Bundesliga Abstiegs-Special 2017, Teil 1: Leverkusen, Augsburg, Mainz

In einem Abstiegskampf-Special beleuchten wir in kurzen Analysen die Bundesliga-Teams, für die es an den letzten drei Spieltagen um alles geht. Leverkusen, Augsburg und Mainz machen den Auftakt.

Bayer Leverkusen (36 Punkte, -6 Tordifferenz)

Dass Bayer Leverkusen drei Spieltage vor Schluss zu den Abstiegskandidaten gehört, ist die vielleicht überraschendste Entwicklung dieser Saison. Nicht wenige haben Leverkusen vor der Saison als Kandidat für die Champions League, wenn nicht sogar für mehr gesehen. Nun krebsen sie mit 36 Punkten aus 31 Spielen am Tabellenende herum.

Bayer Leverkusen beim 1:4 gegen Schalke

Bayer Leverkusen beim 1:4 gegen Schalke

Tayfun Korkut übernahm den Trainerposten am 24. Spieltag. Seitdem hat er versucht, dem Team mit einer recht simplen Taktik Stabilität zu verleihen. Grundformation unter Korkut ist das 4-4-2 des Vorgängers geblieben, mit zwei flexiblen Stürmern und einer häufig vorrückenden Doppelsechs. Die Stürmer und auch die Außenstürmer tauschen innerhalb dieser Formation gerne mal die Positionen.

Die Änderungen im Vergleich zu Roger Schmidt zeigen sich in der taktischen Ausgestaltung der Formation. Die riskanten Elemente von Schmidts Philosophie wurden durch passivere, stabilere Elemente ersetzt. Im Spielaufbau ist Leverkusen weniger vertikal, lässt den Ball innerhalb der tief stehenden Viererkette zirkulieren. Damit geht eine tiefere Rolle der Außenverteidiger einher, die oft erst spät aufrücken. Dies war eine der Schwachstellen unter Roger Schmidt, als das aggressive Herausrücken der Außenverteidiger nicht immer abgesichert werden konnte.

Im Spiel gegen den Ball hat sich Leverkusen vom hohen Mittelfeldpressing unter Schmidt verabschiedet. Unter Korkut agiert Leverkusen nicht unbedingt passiver, aber weniger intensiv und kollektiv. Leverkusen verteidigt mittlerweile stark mannorientiert, gerade die Doppelsechs rückt immer wieder auf die gegnerischen Sechser. Auch die Innenverteidiger rücken schon einmal aus der Abwehrkette, um den gegnerischen Stürmer zu verfolgen. Leverkusen übt dabei weniger Druck aus als unter Schmidt. Kein aggressives Anlaufen, keine Pressingfallen, stattdessen der Versuch, im Mittelfeld durch die Mannorientierungen direkte Duelle zu erzwingen.

Tatsächlich ist es Korkut zunächst gelungen, mit dieser Spielweise die Defensive zu stabilisieren. In sechs der neun Spiele unter Korkut fing Leverkusen einen oder keinen Gegentreffer. Gegen Hoffenheim, Leipzig (knappe 0:1-Niederlagen) und die Bayern (0:0) funktionierte der Stabilitätsfokus. Leverkusen verhinderte hier durch passende Abstände und das richtige Maß an Mannorientierungen, dass diese Teams schnell nach vorne kombinieren konnten.

Problematisch ist eher, dass Leverkusen die Stabilität beizeiten so stark fokussiert, dass sie praktisch keinerlei Anknüpfpunkte für die eigene Offensive haben. Oder anders gesagt: Toreverhindern funktioniert partiell ganz gut, Toreschießen weniger. Leverkusen bringt weniger Spieler hinter den Ball, fächert breiter auf als unter Schmidt. Leverkusen kann zwar aus der eigenen, breiten Aufbauformation mit den tiefen Außenverteidigern schnell in eine stabile Defensive zurückfinden. Es gibt aber keine Aufbaurouten, kein Überzahlspiel, über das man den Ball nach vorne bringen kann. Somit hat sich im Leverkusener Spiel vor allem die Zahl der Querpässe zwischen Viererkette und Aufbau-Sechser Kevin Kampl erhöht, nicht aber die Zahl der Packing-Pässe nach vorne.

Gegen Schalke zeigte sich zudem, dass sich Korkuts Konstrukt stark mit einer aggressiveren Spielweise beißt. In der Anfangsphase agierte Leverkusen sehr offensiv, warf die Doppelsechs weit nach vorne und wagte sogar mal wieder die Doppelpass-Kombinationen auf engstem Raum, die sie in guten Phasen unter Schmidt auszeichneten. Das Ganze ging jedoch völlig zulasten der defensiven Stabilität. Die Defensive funktioniert unter Korkut aufgrund der fehlenden Mechanismen im Pressing und Gegenpressing nur, wenn Leverkusen möglichst viele Spieler hinter den Ball bringt. Die drei frühen Treffer erzielte Schalke, indem sie sich die offenen Räume vor Leverkusens Abwehr zunutze machten. Hinzu kommt Leverkusens katastrophale Bilanz nach Standards – 19 Gegentore nach ruhenden Bällen ist einsamer Spitzenwert in der Liga. (Es folgen u.a. Wolfsburg und Mainz mit zwölf Gegentoren nach Standards.)

