erfreulich sein, dass Chelsea in der Verteidigung der Außenbahnen relativ unsouverän wirkte – <a href="http://spielverlagerung.de/2012/04/25/fc-barcelona-chelsea-f-c-22/" target="_blank">bei der Abwehrschlacht gegen Barcelona musste man hier relativ wenig arbeiten</a>, weshalb man gar mit der Spielweise der Bayern mehr Probleme haben und mehr Aufwand leisten müssen könnte als man ihn zumindest im Rückspiel gegen Barca bringen musste. Angesichts dessen ist es aus deutscher Sicht umso ärgerlicher, dass ausgerechnet das brutal starke Duo aus Ribéry und Alaba gesprengt worden ist, da der junge Österreicher mit der zielstrebigeren und atheltischeren Art und Weise seiner Vorstöße etwas gefährlicher gewesen wäre als Lahm auf der anderen Seite. Sein potentieller Ersatz Contento kann dies vom Prinzip her sogar durchaus ebenso zeigen wie Alaba, wohingegen Pranjic wohl die insgesamt (spiel)stärkere Variante wäre.</p>
<p>Allerdings zurück zum eigentlichen Spiel, dem FA-Cup-Finale, das der Chelsea Football Club letztlich trotz einer wackeligen Schlussphase verdient gewann. Kenny Dalglish muss sich vorwerfen, sich bei einigen taktischen Aspekten verkalkuliert und dies dann zu spät korrigiert zu haben. Nun heißt es an der Merseyside, diese eher missratene Saison – nach dem Ligapokal konnte man sie nicht mit dem FA-Cup versöhnlich beenden – abzuhaken und sich für das nächste Jahr auf eine konstante Ausrichtung einzustellen sowie die einzelnen Mannschaftsteile im Kontext dieser Ausrichtung besser aufeinander abzustimmen.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8772&amp;md5=7c6747b858d71ba2485172addf9d0e3b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>1.FC Köln &#8211; FC Bayern München 1:4</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2012/05/05/1-fc-koln-fc-bayern-munchen-14/</link>
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		<pubDate>Sat, 05 May 2012 17:43:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>PP</dc:creator>
				<category><![CDATA[1. FC Köln]]></category>
		<category><![CDATA[Bayern München]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>

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		<description><![CDATA[Abstiegsduell, Teil 2: Köln verliert und steigt ab. Ein guter Podolski und das Daumendrücken für Hoffenheim reichen nicht. Bayern überzeugt mit rochierenden Offensivspielern und präsentiert die voraussichtliche Startelf für das CL-Finale. Köln defensiv, Bayern mit der vermutlichen Aufstellung für das Finale gegen Chelsea Frank Schäfer schickte eine recht defensive Mannschaft ins Spiel. Rechts in Viererkette [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Abstiegsduell, Teil 2: Köln verliert und steigt ab. Ein guter Podolski und das Daumendrücken für Hoffenheim reichen nicht. Bayern überzeugt mit rochierenden Offensivspielern und präsentiert die voraussichtliche Startelf für das CL-Finale. <span id="more-8740"></span><strong></strong></p>
<p><strong>Köln defensiv, Bayern mit der vermutlichen Aufstellung für das Finale gegen Chelsea</strong></p>
<div id="attachment_8762" class="wp-caption alignleft" style="width: 364px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/KölnBayern14.png"><img class=" wp-image-8762" title="KölnBayern14" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/KölnBayern14.png" alt="" width="354" height="482" /></a><p class="wp-caption-text">Startformationen</p></div>
<p>Frank Schäfer schickte eine recht defensive Mannschaft ins Spiel. Rechts in Viererkette spielte der offensiv zurückhaltende Brecko, links der etwas offensivere Eichner. Die Innenverteidung bildeten Geromel und McKenna, wobei Ersterer sich hauptsächlich um Gomez kümmerte, während McKenna absicherte.</p>
<p>Im Mittelfeld spielten Pezzoni und Lanig auf der Doppelsechs flankiert von Riether auf der rechten und Peszko auf der linken Seite. Wie auch in der Abwehr herrschte hier eine Asymmetrie: Riether auf rechts ist ein deutlich defensiverer Spieler als Peszko auf der anderen Seite.</p>
<p>Grund dafür war wohl, dass sie Bayerns starke linke Seite ausbremsen wollten. Vor dieser Viererkette agierten Podolski und Jajalo, wobei Letzterer etwas hinter dem deutschen Nationalspieler blieb.</p>
<p>Die im Finale gegen Chelsea gesperrten Gustavo, Badstuber und Alaba wurden von Heynckes allesamt draußen gelassen. In der Innenverteidigung lief Tymoshchuk neben Boateng auf, Alabas linke Außenposition in der Viererkette bekleidete Contento. Im Mittelfeld bildeten Kroos und Schweinsteiger die Doppelsechs. Dafür rückte Thomas Müller in die Mannschaft und spielte als hängende Spitze hinter Mario Gomez.</p>
<p><strong>Die Ausgangssituation für Köln &#8211; eine heikle Angelegenheit</strong></p>
<p>Die Ausgangssituation war trotz des Vorsprungs von zwei Punkten auf Hertha unheimlich schwierig. Da es für Hoffenheim schon durchaus wichtigere Spiele gab als das gegen die ums Überleben kämpfenden Berliner, erwarteten die Kölner sicherlich einen Sieg der Hertha. Dies bedeutete also nichts anderes, als dass man gegen den FC Bayern gewinnen musste, der dieses Spiel allerdings sehr ernst nahm – nur logisch, da ja nun zwei Finalspiele für sie anstehen, bei denen sie sich in guter Form präsentieren wollen und müssen.</p>
<p>Als kleine Mannschaft gegen Bayern gewinnen zu müssen ist eine äußerst undankbare Situation, da die starken Individualisten des FCB, die zudem noch sehr schnell sind, bei Kontern kaum zu verteidigen sind. Es ist also schwierig, einen passenden Mittelweg zwischen Defensive und Offensive zu finden. Der Plan war offenbar, auf Podolskis Einzelaktionen (Dribblings, Fernschüsse) und Standardsituationen (McKenna, Geromel) zu hoffen und sich ansonsten aufs Verteidigen zu fokussieren.</p>
<p><strong>Müller auf der Zehn und Tymoshchuk/Boateng in der Innenverteidigung: Die Folgen</strong></p>
<p>Die erste Auffälligkeit im Bayernspiel war, dass Boateng von der rechten auf die linke Innenverteidigerposition wechselte. Grund dafür könnte sein, dass man dem unerfahrenen Contento, der zudem nicht viel Spielpraxis hat, den schnellen und gut aufgelegten Boateng zur Seite stellen wollte.</p>
<p>Ein anderer Grund könnte sein, dass Tymoshchuk der bessere Aufbauspieler als Boateng ist, und Schweinsteiger bzw. Kroos sich gerne in die Lücke hinter linkem Innen- und Außenverteidiger fallen lassen. Damit würde man dafür sorgen, dass der Aufbau nicht zu linkslastig wird. Gegen letzteren Grund spricht allerdings, dass man sonst mit Holger Badstuber und den nach links zurückfallenden Mittelfeldspielern in der Regel eine gewissen Linkslastigkeit im Aufbau in Kauf nimmt.</p>
<div id="attachment_8763" class="wp-caption alignright" style="width: 364px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/KölnBayern14BayernRochieren.png"><img class=" wp-image-8763" title="KölnBayern14BayernRochieren" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/KölnBayern14BayernRochieren.png" alt="" width="354" height="337" /></a><p class="wp-caption-text">Bayern agierte in der Offensive sehr flexibel. Kroos rückte vor Schweinsteiger, die offensive Dreierreihe tauschte die Positionen</p></div>
<p>Wenn der FC Bayern mit Thomas Müller statt Toni Kroos auf der Zehnerposition aufläuft, führt dies meist zu vielen Rochaden in der offensiven Dreierreihe. Müller tauscht mit Robben, Ribery überlädt die rechte Seite, oder die drei wechseln für mehrere Minuten jeweils auf die Position eines anderen. Während Kroos als Zehner sich den Ball lieber in tieferen Positionen abholt und die Bälle dann verteilt, kommt Müller mehr über seine Bewegungen ohne Ball.</p>
<p>Beim Tor zum 1:0 durch Müller konnte man diese Flexibilität schön beobachten. Ribery tauchte rechts auf und konnte eine Flanke bringen, die der auf halblinks gerückte Müller – sträflich freistehend – zur Führung verwerten konnte.</p>
<p>Auch wenn diese Rochaden zu einer sehr flexiblen und somit weniger ausrechenbaren Spielweise führen, hat die Variante mit Müller statt Kroos auf der Zehn den Nachteil, dass man im Zentrum nicht immer so ein Übergewicht herstellen kann wie in der Kombination Gustavo-Schweinsteiger-Kroos. Da man mit Köln allerdings keinen Gegner mit einem besonders starken Mittelfeld hatte und Chelsea im Finale wohl auch eher defensiv erwartet, ist die Variante Schweinsteiger-Kroos-Müller nachvollziehbar.</p>
<p><strong>Wie Köln auf den Spielverlauf in Berlin reagierte</strong></p>
<p>Nach einer Viertelstunde ging Hertha in Führung, was für Köln in diesem Moment nichts anderes bedeutete, als dass sie die Bayern schlagen mussten, um die Relegation zu erreichen. Köln änderte zu dem Zeitpunkt noch nichts, sondern lauerte weiter mit zwei engen Viererketten und den hart arbeitenden Jajalo und Podolski davor auf Konter. Auch nach dem 1:0 der Bayern behielt Köln die defensive Spielweise bei und wollte sich wohl zuerst einmal in die Halbzeit retten, um dort das weitere Vorgehen zu planen.</p>
<p>In der Halbzeitpause brachte Schäfer dann mit Novakovic einen zweiten Stürmer, Jajalo musste raus. Novakovic sollte als gelernter Stürmer mögliche Abstimmungsprobleme der nicht eingespielten Bayernabwehr ausnutzen. Außerdem sorgte er für mehr Kopfballstärke, angesichts der bis auf Boateng kopfballschwachen Abwehr der Münchener also eine logische Einwechslung – zumal Berlins Führung und Überzahl natürlich auch bis nach Köln vorgedrungen war.</p>
<p>Auffällig war des Weiteren, dass im Verlauf des Spiels immer mehr Angriffe der Kölner über ihre nominell defensivere rechte Seite kamen als über links oder durch die Mitte. Am Ende waren es 47% ihrer Vorstöße, die über die rechte Seite gemacht wurden.</p>
<p><strong>Köln drückt kurz, Bayern kontert und geht fahrlässig mit den Chancen um</strong></p>
<p>Die Kölner flankten nun häufiger, was zu einigen Halbchancen und Eckbällen führte. In den ersten paar Minuten nach der Halbzeit gab Köln richtig Gas, und drückte Bayern für eine – sehr kurze – Zeit sogar hinten rein, da sie verlorene Bälle durch eine kompakte Staffelung schnell zurückerobern konnten.</p>
<p>Genau in dieser Phase fingen sich die Domstädter dann aber zwei Kontertore, die beide schön über die linke Bayernseite herausgespielt wurden – wobei man sagen muss, dass das Eigentor der Kölner ebenso kurios wie unglücklich war.</p>
<div id="attachment_8765" class="wp-caption alignright" style="width: 364px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/KölnBayern14GroßerAbstandFCB1.png"><img class=" wp-image-8765" title="KölnBayern14GroßerAbstandFCB" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/KölnBayern14GroßerAbstandFCB1.png" alt="" width="354" height="483" /></a><p class="wp-caption-text">In manchen Situationen ließen die Bayern ein zu großes Loch zwischen Abwehr und Mittelfeld. Köln nutzte diese Räume selten, immerhin aber bei ihrem Kontertor zum 1:3</p></div>
<p>Auch nach dem dritten Treffer drückte Bayern weiter und spielte sich über die Außenpositionen immer wieder gute Torchancen heraus. Dass die Führung nicht weiter ausgebaut wurde, lag nicht zuletzt daran, dass Ribery, Müller, Kroos und Co. zu oft versuchten, Mario Gomez in Schussposition zu bringen.</p>
<p>Einige vielversprechende Angriffe wurden deshalb nicht abgeschlossen, was aber nur selten zu Kölner Kontern führte. Diese hätten durchaus gefährlich werden können, da die Bayern oftmals vergaßen, den Abstand zwischen Offensiv- und Defensivspielern klein zu halten. Kölns erste Pässe bei Ansätzen von Kontern waren aber meistens schlecht.</p>
<p>Nach einer guten Stunde bestrafte Köln den fahrlässigen Umgang der Bayern mit ihren Torchancen dann aber mit einem der wenigen Konter und verkürzten auf 1:3.</p>
<p>Bei einem Kölner Konter blieben zu viele Bayernspieler vorne stehen, Tymoshchuk wurde von Podolski auf den Flügel herausgezogen und dort überlaufen. Podolskis Hereingabe verwertete Novakovic dann in Manier eines Mittelstürmers.</p>
<p>Dieses Tor war einerseits das Resultat der Bayernaufstellung ohne wirklich defensiven Sechser sowie andererseits der logischen Einwechslung Novakovics und der damit verbundenen Fokussierung auf das Spiel über die Außen.</p>
<p><strong>Köln gibt sich auf und vertraut auf Hoffenheim</strong></p>
<p>Das energische Holen des Balls aus dem Netz nach dem Anschlusstreffer war jedoch die einzige Aktion, die im weiteren Verlauf auf ein Aufbäumen der Kölner schließen ließ. Bayern spielte munter weiter nach vorne, Schweinsteiger sammelte Ballkontakte und dominierte mit seinen Pässen das Spiel. Der nimmermüde Müller belohnte sich nach seiner langen Durststrecke mit einem Doppelpack.</p>
<p>Besondere taktische Mittel seitens Schäfer gab es nicht zu sehen: Kein zusätzlicher Stürmer, keine offensiveren Außenverteidiger und auch keine Beorderung McKennas ins Sturmzentrum. Die Kölner hofften offensichtlich nur noch darauf, dass Hoffenheim gegen Hertha noch zum Ausgleich kommen würde, was allerdings nicht gelang.</p>
<p>Diese Passivität war sicher ein Grund für das Ausrasten einiger Kölner Fans, auf das ich hier aber nicht weiter eingehen werde, da es nichts mit dem Inhalt unserer Seite zu tun hat und man diesen Idioten auch nicht allzu viel an Öffentlichkeit anbieten sollte.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Köln kämpfte und hatte in Lukas Podolski einen starken Antreiber in vorderster Front, der allerdings zu wenig Unterstützung erhielt und unter der wenig auf Kombinationsspiel angelegten Spielweise seines Teams litt. Zwischen den Viererketten der Kölner gab es zu viel Raum für die offensiven Mittelfeldspieler der Bayern, auch das Doppeln funktionierte nicht, was auch an den guten Bewegungen der Bayern lag.</p>
<p>Die Kölner konnten die Bayern nur für eine kurze Zeit in Bedrängnis bringen, wurden dann aber zum psychologisch ungünstigsten Zeitpunkt ausgekontert. In diesen Situationen fehlte ihnen Geschwindigkeit und die nötige Zuordnung, auch taktische Fouls hätten hier und dort geholfen.</p>
<p>Dass die Niederlage nicht höher ausfiel, lag weniger an der Abwehrleistung als an der Fokussierung der Bayern auf Gomez, der laut eigener Aussage aber noch Stunden hätte spielen können, ohne ein Tor zu machen.</p>
<p>Da Hertha im Heimspiel gegen Hoffenheim eine leichtere Aufgabe hatte und zudem selbst auch noch gut spielte, darf sich in Köln nun niemand über den Abstieg beschweren.</p>
<p>Man muss nicht gegen Bayern gewinnen, um nicht abzusteigen, die benötigten zwei Punkte hätte man in vielen anderen Spielen sammeln können. Nun steht also nach einer turbulenten Saison der harte Gang in die zweite Liga, nicht auszuschließen, dass dort ein gehöriger Umbruch stattfindet.</p>
<p>Bayern nahm das Spiel als Härtetest für das Champions League Finale gegen Chelsea und holte sich eine Portion Selbstbewusstsein, die vor dem Duell mit Dortmund um den DFB-Pokal nächste Woche sicher nicht schadet. Dort werden wir wohl wieder die Stammelf sehen, die in den beiden Spielen gegen Real überzeugte. Interessant wird dann sein, wie die Abwehr mit Contento und Tymoshchuk sich gegen Drogba und/oder Torres schlagen wird (hierzu folgt natürlich bald eine ausführliche Vorschau).</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8740&amp;md5=cd3f1d3919e0f808a793c9d00e972f97" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hertha BSC &#8211; 1899 Hoffenheim 3:1</title>
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		<pubDate>Sat, 05 May 2012 16:43:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TE</dc:creator>
				<category><![CDATA[1899 Hoffenheim]]></category>
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		<category><![CDATA[Hertha BSC Berlin]]></category>

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		<description><![CDATA[Abstiegsduell, Teil 1: Hertha BSC sichert sich mit einem 3:1 über 1899 Hoffenheim am letzten Spieltag den Relegationsplatz. Sie überzeugten vor allem kämpferisch. Hertha hochmotiviert und bissig Trotz nur 8 Punkten in der Rückrunde und zuletzt schwachen Leistungen hatte Hertha BSC am letzten Spieltag noch die Chance, den Relegationsplatz zu erreichen, dem 1. FC Köln [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><div id="attachment_8748" class="wp-caption alignleft" style="width: 320px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/hertha-hoffenheim.png"><img class=" wp-image-8748" title="hertha hoffenheim" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/hertha-hoffenheim.png" alt="" width="310" height="431" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen</p></div>
<p>Abstiegsduell, Teil 1: Hertha BSC sichert sich mit einem 3:1 über 1899 Hoffenheim am letzten Spieltag den Relegationsplatz. Sie überzeugten vor allem kämpferisch. <span id="more-8747"></span></p>
<p><strong>Hertha hochmotiviert und bissig</strong></p>
<p>Trotz nur 8 Punkten in der Rückrunde und <a href="http://www.11freunde.de/bundesligen/152119/geistesabwesend_ideenlos_abgestiegen">zuletzt schwachen Leistungen</a> hatte Hertha BSC am letzten Spieltag noch die Chance, den Relegationsplatz zu erreichen, dem 1. FC Köln sei Dank. Beide Teams lieferten sich seit Wochen ein Schneckenrennen um den 16. Platz. Rehhagel baute die Anfangself erneut gehörig um, fünf neue Spieler standen in der Startformation. Er baute ebenso wie sein Gegenüber Markus Babbel auf die erprobte 4-2-3-1/4-4-1-1 Mischformation.</p>
<p>Es war dem Spiel in dieser Anfangsphase anzumerken, dass es für ein Team um sehr viel und für das andere um gar nichts ging. Was auch immer Rehhagel in seiner Ansprache vor dem Spiel gesagt hat – es hat offensichtlich gewirkt. Die Herthaner waren heiß wie noch nie in dieser Saison. Zu Beginn jagten sie ihre Gegenspieler über das ganze Feld. Von Verteidiger Hubnik bis Sturmspitze Lasogga wurde jeder Zweikampf gesucht. Sie entfachten einen unheimlichen Druck auf den Ballführenden, auch im gegnerischen Drittel. So kam Hoffenheim kaum zur Entfaltung.</p>
<p>Hertha konnte in der Anfangsviertelstunde einige Male ins letzte Drittel vorstoßen. Dort hatten sie jedoch mit mangelhafter Passgenauigkeit und fehlender Unterstützung für den Ballführenden zu kämpfen. König Otto wollte offenbar kein Gegentor fangen, weshalb die Sechser und Außenverteidiger nur selten nach vorne vorstießen. Es war daher keine Überraschung, dass sie aus dem Spiel nicht zu Chancen kamen – Kombinationen in Tornähe waren Mangelware. Erst, als sie sich bei einem Standard mit mehr als vier Mann nach vorne wagten, fiel der Führungstreffer. Ben-Hatiras Flanke segelte an Freund und Feind vorbei ins Tor (14.).</p>
<p><strong>Mehr Spielanteile für 1899 nach dem Rückstand</strong></p>
<p>Nach dem Treffer zogen sich die Herthaner weiter zurück und überließen den Kraichgauern zunächst den Ball. Sie ordneten sich in einem 4-1-3-1-1 an. Kobiashvili und Perdedaj ließen sich abwechselnd etwas fallen, wodurch sie Lücken zwischen Abwehr und Mittelfeld schloss. Salihovic, der sich in den Räumen zwischen den Ketten anbot, wurde vom aggressiven Perdedaj so aus dem Spiel genommen. Insgesamt war das Zentrum der Berliner sehr dicht, auch weil Raffael gut mit nach hinten arbeitete.</p>
<p>Hoffenheim blieb einzig der Weg über die Außen. Doch bei ihren Angriffsversuchen war ihnen jederzeit anzumerken, dass sie nicht 100% bei der Sache waren. Sie spielten mehr Fehlpässe als die Herthaner (Passgenauigkeit 87% zu 84%), und das, obwohl sie wesentlich öfters den Quer- oder Rückpass wählten. Auch das Laufverhalten war nicht optimal, ein Hinterlaufen der Außenstürmer durch die Flügelverteidiger gab es beispielsweise nicht. Zu Torchancen kamen die Gäste demnach nur selten, auch weil Hertha besonders in den letzten Minuten am eigenen Sechszehner verteidigte. Durch das tiefe Stehen kam 1899 fast nie mit Schnittstellenpässen hinter die Abwehr. Große Ausnahme war Schipplocks größte Chance in der 34. Minute, bei der Kraft umkurvte und aus spitzem Winkel nicht traf.</p>
<p>Zur Hoffenheimer Offensivschwäche trugen auch die schwachen Standards bei. Es war ja nicht so, dass die Herthaner keine Freistoßmöglichkeiten zuließen: Zur Halbzeitpause hatten sie 19 Fouls verübt, was ein extrem hoher Wert ist. Hoffenheim nutzte diese Chancen jedoch nicht. Hertha hatte dabei etwas Glück, dass Schiedsrichter Kinhöfer nur wenige Karten vergab. Etwas überraschend verließ er jedoch seine Linie in der 41. Minute: Hoffenheims Babel flog nach einer undurchsichtigen Aktion mit gelb-rot vom Platz. Kandidat Nummer Eins für einen Platzverweis war eigentlich Perdedaj. Er hätte sich bei seinen wiederholt rüden Fouls nicht über eine gelb-rote Karte beschweren müssen. Rehhagel wechselte ihn folgerichtig noch vor der Pause aus (44., Ronny kam).</p>
<p><strong>Zweite Halbzeit: Raffael rückt in den Fokus</strong></p>
<p>Jene rote Karte bestimmte den Spielverlauf nach der Pause. Hoffenheim agierte fortan im 4-4-1, Salihovic ging auf den linken Flügel. Mit einem Mann in Unterzahl waren sie gegen die defensiv eingestellten Herthaner jedoch noch stärker unterlegen. Nachdem auf der Anzeigetafel das zwischenzeitliche 0:2 für die Bayern verkündet wurde, setzten sich die Herthaner noch einmal zu einer Zwischenoffensive an. Das hohe Pressing wurde begleitet von den Anfeuerungsrufen der Fans.</p>
<p>Größtes Problem der Herthaner Offensive war dabei wie so oft in dieser Spielzeit die hohe Abhängigkeit von Raffael. Der Brasilianer wird bei jeder Offensivaktion gesucht und ist Dreh- und Angelpunkt der Angriffsbemühungen. Durch die beschränkte Kreativität der anderen Mittelfeldspieler ist sein Team jedoch zu berechenbar. Viele seiner Aktionen waren außerdem zu eigensinnig.</p>
<p>Diese Eigensinnigkeit kann dem Brasilianer nur zum Teil angelastet werden: Oftmals hatte er aufgrund schwacher Läufe der Außenspieler keine Anspielstation. Exemplarisch war eine Szene in der zweiten Halbzeit, in der Ebert in die Schnittstelle zwischen Außen- und Innenverteidiger hätte laufen können. Stattdessen trabte er neben Raffael her, und so musste dieser ins Eins-gegen-Eins gehen, welche er verlor. Solche Situationen gibt es im Spiel der Herthaner zuhauf, gerade bei schnellen Kontern. Als Außenstehender stellt sich hier die Henne/Ei-Frage: Laufen die Mitspieler nicht mit, weil sie eh kein Abspiel von Raffael erwarten, oder spielt Raffael nicht ab, weil seine Kollegen nicht gut mitlaufen? So oder so, die Abhängigkeit von Raffael ist gravierend. Das 0:2 fiel in dieser Form nur, weil Raffael ein starkes Dribbling mit einem Glanzpass zum eingewechselten Ramos (61., für den verletzten Lasogga) abschloss. Dieser bediente Torschützen Ben-Hatira (78.).</p>
<p>In den letzten zehn Minuten wurde das Spiel noch einmal unruhig. Einer der insgesamt 29 Freistöße, die Hertha dem Gegner schenkte, führte zum 1:2 (85.). Babbel warf nun alles nach vorne und wechselte mit Mlapa (87., für Kaiser) eine weitere Offensivkraft ein, es war nun ein 4-3-1-1 erkennbar, die Viererkette stand an der Mittellinie. Kurz vor Schluss ging sogar Keeper Starke bei einer Ecke mit in den gegnerischen Strafraum, beim darauffolgenden Konter brauchte Raffael nur ins leere Tor einschieben (92.).</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Hertha rettet sich mit einem kämpferischen Kraftakt in die Relegation. Dabei überdecken sie mit ihrer leidenschaftlichen Leistung spielerische und taktische Defizite. So standen sie etwa lange Zeit recht tief, auch die Laufwege im letzten Drittel waren in vielen Situationen katastrophal. Im Hinblick auf die Relegation könnten diese Schwächen zu einem echten Problem werden. Gerade wenn sie auf ein konterstarkes Team wie den <a href="http://spielverlagerung.de/2011/08/24/fc-st-pauli-msv-duisburg-2-1/">FC St. Pauli</a> oder <a href="http://spielverlagerung.de/2011/12/18/fortuna-dusseldorf-sc-paderborn-23/">den SC Paderborn</a> treffen und das Spiel machen müssen, dürften ihre mangelhafte Kreativität im Spielaufbau ein Problem werden. Im Moment zählt aber nur der Sieg über Hoffenheim, und den haben sich die Berliner mit einer ihrer stärksten Saisonleistungen redlich verdient.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8747&amp;md5=13bb22cbe86237bea845078ff63bc6c3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Georgien U17 &#8211; Deutschland U17 0:1</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 23:11:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Junioren]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalmannschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach den großartigen Leistungen der letztjährigen U17 bei der EM sowie der WM tritt nun eine neue Generation bei der U17-Europameisterschaft in Slowenien an. Acht Teams, die sich durch eine komplizierte Qualifikation spielen mussten, sind bei diesem Turnier dabei – die deutsche Mannschaft konnte sich unter anderem gegen die Türkei und Portugal durchsetzen und wurde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img class="alignright" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/5/5c/UEFA_U-17_European_Championship.png/120px-UEFA_U-17_European_Championship.png" alt="" width="120" height="148" />Nach den <a href="http://spielverlagerung.de/category/junioren/" target="_blank">großartigen Leistungen der letztjährigen U17 bei der EM sowie der WM</a> tritt nun eine neue Generation bei der U17-Europameisterschaft in Slowenien an.<span id="more-8658"></span></p>
<p>Acht Teams, die sich durch eine komplizierte Qualifikation spielen mussten, sind bei diesem Turnier dabei – die deutsche Mannschaft konnte sich unter anderem gegen die Türkei und Portugal durchsetzen und wurde zur Endrunde zusammen mit Georgien, Island und Frankreich in die Gruppe B gelost.</p>
<p>Im ersten Spiel traf die Mannschaft von Bundestrainer Stefan Böger dabei auf die spielstarken und technisch versierten Georgier, die durchaus zu beeindrucken wussten. Gerade in der ersten Halbzeit enttäuschte die deutsche Mannschaft und wurde von einem starken Gegner dominiert, doch nach dem Seitenwechsel präsentierte man sich stark verbessert und konnte einen hochverdienten Sieg einfahren.</p>
<p><strong>Das Team</strong></p>
<p>Wie auch die A-Nationalmannschaft formierte sich die deutsche U17 in einem 4-2-3-1/4-4-1-1-System mit einem beweglichen modernen Zehner sowie einem spielstarken und ausweichenden Stürmer.</p>
<p>Vor Torwart Oliver Schnitzler (Leverkusen), der in der ersten Halbzeit einige gute Aktionen hatte, spielten Niklas Süle (Hoffenheim) und Marian Sarr (Leverkusen) in der Innenverteidigung. Gerade Letzterer machte zu Beginn aufgrund der Nervosität einige Fehler, doch insgesamt spielten beide ordentlich und konnten oftmals in der Verteidigung ihres Strafraums und dem Abdrängen sowie Abblocken gegnerischer Angriffe überzeugen.</p>
<p>Als Außenverteidiger liefen auf rechts Pascal Itter (Nürnberg) und auf links Jeremy Dudziak (Dortmund) auf. Beide spielten eine recht ausgeglichene und balancierte Rolle in Bezug auf Offensiv-Defensivdrang, wobei der Dortmunder auf der linken Seite nach einer ebenfalls etwas unsicheren Anfangsphase sich als der aktivere und spielstärkere der beiden Flügelverteidiger präsentierte, während sein Pendant auf der anderen Seite eher über die Physis und den Biss ins Spiel fand, allerdings nicht ganz mit seinen Teamkollegen mithalten konnte.</p>
<p>Im zentralen Mittelfeld wurde das Duo von Nico Brandenburger (Gladbach) und dem Bochumer Kapitän Leon Goretzka gebildet, die sich grob auf die halbrechte und halblinke Seite aufteilten. Dabei übernahm der deutsche Spielführer den defensiveren Part und beschränkte sich vor der Pause eher auf simple Aufgaben wie die Ballverteilung, konnte sich allerdings nicht präsent genug zeigen, während auch seinem enorm spielintelligenten Kollege der Mut im Vorwärtsgang fehlte. Nach dem Seitenwechsel wurde dies allerdings merklich besser, beide wechselten sich nun gut ab, trauten sich stärker nach vorne und gerade der Kapitän, zunächst noch einer der schwächsten Akteure, trieb seine Mannen nach vorne und zeigte trotz kleinerer Defizite im Bereich der Spielstärke sowie der Beweglichkeit einige sehr gute Vorstöße.</p>
<p>In der offensiven Dreierreihe spielten auf den Flügeln mit Julian Brandt (Wolfsburg) auf rechts und Max Dittgen (Schalke) auf links zwei richtigfüßige und relativ direkte Spielertypen, die immer wieder zwischen Licht und Schatten pendelten. Einer in hohem Tempo gut vorgetragenen Aktion folgte anschließend zu oft eine fahrige oder zu unkoordinierte, um für genügend Effektivität sorgen zu können.</p>
<p>In der Folge war man erneut sehr stark vom kreativsten Spieler abhängig – dem hängenden Stürmer Max Meyer (Schalke). Der kleine, spielintelligente, wendige und enorm dribbelstarke Spielmacher – ein ehemaliger Futsal-Spieler mit folglich hervorragender Ballbehandlung – rochierte immer auf die Außenseiten, um dort mit seinen Außenspielern zu kombinieren und lief auch die Zwischenräume in der gegnerischen Formation gut an, doch in der ersten Halbzeit klappte das Zusammenspiel mit den Kollegen kaum, wie gleich noch genauer erläutert werden wird. Auch Mittelstürmer Said Benkarit (Dortmund), der bereits in der U19-Bundesliga als Torjäger auftritt, konnte sich bis auf eine Situation zunächst kaum in Szene setzen. Er wirkte isoliert und statisch, rochierte zwar zwecks Raumschaffen auf die Außenbahn, doch spätestens sein zu verspieltes, gemächliches und zu wenig auf die Kombination fokussiertes Spiel in Ballbesitz sorgte vorerst für wenig Erfolg.</p>
<p><strong>Eine schwache erste Halbzeit</strong></p>
<div id="attachment_8671" class="wp-caption alignleft" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/u17ger-geo11.png"><img class=" wp-image-8671" title="u17ger-geo1" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/u17ger-geo11.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen 1. Halbzeit</p></div>
<p>Wie bereits gesehen, gab es in der ersten Halbzeit einige Probleme, die zu einer schwachen Leistung der deutschen Junioren führten. Man war die unterlegene Mannschaft und auch wenn die Georgier nicht reihenweise zwingende Chancen produzierten, hätte man sich doch über einen Rückstand nicht beschweren dürfen.</p>
<p>Generell wirkte die Mannschaft zu Beginn wenig souverän, was eben auch stark zu dem fahrigen und unsauberen Spieleindruck beitrug, wobei dieser sich auch im zweiten Durchgang nicht ganz verflüchtigte. Zudem wirkten die quirligen Georgier in vielen Situationen reaktionsschneller als die deutschen Spieler, was auch dazu beitrug, dass oftmals Angriffsaktionen schon aufgrund von kleinen Fehlern in Form von halbgaren oder ausrechenbaren Pässen überproportional häufig abgefangen wurden. Neben diesen grundlegenden technisch-taktischen und psychologischen Faktoren gab es auch einige weitere taktische Punkte:</p>
<p>Besonders das zentrale Mittelfeld offenbarte sich hier als Schwachstelle: Die beiden Akteure in diesem Spielfeldbereich boten sich weder im Spielaufbau noch auch im weiteren Verlauf des Angriffs durch mutiges Aufrücken ins letzte Drittel ausreichend und aktiv genug an. Dadurch hatten die Innenverteidiger keine Optionen in der Mitte und mussten, da der Weg durch die Mitte tot war, praktisch immer über die Außenverteidiger eröffnen, die ihrerseits nur die Linie entlang auf die Außenspieler vor ihnen spielen konnten. Aufgrund der Ausrechenbarkeit, der zu breiten Position der Außenspieler sowie der Außenlinie als Einengung und dem rochierenden Meyer als einzigem weiteren Unterstützungspunkt konnten die Außenverteidiger ihre Kollegen gegen oftmals gar nur mit ungenauen Chips anspielen und selbst wenn diese den Ball erhielten, stellte sich die Szenerie kaum besser dar &#8211; leichte Beute für das georgische Pressing.</p>
<p>Wie man es besser macht, zeigten die Georgier bei ihren Angriffen: Auf den Außen zeigten sie sehr gute vertikale Ablagen, welchen anschließend oftmals diagonale Seitenverlagerungen auf die andere Flanke durch das offene deutsche Zentrum hindurch folgten. In diesem Kontext hatten die Georgier es auch einfacher: In der deutschen Defensive kam es zu Problemen, da man – auch aufgrund der nicht immer disziplinierten Defensivarbeit der beiden Spitzen – im Zentrum mit den spielstarken Georgiern nicht immer mitkam und sich hier zu stark geöffnet zeigte. Vor der eigenen Viererkette hatte man somit immer recht viel freien Raum, den man Georgien überließ. Insbesondere der von rechts kommende Akhvlediani und der als Falsche Neun agierende Jikia zeigten sich sehr kreativ und überluden die Deutschen, bei denen besonders Goretzka zu unbeweglich wirkte, mehrfach in diesem Raum. Dank der starken Torwartleistung, der georgischen Abschlussschwäche sowie der sehr guten klassischen Verteidigungsarbeit der Verteidigung überstand man dies aber ohne Gegentor.</p>
<p>Schon in der Schlussphase der ersten Halbzeit steigerte sich das deutsche Team allerdings und konnte das Spiel offener gestalten. Man legte die Nervosität mehr und mehr ab, verbesserte sich als Mannschaft und rückte mit den Verteidigern und den zentralen Mittelfeldspielern weiter auf, was für mehr Unterstützung und ein verbessertes Kollektiv sorgte. Es deutete sich also schon, was in Hälfte zwei noch kommen sollte.</p>
<p><strong>Die enorme Steigerung im zweiten Durchgang</strong></p>
<div id="attachment_8672" class="wp-caption alignright" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/u17ger-geo21.png"><img class=" wp-image-8672" title="u17ger-geo2" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/u17ger-geo21.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Deutschlands veränderte Grundformation nach der Pause</p></div>
<p>Zuvor gab es allerdings noch eine Auswechslung auf deutscher Seite – für Dittgen kam mit Marc Stendera (Frankfurt) ein neuer Mann für die Offensivzentrale, ein relativ gewöhnlicher Zehner moderner Prägung, so dass Brandt auf die linke und Meyer auf die rechte Seite wechselten. Auch die anderen Spieler sorgten nun für mehr Druck.</p>
<p>Ganz besonders lag dies an der erhöhten kollektiven Stellung, welche eben nicht nur für mehr Unterstützung, sondern auch für mehr defensive wie offensive Kompaktheit sorgte. Auch im zweiten Durchgang zeigten die Innenverteidiger eine starke Leistung – man folgte dem zurückfallenden Falschen Neuner Jikia weit in die gegnerische Hälfte, so dass die Georgier sich gegen den hochstehenden Gegner praktisch nicht mehr befreien konnten – <a href="http://spielverlagerung.de/2012/05/03/city-gegen-united-das-manchester-derby-in-der-in-depth-analyse/" target="_blank">aus ähnlichen Gründen wie United gegen City am Montag.</a></p>
<p>Aus dem Mittelfeld heraus zeigte nun Goretzka einige gute Soli und Vorstöße, wenngleich er damit sein staksiges und unbewegliches Auftreten nicht ganz kaschieren konnte, während besonders Brandenburger zu überzeugen wusste – selbst aus enorm schwierigen Situationen löste der durchaus dynamisch wirkende Gladbacher sich spielerisch mit der nötigen Intelligenz und Umsicht. Auch auf den Außenseiten passte das Spiel nun besser:</p>
<p>Gerade auf der linken Flanke zog es Julian Brandt nun deutlich stärker in die Mitte. Dabei konnte der wie Andreas Beck aussehende Wolfsburger, der für viel Zug und Kampf- und Einsatzstärke sorgte und immer wieder den Doppelpass suchte, mit den beiden in seiner Nähe spielenden Benkarit und Stendera hervorragend kombinieren. Aufgrund dieses Linksdrangs der beiden zentralen Offensivspieler sowie des stärkeren Außenverteidigers war die linke Seite die dominantere, doch das Tor fiel über die andere und über Max Meyer, der wieder einmal einen entscheidenden Treffer markierte. Zwar war er im zweiten Durchgang nicht mehr ganz so stark eingebunden, doch zeigte er gute Aktionen und schuf in gewisser Weise als Gegengewicht auch Raum für die Kombinationen im linken Halbraum, welche neben der erhöhten kollektiven Stellung und dem vermehrten Aufrücken der tiefen Spieler der Hauptgrund für eine hervorragende zweite Halbzeit waren und einen verdienten Sieg brachten.</p>
<p><strong>Fazit und Ausblick</strong></p>
<p>Ohne die beiden anderen Teams der Gruppe gesehen zu haben, scheint nach den heutigen Ergebnissen – Frankreich und Island trennten sich Remis – ein Weiterkommen der deutschen Mannschaft gut möglich zu sein. Nach dem ersten Durchgang konnte man wenig Optimismus haben, doch die zweite Hälfte zeigte das wahre Potential dieser Mannschaft, die durchaus über einige interessante Akteure (Brandenburger, Brandt, Benkarit und Goretzka vom Spielertyp her, Meyer, die beiden Innenverteidiger und besonders Stendera von ihrer Qualität her) verfügt.</p>
<p>Insgesamt mag diese Mannschaft zwar nicht so stark sein, <a href="http://spielverlagerung.de/category/junioren/" target="_blank">wie das Team um Emre Can und Samed Yesil aus dem vergangenen Jahr(gang)</a>, doch gehört man wohl dennoch zum Favoritenkreis und wird sich mit den erneut stark erscheinenden Niederländern möglicherweise wie schon 2011 um den Titel streiten. Wir wollen nicht zu viel versprechen, doch eine starke Mannschaft für dieses Turnier und einige in Zukunft möglicherweise sehr aufstrebende Spieler können wir auf jeden Fall vermelden.</p>
<p>Dies sollte nur ein kleiner Einblick in die aktuelle DFB-U17-Juniorenmannschaft sein. Im vergangenen Jahr wurden ihre Erfolge kaum beachtet und so wollen nun wir zumindest ein wenig dazu beitragen, dass sich das diesmal ändert, indem wir auf das Turnier der U17 aufmerksam machen.</p>
<p><em>Daher wird der nächste Artikel zur deutschen U17 ein allgemeineres Resümee nach Abschluss der Gruppenphase sein.</em></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8658&amp;md5=a259f98bbdcb45d4f4934d664a9866c4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>City gegen United &#124; das Manchester-Derby in der in-depth-Analyse</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2012/05/03/city-gegen-united-das-manchester-derby-in-der-in-depth-analyse/</link>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2012 21:40:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[In-depth-Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Premier League]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein vorentscheidendes Spiel in der englischen Meisterschaft. Wie in Deutschland und Spanien trafen zwei unterschiedliche Philosophien, wenn auch teilweise anders gemischt, aufeinander. Im el Clásico spielte eine dominante und ballbesitzorientierte Mannschaft als Meister gegen den Erzrivalen aus Madrid. Diese besitzen eine ähnliche Spielphilosophie wie Manchester United und Borussia Dortmund. Gegen schwächere Gegner spielen sie ebenfalls [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Ein vorentscheidendes Spiel in der englischen Meisterschaft.<span id="more-8637"></span> Wie in Deutschland und Spanien trafen zwei unterschiedliche Philosophien, wenn auch teilweise anders gemischt, aufeinander. Im el Clásico spielte eine dominante und ballbesitzorientierte Mannschaft als Meister gegen den Erzrivalen aus Madrid. Diese besitzen eine ähnliche Spielphilosophie wie Manchester United und Borussia Dortmund. Gegen schwächere Gegner spielen sie ebenfalls dominant, doch bei stärkeren Gegner nehmen sie oftmals eine stärker auf Konter ausgelegte Ausrichtung an. Sie wählen somit die jeweils passendere Variante.</p>
<p>Barcelona, Bayern und der Herausforderer Manchester City spielen allerdings in eigentlich jedem Spiel auf Ballbesitz. Einerseits aus Philosophiegründen (Barcelona), andererseits weil sich aufgrund der individuellen Unterlegenheit keiner der nationalen Gegner in einen spielerischen Zweikampf einlassen möchte. Teilweise werden die höheren Spielanteile durch eine ultradefensive Spielweise auch erzwungen. In diesem Spiel empfing City den Stadtrivalen und Tabellenführer United. Somit standen die Vorzeichen klar auf einer sehr einseitigen Partie, dennoch gab es einige Zweifler – die zu Teilen sogar Recht behielten.</p>
<p><strong>Wechselwirkungen der jeweiligen Formationen</strong></p>
<p>Die Gastgeber spielten in einer 4-2-2-2-Formation, wo Nasri und Silva zwar nominell auf den Flügen spielten, sich aber zumeist in Halbpositionen oder gar gänzlich im Zentrum aufhielten. Davor hatten sie mit Agüero und Tevez zwei sehr schnelle Anspielstation. Tevez ließ sich allerdings sehr oft ins Mittelfeld fallen, während Agüero sehr oft auf die Flügel auswich. Einige Male besetzten sie jedoch gemeinsam das Sturmzentrum.</p>
<div id="attachment_8639" class="wp-caption alignleft" style="width: 294px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Manchester-City-vs-Manchester-United-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-8639  " title="Manchester City vs Manchester United - Grundformationen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Manchester-City-vs-Manchester-United-Grundformationen.png" alt="" width="284" height="379" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen zu Spielbeginn</p></div>
<p>Damit die Außen nicht verwaisten, gab Roberto Mancini seinen Außenverteidigern sehr viele offensive Aufgaben. Sie machten das Spiel breit und sollten ihre Vordermänner hinterlaufen. Besonders Zabaleta zeigte eine starke Partie auf der rechten Seite und harmonierte sehr gut mit Samir Nasri. Clichy auf links wurde von Silva etwas im Stich gelassen, er kam seinen offensiven Pflichten dennoch akzeptabel nach. Interessant war, wie sich Clichy sogar als ballferner Außenverteidiger aungemein hoch positionierte. Damit wollte er sich für Spielverlagerungen anbieten und im Idealfall Silva Räume in der Mitte öffnen.</p>
<p>Um diese zwei offensiven Außenverteidiger abzusichern, hatten sie ein Quadrat aus defensiv eingestellten Spielern. Yaya Toure spielte halbrechts auf der Doppelsechs, rückte allerdings einige Male schnell nach vorne. Mit seiner Athletik und Antizipation eroberte er viele Bälle in der gegnerischen Hälfte und konnte den Ball danach zumeist behaupten. Deswegen erlaubte er sich viele Vorstöße in die Offensive und kam sogar einige Male zum Abschluss.</p>
<p>Gareth Barry sicherte dann zumeist ab und positionierte sich vor den zwei Innenverteidigern. Er verschob immer ballseitig und schloss die Lücken hinter Touré. Dies konnte er allerdings nur machen, weil Ji-Sung Park Touré bis in die eigene Hälfte verfolgte und sich die beiden Innenverteidiger Citys teilweise in Manndeckung an Rooney orientierten. Lescott und Kompany wechselten sich dabei ab, meistens war es jedoch der Belgier, der ins Mittelfeld aufrückte. Damit hatten sie eine Absicherung und konnten die wichtigsten Spieler Uniteds für das Umschalten unter Druck setzen.</p>
<p>Manchester United begann mit einem 4-4-1-1, in welchem sie dieses Jahr regelmäßig auftreten. Der Unterschied war hierbei, dass der hängende Stürmer eher ein Mittelfeldspieler war. Anstatt Rooney begann nämlich Ji-Sung Park auf dieser Position. Rooney begann hingegen als Mittelstürmer an vorderster Front, was für Chicharito, Berbatov und Welbeck einen Platz auf der Bank bedeutete. Diese Maßnahme Fergusons sollte einerseits Yaya Touré kalt stellen, andererseits wollte er die eigene Mannschaft etwas kompakter gestalten. Eine weitere Ursache war das Pressing, worauf wir später noch zurückkommen werden. Sowohl Park als auch Rooney sind schnelle und ausdauernde Spieler, welche vereinzeltes Pressing im gegnerischen Drittel ohne Ermüdungserscheinungen spielen konnten.</p>
<p>Dahinter spielten zwei Viererketten, welche etwas verschoben waren. Giggs und Nani spielten dabei auf den Flügelpositionen, zentral liefen Scholes und Carrick auf. Sie verschoben und zeigten sich bis zu einer gewissen Höhe passiv im Zweikampf. Evra und Jones bildeten ebenso wie ihre Vordermänner ein ungleiches Paar auf den Außenbahnen. In der Innenverteidigung spielten Routinier Ferdinand und Jungstar Smalling.</p>
<p><strong>Asymmetrie</strong></p>
<p>Eine Auffälligkeit in der Formation war die unterschiedliche horizontale Ausrichtung der zwei Viererketten. Jones spielte etwas näher an Smalling, während Ferdinand aufgrund Evras breiterer Position etwas mehr Raum sichern musste. Diese Ausrichtung war im aktiven Spielgeschehen zwar nur teilweise erkennbar, allerdings vorhanden. Die Ursache war neben der Spielweise Citys auch Giggs. Der Waliser ist nicht der dynamischste und kann deswegen in Laufduellen nicht mithalten. Deswegen mussten Evra und Ferdinand mehr Raum übernehmen. Ein weiterer Grund war die offensivere Spielweise Zabaletas und natürlich die zahlreicheren Flankenläufe Nasris. David Silva auf der gegenüberliegenden Seite bewegt sich wie der Franzose oft ins Zentrum, allerdings bricht er deutlich seltener bis zur Grundlinie durch. Hier konnte United also enger spielen, da Clichy wegen Silvas Spielweise etwas passiver als sein Pendant war und Silva sehr ins Zentrum ging.</p>
<p>Des Weiteren orientierte sich Agüero nach links, Tevez ließ sich aber oft ins Mittelfeld zurückfallen. Somit hatte Ferdinand seltener einen direkten Gegenspieler und konnte stärker Raumdeckung spielen. Er übergab seinen gegnerischen Stürmer und war ab dann frei. Giggs füllte die Lücke zwischen Ferdinand und Evra, was trotz der Rarität eine gute Idee zu sein schien. City spielte allerdings schnell und passte ihr Spiel nach der Anfangsphase dementsprechend an, was für Probleme bei United sorgte. Nasri erwischte einen guten Tag und konnte im Verbund mit Zabaleta und Tevez oft in diese Lücke kommen. Das Problem entstand nämlich schon früher, eigentlich wollte United gar nicht so tief spielen.</p>
<p><strong>Manchester Uniteds Pressing</strong></p>
<p>Zu Beginn konnten die Zuschauer im Ettihad nämlich eine aktive United-Mannschaft beobachten. In den ersten zehn Minuten verschoben sie im Block nach vorne und attackierten die gegnerischen Innenverteidiger mit Wayne Rooney. Ab der Mittellinie postierte sich die restliche Mannschaft und Ferguson wollte im Mittelfeldpressing den Ball erobern. Im Laufe des Spiels veränderte sich diese Ausrichtung mehrmals und es wurden zahlreiche unterschiedliche Formationen zur Balleroberung erkennbar.</p>
<p><strong>Pressingformation I: 4-4-1-1</strong></p>
<div id="attachment_8640" class="wp-caption alignright" style="width: 253px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Manchester-City-vs-Manchester-United-Utd-Pressingformation-4-4-1-1.png"><img class=" wp-image-8640  " title="Manchester City vs Manchester United - Utd Pressingformation 4-4-1-1" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Manchester-City-vs-Manchester-United-Utd-Pressingformation-4-4-1-1.png" alt="" width="243" height="325" /></a><p class="wp-caption-text">United im 4-4-1-1</p></div>
<p>Das bereits erwähnte hohe Pressing der Anfangsphase wurde im 4-4-1-1 praktiziert. Rooney schnitt den Passweg der beiden Innenverteidiger zueinander ab, Park lauerte dahinter. Der Koreaner verschob so, dass es je nach Spielfelddrittel unterschiedliche Deckungsschatten auf das gegnerische defensive Mittelfeld gab. Wenn sich die gegnerischen Innenverteidiger tief aufstellten, versuchte Park den nächsten Pass auf den vertikalen Spieler zu lenken. Dann konnte er sofort attackieren und der Ball sollte im Idealfall auf den Außenverteidiger gehen, der dann beengt wurde. Spielte die Abwehr Citys höher, provozierte Park einen Diagonalpass auf den ballferneren Sechser oder zu einem Außenverteidiger. Der Pass wurde länger und das Kollektiv konnte schnell zuschieben.</p>
<p>Diese komplexe Aufgabe gelang allerdings nicht wirklich und zu Beginn hatte Manchester United nur viele Spielanteile, weil City auf Sicherheit spielte. Viele Pässe wurden überhastet gespielt oder weit geschlagen. Barry zeigte sich unter Bedrängnis wie Lescott unsicher. Nach einer holprigen Anfangsphase passte sich City an. Sie stellten eine 5-gegen-3-Überzahl her, indem sich Tevez, Nasri und Silva verstärkt in der Mitte anboten. Das offensive Trio schob ein paar Meter nach hinten, um nicht mehr im Deckungsschatten der Mittelfeldkette Uniteds zu stehen. Sie konnten dank dieser Maßnahme den Ball sicher im Mittelfeld zirkulieren lassen, schoben United damit in deren Hälfte. Die Mittelfeldspieler Citys spielten fluider und mit einer Umstellung zu einem Rechtsfuß vor einem Linksfuß sowie umgekehrt auf rechts erleichterten das Kurzpassspiel.</p>
<p>Deswegen musste sich United positionell verändern und agierte mit anderen Formationen.</p>
<p><strong>Pressingformation II: 4-5-1</strong></p>
<div id="attachment_8641" class="wp-caption alignright" style="width: 253px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Manchester-City-vs-Manchester-United-Utd-Pressingformation-4-2-3-1.png"><img class=" wp-image-8641  " title="Manchester City vs Manchester United - Utd Pressingformation 4-2-3-1" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Manchester-City-vs-Manchester-United-Utd-Pressingformation-4-2-3-1.png" alt="" width="243" height="325" /></a><p class="wp-caption-text">Uniteds 4-5-1 (ein 4-2-3-1)</p></div>
<p>Die zweite Formation war das 4-5-1. Wenn City den Ball lange im vorderen Teil des zweiten Spielfelddrittels passte, dann löste sich Park bisweilen von seiner situativen Manndeckung auf Touré. Er bewegte sich zentraler und versuchte die Passwege abzusperren. Damit sollte der Ball nach außen gehen oder – was perfekt gewesen wäre – nach hinten gespielt werden. United würde in weiterer Folge aufrücken können und sich langsam aus der tiefen Stellung in der eigenen Hälfte befreien.</p>
<p>Die Hoffnung beruhte dennoch hauptsächlich darauf, dass City ungenaue Pässe spielte und Park diese antizipieren würde. Er könnte dann Pässe in die Gasse oder auf Rooney spielen, während die Außen aufrückten. Hierbei waren die Außenverteidiger wichtig, welche schnell nach vorne kommen sollten. Das Problem war, dass City kaum solche Fehlpässe spielte, nachdem sie sich festgesetzt hatten. Silva, Nasri und Touré ließen den Ball hervorragend in den eigenen Reihen laufen, dazu gab es schnelle Pässe nach vorne von den Innenverteidigern. Dies war wichtig, weil United sofort zurückgedrängt wurde und nicht aufrücken konnten. Teilweise entwickelte sich eine Art Schema, nämlich dass United gar nicht versuchte draufzuschieben. Etwas lustlos schienen sie sich dem Schicksal zu ergeben und Park lief dabei viele kurze Sprints, ohne sonderlich aufzufallen.</p>
<p>Damit seinem eigentlichen Sturmpartner geholfen wurde, rückte Rooney hin und wieder aus dem Mittelfeld nach hinten und half aus – ohne wirklich positiven Effekt, ganz im Gegenteil.</p>
<p><strong>Pressingformation III: 4-4-2-0</strong></p>
<div id="attachment_8642" class="wp-caption alignright" style="width: 253px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Manchester-City-vs-Manchester-United-Utd-Pressingformation-4-4-2-0.png"><img class=" wp-image-8642  " title="Manchester City vs Manchester United - Utd Pressingformation 4-4-2-0" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Manchester-City-vs-Manchester-United-Utd-Pressingformation-4-4-2-0.png" alt="" width="243" height="325" /></a><p class="wp-caption-text">United im 4-4-2(-0)</p></div>
<p>Wie einst Thomas Müller in seiner Debütsaison spielte Wayne Rooney eine Art defensive falsche Neun. Er opfert sich und rückt nach hinten, verrichtet neben Pressing ebenfalls viel an klassischer Defensivarbeit. Da United nach der Anfangsphase kaum Zugriff auf das Spiel hatte, bewegte er sich naturgemäß zurück. Der englische Nationalstürmer wollte – sehr löblich &#8211; bei der Balleroberung helfen, vernachlässigte dabei allerdings wichtige taktische Aufgaben.</p>
<p>Eigentlich müsste er als offensivster Spieler das Spiel in die Tiefe ziehen, sehr oft verlässt er sich darauf, dass ihm nicht gefolgt wird. Mancini reagierte jedoch darauf, indem er Kompany oder teilweise Lescott (nach der gelben Karte für Kompany logischerweise verstärkt den Engländer) auf Rooney ansetzte. Selbst wenn City im Ballbesitz war, verfolgte ihn einer der Innenverteidiger.</p>
<p>Dies hatte zwei Effekte. Kompany spielte zumeist höher und der gelernte defensive Mittelfeldspieler bot sich intelligent als Anspielstation im defensiven Mittelfeld an. Der Effekt eines zusätzlichen Mittelfeldspielers für United wurde somit neutralisiert. Rooney konnte weder mit Park ein Pärchen bilden, noch dessen Raumdeckung übernehmen, damit der Koreaner wieder Touré zustellte.</p>
<p>Die zweite Konsequenz betraf das Offensivspiel Uniteds. Durch Rooneys tiefe Stellung gab es keine Anspielstation für Befreiungsschläge und schwach gespielte Pässe wurden von der gegnerischen Verteidigung teilweise mühelos aufgelesen. Die Manndeckung auf den United-Star verhinderte desweiteren, dass seine spielgestalterischen Fähigkeiten genutzt werden. Im Normalfall agiert Rooney hinter einem anderen Stürmer. Er kann diesen mit Lochpässen einsetzen oder das Spiel mit langen Bällen auf den Flügel breit machen und danach mit hoher Dynamik nachrücken. Dann kommt er schnell aus der Tiefe und besitzt einen Geschwindigkeitsvorteil.</p>
<p>Weil Kompany bei ihm stand, war Rooney nonstop unter Stress. Er musst seine Mitspieler möglichst schnell einsetzen, stand dabei vor mehreren Problemen. Die Außenspieler konnten aus dieser tiefen Position nicht so schnell aufrücken, Nanis höhere und breitere Position wurde ineffektiv gemacht. Die Absicherungsvariante mit Jones hinter dem Portugiesen wurde ebenfalls obsolet. Auf links konnte der langsam gewordene Giggs ebenfalls nicht schnell genug vorschieben, Rooney blieben somit nur Pässe nach hinten. Hier warteten allerdings die Gegner, welche sehr eng spielten und sofort attackierten. Neben Tevez und Co. zeichnete sich besonders Yaya Touré dabei aus. Ohne Mittelstürmer vor ihm und mit Kompany als Verfolger wurde Rooneys tiefe Stellung hervorragend zu einer Schwäche statt einer Stärke.</p>
<p>Auffallend ist dabei, dass die meisten falschen Neuner sich nur bei einem hohen Pressing (also kein Abwehrpressing wie bei United in diesem Spiel) oder in eigenem Ballbesitz fallen lassen. Thomas Müller tat dies früher wiederholt im Verbund mit seinem hervorragendem Rückwärtspressing und dem Angriffs- beziehungsweise Mittelfeldpressing der damaligen Bayern. Lionel Messi beim FC Barcelona tut dies ohne Ballbesitz sehr selten, Totti früher beim AS Rom nahezu nie. Hier nimmt sich Rooney wie auch Müller eine Sonderstellung heraus, die durchaus spielbar ist. Problematisch wird es, wenn sie keinen Sturmpartner besitzen und extrem tief agieren müssen. Damit sie höher spielten, gab es übrigens eine weitere Pressingformation Uniteds.</p>
<p><strong>Pressingformation IV: 4-1-4-1</strong></p>
<div id="attachment_8643" class="wp-caption alignright" style="width: 253px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Manchester-City-vs-Manchester-United-Utd-Pressingformation-4-1-4-1.png"><img class=" wp-image-8643  " title="Manchester City vs Manchester United - Utd Pressingformation 4-1-4-1" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Manchester-City-vs-Manchester-United-Utd-Pressingformation-4-1-4-1.png" alt="" width="243" height="325" /></a><p class="wp-caption-text">Uniteds 4-1-4-1</p></div>
<p>Hier entstand eine weitere Linie beim Pressing. Mit einer Mittelfeldviererkette vor einem Lückenfüller und Rooney als Sturmspitze wollte United die Räume eng machen. Sie spielten vertikal wie horizontal kompakt, die Räume wurden verengt. Hierbei spielte allerdings die individuelle Klasse Citys eine Rolle. Sie bewegten sich sehr gut in den engen Raum zwischen den zwei Viererketten und auf etwas verbreiterten Halbpositionen. Der Lückenfüller hatte hier keinen Zugriff und mit schnellen Kombinationen konnte City durchbrechen. Falls sie nicht schnell kombinierten, schafften sie es trotzdem, dass der Ball durch einen Rückpass in den eigenen Reihen gehalten werden konnte.</p>
<p>Die Position des Lückenfüllers bei United hing davon ab, ob Park Touré verfolgte und ob dieser über links oder rechts kam. So kam es, dass sich manchmal Carrick in dieser Position fand, andere Male war es wieder Scholes. Einen großen Unterschied machte dies nicht, die kleinen Details waren allerdings sehr fein anzusehen. Wenn Scholes sich hinten befand und United eroberte den Ball, war es ideal. Carrick ist ohnehin der etwas bessere und dynamischere Zweikämpfer, Scholes besitzt herausragende Fähigkeiten im Passspiel. Falls sich Scholes auf dieser Position wiederfand, dann gab es ein Problem. Zumeist war er zu langsam, um eine defensive Aktion sicher und schnell für sich zu entscheiden. Danach war er unter Bedrängnis und spielte auf Carrick. Dieser wird zwar sehr oft unterschätzt und ist ein wichtiger Bestandteil des United-Teams, solche Aufgaben kommen ihm aber ungelegen. Er ist am Ball ungemein stark, kann das Spiel jedoch nicht strukturieren und organisieren.</p>
<p>Deswegen benötigt er einen Partner wie Scholes. Dieser ist jederzeit anspielbereit und die beiden können sich auf einander verlassen. Carrick spielte sehr viele sichere und einfache Pässe, Scholes besitzt diese Fähigkeit ebenfalls in Verbund mit längeren Bällen. Gemeinsam sind sie der Kern der hohen Ballbesitzzahlen Uniteds gegen kleinere Mannschaften. Gegen City kamen die Schwächen dieser Paarung und ihre Fehler zutage. Scholes ist nicht mehr der schnellste, trotz seiner herausragenden spielerischen Qualität, Carrick benötigt einen spielgestalterischen und einen dynamischen Partner. Falls diese ausgeschaltet werden (durch falsche Position oder eine tiefe Stellung), dann hat United ein Problem.</p>
<p>Einer der Gründe, wieso Citys Pressing so gut funktionierte. Die Blauen erinnerten nämlich einmal mehr an eine Mannschaft aus Spanien.</p>
<p><strong>Manchester City, ein Hauch von Barcelona?</strong></p>
<p>In der ersten Halbzeit hatten die Citizens ungemein viel Ballbesitz, dazu gesellten sich ein aggressives Pressing weit vorne im Feld und individualtaktisches Gegenpressing. Dazu sei gesagt, dass der 1:0-Sieg wohl zu knapp ausfiel und United sehr effektiv vom gegnerischen Tor weggehalten wurde. Torwart Joe Hart musste nicht einen Ball fangen und genoss einen ruhigen Abend gegen den nun Ex-Tabellenführer. Die meiste Gefahr ging dabei ironischerweise im gleichen Spielintervall aus, wo auch der vermeintliche Bruder im Geiste aus Katalonien gegen United Probleme hatte.</p>
<p><strong>Die Anfangsphase</strong></p>
<p>Zu Beginn spielte United hoch und presste stark, wie bereits im oberen Teil des Artikels ausgeführt wurde. City hatte somit einen ähnlichen Start wie der FC Barcelona in den CL-Finals gegen United. Wie bei den Katalanen legte sich dies bald. Die Kommunikation auf dem Platz verbesserte sich, die Passmuster fanden sich und die Lücken in der gegnerischen Formation wurden erkannt. Damit ist beispielsweise das Loch zwischen Ferdinand und Evra gemeint, allerdings ebenfalls Dinge wie die mangelnde Kompaktheit Uniteds in ihrer ersten Pressingformation. Daraus resultierte schließlich die Überlegenheit Citys.</p>
<p><strong>Dominanz</strong></p>
<p>Kurze Pässe und schrittweises Aufrücken sorgten für eine geduldige Spielweise Citys. Diese verschärfte sich erst im letzten Spielfelddrittel und glich somit bis zum zweiten Spielfelddrittel durchaus jener Philosophie Barcelonas. Allerdings agierten sie mit einem anderen Spielersystem und klar vertauschten Rollen. Die Spielgestalter befanden sich höher auf dem Platz, das defensive Mittelfeld bestand aus anderen Spielertypen und Mancini ließ weder ein 4-3-3 noch ein 3-3-4/3-4-3 spielen.</p>
<p>Das Stichwort für die Ähnlichkeit hieß aber Dominanz. Die Citizens ließen Ball und Gegner laufen, tauschten die Positionen und überluden teilweise das Zentrum, manchmal die rechte Außenbahn. Das Ziel den Ball zu kontrollieren und Überzahlsituationen im Mittelfeld zu kreieren, glich dem amtierenden Champions-League-Sieger. Hauptverantwortlich dafür war sogar ein ehemaliger Blaugrana-Akteur.</p>
<p><strong>Die Rolle Yaya Tourés</strong></p>
<p>Im Gegensatz zu seiner oftmals abwartenden Rolle beim FC Barcelona spielte Touré gegen United extrem aktiv. Mit Ball beteiligte er sich am Passspiel und bot Silva und Nasri eine sichere Anspielstation in der Tiefe. Körperlich war er seinem Gegenspieler Park dermaßen überlegen, dass dieser teilweise trotz guter Zweikampfführung keine Chance auf den Ball hatte. Tourés enorme Körperkraft in Verbindung mit seiner Größe machen ihn fast unaufhaltbar. Seine Technik ist ebenfalls auf hohem Niveau und mehrmals konnten die City-Fans seine schnellen Vorstöße in die Spitze bestaunen. Aktuell gehört er wohl nicht nur zu den besten Spielern der Premier League, sondern vermutlich zu den komplettesten Mittelfeldspielern weltweit.</p>
<p>Defensiv war seine Leistung ebenfalls ansprechend. Enormer Mut und herausragende Spielintelligenz sorgten dafür, dass er seine Position vor der Doppelsechs jederzeit verlassen durfte. Mancini vertraute ihm hierbei und Touré enttäuschte nicht. Einige Male schob er weit nach vorne und selbst wenn er den Ball nicht eroberte, gab es keine Konsequenzen. Im Normalfall grätschte er so geschickt, dass er ein harmlos wirkendes taktisches Foul ohne Gelbgefahr beging oder den Ball zumindest ins Aus bekam.</p>
<p>Dies klappt so herausragend, weil Touré es wie nur wenige andere versteht, sich beim Anlaufen des Gegners richtig zu positionieren. Er achtet dabei auf seinen Deckungsschatten und stellt bevorzugt Passwege in die Mitte zu. Durch die Mitte kann nämlich extrem schnell und einfach umgeschaltet werden, desweiteren öffnet Touré als nomineller Sechser ja den Raum für den Gegner. Darum nähert er sich dem Gegner auf diese bestimmte Art und Weise und sichert sich dabei in gewisser Weise selbst ab. Der Gegner wird auf die Flanke abgedrängt und Touré nutzt seine Dynamik und Körpergröße. Gleichzeitig achtet er auf Hilfe von Mannschaftspartnern, was bei City und Barcelona automatisch klappt.</p>
<p>Aufgrund des Kurzpassspiels befinden sich immer viele Mitspieler in Ballnähe, Touré ist somit vor zwei Sachen geschützt – einem vertikalen Pass nach vorne dank seines ihm helfenden Außenverteidigers sowie einer Drehung und einem Sicherheitspass nach hinten, da hier der Flügel- oder Mittelstürmer in der Nähe sein sollte. Das Laufduell gewinnt Touré und kann dann sofort das Passspiel mit einem der beiden Spieler suchen oder gar mit seinem Partner auf der Doppelsechs.</p>
<p>Dessen Wert wird neben seinem Weltklassemitspieler Touré nämlich durchaus verkannt.</p>
<p><strong>Gareth Barry und wie wichtig er für dieses Team ist</strong></p>
<p>Der englische Nationalspieler besitzt vornehmlich defensive Aufgaben. Diese zeigten sich insbesondere in diesem Spiel, was an mehreren Faktoren war. Hauptverantwortlich war natürlich die Aufstellung von Silva sowie Nasri auf einen Schlag. Die beiden sind defensiv nicht die besten und vernachlässigen ihre Aufgaben teilweise. Deswegen spielen die Außenverteidiger ungemein hoch, sie müssen die zentrale und teilweise lethargische Positionsinterpretation der beiden Spielgestalter kompensieren. Durch ihre Breite und aufgerückte Stellung lassen sie ein Quadrat in der Defensive übrig. Dieses besteht aus Barry, den beiden Innenverteidigern und dem zweiten Sechser, Touré.</p>
<p>Dieser schaltet sich wie schon erwähnt ins Pressing mit ein und die Stürmer vor ihm spielen sehr weit vorne. Allerdings bieten sowohl Touré als auch der hängende Stürmer Carlos Tevez mit ihrem starken Gegenpressing nach Ballverlusten eine Chance, die Spieler wie Barry unterstützt und das Beste in ihnen zutage fördert. Er kann je nach der Position Tevez‘ und Tourés sowie der Position des Balles seine Position anpassen und anspruchsvoll die Lücken zustellen. Trotz nur zwei Verteidigern als Absicherung schafft es Barry teilweise die Defensive ohne den aufgerückten Touré zu sichern.</p>
<p>Oftmals beteiligt er sich sogar am Pressing. Er verschiebt zum Ball hin und positioniert sich so, dass Touré sofort eine Anspielstation hat. Der Ballführende kann keinen Lochpass in die Mitte schieben, da sich Barry in einer Art Manndeckung zum ballnächsten Mitspieler positioniert. Mit der Spielweise Tourés und Barrys Positionierung wird dem Gegner nur die Option zu einem Laufduell gegeben oder ein Pass nach vorne. Hier bleibt der Ball auf dem Flügel, die athletischen Innenverteidiger, in diesem Fall natürlich Kompany, können herausschieben. Touré übernimmt die Absicherung und hinterläuft den heranstürmenden Innenverteidiger beziehungsweise wird von diesem abgesichert. Barry lässt sich derweilen fallen und bildet abermals eine Zweierkette mit dem verbliebenen Innenverteidiger.</p>
<p>Dieses Konzept sorgt für das Unterbinden oder zumindest Verzögern gegnerischer Angriffe. Citys Verteidiger können zurückkehren und ihre Position einnehmen. Eine riskante Strategie, die dieses Mal aufging. In gewisser Weise ist jeder Erfolg dieser Variante sogar ein Plädoyer für die offensive Ausrichtung auf den Flügeln.</p>
<p><strong>Inverse Doppelzehn und offensive Außenverteidiger</strong></p>
<p>Denn diese offensive Orientierung erlaubt einen Mehrwert an Kreativität im Zentrum. Silva und Nasri konnten mit Tevez Pärchen bilden, sie hatten zahlreiche Anspielstationen und halfen bei der Ballzirkulation. Die Außenverteidiger rückten beide gleichzeitig auf und machten das Spiel breit. Wäre dies nicht oder nur auf der ballnahen Seite geschehen, hätte United den Raum stark verengen und die Löcher zustellen können. Die Schnittstellen wären nicht mehr bespielbar gewesen und die offensiv verwaiste Seite Citys wäre eine Öffnung für schnelle Konter gewesen.</p>
<div id="attachment_8644" class="wp-caption alignleft" style="width: 294px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Manchester-City-vs-Manchester-United-Citys-Löchernutzung.png"><img class=" wp-image-8644  " title="Manchester City vs Manchester United - Citys Löchernutzung" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/05/Manchester-City-vs-Manchester-United-Citys-Löchernutzung.png" alt="" width="284" height="379" /></a><p class="wp-caption-text">anhand der Laufwege und der Bewegung kann man hier sehr gut nachbilden, wo sich City Überzahlpositionen erschuf und wie die Flanken beackert wurden. Zabaleta wurde von Nasri geholfen und er hatte das Loch in der Formation Uniteds (hinter Giggs) vor sich, deswegen kamen die meisten Angriffe Citys über die starke rechte Seite. Das Zentrum war in Ballbesitz überladen und sie hatten sichere Passwege. Agüero übernahm bisweilen Silvas Anteil an Arbeit auf dem Flügel</p></div>
<p>Dies war sogar vermutlich die Intention Fergusons gewesen. Ein Loch anbieten, welches von zwei der erfahreneren Spieler verschlossen werden konnte sowie zentral stärker zugeschoben hätte werden sollen. Ferdinand als inverser Innenverteidiger auf den ballfernen Scholes, welcher den hohen Nani in ein eins-gegen-eins mit Clichy bringt, Rooney bietet sich derweil für Gassenpässe an. Dies gelang kaum. Einerseits wurde das Loch nicht geschlossen, andererseits rückten eben die Außenverteidiger mit nach vorne. Die Doppelzehn Manchester Citys sah sich von jeglicher Doppelung befreit und organisierte das Spiel mit.</p>
<p>Generell ist die Idee von zwei engen Flügelspielern, welche viel rochieren und als Spielgestalter fungieren, keine neue und dennoch revolutionäre. Einige Mannschaften spielten damit, unter anderem das große Team Brasiliens in den 80ern. Doppeln ist für den Gegner schwer, Pressing und Ballbesitzspiel wird vereinfacht und die Außenverteidiger können nach vorne stoßen. Bei Spielern wie Dani Alves wäre eine solche Formation Gold wert und wird in einer anderen Ausrichtung beim 4-3-3 des FC Barcelona ohnehin praktiziert. Das Problem ist, wenn die taktische Komponente dahinter nicht passt. Spieler wie Kompany, Touré, Tevez und teilweise Barry, Lescott sowie die Außenverteidiger sind dafür prädestiniert. Nichtsdestotrotz würden Mannschaften wie Bayern oder Real, welche mit einem Dreiermittelfeld, kreativen Spielern und schnellen wie dribbelstarken Flügeln agieren, dieses System vor eine Zerreißprobe stellen. In gewisser Weise geschah dies bereits beim ersten Duell zwischen dem deutschen Meister und den Citizens in dieser CL-Saison. Damit dies nicht so geschah, wurde neben dem von der Suspendierung zurückgekehrten Tevez auch die Spielweise Agüeros etwas verändert.</p>
<p><strong>Agüero und Tevez: das Traumduo? </strong></p>
<p>Tevez‘ Gegenpressing, sein Wille und seine Bissigkeit gaben City den Mut und die Entschlossenheit zurück, welche ihnen zu fehlen schien. Nach Silvas Formabstieg benötigten sie mehr Leidenschaft, um sich in schweren Partien zum Sieg zu zwingen. Diese Mentalität hat Tevez in die Mannschaft gebracht, der unermüdliche Arbeiter ist nach seiner Suspendierung zum Buhmann und wieder zum Fanliebling geworden. Mit Agüero bildet er ein tolles Sturmduo, welches eine sehr interessante Spielweise besitzt.</p>
<p>Sehr oft weicht Tevez zurück, was bereits in diesem Artikel thematisiert wurde. Er lässt sich halbrechts fallen und bildete mit Nasri ein Pärchen, der halblinke Raum wurde dabei Silva überlassen. Damit Clichy aber nicht umgehend aufrücken musste, wenn einer der Kreativspieler den Ball an sich zog, schob Agüero auf den linken Flügel. Die Innenverteidiger Uniteds mussten aufgrund des Abseits wachsam blieben und rückten nur langsam auf. Sie waren ohne Gegenspieler und teilweise verschob sogar das defensive Mittelfeld leicht zu Agüero, der mit seiner breiten Positionierung die Viererkette des Gegners auseinander schieben wollte. Tevez wurde mehr Raum verschafft, Silva konnte nicht extrem beengt werden und City drückte United in ihre eigene Hälfte.</p>
<p>Wenn der Ball quer gespielt wurde und auf Clichy kam, hatte dieser mit Silva in der Halbposition und Agüero weiter vorne zwei Anspielstationen. Agüero konnte dann den Ball für Silva prallen oder sich von Clichy hinterlaufen lassen. Das Spielfeld blieb also konstant breit und die beiden Stars wurden dank Clichy gut unterstützt. Der Franzose erhielt im Gegenzug zwei Anspielstationen und falls diese zugestellt wurden, öffneten sie ihm den Weg für Alleingänge und schnelle diagonale Vorstöße. Einer davon mündete fast in einer Großchance.</p>
<p>Trotz Citys gutem Spiel in der Offensive musste letztlich Tevez gehen – er wurde ausgewechselt, was eine direkte Reaktion auf eine Veränderung Uniteds war.</p>
<p><strong>Einwechslungen</strong></p>
<p>Aufgrund Rooneys Ineffektivität und dem Rückstand entschied Ferguson sich für eine Veränderung. Welbeck kam und spielte als vorderster Stürmer, Rooney agierte nun tiefer und in seiner Paraderolle. Die Laufstärke des eingewechselten Jungstars sollte Citys Abwehr beschäftigen und Rooney mehr Räume geben. Die Kompaktheit bei City im Zentrum löste sich nun auf, Rooney sorgte für eine numerische Überzahl und die Platzherren mussten sich tiefer positionieren.</p>
<p>Mancini reagierte. Tevez kam heraus und de Jong ging als zusätzlicher Mann ins Mittelfeld. Agüero blieb, weil er sich schneller und horizontaler bewegt, als sein Landsmann und Sturmpartner. Wäre Tevez vorne geblieben, hätte es zu einer Situation wie bei United mit Rooney in der ersten Halbzeit kommen können. Deswegen musste „Carlitos“ vom Platz, Kun Agüero blieb und sollte mit seiner technischen Finesse United beschäftigen. City verlagerte sich nun etwas tiefer und auf das Kontern, woraus zu Teilen ein Mittelfeldgeplänkel wurde.</p>
<p>Der ermüdete Scholes ging wenig später für Antonio Valencia vom Platz, Giggs wechselte ins Zentrum. Ziel war mehr Dynamik auf den Flügeln, etwas breiteres Spiel im letzten Spielfelddrittel, Gefahr über beide Flanken (Nani ging auf links, Valencia spielte vor dem defensiveren Jones auf rechts) und natürlich „Ungeduld“ im Spielfeldzentrum. Ryan Giggs zeichnet sich positiv wie negativ dadurch aus, dass er schnell den tödlichen Pass sucht und das Gegenstück zum ruhigeren Scholes darstellt. Dieser beherrscht den Lochpass zwar noch besser, riskiert ihn aber seltener. In der Schlussphase wollte United diesen entscheidenden Stoß erzwingen, was nicht gelang.</p>
<p>City konterte abermals. Mit einer Art Fünferkette wurde Richards in die Mannschaft gebracht, Silva kam heraus. Kompany organisierte das defensive Zentrum, Richards und Lescott spielten neben ihm. Die beiden Außenverteidiger näherten sich ihren direkten Gegenspielern und es entwickelte sich eine Art &#8220;Spiel auf Zeit&#8221;.</p>
<p>Die nächsten beiden Wechsel hatten mit Ermüdung zu tun – einmal kam Young für Nani, ersterer kann seine Mitspieler etwas besser einsetzen, der Hauptgrund dürfte dennoch eher Nanis schwacher Tag sein. Bei City wurde der defensivere Milner für Nasri eingewechselt, was nichts mehr ändern sollte. Die Hausherren gewannen mit 1:0.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Es gab viele taktische herausragende Ideen. So zum Beispiel Fergusons gescheitertes Anbieten des Loches in der Viererkette mit einer vereinfachten Übergabe. Hier wollte er Giggs Schwäche in der Defensive ausmerzen und ihn als verkappten Spielmacher beim Umschalten mit Scholes und Carrick nutzen. Andere Ideen waren bei City sichtbar, ob Doppelzehn oder antizipatives Pressing. Wiederum wurden viele basistaktische Dinge falsch gemacht, beide Mannschaften zeigen sich schwach bei Ecken und der Siegtreffer fiel nach einer solchen. Sie verschoben teilweise ungenau oder falsch, alles in allem jedoch eine intensive und ansehnliche Partie. Bei City wussten besonders Nasri, Touré und Zabaleta zu überzeugen.</p>
<p>Die auftretenden Fragen nach diesem Spiel sind kurz- wie langfristiger Natur. Werden die Citizens Meister? Mit Newcastle wartet noch ein schwerer Gegner. Viel interessanter ist, was dieses Spiel für die Zukunft bedeutet. City verfügt über die Mittel, sich weiterhin zu verstärken. In diesem Spiel und im Vorfeld desselben zeigte sich Mancini sehr gut. Seine taktischen Maßnahmen waren gut, er nahm den Druck mit sogenannten „mindgames“ von seiner Mannschaft und erhöhte jenen auf United. David Silva meinte im Interview bereits, dass dies ein Mitgrund für den Sieg war. Den philosophischen Fragen dieses Sieges bezüglich Kommerzvereinen und ähnlichem wollen wir uns gar nicht annehmen. Ob der Meistertitel wirklich verdient ist, werden wir ebenfalls nicht eruieren. Es mag sein, dass United mit über 290 Verletzungswochen im Kader (die meisten in der Premier League) sehr viel Pech zu beklagen hatte. City hatte hingegen die wenigsten Verletzungswochen (unter 60) im Kader, verspielte einen großen Punktevorsprung nach dem Winter und holte ihn in den letzten Wochen wieder auf. Eine spannende Meisterschaft neigt sich dem Ende.</p>
<p>Die interessantere Frage ist trotzdem, wie die beiden Mannschaften in den nächsten Jahren verfahren werden. City ist finanziell zurzeit überlegen und das Starensemble wird sich nächstes Jahr wohl noch besser einspielen. Uniteds Potenzial liegt brach, mit Ferguson besitzen sie einen der großen Fußballtrainer in der Geschichte. Ihre Jugendspieler werden sich steigern, ob Smalling, Jones oder viele andere. Wayne Rooney gilt für viele als der drittbeste Offensivspieler des Planeten. Was uns Taktiker interessiert, ist die Systemfrage. Seit Jahren schwört United auf das 4-4-2 und eine Fokussierung auf das Flügelspiel. Mit George Best, Ryan Giggs, David Beckham und Lee Sharpe (oder noch früher: Joe Spence und Billy Meredith) sind die Außenstürmer Tradition geworden. Ab den späten Fünfzigern mit den Busby Babes und ihren Nachfolgern stieg United vom 2-3-5 auf ein 4-2-4, entwickelte sich mit der Mode. Das 4-3-3 von Happels Feyenoord und Lobanovskiys Dynamo Kyiv wurde in den frühen 70ern kopiert, nur wenige Jahre später wandelte es Docherty zu einem 4-4-2 ab. Dieses System gab es bei Dynamo Kyiv unter Maslov noch vor dem 4-3-3 und wurde später zur Mode. Ferguson spielte bis heute vorrangig mit diesem System und leichten Variationen davon. Das 4-2-3-1, das 4-4-1-1, das klassische 4-4-2 wie das vermeintliche 4-2-4-0/4-3-3-0 aus den späten 00er-Jahren bei Manchester United sind nur Abwandlungen desselben Grundschemata und der dazugehörigen Philosophie. Eine gewollte Asymmetrie ist bei den Flügelstürmern zu erkennen, in den letzten Jahren stellt sich aber die Frage, wie weit diese Konstanz noch zu tragen ist. Gegen Barcelona wurde United zweimal die Grenze aufgezeigt, dieses Jahr taten sie sich gegen Bielsas Bilbao und Mancinis City ungemein schwer.</p>
<p>Mit einem zurückgekehrten Fletcher und Cleverley oder einer neuen Verpflichtung könnte Manchester United etwas Besonderes schaffen: die Flexibilität zwischen einem 4-3-3 und einem 4-4-2, ein Wechseln nach Situationen und mit Rooney gäbe es den perfekten Stürmer für alle Varianten beider Systeme. Die Zeit wird zeigen, ob Ferguson wieder den taktischen Vorteil zum Rekordmeister holen kann.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8637&amp;md5=45a656f1413261e460e279468d00921e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die Meisterentscheidung der Eredivisie in der Analyse</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 16:28:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Eredivisie]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 32. Spieltag der Eredivisie trafen die ersten Vier der Tabelle zu zwei direkten Duellen aufeinander. Da Ajax sein Spiel gewinnen konnte, steht der Titelverteidiger angesichts eines Vorsprungs von sechs Punkten praktisch als Meister fest. Es war klar, dass Ajax patzen musste, wollten die Mannschaften auf den Rängen 2 bis 5, die untereinander nur einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><img class="alignright" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/de/thumb/3/3e/Eredivisie-Logo.svg/150px-Eredivisie-Logo.svg.png" alt="" width="150" height="80" />Am 32. Spieltag der Eredivisie trafen die ersten Vier der Tabelle zu zwei direkten Duellen aufeinander. Da Ajax sein Spiel gewinnen konnte, steht der Titelverteidiger angesichts eines Vorsprungs von sechs Punkten praktisch als Meister fest.<span id="more-8591"></span></p>
<p>Es war klar, dass Ajax patzen musste, wollten die Mannschaften auf den Rängen 2 bis 5, die untereinander nur einen Punkt auseinander lagen, noch einmal ins Titelrennen eingreifen. Folglich lag es an Twente, den Amsterdamern Punkte abzuluchsen. Profitieren wollten davon auch Feyenoord und AZ, die unter günstigen Bedingungen hätten auf drei Punkte herankommen können.</p>
<p><span><strong>FEYENOORD – AZ 1:0 (0:0)</strong></span></p>
<div id="attachment_8596" class="wp-caption alignleft" style="width: 294px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/feyenoord-az.png"><img class=" wp-image-8596 " title="feyenoord-az" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/feyenoord-az.png" alt="" width="284" height="380" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen Feyenoord-AZ</p></div>
<p>Die beiden direkt aufeinander treffenden Verfolger mussten zeitgleich zur parallel in Enschede laufenden Partie ihre Hausaufgaben erledigen, um überhaupt noch realistische Chancen auf den Titel zu haben: Dafür brauchten beide Teams einen Sieg.</p>
<p>Genau so stellte sich die Begegnung dann auch dar – von Abtasten war nichts zu spüren, stattdessen war man bereit, Risiko einzugehen und spielte mit dem Wissen der Ausgangslage nach vorne. Dies sorgte für eine recht offene und geöffnete Partie, in der die Vorteile zunächst bei den Hausherren lagen, die AZ immer wieder unter Druck setzen konnten.</p>
<p><strong>Steilpässe auf die Außenstürmer und offensives Zocken</strong></p>
