Vom Showdown zum Trauerspiel

New_PSG3:0bayern

Gegen einen aufgedrehten, aber nicht übermächtigen Gegner müssen Ancelottis Bayern eine bittere Niederlage verdauen, die hoch ausfiel.

Nach dem Verlauf der zweiten Halbzeit muss man die Klarheit des Ergebnisses so zugestehen an PSG. Bis dahin waren die Bayern aber recht gut im Spiel und hatten auf den viel zu frühen wie einfachen Rückstand nicht so schlecht reagiert, kassierten dann den zweiten Treffer eigentlich in eine druckvolle und stabilere Phase hinein. Umgekehrt präsentierte sich der Gastgeber aus Paris keineswegs so stark, wie man es beim reinen Blick auf das Endresultat würde vermuten müssen: Sie erlaubten den Münchenern viele Aufrückräume, agierten in vielen Bereichen solide und stützten sich sehr auf die Qualität ihrer Sturmreihe im Umschalten. Besonders kritisch äußerte sich dazu Kollege TE mit dem harten, von der bildlichen Beschreibung her aber durchaus treffenden Terminus „Hit&Run-Fußball“.

Spontanität hier, Asymmetrie da, Kohärenz naja

Einer von den drei Mittelfeldspielern bei Paris – im Regelfall aber Verratti – rückte abwechselnd in horizontal nicht ganz sauber abgesicherte 4-4-2-hafte Staffelungen auf, insgesamt verhielt sich das Trio in seiner vielseitigen Ausrichtung recht spontan und improvisiert. Mannschaftstaktisch bot das Defensivspiel der Franzosen solide, aber keinesfalls herausragende Kompaktheit und eng agierende Flügelspieler, die sich bisweilen recht balanciert in ein 4-1-4-1/4-5-1 anschlossen, die Wege nach hinten aber nicht konsequent mitgehen mussten. Zwischendurch war es für PSG nötig, verschiedene gröbere, einfache Mannorientierungen aufzunehmen.

psg-bayern-2017Ein Feature des bayerischen 4-3-3 betraf die Rolle von Tolisso, der – nicht nur – im Pressing häufig den rechten Flügel von Müller herausschiebend übernahm. In solchen Momenten formten die Gäste also ein enges 4-4-1-1 gegen den Ball. Dabei hielt sich Tolisso prinzipiell tief und fokussierte sich auf den äußeren Halbraum, während Müller knapp vor dieser asymmetrischen Konstruktion über der Schnittstelle zu den beiden Sechsern lauerte und potentiell dort hätte in eine rechte Achterposition zurückfallen können.

Diese breite Tolisso-Einbindung dürfte eine Maßnahme gegen einen Neymar-Fokus bei PSG gewesen sein und entfaltete auch insoweit einen gewissen Effekt, dass der Rekord-Neuzugang bei ankurbelnden Aktionen nicht so einfach Anbindungen fand, viel alleine versuchen musste oder den Ball „nur“ ins Mittelfeld zurück laufen lassen konnte. Dass eine Ausnahme schon in der zweiten Minute das extreme 1:0 bedeutet hatte, trübte natürlich das Bild. In den folgenden 25 Minuten kamen die Hausherren aber zunächst einmal zu keinem weiteren Abschluss. Mbappé übrigens, der oft in eingerückter Position fast nur auf Dribblings, Konter und andere Tiefenläufe lauern sollte, spielte in diesem Zeitraum einen einzigen Pass.

(Zu?) breite 4-3-2-1-Muster

Allerdings präsentierten sich die Bayern in der Zugriffsfindung mit einigen – etwa von Vidal zu riskanten – unglücklichen Entscheidungen dazwischen. Bei der Gesamtkompaktheit und Kohärenz gab es gewisse Verbesserungen, die Horizontalabstände innerhalb des Mittelfelds blieben aber unsauber. Was beim hohen Zustellen gegen Abstöße sehr deutlich wurde, prägte das Münchener Pressing in dezenterer Form auch allgemein: Sie versuchten häufig mit drei engen Offensivspielern das sich zunächst dicht aneinander formierende Mittelfeld von PSG zu umkreisen, während die Achter weit nach außen agierten.

Rechts sicherte Tolisso in der asymmetrischen Systematik ohnehin häufig die Seite ab, links stand Vidal in Angriffspressingphasen teils Dani Alves sogar auf den Füßen. Auch andere Szenen prägte dieses breite 4-3-2-1-Muster, insgesamt zogen sich die Bayern daraus manchmal zu langsam, manchmal zu unvorsichtig wieder zurück. Beim zweiten Treffer spielte das eine Nebenrolle: Nachdem man in einer potentiell massiven Überzahl gegen Thiago Motta anfangs den Passweg auf den Außenverteidiger vergessen hatte, konnte später Tolisso neben den beiden herüber geschobenen Kollegen aus der breiten ballfernen Position haarscharf die horizontale Lücke nicht mehr schließen, aus der Cavani im Rückraum abschloss.

Ansonsten operierten die Hausherren häufig mit längeren Bällen, sowohl provokativ in die Spitze gespielt als auch in Form von Befreiungschlägen im Umschalten. Gegen hohes Pressing der Bayern versuchten sie weite Verlagerungen nach außen horizontal in die unterbesetzte Mitte abzulegen, von wo Tolisso und Vidal viel nach außen arbeiteten, während Thiago die erste Linie unterstützen sollte. Gegen die Rückzugsbewegung der Bayern war das zwar etwas riskant. Wenn die Bälle aber in die Reihen von Paris zurücksprangen, zogen sie danach über Verratti und Thiago Motta einige ansehnliche Ballstafetten auf. Beide versuchten sich eng aneinander zu formieren, um Gegner anzulocken und Verlagerungen auf die eigenen Außenverteidiger zu öffnen.

Konstruktiver Rechtsfokus, problematische Mittelfeldstruktur

Auch für die Bayern waren diese Akteure wichtig: Sie starteten mit einem sinnvollen Fokus auf die rechte Seite gegen den Flügel von Neymar, der sich zumindest nicht durchgehend mit an der Rückwärtsarbeit beteiligen musste. Das gab entsprechend viel Raum für Kimmich, um Angriffe einzuleiten und anzukurbeln. Dieser wurde auch häufig gesucht, in der Regel dabei durch den typischerweise tief in den Halbraum abkippenden und von dort eröffnenden Tolisso abgesichert, wenngleich der Franzose im Zuge des allgemeinen Mittelfeldherumdriftens zwischenzeitlich längere Zeit irgendwo halblinks auftauchte.

Da Müller stets zwischen den Linien herum schlich, wollte Rabiot nicht ganz so weit nach außen schieben, aus der Abwehr rückte Kurzawa etwas früher und weiter heraus. Kimmich nutzte seine Freiheiten für einige gute spielerische Aktionen, ein forciertes Muster waren beispielsweise die gut gewählten Diagonalläufe Müllers aus dem Halbraum in den Rücken des gegnerischen Linksverteidigers für gelupfte Tiefenpässe. Nach links wich Lewandowski immer wieder aus. Vereinzelt suchten die Bayern auch noch konsequenter überladende Ballungen der gesamten Sturmreihe im rechten Halbraum.

Über die vom tief bleibenden – und hier eher linksseitigen – Mittelfeld gestreckten Reihen hinweg konnte man halblange Chip-Bälle dorthin spielen. Insgesamt aber fanden die Münchener im Zentrum nicht so wirklich zu sich: Mit Thiago auf der Sechs hätte eigentlich Vidal die verbindende Rolle nach vorne einnehmen müssen, darin ist er nun aber nicht so gut aufgehoben – trotz manch ambitionierter Zwischenraumpositionierung. Der Chilene ließ sich teils sehr tief und zu ballfordernd redundant oder raumblockend neben seine Kollegen fallen, lief dann wiederum für James ausweichend am linken Flügel.

So gelang es den Bayern auch nicht entscheidend, in den linken Halbraum hinter das Herausrücken Verrattis zu kommen. Manchmal sicherte PSG das eher großräumig und unsauber ab. Zwar brachten die Bayern das Leder ganz gut auf die Flügel, sie wählten aus dem Mittelfeld heraus aber immer wieder seltsame Entscheidungen und wirkten unkoordiniert. Von der breiten Tolisso-Position gingen zwar einzelne gute Einleitungspässe aus, zum Ankerpunkt einer systematisch breitflächigen Zirkulation ließ sie sich aber auch nicht machen, da genau in jenen Raum das Herumschleichen Neymars den Münchener Achter beschäftigte. Viele Aktionen aus dem Zentrum heraus blieben daher individualisiert und Stückwerk.

PSG wird balancierter und stärker

Trotzdem: Zur Mitte der ersten Halbzeit waren die Bayern also eigentlich ganz gut im Spiel und hatten aus diesem Übergewicht – auch wenn sie der Pariser Abwehr kaum mal einen ganz klaren Abschluss abringen konnten – die eine oder andere Szene Richtung Tor. Die letzten etwa 15-20 Minuten vor dem Seitenwechsel ließen sich dann aber als eigenständige Phase recht klar abtrennen: Nun gab es doch wieder einige Veränderungen in der Partie – insgesamt zugunsten PSGs.

Zum einen gestaltete sich die Organisation im Mittelfeld nun so, dass Rabiot von der linken Achterposition deutlich zurückhaltender agierte und etwas breiter in Richtung Flügel tendierte. Dies hatte sich bereits einige Minuten zuvor abgezeichnet. So brachten die Gastgeber mehr Präsenz in Richtung der Außenbahn zu Kimmich, vor allem aber formierte sich Rabiot noch fokussierter vor dem bevorzugten Halbraum von Müller und dessen Anbindungen – ein Hindernis für bayerische Dynamikaufnahmen.

Zum anderen zogen sich die Pariser überhaupt weiter zurück und verteidigten – gerade mit dem hinteren Block samt Mittelfeld davor – schlichtweg tiefer. Entsprechend standen sie vor dem Zwischenlinienraum somit dichter und konnten die Abwehrlinie besser unterstützen, ohne dass sich das nun als radikaler Komplettwandel dargestellt hätte. Gerade in den Flügelzonen gestattete PSG weiterhin viel Aufrückraum, durch den sich die Münchener im Großen und Ganzen auch recht regelmäßig in die Angriffszonen vorarbeiten konnten.

Überfrühte Aktionen vom Flügel

In seiner Umsetzung wurde das in dieser Phase aber nun zum Problem: Die Bayern spielten solche Gelegenheiten zu hektisch und direkt aus. Nach Raumgewinn über die Flügel brachten sie kaum mal mehr Ruhe ins Spiel. Stattdessen überliefen sie mit dem schnellen Aufrücken das eigene Mittelfeld, so dass horizontal eröffnende Querpässe – als eigentlich vielversprechende Lösung – auch schwieriger wurden. Da man die Achter hinter dem Ball noch nicht bzw. nicht mehr wirklich so einbinden konnte, gab es für die Offensivspieler weniger Möglichkeiten.