Nun wartet ein recht ausgeglichenes Restprogramm auf Leverkusen: Auswärts in Ingolstadt, zu Hause gegen Köln, auswärts in Berlin. Leverkusen bringt die nötige Stabilität mit, um im Zweifel in diesen Spielen zumindest ein 0:0 zu erreichen. Mehr dürfte Korkut angesichts der instabilen Spielweise bei einem aggressiven Pressing kaum wagen. Es fehlt in allen Spielphasen das gewisse Extra – Leverkusen ist quasi „ein Team ohne Eigenschaften“. Zum Nichtabstieg sollte dieses Grundgerüst genügen, in der Sommerpause wird sich Bayer aber neu aufstellen müssen – auch aus taktischer Sicht.

Prognose: Die nötigen ein bis drei Punkte hamstert sich Leverkusen irgendwie zusammen.

FC Augsburg (35 Punkte, -13 Tordifferenz)

Mit einem 4:0 meldeten sich die Augsburger am Wochenende im Abstiegskampf zurück. Wie wichtig der Erfolg gegen den Hamburger SV war, untermauert der Blick auf das Restprogramm: Auswärts in Gladbach, zu Hause gegen den BVB, auswärts gegen Hoffenheim. Allesamt Teams aus dem oberen Tabellenbereich, die eine gute Rückrunde spielen und für die es um viel geht – für Gladbach um die Europa League, für Dortmund und Hoffenheim um die direkte Champions-League-Qualifikation. Es sind allesamt eher unpassende Gegner für den FC Augsburg, der aus einer stabilen Ordnung in der Rückrunde noch nicht zu überzeugen wusste.

Die Augsburger Saison ähnelt jener von Bayer Leverkusen, nur dass die Reihenfolge der taktischen Fokussierung sich umkehrt. Unter Dirk Schuster stand die Stabilität lange Zeit im Vordergrund. Augsburg spielte unauffällig mit einem klassischen 4-2-3-1 und einem tiefen Mittelfeldpressing. Nach Schusters plötzlicher Entlassung führte Manuel Baum das 4-2-3-1 (größtenteils) fort, wählte in den taktischen Details allerdings einen offensiveren Weg.

fc augsburgTaktgeber der Augsburger Mannschaft ist immer noch Daniel Baier. Der mittlerweile 32jährige lässt sich von der Doppelsechs häufig zwischen die Innenverteidiger oder auf die Außenverteidiger-Position fallen. Augsburgs Spielaufbau folgt dem klassischen Schema: Die Innenverteidiger fächern auf, die Außenverteidiger rücken vor, die Außenstürmer rücken in die Mitte ein.

Dieser Spielaufbau hatte zuletzt mit den großen Abständen zwischen Abwehr und Angriff zu kämpfen. Kohr rückt als Sechser häufig weit vor, wodurch ein Loch vor der Abwehr klafft. Dieses lässt sich oft nur über ein direktes Spiel den Flügel entlang auflösen – oder über lange Bälle. Gegen den Hamburger SV hat die Fokussierung auf diese langen Bälle dem Team geholfen.

Defensiv sind die Augsburger ein – und das meine ich ganz wertfrei – Allerweltsteam. Ihr 4-2-3-1 wird meist zu einem 4-4-1-1, wobei sie ab und an auch kompakte 4-5-1-Staffelungen nutzen. Im Mittelfeld setzt Augsburg auf Mannorientierungen. Durch das etwas aggressivere Pressing unter Baum erhält Augsburg in der Rückrunde mehr Zugriff in der gegnerischen Hälfte, steht aber manchmal im Zwischenlinienraum zu offen. Deshalb zieht sich Augsburg nach Führungen weiter zurück – manchmal zu weit, wie das Spiel gegen Frankfurt offenlegte. Dort verteidigten sie mit zehn Mann am eigenen Strafraum, wodurch die Wege für etwaige Konter zu lang wurden. Frankfurt erdrückte Augsburg an deren Sechzehner.

Zwischenzeitlich hatte Baum versucht, die Mannschaft mit einer Fünferkette zu stabilisieren. Die Idee ging jedoch nicht wirklich auf. Zu weit war der Weg angesichts der tiefen Fünferkette nach vorne, zu schlecht abgestimmt das Herausrücken der einzelnen Verteidiger. Man darf davon ausgehen, dass Augsburg die Saison mit einer Viererkette beendet – oder aber die Fünferkette nur als extrem destruktive 5-4-1-Variante auspackt, wenn gegen Dortmund und/oder Hoffenheim ein Remis zum Nichtabstieg genügt.

Überhaupt wird das Projekt Nichtabstieg sehr stark davon abhängen, ob sie eine verbesserte defensive Stabilität auf den Platz bekommen. Zumindest die Verletzungssorgen sind etwas verschwunden. Zwischenzeitlich musste Augsburg Doppelsechs und Außenverteidiger jede Woche neu besetzen. Diese sind in Baums System wichtigsten Positionen beim Übergang von Abwehr auf Angriff. Zudem stehen mit Finnbogasson und Bobadilla nun gleich zwei Stürmer zur Verfügung, die man im Zweifel auch mit Flanken oder langen Bällen anspielen kann. Augsburg sollte die Saison mit der aktuellen Ausrichtung beenden können – und die hat zumindest gegen Hamburg gut funktioniert. Aber: Gladbach, Dortmund und Hoffenheim sind nicht Hamburg und werden vor allem das Verschieben der Augsburger Abwehrketten testen. Ausgang offen.