<p>Bestimmendes Element der offensiven Spielweise Feyenoords und dabei maßgeblich an diesem Angriffsdruck beteiligt waren die beiden Außenstürmer Schaken (rechts) und Cissé (links), die immer wieder in aussichtsreiche Situationen kamen. Entweder wurden sie mit sehr guten Vertikalpässen, die insbesondere die beiden Innenverteidiger in großer Zahl spielten, durch die Schnittstelle zwischen dem gegnerischen Innenverteidiger und Außenverteidiger in den Raum hinter der aufgerückten Abwehr geschickt. Oder man spielte den Ball enorm schnell und teilweise auch mit hohen Zuspielen auf die Außenstürmer, die aufgrund der eher geringen Defensivarbeit der AZ-Flügelspieler (die sich an den gegnerischen Außenverteidigern orientierten) immer wieder in gefährliche 1-1-Situationen auf außen kamen und diese oftmals gewinnen konnten.</p>
<p>Dass die jeweiligen Außenstürmer der Teams oftmals sehr hoch standen und direkte Duelle mit ihren Gegenspielern suchen konnten, lag auch an der Tatsache, dass beide Mannschaften in der Defensivarbeit zockten und ihre Offensivspieler anstelle von normaler Defensivarbeit vorne auf Konter warten ließen. Gerade Feyenoord machte dies in starkem Maße und kam auch aufgrund der angesprochenen guten Pässe aus der Tiefe zu einigen Chancen. Auf diese Weise provozierte man auch die Isolation der gegnerischen Flügelspieler voneinander, was wiederum zu den vielen 1-1-Situationen auf außen führte.</p>
<p>Durch diese taktische Maßnahme entstanden vor allem für AZ viele Räume im Mittelfeld hinter den gegnerischen Offensivkräften, aus welchem sie ihren Spielaufbau vollziehen konnten. Allerdings hätte man diese Räume noch etwas konsequenter und geschickter nutzen können, was in zu vielen Szenen an ungenauen Pässen oder zu starker Konzentration auf die Flügel mit einer zu breit gefächerten Formation scheiterte. Die verbliebenen Feyenoord-Spieler standen enorm eng zusammen, konnten daher die Mitte und gerade Distanzschüsse nicht so gut vermeiden – ersteren Bereich hätte AZ stärker suchen müssen, bei letzterem Punkt fehlte ihnen Abschlussglück.</p>
<p><strong>Feyenoords Siegtor, Alkmaars Schlussoffensive und Jordy Clasie</strong></p>
<p>Das entscheidende Tor eines insgesamt durchaus ausgeglichenen Spiels, in welchem allerdings Feyenoord die hochwertigeren Chancen hatte und daher verdient gewann, fiel schließlich nach 54 Minuten durch Bakkal, dessen offensive Ausrichtung sich bezahlt machte. Es war kein besonders typisches Tor, doch erwähnenswert war zum einen die Vorarbeit von Innenverteidiger de Vrij und zum anderen die Tatsache, dass Viergever in dieser Szene nicht zum einzigen Mal ein wenig zu unbeweglich für eine echte Mittelfeldrolle wirkte.</p>
<p>In den letzten 15 Minuten begann dann die Schlussoffensive AZs, wobei man sich hier zu stark auf Flanken und weite Bälle fokussierte. Dafür wurde auf dem rechten Flügel mit Johannsson ein flankenstarker Akteur sowie zusätzliches Personal für die Mitte eingewechselt. Somit funktionierte die Strategie doch noch überraschend gut, allerdings konnte man keine Chance mehr verwandeln.</p>
<p>Zum Spieler des Spiels wurde im Live-Voting schließlich Feyenoords Sechser Jordy Clasie gewählt – und das nach einer einmal mehr starken Vorstellung zurecht. Für einen alleinigen Sechser ist der enorm talentierte Senkrechtstarter ungewohnt spielstark: Defensiv überzeugt er fast durchgehend (diesmal bis auf 2-3 Ausnahmen) mit Aggressivität und Biss, während er in Ballbesitz nicht nur intelligente Pässe zeigt, sondern vor allem durch seine Vorstöße glänzt, mit denen er seine Mannschaft anführt und nach vorne treibt – eine fast schon revolutionäre Allrounder-Spielweise auf der Sechserposition. In dieser Form könnte der U21-Nationalspieler gar ein Geheimtipp für die EM sein.</p>
<p><span><strong>TWENTE – AJAX 1:2 (0:1)</strong></span></p>
<div id="attachment_8598" class="wp-caption alignright" style="width: 294px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/twente-ajax.png"><img class=" wp-image-8598 " title="twente-ajax" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/twente-ajax.png" alt="" width="284" height="380" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen Twente-Ajax</p></div>
<p>Feyenoord hatte seine Chance gewahrt, AZ musste mit der Niederlage endgültig alle Titelhoffnungen abschreiben. Davon wussten die Amsterdamer bei ihrem zeitgleichen Gastspiel bei Twente noch nichts, so dass sie angesichts des Vorsprungs von 6 Punkten gegen den Konkurrenten aus Enschede vor allem nicht  verlieren wollten.</p>
<p><strong>Ajax will Risiko vermeiden</strong></p>
<p>Entsprechend zeigte sich auch die Ausrichtung des Meisters in einem Match, das viel weniger offen, temporeich und faszinierend war als die Parallelbegegnung in Rotterdam. In üblicher Manier kontrollierte Ajax zunächst das Geschehen mit risikolosem Ballbesitz (60 % im ersten Spielviertel), ohne Zwang, unbedingt ein Tor schießen zu müssen, während Twente zunächst einmal abwartete.</p>
<p>Dafür ließ sich bei Ajax Anita aus dem defensiven Mittelfeld zu seinen beiden Innenverteidigern fallen, während die beiden Außenverteidiger aufrückten und damit Twente nach hinten drückten. In Verbindung mit der hinten entstandenen Dreierkette war es für Twente schwer, die sichere Ballzirkulation Ajax´ in den hinteren Reihen zu unterbinden.</p>
<p><strong>Ajax´ rechte Seite und Twentes Flankenspiel</strong></p>
<p>Der interessanteste taktische Aspekt bezog sich auf die rechte Angriffsseite des Meisters. Während auf links der jüngst von einer langen Verletzung zurückgekehrte Boerrigter auflief, spielte auf der anderen Flanke mit Aissati ein eigentlicher zentraler Mittelfeldspieler. Folglich tendierte er sehr stark in Richtung Mitte und zog seinen Gegenspieler mit sich weg, was teilweise Räume für Rochaden mit Eriksen oder die typischen abenteuerlustigen Vorstöße van der Wiels öffnete, wobei Ersteres nicht abgestimmt und zu inkonsequent umgesetzt wirkte.</p>
<p>Umgekehrt war man in der Defensive auf dieser Seite allerdings angreifbar, was nicht nur an der offensiven Rolle und den gelegentlich auftretenden Defensivschwächen van der Wiels lag, sondern auch daran, dass Aissati an die Defensivarbeit auf dem Flügel nicht gewöhnt war. Mehrmals kam er zu spät hinterher, so dass Tiendalli und John Überzahlsituationen gegen van der Wiel herstellen konnten. Allerdings brachte Twente aus diesen Situationen häufig einfach nur eine Masse an Flanken in die Mitte, die zwar gelegentlich zu  Chancen führten, oft aber Ajax gut klären konnte. Effektiver wäre ein in die Mitte ziehendes Kombinationsspiel gewesen. Dennoch entstand die beste Chance durch eine Flanke, wenn auch von der rechten Seite, die dann John an den Pfosten setzte (10.). In dieser Szene brachte der Vorstoß von Wisgerhof, der sich in die Schnittstelle der Abwehr bewegte, Unberechenbarkeit &#8211; das gefährlichste taktische Mittel Twentes, auch wenn man dadurch gerade in der zweiten Halbzeit einige Konter in Kauf nehmen musste.</p>
<p><strong>Führung für Ajax und die zweite Halbzeit</strong></p>
<p>Vor der Halbzeitpause erzielte allerdings zunächst noch Ajax den ersten Treffer der Partie nach einer halben Stunde durch einen Elfmeter von Janssen. Eingeleitet wurde die zum Strafstoß führende Situation natürlich über die rechte Seite und einen Vorstoß van der Wiels, der von Torwart Mihaylov gelegt wurde. Mit diesem Ergebnis von 0:1 ging es dann in die Pause und zu jenem Zeitpunkt war Ajax auch rechnerisch bereits Meister.</p>
<p>In der zweiten Halbzeit nahm Ajax weitgehend eine verteidigende Haltung ein, wobei man aufgrund der frühen Führung Feyenoords im Parallel-Spiel nun den knappen Vorsprung auf jeden Fall halten musste. Dies funktionierte gut: Man verteidigte kompakt, ließ sich nicht zu weit nach hinten drängen und konnte auf die aufmerksame Innenverteidigung um Kapitän Vertonghen vertrauen. Im defensiven 4-1-4-1 war es einmal mehr der sehr bewegliche Sechser Anita, der eine starke Leistung anbot – an derartiger Bewegung fehlte es im Mittelfeld Twentes.</p>
<p>So musste es eine Standardsituation sein, um mit einer der wenigen Chancen zum überraschenden Ausgleich zu kommen (72.). Vorausgegangen war eine Großchance nach einer Halbfeldflanke. Nun stand Ajax wieder unter Zugzwang, doch sie reagierten sehr gut und kamen nach nur 6 Minuten zur erneuten Führung, die man dann auch über die Zeit bringen sollte: Der für Boerrigter eingewechselte Ebecilio bekam nach einer der vielen guten Verlagerungen auf die linke Seite Platz – da Siem de Jong als Falsche Neun gut zurückfiel und für zusätzliche Ballsicherheit im Mittelfeld sorgte, muss Twente auch enger stehen und konnte diese Bälle schwerer verteidigen. Mit einem klugen Zuspiel konnte Ebecilio dann van der Wiel anspielen, der bei einem weiteren enorm aggressiven Vorstoß im Rücken der Abwehr heran preschte und netzte.</p>
<p><strong>FAZIT</strong></p>
<p>Mit einem nicht mehr für möglich gehaltenen Endspurt konnte sich Ajax letztlich den Meistertitel sichern. Zeitweise betrug der Rückstand weit mehr als 10 Punkte auf <a href="http://spielverlagerung.de/2011/08/26/das-moderne-system-az-alkmaar/" target="_blank">AZ, doch sowohl die Mannschaft von Pim Verbeek</a> als auch die <a href="http://spielverlagerung.de/2012/03/05/psv-eindhoven-twente-enschede-26/" target="_blank">PSV aus Eindhoven schwächelten nach gutem Start</a>. Auch Feyenoord und Twente hätten von deren Patzern profitieren können, doch in der Rückrunde waren sie Ajax nicht mehr gewachsen. <a href="http://spielverlagerung.de/category/niederlande/" target="_blank">Die Probleme aus Herbst und Winter hat Trainer Frank de Boer bravurös gemeistert</a>, indem er seiner Philosophie treu geblieben ist, aber einige kleinere Dinge geändert hat – besonders herauszuheben sind hier sicherlich das verbesserte Pressing, <a href="http://spielverlagerung.de/2012/03/26/ajax-psv-eindhoven-20/" target="_blank">der Einbau von Aissati sowie ein bärenstarker Anita in passender Rolle auf der Sechs</a>. Gerade aufgrund der Tatsache, dass ein junger Trainer wie de Boer sich selbst aus einer derartigen Krise zog und letztlich mit seiner Mannschaft einen ähnlichen Endspurt wie im vergangenen Jahr hinlegte, macht Ajax Amsterdam auch 2011/2012 zu einem verdienten Meister.</p>
<p><strong>Auch wenn es noch nicht offiziell, gratuliert spielverlagerung.de an dieser Stelle bereits recht herzlich!</strong></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8591&amp;md5=1cc6d132480f5581d2d1d55315204d62" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Celtic F.C. &#8211; Rangers F.C. 3:0</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 11:25:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Weitere]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Abschied für immer? Vielleicht war diese Begegnung, die insgesamt 399. Auflage des großen und legendären Glasgower Derbys, das allerletzte Duell der Geschichte. Schon vor dem letzten Match Ende März, als die Rangers mit einem 4:2 die vorzeitige Meisterschaft für Celtic verschoben, hatten diese große finanzielle Schwierigkeiten gehabt. Dies war auch der Grund gewesen, wieso [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Ein Abschied für immer?<span id="more-8576"></span></p>
<p>Vielleicht war diese Begegnung, die insgesamt 399. Auflage des großen und legendären Glasgower Derbys, das allerletzte Duell der Geschichte. Schon vor dem letzten Match Ende März, <a href="http://spielverlagerung.de/2012/03/27/glasgow-rangers-celtic-fc-32/" target="_blank">als die Rangers mit einem 4:2 die vorzeitige Meisterschaft für Celtic verschoben</a>, hatten diese große finanzielle Schwierigkeiten gehabt. Dies war auch der Grund gewesen, wieso Celtic so früh und so souverän den Titel fest machen konnte – die Rangers hatten aufgrund finanzieller Probleme einen dicken Punktabzug zu beklagen.</p>
<p>Nun spitzen sich allerdings die Probleme gewaltig zu: <a href="http://sport.orf.at/stories/2116911/2116912/" target="_blank">Wenn nicht bald (genauer gesagt bis zum 13. Mai) ein neuer Investor gefunden wird, dürfte die fast 140-jährige Geschichte des Kultvereins ein jähes Ende finden, denn es droht die Auflösung. Allerdings erschweren Geldstrafen und ein Transferverbot die Suche zusätzlich.</a> Somit könnte dies das letzte Duell zwischen den beiden schottischen Giganten gewesen sein, was noch einmal für große Motivation sorgte, zumal Celtic endlich mit einem Sieg im direkten Duell beweisen wollte, den Meistertitel auch verdient zu haben.</p>
<p>Im Übrigen kommentierte Celtic die drohende Auflösung des Rivalen in Person von Klubchef Lawwell mit den Worten: „Wir brauchen die Rangers nicht“ Ohne diese könnte die schottische Liga allerdings endgültig ihren Reiz verlieren, <a href="http://www.dailymail.co.uk/sport/football/article-2116679/Celtic-England-Wed-prosper-Premier-League-says-Neil-Lennon.html" target="_blank">weshalb man mit einem Wechsel in die englischen Premier League liebäugelte</a>. In vielerlei Hinsicht könnte es also ein Spiel des Abschieds gewesen sein – ein Spiel, in dem Celtic seinen 100. Heimderby-Sieg perfekt machen wollte, und ein Spiel, in dem es um nichts anderes als die Ehre ging.</p>
<p><strong>Wechselwirkung der Formationen</strong></p>
<div id="attachment_8611" class="wp-caption alignleft" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/letztes-old-firm7.png"><img class=" wp-image-8611" title="letztes old-firm" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/letztes-old-firm7.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen 1. Halbzeit</p></div>
<p>Die Hausherren liefen in einem ungewöhnlichen 3-4-1-2-System auf, während die Rangers ein asymmetrisches 4-3-3/4-4-2 spielten, wobei man im Verlauf der ersten Halbzeit immer mehr zu Letzterem überging.</p>
<p>In der Dreierkette Celtics spielten auf den Außenpositionen zwei gelernte Mittelfeldspieler, die ihre Rollen daher sehr offensiv interpretierten – ganz besonders traf dies auf der rechten Seite auf Wanyama zu. Allerdings agierte dieser nicht – wie oftmals die Innenverteidiger in Barcelonas 3-3-4 – in einer Halbposition, sondern schob weit über die Außenbahn mit nach vorne nach, wodurch die gegnerische linke Seite um Little und Wallace stark nach hinten gedrückt wurde. Insbesondere der gefährliche Wallace – mit seinen Vorstößen eine entscheidende Figur im letzten Derby – wurde somit hinten gebunden. Auf der anderen Seite spielte Mulgrew etwas gemäßigter als Wanyama, doch sorgte er mit einem Tor nach einer Ecke immerhin für die Führung (16.). Während ein Celtic-Verteidiger vorrückte, sicherten die anderen beiden gegen McCulloch ab, der aufgrund der höheren Verteidigungslinie Celtics seine Kopfballstärke diesmal nicht entscheidend ausspielen konnte.</p>
<p>Auf den Außenbahnen besaß Celtic in Matthews und insbesondere Izzaguirre auf links zwei sehr geeignete Spieler für die Rollen der Wing-Backs. Unermüdlich marschierten sie die Flanken auf und ab, sorgten für Breite im Angriffsspiel der Grünen und brachten diesen die Kontrolle des seitlichen Terrains ein. Besonders problematisch für die Rangers war hier die Asymmetrie der eigenen Formation: Aluko spielte eine Mischrolle aus Rechtsaußen und hängender Spitze, womit er aber Izzaguirre allein ließ und ihm zudem viel Raum vor sich gewährte – als einer der besten Spieler der Liga nutzte dieser das konsequent aus.</p>
<p>Zudem rochierten immer wieder der  halblinke Stürmer Samaras, Zehner Kris Commons, der scheinbar sein Talent nun wieder unter Beweis zu stellen vermag, und der halblinke zentrale Mittelfeldspieler Ledley auf die Seite hinüber. Während Brown sie aus der Tiefe des Mittelfelds dirigierte und absicherte, stellten sie dort eine starke lokale Überzahlsituation her, welche zu einigen traumhaften Spielzügen mit off-the-ball-runs und Hackentricks führten, die allerdings nicht mit einem Tor belohnt wurden.</p>
<p>Die Rangers versuchten dagegen anzugehen, indem man Whittaker weiter auf die Seite zog und – da der zentrale Sechser McCabe,  der erneut ein herausragendes Spiel zeigte, so gut wie möglich dagegen hielt, aber ausgerechnet bei zwei Gegentoren patzte, in der Mitte bleiben sollte – Maurice Edu die Läufe Ledleys auf die Seite verfolgte. Dies öffnete allerdings ein Loch in der eigenen Formation im halbrechten Angriffsraum für Celtic, welches entweder ebenso Commons, der auf beiden Seiten zu finden war, oder der zurückfallende Hooper besetzen konnten. Auf diese Weise gab es zu Beginn eine große Chance, ehe schließlich auf diesem Wege auch der Eckball zum 1:0 entstand.</p>
<p>Besonders beim zweiten Tor zeigte sich dann die Wichtigkeit der Rolle Hoopers, der sich immer wieder in die Tiefe oder auf die Seiten fallen ließ, um Räume zu öffnen – in diesem Falle rochierte er auf die Außen, behauptete dort einen schwierigen langen Ball und kreierte dank hervorragender Weiterverarbeitung die Chance von Commons, der in den von ihm geöffneten Raum stieß und netzte (31.). Schon hier, aber spätestens mit dem 3:0 kurz nach der Pause durch Hooper war das Spiel dann erledigt und Celtic verbuchte einen komfortablen Derby-Sieg.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Interessant wird sein, ob dieses System eine Zukunft für Celtic darstellt. Positiv zu bemerken ist, dass man in dieser Formation Platz für einen beweglichen Zehner und eine fluide Dreier-Offensive findet, während auch die beiden Wing-Backs in ihren Rollen aufgehen. Fragezeichen stehen hingegen noch hinter der defensiven Stabilität einer offensiv ausgerichteten Dreierkette, welche gegen einen besseren Gegner wohl mehr Probleme gehabt haben dürfte. Doch wenn man die eigene Kompaktheit mit einer weiterhin hohen Abwehr, den – wie beim 3:0 – mitarbeitenden Offensivspielern sowie einem dynamischen Pressing steigern kann, könnte dies eine durchaus moderne und kreative Taktik werden. Ein Kompliment an Trainer Neill Lennon ist daher in jedem Fall angebracht. Schon im Juli wird man in den Qualifikationsspielen zur Champions League einem Härtetest auf europäischer Ebene unterzogen werden und dort sicherlich wichtige Erkenntnisse gewinnen können.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8576&amp;md5=a3e9ba267f2ee35524beb843114c1d53" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Udinese Calcio &#8211; Lazio 2:0</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 04:30:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Serie A]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Überladen der linken Seite, sinnvolles und richtiges Anlaufen der gegnerischen Außenverteidiger und gelegentliches Aufrücken der Innenverteidiger machten Udine in einem durchwachsenen Spiel gegen erneut einfallslose Römer zum verdienten Sieger. Nachdem die Roma und Napoli sich im direkten Duell mit einem Remis getrennt  und Inter sein Spiel gegen Cesena für sich entschieden hatte, spielten nun [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Das Überladen der linken Seite, sinnvolles und richtiges Anlaufen der gegnerischen Außenverteidiger und gelegentliches Aufrücken der Innenverteidiger machten Udine in einem durchwachsenen Spiel gegen erneut einfallslose Römer zum verdienten Sieger.<span id="more-8554"></span></p>
<p><a href="http://spielverlagerung.de/2012/04/29/as-roma-ssc-napoli-22/" target="_blank">Nachdem die Roma und Napoli sich im direkten Duell mit einem Remis getrennt</a>  und Inter sein Spiel gegen Cesena für sich entschieden hatte, spielten nun mit Udine und Lazio die beiden weiteren Kandidaten für den dritten Rang – ebenfalls im direkten Duell.</p>
<div id="attachment_8556" class="wp-caption alignleft" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/udine-2-0-lazio.png"><img class=" wp-image-8556" title="udine 2-0 lazio" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/udine-2-0-lazio.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen 1. Halbzeit</p></div>
<p>Es war ein über weite Strecken ereignisarmes und fast schon langweiliges Spiel. Dies lag zum einen an der Ausrichtung Lazios, die sich viel auf ihre starke Defensive verließen und auf eben diese Abwehrarbeit konzentrierten. Außerdem sorgten die beiden Formationen in ihren taktischen Wechselwirkung dafür, dass es wenige Torszenen gab: Gerade Rocchi war oftmals gegen drei Innenverteidiger auf weiter Flur, während Lazio mit neuen Spielern diszipliniert arbeitete und das gegnerische Mittelfeld-Trio in seiner Anordnung spiegelte, was zu wenigen Freiheiten im Zentrum und dadurch oftmals zu einem Stillstand führte. Zwar dominierten die Hausherren das Spielgeschehen mit phasenweise über 60 % Ballbesitz, doch konnte man sich relativ wenige Chancen herausspielen.</p>
<p><strong>Udines Überladen auf links und Lazios versuchtes Gegenmittel</strong></p>
<p>Allerdings waren es deutlich mehr Möglichkeiten, als Lazio sie auf der anderen Seite hatte. Wenn offensiv etwas ging, dann war dies bei der Mannschaft Udines der Fall und ganz besonders über deren linke Seite, wo man einige Male Überzahlsituationen herstellen konnte, wobei auch die rechte Seite einige ordentliche Aktionen spielte. Dennoch wurden praktisch alle Möglichkeiten für die Schwarz-Weißen – so zum Beispiel eine Möglichkeit nach nur drei Monaten oder ein guter Abschluss von Pinzi, der sich auch manchmal mit herüber bewegte – über die linke Seite eingeleitet, über die man sowieso 43 % der Angriffe vortrug.</p>
<p>Über diese linke Seite kam bei Udine der offensivstarke und aktive Pasquale als Wing-Back, der viele gute Aktionen zeigte. Auch wenn Lazio hier mit Alvaro Gonzalez einen defensivstarken rechten Mittelfeldspieler hatte, konnte Udine hier gelegentlich von einigen Schwächen Konkos im Rückwärtsgang profitieren.</p>
<p>Unterstützt wurden die energischen Vorstöße Pasquales durch di Natale und Kwadwo Asamoah – die beiden spielstärksten Offensivkräfte der Hausherren, die immer wieder auf diese linke Seite tendierten, Lazio dort überluden und somit gelegentliche gute Angriffe initiieren konnten. Weil Lazio sich allerdings stark auf die Abwehr konzentrierte (erkennbar an zwei aufgestellten Außenverteidigern auf links) und mit ihrer eigentlich gefestigten Deckung gut dagegen halten konnte, hielten sich die Chancen noch in geringen Maßen.</p>
<p>Im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs versuchten die Gäste, die Gefahr der gegnerischen Flanke einzudämmen, indem man den gefährlichen Pasquale weiter nach hinten drängte. Dies sollte durch eine offensivere Rolle Konkos geschehen, der ohne direkten Gegenspieler Pasquale attackierte und zu mehr Defensivarbeit zwang. In dieser Phase stand Alvaro Gonzalez enorm hoch und zog sich als zweite Spitze neben Rocchi mit hinein, doch konnte er von Udines Dreierkette gut verteidigt werden, so dass Lazio einzig gegen Pasquale etwas weniger anfällig war und durch Konko zu einigen Flanken kam. Im Gegenzug musste man allerdings bei Kontern aufpassen, wenn die beiden gegnerischen Stürmer in die von Konko frei gelassenen Räume auf Außen drifteten.</p>
<p><strong>Udines Pressing, Mauris Rolle und alte Probleme</strong></p>
<p>Bei den Gästen war die einzige Überraschung die Rolle Stefano Mauris, der nominell als zentral-offensiver Mittelfeldspieler des 4-4-1-1 agierte, allerdings unerwartet tief spielte und dabei sehr viel auf die Flanken auswich, wo er mit den beiden Außenspielern zu interagieren versuchte. Allerdings rückte dann meistens der äußere Mittelfeldspieler zu stark in die Mitte, so dass diese Maßnahme ihre Wirkung verlor. Die Folge waren einige Flanken von den Außenseiten, die allerdings – bis auf eine Ausnahme – von Rocchi nicht zu verwerten waren.</p>
<p>Es zeigte sich hier ein Problem Lazios, das in dieser Saison immer wieder auffällig wurde: Als Kollektiv rückt man zu wenig auf und greift mit zu wenigen Spielern an, so dass es in der Offensive kaum Handlungsmöglichkeiten gibt. Rochaden und Passoptionen sind eingeschränkt, zweite Bälle können kaum gewonnen werden, in der Nähe des Strafraums gibt es zu wenige Abnehmer bzw. Spieler, die potentiell nach vorne vorstoßen könnten, und überhaupt kann man somit kaum genügend Verbindungen zwischen den Spielern für Kombinationsspiel aufbauen.</p>
<p>In dieser Partie kam auch noch eine solide Defensivleistung des Gegners hinzu, die diese Probleme weiter verstärkte. Es gelang ihnen gut, den Spielaufbau der Gäste auf die Außen zu lenken, wo man mit leichten Verschiebungen den Raum eng machen konnte: Der ballnahe Achter rückte auf den ballführenden gegnerischen Außenverteidiger heraus, während seine beiden Kollegen sowie ein zurückfallender Stürmer durch normales ballorientiertes Verschieben die Räume eng machen konnten. Grundlegende Mechanismen wurden auf die richtige Art und Weise angewandt.</p>
<p><strong>Tore und Turbulenzen</strong></p>
<p>Wer, wenn nicht Torjäger Antonio di Natale, hätte es schließlich sein sollen, der das entscheidende Führungstor für seine Mannen markierte. Nach einer Flanke Domizzis stand der 34-jährige Altmeister auf Höhe des zweiten Pfostens genau richtig und verwandelte gegen die Laufrichtung von Marchetti (69.). Interessant war besonders, dass die Vorlage vom halblinken Innenverteidiger Domizzi kam, der zuvor mit nach vorne gestoßen war. So gesehen war es also eine taktische Maßnahme von Udines Trainer Francesco Guidolin, welche für dieses wichtige Tor verantwortlich zeichnete – <a href="http://spielverlagerung.de/2012/04/22/fc-augsburg-schalke-04-11/" target="_blank">wie Joel Matip am vergangenen Wochenende in Augsburg</a> war es der Vorstoß eines Innenverteidigers, mit dem das mannorientiert deckende und tief stehende Mittelfeldzentrum nicht umzugehen wusste.</p>
<p>Im Anschluss startete Lazio eine Schlussoffensive, doch war diese viel zu eindimensional – man schlug lediglich lange Bälle nach vorne, die aber allesamt schwach gespielt waren. Zudem rückte man nicht gut genug auf, was sich auch in vielen verlorenen zweiten Bällen wiederspiegelte. Diese Trennung zwischen Defensive und Offensive nutzte Udine auch dahingehend aus, dass einige Spieler die „Ballschläger“ pressten und zu ungenauen Zuspielen zwangen, während die anderen Spieler den Strafraum deckten – bis auf ein oder zwei Spieler für die zweiten Bälle.</p>
<p>In der Nachspielzeit fiel dann durch einen Konter noch das 2:0 – es war die kurioseste Szene des eher langweiligen Spiels. Lazio hatte einen Befreiungsschlag Udines schon gewonnen, als ein Pfiff ertönte – doch es war nicht der Schiedsrichter, sondern jemand anderes gewesen. Die Spieler Lazios stellten das Spielen ein, Torwart Marchetti sank enttäuschend zusammen und Pereyra konnte sich einfach den Ball schnappen sowie  ins Tor schießen.</p>
<p>Wütende Proteste der Spieler Lazios, die sich durchaus verständlicherweise betrogen fühlten, arteten letztlich in einer großen Rudelbildung und Schlägerei von Spielern und Offiziellen aus, in welcher Andre Días noch einen Platzverweis kassierte und damit Lazio schmerzlich im Endspurt fehlen wird.</p>
<p><strong>Fazit </strong></p>
<p>Dieser Endspurt wird ein enorm spannender werden. Drei Spieltage vor Schluss sind es vier punktgleiche Teams, die alle um den dritten Rang kämpfen, welcher noch zur Teilnahme an der Qualifikation für die Champions League berechtigt. Die Formkurve spricht aber deutlich gegen Lazio, die zuletzt in einer Ergebniskrise steckten – viele Verletzte, darunter Miroslav Klose, verstärken die typischen Probleme der Mannschaft. Auch in diesem Spiel fehlte jeglicher Einfallsreichtum, so dass Udine verdient gewann und durchaus gute Chancen auf den dritten Platz hat.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8554&amp;md5=c52d7cc3ba239d9c51f22734ca54fa34" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Trainerporträt: Josep Guardiola i Sala, der moderne Visionär</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Apr 2012 22:23:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Trainerporträts]]></category>

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		<description><![CDATA[Für einige überraschend beendet Pep Guardiola mit Saisonende seine Zeit als Trainer des FC Barcelona. Er legt sein Amt nieder und überlässt es seinem langjährigen Assistenztrainer Francesc „Tito“ Vilanova. Spieler wie Funktionäre empfanden große Trauer, der gesamte Verein scheint sich geschlossen eine Weiterbeschäftigung gewünscht zu haben. Ungewöhnlich bei Trainern, selbst bei jenen großer Klasse. Allerdings [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Für einige überraschend beendet Pep Guardiola mit Saisonende seine Zeit als Trainer des FC Barcelona.<span id="more-8544"></span> Er legt sein Amt nieder und überlässt es seinem langjährigen Assistenztrainer Francesc „Tito“ Vilanova. Spieler wie Funktionäre empfanden große Trauer, der gesamte Verein scheint sich geschlossen eine Weiterbeschäftigung gewünscht zu haben. Ungewöhnlich bei Trainern, selbst bei jenen großer Klasse.</p>
<p>Allerdings ist Josep Guardiola i Sala eben „mehr als ein Trainer“, denn er verkörpert diesen Verein wie wohl kaum einer seiner Spieler. In vier Saisons beim amtierenden CL-Sieger und Meister hatte er vier ein-Jahres-Verträge und gewann 13 von 19 möglichen Titel. Der vierzehnte könnte dieses Jahr sogar noch folgen, das Finale im Copa del Rey ist noch ausständig. Sein Denkmal setzte sich Guardiola allerdings nicht aufgrund dieser Trophäen. Er setzte es auch nicht als Trainer, sondern viele Jahre davor – als Sohn der Institution FC Barcelona.</p>
<p><strong>Kindheit – und der Weg zum FC Barcelona</strong></p>
<p>Aufgewachsen in Katalonien und am 18. Jänner 1971 in Santpedor geboren, war Josep Guardiola immer etwas Besonderes. Seine Eltern sind sehr bescheiden, seine Großväter lernte er nie kennen. Jener mütterlicherseits versteckte sich in der Nachkriegszeit vor dem Franco-Regime. Von wem er wohl die auffälligste Gemeinsamkeit zwischen dem Jungen Josep und dem alten Pep erbte, fragte er sich jedoch erst im Alter. Diese Gemeinsamkeit ist bis heute seine größte Stärke: Leidenschaft, die teilweise in Besessenheit ausartete. Mit seinen Freunden spielte er ununterbrochen Fußball und galt auf und neben dem Platz als Anführer.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 144px"><img class=" " src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/74/Josep_Guardiola.jpg" alt="Guardiola in jungen Jahren" width="134" height="407" /><p class="wp-caption-text">Guardiola in jungen Jahren</p></div>
<p>Allerdings blühte er abseits des Freundeskreises und dem Fußballplatz nur selten auf. Ein ruhiger und sehr introvertierter Junge, eine weitere Gemeinsamkeit mit seinem älteren Ich. Bei einem dieser Spiele des Gimnàstic de Manresa entdeckte ihn Jorge Naval, ein Scout des großen FC Barcelona. Der ehemalige Schiedsrichter bezeichnete seine Spielweise als jene eines Engels und wollte das „Wunder“ unbedingt in die Cantera der Katalanen holen.</p>
<p>Jaume Oliver, der damalige Headscout, scheiterte jedoch an Peps Mutter. Ihrer Meinung nach war der elfjährige Engel noch zu jung, um ihr „weggenommen“ zu werden. Dieses Gefühl sollte sie allerdings zwei Jahre später durchleben, als Guardiola dem Ruf Barcelonas folgte und in die vereinseigene Akademie wechselte. La Masia, damals noch nicht ganz so legendär wie heute, bot ihm eine Möglichkeit, die es zuhause nicht gab. Sobald er aufstand, hatte der fußballbesessene Junge den Fußballplatz vor sich.</p>
<p>Schmächtig, unauffällig, schwach und: genial. Diese Attribute verpassten ihm seine Jugendtrainer allesamt. Einst soll ihn Johan Cruijff persönlich spielen gesehen haben, damals noch als Halbspieler oder gar gänzlich auf der rechten Außenbahn. Die Ursache dahinter war, dass er mit seinem Passspiel die Stürmer auf die Flügel schicken könnte, in einem Spiel mit meist nur neun Spielern ein taktisches Mittel früherer Zeiten. Die Position eines rein zentralen Spielers gab es nicht, der Trainer des ersten Teams, Cruijff, forderte die Jugendtrainer zu einer taktischen Anpassung. Als „pivote“, eine Position als spielmachender Sechser, sollte er fortan das Kommando übernehmen.</p>
<p>Verbal tat er es ohnehin. Die mangelnde Athletik machte er mit Führungsstärke, Kommunikation und Handlungsschnelligkeit weg. Im B- oder C-Team Barcelonas sollte er dennoch nicht spielen. Er war körperlich nicht ausgereift genug, um gegen die teilweise extrem ruppig agierenden Gegner anzutreten und blieb bis zu seinem 18. Lebensjahr im „Juvenil A“-Team. Direkt von dort aus sollte Cruijff ihn rekrutieren. Bereits mit siebzehn Jahren kam er in einem Freundschaftsspiel zum Einsatz, zwei Jahre später folgte das Pflichtspieldebüt für den schlaksigen Katalanen. Sein Jurastudium schmiss er hin, das Schicksal bot ihm eine größere Möglichkeit.</p>
<p><strong>Der Spieler Josep Guardiola</strong></p>
<p>Im Jahr 1990 verließ Luis Milla, der bisherige Pivote, den Verein. Zu hohe Ablöseforderungen hatten Cruijff dazu gebracht, sich bei Carles Rexach nach einem internen Ersatz zu erkundigen. Luis Milla wechselte daraufhin zu Real Madrid, Josep Guardiola spielte fortan im B-Team und erhielt einige Einsätze im Dreamteam des niederländischen Startrainers. Als Guillermo Amor gesperrt war, rückte Pep Guardiola als Pivote in die Mannschaft. Also exakt jene Position, die Cruijff als Vorgabe an die Jugendtrainer erst geschaffen hatte. Im Interview sagte Guardiola vor seinem Debüt noch, er könne als „Nummer Vier oder Nummer Sechs“ spielen, also einem tiefen Spielmacher vor einer Dreierkette mit zwei Halbspielern neben ihm oder gar als einer der Halbspieler beziehungsweise vor einer Viererkette.</p>
<div id="attachment_8545" class="wp-caption alignleft" style="width: 249px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Barcelona-1992-Grundformation.png"><img class=" wp-image-8545 " title="Barcelona 1992 - Grundformation" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Barcelona-1992-Grundformation.png" alt="" width="239" height="325" /></a><p class="wp-caption-text">das Dreamteam mit Pep Guardiola als Spieler im Jahre 1992</p></div>
<p>In dieser Rolle als der spielgestalterische der Halbspieler sollte er im Finale der Champions League 1992 stehen. Im Wembley-Stadion bezwangen die Katalanen Sampdoria Genua nach einem Treffer Koemans, der im 3-4-3 als nomineller Sechser agierte. Es sollte eine Ansage des Angriffsfußballs sein, der Start in ein neues Zeitalter mit Spielern, deren Fähigkeiten im Kopf und in ihrer Technik liegen, nicht in ihrer Athletik. Spielern wie Pep Guardiola.</p>
<p>Dieser Aufwind sollte allerdings nicht lange währen. Im Laufe des Jahrzehnts gab es einige weitere Mannschaften, welche mit den Blaugrana dem Ideal des totalen Fußballs nacheiferten. Allen voran natürlich der AC Mailand in der post-Sacchi-Ära sowie Ajax‘ Jungspunde in den Händen des Kindergärtners Louis van Gaal. Für Cruijff sollte der CL-Pokal sein letzter sein, im Finale 1994 verloren sie auch aufgrund interner Differenzen gegen den übermächtigen AC Mailand. Nach vier Titeln in der Liga in Folge begann das schleichende Ende. Zwischen 1994 und 1996 feierte das Dreamteam keine Erfolge mehr, Vizepräsident Joan Gaspart entband Cruijff seines Amtes.</p>
<p>Für Guardiola ein Schlag ins Gesicht. „Der beste Trainer, den er je hatte“ wurde allerdings von einem anderen Trainerstar ersetzt, nämlich Sir Bobby Robson. Sie gewannen alle Titel abgesehen von der Liga und Luis Enrique sollte fast fünfzehn Jahre später das Starensemble um sich selbst, Guardiola und Ronaldo als „beste Barcelona-Mannschaft aller Zeiten“ bezeichnen. Über 100 Tore hatten sie erzielt, lediglich die bisweilen anfällige Defensive war die Ursache für die zwei Punkte Rückstand auf Meister Real Madrid.</p>
<p>Dennoch näherte sich das Ende Guardiolas beim FC Barcelona. Der Kapitän und Leitwolf fühlte sich nicht genug von der Vereinsführung wertgeschätzt, welche den Spielern aus der eigenen Jugend weniger zahlte. Sie spekulierten darauf, dass sie den Verein nicht verlassen und im Gegensatz von den teuer eingekauften Neuzugängen spielerisch profitieren würden. Das Bosman-Urteil sowie die Aufhebung der Ausländerbeschränkung sollte sich jedoch auswirken. Nachdem Guardiola im Jahre 1998 einen Dreijahresvertrag unterschrieb, gab es vorerst Ruhe. Parma und die AS Roma hatten sich seine Dienste unbedingt sichern wollen, im Jahr 2001 wäre es dann möglich gewesen.</p>
<p><a href="http://www.youtube.com/watch?v=CKXDoh60MzM">Doch die Jahrtausendwende hatte eine Abkehr vom spielgestaltenden Sechser gebracht. Spieler wie Fernando Redondo und Josep Guardiola wurden langsam zur Ausnahme</a>, die Zeit der Makelélé und Dungas sollte beginnen. Eine Zeit von Spielern, die technisch nicht zwingend schwach waren, sich aber auf die simplen Sachen konzentrierten – simpler noch als Guardiola, der diese Einfachheit an sich selbst am meisten wertschätzte, ganz nach Cruijffs Aussage, dass der einfache Fußball am schwersten zu spielen sei. Hier fand sich jedoch eine neue Bedeutung des Wortes Einfachheit und so begannen Guardiolas Abwanderungsgedanken.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 214px"><img class="   " src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d4/Cruyff_a_la_banqueta_del_Camp_Nou.jpg" alt="" width="204" height="134" /><p class="wp-caption-text">Johan Cruijffs, Guardiolas Vorbild als Trainer</p></div>
<p>Eine schwere  Verletzung der dorsalen Oberschenkelmuskulatur setzte ihn beinahe ein Jahr außer Gefecht. In dieser Zeit zog er sich noch mehr zurück, der introvertierte Guardiola konnte sich nicht mehr am Fußballplatz verwirklichen und mit seiner Heilung gab es zahlreiche Probleme. Zuerst fehlte eine richtige Diagnose, danach fanden die Ärzte keine einheitliche Meinung über eine effektive Therapie. Seine Rückkehr verlief enttäuschend und nach 17 Jahren beim FC Barcelona nahm er Abschied. 479 Spiele auf höchstem Niveau und der Reiz einer neuen Herausforderung gingen Hand in Hand mit der Aussortierung durch Gaspart und van Gaal. Er war der erste Spieler aus der eigenen Jugendakademie, welcher einmal einen Stammplatz hatte und dann den Verein ins Ausland verließ.</p>
<p>Bald darauf unterschrieb er bei Brescia, wo er mit Roberto Baggio in den Niederungen der Serie A spielte. Innerhalb von zwei Wochen wurde er zweimal positiv auf Nandrolon gestestet, was eine mehrmonatige Sperre und 50.000 Euro an Bußgeld zur Folge hatte. Nach dem Blutdopingskandal in der großen Juve-Mannschaft der 90er hatte der Weltfußball abermals ein Problem. Auch Edgar Davids, Jaap Stam, Fernando Couto und Ronald de Boer wurden auf Nandrolon positiv getestet.</p>
<p>Josep Guardiola beteuerte dennoch seine Unschuld vor dem italienischen Verband. Sein Mittel hatte er nach eigener Auskunft vom FC Barcelona erhalten und es war absolut legal, eine Mischung aus Vitaminen und Nahrungsergänzungspräparaten. Er saß seine Sperre ab und führte seine Karriere normal weiter, doch dieses Urteil wollte er nicht auf sich sitzen lassen. Hier stand nämlich etwas auf dem Spiel, was ihn sowohl als Spieler als auch später als Trainer auszeichnen sollte: seine knallharte Ehrlichkeit und Integrität. Nach langem Kampf hatte er letztlich Erfolg mit seiner Appellation, 2007 wurde er freigesprochen.</p>
<p>Eine Beschwerde des Italienischen Olympischen Nationalen Komitees (CONI) führte jedoch zu einer neuerlichen Öffnung des Falles, 2009 wurde Guardiola abermals freigesprochen. Sogar seine Frau hatte die Hoffnung aufgeben und riet ihrem Mann, den Kampf aufzugeben, seine Wesensart stand hier im Weg.</p>
<p>Nach einem Abstecher beim AS Rom wechselte er schließlich zu Al Ahly in das Königreich Katar. Trotz vieler Angebote, unter anderem den beiden Teams aus Manchester und dem FC Chelsea (hier wäre José Mourinho sein Trainer gewesen), wechselte er schließlich nach Mexiko.</p>
<p><strong>Mentoren</strong></p>
<p>Hier löste er nämlich ein Versprechen ein. Bei Dorados de Sinaloa unterschrieb er einen Vertrag, welcher letztlich ein halbes Jahr lief. Nebenbei besuchte er die Trainerschule in Axopocán, womit er das Angenehme mit dem Nützlichen verband. Das Angenehme war hierbei die Arbeit mit seinem Freund und Trainerkollegen Juan Manuel Lillo. <a href="https://www.facebook.com/permalink.php?id=145849502105397&amp;story_fbid=384125338277811">Dieser gilt bis heute als einer der Visionäre im modernen Fußball.</a> Mit zwanzig Jahren trainierte er einen Verein in der dritten spanischen Liga, mit 26 Jahren etablierte er bei Cultural y Deportiva Leonesa die hochmoderne 4-2-3-1-Formation als allererster im Weltfußball. Im folgenden Jahr wurde er Trainer UD Salamancas, 1995 stieg er schließlich mit ihnen auf.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 184px"><img class="   " src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d4/C%C3%A9sar_Luis_Menotti%2C_1977.jpg" alt="" width="174" height="360" /><p class="wp-caption-text">Menotti, einer der großen Verfechter des &quot;linken&quot; Fußballs, in welchem das Schöne im Vordergrund steht</p></div>
<p>Hier geschah dann das schicksalhafte Aufeinandertreffen mit Guardiola. In der Saison 1996/97 spielte Lillos Real Oviedo gegen Guardiolas Barcelona – der eine als Trainer, der andere auf dem Platz. Letzterer suchte dennoch nach dem Spiel das Gespräch. Bereits gegen Salamanca und nun ein weiteres Mal war es dem jungen Josep aufgefallen, wie viel mehr Pässe und Ballbesitz die Gegner ihr Eigen nennen durften. Er suchte das Gespräch und eine Freundschaft entwickelte sich, welche in der bereits erwähnten Zusammenarbeit 2006 endete. Allerdings nicht besonders glücklich. Lillo, mehr für seine Philosophie und seine Schrullen bekannt, flog nach einem halben Jahr raus, da er die Gegner im Abstiegskampf der Korruption und deren Sponsor als Drahtzieher von Spielmanipulationen bezichtigte.</p>
<p>Guardiola beendete, auch aufgrund vieler kleiner Verletzungen in seiner Mexiko-Zeit, damit seine Karriere. Er reiste durch Südamerika, traf Marcelo Bielsa und den großen Cesar Luis Menotti. Sie teilten eine ähnliche Spielauffassung, doch der wissenschaftliche Ansatz Guardiolas beeindruckte besonders den älteren der beiden den Argentinier. Angeblich soll sich Guardiola noch ein paar Tricks von „El Fluppe“ La Volpe abgeschaut haben, dem extrovertierten Ex-Coach der mexikanischen Nationalmannschaft. Mit zahlreichen Ideen über Fußball ausgestattet meldete sich Guardiola beim FC Barcelona zurück.</p>
<p><strong>Trainer des FC Barcelona</strong></p>
<p>Bereits 2003 wäre Pep Guardiola beinahe Trainer des FC Barcelona geworden. Luis Bassat, damaliger Präsidentschaftsanwärter, wollte ihn als seinen Kandidaten für den Trainerstuhl. Nach einem langen Gespräch war er zwar noch beeindruckter, besetzte dann aber doch die hypothetische Stelle mit jemand anderem: Juan Manuel Lillo. Guardiola, ohne Trainerschein und Erfahrung, sollte die Position des Sportdirektors besetzen. Den einzigen Strich durch die Rechnung machte Joan Laporta, der knapp vor Luis Bassat gewann.</p>
<p>Im Jahre 2007 entschied sich jedoch auch Joan Laporta dafür, der ehemaligen Vereinslegende einen Posten anzubieten. Sportdirektor Txiki Beguiristiain, Ehrenpräsident Johan Cruijff und Evarist Murtra, eine einflussreiches Vorstandsmitglied, der später beim UNICEF-Deal und Peps Aufstieg zum Trainer der ersten Mannschaft ebenfalls eine große Rolle spielte, empfahlen die Aufgabe als Trainer der zweiten Mannschaft in der Tercera Division. Guardiola nahm nach kurzer Rücksprache mit der Familie und seinem Freund Lillo an.</p>
<div id="attachment_8548" class="wp-caption alignright" style="width: 294px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Spielformation-Barcelona-B-2007-08.png"><img class=" wp-image-8548  " title="Spielformation Barcelona B 2007-08" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Spielformation-Barcelona-B-2007-08.png" alt="" width="284" height="378" /></a><p class="wp-caption-text">mit diesem System spielte Guardiola in der B-Mannschaft - ob es im Folgejahr wirklich größere Unterschiede gab?</p></div>
<p>Umgehend veränderte er zahlreiche Positionen in der Startaufstellung und im gesamten Kader. Die Unkenrufe, dass er seine offensiven Vorstellungen von Fußball nicht mit diesen Spielern in der körperlich sehr harten Liga umsetzen könnte, sah er nur als weiteren Ansporn. Schon beim ersten Training hörten ihn die Spieler schreien, dass fortan nur noch gepasst und nicht gedribbelt werden solle. Damit hatten die Blaugrana Erfolg. In Guardiolas erster Saison gewannen sie die Liga und stiegen auf. Mit einem Lauf von 21 ungeschlagenen Spielen präsentierte sich Guardiola als Nachfolger für den in Ungnade gefallenen Frank Rijkaard.</p>
<p>Einige seiner ehemaligen B-Spieler sollten mitkommen, Sergio Busquets und Pedro Rodriguez sind hierbei die bekanntesten Namen. Aber auch Spieler wie Marc Valiente oder Corcoles, die in der zweiten Mannschaft einen ruhigen soliden Part in der Abwehr spielten, dürften heute in der zweiten Liga Spaniens agieren. Die taktischen und trainingstechnischen Maßnahmen Guardiolas bewirkten scheinbar Wunder, die meisten seiner Spieler kamen später in der ersten oder zweiten Liga unter. Mit einem 4-3-3, wobei er viele Spieler zeitweise aufgrund Verletzungen oder Berufungen in die erste Mannschaft austauschen musste, spielte er ungemein modern. Der linke Flügelverteidiger agierte sehr hoch, auf rechts übernahm der Außenstürmer mehr Aufgaben bezüglich Breite im letzten Spielfelddrittel. Im Mittelfeld ist die Einteilung in einen Sechser, einen Achter und einen Zehner erkennbar, Busquets ließ sich sogar oft nach hinten fallen und es wurde eine Dreierkette mit aufgerückten Außenverteidigern gebildet.</p>
<p>Im folgenden Jahr wurde der Perfektionist Guardiola Trainer der ersten Mannschaft und wechselte abermals große Teile aus. Gemeinsam mit Tito Vilanova strebte er nach der optimalen Kaderzusammenstellung für sein komplexes System. Dazu bedurfte es hoher Disziplin, Laufstärke, Dynamik und natürlich einer hervorragenden Technik. Viele Spieler, darunter Legenden wie Ronaldinho, Deco und sogar Samuel Eto’o wurden ausgemustert. Lediglich Eto’o konnte sich mit hervorragendem Einsatz im Training die Gunst des Neo-Coaches zurückerobern.</p>
<p>In seinen ersten Trainingseinheiten offenbarte er seinem neuen Kader mit Verstärkungen wie Alves, Pique, Keita und Hleb, dass sie sämtliche Titel gewinnen würden, wenn sie ihm folgen würden. Sein Enthusiasmus sollte sie überzeugen, nach zwei sieglosen Spiele ging der Knoten auf. In den folgenden neun Spielen der Primera Division gewannen sie jede Partie und trafen ganze 38mal. In der Zwischenzeit erlegte sich Pep ein Interviewverbot auf, lediglich bei Pressekonferenzen gab er über sich und seine Mannschaft Informationen preis.</p>
<p>Am Ende der Spielzeit gewannen sie sämtliche sechs Titel, dazu gesellte sich ein Clásico im Bernabeu, wo sie das Spiel mit 6:2 in herausragender Manier für sich entscheiden konnten. Auf der Suche nach Perfektion ruhte sich Guardiola nicht darauf aus. Thierry Henry wurde von Pedro verdrängt und einige Neuverpflichtungen geholt. Hauptantrieb war das Fast-Ausscheiden gegen den physisch starken Chelsea FC im Halbfinale gewesen. Deswegen kamen mit Keirrison und Ibrahimovic zwei körperlich starke Angreifer, Maxwell war als offensivere Variante zu Eric Abidal vorgesehen und mit Dmitro Chygrynskiy wurde ein weiterer passstarker Verteidiger geholt. Kein einziger dieser Spieler ist heute noch beim FC Barcelona und es dürfte die schwächste Transferphase der Ära Guardiola gewesen sein.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 226px"><img class="  " src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/e5/Guardiola_2010.jpg" alt="" width="216" height="213" /><p class="wp-caption-text">Guardiola im Jahr 2010</p></div>
<p>Insbesondere finanziell glich es einem Desaster. Ibrahimovic kostete über 40 Millionen € und Inter erhielt zusätzlich Weltklassestürmer Samuel Eto’o, der eine tolle Saison hatte und die Champions League mit den Italienern unter José Mourinho holen konnte. Lediglich Maxwell erwies sich als Schnäppchen, seine fünf Millionen € an Transfersumme spielte er bald wieder ein, Flop Chygrynskiy kostete das Fünffache.</p>
<p>Im Halbfinale schieden die Katalanen gegen Inter aus, Ibrahimovics Zwist mit Guardiola war in der Zwischenzeit sehr groß geworden. Nach seiner Zeit beim FC Barcelona äußerte sich der lange Schwede sehr negativ, sagte, Guardiola hätte ihn gemobbt und von den anderen isoliert. Besonders Xavi, der sich angeblich besonders für die Demontage Ibrahimovics einsetzte, Iniesta und Messi bekamen ihr Fett weg: sie seien brave und langweilige Schuljungen, allerdings waren die drei auch allesamt unter den Top3 bei der Weltfußballerwahl der folgenden Saison.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 215px"><img class=" " src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/4/4c/Ibra.jpg/710px-Ibra.jpg" alt="" width="205" height="172" /><p class="wp-caption-text">Ibrahimovic scheiterte mehr an sich selbst, als an den fußballerischen Anforderungen Barcelonas</p></div>
<p>2010/11 korrigierte Guardiola seine Fehler, mit David Villa kam ein Ersatz für den nun ausgemusterten Ibrahimovic und das Double mit Liga und Champions League gab es als Belohnung. Javier Mascherano war hierbei ein essentieller Baustein, auch für die darauffolgende und am wenigsten erfolgreiche Saison. Viele Verletzungen, besonders jene von David Villa, sorgten für eine schwere Saison. Die Neuen Alexis Sanchez und Cesc Fabregas spielten unkonstant und einige Veränderungen an der Formation und im Mannschaftsgefüge sollten das Aus für Guardiola etwas zu unrühmlich kennzeichnen.</p>
<p><strong>Inventor, Innovator, Insigne</strong></p>
<p>Guardiola hatte abermals versucht, sich und seine Mannschaft neu zu erfinden. Mit einem <a title="AC Milan – FC Barcelona 2:3" href="http://spielverlagerung.de/2011/11/24/ac-milan-fc-barcelona-23/">3-4-3</a>, einem <a title="FC Barcelona – Chelsea F.C. 2:2" href="http://spielverlagerung.de/2012/04/25/fc-barcelona-chelsea-f-c-22/">3-3-4</a>, einem System mit einem und ohne Stürmer sowie <a title="FC Barcelona 2010/11 – die beste Mannschaft aller Zeiten?" href="http://spielverlagerung.de/2011/08/12/fc-barcelona-2010-11-%e2%80%93-die-beste-mannschaft-aller-zeiten/">dem üblichen 4-3-3</a> wurde in dieser Saison bereits gespielt. <a title="Real Madrid – FC Barcelona 1:3 | eine in-depth-Analyse" href="http://spielverlagerung.de/2011/12/11/real-madrid-fc-barcelona-13-eine-in-depth-analyse/">Ein im Herbst sehr gelobtes und im Frühjahr sehr kritisiertes „3,5-3,5-3“ beziehungsweise ein adaptives 3-1-3-3-System.</a> Sergio Busquets spielte hierbei eine Hybridposition aus defensivem Mittelfeldspieler und Innenverteidiger, am ehesten vergleichbar mit einer modernen und ballstarken Variante früherer Vorstopper.</p>
<p>Generell schien Guardiola ein Faible für Hybridpositionen zu besitzen. Beim 3-4-3/3-3-4 spielten die Innenverteidiger in den Halbpositionen wie eine Mischung aus Außen- und Innenverteidigern. <a title="Barcelona – Villarreal 5:0" href="http://spielverlagerung.de/2011/08/30/barcelona-villareal-50/">Die Spieler in den Halbpositionen beim 3-4-3 hatten sowohl Aufgaben als zentrale Spielgestalter als auch klassische Flügelspieler.</a> Die Stürmer beim 3-3-4 sorgten für die Breite und halfen hinten teilweise wie Wing-Backs aus, was besonders Dani Alves im Laufe dieser Saison immer öfter in die vorderste Angriffsreihe verfrachtete.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 212px"><img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/d2/Lionel_Messi_Player_of_the_Year_2011.jpg/202px-Lionel_Messi_Player_of_the_Year_2011.jpg" alt="" width="202" height="250" /><p class="wp-caption-text">Messi profitierte extrem von Guardiolas taktischen Veränderungen</p></div>
<p>Am interessantesten dürfte die Einführung der falschen Neun sein, welche Lionel Messi perfektionierte. Diesem hatte Guardiola bei Amtsantritt versprochen, dass er unter ihm irgendwann in jedem Spiel „mehr als nur ein Tor“ erzielen würde. Etwas übertrieben und sicherlich war ebenfalls gemeint, dass er sowohl Vorbereiter als auch Torschütze sein würde, die unglaublichen Torquoten Messis geben Guardiola im Nachhinein Recht. Im Spiel gegen Real Madrid in der Saison 2010/11 war er zum ersten Mal als falscher Neuner wirklich ins Auge getreten. Er traf zwar nicht ins Netz, konnte aber zwei hervorragende Assists aus dem Mittelfeld geben. Als falsche Neun verband er nämlich Aspekte eines klassischen Mittelstürmers und einer Nummer Zehn, beides aber mit mehr Freiheiten. Er sorgte im Mittelfeld für Überzahl, konnte seine tödlichen Pässe spielen und entledigte sich seiner Gegenspieler. Dadurch nahm er an Fahrt auf, setzte öfter zu seinen Solos an und schraubte seine Torzahlen in ungeahnte Höhen. Mit dem ungemein offensiven Rechtsaußenverteidiger Alves hatte er auf dem rechten Flügel zwar einen kongenialen Partner gefunden, durch seine neue Freirolle konnte er diese Verbindung beibehalten, ohne andere zu kappen.</p>
<p>Daraus resultierte eine weitere Hybridposition der Katalanen, jene der Flügelstürmer im 4-3-3. Durch Messis tiefere Position rückten sie zumeist ein, spielten nicht mehr so breit und besetzten den Raum zwischen Innen- und Außenverteidiger des Gegners. Diese wurden vom Aufrücken abgehalten, die Stürmer standen näher zum Spielgeschehen und hatten mehr Räume für das Empfangen vertikaler Pässe. Kein Wunder also, dass Samuel Eto’o Guardiola sogar als besseren Taktiker als Mourinho bezeichnete. Die wahre Stärke lag nämlich nicht in den klassischen Bereichen der Taktik, trotz aller Errungenschaften Guardiolas.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/91/Sergio_Busquets_Barcelona.jpg/250px-Sergio_Busquets_Barcelona.jpg" alt="" width="250" height="167" /><p class="wp-caption-text">Guardiolas Musterschüler, Sergio Busquets</p></div>
<p>Die Stichwörter hier lauten „Makrotaktik“ und „Mikrosystem“. Letzteren Ausdruck gebrauchte Pep selbst, als er die Faszination des Fußballs beschreiben wollte. Diese zwei Begriffe prägen seine Arbeit als Trainer. Er sah sich selbst als „den untersten“ in der Hierarchie, nicht den oberen. Er hänge von den Spielern und ihren Leistungen mehr ab, als sie von ihm und deswegen müsse er sich penibel um jeden einzelnen von ihnen kümmern. Dazu fügte Guardiola an, dass es die größte Lüge in Mannschaftssportarten sei, wenn die Trainer behaupten „alle wären gleich“. Im Gegenteil, seiner Meinung nach sei niemand gleich und jeder anders. Jeder einzelne Spieler benötige einen anderen Trainer, eine andere Person, die anders mit ihm redet. Somit schnitt er sein Verhalten für jeden einzelnen Spieler zu, ein weiteres Merkmal des Perfektionisten.</p>
<p>Mit dem ersten Begriff, „Makrotaktik“, kommen wir zum Geheimnis des FC Barcelona. Jenen Dingen, die Analysten bereits mit <a title="in-depth-Analyse des FC Barcelona – am Beispiel des 8:0 gegen CA Osasuna" href="http://spielverlagerung.de/2011/09/18/in-depth-analyse-des-fc-barcelona/">Passmustern, geometrischen Formen</a> und Statistiken untermauern und ergründen wollten. Guardiola hauchte ihnen die Interaktion und Kommunikation miteinander ein. Jene Attribute also, die ihn als Spieler auszeichneten. Sie halfen einander und sie verschoben auf dem Feld deutlich disziplinierter und kompakter. Er führte Regeln für Ballgewinne und das Pressing ein, drillte seine Starspieler dazu und jeder verrichtet Defensivarbeit. Wohl der Hauptgrund, wieso Ronaldinho und Co. gehen mussten.</p>
<p>Die übriggebliebenen Spieler zeigten unaufhörliche Horizontal- und Diagonalläufe, sie rochierten und pressten im Kollektiv. Der totale Fußball war wiedergeboren, dieses Mal lag der Fokus allerdings auf dem Ball und dem Raum anstatt der Geschwindigkeit und dem Raum. Ballbesitz diente dem Selbstzweck der aktiven Verteidigung und der Erhöhung qualitativer statt quantitativer Chancen. Guardiola, der seine Mannschaft als „furchtbar ohne Ball“ bezeichnete, legte wohl deswegen einen dermaßen großen Fokus auf diese Attribute. Um einen Paradigmenwechsel zurück zu den passenden und spielstarken Mittelfeldspielern hervorzurufen, mussten ihre Schwächen kaschiert werden. Ihre Stärken wurden mit seinem Training weiter verstärkt.</p>
<div class="wp-caption alignleft" style="width: 215px"><img class=" " src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/40/Xavi_Hern%C3%A1ndez_-_002.jpg" alt="" width="205" height="378" /><p class="wp-caption-text">der verlängerte Arm Guardiolas und sein Nachfolger: Xavi</p></div>
<p>Wie in La Masia forcierte er das Spiel auf Sichtfeld. Im Idealfall spielten die Spieler nur Pässe dorthin, wo sie den Raum kannten. Falls sie sich vor der Ballannahme nicht umgeschaut hatten, durften sie somit nur Pässe in den ihnen gerade zugänglichen optischen Bereich spielen. Nach diesem Muster attackierten sie logischerweise die Gegner. Das Kollektiv presste und falls der Gegner dieses Forechecking überwand, zogen sie sich zurück. Die nächste Pressingwelle folgte, wenn einer der Gegner den Ball unsauber stoppte und dadurch das Sichtfeld aufgab. Er musste zum Ball blicken und verlor damit die Übersicht über das Feld. Beim FC Barcelona wurde deswegen in der Jugend verstärkt gelehrt, den Ball richtig anzunehmen: mit dem vom Gegner entfernteren Fuß, vor der Ballannahme und während der Ballmitnahme zu schauen und das Feld im Auge zu behalten, sich dadurch automatisch ein größeres Sichtfeld schaffen.</p>
<p>Hierbei zeigte Guardiola, was ihm wichtig war. Messi verbesserte sein Dribbling, indem er Maradonas Gambetta kopierte. Das bedeutet, dass er sein Spiel noch mehr auf die Bewegungen des Gegners ausrichtete und entgegen ihrer Laufrichtung dribbelte oder eine Körpertäuschungen zu einer schwächeren Balance nutzte. Mental gab es weitere Aspekte, die Guardiola im Verein veränderte. Die talentiertesten Jugendspieler wurden der Tradition üblich früh hochgezogen, allerdings nach einiger Trainings- und geringer Spielzeit beim ersten Team wieder zurückgeschickt. Guardiola wollte damit bezwecken, dass sie zurück zu ihren ehemaligen Kameraden kamen und dort nun eine Führungsrolle beanspruchten. Sie sollten aus den Schatten ihres Talentstatus entwachsen und zu Führungsspielern heranreifen. Einer der Gründe, wieso Thiago teilweise azyklisch zwischen erstem und B-Team pendelte.</p>
<p>Dieses gesamtorientierte Denken zeigte ebenfalls, was Guardiolas eindrucksvollste Stärke ist: das Einschwören auf die gemeinsame Sache.</p>
<p><strong>Motivation, ein Schlüsselwort zum Abschied</strong></p>
<p>Bereits in seiner Zeit beim B-Team schwärmten die Spieler von ihm. Nicht nur aufgrund seiner Fähigkeiten als Trainer, sondern vielmehr seiner menschlichen Qualitäten. Wie kaum ein anderer versteht er es, den Spielern den Geist Barcelonas einzuhauchen. In jedem Training, jeder Minute auf dem Trainingsplatz, will er seinen Spielern klar machen, was es bedeutet, für Barcelona spielen zu dürfen. Kein anderer bleibt dabei so authentisch und bringt so viel Enthusiasmus mit. Seine romantische Betrachtungsweise des Fußballs, „der schönsten Sache auf der Welt“, verband er mit einem wissenschaftlichen Ansatz über Raum, Ballbesitz und Pressing mit intelligenten Sekundenregeln.</p>
<p>Besonders wichtig war es allerdings, dass er seinem Starensemble neben Disziplin auch Konstanz beibrachte. Jedes Spiel war wichtig, über keinen Gegner verlor er ein schlechtes Wort und stilisierte sie teilweise sogar zu überlegenen Gegnern.</p>
<p>In dieser Beziehung ähnelt er stark Jürgen Klopp, der vor jedem Spiel seine Mannschaft auf die Stärken des Gegners einschwört und sie motiviert. Bei Guardiola sind es Motivationsvideos, die er vor den ganz großen Duellen gerne nutzt. Angeblich soll das Video <a href="http://www.youtube.com/watch?v=myyWXKeBsNk">„inch by inch“</a> bereits vorgekommen sein, andere Videos sind sogar bestätigt. Vor dem Saisonfinale mit der B-Mannschaft zeigte er ihnen das Video des <a href="http://www.youtube.com/watch?v=dDnrLv6z-mM">Triathletenduos „Team Hoyt“</a>, welches die Spieler zu Tränen rührte. Im Verbund mit dem katalanischen Fernsehen wurde vor dem CL-Finale 2009 eine Mischung aus <a href="http://www.youtube.com/watch?v=TeXLgNh8eNg">den besten Szenen der Saison und einem bekannten Hollywoodblockbuster </a>gemixt.</p>
<p>Doch auch ohne erstellte Videos gehört er zu den besten Motivatoren seines Faches. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=iRhVGSKVYMU">Exklusive Szenen wie vor der Verlängerung im europäischen Supercup belegen dies</a> ebenso wie zahlreiche Aussagen von Spielern, welche er „wortlos beeindrucken und anspornen konnte“ (Xavi). Allerdings könnten es dieser Enthusiasmus und die typische Besessenheit sein, welche ihn letztlich auffraß. Er begann im Schlaf über Fußball zu sprechen, sein Haarausfall verschlimmerte sich und die Angst vor Langzeitkontrakten wuchs stetig. Er ist ein Trainer, der als Spieler das Wort „Berühmtheit“ mit der Beschreibung „beschissen“ gleichsetzte. Jemand, dessen mediale Aussagen auf Huldigungen an die Konkurrenz, Glückwünschen und generellen Auskünften bestanden.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 236px"><img class=" " src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b6/Jos%C3%A9_Mourinho_48609.jpg" alt="" width="226" height="534" /><p class="wp-caption-text">Sein vermeintlicher Erzrivale, José Mourinho</p></div>
<p>In den letzten zwei Jahren schienen die Duelle mit José Mourinho etwas an den Nerven geknabbert zu haben. Seine Bescheidenheit, seine Fairness und sein Sportsgeist blieben bestehen, aber ein etwas sehr trockener Humor kam ans Licht. Auf Fragen nach Wechselgerüchten zu Chelsea wurde er zunehmend sarkastisch und bezüglich Real ebenfalls bissiger. Einst ließ er sich sogar, aus reinen Psychospielchen, zu Formulierungen gegenüber Mourinho hinreißen, <a title="José Mourinho – der Mann mit den zwei Gesichtern" href="http://spielverlagerung.de/2011/07/29/jose-mourinho-der-mann-mit-den-zwei-gesichtern/">welche der neutrale Beobachter eigentlich nur dem Portugiesen zugetraut hätte.</a> An sich kein Problem, bei keinem der beiden, doch die Veränderung Peps war schleichend, unmerklich und doch vorhanden.</p>
<p>Die Selbstzweifel und der Druck, den er sich aufgrund des von ihm gewünschten Erfolges Barcelonas selbst auferlegte, forderten ihren Preis. Die langen Stunden ein paar Tage vor jeder einzelnen Partie, wo er sich in einen Keller mit gedämmtem Licht einschloss und den Gegner studierte, brachten weniger Erfolg. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=OkbhqEjNKiY">Einst sagte er, diese Momente waren am schönsten gewesen.</a> Wenn er sich das Spiel vorstellte und die Schwächen und Stärken des Gegners auseinander nahm, bis der „Aha“-Moment kam. Jener Moment, wo er wusste, sie würden siegen und wieso. Wie das Spiel aussehen würde und was er als Trainer tun musste.</p>
<p>Früher hatten seine Spieler diese Visionen öfter umgesetzt, diese Momente waren es, die ihm seinen Antrieb als Trainer gaben. Diese Saison wurden sie seltener. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=IKScWrn774I">Der atheistische Pep Guardiola</a>, der Maradona und Messi als Götter bezeichnete, verlor seinen Fußballglauben. Angebliche interne Zwiste zwischen Villa und Messi, Pique und Guardiola oder Alexis und Co. scheinen aus der Luft gegriffen, ein Fünkchen Wahrheit mag wohl trotzdem dran sein. Es war auffällig, wie oft die Presse bereits im Vorfeld des Spiels über die Aufstellung Bescheid wusste. Insbesondere beim Rückrundenklassiker gegen Real Madrid wartete Pep mit einer überraschenden Nominierung auf – die allerdings bereits jeder zu kennen schien.</p>
<p>Ein Mann, der bei der höchsten Vergabe „seines Landes, dem Land Katalonien mit seiner Sprache“, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=oVuZwBGlpRc">vor dem gesammelten Parlament über Fußball sprach, wurde von seiner Mannschaft enttäuscht.</a> Ein Mann, welcher zahlreihe Zitate von katalanischen Philosophen wie Jaume Perich zitieren und die schnulzigen Lieder von Lluis Llach singen kann, wurde von seinen Freunden verraten. Ein Mann, der in seinem Leben alles ausprobieren wollte, von einem Gang auf dem Catwalk bis zu einer Fußballmannschaft ohne Stürmer oder Verteidiger, wurde von seiner einzigen Zuflucht im Stich gelassen.</p>
<p>Es war wohl die Summe aller Probleme, seiner physischen wie psychischen Belastung und den mannschaftsinternen Wehwehchen, welche ihn zur Resignation zwangen. Mit Tito Vilanova übernimmt einer, der die gleichen Ideen und Ideale verkörpert. Gemeinsam waren sie das Mastermind, für welches Guardiola Symbol stand. Beim Spiel gegen Villareal rief er sogar den schwerkranken Vilanova im Krankenhaus aufgrund taktischer Fragen an, nächste Saison muss sich dieser dem Druck beugen. Es wird nicht auf die Frage hinauslaufen, wie Vilanova mit der Mannschaft oder den Taktiken klar kommt. Die einzige Frage, welche über Erfolg entscheiden wird, dürfte folgende sein:</p>
<div class="mceTemp mceIEcenter">
<dl id="" class="wp-caption aligncenter" style="width: 264px;">
<dt class="wp-caption-dt"><img src="http://www.wienerzeitung.at/_em_daten/_cache/image/wzo/0xUmFuZG9tSVYwMTIzNDU2N1nidusCFNxp3beGCRVnUomdqRzExlMPg9k8hsrnhXAoOrXHiofALIklwc+kaj/CuLUupn1nBemVPIkKBqe1/9PTJcPu+JtX4iUDhvidb8ABx8kjvUxfJOYBcV2a7d0C1lkma2RS3N8hlgDRV55NK7z4ZWSGAWoUQgzAQmycz6DFQ0jYtnP6TFTXhWy4HWOAz7a/mSNd3shOVIPdzUVQduuybbScTZesd8yiy+v7DAgvgSomTCv6DOe2PRrV+JuiFcnT6Qj+y58ulyK5agFcybE=.jpg" alt="" width="254" height="334" /></dt>
<dd class="wp-caption-dd"></dd>
</dl>
</div>
<p>Wird Tito Vilanova mit Josep Guardiolas Enthusiasmus, Authentizität und Begeisterungsfähigkeit arbeiten können?</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8544&amp;md5=5258f466e90784f4786b4c4de19a3adf" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>AS Roma &#8211; SSC Napoli 2:2</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Apr 2012 11:21:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Serie A]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein taktisch sehr interessantes Spiel mit verschiedenen Phasen. Als besonders wichtig erwiesen sich die Positionierungen der Spieler und das Abdecken und Beeinflussen der Spieler untereinander. Für beide Mannschaften ging es in diesem Spiel noch um den Kampf um den so begehrten dritten Platz, der zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt. Neben diesen beiden Teams kämpfen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Ein taktisch sehr interessantes Spiel mit verschiedenen Phasen. Als besonders wichtig erwiesen sich die Positionierungen der Spieler und das Abdecken und Beeinflussen der Spieler untereinander.<span id="more-8508"></span></p>
<p>Für beide Mannschaften ging es in diesem Spiel noch um den Kampf um den so begehrten dritten Platz, der zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt. Neben diesen beiden Teams kämpfen auch Lazio, Udine und Inter noch um jenen Rang drei.</p>
<p><strong>Wechselwirkung der Formationen – Theorie und Grundlagen</strong></p>
<p>Nach der enttäuschenden <a href="http://spielverlagerung.de/2012/04/23/juventus-turin-as-roma-40/" target="_blank">0:4-Niederlage bei Tabellenführer Juventus Turin</a> vom vergangenen Sonntag liefen die Römer vor heimischem Publikum diesmal wieder mit der absoluten Ikone Francesco Totti in der Startelf auf. Dadurch wurde ihr übliches 4-3-1-2-System mit einer Mittelfeldraute wieder moderner interpretiert – nicht das etwas statische und in Italien noch weit verbreitete klassische 4-3-1-2, sondern die aus einem 4-3-3 entstandene Variante dieser Formation.</p>
<p>Darauf wollte Napolis Trainer Walter Mazzari mit einer logischen Maßnahme reagieren. Zum einen wich er nicht von der üblichen Dreierkette ab, die eine gute Gegenmaßnahme gegen einen Gegner mit einem zurückfallenden Totti als Falsche Neun darstellte, und zum anderen veränderte er seine Formation ein klein wenig – aus dem gewohnten 3-4-2-1 wurde ein 3-5-1-1, indem mit Lavezzi einer der viel zitierten drei Tenöre für einen weiteren zentralen Mittelfeldspieler geopfert wurde. Diese drei zentralen Mittelfeldspieler sollten dabei Totti und die beiden Halbspieler der Roma in sehr direkter und mannorientierter Deckung bearbeiten, um ihnen keine Freiräume zu gewähren, was sich ebenso auf die beiden Wing-Backs im Duell mit den offensiven Außenverteidigern der Römer bezog.</p>
<p>Zu Beginn des Spiels funktionierte diese Methode auch relativ gut und es war eine ausgeglichene Partie, in der die Gäste aus dem italienischen Süden weitgehend sicher standen. Dennoch deuteten sich hier in gelegentlichen guten Szenen der Roma bereits tendenziell jene Dinge an, die in den restlichen etwa 25 Minuten der ersten Halbzeit an der Tagesordnung sein sollten. Aus verschiedenen Gründen gelang es den Gastgebern nämlich, das Zepter klar zu übernehmen und eine Vielzahl hochkarätiger Chancen zu erspielen:</p>
<p><strong>Die Überlegenheit der Roma in Halbzeit eins</strong></p>
<p><a href="http://spielverlagerung.de/2011/12/05/die-roma-unter-luis-enrique/" target="_blank">Normalerweise bildet die Roma im Spielaufbau eine Dreierkette, indem der defensive Mittelfeldspieler zu den Innenverteidigern zurückfällt und die beiden Außenverteidiger dafür weit aufrücken</a>. Diesmal allerdings war es nicht Gago, der für die Dreierkettenbildung abgestellt wurde, sondern Linksverteidiger Rodrigo Taddei, der dafür sorgte.</p>
<div id="attachment_8519" class="wp-caption alignleft" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/roma-napoli.png"><img class=" wp-image-8519" title="roma-napoli" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/roma-napoli.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Ungefähre Grundformation über weite Teile der ersten Halbzeit</p></div>
<p>Dadurch agierte Taddei deutlich tiefer als sein Pendant Rosi, welcher praktisch zusammen mit Bojan auf der anderen Seite die Außenpositionen besetzte – daher wurden diese beiden von den beiden Wing-Backs der Gäste abgedeckt. Währenddessen ließ Napoli die drei nominellen Mittelfeldspieler der Roma wieder stark mannorientiert decken, wobei Dzemaili zwischen Gago und Taddei pendelte, während Totti von der Innenverteidigung übernommen werden musste.</p>
<p>Diese hatte aber Probleme, den Kapitän der Römer bei seinem Zurückfallen zu verfolgen, so dass jener viel Raum zwischen den Linien vorfand – vor allem, wenn Inler aus diesem Raum weggezogen wurde. Auf diese Weise waren es Totti und der im weiteren Verlauf des Angriffs gelegentlich aufrückende Taddei, die ohne Gegenspieler immer wieder aus der zweiten Reihe den Abschluss suchen konnten und dabei viele gute Versuche produzierten.</p>
<p>In unregelmäßigen Phasen wechselten die Verantwortungsbereiche der Napoli-Spieler auch, wenn man versuchte, Tottis Aktionsradius einzudämmen und Inler auf ihn anzusetzen, wodurch auch Gargano und Dzemaili tiefer standen und sich an den Halbspielern orientierten. Eigentlich hätte dies für deutlich mehr Stabilität sorgen sollen, doch auch gegen diese Defensivtaktik Napolis fand die Roma die richtigen Lösungen.</p>
<p>Ein Mittel gegen eine solche mannorientierte Deckungsweise sind überraschende Vorstöße der Spieler aus den hintersten Reihen – <a href="http://spielverlagerung.de/2012/04/22/fc-augsburg-schalke-04-11/" target="_blank">etwas, das Schalkes Joel Matip gegen Augsburg und auch am gestrigen Tage gegen die Hertha eindrucksvoll bewies.</a> Hier waren es nicht nur die Läufe Taddeis, sondern in diesen Fällen besonders jene von Gago, der mit drei Spielern als Absicherung gelegentlich vorstoßen durfte. Wie effektiv dies war, zeigte sich an der besten Chance des ersten Durchgangs, die er allerdings vergab, als er aus etwa 4 Metern das leere Tor verfehlte.</p>
<p>Ebenfalls sehr effektiv waren Vorstöße der beiden Halbspieler in Verbindung mit den Bewegungen Tottis. Diese Mechanismen funktionierten ähnlich wie jene, die <a href="http://spielverlagerung.de/2012/03/15/athletic-bilbao-unter-marcelo-bielsa/" target="_blank">Marcelo Bielsas Athletic Bilbao</a> <a href="http://www.zonalmarking.net/2012/04/26/athletic-bilbaos-movement-v-sporting/" target="_blank">in vorbildlicher Manier zeigt</a>: Totti ließ sich in die Tiefe fallen, zog Inler aus seinem Raum heraus und öffnete damit Platz für die energischen Vorstöße von Marquinho, der dadurch entweder zwischen den Linien frei kam oder im 16er für Gefahr sorgen konnte – zunächst vergab er hier zwei große Chancen, ehe das 1:0 genau auf diese Weise von ihm erzielt wurde, als er nach einer Flanke Rosis traf (41.).</p>
<p>Während die meisten Angriffe über links kamen, wo man mit Bojan, der mit seinem Bestwert von 5 gewonnen Dribblings für viel individuelle Gefahr sorgte, Totti und Marquinho erhöhte Angriffskraft aufbot, entstand der Treffer über die andere Seite, wo man den kompletten Raum – Borini spielte eher zentral, Pjanic recht tief und spielmachend – für Rosi öffnete. Dies zahlte sich hier aus.</p>
<p><strong>Napolis weitgehende Harmlosigkeit</strong></p>
<p>Bei ihren wenigen Konterangriffen hatten die Gäste besonders das Problem, vorne nur zwei statt der gewöhnlichen drei Akteure zu besitzen, die sich für schnelle Gegenstöße in Position brachten und zielstrebig in die Tiefe freiliefen. Zudem fehlte es oftmals an den richtigen Zuspielen, welche Gargano nicht immer liefern konnte. Hamsik musste den Raum zwischen den Linien okkupieren und kam hier auch einige Male frei, doch kamen die Pässe in diesen Raum nicht immer, so dass man ihn auch für diese Aufgabe gebraucht hätte.</p>
<p>Enorm wichtig ist hier aber auch, dass die Roma die beiden Neapolitaner Wing-Backs kalt stellen konnte, welche eine enorm essentielle Hauptwaffe für diese sind. Während Zuniga sich im direkten Duell mit Rosi herumschlagen musste, wurde insbesondere Maggio sehr geschickt aus dem Spiel genommen. Durch die Zwischenposition von Bojan auf links in Verbindung mit Tottis Positionierung, wurde jener oftmals von Fernández abgedeckt, so dass Maggio sich weiter nach hinten orientieren musste, um dort zu helfen.</p>
<p>Folglich war es Bojans wichtige Rolle, zwei Spieler zu okkupieren und damit den gefährlichen Maggio hinten zu binden. Schlussendlich hatte dies auch Auswirkungen auf Cavani, der ein ums andere Mal – nicht mehrheitlich, aber öfter als gewohnt – auf die rechte Seite abdriftete, um die Räume zu besetzen, welche eigentlich Maggio bespielt hätte. Damit war er allerding genau in den Räumen, die die Roma defensiv am sichersten coverte und somit gut zu bändigen.</p>
<p><strong>Zweite Halbzeit: Schneller Ausgleich und kippende Kräfteverhältnisse </strong></p>
<p>So hochverdient diese Pausenführung für die Hauptstädter auch war, so schnell wurden sie nach dem Seitenwechsel mit einem Gegentor kalt erwischt. Schon nach etwa drei Minuten hatte Napoli die Führung der Römer durch einen Treffer von Zuniga egalisiert. Auch wenn der Treffer sich nicht abgezeichnet hatte und nach einer Standardsituation gefallen war, gab er schon einen Ausblick auf die zweite Hälfte – die Kräfteverhältnisse verschoben sich ziemlich deutlich.</p>
<p>Dies lag auch an der Auswechslung, die Mazzari nach etwas mehr als 50 Minuten tätigte – für Dzemaili kam mit dem ausgeliehenen Pandev eine weitere Offensivkraft ins Spiel. Vor allem stellte man nun allerdings wieder auf jene Deckungsart um, die man zu Spielbeginn eigentlich angewandt hatte, die dann allerdings durch die von Luis Enrique veränderte Dreierkettenbildung gekontert worden war, da man sich hatte aus dem Konzept bringen lassen – das korrigierte man jetzt.</p>
<p>Nun wurde Totti von Inler konsequent gedeckt und verfolgt, so dass sein Einfluss auf das Spielgeschehen sichtlich zurückging. Auch für die beiden Angreifer sowie die beiden Halbspieler der Hausherren waren nun wieder klare Gegenspieler festgesetzt, wodurch man das Offensivspiel der Roma deutlich hemmen konnte. Zudem schien Gago durch die erhöhte nominelle Offensivpower in seinen Vorstößen gehemmt, während auch Taddei stärker auf dem Schirm Napolis war.</p>
<p><strong>Napolis verbesserte Offensive</strong></p>
<div id="attachment_8528" class="wp-caption alignright" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/roma-napoli21.png"><img class=" wp-image-8528" title="roma-napoli2" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/roma-napoli21.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen nach der Einwechslung Pandevs</p></div>
<p>Für die verbesserte Offensive der Neapolitaner waren besonders zwei wichtige Aspekte ausschlaggebend:</p>
<p>Zum einen wurde durch die veränderte Deckungsweise die defensive Bindung von Maggio aufgelöst und dieser wieder für die Offensive befreit. Hinten hatte er „nur“ noch eine Unterstützerrolle gegen Bojan und vorne konnte er die vielen Räume vor sich nutzen, da Taddei weiterhin tief stand. Immer wieder stieß Maggio mit nach vorne und attackierte Taddei, der zu langsam war, um es mit dem Tempo des heran preschenden Wing-Backs  aufnehmen zu können – nach guten Zuspielen von Hamsik kam dieser mehrfach in den Rücken der Abwehr, vergab aber zweimal frei vor Lobont.</p>
<p>Zum anderen sorgte der eingewechselte Pandev für eine wichtige Verbindungs- und Weiterleitungsstation zwischen dem spielmachenden Hamsik und dem torgefährlichen Cavani – in der ersten Halbzeit hatte Hamsik den Raum zwischen den Linien besetzt, so dass man komplett von den Zuspielen Garganos abhängig gewesen war. Nun war Hamsik selbst der Mann, der diese vertikalen Pässe spielte, was ihm auch besser gelang, während Pandev die Zuspiele zwischen den Linien erhielt und dann den finalen Pass auf Cavani spielen konnte. Dieser bewegte sich nun besser auf die linke Seite, da er rechts nicht mehr die eigentlich von Maggio zu bespielenden Räume bearbeiten musste. Auf dieser linken Seite konnte er die Räume hinter dem aufrückenden Rosi nutzen. So geschah es beim traumhaften 1:2-Führungstreffer, als alle diese Punkte – Hamsiks Vertikalpass, Pandev zwischen den Linien, Cavani nach links driftend – bei einem Konter zusammenflossen (68.).</p>
<p><strong>Romas schwungvolle Joker sorgen kurz vor Schluss für den Gegenschlag </strong></p>
<p>Zwischenzeitlich hatte Rosi schon tiefer agiert, was allerdings die Offensivkraft schwächte und Zuniga mehr offensive Freiheiten ermöglichte. Dies trug ebenso dazu bei, dass Napoli in den Minuten nach der Führung dem dritten Tor näher schien als die Roma dem Ausgleich. Mit der Zeit entfaltete dann allerdings der Doppelwechsel Luis Enriques (74.) seine Wirkung, wobei Napoli den Fehler machte, sich wieder weiter zurückzuziehen und der Roma die Spielkontrolle zu übergeben.</p>
<p>Deren Anrennen schien zunächst nicht wirklich konstruktiv oder gefährlich zu sein, doch in den letzten fünf Minuten änderte sich dies. Mit Fabio Simplicio hatte man nun neben Marquinho einen zweiten gefährlichen Läufer aus dem Mittelfeld, während Junior Tallo auf der linken Seite jenen Schwung zurückbrachte, den Bojan im ersten Durchgang vor seinem Ermüden erzeugt hatte. So war es schließlich jener Tallo, der sich auf außen schön durchspielte und in die Mitte flankte, wo Simplicio verwandelte (88.). Erwähnenswert sein Torjubel: Er lief auf die Tribüne, wo er mehrere Reihen nach oben stieg und sich durch die Plätze hindurch bahnte, bis er irgendwann Frau und Kind herzen konnte.</p>
<p><strong>Fazit </strong></p>
<p>Zwar sieht die Statistik die Hausherren im Vorteil (60 % Ballbesitz und 24:14 Schüsse), welche auch aufgrund ihrer ersten Halbzeit den Sieg etwas mehr verdient gehabt hätten, doch letztlich war es wohl ein gerechtes Remis in einem taktisch hochinteressanten Phasenspiel. Während die erste Halbzeit klar an die Roma ging, zeigte Napoli nach der Pause eine sehr gute Reaktion und gewann schnell die Oberhand. Dennoch konnte die Roma in Person ihrer Joker noch einmal zurückschlagen. Für beide Parteien ist das Unentschieden nicht wirklich ideal, da man so auf die anderen Konkurrenten Boden verlieren könnte. Gerade die Roma hätte einen Sieg gebraucht: Man liegt weiterhin vier Punkte hinter Rang drei, was bei einem Sieg von Stadtrivale Lazio die Chance auf diesen Platz bereits heute fast zunichtemachen könnte. Daher liegt die Konzentration nun wohl endgültig darauf, sich vom siebten Platz zu entfernen und noch in die Europa-League-Ränge zu springen.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8508&amp;md5=c045748c872d78344a619069434a30bb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Real Madrid &#8211; FC Bayern München 2:1 (1:3 i.E.)</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Apr 2012 09:58:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>PP</dc:creator>