Diese versuchten sich dann eher zum Ball hin freizulaufen, kamen aber oft etwas zu eng entgegen und zogen dadurch (zonal mannorientierte) Gegenspieler lokal in den enger werdenden Flügelraum. Aufgrund des tiefen Mittelfelds waren sich öffnende Lücken umgekehrt aber kaum zu bespielen. Dass Verratti halbrechts nun in schräger Anordnung höher agierte als Rabiot, versuchte Lewandowski zunehmend durch ballforderndes Zurückfallen in den James-Halbraum zu bespielen, zog sich dadurch aber zu sehr selbst aus den gefährlichen Abschlussräumen für die diesmal so besonders zahlreichen Flanken (statistisch übrigens 53).

Näherten sich die Münchener nach dem Aufrücken dem Strafraum an, schienen sie viele Angriffe unbedingt abschließen zu wollen – und taten das mit überfrühten Hereingaben. Sie wählten schnell die attackierende Risikoaktion, noch bevor man sich mannschaftlich hatte endgültig ordnen können. Warum man gerade gegen die starke Endverteidigung um Thiago Silva so viele frühe, aggressive Hereingaben erzwang und nur so selten noch einmal ruhig und kontrolliert den Rückraum ausspielte oder zumindest dorthin zurücklegte, blieb – später noch mehr – etwas fragwürdig.

Wie ein Lauf ins Verderben

Dadurch verloren die Münchener aber immer mehr Bälle und spielten mit dieser zu vertikalen Schlagzahl dem Konterspiel der Hausherren in die Hände. Neben Neymar zockte bei PSG nun häufiger auch Mbappé auf der anderen Seite bzw. zentral, während die Außenverteidiger der Münchener weit aufrückten. Das Gegenpressing an sich war dabei gar nicht so schlecht: Thiago konnte als zentraler Akteur punktuell mit nachrücken, Vidal  halblinks weiträumig attackieren, Tolisso ausbalancieren. Die Absicherung in der Reihe dahinter gegen die PSG-Stürmer selbst erfolgte aber teils recht individuell und mannorientiert. Ein nicht unwichtiger Faktor war mit zunehmender Dauer auch einfach die Quantität gegnerischer Klärungen.

Der bei Ancelottis Mannschaft sich ausbreitende Fokus auf Flügelspiel und frühe Hereingaben sollte dann auch das Motiv der zweiten Halbzeit werden bzw. bleiben. Im Grunde genommen folgte die Begegnung nach dem Seitenwechsel – bis auf die allerletzten vielleicht zehn Minuten – derselben Geschichte: Die Gäste griffen fast nur noch – ohne besonderes Fortune – über die Außenbahnen und recht einfache Pärchenbildungen an, PSG konnte das nun über eine etwas breitere 4-3-Staffelung mit jeweils am Flügel doppelndem ballnahem Halbspieler abschwächen und konterte in regelmäßigen Abständen über die drei Stürmer und deren Tempo.

Hinter dem ballnahen Außenverteidiger konzentrierte sich bei PSG die restliche Abwehrreihe konsequent auf die Strafraumsicherung, vor der entstehenden Schnittstelle schob dann zumeist Thiago Motta balanciert weit genug mit herüber, während der andere Achter in etwa das Zentrum hielt. So hatte man mit wenig Aufwand eine solide, passgenaue Anordnung ohne durchgehend doppelte Flügelbesetzung zu benötigen. Bei den Bayern zeigte sich in der Offensivbeteiligung des Mittelfelds ein 4-3-3-Dilemma der Vorsaison, grob gesagt: Entweder blieben die dortigen Akteure zu tief hinter dem Ball oder es gab Vorstöße, die zu weit in die Spitze durchliefen.

Fazit

Es war nun, vor allem aus Bayern-Sicht, eine einigermaßen ernüchternde Partie. (Kurz zu PSG: Das Team von Unai Emery spielten nicht brillant, insgesamt fast etwas bieder, aber auf solidem Niveau. Sie waren strategisch sehr klar eingestellt, agierten im Mittelfeld trotz Unsauberkeiten mit gewachsener Abstimmung und nutzten das für gelegentliche Ballpassagen, wurden später auch kompakter.) Sicherlich hatte sich Carlo Ancelotti einige Überlegungen zurechtgelegt, vor allem gegen die linke Neymar-Seite: schnelle Einbindung von Kimmich, Diagonalläufe, einzelne fokussierte Ballungen, dazu die breite Tolisso-Rolle gegen den Ball, wenngleich diese etwas zu lasch umgesetzt wurde. Damit ist man dann aber auch schon schnell bei den Problemen: Vor allem die Konterabsicherung und die Rollenorganisation im Mittelfeld zeigten sich als größere Schwachpunkte, da insgesamt zu undefiniert. Auch bis zum 2:0 kann man das aber in Schutz nehmen. Ab etwa der 30. Minute wurde es von den Münchenern nach ordentlichem Start ein ziemlich schwacher Auftritt, denn ab diesem Zeitpunkt fingen sie an, fast nur noch blauäugig über die Flügel anzugreifen – überfrüht und krampfhaft. Statt verschiedenen Vorbereitungswegen der Hereingaben etwa über ausweichende Bewegungen kam es nun immer mehr zum Flankenhagel nach einfachen Vorwärtsläufen und klassischen Pärchenbildungen. Spätestens in der zweiten Halbzeit öffnete das dem gegnerischen Umschaltspiel über die drei Stürmer quasi Tür und Tor.

Schorsch 4. Oktober 2017 um 23:49

Jupp ante portas? Da hauts di nieder, sollte aus Flachs, Spinnerei und Wunsch tatsächlich Wirklichkeit werden? 🙂

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Jonny 4. Oktober 2017 um 23:57

Ich finde es sehr schade, dass man Tuchel nicht geholt hat.
Mir kommt es so vor, als würden die Bayern die Augen davor verschließen wollen, dass man den ganzen Kader, der jahrelang für den FC Bayern und dessen Erfolge (Triple) gestanden hat, ausmisten muss und verdiente Spieler wie Ribery und Robben wegschicken muss. Man könnte meinen die oben denken jetzt, dass der alte Tripletrainer mit dem Großteil der Triplemannschaft wieder maximale Erfolge einfährt, was definitiv nicht der Fall sein wird.

Vielleicht ist auch Nagelsmann ab nächster Saison geplant, der dann den Umbruch durchziehen soll. Aber ob der das wirklich gut macht, weiß man auch noch nicht. Bis dahin hat er grade mal 2 und ein bisschen Profisaisons hinter sich. Und was, wenn Heynckes erfolgreicher ist als erwartet und z.B. Meisterschaft souverän einfährt, CL immerhin bis ins VF oder so gelangt und den DFB-Pokal gewinnt? Wird der Umbruch dann wieder verschoben bis es dann wirklich komplett kracht und man bis dahin für gute Spieler 200 Mio++ zahlen muss, die die Bayern mit 100%iger Sicherheit nicht ausgeben werden?
Für mich alles in allem eine vergebene Chance. Ich war so froh, dass Ancelotti zu einem Zeitpunkt entlassen wird, an dem Thomas Tuchel grade keinen Verein trainiert und dann sowas. Sehr schade. Wurde erneut enttäuscht!

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Daniel 5. Oktober 2017 um 00:59

Dann wünsche ich Don Jupp jetzt mal alles Gute. Ich hoffe, dass er damit kein fulminantes Eigentor geschossen hat.

Auch wenn ich Heynckes für einen guten Trainer halte und er vielleicht auch in den nächsten Monaten einen guten Job machen wird, ist seine Installation geradezu ein Synonym dafür, was an der Säbener Straße derzeit alles schief läuft: entscheidend sind Folklore und Zugehörigkeit zur ‚Familie‘, echte Qualifikation ist absolut nachrangig. Der FCB beschreitet mit Volldampf den Weg, den Werder Bremen seit Jahren geht. Traurig.

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CHR4 5. Oktober 2017 um 01:53

1. warten wir doch erstmal die offizielle Bestätigung ab, bevor wir jetzt jubelnd oder weinend den tag beginnen …
2. sollte es wirklich so kommen, ist dies evt. eine Lösung bis zum Sommer, um mit Ribery und Robben bis dahin harmonischer durchzukommen, würde auch TT begrüßen, aber für mich stellt er bei der Aufstellung rein funktional auf und dann hätte man evt. wieder das gleiche Problem wie in/nach Paris
vll. ist TT auch ab Sommer geplant und der Kader wird dann etwas stärker umgebaut – das wäre langfristig evt. besser, als jetzt ein Risiko für das Standing des Trainers zu gehen – Nagelsmann würde ich mir nach TT wünschen – hat für mich noch Zeit
3. sehe nicht wirklich, warum das für Jupp ein Eigentor werden sollte – warum? – weil ich nicht glaube, dass er Trainer geworden ist, weil es ihm um den Ruf geht, den er am Ende der Karriere hat, sondern weil er diesen Sport liebt – und was nützten dir letzten Endes deine Meriten aus der Vergangenheit? – auch Ruhm ist vergänglich (und der erste, der mit dem FCB das Triple geholt hat, wird er ja trotzdem immer bleiben …) – Taschengeld gibt es noch obendrauf und um seine nächste Trainerstation oder Karriereende muss er sich auch keine Sorgen machen 😉 – wenn er es macht, dann sicher nicht nur um zu helfen, sondern weil er es selbst möchte und es für ihn Sinn macht – Titel sind gut als Ansporn und Entscheidungshilfe für die Gegenwart, auf vergangenen Titeln und Rekorden sollte man sich nicht ausruhen, es zählt immer nur das hier und jetzt – der Blick zurück ist nur nützlich, um daraus zu lernen

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savona 5. Oktober 2017 um 09:58

Grundsätzlich alles richtig. Allerdings gibt es im Sport eine Vielzahl von Comebacks nach einem Karriereende, die besser unterblieben wären. Es fiel ja auf, dass Lahms konsequente Art, mit dem Thema umzugehen, durchaus überraschte und schnell auch der Wunsch zu hören war, er möge z.B. seinen Rücktritt aus der N11 doch bitte revidieren. Seine Weigerung, sich von vornherein allen nostalgischen Anwandlungen zu widersetzen, wirkte auf viele befremdend und auch egoistisch. Schön anzusehen aber waren die Comebacks von beispielsweise Rehhagel, Schumacher, Matthäus, Ribbeck, Lippi und vielen anderen jedenfalls nicht.

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savona 5. Oktober 2017 um 10:12

Lahm hat sich natürlich geweigert, nostalgischen Anwandlungen nachzugeben. Man sollte den Kram immer nochmal durchlesen.

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CHR4 5. Oktober 2017 um 12:01

ob, das für den Fan schön anzusehen ist, war ja nicht das Thema – sondern wie es für die betroffene Person selbst ist – und Spieler- und Trainer-Comebacks würde ich auch unterschiedlich sehen

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savona 5. Oktober 2017 um 12:25

Ja, so habe ich es auch nicht gemeint. Trainercomebacks vom Kaliber Marcello Lippi sind geeignet, beim Betrachter Mitleid zu erzeugen, denn die Symptome von Überforderung, teilweise auch Hilflosigkeit stehen in schmerzhaftem Kontrast zur früheren Souveränität, und man muss denjenigen nicht näher kennen, um zu wissen, dass sich das für ihn nicht gut anfühlen kann.