Prognose: Das schwere und zugleich unpassende Restprogramm machen aus Augsburg einen der größten Kandidaten für die Relegation.

FSV Mainz 05 (33 Punkte, -11 Tordifferenz)

Für die Analyse des dritten Teams dieses Abstiegskampf-Specials könnte ich eigentlich die ersten beiden Analysen kopieren und leicht verändern. Auch Mainz nutzt ein klassisches 4-2-3-1-System, das auf Stabilität bedacht ist. Nur bringen sie diese Stabilität nicht immer auf den Platz.

Mainz beim 1:2 gegen Borussia Mönchengladbach

Mainz beim 1:2 gegen Borussia Mönchengladbach

Mainz ist unter Schmidt ein klassisches Konterteam. Sie verteidigen im 4-4-1-1 und suchen den Zugriff im Mittelfeld. Die Doppelsechs rückt häufig heraus, um den Zugriff auf das gegnerische Mittelfeld zu gewährleisten. Spielt der Gegner den Ball auf den Außenverteidiger, so geht Mainz häufig zum Pressing über– ein klassisches 4-4-2-Pressing eben. Vor allem die Doppelsechs muss gegen den Ball viel Arbeit verrichten. Mainz geht dabei die Intensität ab, die sie in der vergangenen Saison so auszeichnete. Kein Wunder: Angesichts Europa-Leauge-Belastung in der Hinrunde verringerte sich die Zahl der Sprints, aufgrund Verletzungen musste die erste Elf häufiger ausgetauscht werden, was zulasten der Abstimmung geht.

Nach Ballgewinnen soll es schnell gehen. Die Außenstürmer orientieren sich häufig Richtung Tor und bieten sich nach Ballgewinnen in den Halbräumen an. Dieses Konterspiel war zuletzt aber weniger stark als in der Vergangenheit, was vor allem zwei Gründe hat: Zum einen kommen die Pässe der Doppelsechs zu ungenau. Zum anderen ist das Bewegungsspiel der Stürmer mangelhaft, wodurch selten ein klarer vertikaler Pass möglich ist. Hier spürt man das Fehlen von Yunnus Malli sehr deutlich (im Winter nach Wolfsburg verkauft). Die Außenstürmer sowie Zehner Bojan müssen aufgrund mangelhafter Unterstützung Szenen oft alleine mit einem Dribbling lösen, ihnen fehlt dafür momentan jedoch momentan Spielwitz und Form.

Auch im Spielaufbau täte Mainz ein Malli gut. Mainz baut das Spiel simpel auf: Die Doppelsechs bewegt sich tief vor der Viererkette, die den Ball laufen lässt. Das Spiel soll entweder über lange Bälle oder über vertikale Pässe den Flügel herunter eröffnet werden. Mit Malli hatte Mainz häufig noch eine weitere Exit-Strategie, nämlich diesen im Raum zwischen den gegnerischen Linien anzuspielen. Diese fehlt mittlerweile. Dadurch ist das Spiel der Mainzer stärker auf lange Bälle oder möglichst schnelle Konter angewiesen. Mit 68,7% verfügt Mainz über die viertschwächste Passgenauigkeit, in zehn ihrer 31 Saisonspiele hatten sie weniger als 40% Ballbesitz.

Zuletzt zeigte die Mainzer Formkurve jedoch etwas nach oben. Dies hat vor allem mit der höheren Intensität im Spiel gegen den Ball zu tun. Ein 4-4-1-1-Mittelfeldpressing ist körperlich sehr aufreibend, gerade wenn man über Mannorientierungen den Zugriff erzeugen will. Die Mittelfeldspieler müssen viel sprinten, die Abwehr stets nachjustieren. Dies funktioniert in der Rückrunde besser, jetzt da Mainz die Doppelbelastung nicht mehr hat. 164 Schüsse ließ Mainz in der Rückrunde zu, in der Hinrunde kassierte man gegen dieselben Gegner noch 201 Schüsse.

Das Mainzer Restprogramm ist moderat: Auswärts in Hamburg, zu Hause gegen Frankfurt (Letzter der Rückrunden-Tabelle), auswärts in Köln. Das Spiel gegen den HSV dürfte vorentscheidend sein – und hier haben sie gute Chancen. Die Doppelsechs steht stabil beim Kampf um zweite Bälle, Hamburgs Gegenpressing könnte gegen die ohnehin selbst oft bolzenden Mainzer ins Leere laufen, ähnlich wie dies gegen Augsburg der Fall war. Ein Sieg gegen Hamburg wäre bei der Ausgangslage schon die halbe Miete für Mainz, schließlich nehmen sich Wolfsburg und Hamburg am letzten Spieltag gegenseitig die Punkte weg.