				<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach einer Anfangsphase ohne taktische Zwänge fängt sich Bayern und zieht ins Heimfinale ein. Schweinsteiger und Kroos dominieren, Neuer glänzt im Elfmeterschießen. Abkippende Sechser bleiben bestimmendes Element dieser Halbfinalpaarung. Personal und Aufgaben Mourinho änderte seine Aufstellung gegenüber letzter Woche nur geringfügig. Der offensivere Marcelo ersetzte den im Hinspiel schwachen Coentrao als Linksverteidiger. Dass Arbeloa auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Nach einer Anfangsphase ohne taktische Zwänge fängt sich Bayern und zieht ins Heimfinale ein. Schweinsteiger und Kroos dominieren, Neuer glänzt im Elfmeterschießen. Abkippende Sechser bleiben bestimmendes Element dieser Halbfinalpaarung.</p>
<p><span id="more-8446"></span></p>
<div id="attachment_8472" class="wp-caption alignleft" style="width: 364px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/RealBayern21.png"><img class=" wp-image-8472" title="RealBayern21" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/RealBayern21.png" alt="" width="354" height="482" /></a><p class="wp-caption-text">Startformationen</p></div>
<p><strong>Personal und Aufgaben</strong></p>
<p>Mourinho änderte seine Aufstellung gegenüber letzter Woche nur geringfügig. Der offensivere Marcelo ersetzte den im Hinspiel schwachen Coentrao als Linksverteidiger. Dass Arbeloa auf der anderen Seite deutlich defensiver spielte, sollte mit der halbrechten Positionierung Khediras, der als box-to-box-player agierte, kompensiert werden. Neben dem deutschen Nationalspieler lief Xabi Alonso auf, der wie gewohnt den Spielaufbau übernehmen sollte.</p>
<p>Vor der Doppelsechs bot Mourinho wie erwartet Ronaldo, Özil, di Maria und Benzema auf. Ronaldo hielt sich zumeist links auf, jedoch nur in Ballbesitz. In der Defensive positionierte er sich häufig neben Benzema im Zentrum und wartete auf Konter.</p>
<p>Özil und di Maria tauschten nicht so häufig die Positionen, wie es letzte Woche noch der Fall war. Das lag vornehmlich daran, dass di Maria offenbar instruiert wurde, breiter zu stehen, um Spielverlagerungen &#8211; in der Regel von Alonso &#8211; zu empfangen. Dies gelang in der Anfangsphase recht häufig.</p>
<p>Im Vergleich zum Hinspiel gab es auf Seiten der Münchener keine Änderungen. Die Innenverteidigung Boateng/Badstuber wurde von den offensiven Außenverteidigern Lahm und Alaba flankiert, die die inversiven Flügelspieler Robben und Ribery unterstützen sollten. Im zentralen Mittelfeld agierte wieder das flexible Trio Gustavo, Schweinsteiger und Kroos. Letzterer lief zwar nominell als Zehner auf, ließ sich aber immer wieder fallen, um im Aufbau gegen das Pressing der Spanier zu helfen.</p>
<p><strong>Die Horrorvision eines jeden Trainers: Die Anfangsphase</strong></p>
<p>Direkt zu Beginn des Spiels begingen die Bayern einen groben Fehler. Während es im Hinspiel noch blendend funktionierte, Xabi Alonso keine Zeit am Ball zu gewähren, da er durch Gomez oder Kroos gestört wurde, verpasste man es in der ersten Viertelstunde, ihn an seinen gefürchteten Diagonalbällen zu hindern. Di Maria positionierte sich sehr breit auf dem rechten Flügel und konnte einige Male im letzten Drittel die Spielverlagerungen von Alonso verarbeiten, da Bayern im Verbund auf ihre rechte Abwehrseite gerückt waren.</p>
<div id="attachment_8495" class="wp-caption alignright" style="width: 364px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/RealBayern21DiagonalAlonsoDiMaria7.png"><img class=" wp-image-8495" title="RealBayern21DiagonalAlonsoDiMaria" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/RealBayern21DiagonalAlonsoDiMaria7.png" alt="" width="354" height="484" /></a><p class="wp-caption-text">Zu Beginn übte der FCB zu wenig Druck auf Alonso aus, der Diagonalbälle auf di Maria spielte. Dieser war aufgrund des Münchener Einrückens allein gegen Alaba und konnte für Gefahr sorgen.</p></div>
<p align="LEFT"><span style="color: #000000;"><span style="font-family: Georgia, serif;"><span style="font-size: small;">Alaba wurde &#8211; wie schon im Hinspiel &#8211; offenbar von Mourinho als Schwachstelle ausgemacht </span></span></span>und so war es nur logisch, dass Real versuchte, di Maria in direkte Duelle mit dem jungen Österreicher zu schicken. Dies gelang in den ersten Minuten mehrere Male, was letztendlich mit einem Elfmeter belohnt wurde. Dass Alaba keineswegs eine Schwachstelle war, bewies der schnelle Linksverteidiger nicht nur mit seinem energischen Vorstoß, mit dem er Robbens Großchance fast postwendend nach dem 1:0 einleitete.</p>
<p>Beide Teams hatten mit großer Unordnung zu kämpfen und so war es kaum verwunderlich, dass viele Torchancen entstanden. Gomez bot sich bei Ballbesitz im letzten Drittel ungewohnt häufig außerhalb des Sechzehners an, wohin ihm weder noch Ramos noch Pepe gerne folgen wollten. Zwei recht gefährliche Fernschüsse waren das Produkt dieser Bewegungen.</p>
<p>Doch nicht nur Real hatte Probleme in der Defensive: Nach dem frühen Rückstand presste Bayern stark, ließ die Viererkette aber dennoch relativ tief stehen, wohl aus Angst vor Ronaldos und Benzemas Geschwindigkeit. Es ergaben sich folglich zu große Lücken, die besonders Mesut Özil in die Karten spielten. Aus der Position zwischen der Münchener Abwehrlinie und Mittelfeld gab er den Assist für Ronaldos 2:0, allerdings muss man zugeben, dass Özil den Ball hier überaus glücklich nach einem Pressschlag unweit von ihm erhielt und Ronaldo leicht im Abseits stand.</p>
<p><strong>Ronaldos &#8220;Defensivarbeit&#8221; und wie Bayern daraus Kapital schlug</strong></p>
<p>Wie oben bereits erwähnt hatte Ronaldo wohl die Aufgabe, bei gegnerischem Ballbesitz in der Spitze zu bleiben, um zusammen mit Benzema auf Konter zu lauern. Die Idee war in der Theorie relativ sinnvoll, da Ronaldo und Benzema mit ihrer Geschwindigkeit gute Konterspieler sind, die nach Ballgewinn in die Räume hinter Bayerns Außenverteidiger geschickt werden sollten &#8211; ein Terrain, in dem sich die beiden ganz im Gegensatz zu Badstuber und Boateng sehr wohl fühlen.</p>
<p>In der Praxis sah es allerdings so aus, dass Bayern dank ihrer Überzahl im Mittelfeld und Passsicherheit kaum gefährliche Ballverluste hatte, was auch an Gustavos vielen kleinen Fouls lag. Kroos und Schweinsteiger konnten das Spiel nun dominieren, die beiden hatten mit Abstand die meisten Ballkontakte (Kroos: 103, Schweinsteiger: 133) und Pässe (83 und 121) im Münchener Team, bei Real erreichte nur Alonso mit 107 Ballkontakten und 91 Pässen ähnlich gute Werte.</p>
<p>Da Ronaldo und Benzema ja bei gegnerischem Ballbesitz vorne blieben, ordnete Real sich in einem 4-4-2 an. Hier war nun die Frage, wer den linken Flügel übernehmen sollte. Zur Auswahl standen Özil und Alonso, welche beide nicht optimal für diese Position geeignet sind. Weil die Wege für Özil in beide Richtungen sehr weit gewesen wären &#8211; er musste bei Ballgewinn ja möglichst schnell wieder ins offensive Zentrum, da Ronaldo auf den linken Flügel driftete &#8211; spielte Alonso zumeist vor Marcelo, wenn Bayern den Ball hatte.</p>
<div id="attachment_8485" class="wp-caption alignright" style="width: 364px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/RealBayern21BallbesitzBayern7.png"><img class=" wp-image-8485 " title="RealBayern21BallbesitzBayern" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/RealBayern21BallbesitzBayern7.png" alt="" width="354" height="367" /></a><p class="wp-caption-text">4-4-2 Anordnung Reals bei Münchener Ballbesitz. Räume für Lahm und die Sechser entstehen. Madrid bekommt keinen Zugriff, da Bayern viele sichere Passoptionen hat.</p></div>
<p>Aufgrund der numerischen Überzahl des Münchener Mittelfelds stand die Viererreihe di Maria-Khedira-Özil-Alonso sehr eng beieinander, was den Außenverteidigern Lahm und Alaba viel Raum und somit Zeit am Ball brachte. Der Sechserraum der Bayern wurde von den Madrilenen nun gar nicht besetzt, also bot sich immer eine sichere Anspielstation nach hinten.</p>
<p>In der Entstehung des Elfmeters zum 2:1 konnte man dann schön die Auswirkung von Ronaldos sehr zentraler Ausrichtung erkennen. Um es den Bayern nicht möglich zu machen, einfach im Verbund sehr weit einzurücken, musste Marcelo viele Läufe an der Linie machen, damit auch auf der linken Seite Breite gegeben war. Folgerichtig entstand eine riesige Lücke zwischen ihm und den Innenverteidigern, welche die Bayern nicht nur einmal ausnutzten. Vor dem Elfmeter konnte Toni Kroos den Raum hinter dem aufgerückten Marcelo besetzen und eine Flanke auf Gomez schlagen.</p>
<p><strong>Zweite Halbzeit von Vorsicht, Verlängerung von Angst geprägt</strong></p>
<p>In der zweiten Halbzeit bot sich ein deutlich ruhigeres Bild. Offenbar hatten beide Trainer mit aller Deutlichkeit klargemacht, dass man nun nicht mehr so viel riskieren sollte. Beide Teams griffen fortan mit Bedacht &#8211; und mit weniger Spielern an. Bayern vermied es in Ballbesitz, Ronaldo und Benzema allein gegen Badstuber und Boateng zu lassen und stellte den beiden Gustavo  oder auch mal einen der beiden Außenverteidiger zur Seite.</p>
<p>Bei Real hielt sich Marcelo nun etwas mehr zurück und bot nicht mehr so große Räume hinter sich an. Da auch Khedira stark auf die Defensive fokussiert war und Alonso sowieso nicht gerne das zweite Drittel verlässt, griff Real häufig mit nur 4 Spielern an und hoffte auf einen Geniestreich. Da sie sich allerdings acht oder neun Bayern gegenüber sahen, entstand kaum Gefahr &#8211; auch die Freistöße und Ecken brachten nichts ein.</p>
<p>Die beiden tiefliegenden Spielmacher Alonso und Schweinsteiger suchten nun häufig den Raum hinter dem jeweiligen aufgerückten Linksverteidiger und versuchten von dort aus, das Spiel zu gestalten. Bayern gelang dies deutlich besser, Özil gegen Schweinsteiger nicht so diszipliniert verteidigte wie Kroos bzw. Gomez gegen Alonso. In einem Spiel, in dem Ribery einen besseren Tag erwischt und Robben im Abschluss präziser ist, hätte Bayern aus dieser Überlegenheit deutlich mehr machen können, da Schweinsteiger viele gute Pässe auf die beiden Außenbahnen schlug.</p>
<p>Die Waage hatte sich nun also bei einem leichten aber relativ ungefährlichen Übergewicht der Bayern eingependelt und sowohl die Zuschauer als auch die Beteiligten warteten auf den entscheidenden Fehler oder auf die entscheidende Einzelaktion. Da aber beides ausblieb, gingen die physisch sowie psychisch sichtlich erschöpften Teams in die Verlängerung, in der dann noch weniger passierte.</p>
<p><strong>Auswechslungen</strong></p>
<p>Heynckes wechselte nur ein einziges Mal (95.Minute) und brachte Müller für Ribery, der sich gegen Arbeloa aufgerieben hatte. Müller war zwar sehr engagiert und rotierte mit Kroos und Robben, allerdings gelang ihm persönlich wie seit Wochen recht wenig, auch die Unterstützung hielt sich ob der Vorsicht sehr in Grenzen. Nach einigen Minuten der Rotation blieb Müller auf rechts und Robben auf links, wahrscheinlich um Flanken für Mario Gomez zu bringen.</p>
<p>Mourinho wartete ebenfalls lange mit seinen Auswechslungen und brachte Kaká in der 75. Minute für di Maria. Özil wich auf den ungeliebten rechten Flügel aus, während Kaká als Zehner für Dynamik im Zentrum sorgen sollte. Wie bei Müller sorgten aber Formschwäche und mangelnde Unterstützung für ein Verpuffen der Auswechslung.</p>
<p>In der Verlängerung brachte Mourinho dann noch Higuain für Benzema, um die müde Bayernabwehr noch einmal zu fordern. Des Weiteren kam Granero für Özil, um auch dem Letzten zu zeigen, dass man endgültig auf Sicherheit bedacht war.</p>
<p>Viele hatten sicherlich den schnellen Callelon sowie den umtriebigen Olic auf der anderen Seite als Einwechselspieler erwartet. Beide hätten jeweils für Tempo und Unruhe sorgen können, allerdings wollte wohl keiner der beiden Trainer nur einen Hauch offensiver werden. Gegen Olics Einwechslung sprach dann auch die Tatsache, dass Müller rechts und Robben links für Flanken sorgen sollten.</p>
<p><strong>Ribery, Robben und Gomez</strong></p>
<p>Ähnlich wie im Hinspiel klebte Arbeloa förmlich an Ribery. Auch wenn sich der Franzose in tiefe Positionen fallen ließ, folgte ihm der spanische Außenverteidiger und vermied &#8211; auch unter Inkaufnahme meherer Fouls &#8211; dass Ribery sich drehen konnte. In der Offensive gelang Ribery nicht viel, kein Mal schoss er aufs Tor und nur ein einziges Mal flankte er. Seine Passquote war mit 81% zwar recht gut, dennoch war es die zweitschlechteste der Feldspieler der Bayern (Gomez: 79%).</p>
<p>Defensiv zeigte der kleine Franzose allerdings eine ansprechende Leistung. Mit einer gesunden Portion Aggressivität und hoher Disziplin fügte er sich in eine geschlossene, kompakte Defensive ein. Auch wenn ihm heute nicht viel gelang, &#8220;band sein Potenzial&#8221; Arbeloa hinten, was dafür sorgte, dass di Maria auf dem rechten Flügel meistens alleine war.</p>
<p>Arjen Robben auf dem rechten Flügel wollte es in diesem Spiel offenbar allen zeigen und präsentierte sich sehr abschlussfreudig. Nach Ronaldo (10) und Gomez (8) gab er die meisten Schüsse ab (6), wovon zumindest die Riesenchance in der Anfangsphase in einem Treffer enden musste. Dass er nach seiner Vorgeschichte gegen Dortmund (Elfmeter + Großchance) den wichtigen Elfmeter zum 2:1 verwandelt zeugt meiner Meinung nach von mentaler Stärke, ebenso wie die Cleverness, im Elfmeterschießen dann nicht anzutreten.</p>
<p>Mario Gomez, oft gescholten für seine ungelenk wirkenden Bewegungen und technischen Schwächen zeigte in einem sehr körperbetonten Spiel gegen Ramos und Pepe, dass er mehr ist als jemand, der die Bälle über die Linie drückt. Auffällig häufig ließ er sich ins Mittelfeld fallen, um Pässe in den Fuß gespielt zu bekommen, die er dann mit seinem Körper behauptete. Dies ermöglichte seinen Mitspielern zum Einen, die Räume hinter Marcelo zu nutzen und zum Anderen, hinten herauszurücken. So ließ man sich nicht von Real hinten reindrücken und konnte lange Ballbesitzphasen genießen, die in solch einem Spiel physisch wie auch psychisch sehr wichtig sein können.</p>
<p><strong>Real zu fokussiert auf Ronaldo</strong></p>
<p>Auffällig &#8211; nicht nur in diesem Spiel &#8211; ist die unheimlich starke Fokussierung Reals auf Ronaldo. Mit 2 Toren und 10 Abschlüssen legt er zwar beeindruckende Zahlen an den Tag, allerdings muss man hier auch die daraus resultierenden Probleme ansprechen. Die mangelnde Defensivarbeit, die daraus entstehenden Freiheiten für den gegnerischen Rechtsverteidiger und die ungewöhnliche (Un-)ordnung in der Mittelfeldreihe habe ich ja bereits thematisiert. Dazu kommt noch der Faktor Ausrechenbarkeit. Khedira und di Maria gaben je einen Schuss ab, Benzema drei. Sämtliche anderen Abschlüsse sind Produkt von Ronaldo. Klar kann dies an einem guten Tag für mehrere Tor reichen, doch wenn er wie heute mit einem Gegenspieler wie Lahm konfrontiert wird, den er im direkten Duell selten schlagen kann, wird es schwer für Real Madrid.</p>
<p>Ronaldo ist derart dominant, dass er dann auch aus unmöglichen Positionen draufhält, anstatt die Kombination zu suchen. Angesichts Özils Übersicht, Benzemas intelligenten Bewegungen und di Marias Dynamik sehe ich da verschenktes Potenzial. Ich denke, Ronaldo würde bei etwas mannschaftsdienlicherer Spielweise trotzdem genug Abschlussmöglichkeiten bekommen. Gerade in Spielen wie diesem ist die Ausrechenbarkeit dann zu hoch, zumal Real die meiste Zeit mit nur vier Spielern angriff.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Betrachtet man die gesamten 210 Minuten Spielzeit, ist Bayern verdient ins Finale eingezogen. Sie hatten in beiden Spielen mehr und bessere Torchancen, einen besseren Spielaufbau, mehr Ballbesitz und eine besser funktionierende Defensive. Real tat sich im Herausspielen von Torchancen schwer und vertraute vielleicht zu sehr auf Ronaldo. Dessen freie Rolle bei gegnerischem Ballbesitz war einer der Hauptgründe für das Aufblühen von Kroos und Schweinsteiger &#8211; wobei dies für Letzteren eher für das Rück- als für das Hinspiel gilt.</p>
<p>Das Abkippen von Schweinsteiger/Kroos und Alonso hinter ihre offensiven Linksverteidiger war ebenso ein bestimmendes taktisches Element wie das Einstreuen von kleinen taktischen Fouls. Beide Teams verstanden es recht gut, Kontersituationen für den Gegner zu vermeiden, was allerdings auch der Reihenfolge der Tore geschuldet sein dürfte.</p>
<p>Hätte Robben postwendend nach Ronaldos Elfmeter freistehend am Fünfmeterraum zum 1:1 ausgeglichen hätte sich ein sehr konterreiches Spiel entwickeln können. So glich die erste Halbzeit einem Albtraum für die Trainer und einem Fest für die Zuschauer. Die zweite Hälfte und insbesondere die Verlängerung war dann von Vorsicht und Angst dominiert.</p>
<p>Meiner Meinung nach ließ Mourinho seine Mannschaft nach dem schnellen 2:0 zu passiv agieren und hatte auch nach dem &#8220;Ausgleich&#8221; durch Robben nicht den Mut oder Willen, das Spiel unbedingt gewinnen zu wollen.</p>
<p>Ob es dann im Elfmeterschießen mentale Stärke, Glück, clevere Anordnung der Schützen, ein guter Torwart, Schicksal oder Gerechtigkeit war, was Bayern ins Finale brachte, werden wir nie erfahren, mein Eindruck bleibt jedenfalls, dass es verdient war.</p>
<p>Im Finale erwarten uns dann zwei von Gelbsperren geschlauchte Mannschaften, dessen Trainer sich nun in den nächsten Wochen &#8211; vor allem in der Defensive &#8211; einen Plan B ausdenken dürfen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Statistiken von www.whoscored.com</em></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8446&amp;md5=c45b0fb605fe41028de5c7e2ce7983b1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>FC Barcelona &#8211; Chelsea F.C. 2:2</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 14:47:58 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Barca ist raus. Und die einhellige Meinung scheint zu sein, dass Chelsea sich ins Finale gemauert hat. Doch während die Blues hinten drinstanden, starb das Tiki-Taka seinen ganz eigenen Tod. Nicht die Ideologie scheiterte, sondern der FC Barcelona scheiterte an einer miserablen Halbzeit in Überzahl. Wie alles begann Die Ausgangslage war ein 1:0 für die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Barca ist raus. Und die einhellige Meinung scheint zu sein, dass Chelsea sich ins Finale gemauert hat. Doch während die Blues hinten drinstanden, starb das Tiki-Taka seinen ganz eigenen Tod. Nicht die Ideologie scheiterte, sondern der FC Barcelona scheiterte an einer miserablen Halbzeit in Überzahl.<span id="more-8400"></span><strong></strong></p>
<p><strong>Wie alles begann</strong></p>
<p>Die Ausgangslage war ein <a title="Chelsea FC – FC Barcelona 1:0" href="http://spielverlagerung.de/2012/04/19/chelsea-fc-fc-barcelona-10/" target="_blank">1:0 für die Blues in London</a>, welches aus einem überragend hochklassigen Spiel resultierte. Chelsea stellte Barcelona in diesem Hinspiel mit einer sehr flexibel agierenden Dreifachsechs im flachen 4-5-1 vor große Probleme, so wie Barcelona sie schon in früheren Spielen gegen Arsenal, Real oder in der laufenden Saison bei der ersten Liganiederlage in Getafe erlebte. Die Mannschaft von di Matteo mauerte in diesem Hinspiel ebensowenig wie <a title="Bayer Leverkusen – FC Barcelona 1:3" href="http://spielverlagerung.de/2012/02/16/bayer-leverkusen-fc-barcelona-13/" target="_blank">Bayer Leverkusen in ihrem guten Hinspiel gegen Barca</a>, sondern platzierte ihre Abwehrreihe meist gute 20 bis 30 Meter vor dem Strafraum. Dadurch erzielten die Blues auch einige gefährliche Ballgewinne im Mittelfeld, welche Barcelona nicht gegenpressen konnte. Hieraus resultierte letztlich auch das Siegtor nach einem Konter. Des Weiteren musste auch immer mit Aktionen von Didier Drogba gerechnet werden, von dem wegen seiner überragenden Fähigkeiten im Halten des Balls, stets latent Gefahr ausging.</p>
<p>Die Katalanen machten in London eigentlich ein selbst für ihre Verhältnisse sehr starkes Spiel und hätten Chelseas stabiles System an diesem Tag wohl geknackt, wären sie nicht an ihrer Chancenverwertung gescheitert &#8211; ein 1:3 wäre nicht unverdient gewesen. Doch so kam es nicht und Barcelona musste das  Rückspiel im Camp Nou ohne Auswärtstor auf der Habenseite antreten.</p>
<p><strong><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/hz11.png"><img class=" wp-image-8413 alignleft" title="hz1" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/hz11.png" alt="" width="353" height="482" /></a></strong><strong>Guardiola setzt auf drei</strong></p>
<p>Trotz der weitestgehend starken Hinspielleistung entschied sich Pep Guardiola für eine Umstellung vom 4-3-3 des Hinspiels auf sein 3-3-4-System, in welchem zu Beginn Puyol und Mascherano die Halbspieler bildeten. Pique agierte dazwischen in einer Rolle, welche sich früh als libero-esk herausstellte und in der radikalen zweiten Halbzeit noch verstärkt wurde. In der Offensive klebte Cuenca am rechten Flügel, während vorne das bekannte Sanchez-Messi-Tandem rotierte. Das Aufbauspiel wurde wie üblich von Xavi mit Unterstützung von Busquets gestaltet. Iniesta und Fabregas zogen das Spiel kombinativ und fluid agierend von links ins Zentrum, so wie man es ebenfalls bereits kannte.</p>
<p>Chelsea blieb dagegen der Formation und Besetzung des Hinspiels treu und versuchte, mit einer noch tieferen Ausrichtung den Vorsprung zu verteidigen. Teilweise presste man noch in der gewohnten Höhe des defensiven Mittelfelds, doch meistens zog man sich an den eigenen Strafraum zurück oder platzierte sich knapp davor. Die Flexibilität des Mittelfeldes blieb aber bestehen. So waren die Flügelspieler nun nicht mehr an Barcelonas Außenverteidiger gebunden, wodurch sich die Anpassungsfähigkeit sogar noch auf alle fünf Mittelfeldspieler ausweitete, statt sich auf die drei zentralen zu beschränken.</p>
<p>Die Auswirkungen der Änderungen waren eine noch stärkere Fixierung von Barcelona auf das Feldzentrum und eine noch etwas bessere Absicherung, welche aber auch mit Chelseas stärkerem Zurückziehen zu tun hatte. Inwiefern sich Chelseas tiefe Stellung und Barcelonas breitere Angriffsreihe gegenseitig bedingten und förderten, lässt sich schwer beurteilen. Sie führten jedenfalls beide zu den taktischen Resultaten der ersten Halbzeit.</p>
<p><strong>Barcas Gegenpressing mit Libero isoliert Drogba</strong></p>
<p>Wenn auf Barcelonas Seite Piqué nicht gerade mit Ball am Fuß vorstieß, so entsprach die Aufbauformation grob einer 1-4-2-3-Anordnung, in welcher Mascherano (bzw. später Alves) und Puyol in die Halbräume neben Xavi und Busquets aufrückten. Xavi bewegte sich im Zentrum nach Belieben, Busquets rochierte reaktiv um ihn herum. Dementsprechend blieb Piqué, dessen Rolle später Mascherano übernahm, meist als alleiniger zentraler Verteidiger in einer Art Libero-Rolle an der Mittellinie zurück.</p>
<p>Diese Anordnung war eigentlich inkonsequent von Barcelona, da die Spieler nicht sehr hoch aufrückten, um so sofort Gegenpressing spielen zu können. Chelseas Mittelfeld befand sich meist 15 Meter und weiter von der verschobenen Aufbauviererkette entfernt, Drogba bewegte sich in etwa auf einer Höhe mit Busquets. Auf dem Papier hätte dies gefährlich werden können, da das Mittelfeld nach Eroberungen Bälle in Drogbas Lauf hätte spielen können. Der Stürmer hätte seine Physis indes im 1-gegen-1 mit Piqué/Mascherano einsetzen können. Auf den ersten Blick schien also das 4-3-3 des Hinspiels in dieser Hinsicht für Barcelona sicherer, da Drogba dort gegen 2 Innenverteidiger stand.</p>
<p>Praktisch stellte das 3-3-4 aber eine leichte Verbesserung dar. Effektiv stellten Xavi, Busquets und Piqué ein Dreieck um Drogba, weshalb er kaum Anspiele bekam. Sein Umschaltverhalten im Hinspiel, welches er gestern konservierte, glich sowieso keinem steilen Vorstoß auf die Abwehrreihe. Stattdessen holte er sich dort die Bälle in Barcelonas defensivem Mittelfeld ab und behaupetete sie dann gegen mehrere Gegenspieler. In diesem Bereich bekamen Barcelonas Innenverteidiger keinen Zugriff. So gelang es dem Ivorer schneller, auf seine nachrückenden Mitspieler abzulegen.</p>
<p>Diese Spielweise bekam Barcelona in dem anpassungsfähigen Dreieck nun besser verteidigt. Gleichzeitig sicherten die aufgerückten Halbverteidiger torseitig gegen Chelseas Flügel ab. Dass ein Außenverteidiger überrannt werden könnte, wie es im Hinspiel Alves beim 1:0 passiert war, wurde dadurch unterbunden.</p>
<p>Wegen Chelseas tieferem und noch engerem Pressing kamen die Engländer außerdem seltener zu kontrollierten Ballgewinnen. Das fluide Viereck aus Iniesta, Fabregas, Messi und Sanchez verlor denn Ball dann meistens in ihren eigenen Zwischenräumen, die so eng waren, dass Chelsea kaum aus ihnen herauszukommen vermochte. Anders als die Edeltechniker in Blau-Rot.</p>
<p><strong>Barcas Ignoranz gegenüber den Flügeln<br />
</strong></p>
<p>Diesen gelang es mehrfach, sich durch die brutale Enge von Chelseas Zentrum zu spielen und so zu Chancen zu kommen, was sie im Verlauf des Spiels mit zunehmender Beharrlichkeit zu fokussieren suchten. Dies ist für Barcelonas Spiel im Prinzip nichts Besonderes, da die Flügelspieler sowieso nur selten bis zur Grundlinie durchgehen, doch gestern reduzierten sie das Nutzen dieser Räume fast auf Null. Laut <a href="http://www.whoscored.com/Matches/592999/MatchReport/Europe-UEFA-Champions-League-2011-2012-Barcelona-Chelsea" target="_blank">whoscored.com</a> zog Barcelona 44% seiner Angriffe durch die Mitte auf, was ein Drittel häufiger ist, als sie es durchschnittlich in der Liga versuchen. Mit Iniesta als spielmachendem Rechtsfuß auf links, ist die zentrale Kombinationsrichtung von dieser Seite aus zwar sowieso schon vorgegeben, doch auch Iniestas Gegenüber Cuenca suchte gestern so gut wie nie die Grundlinie.</p>
<p>Überhaupt suchte Letzterer kaum irgendetwas &#8211; er blieb breit, empfing Verlagerungen, behauptete sie mit technischer Sicherheit und spielte sie nach hinten zurück. Diese Passivität erklärt sich teilweise damit, dass Chelsea gegen den nur einfach besetzten Flügel problemlos doppeln konnte. Bei weiter Spielverlagerung hätte Cuenca dagegen die Chance gehabt, schnell ins Duell gegen Cole zu gehen und durchzubrechen. Das tat er nicht &#8211; seine Torvorlage entstand nach einer Ecke. Aus dem Spiel heraus war er jedoch taktisch ziemlich verschenkt, da seine Spielweise Chelsea nicht einmal dazu zwang, die Defensive sonderlich zu strecken.</p>
<p>Möglicherweise nahm Guardiola diese ineffektive Rolle wegen mangelnder Alternativen aber bewusst in Kauf und ordnete sie an, um die Formationslücke ohne Risiko zu füllen und den Ball so gegen den starken Cole nicht zu verlieren. Stattdessen suchte Barcelona auffällig oft das Spiel durch den linken Halbraum zwischen den vier deutlich stärkeren Individualisten, deren Qualitäten somit taktisch betont wurden.</p>
<p><strong>Kombinationen durch das raumlose Nichts</strong></p>
<p>Dort konnte Chelsea jedoch das Spiel enorm verengen. Da Ramires wie beschrieben nicht durch einen Außenverteidiger gebunden war, verschoben sie mit dem ganzen Mittelfeld in Ballnähe und reduzierten zudem den Kettenabstand zur Abwehrreihe auf ein Minimum. Dabei musste es darauf ankommen, wie flexibel Chelseas Spieler sich innerhalb und zwischen den Räumen bewegten. Sie passten sich hier stark den Bewegungen von Barcelona an und deckten sehr intensiv mögliche Passwege zu, während der ballnahste Spieler auf den Ballführenden aufrückte, um ihm nicht zu viel Zeit am Ball zu gewähren und ihn so unter Druck zu setzen. Dieser liquide Defensivblock funktionierte gut, öffnete Barcelona wenig Möglichkeiten und noch weniger Zwischenräume.</p>
<div id="attachment_8412" class="wp-caption alignright" style="width: 363px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Chelsea-MF.png"><img class=" wp-image-8412 " title="Chelsea MF" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Chelsea-MF.png" alt="" width="353" height="196" /></a><p class="wp-caption-text">Szene aus der 30. Minute</p></div>
<p>Die Grafik rechts verdeutlicht eine typische Szene der ersten Halbzeit: Iniesta ist eingerückt und Busquets vorgestoßen. Dementsprechend steht das gesamte Mittelfeld Chelseas in einem Block von kaum mehr als 10 Metern Breite und 5 Metern Tiefe enorm eng gestaffelt. Mikel ist situativ herausgerückt, um Xavi zu stellen; die anderen vier decken Barcelonas Offensivspieler über Passwege ab. Doch selbst in dieser Menschentraube suchte Barca noch die Zwischenräume. So gelang es in dieser Situation Iniesta, zwischen Mata und Lampard hindurch zu kommen, den Pass von Xavi zu empfangen, ihn mitzunehmen und wieder zurück zu spielen.</p>
<p>Auf diese Weise gestaltete sich das Spiel außergewöhnlich zentriert. Barcelona ließ den Ball von links nach rechts pendeln, rochierte im Offensivzentrum und suchte nach Passwegen in eben jenes. Sobald ein Ball in die engen Zwischenräume gelangte, beschleunigten alle ballnahen Katalanen und suchten Wege in den Strafraum, während sie den Ball mit wenigen Kontakten zirkulieren ließen.</p>
<p>Barcelona kam also trotz Chelseas starken taktischen Verschiebungen immer mal wieder zum Strafraum durch. Schon die Einleitung des Führungstreffers war von beeindruckender technischer Brillianz gekennzeichnet: Messi, Fabregas und Iniesta nahmen es zu dritt mit sechs (auf wenige Meter verdichteten) Gegenspielern auf. Fabregas lupfte den Ball nach Messis Anspiel durch zwei Gegenspieler hindurch an zwei weiteren vorbei auf Iniesta, welcher ihn aus der Luft am nächsten Gegenspieler vorbei auf Cuencas Seite herüberspielte. Ein kreuzender Lauf von Fabregas erzeugte daraufhin eine 3-gegen-2-Situation, in welcher Meireles gerade noch zur Ecke klären konnte. Diese resultierte schließlich im Treffer zum 1:0.</p>
<p><strong>Tore, Tatkraft, Tätlichkeiten</strong></p>
<p>Die letzten Minuten der ersten beiden Halbzeiten waren die wichtigsten des vergleichenden Duells, und das in mehrerer Hinsicht. Sie verdienen gerade deshalb einen eigenen Absatz in dieser Taktikanalyse, da sie die taktischen Umstände auf den Kopf stellten und ad absurdum führten. In einem Spiel, in dem es fast keine Konter gab, fielen zwei Kontertore. Vorher jedoch sah John Terry wegen einer Tätlichkeit die rote Karte, welche in zukünftigen Rückblicken wohl den &#8220;Legendenstatus&#8221; des Spiels aus Chelseas Sicht begünstigen wird, da das Team von nun an nur noch zu zehnt gegen den vermeintlich übermächtigen Gegner verteidigen musste.</p>
<p>Barcelonas 2:0 fiel dabei merkwürdigerweise in einer Situation, in welcher Chelsea sehr hoch presste. Fünf Minuten nachdem Kapitän Terry sie in Unterzahl gebracht hatte, versuchten seine Mitspieler plötzlich, früher zu  stören. Dies gelang ihnen sogar, wodurch sie einen Ballverlust von Busquets erzwingen konnten. Dieser schaltete jedoch perfekt um, holte den Ball im Gegenpressing zurück und leitete den Konter über Sanchez ein. Über Messi fand der Ball zu Iniesta, welcher keine großen Mühen hatte, ihn zu verwandeln. Grund dafür war auch das schlechte Stellungsspiel von Ramires in diesem Moment, welcher wegen Terrys roter Karte nun als Rechtsverteidiger aushelfen musste.</p>
<p>Doch Ramires war es, der drei Minuten später den Anschluss oder besser gesagt den entscheidenden Treffer markierte. Wenn es einem Rechtsverteidiger einer Unterzahlmannschaft gelingt, ein Tor gegen Barcelona zu erzielen, so erscheint das taktisch erstmal unlogisch. Und das war es hier auch, denn dieser entscheidende Treffer resultierte einzig aus einer puren Willensleistung von Chelsea. Barcelona verlor in diesem Moment das Spiel  - wegen einer mentalen Schwäche, deren Epizentrum verblüffenderweise sogar Xavi bildete, indem er gleich drei Fehler aneinanderreihte.</p>
<p>Zuerst beschleunigte er das Spiel nach Ballgewinn zu schnell und spielte einen unnötigen Fehlpass. Dann machte er einen kleinen Fehler im Gegenpressing, was Chelsea erlaubte, freizukommen und über den rechten Flügel zu kontern. Dass Ramires nach seinem Pass den Vorstoß wagte, war ein improvisierter Ausbruch aus dem System &#8211; ein Moment, in dem Mentalität über Taktik triumphierte. Xavi war es nämlich wiederum, der Ramires&#8217; Lauf verfolgte &#8211; und im schlechtesten Moment, als ihn kein anderer aufnehmen konnte, plötzlich abbrach. Fehlende Konsequenz beim Verfolgen eines Vorstoßes &#8211; ein klassisches Versagen der Willensleistung. Ebenso versagte Sanchez, der nach Xavis Ballverlust in der Offensive plötzlich erschöpft die Hände auf die Knie stemmte, während seine Mitspieler versuchten, den Ball zurückzuerobern. Eine Ablage auf seinen Gegenspieler Ivanovic löste dann die fast schon erfolgreiche Gegenpressingsituation auf, womit das katalanische Unheil seinen Lauf nahm.</p>
<p>Ob die riesigen taktischen Defizite Barcas während der zweiten Halbzeit ebenfalls auf mentale Probleme zurückzuführen sind, ist Spekulation. Jedenfalls verlor das vermeintlich beste Team der Welt nach Messis verschossenem Elfmeter jeglichen Zug zum Tor und generierte gegen 10 Gegenspieler fast keine Chancen mehr.</p>
<div id="attachment_8414" class="wp-caption alignright" style="width: 363px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/hz2.png"><img class=" wp-image-8414 " title="hz2" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/hz2.png" alt="" width="353" height="482" /></a><p class="wp-caption-text">Die Anordnung in der zweiten Halbzeit.</p></div>
<p><strong>Chelsea betoniert den Strafraum&#8230;</strong></p>
<p>Nach der Pause führten die Spieler eine Neuaufführung des Halbfinalklassikers von 2010 auf, in welchem Mourinhos Inter das Team aus Barcelona aus dem Wettbewerb warf, indem man in Unterzahl am Strafraum stand und den Ball quasi absichtlich herschenkte. Chelsea fuhr jetzt endgültig mit einer Mauertaktik auf: Die Viererkette rückte teilweise bis an den Elfmeterpunkt zurück und das Fünfermittelfeld stand so eng davor, dass die Flügelspieler oft eine Sechserkette mit den Verteidigern bildeten.</p>
<p>Anfangs schien Barcelona diese Herangehensweise dieses Mal jedoch zu demontieren &#8211; aber was heißt &#8216;dieses Mal&#8217;? Die Behauptung, Barcelona wäre mit einer ultradefensiven Abwehrmauer &#8220;zu knacken&#8221;, ist schlichtweg ein Mythos. Inter verlor das Spiel im Camp Nou vor zwei Jahren de facto 0:1 und kam wegen der mutigen, offensiven Herangehensweise im Hinspiel weiter, welches sie mit 3:1 gewannen. Auch in allen anderen Fällen sorgte das Einmauern im Wesentlichen dafür, dass Barcas Gegner sich selbst entschärften und überhaupt nicht mehr aus dem Gegenpressing heraus kamen. Bei einer normalen Leistung kombinierte sich Barcelona noch gegen jeden mauernden Gegner mehrere Großchancen heraus.</p>
<p>Und so erzwangen die Katalanen gestern schon zwei Minuten nach Beginn der zweiten Halbzeit über einen schönen Doppelpass einen Elfmeter, als Cuenca doch mal zur Grundlinie startete.  Im Anschluss traf Barcas Weltfußballer vom Punkt aber lediglich die Querlatte. Von der Flugkurve des Spielgerätes enttäuscht, wechselte Barcelona die Sportart.</p>
<p><strong>&#8230;und Barca betoniert sich selbst</strong></p>
<p>Fortan erinnerte Barcelonas Spiel an Handball. Oft wird ihnen dieser Vorwurf zu unrecht gemacht &#8211; wie beispielsweise im Hinspiel. Dass die Techniker um Xavi den Ball zirkulieren lassen und immer und immer wieder querpassen, ist nicht nur sportlich sinnvoll, sondern muss sogar zwingend so sein, wenn man einen Gegner auf einem bestimmten Level ausspielen will. Die Unterschiede zwischen einem guten und einem schlechten Barcelona-Spiel sind dort zu finden, wo der Ball nicht ist, in den Räumen jenseits der Aufbaulinie.</p>
<p>In diesen müssen sich die Katalanen nämlich bewegen, um Druck aufzubauen &#8211; so wie sie es gestern in der ersten Halbzeit taten, als Iniesta, Fabregas, Messi und Sanchez endlos rochierten, um immer wieder in Räume und Passwege zu finden, aus denen das Spiel nach vorne zu tragen gewesen wäre. Diese Bewegungen erstarben nun zwischen Chelseas beiden Linien, als sie am wichtigsten gewesen wären.</p>
<p>Zwischen den Linien agieren zu wollen, ist im Ansatz schon eine zweifelhafte Strategie, wenn der Gegner fast auf eine Line zusammengestaucht ist. Doch Barcelona versuchte diesen Spielansatz nicht mal durchzudrücken. Es fanden kaum aktive Läufe statt, um freizukommen. Die Offensivspieler standen zwischen ihren Gegenspielern und warteten auf Geniestreiche von Xavi oder Messi, welcher sich immer öfter in der Tiefe die Bälle holte. Gerade Messi ist ein Spieler, welcher zwar kleinste Räume beeindruckend zu nutzen vermag, doch kann auch er nicht durch Gegner hindurchrennen. Xavi wiederum kann niemanden anspielen, der nicht frei ist. Beide scheiterten also am kompletten Ausbleiben von aggressiven Vorstößen aus der Tiefe, die auch Xavi hätte zeigen müssen.</p>
<p>Auch nach Verlagerungen war keine Reaktion bei Barcelona auszumachen. Alle hielten ihre Räume und joggten vielleicht ein paar Meter dem Defensivverbund hinterher. Keine Positionswechsel in hohem Tempo, keine Rochaden. Viel zu wenige Rückstöße in die Aufbaulinie um den anderen Spielern Vorstöße zu ermöglichen oder selber überraschend wieder vorzustoßen. Nichts zu sehen von Alves&#8217; berüchtigten Diagonalläufen vom Flügel ausgehend hinter die Abwehr. Der Brasilianer joggte nur nach vorne und empfing Bälle stets in der Abseitslinie, nur um sie wieder zurückzulegen.</p>
<p>Mehrere Vorstöße gleichzeitig, dann ein kurzer Pass, Nutzung der veränderten Passwinkel durch einen direkten Steilpass &#8211; auf dem Papier wäre es so einfach gewesen. So viel Zeit hatte Barcelona am Ball, so nah waren sie 45 Minuten lang am gegnerischen Strafraum, so unriskant wären aggressive Läufe gewesen, wo doch Busquets, Mascherano und Puyol ständige Sicherheitsstationen waren, die fern jedes Gegenspielers agierten. Doch wo es keine Bewegung zum Tor gibt, können auch keine Bälle zum Tor gespielt werden. Und wo es keine Bälle zum Tor gibt, kann man nur über Flanken oder Distanzschüsse erfolgreich werden.</p>
<p>Aber auch diese gab es kaum. Auch ging Barcelona nicht die Flügel herunter. Lediglich Alves brachte einige schwache Flanken aus dem Halbfeld herein. Und als Cuenca dann einmal links doch zur Grundlinie durchgebrochen war, warteten bereits sechs Gegner plus Torwart auf seine Flanke, während sich nur zwei Spanier im Strafraum aufhielten. Was in der ersten Halbzeit schon seltsam war, wegen den starken Zentrumskombinationen aber einen genialen Anstrich verpasst bekommen hatte, wirkte jetzt zunehmend sturr und planlos, da das Zentrum vernagelt war und die Zeit davonlief. Auch Distanzschüsse wurden nicht fokussiert, lediglich einige zufällig und verzweifelt wirkende Versuche gab es. Die meisten wurden jedoch von Gegenspielern abgeblockt.</p>
<p><strong>Die Abseitsschranke bindet den Libero</strong></p>
<p>So wenig man Chelsea einen Vorwurf für ihren erfolgreichen taktischen Ansatz machen kann und so sehr Barca die schwache zweite Halbzeit selbst verschuldete, muss man wegen der besonderen taktischen Konstellation dennoch den Blick auf einen bestimmten Aspekt des Regelwerks werfen, der das Spiel stark beeinflusst haben dürfte: In der eigenen Hälfte existiert für die angreifende Mannschaft kein Abseits.</p>
<p>Diese seltsame Regel führt zu einer gewissen taktischen Schieflage: Die Verteidiger dürfen ihre Pressinglinie beliebig weit zurückziehen, die Angreifer können das mit ihrer Abseitslinie aber nicht tun.</p>
<p>Dieser Punkt dürfte der Grund gewesen sein, weshalb Mascherano in der zweiten Hälfte die meiste Zeit 30m vom Spielgeschehen entfernt an der Mittellinie herumstand und keinen sichtbaren Effekt auf das Spiel hatte. Sollte ein Gegner im Umschaltmoment unbewacht durchstoßen können, hätte er sonst diesen Weg völlig offen gehabt und wäre sekundenlang mit einem blinden langen Ball problemlos anspielbar gewesen. Dies unterstrich Torres in der 91. Minute nachdrücklich.</p>
<p>Um genau das zu verhindern, benötigt man einen Libero, der lange Bälle abfangen und durchgestoßene Spieler aufnehmen kann. Dadurch wurde im gestrigen Spiel effektiv ein Spieler aus dem Angriffsverbund Barcelonas entfernt, welcher in Spielgestaltung und Gegenpressing wertvoll gewesen wäre. Er hätte einem Mitspieler den Rücken für Vorstöße freihalten oder breiteres Spiel ermöglichen können.</p>
<p>So wäre zum Beispiel ohne die Abseitsschranke ziemlich risikolos ein 2-5-3 möglich gewesen, in dem zwei Pseudo-Liberi aus der Mitte der Feldhälfte (Höhe Busquets/Puyol) ungestört Pässe hätten verteilen können, während sie eine breite Linie für Gegenpressing und Kombinationen vor sich gehabt hätten. Aus dieser hätte wiederum jeder Spieler ohne großes Risiko vorstoßen können, da ihn vier gleichhohe Spieler und zwei Abfangjäger dahinter abgesichert hätten.</p>
<p>Barcelona hätte dies zwar auch als Risikovariante trotz Abseitsschranke versuchen können und es soll auch keine Entschuldigung für die schwache Leistung in der zweiten Hälfte sein &#8211; ein wichtiger Faktor für den Verlauf des Spiels war durch diese Regelung aber definitiv gegeben. Effektiv hatte Barcelona in den meisten Situationen nämlich einen Mitspieler weniger. Xavi hielt auch deshalb seine Position so starr, weil keiner da war, der ihn absicherte. Dabei stand ein Kandidat für diese Aufgabe fast arbeitslos an der Mittellinie herum.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Chelsea verteidigte über 180 Minuten sehr stark, spielte dabei über eine Halbzeit lang in Unterzahl und dennoch gelangen Barcelona 47 Schussversuche. 12:4 Schüsse auf&#8217;s Tor lautet die  Statistik aus Sicht von Barca. Am Ende mit 2:3 auszuscheiden, ist in der Summe also durchaus unglücklich.</p>
<p>Schwach ist dagegen der Fakt, in Überzahl im eigenen Stadion und mit maximalem Druck nicht öfter auf das gegnerische Tor geschossen zu haben als im Hinspiel. Allein dieser Umstand demonstriert, dass Barcelona, als es darauf ankam, kein gutes Spiel machte. Das Gegentor von Ramires war zudem auf mehreren Ebenen unnötig und fahrlässig.</p>
<p>So gewann mit Chelsea letztlich die leidenschaftlichere gegen die deutlich bessere Mannschaft. Etwas Wettkampfglück war fraglos mit im Spiel, doch muss auch die hervorragende taktische Einstellung der Engländer gewürdigt werden. Barcelona gelang es dagegen nicht, im entscheidenden Moment ihr Maximum abzurufen. Aus diesem Ergebnis jetzt jedoch Schlüsse zu ziehen, ob bestimmte Philosophien nun unter- oder aufgehen, ist wohl kaum angebracht. Barcelonas Ideologie war der Chelseas klar überlegen. Nur die Mannschaft war es an diesem Tag nicht.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8400&amp;md5=fe8d92f2d6bb50a2821e6fa7c1dba043" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kommentar: &#8220;Fußball ist Krieg&#8221;, eine Gegendarstellung</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 08:18:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern gab es eine kleine Diskussion unter uns Autoren. Drei von uns äußerten sich dahingehend, dass das Weiterkommen Chelseas eine Schande wäre – Antifußball par excellence. Diese Meinung scheint auch Matthias Sammer und wohl jeder Fan des FC Barcelona zu teilen. Deshalb entschlossen wir uns ausnahmsweise die Taktikanalyse zu verlassen, obwohl eine klassische Spielanalyse noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><div class="mceTemp" style="text-align: left;"><em>Gestern gab es eine kleine Diskussion unter uns Autoren.</em></div>
<p><em><span id="more-8402"></span>Drei von uns äußerten sich dahingehend, dass das Weiterkommen Chelseas eine Schande wäre – Antifußball par excellence. Diese Meinung scheint auch Matthias Sammer und wohl jeder Fan des FC Barcelona zu teilen. Deshalb entschlossen wir uns ausnahmsweise die Taktikanalyse zu verlassen, obwohl eine klassische Spielanalyse noch folgen wird, und uns in den Bereich der Kommentare zu bewegen. Hierbei spielte MB den advocatus angeli, ich werde mich nun gründlich unsympathisch machen und für die angeblich dunkle Seite der Macht argumentieren.</em></p>
<p>Das am öftesten gelesene Zitat bezüglich Chelsea oder Inter 2010 war die „Zerstörung des schönen Fußballs“. Bereits der erste Punkt, den ich nicht nachvollziehen kann. Was soll schöner Fußball sein? Kurzpassstafetten, die durchaus dem Selbstzweck und dem Zeit schinden im Laufe des Spiels dienen? Natürlich steht es außer Frage, dass die Spielweise des FC Barcelona spielerisch wie taktisch unglaubliche Anforderungen stellt und es unglaublich ist, wie diese kleingeratenen Katalanen Gegner nach Gegner dominieren können.</p>
<p>Allerdings gab es Spiele, wo dies nicht geschah und der amtierende Champions-League-Sieger ein anderes Gesicht zeigte. Mourinho mag letztes Jahr nach dem ersten Halbfinalspiel in der Champions League über das Ziel hinausgeschossen sein, eine gewisse Wahrheit konnte der neutrale Beobachter trotzdem finden. Barcelonas Spieler ließen in der ersten Halbzeit den Ball unnötig in der Abwehr laufen, versuchten im weiteren Spielverlauf gelbe Karten für den Gegner zu provozieren und gewannen schließlich mit 2:0. Übrigens keine Kritik an Barcelona. Dies ist ein legitimes Mittel, den Gegner von seiner Spielweise abzubringen. Genauso legitim, wie es eine ultradefensive Spielweise ist.</p>
<p>Ein ehemaliger Trainer von mir sagte einst: „Fußball ist wie Krieg. Man muss den Gegner kaputtmachen.“<br />
Niemand hat es in meinen Augen seither geschafft, das Fußballspiel so klar und sogar inklusive der damit verbundenen Emotionen zusammenzufassen. Der Unterschied zwischen Fußball und Krieg dürfte wohl sein, dass es im Fußball zumindest einen Gewinner geben kann und er schöne Seiten mit sich bringt. Die Parallelen sind dennoch nicht zu leugnen. In beiden suchen beide Parteien nach Vorteilen. Sie wollen den Gegner mürbe machen, im richtigen Moment zuschlagen und die Entscheidung bringen. Der FC Barcelona agiert mit teilweise einschläferndem Kurzpassspiel, manchmal Provokationen von Karten für den Gegner sowie einigen eigenen taktischen Fouls – wenn man diese in Relation zum Ballbesitz setzt, kommen teilweise groteske Zahlen heraus und schenken dem Analysten einen neuen Blick auf die neunzig Minuten. Sammer, der Chelsea auch wegen ihrer Unfairness und Undiszipliniertheit als Schande bezeichnete, sollte sich hierbei die Foulstatistik ansehen. Zwei Fouls mehr hatten die Londoner, allerdings fünfzig Prozentpunkte weniger Ballbesitz. Deutlich öfter besaßen sie die Chance überhaupt zu foulen.</p>
<p>Der schöne Fußball ist ohnehin Geschmackssache. Manchen gefällt ein vertikaler Spielstil deutlich mehr. Die Gladbacher besitzen in meinem Bekanntenkreis einige neue Fans, weil sie unter höchstem Niveau technisch anspruchsvoll durch enge Abwehrreihen gleiten und dabei teilweise dreißig bis vierzig Meter überbrücken. Real attackiert gegen kleine Teams in La Liga ununterbrochen. Die Variante wäre in vielen Spielen sogar als „ungeduldiger Ballbesitzfußball“ zu bezeichnen. Manchester United bevorzugt das schnelle Spiel über die Flanken, wo man sich später durch Flanken, Solos oder scharfe Pässe in die Mitte in Position bringt. Arsenal beherrscht einen vertikalen und einen horizontalen Spielstil, nicht auf dem Niveau der jeweils besten Vertreter, aber auf einem sehr hohen Niveau, bei Dortmund geht es wohl auch in diese Richtung.</p>
<p>Und nun kommen wir zu Chelsea. Spätestens nachdem sie sich zum zweiten Mal im Camp Nou hinten reingestellt haben, wird ihnen das Image einer ultradefensiven Kampfmannschaft angehaftet werden. Durchaus zu Recht, allerdings waren sie nicht die erste Mannschaft. Inter tat dies ebenfalls und ihre Systeme hatten spätestens nach den jeweiligen roten Karten und der folgenden Anpassungsphase einige Gemeinsamkeiten.</p>
<p>Weitere Ähnlichkeiten findet der Zuschauer auch in folgenden Begriffen: Leidenschaft, Kampf, Spiel ihres Lebens, David gegen Goliath. Oder um poetischer zu werden: Freiheit durch Aufgabe, Unterdrückung, Widersetzung gegen Folter, …<br />
Ich hoffe, man erkennt, worauf ich hinauswill. Obwohl die Spieler des FC Chelsea  riesig wirken, nicht nur wenn sie mit den Künstlern Barcelonas verglichen werden, waren sie in diesem Spiel von Beginn an die unterlegene Mannschaft. Beginn heißt, dass sie es bereits beim Ziehen der Lose. Ob sie Angst hatten? Panik? Gut möglich. Sie stellten sich aber mit Mann und Maus hinten hinein, kämpften um jeden Ball, verschoben diszipliniert und gaben sich selbst mit gefühlten 2% Ballbesitz und der roten Karte für ihren Kapitän nicht auf.</p>
<p>Für mich persönlich war dies eines der spannendsten Spiele, welches ich je sah. Spielerisch war es nicht berauschend, taktisch wird diese Leistung wohl ebenfalls etwas überschätzt werden. Das Drama war hingegen einmalig. Barcelona dominiert den Ball, Chelsea dominiert Barcelona. Sie entscheiden in gewisser Weise, wohin der Ball gehen wird, ohne ihn zu berühren. Wie eine Mutter ihr Kind verteidigen sie das Tor, in Ballbesitz wirken sie panisch, finden danach immer wieder in die Spur. Handball mit dem Fuß spielen die Katalanen, jeder Fehler Chelseas könnte fatal enden. Er tat es nicht. Sie kamen weiter, erzielten in Unterzahl sogar zwei Tore.</p>
<p>Hier dürfte jeder Leser sich bitte fragen, wie es ihm nach etwas Unmöglichem gehen würde. Von Vergleichen über „jemand, der schulisch schwach ist, besteht ohne zu Lernen sein Abitur mit einer besseren Note als der unsympathischste Streber“ bis jeglichen Vergleichen aus der eigenen Karriere ist alles erlaubt. Das Glück ist dann am größten, wenn es unerwartet und in Anbetracht fast unmöglicher Vorzeichen kommt – zumindest dies sollte man Chelseas Spielern gönnen, bevor über sie geschimpft wird.</p>
<p>Der schöne Fußball starb schließlich oft genug, eine solche Lobby hatte wohl noch nie ein Verein. Ob dies wirklich an der Philosophie und den Prinzipien der Fußballschützer liegt? Oder doch daran, dass der FC Barcelona ein Verein für die eigenen Komplexe ist? Überlegenheit, Dominanz, nahe an der Perfektion und Konstanz. Barcelona bediente in den letzten Jahren wie keine andere Mannschaft jene Dinge, welche sich fast jeder im wahren Leben von sich wünschen würde. Fehlerlosigkeit, Erhabenheit, Ruhe und Eleganz.</p>
<p>Vielmehr wird es deswegen sein, dass der FC Barcelona deutlich stärker verteidigt wird, als schwächere Vereine mit dem gleichen oder ähnlichen Streben nach dem schönen Spiel. Brasilien 1982, Swansea City, die Mannschaften von romantisierenden Trainern wie van Gaal oder gar Volker Finke und Ralf Rangnick besaßen nie eine solche Lobby, die lässigen Brasilianer um Zico noch am ehesten. Und jeder deutsche Fußballfan erkennt die heroischen Triumphe 1954 und 1974 an – gegen zwei Mannschaften, welche Fußball von einem anderen Stern spielten. Jene Ungarn, die ab Juli 1949 bis Juli 1954 exakt 182 Tore in 41 Länderspielen erzielten. Jene Niederländer, die bis heute als Vorbild Barcelonas gelten.</p>
<p>Die Frage nach der Verteidigung des schönen Fußballs stellt sich nicht. Es ist das Verteidigen einer Mannschaft, welche für sehr viele Menschen etwas im Alltag nicht vorhandenes verkörperte. Insgeheim wollten wir so leben, wie sie Fußball spielten und deswegen geht man in ihrer Spielweise selbst so auf. Ein paar kleine Männer, die auf dem Platz mehr zu kommunizieren als zu laufen scheinen, spielen sämtliche Vereine der Welt mühelos und schön an die Wand. Eine Idee, die über den schönen Fußball hinauszugehen scheint. Worte der Aufmunterung von mir: bereits nächste Saison wird die Mannschaft Guardiolas, falls dieser Trainer bleibt, in die Erfolgsspur bezüglich Titel zurückkehren.</p>
<p>Der von mir zitierte Ausspruch „Fußball ist Krieg“ stammt übrigens von einem glühenden Barcelonafan und ehemaligem Spieler der niederländischen ersten Liga. Diese umstrittene Metapher, gibt es übrigens seit fast 50 Jahren. Geprägt wurde sie von Rinus Michels, dem Trainer des &#8220;totalen Fußballs&#8221; &#8211; ob diese Bezeichnung eigentlich auch an etwas Militärisches angelehnt ist? Oder ob Wörter wie &#8220;Strategie&#8221;, &#8220;Taktik&#8221;, &#8220;Torschuss&#8221; und weitere nicht ebenfalls diese angebliche Verbindung aufzeigen? Letztlich liest man ja sogar, dass Miroslav Klose der &#8220;Sturmführer&#8221; der deutschen Nationalelf ist.</p>
<p>Diese Phrase ist nicht meinem Kopf entsprungen, sondern ich habe sie bewusst gewählt, um stilistisch das andere Extrem zu verdeutlichen. Ein Extrem, dessen drastischste Beschreibung aus den Mündern von totaalvoetbal- und Barcelona-Anhängern respektive ihrem früheren Trainer kommt.</p>
<p><em>Übrigens möchte ich anfügen, dass weder dieser Artikel noch MBs gestriger meine Meinung wirklich widerspiegelt. Allerdings denke ich, dass jeder das Anrecht auf seine eigene Fußballweltanschauung besitzt und dies wollte ich als advocatus diaboli vertreten. </em></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8402&amp;md5=61b254182b2d3bc535fc6700dc8605fe" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kommentar: Wo die Neutralität aufhört</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Apr 2012 22:25:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MB</dc:creator>
				<category><![CDATA[Champions League]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Kommentar zum Ausscheiden des FC Barcelona im Champions League-Halbfinale, der ausnahmsweise nicht um eine ausgewogene Berichterstattung bemüht ist. Ja, wir sind ein Taktikblog. Und ja, wir geben uns Mühe, immer neutral zu bleiben und allein sachliche Aspekte in unseren Analysen zu berücksichtigen. Aber ich denke nach dem gestrigen Spiel ist es doch einmal an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Ein Kommentar zum Ausscheiden des FC Barcelona im Champions League-Halbfinale, der ausnahmsweise nicht um eine ausgewogene Berichterstattung bemüht ist.<span id="more-8393"></span></p>
<p>Ja, wir sind ein Taktikblog. Und ja, wir geben uns Mühe, immer neutral zu bleiben und allein sachliche Aspekte in unseren Analysen zu berücksichtigen. Aber ich denke nach dem gestrigen Spiel ist es doch einmal an der Zeit, als Autor auch auf dieser Seite klar Stellung zu beziehen. Nur um das klarzustellen: Dieser Kommentar ist ein rein subjektiver Text und soll bitte auch als solcher verstanden werden. Ich weiß nicht, ob ein solcher Text auf dieser für ihre Neutralität bekannten und geschätzten Seite gewünscht ist, aber für mich war direkt nach dem Schlusspfiff klar, dass ich dieses Spiel für mich nicht einfach abhaken und zur Tagesordnung übergehen kann.</p>
<p>Für viele ist der FC Barcelona das Gute, Reine und Unverdorbene am Fußball. Man hat das Gefühl, die Mannschaft geht lieber tosend unter, als sich einer pragmatischeren Spielweise zu bedienen. Ich werde kein Wort mehr als nötig über die Spielweise der Londoner verlieren, aber soviel sei gesagt: Zeitschinderei ab der ersten Spielminute, hektisches Ballwegschlagen am eigenen Fünfmeterraum und statistisch kaum messbare Ballbesitzzeiten kann auch ein normalerweise extrem neutraler Zuschauer nicht emotionslos ertragen.</p>
<p>Ich muss zugeben, ich habe eine Schwäche für die Spielweise der Blaugrana. Die Kurzpasskombinationen, das alternativlose Ballbesitzspiel, Iniesta und Xavi, Busquets und Pique, Messi und Fabregas. Der FCB ist der einzige Fußballverein weltweit, bei dem ich emotional werde und bei dem ich das Gefühl habe, wirklichen Fußball zu sehen. Nicht falsch verstehen, ich schaue auch viele andere Fußballspiele mit großem Interesse und auch Begeisterung. Doch überall steht bei mir die Taktik über allem anderen.</p>
<p>Komischerweise habe ich es aber noch nie geschafft, mich bei einem Spiel Barcas allein auf die Taktik zu konzentrieren. Stattdessen fesseln mich immer wieder die Bewegungen der Spieler und die Interaktionen zwischen ihnen. Man kann fast sagen, ich verliere mich in den Bewegungen der Spieler, meine, zeitweise ihre Gedanken lesen und aktiv am Spielgeschehen teilnehmen zu können. Während eines Barcelona-Spiels schaltet sich mein Gehirn phasenweise ab und ich lasse mich treiben im Barca-Rausch.</p>
<p>Leider gibt es ein paar mal in der Saison einen echten Störfaktor für diesen Rauschzustand: Es sind gegnerische Mannschaften, die auf die eine oder andere Weise ein Gegenmittel zur Spielweise Barcelonas gefunden haben, ihren Spielfluss (zer-)stören und damit das Magische verblassen lassen. Manche Teams entwickeln faszinierende Gegentaktiken, die einige meiner Kollegen ins Schwärmen kommen lassen, viele setzen aber ganz einfach auf die seit 2010 als Inter-Taktik bekannte ultradefensive Spielweise, die als landläufig als einzig probates Mittel zur Bezwingung Barcas gilt.</p>
<p>Auch der Chelsea FC bediente sich dieser Spielweise und trieb diese auf eine sehr unrühmliche Spitze. Als neutraler Fußballfan müsste man nach dem Spiel eigentlich Wuttränen in den Augen gehabt haben ob des ungerechten Ausgang dieses Spiels, von dem man sich wahrscheinlich noch länger erzählen wird. Manche Journalisten werden sich im Anschluss an die Partie um Neutralität bemühen und die Cleverness der Engländer herausstellen, andere werden den Katalanen die Schuld an der Niederlage geben, ist man doch trotz aller spielerischer Dominanz zu ausrechenbar für den Gegner.</p>
<p>In meinen Augen haben beide Perspektiven recht, und doch zielen sie für mich an der Wahrheit vorbei. Guardiola hat sich bewusst gegen eine vollkommen andere Spielweise als Alternative entschieden und stattdessen den Barca-Stil auf die Spitze getrieben, die Dreierkette eingeführt und als Plan B ein 4-Stürmersystem etabliert. All das kann man als starrsinnig bezeichnen, oder aber als konsequent.</p>
<p>Mancher Romantiker wird nun sagen, der FC Barcelona sei lieber untergegangen, als seine Prinzipien zu verraten. Ich für meinen Teil sehe leider nur, dass die mit Abstand beste Mannschaft, die ich je das Privileg hatte sehen zu dürfen, erneut an einem pragmatischen, teils unfairen, Gegner gescheitert ist.</p>
<p>Schon in der Literatur folgte auf eine gefühlsbetonte stets eine mehr kopfgesteuerte, pragmatischere Epoche. Wenn man nun so anmaßend ist, die seit einigen Jahren anhaltende Dominanz der Katalanen aufgrund ihrer an romantischen Idealen orientierten Spielweise als eine gefühlsbetonte Epoche zu bezeichnen, dürfte diese eines Tages von einer pragmatischen abgelöst werden.</p>
<p>Das Halbfinale gegen Chelsea war keineswegs das Ende, aber vielleicht ein Indiz dafür, dass der Barca-Stil nicht ewig dominieren wird, wobei sich Dominanz weniger in Titeln als in Einfluss messen lässt. Und keine Mannschaft seit Sacchis AC Mailand hatte so viel Einfluss auf den Weltfußball. Daran können auch ernüchternde Niederlagen wie die gestrige gegen Chelsea nichts ändern!</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8393&amp;md5=237d43c3c6defcd04c87a7fd2cd4bea7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Juventus Turin &#8211; AS Roma 4:0</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2012/04/23/juventus-turin-as-roma-40/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 14:56:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Serie A]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit zwei Toren innerhalb von acht Minuten überrumpelt Juventus die Roma – die richtige Systemwahl, die hervorragenden Vorstöße Vidals, die Kontrolle des Mittelfeldzentrums und die letztlich daraus resultierenden Freiheiten auf den Flanken waren die Schlüssel zu einem hochverdienten Sieg. Während Juventus um die erste Meisterschaft seit Jahren kämpft, will die Roma das internationale Geschäft sichern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Mit zwei Toren innerhalb von acht Minuten überrumpelt Juventus die Roma – die richtige Systemwahl, die hervorragenden Vorstöße Vidals, die Kontrolle des Mittelfeldzentrums und die letztlich daraus resultierenden Freiheiten auf den Flanken waren die Schlüssel zu einem hochverdienten Sieg.<span id="more-8383"></span></p>
<p>Während Juventus um die erste Meisterschaft seit Jahren kämpft, will die Roma das internationale Geschäft sichern und sich eigentlich in den Kampf um die Champions League einmischen. Dabei konnten beide Mannschaften von den Patzern ihrer Konkurrenz profitieren – sowohl der Tabellenzweite Milan als auch der Dritte Lazio hatten jeweils nur Remis gespielt. Insofern also eine große Chance für die Teams, sich entweder abzusetzen (Juventus) oder näher heranzurücken (Roma).</p>
<p><strong>Das 3-5-2 diesmal die richtige Wahl</strong></p>
<div id="attachment_8385" class="wp-caption alignleft" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/juve-4-0-roma.png"><img class=" wp-image-8385" title="juve 4-0 roma" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/juve-4-0-roma.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen zu Beginn des Spiels</p></div>
<p>Beide Mannschaften haben vor dieser Saison einen neuen Trainer verpflichtet und dabei einen neuen Weg eingeschlagen – auf der einen Seite <a href="http://spielverlagerung.de/2012/02/26/juventus-turin-unter-antonio-conte-starke-saison-schwaches-11-bei-milan/" target="_blank">Antonio Conte, der Juventus in eine all-round-Angriffsmacht verwandelt hat</a>, und auf der anderen Seite <a href="http://spielverlagerung.de/2011/12/05/die-roma-unter-luis-enrique/" target="_blank">Luis Enrique, der die Roma im Geiste der Spielphilosophie Barcelonas spielen lässt</a>. Ein sehr interessanter, wenn auch oftmals diskutabler Aspekt bei Conte ist, dass er je nach Gegner zwischen einer 4-3-3-Formation und einem 3-5-2 wechselt, wobei Letzeres zuletzt immer häufiger gespielt wurde – <a href="http://spielverlagerung.de/2012/04/02/juventus-turin-ssc-napoli-30/" target="_blank">beispielsweise gegen Napoli</a>.</p>
<p>In dieser Partie gegen die Roma und das von jenen gespielte – und ohne Francesco Totti sehr klassisch interpretierte – 4-3-1-2 mit einer Mittelfeldraute traf Conte aber genau die richtige Wahl, wieder auf das 3-5-2 zu setzen.</p>
<p>In der zentralen Verteidigung hatte man gegen die beiden gegnerischen Spitzen Osvaldo und Borini eine Überzahlsituation und somit immer einen Mann zur Absicherung, während die anderen beiden ihre Gegner konsequent attackieren konnten. Das zweikampfstarke Innenverteidiger-Bollwerk der Turiner konnte somit die Römer Torgefahr und Durchschlagskraft stark eingrenzen.</p>
<p><strong>Juventus mit der Überlegenheit im Mittelfeld und der daraus resultierenden Kontrolle der Flügel</strong></p>
<p>Auch im Mittelfeld waren die Hausherren ihren Gegnern überlegen. Inspiriert und angetrieben von Andrea Pirlo, der auf der Sechserposition erneut eine starke Vorstellung als tiefliegender Spielmacher zeigte und von der Roma nicht in den Griff zu kriegen war (117 Ballkontakte, 94 % Passgenauigkeit), liefen ihre Angriffe in Richtung gegnerisches Tor.</p>
<p>Mit ihren enorm gefährlichen Läufen sorgten Vidal und Marchisio immer wieder für Gefahr im Strafraum oder zwischen den Linien – Perrotta und Marquinho konnten ihrem Tempo nicht folgen, die Struktur des Mittelfelds der Römer brach zusammen. Weil sich aus dem Sturmzentrum auch noch Vucinic fallen ließ, um für zusätzliche Überlegenheit zu sorgen, wurde Gago schlussendlich von Juventus überladen, die diese Lücken im Zentrum gerne ausnutzten.</p>
<p>Von dort konnte man dann auf die Flügel spielen, wo Juventus´ Wing-Backs – abgesichert von ihren drei Innenverteidigern – ungebremst nach vorne marschieren konnten, so dass man auch das Gebiet auf den Flügeln dominierte und die Roma nach hinten gedrückt wurde. Sowohl Lichtsteiner auf rechts als auch de Ceglie der auf der anderen Flanke standen enorm breit. Die Viererkette der Gäste musste sich aufgrund ihrer zentralen Unterlegenheit sehr eng zusammenziehen, konnte somit die beiden Turiner Außenspieler kaum mehr verteidigen und ihre Flanken nicht verhindern – allein de Ceglie brachte insgesamt 7 Hereingaben. Im Zentrum hatte man mit den beiden Stürmern und dem enorm aggressiv nachstoßenden Vidal zahlreiche potentielle Abnehmer. So war es nach vier Minuten eine dieser Flanken de Ceglies, die der Chilene auf Höhe des zweiten Pfostens einschoss.</p>
<p>Bezüglich der Spielzüge durch das Zentrum sollte noch die Rolle der beiden Stürmer der Gastgeber nicht unerwähnt bleiben: Während Quagliarella die Räume für Vidal freiblockte, standen er und sein Partner Vucinic immer wieder auch als Anspiel-Prellbock zur Verfügung stand. Hieraus entstanden einige sehr sehenswerte Spielzüge, wenn die Stürmer vertikale oder horizontale Zuspiele Pirlos, de Ceglies oder Marchisios ablegten – eine solche One-Touch-Kombination inklusive Hackentricks von Vucinic sollte später dann gar zum sehenswerten 4:0-Schlusspunkt durch Marchisio führen.</p>
<p><strong>Rote Karte als Folge der Kräfteverhältnisse</strong></p>
<div id="attachment_8386" class="wp-caption alignright" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/juve-4-0-roma-unterzahl.png"><img class=" wp-image-8386" title="juve 4-0 roma unterzahl" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/juve-4-0-roma-unterzahl.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen nach dem Platzverweis für Stekelenburg (26.)</p></div>
<p>Vorher hatten die Gäste allerdings noch unter einem enorm frühen 2:0 bereits in der 8. Spielminute durch Vidal zu leiden sowie unter einem Platzverweis für Stekelenburg (26.) und dem im Nachschuss verwandelten fälligen Elfmeter von Pirlo (29.). Entstanden war die Elfmetersituation, als ein weiteres Zuspiel aus dem Zentrum auf de Ceglie gespielt wurde, der von der eng zusammengezogenen gegnerischen Abwehr profitierte, durchbrach und anschließend den Elfmeter herausholte.</p>
<p>Spätestens mit diesem Treffer waren alle Hoffnungen der Roma dahin. Nun wurden sie von einem aggressiven Pressing Juventus´ ausgelaugt, welches die Überzahl nutzte und den Willen der Roma brach – Vidal attackierte den zurückfallenden Gago gnadenlos, so dass man kaum mehr von hinten heraus spielen konnte. Mit einer Mischung aus einem 4-4-1 und einem 4-3-2 versuchte Luis Enrique die Situation kreativ zu lösen, doch konnte man sich weder aus dem gegnerischen Pressing lösen und vorne für genug Gefahr sorgen, noch war man defensiv wirklich stabil. Zum einen konnte man die Linien zwischen Abwehr- und Mittelfeldreihe nicht schließen, zum anderen eröffnete sich ein Freiraum auf halbrechts für Vidal/Giaccherini, Pirlo und Lichtsteiner, wobei man dennoch bevorzugt über die sehr dominante linke Seite mit de Ceglie, Marchisio und Vucinic angriff.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Ein verdienter Sieg für die Heimmannschaft, aufgrund ihrer taktischen Überlegenheit, die schon mit der Wahl des 3-5-2 als Grundformation begann und Contes Versuch der Flexibilität belohnte. Einiges gibt es für die Alte Dame sicherlich noch zu verbessern, doch man wird seinen Weg machen, möglicherweise die Meisterschaft holen und in jedem Fall nächstes Jahr in der europäischen Königsklasse spielen. Mal sehen, wie es dort läuft.</p>
<p>Die Roma sollte dieses Spiel möglichst schnell abhaken &#8211; es gab diesmal nichts zu holen und die derart große Überlegenheit des Gegners war auch dadurch bedingt, dass man nach 8 Minuten zwei Gegentreffer gefangen hatte, demoralisiert war und sich nicht mehr entgegen stemmen konnte. Es fehlt dem System Enriques noch an Stabilität &#8211; personell, aber auch in der genauen Einstellung auf die Gegner sowie in Bezug auf die Konstanz der Leistungen. Immer wieder kehrende Ausrutscher wie das kürzliche 2:5 gegen Lecce sollten dringen vermieden werden.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8383&amp;md5=b6d2385fc4c509191cb31617514c289c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das Scheitern des André Villas-Boas</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 13:19:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Premier League]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach dem Spiel gegen Barcelona war die Fachwelt voll des Lobes über Roberto Di Matteo. Der Interimstrainer feierte in den letzten Wochen viele Erfolge und scheint sogar eine langfristige Alternative zu werden. Ganz im Gegensatz zu André Villas-Boas, um den sich im Sommer noch zahlreiche Gerüchte rankten, die nächste Saison wird er womöglich ohne Arbeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Nach dem Spiel gegen Barcelona war die Fachwelt voll des Lobes über Roberto Di Matteo.<span id="more-8371"></span> Der Interimstrainer feierte in den letzten Wochen viele Erfolge und scheint sogar eine langfristige Alternative zu werden. Ganz im Gegensatz zu André Villas-Boas, um den sich im Sommer noch zahlreiche Gerüchte rankten, die nächste Saison wird er womöglich ohne Arbeit beginnen. Der Vorgänger Di Matteos wurde für eine Rekordablöse von 15 Millionen € vom FC Chelsea verpflichtet. Für einen Trainer, wohlgemerkt.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/da/Villas-Boas.JPG/200px-Villas-Boas.JPG"><img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/d/da/Villas-Boas.JPG/200px-Villas-Boas.JPG" alt="" width="200" height="255" /></a><p class="wp-caption-text">Villas-Boas, zurzeit arbeitslos</p></div>
<p>Der Saisonstart sah sogar einigermaßen gut aus, dies sollte allerdings nicht lange währen. Zu groß waren die Differenzen mit seinen Spielern, zu komplex seine Ideen und er selbst wohl zu unerfahren. In einem harten Geschäft in der englischen Premier League scheint der ruhige Di Matteo, von Fans und Medien geliebt, die bessere Wahl zu sein. Das angebliche Jahrhunderttalent Villas-Boas war gescheitert. Doch woran eigentlich?</p>
<p><strong>Trainernovize</strong></p>
<p>Eventuell war es genau dieser Status als Trainer-Jahrhunderttalent, wobei die Betonung klar auf dem Wort „Talent“ liegt. Anstatt einen erfahrenen Trainer zu bekommen, erhielten die Stars des FC Chelsea einen jungen Mann, fast schon in ihrem Alter. Sein Lebenslauf las sich durchaus beeindruckend, doch ein Triple mit einer portugiesischen Mannschaft reichte nicht aus. Im Gegensatz zur Verpflichtung José Mourinhos war die Mannschaft zu gestanden, um solche Erfolge wirklich wertzuschätzen. Was waren schon solche Trophäen im „Verliererpokal“ wert? Dort treten die englischen Vereine gerne mit der B-Mannschaft an, um sich für die härteste Liga der Welt zu schonen – ihre eigene. Dieses Selbstverständnis gepaart mit einer Mannschaft, die unter Mourinho und Ancelotti Meister geworden war, sollte sich als Gift für Villas-Boas herausstellen.</p>
<div id="attachment_8372" class="wp-caption alignleft" style="width: 253px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Chelsea-vs-Norwich-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-8372  " title="Chelsea vs Norwich - Grundformationen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Chelsea-vs-Norwich-Grundformationen.png" alt="" width="243" height="325" /></a><p class="wp-caption-text">Chelseas Aufstellung im Spiel gegen Norwich City zu Saisonbeginn</p></div>
<p>Eine Ursache war sicherlich auch, dass der Großteil der Mannschaft unter Ancelotti und sogar Mourinho noch gespielt hatte. Spieler wie Terry und Lampard kannten Villas-Boas noch als Chef der Taktikabteilung und Assistenztrainer Mourinhos, weswegen er mannschaftsintern den Spitznamen „DVD“ erhielt. Solche stellte er nämlich von jedem Gegner vor jedem Spiel für die Spieler Chelseas zusammen. Angereist war der ehemalige Assistent aber mit der selbsternannten Aufgabe eines „neuen Chelseas“. Vollmundige Versprechungen, die auf eine Mannschaft trafen, welche sich in den letzten Jahren nur auf einzelnen Positionen verändert hatte. Sein moderner Ansatz eines ganzheitlichen Prinzips stoß bei den Veteranen auf Kopfschütteln, die innovativen Taktiken konnten nicht umgesetzt werden. Dies lag jedoch nicht hauptsächlich an André Villas-Boas.</p>
<p><strong>Die fehlenden Spieler</strong></p>
<p>Mit einem agierenden 4-3-3 wollte Villas-Boas seine Mannschaft spielen lassen. So hatte er bereits beim FC Porto aufgestellt und sogar mit Academica Coimbra, seiner ersten Station, feierte er damit Achtungserfolge. Der Fokus lag auf einem hohen und frühen Pressing in der gegnerischen Hälfte. Allerdings diente dies nicht rein dem Ballbesitz, sondern mehreren Möglichkeiten nach Ballgewinn.</p>
<div id="attachment_8373" class="wp-caption alignright" style="width: 280px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Spielformation-Academica-Coimbra-2010.png"><img class=" wp-image-8373 " title="Spielformation Academica Coimbra 2010" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Spielformation-Academica-Coimbra-2010.png" alt="" width="270" height="360" /></a><p class="wp-caption-text">Academica Coimbra spielte unter Villas-Boas ebenfalls im 4-3-3</p></div>
<p>Der FC Porto unter Villas-Boas zeichnete sich dadurch aus, dass die Spieler flexibel agierten. Sie konnten nach Ballgewinn den Ball in ihren eigenen Reihen laufen lassen oder sofort den vertikalen Weg gehen. Dadurch vereinigte der Triple-Sieger Aspekte einer ballbesitzorientierten und einer konternden Mannschaft. Ein asymmetrischer Dreiersturm war neben den offensiven Außenverteidigern und einem Mittelfeld, welches kollektiv vorne wie hinten aushalf, das Markenzeichen dieser Teams. Mit einem klassischen Flügelstürmer auf der einen und einem Mittelstürmer auf der anderen Seite brachte Villas-Boas sowohl Breite als auch Torgefahr in seine Offensive. Hulk und Falcao, der im Zentrum spielte, waren somit die Hauptgaranten für die Tore, das Dreiermittelfeld dahinter spielte aber ausnehmend offensiv. Sogar der Sechser, Fernando, schaltete sich bei Bedarf nach vorne mit ein.</p>
<p>Dieses System wollte der Portugiese bei seinem Abstecher in England ebenfalls nutzen. Hierzu fehlen allerdings die Spielertypen, was dem Ganzen abträglich war. Eine hohe Abwehrreihe mit John Terry spielen zu wollen, schien Selbstmord zu sein. Kein Wunder, dass der ehemalige Kapitän der Three Lions am stärksten gegen die Taktiken seines Trainers rebellierte. Doch nicht nur die Spieler waren ein Problem. Im Vergleich mit der portugiesischen Liga ist der englische Fußball schlichtweg viel schneller. Die Betonung der physischen Attribute äußert sich besonders im direkten Zweikampf und dem Umschaltmoment. Das Aufrücken des Sechsers sowie der beiden Achter musste bald verworfen werden, da sich dadurch viele Lücken im Abwehrverbund auftaten. Die Gegner spielten schnelle Bälle in diese Räume, von wo man mit langen Bällen hinter die aufgerückte Abwehr kommen konnte.</p>
<p>Beeindruckend ist allerdings, dass Chelsea zu Saisonbeginn die wenigsten Schüsse der gesamten Liga zuließ. Dies fiel aber nur wenigen auf, da sie trotzdem viele Treffer bekamen. Die geringe Anzahl an erhaltenen Torschüssen wurde durch mehrere Faktoren bedingt. Einerseits stellte die hohe Viererkette oft die gegnerischen Stürmer ins Abseits, andererseits funktionierte das Pressing teilweise und Bälle wurden weit vorne erobert. Deswegen wollte Villas-Boas angeblich auch Torhüter Petr Cech zur nächsten Saison ersetzen. Thibaut Courtois, der von Chelsea in die spanische Liga verliehen wurde, soll einer der Kandidaten gewesen sein. Hierbei muss gesagt werden, dass Cech trotz abgenommener Leistungen seit seiner schweren Verletzung nach wie vor ein hervorragender Torhüter ist. Das Problem war vielmehr, dass die Gegner zwar weniger Torschüsse erhielten, diese allerdings im Normalfall aus einer aussichtsreichen Position zustande kamen. Die riskanten Vertikalpässe gegen die hohe Abwehr gelangen selten, doch wenn sie es taten, kam es oft zu 1-gegen-1-Situationen. Für einen Stürmer mit spielerischer Klasse kein Problem.</p>
<p>Die Idee Villas-Boas‘, einen neuen Torhüter statt dem eigentlich unumstrittenen Petr Cech zu verpflichten, deutete auf einen weiteren Missstand bei Chelsea hin.</p>
<p><strong>Mediale Darstellung</strong></p>
<p>Zu Beginn schienen ihn die Medien sogar zu lieben. Mit aristokratischen Wurzeln, einem ungemein höflichen Benehmen und schönem Englisch beeindruckte er bei den ersten Pressekonferenzen die englische Fußballwelt. Dazu gesellte sich seine rote Mähne und der Portugiese wirkte englischer als die meisten seiner Trainerkollegen. Diese positive Stimmung sollte im Laufe der Saison kippen. Nie vermied der junge Trainer eine Antwort auf die Medien, er stand immer Rede und Antwort bereit – und fand Erklärungen für Dinge, die von Zufall und Glück abhingen. Taktisch komplexe Zusammenhänge wollte er einem kritischen Publikum erklären, welches bereits mehr Jahre im Fußball auf dem Buckel hatte, als er es tat. Zumindest dachten sie so und bald entstand eine Hassliebe der Medien zum Chelseatrainer.</p>
<div id="attachment_8374" class="wp-caption alignleft" style="width: 253px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Chelsea-vs-ManCity-Grundformation.png"><img class=" wp-image-8374  " title="Chelsea vs ManCity - Grundformation" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Chelsea-vs-ManCity-Grundformation.png" alt="" width="243" height="325" /></a><p class="wp-caption-text">das Spiel gegen City, wo man etwas tiefer als sonst agierte, war einer der Höhepunkte in der Ära des jungen Trainers. Im März sollte er seine Mannschaft als individuell klar unterlegen den Citizens gegenüber bezeichnen</p></div>
<p>Dieser behauptete schließlich, die englischen Reporter und Journalisten wollen sein Scheitern. Zu kritisch erschien ihm deren Berichterstattung, woraus sich eine fixe Idee zu entwickeln schien. Manchmal waren nun die Schiedsrichter schuldig, wenn Chelsea verlor. Als John Terry einen gegnerischen Spieler angeblich rassistisch beleidigte, stellt er sich vor ihn. Ohne die genaue Faktenlage zu kennen, beging er einen Fehler. Er nahm es mit der englischen Presse auf, ohne die Meinung einer zumindest größeren Minderheit zu teilen. Das Problem war, dass es eine sehr kontroverse Sache war, welche einen erheblichen Imageverlust für Terry und Villas-Boas nach sich zog. Dieses Schicksal hatte Kenny Dalglish und dessen Spieler Luis Suarez in dieser Saison ebenfalls erlitten.</p>
<p>Die ohnehin kritischen Medien sollten Villas-Boas nach diesem Zwischenfall noch kritischer beäugen. Jede Entscheidung wurde auseinandergenommen, jede Taktik hinterfragt und Probleme im Umkleideraum wurden nach außen getragen. Irgendwann intervenierte Roman Abramovich, der sich lange Zeit überraschend geduldig gezeigt hatte. Der Klubbesitzer sah sich Trainingseinheiten an, erkundigte sich nach den Taktiken und nahm angeblich sogar darauf Einfluss. Nur kurze Zeit später musste Villas-Boas gehen. Die Schuld gab Abramovich allerdings besonders den Spieler, welchen er mit einem Neuanfang ab der nächsten Transferperiode drohte. Viele objektive Medien sprachen ebenfalls davon, dass es die Spieler waren, welche hauptverantwortlich für das Scheitern des Villas-Boas‘ waren.</p>
<p><strong>Vereinsinterne Probleme</strong></p>