Aber vielleicht kriegt Heynckes das ja trotz der jahrelangen Auszeit und des nicht mehr jugendlichen Alters gut geregelt. Zu gönnen wäre es ihm, soweit er es denn wirklich werden sollte.


Gh 30. September 2017 um 20:20

vom showdown zum trauerspiel zum schmierentheater, man muss den bayern zu gute halten dass sie alle genres bedienen können, so etwa wie jackie chan. #hoenessforkungfupanda

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Gh 29. September 2017 um 21:52

brazzo glaubt trotz der drei punkte rückstand noch daran, dass die bayern ein wörtchen um die meisterschaft mitreden könnten. seinen optimismus hätt ich gern. das setzt die latte für willy oder den der da sonst kommt enorm hoch. #injuppwetrust

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bp1989 29. September 2017 um 10:52

Meiner Einschätzung nach wurde mit der Entlassung von CA ein strategischer Fehler korrigiert.
Ancelotti als Nachfolger für Pep zu installieren, kann man durchaus nachvollziehen, muss jetztlich jedoch als grober strategischer Fehler gewertet werden.
Nachvollziehbar dadurch , weil nach Pep anscheinend ein Trainer gesucht wurde, welcher etwas weniger taktikverrückt (im positiven Sinn) sein und wieder eine etwas menschlichere Note an die Säbener Straße bringen sollte. Gleichzeitig dürfte im Anforderungsprofil eine prestigeträchtige Trophäensammlung als Grundvoraussetzung gewesen sein, um das Image als Weltmarke weiter aufpolieren zu können. Diese Anforderung konnte CA erfüllen und mit seiner natürlichen Autorität schien er der perfekte Mann für den Posten des Coachs zu sein.
In der Analyse wurde jedoch der große Fehler gemacht, die Arbeit von Pep falsch eingeschätzt und seinen Anteil am Erfolg als zu gering bewertet zu haben. Man ist davon ausgegangen, dass die Dominanz der Mannschaft unabhängig vom Trainer erhalten bleibt und mit etwas Fokus auch noch das Umschaltspiel verbessert werden könnte. Man hat jedoch darauf vergessen, dass die Mannschaft vor einem Umbruch steht und CA seine größten Erfolg mit fertigen, “älteren“ Spieler eingefahren hat.
Leider bleibt somit festzustellen, dass vorige Saison die Chance verpasst wurde, einen Umbruch mit Götze (nicht die Schuld von CA), Sanches, Coman, Kimmich oder auch Costa einzuleiten. Hätte man diese Spieler schon vorige Saison schrittweise eingebaut, würden wahrscheinlich die gleichen Erfolge (Meister, Pokal-HF und CL-VF) auf der Habenseite stehen und man zum jetzigem Zeitpunkt über ein deutlich jüngeres und vielleicht auch besseres Mannschaftsgefüge verfügen.
Natürlich hat man im Nachhinein leicht reden, aber der nächste Schuss (Trainer) muss sitzen und dafür müssen die Bosse auch bereit sein, Macht abzugeben und wieder einen für sie unangenehmeren Trainer (TT?)zu installieren. Ansonsten könnte Bayern in den nächsten Jahren tatsächlich den Anschluss an die europäische Elite verlieren.

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sofalaie 29. September 2017 um 10:38

Wie bewertet man denn Bayerns Formation im Zustellen/Angriffspressing am besten? Oft war es dann ja eine Art 4-2-4 mit präsenter erster Linie, dahinter Tolisso breit und ein übriger 6er, der im Zentrum oder links absichert. 4 Leute relativ ungestaffelt ganz vorne klingt erst mal nicht besonders effizient. Andererseits schnürt diese Anordnung PSGs tiefe Aufbaupräsenz und die Außen schon ganz gut ein. Gute Grundidee aber in der Umsetzung oder in den taktischen Details zu schwach?

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Kompottclown 29. September 2017 um 17:30

Der letzte Satz trifft es sehr gut, aber man muss genauer sein: die Ausführung war schlampig, unkoordiniert und absolut nicht abgestimmt. Veratti und rabiot haben letzte Saison gegen barca schon gezeigt, dass sie ein derartiges Alibi-pressing ohne klare Raumaufteilung, ohne Abstimmung der pressenden Spieler, ohne eine weitere nachrückende oder einrückende Linie mit einfachen kurzpässen oder geschickten Drehungen sehr einfach aushebeln können. Und das haben sie gegen die Bayern wieder getan. Selbst PSGs Außenverteidifer konnten diesen Situationen einfach durch Rückpässe oder prallen lassen entkommen, da die Bayern sehr schlecht gestaffelt waren. Hat für mich so gewirkt, als ob die 4 vorne Bock hatten und sich an Pep erinnern konnten, aber das seit Monaten nicht richtig trainiert haben. Und die restliche Mannschaft hat es schon wieder vergessen

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Martin 29. September 2017 um 09:16

Eine Frage an alle.
Diese Ausführung sind schön und gut aber bin ich der einzige dem bei den Spiel von Bayern und auch den anderen deutschen Mannschaften ein grösseres Problem statt Taktik und Spielermaterial aufgefallen ist und zwar:

Präsenz und Kommunikation
Bei PSG kontrollierten die Spieler konstant wo sie sind im System im Verhältnis zum Gegenspielern und dem Ball. Bei den Bayern war es Pass/Neuorientieren etc.

Die Tore entstanden aus Unsauberkeiten die auch durch Unaufmerksamkeiten entstanden.

In Bezug auf die Taktik kommt es auch auf die Ausführung drauf an und ich hatte das Gefühl dass Bayern dort weniger fokussiert war. Was dann auch zu Fehlern führte. Die dann von PSG auch genutzt werden konnte.

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Kompottclown 29. September 2017 um 17:42

#positionsspiel und ein Plan haben, offensiv wie defensiv. Wissen, wo ich und meine Mitspieler sich je nach spielsituation einzuordnen haben. Und dabei das richtige Maß an Risiko gehen. Wie weit gehen, um erfolgsstabil anzugreifen und zu verteidigen, ohne das Risiko zu groß werden zu lassen. Ich denke, CA hat da wesentlich mehr Reife von seinen Spielern erwartet.

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HW 30. September 2017 um 07:03

Was hat das mit Reife zu tun? Man muss sowas auch regelmäßig trainieren um es nicht durch langes Nachdenken, sondern durch automatischen Handeln durchzuführen.

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CHR4 1. Oktober 2017 um 04:23

eben! – und in dieser „Vorbe(China)Reisungsperiode“ war nix mit Automatismen eintrainieren …

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HW 1. Oktober 2017 um 14:27

Und hat mit Reife zu tun?

Die Bayern waren aber nicht als einziges irgendwo in Übersee. Alleine an der Vorbereitung, bzw. am Ort und den Reisen selbiger, kann es doch nicht gelegen haben.

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CHR4 1. Oktober 2017 um 15:00

hab dir doch zugestimmt … (war vll. bei der Formulierung, nicht mehr ganz wach …)

es war nicht EIN Ort, sondern viele – viele Spiele, viel Umherreisen
Automatismen, brauchen zum Abspeichern hohe Wiederholungszahlen – ich glaube bei der diesjährigen Vorbereitungsplanung, die mehr das Marketing als sportliche priorisiert hat, hätte jeder Trainer „gekotzt“
ich würde auch nicht von fehlender Reife sprechen, eher von fehlenden Anführern auf dem Platz – ist halt rein von der Autorität und Organisation schon ein Unterschied, ob da Neuer im Tor und Hummels davor, die Abwehr organisieren

Der Knackpunkt lag wohl größtenteils auch außerhalb des Platzes, da bleiben bei mir viele Fragen bzgl. der Aufstellung und was da alles vorher abgelaufen ist …


Ricson 29. September 2017 um 01:19

Milan vs ManU 2007. Gleiches System wie im Bayern Spiel. Dort haben es die Spieler perfekt ausgeführt. Manchester war ebenfalls im 4-3-3 und mit ähnlichen Schwächen wie PSG. Ambrosini-Pirlo und den nach rechts orientierten 6er Gattuso, haben die Asymmetrische Defensive perfekt gespielt. Ich bin davon überzeugt, dass Ancelotti das seine Spieler vermitteln wollte, was die jedoch nicht verstanden haben. James spielte die Rolle des Kreativen Clarence Seedorf. Auf den linken Flügel zurück ziehen und dann kreativer in der gegnerischen Hälfte. Müller mehr im HROM in der Rolle von Kaka, hinter den Spitzen als Schlüssel Spieler. Ihm fehlt es an Kreativität und Balltechnik. Für Paris zu überschaubar. Ich habe Ancelottis Idee sofort erkannt, weil er gerne erfolgreiche Systeme und Taktiken öfter für bestimmte Formationen wie 4-3-3 benutzte. Ich bitte die Spielverlagerer das Spiel von Milan vs ManU im Halbfinale von 2007 zu gucken. Da ist die Taktik mit erfolgreicher Ausführung von Weltklasse Strategen im Mittelfeld. Denke das war die fehlende Balance die er am Ende des Spiels bemängelt hat.

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Ricson 29. September 2017 um 01:06

Wer Ancelotti gut kennt würde sein System und Taktik gut erkennen. Ich denke da gab es in der Öffentlichkeit viele Irrtümer nach dem Spiel. Um die Beschreibung seiner Taktik in dieser Analyse noch präziser zu beschreiben, reicht der Stichwort AC Milan ’07. Wer sein Champions League Sieger Team von 2007 kennt, sieht die Idee und weshalb James und Müller, anstatt Robben und Ribéry. Im Mittelfeld gab es gestern ein Tannenbaum System mit Vidal, Thiago und Tolisso. Die Defensivarbeit war Asymmetrisch. Ob Tolisso wegen Neymar mehr rechts verteidigte, würde ich hier offen lassen. Ich vermute ehr eine generelle Positionsbestimmung für sein Defensivverhalten. Wie in der Zeit von AC Milan von Gennaro Gatusso, der ebenfalls diese Position bespielte, jedoch mit mehr Einsatz! Thiago sollte das Motor im Mittelfeld sein. Wie Pirlo. Die Balance zwischen Abwehr und Mittelfeld herstellen und das Spiel nach vorne geschickt steuern. Ist ihm misslungen. Vidal ist die Unterstützung auf Halblinke wie damals Massimo Ambrosini. Weiter in die Zentrale gezogen in der Defensivearbeit, was es bei den dreien einfacher macht eine die rechte Seite von Neymar und Kurzawa schneller durch Verschieben zu überlagern. James zog dafür in den linken Flügel zurück. Wir kennen das aus der Zeit bei Milan von Clarence Seedorf. Es fehlte hier an Spielintelligenz, über den Tellerrand zu schauen und PSG’s Mittelfeld durch kluge Pässe zu überspielen. Die halbräume zwischen IV, AV und RZM/LZM sind sehr verwundbar bei PSG. Müller und James sollten ihre Stärken zwischen die Räume nutzen. Hat nicht geklappt wie mit den Rossoneris. Es war nicht wirklich nötig die Aussenbahnen nochmal mit Flügelspieler zu besetzen, wenn die Schwächen bei PSG so offensichtlich sind. Die Spieler haben seine Message nicht verstanden. Falls ihr an meine Analyse zweifelt, schaut euch das Halbfinale Milan vs ManU von 2007. Und ihr werdet sehen wie seine Vision perfekt umgesetzt wird. Hier spielen Manchester ebenfalls mit einen 4-3-3 mit ähnlichen Schwächen wie PSG. Da waren halt Weltklasse Strategen auf dem Platz, die Ancelotti’s Ideen hervorragend umgesetzt haben.