Prognose: Spielerischer und taktischer Mängel zum Trotz ist der Nichtabstieg für Mainz aufgrund eines passenden Restprogramms und einer zuletzt intensiveren Defensive wahrscheinlich.

Teil 2 mit dem VfL Wolfsburg, dem Hamburger SV und dem FC Ingolstadt

CHR4 4. Mai 2017 um 03:59

Die Leverkusener Schwäche bei Standards ist für 38% der Leverkusener Gegentore verantwortlich … Das verdient doch sicher mal eine genauere Betrachtung der Mechanismen dahinter. Hat sich da hinsichtlich Stabilität auch unter Korkut etwas zum Besseren verändert?
(Seit Schmidts Rausschmiss und der Verpflichtung von Korkut beobachte ich Leverkusen nicht mehr, da dieses Projekt mir seitdem zu langweilig und 08/15 ist. Vorher war’s auch nicht immer schön anzusehen, hatte aber immerhin Tempo und war in der krassen Ausprägung ja was besonderes.)
Sollte sich an der schlechten Verteidigung von Standards aber nichts geändert haben, halte ich es für gefährlic,h von Stabilität zu sprechen und in Spielen auf ein 0:0 zu hoffen. Da hätte ich als B04-Fan doch ein arg ungutes Gefühl in der Magengrube! Was nützt es, im laufenden Spiel vorsichtig zu spielen und genug Leute hinter dem Ball zu haben und dafür offensiv weitestgehend harmlos zu sein, wenn ich mir jederzeit nach nem ruhenden Ball eins einfangen kann?
Bliebe für B04 zu hoffen, dass sie unter Korkut doch auch bei Standards besser verteidigen … Was machen sie dann aber jetzt besser als vorher?

… vielleicht sollte ich, doch mal wieder genauer auf B04 schauen und dabei besonders bei ruhenden Bällen aufmerksam sein … 😉

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Flo Kno 4. Mai 2017 um 08:04

Als Schalker kann ich nur sagen, dass dem S04 letzte Woche die Standardtore 2 und 3 (!) in dieser Saison gelungen sind. So frei kam Bene Höwedes zuletzt wohl nur im Einzeltraining zum Ball.

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CHR4 4. Mai 2017 um 14:08

Danke für den Hinweis. Das Kopfballtor von Höwedes hatte ich sogar irgendwo gesehen und ähnliches gedacht. Alleine diese Situation ist da schon mal ein deutlicher Fingerzeig:
– Möglichkeit 1: Schalke hatte da eine extrem clevere Variante drauf – möglich … aber wohl bei der Schalker Torausbeute bei Standards diese Saison eher unwahrscheinlich/überraschend.
– Möglichkeit 2: Leverkusen hatte da nen Blackout
– Möglichkeit 3: Leverkusen verteidigt Standards nach wie vor nicht gut …

Und dann bleibt natürlich die Frage, warum Schalke diese Saison so wenig Standard-Tore erzielt hat. Naheliegend für mich wäre die Vermutung, dass sie diese Saison soviele Baustellen im Training zu bearbeiten hatten, dass die Standards einfach zu kurz gekommen sind.

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Flo Kno 4. Mai 2017 um 19:07

Was die Theorie mit den Baustellen im Training angeht stimme ich voll zu, das ist auch meine Theorie. Ich muss aber dazu sagen, dass ich keines der Trainings selber besucht habe und es nicht wirklich beurteilen kann.

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Ein Zuschauer 5. Mai 2017 um 12:10

Wobei man sagen muss, dass die Schalker Standards schon in den letzten Spielen tatsächlich zu relativ vielen Torschüssen geführt haben. Scheint so als ob man das jetzt seit einigen Wochen tatsächlich besser macht – also vielleicht auch mehr trainiert.

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blub 5. Mai 2017 um 12:50

Leverkusen ist doch schon seit Jahren mies im verteidigen von Stadards, das war ein ständiges Problem unter Schmidt. Ich denke nicht das Korkut da viel dran gedreht an in ein paar wochen. da gabs ganz andere baustellen.

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tobit 5. Mai 2017 um 14:22

Standards kann man finde ich am besten in der Vorbereitung trainieren. Da ist viel Zeit für die grundsätzlichen Abläufe (wo Leverkusen ja die offensichtlichsten Probleme hat) wie Zuteilung, Pfostenbesetzung, Raumaufteilung. Während der Saison muss man dann auf diesen Grundlagen aufbauen und immer wieder neue Varianten entwickeln, da eine spezielle Variante nicht all zu oft funktioniert. Das kostet natürlich auch immer wieder Trainingszeit, die bei den CL-Klubs durchaus rar gesät ist.
Ich habe mal ein Interview mit einem Spieler von Midtjylland (schreibt man das so? – das ist der „Stats“-Verein aus Dänemark) gelesen, der berichtete, dass sie dort einen eigenen Trainer nur für Standards hätten, der mit einer Gruppe von Spielern permanent an neuen Varianten arbeiten würde (gerade bei offensiven Standards).