<p>Ähnlich wie unter Robin Dutt bei Bayer Leverkusen schienen die Stars auf der Bank zu protestieren. Wenn Terry oder Lampard sich abseits der ersten Elf wiederfanden, konnte der neutrale Beobachter spätestens nach einer Niederlage einen neuen Artikel in der yellow press lesen. Die Topverdiener des FC Chelsea fühlten sich durch die Systemumstellung und die neue Philosophie angegriffen. Dies verwunderte nur wenig, da der neue Trainer damit ihre Vormachtsstellung angriff. Unter José Mourinho und den folgenden Trainern wurde das System auf ihre Stärken zugeschnitten. Eine tiefe Abwehrreihe für Terry und eine Freirolle für Lampard machten sie zu Chelseas Aushängeschildern. Luiz Felipe Scolari wurde auch wegen interner Grüppchenbildung aus dem Amt geekelt, der Starcoach hielt sich bei Chelsea sogar einen Monat kürzer als Villas-Boas.</p>
<div id="attachment_8375" class="wp-caption alignright" style="width: 280px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Spielformation-Porto-2010-11.png"><img class=" wp-image-8375 " title="Spielformation Porto 2010-11" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Spielformation-Porto-2010-11.png" alt="" width="270" height="360" /></a><p class="wp-caption-text">das 4-3-3 blieb wohl das langfristige Ziel Villas-Boas, er musste es aber mittelfristig verwerfen, sie agierten öfter im 4-2-3-1 und 4-5-1</p></div>
<p>Das größte Problem Villas-Boas‘ war wie bei Dutt die fehlende Konsequenz im Umgang mit seinen Diven. Manchmal spielten sie, es wurde ihnen Vertrauen geschenkt und kurze Zeit darauf fanden sie sich auf der Bank wieder. Anelka und Alex wanderten im Winter ab, letzterer sagte, er hätte sich mehr Respekt gewünscht – nicht für sich selbst, sondern für Lampard. Dieser sei ohne Erklärung oder Angabe von Gründen auf der Bank gelandet. Dies geschah, obwohl das Mikromanagement sogar als die größte Stärke des neuen Trainers galt.</p>
<p>Beim FC Porto war er ein Freund der Spieler geworden, hier musste er sich für die Professionalität entscheiden. Ohne die Erfahrung und die Autorität im Umgang mit Stars war dieses Experiment zum Scheitern verurteilt. Zu genau, zu ehrgeizig und zu überheblich war er ihnen. John Terry sagte sogar, dass die Spieler die Hauptschuld an seiner Entlassung trugen. Vor Abramovich kritisierten sie im Training seine Taktik und Spielweise, besonders Frank Lampard und Ashley Cole sollen ihn hierbei in ein schlechtes Licht gerückt haben. Diese Unbeliebtheit resultierte teilweise aus seiner extremen Genauigkeit.</p>
<p>Villas-Boas war sehr penibel, was jedes Training und Spiel betraf, doch hier stoppte er nicht. Ihm war wichtig, wann wer zum Training kam, wie er sich verhielt und wie wer mit den Mitspielern interagierte. Die Presse behauptete sogar, dass er seinen Spielern befohlen hatte, nach einem Treffer mit ihm zu jubeln. Geschichten traten an die Oberfläche, wonach die Spieler sich einen Spaß machten, möglichst spät zum Training zu kommen. Letzten Endes gab es einen klaren Bruch der Beziehung zwischen Mannschaft und Trainer. Die Altstars wollte er verkaufen, die Jungstars wurden vergrault. Josh McEachran, Oriol Romeu, Romelu Lukaku und Salomon Kalou erhielten ihre Chancen, nutzten sie sogar, mussten sich dann aber wieder hinten anstellen. Einige andere wurden bereits im Sommer verkauft, manche zum Hamburger SV. Fabio Borini reifte in der Serie A sogar zum A-Nationalspieler. Das größte Problem hierbei war dennoch, dass die neuen Spieler floppten.</p>
<p><strong>Schwache Transfers</strong></p>
<p>Juan Manuel Mata und Raul Meireles sind die einzig wirklichen Stammspieler von allen Neuverpflichtungen unter André Villas-Boas. Romelu Lukaku kam für 22 Millionen Euro, Oriol Romeu kostete 5 Millionen. Für 24 Millionen wechselten Lucas Piazon, Kevin de Bruyne und Gary Cahill zum FC Chelsea. Cahill sollte Terry ersetzen, spielte bislang gut, aber nicht herausragend. Die ersten beiden sind noch zu jung, um als realistische Alternative in Frage zu kommen. David Luiz und Fernando Torres kamen als Starspieler im Winter davor, beide fanden unter Villas-Boas nie in Form. Besonders letzterer erhielt dafür ausreichend Chancen, wurde Anelka und Drogba vorgezogen, konnte sich aber nie gegen den Ivorer durchsetzen.</p>
<div id="attachment_8376" class="wp-caption alignleft" style="width: 253px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Chelsea-vs-Valencia-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-8376  " title="Chelsea vs Valencia - Grundformationen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Chelsea-vs-Valencia-Grundformationen.png" alt="" width="243" height="325" /></a><p class="wp-caption-text">im Spiel gegen Valencia positionierte sich die Blauen sehr defensiv und tief, obwohl Chelsea im heimischen Stadion spielte. Es war die perfekte symbolische Abkehr von seiner Spielphilosophie</p></div>
<p>Bei 186 Millionen € an Transferminus in den letzten Jahren fanden sich nur Ramires, Mata und Meireles in der Stammformation wieder. Dieser Umstand sollte durch Villas-Boas unabsichtlich noch schärfer in den Fokus gerückt werden. Im Gespräch mit den Medien äußerte er sich dahingehend, dass Chelsea trotz der gewaltigen Ausgaben Abramovichs nicht an die Qualität des Kaders von Ligakonkurrent Manchester City heranreichen könne. Des Weiteren verglich er Fernando Torres mit Andriy Shevchenko, der im Trikot der Blues scheiterte. Später bereute er diese Aussage, ihre Existenz konnte dennoch nicht aus dem Gedächtnis seiner Kritiker getilgt werden.</p>
<p>Die zahlreichen Fehleinkäufe sorgten letztlich für ein Umdenken bei Villas-Boas.</p>
<p><strong>Der doppelte Verrat</strong></p>
<p>Die Transfers passten nicht und die eigenen Spieler waren nicht ausreichend. Im Laufe seiner Ära veränderte Villas-Boas deshalb die Spielphilosophie. Zu Saisonbeginn hatten die Blues noch 60-70% Ballbesitz, dieser Schnitt wurde im Laufe der Zeit immer weiter nach unten korrigiert. Aktuell liegt er bei 55,3%, besonderer Wendepunkt war wohl die Partie gegen Valencia. Hier ließ Villas-Boas seine Mannschaft extrem tief stehen und Chelsea konzentrierte sich auf die ihnen zugeschriebenen Attribute. Eine defensive Stellung, Abwehrpressing und schnelles Umschalten nach vorne, anstatt das Spiel zu kontrollieren. 335 Pässe weniger als der Gegner waren ein Negativrekord unter der Fuchtel des Portugiesen.</p>
<p>Die Ergebnisse sollten sich kurzzeitig bessern, später gingen sie aufgrund interner Differenzen allerdings wieder nach unten. Dennoch stellt sich die Frage, ob dieser kurze Positivtrend nicht auch negativ einzuschätzen ist. Schließlich verriet Villas-Boas jene Dinge, weswegen er überhaupt geholt wurde: seine taktische Einstellung, seine radikale Veränderung der Spielphilosophie und die Art, wie der gesamte Verein aufgebaut ist. Diese Identitätsveränderung zog vermutlich einen Authentizitätsverlust nach sich. Immerhin war er mit großen Worten angetreten, ein neues Chelsea zu schaffen. Mitte seiner ersten Saison begann er ein schwächeres altes Chelsea aufzubauen, in welchem die Beziehung zwischen Mannschaft und Trainer ohnehin schon sehr problematisch war.</p>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 110px"><img src="http://www.transfermarkt.de/bilder/spielerfotos/t_6783_631_2010_1.jpg" alt="" width="100" height="130" /><p class="wp-caption-text">Roberto Di Matteo - brachte er sich selbst als Nachfolger in Position?</p></div>
<p>Die neue Generation und einige Spieler, die das System hätten spielen können, wurden nun in gewisser Weise hintergangen. Oriol Romeu zum Beispiel hatte sich kurzzeitig einen Stammplatz erspielt, verlor ihn aber alsbald wieder. Villas-Boas sah sich einem Kader gegenüber, wo ihm bis auf wenige Ausnahmen kein einziger Spieler mehr wirkliches Vertrauen schenken konnte. Ein weiterer Vertrauensverlust schien sich sogar im Trainerteam einzustellen.</p>
<p>Dass er sich mit mehreren Jugendcoaches und dem Trainer der Reserve zankte, blieb nur kurze Zeit ein Geheimnis. Allerdings gibt es unbestätigte Gerüchte über ein internes Problem mit dem ehemaligen Co- und jetzigen Interimstrainer Roberto Di Matteo. Nur wenige Beweise lassen sich dafür finden, ein auffälliges Interview lässt allerdings durchaus aufhorchen. Im Januar gab der damalige Assistent vor der Presse zu, dass Villas-Boas‘ mangelnde Erfahrung ein Problem darstellen könne. Erfahrung auf höchstem Niveau, wie er sie selbst besitze, sei ungemein hilfreich und nicht zu unterschätzen. Wenige Wochen später saß jener Di Matteo, ehemaliger Fanliebling und bereits bei zwei Vereinen als Trainer tätig, auf der Bank des FC Chelsea. Nach dem Erfolg gegen Barcelona besitzt er die Chance, das Finale der Champions League zu erreichen. Wenn er sich dazu noch in den Top Vier platziert, so könnte ihm sogar eine Anstellung über den Sommer hinaus winken. Etwas, was bei seinem Vorgänger und ehemaligen Chef keineswegs sicher ist.</p>
<p><a title="André Villas-Boas – vom Fan zum Trainer" href="http://spielverlagerung.de/2011/06/26/andre-villas-boas-vom-fan-zum-trainer/"><em>Ein ausführliches Trainerporträt des André Villas-Boas von letztem Sommer findet sich hier.</em></a></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8371&amp;md5=ce770b3d34b99604f992bb090e0ecf20" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Borussia Dortmund &#8211; Borussia Mönchengladbach 2:0 &#124; Das Meisterspiel</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 00:04:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Borussia Dortmund]]></category>
		<category><![CDATA[Borussia Mönchengladbach]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem hochklassigen Spiel sicherte sich der BVB mit einem souveränen 2:0 über die viertplatzierten Gladbacher die zweite Deutsche Meisterschaft in Folge. Gladbach wie gewohnt Favres Team lief im üblichen 4-4-2 auf, mit den gewohnten Rollen der vier offensiven Stammkräfte Hanke (horizontal raumschaffender Kombinationsstürmer), (vertikal dribbelnder Sprintstürmer), Herrmann (dribbelnder, vorstoßender Flügelspieler) und Arango (spielmachender, einrückender [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>In einem hochklassigen Spiel sicherte sich der BVB mit einem souveränen 2:0 über die viertplatzierten Gladbacher die zweite Deutsche Meisterschaft in Folge.<span id="more-8346"></span></p>
<p><strong><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Formationen.png"><img class="alignleft  wp-image-8347" title="Formationen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Formationen.png" alt="" width="353" height="482" /></a>Gladbach wie gewohnt</strong></p>
<p>Favres Team lief im üblichen 4-4-2 auf, mit den gewohnten Rollen der vier offensiven Stammkräfte Hanke (horizontal raumschaffender Kombinationsstürmer), (vertikal dribbelnder Sprintstürmer), Herrmann (dribbelnder, vorstoßender Flügelspieler) und Arango (spielmachender, einrückender Flügelspieler). Außenverteidiger Jantschke spielte auf der Sechserposition neben Nordtveit, dafür rückte mit Stranzl ein defensiverer Akteur nach rechts in die Viererkette.</p>
<p>Der BVB spielte wie immer nominell im 4-2-3-1, Perisic kam wieder für Großkreutz auf links ins Spiel. Das Dortmunder Spiel entsprach aber nicht ganz dem üblichen System des neuen und alten Meisters. Wie im Hinspiel waren die gelb-schwarzen Borussen stark auf Favres äußerst prägnantes Offensivsystem eingestellt, was das Spiel entscheidend prägte.</p>
<p>Dieses System ist extrem auf das schnelle, flache Vertikalspiel mit vielen Direktablagen ausgerichtet. Entweder es gibt eine Balleroberung im Mittelfeld oder die sechs hinteren Spieler eröffnen das Spiel mit sehr ruhiger Ballzirkulation, auf der Suche nach einer Gelegenheit für einen flachen Pässen auf einen der Stürmer, der sich zurückfallen lässt. Die Flügelspieler rücken schnell nach, der Stürmer legt auf einen der Nebenmänner ab, schnelle Pässe im Zehnerraum, dann ein Gassenpass oder Dribbling hinter die gegnerische Abwehrlinie.</p>
<p>Auf die schwierigen Fragen, die diese schnelle, überfallartige Spielweise den Gegners stellt, haben die Borussen wie im Hinspiel gute Antworten gefunden, die sich in einer Reihe von Detailveränderungen in ihrem Defensivspiel äußerten.</p>
<p><strong>Defensiv-Faktor 1: Hohes 4-2-4-Pressing gegen die Vertikalpässe</strong></p>
<p>Die Grundlage der Dortmunder Bemühungen bildete dabei ein sehr hohes Pressing bis ins Angriffsdrittel hinein. Anders als in den meisten Spielen dieser Saison agierten sie dabei tatsächlich sehr nah an der 4-2-3-1-Ordnung und nicht in der mittlerweile üblich gewordenen 4-4-2-Ordnung. Kuba und Perisic rückten oft in die vordere Kette auf und der Defensivverbund stand gut 20 Meter höher als sonst.</p>
<p>Das könnte dem Beobachter kontraproduktiv erscheinen  &#8211; gegen einen vertikal passenden und zwischen den Linien kombinierenden Gegner hoch angreifen und damit hohe Kettenabstände riskieren? Es ist aber gegen Gladbachs Direktpassspiel tatsächlich so, dass der Raum zwischen den Linien garnicht so entscheidend ist wie bei anderen Teams, die zwischen den Linien im Zentrum präsent sind. Da die Angreifer sich in diesem Bereich sowieso wenig bis garnicht mit Ball am Fuß bewegen, sondern immer wieder mit dem ersten Kontakt prallen lassen, benötigen sie auch fast keinen Raum. Genau das ist auch ein zentraler Gedanke bei Favres Systen: Die extrem engen Räume, die oft im wertvollen Bereich vor den Innenverteidigern zu finden sind, sollen dennoch effektiv genutzt werden ohne ständige Ballverluste zu riskieren.</p>
<p>Aus dieser Betrachtung heraus erschließt sich die Entscheidung, gegen die Gladbacher ein höheres Pressing zu spielen schon im Ansatz. Aus der Charakterisierung ihres Aufbauspiels wird der Gedanke noch klarer. Da Gladbachs Defensivspieler hauptsächlich über Vertikalpässe und nicht durch raumgreifende Kombinationen die Angriffe initiieren sollen, ist es effektiver, wenn man frontal und mannorientiert verteidigt, anstatt Räume im Mittelfeld zu verknappen, die sowieso überspielt werden. Außerdem verhindert die hohe Abwehrlinie, dass Gladbachs starke Distanzschützen aus der zweiten Reihe abschließen, da diese zweite Reihe eben 50 Meter vom Tor entfernt ist.</p>
<p>Somit spielte Dortmund mit klaren Zuordnungen recht nah an einer 4-2-4-Ordnung, dessen vordere Kette etwa 15 Meter vor Gladbachs Strafraum angesetzt war. Kagawa, Kuba und Perisic spielten knapp hinter Lewandowski und rückten schnell auf, wenn ihre Gegenspieler den Ball bekamen. Mit guten Anlaufwegen blockten sie die vertikalen Passwege dabei effektiv. Situativ gingen sie dann in die Balleroberung.</p>
<p>Die Gladbacher, die nach den Bayern im Schnitt den zweithöchsten Ballbesitz der Liga haben, kamen daher nur auf 44% der Ballzeit Nur 27 von über 500 Pässen <a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130517&amp;reiter=a&amp;tag=32&amp;reiter=g&amp;bmi=130517#/match:130517/filter:pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:40850,30217,28088,37851,31803,15304,36238,36772,28220,42133,19845,45277,41498,31561,45668,43518,46674,45967/minutes:1,90/area:1.2,0.5,221,447.65" target="_blank"><em>spielten sie im Angriffsdrittel</em></a>. Das, obwohl sie wieder ihr sehr geduldiges Aufbauspiel zeigten und den Ball gut zwischen den Defensivspielern zirkulieren ließen. Sie machten das Spiel breit, konnten sich <a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130517&amp;reiter=a&amp;tag=32&amp;reiter=g&amp;bmi=130517#/match:130517/filter:pass_completed/player:40850/minutes:1,90/area:-1,-1,1,1" target="_blank"><em>auf ter Stegen verlassen</em></a> und verloren daher fast keine frühen Bälle. Dante ließ sich dabei weit zum linken Flügel fallen um Dortmunds Pressing zu entgehen. Aber auch er bekam  <a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130517&amp;reiter=a&amp;tag=32&amp;reiter=g&amp;bmi=130517#/match:130517/filter:pass_completed/player:30217/minutes:1,90/area:-1,-1,1,1" target="_blank"><em>kaum mal Pässe in die Offensivreihe gespielt</em></a>, da die Dortmunder ihn auch in der entfernten Stellung gut zuliefen.</p>
<p>Somit bekam Gladbach viele Angriffe nicht in die Offensive getragen, was für den Gegner natürlich die beste Möglichkeit ist, die gefährlichen Angriffskombinationen zu entschärfen. Oft zwang sie Dortmund auch zu <em><a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130517&amp;reiter=a&amp;tag=32&amp;reiter=g&amp;bmi=130517#/match:130517/filter:pass_long/player:40850,30217,28088,37851,31803,15304,36238,36772,28220,42133,19845,45277,41498,31561,45668,43518,46674,45967/minutes:1,90/area:-1,-1,1,1" target="_blank">langen Bällen</a></em>, denen man anmerkte, dass sie kein natürlicher Teil von Favres Angrifssstrategie sind. Gladbachs Offensivspieler gewannen außerdem <a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130517&amp;reiter=a&amp;tag=32&amp;reiter=g&amp;bmi=130517#/match:130517/filter:tackle_air/player:36772,28220,42133,19845,31561,45967/minutes:1,90/area:-1,-1,1,1" target="_blank"><em>gerade mal 3 Luftduelle</em></a> und auch zweite Bälle konnten sie in ihrer gestreckten Aufbauformation kaum erobern. Somit strahlten sie ausschließlich Gefahr aus, wenn sie doch mal flach in die Spitze kamen. Aber auch auf diese Situationen war Dortmund exzellent vorbereitet.</p>
<p><strong>Defensiv-Faktor 2: Die halb-passive 3-1-Kette gegen das schnelle Spiel hinter die Kette</strong></p>
<p>Wenn nämlich Hanke oder Reus zwischen den Linien angespielt werden konnten, rückte ein Verteidiger, vornehmlich Hummels, aus der Viererkette heraus um Druck zu machen. Diese Maßnahme ist zwar durchaus Standard, wurde von Dortmund aber auf spezielle und sehr fixierte Art gespielt, mit einer weniger aggressiven Ausrichtung als üblich. Das sorgte selten für direkte Ballgewinne, es erschwerte aber die Weiterverarbeitung der Bälle. Noch wichtiger war vielleicht eine psychische Komponente: Durch das Herausrücken und den Druck wurde dem Angreifer vermittelt, er müsse in die Spitze weiterleiten, da dort eine Lücke enstanden sein musste. Diese Lücken gab es aber tatsächlich nicht.</p>
<div id="attachment_8349" class="wp-caption alignright" style="width: 342px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/3-1-kette.png"><img class=" wp-image-8349  " title="3-1-kette" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/3-1-kette.png" alt="" width="332" height="165" /></a><p class="wp-caption-text">Dortmunds etwaige Reaktion auf Gladbacher Vertikalpässe.</p></div>
<p>Grund dafür war die Reaktion der verbliebenen Abwehrspieler, die sich sofort hinter dem herausrückenden Nebenmann zusammenzogen. Dabei hielten sie sehr aufmerksam Abstand zu ihren Gegenspielern und spielten nicht aktiv auf Balleroberung. Sie konzentrierten sich darauf, die Ablagen hinter die Kette zu verhindern um den direkten Zug zum Tor zu stoppen.</p>
<p>Reus und Hanke entschieden sich unter dem gegnerischen Druck dennoch oft für den Steilpass, was dementsprechend <a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130517&amp;reiter=a&amp;tag=32&amp;reiter=g&amp;bmi=130517#/match:130517/filter:pass_failed/player:36772,19845/minutes:1,90/area:-1,-1,1,1" target="_blank"><em>für viele Ballverluste sorgte</em></a> (Hankes Fehlpassquote betrug 40%). Wenn sie nicht vertikal weiterspielten, dann war der Angriff erstmal entschleunigt und die aufgerückten Dortmunder konnten nacheilen um Überzahl herzustellen.</p>
<p><strong>Defensiv-Faktor 3: Die Sechs-Achter im Rückwärtspressing gegen das Kombinationsspiel</strong></p>
<p>Gündogan und Kehl machten dabei nicht nur offensiv ein taktisch hervorragendes Spiel. Sie pendelten beide zwischen Sechser- und Achterposition um entweder Gladbachs Sechser unter Druck setzen oder die Viererkette zu unterstützen. Wenn sie überspielt wurden, schalteten sie sofort nach hinten um und pressten auf die zurückfallenden Gladbacher Stürmer oder doppelten gegen die Flügelspieler in der entstehenden 6-gegen-4-Situation. Ihre Rückwärtsbewegung waren dabei sehr stark und versperrten die sichernden Passwege zu den Sechsern.</p>
<p>Letztlich machte sich Dortmund damit die strategische Eindimensionalität von Gladbach zu Nutzen. Wegen des extrem vertikalen Ansatzes unterhält Favres Team keine Verbindungen zwischen Sechsern und Offensivspielern, es gibt kaum Mittelfeld-Kombinationsspiel. Deswegen konnten Gündogan und Kehl diese Doppelrolle ausfüllen ohne überladen zu werden, deswegen konnten wiederum die Flügelspieler höher spielen und Gladbachs Außenverteidiger effektiver stören.</p>
<p>Zudem fehlte es Gladbach an Anpassungsfähigkeit im Angriff. Wie erwähnt leiteten sie oft zu schnell den Ball in die Spitze, außerdem nutzten sie die Räume nicht, die Dortmunds &#8220;3-1-Kette&#8221;  auf den Flügeln hinterließ. Trotz Dortmunds zentriertem Abwehrspiel gab es nur drei Flankenversuche. Dass die Gladbacher Sechser technisch nur mittelmäßig sind zeigte sich erneut als Problem, da Dortmund auch deswegen weit aufrücken und recht viel Raum zwischen den vorderen Ketten lassen konnte.</p>
<p>Das Zustandekommen des Gladbacher Ausgleichstores, das wegen hauchdünnem Abseits weggepfiffen wurde, war dementsprechend recht logisch: Es war ein Tor nach einer Flanke. Daems rückte nach und attackierte den Flügelraum somit einmal, Reus spielte einen Ball nicht gleich in die Spitze sondern ging ins Dribbling zwischen den Linien, zog dabei gerade so noch vor Kehl und Gündogan entlang, bevor diese den Weg geschlossen hätten.  Da es aber viel zu wenig solcher Ausbrüche aus dem Vertikalsystem gab, hatten die Gast-Borussen zur Halbzeit noch nicht einen einzigen regulären Schussversuch.</p>
<p><strong>Defensiv-Faktor 4: Sicheres und abgesichertes Aufbauspiel gegen die Konter<br />
</strong></p>
<p>Was gegen ein derart konterstarkes Team wie Favres Gladbacher natürlich ein entscheidender defensiver Faktor ist, ist die Gestaltung des eigenen Aufbauspiels. Es ist sehr wichtig, gefährliche, unkontrollierte Ballverluste im Mittelfeld zu vermeiden, sonst sind die Gegenstöße kaum aufzuhalten. In höherer Position sollten Ballverlust gut abgesichert sein. Dortmund gelang beides fast durchgängig.</p>
<p>Beeindruckend daran war neben der taktisch sehr guten und gleichzeitig flexiblen Struktur des Aufbaus vor allem die große Sicherheit, mit der Dortmund die Angriffe vortrug. Angesichts des Tagesverlaufes &#8211; Bayern hatte in letzter Minute noch einen Punktverlust und damit Dortmunds vorzeitige Meisterschaft abgewendet &#8211; hätte man gegen einen derart kompakten Gegner eine gewisse Nervosität erwarten können. Aber im Gegenteil machte der deutsche Meister eines seiner sichersten Spiele der Saison, was den Spielaufbau betrifft. Viele enge Situationen löste man spielerisch, ohne Ballverluste zu verschulden.</p>
<p>Gegen Gladbachs sehr dichte Viererketten, die kaum Räume im Zentrum offenbaren, und die Stürmer, die zudem die vertikalen Passwege ins Mittelfeld zustellen, ließ sich Dortmund dabei zwar <a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?tag=32&amp;reiter=g&amp;bmi=130517#/match:130517/filter:owngoal,pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:14924,35819,33474,35470,34993,31828,37636,13849,41658,35568,39301,42752,17299,38027,42043,43383,33558,41101/minutes:5,41/area:-1,-1,1,1" target="_blank">früh auf die Flügel treiben</a>, wie es die Gladbacher planen, aber auf das anschließende Verschieben zum Flügel waren die Dortmunder perfekt vorbereitet. Sie ließen sich von der Dichte des Zentrums nicht davon abbringen, sich von außen in die Halbräume zu kombinieren. Sie schafften sich durch kluge Verschiebungen Überzahlen in Ballnähe, die ihnen diese Kombinationen erlaubten; gleichzeitig sorgte das für effektives Gegenpressing im Mittelfeld.</p>
<p><strong>Dortmunds Aufbaustrukturen</strong></p>
<p>Dabei wird Dortmunds Aufbauspiel in den vergangenen Wochen zunehmend unangenehm zu analysieren, beziehungsweise unangenehm zu beschreiben. Jede Woche scheinen ein paar mehr Details und Varianten hinzuzukommen. Das <a title="VfL Wolfsburg – Borussia Dortmund 1:3" href="http://spielverlagerung.de/2012/04/10/vfl-wolfsburg-borussia-dortmund-13/" target="_blank">&#8220;Herauskippen&#8221; der Sechser</a> ist auch gegen Gladbachs diszipliniert tiefspielende Flügelspieler ein wichtiges Element gewesen, allerdings wurde diesmal der Ball dann öfter gerade den Flügel heruntergespielt und seltener ins enge Zentrum getrieben <a title="Borussia Dortmund – FC Bayern München 1:0 | in-depth-Analyse" href="http://spielverlagerung.de/2012/04/12/borussia-dortmund-fc-bayern-munchen-10-in-depth-analyse/" target="_blank">wie gegen Bayern</a>. Wir versuchen, die unterschiedlichen Strukturen der beiden Dortmunder Flügelseiten grob zu charakterisieren.</p>
<div id="attachment_8359" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Aufbau-links.png"><img class=" wp-image-8359 " title="Aufbau links" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Aufbau-links.png" alt="" width="530" height="264" /></a><p class="wp-caption-text">Strukturelle Anordnung der Dortmunder Angriffe über links.</p></div>
<p>Über die linke Seite <em><a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?tag=32&amp;reiter=g&amp;bmi=130517#/match:130517/filter:owngoal,pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:41658/minutes:1,90/area:267.2,1.5,334,227" target="_blank">war Perisic der wichtigste Spieler der Bemühungen</a></em>, was seine Aufstellung an Stelle von Großkreutz erklärt. Schmelzer unterstützte ihn vor allem physisch durch seine Vorstöße, die ihm Freiheiten gegen Herrmann brachten. Kehl und Kagawa bewegten sich in den Halbräumen, Hummels bot sich als Sicherheitsstation an. Kuba rückte früh vom ballfernen Flügel ein um die Strafraumgefahr zu erhöhen.</p>
<p>Piszczek stürmte situativ aus der absichernden Stellung zum Flügel um sich für Spielverlagerungen anzubieten. Mehrere gefährliche Szenen konnte Dortmund auf diese Weise initiieren. Dass mit Hummels und Perisic zwei sehr flankenstarke Spieler auf links waren, passte zu Piszczeks Stärke bei Vorstößen.</p>
<p>In dieser Struktur erzeugte Dortmund entlang des linken Flügels einen Überzahlbereich, den sie konzentriert nutzten, generierten einen großen Raum auf dem rechten Flügel den sie nutzen konnten und besetzten das Sturmzentrum. Gleichzeitig waren alle Räume im Falle eines Konters abgesichert, mit kurzen Wegen zu den Defensivpositionen. Der Gegner wurde also in ein defensives Dilemma manövriert, ohne die Chance daraus  bei Ballgewinn offensives Kapital zu schlagen. Ähnliches galt für die Aufteilung der rechten Dortmunder Seite.</p>
<div id="attachment_8360" class="wp-caption aligncenter" style="width: 540px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Aufbau-rechts.png"><img class=" wp-image-8360 " title="Aufbau rechts" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Aufbau-rechts.png" alt="" width="530" height="242" /></a><p class="wp-caption-text">Und hier die rechte Seite in beispielhafter Darstellung.</p></div>
<p>Dort bildete eher Gündogan das spielerische Epizentrum. Er forderte die Bälle zwischen Piszczek und Subotic, oder ließ sich von Piszczek auf seiner Position anspielen. Wegen seiner technischen Fähigkeiten konnte er sich ohne viel Risiko auch ansatzweise innerhalb des Gladbacher Verbundes bewegen. Um für diese zentralere Ausgangsposition Stationen zu generieren, rückte Kuba auch hier meist früh ein und bearbeitete gemeinsam mit Kagawa die Halbräume. Piszczek rückte aggressiv vor und sorgte für Breite.</p>
<p>Man beachte die unterschiedliche Rollenverteilung, die stark an die jeweiligen Spielertypen angepasst war. Während Schmelzer hauptsächlich im Moment des Hinterlaufens nach vorne rückte, um dem ballführenden Perisic Freiheiten zu erzeugen, übernahm der technisch überlegene Piszczek den Flügel alleine und wurde <em><a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?tag=32&amp;reiter=g&amp;bmi=130517#/match:130517/filter:owngoal,sprint,pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:35470/minutes:1,90/area:664.2,446.5,-222,-446.5" target="_blank">dort viel öfter</a></em> <a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?tag=32&amp;reiter=g&amp;bmi=130517#/match:130517/filter:owngoal,sprint,pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:35819/minutes:1,90/area:664.2,446.5,-222,-446.5" target="_blank"><em>als sein Pendent</em></a> für Dribblings in Szene gesetzt, um seine Stärken so ausspielen zu können. Der kleinere, wendigere Kuba übernahm eine Rolle in den Zwischenräumen, während Perisic breiter spielte, um seine Stärken im Antritt und der Ballverteilung besser einbringen zu können. Gündogan hatte als Resultat drei offensive Anspielstationen vor sich und konnte seine Kreativität einsetzen, während Kehl hauptsächlich von Sicherheitsoptionen umgeben war.</p>
<p>Dennoch erzeugte Dortmund auf beiden Seiten eine ähnliche Durchschlagskraft und war gleichermaßen gut abgesichert. Das zeigte, wie gut die Spielvorbereitung des Dortmunder Trainerteams mal wieder gewesen sein musste. Für beide Flügel hatte man funktionierende Konzepte um auf Gladbachs Kompaktheit zu reagieren. Dass Gündogan anders als zuletzt hauptsächlich rechtsseitig spielte, dass Perisic für Großkreutz kam, dass Kagawa eine anderen Rolle bekleidete als zuletzt (anstatt aus der Tiefe aufzubauen <em><a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?tag=32&amp;reiter=g&amp;bmi=130517#/match:130517/filter:owngoal,pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:35568/minutes:1,90/area:-1,-1,1,1" target="_blank">pendelte er zwischen den offensiven Halbräumen</a></em> ohne jede Nutzung der Zentrale), all diese Faktoren sind Hinweise darauf wie durchgeplant die taktische Struktur des Spiels war.</p>
<p><strong>Gladbachs Pressing und Dortmunds Flexibilität</strong></p>
<p>Dass es gleichzeitig nie starr oder vorhersehbar wirkte und Lucien Favre auch bis zum Schluss keine nennenswerten Gegenmaßnahmen einleitete, demonstriert die Klasse, die sich der BVB im Angriffsspiel aufgebaut hat. Flexibilität ist der große Punkt, der die Mannschaft in der Rückrunde begleitete. Dortmund war nicht immer extremst durchschlagskräftig und in der ersten Hälfte der Runde mit der Doppelsechs Kehl-Bender auch nicht besonders kombinationsstark, aber man nutzte stets alle strategischen Möglichkeiten des Feldes aus, abhängig davon, was der Gegner anbot.</p>
<p>Anders als das sehr festgelegte Angriffsspiel von Gladbach, hat Dortmund ein enormes Repertoire an verschiedenen Möglichkeiten, zum Torerfolg zu kommen. Man flankt aus verschiedenen Positionen, kombiniert durch die Mitte oder über außen, setzt die dribbelstarken Akteure sehr fokussiert ein, ist über Standards enorm gefährlich, strahlt immer Gefahr nach Balleroberungen und auch nach erfolgreichen Gegenpressing-Situationen aus, nutzt lange Bälle in den richtigen Momenten und variiert flexibel zwischen kurzen Pässe, Vertikalpässen und Spielverlagerungen.</p>
<p>So presste Gladbach am Samstag in verschiedenen Risikostufen, zeigte sowohl Angriffs-, Mittelfeld-, als auch Abwehrpressing. Aber Dortmund hatte stets die korrekte Antwort parat. In Situationen, wo Gladbach sehr weit aufrückte, ließen sich die Innenverteidiger zum Beispiel weit zurückfallen, streckten die Gladbacher Formation in der Vertikalen und zeigte dann sehr gelungene, fast gelupfte Bälle auf Lewandowski, der diese zwischen den Linien auf Kagawa ablegte.</p>
<p>Wie die Tore dann im Detail fielen, war auch aufgrund dieser großen Vielseitigkeit der Dortmunder Angriffe taktisch nicht von direkter Relevanz. Das Zustandekommen beider Treffer zeigte viel mehr die oft zitierten Attribute Gier und Leidenschaft. Der erste Treffer entstand dabei aus einer Gegenpressing-Situation, in der die Dortmunder mit schnellem Umschalten eine 4-gegen-3-Situation in Gladbachs Defensive erzeugten und dadurch die Ballerückeroberung und das Foul erzwangen. Beim zweiten Treffer wurde Gladbach nach eigener Standardsituation überlaufen. Dabei verteidigte Lewandowski beim Freistoß am eigenen Strafraum, befand sich aber nur 6 Sekunden nach Weidenfellers Abfangen des Balles bereits auf dem linken Flügel im Sprint hinter Gladbachs Abwehrlinie. Kagawa folgte seinem Lauf aus ähnlich tiefer Position und konnte deshalb frei den Ball verwandeln. Beide Tore resultierten also aus aufwändigen Läufen, die keinesfalls fußballerischer Standard sind.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Die Analyse ist BVB-lastig, was aber tatsächlich nicht direkt als Tribut an den neuen Meister zu verstehen ist. Viel eher kann dies auch als Kompliment an Lucien Favre gewertet werden, denn sein System bestimmte das Muster des Spiels. Es ist so dominant und schwer zu knacken, dass sich der deutsche Meister massiv darauf einstellen musste und das eigene System ausführlich anpasste. Die Anpassungen funktionierten dabei durchweg sehr gut und somit fand dieses Spiel und diese Meistersaison einen verdienten Sieger in Borussia Dortmund.</p>
<p>Die BVB-Lastigkeit täuscht aber möglicherweise darüber hinweg, dass Dortmund seine Gäste nicht völlig an die Wand spielte. Gladbach hatte eine Handvoll extrem gefährlicher Szenen, die mit einem anderen Linienrichter oder einem Reus in besserer Tagesform vielleicht zu einem oder mehr Toren gereicht hätte. Dass die tiefer spielende Mannschaft weniger Szenen hat ist Normalität, dafür wären diese wenigen wie so oft sehr hochwertig gewesen.</p>
<p>Ebenfalls kam der BVB nicht zu vielen klaren Torchancen. Die hervorragende Offensivleistung prallte trotz der guten Justierungen auf die drittstärkste Defensive der laufenden Saison, die auch eine höchst kompakte und aufmerksame Leistung ablieferte. Dass beide Tore aus Standardsituationen entstanden ist angesichts von Dortmunds spielerischer Klasse in diesem Spiel sogar durchaus eine Qualitätsaussage über die Defensive der anderen Borussia.</p>
<p>Der Sieg war dennoch eindeutig verdient. Letztlich demonstrierte dieses Spiel die Stärken und herausragenden Qualitäten des deutschen Meisters 2012 in voller Blüte gegen einen der stärksten Gegner der Saison: Die Mannschaft ist ein vollkommenes Kollektiv, welches taktisch extrem gefestigt ist. Gruppen- und individualtaktisch macht man zudem extrem wenige Fehler und kann somit auch schwere oder unglückliche Situationen lösen, was in der Summe eine extreme defensive Stabilität erzeugt. Auch das Aufbauspiel funktioniert mit hervorragender Balance und absoluter taktischer Sicherheit und Strukturiertheit. Man bekommt in fast jedem Spiel einen extrem hohen Anteil der Angriffe in die Nähe des gegnerischen Strafraums und das mit minimaler Anfälligkeit für Konter. Um zum Torerfolg zu gelangen hat man eine Reihe von gefährlichen Spielern, die unterschiedliche Qualitäten einbringen und in der Summe eine enorme Vielseitigkeit erzeugen. Diese Vielseitigkeit ist auch in die taktische Struktur des Dortmunder Spieles gepresst, was es extrem schwer macht, geeignete Mittel gegen diese Mannschaft zu finden. Dies ist ein weiterer Grundpfeiler der überragenden Konstanz. Kopf und Motor dieses fußballerischen Totalkollektivs ist ein Trainerteam, welches in Spielvorbereitung und Mannschaftsentwicklung seit vier Jahren regelmäßig seine überragende Klasse unter Beweis stellt. Dazu gehört auch die psychologische und charakterliche Formung des Teams, welche dazu führt, dass die Spieler in jedem Spiel sehr nah an ihr Limit kommen und auch schwierige Situationen oft mit einer hohen Sicherheit und Fokusiertheit bewältigen.</p>
<p>Aus taktischer Sicht hat die deutsche Meisterschaft also letztlich ein logisches und verdientes Resultat gefunden. <strong>Spielverlagerung.de gratuliert Borussia Dortmund zur Deutschen Meisterschaft 2012.</strong></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8346&amp;md5=2a49a0c3e89c44480181078c6dd857ff" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>FC Augsburg &#8211; Schalke 04 1:1</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Apr 2012 18:56:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TE</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[FC Augsburg]]></category>
		<category><![CDATA[FC Schalke 04]]></category>

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		<description><![CDATA[Der FC Augsburg verdient sich gegen den FC Schalke 04 einen Punkt. An der gegnerorientierten Defensive des Aufsteigers bissen sich die Königsblauen die Zähne aus. Obwohl in der Liga mittlerweile die meisten Entscheidungen gefallen sind, ging es in dieser Partie noch um einiges: Schalke wollte nach dem Patzer der Gladbacher den dritten Platz absichern, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/augsburg-schalke.png"><img class="alignleft  wp-image-8351" title="augsburg schalke" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/augsburg-schalke.png" alt="" width="310" height="431" /></a>Der FC Augsburg verdient sich gegen den FC Schalke 04 einen Punkt. An der gegnerorientierten Defensive des Aufsteigers bissen sich die Königsblauen die Zähne aus.<span id="more-8350"></span></p>
<p>Obwohl in der Liga mittlerweile die meisten Entscheidungen gefallen sind, ging es in dieser Partie noch um einiges: Schalke wollte nach dem Patzer der Gladbacher den dritten Platz absichern, die Augsburger brauchen immer noch möglichst viele Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Beide Teams starteten in ihrer gewohnten  4-2-3-1 Formation.</p>
<p><strong>Augsburg mit besserem Beginn</strong></p>
<p>Von Beginn weg zog Augsburg ein äußerst aggressives Pressing auf. In den ersten fünf Minuten setzten sie die Schalker bereits früh unter Druck. Erneut setzte Luhukay auf eine recht gegnerorientierte Defensive, in der jeder Augsburger einen direkten Gegenspieler hatte. In der Anfangsphase setzten sie dieses Pressing tief in der gegnerischen Hälfte durch. Schalke konnte in den ersten Minuten kaum durchatmen, sie wurden dementsprechend hinten reingedrückt. Augsburg präsentierte sich in der Anfangsviertelstunde zweikampfstark, <a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130402&amp;reiter=a&amp;tag=32&amp;reiter=g&amp;bmi=130402#/match:130402/filter:tackle_loose,tackle_win,tackle_ground,tackle_air/player:8047,35441,44244,25490,42474,25585,35146,24292,26439,28739,31174,35423,26363,16162,39951,38894,29178,28650/minutes:1,15/area:-1,-1,1,1" target="_blank">sie gewannen laut Bundesliga.de 60 Prozent der Duelle in dieser Phase</a>.</p>
<p>Nach Ballgewinnen schaltete der Aufsteiger ohne Umschweife von Defensive auf Offensive. Koo, Bellinghausen und Ndjeng machten viel Wirbel, sie brachten mit ihren Läufen die Abwehr durcheinander. Augsburg profitierte zudem davon, dass Obasi und speziell Farfan zunächst kaum nach hinten mitarbeiten. So konnten die Außenverteidiger ungestört den Ball nach vorne spielen, wo Oehrl die Zuspiele behauptete. Im Zusammenspiel mit Koo sorgte er für die erste Chance, Unnerstall parierte in höchster Not. Nur wenige Sekunden später köpfte Langkamp die fällige Ecke zum Führungstreffer ein (6.).</p>
<p>Auch in den folgenden Minuten ließen sie nicht nach. Schalke wirkte in dieser Anfangsphase überrumpelt, ließ jedoch auch eigene Angriffsideen vermissen. Sie taten den Augsburgern den Gefallen, viele Eins-gegen-Eins-Situationen einzugehen – etwas, was dem zweikampforientierten Spiel der Hausherren sehr zugute kommt. Nach dem Gegentor war von einem Aufbäumen nichts zu merken, vielmehr hätte Bellinghausen nach einer frühen Balleroberung das 2:0 erzielen können, verfehlte jedoch (10.).</p>
<p><strong>Augsburgs Dominanz im Mittelfeld</strong></p>
<p>Nach einer fulminanten Anfangsphase zogen sich die Augsburger etwas zurück. Schalke wurde nun der Ballbesitz in der eigenen Hälfte gewährt. Spätestens nun wurden die Vorteile der gegnerorientierten Spielweise deutlich: Im Mittelfeld baute Augsburg eine Eins-gegen-Eins Deckung auf, die Außenstürmer nahmen die Außenverteidiger auf, die zentralen Mittelfeldspieler ihre gegnerischen Pendants. Schalke hatte arge Probleme damit, im Spielaufbau Anspielstationen zu finden. Wenn Matip oder Metzelder das Spiel eröffnen wollten, wurden sie von Oehrl bedrängt, der sie zu einem Pass nach vorne zwingen wollte. Oft funktionierte dies, die enge Manndeckung hinter ihm nahm dann den Zweikampf auf und gewann ihn oft genug. Da Schalke nun jedoch selbst kompakter und tiefer stand und Obasi und Farfan nach ein paar lauten Worten von der Trainerbank besser zurückarbeiteten, kamen die Konter nicht mehr vors Schalker Tor.</p>
<p>In dieser Phase wurde erneut augenscheinlich, wie schwer sich die Favoriten mit dem gegnerorientieren Ansatz der Augsburger tun. Bereits Gladbach, <a href="http://spielverlagerung.de/2012/04/07/bayern-munchen-fc-augsburg-21/" target="_blank">die Bayern</a> und <a href="http://spielverlagerung.de/2012/03/10/fc-augsburg-bv-borussia-dortmund-00/" target="_blank">auch Meister Dortmund</a> taten sich bei ihren Auftritten in der SGL-Arena schwer. Augsburg schafft es, mit den vielen Zweikämpfen und der ständigen Bewachung gegnerischer Schlüsselakteure spielerisch überlegene Mannschaften auf das „eigene Niveau runterzuziehen“.  Kombinationsfußball ist schwer gegen die zweikampfstarke Augsburger Elf. Schalke verhedderte sich ebenso wie zahlreiche Teams zuvor im engmaschigen Mittelfeld ihrer Gegner.</p>
<p><strong>Schalker Probleme und eine mögliche Lösung</strong></p>
<p>Bei den Knappen fehlte über die gesamte erste Halbzeit hinweg die Anbindung zwischen Abwehr und Angriff. Die Mittelfeldspieler waren vollkommen aus dem Spiel genommen. Erschwerend hinzukam, dass Schalke die linke Seite kaum nutzte – kein Wunder, waren hier mit Obasi und Höwedes zwei eher nach innen tendierende Spieler aufgestellt. Die Schalker Angriffsstrategie über die rechte Seite wurde für Augsburg ausrechenbar, Farfan konnte sich kaum in Szene setzen. Schalke verpasste es, über Spielverlagerungen das Zentrum der Augsburger zu umspielen.</p>
<p>Spielerisch ging nichts bei den Königsblauen. Es war daher kein Zufall, dass der Ausgleichstreffer nach einem langen Ball fiel – für Schalke die einzige Möglichkeit, das engmaschige Mittelfeld zu umschiffen. Langkamp tat Huntelaar den Gefallen, einen hohen Ball von Matip zu unterschätzen. Der niederländische Top-Torjäger lässt sich eine solche Möglichkeit nicht entgehen – der unverdiente Ausgleich (38.).</p>
<p>Dass es durchaus andere Wege gibt, eine gegnerorientierte Defensive zu knacken, zeigte Matip Mitte der ersten Halbzeit auf: Als er mit einem Dribbling an seinem direkten Bewacher vorbei ging, hatte er das gesamte Mittelfeld vor sich. Er konnte bis 20 Meter vor dem gegnerischen Tor marschieren, sein Pass kam jedoch nicht an. Solche Vorstöße eines Innenverteidigers gepaart mit Läufen der Mittelfeldspieler zur Öffnung des Zentrums ist eine gute Methode gegen Augsburg: In solchen Situationen sind die manndeckenden Mittelfeldspieler zu weit vom Innenverteidiger entfernt, der den entstehenden Raum ausnutzen kann. Schalke wendete solche vertikalen Läufe jedoch zu selten an. Ein weiterer Grund, warum Augsburg mit der eigenen Taktik so viel Erfolg hatte.</p>
<p><strong>Zweite Halbzeit</strong></p>
<p>Nach der Pause änderte sich das Spiel kaum. Bereits Ende der ersten Halbzeit deutete sich an, dass Raul und Holtby sich durch tiefes Fallen der Augsburger Deckung entziehen wollten. Holtby ging nun im Spielaufbau zwischen die Innenverteidiger, Raul oft auf die Rechtsverteidigerposition. Schalke konnte so zwar mehr Spielfluss in der eigenen Hälfte erreichen, das Grundproblem der fehlenden Anspielstationen im Mittelfeld blieb jedoch. Da Außenverteidiger Uchida etwas weiter aufrückte, blieb sogar etwas mehr Raum für Augsburger Konter. Über die eigene linke Flanke konnten sie zwei große Chancen vorbereiten, allerdings verpassten Oehrl (61.) und Ndjeng  (65.)das Tor.</p>
<p>In der letzten Viertelstunde zogen sich die Hausherren noch weiter zurück, fast bis an den eigenen Sechszehner. Obwohl Luhukay mit Kapplani einen weiteren Stürmer einwechselte, blieb das System nahezu unangetastet – Oehrl ließ sich etwas tiefer fallen, ein 4-1-4-1/4-2-3-1 Mischsystem entstand. Augsburg wurde mit der Zeit eher defensiver denn offensiver. Ob ihre Kräfte am Ende waren oder sie einen Lucky Punch vermeiden wollten, bleibt unklar. Durch das tiefe Stehen wurden Konter aufgrund der höheren Distanz zwischen Ballgewinn und gegnerischem Tor noch schwerer, sie kamen zu keinen Chancen mehr. Schalke schien allerdings auch mit dem Unentschieden zufrieden und ging kein großes Risiko mehr ein. Es blieb beim 1:1.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Kein Sieger, kein Verlierer: Beide Teams haben einen wichtigen Punkt in ihrem jeweiligen Positionskampf gewonnen. Augsburg dürfte den Nichtabstieg bei vier Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz sehr nahe sein, Schalke muss mit zwei Punkten Vorsprung vor Gladbach noch ein wenig stärker zittern. Jedoch verpassten die Knappen es, gegen Augsburgs mannorientierte Verteidigung offensive Lösungsansätze zu präsentierten.</p>
<p>Luhukays Team mausert sich damit erneut zum Favoritenschreck – kaum ein Außenseiter stellt die großen Teams diese Saison so sehr vor Probleme wie die bayrischen Schwaben. Dabei hätten sie einen Sieg sogar verdient gehabt, jedoch verpassten sie es, ihr Chancen- in ein Toreplus umzuwandeln. So müssen sie noch ein oder zwei Spieltage länger um den Ligaverbleib zittern.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8350&amp;md5=8a0caaa98991789af6fe3a1e884b91d8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>FC Barcelona &#8211; Real Madrid 1:2 &#124; Tiefenanalyse</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Apr 2012 01:50:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[In-depth-Analysen]]></category>
		<category><![CDATA[Primera Division]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein weiterer Clásico und ein abermaliges Spektakel. Es war das sechste Aufeinandertreffen in dieser Saison und wohl das wichtigste. Barcelona hatte nach einer geglückten Aufholjagd der letzten Wochen die Möglichkeit auf einen Punkt heranzukommen. Die Gäste aus Madrid hätten mit einem Unentschieden oder gar einem Überraschungssieg im Camp Nou die fast schon sichere Meisterschaft feiern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Ein weiterer Clásico und ein abermaliges Spektakel.<span id="more-8322"></span> Es war das sechste Aufeinandertreffen in dieser Saison und wohl das wichtigste. Barcelona hatte nach einer geglückten Aufholjagd der letzten Wochen die Möglichkeit auf einen Punkt heranzukommen. Die Gäste aus Madrid hätten mit einem Unentschieden oder gar einem Überraschungssieg im Camp Nou die fast schon sichere Meisterschaft feiern dürfen. Allerdings gab es einige Vorzeichen, dass diese Partie nicht an die Duelle des letzten Jahres heranreichen würde. Beide Mannschaften schienen leicht nachzulassen, Barcelona verließ sich zu sehr auf Messi, Real schien einen leichten Abwärtstrend zu verzeichnen. Des Weiteren verloren beide Mannschaften ihre Halbfinalhinspiele in der Champions League. Wie würde die Reaktion aussehen?</p>
<p><strong>So wollte Barcelona spielen</strong></p>
<div id="attachment_8324" class="wp-caption alignleft" style="width: 294px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Barcelona-vs-Real-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-8324  " title="Barcelona vs Real - Grundformationen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Barcelona-vs-Real-Grundformationen.png" alt="" width="284" height="379" /></a><p class="wp-caption-text">Aufstellungen zu Beginn der Partie</p></div>
<p>Dieses Spiel sah eine weitere Abkehr vom 4-3-3 Barcelonas. Das als heilig geltende System wurde in dieser Saison bereits öfters erschüttert, im Spitzenspiel der Primera Division nun ein weiteres Mal. Trotz Alves und Adriano begann man mit einer Dreierkette, in welcher sich nur letzterer wiederfand. Dani Alves lief nämlich auf der Position des rechten Außenstürmers in einem 3-1-3-3 auf. Beim Blick auf die Grafik mag es verwundern, die Spielweise erfordert allerdings diese Zahlenkombination. Obwohl Thiago und Busquets nominell auf einer Höhe spielten, existierten extreme Unterschiede in ihren Positionen. Wie im Hinspiel sollte Busquets in einer Hybridrolle aus Innenverteidiger und defensivem Mittelfeldspieler agieren. Thiago durfte sich hingegen auf der eigentlichen Xavi-Position unter Beweis stellen. Mit dieser Veränderung schob Pep Guardiola seinen älteren Spielmacher Xavi weiter nach vorne und Cesc Fabregas kam aus der Mannschaft. Der ehemalige Kapitän Arsenals spielte seit dem berauschenden Saisonanfang immer schwächer, beim Spiel gegen Chelsea war er ein Schatten seines Selbst.</p>
<p>Allerdings hatte Fabregas‘ Transfer eine sehr wichtige Aufgabe, insbesondere nach der Verletzung David Villas. Fabregas sollte nämlich die Offensive stärken und Messi entlasten. Der Argentinier sollte bei seinen Ausflügen nach hinten in der Rolle der falschen Neun nicht einfach verfolgt werden können, deswegen übernahm Fabregas in einem Wechselspielchen dessen Position vorne. Dieses Mal sollte Xavi diese Aufgabe in einer ähnlichen Art und Weise ausfüllen. Sehr überraschend sah der Zuschauer ihn weit vorne in der gegnerischen Hälfte und für Xavi ungewöhnlich half er nur vereinzelnd im Spielaufbau. Es war sogar so, dass Lionel Messi diese Aufgabe viel öfter übernahm. Noch stärker als sonst ließ er sich in die Tiefe fallen, zog sich sogar bei Ballbesitz zurück und unterstützte das Mittelfeld. Puyol und Adriano machten das Spiel breit, sie agierten neben Mascherano in der Dreierkette.</p>
<p>Damit war das spielgestalterische Duo Barcelonas, Xavi und Iniesta, zerschlagen. Diese beiden galten als die Erfolgsgaranten im zentralen Mittelfeld, dort lief an diesem Abend keiner von ihnen auf. Iniesta spielte auf einer Halbposition im linken Flügel, wo er eine Verbindung zwischen Tello und Adriano herstellen sollte. Seine Aufgabe war es, den Raum im Mittelfeld zu sichern und unter räumlicher Kontrolle zu halten. Seine Stärke, die Ballverarbeitung und präzise Weiterleitung unter Bedrängnis, sollte genutzt werden, um den schnellen Tello einzusetzen. Dieser spielte nämlich auf dem linken Flügel als Pendant Dani Alves‘. Der Brasilianer brachte Breite ins Spiel, der Spanier hatte eine andere Aufgabe.</p>
<p>Für viele Laien mag dieser junge Herr sogar gänzlich unbekannt sein, deswegen werfen wir einen kurzen Blick auf dessen überraschende Nominierung in die Startelf.</p>
<p><strong>Cristian Tello</strong></p>
<p>Die Aufstellung Tellos von Beginn an verwunderte und überraschte viele. Neben dessen Qualitäten stellt sich allerdings auch die Frage nach einem weiteren Wieso. Wieso spielte der junge Außenstürmer genau in diesem Spiel und davor nur selten? Zur Beantwortung dieser Frage muss man an der Oberfläche kratzen. José Mourinho ist bekanntlich <a href="http://spielverlagerung.de/2011/07/29/jose-mourinho-der-mann-mit-den-zwei-gesichtern/">ein Trainer, der seine Gegner sehr genau analysiert</a>. Sein ehemaliger <a href="http://spielverlagerung.de/2011/06/26/andre-villas-boas-vom-fan-zum-trainer/">Co-Trainer André Villas-Boas</a> stellte unter anderem Zusammenschnitte der jeweiligen Gegenspieler zusammen, welche der Mannschaft im Defensivverhalten helfen sollte. Ein weiterer Punkt ist, dass sich Mourinho ebenfalls ungemein detailliert auf die gegnerische Formation vorbereitet.</p>
<p>Somit hatte Tellos Aufstellung beziehungsweise seine Nicht-Aufstellung in den letzten Wochen zahlreiche Gründe. Pep Guardiola wollte den dynamischen Außenstürmer davor bewahren, von Mourinho auseinandergenommen zu werden. Damit wurde es Tello einfacher gemacht, sein Spiel durchzusetzen. Des Weiteren konnte Guardiola seinen Trainerkollegen Mourinho überraschen. Für diesen gab es bei dessen Matchplan nämlich nur wenige wirkliche Alternativen auf dieser Position. Er hätte mit Cuenca rechnen können, der Breite ins Spiel der Katalanen bringt. Der gleiche Gedankengang wäre an Alves anzuwenden. Sanchez auf der Außenposition wäre die dribbelstarke und etwas zentralere Variante gewesen. All dies wären realistische Optionen. Aber Tello? Jener hatte sich zwar in seinen wenigen Einsätzen ungemein effektiv gezeigt, ein Einsatz von Beginn an im Aufeinandertreffen der Giganten war dennoch sehr unerwartet.</p>
<p>Seine Aufstellung sollte allerdings nicht wirklich glücklich enden. Tello hatte zwar ungemein viele Chancen, besonders verglichen mit seinen Mitspielern, er konnte seine Effizienz allerdings nicht beweisen. Mehrmals kam er aus guter Position an den Ball, forcierte seine Stärken jedoch zu sehr. Einige Male wollte er Arbeloa auf einfachste Weise überlaufen, was vermutlich ein weiterer Grund für Tellos Aufstellung war. Der Real-Verteidiger ließ sich jedoch nicht lumpen und drängte Tello meistens zur Auslinie ab. Somit wurden lediglich Tellos Laufwege zu einem Problem der Madrilenen.</p>
<p>Der eigentliche Barcelona-B-Spieler lief ein paar Mal geschickt in die Lücken, am auffälligsten, als ihn Thiago bediente. Ein wundervoller Pass kam präzise in jene Lücke, wo Arbeloa sich von der konstanten Bewegung Tellos hatte überrumpeln lasen. Der Treffer sollte dennoch nicht fallen, ein Ball weit über das Tor sollte aus Barcelonas Sicht exemplarisch für dieses Spiel stehen. Die fundamentalen Fehler wurden allerdings bereits kurz nach Anpfiff gemacht.</p>
<p><strong>Barcelonas Anfangsphase </strong></p>
<p>Es war schon einige Male auffällig, wie sehr Barcelona in den ersten Minuten schwimmt, ob in den CL-Finals gegen Manchester United oder in einigen Spielen der Primera Division, unter anderem <a href="http://spielverlagerung.de/2011/12/11/real-madrid-fc-barcelona-13-eine-in-depth-analyse/">dem Hinspiel des Clásicos</a>. Diesen Aspekt versuchten bereits mehrere Personen zu beleuchten und sowohl Sir Alex Ferguson als auch José Mourinho schienen dies ebenfalls getan zu haben. Beide lassen ihre Mannschaften zu Beginn aggressiv pressen, später geht dies aber zurück. Im Laufe des Spiels kommt Barcelona besser ins Spiel und ein dermaßen hohes Pressing gliche dann einem Suizidversuch. Der Grund ist das Erkennen der gegnerischen Spielweise und ihrer Passmuster. Die Spieler des FC Barcelona registrieren normalerweise sehr schnell, wie genau der Gegner spielen wird und inwiefern sie sich dem anpassen sollten.</p>
<p>Defensiv erkennen sie, welche Spieler besonders gepresst und wo sich die meisten Blauroten in der Nähe positionieren sollten. Gegen Real wäre dies beispielsweise Xabi Alonso und Sergio Ramos, wenn sie aus der Tiefe das Spiel aufbauen, sonst eher Mesut Özil. Bei den Bayern würde ein besonderes Augenmerk auf Badstuber und Schweinsteiger liegen, beim  BVB vermutlich auf Hummels und Gündogan. Das heißt, dass für diese Spieler entweder eine engere Raumdeckung des Kollektivs genutzt wird oder sie davon abgehalten werden, überhaupt den Ball zu erhalten.</p>
<p>Im eigenen Aufbauspiel nehmen sie ebenfalls gewisse Anpassungen vor. Bei einer extrem hohen Spielweise schieben die Katalanen beispielsweise den kollektiven Block etwas zurück, sie bauen das Spiel dann mehr aus der Tiefe auf. Falls sich jedoch Lücken beim Gegner finden, versucht man diese dann umso schneller zu nutzen. Gegen Real suchten sie diese Lücken ebenfalls, sie waren aber auf eine sehr unangenehme Art und Weise vorhanden.</p>
<p><strong>Das fehlende Mittelfeld Reals</strong></p>
<div id="attachment_8325" class="wp-caption alignright" style="width: 294px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Barcelona-vs-Real-kompakte-Mitte.png"><img class=" wp-image-8325  " title="Barcelona vs Real - kompakte Mitte" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Barcelona-vs-Real-kompakte-Mitte.png" alt="" width="284" height="204" /></a><p class="wp-caption-text">eng beieinander, gute Abseitsfalle, hohe Stellung - der risikoreiche Mourinho-Entwurf</p></div>
<p>Diese Lücke fand sich nämlich in einem überaus großen Raum. Hauptsächlich positioniert zwischen der Doppelsechs und den vier offensiven Spielern. Das Offensivquartett spielte auf einer Linie und verschloss die einfachen Passwege. Özil und Benzema taten dies im Zentrum, der ballführende Gegner sollte keine Pässe zu Thiago und Busquets anbringen können. Einer, überraschend oft Thiago, ging dann eine Ebene zurück und half. Damit schoben die beiden zentralen Offensivspieler Reals das gesamte Barcelonaspiel bereits im Aufbau eine Linie tiefer. Di Maria und Ronaldo übernahmen  die beiden Innenverteidiger, um einfache Pässe nach vorne oder diagonal ins Zentrum zu verhindern. Hinter diesen vier Spielern stellte Mourinho die erwartete Doppelsechs auf: Khedira und Xabi Alonso.</p>
<p>Die Doppelsechs spielte allerdings nur ein paar Meter vor der defensiven Viererkette versetzt. Die Viererkette selbst war sehr diszipliniert und agierte auf einer Linie, Barcelona lief überdurchschnittlich oft ins Abseits. Diese Abseitsfalle, gespielt mit einer nahezu perfekten Umsetzung, ermöglichte das hohe Aufrücken dieses Defensivblocks. Die offensiven Vier hatten somit kurze Wege, um hinten aushelfen zu können. Die Abwehrspieler konnten schnelle Pässe nach vorne genauer und einfacher anbringen. Der wichtigste Punkt aber: mit dieser Formation konnte Real sehr unangenehm vorne pressen, ohne sich hinten zu öffnen. Die Linien zwischen Mittelfeld und Abwehr waren dermaßen kompakt, dass sie fast inexistent waren. Lionel Messi tat sich damit sehr schwer, er spielte immer tiefer und hatte kaum Zugriff auf den gegnerischen Strafraum.</p>
<p>Sie versuchten die Räume sehr kompakt zu halten und gemeinsam zu verschieben. Eine enge Viererkette, die sich bei Bedarf weiten kann und dann davor zwei Spieler die Schnittstellen verschließen, ist sogar für Barcelona schwer auszuspielen. Durch die Enge konnte Barcelona zwar in der Mitte des Feldes den Raum kontrollieren, aber selbst wenn man nach dem Ziehharmonikaprinzip spielte, öffneten sich wenige Räume im letzten Spielfelddrittel. Der Ball wurde quer gespielt, die Gastgeber warteten auf eine sich auftuende Lücke. Mit zwei Mann sehr knapp vor der Viererkette und dem Rückwärtspressing di Marias warteten sie aber großteils vergeblich. Di Maria sicherte mit dem defensiv eingestellten Arbeloa die rechte Seite Reals. Auf der gegenüberliegenden Seite setzte José Mourinho seinen Landsmann Coentrao auf Alves an und profitierte von Guardiolas Einschätzung des Brasilianers. Der Trainer Barcelonas hält seinen nominellen Rechtsverteidiger geeignet, die gesamte Außenbahn nahezu im Alleingang zu beackern.</p>
<p>Deswegen spielte zwischen Alves und Puyol kein Verbindungsspieler wie Iniesta auf dem anderen Flügel. Im Normalfall hat Guardiolas Methode allerdings Erfolg, was hauptsächlich an der Raumdeckung und einem anderen System Barcelonas liegt. Der Linksverteidiger der Gegner sichert standardmäßig seine Seite ab und schiebt mit der Viererkette mit. Das sorgt dafür, dass er es mit den Außenstürmern Barcelonas zu tun bekommt. Letzte Saison positionierten sich sowohl Pedro Rodriguez als auch David Villa zwischen Außen- und Innenverteidiger und Messi ließ sich schräg nach rechts fallen. Mit diesem taktischen Mittel konnte Alves dann perfekt in einen leeren Raum stoßen. Die Diagonalbälle Xavis waren ein einfaches Konstrukt mehrerer spielintelligenter Bewegungen und ungemein effektiv. Es brachte Breite ins Spiel sowie ein Allheilmittel in engen Spielen gegen kompakte Mannschaften. Mit dem 3-4-3-System ist Alves jedoch auf sich alleine gestellt.</p>
<p>Real konterte somit, indem sie Coentrao eine klar definierte Aufgabe zuwies. Er sollte ballorientiert mitverschieben und die Hauptprinzipien der Viererkette wie etwa das Linienspiel einhalten. Besonders Augenmerk lag aber nicht am Doppeln von Gegenspieler, an einem offensiven Aufrücken oder sonstigen zusätzlichen Aufgaben. Der Portugiese sollte sich an Alves orientieren und in zur Not in eine enge Manndeckung nehmen. Bis zu einer gewissen Breite konnte er ihn problemlos verfolgen, ab dann hing es von der genauen Position des Balles ab. Da Xavi aber weiter vorne agierte, wurde aus diesen engen Situationen kein spielentscheidender Faktor, Coentrao konnte eine sehr starke Leistung bieten. In den Momenten, wo Puyol mitaufrückte, wurde es gleich etwas gefährlicher – meistens wurde dann von Ronaldo oder Özil geholfen, sogar Benzema wurde bei einer schnellen Rückwärtsbewegung ertappt. Diese drei offensiven Spieler teilten sich also situationsbedingt die Aufgabe der defensiven Unterstützung Coentraos, dem allerdings auch von der Doppelsechs geholfen wurde.</p>
<p>Die Doppelsechs Reals besaß generell sehr wichtige Aufgaben, die wir in den folgenden zwei Absätzen näher besprechen.</p>
<p><strong>Khedira als situationsbedingter Manndecker Iniestas</strong></p>
<p>Halbrechts im defensiven Mittelfeld wurde Khedira aufgeboten. Die einzige Alternative zu ihm dürfte übrigens Pepé gewesen sein. Auf der Bank findet sich kein Spielertyp wie Khedira, der als box-to-box-Spieler der athletischen Sorte bezeichnet werden kann. Sein Wert war in diesem Spiel allerdings nicht in Gold aufzuwiegen. Es war nicht nur sein etwas glücklicher Treffer, der seine Leistung krönte. Vielmehr war es das Ausschalten Iniestas und die allgemein defensiv ansprechende Performance.</p>
<p>Der deutsche Nationalspieler hatte in diesem Spiel nämlich eine besondere Aufgabe. Er sollte sich um Andrés Iniesta kümmern, der von José Mourinho ein weiteres Mal einen Sonderbewacher erhielt. Obwohl der blasse Spanier oftmals im Schatten Messis und Xavis steht, hat er bislang die meisten Manndecker in den Clásicos unter Mourinhos Ägide erhalten. Messi wird zumeist im Kollektiv und mithilfe der Formation aus dem Spiel genommen, bei Xavi ist das Versiegen vertikaler Passwege der Schlüssel zu dessen Ineffektivität. Iniesta wird hingegen mit altmodischen Mitteln bekämpft.</p>
<p>Diese konservative Ausrichtung liegt aber natürlich im Auge des Betrachters. Spätestens nach dem Sieg muss jeder neutrale Fußballfan großes Lob an José Mourinho und Sami Khedira zollen, die eine sehr komplexe defensive Spielweise an diesem Abend zur Perfektion getrieben haben. Zu Beginn des Fußballs spielten Fußballteams komplett in Raumdeckung. Aufgrund besserer Einzelspieler und der Entwicklung des Passspiels entwickelte sich dann die Manndeckung, welche bis in die 70er vorherrschend war. Mit steigender Athletik und taktischer Intelligenz waren es vorrangig die Brasilianer und Niederländer, welche auf höchstem Niveau Ansätze einer modernen Raumdeckung zeigten. Unter Arrigo Sacchi erlebte die Fußballwelt das stark ballorientierte Verschieben im Kollektiv, kurz „Raumverknappung“, woraus das moderne Pressing resultierte.</p>
<p>Khedira schaffte es gegen Iniesta und das Mittelfeld der Katalanen die Ideale beider Deckungsarten zu verbinden. Wenn Iniesta vom Spielgeschehen entfernt war, agierte Khedira „normal“ – er spielte die Raumdeckung im Kollektiv seiner Mannschaft mit. Er verschob zum Ball hin und ließ Iniesta im Raum stehen. Im Normalfall achtete er allerdings, dass er sich nicht zu weit von der Nummer Acht entfernte und ihn in seinem Deckungsschatten stehen ließ. Wenn der FC Barcelona sich jedoch mit seinen Kurzpassstafetten im zweiten Drittel festsetzte, der Raum davor allerdings gesichert war, ging Khedira nahe an Iniesta. Er deckte ihn ab und bedrängte ihn stark in Ballbesitz.</p>
<p>Die Grundidee dahinter war, dass Iniesta der Verbindungsspieler des linken Flügels sowie zwischen Mittelfeld und Angriff ist. Dies geschieht nicht nur mit dem Ball am Fuß, sondern stark ohne ihn. Der spanische Weltmeister öffnet Lücken für Messi, kreuzt dessen Laufweg und zieht Spieler weg, im Idealfall bietet er sich sofort für einen Kurzpass an. Da Khedira in aber unaufhörlich im Auge hatte, konnte er diese Stärken nur selten einsetzen. Lionel Messi musste leidvoll bemerken, wie oft er an einem oder mehreren Spielern vorbeikam, dessen Teamkollegen ihm sich danach jedoch problemlos in den Weg stellen konnten. Iniestas Arbeit fehlte, vom Flügel aus war sie ohnehin seltener als früher geworden. Den Rest übernahm Khedira.</p>
<p>Dies bedeutete allerdings auch, dass sich sein Partner im Mittelfeld alleine bewähren musste – gegen Barcelonas Kapitän Xavi, gegen Weltfußballer Lionel Messi und gegen Jahrhunderttalent Thiago Alcantara. Damit er diese Spieler abdecken konnte, benötigte er viel Unterstützung und die passende Position, um seine Fähigkeiten einzusetzen. Die Rede ist von Xabi Alonso und dessen gefundener Idealposition.</p>
<p><strong>Spielte Xabi in einer defensiven Freirolle?</strong></p>
<p>Der tiefliegende Spielmacher Reals war in den bisherigen Clásicos immer ein großes Fragezeichen. Ist er schnell genug, um defensiv helfen zu können? Ist er im Umschalten schnell genug, um offensiv helfen zu können? In diesem Duell wurden seine vermeintlichen Schwächen perfekt kaschiert, seine Stärken hingegen hervorragend eingesetzt.</p>
<p>Nominell begann er auf der Position des halblinken Mittelfeldspielers. Dies bedeutete, dass er es bei Messis Ausflügen ins Mittelfeld mit dem Argentinier zu tun bekam. Diese Rolle wurde allerdings von Alonso perfekt ausgefüllt. Er ließ sich nicht zu weit nach vorne ziehen, half den Innenverteidigern, welche vertikal übergaben. Sowohl Pepé als auch Ramos schoben teilweise bis mit ins defensive Mittelfeld, von wo aus dann Alonso auf Messis Bewegung achtete. In der Defensive sorgte er dafür, dass die Wege für Messi nicht vorhanden waren. Das Ziel war eine Isolation von Pässen nach vorne und zu Alves. Mit Messi als Dribbler hatten die Verteidiger Reals keine großen Probleme, trotz einiger gelber Karten. Seine Wege wurden von einer Art Sog eingezogen, wenn sich die Mitspieler nicht freiliefen. Xabi Alonso attackierte Messi, oftmals etwas seitlich und wurde dann im weiteren Verlauf des Laufduelles von hinten unterstützt. „La Pulga“ hatte somit einen frontalen Gegenspieler und einen von der Seite, die einzige Möglichkeit war ein Ausweichen nach links, wo Khedira zumeist bereitstand und eine weitere Passoption (Iniesta) sperrte.</p>
<p>Der Weltfußballer des Jahres 2011 reagierte darauf, indem er sich noch tiefer positionierte. Mit mehr Anlauf und einer größeren Übersicht seiner Passoptionen kam er aus dem Mittelfeld, großen Effekt hatte es allerdings nicht. Ein sehr guter Pass auf Xavi, wo Real mit zu viel Mann diesen Sog kreieren wollte, und das Einleiten des Tores sollten die einzigen wirklichen Ausrufezeichen der Nummer Zehn bleiben. Bei ersterem schlug das Defensivverhalten Reals fehl, bei zweiterem war es Sanchez, der frischen Wind brachte. Tello hätte dies eigentlich spielen sollen – Horizontalläufe entlang der gegnerischen Viererkette -, ihm fehlten aber wohl die Ausdauer sowie die Anweisungen Guardiolas dafür. Sanchez beherrscht diese Läufe wie kaum ein Zweiter und leitete seinen eigenen Treffer schließlich selbst mit ein. Eine der wenigen Aktionen Messis, die Alonso aufgrund Barcelonas Bewegung nicht mit seinen Teamkollegen unterbinden konnte.</p>
<p>Die wirkliche Freirolle Alonsos kam aber ohnehin mit seinen Defensivausflügen, wenn Real seine Pressingformation veränderte. Statt dem 4-2-0-4 (überspitzt formuliert) spielten sie nämlich hin und wieder eine andere Formation, die Alonsos Spielintelligenz forderte.</p>
<p><strong>Das Anti-Dreieck </strong></p>
<p>In seltenen Fällen attackierte Real Madrid die gegnerische Abwehr im Aufbauspiel etwas anders. Özil übernahm zumeist das Zentrum, Ronaldo und Benzema machten das Spiel breit. Die andere Variante, mit Özil in der Tiefe und Benzema im Zentrum neben di Maria, existierte auch, war aber weniger praktikabel. Özil hatte im Mittelfeld alleine nur selten Zugriff auf den Gegner, Thiago, Xavi und Co. lassen den Ball dafür zu schnell zirkulieren. In weiterer Folge fehlte auf der rechten Außenbahn ein Mann bei Iniesta, welchen bekanntlich di Maria deckte.</p>
<p>Der Dreiersturm mit Benzema und Ronaldo in einer Halbposition ermöglichte des Weiteren interessante Optionen im Kontern. Falls der Ball nach einem provozierten Pass im Mittelfeld erobert wurde, konnte Özil die beiden vertikal schicken. Wenn nicht Özil den Ball erhielt, so konnte er sich anbieten, während der nichtballführende der beiden anderen nach vorne starten könnte. Ein schneller Doppelpass mit Özil sowie ein langer Ball auf den Sturmpartner waren danach mögliche Optionen für den Ballführenden. Die Dreierkette war ohnehin stark gestreckt, solche Bälle konnten Ronaldo und Benzema somit viel leichter spielen.</p>
<p>Um diese Pässe zu provozieren, spielten diese drei relativ nahe beieinander und bewegten sich fluid. Einer presste auf den Gegner, die anderen beiden sperrten dessen nächsten Passoptionen. Indem sie keinen Druck auf den Ballführenden ausübten, konnten sie sich rein auf ihren Deckungsschatten konzentrieren. Dies machte diese Spielweise effektiver und es wurden Pässe Barcelonas ins Mittelfeld erzwungen. Barcelona hatte allerdings mit Busquets und Thiago, die beide tief agierten, sowie Xavi und Messi weiter vorne als üblich eine ganz andere Ausgangssituation im Zentrum. Der Passempfänger hatte nach dem Anspiel nur wenige Alternativen, die Dreiecksbildung würde in der Defensive liegen. Hier verschoben dann die Spieler Reals sofort etwas in die Breite, wodurch sie die Probleme verschärften.</p>
<p>An diesem Punkt kam Xabi Alonso ins Spiel – beziehungsweise früher. Er musste nämlich entscheiden, ob Barcelona den Pass in die Mitte spielen könnte und wie hoch die Chance auf einen Fehlpass unter Bedrängnis danach wäre. Xabi Alonso hatte die Verantwortung zu antizipieren, ob die Passmeister aus Barcelona ungenau wären oder nicht. Letztlich ist er als „Xavi von Madrid“ wohl sogar der einzige, der solche Absurditäten im Voraus erahnen und den Ballgewinn danach holen sowie gleich verarbeiten kann. Damit Real Madrid allerdings bei nichterfolgtem Ballgewinn Alonsos weiterhin im Spiel blieb und Bälle erobern konnte, bedurfte es einer besonderen Spielweise.</p>
<p><strong>Ein Pressing ohne konventionelle Raumdeckung? </strong></p>
<p>Für viele war es die wichtigste Frage nach dem Spiel, wieso Barcelona verhältnismäßig viele Fehlpässe spielte. Lionel Messi konnte mit 79% ein Zwanzigstel weniger Pässe anbringen, Iniesta lag mit unter 80% sogar deutlich unter seinem Saisonwert von 89,6%. Bei diesen beiden erklärt sich dieser signifikante Absturz durch die besondere Aufmerksamkeit Reals. Im gesamtmannschaftlichen Kontext findet der Analytiker allerdings einige andere Ungewöhnlichkeiten.</p>
<p>Die Katalanen hatten mit über 72% Ballbesitz eine normale Ballbesitzzahl, welche sogar knapp über ihrem Saisondurchschnitt von 69% liegt. Dennoch konnten sie „nur“ 700 Pässe an den Mann bringen, was sich wiederum klar unter ihrem Saisondurchschnitt befindet. Zuhause hat dieser nämlich einen Schnitt von 764. Barcelona spielte allerdings sogar weniger risikoreich als üblich. Zwei Prozent mehr als sonst (nämlich 91%) wurden statistisch als Kurzpässe klassifiziert. Woran machen wir diese Veränderung fest?</p>
<p>Neben dem Pressing Reals, welches mit einer teilweise abwartenden Viererkette vor der gegnerischen Abwehr die Abwehrspieler zu langen Denkpausen zwang, gibt es einige andere Gründe. Der wichtigste dürfte jedoch sein, dass Real mit einem unüblichen Pressing agierte. Normalerweise findet Pressing im Verbund mit der Raumdeckung statt. Die jeweiligen Spieler nähern sich dem Ballführenden und versuchen währenddessen die potenziellen gegnerischen Passempfänger in ihrem Deckungsschatten stehen zu lassen. Dadurch ist jener nicht anspielbar, der ballführende Gegenspieler hat keine Option. Er muss nun entweder einen langen Ball oder ein Dribbling riskieren, letzteres ist sogar bei Erfolg ungemein problematisch. Da sich sämtliche Spieler zum Ball bewegen, gibt es kein wirkliches Entrinnen. Selbst nach dem ersten Haken und ausgespielten Gegner sieht der Ballführende sich einem weiteren Gegner gegenüber.</p>
<p>Das Problem gegen Barcelona bei einer hohen und aggressiven Spielweise ist deren herausragende Fähigkeit im Spiel ohne Ball. Die Mitspieler bieten sich unaufhörlich an, die Kurzpässe sind ungefährlich und können schnell zirkulieren. Das Pressing wird ausgehebelt und Barcelona lässt die andere Mannschaft laufen. In diesem Clásico war Real beispielsweise bereits nach dreißig Minuten einen Kilometer im Kollektiv mehr gelaufen.</p>
<p>Dank ihres besonderen Pressingspiels dennoch weniger als erwartet. Die Spieler, welche mit auf den ballführenden Gegenspieler schoben, deckten ihre Spieler in Manndeckung. Dadurch wurde das Pressing weniger kompakt, aber gegen Barcelona vielleicht wirksamer. Der Passgeber spielte einen seiner Ansicht nach einfachen Ball, Real antizipierte jedoch durchgehend – eine Art geistiges Pressing. Sofort nachdem der Ball gespielt wurde, presste der zuständige Spieler dann auf seinen direkten Gegenspieler. Dieser hatte weniger Zeit, wurde dynamisch bedrängt und fand sich in einer unüblichen Situation wieder. Viele Ballverluste resultierten daraus. Diese Mischung aus Raum- und Manndeckung im Forechecking wirkte sich fatal auf den amtierenden Meister aus.</p>
<p>Deswegen gelang es auch niemandem von Barcelona, das Spiel an sich zu reißen. Thiago konnte zwar von hinten das Spiel organisieren, wo die Katalanen konstant Überzahl hatten, vorne gab es nur vereinzelte sehenswerte Aktionen. Andrés Iniesta hatte Probleme mit seiner Position und Khedira. Lionel Messi ließ sich fallen, fand jedoch selten Anspielstationen für seine Doppelpässe. Barcelona wirkte sichtlich verunsichert und diese Verunsicherung war bei einem ganz besonders auffällig. Nicht, weil er mehr hatte, als seine Mitspieler, sondern weil man es von ihm schlichtweg nie erwartet hätte. In diesem Spiel konnten die Zuschauer im Camp Nou das erste Mal seit vielen Jahren beobachten, wie Xavier Hernández i Creus das Spielfeld nicht dominierte, obwohl er darauf stand.</p>
<p><strong>Ein Genie im falschen Metier </strong></p>
<p>Es war nicht alleine Reals Verdienst, dass der größte Spielgestalter seiner Generation wenig Einfluss nehmen konnte. In einer Riege mit Scholes und Pirlo befindet sich Xavi, seine Konstanz übertrifft diese beiden allerdings. Doch ausgerechnet im Clásico verließ sie ihn; überraschend. Im Gegensatz zu den zwei genannten Altstars ist Xavi übrigens kein tiefliegender Spielmacher. Der Organismus FC Barcelona ermöglicht ihm, dass er 90 Minuten in Ballnähe agieren kann. Überall auf dem Feld. Das Pressing in der gegnerischen Hälfte findet vor ihm statt, die klassische Defensivarbeit können bei 65-80% Ballbesitz zumeist zwei bis vier Spieler hinter ihm ableisten. Dies ermöglicht es dem Genie Xavis Höchstleistungen zu bringen. Mit einem fast schon wissenschaftlichen Ansatz verteilt er Bälle, macht das Spiel breit und sucht Wege tief stehende Abwehrreihen zu knacken. Im letzten Spielfelddrittel rückt er nach vorne und, falls die Situation es erfordert, sucht er den Abschluss oder spielt den tödlichen Pass. Hierbei unterstützt(e) ihn sein kongenialer Partner Andrés Iniesta. Der dritte im Bunde ist jedoch nicht Messi, sondern Busquets. Dieses Trio vereinigt eine ruhige und nüchterne Spielauffassung mit einer romantischen Fußballphilosophie.</p>
<p>Gegen Real wollte Pep Guardiola das Genie Xavis von dessen eigenen Regeln entzweien. Iniesta auf links, Busquets tiefer als sonst, Xavi eine Ebene nach vorne geschoben. All dies entspricht zwar ihren theoretischen Fähigkeiten, die Synergien im Barcelona-Spiel leiden allerdings darunter. Die drei Intellektuellen des Fußballs können ihre telepathischen Fähigkeiten nicht mehr dem Fußballlaien zur Schau stellen, zu entfernt sind sie voneinander. Ganz besonders leidet darunter Xavi, der im Gegensatz zu den beiden anderen immer General und Initiator war, nie Soldat und Unterstützer.</p>
<p>Vorne wechselte er fleißig mit Lionel Messi die Position und beinahe hätte sich die Schändung seiner Spielweise belohnt. Das Schicksal wollte es vermutlich, dass Messis toller Pass nicht von Xavi gekrönt wurde. Dieser hatte die Aufgabe erhalten, sich als eine Art hängender Stürmer zu betätigen und die Räume für Messi zu öffnen. Dieser sollte im Verbund mit Thiago das Spiel organisieren. Beide zeigten übrigens keine schlechte, aber eben keine hervorragende Leistung. Ihre Wachablösung war kein Vergleich zu den früheren Darbietungen Xavis und Iniestas in den Clásicos mit den 6:2- und 5:0-Siegen. Nach gut siebzig Minuten ging Xavi vom Feld. Obwohl er nicht an seine Form anknüpfen konnte, schienen Zuschauer und Kommentator entsetzt, ob eines solchen Frevels.</p>
<p>Fakt ist, dass er seine Aufgabe nicht erfüllte. Aller Romantik zum Trotz gab es absolut verständliche Gründe für diese Entscheidung. Xavi besitzt einmalige Fähigkeiten in der Raumdeutung, er kann geöffnete Löcher blitzschnell erkennen und in diese vorstoßen. Bei der bereits erwähnten 5:0-Gala im ersten Real-Jahr unter Mourinho erzielte er das erste Tor nach genau einem solchen Durchbruch, wo er sich plötzlich alleine vor Iker Casillas wiederfand.</p>
<p>Seine Bewegungen waren da, sie waren richtig, aber nicht entschlossen genug. Der letzte Schuss Dynamik fehlte und die Präsenz, welcher er im Mittelfeld immer zeigte, ging ihm ab. Thiago spielte eine gute Partie, eine Auswechslung wäre kaum vertretbar gewesen. Die Entwicklung junger Spieler ist wichtig und wer weiß, ob Xavi nach erschöpfenden 70 Minuten noch Kraft gehabt hätte. Mit Sanchez kam jemand, der die Position Xavis 1-zu-1 übernehmen konnte, allerdings mit frischem Elan. Ein Doppelsturm mit Messi, wo sich dieser fallen lassen konnte und ihm der Raum geöffnet wurde. Mit Xavi funktionierte dies – all seiner herausragenden Eigenschaften zum Trotz – eben nicht. Eine Minute nach der Auswechslung traf Sanchez, Messi leitete das Tor ein und Tello, ein weiterer Auswechselkandidat, gab die Vorlage dazu.</p>
<p>Der wohl schönste Pass in diesem Spiel kam übrigens ebenfalls nicht von Xavi, sondern von dessen designiertem Nachfolger. Thiago Alcantara, als eine Mischung aus Xavi und Ronaldinho verschrien, zeigte eine gute Leistung und statistisch gesehen (laut whoscored.com) wurde er sogar Spieler des Spiels.</p>
<p><strong>Thiago als neuer Spielmacher? </strong></p>
<p>131 Ballkontakte sind sogar für Xavi hoch (in diesem Spiel wäre er hochgerechnet auf circa 113 gekommen), sein Nachfolger in spe schaffte dies gegen Real Madrid. Mit vier erfolgreichen Tacklings lag er in einer weiteren Statistik auf dem ersten Platz, bei den erfolgreichen Dribblings (ebenfalls vier) musste er nur Lionel Messi den Vortritt hinterlassen. Thiago Alcantara überzeugte durchaus. Er ließ sich in Ballbesitz fallen, tauchte mit Busquets in der Dreierkette auf und machte das Spiel. Im Laufe der Partie wurde er mutiger, ging mit nach vorne und spielte ein paar sehenswerte Pässe im letzten Spielfelddrittel. Einer davon hätte beinahe für die Wende gesorgt. Doch Tello verpasste eine Großchance, was letztlich zu einer schwächeren Bewertung von Thiagos Leistung führte.</p>
<p>Allerdings ist die Überraschung, dass Thiago in diesem Spiel als primärer Spielmacher auftrat, weiterhin groß. Um diese Überraschung etwas zu verringern, sollte der Leser sich in die Rolle Guardiolas hineinversetzen. Ein herausragendes Talent auf der Bank, welches in die erste Mannschaft drängt. Cesc Fabregas, welcher die Erwartungen nach einer tollen Anfangsphase nicht erfüllt, und Lionel Messi, der von Mourinho bereits öfter kaltgestellt wurde. Wäre Sanchez absolut fit gewesen, würde es wohl gar keinen solchen Absatz in meinem Artikel geben. Xavi hätte auf seiner Stammposition gespielt, Sanchez vorne angefangen. Dies war nicht der Fall und Guardiola stellte Xavi aufgrund seiner Fähigkeiten in den Sturm – durchaus zurecht. Thiago bekam seine Chance, spielte gut und sorgte dennoch nicht für den Sieg. Im Nachhinein sind allerlei andere Aufstellungen möglich, zur Verteidigung Peps muss man hierbei von einer logischen sprechen. Der junge Alcantara ist sehr dynamisch und trickreich, kann bei dem erwartet hohen Pressing Reals diesem leichter entgehen. Wenn Real tief gestanden hätte, dann wäre seine Aufstellung als Zusatz zu Xavi ohnehin die richtige gewesen.</p>