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HW 28. September 2017 um 21:56

Klassisches Drive-By-Shooting von PSG.

Das 1:0 ist ein klassischer Dani Alves. Gab’s so auch schon bei Barca oder Brasilien. Den Gegner auf die linke Seite ziehen und dann schnell auf die andere Seite, am besten sogar in den Strafraum verlagern. Im Rücken der Abwehr ist dann Alves am Zug.

Auch beim 2:0 hat er seine Füße im Spiel. Wenn man Alves nicht unter Kontrolle bekommt, wird es einfach ganz schwer. Aber dafür muss man auch den Raum, den Alves hinter sich offen lässt angreifen. Dafür war Bayern zu behäbig. Unter Guardiola bedeutet Ballbesitzfußball, dass die Spieler wenn sie einen Pass bekommen schon wissen wie es weiter geht. Gestern war es immer ein Suchen nach dem nächsten Schritt. Für PSG dann einfach sich fallen zu lassen und auf Konter zu warten. Nach dem frühen 1:0 natürlich die passende Strategie.

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Isabella 28. September 2017 um 22:12

Naja, das ist die Forderung La Masias. Geht jetzt nicht direkt auf Guardiola zurück. Kann mir aber durchaus vorstellen, dass Ancelotti keine Lust mehr hatte, seinen Spielern einen Plan mitzugeben, wenn man die Aussagen der Verantwortlichen so interpretieren möchte, dass einige Spieler aktiv gegen ihn gearbeitet haben und er angeblich nur noch die Aufstellung durch einen Zettel an der Wand verkündet hat. Hoffe natürlich nicht, dass das der Fall war, denn dann wäre die Situation des Vereins ja noch prekärer als angenommen. Ich bin jetzt echt gespannt, was ein neuer Trainer aus der Mannschaft herausholen kann, es scheint ja doch einiges nicht zu stimmen.

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tobit 28. September 2017 um 22:42

Das sah gestern in der Halbzeit auch schon arg komisch aus. Da diskutierten Vidal, Coman und Co auf dem Platz (sah so aus, als würden sie gerade selbst eine Taktik entwerfen) während PSG noch in der Kabine saß. Von daher wirkt diese Zettel-Geschichte nichtmal besonders unglaubwürdig, auch wenn sie im Nachhinein sicher dementiert werden wird. Hoeneß hat ja am Abend schon bestätigt, dass Ancelotti in den letzten paar Tagen 5 Leistungsträger gegen sich aufgebracht hat. Wenn man sich dann mal die Aufstellung (oder besser die Bank/Tribüne) ansieht, könnte man spekulieren, wer das gewesen ist.

Dani Alves ist halt immer noch der wahrscheinlich durchschlagskräftigste und kreativste RV unserer Zeit. Einerseits musst du versuchen in seinen Rücken zu kommen (z.B. mit einem dynamischen Flügelstürmer wie Coman), andererseits musst du defensiv mit mindestens drei Mann (Alaba – und wer kam dem zu Hilfe? Keiner) die Seite zumachen können, sonst wird man ihn und seinen Vordermann nicht kontrollieren können – wenn dann Neymar auf dem anderen Flügel und Verratti in der Mitte parat stehen, wirds halt eklig, weil du nur elf Mann hast.

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Bernhard Marchwicki 2. Oktober 2017 um 07:50

Vergiss Walker von Man City nit.

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tobit 2. Oktober 2017 um 11:43

Den habe ich kaum gesehen. Durchschlagskraft und Tempo hat er auf jeden Fall – aber ist der auch so kreativ wie Dani?

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HW 28. September 2017 um 23:17

Hat jemand Guardiola erwähnt? Oder La Masia? Da sind Alves oder Neymar eh nie zur Ausbildung gewesen.

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HW 28. September 2017 um 23:25

Oh, sorry habe ich tatsächlich. Dachte LaMassia bezog sich auf Dani Alves.

Aber grundsätzlich haben die Bayern unter Guardiola besser mit dem Ball agiert und das ist wieder weg. Das liegt auch am Gegner. Aber eben ganz allgemein auch daran, dass die Mannschaft nicht weiter in die Richtung schnelles Kombinationsspiel im Spielaufbau entwickelt wurde. Man kann Barca-Style nicht mit einem einzigen Spieler (Thiago) spielen. Mann braucht schon elf die das können. Und mit verlaub, Vidal und Co. passen da nicht ins Bild. (Keine Schuld von Anchelotti.)
Ist auch okay. Nur braucht es dann die passende Strategie um erfolgreich zu sein. Irgendeine Taktik brauchen die Spieler ja.

Vielleicht war das Verhältnis zum Trainer schon kaputt. Trotzdem muss es eine Spielvorbereitung und Gegneranalyse geben. Oder zumindest Abläufe im Spielaufbau die mehr als Tempoverschleppung bewirken. Und wenn im Spiel etwas nicht klappt (wie zu leichte Gegentore auswärts), dann muss es notfalls drastische Anpassungen zur Schadensbegrenzung geben (okay, die haben bei Guardiola auch nicht immer funktioniert).
Wenn nicht, dann muss alleine dafür der Trainer gehen. Unabhängig von den Launen der Spieler.

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nougat 29. September 2017 um 08:19

Beim Einlaufen zu Spielbeginn habe ich dem Müller ins Gesicht gesehen. Ich erblickte Abgründe. Da wusste ich, wie das Spiel ausgehen würde. Es war schlimm, was Ancelotti da verzapft hat. Ich habe die Bayern nicht wiedererkannt. Flanken, Flanken, Flanken… Ecken, Ecken, Ecken… Wie wollte Ancelotti in die Box kommen ? Ach, das macht der Dribbelkönig Müller. Aber ja doch… PSG ist bestenfalls eine gute internationale Mannschaft. Solide, aber keine Übermannschaft. Unter Gardiola wäre es ein richtig gutes Spiel gewesen, weil die Bayern hätten zeigen können, wie sie die Box bespielen. So war es einfach nur zum Haareraufen.

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fluxkompensator 29. September 2017 um 10:19

ja, ich habe auch zu spielbeginn in die gesichter gesehen…keiner hat die champions-league-hymne mitgesungen – da wusste ich, wie das spiel ausgehen würde.


Daniel 28. September 2017 um 18:01

Nun ist Ancelotti also Geschichte. Letztendlich war er ein Missverständnis, er hat die Leistungen der Guardiola-Ära nicht konservieren, geschweige denn steigern können. Unter ihm war der FCB zu oft planlos, wirkte nicht abgestimmt, die Spieler waren teilweise selbst von dem überrascht, was die Mannschaft um sie herum so tat. So gesehen ist die Entlassung ein konsequenter, richtiger Schritt…doch es gibt ein Aber.

Die Personalpolitik des Vereins abseits von Ancelotti ist in den letzten Jahren undurchsichtig und nicht dazu geeignet, weiterhin in der europäischen Spitze zu bleiben. Im Laufe der letzten 14 Monate haben mit Sammer, Clement und Reschke drei wichtige Experten den Verein verlassen. Jede dieser Personen mag ihre guten Gründe für den Weggang gehabt haben, doch die Häufung wirft ein fragwürdiges Licht auf den Verein. Alle drei wurden zunächst nicht ersetzt und hinterließen Löcher in der Führungsarbeit des FCB, ehe dann diesen Sommer doch Nachfolger für zwei der drei präsentiert wurden-Salihamidzic und Sagnol, zwei populäre Ex-Spieler mit (nahezu) keiner Erfahrung in ihren jetzigen Positionen. Ein Sprichwort sagt: „Starke Leute umgeben sich mit starken Leuten, schwache mit schwachen“. UH und KHR sind inzwischen eher letzteres. Der ungeklärte Machtkampf dieser beiden schwelt hinter den Kulissen und lähmt den Verein. Er ist für vieles verantwortlich, was ich in diesem Kommentar beschreibe.
Und die dubiose Personalplanung geht bei der Mannschaft weiter: Wo sind in den letzten Jahren Lücken in der Mannschaft des FCB entstanden? Vor allem im Kreativbereich, wo mit Kroos, Schweinsteiger, Götze, Alonso und Lahm verschiedene starke Kombinationsspieler den Verein verließen, und im Offensivbereich, wo das bevorstehende Karriereende von Robbéry wie ein Damoklesschwert über dem Verein schwebt. Doch wie wurde in den letzten Jahren investiert? Primär in drei athletische, laufstarke Box-to-Box-Spieler (Vidal, Sanches, Tolisso), die den Verein in Summe über 100 Mio allein an Ablöse kosteten und sich gegenseitig ausschließen. In der Offensive und der Kreativabteilung hingegen wird nur in Ausnahmefällen was gemacht. Für all diese Probleme kann Ancelotti nichts.

Und auch der Zeitpunkt von Ancelottis Entlassung wirft Fragen auf: warum jetzt? Dass Ancelotti die Mannschaft taktisch nicht weiterentwickelt, dass viele Spieler stagnieren, war bereits letzte Saison zu sehen. Diese Saison sind sowohl die Leistungen wie auch die Ergebnisse schwach, aber nicht verheerend. Geht es bei dieser Entlassung wirklich um den taktischen Stand der Mannschaft? In den letzten Wochen seiner Amtszeit hat sich Ancelotti doch noch gewandelt, hat jüngere Spieler (Kimmich, Süle, Coman) regelmäßig eingesetzt, hat sich doch mal getraut, sich mit der alten Garde anzulegen. Gestern abend ließ er Hummels, Boateng, Ribéry und Robben auf der Bank, wofür es jeweils auch gute Gründe gab. Der Vorwurf der letzten Saison, er überspiele die Stammformation und ließe die zweite Garde auf der Bank versauern, traf nicht mehr zu. Erstmals seit Jahren versuchte ein Bayerntrainer, sich vom Diktat des Flügelfokus zu lösen, die Mannschaft aus den Schatten ihrer großen alten Stars zu führen. Die Idee des gestrigen Spiels war fast schon innovativ. Es hat nicht funktioniert, aber das hat es in den letzten Wochen auch mit den beiden oftmals nicht. Wurde ihm das zum Verhängnis? Wäre es Carlo besser ergangen, wenn er das gestrige Spiel mit der ‚konventionellen‘ Aufstellung der letzten Jahre gespielt hätte-auch wenn das an Spielverlauf und Ergebnis wohl nichts geändert hätte? Wenn es weniger Süle und Coman gegeben hätte? Es hätte schon eine gewisse Tragik, wenn der große konservative Pragmatiker ausgerechnet daran gescheitert wäre, dass er vielleicht doch mal was ändern wollte. Wir werden in den nächsten Wochen sehen, wie frei der neue Trainer seine Aufstellungen machen kann…oder auch nicht.