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HK 5. Mai 2017 um 17:55

Das Interview habe ich auch gelesen, war hochinteressant. Vor allem auch die Aussage, dass man jeden Standard wie die eine, einzige große Chance, wie einen Elfmeter angehen würde. Mit der absoluten Entschlossenheit jedes mal ein Tor zu erzielen.
Daran krankt es m.E. oft in der BL. Da werden die Standards oft fast schon mit einer gewissen Lässigkeit weggegeben.
Positive Paradebeispiele sind z.B. Hummels und Höwedes. Bei denen hast du genau den Eindruck, dass die genau jetzt und hier mit aller Macht das Tor erzwingen wollen.

CHR4 6. Mai 2017 um 02:59

Danke. So sehe ich das auch. Die Dinger heißen ja nicht umsonst Standards … Das mindeste, was ich da auf internationalem Niveau erwarte ist, dass die Abläufe so automatisiert werden, dass wenigsten EIN eigener Spieler in der NÄHE der Position ist, wo der Freistoß hinkommt!
(Leider sehe ich selbst bei Top-Spielen immer wieder Bälle die ins Nirvana gehen … da krieg ich Pickel, wenn ich so was sehen muss.)
Wenn man dann auch noch dass Gefühl hat, dass sich da jemand mal kreative Gedanken gemacht hat umso besser.
Ob dann wirklich ne große Chance draus wird hängt natürlich von den defensiven Fähigkeiten ab und wie gut die gewählte defensive Variante die offensive covered.

Was ich interessant fände wäre mal die Standards einer Mannschaft über mehrere Spiele / einer Saison zu analysieren und daraus nen Artikel zu machen ala „Offensive Freistoßvarinaten des FC Midtylland 2016/17“ ; „Verteidigungsmuster von Standards bei Juventus Turin“ o.ä. (Vereine nur als Beispiel genannt)

Schorsch 6. Mai 2017 um 11:52

@tobit: Prinzipiell gebe ich Dir recht. Standards werden in ihren grundsätzlichen Abläufen am besten in der Vorbereitungszeit im Sommer eingeübt. Aber auch in der Winterpause gibt es (entsprechend reduziert) die Möglichkeit dazu. Allerdings heißt das nicht, dass im laufenden Trainingsbetrieb unter der Saison nicht an Details und Feinheiten gearbeitet wird bzw. werden kann. Manche Spieler legen dafür sogar freiwillige ‚Zusatzschichten‘ ein, um z.B. Freistöße zu trainieren.

Außerdem ist das Einüben von Defensiv- und Offensivstandards ein beliebtes und auch durchaus bewährtes Mittel nicht weniger Trainer, die ein Team in der laufenden Saison übernehmen. Je näher zum Saisonende hin, umso mehr. Nach dem Motto: Wenn du denkst es geht nichts mehr, kommt von irgendwo ein Standard her. Es ist oftmals der einfachste und auch effektivste Weg, über Offensivstandards Punkte in nur wenigen zur Verfügung stehenden Spielen zu holen.

Wie wichtig das Einüben von Standards auch für Topteams ist, hat die letzte WM gezeigt. Es war der Wunsch des deutschen Teams mit Unterstützung des Co-Trainers, daran mehr und intensiver zu arbeiten.

Wenn ein Team viele Gegentore durch Standards bekommt, dann ist man als Trainer quasi dazu gezwungen, entsprechendes Defensivverhalten zu trainieren. Was allerdings durchaus auch die Vermeidung von Standardsituationen beinhaltet, z.B. die Vermeidung von Fouls in der gefährlichen Zone vor dem Strafraum.

Noch eine Ergänzung zu Korkut. In den (eher wenigen) Spielen, die ich vom FCK unter ihm gesehen habe, wurden z.B. die eigenen Ecken fast immer kurz gespielt. Ich bin mir nicht sicher, abe ich kann mich an keine lang gespielte Ecke erinnern. Es war aber auch bei diesen kurzen Ecken nichts dabei, was in irgendeiner Weise nach einer einstudierten Variante aussah. Kann sein, dass es am Fehlen z.B. kopfballstarker Spieler lag. Ich hatte den Eindruck, dass es ’nur‘ darum ging, nach eine Ecke in Ballbesitz zu bleiben, um sich daraus eine torgefährliche Situation erspielen zu können oder zumindest einen gegnerischen Konter auszuschließen. Nur dazu waren die Spieler spielerisch nicht in der Lage und den Ball haben sie dann noch oft genug verloren. Es hört sich vielleicht jetzt destruktiv oder nach ironischer Übertreibung an, aber es wäre mMn oftmals besser gewesen, den Ball einfach lang vor das Tor zu schlagen.

@CHR4: In der Bundesliga finde ich es schon auffällig, dass sich gerade Teams, die in taktischer Hinsicht auf sich aufmerksam gemacht haben, auch hinsichtlich ihrer Standards bemerkenswerte Statistiken aufweisen. TSG, RB oder die Hertha haben so einige ihrer Tore nach ruhenden Bällen erzielt. Wobei dies beim FCI unter Hasenhüttel auch schon zu beobachten war.