<p>In sämtlichen Belangen also die richtige Wahl Guardiolas und im Endeffekt doch die falsche. Ebenso wie seine Wahl mit einer Dreierkette aufzutreten. Es war ein Spiel der Kompromisse, viele knappe Entscheidungen eines Trainers mit vielen Optionen.</p>
<p><strong>Pep Guardiola, Sergio Busquets und die Dreierkette </strong></p>
<div id="attachment_8336" class="wp-caption alignleft" style="width: 292px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Real-vs-Barcelona-Grundformationen-Hinspiel.png"><img class=" wp-image-8336  " title="Real vs Barcelona - Grundformationen - Hinspiel" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Real-vs-Barcelona-Grundformationen-Hinspiel.png" alt="" width="282" height="379" /></a><p class="wp-caption-text">das 3-1-4-2 aus dem Hinspiel</p></div>
<p>Im Hinspiel begannen die Katalanen mit einer Viererkette, was nach anstrengenden zwanzig Minuten und dem 0:1-Rückstand verworfen wurde. Sie stellten auf eine Dreierkette um, vor welcher Busquets absicherte und sich gegebenenfalls zurückfallen ließ. Daraufhin überschlugen sich Taktikmedien, ob Zonalmarking, Jonathan Wilson oder wir von Spielverlagerung. Die herausragende Partie Busquets gegen Özil und seine enorme Spielintelligenz waren am Ende entscheidend beim 3:1-Sieg. Eine Mischung aus Dreier- und Viererkette wirkte wie das Allheilmittel für sämtliche defensiven Probleme. Natürlich benötigt jeder Trainer dazu einen solchen Spieler wie Busquets, wovon es kaum welche gibt. In der Theorie wurde allerdings etwas für unmöglich Gehaltenes endlich möglich.</p>
<p>Bei diesem Spiel wollte Guardiola dieses System ein weiteres Mal ausprobieren. Busquets spielte auf dieser vertikalen Halbposition zwischen Innenverteidiger und Sechser, Thiago übernahm situationsbedingt seine Position auf der Sechs – ein weiterer Grund für dessen Aufstellung. Guardiola wollte seine Schnelligkeit nutzen, um bei Kontern Reals richtig zu stehen, bei Xavi wäre dies etwas schwerer gewesen. Busquets verließ seine Position und rückte nach hinten, darauf waren die Realspieler aber vorbereitet. Benzema und Ronaldo bildeten zumeist ein Pärchen oder spielten sehr breit, das Mittelding gab es seltener. Indem sie ein Pärchen bildeten, konnten sie schneller kombinieren und Özil suchte die Räume, welche nun offen waren. Wenn sie breit agierten, konnte Özil sie anspielen und sie kopierten in gewisser Weise einen Trick Barcelonas. Diese hatten einst Pedro und Villa zwischen Außen- und Innenverteidigern der Opposition gestellt, dadurch wurden Räume in der Mitte für Messi offen oder Pässe für diesen auf einen seiner Sturmpartner.</p>
<p>Özil kopierte dieses Fragment einer falschen Neun und Mourinho ließ seine Elf variabel in der Offensive auftreten. Dies förderte eine höhere Dynamik zutage und sorgte dafür, dass Guardiola die eierlegende Wollmilchsau nicht weiterzüchten konnte. Eine Viererkette, ein Mann mehr im Mittelfeld, mit Mascherano ein gelernter defensiver Mittelfeldspieler als ideale Absicherung in Libero-Manier und höhere Kompaktheit beim Pressing – schlichtweg zu schön, um konstant zu funktionieren.</p>
<p>Ebenso wie Barcelonas zweite eierlegende Wollmilchsau, die an diesem Abend nicht im Takt des Barcelona-Uhrwerks spielte: Lionel Messi. <strong></strong></p>
<p><strong>José Mourinho proudly presents: „How-to-defend against Leo Messi”</strong></p>
<p>An dieser Stelle wollen wir kurz stichpunktartig auflisten, was genau Mourinho alles unternehmen ließ, um Weltfußballer Messi aus dem Spiel zu nehmen.</p>
<ul>
<li><em>Verfolgen mit Übergeben:</em> Ramos schob etwas mit, danach nahm ihn Xabi Alonso in seinen Verantwortungsbereich. Wenn sich Messi so tief fallen ließ, dass er den kompakten Sechserblock zerrissen hätte, wurde er ignoriert. Aus gutem Grund übrigens, wie wir gleich sehen werden.</li>
<li><em>Erzwungene tiefe Stellung, um den Ball zu erhalten:</em> Dadurch dass Messi sich wegen der kompakten Abwehr und hohen Formation Reals in die eigene Hälfte begeben musste, befand er sich sehr weit weg vom Tor. Seine Läufe konnten zwar mehrere Spieler aussteigen lassen, früher oder später wurde er jedoch geblockt. Obwohl er sehr viele Meter mit Ball am Fuß laufen durfte, war er dann meist nicht einmal in Strafraumnähe.</li>
<li><em>Isolation seiner Schlüsselmitspieler:</em> Andrés Iniesta wurde davon abgehalten, ihm Räume zu öffnen und für Kombinationen bereit zu stehen. Alves wurde auf dem Flügel abgedrängt und aus dem Spiel genommen, während Xavi im Niemandsland der kompakten Realabwehr herumirrte.</li>
<li><em>Kein Raum zwischen den Linien:</em>iDiese Zone ist Messis Spezialgebiet. Hier kann er mit kurzen schnellen Bewegungen genug Platz finden, um einen Scorerpunkt zu machen. Ob Schuss von der Strafraumgrenze oder ein Gassenpass, alles ist möglich. Da sich Real ohnehin auf die langen Diagonalbälle Alonsos konzentriert, benötigt man kein wirkliches Mittelfeld. Özil befindet sich in konstanter Bewegung und sucht Lücken, lange Bälle auf Cristiano Ronaldo und Benzema sind wichtig. Real Madrid gewann 65% aller Luftzweikämpfe, 43% aller Angriffe kamen über links und knapp über 28% aller Pässe waren lang und hoch. Bei den Katalanen waren es 6,7%.</li>
<li><em>Unterstützen und gegenseitiges Absichern beim Attackieren: </em>wenn Messi mit dem Ball am Fuß marschierte, wurde er von Alonso und einem Partner in die Mangel genommen. Mit fortschreitender Laufdauer kamen mehr Spieler oder es wurde ein taktisches Foul begangen.</li>
<li><em>Abschneiden von Passwegen, die zu Doppelpässen vor dem Tor führen können und generelles Verhindern von Abschlüssen</em></li>
</ul>
<p>Das Ausschalten Messis mündet letztlich im letzten Punkt dieses Artikels: dem vermeintlichen Niedergang des amtierenden Champions-League-Siegers.</p>
<p><strong>Woran hakt es beim System Barcelona zurzeit?</strong></p>
<p>Zwei Niederlagen in Folge, gegen Chelsea sogar ohne Torerfolg geblieben. Was passt zurzeit nicht? Ist die Zeit Barcelonas an der alleinigen Spitze des Fußballolymps vorbei? <a href="http://www.guardian.co.uk/football/blog/2012/jan/10/three-year-rule-barcelona">Vielen großen Mannschaften ging nach zwei bis drei Jahren die Puste aus</a>. Ob Sacchis Milan, der FC Bayern mit Franz Beckenbauer und Gerd Müller oder Rinus Michels‘ Ajax mit Johan Cruijff, alle hatten sie ein Verfallsdatum. Dieses wollte dem FC Barcelona niemand zuschreiben, da ihre Stars noch recht jung sind und ihre Jugendakademie jährlich neue Talente produziert. Des Weiteren sind die Bedingungen im Umfeld hervorragend.</p>
<p>Auf dem Trainerstuhl sitzt ein sattelfester und hochtalentierter Trainer, der die Philosophie perfekt kennt. Der Verein unterstützt die gesamte Mannschaft, die Region Katalonien steht ohnehin hinter dem Verein. Mit Sandro Rossell und den TV-Verträgen ist es um die Finanzen einigermaßen gut bestellt, zumindest wird daran gearbeitet. Außerdem sind keine einschneidenden Regeländerungen wie das passive Abseits, welches dem Prinzip der aggressiven Raumverknappung abträglich war, sowie das Bosman-Urteil zu erwarten. Letzteres hat beispielsweise das große Ajax-Team Mitte der 90er vor große Probleme gestellt.</p>
<p>Wieso sollten die Blauroten also scheitern? Diese Antwort ist eher eine Frage der Definition als die einer sachlichen Problemanalyse. Ist ein Scheitern die Abkehr von ihrer Philosophie, eine dauernde Erfolglosigkeit oder das Abfallen ihrer Form? Die ersten beiden Antwortmöglichkeiten werden wohl nämlich trotz der aktuellen Minikrise nicht eintreffen. Letzteres dürfte sich mithilfe einer kurzen Analyse oberflächlich erklären lassen.</p>
<p>Der wichtigste Punkt ist, dass sich einige Spieler in dieser Saison verletzt haben oder durch sonstige Probleme eine schwächere Form haben. Der kleine Kader bietet nicht genug Tiefe und am Ende der Saison wirken die Spieler etwas überspielt, sogar Xavi. Pep Guardiola sagte allerdings, dass ein großer Kader sehr viele Probleme mit sich bringe: die jungen Spieler suchen ihre Chance woanders, der Konkurrenzkampf kann zu groß werden und es gibt ohnehin nur eine begrenzte Anzahl von Spielern, welche ins System passen und die Philosophie mittragen. Je mehr Spieler, desto geringer die Wahrscheinlichkeit dafür. Mit weniger Verletzungen sähe die Saison sicherlich etwas positiver aus.</p>
<p>Besonders jene von David Villa wiegt schwer, wo wir zu dem angesprochenen Problem mit Messi kommen. Der Argentinier muss teilweise die gesamte Offensive beziehungsweise den Abschluss alleine schultern. Sanchez ist sein Zuarbeiter, die anderen sind umfunktionierte Mittelfeldspieler (Iniesta, Fabregas) oder gar gelernte Verteidiger (Adriano, Dani Alves). Kein Wunder also, dass Lionel Messi lediglich von Falcao übertroffen wird, was die Anzahl seiner eigenen Tore in Relation zu jener des gesamten Teams betrifft. Bei den Scorerpunkten sieht es noch düsterer aus. Mit David Villa oder früher Samuel Eto’o sah dies anders aus. Diese beiden mögen zwar nicht perfekt mit Messi harmoniert haben, sie trafen allerdings in wichtigen Spielen. Aktuell verschlimmert sich dieser Trend stetig. Die Spiele werden entscheidender, doch Sanchez und Fabregas befinden sich außerhalb ihrer Topform. Tellos Einsatz an diesem Clásico war in gewisser Weise sogar ein Eingeständnis Guardiolas, der die Breite, welche Cuenca gibt, mit der Torgefährlichkeit Sanchez‘ verbinden wollte. Ein weiterer Kompromiss, der schiefging.</p>
<p>Die vielen Spiele und das mediale Augenmerk nehmen letztlich den letzten Überraschungseffekt aus dieser Barcelonamannschaft. Die Gegner passen sich immer mehr und besser an, ob Valencia mit Emery oder Bielsa mit Bilbao – die Vereine merken langsam, dass sich eine höhere Formation und mehr Aggressivität durchaus bewähren können. Real hatte in den Copa-Spielen dank dieser Herangehensweise ebenfalls gut gespielt, dieses Mal konnten sie das Spiel sogar für sich entscheiden. Ob Pep Guardiola sich nach der Dreierkette ein weiteres Mal neu erfinden wird? Oder ist die Perfektionierung dieser Formation, verbunden mit mehr Verletzungsglück und einem Fabregas in Form die Antwort auf das Rätsel? Aktuell scheint noch José Mourinho die Nase vorne zu haben…</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8322&amp;md5=567211e88aaf02823c6f524358814713" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Arsenal FC &#8211; Chelsea FC 0:0</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Apr 2012 23:02:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Premier League]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein unzusammenhängendes und unentschlossenes Arsenal sowie ein defensivstarkes Chelsea mit guter Organisation sorgen für ein leicht enttäuschendes 0:0 im Londoner Derby. Nach dem sensationellen 1:0-Heimsieg in der Champions League gegen Barcelona stand nun nicht nur für Barcelona, sondern auch für Chelsea ein Derby an. Im Gegensatz zu den Katalanen konnte Chelseas Trainer Roberto di Matteo [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Ein unzusammenhängendes und unentschlossenes Arsenal sowie ein defensivstarkes Chelsea mit guter Organisation sorgen für ein leicht enttäuschendes 0:0 im Londoner Derby.<span id="more-8317"></span></p>
<div id="attachment_8319" class="wp-caption alignleft" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/arsenal-chelsea.png"><img class=" wp-image-8319" title="arsenal-chelsea" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/arsenal-chelsea.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen 1. Halbzeit</p></div>
<p>Nach dem <a href="http://spielverlagerung.de/2012/04/19/chelsea-fc-fc-barcelona-10/" target="_blank">sensationellen 1:0-Heimsieg in der Champions League gegen Barcelona</a> stand nun nicht nur für Barcelona, sondern auch für Chelsea ein Derby an. Im Gegensatz zu den Katalanen konnte Chelseas Trainer Roberto di Matteo allerdings einige Spieler schonen – nur Cech, Terry und Cahill verblieben aus der siegreichen Mannschaft vom Mittwoch.</p>
<p><strong>Unzusammenhängendes und unentschlossenes Arsenal ohne Zugriff aufs Mittelfeld</strong></p>
<p>Wie auch schon das kürzliche Heimspiel Arsenals gegen Manchester City kam diese Partie sehr schwer in Gang, was besonders daran lag, dass Chelseas Hauptaugenmerk ähnlich der Ausrichtung gegen Barcelona stark auf einer sicheren Defensive lag. Dafür reihte man sich in einem kompakten 4-1-4-1 auf, stand mit den Linien eng zusammen und überließ Arsenal dafür das Leder.</p>
<p>Im Vergleich mit der <a href="http://spielverlagerung.de/2012/04/09/arsenal-fc-manchester-city-10/" target="_blank">Partie gegen Manchester City</a> war das Problem für Arsenal aber nun genau ins Gegenteil verkehrt – gegen die Citizens hatte man in den großen Räumen zu schnell gespielt, gegen Chelsea, das viel weniger Raum anbot, spielte man nun zu langsam und nahm nicht genug Tempo auf. Meistens waren es zwei der zentralen Mittelfeldspieler, die sich hinter der vorderen Viererreihe Chelseas anbieten wollten, doch war zum einen hier enorm wenig Raum vorhanden und zum anderen stellte Chelsea die Passwege gut zu und zeigte auch ein starkes Verschieben.</p>
<p>Folglich war das Mittelfeld auch durch den zurückfallenden van Persie zu eng, wobei man sowieso kaum dort hineinspielen konnte. Hierbei fehlte es auch trotz des abermals gelegentlich gar glänzenden Song an einem spielmachenden und vor allem strukturierenden Akteur ohne Arteta, dessen Aufgabe Ramsey nicht übernehmen konnte – in manchen Belangen agierte der Waliser gut, doch er war nicht bestimmend genug und verlor zu oft den Ball sowie die Verbindung zu Song, der unter eben dieser gebrochenen Verbindung zu seinem Mittelfeldkollegen litt. Dadurch, dass sich die Mittelfeldspieler oftmals sehr weit nach vorne orientierten, schoben abwechselnd die Innenverteidiger mit vor, um diese spielmachende Aufgabe zu übernehmen. Diese rückten dann auf, wollten aber gerade deshalb scheinbar keinen riskanten Pass spielen – aus Respekt vor Chelseas Kontern und ihrer Effektivität, die man gegen Barcelona so eindrucksvoll gezeigt hatte.</p>
<p>Weil Arsenal nicht in das enge Mittelfeld hineinfand, mussten sie somit immer wieder über die Flügel aufbauen, doch der jeweilige Außenverteidiger sah sich einer stark verschiebenden gegnerischen Defensivreihe gegenüber und hatte zu oft nur seinen Außenspieler vor ihm, den er vertikal an der Linie anspielen konnte. Doch dies war zu wenig gegen Chelsea, die schon gegen Barca an den Seiten mit ihrer Fünferreihe gut gedeckt hatten.</p>
<p><strong>Chelseas Angriffsspiel und Auswechslungen</strong></p>
<p>Gerade zu Spielbeginn schien die sehr defensive Ausrichtung der Gäste etwas verwunderlich, schließlich waren sie es doch, die als Sechster einen Rückstand aufholen müssen, um noch in die Champions League-Ränge zu gelangen. Immer mal wieder gab es allerdings auch Phasen, in denen man etwas aktiver war, wobei man stark über die linke Seite angriff, wo Malouda als halblinker Achter agierte und mit viel Drang nach vorne seine Mannschaft immer wieder vortrieb.</p>
<p>Interessant war, dass man durch den zurückfallenden Sechser Oriol Romeu – wenig überraschend ein Spanier aus der Barca-Schule – eine temporäre Dreierkette bildete, während die Außenverteidiger aufrückten. Daraus resultierten durchaus viele Flanken, doch insgesamt fehlte es an Abstimmung und Durchschlagskraft – auch wenn Torres sehr viel und sehr gut für das Team arbeitete, so war er doch kaum torgefährlich. Zwar war Arsenal durchaus anfällig im zentralen Mittelfeld, wo besagte passende Struktur fehlte und Song zu oft alleine arbeiten musste, doch konnte dies von Chelsea nicht genutzt werden oder Arsenals starke Innenverteidiger bereinigten die Schwächen, die es vor ihnen gab. Bezieht man auch noch die bereits geschilderte Offensivleistung der Gastgeber in die Betrachtung ein, wird schnell klar, wieso es im ersten Viertel des Spiels überhaupt gar keinen Abschlussversuch gab und nach Spielschluss durchschnittlich fast die Hälfte aller Schüsse aus Standardsituationen resultierten.</p>
<p>In der Phase unmittelbar nach dem Seitenwechsel waren die Blues am stärksten und konnten auch die Spielkontrolle an sich reißen. Indem Sturiddge neben Torres bzw. zum Nutzen der von jenem geschaffenen Räume um ihn herum ins Sturmzentrum rückte und Malouda zusammen mit Kalou die Außenpositionen besetzte, entstand eine Art 4-4-2/4-2-3-1, mit welchem man mehr Druck entwickeln wollte. Allerdings ging beispielsweise bei den Angriffen über die rechte Seite Kalou sehr stark in die Mitte, bewegte sich allerdings auch zu weit vorne, so dass Bosingwa gelegentlich von Essien unterstützt wurde, aber oft nur flanken konnte. Insgesamt bewegte man sich mit den Offensivspielern zu weit vorne und konnte keine ausreichende Staffelung für ein Kombinationsspiel erzielen.</p>
<p>Durch die Systemumstellung Chelseas öffnete sich das Spiel als solches ein klein wenig, was Arsenal zunächst nicht nutzen konnte, doch nach der Einwechslung Diabys wirkte das Mittelfeld nicht nur defensiv stabiler, sondern auch im Vorwärtsgang besser aufgeteilt. Ein Tor fiel am Ende korrekterweise allerdings auf keiner Seite mehr.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Alles in allem war es kein wirklich überzeugendes Spiel. Während die Gäste in Anbetracht der Ausgangslage zu konservativ an die Sachen herangingen, gelang es den Hausherren gegen einen sehr gut organisierten Gegner nie, genug Struktur und Bezüge innerhalb ihrer Formation aufzubauen, um dessen Defensive zu überwinden. Besonders das Mittelfeldzentrum war für die Gunners dicht, auch über die stark bespielten Außen konnte man sich ebenso nur sehr wenig in Szene setzen. In der Defensive hatte man im Mittelfeld ebenso einige Probleme, welche allerdings von einer starken Innenverteidigung (Koscielny) wett gemacht und außerdem von Chelsea nicht konsequent ausgenutzt werden konnten.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8317&amp;md5=fbdfe7933a5bb8df2e09df7da4a664c1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>1. FC Nürnberg &#8211; Hamburger SV 1:1</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Apr 2012 16:01:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TE</dc:creator>
				<category><![CDATA[1. FC Nürnberg]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburger SV]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem eher schwachen Spiel trennen sich der 1. FC Nürnberg und der Hamburger SV mit 1:1. Hecking wird am Ende nicht für das höhere Risiko belohnt. Die einen haben es bereits geschafft, die anderen wollten heute das große Ziel erreichen: Nachdem der 1. FC Nürnberg letzte Woche die Klasse sicherte, wollten die Hamburger mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/nürnberg-hsv-.png"><img class=" wp-image-8310 alignleft" title="nürnberg hsv" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/nürnberg-hsv-.png" alt="" width="310" height="431" /></a>In einem eher schwachen Spiel trennen sich der 1. FC Nürnberg und der Hamburger SV mit 1:1. Hecking wird am Ende nicht für das höhere Risiko belohnt. <span id="more-8309"></span></p>
<p>Die einen haben es bereits geschafft, die anderen wollten heute das große Ziel erreichen: Nachdem der 1. FC Nürnberg letzte Woche die Klasse sicherte, wollten die Hamburger mit einem Sieg gegen die Franken jenen Nichtabstieg besiegeln. Dafür wich HSV-Coach Fink (<a href="http://spielverlagerung.de/2012/04/15/hamburger-sv-hannover-96-10/">erneut</a>) von <a href="http://spielverlagerung.de/2012/03/21/der-hamburger-sv-unter-thorsten-fink/">seiner Grundphilosophie</a> ab: Die beiden Sechser ließen sich nicht zwischen die Verteidiger fallen, auch die Außenverteidiger hielten ihre Position relativ starr. Statt Ballkontrolle forcierte Finks Team ein Konterspiel mithilfe von langen Bällen hinter die gegnerische Abwehr. Die Bundesliga.de Matrix zeigt, dass <a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130422&amp;reiter=b&amp;tag=32&amp;reiter=g&amp;bmi=130422#/match:130422/filter:pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:18312,32312/minutes:1,90/area:-1,-1,1,1">die HSV-Innenverteidiger viele hohe Bälle nach vorne spielten</a>.</p>
<p><strong>Nürnberg kontrolliert das Spiel</strong></p>
<p>Da sich der HSV teils mit neun Feldspielern im eigenen Drittel verschanzte, konnten die Nürnberger zunächst Ball und Gegner laufen lassen. Sie agierten von Beginn weg mit einem asymmetrischen System: Die Mittelfeldspieler tendierten allesamt stark zur rechten Seite, einen echten Linksaußen gab es nicht. Ab und an füllte Pinola diese Lücke, Simons ließ sich dafür auf die Linksverteidigerposition fallen. Grundsätzlich liefen jedoch ohnehin fast alle Angriffe über die rechte Flanke (statistisch knapp unter 50% <a href="http://www.whoscored.com/Matches/510146/MatchReport/Germany-Bundesliga-2011-2012-Nurnberg-Hamburger-SV">laut Whoscored.com</a>), so dass dieses Loch auf der linken Seite kaum ins Gewicht fiel. Anscheinend wollte Hecking das Loch hinter Jansen ausnutzen, das in den letzten Spielen durch dessen offensive Spielweise entstand.</p>
<p>In der ersten Halbzeit ergaben sich daher praktisch zwei Angriffsstrategien: Nürnberg kam mit Flanken von der linken Seite, Hamburg mit hohen Bällen hinter die Abwehr. Auf diese Weise entstanden die meisten Tormöglichkeiten. Ausnahmen dieser Regel gab es nur durch das starke Nürnberger Pressing: Zwei Spieler rückten aus der Mittelfeldreihe hervor, so dass ein 4-3-3 entstand. Hierdurch sollte wahrscheinlich ein Eins-gegen-Eins Pressing entstehen – Hecking spekulierte evtl darauf, dass Fink erneut mit einem abkippenden Sechser und dadurch einer Dreierkette im Spielaufbau agiert. Obwohl Fink dies ausdrücklich nicht tat und die Hamburger theoretisch immer einen anspielbaren Abwehrspieler im Aufbauspiel hatten, gelangen dem 1. FCN einige Ballgewinne in der gegnerischen Hälfte. Die größte Chance der ersten Halbzeit entstand durch einen Ballgewinn nach Pressing, Pekhart verfehlte jedoch aus spitzem Winkel (25.).</p>
<p>Abseits der drei, vier Möglichkeiten war es ein eher schwaches Spiel. Die Passgenauigkeit beider Teams ließ arg zu wünschen übrig, Überladungen auf den Flanken brachten zu selten spielerischen Gewinn. Von den 19 Flanken in der Partie kamen gerade einmal drei an – und das, obwohl beide Teams 80% ihrer Angriffe über die Flügel fuhren.</p>
<p><strong>Zweite Halbzeit führt erste fort</strong></p>
<p>Auch nach der Pause änderte sich nichts Grundlegendes am Spiel. Vielmehr waren beide Tore Produkt der Angriffsstrategien beider Teams, die bereits in Halbzeit eins zu erkennen waren: Der Hamburger Führungstreffer entstand nach einem langen Ball auf die linke Flanke, in der Jansen im Rücken des aufgerückten Chandlers den Ball erreichte. Über den Umweg Son fand dieser Angriff das Tor (59.). Der Ausgleichstreffer der Nürnberger fiel nach einer Flanke aus dem Halbfeld von der von Hecking fokussierten rechten Seite. Obwohl Jansen nach der Pause sehr gewissenhaft nach hinten arbeitete, ließ er Simons einmal alleine. Didavi nutzte die fehlende Abstimmung der Hamburger Innenverteidigung aus (64.).</p>
<p>Nach dem Ausgleich waren es seltsamerweise die Nürnberger, die auf den Siegtreffer drängten – und das, obwohl der HSV zu diesem Zeitpunkt mit einem Dreier den Nichtabstieg hätte perfekt machen können. Es war jedoch Hecking, der mit Feulner, Bunjaku und Hegeler drei frische Offensivkräfte brachte. Es war nun ein eindeutiges 4-1-4-1 zu erkennen: Die eingewechselten Spieler inkl. Didavi bildeten eine flexible Mittelfeldreihe, dahinter agierte Simons. Die vordere Linie agierte dabei sehr hoch, es entstanden große Abstände zwischen der Abwehr und dem Angriff. Hieraus entstanden zwei gute Kontergelegenheiten des HSVs, die dieser jedoch blindlings liegen ließ – schnelle Gegenstöße sind diese Saison nicht ihre Stärke.</p>
<p>Trotz der numerisch hohen Zahl an Akteuren in der gegnerischen Hälfte konnte Nürnberg keinen starken Druck entfachen. Zum einen hing dies mit der relativ starken Hamburger Defensive zusammen – alle Akteure postierten sich stets hinter dem Ball, das Team verteidigte äußerst raumorientiert und ließ keine Lücken offen. Zum anderen fehlte bei den Nürnbergern Passgenauigkeit sowie die entscheidende Idee. Didavi, in den letzten Spielen Herz der Mannschaft, fehlten trotz solider Leistung die genialen Aktionen, die eine Defensive auseinanderreißen. Zudem postierten sich oft zu viele Spieler in der Tiefe, es fehlte bei den Offensivkombinationen an Staffelung. Trotz Heckings mutiger Taktik blieb es beim 1:1.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>72,95% (Nürnberg) gegen 68,6% (HSV) Passgenauigkeit – manchmal reicht eine Statistik aus, um das Niveau der Partie wiederzugeben. Den Nürnbergern war wenigstens ein offensives Bemühen anzumerken. Trotz des bereits vor der Partie gesicherten Nichtabstieges versuchten sie zeitweise, hohen Druck auf die gegnerischen Verteidiger auszuüben. Sie scheiterten jedoch an ihrer schwachen Passquote im letzten Drittel sowie der zu hohen Fokussierung auf die rechte Seite.</p>
<p>Der HSV trug mit seiner defensiven Grundeinstellung wenig bis gar nichts zum Spiel bei. Außer einigen hohen Bällen und vielen gewonnenen Defensivzweikämpfen gibt es nichts Positives über ihr Spiel zu berichten. Trotz der eher schwachen Leistung haben die Hansestädter mit fünf Punkten Vorsprung bei zwei ausstehenden Partien den Klassenerhalt praktisch in der Tasche. Es hat also schon schlimmere Nachmittage für HSV-Fans in dieser Saison gegeben &#8211; auch wenn dieses Spiel garantiert nicht in die Hall of Fame einzieht.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8309&amp;md5=9083b757aabe437492cc245b242e520a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Sporting &#8211; Athletic Bilbao 2:1</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2012/04/20/sporting-athletic-bilbao-21/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 21:14:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Europa League]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein verdienter Sieg dank einer Energieleistung – Sporting schlägt Athletic Bilbao praktisch mit den eigenen taktischen Waffen. Nachdem Bilbao durch einen Treffer nach einem Freistoß in Führung gegangen war (54.), konnten die Hausherren das Spiel durch einen Doppelschlag durch Insúa (76.) und Diego Capel noch drehen (80.). Wechselwirkung der Formationen Die taktisch sehr interessanten Gäste, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Ein verdienter Sieg dank einer Energieleistung – Sporting schlägt Athletic Bilbao praktisch mit den eigenen taktischen Waffen.<span id="more-8300"></span></p>
<p>Nachdem Bilbao durch einen Treffer nach einem Freistoß in Führung gegangen war (54.), konnten die Hausherren das Spiel durch einen Doppelschlag durch Insúa (76.) und Diego Capel noch drehen (80.).</p>
<p><strong>Wechselwirkung der Formationen</strong></p>
<div id="attachment_8304" class="wp-caption alignleft" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/sporting-2-1-bilbao1.png"><img class=" wp-image-8304" title="sporting 2-1 bilbao" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/sporting-2-1-bilbao1.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen</p></div>
<p>Die <a href="http://spielverlagerung.de/2012/03/15/athletic-bilbao-unter-marcelo-bielsa/" target="_blank">taktisch sehr interessanten Gäste</a>, deren System viele deutsche Zuschauer spätestens in den <a href="http://spielverlagerung.de/2012/03/30/fc-schalke-04-athletic-bilbao-24/" target="_blank">Duellen mit Schalke</a> bestaunen durften, traten erneut in ihrer typischen Grundformation an, wobei Borja Ekiza in der Innenverteidigung für den fehlenden Javi Martínez spielte. Sein Partner war erneut Amorebieta, der mit einer starken Partie überzeugen konnte.</p>
<p>Auffällig war bei den Basken erneut ihr typisches Muster im Spielaufbau – die beiden Außenverteidiger Iraola (rechts) und Aurtenetxe (links) rückten enorm weit und teilweise gar zu weit auf, während Iturraspe sich als Sechser fallen ließ und zwischen der Position als drittem Innenverteidiger und dem zentralen Mittelfeld pendelte. Doch ergaben sich hieraus gewisse Probleme, denn zum einen konnten die Außenverteidiger durch das weite Vorschieben gelegentlich nicht mehr angespielt werden und zum anderen fehlte eine weitere Option im Mittelfeld, da Iturraspe auch gut von den beiden Spitzen im defensiven 4-4-2 Sportings verteidigt wurde. Neben van Wolfswinkel – der platt gesagt viel trifft, aber auch viel nicht trifft – war dies diesmal im nominell offensiven Mittelfeld der junge und wendige André Martins, der nicht nur defensiv zu gefallen wusste. Gerade im Spiel nach vorne ließ er seine Klasse in Form von dynamischen Aktionen mehrfach aufblitzen und sollte zusammen mit den beiden Außenspielern für Kreativität zwischen den Linien sorgen. Marat Izmailov und Diego Capel sind die Stammbesetzung für die Außenbahnen, doch besonders die Tatsache, dass beide auf beiden Flügeln agieren können, ist sehr spannend: Vor eineinhalb Wochen im Stadtderby gegen Benfica wurden sie klassisch, diesmal wurden die beiden invers aufgestellt, womit man den offenen Raum im Mittelfeld zwischen dem tiefen Iturraspe und den offensiven Achtern attackieren wollte.</p>
<p>Diese beiden Achter im Mittelfeld waren wie gewohnt Oscar de Marcos und Ander Herrera, wobei diesmal de Marcos auch nach hinten deutlich vertikaler agierte und nicht konstant mit seinen gefährlichen Läufen zum Tor auffiel, was sicherlich daran lag, dass man kaum Anspielstationen fand. Diese zwei zentralen Spieler sollten von den dribbelstarken und nach innen kommenden Außenstürmern Susaeta und Muniain unterstützt werden, doch weder der von einigen englischen Klubs umworbene Rechtsaußen noch der hochtalentierte Muniain konnten ein gutes Spiel zeigen und blieben diesmal unter ihren Möglichkeiten. Gleiches galt im Sturmzentrum über den großgewachsenen, aber normalerweise nicht darauf zu beschränkenden Fernando Llorente.</p>
<p>All dies lag stark auch an ihren jeweiligen Gegenspielern – normalerweise ist es das System von Bilbaos Trainer Marcelo Bielsa mit einer stark mannorientierten Zuordnung in der Defensive zu spielen und zu pressen, doch diesmal drehte Sportings Trainer Ricardo Sá Pinto den Spieß um und verteidigte gegen die Basken mit ihren eigenen Mitteln. Gegen die beiden starken Innenverteidiger war Llorente abgemeldet, während Joao Pereira und Emiliano Insúa als Außenverteidiger einmal mehr beeindruckende Leistungen zeigten und ihre Gegenspieler dominierten. Ebenso hatten im zentralen Mittelfeld de Marcos und Ander große Probleme mit der sehr engen Deckung durch Schaars und Carrico, so dass sie sich kaum einmal in Ruhe ins Spiel einbringen konnten.</p>
<div id="attachment_8305" class="wp-caption alignright" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/sporting-1-0-benfica.png"><img class=" wp-image-8305" title="sporting 1-0 benfica" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/sporting-1-0-benfica.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Sporting - Benfica 1:0 (09.04.2012)</p></div>
<p>In gewisser Weise wies diese Partie einige Parallelen mit dem bereits angesprochenen Lissabon-Derby auf: Auch Benfica baute oftmals mit dem zurückfallenden Javi Garcia aus einer Dreierkette heraus auf, während man davor im Mittelfeld zwar sehr fluid zu spielen versuchte, doch Sporting sowohl die im Aufbau entstehende Dreierreihe als auch dieses Spiel sehr gut kontern konnte. Als zentraler Mittelfeldspieler hatte Witsel in jener Partie sehr viele vertikale Läufe gemacht, während auf den Außenbahnen Rodrigo eine lose Mischung aus Außenbahnspieler und hängender Spitze gegeben und <a href="http://spielverlagerung.de/2012/04/06/chelsea-fc-s-l-benfica-21/" target="_blank">Gaítan auf der linken Seite sein typisch vielseitiges und driftendes Positionsspiel gezeigt hatte</a>. Vollendet wurde Benficas Ausrichtung durch Bruno Cesar als Falscher Zehner, der immer wieder auf die Flügel rochierte.</p>
<p>So wie Sporting jenen Gegner mit einem sehr aggressiven Mittelfeld und Pressing-Fallen in bestimmten Situationen gekontert hatte, war auch hier wieder die giftige Ausrichtung des Mittelfelds ein entscheidender Faktor, mit welchem man der enorm physisch starken Mannschaft Bilbaos entgegen treten konnte – etwas, das aufgrund deren Spielstärke oftmals vergessen wird, nicht aber von Sporting. Selbst die Tatsache, dass der enorm giftige Elias nicht spielte, der gegen Benfica für viele Ballgewinne gesorgt hatte, wurde durch eine enorm starke Leistung des etwas statischeren gelernten Innenverteidigers Carrico aufgefangen.</p>
<p>In der Offensive wollten die Portugiesen die angesprochenen Räume im Mittelfeld ausnutzen, wobei van Wolfswinkel mit einigen guten Läufe auf die Seiten die Innenverteidigung auseinanderzog, während die Außenverteidiger eine ganz besondere Rolle hatten. Sie wurden aufgrund ihres sehr offensiven Naturells oftmals in die Konter einbezogen, was zwar riskant war, aber für Breite und zusätzliche Power sorgte – letztlich sollte es sich auszahlen.</p>
<p><strong>Sportings Vorteile bei zweiten Bällen und Auswechslungen</strong></p>
<p>Aufgrund der Tatsache, dass Bilbao im Spielaufbau die Anspielstationen fehlten und ein zu großes Loch zwischen der Dreierkette und den offensiven Spielern klaffte, wollte man dies meistens durch lange Bälle auf Llorente überbrücken. Auch Sporting spielte im Aufbau sehr viele weite, hohe Pässe, um das bekannt intensive und aufwändige Pressing ihrer Gegner zu umgehen – ein weiterer Punkt, wieso das Spiel teilweise derart zerfahren, unkontrolliert und hektisch-wild wirkte, was sich im Lauf der zweiten Halbzeit und gerade nach dem 0:1 durch beiderseits verstärktes Pressing noch weiter öffnete.</p>
<p>Doch die jeweiligen zentralen Mittelstürmer konnten sich meistens nicht entscheidend durchsetzen – gerade Llorente war bei der Innenverteidigung Sportings (überraschend) gut aufgehoben. Somit fiel natürlich der Verwertung der zweiten Bälle eine erhöhte Bedeutung zu – und hier war Sporting stärker.</p>
<p>In der Defensive ließen sich die beiden Sechser sehr intelligent fallen und setzten sich rechtzeitig nach hinten ab, wenn sie sahen, dass ein weiter Ball gespielt werden würde. Auf diese Weise sammelte man die meisten Abpraller auf. Umgekehrt postierte man sich bei eigenen weiten Pässen sehr weit vorne und nah an den potentiellen „ersten Abnehmern“, wobei auch die Außenspieler sinnvoll ein- oder – wie die Außenverteidiger – aufrückten.</p>
<p>Ebenfalls wichtig waren die Auswechslungen Sá Pintos, der zunächst mit Carrillo einen Stürmer für Carrico und unmittelbar nach dem Ausgleich mit Rubio einen weiteren Angreifer für André Martins brachte. Durch den ersten Wechsel rückte André Martins ins zentrale Mittelfeld und interpretierte seine Rolle sehr offensiv, während Izmailov ins Zentrum wechselte,  ein Pärchen mit Diego Capel bilden und die rechte Seite überladen sollte, was auch beim Treffer exemplarisch funktionierte. Im Strafraum lauerte Carillo als Mischung aus Linksaußen und zentralem Stürmer, während der Torschütze Insúa mit enorm offensiven und geradlinigen Sprints die etwas verwaiste linke Seite füllen durfte.</p>
<p>Nach dem Treffer rückte dann gar Izmailov ins zentrale Mittelfeld, während Rubio als gelernter Stürmer etwas zurückhängend agierte. Dabei war es letztlich sein taktisch kluger Lauf ohne Ball, der Diego Capel die Schussbahn zum Sieg eröffnete.</p>
<p>Anschließend hatte man sogar noch sehr gute Chancen auf ein mögliches 3:1 – Athletic wurde nun in einem sich immer weiter öffnenden Spiel überrannt und hatte Glück, sich nicht noch ein weiteres Gegentor eingefangen zu haben.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Ein verdienter Sieg für Sporting, die erkannten, dass man Bilbao sehr gut mit ihren eigenen Waffen schlagen kann – einer stark mannorientierten Deckung, einem sehr kampfstarken und physisch ausgelegten Kampf im Mittelfeld, der dort immer wieder Löcher riss, Athletic die Spielkontrolle erschwerte und stattdessen für Tempo sorgte, und offensiven Außenverteidigern. Hinzu kamen die leichten Vorteile bei zweiten Bällen und Auswechslungen als letzte Zutaten. Vor dem Rückspiel steht das Spiel auf Messers Schneide und auch wenn Athletic Bilbao weiterhin der Favorit sein dürfte, so ist Sporting doch eine Mannschaft, die zum Besiegen der Basken durchaus passend ist und ihnen somit sehr gefährlich werden kann.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8300&amp;md5=9a5197509aab85f3ab5addb812197c30" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Chelsea FC &#8211; FC Barcelona 1:0</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Apr 2012 13:22:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>PP</dc:creator>
				<category><![CDATA[Champions League]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine überraschende Niederlage für Barcelona. Chelsea siegt dank einem interessanten 4-5-1, einem starken Drogba und Barcas Abschlussschwäche. Chelsea lief im flachen 4-5-1 auf, in dem Drogba die einzige Spitze bildete. Im zentralen Mittelfeld formierte di Matteo eine Dreierreihe, die sich zusammen mit der hohen Abwehrlinie als bestimmendes Element des Spiels herausstellen sollte, bestehend aus Mereiles, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Eine überraschende Niederlage für Barcelona. Chelsea siegt dank einem interessanten 4-5-1, einem starken Drogba und Barcas Abschlussschwäche.</p>
<p><span id="more-8280"></span></p>
<div id="attachment_8281" class="wp-caption alignleft" style="width: 364px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/ChelseaBarca10GRAPHIC.png"><img class=" wp-image-8281" title="ChelseaBarca10GRAPHIC" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/ChelseaBarca10GRAPHIC.png" alt="" width="354" height="482" /></a><p class="wp-caption-text">Startformationen</p></div>
<p>Chelsea lief im flachen 4-5-1 auf, in dem Drogba die einzige Spitze bildete. Im zentralen Mittelfeld formierte di Matteo eine Dreierreihe, die sich zusammen mit der hohen Abwehrlinie als bestimmendes Element des Spiels herausstellen sollte, bestehend aus Mereiles, Mikel und Lampard. Flankiert wurden diese von Ramires (links) und Mata (rechts). In der Viererkette agierte mit Ivanovic ein gelernter Innenverteidiger auf der rechten Seite, während Ashley Cole wie gewohnt den Part des Linksverteidigers übernahm. In der Innenverteidigung spielte Cahill neben Terry, da David Luiz verletzt aussetzen musste.</p>
<p>Dass Mascherano in der Innenverteidigung auflief, war nicht überraschend, jedoch die Wahl seines Partners. Viele hatten Pique an der Seite des Argentiniers erwartet, damit Puyol den fehlenden Abidal auf der linken Seite ersetzen kann. Pique blieb allerdings auf der Bank und so übernahm Adriano die Position des linken Außenverteidigers, sein Pendant auf der anderen Seite war natürlich Dani Alves.</p>
<p>Im Mittelfeld agierten Busquets und Xavi in ihren gewohnten Rollen. Ersterer diente als sichere Anspielstation, wenn der Weg nach vorne einmal versperrt war und als Balllieferant für Xavi und Fabregas. Xavi gab den Spielmacher mit vornehmlich horizontalen Aufgaben.</p>
<p>Fabregas und Messi wechselten sich mit dem Fallenlassen ins Mittelfeld und dem Besetzen des Sturmzentrums ab, wobei Fabregas deutlich seltener als sonst den Weg in den Sechzehner suchte. Sanchez sollte – wie er es schon oft in „großen“ Spielen getan hat – den Bereich zwischen linkem Innen- und Außenverteidiger bearbeiten, um einerseits Raum für Alves zu schaffen und andererseits die Innenverteidiger daran zu hindern, Messi ins Mittelfeld zu folgen. Iniesta musste mal die Rolle des linken Flügelspielers übernehmen, welche er seinem Naturell entsprechend sehr inversiv und eng interpretierte.</p>
<p><strong>Flache Fünf + hohes Verteidigen = Probleme für Barca</strong></p>
<p>Entgegen des Trends, mit vier Linien, also 4-2-3-1, 4-1-4-1 usw. zu spielen, entschied sich Chelseas Coach für ein System mit drei klaren Linien, nämlich 4-5-1. Während Ramires und Mata ihre Positionen hielten, tauschten Mereiles, Mikel und Lampard situationsbedingt durch, um größere Wege und Verwirrung beim Positionstausch zu vermeiden.</p>
<div id="attachment_8282" class="wp-caption alignright" style="width: 363px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/ChelseaBarca10ChelseaHochGRAPHIC.png"><img class=" wp-image-8282" title="ChelseaBarca10ChelseaHochGRAPHIC" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/ChelseaBarca10ChelseaHochGRAPHIC.png" alt="" width="353" height="338" /></a><p class="wp-caption-text">Chelsea mit geringem Abstand zwischen Abwehr und Mittelfeld. Messi und Fabregas, die sich gerne dort aufhalten, werden zurückgedrängt, um am Spiel teilzunehmen.</p></div>
<p>Das System bot zwar einige kleinere Nachteile, jedoch auch einige, für dieses Spiel enorm wichtige Vorteile: Die fünf Mittelfeldspieler agierten diszipliniert auf einer Linie und verschoben weit zum Ball, wo folglich häufig Überzahl entstand, was das Doppeln natürlich deutlich einfacher machte. Die Passwinkel für die Katalanen wurden durch die 4-3-Stellung (erweitert durch Ramires und Mata könnte man auch 4-5-Stellung sagen) verändert, da sonst fast alle Mannschaften mit einer Doppelsechs gegen Barca agieren. Dies führte zu vielen Sicherheitspässen des Titelverteidigers, da man nun erstmal erkennen musste, wie man dieses Problem lösen kann.</p>
<p>Zusammen mit einer hoch stehenden Viererkette wurde der Raum zwischen den Linien gut verkleinert, was insbesondere für Messi und Fabregas ein Problem war. Häufig holte sich Messi den Ball schon an der Mittellinie ab, um dann einige Male ins Dribbling gegen zwei oder sogar drei Mittelfeldspielern zu gehen. Wenn dies gelang, war Barca stets gefährlich, doch einige Male bleib der Weltfußballer hängen, so wie auch unmittelbar vor dem 1:0, auf das später noch eingegangen wird.</p>
<p>Ein weiterer Vorteil dieser engen Dreierreihe im zentralen Mittelfeld war, dass man Messi (und auch andere, die ins Dribbling gingen) oft „clever“ foulen konnte: Wenn er zwischen zwei Gegnern hindurch will, ist es recht leicht, ihn mit einem kleinen Schubser und eher harmlosen Tritten auf den Fuß aus der Balance zu bringen, ohne eine spektakuläre Grätsche ansetzen zu müssen, deren Resultat (gelb) das weitere Zweikampfverhalten stark beeinträchtigt hätte. So war es wenig verwunderlich, dass keiner der drei Zentralen eine gelbe Karte kassierte.</p>
<p>Ab und zu konnte man in diesem Spiel aber auch die Probleme des flachen 4-5-1-Systems erkennen, nämlich dann, wenn der Abstand zwischen der Viererkette und den Vordermännern zu groß wurde. Fabregas konnte dort einige Male die eine oder andere Sekunde Zeit genießen, um einen Lochpass (meistens auf Sanchez) durch oder über die Abwehr zu spielen. Auch bei den wenigen eigenen Kontersituationen gab es ein Problem im Londoner 4-5-1.</p>
<p>Die Wege für die zentralen Mittelfeldspieler waren nach den langen Bällen auf Drogba oder auf die Außen einfach zu weit, um noch in den Konter einzugreifen, was dazu führte, dass man zumeist in Position blieb. Dass Lampard halbrechts in dieser Dreierreihe positioniert war, hatte einen guten Grund: Mit Ramires spielte ein extrem laufstarker Spieler auf dem linken Flügel, der den Raum hinter Dani Alves anlaufen sollte. Lampard versuchte immer wieder, ihn mit langen Diagonalpässen einzusetzen, wie beim Führungstreffer schön demonstriert wurde.</p>
<p>Allgemein konzentrierte sich Chelsea neben Drogba als Turm in der Schlacht auf die linke Angriffsseite, um entweder Alves hinten zu binden, oder aber bestenfalls den Raum hinter ihm zu nutzen. Dass sie 51% ihrer Angriffe über die linke Seite spielten, war also ebenso wenig Zufall, wie die Tatsache, dass Ramires und Mata auf den falschen Seiten aufliefen.</p>
<p><strong>Flexibilität im Zweikampfverhalten</strong></p>
<p>Ein interessanter Punkt war, wie Chelsea im Zentrum zwischen drei Möglichkeiten im Zweikampfverhalten variierte: In manchen Phasen wirkte man äußerst passiv, stellte nur die Wege in den Zwischenraum (Abwehr-Mittelfeld) zu und verschob diszipliniert, während man in anderen Phasen der Partie ganz klar im Verbund den Ballführer presste, was häufig zu kleinen Fouls führte. Die dritte Variante war eine Art <a href="http://spielverlagerung.de/false-pressing/">False-Pressing</a>, bei dem einer der drei zentralen Mittelfeldspielern dynamisch herausrückte, dabei aber nie wirklich in den Zweikampf ging. So zwang man Barca zu vielen Quer- und Rückpässen. Diese Phasen wurden in unregelmäßigen Abständen variiert, was es für Barcelona schwer machte, sich auf den Gegner einzustellen.</p>
<p><strong>Umgehen von Barcas Pressing, Drogbas Physis und Ivanovics Einwürfe</strong></p>
<p><strong></strong>Eine hohe Abwehrlinie zu spielen ist immer riskant, vor allem gegen Spieler, die einerseits so schnell (Sanchez, Messi) und andererseits so tödlich im Passspiel (Xavi, Cesc, Iniesta, Messi) sind. Es war ein schmaler Grat, auf dem Chelsea sich hier wanderte, da Alexis Sanchez oft gut parallel zur Abwehrlinie lief, um dann im richtigen Moment zu starten, wenn Lochpässe kamen. An guten Tagen macht Barcelona aus diesen Szenen mindestens ein Tor, was Chelseas Matchplan, vor allem vor dem Führungstreffer, schon irgendwie über den Haufen geworfen hätte. Mit einem guten Cech, etwas Glück (Aluminium) und einer aufmerksamen Viererkette überstand man diese Situationen aber ohne Gegentor.</p>
<p>Was ebenfalls gut für Chelsea lief, war das Umgehen von Barcas Gegenpressing durch gute lange Bälle auf Drogba, der viele Bälle behaupten konnte. Er riss wie schon im Rückspiel gegen Neapel die Zuschauer und vermutlich auch die Mannschaft mit seinem puren Einsatzwillen mit und entlastete mit einigen Einzelaktionen die Kollegen, die angesichts Barcelonas sturem Passspiel physisch und psychisch sehr gefordert waren. Drogba der Spieler, der am häufigsten gefoult wurde, am häufigsten ins Abseits lief, nach Messi die meisten Dribblings vollzog und sich in jeden Zweikampf warf. Gefühlt war der Ivorer einfach überall unterwegs.</p>
<p>Bemerkenswert war auch, dass Chelsea bei eigenen Einwürfen im letzten Drittel auf der rechten Seite stark aufrückte und mit Cahill, Drogba und Terry drei kopfballstarke Spieler in den Strafraum der Katalanen brachte, die dort Ivanovics lange Würfe verwerten sollte. Obwohl dies einige Male für Gefahr sorgte – kaum verwunderlich bei Barcas Durchschnittsgröße und dem Fehlen von Pique – übernahm Ivanovic nur die Einwürfe von rechts.</p>
<p>Meiner Meinung nach hätten sie die Einwürfe wie Stoke zu einem viel wichtigeren Element ihres Spiels machen sollen, da sie die klare Lufthoheit hatten. Da Ivanovic bei Ecken auch mit nach vorne geht, hätte man hinten also bei Einwürfen genau wie bei Ecken absichern können, ohne großes Chaos zu verursachen.</p>
<p><strong>Das Tor als Resultat eines sinnvollen Plans</strong></p>
<p>Das Führungstor durch Didier Drogba vereinte einige bezeichnende Aspekte der Taktik von Chelsea. Messi sieht sich aufgrund des mangelnden Raums zwischen den Linien gezwungen, sich den Ball an der Mittellinie zu holen, geht ins Dribbling und verliert den Ball an Lampard. Halbrechts stehend sieht dieser, dass Drogba mit seinem Diagonallauf von halblinks auf ebendiese halbrechte Seite den Raum für Ramires öffnet, der seinerseits die Chance erkannt hatte, hinter Dani Alves zu kommen. Die Hereingabe von Ramires verwertet Drogba dann zwar auf glückliche Art und Weise, auch die Innenverteidigung, die sich zuerst nur an Drogba orientiert, danach dann aber wieder zu weit in Richtung Ramires rückt, sieht nicht gut aus, dennoch muss man sagen, dass dieses Tor Ausdruck mehrerer taktischer Elemente war.</p>
<p><strong>Mangelnde Breite und Xavi/Iniesta-Isolation als Problem für Barcas Angriffsspiel</strong></p>
<div id="attachment_8283" class="wp-caption alignright" style="width: 363px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/ChelseaBarca10ChelseaTiefGRAPHIC.png"><img class=" wp-image-8283 " title="ChelseaBarca10ChelseaTiefGRAPHIC" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/ChelseaBarca10ChelseaTiefGRAPHIC.png" alt="" width="353" height="338" /></a><p class="wp-caption-text">Nach der Führung agierte Chelsea deutlich tiefer. Barcelona nutzte die freien Räume auf den Außenbahnen nicht (rosa), während Chelsea immer wieder lange Diagonalbälle hinter Barcas Außenverteidiger (blau) schlug.</p></div>
<p>Wie schon <a href="http://spielverlagerung.de/2012/03/29/ac-mailand-fc-barcelona-00/">im Hinspiel beim AC Mailand musste Iniesta auf dem linken Flügel spielen</a>, wo er sich wie auch gegen die Italiener einem Innenverteidiger gegenübersah. Ivanovic war augenscheinlich zufrieden damit, dass Iniesta eng statt breit spielt und er ihm nicht – wie einmal in Halbzeit 1 demonstriert – im 1-gegen-1 auf dem Flügel begegnet.</p>
<p>Da Adriano extrem selten hinterlief, gab es links keine Breite im Spiel der Katalanen, was dem Defensivkonzept Chelseas sehr entgegen kam. Ungewöhnlich häufig versuchten die Katalanen, ein Tor per Fernschuss zu erzielen, ganze 42% ihrer Torschüsse kamen aus der zweiten Reihe.</p>
<p>Auch die Zahl der riskanteren Pässe hielt sich in Grenzen, auch wenn es gefühlt mehr waren als noch in Mailand. Die Räume hinter Chelseas Außenverteidigern wurden also kaum ausgenutzt, was mit Sicherheit auch an der Angst vor Kontern lag, die sich ja bei der Entstehung des Gegentors bestätigt hatte.</p>
<p>Des Weiteren war wieder einmal zu sehen, wie ruhig und geduldig Barcelona am eigenen Spielstil festhält. Sie sind wohl derart überzeugt von der eigenen Spielweise, dass sie auf einen Plan B weitesgehend verzichteten – einige nennen das lobenswert, andere arrogant. Die einzige leichte Modifikation der Spielweise scheint die vermehrte Einstreuung von Fernschüssen und Flanken zu sein, letztere werden wir im Rückspiel sicherlich vermehrt sehen.</p>
<p><strong>Wollte Guardiola ein 0:0? Hat Drogba ihn überrascht?</strong></p>
<p><strong></strong>Es liegt nahe, dass Pep Guardiola mit einem 0:0 einverstanden gewesen wäre, wie schon gegen den AC Mailand, da man äußerst heimstark ist und das eigene Spiel im Nou Camp mit seinem größeren Spielfeld besser aufziehen könnte. Dafür spricht auch, dass Barcelona vor dem 1:0 eher wenig Risiko ging, um die in der obigen Grafik eingezeichneten Räume nicht offenzulegen und in Konter zu laufen. Auch die hohe Zahl der Sicherheitspässe stützt diese These. Nach dem Rückstand war zu sehen, dass Barca Chelsea weiter nach hinten drücken konnte und zu etwas mehr Risiko bereit war, jedoch nicht auf Kosten von gefährlichen Kontersituationen für Chelsea, da man wohl glaubt, eine 1:0 Niederlage ist noch genug, um weiterzukommen.</p>
<p>Ich persönlich hatte Pique und Keita in der Startelf erwartet, um besser auf Chelseas starke Physis reagieren zu können, sowohl im offenen Spiel als auch bei Standardsituationen. Auch die Fähigkeiten in der Spieleröffnung von Pique wären wichtig gewesen, da sich Drogba so ohne Bedenken oft zurückfallen lassen konnte, um Busquets zu stören, wohl wissend, dass Mascherano und Puyol nicht die besten Aufbauspieler sind.</p>
<p>Eine Vermutung von mir ist, dass Guardiola vielleicht Fernando Torres statt Drogba im Sturm erwartet hat. Wohlmöglich sollte der schnelle Mascherano deshalb nicht aus der Startelf, allerdings hätte man dann auch Pique+Mascherano mit Puyol auf der linken Seite bringen können, was meiner Meinung nach sowohl gegen Torres, als auch gegen Drogba eine vernünftige Lösung gewesen wäre. Dagegen spricht wiederum, dass Puyol nicht viel im Offensivspiel zu bieten hat und er als Rechtsfuß hinter Iniesta für noch weniger Breite gesorgt hätte.</p>
<p><strong>Ausblick aufs Rückspiel</strong></p>
<p>Fest steht sicherlich, dass Guardiola im Rückspiel deutlich breiter spielen lässt, was sich auf dem ohnehin großen Feld des Nou Camps stark auf Chelseas Kompaktheit auswirken wird.</p>
<p>Es wird interessant zu sehen, ob di Matteo sein Mittelfeld wieder auf einer Linie agieren lässt, oder ob er sein System doch verändert. Mit Sicherheit wird Chelsea von Beginn an deutlich tiefer stehen, also so wie gegen Ende des Hinspiels. Personell sind bei beiden Teams mehrere Optionen denkbar, von denen ich hier mal zwei vorstellen möchte:</p>
<p><strong>Möglichkeit 1</strong>:</p>
<div id="attachment_8286" class="wp-caption alignright" style="width: 364px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/BarcaChelseaRückspiel1GRAPHIC.png"><img class=" wp-image-8286 " title="BarcaChelseaRückspiel1GRAPHIC" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/BarcaChelseaRückspiel1GRAPHIC.png" alt="" width="354" height="482" /></a><p class="wp-caption-text">Mögliche Aufstellung für das Rückspiel. Barca: Wiedervereinigung von Iniesta und Xavi; mehr Breite durch Pedro. Chelsea: Tiefere Grundstellung mit Mikel zwischen den Linien und Kalou statt Mata.</p></div>
<p>Nach Drogbas starker Leistung ist es sehr wahrscheinlich, dass er wieder beginnen wird, um lange Bälle zu verarbeiten und auch um für Torgefahr nach Standards zu sorgen. Da Juan Mata in diesem System wenig zur Geltung kommt, weil er eher ein spielmachender Typ ist und nicht gerne steil die Linie entlang läuft, könnte es gut möglich sein, dass zum Beispiel Kalou aufläuft, der mittlerweile recht diszipliniert im Mittelfeld spielen kann und zudem schnell ist.</p>
<p>Bei Barca könnten Pedro oder Cuenca in die Mannschaft rücken, um das Spiel im letzten Drittel breiter zu halten. Pique dürfte als guter Aufbauspieler den Vorzug vor Puyol oder Mascherano bekommen, zudem garantiert er noch etwas mehr Kopfballstärke.</p>
<p>Durch das Aufbieten von Pedro oder Cuenca könnte man Iniesta wieder näher an Xavi bringen, wovon beide stark profitieren würden. Adriano wird wohl trotz schwacher (offensiver) Leistung Linksverteidiger bleiben, da das breitere Spiel ihm und seiner Geschwindigkeit entgegenkommt, außerdem herrscht auf dieser Position Personalmangel und Guardiola wird Puyol in einem Spiel, in dem Barca treffen muss aus oben genannten Gründen nicht als Flügelverteidiger bringen.</p>
<p><strong>Möglichkeit 2</strong></p>
<p>Die zweite &#8211; bei den Fans der Londoner sicher unpopuläre - Möglichkeit für Chelsea besteht  darin, Fernando Torres anstelle von Didier Drogba zu bringen.</p>
<div id="attachment_8289" class="wp-caption alignright" style="width: 364px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/BarcaChelseaRückspiel2GRAPHIC.png"><img class=" wp-image-8289 " title="BarcaChelseaRückspiel2GRAPHIC" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/BarcaChelseaRückspiel2GRAPHIC.png" alt="" width="354" height="482" /></a><p class="wp-caption-text">Chelsea: Hinten viele Zweikämpfer, vorne Torres´ Schnelligkeit. Barca: Verzicht auf Busquets zugunsten einer weiteren Offensivkraft.</p></div>
<p>Schon im Gruppenspiel gegen den AC Mailand hatte Barcelona teils große Probleme mit einem schnellen Stürmer im Zentrum (damals Pato).</p>
<p>Bei dieser Variante würde Chelsea sich nahezu ausschließlich aufs Mauern beschränken und darauf hoffen, Torres ein entscheidendes Mal steil zu schicken, um das so wichtige Auswärtstor zu markieren. Statt Mata würde in dieser Formation Essien den rechten Part im Mittelfeld übernehmen. Im Verlauf könnte er die Position mit Ramires tauschen, um als zusätzliche Absicherung gegen Dani Alves zu fungieren. Lampard würde dementsprechend wiederum mit Meireles tauschen, um die Diagonalbälle auf Ramires schlagen zu können. Ob David Luiz, der für eine reine Abwehrschlacht meiner Ansicht nach besser geeignet ist als Cahill, bis zum Rückspiel wieder fit wird, ist noch nicht klar.</p>
<p>Guardiola könnte sich überlegen, auf Sergio Busquets zu verzichten und dafür Fabregas oder Thiago zu bringen. Angesichts der Aufstellung Chelseas ohne richtigen offensiven Mittelfeldspieler im Zentrum ginge Barcelona eigentlich keine Defensivstärke ab und man hätte einen zusätzlichen kreativen Spieler auf dem Feld.</p>
<p>Es gibt noch zig weitere Möglichkeiten, wie die Trainer ihre Mannschaften formieren könnten, was die ganze Sache überaus spannend macht. Wenn Barcelona allerdings nicht früh trifft, kann man eine Abwehrschlacht á Inter Mailand unter Murinho erwarten, die für alle Taktibegeisterten sicherlich ein Fest wird, während diejenigen, die das Angriffsspektakel sehen wollen, nicht begeistert sein werden.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Barcelona war optisch drückend überlegen, auch in Sachen Chancen (Latte, Pfosten, Cech) waren sie klar tonangebend. Dennoch wäre es zu einfach, den Sieg als nur glücklich einzuordnen. Di Matteo hat das Optimum aus seiner Mannschaft herausgeholt, die aufopferungsvoll kämpfte, taktisch sehr diszipliniert war und ein Tor erzielte, welches jedem Trainer das Herz aufgehen lassen würde. Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass der Interimscoach den Angriff, der zum Tor führte, so oder so ähnlich an der Taktiktafel skizziert hatte.</p>
<p>Barcelona war anfangs wohl auf ein 0:0 aus, was sie durch ihre eher risikolose Spielweise demonstrierten. Auch nach dem Gegentor ließen sie Vorsicht walten und spielten nicht mit aller Macht auf das Auswärtstor. Dass sie dieses nicht erzielten, haben sie ihrer Nachlässigkeit im Abschluss sowie einer Portion Pech zu verdanken.</p>
<p>Meiner Meinung nach hat di Matteo das Trainerduell knapp für sich entschieden, da er die Entstehung des Siegtreffers mit seiner taktischen Marschroute stark beeinflusst hat. Guardiola schien nicht optimal auf Drogba vorbereitet, der Barca immer wieder Probleme bereitete. Dass er nichts gegen die mangelnde Breite im Spiel tat lag vielleicht daran, dass man trotzdem einige Chancen hatte.</p>
<p>Das Rückspiel wird  wohl eine sehr spannende Angelegenheit werden, da Barca nun anders als nach dem Hinspiel-0:0 in der letzten Runde nun treffen muss. Dennoch bleibt Barcelona, auch aufgrund der unzähligen taktischen und personellen Optionen Favorit, was Chelsea nicht weiter stören dürfte.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8280&amp;md5=32d43625dd7d34dc4391022e7b6f0dd8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>FC Bayern München &#8211; Real Madrid 2:1 &#124; Tiefenanalyse</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 22:17:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayern München]]></category>
		<category><![CDATA[Champions League]]></category>
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		<category><![CDATA[In-depth-Analysen]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach dem wichtigen Spiel der Bayern gegen Dortmund und vor Real Madrids wohl meisterschaftsentscheidenden Aufeinandertreffen gegen Barcelona trafen die zwei europäischen Giganten aufeinander. In der Allianz-Arena empfind der deutsche Rekordmeister sein spanisches Äquivalent, welches in den letzten Wochen nicht mehr in ihrer absoluten Topform zu sein scheint. Man hat defensiv wie offensiv einige Probleme. Allerdings [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Nach dem wichtigen Spiel der Bayern gegen Dortmund und vor Real Madrids wohl meisterschaftsentscheidenden Aufeinandertreffen gegen Barcelona trafen die zwei europäischen Giganten aufeinander.<span id="more-8266"></span> In der Allianz-Arena empfind der deutsche Rekordmeister sein spanisches Äquivalent, welches in den letzten Wochen nicht mehr in ihrer absoluten Topform zu sein scheint. Man hat defensiv wie offensiv einige Probleme. Allerdings sind auch die Bayern von solchen internen Krisen nicht unbehelligt geblieben.</p>
<p>Im Gegenteil, man verspielte sogar einen größeren Vorsprung als Real Madrid und liegt hinter der Borussia aus Dortmund nur noch auf dem zweiten Platz in der Tabelle. Für viele war es dennoch das wohl größte Spiel in dieser Saison und man versprach sich einiges von dieser Partie. Überraschend hierbei war vermutlich, dass die Partie diese großen Erwartungen erfüllen konnte.</p>
<p>In der ersten Halbzeit sah man zwei unglaublich schnelle Mannschaften auf Augenhöhe, nach dem Seitenwechsel konnte man das Tempo allerdings nicht mehr ganz halten. Bayern war spätestens nach dem Ausgleich überlegen und konnte in der Schlussphase den verdienten Sieg fixieren.</p>
<p><strong>Wechselwirkung der jeweiligen Formationen</strong></p>
<div id="attachment_8267" class="wp-caption alignleft" style="width: 294px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-vs-Real-Madrid-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-8267  " title="Bayern vs Real Madrid - Grundformationen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-vs-Real-Madrid-Grundformationen.png" alt="" width="284" height="379" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen zu Spielbeginn</p></div>
<p>Der FC Bayern begann mit einer leichten Abwandlung ihrer üblichen 4-2-3-1-Formation. Auch dieses Mal lässt sich das System als solches klassifizieren, allerdings mit gewissen Unterschieden. So gab es beispielsweise mit Kroos statt Müller eine tiefere Ausrichtung im Mittelfeld. Desweiteren versuchten Robben und Ribéry sich bewusst Richtung Tor in Szene zu setzen, während Kroos und Schweinsteiger sich offensiv zurücknahmen.</p>
<p>Ganz anders hätte man mit Müller agiert. Die Formation wäre dann eher eine Abwandlung eines 4-2-4 gewesen, als eine des 4-5-1 beziehungsweise sogar 4-3-3. Denn die Formation der Münchner war in einem ständigen Wandel. Keineswegs bildeten Luiz Gustavo und Schweinsteiger durchgehend eine Doppelsechs, vielmehr wirkte es wie eine Aufteilung ähnlich dem FC Barcelona. Kroos spielte ein offensiver Achter, Schweinsteiger wie der defensivere. Gustavo sicherte ganz und gar unbrasilianisch hinter diesen beiden als alleiniger Sechser ab.</p>
<p>Alles in allem kann man somit nur schwer eine genaue Einschätzung über die Aufteilung im Zentrum geben. In den letzten Wochen waren es vielmehr die offensiven vier Spieler, welche rochierten. Jetzt veränderte sich das Mittelfeld, deswegen kann man maximal eine Einteilung zum 4-3-3 machen. Diese war allerdings nach der Einwechslung Müllers für Schweinsteiger ebenfalls obsolet, man kehrte nun zum 4-2-3-1 als Variante des 4-2-4 zurück. Beeindruckend war jedoch, wie defensiv- und laufstark sich die Flügelstürmer zeigten.</p>
<p>Sowohl Franck Ribéry als auch Arjen Robben bewegten sich viel und kamen schnell nach hinten zurück. Sehr viele Zweikämpfe gewann man durch ein starkes Rückwärtspressing, welches ein Ausrufezeichen und eine Reaktion nach der Niederlage gegen Dortmund darstellte. Man adaptierte zugunsten des Erfolges eine kämpferischere Spielweise und es gelang. Obwohl sich die beiden weit in die eigene Hälfte treiben ließen, konnten sie vorne Gefahr entfachen und besonders Ribéry zeigte eine starke Partie.</p>
<p>Ganz vorne und ganz hinten hatte sich allerdings nichts verändert. Mit zwei offensiven Außenverteidigern in Person Lahms auf rechts und Alabas auf links begann man mutig. Dazwischen sicherten Boateng und Badstuber ab, letzterer streute einige Male lange Bälle auf Wandspieler Gomez ein.</p>
<p>Die Gäste aus Madrid boten mit einer kleinen Ausnahme die erwartete Mannschaft auf. Statt Marcelo begann Fabio Coentrao auf der linken Verteidigerposition. Er versuchte mit seiner Technik Starstürmer Cristiano Ronaldo zu unterstützen und spielte seine Position erwartet hoch. Rechts begann Arbeloa, welchem die offensive Durchschlagskraft eines Marcelo oder Coentrao abgeht. Deswegen forcierten die Madrilenen Angriffe über links, während sich Özil etwas halbrechts bewegte.</p>
<p>Man wollte dafür sorgen, dass Özil mit Di Maria rochieren und die fehlende Offensivstärke Arbeloas kompensieren konnte. Davor begann Karim Benzema als kompletter Stürmer, der immer wieder seine Position verließ. Im Gegensatz zu einer falschen Neun, welche sich ins Mittelfeld fallen lässt, ging der Franzose hauptsächlich auf den rechten Flügel. Erst nach der Halbzeit veränderte sich das aus taktischen Gründen, worauf wir noch zu sprechen kommen.</p>
<p>Auf der Doppelsechs der 4-2-3-1-Formation begannen Khedira und Xabi Alonso. Beide spielten ungemein hoch und schoben beim Pressing nach. Man wollte die Räume kompakt halten und dadurch die Chancen auf den Ballgewinn vergrößern. Insbesondere Khediras Athletik gepaart mit der Spielintelligenz seines Partners sollte Bayern zu Fehlern zwingen. Allerdings gab es deutliche Probleme hierbei. Diese zwei Spieler hatten drei Gegner und hinterließen einige Male große Räume hinter sich, wohin sich Robben und Ribéry bewegen konnten. Dort wurden diese zwar von den Außenverteidigern gestellt, dank der eigenen Außenverteidiger konnten sie den Ball jedoch sicher weiterspielen.</p>
<p>In weiterer Folge mussten Khedira und Alonso sich wieder tiefer positionieren und liefen einige Wege umsonst. Alles in allem hatten beide kein besonders gutes Spiel. Mit dem laufstarken Gomez wurde Alonso gepresst, er konnte seine Diagonalbälle selten in Ruhe spielen. Ein einziges Mal bekam er diese Möglichkeit bei geöffnetem gegnerischem Raum und prompt fiel der Ausgleich.</p>
<p>In der Viererkette spielten neben den bereits erwähnte Arbeloa und Marcelo die zwei Nationalspieler Pepé und Ramos in der Innenverteidigung. Sie spielten körperbetont und besonders Pepé bestach durch seine Zweikampfstärke am Boden wie in der Luft. Lediglich bei Defensivstandards offenbarte man gewisse Mängel. Beim 1:0 für die Bayern war es Ramos, der den Ball nicht wegbrachte und Ribéry den Ball vor die Füße legte.</p>
<p><strong>Benzemas und Özils Abdriften</strong></p>
<p>Spielentscheidend war die Bewegung der Realspieler in der Offensive. Özil ging auf die halbrechte Seite und rochierte mit Di Maria. Das bedeutete, dass der eigentliche Taktgeber im letzten Drittel öfters auf dem rechten Flügel auftauchte. Hinzu kam Benzemas Ausweichen auf die rechte Seite. Man wollte mit diesen beiden Laufwegen mehrere Effekte gleichzeitig erzielen. Der wichtigste und auffälligste Aspekt war es, dass man Ronaldo Räume im Zentrum öffnete. Er sollte nach innen ziehen und abschließen können, Benzema wollte deswegen die Innenverteidiger in die Tiefe ziehen.</p>
<p>Im Idealfall würde der Portugiese sogar zwei Optionen erhalten: Abschluss oder tödlicher Pass. Damit er die Möglichkeit erhielt, sich dort überhaupt zu positionieren, musste Özil auf die halbrechte Seite. Mit seiner Bewegung wollte er Gustavo von Ronaldo wegziehen und somit das zweite Drittel in die Breite zu ziehen. Gut beobachtbar war es, dass dies mit Di Maria und Benzema abgestimmt war. Wenn Di Maria sich im Zentrum aufhielt, ging Benzema mit unaufhörlichen Bewegungen nach halbrechts und wieder zurück.</p>
<p>Der zweite gewollte Effekt war die Möglichkeit einer Spielverlagerung auf rechts. Ob direkt durch eine Halbfeldflanke oder indirekt durch mehrere Querpässe, war hierbei irrelevant. Mit Xabi Alonso und Khedira auf einer Linie hatte man eine enge Verbindung auf die andere Seite und Di Maria davor komplettierte dieses Trio. Der eigentliche Flügelstürmer konnte, falls Ronaldo mitverschob, dessen Seite übernehmen oder mit seiner Ausdauer und Dynamik schnell zur anderen Seite laufen.</p>
<p>Dort würde er dann mit Benzema und Özil, die sich ja unüblich auf der Außenbahn hielten, ein Dreieck für einen schnellen Angriff bilden. Der dritte Effekt bezog sich auf das Gegenpressing. Durch Di Marias Suche nach der Verbindung zu den Mitspielern konnte sich der defensivstarke Argentinier blitzschnell auf Ballverluste anpassen und seine Stärken einbringen. Özil hat hier einige Schwächen, er ist körperlich nicht so stark und benötigt oftmals eine halbe Sekunde, um umzuschalten.</p>
<p>Bei Di Maria kann man davon ausgehen, dass er mit ungeheurer Dynamik sofort auf den Ballführenden geht. Deswegen war seine Rolle im Zentrum durchaus eine gute Idee. Dies war nämlich exakt jene Phase, wo Real die gefährlichsten Chancen hatte. Pressing auf Gustavo und Schweinsteiger durch Di Maria und die Spieler in seiner Nähe zeigte sich durchaus praktikabel. Letztlich war es die Unterstützung Kroos‘ und der Außenstürmer, welche Bayern aus diesen gegnerischen Pressingwellen befreite.</p>
<p><strong>Ribéry und Robben </strong></p>
<div id="attachment_8268" class="wp-caption alignright" style="width: 289px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-vs-Real-Madrid-Ribs-und-Robs.png"><img class=" wp-image-8268  " title="Bayern vs Real Madrid - Ribs und Robs" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-vs-Real-Madrid-Ribs-und-Robs.png" alt="" width="279" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">hier sieht man das tiefe Einrücken des ballfernen Flügels, was man im Spiel in der Anfangsphase kurz sah, im Laufe des Spiels aufgrund mangelnder Situationen eher weniger</p></div>
<p>Es waren nämlich nicht nur die Abwehrleistungen der beiden bayrischen Außen, welche beeindruckten. Das Anbieten von sicheren Passspieloptionen und die Vorstöße nach vorne waren  ebenfalls so wichtig. Man konnte nämlich dank der tiefen und breiten Außenstürmer mit einfachen Querpässen aus dem dichten Zentrum herausspielen. Diesen Raum wollte Mourinho überladen und es gelang ihm teilweise, aber die beiden viel gescholtenen Außenstürmer boten sich für Querpässe an und motivierten die Außenverteidiger. Diese rückten auf und bildeten Pärchen mit den beiden. Dadurch hatte man gegen die etwas verwaisten Außen, insbesondere Coentrao gegen Robben und Lahm, einfaches Spiel. Auf der anderen Seite verfolgte Di Maria oder gar Özil seinen Gegenspieler durchaus, allerdings hatte Ribéry einen extrem guten Tag.</p>
<p>Hier war ein weiterer Faktor erkennbar, nämlich Glück. Gegen Arbeloa und Di Maria sah man sich einer defensivstärkeren Abwehr gegenüber, doch Alaba wie auch Ribéry hatten einen ungemein starken Tag. Sie konnten sogar bei numerischer Gleichheit eine Vielzahl aller Duelle gemeinsam gewinnen und boten eine tolle kombinative Leistung. Auf der anderen Seite hatte Robben in der Theorie einfacheres Spiel.</p>
<p>In der Praxis aber kaum, denn Coentrao konzentrierte sich trotz Ronaldos fehlendem Nachrücken auf Robben. Dies machte wiederum Räume für Lahm frei, der einige Male keine Rücksicht auf Ronaldo nahm. Viele Verteidiger spielen dann konservativ und lassen sich von Ronaldo beeinflussen. Diese Furcht hatte allerdings Lahm nicht, er ließ Ronaldo schlichtweg stehen und beteiligte sich dennoch an den Angriffen. Ein weiterer Punkt für die Bayern gegen einen in der Theorie hervorragenden Kniff Mourinhos.</p>
<p><strong>Real bei den Einwürfen in der ersten Halbzeit</strong></p>
<div id="attachment_8269" class="wp-caption alignleft" style="width: 289px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-vs-Real-Madrid-Einwürfe.png"><img class=" wp-image-8269  " title="Bayern vs Real Madrid - Einwürfe" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-vs-Real-Madrid-Einwürfe.png" alt="" width="279" height="211" /></a><p class="wp-caption-text">so presste man die Einwürfe, ganz besonders natürlich bei Alaba</p></div>
<p>Eine andere interessante Idee zeigte sich ebenfalls früh in der ersten Halbzeit. In der Sturm-und-Drang-Phase Reals zu Spielbeginn sah man ein ungemein aggressives Aufrücken bei gegnerischen Einwürfen, insbesondere auf Alaba. Die Bayern besitzen mit Badstuber und Boateng sowie Schweinsteiger und Kroos durchaus ballsichere Spieler, dazwischen agiert allerdings Gustavo. Dieser wurde von Mourinho wohl als etwas schwächer in der Ballbehauptung eingeschätzt und das wollte man nutzen.</p>
<p>Der ballnahe Außenverteidiger übernahm den gegnerischen Flügelstürmer und positionierte sich eng. Im Gegensatz zu den anderen ballnächsten Spielern stellte er sich jedoch hinter ihn und schloss nicht den Raum für den Einwurf. Damit wollte man drei Sachen erzwingen. So konnten die Bayern ihre schnellen Flügel nicht in die Lücke zwischen aufgerückter Viererkette und Casillas schicken, die zweite Konsequenz betraf dann Alaba. Der logische Pass war zu ihm zurück, wo er sofort von mehreren attackiert würde. Hier hoffte Mourinho den jungen Spieler zu stressen und zu einfachen Fehlern zu zwingen. Dies funktionierte kaum und die Einwurfvariante wurde schnell aufgegeben. Die taktische Idee dahinter war jedoch ungemein interessant und sogar noch weitergestrickt.</p>
<p>Schweinsteiger hatte nämlich einen Mann vor und einen hinter sich, Kroos stand manchmal zu weit weg. Da man auch versuchte sich vor Gustavo und Badstuber zu positionieren, musste Alaba, falls er nicht Ribéry spielte, einen Ball in einen direkten Zweikampf werfen. Durch das extreme Einrücken der ballfernen Realspieler war der Platz verdichtet und einfache Kurzpässe gab es kaum.</p>
<p>Im Gegenzug würde Real bei einem Gestocher in Ballnähe dank der numerischen Überzahl eine höhere Wahrscheinlichkeit auf einen zufälligen Ballgewinn besitzen. Wenn man ihn sogar kontrollieren konnte, gab es aufgrund der vielen Spieler in Ballnähe die Möglichkeit schnell nach vorne zu kommen. Alles in allem eine tolle Idee, aber später aufgegeben – nach den ersten beiden Malen fand Bayern sich zurecht und Kroos wie auch Schweinsteiger konnten die Bälle zumeist behaupten.</p>
<p><strong>Bayerns flexibles Dreiermittelfeld</strong></p>
<p>Dies war nämlich die Stärke der Bayern an diesem Tag. Unabhängig von der Verfassung Schweinsteigers, der teilweise nach seinem Fehler in Kritik stand, zeigte man eine ungemein starke Leistung im Zentrum. Kroos und Gustavo waren extrem stark und Schweinsteiger fiel bei weitem nicht so stark ab, wie man es ihm zuschreiben möchte.</p>
<p>Immer wieder stieß er mit Kroos nach vorne und presste früh. Damit nahm er den Spielern Reals die Möglichkeit ihre Stärken auszuspielen. Khediras Drang nach vorne wurde eingeschränkt, seine Schwächen in Ballbesitz kamen stärker zum Tragen. Xabi Alonso, in Verbund mit Gomez gepresst, hatte kaum eine Möglichkeit zum Ausspielen seiner Passstärke. Seine Übersicht mag zwar auf Weltklasseniveau sein, die Handlungsschnelligkeit geht ihm aber etwas ab. Heynckes schien diese kleine Schwäche bewusst für seine Zwecke genutzt zu haben und man hat den vermeintlichen Spielmacher aus dem Spielaufbau Reals extrahiert – man isolierte ihn ab der Mitte oder presste stark, was ein Verdienst der fluiden Mitte Bayerns war.</p>
<p>Wenn sich Schweinsteiger nach vorne bewegte, rückte Bayern im Kollektiv auf. Gustavo entband sich spielintelligent von der Orientierung nach halbrechts und spielte nun mittig. Dadurch konnte er je nach Pässen Reals in die richtige Richtung verschieben, was Kroos den Rücken freihielt. Dieser presste mit Gomez sehr hoch und Schweinsteiger wiegelte dann ab. Sollte er mitschieben und aus der Linie ein Dreieck machen? Oder ließ er sich fallen und bildete wieder mit Gustavo eine Doppelsechs? Dank seiner Erfahrung und taktischen Stärke fand er nach der Anfangsphase fast immer die richtige Entscheidung. Diese überraschend gute Abstimmung der drei sorgte für Bayerns Überlegenheit. Kroos rückte derweil sogar hinter Schweinsteiger und sicherte diesen ab, wenn er sogar bis ins letzte Spielfelddrittel hetzte. In der Defensive wiederum konnte man einen tiefen Block bilden, wenn Real hinter die Pressingwelle kam.</p>
<p>Das förderte Reals Schwäche zutage, die sich in der Primera Division ebenfalls zeigt. Sie überladen das Zentrum oftmals zu stark oder sind zu weit voneinander entfernt, um schnelle Kombinationen unter Druck erfolgreich zu Ende zu spielen.</p>
<p><strong>Abkippende Sechser</strong></p>
<div id="attachment_8270" class="wp-caption alignright" style="width: 289px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-vs-Real-Madrid-Abkippen-und-Asymmetrie.png"><img class=" wp-image-8270  " title="Bayern vs Real Madrid - Abkippen und Asymmetrie" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-vs-Real-Madrid-Abkippen-und-Asymmetrie.png" alt="" width="279" height="379" /></a><p class="wp-caption-text">hier erkennt man Xabi Alonsos Abkippen - und wie man dagegen vorging. Dies wird näher im weiteren Artikelverlauf besprochen</p></div>
<p>Damit Xabi Alonso vor dem Dreiermittelfeld etwas Erholung fand, orientierte er sich im Aufbauspiel nach hinten. Aufgrund Coentraos extrem hohem Aufrücken und Arbeloas Defensivschwäche spielte Real hierbei allerdings ungemein asymmetrisch. Coentrao schob sich an der Außenlinie weit nach vorne, Arbeloa machte das Spiel lediglich breit. Pepé positionierte sich rechts von Alonso etwas tiefer, während Ramos nachschob. Er musste die Verbindung mit Coentrao halten, allerdings gab es weitere Gründe. Mit seiner Position halblinks übernahm er die Aufgabe für Diagonalbälle nach rechts und unterstützte Alonso bei der Spielgestaltung. Pepé spielte somit quasi als Libero und Absicherung hinter diesen beiden, was man beim Vorrücken bis ins zweite Spielfelddrittel beobachten konnte. Erst dann ging Alonso wieder nach vorne und positionierte sich neben Khedira. Pepé hatte deswegen eine extrem große Verantwortung. Er musste sich im Aufbauspiel als asymmetrische und sichere Alternative anbieten und in Ballbesitz teilweise alleine absichern.</p>
<p>Bei den Bayern sah dieses Abkippen anders aus. Schweinsteiger ließ sich zwischen Badstuber und Boateng fallen, die Außenverteidiger rückten auf. Mit Badstuber hatte man einen weiteren Aufbauspieler und hier war er die Ursache für den abkippenden Sechser. Bei den Madrilenen ergab sich dies aufgrund Alonsos Suche nach mehr Zeit. Die Bayern hingegen wollten Badstuber entlasten und Schweinsteiger ins Spiel bringen. Dazu suchte Kroos ebenfalls den Ball und man hatte ein Aufbauspiel in drei Ebenen.</p>
<p>Badstuber ganz hinten, Schweinsteiger und Kroos in der Rochade eine Ebene davor und letztlich im zweiten Drittel. In der ersten Ebene nach Badstuber musste man sich hauptsächlich für die Außenverteidiger anbieten. Danach riss man das Spiel wieder an sich, versorgte die Außenstürmer und musste dem Pressing Reals entgegentreten. Ohne Schweinsteiger und Kroos im Wechsel als etwas abkippender Sechser wäre man mit Badstuber ausrechenbar geworden. Gegen Mourinho und dessen ungemein pressingstarke Mannschaft hätte das durchaus ins Auge gehen können.</p>
<p><strong>Reals Gegenpressing</strong></p>
<p>Es gab gewisse Phasen, in welchen man die Bayern nach hinten drücken konnte. Dies war meistens, wenn man extrem aggressiv vorne presst und die Viererkette zusätzlich aufrückte. Hier waren die Räume so eng, dass ein Hin und Her entstand. Kaum gewann Real Madrid den Ball, verloren sie auch wieder oder schlossen teilweise verfrüht ab. So wurden beispielsweise acht Schussversuche von einem Bayernverteidiger geblockt.</p>
<p>Allerdings bissen sich die Madrilenen fest. Man gab nicht nach und bildete einen Block in der gegnerischen Hälfte. Die Räume waren eng und obwohl das Gegenpressing funktionierte, hatte diese hohe Aggressivität und das Erzwingen von Überzahl einen Nachteil.</p>
<p>Die Starspieler standen sich nämlich auf den eigenen Füßen und konnten nur selten wirklich miteinander kombinieren. Während in den Phasen ohne das hohe Aufrücken und Gegenpressing die Abstände zu groß waren, konnte man sich hierbei nicht wirklich ins Spiel finden. Die goldene Mitte wurde eigentlich nie gefunden, lediglich die Bayern konnten für kurze Zeit in der ersten Halbzeit und eine weitere Phase in der zweiten Halbzeit in ihre Hälfte gedrängt worden. Generell gingen die Bajuwaren aber sehr gut damit um.</p>