Es wird wenig bleiben von Ancelotti. Er war ein Trainer des Übergangs von einer erfolgreichen Mannschaft der Vergangenheit in eine hoffentlich erfolgreiche Mannschaft der Zukunft. Ob jetzt sofort der Trainer installiert wird, der diese Mannschaft der Zukunft gestalten soll (Tuchel, Nagelsmann) oder doch ein Interimstrainer (Sagnol, Heynckes) kommt, der die alten Helden im kommenden Sommer verabschiedet, werden wir in den nächsten Wochen sehen. Wenn es wieder bergauf gehen soll müssen aber einige grundsätzliche Fragen über die Ausrichtung von Mannschaft und Verein beantwortet werden.

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Dinzinger 28. September 2017 um 19:29

Heynckes?
Denke Sagnol wird’s machen, Sommer 18 dann Nagelsmann. Das wird dann richtig interessant.

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kalleleo 28. September 2017 um 19:55

Vielleicht kann Sagnol ja die Zidane-Story aus Madrid wiederholen 😉

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Schorsch 28. September 2017 um 19:58

#Mach’s noch einmal, Jupp!

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Dinzinger 28. September 2017 um 20:26

Geil wär’s scho. 🙂
Jupp Jupp Jupp
Martinez dann endlich wieder auf der Sechs…
Bester Interceptor weit und breit.

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HW 28. September 2017 um 22:19

Man muss das Mal realistisch sehen. Den Jupp von 2012/13 bekommt man heute nicht. Ich will Heynckes nichts unterstellen. Aber irgendwann bauen Menschen auch Mal ab. Selbst wenn das nicht der Fall ist. Dass die Maßnahmen und Methoden von damals heute greifen ist nicht gesagt. Da springt nicht automatisch die CL bei raus. Das Team ist ein anderes, der Trainer ist anders, die Gegner sind anders und der Fußball ist ca. fünf Jahre weiter gegangen.

Nostalgie in allen Ehren. Aber diesen „Wunsch“ sollte niemand erfüllen.

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Schorsch 29. September 2017 um 00:51

Ist halt ein Gedankenspiel. Ausgehend von der Annahme (Spekulation), Ancelotti hätte Bayern nach der Saison ohnehin verlassen und Nagelsmann wäre der geplante/gewünschte Nachfolger. Jetzt hat man sehr früh die Reißleine gezogen und es stellt sich die Frage, ob man einen ‚Interimstrainer‘ für diese Saison holt, um dann Nagelsmann übernehmen zu lassen, oder ob man gleich eine ‚Umbruchlösung‘ anstrebt. So viele Trainer sind ja z.Zt. nicht verfügbar, die für den FCB infrage kämen. Da hätte wohl Tuchel die besten Karten. Sollte man wirklich so stark an Nagelsmann interessiert sein, dann wäre ein Wechsel zur Winterpause der frühestmögliche Zeitpunkt. Und auch das wäre eher unrealistisch, auch wenn Uli mit Dietmar Golf spielt. Für Tuchel und gegen Nagelsmann würde aus Sicht der Clubverantwortlichen wohl auch die Erfahrung in EL und CL (letzteres mit einem großen Club) sprechen. Nagelsmann steht da gerade erst am Beginn eines (mitunter schmerzlichen) Lernprozesses (und die CL hat bei Bayern einen ganz besonderen Stellenwert). Tja, und sollte die Variante ‚Interimstrainer‘ tatsächlich ins Kalkül gezogen werden, dann…warum dann nicht Jupp? So lange ist 2013 noch nicht her. Und die Spieler von 2013, mit denen Ancelotti offenbar jetzt Probleme hatte, die hatten unter Jupp ihre wahrscheinlich stärkste Phase. Ribéry und Robben sind natürlich älter geworden und nicht mehr auf dem Niveau von damals. Aber die Spieler kennen ihn und vertrauen ihm. Das gilt auch für Müller, Boateng, Alaba, Neuer, Martínez. Vidal kennt er aus seiner Zeit bei Leverkusen; er war einer seiner bevorzugten Spieler, die er zum FCB lotsen wollte. Und Lewandowski und Hummels haben ja auch gewisse, wenn auch indirekte Erfahrungen mit ihm gemacht… 😉 .

Ist zwar eine Spinnerei, aber wenn es also nur um diese eine ‚Restsaison‘ ginge – why not?

Daniel 29. September 2017 um 00:58

Weil Heynckes 2013 beleidigt war, dass er nur Platzhalter für Guardiola war. Da wird er nicht 2017 den Platzhalter für Nagelsmann machen wollen. Wenn Heynckes dazu bereit wäre könnte man sogar mal drüber nachdenken, aber ich halte es für ein Hirngespinst.

HW 29. September 2017 um 07:11

Die erste Frage ist doch: Will Bayern einen Interimstrainer bis zum Ende der Saison? Wenn ja, dann ist zu erwarten, dass diese Saison abgehakt ist. Dann kann man gleich mit Sagnol weiter machen und jede Diskussion verhindern. Holt man Heynckes und es klappt nicht, hat man den sportlich guten Abschluss von 2013 für Jupp bei den Bayern versaut.
Geht es gut, dann kommt die Frage: Warum nicht länger? Man muss also schon den Nachfolger parat haben, wenn man Jupp zum Übergang holt.
Dass er die Spieler schon kennt zählt für mich nicht. Die haben sich mit den Jahren auch verändert. Was passiert wenn bei Jupp Ribery wieder auf die Bank muss? Die ganzen Spieler haben jetzt andere Ansprüche. Vor fünf Jahren hat sie auch das Ziel CL-Titel geeint. Heute sind das ganz andere Voraussetzungen.
Dan würde ich eher versuchen Sammer bis zum Ende der Saison zu holen. Dann wissen die Spieler wenigstens wie ernst die Lage ist.

Irgend einen Plan müssen die Bayern haben.

Nagelsmann ist gerade die hippe Lösung. Aber der ist noch gebunden. Und er hat keine Erfahrung auf Champions League Niveau. Vielleicht ist es den Bayern zu früh um in richtig einzuschätzen.

Tücher wäre verfügbar. Da weiß man was man bekommt, mit allen Ecken und Kanten. Wenn beide Seiten das so akzeptieren kann das klappen. Ob Tuchel aber in diesem etwas bürokratischer en Laden in München aber Glücklich werden würde bezweifel ich mal.

Haben die Bayern ein Pferd im eigenen Stall, einen guten Nachwuchstrainer oder müssen die von außen zukaufen?

savona 29. September 2017 um 10:39

Warum soll Heynckes sich das antun? Sein von ihm selbst gewähltes Karriereende – zum optimalen Zeitpunkt – war ja nun nicht gerade verfrüht. Seinem Freund Uli hat er schon einmal, 2009 nach dem Rausschmiss von Klinsmann, aus der Patsche geholfen. Das ist er ihm bestimmt nicht noch einmal schuldig.

Nagelsmann muss ja auch erstmal Erfahrungen in internationalen Wettbewerben sammeln; wie Niederlagen sich anfühlen, weiß er immerhin schon mal. Da hat Tuchel schon mehr aufzuweisen, neben dem Vorteil, nicht anderweitig engagiert zu sein. Irgendeinen schwierigen Charakterzug hat ja praktisch jeder Erfolgreiche, selbst Heynckes hatte nicht ausschließlich Schokoladenseiten. Insofern sprechen die Probleme, die Tuchel den Dortmunder Führungskräften bereitete, nicht zwangsläufig gegen ihn. Vermutlich laufen die Dinge auf ihn zu.

Schorsch 29. September 2017 um 20:03

Eigentlich war die Story mit Jupp Heynckes nichts weiter als ein Flachs. Je länger ich darüber nachgedacht habe, umso mehr Charme hat diese Geschichte für mich gewonnen. Was nichts daran ändert, dass es Spinnerei ist (wie schon geschrieben). Aber, wie ich finde, eine nicht unsympathische Spinnerei… 😉

Alles läuft auf Tuchel hinaus, ob man ihn nun aus 100%iger Überzeugung heraus verpflichten würde oder einfach, weil es keinen anderen adäquaten verfügbaren Trainer gibt. Und, wie auch schon einmal geschrieben, er hat bereits eine Saison CL hinter sich und auch entsprechende Erfahrung in der EL. Er kennt also den entsprechenden Spieltagsrhythmus bei einem ambitionierten Club. Nagelsmann ist nicht verfügbar, kennt diesen Rhythmus noch nicht und lernt gerade eine andere Seite des Fußballs kennen (was nicht für die Bundesliga gilt). Sollte Tuchel zu Bayern gehen, könnte es der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden. Aber auch die Chronik eines angekündigten Todes. 😉 Wer weiß das schon im voraus…

HW 30. September 2017 um 09:06

Paukenschlag: Nach der WM kommt Jogi.

Gh 30. September 2017 um 11:54

logische nachfolge, der philipp wird dann doch noch sportdirex. #inloewwetrust #espressominipappbecher

tobit 30. September 2017 um 15:33

Lahm als Sportdirektor (bzw. Sportvorstand) fände ich sogar ziemlich interessant – sollte halt kein Mannschaftsbespaßer (da kann ja Brazzo weitermachen) sein, sondern jemand, der die strategische Kaderausrichtung als Bindeglied zwischen Vereinspräsident (der bei Bayern eine offensichtlich größere und präsentere Rolle spielt als anderswo), Vorstandsvorsitzendem und der Scoutingabteilung (die erstmal wieder einen Chef braucht) koordiniert und vorantreibt. Dafür muss er natürlich entsprechende Kompetenzen auch bei der Trainerauswahl haben und die volle Rückendeckung bei Spielerverpflichtungen bekommen. Generell müssten sich die Anführer noch enger miteinander abstimmen (was von außen nur schwer zu beurteilen ist), aktuell wirkt das nicht sehr kohärent – insbesondere durch die Medienkommunikation (Rummenigge entlässt den Trainer, Hoeneß erzählt von Spieler-Unzufriedenheit, Brazzo soll am Tag danach erklären), aber auch am Transfermarkt war die Linie des Vereins nicht immer konsistent.

Lahm als Sportdirektor würde für mich aber Löw als Trainer ausschließen. Das hat mehrere Gründe:
1. Beide haben auf ihrem Gebiet wenig (Löw als Vereinstrainer) bis keine (Lahm als Vereinsstratege) Erfahrung.
2. Lahm hat sehr lange unter Löw gespielt. Ich halte es nicht für optimal, ihn dann zu dessen Chef zu machen (kann funktionieren, muss aber nicht).
3. Die alten Granden. Durch die Kombination Löw und Lahm würden sich die Machtverhältnisse massiv verschieben – weg von den „alten“ Verbands- und Vereinsstrukturen hin zu den operativen Positionen eines globalen Konzerns. Das kann ich mir mit Hoeneß nur schwer vorstellen, gerade da sein Posten dabei am stärksten entmachtet werden würde.

HW 30. September 2017 um 19:34

Weder das eine noch das andere ist realistisch. Allerdings verstehe ich nicht warum Löw wenig Erfahrung als Vereinstrainer haben soll. Er hat vielleicht nicht Real trainiert (kann ja noch kommen). Aber er hat schon genug Erfahrung. Das wichtigste aber: Er hat beim DFB gezeigt, dass er enorm langfristig arbeiten und was auf- und umbauen kann. Damit sollte jeder Verein ihm sofort nehmen.
Ich befürchte nur, dass Löw auch weitreichende Kompetenzen und Resourcen braucht und die bei nur wenigen Vereinen bekommt.