Wenn über das Abrutschen von M05 in die Abstiegszone gesprochen wird, dann wird oft der Fortgang Mallis als ein Grund erwähnt. Aber dem Team fehlt mit ihm nicht nur das spielerische Element. Schaut man sich die Torstatistiken der Hinrunde an, dann springen seine Torbeteiligungen durch Standards sofort ins Auge. Die fehlen den Mainzern in der Rückrunde komplett. Eigentlich müssten die entsprechenden Daten für Wolfsburg in der Rückrunde gestiegen sein. Ich weiß es nicht genau, aber sie sind es glaube ich nicht. Wer ist denn bei den Wölfen für die ruhenden Bälle zuständig?

ES 4. Mai 2017 um 15:53

Toprak war draußen, d.h. Leverkusen hatte schon mal einen wichtigen Mann weniger bei der Verteidigung der Ecke. Es ist mir unverständlich, warum man bis vor dem Standard nicht den neuen Innenverteidiger Tah einwechseln konnte. Goretzka macht eine einfache Bewegung Richtung kurzen Pfosten und drei (!) robuste Gegenspieler gehen mit und lassen in der Mitte Julian Brandt alleine bei Höwedes. Das ist sensationell unorganisiert und stümperhaft verteidigt. Da gab es keinen Trick der Schalker.

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Schorsch 4. Mai 2017 um 23:14

Ich kann das Training Korkuts bei B04 überhaupt nicht beurteilen. In seiner kurzen Zeit beim FCK habe ich allerdings einige Trainingseinheiten beobachten können. Was natürlich auch sehr wenig aussagt, da die meisten Umstände sehr unterschiedlich zu den Verhältnissen jetzt in Leverkusen waren. Korkut war auch in Lautern bemüht, dem Team Stabilität zu verleihen und hat die Defensive durchaus gestärkt. Offensiv war da allerdings wenig zu sehen, oft wurde im Spiel auf lange Bälle gesetzt. Auch wenn im Training ein kombinatorischer Ansatz zu erkennen war. Ob die mangelnde Umsetzung seiner Vorstellungen durch das Team an ihm selbst oder der fehlenden Qualität im Kader lag, ist schwer zu sagen. Etwas gewundert habe ich mich allerdings, dass ganz offensichtlich kein Wert auf Offensivstandards gelegt wurde. In den Trainings, die ich gesehen habe, wurde kein einziger Standard eingeübt. Obwohl im Spiel zu sehen war, dass es eine auffallende Schwäche bei Offensivstandards gab. Was die Defensivstandards anbelangt, so weiß ich nicht, wieviele Gegentore der FCK da in dieser Hinrunde kassiert hat. So viele können es mMn aber nicht gewesen sein. Im Training allerdings habe ich aber nicht einmal das Einüben von Defensivverhalten bei Standards gesehen. Gerade hinsichtlich Eckbällen ist dies schon recht ungewöhnlich. Aber das muss wie gesagt alles nichts heißen, da ich nur einige Einheiten beobachtet habe. Mir hat sich nur der Eindruck aufgedrängt, dass Korkut und sein Co keinen allzu großen Wert auf Standards gelegt haben.

Ich kann mir andererseits aber nicht vorstellen, dass gerade bei Eckbällen keine Festlegung erfolgt, in welcher Staffelung z.B. die eigenen Spieler zu stehen haben, ob einer oder beide oder kein Pfosten besetzt wird, ob ein oder mehrere Spieler außerhalb des Strafraums postiert werden, wie Übernahmen geregelt werden, im Raum oder manngedeckt wird, Torwartverhalten, etc.. Das kann man nicht nur theoretisch lösen, das muss eingeübt werden und das wird bestimmt auch unter Korkut passieren. Die Frage nach der Intensität ist da aber mMn durchaus berechtigt.

Im übrigen kann man natürlich auch die Zahl eder Gegentreffer nach Standards minimieren, indem man versucht, Offensivstandards des Gegners zu vermeiden… 😉 Im Ernst, durchaus ein Ansatz, der zu Korkut passen könnte.

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CHR4 5. Mai 2017 um 02:02

das Problem dabei ist, dass natürlich bei dilletantischer Verteidigung oder einer kreativen gut eingeübten Variante des Gegners bereits ein Standard zum Fiasko führen kann – besonders wenn nach vorne auch nicht viel geht

Wobei für mich das Training von offensiven und defensiven Standards Hand in Hand gehen sollte.

Generell finde ich es schade, das man hier so wenig zu defensiven Deckungsmustern bei Standards und offensiven Ideen, wie man diese knacken kann, liest. Die letzte etwas ausführliche Thematik an dich mich erinnern kann war, welche Vor- und Nachteile es hat, die Pfosten zu besetzen – und auch das ist schon eine ganze Weile her.

Wenn man bedenkt, dass oft 25% der eigenen und gegnerischen Tore nach ruhenden Bällen fallen, ist dieses Thema meiner Meinung nach sicher mehr Aufmerksamkeit wert – gerade auf einer Taktik-Seite.