<p>Sie versuchten weiterhin ihr Spiel durchzuziehen und fanden im weiteren Spielverlauf die goldene Mitte. Besonders ab Ende der zweiten Halbzeit konnten die müden Bayern das noch erschöpftere Real den Zahn ziehen.</p>
<p><strong>Attackieren der Flügel</strong></p>
<p>Damit man aber diese goldene Mitte fand, mussten alle Bayernspieler eine Bindung zum Spiel erhalten. Dies erreichte man durch ein gleichmäßiges Bearbeiten der beiden Flügel, worauf Real natürlich reagierte. Robben und Ribéry erhielten fast schon Manndeckungscharakter im Aufbauspiel. In vielen Situationen in der ersten Halbzeit konnte man beobachten, wie hoch Arbeloa und Coentrao draufschoben.</p>
<p>Man wollte den Bayern keinen Platz zum Aufrücken gewähren und neben dem eingangs erwähnten Gegenpressing war dies die zweite große Maßnahme. Die beiden Flügelstürmer versuchten den Spielaufbau der Bayern zu beeinflussen, die Außenverteidiger hatten dann die Aufgabe, diese Maßnahme weiter hinten zu unterstützen.</p>
<p>Dazu bewegte man sich extrem nahe an die beiden Flügel heran, insbesondere Arbeloa tat dies. Wie im nächsten Absatz erklärt werden wird, wieso das geschah, gibt es hier eine Verbindung dazu. Mit Alaba, den man zum Ball bringen wollte, wurde eine riskante Taktik gefahren. Falls dieser den Ball nämlich halten konnte und ihn nach vorne brachte, so hatte er relativ freie Fahrt. Damit man dann einfache Kombinationen vermied, musste Arbeloa extrem eng an Ribéry stehen und schnell Mann sein können. Dadurch wollte man die Möglichkeit eines einfachen Doppelpasses verhindern. Auf der anderen Seite war dies nicht so extrem nötig, da man eben Lahm nicht wirklich ins Aufbauspiel zwingen wollte. Wenn dies aber dennoch geschah, weil Ronaldo seine Aufgabe nicht erfüllte, musste auch Coentrao näher an Robben.</p>
<p><strong>Die Alaba-Falle schnappte nicht zu</strong></p>
<div id="attachment_8271" class="wp-caption alignleft" style="width: 289px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-vs-Real-Madrid-Alabafalle.png"><img class=" wp-image-8271  " title="Bayern vs Real Madrid - Alabafalle" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-vs-Real-Madrid-Alabafalle.png" alt="" width="279" height="221" /></a><p class="wp-caption-text">hiermit wollte Real Alaba in eine Falle locken und einfache Ballgewinne einfahren</p></div>
<p>Eine besondere Schwachstelle schien José Mourinho bei David Alaba ausgemacht zu haben. Der junge Österreicher spielte allerdings ein weiteres Mal eine hervorragende Partie und diese Fehleinschätzung des Real-Trainers kostete ihn sicherlich einiges. Denn besonders im Aufbauspiel wurde Alaba fokussiert und man wollte ihn zu Fehlern zwingen, diese Lücken münzte er aber öfters zu hervorragenden Vorstößen um. In der Grafik erkennt man, wie genau das aussehen sollte. Ronaldo spielte etwas weiter vorne und zwischen Boateng und Lahm. Dadurch konnte man den Passweg zusperren und er selbst auf den Ballgewinn links zocken. Benzema im Zentrum blockte Badstuber ebenfalls nach rechts ab und öffnete ihm den Passweg nach links.</p>
<p>Hier sollte Alaba angespielt werden. Man beachte, wie nahe Arbeloa an Ribéry spielt und sowohl di Maria als auch Mesut Özil weg vom Mann stehen. Sie wollten mit diesem Mittel die Passwege ins Mittelfeld sperren. Sobald jedoch der Pass auf Alaba erfolgte, kümmerten sie sich um einen schnellen Ballgewinn. Beide verschoben aggressiv nach vorne und hinten rückten die beiden Sechser teilweise auf, um Passwege ins Zentrum abzublocken.</p>
<p>Ziel war es, dass Alaba in seiner Jugend zu schnell und riskant abspielte. Dort würde man dann den Fehlpass erobern und dynamisch nach vorne spielen. Dies war wohl mit jener Grund, wieso Alonso so hoch spielte. Seine Fähigkeiten in der Balleroberung durch Antizipation sind ungemein hoch, darum beteiligte er sich als halbrechter Sechser dermaßen unerwartet weit vorne Forechecking.</p>
<p>Da Alaba jedoch sehr gut mit Ribéry harmonierte sowie die Bayern mit Kroos und Schweinsteiger passstark waren, kam man sehr gut aus dieser Falle heraus. Die Realspieler liefen ins Leere und hatten letztlich nur den kleinen Vorteil, dass man die rechte Seite mit Lahm minimal aus dem Spiel nahm, zumindest im ersten Drittel.</p>
<p><strong>Özils Aufgaben – Zocken bei Eckbällen, Helfen bei tiefer Stellung</strong></p>
<p>Neben der unüblichen Positionierung auf dem rechten Flügel fielen einige weitere Dinge an Özils Spielweise auf. Besonders auffällig war vor der Bayernführung die Positionierung Reals bei Defensivstandards und Ecken. Man wollte hier wohl unbedingt einen Gegentreffer vermeiden und stellte sich sehr tief aus. Nahezu alle der Offensivspieler halfen, eine Ausnahme bildete ein paar Mal nur Özil.</p>
<p>Dieser bewegte sich frei vor dem Sechzehner und verfolgte die Flugrichtung des Balles. Damit wollte er zur Stelle sein, wenn der Kopfball gewonnen wurde oder man den Ball sogar unter Kontrolle bekam. Mit dieser Variante wollte Mourinho aus seiner vermeintlichen Defensivschwäche eine Stärke machen. Die Bayern würden zum Aufrücken gezwungen, die verbliebenen Defensivakteure waren ohne Zuordnung. Özil konnte den Ball behaupten und mit seiner Dynamik sowie Übersicht den Ball nach vorne tragen.</p>
<p>Im richtigen Moment könnte er auf die nachrückenden Flügelstürmer spielen und einen Konter initiieren. Die Idee dahinter war somit klar. Den Gegner bei der eigenen Schwäche herauslocken, indem man ungemein tief stand. Dadurch diese Schwäche kaschieren und im Folgenden schnell umzuschalten, als eine eigene große Stärke zu nutzen.</p>
<p>Özil spielte allerdings in der eigenen Hälfte eine weitere wichtige Rolle. Wenn Real längere Zeit nicht aus der eigenen Hälfte kam, ließ er sich stark ins Zentrum fallen. Dies geschah umeist, wenn die Bayern längere Zeit den Ball hatten oder extrem gutes Mittelfeldpressing betrieben. Dann würden sie nämlich die Passwege zusperren und Real sah sich gezwungen hinten herumzuspielen. Der deutsche Spielmacher würde dann zurückkommen, um Alonso und Ramos zu helfen. Damit hatte Real etwas, was die Bayern durchgehend hatten: drei Spielmacher, um dem gegnerischen Pressing zu entkommen.</p>
<p><strong>Half Xabis Abkippen den Bayern?</strong></p>
<p>Das Abkippen und die asymmetrische Ordnung im Aufbauspiel Reals hatte ich bereits erwähnt. Die Frage ist allerdings, ob diese den Bayern nicht sogar entgegenkam. Da die Bayern mit einer flexiblen und numerisch überlegenen Mitte agierten, konnten sie sich relativ einfach anpassen. Wenn Xabi Alonso nach hinten ging, rückte man auf und füllte seien Lücke – mit den eigenen Spielern.</p>
<p>Das bedeutete, dass Schweinsteiger und Kroos näher aneinander spielten und einen dichteren Wall vor Real formierten. Die Idee dahinter war natürlich, dass man Alonso mehr an Raum gab. Dies war zwar in der Theorie richtig, praktisch jedoch gab es einige weitere Aspekte. Besonders ist eben das Dreiermittelfeld Bayerns zu nennen und die überzeugende Leistung von Mario Gomez. Dieser war zwar mit dem Ball glücklos und konnte sich erst in der letzten Minute profilieren, taktisch war er allerdings überaus stark.</p>
<p>Mit seiner Laufstärke und Athletik drückte er Xabi Alonso in einen ungewohnten Zwischenraum. Er konnte nie auf einer Linie mit Pepé agieren und auch ein paar Meter vorne gab es Probleme. Gomez attackierte ihn von hinten und provozierte ihn zu ungewöhnlich hastigen Pässen. Von vorne warteten Kroos und Schweinsteiger nur darauf, dass Xabi mit Ball die Flucht nach vorne ergreifen würde. Bis dahin sperrten die beiden die Passwege auf Özil und Khedira, die Alonso unterstützen sollten.</p>
<p>Robbens Aufgabe war auch sehr wichtig, er schloss Ramos etwas ab, passte aber auf die Lücke zu Coentrao auf. Hier waren die Diagonalbälle möglich, doch Robben überzeugte mit Rückwärtspressing. Lahm rückte desweiteren im Wechsel mit Gustavo auf und der jeweils andere übernahm dann Ronaldo etwas enger. Generell schienen die Bayern extrem gut abgestimmt, obwohl der Spielaufbau Reals in dieser Form nicht zu erwarten war.</p>
<p><strong>Mario Gomez – Pressing, Tiefe und Diagonalläufe</strong></p>
<p>Damit dieses Pressing funktionierte, hatte Gomez unterschiedlichste Aufgaben. In der Defensive hatte er mit dem Rückwärtspressing eine sehr wichtige Aufgabe, die besonders bei gegnerischen Spielaufbau zum Tragen kam. Allerdings benötigte man die Hilfe auch, wenn Real über längere Phasen Druck aufbauen wollte. Hier würde sich Kroos ja etwas tiefer formieren und damit die Ballzirkulation unterbunden werden konnte, musste Gomez tiefer spielen.</p>
<p>Er würde dann den Ballführenden im Zentrum attackieren, während Kroos ihm mit Schweinsteiger die Passwege versperrte. Eine einfache Berührung würde ausreichen, um den Ball zu einem seiner beiden Mitspieler zu spitzeln. Sofort eine schnelle Drehung und der Bundesligatorschützenkönig in spe konnte sich nun mit Dynamik wieder nach vorne positionieren.</p>
<p>Dies war die zweite große Aufgabe Gomez‘. Er hatte die Aufgabe nach Möglichkeit beide Innenverteidiger auf sich zu ziehen. Mit konstanten Bewegungen ins Abseits hinein und wieder hinaus sowie kurzen Sprints zwischen die beiden Innenverteidiger. Mit einer relativ mittigen Position wollte er den Beiden Probleme beim Übergeben machen. Das sollte schließlich für Raum in der Mitte sorgen, weil Pepé einige Male ein paar Meter Richtung Kroos aufrückte und antizipativ verteidigte.</p>
<p>Eine letzte Aufgabe hatte Gomez, die eher ihn selbst betraf. Damit sind die Diagonalläufe bei schnellen Angriffen gemeint. Gomez bewegte sich nun vom Ballführenden weg, hinüber zur nächsten Schnittstelle. Meist zwischen Innen- und Außenverteidiger, von wo er aus den Ball in die Gasse erhalten sollte. Einmal gab es eine solche Aktion, die extrem gefährlich wurde, ein paar mehr hätten es bei einer offeneren Spielweise Reals werden können.</p>
<p><strong>Reals Abkehr von der Raumaufteilung im zentralen Mittelfeld &#8211; Reals breite Doppelsechs </strong></p>
<div id="attachment_8272" class="wp-caption alignright" style="width: 289px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-vs-Real-Madrid-Gefahrenbereiche.png"><img class=" wp-image-8272  " title="Bayern vs Real Madrid - Gefahrenbereiche" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-vs-Real-Madrid-Gefahrenbereiche.png" alt="" width="279" height="379" /></a><p class="wp-caption-text">eine kurze Gegenüberstellung der Systeme und ihrer Spielweisen. Die roten Räume sind jeweils jene Schlüsselpositionen Reals. Alonso und Khedira gingen auf außen, sie deckten oft dort ab. Ronaldo beackerte hier einen offensiven Raum, defensiv jedoch nicht. Ganz anders als Ribéry, dessen Raum (lila) war offensiv und defensiv größer als der seines portugiesischen Pendants. Der grüne Raum zeigt den Raum für Kroos und Schweinsteiger an, wo sie Bälle erhalten konnte, weil die gegnerischen Sechser manchmal zu breit standen</p></div>
<p>Normalerweise spielt Real mit einer engen Doppelsechs, welche sich in einen vertikalen und horizontalen Part gliedert. Letzterer übernimmt die spielgestalterischen Aufgaben, ersterer die Spielweise als box-to-box-player. Dieses Mal war es trotz der klassischen Besetzung anders. Khedira spielte auf einer Höhe mit Alonso und tauschte Positionen. Alonso rückte weit mit nach vorne auf und spielte im Verbund mit seiner Rolle als tiefliegender Spielmacher extrem vertikal.</p>
<p>Ein weiterer Aspekt fand sich auch in der klassischen Defensivarbeit wieder. Beim Pressing schob man logischerweise nach, doch nach Bayerns Sieg über die erste Pressingwelle gab es weitere Aufgaben. Sowohl Alonso als auch Khedira schoben weit auf die Außen.</p>
<p>Damit wollte Mourinho seine Außenverteidiger unterstützen. Khedira spielte deswegen eben auf halblinks, damit er gegen Robben helfen und Ronaldo entlasten konnte. Alonso wurde auf halbrechts gestellt, weil er mit Di Maria einen defensivstärkeren Vordermann hatte. Desweiteren spielte Arbeloa etwas konservativer als Coentrao und man dachte, dies würde ausreichen –auch wegen seiner Einschätzung Alabas.</p>
<p>Problematisch war allerdings hier ein weiteres Mal das Dreiermittelfeld der Bayern. Ribéry und Alaba kombinierten toll, Schweinsteiger und Kroos agierten tief und boten sich an. Diese beiden wurden von Alonso schwer aus dem Spiel genommen, während Khedira dies überraschend gut machte. Besonders gegen Schweinsteiger schien er dessen Laufwege zu erahnen.</p>
<p>Übrigens mit ein weiterer Grund, wieso es Robben schwerer als Ribéry hatte. Khedira kennt nämlich Kroos wie auch Schweinsteiger aus der Nationalmannschaft und war deswegen im direkten Zweikampf effektiver, als es Alonso hätte sein können.</p>
<p><strong>Unterschiedliche Aufgaben im Raum bei Real Madrid</strong></p>
<div id="attachment_8273" class="wp-caption alignleft" style="width: 294px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-vs-Real-Madrid-Isolation.png"><img class=" wp-image-8273  " title="Bayern vs Real Madrid - Isolation" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-vs-Real-Madrid-Isolation.png" alt="" width="284" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">obwohl man so schöne klare Aufgaben hatte und taktisch ein interessantes Konzept mitbekommen hatte, wurde man von den Bayern effektiv voneinander isoliert</p></div>
<p>Besonders interessant war es, wie bei Real die Verantwortungsbereiche im Offensivspiel raumorientiert aufgeteilt waren. Normalerweise sind diese relativ zufällig gewählt, hier konnte man jedoch aufgrund der Spielertypen und ihrer Laufwege von einer klaren Kategorisierung sprechen.</p>
<p>Mittelstürmer Benzema betätigte sich als Raumschaffer, der Lücken für die Spieler hinter ihm öffnen sollte. Di Maria hatte die Aufgabe, Lücken zu füllen. Damit ist gemeint, dass er nicht jene von Benzema geöffneten wieder zudecken sollte, sondern die Defensive um sie herum absicherte, während er sich gleichzeitig im Spiel nach vorne anbot. Dies erfordert neben hoher Spielintelligenz sehr viel Athletik.</p>
<p>Nun hatte man also zwei Komponenten gegeben: jemanden, der offensiv Räume schafft und jemanden, der defensiv wie offensiv für Sicherheit sorgt. Die Frage lautete nun, was man mit den Räumen tun sollte. Hier kamen Ronaldo und Özil ins Spiel. Letzterer war der Raumdeuter, er bewegte sich mit Ball langsam und man konnte ihm die Nachdenklichkeit ansehen. Jeder Pass sollte geplant sein und einem freien Mann zugespielt werden.</p>
<p>Dass dieser freie Mann Ronaldo sein sollte, war die Aufgabe der anderen Offensivspieler. Ronaldo ist der Raumnutzer bei Real Madrid, der sich in Szene setzen soll – um dem Kollektiv mit dem Erringen des Sieges zu helfen.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Ein unglaublich gutes Spiel, dessen Eindruck etwas unter dem geringeren Tempo in der zweiten Halbzeit litt. Der Ausgleichstreffer stand allerdings für eine Symbiose aller taktikrelevanten Faktoren. Man setzte Schweinsteiger unter Druck, Xabi hatte viel Raum, Di Maria kreuzte und Benzema ging auf die Seite. Ronaldo infiltrierte den Raum und wurde frei gespielt, während Raumdeuter Özil letztlich davon profitierte. Eine fast perfekte Umsetzung des Planes, den Mourinho im ganzen Spiel sehen wollte.</p>
<p>Allerdings hatten die überaus starken Bayern etwas dagegen. Sie bewegten sich gut, kämpften und überzeugten eigentlich in allen Belangen. Die Flügelstürmer waren defensiv stark, die Außenverteidiger konnten offensiv überzeugen. Sogar Mourinhos Wechsel vermochten nichts mehr auszurichten. Marcelo kam rein und sollte Ronaldo unterstützen, es hatte keinen Erfolg. Granero kam für Özil, um mehr Geradlinigkeit und Arbeit ins Spiel zu bringen, auch dies scheiterte.</p>
<p>Heynckes hingegen hatte mit seiner Einwechslung mehr Glück, Müller brachte etwas mehr Feuer in die Partie. Allerdings sollte indirekt doch Mourinho das Spiel entscheiden. Als Ronaldo letztlich auf die Seite Alabas ging, konnte Lahm noch stärker aufspielen. Das Tor in der letzten Minute war nicht zuletzt der Verdienst einer tollen Vorarbeit des Rechtsverteidigers. Im Rückspiel stehen die Chancen nun sehr gut, wenngleich es ein heißer Tanz wird. Eine 1:0-Niederlage könnte schon ausreichen, doch wer will nach einem solchen Spiel schon daran denken?</p>
<p><em><a href="http://fussball.zdf.de/ZDFsport/inhalt/5/0,5676,8508421,00.html">Noch ein paar interessante Punkte kann man übrigens bei unserer Kurzanalyse auf der Seite des ZDF nachlesen</a>.</em></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8266&amp;md5=4ef3f6489e8ebe5b12e934d3a1ee6322" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>FC Schalke 04 &#8211; Borussia Dortmund 1:2</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 12:16:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>PP</dc:creator>
				<category><![CDATA[Borussia Dortmund]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[FC Schalke 04]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Derby, das taktisch nicht viel zu bieten hatte, dafür aber sehr intensiv war. Der BVB dreht das Spiel, ohne dabei zu glänzen. Schalke hat nach dem Dortmunder Führungstor nichts mehr entgegenzusetzen. Auf beiden Seiten war die gewohnte Mischform aus 4-4-1-1 und 4-2-3-1 zu sehen. Jürgen Klopp änderte sein Team im Vergleich zum Spitzenspiel am [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><div id="attachment_8247" class="wp-caption alignright" style="width: 364px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/SchalkeBVB12GRAPHIC.png"><img class=" wp-image-8247" title="SchalkeBVB12GRAPHIC" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/SchalkeBVB12GRAPHIC.png" alt="" width="354" height="482" /></a><p class="wp-caption-text">Startformationen - Schalke im breiten, der BVB im engen 4-4-1-1/4-2-3-1</p></div>
<p>Ein Derby, das taktisch nicht viel zu bieten hatte, dafür aber sehr intensiv war. Der BVB dreht das Spiel, ohne dabei zu glänzen. Schalke hat nach dem Dortmunder Führungstor nichts mehr entgegenzusetzen.<span id="more-8233"></span></p>
<p>Auf beiden Seiten war die gewohnte Mischform aus 4-4-1-1 und 4-2-3-1 zu sehen.</p>
<p>Jürgen Klopp änderte sein Team im Vergleich zum Spitzenspiel am vergangenen Mittwoch auf zwei Positionen. Bender und Santana ersetzten Kehl und Subotic. Die Dreierreihe hinter Lewandowski spielte wie gewohnt recht eng beieinander und sollte so Räume für die vorstoßenden Außenverteidiger schaffen.</p>
<p>Bei Schalke agierten Christoph Moritz und Jermaine Jones auf der Doppelsechs. Während Moritz zumeist absicherte und Löcher stopfte, spielte Jones als klassischer box-to-box-player, der mit seinen horizontalen Läufen für Unterstützung der Offensive sorgen sollte. Raul agierte hinter Huntelaar, die beiden Außen Farfan und Draxler machten das Spiel sehr breit.</p>
<p>Beide Trainer ließen ein ähnliches System spielen, jedoch war die Interpretation grundsätzlich verschieden. Während Schalkes Flügelspieler sehr breit stehen sollten, hatten Dortmunds Außen die Aufgabe, nah an Lewandowski und Kagawa zu rücken. Schalke wollte so zu Flanken kommen, der BVB hingegen war auf schnelle Kurzpasskombinationen der vier Offensivspieler aus.</p>
<p><strong>Probleme im Spielaufbau</strong></p>
<p>Beide Mannschaften attackierten recht früh, was für ein sehr zerfahrenes Spiel sorgte. Obwohl oftmals nur der jeweilige Stürmer presste, sorgte dies für viele unkontrollierte lange Bälle. Der für Bundesligaverhältnisse katastrophale Rasen war wohl der Grund für die übertrieben anmutende Vorsicht im Spielaufbau. Normalerweise sollte ein einzeln pressender Stürmer leicht überspielt werden können, jedoch wollte keine der Mannschaften das Risiko eingehen, Bälle in der eigenen Hälfte zu verlieren. So ist es also erschreckend, aber eben auch nicht verwunderlich, dass die Passquoten (So4 61%, BVB 68%) enorm schwach waren.</p>
<p><strong>Schalkes Ansatz</strong></p>
<p><strong></strong>Schalke versuchte, möglichst viele Flanken in den Sechzehner des BVB zu bringen, um dort mit dem abgezockten Raul sowie dem kopfballstarken Huntelaar für Gefahr zu sorgen. Die Schalker Spieler schlugen insgesamt 33 Flanken, häufig auch dann, wenn die Option der Flanke eigentlich schon zugestellt war. So wurden viele Ecken, 13 an der Zahl, herausgeholt. Hier rückten dann die kopfballstarken Innenverteidiger Metzelder und Papadopoulos mit auf, letzterer hatte sogar die zweitmeisten Torabschlüsse im Spiel (4 Abschlüsse, Huntelaar: 5).</p>
<p>Dass Huntelaar in diesem Spiel nicht traf, ist schon verwunderlich, da die Spielanlage eigentlich genau auf ihn zugeschnitten war. Die vielen Flanken und Standardsituationen sind für einen Strafraumstürmer wie ihn eine Einladung, sich mindestens einmal entscheidend vom Verteidiger zu lösen und seine Chance zu nutzen.</p>
<p>Das besagte Lösen gelang ihm allerdings nicht so häufig, jedenfalls nicht dann, wenn die Flanken auch in seinen Raum vor dem Tor kamen. Als er in der zweiten Halbzeit nach Fuchs-Flanke zwischen Schmelzer und Hummels entwischen konnte, vergab er seine beste Torchance in diesem Spiel.</p>
<p>Spielerisch enttäuschte Schalke gegen einen defensiv guten Gegner abermals, da das zentrale Mittelfeld wenig Kreativität mit sich brachte und Raul wenig eingebunden war. Der Spanier ließ sich zwar einige Male geschickt ins Mittelfeld auch Höhe der Sechser fallen, jedoch fehlte ihm es dann vorne an Anspielstationen. Dies lag vor allem daran, dass Draxler und Farfan (ersterer mehr als letzterer) sehr breit agierten. Dadurch waren die Abstände zu Huntelaar zu groß und es war für Dortmund somit ein Leichtes, die Schalker Offensivspieler voneinander zu isolieren und dann zu doppeln. Nach ein paar missglückten Versuchen dieser Art beließ es Raul bei seinen Ausflügen ins defensiven Mittelfeld dabei, das Spiel &#8220;nur&#8221; horizontal zu verlagern, was Jones und Moritz zu selten taten.</p>
<p>Jones konnte jedoch mit seiner Dynamik einige Male für Ansätze von Gefahr sorgen. Seine kraftvollen Vorstöße waren gut, aber auch nicht ohne Risiko: Wenn man mit dem Ball durchs zentrale Mittelfeld rennen möchte, sollte man ihn gerade gegen den BVB nicht verlieren. Jones´ Mut zu diesen Läufen hatte einen positiven Effekt auf die Schalker Spielanlage, da die Dortmunder das Zentrum weiter verdichteten, um weniger Raum für die Vorstöße zu gewähren. So hatten besonders die Außenverteidiger mehr Zeit am Ball, was Schalke angesichts des Plans mit vielen Flanken natürlich in die Karten spielte.</p>
<p><strong>Vorsicht und Kraftsparen als oberstes Gebot &#8211; die Spielweise des BVB</strong></p>
<p>Nach dem kraftraubenden Spiel gegen Bayern und mit Blick auf die Tabellensituation wirkte es so, als hätte Jürgen Klopp ein 0:0 gerne in Kauf genommen.</p>
<p>Die Dortmunder standen relativ tief und gingen wie oben bereits erwähnt wenig Risiko im Spielaufbau, um technische Fehler auf dem schlechten Untergrund weitesgehend zu vermeiden. Die zweiten Bälle nach den langen Pässen auf Lewandowski wurden zwar von Großkreutz, Kagawa und Kuba verfolgt, jedoch rückten die Spieler dahinter heute nicht so konsequent auf, wie man es eigentlich vom BVB kennt.</p>
<p>Das Kreieren von Chancen fiel den Dortmundern in diesem Spiel extrem schwer, was auch an der für BVB-Verhältnisse nicht überragenden Gesamtlaufleistung von 113.6 km (zum Vergleich: gegen Bayern waren es fast 8km mehr) gelegen hat. Die Unterstützung der nachrückenden Spieler war häufig nicht gegeben, sodass man mit 4-5 angreifenden Spielern den beiden Schalker Viererketten (und manchmal noch zusätzlich Raul) gegenüber sah. Dass Dortmund nur 3 erfolgreiche Pässe in den Schalker Strafraum spielte, unterstreicht noch einmal, wie schwer es für den BVB an diesem Tag war.</p>
<p><strong>Tore fallen nach Standardsituationen</strong></p>
<p>Viele geklärte oder abgeblockte Flanken und viele Fouls (insgesamt 38; vgl. BVB-Bayern: 19) führten unweigerlich zu zahlreichen Standardsituationen, die das Spiel letztlich entscheiden sollten. Obwohl Schalke zusammen mit Bayern München die gefährlichste Mannschaft nach eigenen Standards ist, konnten sie 13 Ecken und mehr als eine Hand voll Freistöße aus guter Position nur zu einem Tor nutzen.</p>
<p>Sie kamen zwar häufig an den Ball, wie die oben erwähnte Abschlussstatistik (Papadopoulos, Huntelaar) zeigt, jedoch konnten sie selten wirkliche Gefahr erzeugen. Bis auf wenige Ausnahmen (2xHuntelaar) waren die jeweiligen Gegenspieler bei allen Hereingaben &#8220;eng dran&#8221;, was das platzierte Verwerten einer Flanke selbstverständlich erschwert. Mit guter Organisation, physischer Präsenz sowie einer Portion Glück &#8211; ich denke, Huntelaar macht normalerweise 1-2 Tore in so einem Spiel &#8211; konnte Dortmund alle Standardsituationen des Gegners klären, mit Ausnahme des unglücklichen Führungstors durch Farfan.</p>
<p>Dass Dortmund beide Tore nach Ecken erzielte, klingt einerseits ironisch, ist angesichts des mangelnden Durchsetzungsvermögens der Schalker an diesem Tag nicht unbegründet. Vor dem ersten Tor durch Piszcek hatten sie mehrere Male die Möglichkeit, den Ball zu klären, schaffen dies aber nicht und ermöglichen dem Polen einen Sonntagsschuss. Beim zweiten Tor sind sich Huntelaar und Fuchs scheinbar nicht wirklich einig, wer Kehl beim Eckball übernehmen soll. Da Metzelder dies sieht, rückt er ein und versucht zu retten. Dass der Ball von seiner Hand perfekt in Kehls Lauf springt, ist dass Pech bzw. Glück.</p>
<p><strong>Nach dem 1:2</strong></p>
<p><strong></strong>Nach dem Führungstor für Dortmund wirkte Schalke dermaßen geschockt, dass sie gar keine Gefahr mehr erzeugen konnten. Der BVB verstand es nun gut, das Spiel etwas zu beruhigen und den Ball etwas länger zu halten. Man spielte viele sichere Pässe in der eigenen Hälfte, was Schalke seltsamerweise nicht wirklich zu stören schien. Ein geordnetes Pressing war ebenso wenig zu sehen wie ein verzweifeltes Aufbäumen in der Schlussphase.</p>
<p>Gerade mit diesem Spielabschnitt dürfte Stevens so seine Probleme haben. Zwar versuchte er mit Pukki und Höger für Draxler und Moritz mehr Dynamik ins Spiel zu bringen, allerdings verpuffte diese Idee. Schalke fehlte ein Ideengeber im Zentrum, der dem eigentlich guten Plan, konsequent über Außen zu spielen, eine neue Dimension gegeben hätte: Spielverlagerungen fanden nämlich so gut wie nie statt, sodass Dortmund ruhigen Gewissens sehr weit zum Ball verschieben konnte. Dadurch, dass die vier zentralen Positionen mit Papadopolous, Metzelder, Jones und Moritz/Höger, allesamt keine ausgewiesenen Passspieler, besetzt waren, dauerten die Seitenwechsel viel zu lang und Dortmund begegnete den Blauen stets in Überzahl. Meiner Meinung nach wäre Holtby ein guter Spieler für diese Situation gewesen, da er im Vergleich zu Moritz/Höger kaum Dynamik einbüßt, zusätzlich aber noch ein besserer Passspieler ist.</p>
<p>Eine weitere Variante wäre die Umstellung auf eine Raute  gewesen, in der Holtby als tiefliegender Spielmacher hinter Raul agiert hätte. Jones und Höger (oder sogar Farfan) hätten dann auf den Halbpositionen für die Unterstützung der Außenverteidiger und der Stümer (Huntelaar+Pukki/Marica) sorgen können. Dieser Ansatz hätte zwar eine Abkehr vom eigentlichen Matchplan dargestellt, allerdings wäre eine Verwirrung Dortmunds durchaus möglich gewesen, da diese sich ja recht gut auf die von vielen Flanken und Standards getragene Spielweise reagiert hatten.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Das Derby war taktisch nicht sehr anspruchsvoll und spielerisch &#8211; nicht zuletzt wegen der Platzverhältnisse &#8211; auf armen Niveau. Dennoch war es interessant zu sehen, wie Dortmund ein solches unangenehmes Spiel über die Bühne brachte. Das Spiel gegen Bayern war physisch und sicher auch psychisch sehr anstrengend, die Atmosphäre in der Veltins-Arena aufgeheizt, der Rasen schlecht, und Schalke mit der konsequenten Umsetzung des Plans (Flanken &#8211;&gt; Standards &#8211;&gt; Flanken) ein sehr undankbarer Gegner. Die platt klingende Phrase &#8220;solche Spiele muss man gewinnen, um Meister zu werden&#8221; trifft hier wohl mehr zu denn je.</p>
<p>Schalke hat nun also bis auf eine Ausnahme (1:0 gegen Gladbach in der Hinrunde) sämtliche Spiele gegen Gladbach, Bayern und Dortmund verloren und konnte in den seltensten Fällen überzeugen. Die individuelle Klasse (im Angriff) ist zwar vorhanden, ebenso eine physisch starke und bei Standards gefährliche Mannschaft, jedoch sind die Probleme in den Bereichen Kreativität und Pressing unübersehbar. Fairerweise muss man Stevens aber zu Gute halten, dass er viele Verletzte zu beklagen hatte, was das Einstudieren von Automatismen im Spielaufbau sowie im letzten Drittel sehr erschwert.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8233&amp;md5=0c74056588f2e8ffc3822889d96852d3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hamburger SV &#8211; Hannover 96 1:0</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Apr 2012 21:25:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburger SV]]></category>
		<category><![CDATA[Hannover 96]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach teilweise desolaten Leistungen feierte der Hamburger SV seine Wiederauferstehung. Dieses Mal spielte man gegen Hannover 96 und sah sich somit einer schweren Aufgabe gegenüber. Die aggressiven und laufstarken Spieler von Mirko Slomka schienen gegen die psychisch ausgelaugte Mannschaft Finks klare Vorteile zu besitzen, desweiteren hatten sie als Auswärtsmannschaft den Vorteil ihrer Spielphilosophie gänzlich folgen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Nach teilweise desolaten Leistungen feierte der Hamburger SV seine Wiederauferstehung.<span id="more-8226"></span> Dieses Mal spielte man gegen Hannover 96 und sah sich somit einer schweren Aufgabe gegenüber. Die aggressiven und laufstarken Spieler von Mirko Slomka schienen gegen die psychisch ausgelaugte Mannschaft Finks klare Vorteile zu besitzen, desweiteren hatten sie als Auswärtsmannschaft den Vorteil ihrer Spielphilosophie gänzlich folgen zu können. Diese besteht darin, dass man sich tief zurückzieht, dann mit kurzen intensiven Pressingaktionen vor der Abwehr den Ball erobert und sich in weiterer Folge schnell in den geöffneten gegnerischen Raum spielt. Dies wurde gegen Hamburg allerdings ad absurdum geführt, da diese durchgehend schnell nach vorne spielten, kämpften und eine Seite überluden. Es war eines der sehr wenigen Spiele Hannovers, insbesondere auswärts gegen einen Gegner, der eigentlich attackieren musste, wo sie mehr Ballbesitz als der Gegner hatten. Die Folge war, dass man den Großteil des Spiels kaum eine Chance hatte.</p>
<p><strong>Wechselwirkung der jeweiligen Formationen </strong></p>
<p>Die Gäste fingen mit ihrem kompakten 4-4-2 an, welches zwischen Abwehr und Mittelfeld mit dem Pressing beginnen sollte. Haggui und Pogatetz spielten eng aneinander, hatten jedoch mit Berg und Son zwei sehr lauffreudige und relativ komplette Mittelstürmer als Gegenspieler. Damit kamen sie schwerlich klar, da insbesondere Pogatetz eher der rustikale Innenverteidiger alter Schule ist. Im Gegensatz zu Son, welcher sogar als Flügelstürmer oder hängende Spitze auflaufen kann, stellt Pogatetz einen „starren Spieler“ dar, der sich zumeist nur auf einige wenige Aufgaben konzentriert und diese dann aber zumindest gewissenhaft erfüllen kann.</p>
<div id="attachment_8227" class="wp-caption alignleft" style="width: 294px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Hamburg-vs-Hannover-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-8227  " title="Hamburg vs Hannover - Grundformationen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Hamburg-vs-Hannover-Grundformationen.png" alt="" width="284" height="379" /></a><p class="wp-caption-text">Systeme zu Spielbeginn</p></div>
<p>Rechts begann Cherundolo und links Pander, somit zwei eher offensive Außenverteidiger. Dies hatte allerdings keinen wirklichen Effekt, da Cherundolos Vordermann nur selten nach vorne kam, während Rausch zwar viel lief und sich präsent zeigte, dennoch Pander in seinen Offensivvorstößen nur teilweise unterstützen konnte. Dennoch war es die linke Seite Hannovers, die sich noch am ehesten in Spiellaune zeigte. Die Doppelsechs bildeten Pinto und Schulz, die beide sowohl offensive als auch defensive Aufgaben übernahmen. Sie mussten allerdings beide stark nach rechts verschieben, weil die Angriffe Hamburgs zumeist über diese Seite kamen und man dort numerisch unterlegen war. Wichtig war es für den HSV, dass man Pinto von der freien Seite abschloss und dort lediglich Schulz helfen konnte – doch selbst dieser hatte seine Probleme und war teilweise isoliert. Abhilfe dafür hätte Schlaudraff schaffen können. Er spielte vorne mit Ya Konan im Sturm und hätte die Aufgabe gehabt, sich etwas tiefer zu positionieren und das Mittelfeld zu entlasten. Ob auf dem rechten Flügel oder zentral in der Tiefe, mit seiner Technik wären hier mehrere Möglichkeiten offen gewesen. Genutzt wurde allerdings keine davon, da er keinen sonderlichen guten Tag zeigte. Ya Konan, der diese gleiche Position ebenfalls schon einmal gespielt hatte (und dies überaus ansprechend), musste nach Dioufs Verletzung den Posten als vorderster Stürmer in nahezu allen Situationen besetzen. Deswegen kam er allerdings selten zu guten Aktionen, man fütterte ihn schließlich nur selten mit akzeptablen Pässen und selbst dann fand er eine gegnerische Überzahl vor.</p>
<p><strong>Überladen einer Seite</strong></p>
<p>Beide Mannschaften fokussierten das Flügelspiel, wirklich effektiv war es nur bei den Hausherren. Diese überluden zwar die linke Seite, waren jedoch rein statistisch über beide Seiten relativ ähnlich unterwegs. Ein genauerer Blick erklärt, wieso. Indem sowohl Aogo als auch Jansen sehr offensiv und breit spielten, verschob man das gesamte Abwehrspiel Hannovers nach links. Zentral hatte man mit Jarolim oder manchmal Rincon eine weitere Anspielstation, die auf die Halbposition schob, während Son nach Lücken suchte. Dadurch und aufgrund der generellen Hannoveraner Spielphilosophie zog man die Gäste extrem auf diese Seite und wenn man dort den Ball verlor, konnten sie sich aufgrund ihrer Spielweise nicht befreien. Sie versuchten letztlich zu schnell durch eine extrem dichte Masse an gegnerischen Spielern zu kommen, was zum Scheitern verurteilt war. Die Hamburger konnten in weiterer Folge den Ball zurückerobern und spielten schnell zurück.</p>
<p>Hannover musste sich oftmals in unglückliche Ballstafetten vor dem eigenen Tor verirren, die aufgrund ihrer mangelnden Fähigkeiten und Erfahrung selten einen neuen und geregelten Spielaufbau aus der Tiefe nach sich zogen. Besonders gut sah man den Erfolg des Hamburger Attackierens und Überladens in der Statistik der Abschlüsse. Hannover schoss nämlich nicht ein einziges Mal von der rechten Seite auf den Kasten Drobnys, 57% der Versuche kamen aus der Mitte, der Rest von links. Über links hatte man ohnehin etwas mehr Raum, da Bruma tiefer spielte und nach Vorrücken Rincons eine Dreierkette bildete. In Ballbesitz machte er das Spiel zwar wie Aogo breit, hatte sonst aber eher wenig mit dem Deutschen gemeinsam. Der Niederländer rückte natürlich einige Male mit nach vorne, es entsprach dennoch nicht der Hamburger Ausrichtung oder seinem eigenen Naturell. Darunter musste Ilicevic etwas leiden, der sich bemühte, aber den Umständen entsprechend keine gute Leistung zeigen konnte. Dafür fehlte es schlichtweg an Unterstützung und den nötigen Kombinationspartnern nach vorne. Es waren letztlich die Rochaden Sons und die Querpässe nach ballorientierter Raumdeckung Hannovers, die den Hamburgern ihre Chancen über die rechte Seite und die Mitte einbrachten. Zwar war über ein Viertel der HSV-Angriffe über den linken und nur ein Fünftel über den rechten Flügel abgeschlossen, die meisten kamen aber nach Pässen auf Berg und Son – mehr als die Hälfte der Torversuche wurde schließlich von der Statistik aus dem Zentrum erfasst.</p>
<p><strong>Kampfgeist bei den Hamburgern</strong></p>
<p>Entscheidender als die Taktik war vermutlich der Siegeswille des HSV. Die Nordstädter schienen wie ausgewechselt, attackierten aggressiver, kämpften verbissener und spielten sehr schnell nach vorne. Eine höhere Passgenauigkeit als Hannover bei niedrigerem Ballbesitz spricht Bände. Es lässt darauf schließen, dass man die Gäste schnell unter Druck setzte und selbst ungemein direkt nach vorne spielte, ohne groß an Präzision zu verlieren. Generell konnte man an keinem HSV-Akteur wirklich was aussetzen, lediglich Ilicevic enttäuschte etwas, spielte letztlich aber auf einer sehr schweren Position an diesem Tag. Die Gäste hingegen hatten eine unzureichende Ausstrahlung, die Körpersprache schien daruaf hinzudeuten, dass man dieses Spiel nicht wirklich gewinnen wollte. Eine bessere Schlussphase mit mehr Elan sorgte zwar für ein Umdenken beim neutralen Beobachter, alles in allem war der Sieg für die Hamburger mehr als verdient. Man hatte 8:1 Schüsse auf das Tor und versuchte doppelt so oft zum Torerfolg zu kommen (15:7). Ein verdienter Sieg für den gebeutelten Hamburger Sportverein.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8226&amp;md5=eab8782cf76cdbee44cdec1c6063efa5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>FC Bayern München &#8211; FSV Mainz 05 0:0</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2012/04/15/fc-bayern-munchen-fsv-mainz-05-00/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Apr 2012 09:38:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayern München]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[FSV Mainz 05]]></category>

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		<description><![CDATA[Man hatte die Meisterschaft wohl schon abgeschenkt. Darauf deutete zumindest Jupp Heynckes‘ Aufstellung hin, welcher einige Stammspieler für das Real-Spiel schonte. Die nominell großen Namen spielten zumeist nur, um wieder Selbstvertrauen zu tanken oder sich Spielpraxis zu holen, hierbei kann man natürlich Arjen Robben und Bastian Schweinsteiger nennen. Im Interview mit Sky sagte Heynckes bereits, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Man hatte die Meisterschaft wohl schon abgeschenkt.<span id="more-8220"></span> Darauf deutete zumindest Jupp Heynckes‘ Aufstellung hin, welcher einige Stammspieler für das Real-Spiel schonte. Die nominell großen Namen spielten zumeist nur, um wieder Selbstvertrauen zu tanken oder sich Spielpraxis zu holen, hierbei kann man natürlich Arjen Robben und Bastian Schweinsteiger nennen. Im Interview mit Sky sagte Heynckes bereits, dass die Dortmunder ein verdienter Meister seien und schließlich agierten die Bayern so, wie ihr Trainer sich im Interview zeigte. Ruhig und der Situation bewusst spielten sie ihren Stiefel herunter und hatten fast 80% Ballbesitz, Großchancen gab es dennoch nicht en masse. Dies lag daran, dass die Zielstrebigkeit fehlte und die Mainzer mit etwas Glück und viel Laufarbeit (über 7 Kilometer mehr als die Bayern) einige Male noch im letzten Moment den Ball erobern konnten. Bei den Gästen ging allerdings nur wenig nach vorne, obwohl die Bayern sich teilweise im Zweikampf ungemein passiv zeigten (nur fünf Fouls), konnten die Gäste keinen einzigen wirklichen Torschuss herausspielen. Das Ballbesitzspiel der Bayern drückte sie zu weit nach hinten hinein und man konnte nicht schnell genug nach vorne kommen, um wirklich gefährlich zu werden.</p>
<p><strong>Die Bayern – ein Ausblick in die Zukunft?</strong></p>
<div id="attachment_8221" class="wp-caption alignleft" style="width: 294px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-vs-Mainz-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-8221  " title="Bayern vs Mainz - Grundformationen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-vs-Mainz-Grundformationen.png" alt="" width="284" height="379" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen zu Beginn des Spiels</p></div>
<p>Die Bayern rückten trotz einigen Spielern der zweiten Garnitur nicht von ihrem üblichen System ab. In einem 4-4-2/4-2-3-1-Hybrid spielte man das gewohnte Kurzpassspiel mit eingestreuten lagne Bällen, die aber relativ wirkungslos waren. Ivica Olic, der als Mittelstürmer begann, kann solche Bälle nur selten behaupten und die Gegner der Bayern stehen zumeist so tief, dass sich keine Räume für tödliche Pässe dieser Art finden. Ohne Mario Gomez vorne fehlte es teilweise auch an der Präsenz, obwohl Olic natürlich wie gewohnt kämpfte. Er wurde zwar in der sechzigsten Minute ausgewechselt, hatte dennoch die meisten Sprints aller Spieler in dieser Partie und hochgerechnet wäre er gar auf 12,3 Kilometer Laufdistanz gekommen. Ein hypothetischer Spitzenwert, damit wäre er knapp vor Elkin Soto mit 12,2 Kilometern gelandet. Bei den Bayern war es der lange rekonvaleszente Schweinsteiger mit etwas über 11,5 Kilometern, der den Spitzenplatz für sich beanspruchen durfte. Ein weiterer Vorteil Olics neben seiner läuferischen Fähigkeiten ist natürlich die Möglichkeit, dass er auf die Flügel ausweicht und zentral Platz macht.</p>
<p>Dies geschah meist im Verbund mit Thomas Müller, der sich ungemein viel ohne Ball bewegte und sehr oft Arjen Robben die Position als hängender Stürmer überließ. Der Niederländer zeigte sich nach seinem verschossenen Elfmeter sichtlich motiviert und war überall auf dem Platz wiederzufinden, elf Kilometer sowie über 80 Ballkontakte sind für ihn ein überdurchschnittlicher Wert. Nichtsdestotrotz fehlte es in an diesem Spiel etwas an der Unterstützung seiner Mitspieler, dazu kam, dass er nicht so unbekümmert war wie in seinen besten Spielen. Zu selten schloss er selbst ab oder verpasste den richtigen Zeitpunkt zum Abspiel.</p>
<p>Da sich Müller, Olic und insbesondere Robben ungemein frei bewegten und ihre Positionen tauschten, hatte Heynckes mit Alaba auf der linken Flügelstürmerposition einen richtigfüßigen und sehr kombinationsstarken Spieler aufgestellt. Der Österreicher ist lauf- wie defensivstark und das Gegenteil eines egoistischen Spielers, was dafür sorgen sollte, dass sowohl Müller, als auch Olic und Robben eine sichere Anspielstation auf links hatten. Alaba rückte einige Male ein und ließ Contento hinterlaufen, welcher als Linksverteidiger spielte.</p>
<div id="attachment_8222" class="wp-caption alignright" style="width: 294px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-vs-Mainz-erstes-Drittel.png"><img class=" wp-image-8222  " title="Bayern vs Mainz - erstes Drittel" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-vs-Mainz-erstes-Drittel.png" alt="" width="284" height="211" /></a><p class="wp-caption-text">im Idealfall eröffnete man das Spiel so. Nach dem ersten Pass auf eine Seite schob die andere aber zumeist sofort etwas ein</p></div>
<p>Auffällig war jedoch, dass der stark spielende Contento und Rafinha auf der gegenüberliegenden Seite der Viererkette hoch aufrückten, sich einige Male aber ins Zentrum bewegten. Anstatt das Spiel breit zu machen, worunter besonders der rochierende Müller litt, gingen sie oft ins Mittelfeldzentrum und verdichteten dort den Raum.</p>
<p>Im Spielaufbau waren sie relativ breit, allerdings nur auf der ballnäheren Seite. Die Innenverteidiger machten das Spiel ohnehin extrem breit und Schweinsteiger ließ sich nach hinten fallen. Damit organisierte man sich im Aufbauspiel mit einer Dreierkette und einer weiteren Dreierkette davor. Tymoshchuk spielte zentral und bewegte sich viel, während oftmals Robben zurückkam und sich ebenfalls im Mittelfeld anbot. Contento und Rafinha rückten auf, während Schweinsteiger erst nach dem Aufrücken des Balles ins zweite Spielfeld sich wieder zwischen den beiden Innenverteidigern wegbewegte. Zumeist ging er dann auf die Halbpositionen, vorrangig links, wo er Lücken stopfte und die Außenspieler beim Vorrücken unterstützte. Diese Positionierung war weiterhin ungemein wichtig, damit er unter Pressing des Gegners weite Diagonalbälle zur Spielverlagerung auf die andere Seite spielen konnte.</p>
<p><strong>Das Mainzer Problem</strong></p>
<div id="attachment_8223" class="wp-caption alignleft" style="width: 294px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-vs-Mainz-zweites-Drittel.png"><img class=" wp-image-8223  " title="Bayern vs Mainz - zweites Drittel" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-vs-Mainz-zweites-Drittel.png" alt="" width="284" height="189" /></a><p class="wp-caption-text">Bayerns Enge mit vielen eingestreuten langen Bällen machte den Mainzern das Leben schwer</p></div>
<p>Eigentlich schlagen sich die Mainzer gegen den großen FC Bayern immer sehr gut, was zumeist an ihrem guten Mittelfeldpressing sowie dem schnellen Umschalten lag. Auch mit dem Abwehrpressing hatten sie Erfolg, doch dieses Mal gab es kaum Torchancen. Woran das lag? Nun, die Mainzer spielen ein numerisch unterlegenes, dafür aber sehr schnelles Offensivspiel. Das Ziel ist es, dass man Schnittstellen sucht und trotz weniger Mann in der Offensive gegen große Gegner zu Chancen kommt, indem die einstudierten Laufwege extrem schnell bespielt werden. Beispielsweise ist hier Szalais Ausweichen zwischen Außenverteidiger und Innenverteidiger mit darauffolgendem blitzschnellem Antritt nach vorne in den Raum zu nennen.</p>
<p>Da man dieses Mal allerdings extrem tief hinten stand und nur wenige Bälle sah, kam man zumeist gar nicht so weit. Das Umschalten funktionierte ohnehin nur mittelmäßig (für Mainzer Verhältnisse) und sie wurden durch die hoch aufgerückten und stark ballseitig spielenden Münchner voneinander isoliert.</p>
<p>Interessant zu sehen war es, wie Thomas Tuchel seine Mannschaft nach vorne zu scheuchen versuchte. Er gestikulierte und schrie, man solle sich weiter vorne positionieren und mit dem Pressing früher beginnen, allerdings konnten die Münchner immer den sicheren Pass anbringen. Schweinsteiger bewegte sich viel und bot sich tief als sicherer Posten an, Badstuber rückte teilweise mit auf und der gegenüberliegende Außenverteidiger schob ballorientiert mit, um Kurzpassstafetten schneller abschließen zu können. Die berühmten Mainzer Konter kamen kaum zum Tragen und es fehlte letztlich an einer Sache, die auch dem Rekordmeister abging: der Zielstrebigkeit und dem unbedingten Willen des gesamten Kollektivs. Später kamen sogar noch Ribéry und Gomez, die etwas versuchten, letztendlich waren die Mainzer entweder da oder die Bayern schienen nicht gewollt, ihre Überlegenheit zu nutzen.</p>
<p><em>Die Daten, Grafiken und Statistiken ohne expliziten Verweis sind von bundesliga.de und espn. </em></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8220&amp;md5=8c718a55a9ebfa309f3aee507b1e6ae9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Liverpool FC &#8211; Everton FC 2:1</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2012/04/14/liverpool-fc-everton-fc-21/</link>
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		<pubDate>Sat, 14 Apr 2012 20:30:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Premier League]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit geschickter Überlegenheit auf rechts überzeugte Everton zunächst – doch nach der kuriosen Führung agierte man zu defensiv und wurde schließlich von Liverpools Flanken, hohen Bällen und Standards erdrückt. Es war wieder Derby-Zeit – im ersten Halbfinale des 131. FA-Cups trafen die beiden erbitterten Rivalen von der Merseyside zum Duell in Wembley aufeinander. Bei Kenny [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Mit geschickter Überlegenheit auf rechts überzeugte Everton zunächst – doch nach der kuriosen Führung agierte man zu defensiv und wurde schließlich von Liverpools Flanken, hohen Bällen und Standards erdrückt.<span id="more-8215"></span></p>
<p>Es war wieder Derby-Zeit – im ersten Halbfinale des 131. FA-Cups trafen die beiden erbitterten Rivalen von der Merseyside zum Duell in Wembley aufeinander.</p>
<div id="attachment_8217" class="wp-caption alignleft" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/liverpool-everton.png"><img class=" wp-image-8217" title="liverpool-everton" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/liverpool-everton.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen zu Beginn des Spiels</p></div>
<p>Bei Kenny Dalglish stellt sich immer die Frage, welche Grundformation er wählt – mit gleichem Personal kann diese mehr ein 4-4-2 und ebenso mehr ein leicht asymmetrisches 4-3-3 darstellen. Für dieses Spiel wählte die schottische Liverpool-Legende erstere Variante aus und ließ somit die gleiche Formation wie sein Gegner auf der anderen Seite, David Moyes, spielen.</p>
<p><strong>Spielverlauf</strong></p>
<p>Drei Tore fielen – das Siegtor nach 88 Minuten nach einem Freistoß, die beiden anderen nach groben Fehlern in der Defensive. Mitte der ersten Halbzeit waren sich zunächst Carragher und Agger nach einem langen Ball nicht einig, so dass getreu dem Motto „Nimm du ihn, ich hab ihn sicher“ ein gegnerischer Spieler angeschossen wurde, von dem der Ball zu Jelavic sprang, der verwandelte. Nach einer guten Stunde war es dann Suárez, der einen zu kurzen Rückpass Distins erlief und Howard zum Ausgleich überwand.</p>
<p>Auch wenn der Führungstreffer für Everton auf kuriose Weise sowie aus einer Abseitsposition fiel, waren die Toffees bis hierhin die bessere Mannschaft gewesen und hatten sich den Treffer verdient. Anschließend zog man sich sehr weit in die eigene Hälfte zurück und verteidigte den knappen Vorsprung, was auch recht gut klappte, da sich Liverpool kaum nennenswerte Torchancen erspielen konnten, wobei auch Everton zu selten seine Konter in Gang bekam. Vorne war Jelavic isoliert – nicht das erste Mal, dass Everton dieses Problem hatte – und man konnte die Bälle nicht halten, weshalb man auch später Fellaini als hängende Spitze einsetzte. In der zweiten Halbzeit wurden die Reds nicht nur immer dominanter, sondern auch immer gefährlicher – spezielle die Phase nach dem Ausgleich wurde klar von ihnen bestimmt, weshalb der Sieg letztlich durchaus in Ordnung ging. Doch wieso wirkte man hinten unsicher und anfällig, während man vorne gegen einen kompakten Gegner zunächst kaum gefährlich wurde? Und wie schaffte man es letztlich, die Gewichte doch noch stark zu den eigenen Gunsten zu verschieben?</p>
<p><strong>Liverpools defensive Unsicherheit </strong></p>
<p>Einige Verwunderung löste doch die Aufstellung der Reds aus, welche den dort nicht ganz sicheren Agger anstelle von Jose Enrique als Linksverteidiger vorsah. Wahrscheinlich traute sich Kenny Dalglish nicht, Liverpools Urgestein Jamie Carragher auf die Bank zu verdammen – und dies ist schon die ganze Saison über ein großes Problem, denn aufgrund seiner fehlenden Schnelligkeit muss man tiefer stehen und verliert dadurch an Kompaktheit.</p>
<p>Weil außerdem Suárez und Carroll gerade zu Beginn kaum defensiv arbeiten, sondern sich vorne für Konter anboten und somit große Lücken zum Mittelfeld ließen, hatte Everton im zentralen Mittelfeld alle Zeit, ihre Angriffe gegen die nur mit acht Spielern verteidigenden Reds aufzubauen. Dass auch Downing und Henderson gegen ihre Außenverteidiger nicht immer konsequent genug verteidigten, rührte die vorhandene Unsicherheit in Liverpools Defensive weiter an.</p>
<p><strong>Leon Osman – offensiver Schlüsselspieler für Everton</strong></p>
<p>Leon Osman gehört sicherlich zu den Spielern, die sehr viel für ihren Klub leisten, aber bezüglich der öffentlichen Wahrnehmung durchaus als „unbesungene Helden“ einzustufen sind. Auch in dieser Partie war er an den entscheidenden Angriffen seiner Mannschaft beteiligt.</p>
<p>Seiner beweglichen und umher streifenden Spielweise kam es entgegen, dass er zwischen dem eher tiefen Agger und dem eher hohen Downing sowie im Rücken von Gerrard einiges an Raum vorfand. Von dort konnte er – gelegentlich unterstützt von Phil Neville – in die Mitte ziehen und mit den beiden Stürmern kombinieren. Gerade Cahill, gelegentlich zusätzlich auch Jelavic, kippte immer wieder zur rechten Seite ab, bot sich als Wandspieler an und band sowie blockte gleichzeitig potentielle Gegenspieler Osmans, der anschließend entweder Jelavic oder den einlaufenden Gueye bediente. Ebenso rochierte er gelegentlich auf die linke Seite und versuchte diesen dort zu unterstützen.</p>
<p>Seine Läufe ins Zentrum und sein Zusammenspiel mit den Stürmern waren die gefährlichste Offensivwaffe der Toffees und produzierten im ersten Durchgang auch drei oder vier gute Gelegenheiten, die man allerdings nicht gut ausspielte, da Osman auch in manchen Situation den Pass nicht druckvoll oder zum falschen Zeitpunkt anbrachte.</p>
<p><strong>Liverpools Harmlosigkeit</strong></p>
<p>Spätestens nach dem Rückstand musste Liverpool dann etwas tun, doch aus ihrer Dominanz entstanden gegen das sehr tiefstehende Everton kaum Torchancen. Im zentralen Mittelfeld war die Aufteilung zwischen den beiden Spielern so, dass der eine den Spielaufbau organisierte, während der andere relativ weit vorstieß. Wirklich bewirken konnte allerdings nur Gerrard etwas, denn Spearing fehlte meistens die Handlungsschnelligkeit und wurde als mehrheitlich tieferer Sechser gelegentlich auch von Cahill abgeschirmt.</p>
<p>Zwar konnte Gerrard einige gute Seitenwechsel und Spielverlagerungen zeigen, doch spätestens ab dem Übergang zum letzten Spielfelddrittel wurde er meistens von Darren Gibson eng und gut bewacht, was ihn so sehr nervte, dass er immer wieder mit Spearing die Seiten tauschte, um von Gibson weg zu kommen. Währenddessen bewachte Fellaini mit seiner Athletik den Raum vor der Abwehr und nahm dabei auch Suárez auf, der erneut viel rochierte, aber oftmals zu weit nach hinten ging oder zu weit vorne blieb und erst im zweiten Durchgang das richtige Maß fand und seine Mannschaft mit starken Aktionen inspirieren konnte.</p>
<p>Außerdem Downing bekam nicht genug Support von Agger, stand zwar recht breit, um Everton auseinander zu ziehen, konnte sich aber im Dribbling kaum durchsetzen. Allerdings wäre eine effektive Pärchenbildung auf den Flanken essentiell zum scheinbar stark darauf ausgerichteten Matchplan Dalglihs gewesen. Daher wechselte er auch später die Seiten mit Henderson – hinten war man stabiler, vorne effizienter im Angriffsspiel, da die Abstände der wichtigen Außenpärchen nun viel besser passten. Dennoch blieb es weiterhin zu häufig bei Flanken oder längeren Pässen auf die Stürmer, doch kamen diese zunehmend erfolgreicher.</p>
<p><strong>Liverpools Verbesserungen im zweiten Durchgang</strong></p>
<p>Schon nach dem Rückstand hatte Liverpool das Kommando und die Initiative übernommen, doch erst nach dem Seitenwechsel konnte man auch mehr Gefahr entfachen. Es war auffällig, dass man als Kollektiv weiter aufrückte und für mehr Kompaktheit sorgte. Zwar war dies ein kleines Risiko, doch sollte es sich auszahlen, da man Everton auf den Außen gut zurückdrängte und diese aufgrund ihrer enorm tiefen Stellung die Konterangriffe immer unter Einbezug der zentralen Spieler fahren musste, was Liverpool aber gut verteidigte – mit Gegenpressing oder der Lufthoheit bei langen Bällen. Zudem konnte man mit Carroll und vor allem Suárez nun vorne auch sinnvoll attackieren, da diese nicht mehr so einfach umspielt werden konnten.</p>
<p>Nicht zuletzt führte das kollektivere Aufrücken auch dazu, dass die beiden vorherrschend eingesetzten taktischen Mittel – Flanken und weite, hohe Bälle – deutlich effektiver waren, da man zum einen nach dem Zusammenspiel über die Pärchen auf der Außenbahn mehr Abnehmer für die Flanken und zum anderen bei hohen Bällen bessere Chancen hatte, etwaige zweite Bälle oder Abpraller zu erobern.</p>
<p>All diese Punkte sollten sich auszahlen: Der Ausgleich wurde erst durch den Druck Suárez´ ermöglicht und Siegtorschütze Carroll hatte vor seinem Treffer bereits die zwei besten Chancen für seine Farben – einen Kopfball nach einer Flanke und einen Schuss nach einem gewonnenen zweiten Ball.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Hätte Everton sich nach der Führung nicht so weit zurückgezogen, hätte man dieses Spiel wohl besser gestalten können &#8211; im Nachhinein ein Fehler David Moyes´. Insofern war diese glückliche Fügung zum 1:0 letztlich eine bittersüße Wendung. Zunächst war Moyes mit seinem Team auch dank taktischen Gesichtspunkten überlegen gewesen, während Liverpool an üblichen Problemen zu knabbern hatte. Dann entschied man sich auf Seiten der Reds aber, das Spiel über die Außenbahnen und über Carroll konsequent zu forcieren und wurde für diese Konsequenz – angetrieben von Suárez und Gerrard – letztlich mit einem Carroll-Siegtor belohnt. Im Finale geht es dann gegen Chelsea oder Tottenham, während für Everton der Titeltraum in einem Trauma des „Sekundentods“ endet – damit haben sie in diesem Wettbewerb zuletzt schon einige Erfahrungen gemacht.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8215&amp;md5=bd32d36912073f8cad0f387c3d255d50" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>VfB Stuttgart &#8211; Werder Bremen 4:1</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Apr 2012 21:41:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TE</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[SV Werder Bremen]]></category>
		<category><![CDATA[VfB Stuttgart]]></category>

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		<description><![CDATA[Werder Bremen überrascht mit einem 4-4-1-1-System, geht jedoch trotzdem mit 1-4 gegen den VfB Stuttgart unter. Labbadias Team überzeugte mit dominanten Passspiel und einem starken Pressing. Während die ersten vier Plätze in der Tabelle relativ klar vergeben sind, tobt dahinter ein Kampf um die Europa League Qualifikation. Mit Werder Bremen und dem VfB Stuttgart trafen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Werder Bremen überrascht mit einem 4-4-1-1-System, geht jedoch trotzdem mit 1-4 gegen den VfB Stuttgart unter. Labbadias Team überzeugte mit dominanten Passspiel und einem starken Pressing. <span id="more-8188"></span></p>
<p><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/stuttgart-werder-anpfiff.png"><img class="alignleft  wp-image-8189" title="stuttgart werder anpfiff" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/stuttgart-werder-anpfiff.png" alt="" width="311" height="431" /></a>Während die ersten vier Plätze in der Tabelle relativ klar vergeben sind, tobt dahinter ein Kampf um die Europa League Qualifikation. Mit Werder Bremen und dem VfB Stuttgart trafen am Freitagabend zwei direkte Konkurrenten aufeinander. Die Stuttgarter befanden sich zuletzt in einer starken Form. Bruno Labbadias 4-2-3-1/4-4-2 Mischformation funktionierte in der Rückrunde zunehmend besser, sein Spielsystem hat nach den Problemen in Winter wieder in die Spur gefunden. Bei Werder stand Schaafs Festhalten an der Mittelfeldraute hingegen in der Kritik. Thomas Schaaf wagte nun einen überraschenden Schritt und stellte um: Seine Mannschaft lief in einem 4-4-1-1 auf.</p>
<p><strong>Das 4-4-1-1 von Werder Bremen</strong></p>
<p>Anders als zuletzt agierten die Bremer mit einer klassischen Doppelsechs. Naldo und Ignjovski sicherten das Zentrum ab. Auf den sonst unbesetzten Außenpositionen agierten Marin und Junuzovic, die bei Ballbesitz oft den Weg nach innen suchten. Bremen spielte so mit zwei klaren Viererketten. Pizarro postierte sich direkt vor der Mittelfeldreihe und diente als zusätzliche Absicherung im Zentrum gegen Überzahlsituationen des Gegners. Das gesamte Mannschaftskonstrukt baute sich recht tief (5-10 Meter vor dem eigenen Strafraum) auf.</p>
<p>In den Anfangsminuten merkte man den Stuttgartern die Überraschung über das unerwartete Bremer System an. Ihr Matchplan beinhaltete offenbar, die gegnerische Abwehr über Spielverlagerungen auseinanderzuziehen. Gegen eine Raute ist dies eine gute Idee, da die gegenüberliegende Außenposition bei einem Flügelwechsel oft unbesetzt bleibt. Gegen das neue System mit den zwei klassischen Außenspielern verpuffte die Wirkung der Seitenwechsel jedoch – ein Bremer nahm auf der anderen Seite seinen Gegenspieler sofort nach der Ballannahme auf. Stuttgart kam daher kaum ins gegnerische Drittel. Während die Schwaben noch dabei waren, die eigenen Angriffe zu strukturieren, schlug Werder eiskalt zu. Ein schneller Konter über Marin netzte Rosenberg eiskalt ein (25.).</p>
<p>Nach und nach kamen die Stuttgarter jedoch besser mit ihrem Gegner klar. Dadurch dass die Norddeutschen fast durchgehend mit zehn Mann in der eigenen Hälfte verteidigten, übte Bremen keinerlei Druck in der gegnerischen Hälfte aus. Stuttgarts Sechser Kvist nutzte dies aus, um <em><a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130515&amp;reiter=a&amp;tag=31&amp;reiter=g&amp;bmi=130515#/match:130515/filter:pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:32128/minutes:1,90/area:-1,-1,1,1">aus der eigenen Hälfte die Bälle auf die Flügel zu verteilen</a></em>. Er spielte dabei bei 61 Pässen nur einen einzigen Fehlpass &#8211; ein fabelhafter Wert. Zum einen erarbeitete sich Stuttgart über diese Querpässe eine gewisse Dominanz, zum anderen konnte sie eine ihrer großen Stärken ausspielen: Wenn sie mit nach ruhigem Spielaufbau eine Lücke entdeckten und ins letzte Drittel vordrangen, taten sich die Vorzüge ihrer aktuellen Formation hervor.</p>
<p><strong>Stuttgarts Bewegung ohne Ball und Pressing</strong></p>
<p>Ein großer Vorteil von Labbadias System ist die Schaffung zahlreicher Dreiecke in der gegnerischen Hälfte. Da die Außenverteidiger sich recht hoch postieren, hat Stuttgart auf den Flügeln praktisch immer eine 2-2 Stellung: Der Außenverteidiger wird vom fallenden Hajnal oder einem Sechser horizontal neben ihm unterstützt, vor ihnen agieren der nach innen ziehende Außenstürmer und Mittelstürmer Ibisevic. Es ergeben sich verschiedene Wege, mit dieser Stellung über die entstehenden Dreiecke Chancen zu kreieren: Das können Ablagen des Stürmers auf den Mittelfeldspieler sein, oder auch Schnittstellenpässe in die Gasse zwischen gegnerischem Außen- und Innenverteidiger.</p>
<p>Vor einigen Monaten, <a href="http://spielverlagerung.de/2012/02/09/vfb-stuttgart-bayern-munchen-02/">bei meiner Analyse des Pokalspiels der Stuttgarter gegen Bayern</a>, habe ich sie für dieses System kritisiert. Da viele Akteure recht weit vorne auf dem Feld postiert sind, ist diese Spielweise recht riskant und auf eine gute Ballverteilung aus dem Zentrum angewiesen – wenn Stuttgart nicht ins letzte Drittel kommt, tut sich das System vor allem durch ballferne Anspielstationen für die Aufbauspieler hervor. Mit dem Wechsel Ibisevic‘ hat sich die Bewegung ohne Ball jedoch wesentlich verbessert. <em><a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130515&amp;reiter=a&amp;tag=31&amp;reiter=g&amp;bmi=130515#/match:130515/filter:sprint/player:29360/minutes:1,90/area:-1,-1,1,1">Seine kurzen, aber effektiven Antritte</a></em> ziehen die Innenverteidiger raus, so dass die Läufe der Außenstürmer effektiv sind. Auch kann er die Flanken des breit angelegten Systems ausnutzen und ist zudem ein starker Prellspieler. Sky-Kommentator Hagemann hatte Recht mit seiner Einschätzung, Ibesevic sei das Puzzleteil, das Labbadia in der Hinrunde fehlte. Zudem befinden sich Kvist und Hajnal in einer starken Form. Letzterer ließ sich besonders nach der Pause oft zurückfallen und strukturierte das Spiel.</p>
<p>Ein weiterer Glanzpunkt des Stuttgarter Spiels ist ihr Pressing. Durch die zahlreichen Spieler im letzten Drittel können sie nach einem Ballverlust in ebendieser Zone ein dominantes Gegenpressing aufziehen. Auch ihre geordneten Attacken aus einem 4-4-2-System (Hajnal neben Ibisevic) werden durch eine hohe Dynamik und viel Kraftaufwand gekennzeichnet. Bremen wurden so die Möglichkeit genommen, ihre Strategie des schnellen Umschaltens auszuführen – Stuttgart unterdrückte die Konterversuche mit ihrem Gegenpressing.</p>
<p><strong>Zweite Halbzeit: Dominanz und Umstellungen</strong></p>
<p>In der ersten Viertelstunde nach der Pause kumulierten die beschriebenen Faktoren in einer klaren Stuttgarter Dominanz: Bremen blieb auch nach der Pause zunächst in der abwartenden 4-4-1-1 Formation. Stuttgart ließ den Ball in den eigenen Reihen laufen und kam über die Außenpositionen zu Möglichkeiten. Bei ihren Flanken und Sprints nach innen hatten sie zwar eine recht geringe Erfolgsquote, dafür holten sie mehrere Freistöße und Ecken heraus. Dass Stuttgart das erfolgreichste Team nach Standards ist (16 Treffer vor diesem Spiel), bekam Bremen am eigenen Leib zu spüren:  Bereits das 2:1 erzielte Harnik nach einer Ecke (37.), auch das 3:1 (erneut Harnik, 53.) und das späte 4:1 (89. durch den eingewechselten Cacau) fielen nach ruhenden Bällen.</p>
<div id="attachment_8190" class="wp-caption alignright" style="width: 321px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/stuttgart-werder-ab-60.png"><img class=" wp-image-8190 " title="stuttgart werder ab 60" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/stuttgart-werder-ab-60.png" alt="" width="311" height="431" /></a><p class="wp-caption-text">Die Formationen nach Bremens Wechseln in der 58. Minute</p></div>
<p>Zwischen den letzten beiden Treffern versuchte Bremen, durch eine taktische Umstellung zurück ins Spiel zu finden. Schaaf brachte Füllkrug (58., für Marin) und Trybull (58., für Affolter) und stellte auf die klassische Raute um. Bremen presste nun wesentlich höher. Jedoch war ihr Spielsystem fortan durch ständiges Durcheinander geprägt: Die Halbfeldspieler hielten ihre Position selten, auch Pizarro agierte als nomineller Zehner extrem hoch. Die entstehende Lücke im Mittelfeld und auf den Außen nutzte Stuttgart geschickt aus, um das Tempo aus dem Spiel zu nehmen. Gerade Hajnal tat sich in der letzten Viertelstunde vor seiner Auswechslung (in der 80. kam Okazaki für ihn) durch ständige Rochaden und viel Laufarbeit hervor. Bremen konnte trotz offensiver Umstellung keine echte Torchance verbuchen.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Der VfB Stuttgart ist im Kampf um die Europa League Plätze schon jetzt der große Gewinner des Spieltages. Durch den Sieg über einen direkten Konkurrenten scheint mittlerweile gar ein Angriff auf die viertplatzierten Gladbacher möglich. Labbadias System, das im Winter überhaupt nicht funktionierte, flutscht mittlerweile. Der Transfer Ibisevic‘ und die anhaltend hohe Form der Schlüsselspieler Kvist, Hajnal und Harnik bringen im Moment die Stärken der riskanten Spielweise zum Vorschein. Dazu wird das zuletzt gewonnene Selbstvertrauen effektiv für ein leidenschaftliches Pressing genutzt. Bruno Labbadia gelingt im Moment fast alles.</p>
<p>Thomas Schaaf auf der Gegenseite verpokerte sich mit seiner Systemumstellung. Die passive Spielweise seiner Mannschaft hatte nur in der ersten halben Stunde halbwegs Erfolg, auch wenn sie außer dem Tor und einem Fernschuss von Marin keine Großchancen herausspielen konnten. Die Alternative zur Raute hatte mit Abstimmungsschwierigkeiten zu kämpfen – das 0:1 war ein Zusammmenspiel schwacher Zweikämpfe und eines zu tiefen fallenden Mannschaftsverbundes. Jedoch funktionierte auch die Raute, auf die Schaaf zu Spielende umstellte, nicht besser. Ich bin gespannt, ob Raute in der nächsten Partie zur Raute zurückkehrt. So oder so, es sind harte Wochen in Bremen, die drauf und dran sind, die Europa League auf der Schlussgerade der Saison zu verspielen.</p>
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		<title>Solbakkens System und seine Probleme</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Apr 2012 19:26:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TE</dc:creator>
				<category><![CDATA[1. FC Köln]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuelle Teams]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>

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		<description><![CDATA[Vier Spieltage vor Schluss hat sich der 1. FC Köln von Solbakken getrennt. Woran scheiterte der Norweger in der Domstadt? Die Spielverlagerung.de-Mannschaftsanalyse sucht nach Antworten.  Zuletzt pfiffen es die Spatzen von den Kölner Dächern: Nach nur 8 Punkten in der Rückrunde zogen die FC-Verantwortlichen die Reißleine und entließen Trainer Solbakken. Wer genau die Berechtigung hatte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><div id="attachment_8164" class="wp-caption alignleft" style="width: 320px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/köln-spielsystem.png"><img class=" wp-image-8164" title="köln spielsystem" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/köln-spielsystem.png" alt="" width="310" height="431" /></a><p class="wp-caption-text">Das Spielsystem der Kölner gegen Mainz.</p></div>
<p>Vier Spieltage vor Schluss hat sich der 1. FC Köln von Solbakken getrennt. Woran scheiterte der Norweger in der Domstadt? Die Spielverlagerung.de-Mannschaftsanalyse sucht nach Antworten. <span id="more-8162"></span></p>
<p>Zuletzt pfiffen es die Spatzen von den Kölner Dächern: Nach nur 8 Punkten in der Rückrunde zogen die FC-Verantwortlichen die Reißleine und entließen Trainer Solbakken. Wer genau die Berechtigung hatte, den Ex-Kopenhagener zu beurlauben, ist bei der unübersichtlichen Personaldecke (kein Sportdirektor, kein Präsident) unklar. Was aber klar ist: Nur vier Spieltage vor Schluss mutet dieser Trainerwechsel merkwürdig an. Denn Solbakkens viel beschworenes System hatte nicht erst bei der 0:4-Niederlage in Mainz mit Problemen zu kämpfen.</p>
<p><strong>Solbakkens Spielsystem</strong></p>
<p>Solbakken setzte bereits bei seiner größten Trainerstation in Kopenhagen auf eine 4-4-2-Formation. Defensiv kennzeichnet sein System eine raumorientierte Deckung. Die zwei Viererketten sollen möglichst lange die Positionen halten. Jedem Spieler wird dabei eine Zone zugewiesen, für die er zuständig ist. Das ganze Team verschiebt ballorientiert, wodurch das Feld in der Breite abgedeckt werden soll. Nach der Balleroberung schwärmen die Außenstürmer aus, um über schnelle Konter bei gleichzeitig optimaler Ausnutzung der Breite des Platzes zur Torerfolgen zu kommen. In der Theorie soll dabei ein Außenstürmer an die Grundlinie gehen, während der gegenüberliegende in die Mitte ziehen.</p>
<div id="attachment_8165" class="wp-caption alignright" style="width: 320px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/köln-spielsystem-deckung.png"><img class=" wp-image-8165 " title="köln spielsystem deckung" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/köln-spielsystem-deckung.png" alt="" width="310" height="431" /></a><p class="wp-caption-text">Das Kölner System in der Defensive mit der klaren Verteilung der Zonen</p></div>
<p>Dieses System klingt in der Theorie zunächst einfach – die Umsetzung hingegen ist recht komplex. Anders als bei in Deutschland gängigen 4-4-2-Systemen verzichtete Solbakken auf ein Pressing im Mittelfeld. Ziel war nicht die schnelle Balleroberung durch Schaffung von Überzahl in Ballnähe, vielmehr sollten die Gegenspieler voneinander isoliert und zu Fehlpässen in die Füße der FC-Spieler getrieben werden. Um dieses System effektiv spielen zu können, braucht es vor allem kompaktes Positionshalten bei gleichzeitig hoch spielender Viererkette. Nur so können die Abstände zwischen den Reihen klein gehalten und der Raum für den Gegner verengt werden. Zudem erfordert es eine hohe Verantwortung aller Akteure, denn sobald ein Spieler seine Position verlässt, verliert das ganze Konstrukt an Stabilität.</p>
<p>In der Praxis hatte Solbakken mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Die meisten dieser Kinderkrankheiten resultierten aus der fehlenden Staffelung. Seine Spielidee kannte nur drei Linien: Eine Viererkette in der Verteidigung, eine im Mittelfeld und eine im Sturm. Was zunächst relativ normal klingt, wird in der Praxis jedoch von kaum einem Team mehr in dieser Form praktiziert. Ein Grund, warum das 4-2-3-1 so einen großen Erfolg in den letzten Jahren hatte, war die zusätzliche Linie in der Verteidigung (vier Reihens statt drei).  Selbst Teams, die in einem nominellen 4-4-2 agieren, ziehen im Mittelfeld meist einen Akteur etwas zurück. Es entsteht eine 1-3-Stellung, mit deren Hilfe der Raum zwischen der Verteidigung und dem Mittelfeld abgesichert wird. Die erwünschte Schließung der Zwischenräume ist der Hauptgrund für die Zunahme des 4-1-4-1-Systemes in den letzten Jahren.</p>
<p><strong>Hohe Abwehr ausgehebelt</strong></p>
<p>Köln betrieb diese Staffelung nicht bzw. nur minimal. Die Spieler standen allesamt auf einer Linie, mit einer schematisch leicht höheren Position der Außenspieler. Da die Absicherung zwischen den Reihen fehlte, mussten die zwei Ketten recht nah aneinander agieren, ansonsten hätte das System nicht funktioniert. Zu Beginn der Saison wurde dies gewährleistet, indem die Abwehrkette sehr hoch stand und kaum Platz zur Mittelfeldreihe ließ.</p>
<div id="attachment_8166" class="wp-caption alignleft" style="width: 320px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/köln-spielsystem-hohe-abwehr.png"><img class=" wp-image-8166" title="köln spielsystem hohe abwehr" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/köln-spielsystem-hohe-abwehr.png" alt="" width="310" height="431" /></a><p class="wp-caption-text">Die hohe Abwehr der Kölner gepaart mit dem halbherzigen Pressing sorgte für eine hohe Anfälligkeit für lange Bälle hinter die Abwehr.</p></div>
<p>Allerdings hatte diese schematisch hohe Ausrichtung auch negative Effekte: Dadurch dass die Kölner größtenteils ihre Positionen hielten und meist nur die beiden Stürmer aktiv pressten, war der Druck gegen die gegnerische Verteidigung relativ gering. Gegen Teams mit spielstarken Verteidigern liefen sie Gefahr, lange Bälle hinter die eigene Viererkette zu kassieren. <a href="http://spielverlagerung.de/2011/10/23/borussia-dortmund-1-fc-koln-50/">Der BVB legte im Hinspiel</a> eindrucksvoll offen, warum die Kombination zwischen schwachen Pressing und einer hoch stehenden Viererkette eine Todsünde ist.</p>
<p>Diese taktische Marschroute war gewiss nicht immer ein Fehler. Spätestens nach dem BVB-Spiel, das durch seine Eindeutigkeit sicher auch in der Mannschaft für Verunsicherung sorgte, war jedoch ein Umdenken gefragt. Eine hohe Viererkette erfordert ein hohes Maß an Organisation und ein Minimum an individuellen Fehlern – zwei Dinge, welche die Kölner Spieler spätestens mit der zunehmenden Krise in der Rückrunde mehr und mehr vermissen ließen. In den letzten Partien war daher zu erkennen, dass sich der Kölner Verbund weiter zurückzog.</p>
<p><strong>Tiefere Abwehr, neue Probleme</strong></p>
<p>Dies stabilisierte die Defensive des FC jedoch nicht, im Gegenteil, es entstanden neue Probleme: Wenn die Mittelfeldreihe zu hoch stand, entstehen Freiräume zwischen der Abwehr- und Mittelfeldreihe. Am Dienstag wüsste dies der FSV Mainz auszunutzen: Nach einer frühen Führung musste das Kölner Mittelfeld aufrücken, um mehr Druck zu erzeugen. Zidan und Choupo-Moting nutzten die Räume hinter den zentralen Mittelfeldspielern aus, was angesichts des starren Positionshaltens der Kölner Innenverteidiger kein Problem war. Mainz kam so oft in gefährliche Positionen.</p>
<div id="attachment_8167" class="wp-caption alignleft" style="width: 320px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/köln-spielsystem-mittelfeldloch.png"><img class=" wp-image-8167 " title="köln spielsystem mittelfeldloch" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/köln-spielsystem-mittelfeldloch.png" alt="" width="310" height="431" /></a><p class="wp-caption-text">In der letzten Partie Solbakkens gegen Mainz wurde das große Loch im Mittelfeld deutlich. Choupo-Moting und Zidan konnten in dieser Zone oft freigespielt werden, da die Innenverteidiger ihre Position hielten und nicht herausrückten.</p></div>
<p>Das andere Extrem, das Köln zuletzt anwandte, war das Zurückfallen des kompletten Mannschaftsverbundes. Bereits in einigen Rückrundenspielen überließen die Domstädter ihrem Gegner den Raum im Mittelfeld, um sehr kompakt am eigenen Sechszehner zu stehen. Allerdings berauben sie sich mit dieser tiefen Verteidigung der eigenen Konterstärke: Je weiter entfernt ein Team bei einer Balleroberung vom gegnerischen Tor ist, umso schwerer wird es, das Spielfeld zu überbrücken, bevor der Gegner in die eigene Ordnung zurückgefunden hat. Zudem ist es mit dieser Strategie fast nicht möglich, Druck auf die gegnerischen Mittelfeldspieler auszuüben. Ballgewinne werden dadurch abhängig von einer starken Raumaufteilung bei gleichzeitigen Fehlpässen des Gegners.</p>
<p>Köln befand sich durch die Abkehr von der hohen Viererkette in einer kruden Situation: Egal, wie sie ihre Viererketten anordneten, es entstand immer eine Lücke, die der Gegner ausnutzen konnte. Erschwerend hinzu kam, dass die relativ starre Raumordnung kaum Druck auf den Gegner ausüben konnte. Ziel war es, durch gute Raumarbeit Fehlpässe zu provozieren oder den Gegenspieler nach einem Anspiel zwischen den Linien von seinen Mitspielern zu isolieren. Wenn der Gegner jedoch gar nicht den risikoreichen Weg nach vorne suchte, bspw. nach einer Führung, fanden die Kölner nur schwer ins Spiel. Neben mentalen Faktoren war dies auch einer der Gründe, warum sie regelmäßig nach einem Rückstand untergingen: Mehr Druck kann das System nur durch das Aufrücken der Linien erzeugen, was jedoch dem Gegner wiederum Räume eröffnete – ein Teufelskreis.</p>
<p><strong>Gegentore über Außen und nach individuellen Fehlern</strong></p>
<p>Ein weiteres, relativ großes Problem des starren Positionshaltens ist die fehlende Schaffung einer Überzahl auf den Außen. Anders als die meisten Teams verzichtete Solbakken lange, den zweiten Sechser als Absicherung gegen die gegnerischen Flügelspieler aushelfen zu lassen. Dieser hielt vielmehr eine zentrale Position, um die Pässe in die Mitte zu verhindern. Kluge Gegner schufen daraufhin durch das Herausrücken eines zentralen Mittelfeldspielers eine Überzahl auf den Flanken. Eine andere Methode war es, an die Grundlinie zu gelangen, wo der Außenstürmer den gegnerischen Außenverteidiger band. Mithilfe einer Rücklage konnte ein anderer, freier Spieler daraufhin eine Flanke schlagen, was bereits zu einigen Torchancen und gar Toren gegen den FC führte.</p>
<p>Die defensiven Probleme waren zahlreich. Dabei war nicht das System alleine an diesen Problemen Schuld – oftmals wurde es schlicht zu halbherzig von den Spielern ausgeführt. Die abwartende Haltung mit der Sicherung der Räume kann funktionieren, wenn alle Spieler gewissenhaft ihre Positionen halten. Speziell gegen Gegner, die auf zahlreiche Positionswechsel setzen, ist dies eine gute Strategie, da Lücken im eigenen Defensivverbund effektiv verhindert werden – <a href="http://spielverlagerung.de/2011/09/17/bayer-leverkusen-1-fc-koln-14/">Leverkusen musste dies im Hinspiel leidlich feststellen</a>. Sobald jedoch ein einzelner Spieler seine Position verlässt, um Druck auf den Gegner auszuüben, bricht das System wie ein Kartenhaus zusammen: Pressing, ausgeübt von nur einem Spieler, schafft selten genug Druck zur Balleroberung. Stattdessen entsteht hinter diesem Akteur eine Lücke, in die viele Gegner über die Nutzung eines Dreiecks hineinstoßen. Die Doofen waren in solchen Fällen die Mitspieler, die ihre Aufgabe erfüllten, ihre Position hielten und so nicht mehr eingreifen konnten. <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1614888/Rensing:-&quot;Gibt-keine-Schuldzuweisungen&quot;">Torhüter Rensing sprach dies zuletzt ganz offen im ZDF-Sportstudio an</a>. Auch die zahlreichen Wechselspielchen in der Viererkette, die mal leistungs-, mal verletzungsbedingt andauernd umgestellt wurde, waren der Stabilisierung nicht zuträglich.</p>