Schorsch 30. September 2017 um 21:41

Sportdirektor, Manager oder wie man die Position des sportlichen Leiters auch nennen mag ist sicherlich kein Ausbildungsberuf. Und auch nicht unbedingt eine Position, die ein Hochschulstudium erfordert. Auch wenn seit einiger Zeit im Studium der Sportwissenschaften der Schwerpunkt ‚Sportmanagement‘ existiert und es Hochschulen gibt, die ein Studium ‚Sportmanagement‘ anbieten. Es gibt einige wenige Clubs, die sich hinsichtlich eines fundierten Hintergrunds eines Sportdirektors schon ihre Gedanken machen bzw. gemacht haben. Bei vielen scheint dies allerdings weniger der Fall zu sein. Ehemalige Fußballprofis, die irgendwie ‚gut vernetzt‘ sind (was immer das auch heißen mag) entsprechen wohl am ehesten dem Wunsch vieler Clubs für diese Position. Uli Hoeneß war der erste ‚moderne‘ Manager eines Clubs und gilt wohl hier nach wie vor als Vorbild. Immerhin geben einige Clubs mittlerweile ehemaligen Spielern, denen sie die entsprechende Kompetenz und das Potential zutrauen, die Chance im Mitarbeiterstab des Managements langsam in eine solche Tätigkeit hineinzuwachsen. Bei aller Wertschätzung für Philipp Lahm, für seine Intelligenz und seine Cleverness: Was qualifiziert ihn für eine Position, die im Vorstand eines Clubs wie Bayern angesiedelt wäre? Denn das war es doch, was er sich wohl vorgestellt hat. Direkt, ohne ‚Lehrzeit‘. Dass er nicht ‚den Brazzo‘ machen wollte, ist glaube ich verständlich. Aber von 0 auf 100 war vielleicht doch etwas zu ambitioniert gedacht.

Was Löw anbelangt, so sollte man nicht vergessen, dass die Tätigkeit eines Auswahltrainers sich schon deutlich von der eines Clubtrainers unterscheidet. Ganz andere Zeittaktungen, ganz andere Rahmenbedingungen, unterschiedliche Anforderungen. Löws Anfänge als junger Clubtrainer waren vielversprechend, doch dann verirrte er sich immer mehr, bis er zum Schluss in einer Sackgasse war. Begehrt war er als Trainer ohne Anstellung bei keinem Club und wer weiß wo er gelandet wäre, hätte Klinsmann ihn nicht als Assistent geholt (wobei er nicht erste Wahl war). Das war 2004. Schon ein paar Tage her. Seitdem ist das Geschäft schon noch ein wenig heftiger und kürzer getaktet geworden. Löw hat dann allerdings gezeigt, dass er ein sehr guter Auswahltrainer ist. Seine Leistungen und Erfolge sprechen für sich. Er dürfte auch sehr gut verdienen. Sein gesellschaftlicher Status kommt mittlerweile dem der Bundeskanzlerin schon recht nahe (jedenfalls dem vor der letzten Bundestagswahl). Wenn die Nationalmannschaft in Russland nicht völlig vergeigt, dürfte es wohl kaum jemanden geben, der seinen Rücktritt fordern würde. Warum sollte er eine solche Position aufgeben, um ‚for a few dollars more‘ sich den Stressjob eines Clubtrainers anzutun, wo er permanent Ergebnisse liefern muss?

But never say never. Apropos: Was macht eigentlich Ottmar…? 😉 Obwohl…der BR hat den ‚InterimsJupp‘ auch schon ins Kalkül gezogen… 😉

Nick704 28. September 2017 um 20:01

Ich sehe das ziemlich ähnlich.
So sehr ich Ancelotti kritisiert habe, muss ich sagen: der Fisch stinkt vom Kopf.
Rummenige und Hoeneß nicht einig und es ist keine Strategie zu erkennen.
Symbolisch der hektische Versuch, jedes Jahr einen guten mitteldfeldspieler zu holen, die alle ähnlich agieren. Keiner hat richtig eingeschlagen, dabei hätten sie mit Kroos und Kimmich 2 richtig gute (gehabt…).
Der Kommentar von Hoeneß, man habe mit Tolisso einen vernünftigen Kauf gemacht im Vergleich zum Transferwahnsinn von PSG ist schon peinlich.
Dazu die Verpflichtung von salihamidzic. Ein feiner Kerl, aber wenn man schon keine Granaten verpflichten kann, dann sollte man wenigstens eine Granate als Sportdirektor haben.
Aus meiner Sicht braeuchte Bayern dringend einen Philip Lahm im Managament, aber ich befürchte Rummenige und Hoeneß werden den richtigen Zeitpunkt ihres Abganges verpassen. Lese gerade, dass Hoeneß eine Erklärung zum weiteren Vorgehen in der Trainerfrage abgibt, das kann doch nicht sein. Das ist Sache des Vorstandsvorsitzenden.
Das zeigt mir einmal mehr, dass da was nicht stimmt. Sorry, hat nichts mit Taktik zu tun, aber ich glaube dieses generelle Thema im Verein hat Ancelotti auch nicht geholfen.

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HW 28. September 2017 um 22:52

Aber ist das bei Bayern nicht immer so? Wenn es nicht läuft, dann geht der Trainer und alle sagen: der Fisch stinkt vom Kopf.

Ist sicher nicht alles super was die beiden da oben machen. Aber das ist doch nichts neues. Und das ist auch kein exklusives Bayern Problem. Wenn Real nicht gewinnt wird der Trainer gefeuert und der Präsident ist trotzdem nicht ganz unschuldig. Bei Barca genau so. Bei United? Eben so. Bei Werder Bremen? Beim BVB? Bei Chelsea?

Warum ist das so? Weil Vorstände, Präsidenten und Aufsichtsräte für die strategische Ausrichtung zuständig sind. (Und die Vorstände für noch ein wenig mehr.) Und bei Misserfolg werden auch die Mängel in diesen Bereichen aufgezeigt. Das liegt dann nicht alleine am Trainer, sondern auch an den Transfers oder fehlenden Talenten.
Natürlich ist es schwerer eine Fehlentwicklung zur Zeit des Erfolgs anzukreiden.

Bei den Bayern kann einen die öffentlich so deutliche Uneinigkeit von KHR und UH bzw. der Strategie eigentlich am meisten Wundern. Wenn UH keine grenzenlose Internationalisierung will, warum ist KHR dann sein Vorstandsvorsitzender? Oder anders herum, warum wird diese Uneinigkeit so nach außen getragen?

Bei den Transfers fehlt auch irgendwie die einheitliche Linie. Aber darüber würde niemand reden wenn die Ergebnisse stimmen würden/ die Transfers individuell Leistung zeigen. Ob die dann noch ins Mia-san-Mia Unternehmensmotto oder in die Spielphilosophie Ballbesitzfußball Bässen ist egal. Dann würde man eben von einer Anpassung der Philosophie sprechen. Falls das überhaupt Thema werden würde.

Jetzt kommt natürlich alles zusammen. Kein Richtiger deutscher Kern. Auch weil man z.B. DEN deutschen Spieler fürs Zentrum vor ein paar Jahren leichtfertig abgeschoben hat. Andere deutsche Neuverpflichtungen sind noch keine Führungsspieler. Dazu stellen ausländische Trainer ihre Spieler leichter unabhängig vom Pass auf. Wenn dir Bayern also einen Chilenen mit Anspruch Stammspieler, einen Polen, einen Franzosen usw. holen, dann werden davon auch immer mehr Spieler auf dem Feld stehen.

Alles kein Problem. Aber eben irgendwie kein erkennbares Nachwuchssystem, kein Mia-san-Mia, kein Kern aus deutschen Nationalspielern. Und darum eben auch nicht mehr die Vereinsphilosophie wie sie zu Van Gaals Zeiten verkündet würde. Auch das ist kein Problem. Aber dann sollte man eben auch sagen: Natürlich investieren wir als weltweit agierenden Marke auch Mal Höhe Summen in echte Superstars.

Oder man sagt eben: Das ist für uns nicht machbar/vertretbar und darum setzen wir konsequent auf Spielertyp X.
Aber dann bitte auch den Kader passend zusammenstellen. Dann muss man Rudy als Stammspieler holen. Dann muss man Süle zumindest nicht als Nr. 4 in der Abwehr holen. Dann muss man Sane und Werner holen. Egal ob es im Ausland auch gute Talente gibt. Man muss dann eben bereit sein im Zweifel für die Vereinsphilosophie zu entscheiden, auch wenn das X Euro mehr kostet oder Spieler Y aus dem Ausland dann nicht kommt (um langfristig der Strategie nicht im Weg zu sein).

Was ich KHR und UH anreisen würde ist wie lange es gedauert hat Ersatz für wichtige Posten im Verein zu finden die nichts mit dem Trainerteam zu tun haben. Glaubte man wirklich, man bräuchte keinen Nachfolger für Sammer? Oder schreckt der Job aufgrund der Vorgesetzten und der Strukturen einfach ab? Selbst Brazzo ist doch keine 1A-Lösung.

Dann Sagnol. Ein Trainer muss seinen Co-Trainer frei wählen können. Ich hatte da einen anderen Eindruck.

Man schaut bei Bayern bei diesen Personalien zu sehr auf die falschen Eigenschaften. Man schaut auf oberflächliche Kriterien. Ob jemand Bayern-Stallgeruch hat. Wen interessiert sowas? Der muss Kompetent und durchsetzungsfähig sein. Dafür hat der Vorstand zu sorgen. Ein Sportdirektor kann gerne auch Mal was anders machen als die letzten zwanzig Jahre bei den Bayern.

Und beim Trainer hat man nach Guardiola auch nur nach einem Kriterium geschaut. Okay, nach zwei: Der Trainer soll ein anderer Typ sein als Guardiola. Er soll vor allem ein anderes Image haben. Anchelotti, der Phil Jackson des Fußballs war genau richtig. Und er erfüllte gleich das zweite Kriterium. Er hat einen großen Namen mit vielen CL Titeln. Das ist auch im Falle eines Scheiterns die Versicherung für KHR und UH, dass sie selbst nichts falsch machen könnten mit dieser Verpflichtung.
Aber der entscheidende Punkt sollte sein: Welches Konzept, welche Ideen für den FC Bayern hat ein Trainer. Und: Ich werde die CL gewinnen ist kein Konzept. Es ist das mögliche Ergebnis eines Konzepts. Auch: Kuschelkurs ist kein Konzept. Es ist eine mögliche Maßnahme mit Spielern umzugehen, mehr nicht.
Ich unterstelle Anchelotti hier keine Konzeptlosikeit, zumindest nicht bei den Bewerbungsgesprächen. Es geht mir darum war der Vorstand überhaupt gesucht und ob/wie sie einen Anforderungskatalog aufgestellt und geprüft haben.
Man kann ja nicht, wie ein manisch-depresives Pendel, immer zwischen (Achtung:) Laptoptrainer und Kuschelbär hin und her wechseln.