Interessant fand ich heute die Variante von Manchster United zum 0:1 auswärts:
Fellaini steht neben der Mauer beim Freistoß von Rashford und lehnt sich, drückt, schiebt gegen den äußersten Spieler in der Mauer. Dieser wird dadurch abgelenkt und springt nicht mit den anderen hoch (was auch schwer geht, wenn man Gegendruck geben muss) und ungefähr da geht der Freistoß über die Mauer. Auf sport1 wurde dann leider hauptsächlich über den Torwart geredet, der natürlich da auch seinen Teil zu beiträgt. Auch wenn der Ball evt. auch so über die Mauer geflogen wäre (er ging wohl auch leicht über den hochspringenden Nebenmann): für mich eine klar geplante und geübte Variante. Gerade sowas wünsche ich mir häufiger zu sehen, ich möchte häufiger denken: „hey, da hat einer wieder ne clevere Idee gehabt“

PS: natürlich ist das Drücken von Fellaini für mich da grenzwertig, allerdings eben noch gerade im üblichen Graubereich bei solchen Scharmützeln
PPS: Da ich gerne kreative, gut eingeübte offensive Standards sehe, gefällt mir der Ansatz Offensivstandards zu vermeiden nicht – egal ob beim eigenen oder gegnerischen Team. Ich möchte da defensiv lieber das Gefühl haben, dass der Gegner entweder viel Glück oder ne verdammt gute Variante braucht, um den Defensivverbund zu knacken.

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Schorsch 6. Mai 2017 um 12:06

Ich kann Dir nur zustimmen. Ich hatte einmal vor längerer Zeit beim einem Artikel von RM dazu etwas angemerkt. Ich vertrete ebenfalls Standpunkt, dass das Defensiv- wie Offensivverhalten bei Standards auf jeden Fall zum Bereich ‚Taktik‘ zu zählen sind und die entsprechende Aufmerksamkeit verdient haben. RM hatte dann auf einen Artikel verwiesen, in dem (im Zusammenhang mit einer Spielanalyse glaube ich) das Defensivverhalten bei Eckbällen analytisch betrachtet wurde. Bei der Bedeutung von Standards für ein Fußballspiel fände ich es sehr interessant, wenn dieser Aspekt vielleicht in einer gesonderten Analyse vertieft werden könnte.

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CHR4 6. Mai 2017 um 14:45

dito s.o.

Ich denke auch, dass da eine gesonderte Analyse interessant und auch nötig wäre. Es liegt da glaube ich auch etwas daran, dass hier hauptsächlich einzelne Begegnungen analysiert werden und man da in einem Spiel einfach in der Regel nicht auf die erforderlichen Zahl an gleichen Situationen kommt, um Muster zu erkennen.

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Peda 3. Mai 2017 um 12:00

„Zuletzt zeigte die Mainzer Formkurve jedoch etwas nach oben.“ – müsste es wohl heißen.

Alle drei beschriebenen Mannschaften sind von einer durch den Trainer geprägten, wiederkennbaren Spielweise in den Einheitsbrei abgerutscht:
Tuchel sagte in Mainz 2014 Adieu und nahm sich ein Jahr Auszeit, aber auch unter M. Schmidt erreichte man 2015/16 noch einen Europa League-Startplatz (Sechster mit 50 Punkten).
Weinzierl entwuchs Augsburg 2016 (nach Platz 12 mit 38 Punkten), die Richtungswechsel unter Schuster und Baum taten den Leistungen nicht gut.
R. Schmidt wurde vor neun Runden in Leverkusen entlassen. Nach Platz 4 (61 Punkte) und 3 (60) war man heuer leider weit weg von den Erwartungen. Korkut übernahm die Mannschaft auf Platz 10 mit sieben Punkten auf den Relegationsplatz und hat sie stabilisiert – jetzt ist man Zwölfter mit nur mehr drei Punkten Polster. Über diesen Wechsel werde ich noch lange grübeln müssen…

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Schorsch 3. Mai 2017 um 10:45

Sehr passend, dass sich sv.de/TE dem Thema Abstiegskandidaten in dieser Form widmen. Soviele betroffene Clubs 3 Tage vor Saisonende und dazu noch so einige unerwartete gibt es schließlich nicht so häufig. Vielleicht bleibt es ja bis zum letzten Spieltag ähnlich spannend wie seinerzeit in der Saison 98/99, so mit Übersteigern in der letzten Spielminute… 😉

Leverkusen, Augsburg, HSV, Wolfsburg, Ingolstadt haben dabei jeweils in der laufenden Saison den Trainer gewechselt; die Wölfe sogar zweimal. Lediglich Mainz hat am Trainer festgehalten. Vielleicht hängt dieses Festhalten an Schmidt auch mit dem Verkauf von Malli zur Winterpause zusammen. Mit ihm und seinen Fähigkeiten fehlt wie von TE beschrieben ein wichtiger Faktor im Spiel von M05. Nicht der einzige, aber mMn ein wesentlicher Punkt dafür, dass man nun gegen den Abstieg spielt. Wobei Malli bei den Wölfen auch noch nicht so richtig überzeugt hat bzw. überzeugen konnte. Vielleicht geht TE ja auch auf seine Rolle unter Jonker ein.

Was Leverkusen anbelangt, so bin ich da einigermaßen ratlos. Schlecht finde ich den Ansatz Korkuts nicht, erst einmal Ruhe und mehr Ballsicherheit in das Spiel des Teams zu bringen. Denn genau das hat unter Schmidt zuletzt immer mehr gefehlt (wobei ‚Ruhe‘ und die Schmidtsche Spielweise ohnehin so eine Sache ist… 😉 ). Ob Korkut da im Detail die passenden Änderungen durchgeführt hat, ist wieder eine andere Frage.