<p>In den letzten Partien war zu erkennen, das Solbakkens Team aggressiver gegen den Ball arbeitete. Die Positionen wurden nun nicht mehr so lange gehalten, stattdessen rückten die Sechser öfter heraus und gingen im gegnerischen Spielaufbau früher auf den Mann. Nur: Ein kollektives, eingespieltes Pressing war dies nicht. Zu selten vermochte es der FC, dem Gegner Passwege aufzuzwingen. Zudem wurden auf diese Art meist nur Eins-gegen-Eins Situationen erzeugt, selten aber Überzahlsituationen gegen den Ballführenden. Eine Verbesserung der Defensivleistung schaffte der erste Bundesligameister der Geschichte nicht. Insgesamt ließ kein Team so viele Torschüsse zu wie die Kölner.</p>
<p><strong>Auch offensiv schwach</strong></p>
<p>Nicht nur die Liste der defensiven Probleme ist lang. Wer eine offensiv starke Leistung der Kölner sucht, muss lange zurückdenken. Während sie in der Hinrunde noch mit ihren überfallartigen Gegenstößen punkteten, sind sie in dieser Disziplin stark abgefallen. In der Hinrunde führten sie mit acht Treffern nach schnellen Gegenstößen die Ligatabelle an, in der Rückrunde erzielten sie ein mageres Kontertörchen. Maßgeblich verantwortlich hierfür war der größer gewordene Abstand zwischen Balleroberung und Stürmern, was schnelle Kombinationen erschwerte.</p>
<div id="attachment_8169" class="wp-caption alignright" style="width: 320px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/köln-spielsystem-eigener-spielaufbau.png"><img class=" wp-image-8169 " title="köln spielsystem eigener spielaufbau" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/köln-spielsystem-eigener-spielaufbau.png" alt="" width="310" height="431" /></a><p class="wp-caption-text">Kölns Anordnung im Spielaufbau offenbart einen hohen Abstand zwischen Verteidigung und Sturm und fehlende Dreiecke in der gegnerischen Hälfte.</p></div>
<p>Öfters als zu Beginn der Saison waren die Kölner darauf angewiesen, aus der Abwehr heraus das Spiel aufzubauen. Ihr System hatte hier jedoch mit Problemen zu kämpfen: Da die Außenstürmer aggressiv aufrückten, entstand <a href="http://spielverlagerung.de/2012/01/22/vfl-wolfsburg-1-fc-koln-10/">in vielen Situationen ein 4-2-0-4</a> &#8211; der Raum im offensiven Mittelfeld blieb unbesetzt. Auch die Außenverteidiger blieben sehr tief und verloren den Kontakt nach vorne. In diesem Konstrukt ist es schwer, die Anbindung Mittelfeld-Angriff zu schaffen. Einzig Podolski, der sich zurückfallen ließ, sorgte ab und an für diese Anbindung, eine wirkliche taktische Linie war bei seinen Bewegungen aber nicht zu erkennen. Für diese anspruchsvolle Aufgabe der Verbindung der Mannschafsteile waren dazu die Kreativspieler zu schwach: Geromel war mit 82% Passgenauigkeit noch der sicherste Aufbauspieler – kein anderer Stammspieler hat über 80% Passgenauigkeit. Sicher spielt hier auch die risikoreiche Ausrichtung hinein. Jedoch zeugt dies auch davon, dass es an Passgenauigkeit und damit Bewegung ohne Ball und individuellen Qualitäten mangelt. Zudem konnten in dem System kaum Dreiecke gebildet werden, die für effektives und schnelles Kombinationsspiel benötigt werden.</p>
<p>In diesem Zusammenhang muss auch die Zusammenstellung des Kaders kritisiert werden. Das Team ist zu abhängig von Lukas Podolski, der an 61% der Tore direkt beteiligt war – kein anderer Bundesligaspieler hat einen derart hohen Wert. Dahinter fehlen jedoch kluge Aufbauspieler im Zentrum. Riether und Lanig fehlten die kreativen Ideen, speziell in der gegnerischen Hälfte. Zusammen genommen kommen sie gerade einmal auf einen Assist, selbst für tief agierende Sechser ist das schwach. So sind die Kölner angewiesen auf Standardsituationen und die Geistesblitze ihrer Außenstürmer. Diese Bürde ist jedoch für die Akteure zu hoch, was gar keine direkte Kritik sein soll. Vielmehr fehlten bis zu Solbakkens Aus gegen Mainz einstudierte Spielzüge und intelligente Rochaden. In der Rückrunde erzielte Köln daher nie mehr als einen Treffer in einer Partie – offenbar zu wenig für die Kölner Verantwortlichen, um weiterhin an Solbakken festzuhalten.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Als Taktikblogger sind wir immer froh, wenn ein Trainer ein klar erkennbares Konzept verfolgt. Jedoch kann die Fokussierung auf eine bestimmte Spielart zur Folge haben, dass bei Nichterfolg Alternativen fehlen. Genau dies war das Problem Solbakkens bei Köln. Seine passive Verteidigungsstrategie hatte seine Schwächen, die durch individuelle und gruppentaktische Fehler noch bestärkt wurden. Auch trug seine Weigerung, taktische Anpassungen innerhalb der Spiele vorzunehmen (die Umstellung auf ein 4-1-3-2 bei Rückständen kurz vor Schluss angenommen), zur taktischen Ausrechenbarkeit seiner Mannschaft bei. Gerade Teams, die ihre Taktik an die Schwächen des Gegners anpassen, hatten gegen die ausrechenbaren Kölner ein leichtes Spiel. In diese Kategorie fallen insbesondere <a href="http://spielverlagerung.de/2012/04/01/fc-augsburg-1-fc-koln-21/">Augsburg</a>, <a href="http://spielverlagerung.de/2012/02/26/1-fc-koln-bayer-leverkusen-02/">die Leverkusener unter Dutt in der Rückrunde</a> und Tuchels Mainzer – alle haben in überzeugender Manier ihre Rückspiele gegen Köln gewonnen.</p>
<p>Das Besorgniserregendste ist dabei nicht mal die schwächste Verteidigung der Rückrunde (28 Gegentreffer ist Ligaspitze zusammen mit Hertha), sondern die Planlosigkeit in der Offensive. Selbst wenn Interims-Coach Schaefer die defensive Ordnung verbessert, fehlt es aus dem Mittelfeld an zündenden Ideen. Hier ist auch eine klare Fehlkonzeption in der Kaderplanung erkennbar. Es ist fraglich, wie viel Schaefer in den letzten vier Spielen tatsächlich ändern kann, zumal die Gegner prominent sind: Gladbach, Stuttgart, Freiburg und Bayern sind allesamt entweder taktisch klar stärker oder individuell wesentlich besser besetzt.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8162&amp;md5=488ee8d501e0a95fb524be795995e0d9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Borussia Dortmund &#8211; FC Bayern München 1:0 &#124; in-depth-Analyse</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2012/04/12/borussia-dortmund-fc-bayern-munchen-10-in-depth-analyse/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Apr 2012 04:30:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayern München]]></category>
		<category><![CDATA[Borussia Dortmund]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Spiel der Superlative. Kaum ein Ausdruck dürfte treffender sein für dieses mit Sehnsucht und Spannung erwartete Spiel. Der amtierende Meister und dennoch noch-immer-Herausforderer empfing den Rekordmeister aus München. Letzterer musste fast schon gewinnen, wenn man den Schwarz-Gelben die Meisterschaft streitig machen wollen würde. Deswegen versprach dieses Spiel eine ungemeine Brisanz: auswärts im Signal-Iduna-Park gegen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Das Spiel der Superlative.<span id="more-8140"></span> Kaum ein Ausdruck dürfte treffender sein für dieses mit Sehnsucht und Spannung erwartete Spiel. Der amtierende Meister und dennoch noch-immer-Herausforderer empfing den Rekordmeister aus München. Letzterer musste fast schon gewinnen, wenn man den Schwarz-Gelben die Meisterschaft streitig machen wollen würde. Deswegen versprach dieses Spiel eine ungemeine Brisanz: auswärts im Signal-Iduna-Park gegen eine der stärksten Mannschaften Europas der letzten Wochen und Monate. Vor dem Spiel stellten sich wichtige Fragen, die unbedignt beantwortet werden wollten. Wie offensiv und risikobereit würden die zwei Teams auftreten? Wird es abermals diese brillante Abwehrschlacht der Dortmunder geben? Oder wollen sie den Bayern Spiel und Ballbesitz, insbesondere vor heimischem Publikum, streitig machen? Das Spiel lieferte letztlich die Antworten auf diese Fragen, die jedem Taktikfan wochenlang auf der Zunge brannten.</p>
<p><strong>Spielverlauf</strong></p>
<p>Von Beginn an spürte man die Intensität in dieser Partie. Beide Mannschaften begannen relativ verhalten und die Bayern hatten etwas mehr vom Spiel, wobei dies hauptsächlich den Raum und Ballbesitz betraf. Dortmund versuchte die Münchner aus ihrer Hälfte zu locken und sie mit Nadelstichen zu malträtieren. Mit einer etwas tieferen Spielweise als gegen andere Gegner hatte man mehr Raum und eine stabilere Defensive, was gegen die hervorragenden Individualisten des Tabellenzweiten sehr wichtig ist. Indem man kollektiv hinter den Ball kam, wollte man den Gegner frustrieren und dann mit schnellen Bällen aus dem Zentrum die Flügel und die beiden Stürmer einsetzen. Diese hätten nun Räume vor sich, in diese geschickt würden und sich gemeinsam vorarbeiten könnten.</p>
<p>Im Laufe der Partie, besonders ab der zweiten Hälfte, bekamen die Bayern dies jedoch in den Griff. Der Ballbesitz erhöhte sich nach dem Seitenwechsel immer mehr und man kam nun öfter in Strafraumnähe. Dies war nämlich ein großes Problem vor dem Halbzeitpfiff gewesen, man ließ die Hausherren schlichtweg zu oft gefährlich vor den eigenen Kasten. Einmal reagierte Neuer mit dem Fuß hervorragend, ein anderes Mal scheiterten die Dortmunder am Innenpfosten. Desweiteren gab es noch den einen oder anderen Versuch, wobei Kagawa sich bereits in den Strafraum getanzt hatte, allerdings den richtigen Moment zum Abschluss versäumte.</p>
<p>Der erste und einzige Treffer fiel letztlich mit etwas Glück für die Dortmunder. Einen Schuss von Großkreutz fälschte Lewandowski bewusst und reaktionsschnell mit der Ferse ab, Neuer konnte nicht mehr reagieren und war geschlagen. Nach diesem Treffer drückten die Bayern noch mehr, sie hatten schließlich nichts mehr zu verlieren. Jetzt spielte man sich noch öfter in den Strafraum, erhielt sogar einen Elfmeter. Der eigentlich ungemein sichere Schütze Robben verfehlte aber und war wohl der Pechvogel des Spiels. Ganz sicher zumindest, als er ein paar Minuten später einen Abpraller von der Latte nicht im leeren Tor unterbringen konnte. Jener Arjen Robben war es übrigens auch, der beim Gegentreffer das Abseits aufgehoben hatte.</p>
<p><strong>Die Aufstellungen</strong></p>
<p>Wie zu erwarten gewesen war: der FC Bayern begann ohne Bastian Schweinsteiger, aber im gängigen 4-2-3-1-System.</p>
<div id="attachment_8142" class="wp-caption alignleft" style="width: 326px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Dortmund-vs-Bayern-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-8142   " title="Dortmund vs Bayern - Grundformationen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Dortmund-vs-Bayern-Grundformationen.png" alt="" width="316" height="423" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen zu Spielbeginn</p></div>
<p>Vorne sollte Mario Gomez die gegnerische Abwehrreihe in die Tiefe ziehen und Räume für Robben und Ribéry öffnen. Seine Aufgabe war von großer Wichtigkeit, da die Bayern auf dem Papier die Möglichkeit besaßen, sich durch Rochaden und eine inverse Spielweise die Flügelstürmer freizuspielen. Hinzu kommt, dass Müller eine sehr laufintensive und wichtige Aufgabe hinter Mario Gomez hatte. Er musste nämlich mit allen drei Spielern die Verbindung halten. Damit ist die Pärchenbildung gemeint, welche er als Hauptverantwortlicher übernahm. Er bewegte sich instinktiv zum Ballführenden, wenn dieser nicht gerade mit dem aufrückenden Außenverteidiger spielte. Im Normalfall würde Müller dann mit diagonalen Läufen ohne Ball oder schnellen Kombinationen eine Anspielstation zum Überlaufen anbieten. Wenn ihm der Pass gespielt wurde, ließ er ihn prallen und bewegte sich weg. Dadurch konnten die beiden Flügelspieler ohne Ball- oder Geschwindigkeitsverlust seine Position einnehmen, während er die Doppelung der Dortmunder zerreißen versuchte.</p>
<p>Allerdings klappte dies nicht so ganz. Robben schien etwas bindungsunwillig, da er sich sehr breit positionierte und nur schwer ins Spiel kam. Neben der hervorragenden Dortmunder Defensivarbeit lag dies auch am Niederländer selbst, der generell eines seiner schwächeren Spiele hatte. Zu oft versuchte er aus seiner aussichtslosen breiten Position ins Zentrum zu ziehen oder schnell zu kombinieren, doch obwohl sich Müller letztlich (wie auf den Heatmaps und durchschnittlichen Positionen zu erkennen) stark nach links orientierte, konnten sie sich nie wirklich finden. Kein Wunder also, dass Robben seine besten Szenen im Zentrum hatte, wenn ihn seine Rochaden dort sporadisch hintrieben.</p>
<p>Im zentralen Mittelfeld hinter dieser durchaus als Vierersturm benennbaren Offensivformation begannen Toni Kroos und Luiz Gustavo. Sehr interessant war ihre Rollenverteilung, denn beide spielten horizontal wie vertikal mit. Sie hatten somit gewisse Kreuzlaufwege, denn Kroos verschob in Ballbesitz seitlich, um sich als Anspielstation anzubieten und hatte im letzten Spielfelddrittel bei Ballbesitz eine höhere Position, weswegen er aufrücken musste. Gustavo hingegen spielte in der Offensive relativ statisch auf seiner Position und sicherte Kroos ab. Wenn die Bayern den Ball in ihren Reihen hielten, war Gustavo somit eine passive Durchlaufstation in der Mitte, falls sich Kroos nicht rechtzeitig freilaufen konnte.</p>
<p>Die Viererkette wurde wie erwartet von Boateng und Badstuber im Zentrum gebildet, während man mit zwei richtigfüßigen und offensivorientierten Außenverteidigern begann. Alaba auf links konnte sogar eine bärenstarke Partie abliefern, er war offensiv präsent und mit Zug unterwegs. Fast 11 Kilometer sowie eine gute defensive Leistung gegen die sehr offensivstarke rechte Seite Dortmunds waren weitere Zeugen eines guten Spiels des blutjungen Österreichers. Gegenüber spielte der bayrische Dauerbrenner Philipp Lahm, der offensiv nicht so auffällig war wie sein junges Pendant. Neben eigenen Problemen gänzlich ins Spiel zu kommen und eine unbekümmerte Spielweise an den Tag zu legen, hatte dies mit der defensiv extrem gut eingestellten Dortmunder Seite sowie dem schwachen Robben zu tun. Alles in allem eine schwere Aufgabe für die beiden Außenverteidiger, allerdings aus unterschiedlichen Gründen.</p>
<p>Die Hausherren spielten ein klares 4-4-2, in welchem Kagawa je nach Spielsituation einen bestimmten Spielertyp verkörperte. Er wechselte zwischen einem klaren Stürmer im Pressing oder bei weiten Bällen, wo die Bayern nicht kompakt draufschoben, sowie einem Mittelfeldspieler zur Unterstützung des eigenen Aufbauspiels. Teilweise ließ er sich sogar auf eine Linie mit den beiden Sechsern fallen und half vor der eigenen Abwehr mit aus. Neben ihm spielte Robert Lewandowski im Sturm, der vorne sehr viel presste und sich offensiv mehrmals ganz alleine den bayrischen Innenverteidigern gegenüber sah. Der Grund war, dass Kagawa sich bei einem tieferen Defensivspiel Dortmunds zurückfallen ließ und relativ klassische Defensivarbeit verrichtete, wobei Lewandowski dies nicht durfte. Er sollte vorne zur Ballseite verschieben und sich für weite Pässe anbieten. Dank seiner Statur und seinen Fähigkeiten konnte er diese behaupten und dann auf ein Aufrücken der Mitspieler, besonders der Flügelstürmer, warten. Desweiteren sorgte er dafür, dass die Bayern nicht extrem hoch aufrücken und die Dortmunder in ihre eigene Hälfte einsperren konnten.</p>
<p>Im Mittelfeld begann Großkreutz gegen Arjen Robben auf der linken Seite. Er konzentrierte sich, besonders zu Beginn, auf seine defensiven Aufgaben und stellte mit Schmelzer Robben eng zu. Oftmals verzichteten sie auf ihre offensiven Privilegien und rückten nur etwas auf, ohne sich aktiv am Offensivspiel zu beteiligen. Generell war es lediglich Großkreutz, der bei den Angriffen mitging und sich dort präsent zeigte. Schmelzer zeigte eine ziemlich unauffällige Partie als linker Außenverteidiger &#8211; was mit Robben als Gegenspieler alles andere als ein negativer Punkt sein sollte.</p>
<p>Dennoch präsentierte sich Kollege Piszczek in einem anderen Licht. Der Pole lief ebenso als Außenverteidiger auf, interpretierte seine Rolle gegen Ribéry allerdings etwas anders. <a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130476&amp;reiter=interview&amp;tag=30&amp;reiter=g&amp;bmi=130476#/match:130476/filter:pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:35470,35819/minutes:1,45/area:411.2,5.5,-164,442.65" target="_blank"><em>Im Gegensatz zu Schmelzer</em></a> rückte er stark auf und schaltete sich in die Offensive ein. Er suchte Kurzpässe mit Kuba und machte das Spiel breit, was Kuba gegen den bärenstarken Alaba das Leben zumindest ein bisschen erleichterte. Sein Landsmann, welcher rechts im Mittelfeld auflief, konnte nämlich nun diagonal nach innen ziehen und sich an Lewandowski orientieren. Dadurch konnte er nach einem Pass von Piszczek den Ball umgehend weiterleiten oder den dritten Polen in Diensten des BVB steil schicken. Alternativ war ein Doppelpass mit einem von beiden ebenfalls eine Möglichkeit.</p>
<p>Zentral im Mittelfeld spielten Kehl und Gündogan, gegen die Bayern eine auf den ersten Blick unübliche Wahl. Mit Bender blieb nämlich ein sehr defensivstarker und unheimlich laufstarker Spieler draußen, doch es war die aktuelle Form und das Selbstverständnis der Dortmunder, welche diese Kombination zuließ. Der erfahrene Kehl sollte Gündogan stützen, welcher sich in den letzten Spielen in Topform präsentierte. Gemeinsam – primär natürlich Gündogan – bauten sie das Spiel auf und bedienten ihre Vordermänner. Der junge Gündogan zeigte besonders in der Anfangsphase mehrere herausragende Pässe in die Spitze, welche die gegnerische Abwehr aushoben.</p>
<p>Vertikal dahinter agierten Subotic und Hummels in der Innenverteidigung. Obwohl beide als moderne Innenverteidiger gelten, ist Hummels der klar spielstärkere und half den beiden Spielern vor ihm beim Dortmunder Aufbauspiel. Subotic würde sich meist eher an Gomez orientieren und dessen Kreise stören, bei Rochaden von Gomez wurde dieser allerdings übergeben. Hummels hingegen rückte teilweise sogar mit nach vorne auf und nutzte den offenen Raum vor ihm, wenn Müller ihm nicht folgte.</p>
<p><strong>Aufbauspiel Dortmund: Abkippen hinter den linken Außenverteidiger</strong></p>
<div id="attachment_8143" class="wp-caption alignright" style="width: 294px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Dortmund-vs-Bayern-Abkippen.png"><img class=" wp-image-8143  " title="Dortmund vs Bayern - Abkippen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Dortmund-vs-Bayern-Abkippen.png" alt="" width="284" height="190" /></a><p class="wp-caption-text">Gündogan nutzt den Raum und macht das Spiel vereinfacht aus der Tiefe</p></div>
<p><a title="VfL Wolfsburg – Borussia Dortmund 1:3" href="http://spielverlagerung.de/2012/04/10/vfl-wolfsburg-borussia-dortmund-13/" target="_blank">Eine interessante Eigenart der Dortmunder</a> sah man bereits im Aufbauspiel. Schmelzer würde sich nämlich weit vorne und breit positionieren, während die beiden Innenverteidiger abrückten. Es entstand ein leerer Raum, wo Schmelzer aufgerückt war und wovon sich die beiden Innenverteidiger fortbewegt hatten. In diesen Raum <em><a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130476&amp;reiter=interview&amp;tag=30&amp;reiter=g&amp;bmi=130476#/match:130476/filter:pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:37636,13849/minutes:1,45/area:152.2,9.5,273,160" target="_blank">gingen Gündogan oder Kehl</a></em> und hatten extrem viel Raum und Zeit, um sich nach weiteren Anspielstationen umzusehen. Mit drei Mann in der Tiefe und den breiten Außenverteidigern konnte man sämtliche Pressingversuche der Bayern relativ leicht umspielen, im Zweifelsfall hätte man sie sogar sehr aus der Deckung locken können. Zentral hielt sich der verbliebene Sechser für Lochpässe und ein schnelles Umschalten danach bereit. Normalerweise würde ja dann einer der restlichen Spieler in den freien Raum aufgrund des gegnerischen Aufrücken stoßen und sich dort anbieten können oder der Raum hinter der bayrischen Abwehr wäre größer für lange Bälle.</p>
<p>Eine Möglichkeit dagegen vorzugehen, wäre, wenn sich Robben zwischen Außenverteidiger und dem abgekippten Sechser positioniert hätte. Müller hätte dann den Passweg zusperren und frontal attackieren können, während Gomez sich am Pressing von der Seite mitbeteiligt hätte. Eine 4-3-2-1-Formation wäre entstanden, da sich Ribéry zur Wahrung der Stabilität als dritter sehr breit agierender Sechser hätte kurzzeitig fallen lassen müssen. Das Problem ist jedoch, dass die Dortmunder nicht nur über eine ungemein schnelle Passgeschwindigkeit verfügen, sondern mit Piszczek und Kuba extrem schnell kombinieren wie sprinten können. Hätte man also die linke Seite auch nur ein bisschen geöffnet, wäre man etwas Risiko gegangen – und mit dem quirligen wie spielintelligenten Kagawa hätte man sicherlich noch das ein oder andere Problem mehr gehabt.</p>
<p><strong>Aufbauspiel Dortmund: Hummels Aufrücken</strong></p>
<p>Ein weiterer Punkt im Spielaufbau Dortmunds war Mats Hummels. Er befreite sich aus sämtlichen Fängen des gegnerischen Forecheckings, indem er sich mit einfachen Mitteln unberechenbar machte. So spielt er neben seinen bekannten langen Pässen und Diagonalbällen <a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130476&amp;reiter=interview&amp;tag=30&amp;reiter=g&amp;bmi=130476#/match:130476/filter:pass_short/player:33474/minutes:1,90/area:-1,-1,1,1" target="_blank"><em>auch viele Kurzpässe</em></a>. Unter anderem mit Gündogan und Kehl, wobei besonders ersterer dann mit ihm einen kleinen, aber interessanten Positionstausch vornahm. Gündogan ließ nämlich den Ball prallen und Hummels rückte auf, während sich Gündogan um ihn herum bewegte. Danach übernahm er eine tiefere Position, spielte also zwischen Sechs und Innenverteidiger. In der Zwischenzeit ging Hummels nach vorne und verteilte aus einer offensiveren Position seine Bälle. Wurde er bei diesem harmlos wirkenden Aufrücken von Müller oder Gomez verfolgt, konnte er den Ball jederzeit auf den technisch starken Gündogan spielen. Dieser hatte nun aus der Tiefe wieder mehr Raum und konnte entweder den freien Sechser anspielen oder sich mit weiten Bällen als Spielmacher aus der Tiefe hervortun.</p>
<p>Das taktische Pro für diese kleinen Wechselspielchen waren ebenfalls Raum und Zeit. Diese einstudierten oder zumindest abgesprochenen Kurzpässe waren durch die Läufe und die geringe Entfernung gefahrlos und konnten genutzt werden, um die bayrischen Stürmer herzulocken oder ihre fehlende Präsenz für eine ruhigere Ballverteilung zu nutzen. Da sowohl Gündogan als auch Hummels ihre sämtlichen Optionen kannten, während die Bayern über die Zuteilung zum Attackieren nachdenken mussten, war man klar im Vorteil. Die einfachen Bälle zu spielen, war kein Problem und erleichterte die Aufgabe für die drei Spielgestalter Dortmunds. Es schien generell Klopps Wunsch zu entsprechen, die Ballverteiler zu entlasten. Ob abkippender Sechser, aufrückender Innenverteidiger oder die breiten Außenverteidiger und der nimmermüde Lewandowski – sie alle gaben den Dortmunder zentralen Figuren das wichtige Quäntchen an Mehrzeit.</p>
<p><strong>Aufbauspiel Dortmund: Wechsel zwischen eng und breit</strong></p>
<p>Einige Male fiel ebenfalls auf, wie eng die Schwarz-Gelben teilweise bei Abschlägen und Ausschüssen standen. Der Grund war, dass man nach einem Kopfballduell oder für sich behaupteten Ball sofort zum Ort des Geschehens hinschob, um dort Anspielstation zu sein oder Pressing zu betreiben. Die berühmten zweiten Bälle sind ein großer Quell der Dortmunder Stärke, da sie meistens den Ball schnell unter ihre Kontrolle bringen und gegen die nichtformierte gegnerische Abwehr attackieren.</p>
<div id="attachment_8144" class="wp-caption alignleft" style="width: 253px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Dortmund-vs-Bayern-Formationen-eng.png"><img class=" wp-image-8144  " title="Dortmund vs Bayern - Formationen eng" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Dortmund-vs-Bayern-Formationen-eng.png" alt="" width="243" height="325" /></a><p class="wp-caption-text">die Formationen in verengtem Zustand</p></div>
<p>Da die Dortmunder sich gleichzeitig zum Ball verschieben, bleibt ihr System aufrecht und wird lediglich verengt. Ideal, um ein Gegenpressing zu betreiben und ebenso perfekt, um sich mit schnellen Kurzpässen nach vorne durch die Schnittstellen zu kombinieren. Wenn sich diese Möglichkeit nach Ballgewinn jedoch nicht bietet, so formiert sich die Formation wieder in ihre breite Ausgangsstellung. Das Gleiche erfolgt, wenn der Gegner den Ball unter Kontrolle brachte und ihn aus der Pressingzone herausspielte. Dann nahm man ebenfalls das gewohnte System ein und zog sich zurück, wobei ab der zweiten Spielfeldhälfte mit dem Mittelfeldpressing begonnen wurde.</p>
<p><strong>Das Pressing Dortmunds: die Reihenfolge </strong></p>
<p>Die viel gerühmte Arbeit gegen den Ball ist das Geheimnis des Dortmunder Erfolgs und bereits als dieses identifiziert worden. Dennoch erfolgt sie – zumindest heute gegen die Bayern – nach einem bestimmten und je nach Gegner leicht modifizierten System. Dieses Mal sperrte man zuerst die Innenverteidiger ab und zwang Manuel Neuer zu langen Bällen. Dies sorgte vorrangig dafür, dass die Außenverteidiger tiefer spielen mussten oder Neuer hohe Bälle ins Mittelfeld schlagen musste. Hätte man die Innenverteidiger frei gelassen, hätten sie den Ball zu den Außenverteidigern spielen können. Diese wären deswegen weiter nach vorne gerückt. Da die Innenverteidiger aber wenig Raum hatten, mussten die Außenverteidiger und das defensive Mittelfeld helfen und sich tiefer positionieren.</p>
<div id="attachment_8145" class="wp-caption alignright" style="width: 280px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Dortmunder-Deckungsschatten.gif"><img class=" wp-image-8145 " title="Dortmunder Deckungsschatten" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Dortmunder-Deckungsschatten.gif" alt="" width="270" height="367" /></a><p class="wp-caption-text">Kleines Schmankerl: die Deckungsschatten aus dem Hinspiel. Waren sie wirklich so anders?</p></div>
<p>Nachdem man also die Innenverteidiger abgesperrt hatte, kamen viele Bälle auf die Außenverteidiger oder ins defensive Mittelfeld. Hier verschob man drauf und stellte die Passwege nach vorne zu, so kamen die Bälle zu den Innenverteidigern. Diese lief man an und sorgte dafür, dass sie nicht viel Zeit hatten, allerdings relativ ruhige Pässe schlagen könnten. Ein Selbstmechanismus für die Dortmunder, da durchgehend hohes und aggressives Pressing sie vor eine läuferische Mammutaufgabe über die gesamte Spielzeit gestellt hätte. Desweiteren wären lange Bälle gefährlicher gewesen. So konnte man die Innenverteidiger anlaufen und sie zwingen, den Ball irgendwann nach vorne zu tragen oder einen Fehler zu machen. Die Außenverteidiger, die ja eng spielen mussten, wurden beengt und je breiter sie das Spiel machten, umso stärker schnitt man sie von den zentralen Spielern ab. Man wollte sie nach außen drängen und dann dorthin verschieben. Der Grund war klar, ein Pass nach vorne hätte die Flügelstürmer Robben und Ribéry mit der angesetzten Doppelung beziehungsweise gar Tripelung konfrontiert. Im Normalfall war hier kein Durchkommen möglich (oder: hätte nicht möglich sein sollen) und man konnte schnell über die Flügel kontern.</p>
<p><strong>Pressing Dortmund: die Dreierkettenasymmetrie gegen Bayerns breite Außenverteidiger</strong></p>
<p>Wichtig auch, wie ungemein straff und präzise Dortmund organisiert war, wenn man die Außenverteidiger beengte. Übertrieben könnte man diese Abwehrformation als ein 3-4-3 bezeichnen, in welchem der ballnahe Außenverteidiger und der ballnahe Flügelstürmer aufrückten, während der ballferne Flügelstürmer zurückkam. Dann würden die verbliebenen vertikalen Linien ballseitig verschieben und absolut ohne Loch bleiben. Zwei Löcher gab es natürlich dennoch, diese waren die gegenüberliegende Seite, also der freie Außenverteidiger des Gegners und der luftleere Raum hinter dem eigenen aufgerückten Außenverteidiger. An dieser Stelle fragt man sich natürlich, wieso man diesen Raum nicht nützen kann. Das Problem liegt hierbei, dass die Außenverteidiger enger spielen als sonst. Dieser Raum kann eigentlich nicht bespielt werden, da sie frontal angegriffen werden und nahezu jeder Ball dorthin unter Bedrängnis entstehen würde. Man kann somit keinen Pass genau anbringen und im Normalfall würde der Ball auch geblockt oder abgefälscht werden.</p>
<div id="attachment_8146" class="wp-caption alignleft" style="width: 253px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Dortmund-vs-Bayern-Dreierkettenasym.png"><img class=" wp-image-8146  " title="Dortmund vs Bayern - Dreierkettenasym" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Dortmund-vs-Bayern-Dreierkettenasym.png" alt="" width="243" height="325" /></a><p class="wp-caption-text">so verschoben die Dortmunder teilweise auf die Außenverteidiger</p></div>
<p>Im unrealistischen Falle einer erfolgreichen Flanke dorthin, hätte man als angreifende Mannschaft allerdings gewisse Probleme, denn es gäbe den zona-mista-Effekt. Die zona mista war eine angepasste Variante des Catenaccio mit Raumdeckung, wo es zumeist vier Verteidiger, allerdings asymmetrisch beziehungsweise verschoben angeordnet gab. Bei diesem „italienischen Spiel“ wurden hervorragende gegnerische Spieler in doppelte Mann- oder Raumdeckung genommen und mit dem freien Raum in der eigenen Abwehr wusste man genau, wo diese Unterzahl herkam und welcher Raum konstant offen war. Da man aber wusste, wo der Ball hinkommen könnte, gab es eine hohe Alarmbereitschaft bei Pässen in diesem Raum. Die Zuteilung war im Vorhinein klar, wer hineinrückt und wer nachschiebt. Später sollte sich auch die italienische Variante des 3-5-2 daraus entwickeln beziehungsweise war sie es damals bereits.</p>
<p>Bei den Dortmundern gab es diesen freien Raum auf einer Seite, sogar in der gleichen Linie, ebenfalls. Das wichtige war aber, dass jeder Spieler genau wusste, was mit einem Gegner dort passieren würde: gar nichts. Der ballnahe Innenverteidiger stellt ihn und drängt ihn ab, der ballnahe Sechser schließt Passwege und der zweite Innenverteidiger kümmerte sich nun in Manndeckung um den zweiten Stürmer, während der ballnahe Außenverteidiger zurückkommt und sich den Ball holt. Vorteil ist hierbei, dass der gegnerische Außenverteidiger niemals so schnell aufrücken kann, um seinen Vordermann oder den Stürmer zu unterstützen.</p>
<p><strong>Pressing Dortmund: vertikale Kompaktheit als Hauptaufgabe der beiden Sechser</strong></p>
<p>Da man die Stärken des Bayernspiels auf den Flügeln und ihren individuellen Einzelkönnern festmachte, wollte man sie wie im Hinspiel vom gesamten Offensivspiel isolieren. Dazu hatten auf den Seiten meist drei Spieler die wichtigsten Aufgaben. Je zwei davon waren die beiden Sechser. Der halblinke und der halbrechte Sechser mussten nämlich extrem viel Laufarbeit verrichten, insbesondere wegen des Verschiebens. Damit man die Flügelstürmer aufhalten konnte, musste man ihnen den Raum zur Mitte sowie die Passwege in die Offensive absperren. Der ballnahe Sechser übernahm  meistens beide Sachen, während der Außenverteidiger und der eigene Flügelstürmer den gegnerischen Angreifer gemeinsam attackierten.</p>
<p>Somit hatte der Flügelstürmer keine wirkliche Wahl. Entweder riskierte er mit einem Alleingang den Ballverlust oder spielte den Ball zurück. Nach innen konnte man nur mit extrem schwierigen Lochpässen durchkommen, aber selbst dort hatte man nicht viel Raum, da die Dortmunder schnell und ungemein kompakt im Kollektiv zum Ball verschoben. Müller, der normalerweise alleine in der Mitte hing, hatte deswegen keinen Effekt. Er bot sich an, aber selbst wenn die Bälle kamen, musste er sich vor mehreren anbrausenden Gegnern zur Wehr setzen. An ein geordnetes und strukturiertes Passspiel ist hier nicht zu denken.</p>
<div id="attachment_8148" class="wp-caption alignright" style="width: 147px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Dortmund-vs-Bayern-Sechser.png"><img class=" wp-image-8148  " title="Dortmund vs Bayern - Sechser" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Dortmund-vs-Bayern-Sechser.png" alt="" width="137" height="379" /></a><p class="wp-caption-text">und so verschoben die Sechser</p></div>
<p>Ein vorgeschlagenes Mittel gegen dieses Dortmunder Bollwerk sind Spielverlagerungen. Bayern hätte mit Badstuber, Schweinsteiger und Kroos mehrere Spieler, welche diese schlagen könnten. Wichtig hierbei ist jedoch, dass niemand von den Außenspielern dies wirklich beherrscht. Von der Technik her müssten dies Robben und Ribéry zwar beherrschen, da sie jedoch dermaßen aggressiv gedeckt werden, besitzen sie nicht die nötige Zeit und den Platz, um solche anspruchsvollen Bälle zu spielen. Hier kommt das Dortmunder System erst wirklich zum Tragen. Bis der Gegner den Ball bei den gewünschten Spielern für die Spielverlagerung hat, steht man schon wieder meist geordnet im 4-4-1-1/4-4-2-System. Damit nimmt man dem so gefürchteten Mittel die Gefahr, lediglich eine sehr aktive Laufarbeit der gegnerischen Sechser würde hier helfen – aber einen präzisen Ball über 60 Meter zu spielen, nachdem man den Ball aus dem Lauf spielt beziehungsweise ihn unter Kontrolle bringt? Der Erfolgsfaktor wäre wohl nicht signifikant höher.  Und genau deswegen wissen die Dortmunder Sechser, wieso sie in eigentlich jeder Partie über 12 Kilometer laufen.</p>
<p><strong>Defensivspiel Dortmund: fluides Verschieben gegen die Rochaden</strong></p>
<p>Neben den Seitenwechseln sind es die Rochaden, welche Experten als Gefahr für die Dortmunder ausgemacht hätten. Die Idee war klar: man konnte die Spieler nicht doppeln, wenn sie sich frei bewegten. Das war nur teilweise richtig. Wenn die anderen Spieler nicht aufrückten oder auf die Flügel auswichen, war es einer spielintelligenten Mannschaft durchaus möglich. Bekanntlich sind die Dortmunder eben das und sie zeigten dies. Wenn sich Robben ins Zentrum bewegte und dort für Aufruhr sorgen wollte, ging Müller meist auf die Außen. Hier kümmerte sich dann Schmelzer lediglich um seinen Aufgabenbereich in der Raumdeckung und deckte kurze Passwege sowie Diagonalbälle nach rechts ab.</p>
<p>Der robbennahe Sechser würde sich nun stärker ins Zentrum orientieren und gemeinsam mit den enger aneinander spielenden Innenverteidigern attackieren, im Idealfall half der zweite Sechser. Das konnte er aber nicht immer, wenn Kroos auf- oder Ribéry einrückte. Das gleiche Spiel gab es natürlich auch bei Ribéry, wobei dieser in der Halbzeit diese Rochaden in die Mitte vermehrt Robben überließ. Alles in allem versuchten die Dortmunder die beiden gegnerischen Stars auf eine ziemlich ähnliche Art und Weise abzusperren, mit kleinen Unterschieden. Gegen Ribéry passte man besonders darauf auf, dass er sich nicht spielgestalterisch zeigen konnte und man versperrte eher Passwege. Beim Niederländer des FC Bayern passte man verstärkt auf die Wege zum Tor und die Lücken in der Abwehr auf, diese Schnittstellen bespielt er nämlich durchaus gerne. Das hieß auch, dass die Viererkette generell etwas enger agierte, wenn man Robben auf seinen bekannten Läufen nach innen sah oder wenn er zentral auftauchte. Wirklich bleibenden Eindruck konnte er nicht hinterlassen.</p>
<p><strong>Defensivspiel Dortmund: Räume fressen, Offensivspiel Bayern: ein Vakuum für Müller</strong></p>
<p>Spielentscheidend war aber wie im Hinspiel wohl, wie die Dortmunder ihre Kompaktheit beibehielten. Wenn die Münchner das Spiel aufbauten, so hatte man größere Abstände zwischen den Mannschaftsteilen und folgte dem vorher geschilderten Pressingschema. Je höher die Bayern vordrangen, umso enger wurde man. Zumeist rückten die Mittelfeldspieler stärker nach hinten und die Dortmunder Abwehrspieler achteten stark auf die Ordnung, während man sich nach vorne bewegte. Wichtig war es, dass man nicht die Geschlossenheit verlor oder unnötige Räume öffnete. Deswegen bewegte man sich im Zweifelsfall lieber weniger und wartete, dass die Mittelfeldspieler zurückkamen.</p>
<div id="attachment_8149" class="wp-caption alignright" style="width: 253px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Dortmund-vs-Bayern-Raum.png"><img class=" wp-image-8149  " title="Dortmund vs Bayern - Raum" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Dortmund-vs-Bayern-Raum.png" alt="" width="243" height="174" /></a><p class="wp-caption-text">das Zentrum wurde gut verschlossen von Dortmund, erst in Halbzeit Zwei erhielten die Bayern auch nur ansatzweise Zugriff darauf</p></div>
<p>Ohnehin war das Ziel, den Raum zwischen den Linien verschwinden zu lassen. Deswegen war es wichtig, dass das Mittelfeld sich stärker fallen ließ und sich konstant bewegte. Man füllte ununterbrochen die Schnittstellen und je länger der Ball bei den Bayern ohne Fehler zirkulierte, umso weiter ließ man sie kommen. Wenn sie schließlich in Strafraumnähe angekommen waren, hatten die Dortmunder als Ziel, <a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130476&amp;reiter=interview&amp;tag=30&amp;reiter=g&amp;bmi=130476#/match:130476/filter:cross_failed,cross_completed,pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:28359,24441,32345,36261,32644,36521,37973,35249,37903,24857,26892,1165,39812,31783,28146,24448,17732,14703/minutes:1,90/area:133.2,354.5,-40,-264" target="_blank"><em>den Raum zwischen den Linien komplett eliminiert zu haben</em></a>. Wenn die beiden Flügelspieler in die Mitte zogen oder Müller seine Räume suchte, dann mussten die Sechser immer so kompakt stehen, dass kein Platz für eine Ballannahme da war. Dies war mit ein Grund für Müllers fehlende Präsenz. Die Räume, in denen er sich wohlfühlt, gab es nicht, da jeder vorgerückte Meter eine Verengung des Spielraumes vor dem gegnerischen Sechzehnmeterraumes zur Folge hatte.</p>
<p>Damit übergab man den Bayern zwar viel Ballbesitz, hatte jedoch mehrere Vorteile. Die Bayern dribbelten sich fest und waren danach für Konter offen, desweiteren war Müller als hängender Stürmer absolut verschenkt und abgesehen von seiner Defensivarbeit sowie den Flügelbesetzungen bei Rochaden hatte er absolut keine Wirkung. Kein Wunder also, dass Heynckes Kroos nach vorne schob und Schweinsteiger brachte.</p>
<p><strong>Offensivspiel Dortmund: verkehrte Diagonalbälle in die Schnittstellen</strong></p>
<p>Im Spiel nach vorne bewies die Klopp-Elf einmal mehr, dass sie teilweise unorthodoxe Methoden ihr Eigen nennen kann. Dieses Mal waren es die Pässe von hinten in den freien Raum hinter der Abwehr, die sich klar von der üblichen Spielweise anderer Mannschaften unterscheiden. Diese Pässe wurden nämlich nicht wie normalerweise aus der Tiefe des Raumes in den Raum zwischen gegnerischem Torwart und seiner Abwehrkette gespielt, sondern man nutzte die Schnittstellen aus. Im Gegensatz zu regulären Diagonalbällen kamen dies jedoch nicht über die Schnittstelle auf den Weg Richtung Außen, sondern die Außenspieler zogen nach innen und nutzten die Schnittstellen der gegnerischen Abwehr als Kanal. Dies funktionierte ein paar Mal ausgesprochen gut, weil die Sechser Dortmunds sich ins Zentrum bewegten und dann mit Ball Richtung Außen gingen. Würden sie unter Bedrängnis geraten, hätten sie die Möglichkeiten eines einfachen Pass zum Innenverteidiger oder zum Außenverteidiger.</p>
<p>Da die Bayern aber mit ihrem Pressing nach der Anfangsphase nachließen, <em><a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130476&amp;reiter=interview&amp;tag=30&amp;reiter=g&amp;bmi=130476#/match:130476/filter:cross_failed,cross_completed,pass_long/player:37636/minutes:1,90/area:-1,-1,1,1" target="_blank">konnte Gündogan ein paar Mal den Ball</a></em> aus dieser stark seitlichen Position in die Schnittstelle passen, wo sogar zwei Spieler immer in der Nähe waren. Der eine war Robert Lewandowski, welcher sich instinktiv ballseitig in die Lücken der Abwehr bewegte, der andere war der jeweils nähere Außenstürmer. Sie zogen dann mit Pärchenbildung nach innen und versuchten möglichst schnell zum Torabschluss zu kommen. Dies war der Grund dafür, dass die Dortmunder fast 40% ihrer Angriffe aus dem Zentrum begannen, bei den Bayern waren es unter 30%. Ein Lob ist hier an Klopp zu richten, der mit seinen vielen verschiedenen Maßnahmen zur erhöhten Zeit der Spielmacher interessante Punkte für die späteren Vorstöße in die Spitze setzte. Die Zentralen agierten als Spielmacher und verteilten die Bälle, während vorne <a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130476&amp;reiter=interview&amp;tag=30&amp;reiter=g&amp;bmi=130476#/match:130476/filter:cross_failed,cross_completed,pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:35568/minutes:1,90/area:334.2,161.5,289,286" target="_blank"><em>Kagawa sich halbrechts in die freien Räume</em></a> zwischen Kroos und der Innenverteidigung arbeiten wollte. Oftmals ließ er sich aber <a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130476&amp;reiter=interview&amp;tag=30&amp;reiter=g&amp;bmi=130476#/match:130476/filter:cross_failed,cross_completed,pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:35568/minutes:1,90/area:169.2,31.5,391,179" target="_blank"><em>schräg nach hinten links fallen</em></a>, wo er dann vor Gustavo spielte und ein Übergewicht im Zentrum herstellte.</p>
<p>Damit das Ganze aber dennoch funktionieren konnte, benötigten die Dortmunder Robert Lewandowski ganz besonders. Der Pole ist wohl mit der einige Spieler in Europa, <em><a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130476&amp;reiter=interview&amp;tag=30&amp;reiter=g&amp;bmi=130476#/match:130476/filter:tackle_win,sprint,cross_failed,cross_completed,pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:39301/minutes:1,90/area:-1,-1,1,1" target="_blank">welcher so viele verschiedene Attribute in sich vereint</a></em>. Seine hohe Athletik macht ihn ohnehin zu einem unangenehmen Gegner, doch die Bewegungen ohne Ball sind nicht minder beeindruckend. Ununterbrochene Läufe auf die Flügel und in die Halbpositionen sowie seine Fähigkeit, den Ball auch in fußballerischen Stresssituationen  unter Kontrolle zu bringen plus gegebenenfalls abzuschirmen, machen aus ihm einen teuren Spieler.</p>
<p><strong>Aufbauspiel Bayern: direkte Ablagen der Flügelstürmer </strong></p>
<p>Eine Auffälligkeit im Münchner Spiel fand man. Damit die Flügelstürmer der extremen Doppelung entfliehen konnten, hatte Jupp Heynckes eine Idee. Er sorgte dafür, dass die Sechser etwas aufrückten und sich Müller näher zum Außenstürmer bewegte. Wenn dieser vom Außenverteidiger den Ball in Bedrängnis erhielt, so spielte er sofort einen Ball in die Mitte. Im Idealfall würde der Pass ankommen und eine schnelle Kombination hätte sich ergeben. Desweiteren wäre die Deckung der Dortmunder ausgehoben worden, da sie durch die Bewegung der Flügelstürmer aus der Position geholt worden wären. Diese gingen nämlich kurz und spielten dann einen schnellen Pass ins Zentrum, von wo sie sich weitere Impulse nach vorne erhofften. Die Dortmunder Abwehrarbeit sorgte letztlich dafür, dass aus dieser Idee nichts wurde. Weiters zeigten sich die Bayern überaus ungenau und es fehlte spätestens im letzten Drittel sogar bei einfachen Pässen die Präzision. Dass dies bei anspruchsvollen Direktabnahmen wie hier noch stärker ausgeprägt war, ist keine Frage.</p>
<p><strong>Offensivspiel Bayern: zwei große Gründe, wieso Lahm sich zurückhalten musste</strong></p>
<p>Der Kapitän zeigte ein schwaches Spiel. Philipp Lahm wirkte zu passiv und brav, er wurde nicht laut und konzentrierte sich teilweise sehr auf seine Defensivarbeit. Dies ging sogar so weit, dass er sich beim Aufrücken absolut ineffektiv zeigte und keinerlei Mumm hatte, die Dortmunder zu überraschen. Ein gutes Gegenbeispiel war der junge und unbekümmerte David Alaba auf links.</p>
<p>Allerdings hatte Lahm es ungleich schwerer. Mit Großkreutz und Schmelzer traf man auf eine extrem hart arbeitende Seite und die stand defensiv gut. Robben spielte derweil deutlich zu breit und Lahm konnte nur innen hinterlaufen. Problematisch war dies nicht nur wegen Robben, welcher keinen Kombinationspartner fand. Das wirkliche Problem war es, dass die Bayern sich nicht ausreichend frei laufen und anbieten konnten.</p>
<p>Der einzige freie Spieler war für Lahm nämlich Luiz Gustavo, auf diesen warteten die Dortmunder aber. Der Brasilianer wurde wohl als Schwachstelle unter Stress ausgemacht, deswegen wollte man Bälle auf ihn forcieren. Kehl und Gündogan standen wie Kagawa und der gelernte ballnahe Flügelstürmer um Gustavo herum und warteten, dass Lahm sich für den Pass entschieden hatte. Just in diesem Moment presste dann Dortmund, doch Lahm war intelligent – er gab Gustavo gar nicht so oft den Ball, um dies zu vermeiden. Allerdings kam er dadurch selbst nicht mehr ins Ziel.</p>
<p><strong>Offensivspiel Bayern: Ribérys Weg und Alabas Unterstützung</strong></p>
<p>Auf der linken Seite brachen die Bayern einigermaßen oft durch. Dies lag daran,<em> <a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130476&amp;reiter=interview&amp;tag=30&amp;reiter=g&amp;bmi=130476#/match:130476/filter:pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:32644/minutes:1,46/area:-1,-1,1,1" target="_blank">dass sich Ribéry aufgemacht hatte</a></em>, Piszczek und die Dortmunder Defensive zu knacken. Dabei half ihm David Alaba. Der Shootingstar spielte sehr offensiv und ohne Furcht vor einem Ballverlust, mehrmals hielt er den Ball unter Bedrängnis oder packte riskante Dribblings aus. Mit dem Franzosen vor ihm harmonierte er hervorragend. Alaba spielte einen Pass und rückte sofort auf, dadurch konnte er Ribéry eine Anspielstation bieten und ihn etwas von der Doppelung befreien, da Kuba Alaba verfolgen musste. Ribéry zog dann meist etwas in die Mitte und lief einen diagonalen Weg zum Tor, Alaba machte das Spiel breit und ließ sich schicken. Besonders nach Dortmunder Angriffen entstanden hier die sehenswertesten Offensivaktionen der Bayern.</p>
<div id="attachment_8150" class="wp-caption alignleft" style="width: 103px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Dortmund-vs-Bayern-Ribaba.png"><img class=" wp-image-8150  " title="Dortmund vs Bayern - Ribaba" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Dortmund-vs-Bayern-Ribaba.png" alt="" width="93" height="379" /></a><p class="wp-caption-text">Alaba und Ribéry machten den meisten Druck, waren allerdings nicht effektiv</p></div>
<p>In der zweiten Halbzeit sah man das allerdings seltener, obwohl die Bayern hier kollektiv etwas stärker waren. Dies lag unter anderem an Ribéry. Der Franzose zog nun nicht mehr diagonal nach vorne rein, sondern ging länger mit dem Ball am Fuß und marschierte dann parallel zum Strafraum ins Zentrum. Alaba musste allerdings aufgrund des Risikos seine Vorstöße mehrmals abbrechen und sich wieder nach hinten orientieren, was Ribérys Spielweise noch verstärkte. Einige Male konnte er aber dank Müller und Kombinationen zwischen diesem und Ribéry nach vorne rücken, da das Risiko bei den Kurzpässen zur Seite geringer war. Besonders, wenn Müller das Zentrum besetzte und sich Ribéry wieder mehr auf seine Offensivaufgaben als inverser Winger beschränkte.</p>
<p><strong>Offensivspiel Bayern: Robbens schlechte Kopie</strong></p>
<p>Ähnlich, aber leicht abgeändert <a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130476&amp;reiter=interview&amp;tag=30&amp;reiter=g&amp;bmi=130476#/match:130476/filter:pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:24857/minutes:1,46/area:-1,-1,1,1" target="_blank"><em>wollte auch Robben spielen</em></a>. Dies hätte aber wohl ohnehin nicht funktioniert, weil er gegen die defensiver ausgerichtete Abwehrseite spielte, allerdings machte Robben ohnehin ein paar gravierende Fehler. Beispielsweise klebte er direkt an der Außenseite und nur bei seinen Rochaden konnte man ihn zentraler finden – hier hatte er jedoch sowieso andere Aufgaben und Position. Beim Flügelspiel stoppte er den Ball sehr weit auf außen und Lahm konnte ihn nicht hinterlaufen. Wenn Lahm ihn vorderlief, fand er sich in einem unnützen Raum wieder. Hier konnte er sich aufgrund der Enge um Robben weder für einen Pass anbieten, noch das Spiel breit machen. Robben musste dann versuchen, ohne Unterstützung nach innen zu ziehen und kam da selten durch. Er hatte sogar Glück, dass er den Ball nicht so oft verlor und Lahm sich schnell wieder in die eigene Defensive eingliederte, denn ein Ballverlust wär bei einer solch verwaisten Außenbahn fatal gewesen.</p>
<p><strong>Einwechslungen</strong></p>
<p>Als es gegen Schluss ging, kamen die Einwechslungen. Ein neuer taktischer Aspekt, den es kurz zu beleuchten gilt. Die Dortmunder ließen mit Leitner und Perisic als neue Spieler das System weitestgehend gleich, veränderten aber kleine Sachen. Für die müde wirkenden Gündogan und Kagawa, in der ersten Halbzeit noch überragend, danach etwas eingebrochen, wollte man frische Spieler mit einer leicht veränderten Interpretation ihrer Position bringen. Damit wollte man dem Spiel neuen Kick verleihen und die Bayern vor neue Fragen stellen, die man lösen müsste. <em><a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130476&amp;reiter=interview&amp;tag=30&amp;reiter=g&amp;bmi=130476#/match:130476/filter:tackle_loose,tackle_win,tackle_ground,tackle_air,sprint,cross_failed,cross_completed,pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short,tackle_all/player:41658/minutes:1,90/area:-1,-1,1,1" target="_blank">Besonders Perisic</a></em> brachte diesen frischen Wind und konnte eine ansprechende Partie zeigen.</p>
<p>Bei den Bayern waren die Wechsel viel mehr personeller Natur. Gomez und Müller mussten beide gehen, sie hatten allerdings nur wenig Schuld an ihrer unauffälligen Leistung. Gomez im Sturmzentrum war schlicht abhängig vom Mittelfeld, welches besonders in der ersten Halbzeit keine Akzente setzen konnte. Müller hingegen tat läuferisch sein bestes, fand jedoch nicht die Räume, welche ihn so stark machten. Deswegen waren die Wechsel auch absolut richtig. Jupp Heynckes <em><a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130476&amp;reiter=interview&amp;tag=30&amp;reiter=g&amp;bmi=130476#/match:130476/filter:cross_failed,cross_completed,pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:24448/minutes:60,90/area:-1,-1,1,1" target="_blank">brachte mit Schweinsteiger</a></em> einen ehrgeizigen Führungsspieler, was den Bayern erlaubte, <a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130476&amp;reiter=interview&amp;tag=30&amp;reiter=g&amp;bmi=130476#/match:130476/filter:cross_failed,cross_completed,pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short/player:35249/minutes:60,90/area:-1,-1,1,1" target="_blank"><em>dass Kroos weiter nach vorne ging</em></a>. Die Idee war, dass man nun jemanden hatte, der mit Schüssen aus der zweiten Reihe sowie kreativen Pässen die Dortmunder knacken könnte, ohne auf den Raum zwischen den Linien angewiesen zu sein. Weiters kam Olic noch für Gomez, hier wollte man einen quirligeren und wuseligeren Typen, der Unordnung bringen könnte. Olic blieb allerdings ohne wirklichen Eindruck zu hinterlassen <a href="http://www.bundesliga.de/de/liga/matches/2011/index.php?bmi=130476&amp;reiter=interview&amp;tag=30&amp;reiter=g&amp;bmi=130476#/match:130476/filter:tackle_loose,tackle_win,tackle_ground,tackle_air,sprint,cross_failed,cross_completed,pass_failed,pass_completed,pass_long,pass_short,tackle_all/player:14703/minutes:1,90/area:-1,-1,1,1" target="_blank"><em>nur eine Randnotiz</em></a> an diesem Abend. Weder konnte er mit den Flügeln rochieren noch seine Dauersprints auspacken und man muss abwarten, inwiefern er diese noch bringen kann. Ein Brecher wie Petersen wäre keine Alternative gewesen, sehr wohl aber eine fixe Formationsveränderung mit beispielsweise Arjen Robben als Mittelstürmer.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Kein Spektakel der Extraklasse, aber ein Spiel mit hoher Intensität, ohne über die Grenze zu gehen. Ohne gelben Karten endete ein enges und spannendes Spiel, in welchem die Münchner ab der zweiten Halbzeit überlegen waren und am Ende des Spiels die Dortmunder zu knacken schienen. Arjen Robben war der tragische Held dieser Partie, da er mit einem verschossenen Elfmeter, dem aufgehobenen Abseits sowie einem Fehlschuss vor dem leeren Tor wirklich jener Spieler war, welcher „den Unterschied ausmachen“ sollte. Letztendlich waren die Bayern zwar dominant, aber in ihrer Dominanz zu beharrlich, zu langsam und zu eintönig. Das Passspiel muss schneller werden und mit mehr Freude und Bewegung gespielt werden, falls man an alte Zeiten anknüpfen möchte.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8140&amp;md5=71da1a46d727a07a09606f08c231d8c1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Vorschau: Borussia Dortmund &#8211; Bayern München</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Apr 2012 16:39:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayern München]]></category>
		<category><![CDATA[Borussia Dortmund]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Bundesliga-Topspiel, das womöglich die deutsche Meisterschaft entscheiden wird, verspricht höchste Spannung und wirft taktische Fragen auf.Wie wollen die Bayern das BVB-Pressing knacken? Wie viel Risiko geht Dortmund offensiv? Welche Rolle spielen Konter und lange Bälle? Ausgangslage und Form Die Borussen haben momentan einen Vorsprung von drei Punkten, aufgrund der besseren Tordifferenz der Bayern sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Das Bundesliga-Topspiel, das womöglich die deutsche Meisterschaft entscheiden wird, verspricht höchste Spannung und wirft taktische Fragen auf.<span id="more-8107"></span>Wie wollen die Bayern das BVB-Pressing knacken? Wie viel Risiko geht Dortmund offensiv? Welche Rolle spielen Konter und lange Bälle? <strong></strong></p>
<p><strong>Ausgangslage und Form</strong></p>
<p>Die Borussen haben momentan einen Vorsprung von drei Punkten, aufgrund der besseren Tordifferenz der Bayern sind es effektiv zwei Punkte. Ein Unentschieden würde das Duell also offen halten, aber Dortmund könnte damit besser leben &#8211; auch, weil sie seit 23 Spielen nicht mehr 3 Punkte am Stück verloren haben. Die Bayern werden also sicherlich einen Sieg anvisieren.</p>
<div id="attachment_8113" class="wp-caption alignleft" style="width: 292px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Grundvariante.png"><img class=" wp-image-8113  " title="Grundvariante" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Grundvariante.png" alt="" width="282" height="386" /></a><p class="wp-caption-text">Formationen mit den Hauptbesetzungen der letzten Spiele.</p></div>
<p>Die aktuelle Form ist bei beiden Mannschaften gut, aber nicht optimal. Die schwarzgelben Gastgeber <a title="VfL Wolfsburg – Borussia Dortmund 1:3" href="http://spielverlagerung.de/2012/04/10/vfl-wolfsburg-borussia-dortmund-13/" target="_blank">zeigten zuletzt zunehmende Spielkultur</a>, insbesondere durch den formstarken Ilkay Gündogan im zentralen Mittelfeld. Die Dortmunder kehren langsam zum attraktiveren, aber potentiell riskanteren Offensivspiel des Saisonbeginns zurück, was für erhöhte Offensivkraft sorgt. In den vergangenen drei Spielen erzielten sie 13 Treffer &#8211; so viele wie in den 8 Ligaspielen davor. Dafür wirken sie defensiv nicht mehr ganz so unantastbar wie zu Beginn der Rückrunde. Nachdem der BVB fast 5 Monate nicht mehr zurücklag, kassierten sie in Köln wieder einen 1:0-Rückstand. Eine Woche später gerieten sie gegen Stuttgart im eigenen Stadion sogar nach einem 2:0-Vorsprung noch ins Hintertreffen durch 3 Gegentore in 10 Minuten &#8211; das erste Ligaspiel seit einem halben Jahr, in dem Dortmund mehr als ein Gegentor kassierte. Dennoch bleibt die Defensivarbeit das Prunkstück der Borussen. Nur wenn Gegner viel Risiko gingen, kamen sie wirklich unter Druck. Dann kamen sie aber auch zu vielen extrem hochwertigen Konterchancen. Diese wurden aber immer mal wieder zu ineffizient ausgespielt.</p>
<p>Heynckes&#8217; Truppe erlebte einen schwachen Rückrundenstart, anschließend drei Kantersiege mit 20 Toren und dann ein 0:0 im Pokal-Halbfinale gegen Gladbach, das sie im Elfmeterschießen gewannen. <a href="http://spielverlagerung.de/2012/04/04/die-bayern-nach-marseille-ein-zwischenfazit/" target="_blank">Danach wurden ihre Leistungen konstanter.</a> Die letzten 5 Pflichtspiele wurden mit 1 oder 2 Toren Vorsprung gewonnen. Die Bilanz von 9:2 Toren erinnert an Dortmunds Rückrundenbeginn. Dabei rotierte Heynckes viel mit dem Personal, behielt das System aber bei. Er ließ durchgängig im 4-2-3-1 mit einem spielerischen und einem destruktiven Sechser, richtigseitigen Außenverteidigern (Lahm wieder rechts) und mal mehr oder weniger rochierenden Offensivkräften spielen. Das Pressing wird recht hoch und frontal gespielt, was gut funktioniert, da Bayerns Gegner gegen die starken Individualisten Ballverluste vermeiden wollen. Bei guten Offensivverschiebungen des Gegner, deutet Bayerns Defensive aber immer wieder Abstimmungsprobleme an. Offensiv dominiert man und ist nicht mehr so leicht ausrechenbar wie im Winter. Dennoch fehlt es an abgestimmten Spielzügen. Die Münchner kommen zwar zu Chancen, zeigen aber eine hohe Abhängigkeit von Einzelaktionen und gegnerischen Fehlern.</p>
<p><strong>Fragen an das Spiel</strong></p>
<p>Da die Bayern einen Sieg brauchen und in den letzten 3 Spielen gegen den BVB nur ein Tor erzielten, ändert sich die Ausgangslage des Spiels im Vergleich zu den letzten Duellen. Es sind weniger die Borussen, die in Zugzwang sind und taktische Mittel finden müssen. Die zentrale Frage des Spiels ist diesmal wohl eher, wie die Gäste den Ball ins Netz bringen wollen. Daraus ergibt sich gegen Dortmund die grundlegende Frage, wie man den Ball nach vorne bringen will: Versucht man in das megastabile Zentrum des Defensivverbundes hineinzukommen oder umspielt man dieses lieber mit langen Bällen oder Flügelspiel? Wie viel Risiko geht man in der Positionierung der Spieler, wie aggressiv rücken die Außenverteidiger auf? Spielt man vielleicht sogar auf Kontergelegenheiten?</p>
<p>Auf diese Fragen kann Bayern viele verschiedene Antworten geben. Schon wegen der personellen Besetzung ergeben sich mehrere Varianten, da wieder alle 6 wichtigen Offensivspieler für die 5 offensiven Positionen fit sind. Wir beleuchten die diversen Möglichkeiten des Rekordmeisters später.</p>
<p>Überschaubarer sind die Dortmunder Optionen. Beim Tabellenführer geht es vor allem darum, ob Ilkay Gündogan aufläuft oder es wieder die defensive Doppelsechs Kehl-Bender geben wird. Eng damit verknüpft dürfte die Frage sein, wie viel Risiko Dortmund im eigenen Aufbauspiel gehen will. Werden sich die Borussen wieder auf Konterspiel fixieren und spielen nach vorne hauptsächlich mit langen Bällen oder versuchen sie Bayerns Pressing kontrolliert zu umspielen und riskieren damit Konter von Bayerns schnellen Dribblern?</p>
<p><strong>BVB-Variante A: Kehl, Bender und lange Bälle</strong></p>
<div id="attachment_8111" class="wp-caption alignright" style="width: 292px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/BVB-A.png"><img class=" wp-image-8111  " title="BVB A" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/BVB-A.png" alt="" width="282" height="386" /></a><p class="wp-caption-text">Die Hinspielvariante.</p></div>
<p>Egal wie Dortmund aufläuft, defensiv darf man sicherlich wieder mit dem 4-4-2-artigen, recht hohen Mittelfeldpressing rechnen. Kagawa und Lewandowski werden die Passewege zwischen Abwehr und Mittelfeld attackieren und situativ auch Druck auf ballführende Innenverteidiger ausüben. Die vier Mittelfeldspieler werden Pässe in die Räume vor ihnen antizpieren und dann versuchen aggressiv bei der Ballannahme zu stören um hochwertige Ballgewinne zu erzeugen und Konter einzuleiten. Wenn ein Münchner Außenverteidiger angespielt wird, wird Dortmund extrem auf seine Seite verschieben. Das Gleiche gilt bei Bayerns offensiven Flügeln. Hierbei werden Dortmunds Flügelspieler vom nahen Sechsern abgesichert.</p>
<p>Die passendste Besetzung für dieses aufwändige Pressing, in dem man versucht im Mittelfeld antizipativ in Zweikämpfe zu kommen, ist sicherlich jene mit Bender und Kehl im Zentrum. Mit dieser defensiven Besetzung der Doppelsechs fuhr Dortmund im Hinspiel gut, schnitt die Bayern weitestgehend von Angriffsdrittel ab und sicherte die Flügel perfekt. In der Endphase half die Körpergröße und Robustheit der beiden Sechser auch, den Strafraum zu verteidigen, als Bayern begann, lange Bälle vorne hereinzuschlagen.</p>
<p>Der Nachteil ist die mangelnde Spielstärke im Zentrum. Bender und Kehl brauchen deutlich mehr Raum als Gündogan und spielen weniger gefährliche Pässe. Um Ballverluste der beiden zu vermeiden verzichtet Dortmund meist auf dominantes Aufbauspiel, wenn der Gegner sich nicht extrem weit zurückzieht. Man rückt nicht weit auf, greift früh zum langen Ball. Man ist sehr auf das Konterspiel festgelegt.</p>
<p>Zumindest das Duo Piszczek-Kuba schaffte es in Verbindung mit dem rechtsseitig spielenden Kagawa, aus der defensiven Grundordnung heraus auch tiefstehende Abwehrreihen zu knacken. Dieses Duo bzw. Trio wird also Bayerns größte Aufmerksamkeit verlangen, falls Bender und Kehl das Zentrum bilden.</p>
<p>Im Hinspiel beschränkte man sich jedoch sehr auf hohe Bälle, die wenig Gefahr erzeugten. Allerdings <a title="Bayer Leverkusen – Bayern München 2:0" href="http://spielverlagerung.de/2012/03/05/bayer-leverkusen-bayern-munchen-20/" target="_blank">zeigte Leverkusen mit einer noch etwas extremeren Variante</a>, dass man durchaus mit langen Bällen und Gegenpressing auf die zweiten Bälle für viel Gefahr bei den Bayern sorgen kann. Diese Variante könnte gleichermaßen höchste defensive Stabiltät versprechen und ausreichend Gelegenheiten bieten, in den Strafraum zu kommen. Es wäre wohl der 1:0-Plan, in dem man darauf vertraut, dass die eigene Defensive stabil genug ist.</p>
<p>Letztlich brachten relativ risikolose Varianten die letzten Siege gegen Bayern, allerdings war das Chancenverhältnis in allen drei Duellen relativ ausgeglichen. Gerade das Hinspiel, ohne den vormals entscheidenden Sahin, steuerte lange auf ein 0:0 zu. Möglicherweise würden sich Dortmunds Siegchancen mit einem offensiveren Ansatz erhöhen.</p>
<p><strong><strong>BVB-Variante B: Gündogan, die Außenverteidiger und Kombinationsspiel</strong></strong></p>
<div id="attachment_8115" class="wp-caption alignleft" style="width: 292px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/BVB-B.png"><img class=" wp-image-8115  " title="BVB B" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/BVB-B.png" alt="" width="282" height="386" /></a><p class="wp-caption-text">Dortmunds offensivere Variante.</p></div>
<p>Mit Gündogan hätte man die Möglichkeit, ein kontrolliertes, dominantes Spiel zu verfolgen. Es wäre eine Art Grundsatzentscheidung, ein Statement: Wir können die Bayern dominieren. Es wäre etwas, was die Bayern nicht gewohnt sind, was sie auf dem falschen Fuß erwischen könnte. Es hätte das Potential zu einem wirklich überlegenen Sieg. Es könnte aber andererseits auch dazu führen, dass Bayern zu Kontergelegenheiten kommt und sich die überlegene individuelle Klasse durchsetzt.</p>
<p>Spannend würde dann werden, was Dortmunds Außenverteidiger machen. Gegen Wolfsburg rückten sie sehr weit auf, um die gegnerischen Flügelspieler hinten reinzudrücken. Sollte das gegen Robben und Ribery gelingen, hätte man möglicherweise auch einen  beträchtlichen defensiven Vorteil erzeugt. Gleichzeitig hätte man dann wohl genug Raum um Gomez und Müller (sollten diese spielen) zu umschiffen.</p>
<p>Gerade diese Räume fehlten auch im Hinspiel, als die Schmelzer und Piszczek sich zum einen sehr stark zurückhielten, zum anderen auch kaum in den Spielaufbau einbezogen worden. Da war der Respekt vor Robben und Ribery sehr groß. Man wird sehen, ob die beiden Dribbler dieses Mal stärker defensiv gefordert werden.</p>
<p><strong><strong>Dortmunds Abhängigkeit von Bayerns Strategie, Risiko-Wechselwirkungen<br />
</strong></strong></p>
<p>Im Eindruck des Hinspiels  haben vielleicht die Bayern die Entscheidung in der Hand, welche von Dortmunds Varianten besser wäre. Die Effektivität von Kombinationsfußball, Konterfußball und langen Bällen hängt von Bayerns Defensiv- und Offensivverhalten ab.</p>
<p>Im Hinspiel spielte Bayern sehr risikolos, alle Spieler verhielten sich sehr positionstreu und es wurden kaum riskante Pässe gespielt. Daher kamen die Borussen in jener Partie nicht zu ihren Kontern. Sollten sich die Bayern wieder so verhalten, dann könnte sich bei der Wahl von Kehl und Bender ein hochklassiges, aber unspektakuläres Spiel ergeben, wie das Halbfinale zwischen Bayern und Gladbach eines war.</p>
<p>In diesem Fall wäre eine Konterstrategie womöglich wenig erfolgsversprechend. Sollte Bayern zudem noch auf lange Bälle vorbereitet sein und daher etwas tiefer und vertikal kompakter verteidigen, dann hätte Dortmund nicht viele Möglichkeiten, ohne spielerische Impulse aus dem Zentrum zum Erfolg zu kommen. Dann wäre wohl Gündogan die bessere Wahl, um die Räume im Mittelfeld nutzen zu können.</p>
<p>Sollten die Bayern aber riskanter aufrücken, <a title="Borussia Dortmund – VfB Stuttgart 4:4" href="http://spielverlagerung.de/2012/04/06/borussia-dortmund-vfb-stuttgart-44/" target="_blank">wie es zum Beispiel die Stuttgarter gegen Dortmund taten</a>, um die eigene Gefährlichkeit zu erhöhen, und einen offenen Schlagabtausch zu fokussieren, dann wären Gündogans Qualitäten womöglich wenig effizient. Dann könnte es nützlicher sein, die Defensive zu stärken und durch hochwertigere Ballgewinne die Offensive im Konterspiel zu stärken.</p>
<p>Ähnliches trifft zu, falls Bayern sich entscheiden sollte ein sehr hohes Pressing zu spielen. Dann würde man Dortmund eventuell zu langen Bällen zwingen, die mit Bender und Kehl erfolgsversprechender wären. Es wird spannend zu sehen sein, wie die Wechselwirkungen funktionieren. Schauen wir uns dafür nun noch die genauen Möglichkeiten der Bayern an.</p>
<p><strong>FCB-Variante A: Das Standardmenü &#8211; mit Flanken-Beilage?</strong></p>
<div id="attachment_8116" class="wp-caption alignleft" style="width: 292px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-A.png"><img class=" wp-image-8116" title="Bayern A" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-A.png" alt="" width="282" height="386" /></a><p class="wp-caption-text">FCB-Variante A</p></div>
<p><strong></strong>Normal wäre, wenn entweder Schweinsteiger oder Kroos neben Luiz Gustavo (oder vielleicht den zuletzt eher enttäuschenden Tymoshchuk) auflaufen würde und die üblichen vier Offensiven davor rochieren. Ribery auf links-halblinks, Müller im Tandem mit Robben. Diese Variante funktionierte zuletzt ordentlich &#8211; aber eben auch nicht richtig gut. 5 Mal in Folge gab es nicht mehr als 2 Tore. Gegen Dortmund ist fraglich, ob die Offensivpower ausreicht.</p>
<p>Vor allem ist fraglich, ob Bayern dann überhaupt ins Mittelfeld hineinkommen. Die Rochaden hinter die gegnerischen Sechser könnten sich als Selbstschuss erweisen, wenn Dortmund den Ball in den Bereichen davor abfängt. Dann hätten womöglich Dortmunds Außenverteidiger Raum vor sich, was gerade im Fall Piszczek schlecht enden könnte für Bayern.</p>
<p>Von daher wäre es vielleicht eine Variante, die Flügelpositionen konstant zu tauschen. Mit Robben links und Müller oder Ribery rechts könnte man versuchen, zur Grundlinie durchzubrechen und zu flanken, <a title="VfL Wolfsburg – Borussia Dortmund 1:3" href="http://spielverlagerung.de/2012/04/10/vfl-wolfsburg-borussia-dortmund-13/" target="_blank">wie es Wolfsburg in der 2. Halbzeit am Samstag gut gelang</a>. Sollte man sich für diese Variante entscheiden, wäre wohl Schweinsteiger die bessere Wahl als Kroos, da er mehr Kopfballstärke und Defensivkraft verspricht und Kroos&#8217; spielerische Qualitäten teilweise hinfällig wären.</p>
<p>Das wäre eine Möglichkeit, die Dortmund kaum hundertprozentig verteidigt bekommen kann, und die gleichzeitig wenig Kontermöglichkeiten öffnet. Allerdings könnte die Durchschlagskraft nicht reichen, wenn Dortmund seinerseits starke Offensivbemühungen auf die Beine bekommt.</p>
<p><strong>FCB-Variante B: Mia san mia-Angriffsfußball</strong></p>
<div id="attachment_8117" class="wp-caption alignright" style="width: 292px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-B-Mia-san-mia.png"><img class=" wp-image-8117" title="Bayern B Mia san mia" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-B-Mia-san-mia.png" alt="" width="282" height="386" /></a><p class="wp-caption-text">Die spielstärkere FCB-Variante B</p></div>
<p><strong></strong>D<strong></strong>er Gegenentwurf zum risikolosen Flankenfußball, wäre die selbstbewussteste Variante: Alle 6 Offensivspieler zusammen auf den Platz und extremes Kombinationsspiel. Dann sollten auch die Außenverteidiger riskant aufrücken, verschiedene Besetzungen sind denkbar. In der Grafik habe ich Ribery in die Mitte gestellt, der in den engen Räumen des Dortmunder Zentrums noch am besten zurechtkommen dürfte. Jedoch könnte auch Robben dorthin rochieren, oder sogar beide &#8211; mit Müller als Stürmer in einer 4-2-2-2-Ordnung und sehr aggressiven Außenverteidigern.</p>
<p>Wichtig wäre dabei, das Spiel direkt von hinten sehr schnell voranzutreiben, um zu verhindern, dass Dortmund durch die Verschiebungen die Räume wegfrisst. Einer weiten Verlagerung auf einen Außenverteidiger müsste die sofortige Diagonalkombination ins Zentrum hinein folgen, mit direkten Pässen und kurzen Dribblings. Höchst anspruchsvoll, aber auch höchst gefährlich. Interessanterweise <a title="Holstein Kiel – Borussia Dortmund 0:4" href="http://spielverlagerung.de/2012/02/10/holstein-kiel-borussia-dortmund-04/" target="_blank">deutete ein Viertligist an, wie gefährlich das den Borussen werden kann</a>.</p>
<p>Hier hat Bayern das Potential quasi &#8220;unverteidigbar&#8221; zu werden. Allerdings ist natürlich ein hohes Risiko integriert. Ballverluste im Zentrum könnten einfache Konter für Dortmund bedeuten. Auch weil es überhaupt nicht eingespielt ist, dürfte sich Heynckes höchstens in der Endphase für ein solches System entscheiden.</p>
<p><strong>FCB-Variante C: Der Herbst macht alles bunt.</strong></p>
<div id="attachment_8118" class="wp-caption alignleft" style="width: 292px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-C.png"><img class=" wp-image-8118" title="Bayern C" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Bayern-C.png" alt="" width="282" height="386" /></a><p class="wp-caption-text">Nach dem Vorbild des erfolgreichen Herbst</p></div>
<p><strong></strong>Eine Mischung aus beiden Varianten, wäre die Rückkehr zum überragenden Herbstsystem mit einer starken Linkslastigkeit. Diese Formation bescherte den Bayern zwischenzeitlich einen Lauf von 30:2 Toren. Im linken Raum könnte man das schnelle Kombinationsspiel aufziehen, nach Spielverlagerungen auf rechts könnte man zur Grundlinie ziehen und flanken. Gegen Konter wäre man durch gutes Gegenpressing abgesichert.</p>
<p>Diese Variante hätte den zusätzlichen Vorteil, dass der BVB wohl kaum darauf vorbereitet wäre und aus dem laufenden Spiel heraus vermutlich wenig dagegen tun könnte. Der Grund dafür liegt aber auch auf der Hand: Dieses System ist momentan nicht eingespielt.</p>
<p>Es ist wohl unwahrscheinlich, dass das Personal aus dem Herbst auf Anhieb das gleiche Maß an Eingespieltheit erreicht. Die Asymmetrie des Systems würde möglicherweise arg zurückfeuern, wenn es schlecht gespielt wird. Deshalb ist es wohl eher unwahrscheinlich, dass sich Heynckes für diese Variante entscheidet.</p>
<p><strong>FCB-Geheimwaffe: Französisches Roulette?</strong></p>
<p>Nun haben wir bereits die drei grundsätzlich möglichen Ausrichtungen für die Bayern erläutert &#8211; risikoloses Flanken, riskantes Kombinieren und eine in beider Hinsicht vereinende Mischung.</p>
<p>Zudem gibt es einen weiteren Kniff, den man situativ immer wieder einstreuen könnte &#8211; und das kann grundsätzlich aus allen diesen genannten Varianten heraus gespielt werden. Situativ einstreuen sollte man es deshalb, weil es ein riskantes Mittel ist. Um sich gegen die ansonsten sehr starke und sichere Dortmunder Defensive nicht frustrieren zu lassen und auf anderem Wege zu Chancen zu kommen, könnten die Bayern versuchen, einige ihrer Offensivkräfte bei Dortmunder Angriffen bewusst vorne stehen zu lassen und auf einen Konter in den freigelassenen Räumen zu warten. Insbesondere ihre schnellen Flügelspieler Ribéry und Robben eignen sich dazu, weil bei den Dortmundern aufrückende Außenverteidiger sehr wichtig und deren Vorstöße daher immer wieder auftreten werden. Hier könnten die Bayern also einige Reserven, wenn auch unter Risiko, mobilisieren. Zumal, wenn man bedenkt, dass in der Hinrunde die Defensivarbeit Ribérys gegen Piszczek sich gar nicht immer als &#8220;sinnvoll&#8221; erwies, während auf der anderen Seite Robben und Müller sowieso einige Schwächen im Rückwärtsgang an der Außenbahn vorweisen.</p>
<p>Überhaupt muss man natürlich auch erwähnen, dass theoretisch möglich wäre, dass die Bayern selbst auf Konter spielen wollen. Allerdings ist es doch eher unwahrscheinlich, dass Jupp Heynckes sich für diesen Ansatz entscheidet. Dass dafür auch die Dortmunder mitspielen würde, ist eher nicht vorstellbar.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Wie auch immer es kommen mag, Fakt ist, dass dies nicht nur eine medial noch stärker gepushte Begegnung als das Hinspiel ist, sondern wohl auch noch entscheidender und noch schwerer in ihrem ungefähren Lauf zu prognostizieren als jene vom vergangenen November. Welche der verschiedenen Möglichkeiten mit ihren jeweils unterschiedlichen Wechselwirkungen schließlich eintreffen werden, kann man erst am Mittwoch Abend sagen.</p>
<p>Manches allerdings, was schon vor dem Hinspiel galt, gilt nun erneut: Es gibt bei diesem Spiel so viele Aspekte, Dynamiken und Gefahren, Kreativ- und Fehlerquellen, dass immer etwas Unerwartetes passieren kann. <strong><em>Spielverlagerung.de</em> freut sich auf ein hoffentlich taktisch interessantes wie unterhaltsames Spiel, das lange in Erinnerung bleiben wird!</strong></p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8107&amp;md5=f321886661a37ec8c056c56df2d5ad22" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Paris St. Germain &#8211; Olympique Marseille 2:1</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2012/04/10/paris-st-germain-olympique-marseille-21/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2012 22:32:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ligue 1]]></category>

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		<description><![CDATA[PSGs Kontrolle im Mittelfeld triumphierte über Marseilles Flankensturm – auch, weil der Plan der Heimmannschaft ambitionierter war. Nachdem Konkurrent Montpellier mit einem Sieg gegen Sochaux vorgelegt hatte, mussten die Hauptstädter im Kampf um die Meisterschaft nachziehen. Dabei traf man auf das gegen Bayern ausgeschiedene und in der Liga mit zuletzt zehn sieglosen Spielen ebenso enttäuschende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><div id="attachment_8096" class="wp-caption alignleft" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/psg-2-1-om.png"><img class=" wp-image-8096" title="psg 2-1 om" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/psg-2-1-om.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen</p></div>
<p>PSGs Kontrolle im Mittelfeld triumphierte über Marseilles Flankensturm – auch, weil der Plan der Heimmannschaft ambitionierter war.<span id="more-8095"></span></p>
<p>Nachdem Konkurrent Montpellier mit einem Sieg gegen Sochaux vorgelegt hatte, mussten die Hauptstädter im Kampf um die Meisterschaft nachziehen. Dabei traf man auf das gegen Bayern ausgeschiedene und in der Liga mit zuletzt zehn sieglosen Spielen ebenso enttäuschende Marseille.</p>
<p><strong>PSGs Mittelfelddominanz und Marseilles Probleme mit dem 4-2-3-1 als defensiver Grundformation</strong></p>
<p>Vom Start weg übernahm die Heimmannschaft von Trainer Carlo Ancelotti die Initiative, dominierte die ersten Minuten mit fast 90 % Ballbesitz und wurde bereits nach sechs Minuten mit der frühen Führung durch Menez belohnt. Durch den im Winter von Inter verpflichteten Thiago Motta als umsichtigen Ballverteiler auf der Sechs sowie drei sehr bewegliche, eng spielende und immer wieder zurückfallende Stürmer konnte man das Mittelfeldzentrum kontrollieren und damit eine derartige Dominanz aufbauen.</p>
<div id="attachment_8098" class="wp-caption alignright" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/psg-2-1-om-räume.png"><img class=" wp-image-8098" title="psg 2-1 om räume" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/psg-2-1-om-räume.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Hier sieht man - fast ohne alle Pfeile - in rot angedeutet die Freiräume neben den Sechsern Marseilles, in die die PSG-Achter aufrückten. Die Linien der Defensivformation der Gäste sind dabei zur Verdeutlichung ebenso hervorgehoben.</p></div>
<p>Interessant waren zudem die Auswirkungen der defensiven Grundformation der Gäste aus Marseille. Ihr nominelles 4-2-3-1 wurde nicht – wie normalerweise üblich – in der Defensive durch das Zurückweichen der beiden Außenspieler zu einem 4-4-1-1, dessen zwei Viererketten mehr Kompaktheit versprechen. Stattdessen attackierte man relativ früh und behielt dabei die 4-2-3-1-Grundformation bei. Somit entstand in den Halbräumen – hinter der offensiven Dreierreihe OMs und damit „neben“ ihren beiden Sechsern – freier Platz, der durch die Halbspieler PSGs genutzt werden konnte. Hier bewegten sich Sissoko und Matuidi immer wieder in die Breite und in diese Räume, so dass Motta und die Abwehrkette somit fast immer zwei Anspielposten hatten, über die man das Spiel schnell nach vorne tragen konnte.</p>
<p>Das einzige Problem war, dass man aus dieser starken Dominanz, die man somit erzeugte, keine wirkliche Durchschlagskraft erzielen konnte. Zum einen lag dies daran, dass die Stürmer keine konsequenten Läufe in den Strafraum hinein wagten bzw. auch aufgrund einer etwas ungenau definierten Formation, die teilweise zwei und teilweise drei Spitzen zu haben schien, die nötige Abstimmung fehlte. Zum anderen agierten die beiden Außenverteidiger relativ eng – durch die große Spielstärke in der Mitte hätte man bei richtiger Abstimmung (die es eben nicht gab) eventuell gar auf Breite verzichten können, doch vielmehr lag das Problem darin, dass sich das komplette Spiel in den Halbräumen ballte. Diese hatte man in der Vertikale praktisch dreifach besetzt und blockte sich damit gewissermaßen selbst die Wege nach vorne. Es war fast schon wie eine Ironie, dass das frühe 1:0 nur deshalb ermöglicht wurde, weil Jallet auf rechts sehr eng aufrückte und nahe des 16ers einen Volleyschuss abfeuerte, den Menez im Tor unterbringen konnte.</p>
<p><strong>Marseille nach Rückstand mit der Initiative: Ein klarer, aber wenig kreativer Plan wird nicht belohnt</strong></p>