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HW 28. September 2017 um 23:13

Kurz gesagt. Bayern sollte mehr mit dem Uhrmacherwerkzeug und weniger mit dem Vorschlaghammer bei der Trainerauswahl agieren. Nicht immer den Gegenpol des Vorgängers, sondern jemand der in etwa in die gleiche Richtung arbeitet. Dann kann man auch einen passenden Kader aufbauen usw.

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csp 1. Oktober 2017 um 11:22

Mein Eindruck ist eher, dass Bayern gerade dieses Pendeln zw Laptoptrainer (neue Ideen) und Kuschelbär (veredeln dieser neuen Ideen durch wiederherstellen des Burgfriedens) wollen.
Van Gaal zu Heynckes war wohl die erfolgreiche Blaupause.

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Daniel 29. September 2017 um 01:23

Hoeneß hat gesagt, dass Ancelotti sich mit fünf Spielern der Mannschaft überworfen hatte. Man muss denk ich kein Genie sein, um die Namen von mindestens drei der fünf zu erraten. Es bestätigt leider meine Meinung aus obigem Kommentar: Bei Ancelottis Entlassung geht es nicht um die Leistung der Mannschaft, es geht darum, eine Lobby an mächtigen Spielern zufrieden zu stellen. Mit seiner Aufstellung in Paris hat Ancelotti einen schon länger schwelenden Konflikt eskaliert…vermutlich bewusst, in der Hoffnung, dass ein gutes Resultat ihn in seinem Kurs unterstützen könnte. Mit mehr Spielglück, einem besseren Torwart und einem Stürmer, der sich nicht nur auf Reklamieren und Lamentieren beschränkt, hätte das vielleicht sogar funktionieren können. Nach der Niederlage hatten Vorstand und Spieler den Vorwand, um Ancelotti endgültig loszuwerden. Tuchel oder wer auch immer müssen sich wirklich gut überlegen, ob man unter diesen Voraussetzungen die Mannschaft wirklich trainieren kann.

In gewisser Weise ist das fast schon komisch: Ancelotti ist wohl über ähnliche Konflikte gestürzt wie sein designierter Nachfolger Tuchel in Dortmund. Beide wollten einstmals verdiente Spieler mit großen Verdiensten degradieren, weil es inzwischen bessere Alternativen gibt. Beide stürzten, weil diese verdienten Spieler die kürzeren Drähte zu den Entscheidungsträgern hatten. Bevor Schorsch gleich wieder auf mich losgeht: ja, es gab in beiden Fällen selbstverständlich auch andere Faktoren und beide Fälle unterscheiden sich ansonsten deutlich voneinander.

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hooma 29. September 2017 um 01:38

Ancelottis Trainerpolitik ist eigentlich die Entwicklung eines mündigen Spielers. Wenn das die Leistungsträger bei Bayern nicht gefällt sagt das eine Menge über die aus.

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HW 29. September 2017 um 07:29

Was heißt den mündinger Spieler? Sollen die ihre Taktik demnächst selbst entwickeln?

Ist es Unmündigkeit wenn man auf die Fehler der Vorgesetzten hinweist?
Wir wissen ja nicht wie die fünf Spieler gegen ihn argumentiert haben. War das nur „ich mag nicht mehr mit ihm spielen“ oder war das echte inhaltliche Kritik?

Für irgendwas ist eben auch der Trainer zuständig. Mündige Spieler, besser mündige erwachsene Menschen, hat man, man muss sie aber zu einer Gruppe formen die einem folgt. Oder zumindest in der Lage sein die Gruppe subtil zu lenken.
Die Spieler wollen Erfolg, den Erfolg der Mannschaft und ihren eigenen. Wenn aber die Mannschaft erfolglos ist, wieso sollten sie die Füße still halten?

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Isabella 29. September 2017 um 16:10

Ich denke, er meinte mit „mündig“ die Fähigkeit, seine eigene Kreativität auf den Platz zu bringen, mit gewissen, aber nicht übermächtigen, Vorgaben. Wie er es bei Real hatte. Di Maria und James haben davon enorm profitiert und Cristiano hat das sowieso gefallen. Dazu hat er eine Mannschaft übernommen, bei der die defensiven Automatismen gestimmt haben und die vom Spielermaterial her sehr konterstark war und durch die beiden obigen, die ihre Kreativität ausspielen konnten, war das Ballbesitzspiel auch nicht schlecht. Dann hat er bei den Bayern eine Mannschaft übernommen, die sehr strenge taktische Vorgaben über 3 Jahre eingetrichtert bekommen hat, mit einem sehr intensiven Trainer, der gerne die Führungsperson war und dem sich die Spieler (die meisten) auch ganz gerne untergeordnet haben. Zudem war die defensive Absicherung schon die ganze Zeit ein Problem von Bayern und er hat auch keinen Weltklasse 6er mehr. Irgendwann fallen dir dann die letzten Führungsspieler weg und die Alphatiere lassen an Qualität nach. Noch einen Vorstand dazu, der sich eh über die Ausrichtung nicht einig ist und fertig ist das perfekte Schlamassel.

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HW 30. September 2017 um 07:17

Weiter oben hat es jemand richtig geschrieben: Guardiolas Arbeit wurde unterschätzt. Und die von Heynckes davor vielleicht auch.

Real unter Anchelotti hatte den Vorteil mit Ronaldo einen der Superspieler der Welt zu haben. Hat Bayern einen solchen Spieler? Momentan nicht. Da ist niemand in der aktuellen Form um alleine eine Abwehr zu demontieren. Robben könnte das vor ein paar Jahren. Lewandowski hat ähnliches gezeigt. Aber im Moment sehe ich diese Stärke nicht. Und ich sehe auch nicht das stabile Konstruktion von sechs bis sieben Spielen auf dem drei Angreifer sich austoben können. Für mich ist das also nicht vergleichbar.

Das hat auch mit mündig nichts zu tun wenn man dieses Leistungsniveau momentan nicht hat. Oder wenn Abwehrreihen einfach Lösungen entwickelt haben um einen zu stoppen.

Auch an Kreativität und an Durchsetzungskraft muss im Training gearbeitet werden. Man schlägt unzählige Flanken doch meist nur aus Verzweiflung weil man nicht weiß wie man durchs Zentrum kreativ werden kann und wie man diese Räume bespielt.
Und wenn man dann früh 0:1 hinten liegt ist es mit Kontern und schnellen Angriffen eh nichts mehr.

HW 29. September 2017 um 07:22

Der neue Trainer muss zunächst Mal die Spieler hinter sich bringen. Da helfen gute Ergebnisse aber eben auch Methoden Konflikte zunächst nicht eskalieren zu lassen.
In einer Transferperiode kann man dann Spieler abgeben. Da muss der Verein dahinter stehen und einem Star sagen: für dich ist hier Schluss. Danke für alles.

Wenn Anchelotti bewusst eskaliert hat, dann steht das im Gegensatz zu seinem Image als Moderator der Kabine. Sowas hätte er nur mit dem Rückhalt des Vereins tun können. Den gab es offenbar nicht und auch bei den Spielern auf dem Feld hat es nicht funktioniert. Er hätte doch zumindest starken Rückhalt bei der Startformation gebraucht.
Dazu scheint er die Spieler auch taktisch nicht perfekt auf den Gegner eingestellt zu haben. In den letzten Jahren haben die Spieler von Guardiola immer detailliert Input bekommen wie sie den Gegner bespielen müssen. Wenn das jetzt gefehlt hat, dann ist die Kritik der Spieler berechtigt. Wenn Anchelotti ihnen keine Begründung liefert warum es besser ist mit Spieler X anstatt mit Spieler Y aufzulaufen und wenn die Maßnahmen auf dem Feld auch keinen Erfolg versprechen, dann ist eine gespaltene Kabine ganz normal.

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nougat 29. September 2017 um 08:40

Mit Tuchel wäre der richtige Mann da. Er ist glühender Guardiola Anhänger und hat genügend kalte Schnauze, um den Übergang einzuleiten und unpopuläre Maßnahmen durchzuziehen. Nagelsmann muss sich erst einmal ein paar Meriten verdienen. Kommt er zu früh, nützt er sich ab und verpasst eine wunderbare Chance, Bayern auf ein neues altes (im Grunde müsste er Guardiolas Fußball nur auf deutsche Verhältnisse umstricken) Niveau zu heben, aber sich selbst als Trainer auch zu verbessern. Mit Tuchel könnte Bayern wieder zur Zerstörungsmaschine werden vergangener Tage. Man kann als Dortmunder nur hoffen, dass die Bayern nicht Tuchel nehmen. Über Heynkes muss man nicht reden. Der will nicht mehr. Irgendwann ist auch mal gut. Das Triple hat ihn unvergesslich gemacht. Er wird nicht so dumm sein, sich seinen Lebensabend mit dem täglichen Kleinklein beim FC Bayern zu vermiesen.

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CHR4 29. September 2017 um 16:43

„Man kann als Dortmunder nur hoffen, dass die Bayern nicht Tuchel nehmen.“
– Der BVB wird kein Stück besser oder schlechter durch diese Entscheidung.

Tuchel ist für mich, die einzige sinnvolle Variante derzeit:
Nagelsmann sollte noch etwas (internationale) Erfahrung sammeln … das hat noch Zeit und die sollte man Hoffenheim auch geben und lassen. Wir haben doch in der Bundesliga gerade genug Clubs, die vom internationalen Niveau abgestürzt sind (LEV, WOB, …)

sicher gibt es bei TT auch schwierige Seiten, aber der einzige andere, den ich als coole Lösung empfände (Louis!), ist da ähnlich schwierig 😉

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Isabella 1. Oktober 2017 um 01:49

Ich weiß nicht, ob es wahr ist, dass Dortmund dadurch nicht besser werden könnte. Bayern ist mMn besser geworden, als sie durch Dortmund mehr nationale Konkurrenz bekommen haben. Nun stand Dortmund in den letzten 5 Jahren nicht wirklich in Konkurrenz mit Bayern, sondern eher mit Leipzig und Co, aber durch eine stärkere Offensive der Bayern in direkten Duellen hat Dortmund doch durchaus einen Anreiz, defensiv noch an ein paar Stellschrauben zu drehen und für den europäischen Wettbewerb besser aufgestellt zu sein xD sry, das musste gerade sein. Ich denke, TT dürfte jetzt als beschlossene Sache gelten. Ich wollte ihn ja nicht, weil ich ihn für schwierig halte und nicht nochmal so einen missmutigen Medienverweigerer wie Guardiola haben wollte und ihm ehrlich gesagt (wie auch eigentlich keinem anderen) zutraue, den Spagat zwischen Robberys Anspruch und Leistung zu schaffen. Aber wenn ich lese, man denke über Scholl nach, dann hoffe ich doch, dass TT am Montag gleich vorgestellt wird.