Inwieweit der Trainerwechsel für den FCA glücklich war, ist auch so eine Frage. Wenn man aus dem Rathaus kommt, ist man immer klüger; schon klar. Der Defensivansatz Schusters war wenig attraktiv und entsprach nicht dem, was sich die Clubverantwortlichen unter Fußball des FCA vorstellten (so jedenfalls die offizielle Aussage). Aber man wusste, wen man sich geholt hatte und vielleicht war Schusters Ansatz auch einfach nur realistisch. Der Trainerwechsel erfolgte recht früh, aber die Änderungen unter Baum haben offensichtlich nach einem Zwischenhoch nicht die erhoffte Wirkung gezeigt.

Prognosen hinsichtlich der Absteiger zu treffen ist sehr schwer. Der HSV schien sich stabilisiert zu haben, doch nach der Niederlage bei Werder ging es wieder bergab. Das Restprogramm spricht gegen den FCA, aber was heißt das schon. Das Torverhältnis könnte am Ende entscheiden. Da hat der FCA nun etwas getan. Der HSV auch. Nur leider in die andere Richtung… 😉

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Yilde 3. Mai 2017 um 19:39

Im Bezug darauf, dass Augsburgs Trainerwechsel im Nachhinein doch eher unglücklich wirkt spielt meiner Meinung nach die passive Transferpolitik in der Winterpause eine große Rolle. Man hatte schon zu diesem Zeitpunkt mit einem sehr ausgedünnten Kader zu kämpfen und ging relativ hohes Risiko darin, nicht noch mal zuzuschlagen. Hier hat man sich in der Nachbetrachtung wohl eher verzockt und mit dieser zusammengeschrumpften Mannschaft wäre wohl Schuster ziemlich wahrscheinlich der passendere Trainer gewesen.

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kaum 4. Mai 2017 um 16:09

Ich fände es extrem bitter für die Mainzer, wenn ihnen dieser Transfer die Bundesliga-Zugehörigkeit kostet. so viel weniger hätten die doch im Sommer auch nicht bekommen…
Ich weiß nicht, was da vorab lief und wie stark Malli auf den Transfer gepocht hat, aber das wäre Heidel nicht passiert. Der hätte doch so eine Rechnung aufgemacht – so schlecht kann es Mainz finanziell doch nicht gehen, oder?

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Schorsch 6. Mai 2017 um 12:24

Mainz ist nicht das einzige Team, was diesbezüglich betroffen ist. Die SGE hat zur Winterpause auch Huszti ziehen lassen. Der hatte für das Spiel der Eintracht sicherlich nicht die Bedeutung wie Malli für das der Mainzer. Aber sein Fehlen hat sich hinsichtlich der Offensive in der Rückrunde dann doch bemerkbar gemacht, insbesondere als verletzungsbedingt andere wichtige Spieler ausgefallen waren.

Was Malli anbelangt, so muss man hinsichtlich des Transfers auch bedenken, was Mainz aufgrund der vertraglichen Klauseln für Malli im Sommer als Transfereinnahme hätte erzielen können. Da war der Wintertransfer wahrscheinlich finanziell doch attraktiver für die 05er. Das nutzt natürlich herzlich wenig, wenn dieser Verkauf letztlich den Verbleib in der Liga gefährdet (als einer von mehreren Gründen). Zumal Malli der überragende Akteur bei ruhenden Bällen war; siehe entsprechende Statistiken. Da kommt bei Mainz nach dem Fortgang Mallis nicht mehr viel.

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tobit 6. Mai 2017 um 13:57

Bei Huszti kam ja sogar noch dazu, dass er außerhalb des deutschen Transferfensters gewechselt ist – die Eintracht konnte also keinen Ersatz verpflichten. Mainz dagegen hat zumindest einen Teil der Malli-Ablöse in neue Spieler gesteckt und sich offensiv sehr breit aufgestellt.
Bezüglich Malli kann man davon ausgehen, dass die Ablöse im Sommer wohl ziemlich gering gewesen wäre, da er ja bereits im Sommer 2016 für 9-10 Mio hätte gehen dürfen (und im Winter davor fast nach Dortmund gegangen wäre – für etwa die Ablöse, die der VfL jetzt gezahlt hat). Wahrscheinlich gab es also auch für 2017 eine Ausstiegsklausel. Da kam jetzt im Winter wohl so einiges zusammen, von wirtschaftlichen Zwängen würde ich aber nicht ausgehen.

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ES 3. Mai 2017 um 09:47

Soll es nicht heißen, dass die Formkurve der Mainzer eher etwas nach oben zeigt? Von der anschließenden Erläuterung her scheint mir das passender,

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TE 3. Mai 2017 um 17:13

Danke für den Hinweis, ich habe es korrigiert!

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Bernhard 3. Mai 2017 um 07:03

Interessant zu beobachten, dass alle drei Mannschaften von der Ausrichtung her relativ ähnlich sind. TEs Artikel zum Thema Einheitsbrei in der Bundesliga fällt mir da ein.

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