<p>Nach dieser Führung ging man das Spiel natürlich merklich defensiver an und ließ nun den Gegner erst einmal machen. Doch die Kontrolle des Zentrums, welche vor allem stark auch auf einer numerischen Komponente durch die enge Formation basierte, gab man nicht aus der Hand und diese sorgte maßgeblich für defensive Stabilität. Der für Marseille so wichtige Spielmacher Valbuena wurde dabei bis zu einem gewissen Punkt konsequent von Thiago Motta gedeckt und sollte dabei mit der nötigen Härte sowie einigen absichtlichen Fouls eingeschüchtert werden. Unterstützt wurde Motta dabei von seinen beiden Achtern, welche es entweder erlaubten, bei horizontalen Läufen Valbuena zu übernehmen oder bei vertikalen Läufe, die Motta eventuell aus seinem Verantwortungsbereich ziehen könnten, diese Lücken zu schließen, so dass die nach innen kommenden Amalfitano und besonders Ayéw sie nicht nutzen könnten. Indem sich die massierte und zentral orientierte Defensive der Pariser an Valbuena ausrichtete, war bereits ein wichtiger defensiver Schritt getan. Zwar versuchte Valbuena, auf die Außen zu rochieren und dort zu überladen, doch hatte man ihn gut im Griff.</p>
<p>Obwohl Valbuena seinen Außenspielern nicht so effektiv helfen konnte wie sonst,  blieben den Hausherren als maßgebliches Mittel dennoch ihre typischen Flanken. Wer sich den Spielstil Marseilles in brutaler Reinform ansehen möchte, dem sei das Champions League-Achtelfinal-Hinspiel gegen Inter ans Herz gelegt. Diesmal schoben gerade die beiden Außenverteidiger  sehr aggressiv mit nach vorne und sorgten letztlich für 39 Flanken. Dabei schaffte es Marseille, dass dieses sehr einfache taktische Mittel sogar mehrere sehr gefährliche Situationen heraufbeschwören konnte – schließlich spielt man diese Strategie sehr oft und so verhielten sich Remy und Ayéw  als Abnehmer sehr geschickt und brachten auch den konsequent nachrückenden Cheyrou mehrfach in gute Abschlusspositionen. Es waren dann auch Remy und Ayéw, die zusammen für den Ausgleich nach einer Stunde sorgten, doch mehr als ein Tor hatte diese Strategie trotz ihrer Effektivität aus ästhetischen Gründen wohl nicht verdient. Stattdessen traf Alex im Gegenzug ausgerechnet nach einer Ecke zur erneuten Führung für PSG (61.), während Marseille seine weiteren Chancen nicht nutzte.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Für Marseille ist die Saison eigentlich schon gelaufen, denn als Neunter kann man in das Rennen um die Plätze Europas nicht mehr eingreifen. Allerdings legen die schwachen und enttäuschenden Ergebnisse nahe, dass der aktuelle Spielstil möglicherweise zu eindimensional und zu wenig ambitioniert und kreativ ist. Eigentlich kann es nicht das Ziel einer Mannschaft sein, einzig und allein durch einen nach außen rochierenden offensiven Mittelfeldspieler günstige Situationen für Flanken in den 16er zu erzeugen. Zwar machte man dies in der Box dann bei der Verarbeitung relativ geschickt, doch ist diese Strategie doch nicht durchgehend erfolgsversprechend. Mehrfach sah man zudem, wie ein Außenspieler völlig alleine auf dem Flügel war und mit aller Kraft versuchte, die Flanke in die Mitte spielen zu können &#8211; zu wenig und enttäuschend anzusehen, dass viele solcher Szenen entstehen mussten.</p>
<p>Für Paris St. Germain ist nach den vielen Investitionen in die Mannschaft die Meisterschaft weiterhin absolut realistisch. Aktuell ist man punktgleich mit Montpellier, welche unter der Woche allerdings ein noch ausstehendes Spiel ausgerechnet gegen Marseille zu bestreiten haben. Eventuell würde dem sehr spielstarken Team von Carlo Ancelotti ein wenig mehr Breite durch die Außenverteidiger gut tun, um im Titelrennen beste Chancen zu haben. Mit Motta als Ballverteiler, athletischen Achtern und sehr kreativen Spielern, wobei Pastore diesmal nicht seinen besten Tag hatte, sind viele Aspekte bereits sehr positiv, wenn man auch die Abstimmung und genaue Ausrichtung des Offensivtrios noch etwas balancieren müsste. Dieser Sieg war trotz ein wenig Glück am Ende wohl doch ein verdienter, da einfach die ambitionierte Mannschaft trotz ihrer Makel gewann.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8095&amp;md5=c36eb6ffed6c2da75ed6e8c9dc7519ea" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>VfL Wolfsburg &#8211; Borussia Dortmund 1:3</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2012/04/10/vfl-wolfsburg-borussia-dortmund-13/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2012 22:27:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>MR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Borussia Dortmund]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[VfL Wolfsburg]]></category>

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		<description><![CDATA[Dortmund mit gutem Plan gegen Wolfsburgs Abwehrarbeit, die Wölfe mit gefährlichem Flankenspiel. Dortmund nutzt Wolfsburgs Charakteristik für sich Beide Teams traten in ihrer üblichen Formation und Besetzung an, abgesehen von Perisic, der als spielstärkere Variante zu Dortmunds Großkreutz auflief. Stilistisch war Klopps Truppe aber etwas vom zuletzt gewohnten Spiel entfernt. Die Borussen waren sehr gut [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Dortmund mit gutem Plan gegen Wolfsburgs Abwehrarbeit, die Wölfe mit gefährlichem Flankenspiel.<span id="more-8088"></span></p>
<p><strong>Dortmund nutzt Wolfsburgs Charakteristik für sich</strong></p>
<p>Beide Teams traten in ihrer üblichen Formation und Besetzung an, abgesehen von Perisic, der als spielstärkere Variante zu Dortmunds Großkreutz auflief. Stilistisch war Klopps Truppe aber etwas vom zuletzt gewohnten Spiel entfernt. Die Borussen waren sehr gut auf Wolfsburgs ungewöhnliches Defensivspiel vorbereitet und nutzten dessen Schwächen gezielt; auch, wenn die Umsetzung teilweise Luft nach oben hatte.</p>
<div id="attachment_8091" class="wp-caption alignright" style="width: 364px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/BVB-Offensiv.jpg"><img class=" wp-image-8091 " title="BVB Offensiv" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/BVB-Offensiv.gif" alt="" width="354" height="482" /></a><p class="wp-caption-text">Dortmunds Offensivformation und die resultierenden Räume.</p></div>
<p>Das Grundmuster des Dortmunder Aufbauspiels erinnerte dabei stark <a title="Hamburgs Probleme gegen Wolfsburg" href="http://spielverlagerung.de/2012/03/27/hamburgs-probleme-gegen-wolfsburg/" target="_blank">an den Auftritt von Finks Hamburgern in Wolfsburg</a>. Die Außenverteidiger gingen früh sehr weit nach vorne, wodurch Schäfer und Dejagah nach hinten gedrückt wurden. Mit der sehr hoch stehenden, engen Viererkette wurde Wolfsburg dadurch fast in eine Sechserkette gezwungen, wodurch sie an Kompaktheit verloren.</p>
<p>Wie wir bereits bei Hamburgs Auftritt beschrieben, ergeben sich dadurch Räume im Mittelfeld, defensiv auf dem Flügel und sowieso hinter Wolfsburgs hoher Viererkette. Die Kombination dieser Räume ist potentiell tödlich: Das angreifende Team bekommt Platz im Aufbau, im Kreativbereich und im Angriffsbereich.</p>
<p>Diese Räume nutzten die Dortmunder bedeutend besser als der HSV. Drei wesentliche Unterschiede waren dafür verantwortlich: Abgestimmte lange Bälle hinter die hohe Kette, deutlich spielstärkere Defensivspieler und Rochaden der Offensivspieler in die Mittelfeldräume.</p>
<p><strong>Rochaden, Gündogan und die langsame Abkehr von der Abkehr</strong></p>
<p>Kehl und Gündogan wurden dabei insbesondere durch Rückstöße von Kagawa unetrstützt, der ungewöhnlich viel Aufbauarbeit erledigte. Auch Perisic schaltete sich in die Halbräume ein,  Hummels und ansatzweise auch Subotic zeigten gelegentliche Vorstöße.</p>
<p>Gerade Kagawas Bewegungen erinnerten dabei stark an den Beginn der Saison. Die vielen Rochaden in dieser Saisonphase gingen in vielen Spielen nicht richtig auf und wurden  deshalb reduziert, spätestens mit dem Start der Rückrunde und Götzes Verletzung stark eingeschränkt. Nun kommen die Borussen nach und nach zurück zu dem Rochadenspiel mit viel Ballbesitz. Dies geht einher mit der Enwicklung von Gündogans vertikale Rolle.</p>
<p>Dieser startete die Saison in klarer Aufgabenteilung mit Bender und agierte deutlich mehr nach vorne als sein destruktiver Nebenmann. Seitdem er für eine lange Phase auf die Bank beordert wurde, spielte er aber deutlich defensiver und mit ähnlicher Ausrichtung wie Kehl und Bender, wenn er eingewechselt wurde oder vereinzelt als Ersatzmann hereingeworfen.</p>
<p>Gegen Bremen und Stuttgart wurde er bereits wieder vertikaler, gegen Wolfsburg ähnelte seine Spielweise nun sehr auffällig dem Saisonbeginn. Diese  Entwicklung war sehr wichtig, um Polak und dem aggressiven Josué die Möglichkeit zu nehmen, in direkte Duelle zu kommen. Die enorme Ballsicherheit des erstarkenden Dortmunder Spielmachers machte es für die Borussen deutlich leichter, ohne Ballverluste in den Mittelfeldräumen zu spielen. Zum Schluss hatte Gündogan mit großem Abstand die meisten Ballkontakte.</p>
<p><strong>Die herauskippenden Sechser</strong></p>
<p>Interessantes Detail, das schon bei Dortmunds Auftritt gegen Bremen zu beobachten war, war das Freilaufen der Sechser. Anstatt wie beim HSV zwischen die Innenverteidiger abzukippen, damit diese auffächern und die Räume auf den defensiven Flügeln nutzen, wurden direkt diese Räume angelaufen. So wie Sahin es letzte Saison oft hinter Schmelzer praktizierte, holten sich Gündogan und Kehl hinter den aufgerückten Außenverteidiger die Bälle ab.</p>
<p>Der Vorteil dieser Variante ist, dass die Innenverteidiger zentraler bleiben können, was bei Ballverlusten eine stabilere Konstellation ist. Außerdem  wird die Umformung nicht so radikal vorgenommen, weshalb auch die Sechser näher an ihren Defensivräumen agieren.</p>
<p>Offensiv ist Dortmund dadurch außerdem weniger vorhersehbar und schwerer zu kontrollieren. Flexibel können sich die Sechser der Situation anpassen, da sie ebenso zentral fallen können. Die gegnerischen Stürmer müssen mit zur Seite schieben, wodurch sich die Passwege ins offensive Mittelfeld öffnen. Letztendlich verfolgt Dortmund hier einen sehr natürlichen Plan: Jeder der vier defensiven Spieler läuft sich in alle Richtungen frei. Spätestens mit Kagawas klugen Rückstößen war Dortmunds Aufbau kaum noch zu pressen für Wolfsburgs Stürmer.</p>
<p><strong>Spielbalance und Wolfsburgs Offensive</strong></p>
<p>Somit dominierte Dortmund das Spiel, spielte in der ersten Hälfte über 100 Pässe mehr als Wolfsburg und ging verdient in Führung. Jedoch lässt sich dies zum Beispiel in der Torschussstatistik nicht ablesen: Nach 45 Minuten stand es hier nur 4:4, am Ende 11:11.</p>
<p>Grund dafür war zum einen, dass Dortmunds Spiel hinter die Abwehr trotz des guten Bespielens der Mittelfeldräume nicht optimal war. Gleichermaßen weiß Wolfsburg natürlich um seine Anfälligkeit und verteidigt sie sehr aufmerksam. So griffen die Borussen oft etwas zu früh zum Steilpass, die Bälle kamen ohne großen Überraschungseffekt. Die Wölfe konnten daher frühzeitig starten um Dortmunds Angreifer zu attackieren und abzulaufen oder die Spieler Abseits zu stellen &#8211; 10 Mal hoben die Linienrichter nach Dortmunder Pässen die Fahne.</p>
<p>Somit kam der BVB letztlich relativ selten zu Chancen. Jedoch ist es bei hohen Abwehrlinien normal, dass die Chancen, die es gibt, tendenziell sehr hochwertig sind. Von daher sind Dortmunds Abschlüsse deutlich höher zu bewerten als die der Wolfsburger, die hauptsächlich aus wenig gefährlichen Kopfbällen bestand.</p>
<p>Diese waren wieder Wolfsburgs dominante, fast einzige Idee um zu Toren zu gelangen. Wie üblich bestand das Wolfsburger Angriffsspiel ausschließlich aus Konter- und Flankenspiel. Die Konter spielten dabei eine sehr untergeordnete Rolle, da Dortmunds Gegenpressing meistens gut zündete. Die weit zurückgedrängten Wolfsburger fehlten erstens kontrollierte Ballgewinne und zweitens waren bei Ballgewinn zu wenig Spieler vor dem Ball.</p>
<p>Wichtiger war das Flankenspiel, welches ein klassisches Problem der Dortmunder darstellt. Das ist weniger eine Schwäche der Dortmunder, als viel mehr ein allgemeines Thema im Fußball: Kontrolliertes, geplantes Passspiel ist mit einer überlegenen Mannschaftsleistung des defensiven Teams fast hundertprozentig verteidigbar. Ein unkontrollierter langer Ball oder eine hohe Flanke sind es nicht, wegen des hohen Einflusses von Zufall und Zweikämpfen.</p>
<p><strong>Simpel, aber effektiv und passend</strong></p>
<p>Jedoch nutzten die Wolfsburger zusätzlich zum &#8220;Zufallseffekt&#8221; auch sehr gut das Dortmunder Kollektivspiel für die eigenen Angriffe.  Oder besser gesagt vermieden es die Wölfe, sich den Synergieeffekten des BVB-Pressings auszusetzen. Geschickt und druckvoll umgingen sie die Unterzahlsituationen, in denen Dortmund besonders gut abgesichert steht.</p>
<p>Dafür nutzten sie vier wesentliche, recht simple Werkzeuge:</p>
<p><strong>1. Weite Verlagerungen auf den Flügel</strong>. Dadurch bekommt der angespielte Flügelspieler zumindest für einen Moment lang eine Situation, in der er nicht in Unterzahl steht.</p>
<p><strong>2. Dribblings zur Grundlinie</strong>. So nutzten sie die Gleichzahlsituationen. Vor allem der extrem formstarke Dejagah bereitete Schmelzer große Probleme und bereitete auch den Anschlusstreffer vor.</p>
<p><strong>3. Ausweichende Pässe</strong> über nachrückende freie Spieler. Kontrollierte kurze Pässe gingen meistens nur quer und nach hinten, um sich aus Doppelungen zu lösen. Besonders oft legte Dejagah kurz auf Träsch ab. Auf diese Weise wurde Wolfsburgs Spiel verlangsamt, aber immer wieder verhindert, dass Dortmund in die Zweikämpfe kam.</p>
<p><strong>4. Lange Bälle</strong>, oft diagonal in Dortmunds Viererkette. Die letzte Lösung von Wolfsburg, um Dortmunds Pressing zu überspielen.</p>
<p>Mit diesen simplen und wenig kreativen Versuchen, strahlte Wolfsburg ein ordentliches Maß an Gefahr aus; das Tor war am Ende verdient. Man schränkte damit zwar die eigene Gefahr auch ein, aber es wäre dem nicht sehr spielstarken Team wohl kaum möglich gewesen, mit Kombinationsfußball gegen Dortmunds Pressingverbund anzukämpfen.</p>
<p>Durch die sehr direkte Strategie, kam Wolfsburg zumindest oft in die Nähe von Dortmunds Strafraum, was immer gefährlich sein kann. Klopp nutzte die passende Bezeichnung, dass Wolfsburg &#8220;unangenehm zu verteidigen&#8221; ist. Von daher war dieses Vorgehen eine kluge, den eigenen Möglichkeiten sehr gut angepasste Strategie. Mit mehr Glück hätte sie auch Punkte liefern können.</p>
<p><strong>Wie Wolfsburg fast zurückkam</strong></p>
<p>Dass Wolfsburg in der zweiten Hälfte dabei gefährlicher wurde als im ersten Durchgang lag ebenfalls an drei Faktoren. Zum einen ließen die Borussen ein wenig nach, hielten den Ball weniger lange, gingen nicht mehr ganz so leidenschaftlich in Zweikämpfe und Passwege wie zuvor.</p>
<p>Zum anderen wechselte Magath gut und ließ seine Defensivspieler riskanter auftreten. Die Außenverteidiger und Sechser rückten viel stärker auf, was zum einen die angesprochenen ausweichenden Rückpässe ermöglichte, zum anderen ein Gegenpressing nach den langen Bälle ermöglichte. Dass Viereinha als Zehner hereinkam für Mandzukic machte Wolfsburgs Offensivbewegungen weniger vorhersehbar und zog Dortmunds Sechser etwas nach hinten, was Freiheiten für Polak und den eingewechselten Jiracek schaffte, die somit ebenfalls teilweise als Ausweichspieler verfügbar waren.</p>
<p>Letztendlich bekam Dortmund immer seltener Zugriff auf die Wolfsburg, auch wenn sie dabei nicht ausgespielt wurden. Als Kehrseite folgten aber auch Konterangriffe von Dortmund, bei denen Wolfsburg auch Glück hatte, dass die Borussen diese Attacken wiederholt nicht effizient ausspielten. Viel gefährlicher als Dortmunds Angriffe aus dem Aufbau waren die Konter aber ohnehin  nicht.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Ein Spiel, in dem beide Offensivreihen gut auf die Stärken und Schwächen des gegnerischen Defensivspiel eingestellt waren. Dortmunds deutlich reifere und kreativere Spielanlage, ebenso wie das aufwändigere Pressing, welches im Gegensatz zu dem der Wölfe auch das Zentrum schließt, führten zum verdienten Sieg der Borussen. Dabei erwischte Dortmund wohl nicht einmal einen guten Tag; man ist lediglich das deutlich weiter entwickelte Team.</p>
<p>Spannend wird sein, wie sich Dortmunds Offensivspiel weiterentwickelt. Insbesondere im kommenden Spiel gegen Bayern wird dies ein Kernfaktor sein. Möglicherweise hat sich das Rochadenspiel um Gündogan gerade rechtzeitig auf das richtige Level gespielt um den Unterschied zu machen. Auf der anderen Seite wirkte Dortmund seit Gündogans Rückkehr ein bisschen weniger bissig und stabil im Verteidigen, besonders im Abschirmen des Strafraums. Allerdings mag das an den jüngsten Gegnern liegen, die mit riskantem Flügelspiel Dortmunds Schwachpunkt &#8211; oder &#8220;die kleinste Stärke&#8221; &#8211; konsequent ansteuerten. Es wird sich zeigen, wie viel Luft die Borussen noch nach oben haben.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8088&amp;md5=f4d7ca2a94b1ba51beffb5d8beb706ee" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Real Madrid &#8211; Valencia CF 0:0</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2012 16:44:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Primera Division]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit zu vielen Spielern im Angriffszentrum besiegte sich Real Madrid selbst. Deutlich überraschender ist jedoch, dass kein Treffer in dieser Partie fiel. Real Madrid empfing nämlich die Mannschaft von Unai Emery, einem Trainer, der sich selten solche Möglichkeiten entgehen lässt. Valencia hatte zwar keine Chance mehr auf einen Angriff nach ganz vorne, da man schlichtweg [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Mit zu vielen Spielern im Angriffszentrum besiegte sich Real Madrid selbst.<span id="more-8082"></span></p>
<p>Deutlich überraschender ist jedoch, dass kein Treffer in dieser Partie fiel. Real Madrid empfing nämlich die Mannschaft von Unai Emery, einem Trainer, der sich selten solche Möglichkeiten entgehen lässt. Valencia hatte zwar keine Chance mehr auf einen Angriff nach ganz vorne, da man schlichtweg extrem weit abgeschlagen ist, dennoch musste man hier gewinnen. Ein Sieg war wichtig, um den dritten Platz in La Liga zu zementieren. Eine relativ defensive Ausrichtung hinten mit schnellem Umschaltspiel über die Flügel war Emerys Mittel, um Real zu knacken. Einige tolle Distanzschüsse komplettierten das durchaus gelungene Offensivspiel Valencias, die sich einige Möglichkeiten erspielen konnten. Die Madrilenen konnten trotz einer deutlichen Überlegenheit in puncto Ballbesitz und Torchancen ebenfalls keinen Treffer erzielen und müssen nun aufpassen ihren Vorsprung auf Barcelona nicht zu verlieren. Nach dem Punktverlust trennen sie nämlich nur noch vier Zähler, wobei Barcelona mit dem Heimrecht und dem Momentum gewisse Vorteile im anstehenden Klassiker auf ihrer Seite hat.</p>
<p><strong>Wechselwirkung der jeweiligen Formationen</strong></p>
<p>Die Gäste begannen mit einer engen Viererkette, in welcher Adil Rami der Taktgeber war. Zumeist übernahm er Cristiano Ronaldo, wenn dieser ins Zentrum marschierte und agierte deshalb  als rechter Innenverteidiger. Mathieu fand sich auf der Bank wieder, Pablo Piatti spielte als Außenstürmer vor dem offensiven Linksaußenverteidiger. Die Idee dahinter war es, Marcelo und generell die Madrider Hintermannschaft heraus zu locken und dann die Angriffe über die nominell  schwächere rechte Abwehrseite des Tabellenführers zu führen. Deswegen war Jordi Alba so eminent wichtig, der Linksverteidiger ging mit dem Ball nach vorne und überlief Piatti, der wiederum versuchte sich in eine gute Position zu bringen sowie Arbeloa von der Außenbahn wegzuziehen. Zentral wartete Aduriz auf Flanken oder Pässe am Anfang des letzten Spielfelddrittels.</p>
<div id="attachment_8083" class="wp-caption alignleft" style="width: 273px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Real-vs-Valencia-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-8083    " title="Real vs Valencia - Grundformationen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Real-vs-Valencia-Grundformationen.png" alt="" width="263" height="351" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen zu Spielbeginn</p></div>
<p>Dies bedeutete für Valencia auch über die rechte Seite sehr dicht zu stehen, was ungemein passend war. Hier kam nämlich Cristiano Ronaldo zum Einsatz und mit einer generell dichteren Abwehrseite rechts konnte man nicht nur das eigene Angriffsspiel richtigseitig forcieren, sondern die größte gegnerische Gefahr unterbinden. Zwei Fliegen mit einer Klappe und Marcelos inverse Diagonalläufe sollten hierzu weiter zuträglich sein. Der brasilianische Außenverteidiger besitzt extreme Stärken in der Offensive, seine Technik und Dynamik stehen nur den wenigsten Flügelstürmern nach und ist deshalb in den meisten Spielen eine große Waffe für Real.</p>
<p>Da die Madrilenen jedoch mit drei extrem zentral orientierten Stürmern in der vordersten Reihe ihres 4-3-3 agierten, war er eine gewisse Blockade. Er zog zumeist Richtung Sechzehnereck, weil er dort im Normalfall mit Kurzpässen noch einen Mann überwindet und dann mit scharfen Hereingaben oder Pässen in den Rücken der Abwehr von der Grundlinie aus gefährlich wird. Problematisch wurde es aber gegen Emerys Team, weil die nötige Breite fehlte. Ronaldo suchte den Torabschluss fast schon extrem, Benzema auf rechts hätte zwar mit seiner Richtigfüßigkeit und Rochaden mit Higuain für Breite und Unausrechenbarkeit sorgen sollen, dies gelang allerdings kaum.</p>
<p>Arbeloa rückte desweiteren zu selten mit auf und auch Özil konnte nur bedingt Breite ins Spiel bringen. Er war gegen die dichte Abwehrreihe der Gäste ohnehin mit vielen eigenen Problemen konfrontiert. Einerseits fehlte der Raum zwischen Viererkette und Abwehr, um mit Gassenpässen die eigenen Stürmer einzusetzen, andererseits hatte er zu viele Gegner um sich herum, um mit Kombinationen in den Strafraum durchzuringen. Benzema hätte mit einer breiteren Position nicht nur mehr Gefahr für sich entfachen können, sondern hätte das gesamte Madrider Offensivspiel entlastet. Dies war auch der Grund, wieso später im Spiel di Maria kam. Der Argentinier agierte sehr breit und forcierte das Spiel über die Seiten, allerdings konzentrierte er sich viel zu sehr auf hohe Flanken. Scharfe Hereingaben am Boden oder Pässe in den Rücken der Abwehr hätten mehr Gefahr entfacht. Jetzt allerdings wieder zurück zum Grundproblem der Königlichen in dieser Partie.</p>
<p><strong>Überladenes Zentrum und der linke Flügel </strong></p>
<p>Mit der defensivorientierten rechten Seite in Person von Feghouli im Mittelfeld sowie Costa als Außenverteidiger wurde Marcelo von seinem kongenialen Partner Ronaldo abgeschnitten. Letztlich war er aber mitverantwortlich, dass Real zu sehr auf Distanzschüsse und Schüsse unter Bedrängnis setzen musste. Er adaptierte sein Spiel nicht schnell genug, um durch ein breiteres Spiel die Schnittstellen der Gegner zu öffnen. Diese standen in der Abwehr nämlich sehr eng.</p>
<div id="attachment_8084" class="wp-caption alignright" style="width: 294px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Real-vs-Valencia-überladenes-Zentrum.png"><img class=" wp-image-8084  " title="Real vs Valencia - überladenes Zentrum" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Real-vs-Valencia-überladenes-Zentrum.png" alt="" width="284" height="379" /></a><p class="wp-caption-text">so sah das überladene Zentrum aus</p></div>
<p>Rami und Ruiz schlossen zumeist Higuain ein, während der Außenverteidiger Ronaldo bei seinen Läufen ins Zentrum folgte. Ab der Mitte half ihm Rami, dann würde Topal die Passwege zur Seite sperren und Ruiz Higuain enger decken. Topals Positionierung war generell sehr wichtig für das Spiel, defensiv wie offensiv. Der türkische Nationalspieler agierte deutlich tiefer als Parejo und verteilte von hinten einfache Bälle, während Parejo das Spiel nach vorne vertikal ankurbelte. Desweiteren saß Topal kompakt vor der Viererkette, sammelte lose Bälle ein und half mit, wenn sich jemand von Real vor dem Tor in Szene setzen wollte. Damit ist gemeint, dass er Ronaldo unter Bedrängnis setzte sowie schnelle Kombinationen mit Higuain und Benzema absperrte. Oftmals blieb keine Option als ein Rückpass.</p>
<p>Özil wurde in weiterer Folge von Parejo übernommen, dieser konnte den Spielmacher je nach Situation in der Abwehr stellen oder ihn generell tiefer halten. Dies konnte er deswegen, weil Özil teilweise (und das sehr richtig) vor dem überfüllten Zentrum flüchtete. Benzema rechts wartete zwar auf Lochpässe, diese kamen jedoch dank der Positionierung der Valencia-Abwehr nur allzu selten. Jordi Alba und Ruiz nahmen ihn in die Mangel, teilweise rückte Alba stärker ein und konnte nicht auf einen Ballgewinn spekulieren, zumeist kam dann aber Piatti etwas tiefer.</p>
<p>Feghouli kümmerte sich um das Aufrücken Marcelos, der somit in gewisser Weise eine Art Manndeckung hatte. Mit Costa, der sich zwischen Marcelo und Özil befand, wollte man einerseits weitere Passwege Ronaldos absperren, andererseits einen Spieler haben, der situationsbedingt pressen konnte. Feghouli würde dann Marcelo in Ballbesitz stellen und ihn abdrängen versuchen, während einer der beiden Costas zur Hilfe kommen und der andere die Position in der Abwehr übernehmen würde. Alberto Costa diente desweiteren als schnelle Umschaltstation im Spiel nach vorne bei erfolgreichem Ballgewinn. Aduriz drückte das Spiel in die Tiefe, manchmal kam er jedoch mit nach hinten, teilweise übernahm er sogar Khedira, der sich aber viel zu ineffektiv und manchmal gar zu zurückhaltend zeigte.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Ein sehr interessantes Spiel von beiden Seiten und Valencia zeigte sich beim Kontern gefährlich. Trotz numerischer Unterzahl in der Offensive konnte man sich Chancen erspielen  und beide Teams hatten überaus Glück, dass man kein Tor erhielt. Mehrere Pfosten- und Lattenschüsse sorgten für eines der spektakulärsten 0:0 dieser Saison. Casillas konnte einige Male glänzend parieren, zeigte sich aber teilweise sogar ungewohnt unsicher – sein Pendant bei Valencia, Guaita war allerdings der beste Mann des Spiels.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8082&amp;md5=ee2f09269a1c0f7b2cc7fca19edbbae3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hamburger SV &#8211; Bayer 04 Leverkusen 1:1</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2012 14:19:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bayer Leverkusen]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburger SV]]></category>

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		<description><![CDATA[Formschwäche und mentale Blockaden als Sinnbild für eine mäßige Bundesligapartie. Beide Mannschaften trauten sich teilweise zu wenig und konnten nie konstant eine gute Leistung zeigen. Die Leverkusener lebten ohnehin erst in der zweiten Halbzeit auf, während die Hamburger zwar das Spiel in der ersten Stunde kontrollierten sowie defensiv durchaus gut standen, sich offensiv aber nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Formschwäche und mentale Blockaden als Sinnbild für eine mäßige Bundesligapartie.<span id="more-8076"></span> Beide Mannschaften trauten sich teilweise zu wenig und konnten nie konstant eine gute Leistung zeigen. Die Leverkusener lebten ohnehin erst in der zweiten Halbzeit auf, während die Hamburger zwar das Spiel in der ersten Stunde kontrollierten sowie defensiv durchaus gut standen, sich offensiv aber nicht eingespielt genug zeigten. Ein Tor nach einem Elfmeter und viele Schüsse ins Nirgendwo waren letztlich ihre Ausbeute, aber zuhause war dies nicht genug gegen die Mannschaft von Bayer, welche durch Schürrle zum 1:1 kam. Letztlich war die Punkteteilung wohl mehr oder minder gerechtfertigt, wenngleich die Leverkusener etwas kämpferischer und die Hamburger etwas überlegener auftraten. Eine gute Partie konnte man dennoch beiden Mannschaften nicht attestieren und sie scheinen in einem sehr unguten Trott festzuhängen. Die letzte Überzeugung, das Selbstbewusstsein und die Dynamik in den Aktionen sind eine Sache, dass man sogar nur Ansätze sporadisch zeigen kann, ist eine andere. Diese Probleme sind wohl hausgemacht und scheinen in den Köpfen zweier eigentlich sehr talentierter Mannschaften zu spuken.</p>
<p><strong>Wechselwirkung der jeweiligen Formationen – mit Fokus auf die Hamburger</strong></p>
<p>Die Gastgeber begannen mit einem 4-4-1-1. Hierbei spielte Marcus Berg ganz vorne und für einen alleinigen Mittelstürmer erfüllte er seine Rolle durchaus akzeptabel, versuchte Räume zu öffnen und Lücken zu reißen, allerdings fehlte die kollektive Unterstützung von hinten. Desweiteren tat er sich gegen Friedrich und Töprak natürlich schwer, die beiden konnten sich auf ihn konzentrieren und erhielten gegen Petric Hilfe von Reinartz, der ja bekanntlich auch oft auf der Position des Innenverteidigers gespielt hatte. Damit stand man defensiv relativ sicher und kompakt, konnte also die beiden Stürmer mehr oder weniger gut aus dem Spiel nehmen.</p>
<div id="attachment_8077" class="wp-caption alignleft" style="width: 294px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Hamburg-vs-Bayer-04-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-8077  " title="Hamburg vs Bayer 04 - Grundformationen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Hamburg-vs-Bayer-04-Grundformationen.png" alt="" width="284" height="379" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen zu Spielbeginn</p></div>
<p>Über die Außen hatten die Hamburger mit Jansen einen Spieler, der weder Fisch noch Fleisch ist. Kein Außenverteidiger (weswegen er auf dieser Position seit Ewigkeiten nicht mehr konstant aufläuft), aber letztlich eben auch kein Flügelstürmer. Zwar zeigt er in Form durchaus gute Spiele, es fehlen jedoch die Synergieeffekte mit seinen Mitspielern. Die aufrückenden Innenverteidiger, die Fink mit seiner Formation zu erreichen versucht, können ihn nur schwer hinterlaufen, nach innen ziehen kann Jansen mit seinem schwachen rechten Fuß nicht effektiv. Über die Außen kommen zwar manchmal sehr gute Flanken, seine Diagonalläufe in den Strafraum sind ebenfalls gut. Hier fehlte es allerdings an der unterstützenden Komponente beim HSV. Keiner der Stürmer ist ein Kopfballungeheuer und da man zumeist mit nur einem Fixpunkt vorne agiert, benötigt man nach Flanken zu viele Versuche, um etwas Zählbares zustande zu bringen. Die Chancen sind zwar da, gehen aber über das Tor oder sind zu harmlos, um wirklich Gefahr zu entfachen.</p>
<p>Auf der rechten Seite ist das allerdings ein noch größeres Problem. Mit Sala hat man einen relativ guten Spieler, die Spieler dahinter kommen allerdings nicht wirklich in Form. Einmal mehr zeigte Ilicevic, dass er kein Spieler von internationaler Güte ist. Sein Talent ist unbestritten, er besitzt eine gewisse Athletik und Fähigkeiten im eins-gegen-eins, doch im Kollektivspiel ist er oftmals zu ungenau. Seine Pässe kommen nicht an, seine Konzentration lässt zu wünschen übrig und die Kombinationen mit den Außenverteidigern sind ebenso schwach – was nicht sein müsste. Mit seinem oftmals inversem Spiel würde er theoretisch gute Räume auf der Außenbahn öffnen, letztlich kann er dann aber nicht die Verbindung zur Seite aufbauen, da er den richtigen Zeitpunkt für einen Pass zu oft verpasst. Gegen Kadlec hatte er ohnehin schweren Stand, der Linksverteidiger von Bayer gewann exorbitant viele Zweikämpfe und zeigte sich auch offensiv eindrucksvoll. Mehrmals ging er nach vorne und machte das Spiel breit, half Augusto vor ihm und war einer der besseren Spieler auf dem Platz.</p>
<p>Petric im Zentrum ist ein weiteres Beispiel für einen guten Spieler und eine gute Idee des Trainers, doch sogar er ist etwas suboptimal. Zu athletisch, um aus der Tiefe zu kommen und vorne für Gefahr zu sorgen; zu sehr Stürmer, um hinten das Spiel mitaufzubauen. Diese Aufgabe übernimmt dann Jarolim, der die beiden Außenverteidiger nach vorne schickt und dadurch eine breite Formation ermöglich. Der Tscheche ist ein sehr passsicherer und defensiv guter Spieler, in seiner Entscheidungsfindung jedoch nicht der beste. Manchmal versucht er unmögliche weite Bälle, hin und wieder versteift er sich zu sehr auf ein von Sicherheitspässen geprägtes Spiel, welches durchaus passend wäre – wenn sein Nebenmann die kreativen Aufgaben auf hohem Niveau übernehmen könnte.</p>
<p>Dies zwingt Westermann in einigen Spielen dazu, sich nach vorne miteinzuschalten und beschreibt ein Symptom des Grundproblems der Hamburger: zu wenig Kreativität und Dynamik im Spiel nach vorne, spätestens ab der gegnerischen Hälfte.</p>
<p><strong>Ein paar Punkte zu den Leverkusenern </strong></p>
<p>Das 4-3-3, welches man bereits unter Dutt einige Male ausprobierte, scheint eigentlich eine sehr gute Lösung zu sein. Reinartz, Rolfes, Ballack und Bender können eigentlich alle drei Positionen in diesem System bekleiden, ob man es mit einer Doppelacht mit Punkt nach hinten oder einer Doppelsechs mit Punkt nach vorne spielt. Problematisch ist allerdings bei beiden, wer den kreativen Part übernimmt. Barnetta spielte diesen übrigens kurzzeitig in der zweiten Hälfte, bevor man auf ein 4-4-2 mit Derdiyok und Bellarabi vorne umstellte. Sehr interessant wäre eine Mischung der beiden Systeme im Mittelfeld, somit würde man mit einem Sechser (Bender/Reinartz) agieren, davor einem weiteren Spieler, der als box-to-box-Akteur fungiert. Er deckt Räume, entscheidet über die kollektive Ausrichtung und verbindet die Mannschaftsteile. Sowohl Rolfes als auch Ballack könnten dies spielen, wenn sie den kreativen Teil weitestgehend einem Zehner á la Augusto oder Barnetta überlassen.</p>
<div id="attachment_8078" class="wp-caption alignright" style="width: 253px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Hamburg-vs-Bayer-04-Bayer-Aufrücken.png"><img class=" wp-image-8078  " title="Hamburg vs Bayer 04 -  Bayer Aufrücken" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Hamburg-vs-Bayer-04-Bayer-Aufrücken.png" alt="" width="243" height="325" /></a><p class="wp-caption-text">Bayer beim Aufrücken über eine Seite - Leno geht etwas mit nach vorne, die Verteidiger bilden eine verschobene Dreierkette, die von Rolfes und Reinartz unterstützt wird. Ballack bietet sich an (oder lässt sich fallen, wenn Rolfes aufrückt, dann geht Reinart weiter zur Seite und die Dreierkette wird enger). Augusto bietet sich für einen Doppelpass an. Falls Kadlec verfolgt werden würde und im Zentrum Raum offen ist, kann er allerdings auch nach innen ziehen und abschließen. Schürrle bietet sich sowohl für weite Flanken als auch einen theoretischen Spielzug über Augusto und Ballack an, während Kießling sich weiter nach vorne orientiert. Interessant ist die Diagonale zwischen Schürrle, Ballack, Reinartz und Töprak. In gewisser Weise verhindert diese diagonale Viererkette leichte Pässe auf die offene Seite. Würden die drei Spieler davor eine Dreierkette bilden und sofort aggressiv dagegen pressen, gäbe es eine diagonale 4-3-Formation, welche oft als ideal für ein Pressing angesehen wird. Lustige geometrische Zufälle in der Welt der Mikrotaktik</p></div>
<p>Renato Augusto kam dieses Mal über links und nutzte Kadlecs Offensivläufe, um sich teilweise spielgestalterisch ins Zentrum zu orientieren. Ähnlich tat es Kroos im 4-4-2 bei den Leverkusenern bei seiner Leihe, hier hatte man aber mit zwei Stürmern vorne und einem weiteren kreativen auf dem gegenüberliegenden Flügel durchaus das Anrecht auf eine defensive Doppelsechs. Hyypiä sollte sich deswegen überlegen, ob man wirklich mit den beiden Routiniers vor Reinartz spielen möchte. Durchaus möglich, dass die beiden mit ihrer Erfahrung und ihrer körperlichen Fähigkeiten das Spiel letztlich das Spiel sprichwörtlich nach vorne drücken, ein Umdenken wäre allerdings langfristig nötig. In gewisser Weise bietet der Ballack-Abgang somit eine Chance für eine Veränderung der Mannschaftsformation, ohne jemandem auf den Schlips zu treten. Vielleicht will das Interimstrainerduo diese Zeit auch nur möglichst überbrücken.</p>
<p>Ein weiterer Punkt zu diesem Spiel: mit drei Mann im Mittelfeld konnte man jederzeit das Tempo in der Defensive diktieren. Zwar hatten die Hamburger mit dem tieferen Spieler im Mittelfeld und den relativ freien und engen zwei Flügeln im Spielaufbau gewisse Vorteile, da sie den Ball um attackierende Gegenspieler umschiffen konnten, ab der Mitte stand man jedoch ziemlich alleine gelassen da. Je nach Spielsituation konnten die drei Spieler Leverkusens die Außen pressen, sie den eigenen Flügeln überlassen oder aufrücken und bereits in der Mitte agieren. Hier würde dann Reinartz absichern oder man bildete gar eine 2-1-Formation in der Mitte, um Schnittstellen zuzustellen. Mit numerischen Überzahl hatten die Hamburger selten Anspielstationen im letzten Drittel, die ohne Bedrängnis abschließen konnten.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Kein tolles Spiel, wobei die Leverkusener in der zweiten Hälfte die ein oder andere taktisch gute Idee zeigten. Die Hamburger bewiesen, dass man eigentlich einen guten Trainer und eine solide Mannschaft hat, die Spielertypen aber oftmals suboptimal für ihre jeweiligen Aufgaben und ihre Mitspieler sind. Die beiden Teams müssen nun sehen, wie sie ein neues oder angepasstes taktisches System sowie eine mentale Veränderung der Spieler erreichen sowie ob und wie man die Spieler in der Transferphase austauschen möchte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8076&amp;md5=80d1b86d521110fe1a295802e97730c2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Arsenal FC &#8211; Manchester City 1:0</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Apr 2012 10:58:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Premier League]]></category>

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		<description><![CDATA[Arsenal nicht abgeklärt zwischen den Linien, City enttäuschend und harmlos. Mit einer hochverdienten 0:1-Niederlage bei Arsenal ist der Meisterschaftszug angesichts acht Punkten Rückstand auf Stadtrivale United für die Citizens wohl abgefahren. Für ein zu Beginn viel zu defensives Auftreten mit nur 15 % Ballbesitz im ersten Viertel des Spiels sowie für eine enttäuschende Offensive ohne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Arsenal nicht abgeklärt zwischen den Linien, City enttäuschend und harmlos.<span id="more-8065"></span></p>
<p>Mit einer hochverdienten 0:1-Niederlage bei Arsenal ist der Meisterschaftszug angesichts acht Punkten Rückstand auf Stadtrivale United für die Citizens wohl abgefahren. Für ein zu Beginn viel zu defensives Auftreten mit nur 15 % Ballbesitz im ersten Viertel des Spiels sowie für eine enttäuschende Offensive ohne einen einzigen Schuss auf das Tor wurde man am Ende bestraft.</p>
<p><strong>Arsenals Dominanz und Citys Räume zwischen den Linien</strong></p>
<div id="attachment_8067" class="wp-caption alignleft" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/arsenal-1-0-city.png"><img class=" wp-image-8067" title="arsenal 1-0 city" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/arsenal-1-0-city.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen nach der Auswechslung Yaya Tourés: Die vielen Wechsel zwischen den City-Spielern, die immer wieder zwischen den Positionen um her geschoben wurden, sind der Übersicht halber nicht eingezeichnet.</p></div>
<p>Zu Beginn lief die Partie zwischen Arsenal – dem Team mit dem durchschnittlich meisten Ballbesitz – sowie Manchester City – in dieser Statistik auf dem zweiten Rang – auf eine etwas überraschende Art und Weise, denn der Gast stellte sich sehr defensiv auf und gab die Spielkontrolle komplett an den Gegner ab, der sehr weit aufrückte und Citys defensives 4-4-1-1/4-5-1 zu durchbrechen versuchte.</p>
<p>Zur Dominanz der Gunners trug vor allem bei, dass City in der Defensive viel zu viel Raum zwischen ihrer vordersten Stoßspitze, die meistens auf Konter wartete, sowie ihren restlichen Feldspielern ließ. In diesem entstehenden Loch konnte der situativ tiefste Arsenal-Aufbauspieler – also entweder Arteta oder Song – mit aller Zeit der Welt die Spieleröffnung organisieren und die Pässe in die Tiefe gestalten, wobei er auch sehr gut von seinen abwechselnd in dieses Loch mit aufrückenden Innenverteidigern unterstützt wurde, die ebenso einige sehr gute Vertikalbälle nach vorne spielten.</p>
<p>Diese Pässe fanden ihre Abnehmer zwischen der Abwehr- und Mittelfelreihe der Gäste, welche zwischen diesen beiden Linien ebenso viel zu viel Platz ließen und diesen arg schwach verteidigten. Folglich konnten Arteta/Song, der sehr bewegliche, wenn auch teilweise zu weit zurück rochierende, Rosický sowie der sich als Falscher Neuner ebenso in die Tiefe fallen lassende van Persie hier recht problemlos angespielt werden. Auch Benayoun zog es von links gerne zusätzlich ins Zentrum hinein, während Walcott im Raum „neben“ dem gegnerischen Außenverteidiger einer sehr eng postierten Viererkette ebenso Räume vorfand.</p>
<p><strong>„Typisch Arsenal“ – zu viel One-Touch-Doktrin, zu wenig Ruhe in Freiräumen</strong></p>
<p>So weit, so gut – nach dieser Beschreibung hätte Arsenal zur Pause doch eigentlich schon recht deutlich führen müssen, doch sie taten es nicht und kamen überhaupt nur zu 4 Abschlussversuchen, von denen nur einer aus dem Spiel heraus erfolgte und kein einziger auf das Tor ging. Dies lag einfach daran, dass Arsenal die großen defensiven Schwächen ihrer Gegner viel zu inkonsequent ausnutzte.</p>
<p>Erstens versuchte man immer wieder, wie es typisch – auch auf Basis des Zurückfallens van Persies – für den eigenen Spielstil ist, durch die Schnittstellen der gegnerischen Viererkette zu spielen, welche allerdings geschlossen waren, da City die Abwehr sehr eng spielen ließ. Arsenal fehlte hier die richtige Anpassungsfähigkeit und setzte die Schnittstellenpässe immer wieder ein – mit immer wieder ausbleibendem Erfolg.</p>
<p>Zweitens spielte man in dem Raum zwischen den Linien, der oftmals verhältnismäßig groß war, viel zu hastig und nahm sich keine Zeit. Hier zeigten sich die Nachteile der Wenger´schen One-Touch-Doktrin, welche seine Spieler in diesen weiten Räumen zu direktem und schnellem Spiel verleitete. Allerdings war dies gar nicht nötig, da man viel Zeit gehabt hätte, die Bälle anzunehmen und anschließend den Angriff weiterzuspielen. So ging man aber mit dem zu schnellen Spiel unnötiges Risiko und verbaute sich damit vielversprechende Situationen selbst. Auch zweite oder abgeprallte Bälle wollte man immer sofort mit dem ersten Kontakt in die Tiefe spielen anstatt sie anzunehmen. Da viele dieser Bälle sehr schwer zu verarbeiten waren, entstanden aus eigentlich guten Chancen immer wieder – fast schon „blinde“ – One-Touch-Fehlpässe.</p>
<p>Drittens gelang es den Hausherren nicht, ihre Außenverteidiger gewinnbringend gegen die enge Defensive der Citizens einzusetzen – was in Hälfte zwei dann besser funktionierte. Zu Beginn der Angriffe mussten die Außenverteidiger noch recht tief stehen, da man bereit sein musste, schnell zurück zu laufen, falls der aufrückende Innenverteidiger, der in seinem Rücken seinen Partner alleine gegen einen Gegenspieler zurückließ, den Ball verloren hätte. Wurde dann aber der Angriff mit einem Vertikalpass beschleunigt, kamen die Außenverteidiger aus ihrer tiefen Position nicht schnell genug nach vorne, um ihre schnell spielenden Kollegen außen zu überlaufen.</p>
<p><strong>City seltsam wirr formiert und lasch spielend</strong></p>
<p>In der Defensive hatte City Glück, dass Inkonsequenz nur wegen Inkonsequenz auf der anderen Seite nicht bestraft wurde, doch auch ihre Offensivleistung war sonderbar. Meistens rückte man im Spielaufbau überhaupt nicht auf, sondern der offensive Mittelfeldspieler ließ sich ebenso weit fallen, was zusammen mit breit stehenden Außenspielern dazu führte, dass der Mittelstürmer relativ auf sich alleine gestellt war und oftmals mit langen Bällen angespielt wurde, die gegen Koscielny und Vermaelen aber eher weniger Chancen auf Erfolg hatten.</p>
<p>Überhaupt machte das gesamte Erscheinungsbild des Teams aus Manchester einen seltsamen Eindruck. Immer wieder wurden die Rollen in ihrem etwas asymmetrischen 4-4-1-1/4-2-2-2 gewechselt, so dass zwischendurch jede Position von verschiedenen Spielern ausgefüllt wurde – im offensiven Mittelfeld agierte erst Nasri, dann Pizarro, dann Balotelli und schließlich Agüero. Dies wirkte sich auch auf die anderen Spieler aus, welche immer wieder – teilweise gar während Arsenals Aufbauspiel, was immerhin ein wenig stabilisierend wirkte – umher geschoben wurden und somit nie einen Rhythmus fanden geschweige denn einen klar erkennbaren Offensivplan zeigten. Einzig einige individuelle Geistesblitze der Einzelkönner sorgten für Gefahrfunken, welche aber eben nur sehr vereinzelt waren. 5 Schussversuche, davon 4 aus Standardsituationen und keinen einzigen auf das Tor von Szczesny sind ein eines Meisters nicht würdiges Armutszeugnis und teilweise schien es gar so, als würde man nicht nur ohne den letzten Einsatz verteidigen, sondern auch nur halbherzig den Weg nach vorne suchen.</p>
<p><strong>Zweite Halbzeit</strong></p>
<p>Nach dem Seitenwechsel öffnete sich das Spiel noch mehr und Arsenal nutzte diese Räume langsam aber sicher, weil sie insgesamt größer wurden. Umgekehrt allerdings konnte sich City immer noch nicht aufraffen, nach vorne kollektiv gefährlich zu werden – ihre zu halbgar vorgetragenen Angriffe kamen zwar sporadisch hinter Arsenals offensiv agierendes Mittelfeld, wurden aber ansonsten schon durch Arsenals Pressing und deren Manndeckung in der Mittefeldzentrale ihrem geringen Elan beraubt.</p>
<p>Auf der anderen Seite kam Arsenal durch die vermehrten Räume wie gesagt auch zu mehr Chancen, stellte sich bei deren Verwertung allerdings denkbar ungeschickt an. Zunächst setzte van Persie eine Großchance nach feinem Song-Pass an den Pfosten und vertendelte anschließend eine weitere Top-Möglichkeit, indem er sich ungeschickt ins Abseits bewegte. Das absolute Sinnbild für das Spiel der Gunners war allerdings eine Dreifachchance aus der 76. Minute: Eine der zahlreichen Hereingaben Sagnas (insgesamt brachte man 38 Flanken), der jetzt einfacher mit nach vorne starten konnte, da man sich noch stärker auf seine Seite (die aufgrund der Ungleichheit der Außenverteidiger, des zentralen Benayoun sowie der Positionierung Songs bereits vorher dominanter gewesen war) und die Defensivschwächen Balotellis konzentrierte, brachte Walcott aus etwa 10 m zentraler Position nicht im Tor unter. Unglaublich aber, wie anschließend Vermaelen aus etwa 3 m den Ball nicht am liegenden Joe Hart vorbeibrachte und Rosický den Ball aus 1 m nicht ins leere Tor, sondern an den Pfosten schoss. Man spielte schön, doch viel zu inkonsequent – letztlich war es kein Wunder, dass ein wuchtiger Distanzschuss Artetas aus dem Raum vor der City-Abwehr den Sieg doch noch fixierte.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Arsenal dominierte deutlich, konnte aber die von City gebotenen Räume lange Zeit aufgrund der typischen „Arsenal-Schwäche“ nicht nutzen, vergab dann auch beste Chancen und gewann letztlich doch noch.</p>
<p>City verbaute sich mit diesem generell schwachen Aufritt – sei es offensiv oder defensiv, sei es taktisch oder sei es bezüglich der Leistung der einzelnen Spieler – endgültig die Meisterschaft. Eine hochverdiente Niederlage nach einer erschreckend schwachen Leistung.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8065&amp;md5=cc7578dc8d8e82141fcc94935d4059f1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Borussia M&#8217;Gladbach &#8211; Hertha BSC Berlin 0:0</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Apr 2012 12:09:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>RM</dc:creator>
				<category><![CDATA[Borussia Mönchengladbach]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Hertha BSC Berlin]]></category>

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		<description><![CDATA[Gladbachs Spielaufbau, ein zweischneidiges Schwert. So wirkte es jedenfalls. In einem taktisch interessanten, aber spielerisch eher schwachen Spiel hatte man ungemein viel Ballbesitz, aber weniger Großchancen und Schüsse auf das Tor als die Gastmannschaft aus dem Tabellenkeller. Der Elf von Lucien Favre fehlt in den letzten Wochen die Dynamik und Effektivität, auch Marco Reus‘ Zauber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Gladbachs Spielaufbau, ein zweischneidiges Schwert.<span id="more-8057"></span> So wirkte es jedenfalls. In einem taktisch interessanten, aber spielerisch eher schwachen Spiel hatte man ungemein viel Ballbesitz, aber weniger Großchancen und Schüsse auf das Tor als die Gastmannschaft aus dem Tabellenkeller. Der Elf von Lucien Favre fehlt in den letzten Wochen die Dynamik und Effektivität, auch Marco Reus‘ Zauber ist etwas verloren gegangen. Dennoch war es eine Schwächung, als jener verletzungsbedingt nach einem Foul von Lell ausgewechselt werden musste. Ohne ihn fehlte es an Kreativität und die Herthaner konnten unter Rehhagel einen durchaus überraschenden Punkt in der Fremde ergattern. Allerdings muss gesagt werden, dass man einen Schlüssel für die Offensive der Gladbacher hatte, nicht aber für deren Abwehr, die relativ sicher stand. Lediglich einen Torschuss konnte man aus dem Sechzehnmeterraum, keinen aus dem Fünfmeterraum, abfeuern.</p>
<p><strong>Wechselwirkung der jeweiligen Formationen</strong></p>
<p>Beide Mannschaften begannen mit einem relativ ähnlichen System, einem 4-4-1-1. Die Berliner versuchten mit einem variablen Sturmduo die Gladbacher beim Spielaufbau in ihre eigene Hälfte zurückzudrängen und dadurch ihr schnelles Kurzpassspiel auszuschalten. Ähnlich wie bei der Borussia aus Dortmund spielen die Gladbacher bei ihren offensiven Spielzügen extrem schnell mit kurzen Pässen und Vertikalspiel miteinander, da sie jedoch den Raum nicht so schnell und effektiv überbrücken können, was an mehreren Ursachen liegt, haben sie oftmals Probleme gegen ausbalancierte Mannschaften. Damit sind Teams gemeint, die das richtige Gleichgewicht zwischen einem Pressing vorne und einer kompakten Defensive besitzen. Hertha hatte dies an diesem Tag, was später im Kapitel des Gladbacher Aufbauspiels noch genauer thematisiert werden wird.</p>
<div id="attachment_8058" class="wp-caption alignleft" style="width: 294px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Gladbach-vs-Hertha-Grundformationen.png"><img class=" wp-image-8058  " title="Gladbach vs Hertha - Grundformationen" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Gladbach-vs-Hertha-Grundformationen.png" alt="" width="284" height="379" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen zu Spielbeginn</p></div>
<p>Das Sturmduo wurde bei der Gastmannschaft von Ramos und Raffael gebildet, wobei letzterer sich oftmals mit nach hinten einschaltete. Dies liegt daran, dass Raffael der etwas technisch versiertere und kreativere der beiden ist, somit hilft er der eigenen Mannschaft mehr im Umschaltspiel. Dennoch besitzt Ramos auch seine Qualitäten, die ihn für die Rolle als vorderster Stürmer prädestinieren. Er kann mit seiner Athletik und Dynamik auf die Flügel ausweichen, im Sturmzentrum eins gegen eins Situationen für sich entscheiden oder Fouls auf sich ziehen.</p>
<p>Unterstützt wurden diese beiden von zwei Flügelstürmern, die in der Linie dahinter agierten. Mit ihren Vorstößen hatten sie jedoch die Aufgabe, die beiden Mittelstürmer einzusetzen, sie zu kreuzen oder bis zur Grundlinie zu marschieren. Sehr viele verschiedene Aufgaben, die sowohl Rukavytsya als auch Ben Hatira vor eine große Herausforderung stellten. Glücklicherweise hatte man mit den gegnerischen Außenverteidigern relativ wenige Probleme, da sie zu den defensiveren in der Liga gehören. Allerdings ging besonders Daems öfter mit nach vorne, als man von ihm gewohnt sein mag, Rukavytsya erfüllte seine Aufgabe trotzdem. Damit man gegen die schnell konternden Gladbacher gut stand, wies Rehhagel seine Außenverteidiger ebenfalls zu einer etwas konservativeren Rolle an und nur sporadisch schalteten sie sich mit nach vorne ein.</p>
<p>Der nominell offensivstärkste Außenverteidiger spielte sogar in der Viererkette als linker Innenverteidiger. Felix Bastians unterstützte somit den etwas in die Jahre gekommenen Kobiashvili, der es mit dem quirligen Herrmann zu tun bekam. Dies war auch der Grund, wieso Bastians in der Innenverteidigung auflief. Hubnik übernahm die Position des rechten Innenverteidigers. Dort war wichtig, dass das defensive Mittelfeld der Berliner sehr tief spielte, um ihn zu unterstützen, besonders gegen Marco Reus. Mit Reus und Herrmann hat man ein potenziell kongeniales Duo, welches unbedingt voneinander abgeschnitten werden muss – dies gelang der Hertha sehr gut, wie wir im weiteren Verlauf dieses Artikels noch sehen werden.</p>
<div id="attachment_8059" class="wp-caption alignright" style="width: 293px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Hertha-vs-Gladbach-Grundformationen-Hinrunde.png"><img class=" wp-image-8059  " title="Hertha vs Gladbach - Grundformationen - Hinrunde" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Hertha-vs-Gladbach-Grundformationen-Hinrunde.png" alt="" width="283" height="379" /></a><p class="wp-caption-text">so spielte man noch in der Hinrunde, wo Gladbach knapp gewann</p></div>
<p>Rechts spielte Lell und dieser musste sehr eng an den Innenverteidigern agieren. Die Ursache dafür war, dass er mit Arango einen relativ inversen, aber spielerisch extrem starken Gegenspieler hatte, welcher oftmals in die Mitte zog. Desweiteren gingen sowohl Reus als auch Hanke einige Male auf die halblinke Position in der Offensive, um sich für Doppelpässe mit abschließenden Lochpässen anzubieten. Wäre Lell hier breiter gestanden, hätte er die Schnittstelle geöffnet und die eigene Abwehr entblößt. Desweiteren musste er Hubnik unterstützen, wenn Hanke und Reus ein Sturmduo auf einer horizontalen Linie bildeten. Dies war ein weiterer Grund, wieso Rukavytsya so tief agieren musste.</p>
<p>Somit waren die einzigen Spieler auf dem Platz, die keinen wirklichen Gegenspieler hatten, Roman Neustädter und Havard Nordtveit. Otto Rehhagel bediente sich hier einerseits der Underdogrolle seiner Mannschaft (man konnte sich ohne wirkliche Kritik nach dem Spiel getrost tiefer positionieren) und der Vorsicht der Favre-Elf. Die beiden Sechser rückten nämlich sehr selten mit nach vorne auf und ließen die eigenen Offensivspieler im Stich, die Außenverteidiger mussten deswegen höher spielen und nur ein Viertel der Gladbacher Angriffe kam über das Zentrum.</p>
<p><strong>Das Gladbacher Aufbauspiel – viel Ballbesitz, wenig Großchancen</strong></p>
<p>Es war die Positionierung der Borussen im Spielaufbau, welche hauptverantwortlich war für die vergleichsweise schwache Offensive. Allerdings hatte man extrem viel Ballbesitz und lief wenig Gefahr, dass man die Kontrolle über das Spiel der Gastmannschaft überließ. Generell konnte man zwei verschiedene Formationen im Aufbauspiel erkennen. Wenn Ramos höher agierte und alleine presste, so spielte die Doppelsechs zumeist auf einer Linie. Der Grund dafür war, dass man die eigene Abwehr nicht unterstützten brauchte und deswegen lieber im Mittelfeld für mehr Mann sorgte. Die eigene Abwehr konnte mit ter Stegen und den beiden Innenverteidigern sowie den breit spielenden Außenverteidigern das gegnerische Pressing leicht überspielen, Raffael befand sich in einem leeren Raum, wo er nie Zugriff auf Mitspieler erhielt.</p>
<div id="attachment_8060" class="wp-caption alignleft" style="width: 226px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/gladbach-spielaufbau.gif"><img class=" wp-image-8060  " title="gladbach spielaufbau" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/gladbach-spielaufbau.gif" alt="" width="216" height="162" /></a><p class="wp-caption-text">die Gladbacher im Spielaufbau - beide Varianten grafisch dargestellt</p></div>
<p>Deshalb kam es zumeist vor, dass sich Ramos und Raffael auf einer Linie befanden und gemeinsam die gegnerische Innenverteidigung attackierten. Die beiden hatten somit jeweils einen Innenverteidiger und stellten diese unter den Druck, dass ungenaue Pässe zu ter Stegen zu viel Risiko oder Befreiungsschläge führen würden. Borussia Mönchengladbach hatte deshalb nun einen tieferen Spieler im defensiven Mittelfeld, der sich tiefer anbot und die Abwehr unterstützte. Eine Anspielstation mehr in der Abwehr, allerdings ein weiterer Durchlaufposten vorne weniger.</p>
<p>Die grauen Bereiche in den beiden Grafiken kennzeichnen den überschüssigen Raum, welche die breite und tiefe Stellung der Abwehrspieler zutage förderte. Für ein risikoloses Aufbauspiel ist er enorm wichtig, da er kennzeichnet, wohin man ungenaue Bälle unter Druck spielen konnte, ohne dass der Gegner Zugriff darauf erhielt. Neustädter und Nordtveit hatten immer die Möglichkeit, sich in diesem Raum freizulaufen und ohne Bedrängnis den Ball anzunehmen. Allerdings hatten sie nach vorne aufgrund der numerischen Überzahl der Herthaner große Probleme.</p>
<p><strong>Hertha verteidigt – wieso Herrmann nicht funktionierte</strong></p>
<p>Spätestens nach der Auswechslung Reus‘ hatte Herrmann große Probleme. Mit de Camargo konnte er keine schnellen Kombinationen ausführen und weiters hatten die Herthaner nun leichteres Spiel in der Abwehr. Man konzentrierte sich jetzt besser und einfacher auf Herrmann, der kaum ins Spiel kam. Es gingen viel weniger Angriffe über seine rechte als über die gegenüberliegende linke Seite der Gladbacher.</p>
<div id="attachment_8061" class="wp-caption alignright" style="width: 237px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Gladbach-vs-Hertha-Hertha-verteidigt.png"><img class=" wp-image-8061   " title="Gladbach vs Hertha - Hertha verteidigt" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/Gladbach-vs-Hertha-Hertha-verteidigt.png" alt="" width="227" height="202" /></a><p class="wp-caption-text">hiermit reagierten die Herthaner auf die Formation der Favoriten</p></div>
<p>In der Grafik sieht man auch, wieso. Die Viererkette agiert sehr eng, Lell verschiebt sehr ballorientiert Richtung Herrmann. In diesem Szenario hat Herrmann den Ball und keine einzige Anspielstation, um mit einem Doppelpass durch die Schnittstelle kam. Bastians, der wendige Innenverteidiger, sichert einen eventuellen Alleingang ab und Kobiashvili drängt Herrmann ab. Ben Hatira half zwar einige Male auch beim Doppeln, doch bei Herrmanns größter Stärke – dem Diagonallauf in den Strafraum – konnte er nicht unterstützen. Stattdessen sicherte er den Raum vorne und den Passweg zu Jantschke. Das Ziel war, dass er immer in der Linie zwischen Jantschke und Herrmann war.</p>
<p>Im Zentrum stand Hubnik mit Ottl bei de Camargo, dem man vom Spielgeschehen abtrennen wollte. Hanke in seiner tieferen Position wurde von Niemeyer gedeckt. Wenn der Gladbacher Stürmer jedoch Richtung Herrmann ging, um diesem eine Anspielstation zu bieten, dann übernahm ihn Ottl. Niemeyer folgte ihm aber so lange, bis er sich in der Schnittstelle zwischen Bastians und Hubnik befand. Deswegen konnte einer der Spieler aus der Viererkette immer nach vorne ausweichen und attackieren, während sich der Sechser nach hinten fallen ließ. Lell und Rukavytsya bildeten ein Pärchen mit Arango dazwischen. Den verkappten Spielmacher der Gladbacher nahm man zwischen drei Herthaner in die Mangel und konnte ihn dadurch relativ gut absichern. Erst wenn Daems nach vorne ging, rückte Lell mehr zu Arango und Rukavytsya verfolgte Daems. Vorne lauerte Raffael auf Ballgewinne und schob manchmal nach hinten zur Unterstützung, während Ramos ganz vorne als Stoßstürmer das Spiel in die Tiefe zog.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Es war kein starkes Spiel, die taktischen Maßnahmen waren dennoch recht interessant. Außerdem konnte man einige weitere kleine taktische Mittel erkennen, unter anderem das Aufrücken Dantes in Ballbesitz. Der Brasilianer versuchte einige Male ins defensive Mittelfeld nach vorne zu scheiben und dort die eigenen defensiven Mittelfeldspieler zum Aufrücken zu zwingen, sowie eine weitere Anspielstation darzustellen. Dennoch fanden die Gladbacher keinen wirklichen Schlüssel zum Herthaner Schloss – doch diese auch nicht, darum endete das Spiel letztlich zu Null.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8057&amp;md5=02ece0ba8a806f230d2b2cb0b06c7411" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Lazio &#8211; SSC Napoli 3:1</title>
		<link>http://spielverlagerung.de/2012/04/08/lazio-roma-ssc-napoli-31/</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Apr 2012 10:09:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TR</dc:creator>
				<category><![CDATA[Serie A]]></category>

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		<description><![CDATA[Beiden Teams fehlte es an offensivem Aufrücken und Anbindungen, doch Lazio nutzte die wenigen Defensivschwächen aus. Im Kampf um den Qualifkationsplatz zur Champions League trafen Lazio Rom und der SSC Neapel im direkten Duell aufeinander. Beide Teams lagen vor der Partie nur drei Punkte auseinander, wobei der dritte große Konkurrent im Bunde, Udine, sein Spiel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Beiden Teams fehlte es an offensivem Aufrücken und Anbindungen, doch Lazio nutzte die wenigen Defensivschwächen aus.<span id="more-8051"></span></p>
<p>Im Kampf um den Qualifkationsplatz zur Champions League trafen Lazio Rom und der SSC Neapel im direkten Duell aufeinander. Beide Teams lagen vor der Partie nur drei Punkte auseinander, wobei der dritte große Konkurrent im Bunde, Udine, sein Spiel bereits hatte gewinnen können und dadurch nach Punkten mit Lazio gleichgezogen hatte.</p>
<p><strong>Wechselwirkung der Formationen und die besonderen Auswirkungen auf das frühe 1:0</strong></p>
<div id="attachment_8052" class="wp-caption alignleft" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/lazio-3-1-napoli.png"><img class=" wp-image-8052" title="lazio 3-1 napoli" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/lazio-3-1-napoli.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen</p></div>
<p>Beide Mannschaften hatten im Vorfeld mit einigen personellen Sorgen zu kämpfen. So mussten auf der einen Seite Lulic, Andre Dias, Matuzalem und natürlich Klose sowie auf der anderen Seite Maggio, Zuniga und Gargano zuschauen. Während Lazio allerdings das Langzeitverletzungspech treu ist und diese somit bereits an die derzeit gespielte 4-2-3-1-Formation „gewöhnt“ waren, musste Napoli kurzfristig umstellen. In Anbetracht der personellen Lage entschied sich Trainer Walter Mazzari für ein 4-3-2-1-System, welches allerdings recht asymmetrisch gespielt und in bestimmten Situationen zu einer anderen Formation verwandelt wurde, was den Spielverlauf entscheidend prägen sollte. Nach nur 9 Minuten fiel nämlich bereits die Führung für die Hausherren durch Candreva – dieser Treffer war die erste Chance des Spiels, veränderte es völlig und war maßgeblich durch die Mechanismen in der Formation Napolis beeinflusst worden.</p>
<p>Aus ihrem nominellen 4-3-2-1-System wurde bei Napoli – meistens geschah diese Umformung, wenn man selbst in Ballbesitz war und somit vergleichbar mit der Idee des HSV unter Fink, gelegentlich allerdings auch bei gegnerischem Ballbesitz – in manchen Situationen ein 3-4-2-1/3-4-1-2. Der halbrechte zentrale Mittelfeldspieler Dzemaili rückte auf den Flügel und wurde zu einem Wing-Back, während auf der anderen Seite Außenverteidiger Aronica vorschob. Wenn es Lazio allerdings gelang, Napoli während des Umschaltens im Prozess der Re-Transformation vom 3-4-2-1 zum 4-3-2-1 zu erwischen und zu attackieren, ergaben sich Lücken, die zu Chancen führen konnte – genau das passierte beim 1:0. Rocchi musste von Cannavaro gedeckt werden und konnte nicht an der Ablage gehindert werden, Lavezzi musste schnell hinter Konko her sprinten und Aronica deckte zwar Candreva, doch war Hamsik noch nicht weit genug mit auf die Seite geschoben und konnte seine Kollegen nicht unterstützen – dreimal war Lazio gedankenschneller und traf unter Mithilfe de Sanctis´.</p>
<p><strong>Beide Teams mit Arbeitsteilung, zu wenigen Spielern im Angriff und fehlenden Verbindungen</strong></p>
<p>Nach dem Führungstor zogen sich die Hausherren sehr tief in die eigene Hälfte zurück, überließen Napoli den Ballbesitz und beschränkten sich praktisch eine Hälfte lang nur auf das Verteidigen des knappen Vorsprungs. Für Entlastung konnte man kaum sorgen, da das Mittelfeld extrem tief stand, Rocchi somit ohnehin schon isoliert war und gegen die gute Absicherung durch teilweise drei Innenverteidiger weder Raum auf den Flanken fand, in die er rochieren konnte, noch die langen Bälle behaupten und halten konnte. Ebenso wie Napoli immer auch auf Absicherung bedacht war, zeigte sich Lazio – hier natürlich bedingt durch die Führung – bei eigenen Angriffen eher vorsichtig. In dieser Hinsicht war es ein typisches Spiel für die Serie A.</p>
<p>Dieser für die Serie A typische Faktor war folgender – es war eine klare Arbeitsteilung vorhanden. Während die Laziali meistens nur mit ihren offensiven vier Spielern angriffen, die gelegentlich noch von Konko unterstützt wurden und sich entgegen vieler anderer und schwächerer Spiele in dieser Saison diesmal sogar ein wenig kreativer und kombinierender (Rocchi und Hernanes gingen verstärkt mit nach Außen), aber oftmals dennoch ohne Verbindungen zwischen den Spielern zeigten, waren es bei Napoli gerade die drei offensiven Kräfte, denen Raum insbesondere durch das Aufrücken Aronicas gewährt wurde, die ansonsten aber relativ viel alleine machen mussten.</p>
<p>Hamsik kümmerte sich als offensivster von drei zentralen Mittelfeldspielern um die Spielgestaltung und bewegte sich dafür stark horizontal, so dass es im Zentrum zu wenige Verbindungen zu den Angriffsspielern gab, die aber die wenigen Bälle sehr gut verwerteten. Insbesondere die zentrale und spielmachende Stellung Pandevs machte Lazio einige Probleme, welche ihre Außenverteidiger sehr nah an den Gegenspielern und daher sehr eng spielen ließen, wenn man dadurch auch gelegentlich Raum auf den Flügeln preisgab, die aber nur Aronica in Ansätzen ausnutzte, während Dzemaili über seine Rolle verwirrt schien und Campagnaro aufgrund seiner Mischrolle nicht weit genug aufrückte – somit kam über die Außen wenig und die Mehrzahl der Angriffe (fast 40 %) durch die Mitte. Besonders zu Beginn führte dies zu drei guten Chancen, nachdem sich Napoli stark durch das Zentrum kombinierte, doch mit der Zeit klappte die Abstimmung bei Lazio immer besser – einzige Ausnahme war der zwischenzeitliche Ausgleich durch Pandev nach Absatzkick von Lavezzi, doch entstand dieser nach einem schnell ausgeführten Einwurf, als Lazio mit dem Schiedsrichter haderte.</p>
<p>In diesem Zusammenhang tat den Hausherren zudem eine Anpassung gut, die Reja nach einiger Zeit in der ersten Hälfte tätigte – er modifizierte seine Grundformation in der defensiven Phase durch das Vorziehen Canas von einem 4-2-3-1 zu einem 4-1-4-1. Auf den ersten Blick scheint man dadurch an Präsenz im Zentrum zwischen den Linien zu verlieren, doch somit wurde praktisch das eigene defensive Zentrum für die Außenverteidiger geöffnet, die einfacher ihre Gegenspieler verfolgen konnten. Gleichzeitig konnte der sehr kampfstarke Cana besser und effektiver auf Hamsik pressen und die zentrale Figur im Spielaufbau Napolis sichtlich aus dem Spiel nehmen.</p>
<p><strong>Zweite Halbzeit</strong></p>
<p>Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Gäste das dominierende Team, litten allerdings an denselben Problemen wie zuvor. Einzig die Läufe Pandevs sowie die selbst gegen eine Doppelung zunächst effektiven Dribblings von Lavezzi machten Lazio ein wenig zu schaffen.</p>
<p>Nach etwa einer Stunde trauten sich diese dann etwas mehr nach vorne und übernahmen phasenweise gar die Spielkontrolle. Zwar ergriff man die Initiative, doch wurde man ebenso kaum gefährlich und konnte bloß einige Halbchancen produzieren, was wie schon in der ersten Halbzeit an mangelnder Unterstützung sowie fehlender konstanter Besetzung des offensiven Zentrums lag – nicht einmal ein Viertel ihrer Offensivaktionen kamen durch die Mitte.</p>
<p>Somit kam man nur auf zwei Arten zu den wenigen Chancen: Entweder über eine der vielen Flanken (trotz nur 42 % Ballbesitz doppelt so viele wie Napoli), meistens aus dem Halbfeld, oder nach Konzentrationsfehlern im Spielaufbau der Gäste. Diese rechneten überhaupt nicht mit Pressing im ersten oder zweiten Drittel und spielten daher einige unkonzentrierte, halbgare oder laxe Pässe. Darauf spekulierte Lazio und presste gelegentlich mit zwei oder drei Leuten sehr früh. Auch wenn dies weder kollektiv noch in irgendeiner Weise besonders war, sollte sich das Lauern auf derartige „Träumereien“ bezahlt machen.</p>
<p>Dass nach nur wenigen Minuten des Drucks sofort ein Tor für die Hausherren fiel, war allerdings auch wieder eine leichte Begünstigung – zumal das Tor aus einer Flanke nach einer geklärten Ecke fiel und Mauri einen tollen Seitfallzieher zeigte. Dennoch waren es mehr Druck und Halbchancen, als Napoli phasenweise zustande bekam.</p>
<p>Diese mussten nun dem erneuten Rückstand hinterherlaufen, doch enttäuschten komplett. Ab der 47. Minute verbuchten sie lediglich einen weiteren Torschussversuch gegen Lazios Defensive, die hinten komplett dicht machte – auch Rocchi half nun mit, der 36-jährige Brocchi kam mit seiner Erfahrung ins Mittelfeld und der defensivstarke rechte Außenmittelfeldspieler Alvaro González – zur Pause gekommen – agierte nun quasi als fünfter Verteidiger, so dass auch Lavezzis Dribblings neutralisiert wurden.</p>
<p>Zehn Minuten vor dem Ende war die Partie dann endgültig entschieden, als eine Gedankenschwäche von Inler, der am eigenen 16er ein Dribbling wagte, zu einem Elfmeter für Lazio führte, den Ledesmá verwandelte.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Ein leicht glücklicher Sieg für Lazio, doch letztlich muss man konstatieren, dass sie in einem eher schwachen Spiel, indem  beiden Mannschaften nicht untypisch für die Serie A die offensiven Verbindungen fehlten, etwas mehr Glück hatten und etwas mehr Druck aufbauen konnten. Ein wichtiger Sieg gegen einen Mitkonkurrenten, aber entschieden ist noch lange nichts, da auch Lazio gegen schwächere Teams immer mal wieder große Probleme hatte.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8051&amp;md5=0e585e9bc3ca2a9c08214db236f73670" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>AC Milan &#8211; ACF Fiorentina 1:2</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Apr 2012 21:34:12 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Serie A]]></category>

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		<description><![CDATA[Flexible Defensivtaktik der Fiorentina im wandelbaren 3-5-2 stößt Milan ohne Thiago Silva von der Tabellenspitze. Nach dem Aus in der Champions League gegen den FC Barcelona konnte sich Milan voll und ganz auf das Titelrennen konzentrieren. Mit einem Vorsprung von zwei Punkten in den Spieltag startend musste man gegenüber Juventus Turin vorlegen und traf dabei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p></p><p>Flexible Defensivtaktik der Fiorentina im wandelbaren 3-5-2 stößt Milan ohne Thiago Silva von der Tabellenspitze.<span id="more-8032"></span></p>
<p>Nach dem <a href="http://spielverlagerung.de/2012/04/04/mehr-breite-und-taktische-flexibilitat-sorgen-fur-barcelonas-dominanz/" target="_blank">Aus in der Champions League gegen den FC Barcelona</a> konnte sich Milan voll und ganz auf das Titelrennen konzentrieren. Mit einem Vorsprung von zwei Punkten in den Spieltag startend musste man gegenüber Juventus Turin vorlegen und traf dabei auf die Fiorentina, die in diesem Jahr vom Aspiranten für den europäischen Wettbewerb zu einem Abstiegskandidaten geworden ist.</p>
<p>Trotz der zuletzt schwachen Form konnten die seit einigen Spielen sieglosen Gäste bei dieser Partie einen überraschenden Sieg selbst nach dem zwischenzeitlichen Rückstand noch einfahren, was hauptsächlich an ihrer sehr passenden Taktik gegen den Tabellenführer lag.</p>
<p><strong>Die flexible Defensivtaktik der Fiorentina im wandelbaren 3-5-2</strong></p>
<div id="attachment_8034" class="wp-caption alignleft" style="width: 325px"><a href="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/milan-fiorentina.png"><img class=" wp-image-8034" title="milan-fiorentina" src="http://spielverlagerung.de/wp-content/uploads/2012/04/milan-fiorentina.png" alt="" width="315" height="422" /></a><p class="wp-caption-text">Grundformationen</p></div>
<p>Gegen die bekannte Raute Milans, bei der die offensiven Drei oftmals sehr freie Rollen ausüben dürfen, wählte Florenz´ Trainer Delio Rossi sein bevorzugtes 3-5-2-System, welches sich gegen die Milanisti allerdings hervorragend eignete. Nicht nur bei einer ersten einfachen und allgemeinen Betrachtung bietet das 3-5-2 den Vorteil, dass man gegen die beiden gegnerischen Stürmer eine sehr sinnvolle wie vorteilhafte Dreierkette – <a href="http://www.abseits.at/fusball-international/champions-league/angriff-ist-die-beste-verteidigung-wie-ein-durchschnittlicher-fc-barcelona-den-ac-milan-mit-offensivem-pressing-einschnurte/" target="_blank">wie es auch Barca unter der Woche demonstriert hatte</a> – aufbieten kann, auf den Außenbahnen nicht mit einer doppelten Besetzung nach hinten gedrängt wird sowie in diesem konkreten Fall Personal gegen Milans eher schwache Außenverteidiger vergeudet und im Mittelfeld mit drei Spielern kompakt bleibt.</p>
<p>Ebenso sinnvoll gestaltete sich die Ausführung des Systems in der Defensivarbeit. Man formierte sich relativ tief, überließ Milan den Ballbesitz und deren Innenverteidigern Zeit am Ball, woraus in Abwesenheit von Nesta und Thiago Silva aber weder Bonera noch Mexes viel machen konnten. Einer der beiden Stürmer deckte den Sechser Milans ab, während auch der andere die Wege ins Zentrum verdichtete. Dahinter wurden die Außenverteidiger relativ eng am Mann in direkten Duellen verteidigt.</p>
<p>Sehr interessant war, wie man mit den zentralen Mittelfeldspielern Milans verfuhr. Da diese meistens über ihre starke und erneut sehr dominante linke Seite – fast 45 % der Angriffe Milans kamen über links – spielten und aufbauten, ließ sich Muntari als tiefstehender Spielmacher immer wieder in den Raum fallen, den Zambrotta durch sein weites Aufrücken öffnete. Darauf reagierte die Fiorentina aber geschickt: Mit dem sehr dynamischen und athletischen Kharja hatte man einen Mann, der Muntari adäquat unter Druck zu setzen vermochte, während seine beiden Mittelfeldkollegen dahinter eine asymmetrische Übergangs-Doppelsechs bilden würden, die insbesondere Milans offensiven Mittelfeldmann Emanuelson vom Geschehen abschneiden sollte.</p>
<p>In manchen Situation wechselte man zudem auf ein 4-4-1-1, was durch relativ leichte Verschiebungen in der Formation möglich war: Pasqual ordnete sich zur Viererkettenbildung ein, während Lazzari etwas auf die linke Seite hinüberschob und de Silvestri von einem Wing-Back zu einem äußeren Mittelfeldspieler wurde. Auf diese Weise sollte auf den Außenbahnen eine situative und gelegentliche Doppelbesetzung entstehen, um insbesondere die immer wieder kehrenden Läufe von Ibrahimovic und Emanuelson in diesen Raum abzudecken und dort ein Überladen oder die Möglichkeit von entstehenden Freiräumen zu verhindern. Beim Verschieben auf die linke Seite mussten sich also nur drei Spieler leicht umpositionieren und man konnte sogleich für zusätzliche Stabilität sorgen, war aber weiterhin flexibel, wenn der Ball in anderen Spielfeldbereichen war.</p>
<p><strong>Milan führt zunächst, wird dann aber ausgekontert</strong></p>
<p>Wenn es defensive Probleme bei der Fiorentina gab, dann gab es dafür zwei Ursachen, welche die kleinen Schwächen in ihrer Hybrid-Formation darstellten. Zum einen hatte man ein wenig Probleme mit Maxi, da man nicht genau wusste, welcher Verteidiger ihn decken sollte (zumeist tat es dann Nastasic), und dieser sich gut bewegte und gelegentlich mit Ibrahimovic zusammenspielte, wenn jener sich einmal befreien und wie beim Gegentor flanken konnte. Zum anderen war man aufgrund der Asymmetrie der eigenen Formation im rechten Halbraum ein wenig unterbesetzt, was Nocerino zu einigen dynamischen Vorstößen und einer ziemlich offensiven Rolle nutzte, doch entscheidend nutzen konnte er dies nicht. Meistens versuchte man es daher mit Flanken (insgesamt 38), die bis auf die Elfmetersituation – herausgeholt wurde der Strafstoß von Maxi, verwandelt von Ibrahimovic (31.) – zwar einige Chancen nach demselben Muster, aber eben kein weiteres Tor einbrachten.</p>
<p>Trotz des Rückstandes ließen sich die Gäste allerdings nicht verunsichern und konnten unmittelbar nach Wiederbeginn durch Jovetic den Ausgleich markieren (47.). Dabei war dieser Treffer Sinnbild der Angriffsbemühungen der Violetten gegen eine generell zu passive Defensive Milans.</p>
<p>Immer wieder marschierten die Florentiner Wing-Backs de Silvestri und Pasqual mit nach vorne und entblößten die allein gelassenen oder aufgerückten Außenverteidiger Milans, wobei ihnen in diesem Duell half, dass sie im Gegensatz zu ihren Gegenübern eine Absicherung hinter sich wussten. In Zusammenarbeit mit den beiden Stürmern sowie dem vorbrechenden Kharja, die die Bälle geschickt auf die Außenbahnen verteilten oder weiterleiteten, entblößte man die Enge der Mailänder Formation sowie die Schwäche ihrer Außenverteidiger mit diesem energischen Vorpreschen. In einer Szene aus der ersten Halbzeit waren die beiden Wing-Backs die am höchsten postierten Spieler der kompletten Mannschaft, während alle drei Mittelfeldspieler für sie absicherten.</p>
<p>Beim Ausgleichstor war es dann ebenso ein Seitenwechsel auf de Silvestri, der alle Zeit hatte, um Jovetic durch die Schnittstelle anzuspielen – dieser ging auf und davon und entblößte dabei die enormen Schnelligkeitsdefizite von Mexes auf üble Weise. Auch beim zweiten Gegentor kurz vor Schluss sah die Milan-Innenverteidigung schlecht aus, als man die beiden Stürmer der Fiorentina im Strafraum kombinieren ließ (89.). Pikant, dass ausgerechnet der unter vielen italienischen Fans verlachte Amauri das Tor erzielte: Von Juventus, wo er komplett enttäuschte, ist er nun nach Florenz ausgeliehen – und ausgerechnet er macht das Tor, welches Juventus die Tabellenspitze wieder bringt, denn diese bezwangen am frühen Abend das heimstarke Palermo mit 2:0.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Dies ist das Ergebnis eines Spieltages und eines Spiels, in dem Milan alles andere als überzeugen konnte. Lange schien die Meisterschaft auf Juventus hinauszulaufen, noch vor zwei Wochen sprach vieles für Milan und nun scheint Juventus wieder die allerbesten Karten zu haben.</p>
<p>So sehr man die Leistung Milans kritisieren muss, so schwer hat es Trainer Allegri auch, denn er muss enorme Verletzungsprobleme bewältigen –Nesta, Thiago Silva, van Bommel und Boateng waren nicht die einzigen fehlenden Schlüsselspieler. Die Fiorentina setzte mit diesem Sieg ein Ausrufezeichen und ergatterte wichtige drei Zähler, wobei sie gegen den Tabellenführer aus taktischen Gründen gar eine bessere Chance auf Punkte hatten als gegen manches andere Team – sie mussten ihre Taktik gut spielen und das taten sie.</p>
<p></p> <p><a href="http://spielverlagerung.de/?flattrss_redirect&amp;id=8032&amp;md5=d8acd9552703cfe166c5e93ba110bc7c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://spielverlagerung.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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