Koom 1. Oktober 2017 um 12:00

Wenns Scholl wird, lach ich 10 Minuten am Stück. Laut. 😀

gs 29. September 2017 um 15:04

„Man muss denk ich kein Genie sein, um die Namen von mindestens drei der fünf zu erraten“

Naja – Hummels, Boateng, Robben, Ribery, Müller … kämen mir da spontan in den Sinn. Ich sehe es aber nicht so, dass hier ein „Lobby von mächtigen Spielern“ zufrieden gestellt werden musste, sondern dass erfahrene Spieler, die unter Pep (bzw. Tuchel und Klopp) gearbeitet haben und erfolgreich waren, zum Teil mit Jogi Löw Weltmeister wurden, sehr genau wissen, wie kompetente Trainerarbeit aussieht und welchen Anteil am Erfolg sie hat – und dass die es sich nicht gefallen lassen, von einem Phlegmatiker um den Erfolg gebracht zu werden und sich dann auch noch in der Öffentlichkeit anhören müssen, sie wären in einer Formkrise …
Die interne Dauerkritik scheint dann umgekehrt Ancelotti dazu bewogen zu haben, mit seiner „mutigen“ Aufstellung Alles oder Nichts zu spielen: bei einem Sieg in Paris hätten die Genannten bis auf Weiteres stillhalten müssen; und bei einer Niederlage – das dürfte ihm bewusst gewesen sein – war’s das dann halt.

Insofern muss dem Tuchel nicht bange sein, wenn sie ihn denn wirklich wollen. Und nachdem er aus Schwaben stammt, sollte er ja die bayerische Mentalität intus haben …

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Schorsch 29. September 2017 um 17:15

@Daniel:
„Bevor Schorsch gleich wieder auf mich losgeht…“

Du brauchst keine Angst zu haben. Der Schorsch beißt nicht. Der will nur spielen… 😉

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FAB 28. September 2017 um 17:13

@TR,
Danke für die herrlichen Beschreibungen …
„wenngleich der Franzose im Zuge des allgemeinen Mittelfeldherumdriftens zwischenzeitlich längere Zeit irgendwo halblinks auftauchte.“

Wie auch TR fand ich die Leistung der Bayern in der ersten halben Stunde eigentlich ganz ordentlich. Insbesondere Thiago fand ich als 6er sehr aufmerksam mit vielen guten Defensivaktionen. Mit dem zunehmenden Verlauf des Spiels, wurde die Spielstruktur aber zunehmend zu einer einzigen Katastrophe und zum Ende hin kaum mehr erträglich, insbesondere die Doppelzehn um Thiago und Vidal gegen Endes des Spiels war vollkommen absurd und erinnerte eher an die Karikatur eines taumelnden Boxers.
Ich bleibe dabei, die beste Aufstellung der Bayern aktuell in solchen Topspielen wäre für mich als 4-2-3-1:
Ullreich- Kimmich,Boateng,Hummels,Alaba- Martinez,Rudy- Müller,James,Coman- Lewandowski.

Martinez als 6er würde sich nie so weit herauslocken lassen, sodass weder Neymar so einfach zwischen den Linien durchmarschiert wäre (1:0), noch Cavani in dieser Form zum Abschluss gekommen wäre (2:0).
Coman hätte deutlich besser Dani Alves beschäftigen bzw verfolgen können (1:0). Außerdem wäre Veratti etwas gebunden. Mit Müller und James hätte es dann 2 Spieler als Abnehmer von Laserpässen von Boateng und Hummels gegeben. Martinez hätte im Spielaufbau eines absichernde Rolle einnehmen können. Alternative Anspielstationen wären dann Rudy bzw. Kimmich auf dem Flügel. Aber auch vom Flügel, könnte man mit man mit 2 Spielern im Znetrum (Müller, James) viel leichter in den Zwischenlinienraum kommen und auf eine sinnlose Flanke verzichten …

Spieler wie Ribery, Vidal, aber auch Robben und Thiago werden den Bayern nicht wirklich weiterhelfen eine passende Spielidee zu entwickeln.

Bayern hat schon viel Zeit vergeudet den Umbruch einzuleiten. Topstars wird man sich kaum mehr leisten wollen (können sicherlich schon, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass man im Sommer 150-200 Mio für einen Spieler auf den Tisch legt). Man wird also etwas Geduld brauchen für den Umbruch.
Deshalb könnte Nagelsmann eine Option sein. Klar ist aber auch, dass dieser dann 1-2 Jahre braucht. Fehler machen wird und sich noch finden muss.
Dazu Spieler wie Goretzka und Timo Werner (selbst diese 2 Spieler wären ja finanziell eine ganz neue Dimension, die gemeinsam deutlich über 100 Mio. liegen dürften) …
Für 2017/2018 mit Dreierkette, analog zum Hoffenheim System:
Neuer – Boateng, Martinez, Hummels – Kimmich, Alaba – Rudy, Goretzka, James – Lewandowski, Werner
Im Sommer 2019 könnte man dann den Geldbeutel noch weiter aufmachen, um mal wieder BVB Spieler abzuwerben: Weigl und/oder Dahoud.
So ähnlich könnte der Umbruch aussehen …

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Daniel 28. September 2017 um 18:08

Was kann Dahoud besser als Thiago? Und was versprichst du dir von Goretzka, wenn wir nächste Saison Tolisso und wieder Sanches im Kader haben?

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sharpe 28. September 2017 um 17:06

Neben den gruppentaktischen Schwächen der Bayern wie die zu großen Abstände, die mangelhafte Absicherung gegen Konter und dem Flankenfokus war für mich auch das individualtaktische Verhalten von Thiago und Vidal sehr enttäuschend. Wie Thiago in einige Zweikämpfe ging, z.B. vor dem 0:1 und die Anzahl der Fehlpässe von Thiago und Vidal, auch weil es unnötige Risikopässe waren, war aus meiner Sicht erschreckend. Und gerade gegen einen Gegner mit diesem Konterpotential sollte es vor der Partie einen klaren Fokus auf sicheres Passspiel gegeben haben.
Bzgl. der Aufstellung will ich Ancelotti gar nicht kritisieren, man hätte mit diesem Team bestehen können, wenn man es verstanden hätte, kompakter und ballsicherer aufzutreten.
Aber da ich von Beginn an der Meinung war, Bayern bräuchte einen anderen Trainertyp nach Pep bin ich froh, dass das Kapitel nun zu Ende ist und bin gespannt, wer nun das Zepter übernimmt. Tuchel könnte die Mannschaft taktisch wieder auf Vordermann bringen, aber ob er es schaffen würde, einen vernünftigen Umgang mit Präsidium und Führungsspielern hinzubekommen, weiß ich nicht.

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//&($/ 28. September 2017 um 16:56

Das kommt nun mal davon, wenn man ohne einen echten 6-er spielt

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CHR4 28. September 2017 um 15:35

Danke für die sachliche Einordnung in dem derzeitigen medialen Geschrei.

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Daniel 28. September 2017 um 15:25

„Näherten sich die Münchener nach dem Aufrücken dem Strafraum an, schienen sie viele Angriffe unbedingt abschließen zu wollen – und taten das mit überfrühten Hereingaben.“
Das ist denk ich der entscheidendste Punkt von allen. Die Zahl des Spiels: Der FC Bayern schlug 53 Flanken. Nimmt man die Spielunterbrechungen und die Ballbesitzzeit für PSG raus ist das mehr als eine Flanke pro Minute Ballbesitz FCB. Fast alle waren von vornherein zum Scheitern verurteilt.

Noch mal was zu PSG, bzw. zu deren Torwart. Hab Areola bemerkenswert unsicher gefunden. Zweimal unter einer Ecke durchgetaucht (einmal hätte das fast zu einem Gegentor geführt), einmal hat er eine harmlose Flanke ziemlich unkontrolliert zur Ecke weggeklatscht. Fand ihn fast noch unsicherer als Ullreich und das ist wahrhaft kein Kompliment. Andererseits hat er immerhin einen Kevin Trapp auf die Bank verdrängt. Hatte er gestern einen schlechten Tag? Oder hat sich Trapp so deutlich verschlechtert?

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CH 28. September 2017 um 17:22

Die „Fehler“ Arbeolas kann man m.E. mit der puren Quantität an Flanken und Ecken relativieren. Ich fand ihn insgesamt recht fangsicher und souverän.

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CHR4 29. September 2017 um 13:42

sehe ich auch so,
habe aber auch von Leuten gehört, die ihn öfter sehen und meinten, dass er an diesem Tag eine seiner besten Leistungen abgeliefert hat und sie positiv von seiner Leistung überrascht waren

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Schorsch 28. September 2017 um 17:45

Man ist beim PSG weder mit Aréola, noch mit Trapp so recht zufrieden. Deshalb wollte man wohl auch einen anderen Keeper verpflichten (Reina und Oblak waren im Gespräch), was allerdings nicht funktioniert hat. Kevin Trapp hat sich im Laufe der letzten Saison den Stammplatz im Tor des PSG erkämpft und Aréola verdrängt. Warum nun Aréola wieder bevorzugt wurde, kann man schwer von außen beurteilen. Eine ‚Lobby‘ hat Trapp sicherlich nicht im Club. Den einen oder anderen Bock hatte Trapp in seinem Spiel. Tatsache ist, dass Trapp nach dem spektakulären Ausscheiden in der CL gegen Barcelona stark in der Kritik stand. Wieviele Tore der Katalanen tatsächlich in die Kategorie ‚haltbar‘ gehören, weiß ich nicht. Bei einem der Tore sah Trapp tatsächlich schlecht aus. In so einem Spiel ist man als Keeper aber immer der Verlierer. Hätte er den letzten Elfmeter gehalten, wäre der PSG weitergekommen und Trapp stünde vielleicht heute immer noch im Tor. Man wird wohl vorerst an Aréola festhalten, solange seine Unsicherheiten nicht zu Niederlagen führen. In der Liga wird der PSG defensiv allerdings nicht so oft ernsthaft geprüft. Vielleicht versucht man es noch einmal in der Winterpause, einen neuen Keeper zu verpflichten. Zur neuen Saison bestimmt. Ganz gleich, ob sich Trapp (wie letzte Saison) durchsetzen wird oder nicht.

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Dinzinger 28. September 2017 um 20:23

Ich denke, Areola einzusetzen ist eine „politische“ Entscheidung, der ist in Paris geboren und als Academy Graduate ein Fanliebling und Aushängeschild für den Nachwuchs. Da man ja ansonsten eher auf Weltelf-Kurs mit internationalen Topleuten ist, sind alle im Verein – außer Kevin Trapp – dankbar, dass sie da einen Nachwuchsmann aufstellen können, kommt sicher sehr gut an bei den jungen Pariser Fans. Ich finde Trapp zwar schon stärker, aber es besteht auch kein meilenweiter Unterschied zu Areola, so dass Emery da dem Wunsch der Führung gerne nachkommt und den Mann mit Stallgeruch bevorzugt einsetzt (bis ein Topmann kommt).

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Micha 29. September 2017 um 14:31

Das Trapp nicht aktuell spielt liegt an seiner schwachen Vorbereitung inkl. völligem Blackout im Testspiel gegen Tottenham, bis dahin hatte man das Gefühl Emery geht mit ihm als Nr. 1 in die Saison, hätte er in der Vorbereitung nicht so extrem schwache Leistungen gebracht, was aber zum teil auch nicht nur an ihm, sondern auch am späteren Einstieg durch Confed Cup und Co. lag, dann wäre er weiterhin im Tor.

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